Tilidin-ratiopharm plus Tropfen Tropfen zum Einnehmen, Lösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Tilidinhydrochlorid-Hemihydrat, Naloxonhydrochlorid-Dihydrat
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Tilidine Hydrochloride Hemihydrate, Naloxone Hydrochloride Dihydrate
Darreichungsform:
Tropfen zum Einnehmen, Lösung
Zusammensetzung:
Tilidinhydrochlorid-Hemihydrat 7.1458g; Naloxonhydrochlorid-Dihydrat 0.596-0.616g
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
35055.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

50 mg/4 mg Tropfen zum Einnehmen, Lösung

Wirkstoffe: Tilidinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

beachten?

Wie ist

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen und wofür wird es angewendet?

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

ist eine Kombination aus einem stark wirksamen Schmerzmittel aus

der Gruppe der Opioide und einem Opioid-Antagonisten.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

wird angewendet zur

Behandlung starker und sehr starker Schmerzen.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen beachten?

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen darf nicht eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Tilidin, Naloxon, Natriummetabisulfit oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

bei Drogenabhängigkeit von Opiaten (Heroin, Morphin) oder Opioiden wegen der Gefahr

unmittelbar auftretender Entzugserscheinungen

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

darf Kindern unter 2 Jahren nicht gegeben werden.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

sollte nicht von Personen eingenommen werden, die an Porphyrie

(einer Stoffwechselerkrankung) leiden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

einnehmen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

mit Arzneimitteln, die den

Botenstoff Serotonin im Körper beeinflussen, dürfen Sie

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

nur mit

besonderer Vorsicht einnehmen, da es in diesen Fällen zur Entwicklung eines potentiellen Serotonin-

Syndroms kommen kann. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt.

Sollten Sie Symptome eines Serotonin-Syndroms, wie z. B. Änderungen des mentalen Zustandes (z.

B. Unruhe, Halluzinationen, Koma), autonome Instabilität (z. B. erhöhte Herzfrequenz [Tachykardie],

instabiler Blutdruck, überhöhte Temperatur [Hyperthermie]), neuromuskuläre Anomalien (z. B.

gesteigerte Reflexbereitschaft [Hyperreflexie], Koordinationsstörungen, Steifigkeit) und/oder

Symptome des Magen-Darm-Trakts (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall), bei sich bemerken,

sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt.

Bei anderen Abhängigkeitserkrankungen (z. B. bei Arzneimittel- oder Alkohol-Abhängigkeit) dürfen

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

nur mit besonderer Vorsicht einnehmen. Befragen Sie hierzu

bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn Sie früher einmal an einer Abhängigkeitserkrankung litten.

Bei ausgeprägter Leberfunktionsstörung (z. B. hochgradiger Leberzirrhose) kann es zu einem

Wirkungsverlust von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

kommen. Sprechen Sie in diesem Fall mit

Ihrem Arzt.

Warnung vor missbräuchlicher Anwendung

Vor jedem Missbrauch von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

durch Drogenabhängige wird dringend

gewarnt!

Bei Opiatabhängigen, die als Ersatz für Opiate wie Morphin oder Heroin das Arzneimittel in hohen

Einnahmemengen missbräuchlich einnehmen, löst

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

akute

Entzugserscheinungen (Ängstlichkeit, Agitiertheit, Zittern, Schwitzen) aus oder verstärkt bereits

bestehende Entzugserscheinungen.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen ist nicht zur Entzugsbehandlung geeignet!

Im Zusammenhang mit der Einnahme von Opioiden wurden Fälle von Nebennierenrindeninsuffizienz

berichtet. Sollten Sie unspezifische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit,

Schwäche, Schwindel und niedrigen Blutdruck bei sich feststellen, sprechen Sie umgehend mit Ihrem

Arzt.

Die chronische Einnahme von Opioiden kann die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse

dahingehend beeinflussen, dass es zu einem Mangel männlicher Hormone (Androgenmangel)

kommen kann, der sich in Form folgender Symptome äußern kann: geringe Libido, Impotenz,

Erektionsstörungen, Ausbleiben der Regelblutung oder Unfruchtbarkeit. Sollten Sie solche Symptome

bei sich bemerken, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt. Ihr Arzt wird dann einige Laboruntersuchungen

bei Ihnen durchführen.

Die Lösung ist zur Einnahme bestimmt. Sie ist nicht für eine Injektion (Einspritzung in ein Blutgefäß)

geeignet! Nach einer derartigen Fehlanwendung können die nachfolgenden Entzugserscheinungen so

stark sein, dass lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, z. B. Blutdruckkrisen, Kreislaufversagen.

Einnahme von Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen zusammen mit anderen Arzneimitteln

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor Kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Bei gleichzeitiger Anwendung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

mit anderen zentral dämpfenden

Arzneimitteln (z. B. Beruhigungs- und Schlafmittel, angstlösende Mittel, Mittel zur

Muskelentspannung, Narkosemittel, Mittel zur Behandlung von Psychosen, bestimmte Schmerz-,

Husten- oder Substitutionsmittel [Opioide]) und Alkohol kann es zu Atemdämpfung, verstärkter

Beruhigung, Koma und Tod kommen. Ihr Arzt wird daher die Dosis und Anwendungsdauer so gering

wie möglich halten. Sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre

Atmung gestört ist und/oder Sie den beruhigenden Effekt als zu stark empfinden.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

soll nicht mit anderen Schmerzmitteln eingenommen werden, die in

gleicher Art wie Tilidin wirken (Opioide), da die Wechselwirkungen durch gegenseitige

Beeinflussung nicht abgeschätzt werden können.

Die gleichzeitige Gabe von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

mit einem Arzneimittel, das den

Botenstoff Serotonin im Körper beeinflusst, wie z. B. einem selektiven Serotonin-

Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder einem Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

(SNRI), einem trizyklischen Antidepressivum (TZA), einem Triptan, einem 5-HT3-Rezeptor-

Antagonisten, einem Arzneimittel, das das Serotonin-Neurotransmittersystem beeinflusst (z. B.

Mirtazapin, Trazodon, Tramadol), oder einem Monoaminoxidase-Inhibitor (MAOI), kann das Risiko

eines Serotonin-Syndroms – ein potentiell lebensbedrohlicher Zustand – erhöhen.

Die gleichzeitige Einnahme mit Voriconazol (gegen Pilzerkrankungen) kann zu einer Verstärkung der

Wirkungen und Nebenwirkungen von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

führen.

In Einzelfällen wurde bei Patienten, die

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

erhielten und unter

Dauerbehandlung mit Phenprocoumon (blutgerinnungshemmendes Arzneimittel) standen, ein Abfall

des Quick-Werts beobachtet. Deshalb sollten die Kontrollen des Quick-Werts in der Anfangszeit und

bei Beendigung der Behandlung mit

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

engmaschig erfolgen, um, wenn

nötig, die Dosierung von Phenprocoumon entsprechend anpassen zu können.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Einnahme von Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen zusammen mit Alkohol

Bei gleichzeitiger Einnahme von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

und Alkohol kommt es zu einer

gegenseitigen Verstärkung und Verlängerung der Wirkungen auf das Zentralnervensystem.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach strengster

Nutzen- Risiko-Abschätzung gegeben werden, da keine Erfahrungen am Menschen vorliegen. Ist in

der Stillzeit eine Behandlung unbedingt erforderlich, sollte nicht gestillt werden.

Schwangerschaft

Bisher liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

bei Schwangeren vor. Untersuchungen an Tieren ergaben keine Hinweise auf gesundheitsschädliche

Wirkungen in Bezug auf die Fortpflanzung.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

darf während der

Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen der Behandlung überwiegt

aufgrund des klinischen Zustands der Mutter die möglichen Risiken für das ungeborene Kind.

Stillzeit

Es wurde nachgewiesen, dass Tilidin, ein Wirkstoff von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

, in die

Muttermilch übergeht. Das Stillen soll während der Behandlung mit

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

unterbrochen werden.

Fortpflanzungsfähigkeit

Es liegen keine Erfahrungen zu den Wirkungen von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

auf die

menschliche Zeugungs- oder Gebärfähigkeit vor. Untersuchungen an Tieren ergaben keine Hinweise

auf gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf die männliche und weibliche Zeugungs- oder

Gebärfähigkeit.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Sie

können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell genug und gezielt

reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge

oder Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt!

Eine verstärkte Beeinträchtigung ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung,

Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von

Beruhigungsmitteln zu erwarten.

Sie dürfen die oben genannten Tätigkeiten nur dann ausüben, wenn es Ihnen Ihr Arzt ausdrücklich

gestattet hat. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie z. B. Auto

fahren dürfen.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen enthält Natrium und Natriumbenzoat

Dieses Arzneimittel enthält 0,18 mg Natriumbenzoat pro Hub entsprechend 12,5 mg Tilidin-

hydrochlorid und weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Hub, d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.

3. Wie ist Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die erforderliche Dosis wird vom Arzt für jeden Patienten individuell ermittelt. Die Tagesdosis von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

kann, je nach Schmerzstärke und individuellem Ansprechen auf die

Behandlung, zwischen 100 mg und maximal 600 mg Tilidinhydrochlorid liegen.

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren

nehmen bis zu 6-mal täglich 20-40 Tropfen bzw. 4-8 Hübe* [Flasche mit Dosierpumpe] ein.

* 1 Hub (= 0,18 ml) der Flasche mit Dosierpumpe [Packung mit 100 ml Tropfen zum Einnehmen,

Lösung] entspr. 5 Tropfen bzw. 12,5 mg Tilidinhydrochlorid.

Anwendung bei Kindern unter 14 Jahren

erhalten bis zu 4-mal täglich 0,5 mg Tilidinhydrochlorid/kg Körpergewicht (< 20 kg Körpergewicht)

bzw. 0,7 mg Tilidinhydrochlorid/kg Körpergewicht (> 20 kg Körpergewicht), wobei als Einzeldosis

nicht weniger als 7,5 mg Tilidinhydrochlorid gegeben werden sollten.

1 Tropfen enthält 2,5 mg Tilidinhydrochlorid und 0,2 mg Naloxonhydrochlorid

Berechnungsbeispiele für die jeweilige Einzeldosis

Körpergewicht

des Kindes in kg

Berechnung

Tilidinhydrochlorid

in mg

Anzahl Tropfen

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Tropfen

15 x 0,5

25 x 0,7

17,5

35 x 0,7

24,5

45 x 0,7

31,5

Hinweis

Für die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen

Nehmen Sie die Lösung mit etwas Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) ein.

Die Lösung darf nicht injiziert (in ein Blutgefäß eingespritzt) werden

(siehe 2. „Warnhinweise

und Vorsichtsmaßnahmen“)!

Hinweis zur Flasche mit Tropfaufsatz [Packung mit 20/50 ml Tropfen zum Einnehmen,

Lösung]:

Diese Packungen von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

besitzen einen kindergesicherten

Schraubverschluss!

Zum Öffnen der Flasche Verschluss nach unten drücken, und gleichzeitig in

Pfeilrichtung drehen (siehe Abbildung).

Nach Gebrauch muss der Verschluss wieder fest zugedreht werden, damit die

Kindersicherung erneut gewährleistet ist.

Zur Entnahme die Flasche senkrecht nach unten halten und falls erforderlich,

zum „Antropfen“ leicht auf den Flaschenboden tippen.

Hinweis zur Flasche mit Dosierpumpe [Packung mit 100 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung]:

Drücken Sie den Kopf der Dosierpumpe

bei erstmaligem Gebrauch

mehrmals

zügig ganz herunter

bis zum Austritt der Lösung (dies ist aus

technischen Gründen notwendig, um den Pumpmechanismus zu füllen).

Halten Sie eine geeignete Einnahmehilfe (Löffel, Becher o. ä.) unter die

Öffnung und

drücken Sie den Kopf der Dosierpumpe

entsprechend der

Dosierungsanweisung

zügig ganz herunter

1 Hub = 5 Tropfen (entsprechend 12,5 mg Tilidinhydrochlorid bzw. 0,18 ml

Lösung).

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Einnahme wird von Ihrem behandelnden Arzt festgelegt.

Für die Behandlung akuter Schmerzzustände genügt oftmals eine einmalige Einnahme.

Gegebenenfalls kann

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

mehrmals, auch über mehrere Tage

angewendet werden.

Grundsätzlich sollte die kleinste schmerzlindernde Einnahmemenge gewählt werden. Bei der

Behandlung chronischer Schmerzen ist der Dosierung nach einem festen Zeitplan der Vorzug zu

geben. In der Dauertherapie sollten Präparate mit langer Wirkdauer verwendet werden.

Nach längerer Einnahme von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

soll das Präparat nicht abrupt abgesetzt

werden. Die Dosisverringerung soll nach Anweisung Ihres Arztes schrittweise erfolgen.

Wenn Sie eine größere Menge von Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen eingenommen haben als Sie

sollten

Wenn Sie eine Einzelgabe von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

versehentlich doppelt einnehmen, hat

dies keine Auswirkungen auf die weitere Einnahme, d. h. Sie nehmen

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Tropfen

danach so ein, wie sonst auch.

Nach Einnahme erheblich zu hoher Arzneimengen kommt es zu Schwindelgefühl, Benommenheit,

Übelkeit, Erbrechen, Ataxie (Störung im geordneten Bewegungsablauf), Bewegungsdrang und

gesteigerten Reflexen. Bei sehr starker Überdosierung kann eine Verminderung der Atmung auftreten.

Rufen Sie bei Auftreten dieser Krankheitszeichen den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe!

Mögliche ärztliche Behandlungsmaßnahmen sind die primäre Entfernung des Arzneimittels durch

Magenspülung, Resorptionsverminderung durch Kohlegabe, Kreislaufstabilisierung durch

Elektrolytinfusionen sowie Verbesserung der Atemfunktion durch Sauerstoffinhalationen und

kontrollierte Beatmung. Als Gegenmittel kann Naloxon intravenös (z. B. 0,4 mg) verabreicht werden;

bei exzitatorischen Symptomen Diazepam intravenös in üblicher Dosierung.

Wenn Sie die Einnahme von Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern

führen Sie die Einnahme wie bisher fort.

Wenn Sie die Einnahme von Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen abbrechen

Bei unangenehmen Nebenwirkungen wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, welche Gegenmaßnahmen

es hierfür gibt und ob andere Arzneimittel für die Behandlung infrage kommen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufig:

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich:

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten:

kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr selten:

kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität

Gelegentlich:

Schlafsucht

Nicht bekannt: Halluzinationen, Verwirrtheitszustand, euphorische Stimmung, Zittern, gesteigerte

Reflexbereitschaft, Muskelzuckungen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Zu Behandlungsbeginn können sehr häufig Übelkeit und Erbrechen auftreten, die bei

weiterer Behandlung nur noch häufig bis gelegentlich oder selten vorkommen.

Häufig:

Durchfall, Bauchschmerzen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig:

vermehrtes Schwitzen

Diese Krankheitszeichen können verstärkt unter körperlicher Belastung auftreten. Vermeiden Sie

daher nach Möglichkeit körperliche Anstrengung. Bei Schwindelgefühl sollten Sie sich hinlegen.

Aufgrund des Gehaltes an Natriumbenzoat (Konservierungsmittel) können bei entsprechend

veranlagten Personen Überempfindlichkeitserscheinungen auftreten.

Natriummetabisulfit kann selten schwere Überempfindlichkeitsreaktionen und eine Verkrampfung der

Atemwege (Bronchospasmen) hervorrufen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

ist nach Anbruch 12 Monate, aber höchstens bis zu dem auf dem

Umkarton und dem Etikett genannten Verfalldatum haltbar.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

, Packungen mit 100 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung [Flasche

mit Dosierpumpe]: Flasche aufrecht aufbewahren.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

enthält

Die Wirkstoffe sind Tilidinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid.

0,72 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung (entsprechend 20 Tropfen oder 4 Hübe [Flasche mit

Dosierpumpe]) enthalten 51,45 mg Tilidinhydrochlorid 0,5 H

O (entsprechend 50 mg

Tilidinhydrochlorid) und 4,4 mg Naloxonhydrochlorid 2 H

O (entsprechend 4 mg

Naloxonhydrochlorid).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Natriumbenzoat, Natriummetabisulfit, Salzsäure 35-39 % (zur pH-Einstellung), Gereinigtes Wasser.

Wie Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen aussieht und Inhalt der Packung

Klare, farblose bis schwach gelbliche Lösung.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

ist in Packungen mit 20 ml und 50 ml Tropfen zum Einnehmen,

Lösung [Flasche mit Tropfaufsatz] erhältlich.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

ist in Packungen mit 100 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung

[Flasche mit Dosierpumpe] erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

oder

Teva Operations Poland Sp. z o.o.

UL. Emilii Plater 53

00-113 WARSZAWA

POLEN

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2019.

Versionscode: Z09

Eigenschaften

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

dient zur Behandlung von starken und sehr starken akuten

Schmerzen. Für lang andauernde chronische Schmerzen stehen Präparate mit langer Wirkdauer zur

Verfügung (

Tilidin-ratiopharm plus Retardtabletten

). Ein wesentlicher Vorteil von

Tilidin-

ratiopharm

®

plus Tropfen

liegt in der schnellen und intensiven Wirkung.

Die Wirkung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

setzt nach ca. 5 bis 15 Minuten ein.

Die Wirkungsdauer ist – wie bei allen anderen stark wirksamen Schmerzmitteln – von individuellen

Faktoren sowie der Intensität des Schmerzes abhängig; sie beträgt in der Regel 4 bis 6 Stunden. Bei

sehr starken Schmerzen kann unter Umständen schon früher eine erneute Gabe notwendig werden.

Das in

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

enthaltene Naloxon ist bei bestimmungsgemäßem Gebrauch

und bei der empfohlenen Dosierung ohne Einfluss auf die Wirkung des Präparats.

Besondere Hinweise

Bei Arzneimitteln mit Wirkung auf das ZNS besteht grundsätzlich die Gefahr der missbräuchlichen

Verwendung. Vor der Verschreibung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

an Patienten, die entweder

bereits von einem Pharmakon abhängig sind oder waren oder zum Missbrauch neigen, sollte der Arzt

die Indikationsstellung sorgfältig prüfen und die Verabreichung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

gewissenhaft überwachen.

Bei Patienten, die aus therapeutischen Gründen Opiate erhalten haben, kann eine Umstellung auf

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

ohne Weiteres erfolgen.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

50 mg/4 mg Tropfen zum Einnehmen, Lösung

Wirkstoffe: Tilidinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

0,72 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung (entsprechend 20 Tropfen oder 4 Hübe [Flasche mit

Dosierpumpe]) enthalten 51,45 mg Tilidinhydrochlorid 0,5 H

O (entsprechend 50 mg

Tilidinhydrochlorid) und 4,4 mg Naloxonhydrochlorid 2 H

O (entsprechend 4 mg

Naloxonhydrochlorid).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Natriummetabisulfit

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium und 0,18 mg

Natriumbenzoat pro Hub entsprechend 12,5 mg Tilidinhydrochlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tropfen zum Einnehmen, Lösung

Klare, farblose bis schwach gelbliche Lösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung starker und sehr starker Schmerzen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren

nehmen bis zu 6-mal täglich 20-40 Tropfen bzw. 4-8 Hübe* [Flasche mit Dosierpumpe] ein.

1 Hub (= 0,18 ml) der Flasche mit Dosierpumpe [Packung mit 100 ml Tropfen zum Einnehmen,

Lösung] entspr. 5 Tropfen bzw. 12,5 mg Tilidinhydrochlorid.

Die Tagesdosis von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

kann, je nach Schmerzstärke und individuellem

Ansprechen auf die Behandlung, zwischen 100 mg und maximal 600 mg Tilidinhydrochlorid liegen.

Kinder unter 14 Jahren

erhalten bis zu 4-mal täglich 0,5 mg Tilidinhydrochlorid/kg Körpergewicht (< 20 kg Körpergewicht)

bzw. 0,7 mg Tilidinhydrochlorid/kg Körpergewicht (> 20 kg Körpergewicht), wobei als Einzeldosis

nicht weniger als 7,5 mg Tilidinhydrochlorid gegeben werden sollten.

1 Tropfen enthält 2,5 mg Tilidinhydrochlorid und 0,2 mg Naloxonhydrochlorid

Berechnungsbeispiele für die jeweilige Einzeldosis

Körpergewicht

des Kindes in kg

Berechnung

Tilidinhydrochlorid

in mg

Anzahl Tropfen

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Tropfen

15 x 0,5

25 x 0,7

17,5

35 x 0,7

24,5

45 x 0,7

31,5

Für die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.

Art der Anwendung

Die Lösung wird mit etwas Flüssigkeit eingenommen.

Hinweis zur Flasche mit Tropfaufsatz [Packung mit 20/50 ml Lösung]:

Die Flasche besitzt einen kindergesicherten Verschluss (zum Öffnen Verschluss nach unten drücken

und gleichzeitig drehen).

Zur Entnahme soll die Flasche senkrecht nach unten gehalten werden.

Hinweis zur Flasche mit Dosierpumpe [Packung mit 100 ml Lösung]:

Drücken Sie den Kopf der Dosierpumpe bei erstmaligem Gebrauch mehrmals zügig ganz herunter bis

zum Austritt der Lösung (dies ist aus technischen Gründen notwendig, um den Pumpmechanismus zu

füllen).

1 Hub = 5 Tropfen (entsprechend 12,5 mg Tilidinhydrochlorid bzw. 0,18 ml Lösung).

Die Lösung darf nicht injiziert werden

(siehe Abschnitt 4.4)!

Dauer der Anwendung

Für die Behandlung akuter Schmerzzustände genügt oftmals eine einmalige Gabe. Gegebenenfalls

kann

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

mehrmals, auch über mehrere Tage angewendet werden.

Grundsätzlich sollte die kleinste analgetisch wirksame Dosis gewählt werden. Bei der Therapie

chronischer Schmerzen ist der Dosierung nach einem festen Zeitplan der Vorzug zu geben. In der

Dauertherapie sollten Arzneimittel mit langer Wirkdauer verwendet werden.

Wenn die Indikation für eine Therapie mit Tilidin/Naloxon nach längerem Gebrauch nicht mehr

besteht, soll das Präparat nicht abrupt abgesetzt werden. Die Dosisreduktion soll schrittweise erfolgen

(z. B. Reduktion um 50 % pro Woche).

4.3

Gegenanzeigen

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

darf nicht eingenommen werden bei

Überempfindlichkeit gegen Tilidin, Naloxon, Natriummetabisulfit oder einen der in Abschnitt

6.1 genannten sonstigen Bestandteile

Abhängigkeit von Opiaten (Heroin, Morphin) oder Opioiden wegen der Gefahr einer akuten

Entzugssymptomatik

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

sollte nicht eingenommen werden bei anderen

Abhängigkeitserkrankungen (siehe Abschnitt 4.4) oder von Patienten mit Porphyrie.

Bei ausgeprägter Leberinsuffizienz (z. B. hochgradiger Leberzirrhose) kann es durch eine verringerte

hepatische Metabolisierung von Tilidin bzw. Naloxon zu einem Wirkungsverlust von Tilidin bzw.

Naloxon kommen (siehe Abschnitt 5.2).

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

darf Kindern unter 2 Jahren nicht gegeben werden, da keine

ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden, einschließlich

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

, mit

Benzodiazepinen oder anderen zentral dämpfenden Arzneimitteln, einschließlich Alkohol, kann zu

einer Atemdepression, tiefen Sedierung, Koma oder Tod führen. Eine gleichzeitige Verschreibung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

und Benzodiazepinen oder anderen zentral dämpfenden

Arzneimitteln sollte Patienten vorbehalten sein, bei denen alternative Therapieoptionen unzureichend

sind (siehe Abschnitt 4.5). Es ist erforderlich, die Dosis und Anwendungsdauer auf ein Minimum zu

beschränken. Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und Sedierung

überwacht werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

mit Arzneimitteln, die das

serotonerge Neurotransmittersystem beeinflussen, ist Vorsicht geboten. Die gleichzeitige Anwendung

von serotonergen Arzneimitteln kann zur Entwicklung eines potentiellen Serotonin-Syndroms führen

(siehe Abschnitt 4.5). Dies kann innerhalb der empfohlenen Dosierung auftreten. Im Rahmen eines

Serotonin-Syndroms können Änderungen des mentalen Zustandes (z. B. Unruhe, Halluzinationen,

Koma), autonome Instabilität (z. B. Tachykardie, instabiler Blutdruck, Hyperthermie),

neuromuskuläre Anomalien (z. B. Hyperreflexie, Koordinations-Störungen, Steifigkeit) und/oder

gastrointestinale Symptome (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe) auftreten. Wenn ein Serotonin-

Syndrom vermutet wird, sollte das Absetzen von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

in Betracht

gezogen werden.

Bei Arzneimitteln mit Wirkung auf das ZNS besteht grundsätzlich die Gefahr der missbräuchlichen

Verwendung. Vor der Verordnung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

an Patienten, die bereits von

einem Arzneimittel abhängig sind oder es waren oder die zu Arzneimittelmissbrauch neigen, sollte

deshalb die Indikationsstellung sorgfältig geprüft und die Verabreichung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Tropfen

gewissenhaft überwacht werden.

Vor jedem Missbrauch von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

durch Drogenabhängige wird dringend

gewarnt!

Bei Opiatabhängigen, die als Ersatz für Opiate wie Morphin, Heroin usw. den Wirkstoff Tilidin in

hoher Dosis missbräuchlich einnehmen, löst

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

akute

Entzugserscheinungen (Ängstlichkeit, Agitiertheit, Zittern, Schwitzen) aus oder verstärkt bereits

bestehende Entzugserscheinungen.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen ist nicht zur Entzugsbehandlung geeignet!

Im Zusammenhang mit der Einnahme von Opioiden wurden Fälle von Nebennierenrindeninsuffizienz

berichtet. Die Manifestation einer Nebennierenrindeninsuffizienz kann mit unspezifischen Symptomen

wie Übelkeit, Erbrechen, Anorexie, Müdigkeit, Schwäche, Schwindel und niedrigem Blutdruck

einhergehen. Da auch Fälle berichtet wurden, in denen die Gabe eines anderen Opioids zu keinem

erneuten Auftreten einer Nebennierenrindeninsuffizienz führte, kann der Wechsel zu einem anderen

Opioid in Betracht gezogen werden. Basierend auf den verfügbaren Informationen besteht kein

Hinweis darauf, dass bestimmte Opioide mit einer höheren Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer

Nebennierenrindeninsuffizienz assoziiert sind als andere.

Die chronische Einnahme von Opioiden kann die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse

dahingehend beeinflussen, dass es zu Androgenmangel kommen kann, der sich als geringe Libido,

Impotenz, erektile Dysfunktion, Amenorrhoe oder Unfruchtbarkeit manifestieren kann. Patienten, die

Symptome eines Androgenmangels aufweisen, sollten Laboruntersuchungen unterzogen werden.

Die Lösung ist zur oralen Anwendung bestimmt. Sie ist nicht für eine Injektion geeignet!

Nach einer derartigen Fehlanwendung können die darauf folgenden Entzugserscheinungen so stark

sein, dass lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, z. B. Blutdruckkrisen, Kreislaufversagen.

Die Umstellung der Therapie auf

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

bei Patienten, die bereits Opioide

in therapeutischer Dosierung erhalten, erfordert für die empfohlenen Dosierungen keine besonderen

Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich des Naloxon-Anteils.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Aufgrund additiver pharmakologischer Effekte erhöht die gleichzeitige Anwendung mit

Benzodiazepinen oder anderen zentral dämpfenden Arzneimitteln, z. B. nicht-Benzodiazepin-haltige

Sedativa/Hypnotika, Anxiolytika, Tranquilizer, Muskelrelaxanzien, Allgemeinanästhetika,

Antipsychotika, andere Opioide, und Alkohol das Risiko für eine Atemdepression, tiefe Sedierung,

Koma und Tod (siehe Abschnitt 4.4).

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

soll nicht mit anderen Opioiden kombiniert werden, da die

resultierende Wirkung aufgrund von Wechselwirkungen nicht abgeschätzt werden kann.

Die gleichzeitige Gabe von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

mit einem serotonergen Arzneimittel,

wie z. B. einem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder einem Serotonin-

Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI), einem trizyklischen Antidepressivum (TZA), einem

Triptan, einem 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten, einem Arzneimittel, das das Serotonin-

Neurotransmittersystem beeinflusst (z. B. Mirtazapin, Trazodon, Tramadol), oder einem

Monoaminoxidase-Inhibitor (MAOI), kann das Risiko eines Serotonin-Syndroms, eines potentiell

lebensbedrohlichen Zustandes, erhöhen (siehe Abschnitt 4.4).

Aufgrund einer Studie an menschlichen Lebermikrosomen weiß man, dass Cytochrom P450 CYP3A4

und CYP2C19 offensichtlich eine wichtige Rolle bei der Umwandlung von Tilidin in den wirksameren

aktiven Metaboliten Nortilidin spielen (dieser wird dann nach und nach in den inaktiven Metaboliten

Bisnortilidin umgewandelt). In einer klinischen Studie mit 16 Personen führte die gleichzeitige Gabe

von Voriconazol, das beide Enzyme ausgeprägt hemmt, zu einem Anstieg der Tilidin-Exposition um

das 20-fache sowie zu einem unerwarteten Anstieg der Nortilidin-Konzentration um etwa das 2,5-

fache mit einer entsprechenden Verstärkung des analgetischen Effekts und der Gefahr einer

Atemdepression. Die Hemmung von CYP3A4 und/oder CYP2C19 könnte die Wirksamkeit und das

Verträglichkeitsprofil von Tilidin beeinflussen, da hierüber die Bildung und/oder die Elimination des

aktiven Metaboliten Nortilidin vermittelt wird.

In Einzelfällen wurde bei Patienten, die Tilidin/Naloxon erhielten und unter Dauerbehandlung mit

Phenprocoumon standen, ein Abfall des Quick-Wertes beobachtet. Deshalb sollten die Kontrollen der

Prothrombinzeit in der Anfangszeit und bei Beendigung der Behandlung mit

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Tropfen

engmaschig erfolgen, um, wenn nötig, die Dosierung von Phenprocoumon entsprechend

anpassen zu können.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach strengster

Nutzen-Risiko-Abschätzung gegeben werden, da keine Erfahrungen am Menschen vorliegen (siehe

Abschnitt 5.3).

Es ist nicht bekannt, ob Tilidin/Naloxon in die Muttermilch übergeht. Ist in der Stillzeit eine

Behandlung unbedingt erforderlich, sollte abgestillt werden.

Schwangerschaft

Bisher liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Tilidin/Naloxon bei Schwangeren

vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf gesundheitsschädliche Wirkungen in

Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Tilidin/Naloxon darf während der

Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen der Behandlung überwiegt

aufgrund des klinischen Zustands der Mutter die potenziellen Risiken für den Fetus.

Stillzeit

Es wurde nachgewiesen, dass Tilidin in die Muttermilch übergeht. Das Stillen soll während der

Behandlung mit Tilidin/Naloxon unterbrochen werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zu den Wirkungen von Tilidin/Naloxon auf die menschliche Fertilität vor.

Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug

auf die männliche und weibliche Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen so weit

beeinträchtigen, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von

Maschinen nicht mehr gegeben ist.

Eine verstärkte Beeinträchtigung ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung,

Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von

Beruhigungsmitteln zu erwarten.

Die Entscheidung trifft in jedem Einzelfall der behandelnde Arzt.

Bei stabiler Therapie ist ein generelles Fahrverbot nicht zwingend erforderlich.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

sehr häufig

≥ 1/10

häufig

≥ 1/100 bis < 1/10

gelegentlich

≥ 1/1.000 bis < 1/100

selten

≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

sehr selten

< 1/10.000

nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität

Gelegentlich:

Somnolenz

Nicht bekannt: Halluzinationen, Verwirrtheitszustand, euphorische Stimmung, Tremor,

Hyperreflexie, Klonus

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

zu Behandlungsbeginn Übelkeit und Erbrechen, die bei weiterer Behandlung nur noch

häufig bis gelegentlich oder selten vorkommen

Häufig:

Diarrhö, Abdominalschmerz

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig:

vermehrtes Schwitzen

Diese Symptome können verstärkt unter körperlicher Belastung auftreten. Es ist dem Patienten

deshalb zu empfehlen, sich nicht körperlich anzustrengen und sich bei Schwindelgefühl hinzulegen.

Aufgrund des Gehaltes an Natriumbenzoat können bei entsprechend veranlagten Personen

Überempfindlichkeitserscheinungen auftreten.

Natriummetabisulfit kann selten schwere Überempfindlichkeitsreaktionen und Bronchospasmen

hervorrufen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome einer Überdosierung

Zeichen einer Überdosierung von Tilidin/Naloxon sind Schwindelgefühl, Benommenheit, Übelkeit,

Erbrechen, Ataxie, psychomotorische Unruhe und Hyperreflexie sowie Hyperventilation und

Hyperventilationstetanie. Bei sehr starker Überdosierung kann Atemdepression auftreten. Starke

Überdosierungen führen im Tierversuch zu kurzzeitigen Krämpfen. Grundsätzlich sollte an die

Möglichkeit einer Mehrfachintoxikation (Alkohol, psychoaktive Substanzen, bei Suizidversuch)

gedacht werden.

Therapie bei Überdosierung

Primäre Giftentfernung durch Magenspülung, Resorptionsverminderung durch Kohlegabe,

Kreislaufstabilisierung durch Elektrolytinfusionen sowie Verbesserung der Atemfunktion durch

Sauerstoff-Inhalationen und kontrollierte Beatmung. Bei exzitatorischen Symptomen Diazepam

intravenös in üblicher Dosierung. Als Antidot kann Naloxon intravenös (z. B. 0,4 mg) verabreicht

werden, wobei die kurze Wirkdauer von Naloxon beachtet werden muss.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Kombination aus einem stark wirksamen Analgetikum aus der

Gruppe der Opioide und einem Opioid-Antagonisten

ATC-Code: Tilidin N02AX01, Naloxon V03AB15

Tilidin ist ein Prodrug mit schwacher Opioidwirkung. Die eigentliche Wirksubstanz ist Nortilidin.

Naloxon ist ein reiner Opioid-Antagonist ohne agonistische Wirkung.

Die Kombination aus Tilidin und Naloxon soll unter Beibehalten der analgetischen Wirkung das

Missbrauchspotenzial vermindern. Das Mischungsverhältnis ist dabei so gewählt, dass der Naloxon-

Zusatz die analgetische Wirkung von Tilidin nicht beeinträchtigt. Bei Verwendung unzulässig hoher

Dosen durch Opiatabhängige gelangt aber so viel Naloxon in den Organismus, dass ein

Entzugssyndrom hervorgerufen werden kann.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Tilidin und Naloxon werden nach oraler Gabe rasch resorbiert. Beide Substanzen unterliegen einem

ausgeprägten First-pass-Effekt. Tilidin wird überwiegend zu Nortilidin, der eigentlichen

Wirksubstanz, und weiter zu Bis-Nortilidin metabolisiert. Naloxon wird zu dem sehr schwach

pharmakologisch wirksamen

-Naloxol metabolisiert, beides wird glukuronidiert.

Aufgrund einer Studie an menschlichen Lebermikrosomen weiß man, dass CYP3A4 und CYP2C19

offensichtlich eine wichtige Rolle bei der Umwandlung von Tilidin in den wirksameren aktiven

Metaboliten Nortilidin spielen (dieser wird dann sukzessiv in den inaktiven Metaboliten Bis-Nortilidin

umgewandelt). Die Hemmung von CYP3A4 und/oder CYP2C19 kann die Wirksamkeit und das

Verträglichkeitsprofil von Tilidin beeinflussen, da hierdurch die Bildung und/oder die Elimination des

aktiven Metaboliten Nortilidin vermittelt werden (siehe Abschnitt 4.5).

Die analgetische Wirkung tritt nach 10-15 Minuten ein. Das Wirkungsmaximum wird nach etwa 25-50

Minuten erreicht (gemessen nach 100 mg Tilidin plus 8 mg Naloxon oral), die Wirkdauer wird mit 4-6

Stunden angegeben. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt für Nortilidin 3-5 Stunden und für Naloxon

und seine Metaboliten 3-4 Stunden.

Tilidin und Naloxon werden überwiegend metabolisiert renal eliminiert (Tilidin zu 90 %, Naloxon zu

über 70 %). Der Rest erscheint in den Faeces. Nierenfunktionsstörungen können nicht zur Kumulation

pharmakologisch aktiver Metaboliten führen.

Leberinsuffizienz

Bei Leberfunktionsstörungen ist in Abhängigkeit vom Ausmaß der Einschränkung die

Maximalkonzentration von Nortilidin im Plasma geringer als bei Lebergesunden und die

Halbwertszeit verlängert.

Naloxon, das bei Lebergesunden im Plasma - wenn überhaupt - nur für kurze Zeit in sehr niedrigen

Konzentrationen nachweisbar ist, erreicht bei Patienten mit Leberinsuffizienz deutlich höhere

Konzentrationen, die mit einer Halbwertszeit von ca. 2 Stunden durch weiteren Metabolismus

abklingen.

Es ist nicht sicher auszuschließen, dass bei Patienten mit hochgradiger Leberinsuffizienz die Bildung

von aktivem Nortilidin so gering sein kann, dass eine ausreichende analgetische Wirkung unter

Umständen nicht zu erreichen ist, und dass eine unzureichende Inaktivierung von Naloxon durch

Antagonisierung der Nortilidin-Wirkung zu einem weiteren Wirkungsverlust führen kann, der

insgesamt eine sinnvolle Therapie solcher Patienten mit der Kombination in Frage stellt.

Untersuchungen an Neugeborenen, deren Mütter i.v.-Gaben von Naloxon erhalten hatten, lassen auf

einen Plazentatransfer von Naloxon schließen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die akute Toxizität von Tilidin (-hydrochlorid oder -phosphat) und Tilidinphosphat plus

Naloxonhydrochlorid wurde an Mäusen und Ratten geprüft. Dosen ≥ 100 mg/kg/Tag von Tilidin oder

der Kombination führten zu erhöhtem Muskeltonus, tonisch-klonischen Krämpfen, Dyspnoe, Ataxie,

Tremor, Agitiertheit und Tränenfluss. Es gab keine signifikanten geschlechtsspezifischen

Unterschiede bei der akuten Toxizität. Bei Studien zur oralen Toxizität zeigten sowohl Tilidin alleine

als auch die Kombination mit Naloxon eine geringfügig erhöhte akute Toxizität bei neugeborenen

Ratten im Vergleich mit den erwachsenen Tieren.

Chronische Toxizität

Nagetiere und Hunde wurden 6 Monate lang mit einer Kombination von Tilidinhydrochlorid und

Naloxonhydrochlorid behandelt. Bei Nagern traten in hohen Dosierungen (≥ 50 mg/kg) verminderte

Nahrungsaufnahme, Speichelfluss, Ataxie, Diarrhoe, Sedierung, erhöhte Lebergewichte sowie

Verfettung der Leber und der Zellen des Nierenkanälchenepithels auf. Bei Hunden führte die gleiche

Dosis zu verminderter Nahrungsaufnahme, Speichelfluss, Emesis, Ataxie, Diarrhoe und Sedierung.

Mutagenes und kanzerogenes Potenzial

Untersuchungen zur Mutagenität von Tilidinhydrochlorid im Ames-Test und in einer

Zytogenetikstudie an Knochenmarkzellen von Ratten verliefen negativ. Weiterhin waren

Naloxonhydrochlorid ebenso wie die Kombination von Tilidinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid

unauffällig in den umfassenden Mutagenitätsprüfungen.

Untersuchungen zum kanzerogenen Potenzial liegen weder für die Einzelstoffe noch für die

Kombination von Tilidinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid vor.

Reproduktionstoxizität

Weder an der Ratte noch am Kaninchen fanden sich nach oraler Verabreichung des

Kombinationsprodukts Hinweise auf ein teratogenes Potenzial. Bis zu einer Dosis von 45 mg/kg/Tag

wurden auch keine anderen embryotoxischen Wirkungen beobachtet. Nach einer Dosis von 135

mg/kg/Tag traten vermehrt Totgeburten und Jungtiersterblichkeit auf.

Bei Studien mit Tilidinhydrochlorid an Ratten ergab sich keine Beeinflussung der Fertilität.

Studien zur Reproduktionstoxizität mit Tilidin (Teratologie beim Kaninchen, Studie zur peri- und

postnatalen Entwicklung bei der Ratte, Fertilitätsstudie bei der Ratte) gaben bei Dosen von 25, 50 und

100 mg/kg keine Hinweise auf eine Reproduktionstoxizität oder Wirkungen auf die Fertilität.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumbenzoat

Natriummetabisulfit

Salzsäure 35-39 % (zur pH-Einstellung)

Gereinigtes Wasser

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

20/50 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung [Flasche mit Tropfaufsatz]

2 Jahre

100 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung [Flasche mit Dosierpumpe]

5 Jahre

Haltbarkeit nach Anbruch: 12 Monate

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Packungen mit 100 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung [Flasche mit Dosierpumpe]: Flasche aufrecht

aufbewahren.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Packungen mit 20 und 50 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung [Flasche mit Tropfaufsatz].

Packungen mit 100 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung [Flasche mit Dosierpumpe].

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

35055.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 07. August 1996

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 21. Februar 2005

10.

STAND DER INFORMATION

Juni 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig, Betäubungsmittel

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen