Tilidin-ratiopharm plus 50 mg/4 mg Retardtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Tilidinhydrochlorid-Hemihydrat, Naloxonhydrochlorid-Dihydrat
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Tilidine Hydrochloride Hemihydrate, Naloxone Hydrochloride Dihydrate
Darreichungsform:
Retardtablette
Zusammensetzung:
Tilidinhydrochlorid-Hemihydrat 51.445mg; Naloxonhydrochlorid-Dihydrat 4.4mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
58723.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg Retardtabletten

Wirkstoffe: Tilidinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

beachten?

Wie ist

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg und wofür wird es angewendet?

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

ist eine Kombination aus einem stark wirksamen

Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide und einem Opioid-Antagonisten.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

wird angewendet zur

Behandlung starker und sehr starker Schmerzen.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

beachten?

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Tilidin, Naloxon oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

bei Drogenabhängigkeit von Opiaten (Heroin, Morphin) oder Opioiden wegen der Gefahr

unmittelbar auftretender Entzugserscheinungen.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

darf bei Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren nicht

angewendet werden, da bisher keine Erfahrungen vorliegen.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

sollte nicht von Personen eingenommen werden, die an

Porphyrie (einer Stoffwechselerkrankung) leiden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4

mg

einnehmen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

mit Arzneimitteln, die

den Botenstoff Serotonin im Körper beeinflussen, dürfen Sie

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4

mg

nur mit besonderer Vorsicht einnehmen, da es in diesen Fällen zur Entwicklung eines

potentiellen Serotonin-Syndroms kommen kann. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt.

Sollten Sie Symptome eines Serotonin-Syndroms, wie z. B. Änderungen des mentalen

Zustandes (z. B. Unruhe, Halluzinationen, Koma), autonome Instabilität (z. B. erhöhte

Herzfrequenz

[Tachykardie]

, instabiler Blutdruck, überhöhte Temperatur

[Hyperthermie]

neuromuskuläre Anomalien (z. B. gesteigerte Reflexbereitschaft

[Hyperreflexie]

Koordinationsstörungen, Steifigkeit) und/oder Symptome des Magen-Darm-Trakts (z. B.

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall), bei sich bemerken, sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt.

Bei anderen Abhängigkeitserkrankungen (z. B. bei Arzneimittel- oder Alkohol-Abhängigkeit)

dürfen Sie

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

nur mit besonderer Vorsicht einnehmen.

Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn Sie früher einmal an einer

Abhängigkeitserkrankung litten.

Bei ausgeprägter Leberfunktionsstörung (z. B. hochgradiger Leberzirrhose) kann es zu einem

Wirkungsverlust von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

kommen. Sprechen Sie in diesem

Fall mit Ihrem Arzt.

Warnung vor missbräuchlicher Anwendung

Vor jedem Missbrauch von Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg durch Drogenabhängige

wird dringend gewarnt!

Bei Opiatabhängigen, die als Ersatz für Opiate wie Morphin oder Heroin

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

in hohen Einnahmemengen missbräuchlich einnehmen, löst

Tilidin-

ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

akute Entzugserscheinungen (Ängstlichkeit, Agitiertheit, Zittern,

Schwitzen) aus oder verstärkt bereits bestehende Entzugserscheinungen.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg ist nicht zur Entzugsbehandlung geeignet!

Im Zusammenhang mit der Einnahme von Opioiden wurden Fälle von

Nebennierenrindeninsuffizienz berichtet. Sollten Sie unspezifische Symptome wie Übelkeit,

Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schwäche, Schwindel und niedrigen Blutdruck bei sich

feststellen, sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt.

Die chronische Einnahme von Opioiden kann die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse

dahingehend beeinflussen, dass es zu einem Mangel männlicher Hormone

(Androgenmangel)

kommen kann, der sich in Form folgender Symptome äußern kann: geringe Libido, Impotenz,

Erektionsstörungen, Ausbleiben der Regelblutung oder Unfruchtbarkeit. Sollten Sie solche

Symptome bei sich bemerken, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt. Ihr Arzt wird dann einige

Laboruntersuchungen bei Ihnen durchführen.

Einnahme von Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor Kurzem angewandte Arzneimittel gelten

können.

Bei gleichzeitiger Anwendung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

mit anderen zentral

dämpfenden Arzneimitteln (z. B. Beruhigungs- und Schlafmittel, angstlösende Mittel, Mittel zur

Muskelentspannung, Narkosemittel, Mittel zur Behandlung von Psychosen, bestimmte

Schmerz-, Husten- oder Substitutionsmittel [Opioide]) und Alkohol kann es zu Atemdämpfung,

verstärkter Beruhigung, Koma und Tod kommen. Ihr Arzt wird daher die Dosis und

Anwendungsdauer so gering wie möglich halten. Sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt, wenn

Sie den Eindruck haben, dass Ihre Atmung gestört ist und/ oder Sie den beruhigenden Effekt als

zu stark empfinden.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

soll nicht mit anderen Schmerzmitteln eingenommen

werden, die in gleicher Art wie Tilidin wirken (Opioide), da die Wechselwirkungen durch

gegenseitige Beeinflussung nicht abgeschätzt werden können.

Die gleichzeitige Gabe von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

mit einem Arzneimittel, das

den Botenstoff Serotonin im Körper beeinflusst, wie z. B. einem selektiven Serotonin-

Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder einem Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

(SNRI), einem trizyklischen Antidepressivum (TZA), einem Triptan, einem 5-HT3-Rezeptor-

Antagonisten, einem Arzneimittel, das das Serotonin-Neurotransmittersystem beeinflusst (z. B.

Mirtazapin, Trazodon, Tramadol), oder einem Monoaminoxidase-Inhibitor (MAOI), kann das

Risiko eines Serotonin-Syndroms – ein potentiell lebensbedrohlicher Zustand – erhöhen.

Die gleichzeitige Einnahme mit Voriconazol (gegen Pilzerkrankungen) kann zu einer

Verstärkung der Wirkungen und Nebenwirkungen von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

führen.

In Einzelfällen wurde bei Patienten, die

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

erhielten und

unter Dauerbehandlung mit Phenprocoumon (blutgerinnungshemmendes Arzneimittel) standen,

ein Abfall des Quick-Wertes beobachtet. Deshalb sollten die Kontrollen des Quick-Werts in der

Anfangszeit und bei Beendigung der Behandlung mit

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

engmaschig erfolgen, um, wenn nötig, die Dosierung von Phenprocoumon entsprechend

anpassen zu können.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/ angewendet haben oder beabsichtigen

andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Einnahme von Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg zusammen mit Alkohol

Bei gleichzeitiger Einnahme von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

und Alkohol kommt es

zu einer gegenseitigen Verstärkung und Verlängerung der Wirkungen auf das

Zentralnervensystem.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach

strengster Nutzen-Risiko-Abschätzung gegeben werden, da keine Erfahrungen am Menschen

vorliegen. Ist in der Stillzeit eine Behandlung unbedingt erforderlich, sollte nicht gestillt

werden.

Schwangerschaft

Bisher liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50

mg/4 mg

bei Schwangeren vor. Untersuchungen an Tieren ergaben keine Hinweise auf

gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf die Fortpflanzung.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50

mg/4 mg

darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen

der Behandlung überwiegt aufgrund des klinischen Zustands der Mutter die möglichen Risiken

für das ungeborene Kind.

Stillzeit

Es wurde nachgewiesen, dass Tilidin, ein Wirkstoff von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

in die Muttermilch übergeht. Das Stillen soll während der Behandlung mit

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

unterbrochen werden.

Fortpflanzungsfähigkeit

Es liegen keine Erfahrungen zu den Wirkungen von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

die menschliche Zeugungs- oder Gebärfähigkeit vor. Untersuchungen an Tieren ergaben keine

Hinweise auf gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf die männliche und weibliche

Zeugungs- oder Gebärfähigkeit.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen

beeinträchtigen. Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell

genug und gezielt reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine

elektrischen Werkzeuge oder Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt!

Eine verstärkte Beeinträchtigung ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung,

Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von

Beruhigungsmitteln zu erwarten.

Sie dürfen die genannten Tätigkeiten nur dann ausüben, wenn es Ihnen Ihr Arzt ausdrücklich

gestattet hat. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie z. B.

Auto fahren dürfen.

3.

Wie ist Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

eignet sich besonders zur Behandlung chronischer

Schmerzen. Die erforderliche Dosis und das Einnahmeintervall werden vom Arzt für jeden

Patienten individuell ermittelt.

Die Tagesdosis von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

kann, je nach Schmerzstärke und

individuellem Ansprechen auf die Behandlung, zwischen 100 mg und maximal 600 mg

(bezogen auf Tilidinhydrochlorid) liegen.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Die übliche Anfangsdosierung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

beträgt 2-mal täglich

100 mg. Dabei sollte ein zeitlicher Abstand von 12 Stunden zwischen den Einnahmen

eingehalten werden.

Falls Sie bisher kein Opioid eingenommen haben, wird Ihr Arzt ggf. die Anfangsdosis auf 2-mal

täglich 50 mg verringern.

Ist die Schmerzbehandlung mit 2-mal täglich 100 mg Tilidinhydrochlorid nicht ausreichend,

wird Ihr Arzt die Dosierung stufenweise bis zu einer Dosis erhöhen, die eine ausreichende

Schmerzkontrolle bei tolerierbaren Nebenwirkungen erzielt.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

eignet sich für eine Tagesdosierung von 100-200 mg

(bezogen auf Tilidinhydrochlorid).

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren

nehmen 2-mal täglich 1-2 Retardtabletten (entsprechend 100 mg bzw. 200 mg

Tilidinhydrochlorid) ein.

Werden andere Dosierungen benötigt, stehen dafür

Tilidin-ratiopharm

®

plus 100 mg/8 mg

Tilidin-ratiopharm

®

plus 150 mg/12 mg

als weitere Stärken zur Verfügung. Alle

Retardtabletten-Stärken können bei Bedarf miteinander kombiniert werden.

Hinweis:

Die hier empfohlenen Dosierungen sind Richtwerte. Im Einzelfall können zur Behandlung sehr

starker Schmerzen eine Überschreitung der Maximaldosis und die Verkürzung des

Einnahmeintervalls notwendig werden.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Nierenfunktionseinschränkung erfordert keine Dosisänderung.

Dosierung bei älteren Patienten

Eine Dosisanpassung ist bei älteren Patienten nicht erforderlich.

Art der Anwendung

Die Retardtabletten werden unabhängig von den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend

Flüssigkeit eingenommen.

Die Retardtabletten dürfen nicht geteilt werden, da hierdurch die verzögerte Freisetzung der

Wirkstoffe nicht mehr gewährleistet ist.

Nehmen Sie

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

nach dem von Ihrem Arzt bestimmten festen

Zeitschema (z. B. morgens um 8.00 Uhr und abends um 20.00 Uhr) ein.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Einnahme wird von Ihrem behandelnden Arzt festgelegt.

Grundsätzlich sollte die kleinste schmerzlindernde Einnahmemenge gewählt werden.

Erfahrungen in der Langzeittherapie sind in einigen Fällen für einen Zeitraum von mehr als 2

Jahren dokumentiert.

Nach längerer Einnahme von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

soll das Arzneimittel nicht

abrupt abgesetzt werden. Die Dosisverringerung soll nach Anweisung Ihres Arztes schrittweise

erfolgen.

Wenn Sie eine größere Menge von Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg eingenommen

haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich eine Einzeldosis von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

doppelt

einnehmen, kann dies verstärkt zu den unter Nebenwirkungen beschriebenen Erscheinungen

führen.

Nach Einnahme erheblich zu hoher Arzneimengen kommt es zu Schwindelgefühl,

Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen, Ataxie (Störung im geordneten Bewegungsablauf),

Bewegungsdrang und gesteigerten Reflexen. Bei sehr starker Überdosierung kann eine

Verminderung der Atmung auftreten.

Rufen Sie bei Auftreten dieser Krankheitszeichen den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe!

Mögliche ärztliche Behandlungsmaßnahmen sind die primäre Entfernung des Arzneimittels

durch Magenspülung, Resorptionsverminderung durch Kohlegabe, Kreislaufstabilisierung durch

Elektrolytinfusionen sowie Verbesserung der Atemfunktion durch Sauerstoffinhalationen und

kontrollierte Beatmung. Als Gegenmittel kann Naloxon intravenös (z. B. 0,4 mg) verabreicht

werden; bei exzitatorischen Symptomen Diazepam intravenös in üblicher Dosierung.

Wenn Sie die Einnahme von Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg vergessen haben

Wenn Sie eine geringere Dosis von

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

als vorgesehen

eingenommen oder die Einnahme ganz vergessen haben, so führt dies zu einer mangelhaften

bzw. fehlenden Schmerzlinderung. Sie können die Retardtabletten-Einnahme nachholen, wenn

die nächste reguläre Einnahme in mehr als 8 Stunden vorgesehen war. Anschließend können Sie

den bisherigen Einnahmeplan beibehalten. Ist der Zeitraum bis zur nächsten Einnahme kürzer

als 8 Stunden, nehmen Sie die Retardtablette auch, aber der Einnahmeplan verschiebt sich jetzt.

Bitte sprechen Sie über das weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt. Grundsätzlich sollten Sie

Tilidin-

ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

nicht häufiger als alle 8 Stunden einnehmen.

Wenn Sie die Einnahme von Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg abbrechen

Unterbrechen Sie die Behandlung nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Bei unangenehmen Nebenwirkungen wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, welche

Gegenmaßnahmen es hierfür gibt und ob andere Arzneimittel für die Behandlung infrage

kommen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten: kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr selten: kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität

Gelegentlich:

Schlafsucht

Nicht bekannt: Halluzinationen, Verwirrtheitszustand, euphorische Stimmung, Zittern,

gesteigerte Reflexbereitschaft, Muskelzuckungen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Zu Behandlungsbeginn können sehr häufig Übelkeit und Erbrechen auftreten,

die bei weiterer Behandlung nur noch häufig bis gelegentlich oder selten

vorkommen.

Häufig:

Durchfall, Bauchschmerzen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig:

vermehrtes Schwitzen

Um Erscheinungen dieser Art entgegenzuwirken wird empfohlen, dass Sie sich – wie es bei

starken Schmerzen üblich ist – keiner körperlichen Belastung unterziehen und sich bei

Auftreten von Schwindelgefühl hinlegen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht

sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg enthält

Die Wirkstoffe sind Tilidinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid.

Jede Retardtablette enthält 51,455 mg Tilidinhydrochlorid-Hemihydrat (entsprechend 50 mg

Tilidinhydrochlorid) und 4,4 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat (entsprechend 4 mg

Naloxonhydrochlorid).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Hypromellose, Mikrokristalline Cellulose, Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat

(Ph.Eur.), Titandioxid (E 171), Macrogol 400.

Wie Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg aussieht und Inhalt der Packung

Runde, bikonvexe, weiße Retardtablette mit einseitiger Prägung „50“.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Retardtabletten

erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Oktober 2018.

Versionscode: Z08

Weitere Angaben

Tilidin-ratiopharm

®

plus

50 mg/4 mg

dient der Behandlung von starken und sehr starken, lang

anhaltenden und chronischen Schmerzen. Ein wesentlicher Vorteil von

Tilidin-ratiopharm

®

plus

50 mg/4 mg

liegt in einer über 12 Stunden dauernden schmerzstillenden Wirkung, die eine

kontinuierliche Schmerzfreiheit bei einer zweimal täglichen Einnahme möglich macht.

Tilidin-ratiopharm

®

plus

50 mg/4 mg

verursacht in den empfohlenen Dosierungen keine

klinisch relevante Atemdepression (Hemmung des Atemantriebs), Obstipation (Verstopfung)

oder Hemmung der Diurese (verminderte Harnausscheidung).

Es stehen verschiedene Wirkstärken zur Verfügung, die auch miteinander kombiniert werden

können.

Bei Beginn der Behandlung wird die geeignete Dosierung und Einnahmehäufigkeit individuell

festgestellt. In dieser Phase (Titrationsphase) kann Ihr Arzt zur Behandlung eventueller

Schmerzspitzen eine Zusatzmedikation mit den schnell wirksamen

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Tropfen

empfehlen.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

kann für die Dauertherapie auf

Tilidin-ratiopharm

®

plus

50 mg/4 mg

gewechselt werden. Dabei wird die bisherige Einnahmemenge innerhalb von 24

Stunden auf die Dosis von

Tilidin-ratiopharm 50 mg/4 mg

umgerechnet. Beispiel: viermal 20

Tropfen bzw. viermal 4 Hübe

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

entsprechen zweimal 2

Retardtabletten

Tilidin-ratiopharm 50 mg/4 mg

(20 Tropfen oder 4 Hübe [Flasche mit

Dosierpumpe]= 50 mg Tilidinhydrochlorid).

Tilidin-ratiopharm

®

plus

50 mg/4 mg

wirkt in der Regel bis zu 12 Stunden. Die Wirkdauer kann

jedoch aufgrund individueller Faktoren variieren. In jedem Fall ist wichtig, dass Sie

Tilidin-

ratiopharm

®

plus

50 mg/4 mg

nach einem festen Zeitschema, also immer zur gleichen Stunde

morgens und abends, einnehmen. Sollte die Wirkung nicht ausreichend sein oder sich

verschlechtern, sprechen Sie Ihren Arzt an, damit die Ursache gefunden bzw. das Medikament

anders dosiert wird. Verändern Sie nicht selbständig die Dosierung.

Das in

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

enthaltene Naloxon ist bei bestimmungsgemäßem

therapeutischem Gebrauch ohne Einfluss auf die Wirkung des Präparates.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg Retardtabletten

Tilidin-ratiopharm

®

plus 100 mg/8 mg Retardtabletten

Tilidin-ratiopharm

®

plus 150 mg/12 mg Retardtabletten

Wirkstoffe: Tilidinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg Retardtabletten

Jede Retardtablette enthält 51,455 mg Tilidinhydrochlorid-Hemihydrat, entsprechend 50

mg Tilidinhydrochlorid und 4,4 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat, entsprechend 4 mg

Naloxonhydrochlorid.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 100 mg/8 mg Retardtabletten

Jede Retardtablette enthält 102,91 mg Tilidinhydrochlorid-Hemihydrat, entsprechend 100

mg Tilidinhydrochlorid und 8,8 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat, entsprechend 8 mg

Naloxonhydrochlorid.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 150 mg/12 mg Retardtabletten

Jede Retardtablette enthält 154,365 mg Tilidinhydrochlorid-Hemihydrat, entsprechend

150 mg Tilidinhydrochlorid und 13,2 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat, entsprechend

12 mg Naloxonhydrochlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Retardtablette

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg Retardtabletten

Runde, bikonvexe, weiße Retardtabletten mit einseitiger Prägung „50“.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 100 mg/8 mg Retardtabletten

Runde, bikonvexe, weiße Retardtabletten.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 150 mg/12 mg Retardtabletten

Ovale, bikonvexe, weiße Retardtabletten.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung starker und sehr starker Schmerzen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

eignet sich besonders zur Behandlung

chronischer Schmerzen. Die erforderliche Dosis wird vom Arzt für jeden Patienten

individuell ermittelt.

Die Tagesdosis von

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

kann, je nach

Schmerzstärke und individuellem Ansprechen auf die Behandlung, zwischen 100 mg und

maximal 600 mg (bezogen auf Tilidinhydrochlorid) liegen.

Die übliche Anfangsdosierung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

beträgt für

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren 2-mal täglich 100 mg. Dabei sollte ein

Zeitintervall von 12 Stunden eingehalten werden.

Bei Opioid-naiven Patienten ist ggf. die Anfangsdosis von

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

auf 2-mal täglich 50 mg zu reduzieren.

Ist die Schmerzbehandlung mit 2-mal täglich 100 mg

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

nicht ausreichend, sollte die Erhöhung der Dosis stufenweise bis zu einer

individuellen patientenspezifischen Erhaltungsdosis erfolgen, die eine adäquate

Schmerzkontrolle bei tolerierbaren Nebenwirkungen erzielt.

Die zur Verfügung stehenden Wirkstärken können, falls erforderlich, miteinander

kombiniert werden.

Hinweis

Die hier empfohlenen Dosierungen sind Richtwerte. Im Einzelfall können zur

Behandlung sehr starker Schmerzen eine Überschreitung der Maximaldosis und die

Verkürzung des Einnahmeintervalls notwendig werden.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Nierenfunktionseinschränkung erfordert keine Dosisänderung.

Dosierung bei älteren Patienten

Eine Dosismodifikation ist bei älteren Patienten nicht erforderlich.

Art der Anwendung

Die Retardtabletten werden unabhängig von den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend

Flüssigkeit eingenommen. Die Retardtabletten dürfen nicht geteilt werden, da sonst die

Retardierung nicht mehr gewährleistet ist.

Grundsätzlich sollte die kleinste analgetisch wirksame Dosis gewählt werden.

In der Erhaltungstherapie soll ein festes Zeitschema (z. B. morgens 8.00 Uhr und abends

20.00 Uhr) eingehalten werden.

Erfahrungen in der Langzeittherapie sind in einigen Fällen für einen Zeitraum von mehr

als 2 Jahren dokumentiert.

Wenn die Indikation für eine Therapie mit

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

nach

längerem Gebrauch nicht mehr besteht, soll das Präparat nicht abrupt abgesetzt werden.

Die Dosisreduktion soll schrittweise erfolgen (z. B. Reduktion um 50 % pro Woche).

4.3

Gegenanzeigen

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

darf nicht eingenommen werden bei

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile

Abhängigkeit von Opiaten (Heroin, Morphin) oder Opioiden wegen der Gefahr

einer akuten Entzugssymptomatik

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg Retardtabletten

Tilidin-ratiopharm

®

plus 100 mg/8 mg Retardtabletten

Tilidin-ratiopharm

®

plus 150 mg/12 mg Retardtabletten

Darf bei Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren nicht angewendet werden, da bisher

keine Erfahrungen vorliegen.

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

sollte nicht eingenommen werden bei anderen

Abhängigkeitserkrankungen (siehe Abschnitt 4.4) oder von Patienten mit Porphyrie.

Bei ausgeprägter Leberinsuffizienz (z. B. hochgradiger Leberzirrhose) kann es durch eine

verringerte hepatische Metabolisierung von Tilidin bzw. Naloxon zu einem

Wirkungsverlust von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Retardtabletten

kommen (siehe Abschnitt

5.2).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden, einschließlich

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

, mit Benzodiazepinen oder anderen zentral dämpfenden Arzneimitteln,

einschließlich Alkohol, kann zu einer Atemdepression, tiefen Sedierung, Koma oder Tod

führen. Eine gleichzeitige Verschreibung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus Retardtabletten

und Benzodiazepinen oder anderen zentral dämpfenden Arzneimitteln sollte Patienten

vorbehalten sein, bei denen alternative Therapieoptionen unzureichend sind (siehe

Abschnitt 4.5). Es ist erforderlich, die Dosis und Anwendungsdauer auf ein Minimum zu

beschränken. Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome einer Atemdepression und

Sedierung überwacht werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

Arzneimitteln, die das serotonerge Neurotransmittersystem beeinflussen, ist Vorsicht

geboten. Die gleichzeitige Anwendung von serotonergen Arzneimitteln kann zur

Entwicklung eines potentiellen Serotonin-Syndroms führen (siehe Abschnitt 4.5). Dies

kann innerhalb der empfohlenen Dosierung auftreten. Im Rahmen eines Serotonin-

Syndroms können Änderungen des mentalen Zustandes (z. B. Unruhe, Halluzinationen,

Koma), autonome Instabilität (z. B. Tachykardie, instabiler Blutdruck, Hyperthermie),

neuromuskuläre Anomalien (z. B. Hyperreflexie, Koordinationsstörungen, Steifigkeit)

und/oder gastrointestinale Symptome (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe) auftreten.

Wenn ein Serotonin-Syndrom vermutet wird, sollte das Absetzen von

Tilidin-

ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

in Betracht gezogen werden.

Bei Arzneimitteln mit Wirkung auf das ZNS besteht grundsätzlich die Gefahr der

missbräuchlichen Verwendung. Vor der Verschreibung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

an Patienten, die bereits von einem Pharmakon abhängig sind oder es

waren oder die zu Arzneimittelmissbrauch neigen, sollte deshalb die Indikationsstellung

sorgfältig geprüft und die Verabreichung von

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

gewissenhaft überwacht werden.

Vor jedem Missbrauch von

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

durch

Drogenabhängige wird dringend gewarnt!

Bei Opiatabhängigen, die als Ersatz für Opiate wie Morphin, Heroin usw. den Wirkstoff

Tilidin in hoher Dosis missbräuchlich einnehmen, löst

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

akute Entzugserscheinungen (Ängstlichkeit, Agitiertheit, Zittern,

Schwitzen) aus oder verstärkt bereits bestehende Entzugserscheinungen.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Retardtabletten ist zur Entzugsbehandlung nicht geeignet!

Im Zusammenhang mit der Einnahme von Opioiden wurden Fälle von

Nebennierenrindeninsuffizienz berichtet. Die Manifestation einer

Nebennierenrindeninsuffizienz kann mit unspezifischen Symptomen wie Übelkeit,

Erbrechen, Anorexie, Müdigkeit, Schwäche, Schwindel und niedrigem Blutdruck

einhergehen. Da auch Fälle berichtet wurden, in denen die Gabe eines anderen Opioids zu

keinem erneuten Auftreten einer Nebennierenrindeninsuffizienz führte, kann der Wechsel

zu einem anderen Opioid in Betracht gezogen werden. Basierend auf den verfügbaren

Informationen besteht kein Hinweis darauf, dass bestimmte Opioide mit einer höheren

Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Nebennierenrindeninsuffizienz assoziiert sind als

andere.

Die chronische Einnahme von Opioiden kann die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-

Achse dahingehend beeinflussen, dass es zu Androgenmangel kommen kann, der sich als

geringe Libido, Impotenz, erektile Dysfunktion, Amenorrhoe oder Unfruchtbarkeit

manifestieren kann. Patienten, die Symptome eines Androgenmangels aufweisen, sollten

Laboruntersuchungen unterzogen werden.

Die Umstellung der Therapie auf

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

bei Patienten,

die bereits Opioide in therapeutischer Dosierung erhalten, erfordert für die empfohlenen

Dosierungen keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich des Naloxon-Anteils.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Aufgrund additiver pharmakologischer Effekte erhöht die gleichzeitige Anwendung mit

Benzodiazepinen oder anderen zentral dämpfenden Arzneimitteln, z. B. nicht-

Benzodiazepin-haltige Sedativa/ Hypnotika, Anxiolytika, Tranquilizer,

Muskelrelaxanzien, Allgemeinanästhetika, Antipsychotika, andere Opioide, und Alkohol

das Risiko für eine Atemdepression, tiefe Sedierung, Koma und Tod (siehe Abschnitt

4.4).

Tilidin-ratiopharm

®

plus Retardtabletten

soll nicht mit anderen Opioiden kombiniert

werden, da die resultierende Wirkung aufgrund von Wechselwirkungen nicht abgeschätzt

werden kann.

Die gleichzeitige Gabe von

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

mit einem

serotonergen Arzneimittel, wie z. B. einem selektiven Serotonin-

Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder einem Serotonin-Noradrenalin-

Wiederaufnahmehemmer (SNRI), einem trizyklischen Antidepressivum (TZA), einem

Triptan, einem 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten, einem Arzneimittel, das das Serotonin-

Neurotransmittersystem beeinflusst (z. B. Mirtazapin, Trazodon, Tramadol), oder einem

Monoaminoxidase-Inhibitor (MAOI), kann das Risiko eines Serotonin-Syndroms, eines

potentiell lebensbedrohlichen Zustandes, erhöhen (siehe Abschnitt 4.4).

Aufgrund einer Studie an menschlichen Lebermikrosomen ist bekannt, dass Cytochrom

P450 (CYP)3A4 und CYP2C19 offensichtlich eine wichtige Rolle bei der Umwandlung

von Tilidin in den wirksameren aktiven Metaboliten Nortilidin spielen (dieser wird dann

nach und nach in den inaktiven Metaboliten Bisnortilidin umgewandelt). In einer

klinischen Studie mit 16 Personen führte die gleichzeitige Gabe von Voriconazol, das

beide Enzyme ausgeprägt hemmt, zu einem Anstieg der Tilidin-Exposition um das 20-

fache sowie zu einem unerwarteten Anstieg der Nortilidin-Konzentration um etwa das

2,5-fache mit einer entsprechenden Verstärkung des analgetischen Effekts und der Gefahr

einer Atemdepression. Die Hemmung von CYP3A4 und/oder CYP2C19 könnte die

Wirksamkeit und das Verträglichkeitsprofil von Tilidin beeinflussen, da hierüber die

Bildung und/oder die Elimination des aktiven Metaboliten Nortilidin vermittelt wird.

In Einzelfällen wurde bei Patienten, die Tilidin/Naloxon erhielten und unter

Dauerantikoagulation mit Phenprocoumon standen, ein Abfall des Quick-Wertes

beobachtet. Deshalb sollten die Kontrollen der Prothrombinzeit in der Anfangszeit und

bei Beendigung der Behandlung mit

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

engmaschig erfolgen, um, wenn nötig, die Dosierung von Phenprocoumon entsprechend

anpassen zu können.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

sollte während der Schwangerschaft nur nach

strengster Nutzen-Risiko-Abschätzung gegeben werden, da keine Erfahrungen am

Menschen vorliegen (siehe Abschnitt 5.3).

Es ist nicht bekannt, ob Tilidin/Naloxon in die Muttermilch übergeht. Ist in der Stillzeit

eine Behandlung unbedingt erforderlich, sollte abgestillt werden.

Schwangerschaft

Bisher liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Tilidin/Naloxon bei

Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf

gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe

Abschnitt 5.3). Tilidin/Naloxon darf während der Schwangerschaft nicht angewendet

werden, es sei denn, der Nutzen der Behandlung überwiegt aufgrund des klinischen

Zustands der Mutter die potenziellen Risiken für den Fetus.

Stillzeit

Es wurde nachgewiesen, dass Tilidin in die Muttermilch übergeht. Das Stillen soll

während der Behandlung mit Tilidin/Naloxon unterbrochen werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zu den Wirkungen von Tilidin/Naloxon auf die menschliche

Fertilität vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf

gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf die männliche und weibliche Fertilität

(siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen

so weit beeinträchtigen, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr

oder zum Bedienen von Maschinen nicht mehr gegeben ist.

Eine verstärkte Beeinträchtigung ist insbesondere bei Behandlungsbeginn,

Dosiserhöhung, Präparatewechsel sowie im Zusammenhang mit Alkohol oder der

Einnahme von Beruhigungsmitteln zu erwarten.

Die Entscheidung trifft in jedem Einzelfall der behandelnde Arzt. Bei stabiler Therapie ist

ein generelles Fahrverbot nicht zwingend erforderlich.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

gelegt:

Sehr häufig

≥ 1/10

Häufig

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich

≥ 1/1.000, < 1/100

Selten

≥ 1/10.000, < 1/1.000

Sehr selten

< 1/10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität

Gelegentlich:

Somnolenz

Nicht bekannt:

Halluzinationen, Verwirrtheitszustand, euphorische Stimmung,

Tremor, Hyperreflexie, Klonus

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

zu Behandlungsbeginn Übelkeit und Erbrechen, die bei weiterer

Behandlung nur noch häufig bis gelegentlich oder selten vorkommen

Häufig:

Diarrhoe, Abdominalschmerz

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig:

vermehrtes Schwitzen

Um Erscheinungen dieser Art entgegenzuwirken, wird empfohlen, dass sich der Patient –

wie es bei starken Schmerzen üblich ist – keiner körperlichen Belastung unterzieht und

sich bei Auftreten von Schwindelgefühlen hinlegt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome der Intoxikation

Zeichen einer Überdosierung von Tilidin/Naloxon sind Schwindelgefühl, Benommenheit,

Übelkeit, Erbrechen, Ataxie, psychomotorische Unruhe und Hyperreflexie sowie

Hyperventilation und Hyperventilationstetanie. Bei sehr starker Überdosierung kann

Atemdepression auftreten. Starke Überdosierungen führen im Tierversuch zu kurzzeitigen

Krämpfen. Grundsätzlich sollte an die Möglichkeit einer Mehrfachintoxikation (Alkohol,

psychoaktive Substanzen, bei Suizidversuch) gedacht werden.

Therapie von Intoxikationen

Primäre Giftentfernung durch Magenspülung, Resorptionsverminderung durch

Kohlegabe, Kreislaufstabilisierung durch Elektrolytinfusionen sowie Verbesserung der

Atemfunktion durch Sauerstoff-Inhalationen und kontrollierte Beatmung. Bei

exzitatorischen Symptomen Diazepam intravenös in üblicher Dosierung.

Als Antidot kann Naloxon intravenös (z. B. 0,4 mg) verabreicht werden, wobei die kurze

Wirkdauer von Naloxon beachtet werden muss.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Kombination aus einem stark wirksamen Analgetikum

aus der Gruppe der Opioide und einem Opioid-Antagonisten

ATC-Code: Tilidin N02AX01, Naloxon V03AB15

Tilidin ist ein Prodrug mit schwacher Opioidwirkung. Die eigentliche Wirksubstanz ist

Nortilidin.

Naloxon ist ein reiner Opioid-Antagonist ohne agonistische Wirkung.

Die Kombination aus Tilidin und Naloxon soll unter Beibehalten der analgetischen

Wirkung das Missbrauchspotenzial vermindern. Das Mischungsverhältnis ist dabei so

gewählt, dass der Naloxon-Zusatz die analgetische Wirkung von Tilidin nicht

beeinträchtigt. Bei Verwendung unzulässig hoher Dosen durch Opiatabhängige gelangt

aber so viel Naloxon in den Organismus, dass ein Abstinenzsyndrom hervorgerufen

werden kann.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Tilidin und Naloxon werden nach oraler Gabe rasch resorbiert. Beide Substanzen

unterliegen einem ausgeprägten First-pass-Effekt. Tilidin wird überwiegend zu Nortilidin,

der eigentlichen Wirksubstanz, und weiter zu Bisnortilidin metabolisiert. Naloxon wird

zu dem sehr schwach pharmakologisch wirksamen Beta-Naloxol metabolisiert, beides

wird glukuronidiert.

Aufgrund einer Studie an menschlichen Lebermikrosomen ist bekannt, dass CYP3A4 und

CYP2C19 offensichtlich eine wichtige Rolle bei der Umwandlung von Tilidin in den

wirksameren aktiven Metaboliten Nortilidin spielen (dieser wird dann nach und nach in

den inaktiven Metaboliten Bisnortilidin umgewandelt). Die Hemmung von CYP3A4

und/oder CYP2C19 kann die Wirksamkeit und das Verträglichkeitsprofil von Tilidin

beeinflussen, da hierdurch die Bildung und/oder die Elimination des aktiven Metaboliten

Nortilidin vermittelt werden (siehe Abschnitt 4.5).

Tilidin und Naloxon werden überwiegend metabolisiert renal eliminiert (Tilidin zu 90 %,

Naloxon zu über 70 %). Der Rest erscheint in den Faeces. Nierenfunktionsstörungen

können nicht zur Kumulation pharmakologisch aktiver Metaboliten führen.

Die apparente Eliminationshalbwertszeit (t½ app.) des retardierten Präparats beträgt für

Nortilidin und für die Naloxonmetaboliten ca. 5,5 Stunden.

Untersuchungen an Neugeborenen, deren Mütter i.v.-Gaben von Naloxon erhalten hatten,

lassen auf einen Plazentatransfer von Naloxon schließen.

Leberinsuffizienz

Bei Leberfunktionsstörungen ist in Abhängigkeit vom Ausmaß der Einschränkung die

Maximalkonzentration von Nortilidin im Plasma geringer als bei Lebergesunden und die

Halbwertszeit verlängert.

Naloxon, das bei Lebergesunden im Plasma - wenn überhaupt - nur für kurze Zeit in sehr

niedrigen Konzentrationen nachweisbar ist, erreicht bei Patienten mit Leberinsuffizienz

deutlich höhere Konzentrationen, die mit einer Halbwertszeit von ca. 2 Stunden durch

weiteren Metabolismus abklingen.

Es ist nicht sicher auszuschließen, dass bei Patienten mit hochgradiger Leberinsuffizienz

die Bildung von aktivem Nortilidin so gering sein kann, dass eine ausreichende

analgetische Wirkung u. U. nicht zu erreichen ist, und dass eine unzureichende

Inaktivierung von Naloxon durch Antagonisierung der Nortilidin-Wirkung zu einem

weiteren Wirkungsverlust führen kann, der insgesamt eine sinnvolle Therapie dieser

Patienten mit Tilidin/Naloxon in Frage stellt.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die akute Toxizität von Tilidin (-hydrochlorid oder -phosphat) und Tilidin plus Naloxon

wurde an Mäusen und Ratten geprüft. Dosen ≥ 100 mg/kg/Tag von Tilidin oder der

Kombination führten zu erhöhtem Muskeltonus, tonisch-klonischen Krämpfen, Dyspnoe,

Ataxie, Tremor, Agitiertheit und Tränenfluss. Es gab keine signifikanten

geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der akuten Toxizität. Bei Studien zur oralen

Toxizität zeigten sowohl Tilidin alleine als auch die Kombination mit Naloxon eine

geringfügig erhöhte akute Toxizität bei neugeborenen Ratten im Vergleich mit den

erwachsenen Tieren.

Chronische Toxizität

Nagetiere und Hunde wurden 6 Monate lang mit einer Kombination von

Tilidinhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid behandelt. Bei Nagern traten in hohen

Dosierungen (≥ 50 mg/kg) verminderte Nahrungsaufnahme, Speichelfluss, Ataxie,

Diarrhoe, Sedierung, erhöhte Lebergewichte sowie Verfettung der Leber und der Zellen

des Nierenkanälchenepithels auf. Bei Hunden führte die gleiche Dosis zu verminderter

Nahrungsaufnahme, Speichelfluss, Emesis, Ataxie, Diarrhoe und Sedierung.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Untersuchungen zur Mutagenität von Tilidinhydrochlorid im Ames-Test und in einer

Zytogenetikstudie an Knochenmarkzellen von Ratten verliefen negativ. Weiterhin waren

Naloxonhydrochlorid ebenso wie die Kombination von Tilidinhydrochlorid und

Naloxonhydrochlorid unauffällig in den umfassenden Mutagenitätsprüfungen.

Untersuchungen zum kanzerogenen Potenzial liegen weder für die Einzelstoffe noch für

die Kombination von Tilidin und Naloxon vor.

Reproduktionstoxizität

Weder an der Ratte noch am Kaninchen fanden sich nach oraler Verabreichung des

Kombinationsprodukts Hinweise auf ein teratogenes Potenzial. Bis zu einer Dosis von 45

mg/kg/Tag wurden auch keine anderen embryotoxischen Wirkungen beobachtet. Nach

einer Dosis von 135 mg/kg/Tag traten vermehrt Totgeburten und Jungtiersterblichkeit

auf.

Bei Studien mit Tilidinhydrochlorid an Ratten ergab sich keine Beeinflussung der

Fertilität.

Studien zur Reproduktionstoxizität mit Tilidin (Teratologie beim Kaninchen, Studie zur

peri- und postnatalen Entwicklung bei der Ratte, Fertilitätsstudie bei der Ratte) gaben bei

Dosen von 25, 50 und 100 mg/kg keine Hinweise auf eine Reproduktionstoxizität oder

Wirkungen auf die Fertilität.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Hypromellose, Mikrokristalline Cellulose, Hochdisperses Siliciumdioxid,

Magnesiumstearat (Ph. Eur.), Titandioxid (E 171), Macrogol 400.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg Retardtabletten

18 Monate

Tilidin-ratiopharm

®

plus 100 mg/8 mg Retardtabletten

Tilidin-ratiopharm

®

plus 150 mg/12 mg Retardtabletten

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg Retardtabletten

Nicht über 25 °C lagern.

Tilidin-ratiopharm

®

plus 100 mg/8 mg Retardtabletten

Tilidin-ratiopharm

®

plus 150 mg/12 mg Retardtabletten

Nicht über 30 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackungen, Al/Al-Blister

Packungen mit 20, 50 und 100 Retardtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise

zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

Tilidin-ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg Retardtabletten

58723.00.00

Tilidin-ratiopharm

®

plus 100 mg/8 mg Retardtabletten

58723.01.00

Tilidin-ratiopharm

®

plus 150 mg/12 mg Retardtabletten

58723.02.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 21. Oktober 2005

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 16. September 2010

10.

STAND DER INFORMATION

Oktober 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Weitere Angaben

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

dient der Behandlung von starken und sehr

starken, lang anhaltenden und chronischen Schmerzen. Ein wesentlicher Vorteil von

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

liegt in einer über 12 Stunden dauernden

schmerzstillenden Wirkung, die eine kontinuierliche Schmerzfreiheit bei einer zweimal

täglichen Einnahme möglich macht.

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

verursacht in den empfohlenen Dosierungen

(bis 600 mg/Tag) keine klinisch relevante Atemdepression, Obstipation oder Hemmung

der Diurese.

Es stehen verschiedene Wirkstärken zur Verfügung, die auch miteinander kombiniert

werden können.

Bei Beginn der Behandlung wird die geeignete Dosierung und Einnahmehäufigkeit

individuell festgestellt. In dieser Phase (Titrationsphase) ist zur Behandlung eventueller

Schmerzspitzen eine Zusatzmedikation mit den schnell wirksamen

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

empfehlenswert.

Tilidin-ratiopharm

®

plus Tropfen

kann für die Dauertherapie auf

Tilidin-

ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

gewechselt werden.

Tilidin-HCL

in mg

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Tropfen

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

2-mal 20 Tropfen bzw.

2-mal 4 Hübe*

4-mal 10 Tropfen bzw.

4-mal 2 Hübe*

2-mal 1 Retardtablette

Tilidin-

ratiopharm

®

plus 50 mg/4 mg

Retardtabletten

4-mal 20 Tropfen bzw.

4-mal 4 Hübe*

2-mal 1 Retardtablette

Tilidin-

ratiopharm

®

plus 100 mg/8 mg

Retardtabletten

6-mal 20 Tropfen bzw.

6-mal 4 Hübe*

3-mal 40 Tropfen bzw.

3-mal 8 Hübe*

2-mal 1 Retardtablette

Tilidin-

ratiopharm

®

plus 150 mg/12 mg

Retardtabletten

4-mal 40 Tropfen bzw.

4-mal 8 Hübe*

4-mal 1 Retardtablette

Tilidin-

ratiopharm

®

plus 100 mg/8 mg

Retardtabletten

6-mal 40 Tropfen bzw.

6-mal 8 Hübe*

2-mal 2 Retardtabletten

Tilidin-

ratiopharm

®

plus 150 mg/12 mg

Retardtabletten

1 Hub der Flasche mit Dosierpumpe (Packung mit 100 ml Tropfen zum

Einnehmen, Lösung) entsprechend 5 Tropfen bzw. 12,5 mg Tilidinhydrochlorid.

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

wirkt in der Regel bis zu 12 Stunden. Die

Wirkdauer kann jedoch aufgrund individueller Faktoren variieren. In jedem Fall ist

wichtig, dass

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

nach einem festen Zeitschema,

also immer zur gleichen Stunde morgens und abends, eingenommen wird.

Das in

Tilidin-ratiopharm

®

plus

Retardtabletten

enthaltene Naloxon ist bei

bestimmungsgemäßem therapeutischem Gebrauch ohne Einfluss auf die Wirkung des

Arzneimittels.

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