Tetrofosmin ROTOP 0,23 mg Kit für ein radioaktives Arzneimittel

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

04-04-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

10-04-2018

Wirkstoff:
TETROFOSMIN (BIS)TETRAFLUOROBORAT
Verfügbar ab:
ROTOP Pharmaka GmbH
ATC-Code:
V09GA02
INN (Internationale Bezeichnung):
TETROFOSMIN (UP)TETRAFLUOROBORATE
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch einen Grosshändler mit Bewilligung / Genehmigung
Zulassungsnummer:
438283
Berechtigungsdatum:
2018-04-30

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GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR PATIENTEN

Tetrofosmin ROTOP 0,23 mg

Kit für ein radioaktives Arzneimittel

Wirkstoff: Tetrofosmin als Tetrofosmin-(bis)tetrafluoroborat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor mit der Anwendung

dieses Arzneimittels begonnen wird, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Nuklearmediziner.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Nuklearmediziner. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Tetrofosmin ROTOP und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Tetrofosmin ROTOP beachten?

3. Wie ist Tetrofosmin ROTOP anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Tetrofosmin ROTOP aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Tetrofosmin ROTOP und wofür wird es angewendet?

Dieses Arzneimittel ist ein Diagnostikum. Es wird verwendet um dabei zu helfen Krankheiten

zu bestimmen.

Tetrofosmin ROTOP ist ein radiopharmazeutisches Arzneimittel. Es wird Ihnen vor einer

Szintigraphie verabreicht. Mit Hilfe einer speziellen Kamera können dann bestimmte innere

Körperteile abgebildet werden.

Es enthält den Wirkstoff „Tetrofosmin“. Dieser wird vor der Anwendung mit einer

radioaktiven Substanz, dem sogenannten „Technetium-99m“, gemischt.

Einmal injiziert, kann eine spezielle Kamera von außen diese Substanz in Ihrem

Körper abbilden.

Diese Bildaufnahme hilft Ihrem Nuklearmediziner festzustellen, wie gut Ihr Herz

arbeitet oder welchen Schaden es nach einem Herzanfall erlitten hat.

Dieses Arzneimittel kann ebenfalls verabreicht werden, um Knoten in der Brust

darzustellen.

Ihr Nuklearmediziner wird Ihnen mitteilen, welche Körperregionen bei Ihnen untersucht

werden.

Bei Anwendung dieses Arzneimittels werden Sie einer geringen Menge Radioaktivität

ausgesetzt. Ihr Arzt und Ihr Nuklearmediziner haben den klinischen

Nutzen dieser Untersuchung höher bewertet als das Risiko durch die Strahlenbelastung.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Tetrofosmin ROTOP beachten?

Tetrofosmin ROTOP darf nicht angewendet werden:

wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6. genannten,

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft vermuten.

Wenn eine der obigen Möglichkeiten auf Sie zutrifft oder falls Sie sich nicht sicher sind,

besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Nuklearmediziner.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie vor Anwendung von Tetrofosmin ROTOP mit Ihrem Nuklearmediziner,

der die Untersuchung durchführt, wenn

dieses Arzneimittel einem Kind oder einem Jugendlichen gegeben werden soll.

Sie stillen.

Vor Anwendung von Tetrofosmin ROTOP sollen Sie folgendes beachten:

Trinken Sie ausreichend vor der Anwendung, um in den ersten Stunden nach der

Bildaufnahme so häufig wie möglich die Blase entleeren zu können.

Kinder und Jugendliche

Bitte informieren Sie Ihren Nuklearmediziner, wenn Sie unter 18 Jahre alt sind.

A

nwendung von Tetrofosmin ROTOP zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Nuklearmediziner, der die Untersuchung überwacht, wenn Sie

andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt, da diese die Auswertung der Aufnahmen

beeinträchtigen können. Dies gilt auch für pflanzliche Arzneimittel.

Wenn bei Ihnen eine Untersuchung des Herzens durchgeführt werden soll, teilen Sie bitte

Ihrem Nuklearmediziner mit, ob Sie eines der unten aufgeführten Medikamente einnehmen,

da diese Medikamente die Ergebnisse der Untersuchung beeinflussen können:

Betablocker, wie Atenolol, Bisoprolol oder Propranolol, z.B. bei Bluthochdruck,

Koronarer Herzkrankheit (KHK), Herzrhythmusstörungen oder Herzinsuffizienz

Calcium-Kanalblocker, wie Nifedipin, Diltiazem oder Felodipin, z.B. bei

Bluthochdruck, Koronarer Herzkrankheit (KHK), Herzrhythmusstörungen oder

Herzinsuffizienz

Nitrate, wie Glyceroltrinitrat, Isosorbidmononitrat oder Isosorbiddinitrat, z.B. bei

Bluthochdruck, Koronare Herzkrankheit (KHK), Herzrhythmusstörungen oder

Herzinsuffizienz

Jegliche Medikamente, die Sie zur Behandlung Ihres Blutdruckes oder Ihrer

Herzerkrankung einnehmen

Falls Sie sich nicht sicher sind, wenden Sie sich bitte vor der Anwendung von Tetrofosmin

ROTOP an Ihren Nuklearmediziner.

Anwendung von Tetrofosmin ROTOP zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Wenn bei Ihnen

eine Aufnahme des Herzens durchgeführt werden soll, können Sie aufgefordert

werden, am Abend zuvor nichts mehr zu essen. Oder man kann Sie auffordern am

Morgen der Untersuchung nur ein leichtes Frühstück einzunehmen.

eine Aufnahme der Brust durchgeführt werden soll, können Sie normal essen und

trinken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Tetrofosmin ROTOP darf nicht angewendet werden, wenn Sie schwanger sind, oder wenn Sie

vermuten schwanger zu sein, werden. Dies ist wichtig, da Tetrofosmin ROTOP

Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben kann.

Wenn Sie

Tetrofosmin ROTOP

erhalten, dürfen Sie nicht stillen, da eine geringe Menge

Radioaktivität in die Muttermilch gelangen könnte. Wenn Sie gerade stillen, kann Ihr

Nuklearmediziner die Untersuchung verschieben, bis Sie Ihr Kind abgestillt haben. Kann mit

der Untersuchung nicht gewartet werden, so wird Ihr Nuklearmediziner Sie auffordern:

für 12 Stunden oder länger das Stillen zu unterbrechen, und

Ihr Kind mit Flaschennahrung zu füttern und

die Muttermilch abzupumpen und zu verwerfen.

Ihr Nuklearmediziner wird Sie informieren, wenn Sie Ihr Kind wieder stillen dürfen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wird als unwahrscheinlich angesehen, dass Tetrofosmin ROTOP Ihre Verkehrstüchtigkeit

oder Ihre Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinflusst. Fragen Sie Ihren

Nuklearmediziner, ob Sie nach Anwendung von Tetrofosmin ROTOP Fahrzeuge führen oder

Maschinen bedienen dürfen.

Tetrofosmin ROTOP enthält Natrium

Tetrofosmin ROTOP enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Durchstechflasche,

d.h. es ist nahezu “natriumfrei”.

Doping

Die Anwendung des Arzneimittels kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen

führen.

3. Wie ist Tetrofosmin ROTOP anzuwenden?

Die Anwendung, Handhabung und Entsorgung von radiopharmazeutischen Arzneimitteln

unterliegen strengen Bestimmungen. Tetrofosmin ROTOP wird nur in besonders

kontrollierten Bereichen angewendet. Dieses Produkt wird nur von Personen gehandhabt und

verabreicht, die für die sichere Anwendung ausgebildet und qualifiziert sind. Diese Personen

treffen besondere Vorsorgemaßnahmen für die sichere Anwendung dieses Arzneimittels und

werden Sie über ihre Aktivitäten informieren.

Der Nuklearmediziner, der die Untersuchung überwacht, entscheidet über die in Ihrem Fall

anzuwendende Menge an Tetrofosmin ROTOP. Es handelt sich dabei um die kleinstmögliche

Menge, die notwendig ist, um die gewünschten Informationen zu erhalten.

Die für einen Erwachsenen üblicherweise empfohlene Menge liegt zwischen 250 und 800

MBq (Megabecquerel: die Einheit zur Messung der Radioaktivität).

Anwendung von Tetrofosmin ROTOP und Durchführung der Untersuchung

Tetrofosmin ROTOP wird intravenös verabreicht.

Für eine Untersuchung des Herzens wird üblicherweise

eine Injektion in Ruhe und

eine zweite Injektion (frühestens eine Stunde später) während oder nach

körperlicher Belastung, wenn das Herz stärker arbeitet, durchgeführt.

Die Reihenfolge der Injektionen kann bei Ihnen auch umgekehrt sein. Manche Patienten

benötigen auch nur eine einzige Injektion. In einigen Fällen kann Ihr Nuklearmediziner auch

entscheiden, die beiden Injektionen an verschiedenen Tagen zu verabreichen.

Für eine Untersuchung der Brust wird üblicherweise

eine einzige Injektion benötigt.

Dauer der Untersuchung

Ihr Nuklearmediziner wird Sie über die übliche Dauer der Untersuchung informieren.

Nach Anwendung von Tetrofosmin ROTOP sollen Sie Folgendes beachten:

Entleeren Sie häufig Ihre Blase, um das Arzneimittel aus Ihrem Körper auszuscheiden.

Der Nuklearmediziner wird Sie informieren, wenn Sie nach der Anwendung des

Arzneimittels besondere Vorsichtsmaßnahmen beachten müssen. Wenn Sie Fragen haben,

sprechen Sie mit Ihrem Nuklearmediziner.

Wenn Sie eine größere Menge Tetrofosmin ROTOP erhalten haben als Sie sollten

Eine Überdosierung ist unwahrscheinlich, da Ihre Dosis Tetrofosmin ROTOP von dem

Nuklearmediziner, der die Untersuchung überwacht, genau überprüft wurde. Sollte es

dennoch zu einer Überdosierung kommen, werden Sie die notwendigen Gegenmaßnahmen

erhalten.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen. Nebenwirkungen bei der Anwendung von Tetrofosmin ROTOP

treten sehr selten (bei weniger als 1 von 10.000 Behandelten) auf.

Allergische Reaktionen

Falls Sie eine allergische Reaktion bemerken, teilen Sie dies bitte sofort Ihrem

Nuklearmediziner mit. Anzeichen könnten sein:

Hautreaktion, Juckreiz oder Hautrötung

Anschwellen des Gesichts

Atemnot

In schwerwiegenderen Fällen könnten auftreten:

Schwindel, Benommenheit oder Bewusstlosigkeit

Falls Sie eine Nebenwirkung nach der Anwendung bemerken, wenden Sie sich an die

Notaufnahme Ihres nächstgelegenen Krankenhauses.

Andere Nebenwirkungen können sein:

unangenehmes Wärmegefühl wo die Injektion verabreicht wurde

Kopfschmerzen

Übelkeit oder Erbrechen

Geschmacksveränderungen wie metallischer Geschmack

Veränderung des Geruchssinns

Wärmegefühl im Mund

erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen (zu erkennen in manchen Arten von

Blutuntersuchungen)

Mit Anwendung dieses radiopharmazeutischen Arzneimittels werden Sie einer geringen

Menge ionisierender Strahlung ausgesetzt, die mit einem sehr geringen Risiko für Krebs oder

Erbgutveränderungen einhergeht.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Nuklearmediziner. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Tetrofosmin ROTOP aufzubewahren?

Sie müssen dieses Arzneimittel nicht aufbewahren. Dieses Arzneimittel wird unter

Verantwortung des Fachpersonals unter geeigneten Bedingungen gelagert. Die Lagerung von

radiopharmazeutischen Arzneimitteln erfolgt in Übereinstimmung mit den nationalen

Vorschriften für radioaktives Material.

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt.

Tetrofosmin ROTOP darf nicht nach dem auf dem Etikett angegebenen Verfalldatum

angewendet werden.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Tetrofosmin ROTOP enthält

Der Wirkstoff ist Tetrofosmin. Durchstechflasche 1 enthält 0,23 mg Tetrofosmin als

Tetrofosmin-(bis)tetrafluoroborat.

Die sonstigen Bestandteile sind Zinn(II)-chlorid-Dihydrat, Dinatriumsulfosalicylat

Trihydrat, Natrium-D-Gluconat, Mannitol.

Durchstechflasche 2 enthält eine Lösung aus Natriumhydrogencarbonat und Wasser für

Injektionszwecke.

Wie Tetrofosmin ROTOP aussieht und Inhalt der Packung

Tetrofosmin ROTOP ist ein Kit, bestehend aus zwei 10 ml-Glas-Durchstechflaschen, diese

dürfen nicht einzeln verwendet werden. Durchstechflasche 1 enthält Tetrofosmin ROTOP

Pulver und Durchstechflasche 2 enthält Tetrofosmin ROTOP Lösung.

Packungsgröße:

2 Kits (Durchstechflasche 1 und Durchstechflasche 2)

5 Kits (Durchstechflasche 1 und Durchstechflasche 2)

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

ROTOP Pharmaka GmbH

Bautzner Landstraße 400

01328 Dresden, Deutschland

Tel.:

0 351 - 26 31 02 10

Fax:

0 351 - 26 31 03 13

E-mail: service@rotop-pharmaka.de

Z.Nr.:

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2018.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Tetrofosmin ROTOP 0,23 mg Kit für ein radioaktives Arzneimittel

2

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Der Kit enthält zwei unterschiedliche Durchstechflaschen: Durchstechflasche 1 und

Durchstechflasche 2

Durchstechflasche 1 enthält 0,23 mg Tetrofosmin als Tetrofosmin-(bis)tetrafluoroborat.

Durchstechflasche 2 enthält 2,5 ml Natriumhydrogencarbonat-Lösung (0,2 M).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

Das Radionuklid ist nicht Bestandteil des Kits.

3

DARREICHUNGSFORM

Kit für ein radioaktives Arzneimittel.

Durchstechflasche 1: weißes bis nahezu weißes Pulver

Durchstechflasche 2: klare, farblose Lösung

Zur Radiomarkierung mit Natrium[

Tc]pertechnetat-Lösung

4

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Dieses Arzneimittel ist ein Diagnostikum. Es wird bei Erwachsenen angewendet.

Zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen siehe Abschnitt 4.2.

Die nach Radiomarkierung mit Natrium[

Tc]pertechnetat-Lösung erhaltene Injektionslösung

Technetium[

Tc]-Tetrofosmin wird angewendet zur:

Darstellung des Myokards

Technetium[

Tc]-Tetrofosmin ist ein myokardialer Perfusionstracer, indiziert als Hilfsmittel zur

Diagnose und Lokalisation einer koronaren Minderdurchblutung und/oder eines Myokardinfarktes.

Bei Patienten, bei denen eine Perfusionsszintigraphie des Myokards durchgeführt wird, kann die EKG-

herzphasengetriggerte SPECT („gated SPECT“) für die Beurteilung der linksventrikulären Funktion

(linksventrikuläre Ejektionsfraktion und Wandbewegung) herangezogen werden.

Darstellung eines Mammakarzinoms

Technetium[

Tc]-Tetrofosmin dient als zusätzliches Diagnostikum nach erfolgter Erstuntersuchung

(z.B. Palpation, Mammographie oder andere bildgebende Verfahren und/oder Zytologie) zur

Beurteilung der Malignität verdächtiger Läsionen der weiblichen Brust, wenn alle obenstehenden,

empfohlenen Untersuchungen zu keinem eindeutigen Befund geführt haben.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene und ältere Patienten

Je nach Eigenschaften der Gammakamera und der Rekonstruktionsmodalitäten kann die Dosierung

unterschiedlich sein. Eine Injektion höherer Aktivitäten, d. h. höher als die nationalen DRWs

(diagnostische Referenzwerte), muss begründet sein.

Für einen Erwachsenen mit durchschnittlichem Gewicht (70 kg) werden folgende Aktivitätsbereiche

zur intravenösen Anwendung empfohlen:

Darstellung des Myokards

Zur Diagnose und Lokalisation der koronaren Minderdurchblutung (in planarer oder SPECT-

Aufnahmetechnik) und der Beurteilung der linksventrikulären Funktion mittels EKG-getriggerter

SPECT-Aufnahmen erfordert das übliche Verfahren zwei intranvenöse Injektionen von

Technetium[

Tc]-Tetrofosmin, einmal zum Zeitpunkt maximaler Belastung und einmal in Ruhe. Die

Untersuchungen können entweder in der Reihenfolge Ruhe / Belastung oder umgekehrt durchgeführt

werden.

Wenn Ruhe- und Belastungsinjektionen an ein und demselben Tag verabreicht werden, muss die

Aktivität für die zweite Injektion so gewählt werden, dass die daraus entstehende Impulsrate über dem

Myokard mindestens dreimal so hoch ist wie die Impulse aufgrund der Restaktivität aus der ersten

Untersuchung. Die empfohlene Aktivität für die erste Untersuchung beträgt 250 – 400 MBq. Für die

zweite Injektion, die mindestens 1 Stunde später erfolgen soll, wird eine Dosierung von 600 -

800 MBq empfohlen. Bei Anwendung der EKG-getriggerten SPECT-Technik wird empfohlen, eine

Dosierung am oberen Ende der jeweils empfohlenen Spanne zu wählen.

Für Ruhe- und Belastungsinjektionen, die an verschiedenen Tagen verabreicht werden, beträgt der

empfohlene Technetium[

Tc]-Tetrofosmin-Aktivitätsbereich für jede Injektion 400 – 600 MBq. Bei

Untersuchungen an schwergewichtigen Patienten (z. B. bei Fettleibigkeit oder Patientinnen mit großen

Brüsten) und bei der Anwendung der EKG-getriggerten SPECT-Technik wird empfohlen, eine

Dosierung am oberen Ende dieser Spanne zu verwenden.

Die Gesamtaktivität zur Darstellung des Herzens unter Belastung und in Ruhe, an einem oder an

verschiedenen Tagen, darf 1200 MBq nicht überschreiten.

Als Hilfsmittel zur Diagnose und Lokalisation des Myokardinfarktes ist im Normalfall die einmalige

intravenöse Injektion von Technetium[

Tc]-Tetrofosmin (250 – 400 MBq) in Ruhe ausreichend.

Darstellung der Brust

Für die Diagnose und Lokalisation bei Verdacht auf Läsionen im Bereich der Brust wird die einmalige

intravenöse Injektion von Technetium[

Tc]-Tetrofosmin in einer Dosierung zwischen 500 –

750 MBq empfohlen. Die Injektion soll vorzugsweise in eine Fußvene oder in eine andere

Injektionsstelle – außer in den Arm auf der Seite der vermuteten Brustläsion – erfolgen.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Die zu verabreichende Aktivität muss sorgfältig abgewogen werden, da bei diesen Patienten die

Möglichkeit einer erhöhten Strahlenexposition besteht.

Eingeschränkte Leberfunktion

Generell muss bei Patienten mit verminderter Leberfunktion die zu verabreichende Aktivitätsmenge

sorgfältig gewählt werden, normalerweise beginnend am unteren Ende des jeweiligen

Dosierungsbereichs.

Kinder und Jugendliche

Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen muss mit Vorsicht erfolgen und unter

Berücksichtigung der klinischen Notwendigkeit und Einbeziehung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses in

dieser Patientengruppe erfolgen. Die bei Kindern und Jugendlichen zu verabreichenden

Aktivitätsmengen können gemäß den Empfehlungen der pädiatrischen Dosierungskarte der European

Association of Nuclear Medicine (EANM) berechnet werden; die bei Kindern und Jugendlichen zu

verabreichende Aktivität kann durch Multiplikation einer Baseline-Aktivität (für Berechnungszwecke)

mit einem vom Körpergewicht abhängigen Faktor, der in der Tabelle unten aufgeführt ist, berechnet

werden.

A [MBq] Verabreicht = Baseline-Aktivität × Faktor

Die Baseline-Aktivität bei Anwendung in der Krebsdiagnostik beträgt 63 MBq. Für Herzaufnahmen

im zwei-Tages-Protokoll liegt die minimale bzw. maximale Baseline-Aktivität bei 42 bzw. 63 MBq,

sowohl in Ruhe als auch unter Belastung. Beim Ein-Tages-Protokoll beträgt die Baseline-Aktivität

28 MBq in Ruhe und 84 MBq unter Belastung. Die Mindestaktivität für jede bildgebende

Untersuchung beträgt 80 MBq.

Gewicht [kg]

Faktor

Gewicht [kg]

Faktor

Gewicht [kg]

Faktor

5,29

9,14

1,14

5,71

9,57

1,71

6,14

10,00

2,14

6,43

10,29

2,71

6,86

10,71

3,14

7,29

52-54

11,29

3,57

7,72

56-58

12,00

4,00

8,00

60-62

12,71

4,43

8,43

64-66

13,43

4,86

8,86

14,00

Bildaufnahme

Darstellung des Myokards

Mit planarer oder vorzugsweise SPECT-Darstellung darf frühestens 15 Minuten nach der Injektion

begonnen werden.

Es liegen keine Hinweise über signifikante Veränderungen der Konzentration oder eine Umverteilung

des Technetium[

Tc]-Tetrofosmin im Myokard vor; deshalb können die szintigraphischen

Aufnahmen mindestens bis vier Stunden nach der Injektion erstellt werden.

Planare Darstellungen müssen in den Standard-Sichten angefertigt werden (von vorn, LAO 40° - 45°,

LAO 65° - 70° und/oder links-seitlich).

Darstellung der Brust

Der optimale Zeitpunkt für den Start der Bildaufnahme im Bereich der Brust liegt zwischen 5 und

10 Minuten nach Injektion. Die Patientin soll hierfür in Bauchlage, mit frei beweglicher Brust

positioniert werden. Eine spezielle Lagerungshilfe für die nuklearmedizinische Bildgebung im Bereich

der Brust wird empfohlen. Eine seitliche Aufnahme der Brust mit Verdacht auf Läsionen muss mit

einer Kameraeinstellung so brustnah wie möglich erfolgen.

Die Patientin muss danach so positioniert werden, dass eine entsprechende seitliche Aufnahme der

kontralateralen, frei beweglichen Brust erfolgen kann. Eine Aufnahme von vorne kann dann in

Rückenlage mit hinter dem Kopf verschränkten Armen erfolgen.

Vorbereitung des Patienten, siehe Abschnitt 4.4.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff , gegen einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile oder gegen eine der Komponenten des radiomarkierten Arzneimittels.

Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6)

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Möglichkeit von Überempfindlichkeits- oder anaphylaktischen Reaktionen

Die Möglichkeit von Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich anaphylaktischer/anaphylaktoider

Reaktionen muss immer in Betracht gezogen werden. Beim Auftreten von

Überempfindlichkeitsreaktionen oder anaphylaktischer Reaktionen ist das Arzneimittel sofort

abzusetzen und, sofern notwendig, eine intravenöse Behandlung einzuleiten. Um sofortige

Notfallmaßnahmen ergreifen zu können, müssen entsprechende Arzneimittel und Ausstattung (wie z.

B. Trachealtubus und Beatmungsgerät) unmittelbar verfügbar sein.

Individuelle Nutzen/Risiko-Bewertung

Bei jedem Patienten muss die Strahlenexposition durch den zu erwartenden diagnostischen Nutzen

gerechtfertigt sein. Die verabreichte Aktivität muss in jedem Fall so gering wie möglich gehalten, und

nicht höher bemessen werden als für die Diagnose unbedingt erforderlich.

Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion

Die zu verabreichende Aktivität muss sorgfältig abgewogen werden, da eine erhöhte Strahlenbelastung

bei diesen Patienten möglich ist.

Kinder und Jugendliche

Information zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen, siehe Abschnitt 4.2.

Vorbereitung des Patienten

Die Patienten müssen vor Beginn der Untersuchung ausreichend hydratisiert sein und in den ersten

Stunden nach der Untersuchung zur häufigen Entleerung der Blase aufgefordert werden, um die

Strahlenbelastung zu reduzieren.

Darstellung des Myokards

Der Patient muss aufgefordert werden über Nacht zu fasten oder vor der Untersuchung nur ein leichtes

Frühstück zu sich genommen zu haben.

Darstellung der Brust

Es ist nicht notwendig, dass der Patient vor der Injektion nüchtern ist.

Auswertung der mit Technetium[

Tc]-Tetrofosmin erzeugten Bilder

Mit der Szintimammographie werden u. U. nicht alle Brustläsionen mit einem Durchmesser von

weniger als 1 cm entdeckt, da die Sensitivität von Technetium[

Tc]-Tetrofosmin für die Erkennung

dieser Läsionen, verglichen mit der histologischen Diagnostik, 36% beträgt. Daher schließt ein

negativer Befund eine Brustkrebserkrankung nicht aus, insbesondere nicht bei derartig kleinen

Läsionen.

Die Identifizierbarkeit axillärer Läsionen ist nicht erwiesen. Folglich ist die Szintimammographie für

die Einteilung von Brustkrebs in Tumorstadien (Staging) nicht geeignet.

Besondere Warnhinweise

Bei der Myokardszintigrafie unter Belastung sind die allgemeinen Kontraindikationen und

Vorsichtsmaßnahmen der Ergometrie und des pharmakologischen Stresstests zu berücksichtigen.

Tetrofosmin ROTOP enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Durchstechflasche, d.h. es ist

nahezu “natriumfrei”.

Hinweise zur Vermeidung von Gefahren für die Umwelt, siehe Abschnitt 6.6.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen zwischen Tetrofosmin ROTOP und anderen Arzneimitteln wurden nicht

untersucht.

In klinischen Prüfungen wurden jedoch bei Patienten, die zum Zeitpunkt der Untersuchung mit

Technetium[

Tc]-Tetrofosmin unter Medikation mit anderen Arzneimitteln standen, keine

Wechselwirkungen festgestellt. Arzneimittel, die die Herzfunktion und/oder die Durchblutung des

Myokards beeinflussen, z. B. Betablocker, Calcium-Antagonisten oder Nitrate, können in der

Diagnose der koronaren Herzkrankheit (KHK) zu falsch-negativen Ergebnissen führen. Bei der

Bewertung der Ergebnisse bildgebender diagnostischer Verfahren muss deshalb immer die Medikation

des Patienten zum Zeitpunkt der Untersuchung berücksichtigt werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Falls es erforderlich ist, bei einer Frau im gebärfähigen Alter ein radioaktives Arzneimittel

anzuwenden, ist festzustellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Sofern eine Menstruation

ausgeblieben ist, ist von einer Schwangerschaft auszugehen, bis das Gegenteil bewiesen ist. Im

Zweifelsfall bezüglich einer potentiellen Schwangerschaft (im Falle einer ausgeblieben oder sehr

unregelmäßigen Menstruation, etc.) müssen der Patientin alternative Untersuchungsmethoden ohne

ionisierende Strahlung (falls vorhanden) angeboten werden.

Schwangerschaft

Die Anwendung von Tetrofosmin ROTOP bei schwangeren Frauen ist kontraindiziert (siehe Abschnitt

4.3).

Untersuchungen zu reproduktionstoxikologischen Eigenschaften in Tieren wurden mit diesem

Präparat nicht durchgeführt. Nuklearmedizinische Untersuchungen bei Schwangeren beinhalten auch

eine Strahlenexposition des Fetus. Die Applikation von 250 MBq Technetium[

Tc]-Tetrofosmin bei

maximaler körperlicher Belastung, gefolgt von einer Radioaktivitätsdosis von 750 MBq in Ruhe,

bewirkt eine absorbierte Strahlendosis des Uterus von 8,1 mGy. Eine Strahlendosis größer 0,5 mGy

(entsprechend der jährlichen Exposition durch natürliche Strahlung) wird als potentielles Risiko für

den Fetus angesehen.

Stillzeit

Vor Anwendung radioaktiver Arzneimittel bei einer stillenden Mutter ist zu prüfen, ob die

Untersuchung auf einen Zeitpunkt nach dem Abstillen verschoben werden kann und welches

radioaktive Arzneimittel im Hinblick auf die Ausscheidung von Radioaktivität in die Muttermilch am

besten geeignet ist.

Es ist nicht bekannt, ob Technetium[

Tc]-Tetrofosmin in die Milch übergeht. Falls die Anwendung

als notwendig erachtet wird, muss das Stillen für mindestens 12 Stunden unterbrochen und die

Muttermilch verworfen werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen sind nicht

zu erwarten.

4.8

Nebenwirkungen

Folgende Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Technetium[

Tc]-Tetrofosmin sind bekannt:

Systemorganklasse

Sehr selten (weniger als 1 von 10.000)

Erkrankungen des Immunsystems

Gesichtsödem, Überempfindlichkeitsreaktion,

allergische und anaphylaktische Reaktionen

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmerzen, Schwindel, metallischer

Geschmack, Störungen des Geruchs- und

Geschmackssinns

Gefäßerkrankungen

Hautrötung, Blutdruckabfall

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

Atemnot

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Erbrechen, Übelkeit, leichtes Brennen im Mund

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Jucken, urtikarielles oder erythematöses

Exanthem

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden

am Verabreichungsort

Wärmegefühl

Untersuchungen

Anstieg der weißen Blutkörperchen

Einige Reaktionen traten erst mehrere Stunden nach der Injektion von Technetium[

Tc]-Tetrofosmin

auf. In Einzelfällen wurde von schweren Reaktionen berichtet, einschließlich anaphylaktischer

Reaktionen (weniger als 1 von 100.000) und in einem Fall über eine schwere allergische Reaktion.

Da die verabreichte Wirkstoffmenge sehr gering ist, liegen die Risiken der Anwendung im

Wesentlichen bei der Strahlenexposition. Die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung wird mit

der Entwicklung von Krebserkrankungen und einem Potential für die Entwicklung von

Erbgutveränderungen in Verbindung gebracht.

Da die effektive Strahlendosis bei Gabe der maximalen empfohlenen Aktivität von 1200 MBq bei

7,3 mSv liegt, sind diese Nebenwirkungen mit geringer Wahrscheinlichkeit zu erwarten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Im Falle einer Überdosierung mit Technetium[

Tc]-Tetrofosmin muss die aufgenommene Dosis

soweit wie möglich reduziert werden. Dies kann durch eine Erhöhung der Elimination des

Radionuklids durch häufige Blasen- und Darmentleerung erfolgen. Es kann hilfreich sein, die

verabreichte effektive Strahlendosis zu schätzen.

5

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Nuklearmedizinisches Diagnostikum, kardiovaskuläres System,

Technetium[

Tc]-Tetrofosmin, ATC Code: V09GA02.

Nach intravenöser Injektion von Technetium[

Tc]-Tetrofosmin in der empfohlenen Dosierung sind

keine pharmakologischen Wirkungen zu erwarten. Tierstudien haben gezeigt, dass sich die Aufnahme

des Technetium[

Tc]-Tetrofosmin in das Myokard linear zum koronaren Blutfluss verhält. Dies

bestätigt die Eignung des Komplexes als Tracer zur Darstellung der myokardialen Perfusion.

Klinischer Erfahrung zufolge eignet sich die EKG-getriggerte Myokardperfusionsszintigraphie für die

Verlaufskontrolle linksventrikulärer Funktionsveränderungen (bzw. -stabilität). Die Zuverlässigkeit

dieser fortlaufenden Beobachtungen wird ähnlich eingeschätzt wie die anderer gebräuchlicher

Messtechniken (z. B. EKG-getriggerte Blutpool-Szintigraphie).

Über die Aufnahme des Technetium[

Tc]-Tetrofosmin in die Tumorzellen der Brust liegen limitierte

Daten am Tier vor.

Klinische Daten

Der klinische Nutzen von Technetium[

Tc]-Tetrofosmin wurde in mehreren Studien untersucht.

Myokard-Perfusions-Szintigraphie: In einer multizentrischen Studie unterzogen sich 252 Patienten mit

Verdacht auf Koronare Herzkrankheit (KHK) einer Ruhe- sowie Stressaufnahme nach Injektion

zweier separater Dosen Technetium[

Tc]-Tetrofosmin an einem Tag im Abstand von 4 Stunden.

Bildaufnahmen erfolgten in planarer Technik. Im Vergleich zur Koronarangiographie als

Standardreferenz zeigte Technetium[

Tc]-Tetrofosmin eine Sensitivität von 77%, eine Spezifität von

58%, einen positiven prädiktiven Wert von 89% und einen negativen prädiktiven Wert von 37%.

Szintimammographie:

In einer prospektiven Studie an 137 Patienten mit suspekter Läsion in der Erstuntersuchung

(Mammographie und/oder hochauflösender Ultraschall) zeigte die Szintimammographie mit

Technetium[

Tc]-Tetrofosmin in planarer Aufnahmetechnik eine Sensitivität von 90%, eine

Spezifität von 80%, einen positiven prädiktiven Wert von 71% und einen negativen prädiktiven Wert

von 93% bzw. für die SPECT-Darstellung eine Sensitivität von 93 %, eine Spezifität von 76%, einen

positiven prädiktiven Wert von 68 % und einen negativen prädiktiven Wert von 95%.

Kinder und Jugendliche

Es liegen wenige Berichte über die Verwendung von Tc-99m bei Kindern vor, hauptsächlich bei

angeborenen Herzfehlern und beim Kawasaki-Syndrom. Pryo et al. zeigte eine Fallstudie eines 14-

jährigen Jungen, bei dem eine stressbedingte Myokardbrücke mittels Koronarangiographie

nachgewiesen wurde. Diese wurde mittels Myokard-Perfusions-Szintigraphien unter Verwendung von

430 MBq Technetium[

Tc]-Tetrofosmin in Ruhe und unter Belastung bestätigt. Die Autoren

schlussfolgerten, dass die Myokardbrücke eine seltene und wichtige Differentialdiagnose bei

anginaähnlichen Schmerzen bei Kindern ohne hypertrophe Kardiomyopathie ist. Ekman-Joelsson et al.

berichteten über mit Technetium[

Tc]-Tetrofosmin durchgeführte Myokard-Perfusions-

Szintigraphien, die 4 bis 15 Jahre nach Operation von 12 Patienten mit Pulmonalatresien durchgeführt

worden waren und Perfusionsdefekte bei 9 von 12 Kindern zeigten. Mostafa et al. bestätigten, dass

Technetium[

Tc]-Tetrofosmin eine akurate und nicht-invasive diagnostische Methode zur Detektion

von Myokard-Perfusionsstörungen in Patienten mit Kawasaki-Syndrom und beim koronaren Bypass

prä- und postoperativ ist. Kashyap et al. bewerteten die Anwendbarkeit und Ergebnisse der Myokard-

Perfusions-Szintigraphie unter Belastung mit Technetium[

Tc]-Tetrofosmin oder Thallium-201 in 84

Kindern mit Kawasaki-Syndrom. Die Autoren zeigten reversible Perfusionsstörungen in 12 Patienten

und schlussfolgerten, dass reversible Perfusionsstörungen in asymptomatischen Patienten mit

Kawasaki-Syndrom nachgewiesen werden können. Lim et al. untersuchten Sicherheit und Nutzen von

Myokard-Perfusions-Szintigraphie unter Belastung mit Technetium[

Tc]-Tetrofosmin in 11 zuvor an

Kawasaki-Syndrom erkrankten Kindern. Es wurden keine Nebenwirkungen in Bezug auf die

Technetium[

Tc]-Tetrofosmin-Injektion beobachtet. 10 der 11 Patienten zeigten normale

Testergebnisse. Ein Patient mit auffälligem Scan zeigte einen minimalen (2%) fixierten Defekt in der

linken Ventrikelwand. Die Autoren schlussfolgern, dass Belastung am Fahrradergometer eine sichere

und nützliche Methode zur Bestimmung der Myokardperfusion bei Kindern mit Kawasaki-Syndrom in

der Anamnese ist und einen geeigneten Zusatz zu konventionellen Methoden zur Bestimmung des

Herzrisikos in diesen Patienten darstellt. Fu et al. zeigten eine geringe Übereinstimmung von 2D-Echo

und Technetium[

Tc]-Tetrofosmin in 28 Kindern und zwischen Technetium[

Tc]-Tetrofosmin

SPECT unter pharmakologisch induzierter Belastung mittels Dipyridamol und Koronarangiographie in

29 Kindern mit Kawasaki-Syndrom.

Zusammenfassend wird Technetium[

Tc]-Tetrofosmin in ausgewählten Indikationen in Kindern

verwendet und liefert zusätzliche, komplementäre Informationen in Bezug auf andere diagnostische

Methoden. Der mögliche Nutzen der Technetium[

Tc]-Tetrofosmin-Bildgebung bei Kindern muss

sorgfältig gegen das potenzielle Risiko einer Strahlenexposition abgewogen werden.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Aufnahme in die Organe

Die Aufnahme in das Myokard erfolgt schnell, die maximale Aufnahme beträgt 1,2% der injizierten

Dosis. Die Retention im Myokard erlaubt die planare oder SPECT-Darstellung des Herzmuskels über

einen Zeitraum von 15 Minuten bis zu 4 Stunden nach Injektion.

Elimination

Technetium[

Tc]-Tetrofosmin wird schnell aus dem Blut eliminiert; 10 Minuten nach Injektion sind

weniger als 5% der injizierten Dosis im Vollblut nachweisbar. Die Background-Gewebeclearance aus

Lunge und Leber erfolgt schnell. Nach körperlicher Belastung ist die Radioaktivität in diesen Organen

geringer, in der Skelettmuskulatur dagegen erhöht. Ca. 66% der injizierten Radioaktivität werden

innerhalb von 48 Stunden nach der Injektion ausgeschieden, davon 40% auf renalem Wege und 26%

über die Faezes.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Untersuchungen zur akuten Toxizität wurden an Ratten und Kaninchen durchgeführt. Bei Dosen von

Technetium[

Tc]-Tetrofosmin, die etwa dem 1050-fachen der maximalen Humandosis bei

einmaliger Verabreichung entsprachen, wurden weder Todesfälle noch nennenswerte Zeichen von

Toxizität beobachtet. In Studien, in denen das Präparat wiederholt verabreicht wurde, zeigten sich bei

Kaninchen toxische Symptome, allerdings nur bei kumulativen Dosen, die über das 10.000-fache der

maximalen Humandosis bei einmaliger Verabreichung hinausgingen. Bei Ratten wurden bei diesen

Dosen keine signifikanten toxischen Veränderungen beobachtet. Untersuchungen zu

reproduktionstoxikologischen Eigenschaften wurden nicht durchgeführt. In Mutagenitätsprüfungen

zeigte Tetrofosmin sowohl in vitro als auch in vivo keine Mutagenität. Studien zur Bewertung der

Kanzerogenität von Tetrofosmin wurden nicht durchgeführt.

6

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Durchstechflasche 1:

Zinn(II)-chlorid Dihydrat

Dinatriumsulfosalicylat Trihydrat

Natrium-D-gluconat

Mannitol

Durchstechflasche 2:

Natriumhydrogencarbonat

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf außer mit den unter Abschnitt 12 angeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln

gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Das Arzneimittel ist in der Originalpackung 12 Monate haltbar.

Nach Radiomarkierung: 12 Stunden bei Lagerung unter 25 °C

Die radiochemische Stabilität nach Radiomarkierung wurde für einen Arbeitstag nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht muss das Produkt nach Radiomarkierung sofort verwendet werden, es sei

denn, die Methode der Radiomarkierung und des Verdünnens schließt das Risiko einer mikrobiellen

Kontamination aus. Wenn das Produkt nach Radiomarkierung nicht sofort verwendet wird, ist der

Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C – 8 °C).

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Lagerungsbedingungen der radiomarkierten Injektionslösung, siehe Abschnitt 6.3.

Die nationalen Bestimmungen für die Lagerung radioaktiven Materials sind einzuhalten.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

10 ml-Durchstechflaschen aus Glas (Typ I, Ph. Eur.), verschlossen mit einem synthetischen

Gummistopfen und einer Aluminiumbördelkappe.

Tetrofosmin ROTOP wird als Kit bestehend aus 2 Durchstechflaschen geliefert. Diese dürfen nicht

einzeln verwendet werden.

Packungsgröße:

2 Kits (Durchstechflasche 1 und Durchstechflasche 2)

5 Kits (Durchstechflasche 1 und Durchstechflasche 2)

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Die rekonstituierte und radiomarkierte Injektionslösung ist klar und farblos.

Allgemeine Warnhinweise

Radioaktive Arzneimittel dürfen nur von dazu berechtigten Personen in speziell dafür bestimmten

klinischen Bereichen in Empfang genommen, gehandhabt und verabreicht werden. Ihr Empfang,

Lagerung, Anwendung, Transport und Entsorgung unterliegen den Bestimmungen der örtlich

zuständigen Aufsichtsbehörde und/oder entsprechenden Genehmigungen.

Radioaktive Arzneimittel dürfen nur unter Vorkehrungen zum Schutz vor ionisierenden Strahlen und

unter Beachtung pharmazeutischer Qualitätsanforderungen zubereitet werden. Die Entnahme muss

unter aseptischen Bedingungen erfolgen.

Der Inhalt der Durchstechflasche ist nur zur Zubereitung von Technetium[

Tc]-Tetrofosmin-

Injektionslösung bestimmt und darf am Patienten ohne vorherige Präparation nicht direkt angewendet

werden.

Anweisungen zur Rekonstitution des Arzneimittels vor Anwendung am Patienten siehe Abschnitt 12.

Wenn die Unversehrtheit der Durchstechflasche zu irgendeinem Zeitpunkt während der Herstellung

dieses Arzneimittels beeinträchtigt ist, darf dieses nicht verwendet werden.

Die Anwendung muss so erfolgen, dass das Risiko einer Kontamination durch das Arzneimittel sowie

einer Strahlenbelastung der Anwender auf ein Minimum reduziert werden. Geeignete

Abschirmungsmaßnahmen sind zwingend erforderlich.

Der Inhalt des Kits vor der Rekonstitution und Radiomarkierung ist nicht radioaktiv. Dennoch muss

nach Radiomarkierung durch eine Natrium[

Tc]pertechnetat-Lösung eine adäquate Abschirmung der

fertigen Präparation gewährleistet sein.

Die Anwendung von radioaktiven Arzneimitteln stellt einen Risikofaktor für andere Personen

aufgrund externer Strahlung oder durch Kontaminationen durch Verschütten von Urin, Erbrochenem

usw. dar. Daher sind Strahlenschutzmaßnahmen gemäß der nationalen Strahlenschutzverordnung zu

treffen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7

INHABER DER ZULASSUNG

ROTOP Pharmaka GmbH

Bautzner Landstraße 400

01328 Dresden,

Deutschland

Tel:

0 351 - 26 31 02 10

Fax:

0 351 - 26 31 03 13

E-Mail: service@rotop-pharmaka.de

8

ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.:

9

DATUM DER ERTEILTEN ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

10

STAND DER INFORMATION

02.2018

11

DOSIMETRIE

Tc]Technetium wird mittels eines [

Mo]Molybdän/[

Tc]Technetium-Radionuklidgenerators

gewonnen und zerfällt unter Emission von Gammastrahlung mit einer Energie von 140 keV und einer

Halbwertszeit von 6,02 Stunden zu (

Tc)Technetium, das aufgrund seiner langen Halbwertszeit von

2,13 x 10

Jahren als quasi stabil zu betrachten ist.

Die geschätzte absorbierte Strahlendosis eines durchschnittlichen erwachsenen Patienten (70 kg) nach

intravenöser Injektion von Technetium[

Tc]-Tetrofosmin gemäß ICRP 128 und Andersson et al.

2014 ist folgender Tabelle zu entnehmen. Zur Berechnung der effektiven Dosen für Erwachsene

nutzten Andersson et al. computerbasierte Voxelphantome und Wichtungsfaktoren aus den ICRP-

Publikationen 110 bzw. 103.

In Ruhe

Absorbierte Dosis pro verabreichter Aktivität

(mGy/MBq)

Organ

Erwachsener

15 Jahre

10 Jahre

5 Jahre

1 Jahr

Nebennieren

0,0042

0,0053

0,0081

0,012

0,022

Blase

0,017

0,022

0,032

0,042

0,056

Knochenoberfläche

0,0058

0,0069

0,01

0,015

0,027

Gehirn

0,0023

0,0029

0,0046

0,0074

0,013

Brust

0,002

0,0025

0,0037

0,0061

0,012

Gallenblasenwand

0,036

0,041

0,053

0,093

Gastrointestinaltrakt

Magenwand

0,0045

0,006

0,0097

0,014

0,024

Dünndarmwand

0,015

0,018

0,029

0,046

0,081

Dickdarmwand

0,024

0,031

0,05

0,079

0,15

obere Dickdarmwand

0,027

0,035

0,056

0,089

0,16

untere Dickdarmwand

0,02

0,026

0,042

0,066

0,12

Herzwand

0,0047

0,0059

0,0089

0,013

0,023

Nieren

0,013

0,016

0,022

0,032

0,055

Leber

0,004

0,005

0,0077

0,011

0,02

Lungen

0,0028

0,0037

0,0055

0,0085

0,016

Muskeln

0,0033

0,0041

0,0062

0,0094

0,017

Ösophagus

0,0028

0,0036

0,0054

0,0085

0,016

Ovarien

0,0088

0,011

0,016

0,024

0,04

Bauchspeicheldrüse

0,0049

0,0062

0,01

0,015

0,025

Rotes Knochenmark

0,0038

0,0046

0,0068

0,0095

0,016

Haut

0,002

0,0024

0,0038

0,006

0,011

Milz

0,0039

0,005

0,0078

0,0012

0,021

Hoden

0,0031

0,0039

0,0062

0,0096

0,017

Thymus

0,0028

0,0036

0,0054

0,0085

0,016

Schilddrüse

0,0055

0,0082

0,013

0,026

0,047

Harnblasenwand

0,017

0,022

0,032

0,042

0,056

Uterus

0,0078

0,0097

0,015

0,022

0,035

restliche Organe

0,0038

0,0049

0,0076

0,012

0,02

Effektive Dosis

(mSv/MBq)

0,0063

0,01

0,015

0,024

0,046

Unter Belastung

Absorbierte Dosis pro verabreichter Aktivität

(mGy/MBq)

Organ

Erwachsene

15 Jahre

10 Jahre

5 Jahre

1 Jahr

Nebennieren

0,0044

0,0055

0,0083

0,012

0,022

Blase

0,014

0,018

0,027

0,035

0,049

Knochenoberfläche

0,0063

0,0075

0,011

0,016

0,03

Gehirn

0,0027

0,0034

0,0055

0,0089

0,016

Brust

0,0023

0,0029

0,0043

0,0069

0,013

Gallenblasenwand

0,027

0,032

0,042

0,073

0,23

Gastrointestinaltrakt

Magenwand

0,0046

0,0061

0,0098

0,014

0,024

Dünndarmwand

0,011

0,014

0,022

0,034

0,062

Dickdarmwand

0,018

0,022

0,037

0,058

0,11

obere Dickdarmwand

0,02

0,025

0,041

0,065

0,12

untere Dickdarmwand

0,015

0,019

0,032

0,049

0,092

Herzwand

0,0052

0,0065

0,0097

0,015

0,025

Nieren

0,01

0,012

0,017

0,025

0,043

Leber

0,0033

0,0041

0,0063

0,0092

0,016

Lungen

0,0032

0,0042

0,0063

0,0096

0,017

Muskeln

0,0035

0,0043

0,0065

0,0099

0,018

Ösophagus

0,0033

0,0042

0,0062

0,0096

0,017

Ovarien

0,0077

0,0096

0,014

0,021

0,036

Bauchspeicheldrüse

0,005

0,0063

0,0098

0,015

0,025

Rotes Knochenmark

0,0039

0,0047

0,0071

0,01

0,017

Haut

0,014

0,0027

0,0043

0,0068

0,013

Milz

0,0041

0,0052

0,0082

0,012

0,022

Hoden

0,0034

0,0043

0,0066

0,01

0,018

Thymus

0,0033

0,0042

0,0062

0,0096

0,017

Schilddrüse

0,0047

0,0068

0,011

0,02

0,037

Harnblasenwand

0,014

0,018

0,027

0,035

0,049

Uterus

0,007

0,0087

0,013

0,02

0,32

restliche Organe

0,0038

0,0049

0,0075

0,012

0,02

Effektive Dosis

0,0058

0,0088

0,013

0,021

0,039

(mSv/MBq)

Darstellung des Myokards: Technetium[

Tc]-Tetrofosmin wird zweimal intravenös injiziert,

entweder zuerst in Ruhe und dann unter Belastung oder zuerst unter Belastung und dann in Ruhe. Der

empfohlene Bereich der applizierten Aktivität beträgt 250 – 400 MBq für die erste Dosis. Für die

zweite Dosis, die frühestens eine Stunde später erfolgen soll, beträgt der empfohlene Bereich der

applizierten Aktivität 600 – 800 MBq.

Nach Gabe der maximalen Dosis von 800 MBq beträgt die effektive Dosis 5,0 mSv in Ruhe (bei

einem Erwachsenen von 70 kg Körpergewicht) und 4,6 mSv unter Belastung.

Die effektive Strahlendosis bei der Gabe der maximalen empfohlenen Aktivität von 1200 MBq

innerhalb einer Stunde liegt bei 7,3 mSv.

Darstellung der weiblichen Brust: Nach Gabe der maximalen Dosis von 750 MBq beträgt die effektive

Dosis 4,7 mSv (bei einem Erwachsenen von 70 kg Körpergewicht).

12

ANWEISUNGEN ZUR ZUBEREITUNG VON RADIOAKTIVEN ARZNEIMITTELN

Entnahmen müssen unter aseptischen Bedingungen durchgeführt werden. Die Durchstechflaschen

dürfen nicht benutzt werden bevor der Stopfen desinfiziert wurde. Die Lösung wird dann entweder mit

einer Einzeldosisspritze oder mit geeignetem Schutzschild und steriler Einwegnadel oder unter

Verwendung eines zugelassenen automatischen Verabreichungssystems über den Stopfen entnommen.

Wenn die Durchstechflasche beschädigt ist, darf das Arzneimittel nicht verwendet werden.

Anleitung zur Zubereitung der Technetium[

99m

Tc]-Tetrofosmin-Injektionslösung:

Der Kit besteht aus 2 Durchstechflaschen.

Durchstechflasche 1 enthält ein Pulver zur intravenösen Anwendung nach Rekonstitution mit 0,5 ml

Lösung aus Durchstechflasche 2 und nachfolgender Radiomarkierung mit Natrium[

Tc]pertechnetat-

Lösung.

Die Reihenfolge der Zugaben von Lösung aus Durchstechflasche 2 und Natrium[

Tc]pertechnetat-

Lösung darf nicht vertauscht werden, da dies zu niedrigeren radiochemischen Ausbeuten führt.

Aseptische Arbeitsbedingungen sind einzuhalten.

Durchstechflasche 1 in Bleiabschirmung setzen und Gummiseptum der Durchstechflasche 1

und Durchstechflasche 2 mit geeignetem Desinfektionstuch desinfizieren.

Mit einer Spritze 0,5 ml Lösung aus Durchstechflasche 2 in Durchstechflasche 1 injizieren.

Vor Entfernen der Spritze aus Durchstechflasche 1 0,5 ml Stickstoff entfernen.

Durchstechflasche vorsichtig schütteln, um den Inhalt aufzulösen.

Stechen Sie eine Kanüle (Entlüftungskanüle mit geeignetem Sterilfilter) durch das

Gummiseptum der Durchstechflasche 1.

Mit steriler Spritze die Natriumpertechnetat-Lösung in Durchstechflasche 1 injizieren. Vor

Entfernen der Spritze 5 ml Gas aus dem Raum oberhalb der Lösung ziehen. Entfernen Sie die

Entlüftungskanüle. Die Durchstechflasche schütteln, um eine vollständige Auflösung des

Pulvers zu erreichen (auch kopfüber schütteln).

Nach 15 Minuten Inkubationszeit die Gesamtradioaktivität messen und das zu verabreichende

Injektionsvolumen berechnen.

Wenn erforderlich, mit steriler isotonischer Kochsalzlösung auf max. 10 ml verdünnen. Zur

Durchmischung nochmals schwenken. Das radioaktive Arzneimittel kann bis zu 1:10 weiter

verdünnt werden (außerhalb der Original-Durchstechflasche).

Anmerkungen:

Das Volumen der zugesetzten Pertechnetat-Lösung muss zwischen 3,5 und 5,5 ml betragen.

Die Konzentration der Pertechnetat- Lösung darf 2,2 GBq/ml nicht überschreiten.

Der Entlüftungsschritt darf nicht übersprungen werden, da dies eventuell die radiochemische Reinheit

beeinträchtig.

Verwenden Sie den Kit nicht, wenn die radiochemische Reinheit weniger als 90% aufweist.

Die radiochemische Reinheit steigt üblicherweise innerhalb der ersten Stunden nach Radiomarkierung

kontinuierlich an und erreicht für gewöhnlich nach 6 Stunden ca. 99%.

Die gebrauchsfertige Lösung nicht über 25 °C lagern. Sie muss innerhalb von 12 Stunden verwendet

werden. Nicht verwendete Reste sind zu verwerfen und zusammen mit dem Behältnis den gesetzlichen

Vorschriften entsprechend zu entsorgen.

Eigenschaften des Arzneimittels nach Radiomarkierung

Aussehen:

klare bis leicht opaleszierende, farblose Lösung

7,5 – 9,0

Qualitätskontrolle

Die Bestimmung der radiochemischen Reinheit muss mittels eines der im Folgenden

beschriebenen chromatographischen Verfahren durchgeführt werden.

1. Dünnschichtchromatographie

Chromatographisches System:

(1) ITLC-SA-Streifen (Glas mikrofaser Chromatographie Papier- imprägniert mit Kieselsäure;

2 cm x 20 cm) – Keine Hitzeaktivierung vornehmen!

(2) Kammer für aufsteigende Chromatographie mit Abdeckung

(3) 65:35% v/v Aceton:Dichlormethan-Mischung (täglich frisch zubereitet)

(4) 1-ml-Spritze mit 22-25G Nadel

(5) Geeignetes Zählmessgerät

Durchführung:

(1) 65:35% v/v Aceton: Dichlormethan-Mischung bis 1 cm über dem Boden in die

Chromatographiekammer einfüllen; Tank verschließen, damit sich der Lösungsmitteldampf

gleichmäßig verteilen kann.

(2) Den mit Kieselsäure imprägnierten Glas mikrofaser Chromatographie Papierstreifen (ITLC-SA)

mit einem Bleistiftstrich 3 cm von der unteren Kante kennzeichnen; 15 cm über dieser Linie eine

weitere Kennzeichnung mit Tintenmarker vornehmen. Der Bleistiftstrich zeigt den Punkt an, an dem

die Probe angesetzt wird. Der Tintenstrich wird zerfließen, wenn das Laufmittel die farbig markierte

Linie erreicht hat, und zeigt dadurch an, dass die Entwicklung beendet werden muss.

(3) 3,75 cm und 12 cm oberhalb der ersten Bleistiftlinie (Rf’s 0,25 und 0,8) müssen 2 weitere

Bleistiftmarkierungen (spätere Schnittstellen) angebracht werden.

(4) Mit einer 1-ml-Spritze mit Nadel 10 μl Probe der gebrauchsfertigen Injektionslösung an der ersten

markierten Bleistiftlinie auftragen. Punkt nicht mit der Bleistiftlinie in Berührung kommen und nicht

trocknen lassen. Streifen sofort in die Chromatographiekammer geben und diese abdecken. Der

Streifen darf an keiner Stelle mit der Wand der Chromatographiekammer in Berührung kommen.

Hinweis: 10 μl Probe werden einen Punkt mit einem Durchmesser von c.a 10 mm ergeben. Andere

Probenvolumina würden unzuverlässige Werte für die radiochemische Reinheit ergeben.

(5) Sobald das Laufmittel den Tintenstrich erreicht hat, Streifen aus der Kammer nehmen und trocknen

lassen.

(6) Streifen an den markierten Schnittstellen in drei Teile zerschneiden und die Radioaktivität jedes

Teils mit einem geeigneten Messgerät messen. Alle drei Teile sollen unter möglichst gleichen

Bedingungen innerhalb kürzester Zeit gemessen werden.

(7) Radiochemische Reinheit mit Hilfe folgender Formel berechnen:

Technetium

99mTc

Tetrofosmin

Radioaktivität des Mittelstücks

Gesamtradioaktivität aller 3 Teile

𝑥 100

Hinweis: Freies [

Tc]Pertechnetat läuft zu dem oberen Stück des Streifens.

Technetium[

Tc]Tetrofosmin läuft zu dem mittleren Stück des Streifens. Reduziertes hydrolysiertes

Tc]Technetium und hydrophile Komplexe verbleiben im unteren Stück des Streifens.

Verwenden Sie den Kit nicht, wenn die radiochemische Reinheit weniger als 90% aufweist.

2. Vereinfachtes dünnschichtchromatographisches Verfahren für eine schnelle

Qualitätskontrolle

a) Bestimmung von [

99m

Tc]Pertechnetat und anderen hydrophilen Verunreinigungen

(Verunreinigung A)

Chromatographisches System:

Teststreifen:

ITLC-SA

Laufmittel:

Wasser

Probe:

1-2 µl

Laufstrecke:

6-8 cm

Detektor:

ein geeigneter Detektor

Auswertung mit Radioaktivitätszählern ohne besondere Auflösung:

Nach Entwicklung den Teststreifen aus der Chromatographiekammer

nehmen, an der Luft trocknen lassen und an der gekennzeichneten Position

zerschneiden. Messen Sie die Radioaktivität beider Teile separat. Setzen Sie

die Aktivität des oberen Abschnittes ins Verhältnis zur Gesamtaktivität.

Auswertung mit einem Radio-Scanner:

Nach Entwicklung den Teststreifen aus der Chromatographiekammer nehmen, an der Luft trocknen

lassen und die Aktivitätsverteilung messen und in einem Chromatogramm darstellen. Prozentualen

Gehalt der einzelnen Peaks berechnen.

[𝑉𝑒𝑟𝑢𝑛𝑟𝑒𝑖𝑛𝑖𝑔𝑢𝑛𝑔 𝐴 [%] =

𝐴𝑘𝑡𝑖𝑣𝑖𝑡ä𝑡 𝑜𝑏𝑒𝑟𝑒𝑟 𝐴𝑏𝑠𝑐ℎ𝑛𝑖𝑡𝑡

𝐺𝑒𝑠𝑎𝑚𝑡𝑎𝑘𝑡𝑖𝑣𝑖𝑡ä𝑡 𝑏𝑒𝑖𝑑𝑒𝑟 𝐴𝑏𝑠𝑐ℎ𝑛𝑖𝑡𝑡𝑒

× 100

b) Bestimmung von kolloidalem [

99m

Tc]Technetium (Verunreinigung B)

Chromatographisches System:

Teststreifen:

ITLC-SA

Laufmittel:

Wasser/Acetonitril/Eisessig 1:1:2

Probe:

1-2 µl

Laufstrecke:

6-8 cm

Detektor:

ein geeigneter Detektor

Auswertung mit Radioaktivitätszählern ohne besondere Auflösung:

Nach Entwicklung den Teststreifen aus der Chromatographiekammer

nehmen, an der Luft trocknen lassen und an der gekennzeichneten Position

zerschneiden. Messen Sie die Radioaktivität beider Teile separat. Setzen Sie

die Aktivität des Abschnittes mit dem Startpunkt ins Verhältnis zur

Gesamtaktivität.

Auswertung mit einem Radio-Scanner:

Nach Entwicklung den Teststreifen aus der Chromatographiekammer nehmen, an der Luft trocknen

lassen und den Streifen auf dem Scanner fixieren. Die Aktivitätsverteilung messen und in einem

Chromatogramm darstellen. Prozentualen Gehalt der einzelnen Peaks mittels Peak-Integration

berechnen.

𝑉𝑒𝑟𝑢𝑛𝑟𝑒𝑖𝑛𝑖𝑔𝑢𝑛𝑔 𝐵

𝐴𝑘𝑡𝑖𝑣𝑖𝑡ä𝑡 𝑢𝑛𝑡𝑒𝑟𝑒𝑟 𝐴𝑏𝑠𝑐ℎ𝑛𝑖𝑡𝑡

𝐺𝑒𝑠𝑎𝑚𝑡𝑎𝑘𝑡𝑖𝑣𝑖𝑡ä𝑡 𝑏𝑒𝑖𝑑𝑒𝑟 𝐴𝑏𝑠𝑐ℎ𝑛𝑖𝑡𝑡𝑒

× 100

c) Berechnung der radiochem. Reinheit

Technetium[

Tc]-Tetrofosmin [%] = 100 % - (Verunreinigung A [%] + Verunreinigung B [%])

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezeptpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Abgabe nur an Inhaber einer Bewilligung für den

Umgang mit radioaktiven Stoffen gemäß Strahlenschutzgesetz.

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