tebesium-s-250mg Lösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Isoniazid
Verfügbar ab:
Riemser Pharma GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
isoniazid
Darreichungsform:
Lösung
Zusammensetzung:
Isoniazid 250.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
359.01.00

_________________________________________________________________________________________

Gebrauchsinformation:InformationfürdenAnwender

tebesium®-s-250mg ;LösungzurInjektion(i.v.,i.m.,s.c.),Infusion,Instillation

undInhalation

Wirkstoff:Isoniazid

ZurAnwendungbeiKindernundErwachsenen

LesenSiediegesamtePackungsbeilagesorgfältigdurch,bevorSiemitderAnwen-

dungdiesesArzneimittelsbeginnen.

·HebenSiediePackungsbeilageauf.VielleichtmöchtenSiediesespäternochmals

lesen.

·WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichanIhrenArztoderApotheker.

·DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschrieben.GebenSieesnichtan

Dritteweiter.EskannanderenMenschenschaden,auchwenndiesedieselben

SymptomehabenwieSie.

·WenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigtoderSie

Nebenwirkungenbemerken,dienichtindieserGebrauchsinformationangegeben

sind,informierenSiebitteIhrenArztoderApotheker.

DiesePackungsbeilagebeinhaltet:

1.Wasisttebesium®-s-250mgundwofürwirdesangewendet?

2.WasmüssenSievorderAnwendungvontebesium®-s-250mgbeachten?

3.Wieisttebesium®-s-250mganzuwenden?

4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?

5.Wieisttebesium®-s-250mgaufzubewahren?

6.WeitereInformationen

1 1. WASISTtebesium®-s-250mgUNDWOFÜRWIRDES

ANGEWENDET?

tebesium ® -s-250mgisteinTuberkulosemittel.

tebesium®-s-250mgwirdangewendetbeiallenFormenundStadienderpulmonalenund

extrapulmonalenTuberkulose(insbesonderebeituberkulösenMeningitiden,Schluck-

beschwerden,Bewusstlosigkeit,ResorptionsstörungenjeglicherArt;zurlokalen

_________________________________________________________________________________________

BehandlungtuberkulöserPleuraempyeme,FistelnundKavernensowiezurInstillationnach

ResektionundzurInhalationsbehandlungbeiBronchialschleimhauttuberkulose).

2 2. WASMÜSSENSIEVORDERANWENDUNGVONtebesium®-s-250

mgBEACHTEN?

tebesium®-s-250mgdarfnichtangewendetwerden

-wennSieüberempfindlich(allergisch)gegenIsoniazidodereinendersonstigen

Bestandteilevontebesium®-s-250mgsind.

-beischwerenLeberschäden(z.B.akuteLeberentzündung,Gelbsuchtmit

verzögerterGallenfarbstoffausscheidung,Schrumpfleber).

-beiNervenentzündung(Polyneuropathie),schwerenGemütsleiden(z.B.

Psychosen)undanderenschwerwiegendenStörungendesZentralnervensystems

(z.B.Epilepsie).

-beiStörungenderBlutgerinnungundBlutbildung.

BesondereVorsichtbeiderAnwendungvontebesium®-s-250mgisterforderlich

Vorsichtistgeboten,wennbeivorangegangenerBehandlungmitIsoniazidLeberschäden

beobachtetwurden,beiPatientenmitchronischenLebererkrankungen,schweren

Nierenschäden,leichterenStörungendesZentralnervensystems,Diabetikernsowiebei

gleichzeitigerGabevonArzneimittelngegenEpilepsie(z.B.Phenytoin,Carbamazepin),

vonBenzodiazepinen(Beruhigungsmittel)undParacetamol(Schmerzmittel).

WährendderBehandlungmittebesium ® -s-250mgsollaufdenGenussvonAlkohol

verzichtetwerden(sieheauchAbschnitte„BeiAnwendungvontebesium®-s-250mgmit

anderenArzneimitteln“und„4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?“)!

Kinder

DiebesonderenDosierungsempfehlungenfürKindersindzubeachten(sieheauch

Abschnitt„3.Wieisttebesium®-s-250mganzuwenden?“).

ÄltereMenschen

MitsteigendemLebensalteristdasRisikovonNebenwirkungenanderLebererhöht(siehe

auchAbschnitt„4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?“).

BeiAnwendungvontebesium®-s-250mgmitanderenArzneimitteln

_________________________________________________________________________________________

BitteinformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieandereArzneimitteleinneh-

men/anwendenbzw.vorkurzemeingenommen/angewendethaben,auchwennessichum

nichtverschreibungspflichtigeArzneimittelhandelt.

IsoniazidhemmtbeigleichzeitigerGabevonAntiepileptikawiePhenytoin,Primidon,

ValproinsäureundCarbamazepinsowievonBenzodiazepinenwieDiazepamund

TriazolamdenMetabolismusdieserSubstanzen.DerenWirkungenkönnendaheralsFolge

einererhöhtenPlasmakonzentrationverstärktsein.EventuellisteineDosisanpassung

notwendig.

BeigleichzeitigerAnwendungvonblutgerinnungshemmenden Substanzenvom

Cumarin-TypundIsoniazidkanneszueinerWirkungsverstärkungderAntikoagulantien

kommen.EineengmaschigeärztlicheKontrollederQuick-Werteistzuempfehlen.

BeigleichzeitigerAnwendungvonKetoconazolbzw.Itraconazol(Mittelgegen

Pilzinfektionen)undIsoniazidkanneszuunzureichendenSerumkonzentrationendieser

Wirkstoffekommen.

BeigleichzeitigerAnwendungvonParacetamolundIsoniazidkanndiePlasmaclearance

vonParacetamolverringertunddieWahrscheinlichkeiteinerLeberzellschädigungerhöht

sein.WährendeinerBehandlungmittebesium ® -s-250mgsolltedieEinnahmevon

Paracetamol-haltigenPräparatendaherstrengeingeschränktodermöglichstvermieden

werden.

Salicylate,Para-Aminosalicylsäure,Chlorpromazin,Fenyramidolundß-Rezeptoren-

blockerhemmenbeigleichzeitigerGabevontebesium ® -s-250mgdenMetabolismusvon

Isoniazid,sodasseszuerhöhtenIsoniazid-Konzentrationenkommenkann.Erhöhte

Isoniazid-BlutspiegelwerdenauchbeigleichzeitigerTherapiemitInsulinoderHaloperidol

beobachtet.

BeigleichzeitigerAnwendungvonPrednisolonundIsoniazidkanneszueinerWirkungs-

verminderungdesIsoniazidsalsFolgeeinerverstärktenEliminationkommen.

ChenodeoxycholsäureerhöhtebenfallsdieAusscheidungvonIsoniazid,dadieAcety-

lierungbeschleunigtwird.

BeigleichzeitigerAnwendungvonLevodopaundIsoniazidkanneszumotorischerUnruhe

(Agitiertheit),zuschweremZittern(Tremor)undzueinerVerschlechterungder

Parkinson-Symptomatikkommen.

BeigleichzeitigerAnwendungvonIsoniazidundCycloserinsowieTerizidonisteine

erhöhteKrampfbereitschaftmöglich.

IsoniazidkanndieNebenwirkungenvonSympathomimetikawieAdrenalinund

Noradrenalinverstärken.

BeigleichzeitigerGabevonIsoniazidundProtionamidkönnenPsychosen,Pellagroideund

Photodermatosen(Hautveränderungen)auftreten.

IsoniazidverstärktdieToxizitätvonAtropin.

ZwischenIsoniazidundChloroquinbestehteinAntagonismus.Diessolltebeider

gleichzeitigenBehandlungvonTuberkuloseundMalariaberücksichtigtwerden.

BeieinerTherapiemittebesium ® -s-250mgistmiteinervermindertenAlkoholtoleranz

sowiemitverstärktenNebenwirkungendesIsoniazidszurechnen.

VoneinergleichzeitigenBehandlungmitIsoniazidundDisulfiramistabzuraten,weil

dadurchdieDisulfiram-Wirkungverstärktwird.

BeiAnwendungvontebesium®-s-250mgzusammenmitNahrungsmittelnund

Getränken

WährendderBehandlungmittebesium®-s-250mgsollaufdenGenussvonAlkohol

verzichtetwerden(sieheauchAbschnitte„BeiAnwendungvontebesium®-s-250mgmit

anderenArzneimitteln“und„4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?“)!

SchwangerschaftundStillzeit

_________________________________________________________________________________________

FragenSievorderEinnahme/AnwendungvonallenArzneimittelnIhrenArztoderApotheker

umRat.

Isoniazidistplacentagängig.ImFetuswerdenca.2/3dermütterlichen

Isoniazid-Plasmakonzentrationerreicht.WederTierversuchenochlangjährigeErfahrungen

amMenschenerbrachtenHinweiseaufeineerhöhteMissbildungsratederNeugeborenen.

NachdenEmpfehlungendesDeutschenZentralkomiteeszurBekämpfungderTuberkulose

istdasRisikoeinerunzureichendenoderfehlendenTuberkulosebehandlungumein

VielfachesgrößeralsdasMissbildungsrisiko.DieDurchführungeinerBehandlungmit

IsoniazidbegründetinkeinemStadiumderSchwangerschafteinenSchwangerschafts-

abbruch.

IsoniazidtrittindieMuttermilchüber.BerichteüberunerwünschteWirkungenbei

Säuglingensindbishernichtbekannt.DennochsolltengestillteSäuglingeärztlich

überwachtwerden.

VerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen

Sie dürfen kein Fahrzeug führen, weil tebesium ® -s-250 mg auch bei

bestimmungsgemäßemGebrauchdasReaktionsvermögensoweitverändernkann,dass

dieFähigkeitzuraktivenTeilnahmeamStraßenverkehroderzumBedienenvonMaschinen

beeinträchtigtwird;diesgiltinverstärktemMaßeimZusammenwirkenmitAlkohol.

3 3. WIEISTtebesium®-s-250mgANZUWENDEN?

WendenSietebesium ® -s-250mgimmergenaunachderAnweisungdesArztesan.Bitte

fragenSiebeiIhremArztoderApothekernach,wennSiesichnichtganzsichersind.

Soweitnichtandersverordnet,beträgtdieTagesdosisfür

Erwachsene 5(3–8)mg/kgKörpergewicht(KG)

Kinder 200mg/m²Körperoberfläche

Dosierungsempfehlung für Einzeldosen bei verschiedenen Anwendungsarten

(Erwachsene):

Injektionen:intravenös biszu200mg(langsaminjizieren!)

intramuskulär biszu300mg

subcutan biszu300mg

Infusion: 5–8mg/kgKG

Instillationen:intraartikulär 50–100mg

intravesikal 50–100mg

intrakavernös100–300mg

intrapleural biszu8mg/kgKGin5%igerLösungin2bis4Tages-

abständen

Inhalation 100mgin5%igerLösung(entspr.2mltebesium®-s-

250mg)2-bis5-maltäglich

Lokalundparenteralverabreichtestebesium ® -s-250mgistaufdieGesamttagesdosis

anzurechnen!

_________________________________________________________________________________________

ArtderAnwendung

ZurInfusionsbehandlungkanntebesium ® -s-250mgmitisotonischerNaCl-oder5%iger

Laevulose-Lösunggemischtwerden.DerZusatzanderer,gelösterChemotherapeutika

(Streptomycin-Sulfat,Ethambutol)istmöglich.DiefrischzubereitetenMischungensind

innerhalbvon24Stundenzuverbrauchen.NurfürdieseZeitwirdderdeklarierteGehaltan

Isoniazidgarantiert.

DauerderAnwendung

SobaldderZustanddesPatienteneserlaubt,solltevonderparenteralenaufdieorale

ApplikationvonIsoniazidübergegangenwerden.DiegesamteBehandlungsdauerrichtet

sichnachdemvomArztausgewähltenBehandlungsschemaundkannjenachKombination

derausgewähltenMedikamente6–12Monatebetragen.

BittesprechenSiemitIhremArztoderApotheker,wennSiedenEindruckhaben,dassdie

Wirkungvontebesium ® -s-250mgzustarkoderzuschwachist.

_________________________________________________________________________________________

WennSieeinegrößereMengetebesium®-s-250mgangewendethabenalsSiesollten

SchwereVergiftungenäußernsichinlokalisiertenoderüberdenganzenKörperverteilten

Krämpfen,BewusstlosigkeitundeventuellemAtemstillstand.InformierenSieineinem

solchenFallbitteumgehenddennächstenerreichbarenArzt!

WennSiedieAnwendungvontebesium®-s-250mgvergessenhaben

WenneineodergarmehrereAnwendungenvontebesium ® -s-250mgvergessenwurden,

solltenSiemitIhremArztsprechen,inwieweitdieBehandlungsdauereventuellverlängert

werdenmuss.

WennSieweitereFragenzurAnwendungdesArzneimittelshaben,fragenSieIhrenArzt

oderApotheker.

4.WELCHENEBENWIRKUNGENSINDMÖGLICH?

WiealleArzneimittelkanntebesium ® -s-250mgNebenwirkungenhaben,dieabernichtbei

jedemBehandeltenauftretenmüssen.

BeidenHäufigkeitsangabenzuNebenwirkungenwerdenfolgendeKategorienzugrunde

gelegt:

Sehrhäufig:mehrals1Behandeltervon10

Häufig:1bis10Behandeltevon100

Gelegentlich:1bis10Behandeltevon1.000

Selten:1bis10Behandeltevon10.000

Sehrselten:wenigerals1Behandeltervon10.000

Nichtbekannt:HäufigkeitaufGrundlagederverfügbarenDatennicht

abschätzbar

BeiderüblicherweisegegebenenTagesdosisvonbiszu300mgIsoniazidsind

Nebenwirkungenrelativselten.DieHäufigkeitderNebenwirkungennimmtabermit

steigenderDosisstarkzu.

MöglicheNebenwirkungen:

-Nervensystem:

IsoniazidkannFunktionsstörungendesperipherenundzentralenNervensystems

verursachen.DazuzählenSchwindel,Kopfschmerzen,seltenerMüdigkeit,psychische

Störungen,EmpfindlichkeitsstörungenanHänden,Armen,BeinenundFüßen(Kribbeln,

Brennen,verändertesTemperaturempfinden,Sensibilitätsstörungen)undStörungender

geistigenLeistungsfähigkeit.EskönnenaußerdemepileptischeKrämpfeauftreten,

besondersbeiPatienten,dieunterEpilepsieleiden.NachAbsetzendesMedikamentes

bildensichalldieseSymptomeimAllgemeinenzurück.DurchdiegleichzeitigeGabe

vonPyridoxin(VitaminB6)kanndasRisikovonEmpfindlichkeitsstörungenundanderer

Nebenwirkungenvermindertwerden.

-Leberfunktion:

VorübergehendkönnendieLeberfunktionswerte(SGPT,SGOTundBilirubin)

ansteigen.

SchwereLeberentzündungenmitoderohneGelbsuchtsindsehrselten.

DasRisikosolcherSchädensteigtmitzunehmendemLebensalter,mitregelmäßigem

_________________________________________________________________________________________

AlkoholkonsumundvorgeschädigterLeber.Müdigkeit,Schwäche,Unwohlsein,

Appetitmangel, Übelkeit oder Erbrechen können erste Anzeichen einer

Leberentzündungseinundsinddaherernstzunehmen.DieselbenBeschwerden

könnenjedochauchalsharmloseNebenwirkungenvonIsoniazidauftreten.Bei

AuftretendergenanntenErscheinungenistunverzüglichderbehandelndeArzt

aufzusuchen,derübereineFortsetzungderTherapieentscheidet.Leberfunktionstests

solltendahervorBeginnderBehandlungundwährendderBehandlunginregelmäßigen

Abständendurchgeführtwerden.

-Nierenfunktion:

GelegentlichundvorübergehendkönnenSpurenvonBlutundEiweißimHarnauftreten,

ohnedasseinespezielleBehandlungnotwendigist.

-Magen-Darm-Trakt:

VerdauungsstörungenwieDurchfalloderVerstopfung,sowieAufstoßen,Völlegefühl

oderErbrechentretenseltenaufundkönnenauchAnzeicheneinerbeginnenden

Leberstörungsein.

-Überempfindlichkeitsreaktionen:

Fieber,Hautausschläge,Lymphdrüsenschwellungen,lupusähnlicheReaktionensowie

dieHerxheimer’scheReaktionsindselten.Zuweilentretenunmittelbarnach

BehandlungsbeginnvorübergehendentzündlicheReaktioneninderLungeauf,diewie

eineVerschlechterungderErkrankungerscheinen.

-Blut:

Seltentretenauf:StörungenimBlutbild(Anämie,AbfallderweißenBlutkörperchenund

derBlutplättchen,seltenerAgranulozytoseoderEosinophilie).RegelmäßigeKontrollen

desBlutbildes(alle4Wochen)sindempfehlenswert.InEinzelfällenwurdeübereine

BlutungsneigunganderHaut,denSchleimhäutenoderaneinzelnenOrganenaufgrund

einerVeränderungderGefäßdurchlässigkeitberichtet.

-WirkungenaufDrüsenmitinnererSekretion:

GelegentlichwurdeüberSchwellungenundSpannungeninderBrust(Gynäkomastie)

berichtet.

-Pellagra:

Seltenkannes,vorallembeiunterernährtenodereinseitigvegetarischernährten

Patienten,zupellagraartigenErscheinungen(schmerzhafteHautrötungenund

Hautrisse,verdickteHornschicht)kommen.DieseSymptomekönnendurchdie

zusätzlicheGabevonPyridoxinhydrochlorid(VitaminB6)vermiedenbzw.behandelt

werden.

-SonstigeWirkungen:

Herz-undKreislauf-Störungen(Rhythmusstörungen)kommengelegentlichvor.Selten

tretenMuskel-undGelenkschmerzen(z.B.auchdasSchulter-Hand-Syndrom)auf.

SolltenSiedieobengenanntenNebenwirkungenbeisichbeobachten,benachrichtigen

SieIhrenArzt,damiterüberdenSchweregradundgegebenenfallsweitereMaßnahmen

entscheidenkann.

InformierenSiebitteIhrenArztoderApotheker,wenneinederaufgeführten

NebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigtoderSieNebenwirkungenbemerken,dienicht

indieserGebrauchsinformationangegebensind.

4 5. WIEISTtebesium®-s-250mgAUFZUBEWAHREN?

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren.

_________________________________________________________________________________________

SiedürfendasArzneimittelnachdemaufdemUmkartonunddenAmpullennach

„verwendbarbis“angegebenenVerfalldatumnichtmehrverwenden.DasVerfalldatum

beziehtsichaufdenletztenTagdesMonats.

HinweisaufHaltbarkeitnachZubereitung

FrischzubereiteteMischungensindinnerhalbvon24Stundenzuverbrauchen(sieheauch

„3.Wieisttebesium®-s-250mganzuwenden?/ArtderAnwendung“).

6.WEITEREINFORMATIONEN

Wastebesium®-s-250mgenthält

DerWirkstoffist:Isoniazid.

1Ampulleà5mlenthält250mg(5%)Isoniazid.

DiesonstigenBestandteilesind:

Salzsäure(0,36%),WasserfürInjektionszwecke

Wietebesium ® -s-250mgaussiehtundInhaltderPackung

Klare,nahezufarblose,geruchloseFlüssigkeit.

OPzu12Ampullenà5mlLösung(N2)

PharmazeutischerUnternehmerundHersteller

RIEMSERArzneimittelAG

AnderWiek7

17493Greifswald-InselRiems

Fon:+49(0)38351/760

Fax:+49(0)38351/308

DieseGebrauchsinformationwurdezuletztüberarbeitetimMärz2009.

Fachinformation Seite1/5

tebesium ® -s-100mg

;LösungzurInjektion(i.v.,i.m.,s.c.),InfusionundInstillation

tebesium ® -s-250mg

;LösungzurInjektion(i.v.,i.m.,s.c.),Infusion,Instillationund

Inhalation

de_7760 ÄAvom23.03.2009

Fachinformation Seite2/5

1. Bezeichnung derArzneimittel

tebesium ® -s-100mg

tebesium ® -s-250mg

2.QualitativeundquantitativeZu-

sammensetzung

Wirkstoff: Isoniazid

tebesium ® -s-100 mg:

1Ampulleà5mlenthält100mg

Isoniazid (entsprechend2 %).

tebesium ® -s-250 mg:

1Ampulleà5mlenthält250mg

Isoniazid (entsprechend5 %).

DievollständigeAuflistungdersonsti-

gen Bestandteile:sieheAbschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

tebesium ® -s-100 mg:

LösungzurInjektion(i.v.,i.m.,s.c.),

Infusion und Instillation

tebesium ® -s-250 mg:

LösungzurInjektion(i.v.,i.m.,s.c.),

Infusion, Instillation undInhalation

4. KlinischeAngaben

4.1Anwendungsgebiete

Alle Formen und Stadiender pulmona-

lenundextrapulmonalenTuberkulose

(insbesonderebeituberkulösenMe-

ningitiden,Schluckbeschwerden,Be-

wusstlosigkeit,Resorptionsstörungen

jeglicherArt;zurlokalenBehandlung

tuberkulöserPleuraempyeme,Fisteln

undKavernensowiezurInstillation

nachResektionundzurInhalationsbe-

handlungbeiBronchialschleimhaut-

tuberkulose).

Dabeisolltetebesium ® -simmermit

anderenwirksamenAntituberkulotika

kombiniert werden.

4.2Dosierung,ArtundDauerder

■Tagesdosis:Esgeltenfolgende

Richtlinien bei täglicherAnwendung:

Säuglinge und

Kleinkinder

(0 – 5 Jahre) 8 – 10mg/kg KG

(200mg/m 2

Körperoberfläch

Schulkinder

(6 – 9 Jahre) 7 – 8mg/kg KG

Jugendliche

(10 – 14 Jahre) 6 – 7mg/kg KG

Jugendliche

(15 – 18 Jahre) 5 – 6mg/kg KG

Erwachsene 5 mg/kg KG

BeiErwachsenengelten3–8mg/kg

KG/TagalsakzeptablerBereich.Es

gibtdurchausBestrebungen,300mg

proTagalsObergrenze(auchStan-

darddosisgenannt)fürErwachsene

anzusehen.

■DosierungsempfehlungfürEinzel-

dosenbeiverschiedenenAnwen-

dungsarten (Erwachsene):

Injektionen:

intravenös

(langsam

injizieren): bis zu 200mg

intramuskulär: bis zu 300mg

subcutan: bis zu 300mg

Infusion:

5 - 8 mg/kg KG

Instillationen:

intraartikulär: 50 – 100 mg

intravesikal: 50 – 100 mg

intrakavernö

100 – 300 mg

intrapleural: biszu8mg/kgKGin

5%igerLösungin2

bis4Tagesabstän-

den(nurtebesium ® -

s-250mgverwen-

den)

Inhalation(nur tebesium ® -s-250mg):

100mgin5%igerLösung(entspr.2

mltebesium ® -s-250mg)2-bis5-mal

täglich.

Lokalundparenteralverabreichtes

tebesium ® -sistaufdieGesamttages-

■DosierungbeieingeschränkterNie-

renfunktion:

Bei schwerenNierenschädenmitdeut-

lichverminderterClearanceverlängert

sichdieterminaleHalbwertszeitdes

IsoniazidundseinerMetaboliten,je-

dochsolldieTagesdosissolangeun-

verändertbleiben,wiedieSerumkon-

zentrationdesIsoniazidnach24Std.

noch auf<1 µg/ml abfällt.

Art und Dauer derAnwendung

tebesium ® -ssollteimmerkombiniert

mitanderenwirksamenAntituberkulo-

tika eingesetzt werden.

ZurInfusionsbehandlungkanntebe-

sium ® -smitisotonischerNaCl-oder5

%igerLaevulose-Lösunggemischt

werden.DerZusatzandererChemo-

therapeutika(Streptomycin-Sulfat,

Ethambutol)istmöglich.Diefrischzu-

bereitetenMischungensindinnerhalb

von24Stundenzuverbrauchen.Nur

fürdieseZeitwirdderdeklarierte

GehaltanIsoniazidgarantiert.Sobald

derZustanddesPatienteneserlaubt,

solltevonderparenteralenaufdie

oraleApplikationübergegangen

werden.

DiegesamteTherapiedauerrichtet

sichnachdemausgewähltenchemo-

therapeutischenRegimeundkannje

nachKombination6–12Monatebe-

tragen.Isoniazidistsowohlfürdie

intensiveAnfangsbehandlungalsauch

fürdieBehandlunginderKontinuitäts-

phase angezeigt.

4.3 Gegenanzeigen

tebesium ® -sdarfnichtangewandt

werden bei Patientenmit

ÜberempfindlichkeitgegenIsonia-

zidodereinendersonstigenBe-

standteile,

bestehendenschwerenLeberschä-

den(akuteHepatitis,Verschluss-

ikterus, Zirrhose),

Polyneuropathien,Psychosenund

zerebralenAnfallsleiden,

Störungen der Hämostase und der

Hämatopoese.

4.4BesondereWarnhinweiseund

VorsichtsmaßnahmenfürdieAn-

wendung

de_7760 ÄAvom23.03.2009

Fachinformation Seite3/5

Vorsichtistgeboten,wennbeivoran-

gegangenerIsoniazid-BehandlungLe-

berschädenbeobachtetwurden,bei

PatientenmitchronischenLeberer-

krankungen,schwerenNierenschä-

den,leichterenStörungendesZentral-

nervensystems,beiDiabetikernsowie

beigleichzeitigerGabevonAntiepilep-

tika,BenzodiazepinenundParaceta-

mol(s.a.Abschnitt4.5„Wechselwir-

kungenmitanderenArzneimittelnund

sonstige Wechselwirkungen“).

WährendderTherapiemit

tebesium ® -ssollaufdenGenussvon

Alkohol verzichtet werden.

Müdigkeit,Schwäche,Unwohlsein,

Appetitmangel,ÜbelkeitoderErbre-

chenkönnenersteAnzeicheneiner

Leberentzündungseinundsinddaher

ernst zunehmen. DieselbenBeschwer-

denkönnenjedochauchalsharmlose

NebenwirkungenvonIsoniazidauftre-

ten.Leberfunktionstestssolltendaher

vorBeginnderBehandlungundwäh-

rendderBehandlunginregelmäßigen

Abständen durchgeführt werden.

RegelmäßigeKontrollendesBlutbil-

des(alle4Wochen)sindempfehlens-

wert.

4.5Wechselwirkungenmitanderen

Arzneimittelnundsonstige

Wechselwirkungen

ZuunerwünschtenWechselwirkungen

kannesinKombinationmitfolgenden

Mitteln kommen:

IsoniazidhemmtbeigleichzeitigerGa-

bevonAntiepileptikawiePhenytoin,

Primidon, Valproinsäure und

CarbamazepinsowievonBenzo-

diazepinenwie Diazepam und

TriazolamdenMetabolismusdieser

Substanzen.DerenWirkungen können

daheralsFolgeeinererhöhtenPlas-

makonzentrationverstärktsein.Evtl.

ist eine Dosisanpassungnotwendig.

Bei gleichzeitigerAnwendungvonblut-

gerinnungshemmendenSubstanzen

vomCumarin-TypundIsoniazidkann

eszueinerWirkungsverstärkungder

Antikoagulantienkommen.Eine

engmaschigeKontrollederQuick-

Werte ist zu empfehlen.

BeigleichzeitigerAnwendungvon

Ketoconazolbzw.Itraconazolund

Isoniazidkanneszusubtherapeuti-

schenSerumkonzentrationendieser

Azol-Antimykotika kommen.

BeigleichzeitigerAnwendungvon

ParacetamolundIsoniazidkanndie

PlasmaclearancevonParacetamol

einerLeberzellschädigungerhöhtsein.

WährendeinerBehandlungmitte-

besium ® -ssolltedieEinnahmevon

Paracetamol-haltigen Präparaten

daherstrengeingeschränktoder

möglichst vermieden werden.

Salicylate,Para-Aminosalicylsäure,

Chlorpromazin,Fenyramidolundβ-

Rezeptorenblocker hemmenbei

gleichzeitigerGabevontebesium ® -s

denMetabolismusvonIsoniazid,so

dasseszuerhöhtenIsoniazid-Kon-

zentrationenkommenkann.Erhöhte

Isoniazid-Blutspiegelwerdenauchbei

gleichzeitigerTherapiemitInsulin

oderHaloperidolbeobachtet.

BeigleichzeitigerAnwendungvon

PrednisolonundIsoniazidkanneszu

einerWirkungsverminderungdesIso-

niazidsalsFolgeeinerverstärktenEli-

mination kommen.

Chenodeoxycholsäureerhöhteben-

fallsdieAusscheidungvonIsoniazid,

da dieAcetylierungbeschleunigt wird.

BeigleichzeitigerAnwendungvon

LevodopaundIsoniazidkanneszu

motorischerUnruhe(Agitiertheit),zu

schweremZittern(Tremor)undzu

einerVerschlechterungderParkinson-

Symptomatik kommen.

BeigleichzeitigerAnwendungvonIso-

niazidund Cycloserin sowie

TerizidonisteineerhöhteKrampf-

bereitschaft möglich.

IsoniazidkanndieNebenwirkungen

vonSympathikomimetikawieAdrena-

linundNoradrenalinverstärken.

BeigleichzeitigerGabevonIsoniazid

undProtionamidkönnenPsychosen,

PellagroideundPhotodermatosenauf-

treten.

IsoniazidverstärktdieToxizitätvon

Atropin.

ZwischenIsoniazidundChloroquin

bestehteinAntagonismus.Diessollte

beidergleichzeitigenBehandlungvon

TuberkuloseundMalariaberück-

sichtigt werden.

BeieinerTherapiemittebesium ® -sist

miteinervermindertenAlkohol-

toleranzsowiemitverstärktenNeben-

wirkungen des Isoniazidszurechnen.

VoneinergleichzeitigenBehandlung

mitIsoniazidundDisulfiramistabzu-

raten,weildadurchdieDisulfiram-

Wirkung verstärkt wird.

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Isoniazidistplacentagängig.ImFeten

werdenca.2/3dermütterlichenIso-

niazid-Plasmakonzentrationerreicht.

klinischeErfahrungenerbrachtenbis-

herHinweiseaufeineerhöhteMiss-

bildungsratederNeugeborenen.Nach

denEmpfehlungendesDeutschen

ZentralkomiteeszurBekämpfungder

TuberkuloseistdasRisikoeinerunzu-

reichendenoderfehlendenTuberku-

losebehandlungumeinVielfaches

größeralsdasTeratogenitätsrisiko.

DieDurchführungeinerBehandlung

mitIsoniazidistinkeinemStadiumder

GraviditäteineIndikationzum

Schwangerschaftsabbruch.

IsoniazidtrittindieMuttermilchüber.

BerichteüberunerwünschteWir-

kungenbeiSäuglingensindbisher

nichtbekannt.Dennochsollten

gestillteSäuglingeärztlichüberwacht

werden.

4.7AuswirkungenaufdieVerkehrs-

tüchtigkeitunddieFähigkeitzum

Bedienen von Maschinen

tebesium ® -skannauchbeibestim-

mungsgemäßemGebrauchdasReak-

tionsvermögensoweitverändern,

dassdieFähigkeitzuraktivenTeilnah-

meamStraßenverkehroderzumBe-

dienenvonMaschinenbeeinträchtigt

wird;diesgiltinverstärktemMaßeim

Zusammenwirken mitAlkohol.

4.8 Nebenwirkungen

BeidenHäufigkeitsangabenzu

Nebenwirkungenwerdenfolgende

Kategorien zugrundegelegt:

Sehr häufig (≥1/10)

Häufig (≥1/100bis <1/10)

Gelegentlich(≥1/1.000bis<1/100)

Selten (≥1/10.000bis <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nichtbekannt(HäufigkeitaufGrund-

lagederverfügbarenDatennicht   ab-

schätzbar)

Nebenwirkungensinddosisabhängig

undsindbeiTagesdosenbis300mg

relativ selten.

BeihöherenDosensteigtdieInzidenz

von Nebenwirkungensteil an.

WirkungenaufdasZentralnerven-

system

zentralnervöseStörungenmit

Schwindel,Kopfschmerzenund

Psychosen

ParästhesienandenExtremitäten,

periphere Polyneuritiden

de_7760 ÄAvom23.03.2009

Fachinformation Seite4/5

BeeinträchtigungderMerkfähigkeit

unddesReaktionsvermögens,

Überreizung,VerlustderSelbst-

kontrolle

EpileptiformeKrämpfe,besonders

beizerebralenAnfallsleideninder

Anamnese.

DiezentraleundperiphereNeurotoxi-

zitätwerdenalsdiehäufigsteNeben-

wirkungvonIsoniazidbeschrieben.

KlinischeStudienhabengezeigt,dass

einezusätzlicheBehandlungmitPyri-

doxindasRisikovonPolyneuropa-

thien,vorallembeiprädisponierten

Patienten(Alkoholabusus,hohesAlter,

Mangelernährung,PhänotypLang-

samacetylierer),statistischsignifikant

mindert.AuchdiezerebralenStörun-

gensollendurchdiegleichzeitige(pro-

phylaktische)GabevonPyridoxinver-

mindert werden.

Wirkungen aufdie Leberfunktion

ErhöhungderEnzymaktivitäten

vonSGOTundSGPTsowievon

Bilirubin,diesichunterTherapie

häufig wieder normalisieren.

HepatitismitoderohneIkterusist

sehr selten.

HepatotoxischeNebenwirkungenneh-

menmithöheremLebensalter,beiPa-

tientenmitbereitsbestehendenLeber-

schädenundbeiAlkoholabususzu.

DieKombinationvonIsoniazidmit

RifampicinsolldasRisikovergrößern.

ObderPhänotypderIsoniazid-Acety-

lierungeinenRisikofaktordarstellt,ist

nochnichtsicher.DiePrognoseder

relativseltenauftretendenIsoniazid-

induziertenHepatitisistinderRegel

gut.EinesolcheHepatitis,dieklinisch

voneinerVirus-Hepatitiskaumzu

unterscheidenist,manifestiertsich

meistensindenersten4–8Wochen

derTherapie.WesentlichmehrPatien-

tenerleidenlediglicheinereversible

Erhöhungder Transaminasen,diesich

auchunterWeiterbehandlungmitIso-

niazidzurückbildenkann.Leberfunk-

tionstestssolltenvorBeginnderBe-

handlungundwährendderTherapie in

regelmäßigenAbständendurchgeführt

werden.FürdieIsoniazid-bedingten

Leberschädenwerdenreaktive,elek-

trophileUmwandlungsproduktedes

Isoniazid-MetabolitenAcetylhydrazin

Wirkungen aufdie Nierenfunktion

Gelegentlichkönneneinevorüberge-

hendeMikrohämaturieundEiweißspu-

renimHarnauftreten.SiesindAus-

druckminimalerNierenschädenund

habenkeinetherapeutischenKonse-

quenzen.

WirkungenaufdenGastrointestinal-

trakt

GastrointestinaleStörungenwieDiar-

rhoeoderObstipationsowieAuf-

stoßen,VöllegefühlundErbrechen

tretenseltenaufundkönnenauchAn-

zeicheneinerbeginnendenLeberstö-

rung sein.

Überempfindlichkeitsstörungen

Fieber,Hauteruptionen,Exantheme,

Lymphdrüsenschwellungen,Lupus-

erythematodes-likeReaktionensowie

dieHerxheimer’scheReaktionunmit-

telbarnachTherapiebeginnsindsel-

ten.

WirkungenaufdasBlutundBlutbe-

standteile

Selten Blutbildungsstörungen

(Anämie,Leukopenie,Thrombo-

zytopenie,seltenerAgranulo-

zytosenoderEosinophilie).

RegelmäßigeBlutbildkontrollen

(alle4Wochen)sindempfehlens-

wert.

VereinzeltBlutungsneigungdurch

Gefäßwandschädigung,meistbei

höherer Dosierung.

WirkungenaufDrüsenmitinnerer

Sekretion

GelegentlichwirdübereineGynäko-

mastie berichtet.

Pellagra

SeltenverursachtIsoniazideinpella-

graartigesSyndrom,vorallembeiun-

terernährtenodereinseitigvegetarisch

ernährtenPatienten.Eskanndurch

diezusätzlicheGabevonVitaminB

6

vermieden bzw.behandeltwerden.

Sonstige Nebenwirkungen

Herz-Kreislauf-Störungen(Rhythmus-

SeltentretenMuskel-undGelenk-

schmerzen(z.B.auchdasSchulter-

Hand-Syndrom) auf.

4.9 Überdosierung

a) Symptome der Intoxikation

Bei nur leichter Intoxikation:

Artikulationsstörungen,Ataxieund

polyneuritische Reaktionen.

Bei schwerer Intoxikation:

lokalisierteodergeneralisierteepilepti-

formeKrämpfe,Bewusstlosigkeit,me-

tabolischeAzidose,Atemstillstand.

b) Therapie von Intoxikationen

Kontrollierte,forcierteDiurese,Hämo-

dialysebzw.Peritonealdialyse.Intra-

venöseGabevonPyridoxin(Vitamin

)inDosen,diedieapplizierteIso-

niazidmengedeutlichübersteigen.

PublizierteEmpfehlungenreichenvon

5gbis12gPyridoxin.Aucheinei.v.-

Einzeldosisvon52gPyridoxinister-

folgreichohnegleichzeitigePyridoxin-

Vergiftungangewandtworden.Außer

PyridoxinkönnteaucheineBehand-

lungmitderneurotropenSubstanz

Nicotinamidhilfreichsein.Sedierung

mitkurzwirksamenBarbituratenoder

Diazepam.EineTherapiemitPheny-

toinmussvermiedenwerden.ZurBe-

handlungvontherapierefraktären

KrampfanfällennachIntoxikationmit

18gIsoniazidwurdeauchdiei.v.-

GabevonThiopental(Gesamtdosis

ca.3,5g)erfolgreichangewandt.Be-

handlungdermetabolischenAzidose

mitNatriumbicarbonat.Elektrolyt-

Kontrolle und –Ausgleich.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1PharmakodynamischeEigen-

schaften

PharmakotherapeutischeGruppe:

SynthetischhergestelltesChemo-

therapeutikum

ATC-Code: J04AC01

tebesium ® -swirktspezifischbakterizid

aufMykobakterien.

Wirkungsmechanismus:

Isoniazidbeeinträchtigtinvitroden

Zellwandstoffwechselundvermutlich

auchdenNukleinsäurestoffwechsel

sensiblerMykobakterien.Invivowirkt

esbakterizidaufproliferierende,aber

auchauflangsamwachsende

Mykobakterien.

de_7760 ÄAvom23.03.2009

Fachinformation Seite5/5

Mikrobiologisches Wirkungsspektrum:

IsoniazidhemmtdasWachstumvon

MycobacteriumtuberculosisundMy-

cobacteriumbovisimBereichvon 0,05

–0,20µg/ml.DieminimaleHemm-

konzentration(MIC)fürdenStandard-

Referenz-StammM.tuberculosisH37

RVbeträgt0,05µg/ml.Stämme

werdenalssensitivbezeichnet,wenn

dieMIC<0,20µg/mlbeträgt.Primäre

ResistenzdesM.tuberculosiswurde

indenUSAundEuropamit2–4%

relativ selten beobachtet.

InanderengeographischenRegionen

kann die Resistenzratehöher liegen.

SekundäreResistenztrittvorallembei

Isoniazid-Monotherapieauf,undzwar

innerhalbvondreiMonatenbei60%

dernochbakteriologischpositiven

Fälle.

DerBCG-Stammistnormalerweise

Isoniazid-sensitiv.DieübrigenMyko-

bakteriensindüberwiegendresistent,

nurM.kansasiireagiertzuweilen

sensitiv.

5.2PharmakokinetischeEigen-

schaften

BeiintravenöserApplikationvon5mg/

kgKörpergewichtwerdenSerumkon-

zentrationenvon8+1,9µg/mler-

reicht.4–6Std.nachApplikationist

dieSerumkonzentrationbeieinemTeil

derPatienten,undzwardemvom

PhänotypderSchnellinaktivierer,auf

Nullabgefallen,währendbeiPatienten

vomPhänotypderLangsaminaktivie-

rernochKonzentrationendeutlich

größer als Null vorliegen.

Verteilung:

EskonntekeinesignifikanteBindung

anSerumproteinefestgestelltwerden.

Isoniazidwirdaufalleextra-und

intrazellulärenKörperflüssigkeitenver-

teilt.DasVerteilungsvolumenbeträgt

0,61+0,11l/kgKörpergewicht.Cere-

brospinalflüssigkeit(vonGesunden

undPatientenmittuberkulöserMe-

ningitis),PleuraergussundSpeichel

enthaltendenPlasmakonzentrationen

vergleichbareIsoniazid-Mengen.Die

höchstenKonzentrationenwurdenin

HautundLungegefunden,sodass

diesemöglicherweiseeineArtDepot

darstellen.Isoniazidpenetriertinkase-

ösesGewebeundindieAlveolar-

makrophagen.DieerreichtenKonzen-

trationenliegenfürmindestens5Std.

überderminimalenHemmkonzent-

ration.DiePenetrationdesIsoniazidin

periphereNervenzellenwurdeexperi-

Isoniazid,sondernauchdieMetabo-

litenAcetylisoniazidundIsonicotin-

säure werden gleichmäßig verteilt.

Placentagängigkeit/Übergangindie

Muttermilch:

StudienamHundundamKaninchen

zeigten,dassIsoniaziddurchdiePla-

centapenetriertundauchmitderMut-

termilchinKonzentrationenausge-

schiedenwird,diemitdenendesPlas-

mas vergleichbar sind.

Biologische Halbwertzeit:

Dietotale,,bodyclearance‘‘unter-

scheidetsichaufgrundgenetischbe-

dingterUnterschiedeindermetabo-

lischenEliminationbeidenbeiden

resultierendenPhänotypensignifikant.

Dieszeigtsichindendeutlichver-

schiedenenterminalenHalbwerts-

zeiten (HWZ) für das Isoniazid:

Schnellacetylierer 35– 110 min

Langsamacetylierer110 – 400 min.

Elimination:

DieAusscheidungvonIsoniaziderfolgt

mit70%überwiegendrenal.Aus-

geschiedenwerdendabeifreiesIso-

niazidundMetaboliten.Entsprechend

dergenetischbestimmtenMetabolisie-

rungunterscheidensichdiePhäno-

typenSchnell-undLangsamacetylie-

rerimAnteildereinzelnenMetaboli-

ten.Schnellacetyliererscheiden94%

alsAcetylisoniazidundseineDerivate

ausundnur2,8%alsunverändertes

Isoniazidbzw.3,6%alsIsoniazid-

Konjugate.Langsamacetyliererschei-

den37%alsunverändertesIsoniazid

bzw.Isoniazid-Konjugateausund

63%alsAcetylisoniazidundandere

Derivate,wieAcetylhydrazinund

Isonicotinsäure.Fürunverändertes

IsoniazidunddieHydrazonver-

bindungenbeträgtdierenale

Clearance unabhängig vom

Acetylierungstyp46+3ml/min.

IsonicotinsäureundderenKonjugat

mitGlycinwerdenvermutlichaktivse-

zerniert(renaleClearance453bzw.

493ml/min),währenddasAcetyliso-

niazidmit111ml/mineliminiertwird,

wasderglomerulärenFiltrationsrate

entspricht.

Isoniazidverbindetsichmitdemkör-

pereigenenCoenzymPyridoxalphos-

phatzuPyridoxal-Isonicotin-Hydrazon.

DieseVerbindungwirdrenalausge-

schieden.

EliminationbeieingeschränkterLeber-

funktion:

BeiPatientenmitakuteroderchro-

bimodalenEliminationskinetikenmehr,

unddieHWZsindsignifikantverlän-

gert,waseineAnpassungderDosie-

rung erforderlich macht.

Dialysierbarkeit:

BeiHämodialysewerden73%der

totalenIsoniazid-Dosisinnerhalbvon 5

Stunden entfernt.

Metabolismus:

FürIsoniazidistAcetylierungder

quantitativwichtigsteSchrittinder

metabolischenElimination.Diegene-

tischbedingteUnterscheidungvon

zweiPhänotypen,densog.Schnell-

undLangsamacetylierern,wurde

schonmehrfacherwähnt.BeiSchnell-

acetylierernwirdIsoniazid5-bis6-

fachschnellerumgesetztalsbei

Langsamacetylierern.Dasentstande-

neAcetylisoniazidwirdzuIsonicotin-

säurebzw.Monoacetylhydrazinabge-

baut.ZurrenalenEliminationwird

Isonicotinsäurezumüberwiegenden

TeilanGlycingebunden.DieRatefür

dieseKonjugationistindividuell

verschieden,aberunabhängigvom

Acetylierungsstatus.

Monoacetylhydrazinwirdvomgleichen

polymorphenN-Acetyltransferasesys-

temwieIsoniazidselbstzuDiacetyl-

hydrazinumgebaut.Entsprechendist

auchhierdieRatebeimsog.Schnell-

acetylierersignifikant(etwa4-fach)

höheralsbeimLangsamacetylierer.

Quantitativwenigerbedeutsamistdie

UmwandlungvonIsoniazidinPyruvat-

Hydrazon bzw.α-Ketoglutar-Hydrazon.

DerwichtigsteMetabolitintoxischer

HinsichtscheintdasMonoacetylhydra-

zinzusein,weildessenreaktive,

elektrophileUmwandlungsprodukteals

SubstratfürmikrosomaleEnzymein

derLeberdienenkönnen,unddabei

toxischeIntermediärprodukteentste-

hen,diezuLebernekrosenführensol-

len.DieFrage,obbeieinemderbei-

denPhänotypeneinbesonderesRisi-

kofürdieseReaktionbesteht,istnoch

nichtausdiskutiert.Vomgleichenpoly-

morphenEnzymsystemderN-Acetyl-

transferasenwirdauchdieAcetylie-

rungandererStoffe,wieSulphadimi-

dine,Sulphapyridineusw.katalysiert,

sodassderenMetabolitenimUrinzur

einfachenBestimmungdesPhänotyps

verwendetwerdenkönnen.Inder

BundesrepublikDeutschlandsollder

AnteilderLangsamacetyliererinder

Population 44 % betragen.

5.3PräklinischeDatenzurSicher-

heit

de_7760 ÄAvom23.03.2009

Fachinformation Seite6/5

ToxikologischeEigenschaften

ToxischeReaktionensindbeithera-

peutischerAnwendungselten(s.a.

Abschnitte4.8„Nebenwirkungen“und

4.9 „Überdosierung“).Zwarwurdenbei

bestimmtenMäusestämmenkanzero-

geneVeränderungennachIsoniazid-

gabefestgestellt,dochscheinthierdie

Ursacheineinembishernurbeidieser

SpeziesnachgewiesenenMetaboli-

sierungsschrittbegründetzusein.Im

RahmenderweltweitenTherapie-

studien—u.a.die18Jahredauernde

BeobachtungüberdieAuswirkungvon

Chemoprophylaxebzw.Chemo-

präventionindenUSA—ergaben

sichkeineHinweiseaufkanzerogene

Wirkungen.

IsoniazidpenetriertdurchdiePlazenta

undfindetsichauchinderMutter-

milch,dochwirddadurchkeinzusätz-

lichesRisikoembryotoxischeroder

teratogenerWirkungenhervorgerufen,

wieklinischeStudiengezeigthaben

(sieheAbschnitt4.6„Schwangerschaft

und Stillzeit“).

6. PharmazeutischeAngaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

tebesium ® -s-100 mg:

Natriumchlorid,Salzsäure0,36%,

Wasser für Injektionszwecke

tebesium ® -s-250 mg:

Salzsäure0,36%,Wasserfür

Injektionszwecke.

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht bekannt.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre.

FrischzubereiteteMischungensindin-

nerhalbvon24Stundenzu

verbrauchen.

6.4BesondereVorsichtsmaßnah-

men für dieAufbewahrung

FürdieseArzneimittelsindkeine

besonderenLagerungsbedingungen

erforderlich.

6.5Artund Inhalt des Behältnisses

Art:Ampulle aus Braunglas

OPmit 12Ampullen

Anstaltspackung mit 120Ampullen

tebesium ® -s-250 mg:

OPmit 12Ampullen

Anstaltspackung mit 120Ampullen

6.6BesondereVorsichtsmaßnah-

menfürdieBeseitigungund

sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderenAnforderungen.

7. Inhaber der Zulassung

RIEMSERArzneimittelAG

An der Wiek 7

17493 Greifswald –Insel Riems

Fon: +49(0) 3 83 51/ 7 60

Fax: +49(0) 3 83 51/ 3 08

E-mail:info@RIEMSER.de

Internet:www.RIEMSERgroup.com

8. Zulassungsnummer(n)

tebesium ® -s-100 mg: 359.00.00

tebesium ® -s-250 mg: 359.01.00

9.DatumderVerlängerungderZu-

lassung

tebesium ® -s-100 mg:

09.06.1994

tebesium ® -s-250 mg:

09.06.1994

10. Stand der Information

März 2009

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

de_7760 ÄAvom23.03.2009

Fachinformation Seite7/5

de_7760 ÄAvom23.03.2009

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