Targin 5 mg/2.5 mg Tabletten retard

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-04-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
oxycodoni hydrochloridum, naloxoni hydrochloridum anhydricum
Verfügbar ab:
Mundipharma Medical Company, Hamilton, Bermuda, Basel Branch
ATC-Code:
N02AA55
INN (Internationale Bezeichnung):
oxycodoni hydrochloridum, naloxoni hydrochloridum anhydricum
Darreichungsform:
Tabletten retard
Zusammensetzung:
oxycodoni hydrochloridum 5 mg corresp. oxycodonum 4.48 mg, naloxoni hydrochloridum anhydricum 2.5 mg ut naloxoni hydrochloridum dihydricum 2.73 mg corresp. naloxonum 2.24 mg, hydroxypropylcellulosum, ethylcellulosum, alcohol stearylicus, lactosum monohydricum 71.25 mg, talcum, magnesii stearas, Überzug: poly(alcohol vinylicus), E 171, macrogolum 3350, talcum, E 133, pro compresso obducto.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Narkotisches Analgetikum
Zulassungsnummer:
58683
Berechtigungsdatum:
2009-11-13

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-04-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-04-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-04-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses Arzneimittel

ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen weitergeben. Auch

wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Targin®

Mundipharma Medical Company

Untersteht dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe.

Was ist Targin und wann wird es angewendet?

Targin ist ein Schmerzmittel zur Behandlung mittelstarker bis starker andauernder Schmerzen. Es

enthält die Wirkstoffe Oxycodon, mit schmerzhemmender Wirkung, sowie Naloxon, welches einer

Verstopfung entgegenwirkt, einer typischen Begleiterscheinung einer Behandlung mit Schmerzmitteln

aus der Gruppe der Opioide.

Die Wirkstoffe werden nach der Einnahme von Targin im Magen-Darm-Trakt langsam herausgelöst und

in die Blutbahn aufgenommen. Die schmerzhemmende Wirkung hält deshalb über etwa 12 Stunden an.

Targin darf nur auf Verschreibung und unter regelmässiger Kontrolle des Arztes bzw. der Ärztin

verwendet werden.

Wann darf Targin nicht eingenommen werden?

·Wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen die Wirkstoffe oder einen der Hilfsstoffe sind,

·bei ausgeprägter Beeinträchtigung der Atemfunktion, wie z.B. schwerem Bronchialasthma oder

schwerer chronischer Einengung der Atemwege,

·bei Druckerhöhung im rechten Herzen infolge von Lungenhochdruck (Cor pulmonale),

·bei einer nicht durch Opioide bedingten Darmlähmung,

·bei mässig bis stark eingeschränkter Leberfunktion,

·wenn Sie stillen.

Wann ist bei der Einnahme von Targin Vorsicht geboten?

·Bei stark eingeschränkter Lungenfunktion, eingeschränkter Nierenfunktion oder leicht eingeschränkter

Leberfunktion,

·bei einer durch Opioide bedingten Darmlähmung,

·bei Unterfunktion der Schilddrüse,

·bei Funktionsschwäche der Nebennierenrinden (Addisonscher Krankheit),

·bei von Alkohol oder Vergiftungszuständen verursachten psychischen Störungen, Alkoholabhängigkeit

oder schwerwiegenden Reaktionen auf einen Alkoholentzug,

·bei Gallensteinleiden oder sonstigen Erkrankungen der Gallenwege,

·bei Entzündung der Bauchspeicheldrüse,

·bei vergrösserter Prostata,

·bei niedrigem oder hohem Blutdruck sowie bei vorbestehenden Herzkreislauferkrankungen,

·bei Kopfverletzungen, Epilepsie oder Neigung zu Krampfanfällen,

·bei Einnahme von Arzneimitteln aus der Gruppe der Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer).

Targin ist nicht für die gleichzeitige Therapie mit MAO-Hemmern oder innerhalb der 14 Tage nach

Unterbruch solcher Therapie vorgesehen.

Wenn Sie älter oder körperlich schwach sind, können bei Ihnen möglicherweise eher Nebenwirkungen

auftreten. Seien Sie daher besonders vorsichtig.

Bei längerfristiger Einnahme von Targin kann es zu einer Gewöhnung kommen. Das bedeutet, dass Sie

möglicherweise für die erwünschte schmerzlindernde Wirkung eine höhere Dosis benötigen.

Die längerfristige Einnahme von Targin kann ausserdem zu körperlicher Abhängigkeit führen. Bei

abrupter Beendigung der Therapie können Entzugssymptome wie Unruhe, Schweissausbrüche und

Muskelschmerzen auftreten. Wenn Sie die Therapie nicht mehr benötigen, sollten Sie die Tagesdosis

nach Rücksprache mit Ihrem Arzt schrittweise reduzieren.

Zur Behandlung von langfristig auftretenden Schmerzen aufgrund von gutartigen Erkrankungen sollte

Targin nicht als Arzneimittel erster Wahl eingesetzt werden. Targin sollte als Teil eines breiten

Therapieprogramms, das weitere Arzneimittel und Behandlungen umfasst, angewendet werden.

Der Wirkstoff Oxycodon hat ein Missbrauchspotential ähnlich wie alle anderen starken

morphinähnlichen Schmerzmittel. Die Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit ist möglich. Bei

bestehendem oder früherem Alkohol-, Drogen- oder Arzneimittelmissbrauch sollte die Einnahme von

Targin vermieden werden.

Targin ist für die Entzugsbehandlung bei Opioidabhängigkeit nicht geeignet.

Falls Sie operiert werden müssen, teilen Sie bitte Ihren Ärzten mit, dass Sie Targin einnehmen.

Bei längerfristiger Einnahme von morphinähnlichen Schmerzmitteln wie Targin können reversible

hormonelle Veränderungen wie eine Unterfunktion der Nebennierenrinde mit Symptomen wie Übelkeit,

Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schwäche, Schwindel oder niedrigem Blutdruck bzw. eine

Unterfunktion der Geschlechtsorgane mit Symptomen wie Abnahme der Libido, Erektionsstörungen

oder Ausbleiben der Regelblutung auftreten.

Bestimmte Arzneimittel können die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Nebenwirkungen

(insbesondere Beeinträchtigung der Atemfunktion (Atemdepression), tiefer Blutdruck, Schläfrigkeit

und/oder Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit) erhöhen, welche in schweren Fällen zu ausgeprägter

Benommenheit, Koma und Tod führen können:

·andere morphinähnliche Schmerzmittel (Opioide),

·Schlaf- und Beruhigungsmittel (wie z.B. Benzodiazepine),

·bestimmte Arzneimittel gegen Allergien, Reisekrankheit oder Übelkeit,

·bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen (einschliesslich Johanniskraut) oder Psychosen,

·bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Krampfanfällen und bestimmten Schmerzzuständen

(Carbamazepin, Phenytoin, Gabapentin, Pregabalin),

·bestimmte Antibiotika (z.B. Clarithromycin, Rifampicin),

·bestimmte Arzneimittel gegen Pilzinfektionen (z.B. Ketoconazol) oder zur HIV-Behandlung (z.B.

Ritonavir),

·bestimmte Arzneimittel gegen Sodbrennen und Magen-Darm-Geschwüre (z.B. Cimetidin),

·Arzneimittel zur Muskelentspannung,

·Arzneimittel bei Morbus Parkinson.

Informieren Sie unbedingt Ihren Arzt/Ihre Ärztin bzw. Ihren Apotheker/Ihre Apothekerin, wenn sie

eines dieser Arzneimittel anwenden und halten Sie sich genau an die Dosierungsempfehlung Ihres

Arztes oder Ihrer Ärztin. Es könnte hilfreich sein, Freunde oder Verwandte darüber zu informieren, bei

Ihnen auf die genannten Anzeichen und Symptome zu achten. Kontaktieren Sie Ihren Arzt oder Ihre

Ärztin, wenn solche Symptome bei Ihnen auftreten.

Wenn Sie Targin gemeinsam mit bestimmten Arzneimitteln einnehmen, welche die Gerinnungsfähigkeit

des Blutes herabsetzen (Cumarin-Derivate), kann die Blutgerinnung beschleunigt oder verlangsamt

werden.

Trinken Sie während der Behandlung mit Targin keinen Alkohol. Die Einnahme von Alkohol während

der Behandlung mit Targin kann zu verstärkter Schläfrigkeit führen und das Risiko schwerwiegender

Nebenwirkungen, wie flache Atmung mit dem Risiko eines Atemstillstands und Bewusstseinsverlust,

erhöhen, was in schweren Fällen zu Koma und Tod führen kann.

Es wird empfohlen, während der Einnahme von Targin Grapefruits und Grapefruitsaft zu vermeiden.

Das Risiko von Nebenwirkungen nimmt zu, wenn Sie bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen (wie

z.B. Citalopram, Duloxetin, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin, Venlafaxin)

anwenden. Diese Arzneimittel können die Wirkung von Oxycodon beeinflussen, und Symptome wie

unwillkürliches, rhythmisches Muskelzucken, einschliesslich Augenzucken (Zucken der Muskeln,

welche die Augenbewegung steuern), Unruhe, übermässiges Schwitzen, unwillkürliches Zittern,

gesteigerte Reflexe, erhöhte Muskelanspannung oder Körpertemperatur über 38 °C können auftreten.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie solche Anzeichen bemerken.

Die Retardtabletten müssen ganz geschluckt werden und dürfen nicht zerteilt, zerkaut oder zerkleinert

werden. Zerteilte, zerkaute oder zerkleinerte Tabletten führen zu einer schnelleren Wirkstofffreisetzung

und zur Aufnahme einer möglicherweise tödlichen Dosis von Oxycodon.

Targin Tabletten retard dürfen in keinem Fall in missbräuchlicher Absicht aufgelöst und injiziert (z.B. in

ein Blutgefäss eingespritzt) werden, da dies schwerwiegende gesundheitsschädliche Folgen haben kann,

die möglicherweise auch zum Tod führen können.

Wenn Sie von Substanzen wie Heroin, Morphin oder Methadon abhängig sind, sind bei Missbrauch von

Targin ernste Entzugsbeschwerden wegen des Wirkstoffs Naloxon zu erwarten.

Die Retardtablette löst sich im Darm nach Abgabe der gesamten Wirkstoffmenge nicht vollständig auf,

deswegen kann die Tablettenhülle manchmal im Stuhl erscheinen. Dies bedeutet keine Beeinträchtigung

der Wirksamkeit des Präparats.

Die Einnahme von Targin kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Targin daher erst nach Rücksprache mit Ihrem

Arzt bzw. Ihrer Ärztin ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber

bestimmten Zuckern leiden. Personen mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-

Mängeln oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Targin nicht einnehmen.

Targin kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge und Maschinen

zu bedienen, beeinträchtigen. Besprechen Sie deshalb mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, ob Sie Auto

fahren, Maschinen bedienen oder gefährliche Arbeiten ausführen dürfen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Targin während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Er/sie

wird über die Anwendung von Targin entscheiden. Eine längerfristige Anwendung von Targin während

der Schwangerschaft kann zu Entzugserscheinungen beim Neugeborenen führen. Wenn Targin während

der Geburt angewendet wird, kann es beim neugeborenen Kind zu einer Verlangsamung der Atmung

(Atemdepression) kommen.

Stillzeit

Wenn Sie stillen, darf Targin nicht eingenommen werden.

Wie verwenden Sie Targin?

Nehmen Sie Targin immer genau nach Anweisung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin ein. Bitte fragen Sie

bei lhrem Arzt/Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Apotheker/Ihrer Apothekerin nach, wenn Sie nicht ganz sicher

sind.

Targin Tabletten retard sind mit ausreichend Flüssigkeit (½ Glas Wasser) zu oder zwischen den

Mahlzeiten morgens und abends nach einem festen Zeitschema (z.B. morgens um 8 Uhr, abends um

20 Uhr) einzunehmen. Sie dürfen die Retardtablette nicht zerteilen, zerkauen oder zerkleinern.

Erwachsene

Die übliche Anfangsdosis beträgt eine Targin Tablette retard zu 10 mg/5 mg alle 12 Stunden. Ihr Arzt

bzw. Ihre Ärztin wird die Dosierung an die Schmerzintensität und Ihre individuelle Empfindlichkeit

anpassen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, falls zwischen den Einnahmen von Targin Schmerzen

auftreten. Er/sie kann Ihnen ein schnell freisetzendes Schmerzmittel zur Therapie dieser

Durchbruchschmerzen verschreiben.

Wenn Sie mehr Targin als verschrieben eingenommen haben, sollten Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin informieren.

Sollten Sie einmal eine Einnahme vergessen haben, so können Sie diese nachholen, wenn die nächste

reguläre Einnahme in mehr als 8 Stunden vorgesehen ist. Anschliessend können Sie Ihren üblichen

Einnahmeplan beibehalten. Wenn die nächste reguläre Einnahme in weniger als 8 Stunden vorgesehen

ist, nehmen Sie Targin ebenfalls, schieben die nächste Einnahme jedoch um 8 Stunden hinaus.

Keinesfalls sollten Sie die doppelte Einzeldosis einnehmen.

Setzen Sie Targin nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin ab. Falls die Therapie nicht

länger angezeigt ist, kann es ratsam sein, die Tagesdosis stufenweise zu reduzieren, um das Auftreten

von Entzugssymptomen zu vermeiden.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Die Anwendung und Sicherheit von Targin bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft

worden. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten Targin deshalb nicht einnehmen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Targin haben?

Insbesondere zu Beginn der Therapie können häufig Übelkeit und Erbrechen auftreten. Wenn Ihnen übel

ist oder Sie erbrechen müssen, informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin, der/die dagegen ein Arzneimittel

verschreiben kann.

Folgende weitere Nebenwirkungen können ausserdem bei der Einnahme von Targin auftreten:

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Drehschwindel,

Hitzewallung, Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Mundtrockenheit, Verdauungsstörungen,

Schwitzen, Juckreiz, Hautausschlag, Schwäche, Müdigkeit.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Überempfindlichkeitsreaktionen, Denkstörungen, Angst, Verwirrtheit, Depressionen, Nervosität,

Unruhe, Krampfanfälle (insbesondere bei Personen mit Epilepsie oder Neigung zu Krampfanfällen),

Aufmerksamkeitsstörungen, Geschmacksstörungen, Sprachstörungen, (Muskel-) Zittern, Trägheit,

Sehstörung, schmerzhaftes Engegefühl im Brustkorb (Angina pectoris), insbesondere wenn Sie an

Erkrankungen der Herzkranzgefässe leiden, Herzklopfen, Blutdrucksenkung, Blutdruckanstieg,

Ohnmacht (Synkope), Beeinträchtigung der Atemfunktion, laufende Nase, Husten, Blähungen,

Erhöhung der Leberwerte, Gallenkolik, Muskelspasmen, Muskelschmerzen, Harndrang, verringerter

Geschlechtstrieb, Brustkorbschmerz, Schüttelfrost, Entzugssymptome, Schmerzen,

Wassereinlagerungen (z.B. in den Beinen), Unwohlsein, Durst, Gewichtsabnahme, Verletzungen durch

Unfälle.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Arzneimittelabhängigkeit, Pulsbeschleunigung, Gähnen, Gewichtszunahme.

Ausserdem wurde über euphorische Stimmung, Halluzinationen, Albträume, Aggression,

Taubheitsgefühl oder ähnliche Missempfindungen an der Haut, schwere Schläfrigkeit bis Benommenheit

(Sedierung), Verlangsamung und Abflachung der Atmung (Atemdepression), Aufstossen, Harnverhalten

und Erektionsstörungen berichtet.

Für den Wirkstoff Oxycodon alleine (wenn er nicht mit Naloxon kombiniert wird) sind über das oben

genannte hinaus die folgenden Nebenwirkungen bekannt und könnten deshalb bei Targin auch

vorkommen:

Häufig: Atemnot.

Gelegentlich: Austrocknung, Stimmungsveränderung, Aufregung, Gedächtnisstörung, erhöhte

Muskelspannung, Muskelzuckungen, Taubheitsgefühl, Verengung der Pupillen, Gefässerweiterung,

Schluckstörungen, Schluckauf, Aufstossen, Darmverschluss, trockene Haut, Harnverhalten,

Unterfunktion der Geschlechtsorgane, Schüttelfrost, Wassereinlagerungen (Ödeme), Gewöhnung.

Selten: juckender Ausschlag (Nesselsucht).

Ausserdem wurde über akute allergische Allgemeinreaktionen, übermässige Schmerzempfindlichkeit

(Hyperalgesie), Zahnkaries, Gallenstauung und Ausbleiben der Regelblutung berichtet.

Bei vermuteter Überdosierung ist sofort der Arzt/die Ärztin zu benachrichtigen, der/die entsprechende

Gegenmassnahmen einleiten wird. Zeichen einer Überdosierung sind verengte Pupillen, extreme

Verlangsamung der Atmung, tiefer Blutdruck, narkoseartige Zustände.

Eine Atemlähmung ist die bedeutsamste Gefährdung einer Überdosierung.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Bitte bringen Sie nach Beendigung der Behandlung das Arzneimittel mit dem restlichen Inhalt an Ihre

Abgabestelle (Arztpraxis, Apotheke) zur fachgerechten Entsorgung zurück.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Targin enthalten?

Wirkstoffe

Oxycodonhydrochlorid und Naloxonhydrochlorid.

1 Targin 5 mg/2,5 mg Tablette retard enthält 5,00 mg Oxycodonhydrochlorid (entsprechend 4,48 mg

Oxycodon) und 2,48 mg Naloxonhydrochlorid (als 2.73 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat,

entsprechend 2,24 mg Naloxon).

1 Targin 10 mg/5 mg Tablette retard enthält 10,00 mg Oxycodonhydrochlorid (entsprechend 8,97 mg

Oxycodon) und 4,96 mg Naloxonhydrochlorid (als 5.45 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat,

entsprechend 4,46 mg Naloxon).

1 Targin 20 mg/10 mg Tablette retard enthält 20,00 mg Oxycodonhydrochlorid (entsprechend 17,93 mg

Oxycodon) und 9,92 mg Naloxonhydrochlorid (als 10.90 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat,

entsprechend 8,92 mg Naloxon).

1 Targin 40 mg/20 mg Tablette retard enthält 40,00 mg Oxycodonhydrochlorid (entsprechend 35,86 mg

Oxycodon) und 19,83 mg Naloxonhydrochlorid (als 21.80 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat,

entsprechend 17,85 mg Naloxon).

1 Targin 60 mg/30 mg Tablette retard enthält 60,00 mg Oxycodonhydrochlorid (entsprechend 53,79 mg

Oxycodon) und 29,75 mg Naloxonhydrochlorid (als 32.70 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat,

entsprechend 26,77 mg Naloxon).

1 Targin 80 mg/40 mg Tablette retard enthält 80,00 mg Oxycodonhydrochlorid (entsprechend 71,72 mg

Oxycodon) und 39,66 mg Naloxonhydrochlorid (als 43.60 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat,

entsprechend 35,70 mg Naloxon).

Hilfsstoffe

Targin Tabletten retard enthalten als Hilfsstoffe Ethylcellulose, Stearylalkohol, Talkum,

Magnesiumstearat, teilhydrolisierter Polyvinylalkohol, Macrogol 3350 und Titandioxid (E 171).

1 Targin 5 mg/2,5 mg Tablette retard enthält zusätzlich Hydroxypropylcellulose, 71,25 mg Lactose-

Monohydrat und Brillantblau FCF (E 133).

1 Targin 10 mg/5 mg Tablette retard enthält zusätzlich 64,25 mg Lactose-Monohydrat und Povidon

K30.

1 Targin 20 mg/10 mg Tablette retard enthält zusätzlich 54,50 mg Lactose-Monohydrat, Povidon K30

und Eisenoxid, rot (E 172).

1 Targin 40 mg/20 mg Tablette retard enthält zusätzlich 109,00 mg Lactose-Monohydrat, Povidon K30

und Eisenoxid, gelb (E 172).

1 Targin 60 mg/30 mg Tablette retard enthält zusätzlich 77,10 mg Lactose-Monohydrat, Povidon K30,

Eisenoxid, rot (E 172) und Eisenoxid, schwarz (E 172).

1 Targin 80 mg/40 mg Tablette retard enthält zusätzlich 45,20 mg Lactose-Monohydrat, Povidon K30,

Eisenoxid, gelb (E 172) und Eisenoxid, schwarz (E 172).

Zulassungsnummer

58683 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Targin? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Packungen zu 30 und 60 Tabletten retard.

Zulassungsinhaberin

Mundipharma Medical Company, Hamilton/Bermuda, Zweigniederlassung Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im April 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Targin®

Mundipharma Medical Company

Untersteht dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe

Zusammensetzung

Wirkstoffe: oxycodoni hydrochloridum et naloxoni hydrochloridum.

Hilfsstoffe: lactosum monohydricum, excip. pro compresso obducto.

Targin 5 mg/2,5 mg: color.: Brillantblau FCF (E 133).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Targin 5 mg/2,5 mg: hellblaue, kapselförmige, bikonvexe Filmtablette, ohne Bruchrille, mit Prägung

«OXN» auf der einen Seite und «5» auf der anderen Seite, enthält 5 mg Oxycodonhydrochlorid

wasserfrei bzw. 4,5 mg Oxycodon und 2,73 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat entsprechend 2,5 mg

Naloxonhydrochlorid wasserfrei bzw. 2,25 mg Naloxon.

Targin 10 mg/5 mg: weisse, kapselförmige, bikonvexe Filmtablette, ohne Bruchrille, mit Prägung

«OXN» auf der einen Seite und «10» auf der anderen Seite, enthält 10 mg Oxycodonhydrochlorid

wasserfrei bzw. 9 mg Oxycodon und 5,45 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat entsprechend 5 mg

Naloxonhydrochlorid wasserfrei bzw. 4,5 mg Naloxon.

Targin 20 mg/10 mg: rosarote, kapselförmige, bikonvexe Filmtablette, ohne Bruchrille, mit Prägung

«OXN» auf der einen Seite und «20» auf der anderen Seite, enthält 20 mg Oxycodonhydrochlorid

wasserfrei bzw. 18 mg Oxycodon und 10,9 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat entsprechend 10 mg

Naloxonhydrochlorid wasserfrei bzw. 9 mg Naloxon.

Targin 40 mg/20 mg: gelbe, kapselförmige, bikonvexe Filmtablette, ohne Bruchrille, mit Prägung

«OXN» auf der einen Seite und «40» auf der anderen Seite, enthält 40 mg Oxycodonhydrochlorid

wasserfrei bzw. 36 mg Oxycodon und 21,8 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat entsprechend 20 mg

Naloxonhydrochlorid wasserfrei bzw. 18 mg Naloxon.

Targin 60 mg/30 mg: rote, kapselförmige, bikonvexe Filmtablette, ohne Bruchrille, mit Prägung

«OXN» auf der einen Seite und «60» auf der anderen Seite, enthält 60 mg Oxycodonhydrochlorid

wasserfrei bzw. 54 mg Oxycodon und 32,7 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat entsprechend 30 mg

Naloxonhydrochlorid wasserfrei bzw. 27 mg Naloxon.

Targin 80 mg/40 mg: braune, kapselförmige, bikonvexe Filmtablette, ohne Bruchrille, mit Prägung

«OXN» auf der einen Seite und «80» auf der anderen Seite, enthält 80 mg Oxycodonhydrochlorid

wasserfrei bzw. 72 mg Oxycodon und 43,6 mg Naloxonhydrochlorid-Dihydrat entsprechend 40 mg

Naloxonhydrochlorid wasserfrei bzw. 36 mg Naloxon.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Mittelstarke bis starke prolongierte Schmerzen bzw. bei ungenügender Wirksamkeit nicht-opioider

Analgetika.

Der Naloxon-Anteil in der fixen Kombination mit Oxycodon dient der Therapie und/oder Prophylaxe

einer opioidinduzierten Obstipation.

Dosierung/Anwendung

Art der Anwendung

Targin Tabletten retard sind für die orale Anwendung bestimmt und alle 12 Stunden nach einem

festen Zeitschema einzunehmen.

Die Tabletten retard können sowohl während als auch zwischen den Mahlzeiten mit ausreichend

Flüssigkeit eingenommen werden. Sie müssen ganz geschluckt und dürfen nicht zerteilt, zerkaut oder

zerkleinert werden.

Die verschiedenen Dosisstärken können kombiniert werden (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»).

Dosierung

Die Dosierung ist stufenweise an die Schmerzintensität und an die individuelle Empfindlichkeit des

Patienten anzupassen.

Die korrekte Dosierung für einen Patienten ist die, welche genügt, um den Schmerz für volle 12 h

ohne oder mit lediglich erträglichen unerwünschten Wirkungen zu kontrollieren.

Es gelten folgende allgemeine Dosierungsempfehlungen für Erwachsene:

Nicht-Opioid-gewöhnte (opioidnaive) Patienten

Die Anfangsdosis beträgt für opioidnaive Patienten im Allgemeinen 10 mg/5 mg

Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid alle 12 Stunden.

Patienten, welche bereits mit einem anderen Opioid vorbehandelt sind

Obwohl für die therapeutische Äquivalenz von oral und parenteral verabreichten Opioiden nützliche

Tabellen existieren, bestehen bezüglich der relativen Potenz grosse interindividuelle Variabilitäten

für die verschiedenen Wirkstoffe und Darreichungsformen. Spezifische Dosierungsempfehlungen

sind auch nicht möglich, da systematische klinische Studien für entsprechende Wechsel von allen

potentiell eingesetzten Opioiden fehlen. Bei einem Wechsel des Wirkstoffes oder der

Darreichungsform muss unter klinischer Kontrolle neu titriert werden. Generell ist es sicherer, die

tägliche Retard-Oxycodondosis eines Patienten tief einzuschätzen als mit einer zu hohen Dosis

gefährliche unerwünschte Wirkungen auszulösen. In der Regel wird mit der Hälfte der geschätzten

Tagesdosis begonnen, verteilt auf zwei Dosen im Abstand von 12 h und schnell freisetzendes

Oxycodon als Reservemedikation bereitgestellt.

Die analgetische Wirksamkeit von Targin entspricht der von isomolaren Dosen des Wirkstoffes

Oxycodonhydrochlorid in Oxycontin.

Eine Umstellung von Oxycontin auf Targin kann ohne Dosisanpassung von einem Tag auf den

anderen erfolgen.

Ergänzende Schmerzmedikation und Dosistitration

Einige Patienten, die Targin nach einem festen Zeitschema erhalten, benötigen schnell freisetzende

Opioidanalgetika als Reservemedikation zur Behandlung von Durchbruchschmerzen. Targin ist für

die Behandlung von Durchbruchschmerzen nicht geeignet.

In den Zulassungsstudien zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Targin wurden schnell

freisetzende Darreichungsformen von Oxycodon als Reservemedikation und für die Dosistitration

eingesetzt.

Die Einzeldosis der Reservemedikation sollte ca. 1/6 der entsprechenden Tagesdosis von

Oxycodonhydrochlorid betragen. Wird eine Reservemedikation häufiger als zweimal pro Tag

benötigt, ist dies ein Anzeichen dafür, dass eine Dosiserhöhung von Targin erforderlich ist. Diese

Anpassung sollte alle 1-2 Tage in Dosisschritten von 2× täglich 5 mg/2,5 mg oder wenn nötig 2×

täglich 10 mg/5 mg Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid bis zum Erreichen einer

angemessenen Dosis erfolgen. Das Ziel ist eine patientenspezifische Dosierung, die bei 2× täglicher

Gabe eine adäquate Analgesie und so wenig wie möglich Reservemedikation so lange ermöglicht,

wie eine Schmerztherapie notwendig ist.

Erhaltungstherapie

Bei Tagesdosierungen von über 80 mg/40 mg Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid wurde

eine dosisabhängige Zunahme der bekannten unerwünschten Wirkungen gezeigt (siehe Rubrik

«Unerwünschte Wirkungen»).

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei der Anwendung von Targin in Tagesdosierungen von über

160 mg/80 mg Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid (entsprechend einer zweimal täglichen

Gabe von zwei Tabletten retard Targin 40 mg/20 mg) wurden nicht untersucht.

Patienten, die höhere Dosierungen benötigen, sollten im gleichen Zeitschema zusätzlich mit einer

geeigneten Menge an retardiertem Oxycodon behandelt werden. Der günstige Einfluss von Naloxon

auf die Darmtätigkeit kann hierbei beeinträchtigt werden.

Obwohl die gleichmässige Gabe (gleiche Dosis morgens und abends) nach einem festen Zeitschema

(alle 12 Stunden) für die Mehrzahl der Patienten angemessen ist, kann es für einige Patienten von

Vorteil sein, in Abhängigkeit von der individuellen Schmerzsituation, die Mengen ungleich zu

verteilen. Im Allgemeinen sollte die geringste analgetisch wirksame Dosis ausgewählt werden.

Bei der Behandlung von nicht tumor-assoziierten Schmerzen sind Tagesdosierungen bis 40 mg/20

mg Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid im Allgemeinen ausreichend, jedoch können

höhere Dosierungen von Targin erforderlich sein.

Therapiedauer

Targin sollte nicht länger als unbedingt notwendig angewendet werden. Falls in Abhängigkeit von

Art und Schwere der Erkrankung eine Langzeitbehandlung erforderlich ist, sollte eine sorgfältige und

regelmässige Beobachtung sicherstellen, in welchem Ausmass eine Weiterbehandlung notwendig ist.

Falls eine Opioid-Therapie nicht länger angezeigt ist, sollte die Therapie ausschleichend beendet

werden (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Nach Absetzen der Therapie mit Targin mit anschliessendem Wechsel auf ein anderes Opioid ist mit

einer Verschlechterung der Darmfunktion zu rechnen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Sicherheit und Wirksamkeit von Targin wurden bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht

untersucht. Die Einnahme wird deshalb nicht empfohlen.

Ältere Patienten

Wie bei jüngeren Erwachsenen ist die Dosierung an die Schmerzintensität und an die individuelle

Empfindlichkeit des Patienten anzupassen (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»).

Leberfunktionsstörung

In einer klinischen Studie wurde gezeigt, dass die Plasmaspiegel von Oxycodon und Naloxon bei

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion erhöht waren. Naloxonplasmaspiegel waren dabei

stärker erhöht als die von Oxycodon (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»). Die klinische Relevanz der

relativ hohen Naloxonplasmaspiegel bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist nicht

bekannt.

Bei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh Score (CPS) 5-6) sollte die

Dosis reduziert und mit Vorsicht auftitriert werden. Für opioidnaive Patienten wird eine

Anfangsdosis von 5 mg/2,5 mg Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid alle 12 Stunden

empfohlen.

Bei Patienten mit mässig (CPS 7-9) bis stark eingeschränkter Leberfunktion (CPS 10-15) ist Targin

kontraindiziert (siehe Rubrik «Kontraindikationen»).

Nierenfunktionsstörung

In einer klinischen Studie wurde gezeigt, dass die Plasmaspiegel von Oxycodon und Naloxon bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion erhöht waren (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»).

Naloxonplasmaspiegel waren dabei stärker erhöht als die von Oxycodon. Die klinische Relevanz der

relativ hohen Naloxonplasmaspiegel bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist nicht

bekannt.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Anwendung von Targin mit Vorsicht

erfolgen. Insbesondere bei stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatininclearance <30 ml/min)

sollte die Dosis reduziert und nur unter regelmässiger medizinischer Kontrolle auftitriert werden. Für

opioidnaive Patienten wird eine Anfangsdosis von 5 mg/2,5 mg

Oxycodonhydrochlorid/Naloxonhydrochlorid alle 12 Stunden empfohlen.

Genetische Polymorphismen

Genetische Polymorphismen von CYP2D6 können die Wirksamkeit von Oxycodon verändern,

respektive zu unerwünschten Wirkungen führen (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»).

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegenüber Oxycodon und/oder Naloxon und/oder einem der Hilfsstoffe

gemäss Zusammensetzung,

·schwere Atemdepression mit Hypoxie und/oder Hyperkapnie,

·schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung,

·Cor pulmonale,

·schweres Bronchialasthma,

·nicht opioid-bedingter paralytischer Ileus,

·mässig bis stark eingeschränkte Leberfunktion,

·Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Wie bei anderen Opioid-Präparaten stellt das Auftreten einer Atemdepression das grösste Risiko bei

einer Überdosierung dar (siehe Rubrik «Überdosierung»).

Vorsicht ist geboten bei der Anwendung von Targin bei:

·älteren oder geschwächten Patienten,

·opioid-bedingtem paralytischem Ileus,

·stark eingeschränkter Lungenfunktion, eingeschränkter Nierenfunktion, leicht eingeschränkter

Leberfunktion,

·Hypothyreose,

·Addisonscher Krankheit (Nebennierenrindeninsuffizienz),

·Intoxikationspsychose, Alkoholismus, Delirium tremens,

·Cholelithiasis oder sonstiger akuter biliärer Erkrankung,

·Pankreatitis,

·Prostatahypertrophie,

·Hypotonie, Hypertonie, vorbestehenden Herzkreislauferkrankungen,

·Kopfverletzungen (wegen des Risikos eines erhöhten Hirndrucks),

·Epilepsie oder Prädisposition zu Krampfanfällen,

·gleichzeitiger Einnahme von zentral dämpfend wirkenden Substanzen oder Monoaminoxidase-

Hemmern (MAO-Hemmern) (siehe Rubrik «Interaktionen»).

Bei disponierten Patienten (z.B. bei instabilem Kreislauf) können teils deutliche Blutdruckabfälle

auftreten.

Beim Auftreten von Diarrhö sollte als Ursache die Wirkung von Naloxon in Betracht gezogen

werden.

Die Umstellung von Patienten unter Langzeitanwendung von anderen Opioiden auf Targin kann

anfänglich Entzugssymptome und Diarrhö auslösen. Eine besondere Beobachtung dieser Patienten

kann notwendig sein.

Bei längerfristiger Anwendung kann es zur Entwicklung einer Toleranz gegenüber Targin kommen,

so dass eine höhere Dosierung zum Erzielen des erwünschten analgetischen Effektes erforderlich

sein kann. Die chronische Anwendung von Targin kann zu physischer Abhängigkeit führen. Bei

abrupter Beendigung der Therapie können Entzugssymptome auftreten. Falls die Therapie mit Targin

nicht länger erforderlich ist, kann es deshalb ratsam sein, die Tagesdosis stufenweise zu reduzieren,

um das Auftreten von Entzugssymptomen zu vermeiden.

Der Wirkstoff Oxycodon für sich hat, ähnlich wie andere stark wirksame Opioidrezeptoragonisten,

ein Missbrauchspotenzial. Eine psychische Abhängigkeit (Arzneimittelsucht) kann sich nach Gabe

opioidhaltiger Analgetika wie Targin entwickeln. Bei anamnestischem Alkohol-, Drogen- oder

Arzneimittelmissbrauch ist Targin nur mit besonderer Vorsicht zu verordnen.

Vor jedem Missbrauch von Targin durch Drogenabhängige wird dringend gewarnt.

Bei Personen, die von Opioidrezeptoragonisten wie Heroin, Morphin oder Methadon abhängig sind,

sind bei parenteralem, intranasalem oder oralem Missbrauch von Targin – auf Grund der

opioidrezeptorantagonistischen Eigenschaften von Naloxon – deutliche Entzugssymptome zu

erwarten oder es können bereits bestehende Entzugssymptome verstärkt werden (siehe Rubrik

«Pharmakokinetik»).

Targin ist für die Entzugsbehandlung bei Opioidabhängigkeit nicht geeignet.

Eine Hyperalgesie, bei der eine weitere Dosiserhöhung von Targin zu keiner weiteren

Schmerzreduktion führen wird, kann insbesondere bei hoher Dosierung auftreten. Eine Reduktion

der Oxycodon-Dosis oder der Wechsel auf ein anderes Opioid kann dann erforderlich werden.

Es liegen keine klinischen Erfahrungen bei Krebspatienten mit Peritonealkarzinose oder beginnender

Darmobstruktion im fortgeschrittenen Stadium von Tumorerkrankungen des Verdauungstraktes oder

Beckenbereichs vor. Daher wird eine Anwendung von Targin bei diesen Patienten nicht empfohlen.

Die Gabe von Targin wird präoperativ und während der ersten 12-24 Stunden postoperativ nicht

empfohlen. In Abhängigkeit von Art und Umfang des chirurgischen Eingriffs, dem gewählten

Anästhesieverfahren, der sonstigen Begleitmedikation sowie vom individuellen Zustand des

Patienten ist der Zeitpunkt des postoperativen Einsatzes von Targin nach sorgfältiger Abwägung von

Nutzen und Risiko im Einzelfall festzulegen.

Targin ist bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht untersucht worden. Sicherheit und

Wirksamkeit sind daher nicht überprüft, so dass eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

unter 18 Jahren nicht empfohlen wird.

Opioide wie Oxycodon können die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren- oder -Gonaden-

Achsen beeinflussen. Zu den Veränderungen, die beobachtet werden können, zählen ein Anstieg des

Prolaktin im Serum und eine Abnahme von Kortisol und Testosteron im Plasma. Eine Manifestation

klinischer Symptome aufgrund dieser Hormonveränderungen kann möglich sein.

Targin Tabletten retard bestehen aus einer dualen Polymer-Matrix und sind nur für die orale

Einnahme bestimmt. Eine missbräuchliche parenterale Verabreichung der Tablettenbestandteile

(insbesondere von Talk) kann zur Nekrose lokalen Gewebes und zu Lungengranulomen oder zu

anderen schwerwiegenden, potenziell letalen unerwünschten Ereignissen führen.

Um die Retardierung der Tabletten nicht zu beeinträchtigen, müssen die Tabletten retard als Ganzes

eingenommen und dürfen nicht zerteilt, zerkaut oder zerkleinert werden. Die Einnahme zerteilter,

zerkauter oder zerkleinerter Tabletten führt zu einer schnelleren Wirkstofffreisetzung und Resorption

einer möglicherweise letalen Dosis von Oxycodon (siehe auch Rubrik «Überdosierung»).

Die leere Tablettenmatrix wird unter Umständen sichtbar mit den Faeces ausgeschieden.

Targin Tabletten retard enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-

Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Targin nicht einnehmen.

Die Einnahme von Targin kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Interaktionen

Zentral dämpfend wirkende Substanzen wie Benzodiazepine, Barbiturate, andere Opioide, Alkohol,

Neuroleptika (Phenothiazine), trizyklische Antidepressiva, sedierende H1-Antihistaminika,

zentralwirkende Antiemetika, Gabapentin, Pregabalin, Anästhetika, Sedativa, Hypnotika oder

Anxiolytika können das Risiko von Atemdepression, Hypotonie und einer Beeinträchtigung der

Aufmerksamkeit erhöhen. In schweren Fällen können ausgeprägte Sedierung, Koma und Tod

eintreten.

Falls eine kombinierte Therapie in Betracht gezogen wird, sollte eine Reduktion der Dosis einer oder

beider Substanzen erwogen und die Patientin bzw. der Patient regelmässig auf Anzeichen von

Atemdepression, Sedierung und Hypotonie überwacht werden.

Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol ist zu vermeiden (siehe auch Rubrik «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Schwere Fälle von Interaktionen auf Zentralnervensystem, Atmungs- und Kreislauffunktion wurden

nach gleichzeitiger Einnahme von Pethidin und Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)

beobachtet. Ähnliches Interaktionspotenzial mit Targin kann nicht ausgeschlossen werden. Targin ist

nicht für die gleichzeitige Therapie mit MAO-Hemmern oder innerhalb 14 Tagen nach Unterbruch

solcher Therapie vorgesehen (siehe auch Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Bei gleichzeitiger Einnahme von Oxycodon und Cumarin-Derivaten sind relevante Veränderungen

der Thromboplastinzeit (International Normalized Ratio/INR bzw. Quick-Wert) in beide Richtungen

beobachtet worden.

Eine gleichzeitige Einnahme von Oxycodon und Anticholinergika bzw. Arzneimitteln mit

anticholinerger Wirkung (z.B. trizyklische Antidepressiva, Antihistaminika, Antipsychotika,

Muskelrelaxantien, Arzneimittel bei Morbus Parkinson) kann anticholinergische unerwünschte

Wirkungen verstärken.

Arzneimittelinteraktionen via CYP3A4 und CYP2D6 mit Oxycodon und anderen Wirkstoffen

können Auswirkungen auf die Pharmakokinetik, Pharmakodynamik, die analgetische Wirkung und

die Sicherheit von Oxycodon haben (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»).

CYP3A4-Inhibitoren wie Makrolid-Antibiotika (z.B. Clarithromycin), Antimykotika der Imidazol-

Klasse (z.B. Ketoconazol), Proteaseinhibitoren (z.B. Ritonavir), Cimetidin und Grapefruitsaft können

zu einer reduzierten Oxycodon-Clearance und folglich zu erhöhten Oxycodon-

Plasmakonzentrationen sowie zu einer Überproduktion des aktiven Metaboliten Oxymorphon mit

verstärkten pharmakodynamischen Effekten führen.

CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin und Johanniskraut können zu einer

erhöhten Oxycodon-Clearance und folglich zu reduzierten Oxycodon-Plasmakonzentrationen führen.

CYP2D6-Inhibitoren wie Paroxetin und Chinidin können zu einer reduzierten Oxycodon-Clearance

und folglich zu erhöhten Oxycodon-Plasmakonzentrationen führen.

Interaktionen zwischen Oxycodon und Naloxon wurden im therapeutischen Dosierungsbereich von

Targin nicht beobachtet.

In therapeutischen Konzentrationen ist die Wahrscheinlichkeit für klinisch relevante Interaktionen

von Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder Naltrexon mit der Kombination von Oxycodon und

Naloxon äusserst gering.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine klinischen Daten zur Anwendung von Targin in der Schwangerschaft oder unter der

Geburt vor. Daten über eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren mit Oxycodon deuten

nicht auf ein erhöhtes Risiko von angeborenen Fehlbildungen hin. Es liegen keine hinreichenden

Daten über die Verwendung von Naloxon bei Schwangeren vor. Die systemische Verfügbarkeit von

Naloxon bei Frauen nach der Einnahme von Targin ist jedoch relativ gering (siehe Rubrik

«Pharmakokinetik»). Sowohl Oxycodon als auch Naloxon passieren die Plazenta. Tierstudien mit der

Kombination von Oxycodon und Naloxon wurden nicht durchgeführt (siehe Rubrik «Präklinische

Daten»), jedoch haben Tierstudien mit Oxycodon oder Naloxon als Einzelsubstanzen

reproduktionstoxikologische Wirkungen gezeigt (siehe Rubrik «Präklinische Daten»).

Eine längerfristige Anwendung von Targin während der Schwangerschaft kann zu

Entzugssymptomen beim Neugeborenen führen. Während der Geburt angewendet, kann Targin beim

Neugeborenen eine Atemdepression hervorrufen.

Targin sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Nutzen das mögliche

Risiko für den Fötus oder das Neugeborene eindeutig überwiegt.

Stillzeit

Oxycodon geht in die Muttermilch über. Es wurde ein Milch-Plasma-Konzentrationsverhältnis von

3,4:1 gemessen und es ist daher möglich, dass beim gestillten Kind Oxycodon-Effekte auftreten.

Es ist nicht bekannt, ob Naloxon ebenfalls in die Muttermilch übergeht. Systemische Naloxon-

Spiegel sind nach Gabe von Targin jedoch sehr niedrig (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»). Ein

Risiko für das gestillte Kind besteht insbesondere nach wiederholter Einnahme von Targin durch die

stillende Mutter.

Targin darf während der Stillzeit nicht eingenommen werden (siehe Rubrik «Kontraindikationen»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Targin kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Dies ist insbesondere zu Beginn der Therapie, nach einer Dosisanpassung oder einer Umstellung auf

Targin sowie beim Zusammenwirken von Targin mit Alkohol oder anderen zentral dämpfend

wirkenden Substanzen zu erwarten. Bei einer stabilen Therapie sind Beschränkungen nicht

zwangsläufig erforderlich. Deshalb sollten Patienten mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob sie

Auto fahren oder Maschinen bedienen dürfen.

Unerwünschte Wirkungen

Die Häufigkeiten werden wie folgt definiert: «häufig» (≥1/100, <1/10), «gelegentlich» (≥1/1’000,

<1/100), «selten» (≥1/10’000, <1/1’000), «nicht bekannt» (Häufigkeit aufgrund der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar).

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Überempfindlichkeit.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Appetitabnahme bis Appetitverlust.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Schlaflosigkeit.

Gelegentlich: Denkstörungen, Angst, Verwirrtheit, Depressionen, Nervosität, Unruhe.

Selten: Arzneimittelabhängigkeit.

Häufigkeit nicht bekannt: euphorische Stimmung, Halluzinationen, Albträume, Aggression.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schwindelgefühl, Kopfschmerz, Schläfrigkeit.

Gelegentlich: Konvulsionen (insbesondere bei Personen mit Epilepsie oder Prädisposition zu

Krampfanfällen), Aufmerksamkeitsstörungen, Dysgeusie, Sprachstörungen, Tremor, Trägheit.

Häufigkeit nicht bekannt: Parästhesien, Sedierung.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Sehstörungen.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Vertigo.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Angina pectoris (insbesondere bei Patienten mit vorbestehender koronarer

Herzkrankheit), Palpitationen (im Zusammenhang mit einem Entzugssyndrom).

Selten: Tachykardie.

Gefässerkrankungen

Häufig: Hitzewallung.

Gelegentlich: Blutdrucksenkung, Blutdruckanstieg, Synkope.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Dyspnö, Rhinorrhö, Husten.

Selten: Gähnen.

Häufigkeit nicht bekannt: Atemdepression.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Abdominalschmerz, Obstipation, Diarrhö, Mundtrockenheit, Dyspepsie, Übelkeit,

Erbrechen.

Gelegentlich: Flatulenz.

Häufigkeit nicht bekannt: Aufstossen.

Affektionen der Leber und der Gallenblase

Gelegentlich: Erhöhung leberspezifischer Enzyme, Gallenkolik.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hyperhidrosis, Pruritus, Rash.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich: Muskelspasmen, Myalgie.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Harndrang.

Häufigkeit nicht bekannt: Harnretention.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: verminderte Libido.

Häufigkeit nicht bekannt: Erektionsstörungen.

Allgemeine Erkrankungen

Häufig: Asthenie, Müdigkeit.

Gelegentlich: Brustkorbschmerz, Schüttelfrost, Arzneimittelentzugssyndrom, Schmerzen, periphere

Ödeme, Unwohlsein, Durst, Gewichtsabnahme.

Selten: Gewichtszunahme.

Verletzung

Gelegentlich: Verletzungen durch Unfälle.

Für den Wirkstoff Oxycodon sind die folgenden zusätzlichen unerwünschten Wirkungen bekannt

und könnten deshalb bei Targin auch vorkommen:

Erkrankungen des Immunsystems

Häufigkeit nicht bekannt: anaphylaktische Reaktion, anaphylaktoide Reaktion.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Dehydratation.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Affektlabilität, Agitiertheit.

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Amnesie, erhöhter Muskeltonus, unwillkürliche Muskelkontraktionen, Hypoästhesie.

Häufigkeit nicht bekannt: Hyperalgesie.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Miosis.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Vasodilatation.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Bronchospasmen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Dysphagie, Schluckauf, Ileus.

Häufigkeit nicht bekannt: Zahnkaries.

Affektionen der Leber und der Gallenblase

Häufigkeit nicht bekannt: Cholestase, Spasmen des Sphincter Oddi.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Trockene Haut.

Selten: Urtikaria.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Hypogonadismus.

Häufigkeit nicht bekannt: Amenorrhö.

Allgemeine Erkrankungen

Gelegentlich: Schüttelfrost, Ödeme, Toleranzentwicklung.

Häufigkeit nicht bekannt: neonatales Arzneimittelentzugssyndrom.

Übelkeit und Erbrechen treten meist nur zu Beginn der Therapie auf und verschwinden nach einigen

Tagen spontan. In gewissen Fällen kann die Gabe eines Antiemetikums angezeigt sein.

Überdosierung

Wie bei allen Opioiden ist die Gefahr einer Intoxikation bzw. Überdosierung für Nicht-Gewöhnte

hoch.

Symptome

Abhängig von der Applikationsart kann sich eine Intoxikation bzw. Überdosierung von Targin durch

Symptome äussern, die entweder durch Oxycodon (Opioidrezeptoragonist) oder durch Naloxon

(Opioidrezeptorantagonist) hervorgerufen werden.

Akute Symptome umfassen Miosis, Atemdepression, Somnolenz bis Stupor oder Koma. Weitere

mögliche Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Hypotonie, Bradykardie, Verlängerung des QT-

Intervalls, verminderter Muskeltonus und Darmatonie. In Fällen schwerer Überdosierung können

Atemstillstand, nicht-kardiogenes Lungenödem, Kreislaufversagen und Tod eintreten.

Symptome einer reinen Naloxon-Überdosierung sind unwahrscheinlich.

Behandlung

Überwachung von Atmung und Bewusstsein, bei klinisch signifikanter Atem- oder ZNS-Depression:

Künstliche Beatmung, Stabilisieren des Kreislaufs und Gabe von Naloxon.

Dosierung: 0,4-2 mg Naloxon intravenös (Kinder: 0,01 mg/kg Körpergewicht). Falls notwendig 2-

3× jeweils nach 2-3 min wiederholen oder als Dauerinfusion verabreichen (siehe entsprechende

Fachinformation).

Die Wirkungsdauer von Naloxon ist relativ kurz (Plasmahalbwertszeit: t½ Naloxon = 1-1,5 Stunden,

t½ Oxycodon = 3-4 Stunden), zudem besteht eine protrahierte Wirkstoffabgabe bei Targin. Der

Patient ist deshalb auch nach Naloxon-Gabe längerfristig zu überwachen und wiederholte Naloxon-

Gaben können notwendig sein.

Naloxon sollte mit Vorsicht bei Personen verwendet werden, die möglicherweise einen

Langzeitgebrauch mit Opioiden (Toleranz) aufweisen. Eine abrupte oder vollstandige Aufhebung der

Opioidwirkung kann zu einem akuten Entzugssyndrom führen. Empfohlen wird eine Initialdosis von

0,04 mg Naloxon.

Entzugssymptome aufgrund der Naloxon-Überdosierung sollen symptomatisch behandelt werden.

In speziellen Situationen kann eine primäre Dekontamination mit Aktivkohle in Erwägung gezogen

werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N02AA55

Wirkmechanismus

Oxycodon und Naloxon haben eine Affinität zu μ-, κ- und δ-Opioidtrezeptoren in Gehirn,

Rückenmark und peripheren Organen (z.B. Darm).

Oxycodon ist ein reiner Agonist dieser Rezeptoren ohne antagonistischen Effekt. Die therapeutische

Wirkung von Oxycodon ist hauptsächlich analgetisch, anxiolytisch, antitussiv und sedierend durch

die Bindung an die endogenen Opioid-Rezeptoren im ZNS.

In seiner Wirkungsweise ähnelt Oxycodon dem Morphin, unterscheidet sich aber in seiner

Pharmakokinetik und seinem Metabolismus.

Im Gegensatz dazu ist Naloxon ein reiner Antagonist an allen Opioidrezeptortypen. Aufgrund des

ausgeprägten hepatischen First-pass-Metabolismus liegt die Bioverfügbarkeit von Naloxon bei oraler

Gabe bei ca. 2% (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»), so dass eine klinisch relevante systemische

Wirkung von Naloxon nach oraler Einnahme nicht zu erwarten ist.

Aufgrund der im Vergleich zu Oxycodon höheren Rezeptor-Affinität von Naloxon lokal im Darm

wird das Auftreten der für eine Behandlung mit Opioiden typischen Darmfunktionsstörungen

deutlich reduziert.

Bei vorbestehenden Darmfunktionsstörungen können insbesondere das Ausmass und die Schwere

dieser unerwünschten Wirkung reduziert werden.

Im Vergleich zu schnell freisetzenden Darreichungsformen von Oxycodon bewirkt Targin für einen

erheblich längeren Zeitraum eine Schmerzlinderung (siehe auch «Pharmakokinetik»).

Klinische Wirksamkeit

In einer zwölfwöchigen randomisierten, plazebo- und aktiv kontrollierten, doppelblinden

Parallelgruppenstudie an 463 Patienten mit mittelstarken bis starken chronischen Rückenschmerzen

konnte gezeigt werden, dass die tägliche Verabreichung von Targin (Dosierung 20 mg/10 mg bis 40

mg/20 mg) zu einer im Vergleich zu Plazebo signifikanten Reduktion rekurrenter Schmerzevents

führte (um 42%, p<0,0001). Die Wirksamkeit hinsichtlich Schmerzkontrolle war dabei mit dem

Effekt von 20-40 mg retardiertem Oxycodon gut vergleichbar.

In einer vierwöchigen, randomisierten, aktiv kontrollierten, doppelblinden Parallelgruppenstudie an

185 Patienten mit mittelstarken bis starken tumor-assoziierten Schmerzen liess sich eine Nicht-

Unterlegenheit von Targin versus retardiertes Oxycodon hinsichtlich der Schmerzkontrolle messen

(sekundärer Studienendpunkt).

In einer zwölfwöchigen randomisierten, aktiv kontrollierten, doppelblinden Parallelgruppenstudie an

322 Patienten mit mittelstarken bis starken nicht tumor-assoziierten Schmerzen und opioid-

induzierter Obstipation hatten Patienten, die mit 20 mg/10 mg bis 50 mg/25 mg Targin täglich

behandelt wurden, im Vergleich zu denen, die 20 bis 50 mg retardiertes Oxycodon täglich erhielten,

im Durchschnitt einen zusätzlichen spontanen Stuhlgang in der letzten Behandlungswoche

(p <0,0001). Der Gebrauch von Laxantien in den ersten 4 Wochen war signifikant niedriger in der

Gruppe mit Targin im Vergleich zur Gruppe mit retardiertem Oxycodon (31% vs 55%, p<0,0001).

Ähnliche Ergebnisse wurden in einer fünfwöchigen, randomisierten, aktiv kontrollierten,

doppelblinden Parallelgruppenstudie an 243 Patienten mit nicht tumor- bzw. tumor-assoziierten

Schmerzen und opioid-induzierter Obstipation erzielt, die vergleichbare Tagesdosierungen von 100

mg/50 mg bis 160 mg/80 mg Targin bzw. 100 mg bis 160 mg retardiertem Oxycodon erhielten.

Der primäre Endpunkt (Bowel Function Index: Maximale Obstipation = 100 Punkte) basierte auf

einem Patientenfragebogen und die entsprechenden Werte betrugen zu Beginn im Mittel für Targin

68, respektive für Oxycodon 67 Punkte. Nach einer Woche sank der Index mit Targin um -28 und

mit Oxycodon -13 Punkte, nach fünf Wochen betrug der BFI für Targin 37 und für Oxycodon 52

Punkte. Diese Ergebnisse sind statistisch signifikant und klinisch relevant.

Ein sekundärer Endpunkt untersuchte die Anzahl Darmentleerungen pro Woche; zu Beginn waren es

im Mittel 3.8 für Targin und 3.7 für Oxycodon; nach einer Woche stiegen die Frequenzen unter

Targin auf 6.7 und für Oxycodon auf 4.3. Nach fünf Wochen betrugen die Stuhlfrequenzen unter

Targin 5.2, respektive 4.7 für Oxycodon.

Die Studie belegte weiterhin die Gleichwertigkeit von Targin versus retardiertes Oxycodon

hinsichtlich der Schmerzkontrolle. Höhere Dosen von Naloxon hatten demnach keinen Einfluss auf

den analgetischen Effekt von Oxycodon.

In all diesen Studien wurden schnell freisetzende Darreichungsformen von Oxycodon als

Reservemedikation und für die Dosistitration eingesetzt (siehe auch Rubrik

«Dosierung/Anwendung»).

Weitere pharmakologische Wirkungen

Präklinische Studien zeigen unterschiedliche Effekte natürlicher Opioide auf Komponenten des

Immunsystems. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist nicht bekannt. Es ist nicht bekannt, ob

Oxycodon, ein semisynthetisches Opioid, ähnliche Wirkungen auf das Immunsystem aufweist wie

natürliche Opioide.

Pharmakokinetik

Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Oxycodon in Targin Tabletten retard sind äquivalent zu

denjenigen von Oxycodon in Oxycontin Tabletten retard bei gleichzeitiger Verabreichung von

Naloxon-Retardtabletten.

Alle Wirkstärken von Targin sind dosisproportional bioäquivalent und untereinander austauschbar.

Absorption

Nach oraler Einnahme weist Oxycodon eine hohe absolute Bioverfügbarkeit von bis zu 87% auf.

Die maximalen Plasmakonzentrationen (Cmax) von Oxycodon werden nach median 3-4 h gegenüber

median 0,75-1,25 h mit schnell freisetzenden Darreichungsformen von Oxycodon erreicht.

Aufgrund der kurzen Eliminationshalbwertszeit von Oxycodon in Targin erreichen die Oxycodon-

Plasmakonzentrationen das Fliessgleichgewicht innerhalb von 24 h.

Bei Einnahme von Targin nach einem fettreichen Frühstück wurde im Vergleich zur Einnahme in

nüchternem Zustand eine klinisch nicht signifikante Erhöhung der AUC um bis zu 17% und der

Cmax um bis zu 42% von Oxycodon beobachtet. Targin kann sowohl während als auch zwischen

den Mahlzeiten eingenommen werden (siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung»).

Der Nutzen von Naloxon wird lokal im Gastrointestinaltrakt erzielt. Nach Absorption wird Naloxon

extensiv zu 6β-Naloxol, Naloxon-3-Glucuronid und 6β-Naloxol-Glucuronid in der Leber und im

Darm metabolisiert. Bei oraler Einnahme weist Naloxon eine absolute Bioverfügbarkeit von ca. 2%,

was nur zu vernachlässigbaren systemischen Plasmakonzentrationen und zu keinem signifikanten

Antagonismus der zentral schmerzlindernden Wirkung von Oxycodon führt. Pharmakokinetische

Analysen werden mit Naloxon-3-Glucuronid als Surrogatparameter durchgeführt.

Distribution

Das Verteilungsvolumen von Oxycodon beträgt im Fliessgleichgewicht 2,6 l/kg, die

Plasmaproteinbindung ca. 45%.

Oxycodon tritt in die Plazenta über und lässt sich in der Muttermilch nachweisen.

Naloxon tritt in die Plazenta über. Es ist nicht bekannt, ob Naloxon ebenfalls in die Muttermilch

übergeht.

Metabolismus

Oxycodon wird in der Leber über das Cytochrom-P450-Enzymsystem zu Noroxycodon,

Oxymorphon, Noroxymorphon und diversen Glucuroniden metabolisiert.

Oxycodon wird primär über CYP3A4-Enzyme zum Hauptmetaboliten Noroxycodon und über

CYP2D6 zu Oxymorphon metabolisiert. Beide Metaboliten werden weiter zu Noroxymorphon

umgewandelt.

Die Metaboliten Noroxymorphon und vor allem Oxymorphon zeigen teilweise stärkere

pharmakodynamische Eigenschaften als Oxycodon.

In-vitro-Studien zur Metabolisierung haben gezeigt, dass das Auftreten von klinisch relevanten

Interaktionen von Targin mit anderen Substanzen nicht zu erwarten ist.

Elimination

Oxycodon und seine Metaboliten werden überwiegend mit dem Urin ausgeschieden.

Die Eliminationshalbwertszeit von Oxycodon im Plasma beträgt ca. 4,5 h.

Naloxon wird über den Urin ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Oxycodon

Die Oxycodon AUCt stieg bei älteren im Vergleich zu jüngeren Probanden auf durchschnittlich

118% (90% C.I.: 103, 135) an. Die Oxycodon Cmax stieg auf durchschnittlich 114% (90% C.I.: 102,

127). Die Oxycodon Cmin stieg auf durchschnittlich 128% (90% C.I.: 107, 152).

Naloxon

Die Naloxon AUCt stieg bei älteren im Vergleich zu jüngeren Probanden auf durchschnittlich 182%

(90% C.I.: 123, 270) an. Die Naloxon Cmax stieg auf durchschnittlich 173% (90% C.I.: 107, 208).

Die Naloxon Cmin stieg auf durchschnittlich 317% (90% C.I.: 142, 708).

Naloxon-3-Glucuronid

Die Naloxon-3-Glucuronid AUCt stieg bei älteren im Vergleich zu jüngeren Probanden auf

durchschnittlich 128% (90% C.I.: 113, 147) an. Die Naloxon-3-Glucuronid Cmax stieg

durchschnittlich auf 127% (90% C.I.: 112, 144). Die Naloxon-3-Glucuronid Cmin stieg

durchschnittlich auf 125% (90% C.I.: 105, 148).

Geschlechtsspezifische Unterschiede

In pharmakokinetischen Studien hatten nicht-opioidgewöhnte Frauen bis zu 25% höhere

durchschnittliche Oxycodon-AUC als Männer, adjustiert auf das Körpergewicht.

Genetische Polymorphismen

Bei langsamen CYP2D6 Metabolisierern (7-8% aller Kaukasier) ist ein schwächerer analgetischer

Effekt möglich. Bei ultra-schnellen CYP2D6 Metabolisierern (2-4% aller Kaukasier) ist ein höherer

analgetischer Effekt und ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Wirkungen möglich.

Leberfunktionsstörung

Im Vergleich zu Gesunden können Patienten mit leicht bis stark eingeschränkter Leberfunktion

höhere Plasmakonzentrationen von Oxycodon sowie niedrigere Plasmakonzentrationen von

Oxymorphon haben. Eine Verlängerung der Eliminations-Halbwertszeit von Oxycodon ist möglich,

was zu einer Steigerung der Wirksamkeit führen kann (siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung»).

Oxycodon

Die Oxycodon AUCINF stieg bei Patienten mit leicht, mässig und stark eingeschränkter

Leberfunktion im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich 143% (90% C.I.: 111, 184),

319% (90% C.I.: 248, 411) und 310% (90% C.I.: 241, 398).

Die Oxycodon Cmax stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf Durchschnittlich 120% (90%

C.I.: 99, 144), 201% (90% C.I.: 166, 242) und 191% (90% C.I.: 158, 231) bei leicht, mässig und

stark eingeschränkter Leberfunktion.

Die Oxycodon t½z stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich 108% (90% C.I.:

70, 146), 176% (90% C.I.: 138, 215) und 183% (90% C.I.: 145, 221) bei leicht, mässig und stark

eingeschränkter Leberfunktion.

Naloxon

Die Naloxon AUCt stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich 411% (90% C.I.:

152, 1112), 11518% (90% C.I.: 4259, 31149) und 10666% (90% C.I.: 3944, 28847) bei leicht,

mässig und stark eingeschränkter Leberfunktion.

Die Naloxon Cmax stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich 193% (90% C.I.:

115, 324), 5292% (90% C.I: 3148, 8896) und 5252% (90% C.I.: 3124, 8830) bei leicht, mässig und

stark eingeschränkter Leberfunktion.

Die Naloxon t1/2Z und die entsprechende AUCINF konnte auf Grund einer ungenügenden

Datenlage nicht errechnet werden. Der Vergleich der Bioverfügbarkeiten für Naloxon beruht daher

auf AUCt-Werten.

Naloxon-3-Glucuronid

Die Naloxon-3-Glucuronid AUCINF stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich

157% (90% C.I.: 89, 279), 128% (90%C.I.: 72, 227) und 125% (90% C.I.: 71, 222) bei leicht, mässig

und stark eingeschränkter Leberfunktion.

Die Naloxon- 3-Glucuronid Cmax stieg im Vergleich zu gesunden Probanden durchschnittlich bei

leicht eingeschränkter Leberfunktion auf 141% (90% C.I.: 100, 197), bei mässig eingeschränkter

Leberfunktion auf durchschnittlich 118% (90% C.I.: 84, 166) und sank bei stark eingeschränkter

Leberfunktion auf durchschnittlich 98% (90% C.I.: 70, 137).

Die Naloxon-3-Glucuronid t½Z stieg im Vergleich zu gesunden Probanden durchschnittlich bei

leicht eingeschränkter Leberfunktion auf durchschnittlich 117% (90% C.I.: 72, 161), und sank auf

durchschnittlich 77% (90% C.I.: 32, 121) und 94% (90% C.I.: 49, 139) bei mässig und starker

eingeschränkter Leberfunktion.

Nierenfunktionsstörung

Im Vergleich zu Gesunden können Patienten mit leicht bis stark eingeschränkter Nierenfunktion

(Kreatininclearance <60 ml/min) höhere Plasmakonzentrationen von Oxycodon und seinen

Metaboliten haben. Eine Verlängerung der Eliminations-Halbwertszeit von Oxycodon ist möglich,

was zu einer Steigerung der Wirksamkeit führen kann (siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung»).

Oxycodon

Die Oxycodon AUCINF stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich 153% (90%

C.I.: 130, 182), 166% (90% C.I.: 140, 196) und 224% (90% C.I.: 190, 266) bei leicht, mässig und

stark eingeschränkter Nierenfunktion.

Die Oxycodon Cmax stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich 110% (90%

C.I.: 94, 129), 135% (90% C.I.: 115, 159) und 167% (90% C.I.: 142, 196) bei leicht, mässig und

stark eingeschränkter Nierenfunktion.

Die Oxycodon t½Z stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich 149%, 123% und

142% bei leicht, mässig und stark eingeschränkter Nierenfunktion.

Naloxon

Die Naloxon AUCt stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich 2850% (90%

C.I.: 369, 22042), 3910% (90% C.I.: 506, 30243) und 7612% (90% C.I.: 984, 58871) bei leicht,

mässig und stark eingeschränkter Nierenfunktion.

Die Naloxon Cmax stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich 1076% (90%

C.l.: 154, 7502), 858% (90% C.I.: 123, 5981) und 1675% (90% C.I.: 240, 11676) bei leicht, mässig

und stark eingeschränkter Nierenfunktion.

Die Naloxon t1/2Z und die entsprechende AUCINF konnte auf Grund einer ungenügenden

Datenlage nicht errechnet werden. Der Vergleich der Bioverfügbarkeiten für Naloxon beruht daher

auf AUCt-Werten. Die Quotienten wurden möglicherweise dadurch beeinflusst, dass die

Naloxonplasmaspiegel in gesunden Probanden nicht ausreichend charakterisiert werden konnten.

Naloxon-3-Glucuronid

Die Naloxon-3-Glucuronid AUCINF stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich

220% (90% C.I.: 148, 327), 370% (90% C.I.: 249, 550) und 525% (90% C.I.: 354, 781) bei leicht,

mässig und stark eingeschränkter Nierenfunktion.

Die Naloxon-3-Glucuronid Cmax stieg im Vergleich zu gesunden Probanden auf durchschnittlich

148% (90% C.I.: 110, 197), 202% (90% C.I.: 151, 271) und 239% (90% C.I.: 179, 320) bei leicht,

mässig und stark eingeschränkter Nierenfunktion.

Die Naloxon-3-Glucuronid t½Z zeigte keine signifikante Änderung bei eingeschränkter

Nierenfunktion im Vergleich zu gesunden Probanden.

Fehlgebrauch und Missbrauch

Um die verlängerte Wirkstofffreisetzung von Targin nicht zu beeinträchtigen, dürfen die Tabletten

retard nicht zerteilt, zerkaut oder zerkleinert werden, da dies zu einer schnelleren

Wirkstofffreisetzung führt.

Nach parenteraler Anwendung wird Naloxon bioverfügbar und kann zu einem signifikanten

Antagonismus der Oxycodon-Wirkung führen.

Nach intranasaler Anwendung wird Naloxon nur langsam eliminiert und weist eine Halbwertszeit

von ca. 9 h auf (intravenös: 1–1,5 h).

In einer Studie mit Oxycodon abhängigen Ratten führte die i.v. Gabe von Oxycodon/Naloxon im

Verhältnis 2:1 zu Entzugssymptomen.

Eine missbräuchliche Anwendung von Targin Tabletten retard führt deshalb nicht zum

beabsichtigten Effekt.

Präklinische Daten

Resultate aus Kombinationsversuchen

Die Kombination von Oxycodon und Naloxon im Verhältnis 2:1 wurde in einer 4-Wochen

Rattenstudie mit Dosen von 5/2,5, 50/25 und 200/100 mg/kg und einer 4-Wochen Hundestudie mit

Dosen von 5/2,5, 10/5 und 20/10 mg/kg untersucht. Mit der Kombination wurden gegenüber den

Einzelkomponenten keine synergistischen Effekte bezüglich Toxizität beobachtet. Zu erwähnen ist

jedoch, dass die Exposition im NOAEL gegenüber Naloxon bei Hund (Faktor 3,7-4,3) und Ratte

(Faktor 1,7-3,4) über der Exposition in der Klinik lag, die Exposition gegenüber Oxycodon jedoch

nur beim Hund (Faktor 2,3-2,7). Die Exposition bei der Ratte lag deutlich unter der Exposition beim

Menschen (Faktor 0,1-0,2).

Resultate mit den Monosubstanzen

Mutagenität

Die einzelnen Wirkstoffe Oxycodon und Naloxon zeigten in in-vitro-Untersuchungen ein

klastogenes Potenzial. Unter in-vivo-Bedingungen wurden jedoch entsprechende Befunde selbst bei

toxischen Dosierungen nicht beobachtet. Das genotoxische Risiko der therapeutischen Anwendung

von Targin beim Menschen kann als gering eingestuft werden.

Karzinogenität

Langzeitstudien zur Kanzerogenität mit einer Kombination von Oxycodon und Naloxon oder

Oxycodon als Einzelsubstanz wurden nicht durchgeführt.

Eine 24-monatige orale Kanzerogenitätsstudie mit bis zu 100 mg/kg/Tag Naloxon in Ratten zeigte,

dass Naloxon unter diesen Bedingungen nicht kanzerogen ist.

Reproduktionstoxikologie

Für die Kombination von Oxycodon und Naloxon liegen keine Daten aus

reproduktionstoxikologischen Untersuchungen vor.

Studien mit den Einzelsubstanzen zeigten, dass Oxycodon keine Auswirkung auf die Fertilität und

die frühe embryonale Entwicklung in Dosierungen von bis zu 8 mg/kg Körpergewicht bei

männlichen und weiblichen Ratten hat (äquivalent dem 0,5-fachen einer humanen Dosis von

160 mg/Tag). Ebenso in Dosierungen von bis zu 125 mg/kg Körpergewicht beim Kaninchen

(äquivalent dem 15-fachen einer humanen Dosis von 160 mg/Tag), eine Dosierung, die schwere

toxische Wirkung in den tragenden Muttertieren zeigte. Wurden beim Kaninchen Daten der

einzelnen Feten zur statistischen Auswertung herangezogen, konnte eine dosisabhängige Zunahme in

Entwicklungsstörungen beobachtet werden (Zunahme der Inzidenz an 27 Rumpfwirbeln oder

zusätzlichen Rippenpaaren). Wurden die gesamten Würfe der statistischen Auswertung dieser

Parameter zugrunde gelegt, war nur die Inzidenz der 27 Rumpfwirbel in der 125 mg/kg Gruppe

erhöht.

In einer Studie zur prä- und postnatalen Entwicklung in Ratten war das Körpergewicht der F1

Generation in der 6 mg/kg/Tag Gruppe niedriger als in der Kontrollgruppe, bei einer Dosis, die

Gewicht und Nahrungseinnahme der Muttertiere reduzierte (NOAEL 2 mg/kg Körpergewicht).

In einer neueren Studie führte die Gabe von 15 mg/kg/Tag Oxycodon (äquivalent einer humanen

Dosis von 160 mg/Tag) an Muttertiere über einen längeren Zeitraum zu subtilen und transienten

Lernstörungen bei den männlichen, nicht aber weiblichen Nachkommen. Darüber hinaus zeigten die

Tiere am Tag nach der Geburt eine Gewichtsreduktion und Änderungen in der HPA-Achse.

In Standardstudien zur Reproduktionstoxizität war Naloxon nach oraler Einnahme auch bei hohen

Dosen weder teratogen noch embryo/fetotoxisch und beeinflusste nicht die peri-/postnatale

Entwicklung. In sehr hohen Dosen (800 mg/kg/Tag) bewirkte Naloxon eine erhöhte

Jungtiersterblichkeit unmittelbar nach der Geburt in Dosen, die signifikante Toxizität in den

Muttertieren bewirkte (z.B. Gewichtsverlust, Krämpfe). In überlebenden Jungtieren wurde jedoch

keine Auswirkung auf Entwicklung oder Verhalten festgestellt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und für Kinder unerreichbar lagern.

Zulassungsnummer

58683 (Swissmedic).

Packungen

Targin 5 mg/2,5 mg Tabletten retard: 30, 60 [A+]

Targin 10 mg/5 mg Tabletten retard: 30, 60 [A+]

Targin 20 mg/10 mg Tabletten retard: 30, 60 [A+]

Targin 40 mg/20 mg Tabletten retard: 30, 60 [A+]

Targin 60 mg/30 mg Tabletten retard: 30, 60 [A+]

Targin 80 mg/40 mg Tabletten retard: 30, 60 [A+]

Zulassungsinhaberin

Mundipharma Medical Company, Hamilton/Bermuda, Zweigniederlassung Basel.

Stand der Information

Dezember 2017.

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