Tamoxifen-ratiopharm 30mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Tamoxifencitrat
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
ATC-Code:
L02BA01
INN (Internationale Bezeichnung):
tamoxifen citrate
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Tamoxifencitrat 45.6mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
9394.00.00

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für die Anwenderin

Tamoxifen-ratiopharm

®

30 mg Tabletten

Wirkstoff: Tamoxifen

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

1. Was ist Tamoxifen-ratiopharm

30 mg und wofür wird es angewendet?

2. Was müssen Sie vor der Einnahme von Tamoxifen-ratiopharm

30 mg beachten?

3. Wie ist Tamoxifen-ratiopharm

30 mg einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Tamoxifen-ratiopharm

30 mg aufzubewahren?

6. Weitere Informationen

1. WAS IST Tamoxifen-ratiopharm

®

30 mg UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Tamoxifen-ratiopharm

®

30 mg ist ein Arzneimittel gegen Tumorleiden.

Tamoxifen-ratiopharm

®

30 mg wird angewendet zur

unterstützenden Therapie nach Erstbehandlung eines Brustdrüsentumors (Mammakarzinom)

Behandlung von Tochtergeschwülsten eines Brustdrüsentumors (Mammakarzinom)

2. WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON Tamoxifen-ratiopharm

®

30 mg

BEACHTEN?

Tamoxifen-ratiopharm

30 mg darf nicht eingenommen werden

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Tamoxifencitrat bzw. Tamoxifen oder einem der

sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind

wenn Sie schwanger sind

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Tamoxifen-ratiopharm

30 mg ist erforderlich

wenn bei Ihnen die Anzahl von Blutplättchen und weißen Blutkörperchen stark vermindert sowie

der Calciumgehalt im Blut erhöht ist. Sie sollten Tamoxifen-ratiopharm

30 mg nur unter strenger

Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses einnehmen. Falls Tamoxifen-ratiopharm

30 mg unter

diesen Umständen verordnet wird, ist eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung

erforderlich.

Regelmäßige Kontrollen des Blutbildes, der Leberfunktion und des Calciumgehaltes im Blut sind

erforderlich.

wenn bei Ihnen Blutungen auftreten. Die Ursache von Blutungen nach den Wechseljahren und von

unregelmäßigen Blutungen vor den Wechseljahren sollte wegen des erhöhten Risikos für das

Auftreten von bösartigen Geschwülsten der Gebärmutterschleimhaut und der Gebärmutter

umgehend geklärt werden.

Wenn Sie Tamoxifen-ratiopharm

30 mg erhalten, besprechen Sie die Notwendigkeit einer

jährlichen gynäkologischen Untersuchung zur Feststellung von Veränderungen der

Gebärmutterschleimhaut oder sonstiger Kontrolluntersuchungen mit Ihrem Arzt.

wenn sich Ihre Sehkraft verändert. Eine augenärztliche Untersuchung sollte dringend durchgeführt

werden, da sich manche im Frühstadium erkannten Veränderungen nach dem Absetzen der

Therapie zurückbilden.

Zu Beginn der Behandlung mit Tamoxifen-ratiopharm

30 mg sollte eine augenärztliche

Untersuchung erfolgen.

Einzelfälle von ausgeprägten Blutfettstoffwechselstörungen (Hypertriglyceridämie) bei Tamoxifen-

Einnahme sind bekannt. Meist lag eine Fettstoffwechselstörung zugrunde. Eine Kontrolle der

Blutfettwerte kann sinnvoll sein.

Kinder

Dieses Arzneimittel ist nicht für die Anwendung bei Kindern geeignet.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Tamoxifen-ratiopharm

®

30 mg kann bei Dopingkontrollen zu positiven

Ergebnissen führen.

Die Anwendung von Tamoxifen-ratiopharm

®

30 mg als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der

Gesundheit führen.

Bei Einnahme von Tamoxifen-ratiopharm

30 mg mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden

bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Während der Behandlung mit Tamoxifen-ratiopharm

30 mg sollten keine Hormonpräparate,

insbesondere keine östrogenhaltigen (z. B. „die Pille“) eingenommen werden, da eine gegenseitige

Wirkungsminderung möglich ist.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln kann deren Wirkung

verstärkt werden. Aufgrund der hierdurch erhöhten Blutungsneigung sollten Labortermine sehr

sorgfältig eingehalten werden.

Bei der Anwendung von Tamoxifen-ratiopharm

30 mg ist bei gleichzeitiger Chemotherapie das

Risiko für das Auftreten von Blutgerinnseln (Thrombose, Embolie), einschließlich des Auftretens von

Blutgerinnseln in den tiefen Venen der Beine und der Lunge, erhöht.

Tamoxifen und seine Abbauprodukte können Stoffwechselenzyme in der Leber hemmen. Der Einfluss

von Tamoxifen auf den Stoffwechsel und die Ausscheidung von anderen Arzneimitteln gegen

Tumorleiden (z. B. Cyclophosphamid), die durch diese Enzyme aktiviert werden, ist nicht bekannt.

Tamoxifen-ratiopharm

30 mg sollte daher nicht zusammen mit einem der o. g. Stoffe eingenommen

werden, ohne dass der Arzt ausdrücklich die Anweisung gegeben hat.

Schwangerschaft und Stillzeit

Sie dürfen Tamoxifen-ratiopharm

30 mg nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind. Daher sollte die

Möglichkeit einer Schwangerschaft vor Behandlungsbeginn ausgeschlossen werden. Frauen im

gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung und bis zu 2 Monaten nach Beendigung der

Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Hierbei dürfen ausschließlich nicht-

hormonelle Methoden zur Empfängnisverhütung angewendet werden, d. h. die „Pille“ ist zur

Empfängnisverhütung ungeeignet (siehe 2. unter „Bei Einnahme von Tamoxifen-ratiopharm

30 mg

mit anderen Arzneimitteln“).

Tamoxifen-ratiopharm

30 mg unterdrückt die Milchbildung. Diese setzt auch nach Absetzen der

Therapie innerhalb dieser Stillperiode nicht wieder ein. Stillen ist deshalb während der Therapie nicht

möglich. Deshalb muss entweder abgestillt werden oder Tamoxifen-ratiopharm

30 mg darf während

der Stillzeit nicht eingenommen werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Untersuchungen zu Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen durchgeführt.

Sie sollten beim Steuern eines Fahrzeuges und beim Bedienen von Maschinen beachten, dass

Tamoxifen Ihr Sehvermögen beeinträchtigen und Benommenheit hervorrufen kann.

3. WIE IST Tamoxifen-ratiopharm

®

30 mg EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Tamoxifen-ratiopharm

30 mg immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte

fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis

20-40 mg Tamoxifen täglich.

In der Regel ist die Dosis von 20 mg Tamoxifen ausreichend.

Art der Anwendung

Nehmen Sie Tamoxifen-ratiopharm

30 mg -Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1

Glas Wasser) zu den Mahlzeiten ein.

Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit Tamoxifen-ratiopharm

30 mg erfolgt in der Regel über einen langen Zeitraum.

Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.

Zur unterstützenden (adjuvanten) Behandlung des frühen Mammakarzinoms wird zurzeit eine

Behandlungsdauer von mindestens 5 Jahren empfohlen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

von Tamoxifen-ratiopharm

30 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Tamoxifen-ratiopharm

30 mg eingenommen haben, als Sie sollten

Über Überdosierung beim Menschen ist wenig bekannt. Beim 6- bis 12fachen der empfohlenen

Dosierung kam es zu EKG-Veränderungen (Verlängerung der QT-Zeit) und bei noch höherer Dosis zu

Nervenstörungen mit Zittern, Gangunsicherheit und Schwindel.

Bei einer Überdosierung von Tamoxifen-ratiopharm

30 mg ist theoretisch mit einer Verstärkung der

Nebenwirkungen zu rechnen.

Benachrichtigen Sie bitte bei Verdacht auf eine Überdosierung mit Tamoxifen-ratiopharm

30 mg

Ihren Arzt. Dieser kann entsprechend der Schwere der Vergiftung über die gegebenenfalls

erforderlichen Maßnahmen entscheiden. Ein spezielles Gegenmittel steht nicht zur Verfügung. Es ist

deshalb eine symptomatische Behandlung einzuleiten.

Wenn Sie die Einnahme von Tamoxifen-ratiopharm

30 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis, wenn Sie einmal eine Einnahme vergessen haben, sondern

führen Sie die Einnahme von Tamoxifen-ratiopharm

30 mg wie in der Dosierungsanleitung

beschrieben fort.

Sprechen Sie jedoch mit Ihrem Arzt, insbesondere für den Fall, dass Sie mehrere Einnahmen

vergessen haben sollten. Ihr Arzt wird dann entscheiden, wie bei der weiteren Einnahme vorzugehen

ist.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Tamoxifen-ratiopharm

30 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

sehr häufig

mehr als 1 von 10 Behandelten

häufig

weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

gelegentlich

weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten

selten

weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten

sehr selten

weniger als 1 von 10.000 Behandelten

nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Blutbildendes System

Häufig: Vorübergehende Blutarmut.

Gelegentlich: (Vorübergehende) Verminderung der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen.

Sehr selten: Blutbildveränderungen schweren Ausmaßes

Stoffwechselstörungen

Häufig: Flüssigkeitsanreicherung im Gewebe, Anstieg der Blutfettwerte, sehr selten eine ausgeprägte

Erhöhung, z. T. mit einer Bauchspeicheldrüsenentzündung einhergehend.

Gelegentlich: Erhöhung des Calciumgehaltes im Serum bei Patientinnen mit Tochtergeschwülsten in

den Knochen (Knochenmetastasen), vor allem zu Beginn der Therapie.

Nervensystem

Häufig: Benommenheit, Kopfschmerzen.

Augenveränderungen

Häufig: Sehstörungen durch Trübungen von Augenlinse oder Hornhaut und/oder

Netzhautveränderungen, die nur z. T. rückbildungsfähig sind. Bei langer Tamoxifen-Einnahme kommt

es häufiger zu Linsentrübungen.

Selten: Erkrankung (optische Neuropathie) und Entzündung des Sehnervs.

Sehr selten: Erblindung.

Gefäßsystem

Häufig: Blutgerinnsel in den Blutgefäßen, in deren Folge es zur Minderdurchblutung von Organen

kommen kann, einschließlich des Auftretens von Blutgerinnseln in den tiefen Venen der Beine und der

Lunge (siehe auch 2. unter „Bei Einnahme von Tamoxifen-ratiopharm

30 mg mit anderen

Arzneimitteln“).

Atmungsorgane

Sehr selten: Lungenentzündung.

Verdauungstrakt

Häufig: Übelkeit.

Gelegentlich: Erbrechen.

Leber und Galle

Gelegentlich: Veränderungen der Leberenzymwerte.

Selten: Entwicklung einer Fettleber, Störungen des Galleabflusses, Leberentzündung, Gelbsucht.

In einem Fall wurde über eine hochgradige Verminderung der weißen Blutkörperchen mit

ausgeprägtem Zerfall von Leberzellen berichtet.

Haut und Hautanhangsorgane

Häufig: Hautausschlag, Haarausfall.

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Gewebeschwellung (angioneurotisches

Ödem).

Sehr selten: Hautausschlag in Form von Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom (allergisch

bedingte Hauterkrankungen) oder blasenbildenden Hauterkrankungen (bullöser Pemphigus).

Geschlechtsorgane

Sehr häufig: Ausfluss aus der Scheide, Unregelmäßigkeiten bei der monatlichen Regelblutung bis hin

zur völligen Unterdrückung bei Patientinnen vor den Wechseljahren.

Häufig: Juckreiz im Genitalbereich, Blutungen aus der Scheide sowie Vergrößerung gutartiger

Geschwülste der Gebärmutter, Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut in Form von

Neubildungen, Wucherungen, Wucherungen mit Auswandern von Gewebe aus der Gebärmutter und

Polypen.

Gelegentlich: Bösartige Tumore der Gebärmutterschleimhaut.

Selten: Bösartige Tumore der Gebärmutter, Zysten an den Eierstöcken.

Allgemein

Sehr häufig: Hitzewallungen.

Häufig: Knochenschmerzen und Schmerzen im Bereich des erkrankten Gewebes.

Gegenmaßnahmen

Sollten Sie die oben genannten Nebenwirkungen bei sich beobachten, nehmen Sie Tamoxifen-

ratiopharm

30 mg nicht nochmals ein. Benachrichtigen Sie Ihren Arzt, damit er über den

Schweregrad und gegebenenfalls erforderliche weitere Maßnahmen entscheiden kann.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

5. WIE IST Tamoxifen-ratiopharm

®

30 mg AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen angegebenen

Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6. WEITERE INFORMATIONEN

Was Tamoxifen-ratiopharm

30 mg enthält

Der Wirkstoff ist Tamoxifen.

Jede Tablette enthält 30 mg Tamoxifen (als Tamoxifencitrat).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, Povidon K 25, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.),

Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Hochdisperses Siliciumdioxid, Mikrokristalline Cellulose.

Wie Tamoxifen-ratiopharm

30 mg aussieht und Inhalt der Packung

Cremefarbene bis weiße, runde, flache Tablette mit Kreuzbruchkerbe.

Tamoxifen-ratiopharm

30 mg ist in Packungen mit 30 und 100 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

www.ratiopharm.de

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im

Dezember 2007

Versionscode: Z07

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben

Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels)

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Tamoxifen-ratiopharm

®

10 mg Tabletten

Tamoxifen-ratiopharm

®

20 mg Tabletten

Tamoxifen-ratiopharm

®

30 mg Tabletten

Tamoxifen-ratiopharm

®

40 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Tamoxifen-ratiopharm

®

10 mg Tabletten

1 Tablette enthält 10 mg Tamoxifen (als Tamoxifencitrat).

Tamoxifen-ratiopharm

®

20 mg Tabletten

1 Tablette enthält 20 mg Tamoxifen (als Tamoxifencitrat).

Tamoxifen-ratiopharm

®

30 mg Tabletten

1 Tablette enthält 30 mg Tamoxifen (als Tamoxifencitrat).

Tamoxifen-ratiopharm

®

40 mg Tabletten

1 Tablette enthält 40 mg Tamoxifen (als Tamoxifencitrat).

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Tamoxifen-ratiopharm

®

10 mg Tabletten

Cremefarbene bis weiße, runde, gewölbte Tablette mit Bruchkerbe

Tamoxifen-ratiopharm

®

20 mg Tabletten

Cremefarbene bis weiße, runde, gewölbte Tablette mit Bruchkerbe

Tamoxifen-ratiopharm

®

30 mg Tabletten

Cremefarbene bis weiße, runde, flache Tablette mit Kreuzbruchkerbe

Tamoxifen-ratiopharm

®

40 mg Tabletten

Cremefarbene bis weiße Oblongtablette mit 3facher Bruchrille

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Adjuvante Therapie nach Primärbehandlung des Mammakarzinoms.

Metastasierendes Mammakarzinom.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Im Allgemeinen liegt die Dosierung zwischen 20-40 mg Tamoxifen täglich. In der Regel ist die

Dosis von 20 mg ausreichend wirksam.

Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten sind unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas

Wasser) zu den Mahlzeiten einzunehmen.

Die Behandlung mit Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten ist in der Regel eine Langzeittherapie

und sollte durch onkologisch erfahrene Ärzte erfolgen.

In der adjuvanten Behandlung des frühen hormonrezeptor-positiven Mammakarzinoms wird

zurzeit eine Behandlungsdauer von mindestens 5 Jahren empfohlen. Die optimale Dauer der

Tamoxifen-Therapie bleibt weiterhin zu untersuchen.

4.3

Gegenanzeigen

- Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Tamoxifencitrat bzw. Tamoxifen oder einem der

sonstigen Bestandteile des Arzneimittels.

- Kinder dürfen nicht mit Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten behandelt werden.

- Schwangerschaft

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

In Fällen von schwerer Thrombozytopenie, Leukozytopenie oder Hyperkalzämie ist eine

individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich und bei Verordnung eine besonders

sorgfältige ärztliche Überwachung notwendig.

Regelmäßige Kontrollen des Blutbildes, einschließlich der Thrombozyten, der Leberfunktion

und des Calciums im Serum sollten erfolgen.

Wegen des erhöhten Risikos für das Auftreten von Endometriummalignomen und uterinen

Sarkomen durch Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten sollten bei vaginalen Blutungen in der

Postmenopause und irregulären Blutungen in der Prämenopause die Ursachen umgehend geklärt

werden.

Nicht hysterektomierte Patientinnen sollten jährlich gynäkologisch im Hinblick auf

Endometriumveränderungen untersucht werden. Bei Patientinnen mit Tumormetastasen sollte

der Arzt über die Häufigkeit der Untersuchungen entscheiden.

Zu Beginn der Therapie mit Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten sollte eine augenärztliche

Untersuchung erfolgen.

Treten unter der Behandlung mit Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten Veränderungen der Sehkraft

auf, so ist eine augenärztliche Untersuchung dringend vorzunehmen, da sich manche im

Frühstadium erkannte Veränderungen nach dem Absetzen der Therapie zurückbilden.

Bei den publizierten Einzelfällen von ausgeprägter Hypertriglyceridämie unter Tamoxifen-

Behandlung lag meist eine Fettstoffwechselstörung zugrunde. Eine Kontrolle der Triglyceride

im Serum kann sinnvoll sein.

Die Anwendung von Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten kann bei Dopingkontrollen zu positiven

Ergebnissen führen.

Die Anwendung von Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten als Dopingmittel kann zu einer

Gefährdung der Gesundheit führen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Während der Behandlung mit Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten sollten keine Hormonpräparate,

insbesondere keine östrogenhaltigen (z. B. orale Kontrazeptiva) eingenommen werden, da eine

gegenseitige Wirkungsminderung möglich ist.

Zusammen mit Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten sollten keine

Thrombozytenaggregationshemmer verabreicht werden, um die Blutungsgefahr während einer

möglichen thrombozytopenischen Phase nicht zu erhöhen.

Bei gemeinsamer Gabe von Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten und Antikoagulantien vom

Cumarin-Typ kann es zu einer Veränderung der Gerinnungsverhältnisse kommen

(Verlängerung der Prothrombinzeit). Die gleichzeitige Verabreichung beider Arzneimittel

erfordert daher eine sorgfältige Überwachung des Gerinnungsstatus (vor allem bei

Behandlungsbeginn).

Bei der Anwendung von Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten ist bei gleichzeitiger Chemotherapie

das Risiko für das Auftreten thromboembolischer Ereignisse, einschließlich tiefer

Beinvenenthrombosen und Lungenembolien, erhöht.

Tamoxifen und seine Hauptmetaboliten sind potente Inhibitoren von Oxidasen des Cytochrom-

P450-Systems. Der Effekt von Tamoxifen auf den Metabolismus und die Exkretion anderer

zytotoxischer Arzneimittel, die wie u. a. Cyclophosphamid durch diese Enzyme aktiviert

werden, ist nicht bekannt.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen beim Menschen mit der Anwendung in der

Schwangerschaft und in der Stillzeit vor.

Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten darf nicht während der Schwangerschaft verabreicht werden.

Daher sollte die Möglichkeit einer Schwangerschaft vor Behandlungsbeginn ausgeschlossen

werden. Während der Behandlung und bis zu 2 Monaten nach Beendigung der Behandlung

sollte eine sichere Antikonzeption (nicht-hormonelle Methoden, siehe Abschnitt 4.5.)

gewährleistet sein.

Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten bewirkt beim Menschen in einer Dosis von 20 mg 2-mal

täglich eine Laktationshemmung. Die Milchproduktion setzt auch nach Absetzen der Therapie

innerhalb dieser Laktationsperiode nicht wieder ein. Stillen ist deshalb während der Therapie

nicht möglich. Vor einer Behandlung mit Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten muss deshalb

entweder abgestillt werden oder Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten darf für die Dauer der

Stillperiode nicht eingenommen werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen

von Maschinen durchgeführt. Es ist beim Steuern von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen

zu beachten, dass Sehstörungen oder Benommenheit während der Behandlung auftreten können.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

sehr häufig:

10 % der Behandelten

häufig:

< 10%, aber

1% der Behandelten

gelegentlich

< 1%, aber

0,1% der Behandelten

selten:

< 0,1%, aber

0,01% der Behandelten

sehr selten:

< 0,01% der Behandelten

nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Veränderungen des Blutbildes können auftreten.

Häufig: Vorübergehende Anämie.

Gelegentlich: Leukozytopenie, Neutropenie und vorübergehende Thrombozytopenie meist mit

Werten von 80.000-90.000/µl, gelegentlich auch darunter.

Sehr selten: Schwere Neutropenien und Panzytopenien.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Flüssigkeitsretention, Anstieg der Serum-Triglyceride, sehr selten auch schwere

Hypertriglyceridämien, z. T. mit einer Pankreatitis einhergehend.

Gelegentlich: Hyperkalzämie bei Patientinnen mit Knochenmetastasen, vor allem zu Beginn der

Therapie.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Benommenheit, Kopfschmerzen.

Augenerkrankungen

Häufig: Sehstörungen (Katarakte, Corneatrübungen und/oder Retinopathien), die nur z. T.

reversibel sind. Das Risiko für Katarakte steigt mit der Dauer der Tamoxifen-Einnahme.

Selten: optische Neuropathie, Optikusneuritis.

Sehr selten: Erblindung.

Gefäßerkrankungen

Häufig: thromboembolische Ereignisse, einschließlich tiefer Beinvenenthrombosen und

Lungenembolien (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr selten: Interstitielle Pneumonitis.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit.

Gelgentlich: Erbrechen.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Änderungen der Leberenzymwerte.

Selten: Entwicklung einer Fettleber, Cholestase, Hepatitis und Ikterus.

In einem Fall wurde über Agranulozytose mit Leberzellnekrose berichtet.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag, Alopezie.

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich eines angioneurotischen Ödems.

Sehr selten: Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom oder bullöser Pemphigus.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig: Fluor vaginalis, Zyklusveränderungen bis hin zur völligen Unterdrückung der

Menstruation bei Patientinnen in der Prämenopause.

Häufig: Pruritus vulvae, vaginale Blutungen, Vergrößerung von Myomen des Uterus,

proliferative Veränderungen am Endometrium in Form von Neoplasie des Endometriums,

Endometriumhyperplasie, Endometriose, Endometriumpolypen.

Gelegentlich: Endometriumkarzinome.

Aktuellen Erkenntnissen zufolge steigt mit zunehmender Dauer einer Behandlung mit

Tamoxifen das Risiko eines Endometriumkarzinoms auf das 2-4fache gegenüber nicht mit

Tamoxifen therapierten Frauen an.

Selten: Uterussarkome, Ovarialzysten.

Allgemein

Sehr häufig: Hitzewallungen, sie sind zum Teil auf die antiöstrogene Wirkung des Tamoxifens

zurückzuführen.

Häufig: Knochenschmerzen und Schmerzen im Bereich des erkrankten Gewebes, die das

Ansprechen auf Tamoxifen-ratiopharm

®

Tabletten zunächst begleiten.

4.9

Überdosierung

a) Symptome der Intoxikation

Über Überdosierung beim Menschen ist wenig bekannt. Bei Dosierungen von 160 mg/m

tgl.

und darüber traten EKG-Veränderungen (Verlängerung der QT-Zeit) und bei 300 mg/m

tgl.

Neurotoxizität (Tremor, Hyperreflexie, Gangunsicherheit und Schwindel) auf.

Bei Überdosierung ist theoretisch mit einer Verstärkung antiöstrogener Nebenwirkungen zu

rechnen. Tierexperimentelle Untersuchungen mit extremer Überdosierung (100-200fache

therapeutische Dosis) lassen den Schluss zu, dass auch östrogene Wirkungen möglich sind.

b) Therapie von Intoxikationen

Ein spezifisches Antidot steht nicht zur Verfügung. Es ist deshalb eine symptomatische

Behandlung einzuleiten.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiöstrogen

ATC-Code: L02BA01

Tamoxifen hemmt kompetitiv die Bindung von Östrogenen an zytoplasmatische

Hormonrezeptoren. Infolgedessen kommt es zu einer Abnahme der Zellteilung in bestimmten

östrogenabhängigen Geweben. Beim metastasierenden Mammakarzinom tritt in ca. 50-60 % der

Fälle eine vollständige oder teilweise Remission vor allem von Weichteil- und

Knochenmetastasen ein, wenn das Vorhandensein von Östrogenrezeptoren im Tumorgewebe

nachgewiesen wurde. Bei negativem Hormonrezeptorstatus, insbesondere der Metastasen

werden nur in ca. 10 % objektive Remissionen beobachtet.

Bei Frauen mit östrogenrezeptor-positiven Tumoren oder Tumoren mit unbekanntem

Rezeptorstatus, wurden bei adjuvanter Tamoxifen-Therapie signifikant weniger Rezidive und

eine erhöhte 10-Jahres-Überlebensrate nachgewiesen, wobei mit einer 5-jährigen Behandlung

ein erheblich größerer Effekt erzielt wurde als bei einer Behandlungsdauer von 1 oder 2 Jahren.

Es zeichnet sich ab, dass dieser Nutzen unabhängig vom Alter und Menopausenstatus sowie von

der Tamoxifen-Dosis und einer zusätzlichen Chemotherapie ist.

Klinische Erfahrungen zeigten, dass Tamoxifen bei postmenopausalen Frauen zu einer

Reduktion des Gesamtcholesterins im Blut sowie der LDL im Bereich von 10-20 % führt.

Darüber hinaus wurde bei postmenopausalen Frauen von einem Erhalt der Knochendichte

berichtet.

In einer nicht-kontrollierten Studie an einer heterogenen Gruppe von 28 Mädchen im Alter von

2-10 Jahren mit dem McCune-Albright-Syndrom wurden in einem Zeitraum von bis zu 12

Monaten 20 mg Tamoxifen täglich verabreicht. Von den Patientinnen, die vor der Studie von

vaginalen Blutungen berichteten, zeigten sich während der ersten 6 Monate bei 62 % (13 von

21) und während des Gesamtverlaufs der Studie bei 33 % (7 von 21) keine vaginalen

Blutungen. Das mittlere Uterusvolumen erhöhte sich in den ersten 6 Monaten und war am Ende

der einjährigen Studiendauer verdoppelt. Dieses Ergebnis ist in Übereinstimmung mit den

pharmakodynamischen Eigenschaften von Tamoxifen, ein kausaler Zusammenhang wurde

jedoch nicht hergestellt. Langzeitdaten zur Sicherheit der Anwendung bei Kindern liegen nicht

vor. Insbesondere der Einfluss auf Wachstum, Pubertät und allgemeine Entwicklung wurden

nicht untersucht.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Tamoxifen wird gut resorbiert. Die maximalen Serumspiegel werden 4-7 Stunden nach oraler

Aufnahme erreicht. Mit 98 % ist die Plasmaeiweißbindung hoch. Die terminale

Plasmahalbwertszeit beträgt im Mittel 7 Tage. Tamoxifen wird in beträchtlichem Ausmaß

metabolisiert. Der Hauptmetabolit im Serum, N-Desmethyltamoxifen, und weitere Metaboliten

besitzen nahezu gleiche antiöstrogene Eigenschaften wie die Muttersubstanz. Tamoxifen und

seine Metaboliten akkumulieren in Leber, Lunge, Gehirn, Bauchspeicheldrüse, Haut und

Knochen. Aufgrund eines ausgeprägten enterohepatischen Kreislaufes kumuliert Tamoxifen bei

chronischer Therapie im Serum. Bei einer Dosierung von 20-40 mg/Tag wird frühestens nach 4

Wochen ein steady state erreicht.

Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend mit dem Stuhl in Form von verschiedenen Metaboliten.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität (LD

50

)

Die akute Toxizität von Tamoxifen wurde an Mäusen und Ratten geprüft. Die LD

oral betrug

3 und 2,5 g/kg KG, die LD

i.v. jeweils ca. 62,5 mg/kg KG.

Chronische Toxizität

Versuche zur chronischen Toxizität wurden bei Ratten und Mäusen bis zu einer Dauer von 15

Monaten durchgeführt. Die Tierspezies zeigten histopathologische Veränderungen an den

Fortpflanzungsorganen, die sich durch die pharmakologischen Eigenschaften von Tamoxifen

erklären ließen und in der Regel reversibel waren. Außerdem wurde das Auftreten von

Katarakten beobachtet.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Untersuchungen in unterschiedlichen In-vivo- und In-vitro-Systemen belegen, dass Tamoxifen

nach hepatischer Aktivierung ein genotoxisches Potential besitzt.

In Langzeitstudien wurden Lebertumoren und Katarakte bei Ratten und Gonadentumoren bei

Mäusen beobachtet. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist unklar. Aus klinischen

Berichten liegen Hinweise auf ein erhöhtes Risiko der Ausbildung von Tumoren des

Endometriums vor.

Reproduktionstoxizität

Tamoxifen verhindert in niedrigen Konzentrationen die Implantation und führt in Dosierungen

oberhalb von 2 mg/kg/Tag zu Aborten. Embryotoxizitätsstudien an mehreren Tierspezies haben

keine Hinweise auf teratogene Effekte ergeben, embryoletale Wirkungen traten bei Kaninchen

ab einer Dosis von 0,5 mg/kg/Tag auf.

Die intrauterine Exposition von Mäusen während der Fetalentwicklung sowie die Behandlung

neugeborener Ratten und Mäuse mit Tamoxifen haben Schädigungen der weiblichen

Reproduktionsorgane zur Folge, die im Erwachsenenalter nachweisbar sind. Auch erwachsene

weibliche Tiere zeigen nach Langzeitbehandlung regressive Veränderungen der

Reproduktionsorgane bei Dosierungen oberhalb von 0,05 mg/kg/Tag. Bei männlichen Ratten

sind nach Kurz- und Langzeitbehandlung eine durch die Hemmung der Gonadotropinsekretion

in der Hypophyse ausgelöste Reduktion des Hodengewichts und der Spermiogenese

beschrieben.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, Povidon K 25, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)

(Ph.Eur.), Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Hochdisperses Siliciumdioxid, Mikrokristalline

Cellulose.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Packung mit 30 Tabletten (N1)

Packung mit 100 Tabletten (N3)

6.6

Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

www.ratiopharm.de

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Tamoxifen-ratiopharm

®

10 mg Tabletten

6252.00.00

Tamoxifen-ratiopharm

®

20 mg Tabletten

6252.01.00

Tamoxifen-ratiopharm

®

30 mg Tabletten

9394.00.00

Tamoxifen-ratiopharm

®

40 mg Tabletten

9394.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Tamoxifen-ratiopharm

®

10 mg Tabletten

Datum der Erteilung der Zulassung: 21. Mai 1985

Datum der Verlängerung der Zulassung: 09. Februar 2001

Tamoxifen-ratiopharm

®

20 mg Tabletten

Datum der Erteilung der Zulassung: 21. Mai 1985

Datum der Verlängerung der Zulassung: 14. November 1995

Tamoxifen-ratiopharm

®

30 mg Tabletten

Datum der Erteilung der Zulassung: 12. Juni 1989

Datum der Verlängerung der Zulassung: 19. November 2007

Tamoxifen-ratiopharm

®

40 mg Tabletten

Datum der Erteilung der Zulassung: 08. Juni 1989

Datum der Verlängerung der Zulassung: 19. November 2007

10.

STAND DER INFORMATION

Dezember 2007

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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