Tamoxifen AbZ 30 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Tamoxifencitrat
Verfügbar ab:
AbZ-Pharma GmbH - Geschäftsanschrift -
INN (Internationale Bezeichnung):
tamoxifen citrate
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Tamoxifencitrat 45.6mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
40151.00.00

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für die Anwenderin

Tamoxifen AbZ 30 mg Tabletten

Zur Anwendung bei Erwachsenen

Wirkstoff: Tamoxifen

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Tamoxifen AbZ 30 mg und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Einnahme von Tamoxifen AbZ 30 mg beachten?

Wie ist Tamoxifen AbZ 30 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Tamoxifen AbZ 30 mg aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS IST Tamoxifen AbZ 30 mg UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Tamoxifen AbZ 30 mg ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Brustkrebs.

Tamoxifen AbZ 30 mg

wird angewendet zur

unterstützenden Therapie nach Erstbehandlung eines Brustdrüsentumors (Mammakarzinom)

Behandlung von Tochtergeschwülsten eines Brustdrüsentumors (Mammakarzinom)

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON Tamoxifen AbZ 30 mg BEACHTEN?

Tamoxifen AbZ 30 mg

darf nicht eingenommen werden

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Tamoxifen oder einem der sonstigen

Bestandteile des Arzneimittels sind

wenn Sie schwanger sind oder stillen

Kinder und Jugendliche dürfen nicht mit Tamoxifen AbZ 30 mg behandelt werden.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von

Tamoxifen AbZ 30 mg

ist erforderlich

wenn Sie eine stark verminderte Anzahl an Blutplättchen und weißen Blutkörperchen oder einen

erhöhten Kalziumgehalt im Blut haben. Unter diesen Umständen müssen Sie besonders sorgfältig

ärztlich überwacht werden.

wenn bei Ihnen unter der Behandlung mit Tamoxifen AbZ 30 mg die Werte bestimmter Blutfette

(Triglyceride) stark ansteigen, kann eine durch Tamoxifen AbZ 30 mg verursachte ausgeprägte

Blutfettstoffwechselstörung vorliegen.

falls Sie Blutungen nach den Wechseljahren oder unregelmäßige Blutungen vor den Wechseljahren

haben. Die Ursache solcher Blutungen müssen Sie umgehend frauenärztlich abklären lassen.

Darüber hinaus müssen Sie die Notwendigkeit einer jährlichen frauenärztlichen Untersuchung zur

Feststellung von Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut oder sonstiger

Kontrolluntersuchungen mit Ihrem Arzt besprechen.

wenn sich während der Behandlung mit Tamoxifen AbZ 30 mg Ihre Sehkraft verändert. In diesem

Fall müssen Sie sich dringend augenärztlich untersuchen lassen, da sich manche im Frühstadium

erkannte Veränderungen nach dem Absetzen von Tamoxifen AbZ 30 mg zurückbilden.

Generell sollten Sie vor Beginn der Behandlung mit Tamoxifen AbZ 30 mg eine augenärztliche

Untersuchung durchführen lassen.

Während der Anwendung von Tamoxifen AbZ 30 mg sollten Sie das Blutbild, den Kalziumgehalt im

Blut sowie die Leberfunktion regelmäßig vom Arzt kontrollieren lassen. Eine Kontrolle der

Blutfettwerte kann ebenfalls sinnvoll sein.

Eine gleichzeitige Gabe von Arzneimitteln mit folgenden Wirkstoffen sollte vermieden werden, da

eine Reduzierung der Wirksamkeit von Tamoxifen nicht ausgeschlossen werden kann: Paroxetin,

Fluoxetin (z.B. zur Behandlung von Depressionen), Bupropion (zur Behandlung von Depressionen

oder zur Unterstützung der Raucherentwöhnung), Chinidin (z. B. zur Behandlung einer

Herzrhythmusstörung) und Cinacalcet (zur Behandlung von Erkrankungen der Nebenschilddrüse).

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Tamoxifen kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die

gesundheitlichen Folgen einer Anwendung von Tamoxifen als Dopingmittel können nicht abgesehen

werden, schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen.

Bei Einnahme von

Tamoxifen AbZ 30 mg

mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder kürzlich

eingenommen haben (auch diejenigen, die Sie ohne Verschreibung gekauft haben). Insbesondere

sollten Sie Ihren Arzt informieren, wenn Sie folgende Medikamente/Wirkstoffe einnehmen (siehe auch

„Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Tamoxifen AbZ 30 mg ist erforderlich“.):

Paroxetin, Fluoxetin (z.B. zur Behandlung von Depressionen)

Bupropion (zur Behandlung von Depressionen oder zur Unterstützung der

Raucherentwöhnung)

Chinidin (z.B. zur Behandlung einer Herzrhythmusstörung)

Cinacalcet (zur Behandlung von Erkrankungen der Nebenschilddrüse)

Die Wirkung nachfolgend genannter Arzneistoffe bzw. Präparategruppen kann bei gleichzeitiger

Behandlung mit Tamoxifen AbZ 30 mg beeinflusst werden:

blutgerinnungshemmende Arzneimittel. Kombinieren Sie Tamoxifen AbZ 30 mg mit solchen

Mitteln nur, wenn Ihr Arzt Ihnen die ausdrückliche Anweisung hierzu gegeben hat. Aufgrund der

hierdurch erhöhten Blutungsneigung sollten Labortermine sehr sorgfältig eingehalten werden.

gleichzeitige Chemotherapie. Es gibt Hinweise, dass während der Behandlung mit Tamoxifen AbZ

30 mg vermehrt Blutgerinnsel (thromboembolische Ereignisse, einschließlich tiefer

Venenthrombosen und Lungenembolien) auftreten können. Die Häufigkeit ist bei gleichzeitiger

Chemotherapie erhöht.

Hormonpräparate, insbesondere östrogenhaltige (z. B. „die Pille“). Eine gegenseitige

Wirkungsminderung ist möglich. Während der Behandlung mit

Tamoxifen AbZ 30 mg

sollten daher

diese Präparate nicht eingenommen werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von Tamoxifen AbZ 30 mg während

der Schwangerschaft vor. Sie dürfen Tamoxifen AbZ 30 mg daher während der Schwangerschaft nicht

einnehmen. Die Möglichkeit einer Schwangerschaft sollte vor Behandlungsbeginn ausgeschlossen

werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung und bis zu 2 Monate nach

Beendigung der Behandlung eine zuverlässige, nicht hormonelle Verhütungsmethode (nicht die „Pille“

sondern Spirale, Kondome o. ä.) anwenden (siehe auch unter „Bei Einnahme von Tamoxifen AbZ 30

mg mit anderen Arzneimitteln“).

In höheren Dosierungen hemmt Tamoxifen AbZ 30 mg beim Menschen die Milchproduktion

vollständig. Diese setzt auch nach Beendigung der Behandlung innerhalb der Stillperiode nicht wieder

ein. Darüber hinaus ist nicht bekannt, ob der Wirkstoff aus Tamoxifen AbZ 30 mg in die Muttermilch

übergeht. Sie dürfen Tamoxifen AbZ 30 mg daher während der Stillzeit nicht einnehmen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Untersuchungen zu Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Sie sollten beim Steuern eines Fahrzeuges und beim Bedienen von Maschinen beachten, dass

Tamoxifen Ihr Sehvermögen beeinträchtigen und Benommenheit hervorrufen kann.

3.

WIE IST Tamoxifen AbZ 30 mg EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Tamoxifen AbZ 30 mg immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis

20-40 mg Tamoxifen täglich (entsprechend 1 Tablette pro Tag).

In der Regel ist eine Dosis von 20 mg Tamoxifen ausreichend wirksam.

Art der Anwendung

Nehmen Sie Tamoxifen AbZ 30 mg-Tabletten bitte mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser)

unzerkaut zu einer Mahlzeit ein.

Dauer der Anwendung

Sie müssen Tamoxifen AbZ 30 mg in der Regel über einen langen Zeitraum einnehmen. Über die

Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.

Zur unterstützenden Behandlung des frühen Brustdrüsentumors wird zurzeit eine Behandlungsdauer

von mindestens 5 Jahren empfohlen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

von Tamoxifen AbZ 30 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge

Tamoxifen AbZ 30 mg

eingenommen haben, als Sie sollten

Benachrichtigen Sie bitte Ihren Arzt. Dieser kann entsprechend der Schwere der Vergiftung über die

gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen entscheiden.

Wenn Sie die Einnahme von

Tamoxifen AbZ 30 mg

vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von

Tamoxifen AbZ 30 mg

abbrechen

Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab; der Behandlungserfolg kann

gefährdet werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Tamoxifen AbZ 30 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei der den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig

1 bis 10Behandelte von 100

Gelegentlich

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen

Blutbildendes System

Häufig: vorübergehende Blutarmut

Gelegentlich: Verminderung der Zahl bestimmter Blutzellen, vorübergehende Verminderung der

Blutplättchen

Sehr selten: schwere Blutbildveränderungen

Nicht bekannt: vollständiger Verlust bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose)

Stoffwechsel- und Ernährung

Häufig: Flüssigkeitsanreicherung im Gewebe, Anstieg bestimmter Blutfette (Serum-Triglyceride)

Gelegentlich: Erhöhung des Kalziumgehaltes im Blut bei Patientinnen mit Tochtergeschwülsten in den

Knochen, vor allem zu Beginn der Behandlung.

Sehr selten: ausgeprägte Erhöhung bestimmter Blutfette, z. T. mit einer

Bauchspeicheldrüsenentzündung einhergehend.

Nervensystem

Häufig: Benommenheit, Kopfschmerzen

Augen

Häufig: nur z. T. rückbildungsfähige Sehstörungen durch Trübungen von Augenlinse oder Hornhaut

und/oder Netzhautveränderungen. Bei langer Tamoxifen-Einnahme kommt es häufiger zu

Linsentrübungen.

Selten: Schädigung oder Entzündung des Sehnervs. In einer geringen Anzahl von Fällen kann es zur

Erblindung kommen.

Blutgefäße

Häufig: Durchblutungsstörungen der Hirngefäße, Wadenkrämpfe, Blutgerinnsel in den Venen

(Thrombose), in deren Folge es zur Minderdurchblutung von Organen kommen kann (z. B. tiefe

Beinvenenthrombose, Lungenembolie). Die Häufigkeit von Thrombosen und Embolien ist bei

gleichzeitiger Chemotherapie erhöht.

Gelegentlich: Schlaganfall

Atemwege und Brustraum

Sehr selten: Lungenentzündung

Magen-Darm-Kanal

Häufig: Übelkeit

Gelegentlich: Erbrechen

Leber und Galle

Gelegentlich: Änderungen der Leberenzymwerte

Selten: Entwicklung einer Fettleber, Störungen des Gallenabflusses, Leberentzündung, Gelbsucht

Nicht bekannt: Verminderung der weißen Blutkörperchen mit ausgeprägtem Zerfall von Leberzellen.

Haut

Häufig: Hautausschlag (sehr selten mit runden scheibenförmigen Hautrötungen, unter Umständen mit

Beteiligung der Schleimhaut und hohem Fieber sowie mit schweren Störungen des

Allgemeinbefindens oder großen, teils blutgefüllten Hautblasen), Haarausfall

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich einer Gewebeschwellung

(angioneurotisches Ödem)

Nicht bekannt: Entzündung kleiner Gefäße in der Haut, die zu Hautausschlag führt (kutane Vasculitis)

Geschlechtsorgane und Brust

Sehr häufig: Ausfluss aus der Scheide, Unregelmäßigkeiten bei der monatlichen Regelblutung bis hin

zur völligen Unterdrückung bei Patientinnen vor den Wechseljahren

Häufig: Juckreiz im Genitalbereich, Blutungen aus der Scheide, Vergrößerung von gutartigen

Geschwülsten der Gebärmutter (Myome), Wucherungen und Polypen der Gebärmutterschleimhaut

mit Auswandern von Gewebe aus der Gebärmutter

Gelegentlich: bösartige Tumore der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinome). Die

Häufigkeit des Auftretens von Gebärmutterschleimhauttumoren wird durch Tamoxifen auf das 2-4-

fache der Erkrankungshäufigkeit ohne Tamoxifen AbZ 30 mg erhöht.

Selten: Zysten an den Eierstöcken, bösartige Tumore der Gebärmutter (Uterussarkome)

Allgemein

Sehr häufig: Hitzewallungen

Häufig: zu Therapiebeginn Knochenschmerzen und Schmerzen im Bereich des erkrankten Gewebes

als Zeichen des Ansprechens auf Tamoxifen

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

5.

WIE IST Tamoxifen AbZ 30 mg AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen angegebenen

Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu

schützen.

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Tamoxifen AbZ 30 mg

enthält

Der Wirkstoff ist Tamoxifen.

Jede Tablette enthält 30 mg Tamoxifen (als Tamoxifencitrat).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, Povidon K 25, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.),

Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Hochdisperses Siliciumdioxid, Mikrokristalline Cellulose.

Tamoxifen AbZ 30 mg

aussieht und Inhalt der Packung

Cremefarbene bis weiße, runde gewölbte Tablette mit Bruchkerbe.

Tamoxifen AbZ 30 mg ist in Packungen mit 100 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

AbZ-Pharma GmbH

Dr.-Georg-Spohn-Str. 7

89143 Blaubeuren

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im

März 2011

AbZ-Pharma wünscht Ihnen gute Besserung!

Versionscode: Z12

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Tamoxifen AbZ 30 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 30 mg Tamoxifen (als Tamoxifencitrat).

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Weiße bis cremefarbene, runde, gewölbte Tablette mit Bruchkerbe

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

- Adjuvante Therapie nach Primärbehandlung des Mammakarzinoms

- Metastasierendes Mammakarzinom

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

In der Regel ist die Dosis von 20 mg Tamoxifen ausreichend wirksam.

Tamoxifen AbZ 30 mg Tabletten sind unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas

Wasser) zu den Mahlzeiten einzunehmen.

Die Behandlung mit Tamoxifen AbZ 30 mg Tabletten ist in der Regel eine Langzeittherapie und

sollte durch onkologisch erfahrene Ärzte erfolgen.

In der adjuvanten Behandlung des frühen hormonrezeptor-positiven Mammakarzinoms wird

zurzeit eine Behandlungsdauer von mindestens 5 Jahren empfohlen. Die optimale Dauer der

Tamoxifen-Therapie bleibt weiterhin zu untersuchen.

Tamoxifen AbZ 30 mg Tabletten ist kontraindiziert bei Kindern (siehe Abschnitt 4.3)

4.3

Gegenanzeigen

- Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Tamoxifencitrat bzw. Tamoxifen oder einem der

sonstigen Bestandteile des Arzneimittels.

- Kinder und Jugendliche dürfen nicht mit Tamoxifen AbZ 30 mg Tabletten behandelt werden.

- Schwangerschaft

- Stillzeit

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei schweren Thrombozytopenien, Leukozytopenien oder Hyperkalzämien ist eine individuelle

Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich und bei Verordnung eine besonders sorgfältige ärztliche

Überwachung notwendig.

Während der Anwendung von Tamoxifen sollten das Blutbild, das Serumkalzium sowie die

Leberfunktion regelmäßig kontrolliert werden. Eine Kontrolle der Triglyceride im Serum kann

sinnvoll sein.

Wegen des erhöhten Risikos für das Auftreten von Endometriummalignomen (einschließlich

malignen Müller-Mischtumoren) durch Tamoxifen sollten bei vaginalen Blutungen in der

Postmenopause und irregulären Blutungen in der Prämenopause die Ursachen umgehend

geklärt werden.

Nicht hysterektomierte Patientinnen sollten jährlich gynäkologisch im Hinblick auf

Endometriumveränderungen untersucht werden. Bei Patientinnen mit Tumormetastasen sollte

der Arzt über die Häufigkeit der Untersuchungen entscheiden.

Zu Beginn der Therapie mit Tamoxifen sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.

Treten unter der Behandlung mit Tamoxifen Veränderungen der Sehkraft auf, so ist eine

augenärztliche Untersuchung dringend vorzunehmen, da sich manche im Frühstadium erkannte

Veränderungen nach dem Absetzen der Therapie zurückbilden.

Aus klinischen Studien wurden Einzelfälle von Zweitmalignomen an anderen Organen als dem

Endometrium und der kontralateralen Brust nach einer Behandlung mit Tamoxifen- bekannt.

Bisher konnte kein Kausalzusammenhang mit Tamoxifen hergestellt werden, so dass die

klinische Bedeutung der Befunde ungeklärt ist.

In der Literatur wurde gezeigt, dass langsame Metabolisierer („Poor-Metabolizer“) des

Enzyms CYP2D6 (Cytochrom P450) einen niedrigeren Endoxifen-Plasmaspiegel aufweisen.

Endoxifen ist einer der wichtigsten aktiven Metaboliten von Tamoxifen (siehe Abschnitt 5.2).

Eine gleichzeitige Verabreichung von Arzneimitteln, die das Enzym CYP2D6 hemmen, kann zu

einer reduzierten Konzentration des aktiven Metaboliten Endoxifen führen. Deshalb sollte die

Gabe starker Inhibitoren des Enzyms CYP2D6 während einer Tamoxifen-Therapie möglichst

vermieden werden (z. B. Paroxetin, Fluoxetin, Chinidin, Cinacalcet oder Bupropion) (siehe

Abschnitte 4.5 und 5.2).

Die Anwendung von Tamoxifen kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die

gesundheitlichen Folgen der Anwendung von Tamoxifen als Dopingmittel können nicht

abgesehen werden, schwerwiegende Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Während der Behandlung mit Tamoxifen sollten keine Hormonpräparate, insbesondere keine

östrogenhaltigen (z. B. orale Kontrazeptiva) eingenommen werden, da eine gegenseitige

Wirkungsminderung möglich ist.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Tamoxifen und dem Aromataseinhibitor Letrozol waren die

Plasmakonzentrationen von Letrozol um 37 % vermindert. Die gleichzeitige Anwendung von

Tamoxifen und Aromataseinhibitoren im Rahmen einer adjuvanten Therapie konnte keine

verbesserte Wirksamkeit im Vergleich zur alleinigen Therapie mit Tamoxifen zeigen.

Zusammen mit Tamoxifen sollten keine Thrombozytenaggregationshemmer verabreicht werden,

um die Blutungsgefahr während einer möglichen thrombozytopenischen Phase nicht zu

erhöhen.

Bei gemeinsamer Gabe von Tamoxifen und Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ kann es zu

einer Veränderung der Gerinnungsverhältnisse kommen (Verlängerung der Prothrombinzeit).

Die gleichzeitige Verabreichung beider Medikamente erfordert daher eine sorgfältige

Überwachung des Gerinnungsstatus (vor allem bei Behandlungsbeginn).

Es gibt Hinweise auf eine erhöhte Inzidenz thromboembolischer Ereignisse, einschließlich tiefer

Venenthrombosen und Lungenembolien, während der Behandlung mit Tamoxifen. Die

Häufigkeit ist bei gleichzeitiger Chemotherapie erhöht.

Tamoxifen und seine Hauptmetaboliten sind potente Inhibitoren von Oxidasen des Cytochrom-

P450-Systems. Der Effekt von Tamoxifen auf den Metabolismus und die Exkretion anderer

zytotoxischer Arzneimittel, die wie unter anderem Cyclophosphamid durch diese Enzyme

aktiviert werden, ist nicht bekannt.

Der prinzipiell bekannte Weg der Metabolisierung von Tamoxifen ist die Demethylierung, die

durch CYP3A4-Enzyme katalysiert wird. In der Literatur wird beschrieben, dass

pharmakokinetische Wechselwirkungen mit Stoffen, die die CYP3A4-Enzyme induzieren (wie

Rifampicin), eine Reduktion des Tamoxifenplasmaspiegels bewirken. Die klinische Relevanz

dieser Interaktionen ist noch nicht geklärt.

In der Literatur wurde über eine pharmakokinetische Interaktion mit Inhibitoren des Enzyms

CYP2D6 (Cytochrom P450) berichtet, welche zu einer Reduzierung des Plasmaspiegels um 65-

75 % einer der aktiveren Formen von Tamoxifen führt (z. B. Endoxifen). Nach gleichzeitiger

Verabreichung von Antidepressiva der Gruppe der SSRI (z.B. Paroxetin) wurde in Studien eine

reduzierte Wirksamkeit von Tamoxifen gezeigt. Da eine Reduzierung der Wirksamkeit von

Tamoxifen nicht ausgeschlossen werden kann, sollte die gleichzeitige Gabe von starken

Inhibitoren von CYP2D6 (z. B. Paroxetin, Fluoxetin, Chinidin, Cinacalcet oder Bupropion)

möglichst vermieden werden. (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen beim Menschen mit der Anwendung von Tamoxifen

in der Schwangerschaft vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität

gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Tamoxifen AbZ 30 mg Tabletten ist während der Schwangerschaft

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Die Möglichkeit einer Schwangerschaft sollte daher vor

Behandlungsbeginn ausgeschlossen werden. Während und bis zu 2 Monate nach Beendigung

der Behandlung sollte eine sichere, nicht hormonelle Kontrazeption gewährleistet sein (siehe

auch Abschnitt 4.5).

Tamoxifen bewirkt beim Menschen in einer Dosis von 20 mg 2-mal täglich eine

Laktationshemmung. Die Milchproduktion setzt auch nach Absetzen der Therapie nicht wieder

ein. Darüber hinaus ist nicht bekannt, ob Tamoxifen in die Muttermilch übergeht. Tamoxifen

AbZ 30 mg Tabletten ist daher in der Stillzeit kontraindiziert.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Es ist beim Steuern eines Fahrzeugs und beim

Bedienen von Maschinen zu beachten, dass Tamoxifen Sehstörungen und Benommenheit

hervorrufen kann.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

sehr häufig:

1/10

häufig:

1/100 bis < 1/10

gelegentlich:

1/1.000 bis < 1/100

selten:

1/10.000 bis < 1/1.000

sehr selten:

< 1/10.000

nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig: vorübergehende Anämie

Gelegentlich: Neutropenie, Leukopenie, vorübergehende Thrombozytopenie (meist mit Werten

von 80.000-90.000/µl, gelegentlich auch darunter)

Sehr selten: schwere Neutropenien, Panzytopenien

Nicht bekannt: Agranulozytose

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Flüssigkeitsretention, Anstieg der Serum-Triglyceride

Gelegentlich: Hyperkalzämie bei Patientinnen mit Knochenmetastasen, vor allem zu Beginn der

Therapie

Sehr selten: schwere Hypertriglyceridämien, z. T. mit einer Pankreatitis einhergehend

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Benommenheit, Kopfschmerzen.

Augenerkrankungen

Häufig: nur z. T. reversible Sehstörungen durch Katarakte, Corneatrübungen und/oder

Retinopathien. Das Risiko für Katarakte steigt mit der Dauer der Tamoxifen-Einnahme.

Selten: optische Neuropathie, Optikusneuritis. In einer geringen Anzahl von Fällen kam es zur

Erblindung

Gefäßerkrankungen

Häufig: Ischämische zerebrovaskuläre Ereignisse, Wadenkrämpfe, thromboembolische

Ereignisse, einschließlich tiefer Beinvenenthrombosen und Lungenembolien. Die Häufigkeit von

venösen Thromboembolien ist bei gleichzeitiger Chemotherapie erhöht.

Gelegentlich: Schlaganfall

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr selten: interstitielle Pneumonitis

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit

Gelegentlich: Erbrechen

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Änderungen der Leberenzymwerte

Selten: Entwicklung einer Fettleber, Cholestase, Hepatitis, Ikterus

Nicht bekannt: Agranulozytose mit Leberzellnekrose

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag, Alopezie (sehr selten als Erythema multiforme, Stevens-Johnson-

Syndrom oder bullöser Pemphigus)

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich angioneurotischen Ödems

Nicht bekannt: kutane Vasculitis

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig: Fluor vaginalis, Zyklusveränderungen bis hin zur völligen Unterdrückung der

Menstruation in der Prämenopause

Häufig: Pruritus vulvae, vaginale Blutungen, Vergrößerung von Myomen des Uterus,

proliferative Veränderungen am Endometrium (Endometriumneoplasie,

Endometriumhyperplasie, Endometriose, Endometriumpolypen)

Gelegentlich: Endometriumkarzinome. Aktuellen Erkenntnissen zufolge steigt mit zunehmender

Dauer einer Behandlung mit Tamoxifen das Risiko eines Endometriumkarzinoms auf das 2-

4fache gegenüber nicht mit Tamoxifen therapierten Frauen an.

Selten: Ovarialzysten, Uterussarkome

Allgemeine Erkrankungen

Sehr häufig: Hitzewallungen, die zum Teil auf die antiöstrogene Wirkung des Tamoxifens

zurückzuführen sind.

Häufig: zu Therapiebeginn Knochenschmerzen und Schmerzen im Bereich des erkrankten

Gewebes als Zeichen des Ansprechens auf Tamoxifen

4.9

Überdosierung

a) Symptome einer Überdosierung

Über Überdosierung beim Menschen ist wenig bekannt. Bei Dosierungen von 160 mg/m

2

tgl.

und darüber traten EKG-Veränderungen (Verlängerung der QT-Zeit) und bei 300 mg/m

2

tgl.

Neurotoxizität (Tremor, Hyperreflexie, Gangunsicherheit und Schwindel) auf.

Bei Überdosierung ist theoretisch mit einer Verstärkung antiöstrogener Nebenwirkungen zu

rechnen. Tierexperimentelle Untersuchungen mit extremer Überdosierung (100-200fache

therapeutische Dosis) lassen den Schluss zu, dass auch östrogene Wirkungen möglich sind.

b) Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Ein spezifisches Antidot steht nicht zur Verfügung. Es ist deshalb eine symptomatische

Behandlung einzuleiten.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische und immunmodulierende Mittel –

Endokrine Therapie – Hormonantagonisten und verwandte Mittel - Antiöstrogene

ATC-Code: L02BA01

Tamoxifen hemmt kompetitiv die Bindung von Östrogenen an zytoplasmatische

Hormonrezeptoren. Infolgedessen kommt es zu einer Abnahme der Zellteilung in

östrogenabhängigen Geweben. Beim metastasierenden Mammakarzinom tritt in ca. 50-60 %

der Fälle eine vollständige oder teilweise Remission vor allem von Weichteil- und

Knochenmetastasen ein, wenn das Vorhandensein von Östrogenrezeptoren im Tumorgewebe

nachgewiesen wurde. Bei negativem Hormonrezeptorstatus, insbesondere der Metastasen

werden nur in ca. 10 % objektive Remissionen beobachtet.

Bei Frauen mit östrogenrezeptor-positiven Tumoren oder Tumoren mit unbekanntem

Rezeptorstatus, wurden bei adjuvanter Tamoxifen-Therapie signifikant weniger Rezidive und

eine erhöhte 10-Jahres-Überlebensrate nachgewiesen, wobei mit einer 5-jährigen Behandlung

ein erheblich größerer Effekt erzielt wurde als mit einer Behandlungsdauer von 1 oder 2

Jahren. Es zeichnet sich ab, dass dieser Nutzen unabhängig vom Alter und Menopausenstatus

sowie von der Tamoxifen-Dosis und einer zusätzlichen Chemotherapie ist.

Klinische Erfahrungen zeigten, dass Tamoxifen bei postmenopausalen Frauen zu einer

Reduktion des Gesamtcholesterins im Blut sowie der LDL im Bereich von 10-20 % führt.

Darüber hinaus wurde bei postmenopausalen Frauen von einem Erhalt der Knochendichte

berichtet.

In einer nicht kontrollierten Studie an einer heterogenen Gruppe von 28 Mädchen im Alter von

2-10 Jahren mit dem McCune-Albright-Syndrom wurden in einem Zeitraum von bis zu 12

Monaten 20 mg Tamoxifen täglich verabreicht. Von den Patientinnen, die vor der Studie von

vaginalen Blutungen berichteten, zeigten sich während der ersten 6 Monate bei 62 % (13 von

21) und während des Gesamtverlaufs der Studie bei 33 % (7 von 21) keine vaginalen

Blutungen. Das mittlere Uterusvolumen erhöhte sich in den ersten 6 Monaten und war am Ende

der einjährigen Studiendauer verdoppelt. Dieses Ergebnis ist in Übereinstimmung mit den

pharmakodynamischen Eigenschaften von Tamoxifen, ein kausaler Zusammenhang wurde

jedoch nicht hergestellt. Langzeitdaten zur Sicherheit der Anwendung bei Kindern liegen nicht

vor. Insbesondere der Einfluss auf Wachstum, Pubertät und allgemeine Entwicklung wurden

nicht untersucht.

Der Polymorphismus von CYP2D6 kann mit einem unterschiedlichen Ansprechen auf

Tamoxifen assoziiert sein. Der „Poor-Metabolizer-Status“ kann dabei mit einem reduzierten

Ansprechen einhergehen. Die Konsequenz daraus für die Behandlung von langsamen

Metabolisierern von CYP2D6 ist derzeit noch nicht vollständig bekannt (siehe Abschnitte 4.4

und 5.2)

CYP2D6 Genotyp

Klinische Daten deuten darauf hin, dass bei Patienten mit Homozygotie der nicht-funktionalen

CYP2D6 Allele eine reduzierte Wirksamkeit von Tamoxifen in der Behandlung des Brustkrebses

bestehen kann. Die verfügbaren Studien wurden hauptsächlich an postmenopausalen Frauen

durchgeführt (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Tamoxifen wird gut resorbiert. Die maximalen Serumspiegel werden 4-7 Stunden nach oraler

Aufnahme erreicht. Mit 98 % ist die Plasmaeiweißbindung hoch. Die terminale

Plasmahalbwertzeit beträgt im Mittel 7 Tage.

Tamoxifen wird in beträchtlichem Ausmaß metabolisiert. Der Hauptmetabolit im Serum, N-

Desmethyltamoxifen, und weitere Metaboliten besitzen nahezu gleiche antiöstrogene

Eigenschaften wie die Muttersubstanz. Tamoxifen wird hauptsächlich über das Enzym CYP3A4

zu N-Desmethyl-Tamoxifen metabolisiert, welches weiter über das Enzym CYP2D6 zu dem

aktiven Metaboliten 4-Hydroxy-N-Desmethyl-Tamoxifen (Endoxifen) verstoffwechselt wird. Bei

Patienten mit fehlendem CYP2D6 zeigt sich eine um etwa 75% niedrigere Konzentration an

Endoxifen im Vergleich zu Patienten mit normaler CYP2D6-Aktivität. Die Gabe von starken

CYP2D6-Inhibitoren reduziert die zirkulierenden Endoxifenspiegel in gleichem Umfang.

Tamoxifen und seine Metaboliten akkumulieren in Leber, Lunge, Gehirn, Bauchspeicheldrüse,

Haut und Knochen. Aufgrund eines ausgeprägten enterohepatischen Kreislaufes kumuliert

Tamoxifen bei chronischer Therapie im Serum. Bei einer Dosierung von 20-40 mg/Tag wird

frühestens nach 4 Wochen ein Steady-state erreicht.

Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend mit dem Stuhl in Form von verschiedenen Metaboliten.

In einer nicht kontrollierten Studie an 28 Mädchen im Alter von 2-10 Jahren mit dem McCune-

Albright-Syndrom wurden in einem Zeitraum von 12 Monaten 20 mg Tamoxifen täglich

verabreicht. Es wurde eine altersabhängige Abnahme der Clearance beobachtet und ein

Anstieg der Exposition (AUC) mit Werten, die bei den jüngsten Patientinnen um bis zu 50 %

höher lagen als bei den Erwachsenen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Versuche zur chronischen Toxizität wurden bei Ratten und Mäusen bis zu einer Dauer von 15

Monaten durchgeführt. Die Tierspezies zeigten histopathologische Veränderungen an den

Fortpflanzungsorganen, die sich durch die pharmakologischen Eigenschaften von Tamoxifen

erklären ließen und in der Regel reversibel waren. Außerdem wurde das Auftreten von

Katarakten beobachtet.

Untersuchungen in unterschiedlichen In-vivo- und In-vitro-Systemen belegen, dass Tamoxifen

nach hepatischer Aktivierung ein genotoxisches Potential besitzt. In Langzeitstudien wurden

Lebertumoren bei Ratten und Gonadentumoren bei Mäusen beobachtet. Die klinische

Bedeutung dieser Befunde ist unklar.

Aus tierexperimentellen Daten und aus klinischen Berichten liegen Hinweise auf ein erhöhtes

Risiko der Ausbildung von Tumoren des Endometriums vor.

Tamoxifen verhindert in niedrigen Konzentrationen die Implantation und führt in Dosierungen

oberhalb von 2 mg/kg/Tag zu Aborten. Embryotoxizitätsstudien an mehreren Tierspezies haben

keine Hinweise auf teratogene Effekte ergeben, embryoletale Wirkungen traten bei Kaninchen

ab einer Dosis von 0,5 mg/kg/Tag auf.

Die intrauterine Exposition von Mäusen während der Fetalentwicklung sowie die Behandlung

neugeborener Ratten und Mäuse mit Tamoxifen haben Schädigungen der weiblichen

Reproduktionsorgane zur Folge, die im Erwachsenenalter nachweisbar sind. Auch erwachsene

weibliche Tiere zeigten nach Langzeitbehandlung regressive Veränderungen der

Reproduktionsorgane bei Dosierungen oberhalb von 0,05 mg/kg/Tag. Bei männlichen Ratten

sind nach Kurz- und Langzeitbehandlung eine durch die Hemmung der Gonadotropinsekretion

in der Hypophyse ausgelöste Reduktion des Hodengewichts und der Spermiogenese

beschrieben.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, Povidon K 25, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)

(Ph.Eur.), Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Hochdisperses Siliciumdioxid, Mikrokristalline

Cellulose.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Packung mit 100 Tabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

AbZ-Pharma GmbH

Dr.-Georg-Spohn-Str. 7

89143 Blaubeuren

8.

ZULASSUNGSNUMMER

40151.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 23. Juni 1998

Datum der Verlängerung der Zulassung: 18. Juni 2004

10.

STAND DER INFORMATION

März 2011

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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