Tamiflu 45 mg Kapseln

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-08-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
oseltamivirum
Verfügbar ab:
Roche Pharma (Schweiz) AG
ATC-Code:
J05AH02
INN (Internationale Bezeichnung):
oseltamivirum
Darreichungsform:
Kapseln
Zusammensetzung:
oseltamivirum 45 mg ut oseltamiviri phosphas, amylum pregelificatum, povidonum K 30, carmellosum natricum conexum, talcum, natrii stearylis fumaras, Kapselhülle: gelatina, E 171, E 172 (nigrum), Drucktinte: lacca, alcohol butylicus, E 171, E 132, ethanolum anhydricum, methanolum, pro capsula corresp. natrium 245.8 µg.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Influenza A und B
Zulassungsnummer:
55196
Berechtigungsdatum:
1999-09-21

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-08-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-08-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-08-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-08-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Tamiflu®

Roche Pharma (Schweiz) AG

Was ist Tamiflu und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Tamiflu ist ein Arzneimittel zur Behandlung oder Vorbeugung der Grippe (durch Influenzaviren

verursachte Infektion). Zu den typischen Anzeichen einer Grippe gehören: plötzlich einsetzendes Fieber

(über 38,5 °C), das manchmal mit Schüttelfrost verbunden ist, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel,

Muskelschmerzen, Halsweh, Schnupfen und Husten.

Tamiflu gehört zur Arzneimittelgruppe der sogenannten Neuraminidasehemmer. Es wirkt dadurch, dass

es die Fähigkeit des Virus, sich im Körper zu verbreiten, verringert.

Das heisst, dass ein Teil der Patienten mit diesem Arzneimittel einer Grippe vorbeugen sowie rascher

von der Krankheit genesen und sich früher wieder besser fühlen kann.

Die Grippesymptomatik, die üblicherweise rund eine Woche andauert, wird durch Tamiflu je nach Alter

und vorbestehenden Risiken der Patienten im Mittel um 0 bis 36 Stunden verkürzt. Die Häufigkeit von

bakteriellen Komplikationen wie Bronchitis, Sinusitis oder Pneumonie wird teilweise reduziert.

Je früher Sie die Behandlung mit Tamiflu beginnen, umso schneller ist die Grippe vorbei.

Die Behandlung mit Tamiflu sollte innerhalb des ersten oder zweiten Tages (idealerweise innerhalb von

36 Stunden) nach Einsetzen der Grippeanzeichen begonnen werden.

Nach engem Kontakt mit einer an Grippe erkrankten Person kann Tamiflu von Erwachsenen und

Kindern ab 1 Jahr vorbeugend eingenommen werden. In diesem Fall sollte die Behandlung mit Tamiflu

innerhalb von 2 Tagen begonnen und während 10 Tagen fortgesetzt werden.

Tamiflu kann auch zur Vorbeugung während einer Grippewelle (Epidemie) eingenommen werden. In

einem solchen Fall kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen eine Einnahme über eine längere Zeitperiode

verordnen.

Was sollte dazu beachtet werden?

Tamiflu ist nur gegen Grippeviren und nicht gegen andere Erreger, welche Infektionskrankheiten

verursachen, wirksam. Wenden Sie Tamiflu nie von sich aus zur Behandlung anderer Erkrankungen

oder Personen an.

Tamiflu ersetzt nicht die Grippeimpfung.

Wann darf Tamiflu nicht eingenommen werden?

Tamiflu darf nicht eingenommen werden, wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber

Oseltamivirphosphat oder einem der übrigen Bestandteile von Tamiflu sind.

Wann ist bei der Einnahme von Tamiflu Vorsicht geboten?

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin vor

Behandlungsbeginn, wenn Sie

·allergisch gegen andere Arzneimittel, Nahrungsmittel, Konservierungsmittel, Aromastoffe und

Farbstoffe sind,

·ein Nierenleiden haben.

Tamiflu kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Das Auftreten von Nebenwirkungen wie

Übelkeit lässt sich durch gleichzeitige Einnahme von Nahrung verringern.

Tamiflu Kapseln: Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Kapsel, d.h. es

ist nahezu «natriumfrei».

Tamiflu Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält bis zu 16 mg Natrium pro

Dosis Suspension, bzw. 32 mg pro Tagesdosis Suspension. Dies entspricht 1,6% der für einen

Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung).

Tamiflu Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält Sorbit. Die zweimal tägliche

Gabe einer Dosis von 45 mg Oseltamivir entspricht einer Zufuhr von 2,6 g Sorbit. Für Personen mit

erheblicher Fructoseintoleranz liegt diese über der Höchstgrenze der empfohlenen täglichen

Sorbitzufuhr.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin bevor Sie (oder Ihr Kind) dieses Arzneimittel einnehmen

oder erhalten, wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen mitteilt, dass Sie (oder Ihr Kind) eine

Unverträglichkeit gegenüber einigen Zuckern haben oder wenn bei Ihnen eine hereditäre

Fructoseintoleranz (HFI) – eine seltene angeborene Erkrankung, bei der eine Person Fructose nicht

abbauen kann- festgestellt wurde.

Tamiflu Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält bis zu 6,25 mg

Natriumbenzoat pro Dosis bzw. 12,5 mg pro Tagesdosis.

Weder Paracetamol bzw. Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin) noch Tamiflu beeinflussen sich gegenseitig

so, dass ihre Wirkung beeinträchtigt wird; Sie können also während der Behandlung mit Tamiflu auch

Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin) einnehmen.

Die Erfahrungen mit Tamiflu bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Asthma,

chronischen Atemwegserkrankungen, sowie bei Patientinnen und Patienten mit anderen schweren

chronischen Erkrankungen sind noch begrenzt.

Im Falle einer Grippepandemie (starke Grippewelle) kann Tamiflu an Kinder im Alter von 6 bis 12

Monaten zur Therapie verabreicht werden. Dazu ist jedoch eine sorgfältige Abwägung des Nutzens

gegenüber allfälligen Risiken durch den Arzt bzw. die Ärztin erforderlich.

Tamiflu darf nicht an Kinder unter 6 Monaten verabreicht werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an andern Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Tamiflu während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, dürfen Sie Tamiflu nur auf ausdrückliche Anordnung Ihres Arztes

bzw. Ihrer Ärztin einnehmen.

Wie verwenden Sie Tamiflu?

Zur Behandlung einer Grippe

Beginnen Sie mit der Einnahme von Tamiflu innerhalb der ersten zwei Tage (idealerweise innerhalb von

36 Stunden) nach Auftreten der ersten Grippesymptome.

Tamiflu sollte fünf Tage lang eingenommen werden.

Erwachsene und Jugendliche ≥13 Jahren

Die übliche Dosis von Tamiflu beträgt zweimal täglich eine 75 mg Kapsel.

Tamiflu Kapseln sind mit Wasser oder Tee ganz einzunehmen. Kapseln vor der Einnahme nicht

zerbrechen und auch nicht zerkauen.

Wenn Sie Schwierigkeiten beim Schlucken von Kapseln haben, können Sie an Stelle einer Kapsel auch

eine Dosis von 75 mg Tamiflu Suspension (entsprechend 12.5 ml) zweimal täglich einnehmen.

Kinder ab 1 Jahr

Die übliche Dosis von Tamiflu Kapseln und Suspension ist abhängig vom Körpergewicht des Kindes

und beträgt:

Körpergewicht

Empfohlene Dosis während 5 Tagen

Kapseln

Orale Suspension

bis zu 15 kg

30 mg zweimal täglich 5 ml zweimal täglich

ab 15 kg bis zu 23 kg 45 mg zweimal täglich 7.5 ml zweimal täglich

ab 23 kg bis zu 40 kg 60 mg zweimal täglich 10 ml zweimal täglich

über 40 kg

75 mg zweimal täglich 12.5 ml zweimal täglich

Kinder, die nicht in der Lage sind Kapseln zu schlucken, erhalten die Suspension.

Kinder von 6 bis 12 Monaten im Falle einer Grippepandemie (starke Grippewelle)

Die Verabreichung von Tamiflu zur Behandlung von Grippe bei Kindern im Alter von 6 bis 12 Monaten

muss durch den Arzt oder Apotheker bzw. durch die Ärztin oder Apothekerin vorbereitet werden. Diese

Fachpersonen verfügen über die entsprechende Dosierungsanweisung gemäss

Arzneimittelfachinformation.

Tamiflu darf nicht an Kinder unter 6 Monaten verabreicht werden.

Zur Vorbeugung einer Grippe

Beginnen Sie mit der Einnahme von Tamiflu innerhalb der ersten 2 Tage nach dem Kontakt mit einer an

Grippe erkrankten Person. Tamiflu sollte danach während 10 Tagen eingenommen werden.

Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren

Die übliche Dosis von Tamiflu zur Vorbeugung einer Grippe beträgt einmal täglich eine Kapsel zu 75

Tamiflu Kapseln sind mit Wasser oder Tee ganz einzunehmen. Kapseln vor der Einnahme nicht

zerbrechen und auch nicht zerkauen.

Wenn Sie Schwierigkeiten beim Schlucken von Kapseln haben, können Sie an Stelle einer Kapsel auch

eine Dosis von 75 mg Tamiflu Suspension (entsprechend 12.5 ml) einmal täglich einnehmen.

Kinder ab 1 Jahr

Die übliche Dosis von Tamiflu Kapseln und Suspension zur Vorbeugung einer Grippe ist abhängig vom

Körpergewicht des Kindes und beträgt:

Körpergewicht

Empfohlene Dosis während 10 Tagen

Kapseln

Orale Suspension

bis zu 15 kg

30 mg einmal

täglich

5 ml einmal täglich

ab 15 kg bis zu 23 kg

45 mg einmal

täglich

7.5 ml einmal täglich

ab 23 kg bis zu 40 kg

60 mg einmal

täglich

10 ml einmal täglich

über 40 kg

75 mg einmal

täglich

12.5 ml einmal täglich

Kinder, die nicht in der Lage sind Kapseln zu schlucken, erhalten die Suspension.

Tamiflu darf zur Vorbeugung von Grippe nicht an Kinder unter 1 Jahr verabreicht werden.

Wenn Sie die Kapseln nicht schlucken können und wenn die orale Suspension von Tamiflu nicht

verfügbar ist

In Situationen, in denen die kommerziell gefertigte orale Suspension von Tamiflu kurzfristig nicht

verfügbar ist, können Erwachsene, Jugendliche und Kinder, die nicht in der Lage sind Kapseln zu

schlucken, Tamiflu angemessen dosieren, indem Sie die Kapseln öffnen und den Inhalt der Kapseln zu

einer geeigneten, kleinen Menge (maximal 1 Teelöffel) eines gesüssten Nahrungsmittels schütten, z.B.

zu normalem oder zuckerfreiem Schokoladensirup, Honig (nur für Kinder im Alter von 2 Jahren oder

älter), in Wasser gelöstem hellbraunem Zucker oder Kristallzucker, Dessertgarnierungen, gesüsster

Kondensmilch, Apfelmus oder Joghurt, um den bitteren Geschmack zu überdecken. Die Mischung sollte

umgerührt und der gesamte Inhalt eingenommen werden. Die Mischung muss sofort nach der

Zubereitung eingenommen werden, da das Arzneimittel sonst an Wirkung verlieren kann.

Bitte befolgen Sie diese Anweisungen, um eine korrekte Dosierung sicherzustellen:

1.Bestimmen Sie die Anzahl der benötigten Kapseln, um nach diesem Verfahren eine Mischung

herzustellen:

2.Prüfen Sie, ob Sie gemäss der Tabelle oben die richtige Dosierung verwenden. Halten Sie die

Kapsel(n) über eine kleine Schale, öffnen Sie die Kapsel(n) vorsichtig und schütten Sie das Pulver in die

Schale.

3.Fügen Sie eine geeignete, kleine Menge (maximal 1 Teelöffel) eines gesüssten Lebensmittels in die

Schale (um den bitteren Geschmack zu überdecken) und mischen Sie gut.

4.Rühren Sie die Mischung um und nehmen Sie den gesamten Inhalt der Schale ein. Die Mischung muss

sofort nach der Zubereitung eingenommen werden. Wenn in der Schale noch etwas von der Mischung

übrig ist, dann spülen Sie die Schale mit einer geringen Menge Wasser und trinken Sie diese restliche

Mischung.

Wiederholen Sie dieses Vorgehen jedes Mal, wenn das Arzneimittel eingenommen werden muss.

Allgemeiner Hinweis:

Sie können Tamiflu mit oder ohne Nahrung einnehmen. Es wird Ihnen jedoch empfohlen, Tamiflu mit

Nahrung einzunehmen, um die Verträglichkeit zu verbessern und das Risiko von Übelkeit und

Erbrechen zu vermindern.

Wenn Sie aus Versehen eine grössere Dosis von Tamiflu eingenommen haben als Sie sollten, fragen Sie

Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin um Rat, bevor Sie die nächste Dosis

einnehmen.

Wenn Sie die Einnahme von Tamiflu vergessen haben: Nehmen Sie die vergessene Dosis ein, sobald Sie

sich daran erinnern, und fahren Sie anschliessend mit der Einnahme wie verordnet fort.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Wie wird die Suspension zubereitet?

1.Klopfen Sie mehrmals vorsichtig an die noch verschlossene Flasche, um das Pulver aufzulockern.

2.Messen Sie 55 ml Wasser mit dem der Packung beigefügten Messbecher (siehe Abbildung 1) bis zur

markierten Höhe ab.

3.Geben Sie die gesamten 55 ml Wasser in die Flasche. Schütteln Sie die verschlossene Flasche

sorgfältig 15 Sekunden lang. Das Volumen der zubereiteten Lösung beträgt durchschnittlich 64.7 ml.

4.Entfernen Sie die Verschlusskappe und setzen Sie den Flaschenadapter in den Flaschenhals ein.

5.Setzen Sie die Verschlusskappe über den Flaschenadapter und verschliessen Sie damit die Flasche fest

(siehe Abbildung 1). Dadurch wird der richtige Sitz des Flaschenadapters in der Flasche gewährleistet.

6.Notieren Sie auf der Flaschenetikette das Verfalldatum der zubereiteten Suspension (Haltbarkeit: 10

Tage nicht über 25 °C oder 17 Tage im Kühlschrank (2 – 8° C)).

Am besten lassen Sie sich die Tamiflu Suspension von Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. von Ihrer Ärztin

oder Apothekerin zubereiten und das Verfalldatum, bis wann die erstellte Suspension verwendet werden

darf, auf die Flaschenetikette notieren.

Wie wird die richtige Menge Suspension abgemessen?

1.Schütteln Sie die geschlossene Flasche vor jeder Anwendung von Tamiflu Suspension gut.

2.Nehmen Sie den Dispenser und schieben Sie den Kolben ganz nach unten in Richtung der Spitze des

Dispensers (siehe Abbildung 2).

3.Entfernen Sie die Verschlusskappe.

4.Setzen Sie die Spitze des Dispensers in den Flaschenadapter ein.

5.Drehen Sie die gesamte Einheit (Flasche mit Dispenser) um (siehe Abbildung 3).

6.Ziehen Sie den Kolben langsam bis zu der Markierung, die Ihrer Dosis entspricht.

7.Drehen Sie die gesamte Einheit wieder um.

8.Ziehen Sie den Dispenser langsam von der Flasche ab.

9.Spritzen Sie die Suspension direkt in den Mund hinein, indem Sie den Kolben des Dispensers

hinunterschieben. Arzneimittel schlucken.

10.Unmittelbar nach der Anwendung nehmen Sie den Dispenser auseinander und spülen Sie beide Teile

unter fliessendem Leitungswasser.

Welche Nebenwirkungen kann Tamiflu haben?

Wie alle Arzneimittel kann Tamiflu Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Viele der nachfolgend aufgeführten Nebenwirkungen können auch durch eine Grippe verursacht

werden.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Tamiflu auftreten:

Die häufigsten Nebenwirkungen von Tamiflu sind Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schmerzen.

Diese Nebenwirkungen treten meistens nur nach der ersten Einnahme des Arzneimittels auf und

verschwinden üblicherweise wieder, auch wenn die Einnahme fortgesetzt wird. Die Häufigkeit dieser

Effekte wird verringert, wenn das Arzneimittel mit Nahrung eingenommen wird.

Sehr häufig: Übelkeit, Kopfschmerzen.

Häufig: Erbrechen, Bauchschmerzen, Bronchitis, Fieberbläschen (Infektion durch Herpesviren), Husten,

Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit und Schlaflosigkeit. Fieber, Schmerzen, Gliederschmerzen,

laufende Nase, Halsschmerzen, Völlegefühl im Oberbauch, Infektionen der oberen Atemwege

(Entzündung von Nase, Rachen und Nasennebenhöhlen), Magenverstimmung.

Gelegentlich: veränderter Bewusstseinsgrad, Krampfanfälle, leichte bis schwere

Leberfunktionsstörungen, Hautreaktionen (Entzündung der Haut, geröteter und juckender Ausschlag,

schuppende Haut).

Selten: Thrombozytopenie (verminderte Anzahl an Blutplättchen), Sehstörungen.

Über folgende Nebenwirkungen wurde nach Markteinführung berichtet:

allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen),

anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen (schwere allergische Reaktionen mit Schwellungen von

Gesicht und Haut),

juckender Hautausschlag,

niedriger Blutdruck und Atembeschwerden,

Sehstörungen,

Herzrhythmusstörungen,

Magen-Darm-Blutungen,

Erkrankung der Psyche und des Nervensystems (Erregung, abnormales Verhalten, Angst, Verwirrtheit,

Halluzinationen, Bewusstseinsstörungen (Delirium) einschliesslich verändertem Bewusstseinsgrad,

Sinnestäuschung, Albträume, Selbstverletzung),

Lebererkrankungen (plötzlich beginnende, heftige Leberentzündung, Störungen der Leberfunktion,

Gelbsucht, verfärbter Stuhl),

angioneurotisches Ödem (plötzliches Auftreten starker Schwellungen der Haut, hauptsächlich im

Bereich von Kopf und Hals, einschliesslich Augen und Zunge, mit Atembeschwerden),

Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse (komplizierte, eventuell

lebensbedrohliche allergische Reaktion, schwere Entzündung der Haut und eventuell der Schleimhaut,

anfänglich mit Fieber, Rachenschmerzen und Müdigkeit, Hautausschlag mit Blasenbildung,

schuppender Haut und Abschälen grösserer Hautpartien, mögliche Atembeschwerden und niedriger

Blutdruck).

Kinder und Jugendliche

Bei der Verabreichung von Tamiflu wurden insbesondere bei Kindern und Jugendlichen Krämpfe,

Verwirrtheit, abnormales Verhalten, Halluzinationen, Bewusstseinsstörungen (Delirium) einschliesslich

verändertem Bewusstseinsgrad, Sinnestäuschung, Erregung, Angst, Albträume und Verwirrtheit

beobachtet. Dies führte in seltenen Fällen zu damit verbundenen Unfällen und Verletzungen, in sehr

seltenen Fällen mit tödlichem Ausgang. Es ist nicht bekannt, inwiefern Tamiflu direkt dazu beiträgt,

denn solche Störungen wurden auch bei Grippepatienten beobachtet, die kein Tamiflu eingenommen

haben. Patienten, insbesondere Kinder und Jugendliche, sollten sorgfältig überwacht werden. Bei

Anzeichen ungewohnten Verhaltens sollte umgehend Ihr Arzt oder Ihre Ärztin benachrichtigt werden.

Kinder

Häufigste Nebenwirkung bei Kindern waren Husten, verstopfte Nase und Erbrechen. Weitere sind

Mittelohrenentzündung, Ohrenschmerzen, Erkrankungen des Trommelfells, Kopfschmerzen, Übelkeit,

laufende Nase, Bauchschmerzen, Völlegefühl im Oberbauch, Magenverstimmung, Entzündungen der

Haut und Bindehautentzündung.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie oder Ihr Kind

anhaltendes Erbrechen haben, wenn die Grippesymptome sich verschlechtern oder das Fieber anhält.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Es sind keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen bekannt, die

Beeinträchtigung durch die Grippesymptome sollte jedoch beachtet werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Aufbrauchfrist nach Anbruch

Tamiflu Pulver: Die zubereitete Suspension kann 10 Tage nicht über 25 °C oder 17 Tage im

Kühlschrank (2 – 8 °C) gelagert werden.

Lagerungshinweis

Tamiflu Kapseln nicht über 25 °C lagern.

Tamiflu Pulver nicht über 25 °C lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Nach Therapieabschluss oder Verfall sind nicht verwendete Arzneimittel in der Originalpackung der

Abgabestelle (Arzt oder Apotheker) zur fachgerechten Entsorgung zu retournieren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Tamiflu enthalten?

Wirkstoffe

Tamiflu Kapseln: 30 mg, 45 mg und 75 mg Oseltamivir (als Oseltamivirphosphat).

Tamiflu Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen: 6 mg/ml Oseltamivir (als

Oseltamivirphosphat).

Hilfsstoffe

Tamiflu Kapseln:

Kapselinhalt:

Vorverkleisterte Stärke, Talk, Povidon K30, Croscarmellose-Natrium (aus gentechnisch veränderter

Baumwolle hergestellt), Natriumstearylfumarat.

Kapselhülle:

Titan(IV)-oxid, Eisenoxid gelb, Eisen(III)-oxid, Eisenoxid schwarz, Gelatine.

Tinte:

Schellack, 1-Butanol, Titan(IV)-oxid, Indigocarmin-Aluminiumlack, Methanol, Ethanol.

Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Sorbitol (E420), Titan(IV)-oxid, Natriumbenzoat (E211), Xanthan, Natriumdihydrogencitrat, Saccharin

Natrium, Tutti Frutti Aroma.

Zulassungsnummer

Kapseln: 55196 (Swissmedic)

Suspension: 56176 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Tamiflu? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Kapseln zu 30 mg

Packungen mit 10 Kapseln.

Kapseln zu 45 mg

Packungen mit 10 Kapseln.

Kapseln zu 75 mg

Packungen mit 10 Kapseln.

Fachinformation

Tamiflu®

Roche Pharma (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Oseltamivir (ut Oseltamiviri phosphas).

Hilfsstoffe

Kapseln: Croscarmellosum natricum conexum (aus gentechnisch veränderter Baumwolle hergestellt),

excipiens pro capsula.

Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen: Sorbitol (E 420), Natriumdihydrogencitrat

(E 331 [a]), Xanthan-Gummi (E 415), Natriumbenzoat (E 211), Saccharin-Natrium (E 954),

Titandioxid (E 171) und Aroma (Tutti Frutti; enthält Ethylvanillin).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tamiflu 30 mg: hellgelb-opake Kapsel zu 30 mg Oseltamivir, entspricht 39.4 mg

Oseltamivirphosphat.

Tamiflu 45 mg: grau-opake Kapsel zu 45 mg Oseltamivir, entspricht 59.1 mg Oseltamivirphosphat.

Tamiflu 75 mg: Kapsel, grauer Körper und hellgelb-opake Kappe zu 75 mg Oseltamivir, entspricht

98.5 mg Oseltamivirphosphat.

Tamiflu Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen: Eine Flasche mit 13 g Pulver zur

Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält 512 mg Oseltamivir Phosphat (entspricht 390

mg Oseltamivir). Nach Rekonstitution mit 55 ml Trinkwasser erreicht die Suspension ein

Endvolumen von ungefähr 65 ml und enthält 6 mg/ml Oseltamivir.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Tamiflu ist zur Behandlung der Influenza bei Erwachsenen und Kindern ≥1 Jahr indiziert. Tamiflu ist

gegen Influenza A und B wirksam, aber es gibt nur wenige klinische Daten bei Influenza B.

Tamiflu ist für die Prophylaxe der Influenza A und B bei Erwachsenen und Kindern im Alter von ≥1

Jahr indiziert.

Dosierung/Anwendung

Tamiflu kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden (siehe «Pharmakokinetik, Absorption»).

Bei gewissen Patienten kann die Verträglichkeit jedoch durch die Einnahme mit Nahrung verbessert

werden.

Therapie der Grippe

Die Therapie soll während des ersten oder zweiten Tages (idealerweise innerhalb von 36 Stunden)

nach Auftreten der Symptome einer Influenza begonnen werden.

Dosierungsanweisungen

Erwachsene und Jugendliche

Die empfohlene orale Dosis von Tamiflu Kapseln bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 13 Jahren

beträgt 2× täglich 75 mg während 5 Tagen. Erwachsenen und Jugendlichen ab 13 Jahren, die

Schwierigkeiten beim Schlucken von Kapseln haben, kann auch eine Dosis von 75 mg Tamiflu in

Form der Suspension (6 mg/ml entsprechend 12,5 ml Suspension) 2× täglich während 5 Tagen

verabreicht werden.

Die nachfolgenden, gewichtsbezogenen Dosierungen von Tamiflu 30, 45, 75 mg Kapseln oder

Suspension 6 mg/ml werden für Kinder ≥1 Jahr empfohlen:

Körpergewicht

Empfohlene Dosis während 5 Tagen

Kapseln

Orale Suspension 6 mg/ml

≤15 kg

30 mg 2× täglich 5 ml 2× täglich

>15 kg bis 23 kg 45 mg 2× täglich 7.5 ml 2× täglich

>23 kg bis 40 kg 60 mg 2× täglich 10 ml 2× täglich

>40 kg

75 mg 2× täglich 12.5 ml 2× täglich

Kinder, die nicht in der Lage sind Kapseln zu schlucken, erhalten die Suspension. Zum Dosieren der

Suspension wird ein 10 ml Dispenser mitgeliefert.

Kinder mit einem Gewicht von >40 kg oder im Alter ≥8 Jahren, die in der Lage sind, Kapseln zu

schlucken, können auch 75 mg Tamiflu Kapseln 2× täglich oder eine 30 mg Kapsel und eine 45 mg

Kapsel je 2× täglich während 5 Tagen erhalten (siehe oben).

Kann ein Patient die Kapseln nicht schlucken und steht die orale Suspension nicht zur Verfügung, so

kann aus Kapseln eine entsprechend korrekt dosierte Mischung hergestellt werden (siehe «Sonstige

Hinweise»).

Stehen für Kinder ≥1 Jahr weder die orale Suspension noch die 30 mg noch die 45 mg Kapseln zur

Verfügung, so kann aus den 75 mg Kapseln eine entsprechend korrekt dosierte Mischung hergestellt

werden (siehe «Sonstige Hinweise»).

Kinder <1 Jahr

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Tamiflu sind bei Kindern unter 1 Jahr noch nicht ermittelt

worden (siehe «Pharmakokinetik»).

Tamiflu kann dennoch, auf der Basis begrenzter Pharmakokinetik- und Sicherheitsdaten, während

eines pandemischen Influenzaausbruchs zur Behandlung von Kindern im Alter von 6 bis 12 Monaten

eingesetzt werden. Der behandelnde Arzt sollte die Pathogenität des zirkulierenden Stammes und den

zugrunde liegenden Gesundheitszustand des Patienten berücksichtigen, um einen potentiellen Nutzen

für das Kind sicherzustellen.

Empfohlene orale Dosis von Tamiflu für Kinder im Alter von 6 bis 12 Monaten im Pandemiefall

Beschränkte pharmakokinetische Daten weisen darauf hin, dass eine Dosis von zweimal täglich 3

mg/kg bei Kindern im Alter von 6 bis 12 Monaten Plasmaspiegel des aktiven Metaboliten ergibt, die

bei der Mehrzahl der Patienten ähnlich sind wie diejenigen, die sich bei älteren Kindern und

Erwachsenen als klinisch wirksam erwiesen haben.

Es sind hingegen nur ungenügend klinische Daten verfügbar, um eine Empfehlung für die Dosierung

bei Kindern um Alter unter 6 Monaten abzugeben.

Zur Behandlung der Grippe bei Kindern von 6 bis 12 Monaten soll eine aus Tamiflu Kapseln in der

Apotheke hergestellte Magistralrezeptur (Suspension zu 10 mg/ml) verwendet werden. Zur

Zubereitung dieser Magistralrezeptur sowie zu deren volumetrischen Dosierung siehe «Sonstige

Hinweise».

Grippeprophylaxe

Erwachsene und Jugendliche

Die empfohlene orale Dosis von Tamiflu zur Grippeprophylaxe nach engem Kontakt mit einer

influenzainfizierten Person beträgt 1× täglich 75 mg während 10 Tagen. Mit der Behandlung sollte

innerhalb von zwei Tagen nach dem Kontakt begonnen werden. Die empfohlene Dosierung für die

Prophylaxe während einer Grippewelle beträgt 1× täglich 75 mg. Die Sicherheit und die

Wirksamkeit sind bis zu einer Dauer von sechs Wochen aufgezeigt worden. Die Schutzwirkung

bleibt erhalten, solange das Arzneimittel eingenommen wird.

Kinder ≥1 Jahr

Die nachfolgenden, gewichtsbezogenen Dosierungen von Tamiflu 30, 45, 75 mg Kapseln oder

Suspension 6 mg/ml werden für Kinder ≥1 Jahr empfohlen:

Körpergewicht

Empfohlene Dosis während 10 Tagen

Kapseln

Orale Suspension 6 mg/ml

≤15 kg

30 mg 1× täglich 5 ml 1× täglich

>15 kg bis 23 kg 45 mg 1× täglich 7.5 ml 1× täglich

>23 kg bis 40 kg 60 mg 1× täglich 10 ml 1× täglich

>40 kg

75 mg 1× täglich 12.5 ml 1× täglich

Kinder, die nicht in der Lage sind Kapseln zu schlucken, erhalten die Suspension. Zum Dosieren der

Suspension wird ein 10 ml Dispenser mitgeliefert.

Kinder mit einem Gewicht von >40 kg oder im Alter ≥8 Jahren, die in der Lage sind, Kapseln zu

schlucken, können auch 75 mg Tamiflu Kapseln 1× täglich oder eine 30 mg Kapsel und eine 45 mg

Kapsel je 1× täglich während 10 Tagen erhalten (siehe oben).

Kann ein Patient die Kapseln nicht schlucken und steht die orale Suspension nicht zur Verfügung, so

kann aus Kapseln eine entsprechend korrekt dosierte Mischung hergestellt werden (siehe «Sonstige

Hinweise»).

Stehen für Kinder ≥1 Jahr weder die orale Suspension noch die 30 mg noch die 45 mg Kapseln zur

Verfügung, so kann aus den 75 mg Kapseln eine entsprechend korrekt dosierte Mischung hergestellt

werden (siehe «Sonstige Hinweise»).

Besondere Dosierungsanweisungen

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Grippetherapie

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance über 60 ml/min ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen >30 bis 60 ml/min wird empfohlen, für die

Therapie die Dosis auf 30 mg Tamiflu 2× täglich während 5 Tagen zu reduzieren, bzw. bei einer

Kreatinin-Clearance zwischen 10 und 30 ml/min auf 30 mg Tamiflu 1× täglich während 5 Tagen zu

reduzieren. Patienten, die unter regelmässiger Hämodialyse stehen, kann vor Beginn der Dialyse eine

Initialdosis von 30 mg Tamiflu verabreicht werden, wenn während der 48 Stunden zwischen zwei

Dialysesitzungen Symptome einer Influenza auftreten. Zur Aufrechterhaltung therapeutischer

Plasmakonzentrationen sollte nach jeder erfolgten Hämodialyse eine Dosis von 30 mg verabreicht

werden. Bei Patienten unter Peritonealdialyse wird zur Therapie eine Dosis von 30 mg Tamiflu

empfohlen, verabreicht vor Beginn der Dialyse und gefolgt von weiteren Dosen von 30 mg alle 5

Tage (siehe «Pharmakokinetik spezieller Patientengruppen»). Die Pharmakokinetik von Oseltamivir

wurde nicht untersucht bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (d.h. Kreatinin-Clearance <10

ml/min), die nicht unter Hämodialyse stehen. Daher kann für diese Patientengruppe keine

Dosierungsempfehlung gegeben werden. Es gibt keine Dosierungsempfehlungen für Kinder mit

Niereninsuffizienz (siehe «Pharmakokinetik» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Grippeprophylaxe

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance über 60 ml/min ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance zwischen >30 bis 60 ml/min, wird empfohlen, die Dosis

auf 30 mg Tamiflu täglich bzw. bei einer Kreatinin-Clearance zwischen 10 und 30 ml/min auf 30 mg

Tamiflu jeden zweiten Tag zu reduzieren. Patienten, die unter regelmässiger Hämodialyse stehen,

kann vor Beginn der Dialyse eine Initialdosis von 30 mg Tamiflu verabreicht werden. Zur

Aufrechterhaltung therapeutischer Plasmakonzentrationen sollte nach jeder zweiten Hämodialyse

eine Dosis von 30 mg verabreicht werden. Bei Patienten unter Peritonealdialyse wird zur Prophylaxe

eine Dosis von 30 mg Tamiflu empfohlen, verabreicht vor Beginn der Dialyse und gefolgt von

weiteren Dosen von 30 mg alle 7 Tage (siehe «Pharmakokinetik spezieller Patientengruppen»). Die

Pharmakokinetik von Oseltamivir wurde nicht untersucht bei Patienten mit terminaler

Niereninsuffizienz (d.h. Kreatinin-Clearance <10 ml/min), die nicht unter Hämodialyse stehen.

Daher kann für diese Patientengruppe keine Dosierungsempfehlung gegeben werden.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit leichten oder mittelschweren Leberfunktionsstörungen ist bei der Behandlung oder

Prophylaxe keine Dosisanpassung erforderlich (siehe «Pharmakokinetik»). Die Sicherheit und

Pharmakokinetik bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen wurden nicht untersucht.

Immunsupprimierte Patienten

Bei immunsupprimierten Patienten im Alter von 1 Jahr oder älter wird bei hohem Ansteckungsrisiko

infolge grosser Grippenaktivität eine Prophylaxe von bis zu 12 Wochen empfohlen. Bei Patienten

mit normaler Kreatinin-Clearance ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist bei der Behandlung oder Prophylaxe keine Dosisanpassung erforderlich

(siehe «Pharmakokinetik»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile des Produkts.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei der Verabreichung von Tamiflu zur Therapie der Influenza wurden insbesondere bei Kindern

und Jugendlichen neuropsychiatrische Störungen wie Konvulsionen und Delirium beobachtet. In

seltenen Fällen führten diese Störungen zu ungewollten Verletzungen, in sehr seltenen Fällen mit

tödlichem Ausgang. Es ist nicht bekannt, inwiefern Tamiflu direkt dazu beiträgt, denn solche

Störungen wurden auch bei Grippepatienten beobachtet, die kein Tamiflu eingenommen haben (s.

Abschnitt «Erfahrungen nach der Zulassung»).

Insbesondere Kinder und Jugendliche sollten engmaschig auf Anzeichen von ungewöhnlichem

Verhalten beobachtet werden.

Es gibt keinen Beweis, dass Tamiflu bei Erkrankungen wirksam ist, die durch andere Erreger als

Influenza-Viren Typ A und B hervorgerufen werden.

Es liegen keine Daten hinsichtlich Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Oseltamivir bei Patienten

vor, deren schlechter oder instabiler Gesundheitszustand eine Krankenhauseinweisung erforderlich

machen könnte.

Die Wirksamkeit von Oseltamivir zur Therapie bei Patienten mit chronischen kardialen und/oder

respiratorischen Erkrankungen ist noch nicht gesichert. Es wurde kein Unterschied in der Inzidenz

von Komplikationen zwischen Behandlungs- und Placebogruppe in dieser Population beobachtet.

Tamiflu ist kein Ersatz für eine Grippeschutzimpfung. Die Anwendung von Tamiflu darf die

individuelle Erwägung einer jährlichen Grippeschutzimpfung nicht beeinflussen. Der Schutz

gegenüber Influenza dauert nur so lange wie Tamiflu angewendet wird. Tamiflu darf nur dann zur

Therapie und Prophylaxe der Influenza angewendet werden, wenn verlässliche epidemiologische

Daten darauf hindeuten, dass das Influenzavirus in der Bevölkerung auftritt.

Für die Dosierung bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen siehe Rubrik

«Dosierung/Anwendung», «Besondere Dosierungsanweisungen». Es gibt keine

Dosierungsempfehlung für Kinder mit Niereninsuffizienz.

Eine Flasche Tamiflu zu 13 g Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen 6 mg/ml

enthält 11.142 g Sorbit. Die zweimal tägliche Gabe einer Dosis von 45 mg Oseltamivir entspricht

einer Zufuhr von 2.6 g Sorbit. Für Personen mit erheblicher Fructoseintoleranz liegt diese über der

Höchstgrenze der empfohlenen täglichen Sorbitzufuhr.

Interaktionen

Informationen aus pharmakologischen und pharmakokinetischen Studien mit Oseltamivir lassen

darauf schliessen, dass klinisch signifikante Wechselwirkungen unwahrscheinlich sind.

Oseltamivir wird durch Esterasen, die vorwiegend in der Leber lokalisiert sind, nahezu vollständig in

den aktiven Metaboliten (Oseltamivircarboxylat) umgewandelt. Arzneimittel-Wechselwirkungen auf

Basis einer Konkurrenz um Esterasen sind in der Literatur kaum beschrieben worden. Die niedrige

Proteinbindung von Oseltamivir und seinem aktiven Metaboliten deutet darauf hin, dass

Wechselwirkungen aufgrund einer Verdrängung des Arzneimittels unwahrscheinlich sind.

In-vitro-Studien haben gezeigt, dass weder Oseltamivir noch sein aktiver Metabolit gute Substrate

für mischfunktionelle P450-Oxidasen oder für Glucuronyltransferasen sind (siehe

«Pharmakokinetik»).

Es liegt keine mechanistische Grundlage für eine Interaktion mit oralen Kontrazeptiva vor.

Cimetidin, ein unspezifischer Hemmer von Cytochrom-P450-Isoformen und Kompetitor um die

renale Sekretion alkalischer oder kationischer Substanzen, hat keinen Einfluss auf die Plasmaspiegel

von Oseltamivir oder seinen aktiven Metaboliten. Klinisch bedeutsame Interaktionen mit

Arzneimitteln, die eine Veränderung des pH-Wertes im Magen (Antazida) oder eine Elimination

über diese Stoffwechselwege umfassen, sind daher nicht wahrscheinlich.

Klinisch bedeutsame Arzneimittel-Wechselwirkungen, bei denen es zu einer Kompetition bezüglich

der tubulären Sekretion in den Nieren kommt, sind aufgrund der bekannten therapeutischen Breite

der meisten dieser Arzneimittel, der Eliminationscharakteristika des aktiven Metaboliten

(glomeruläre Filtration und anionische tubuläre Sekretion) sowie der Exkretionskapazität dieser

Stoffwechselwege unwahrscheinlich. Dennoch sollten Arzneimittel mit einer engen therapeutischen

Breite, die ebenfalls aktiv renal sezerniert werden (z.B. Chlorpropamid, Methotrexat, Phenylbutazon)

nur mit Vorsicht gleichzeitig verordnet werden.

Die gleichzeitige Verabreichung von Probenecid führt zu einem ca. 2-fachen Anstieg der

systemischen Verfügbarkeit des aktiven Metaboliten aufgrund einer Abnahme der aktiven tubulären

Sekretion in der Niere. Aufgrund der grossen therapeutischen Breite des aktiven Metaboliten ist

jedoch keine Dosisanpassung erforderlich, wenn Tamiflu gleichzeitig mit Probenecid verabreicht

wird.

Bei gleichzeitiger Verabreichung mit Amoxicillin werden die Plasmaspiegel keiner der beiden

Substanzen verändert, was darauf hinweist, dass die Kompetition um die anionische Sekretion

unbedeutend ist.

In Einzelfällen wurden Interaktionen mit Ganciclovir, einer ebenfalls tubulär sezernierten Substanz,

in der PMS-Phase gemeldet.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Oseltamivir (2× täglich 75 mg während 4 Tage) und einer

Einzeldosis von 900 mg Aspirin wurden keine relevanten Veränderungen der PK-Parameter von

Oseltamivir, seines aktiven Metaboliten (Oseltamivircarboxylat) und von Acetylsalicylsäure

festgestellt.

Bei gleichzeitiger Verabreichung einer Einzeldosis von 150 mg Oseltamivir und einer Einzeldosis

eines Aluminiumhydroxid/Magnesiumhydroxid-haltigen Antazidums, eines Calciumcarbonat-

haltigen Antazidums, von Paracetamol, von Acetylsalicylsäure, von Cimetidin, von Warfarin (in der

Schweiz nicht zugelassen) von Rimantadin (in der Schweiz nicht zugelassen) oder von Amantadin

wurde keine relevante Veränderung der PK-Parameter von Oseltamivir bzw. seines aktiven

Metaboliten festgestellt.

In klinischen Studien der Phase III wurde Tamiflu als Behandlung und Prophylaxe mit häufig

verwendeten Arzneimitteln wie ACE-Hemmern (Enalapril, Captopril), Thiazid-Diuretika

(Bendrofluazid), Antibiotika (Penicillin, Cephalosporin, Azithromycin, Erythromycin und

Doxycyclin), H2-Rezeptorenblocker (Ranitidin, Cimetidin), Betablockern (Propranolol), Xanthinen

(Theophyllin), Sympathomimetika (Pseudoephedrin), Opioiden (Codein), Corticosteroiden,

Inhalations-Bronchodilatatoren und Analgetika (Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Paracetamol)

verabreicht. Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Tamiflu mit diesen Arzneimitteln wurde keine

Veränderung des Profils und der Häufigkeit von Nebenwirkungen beobachtet.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es wurden keine kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von Oseltamivir bei schwangeren

Frauen durchgeführt. Es sind Ergebnisse verfügbar aus Untersuchungen nach der Markteinführung

und aus Beobachtungsstudien, die ein Nutzenniveau des aktuellen Dosierungsschemas bei dieser

Patientengruppe zeigen, welches sehr variabel ist. Wegen der variablen Ergebnisse sowie der

verminderten Aussagekraft unkontrollierter Studien allgemein ist derzeit keine verlässliche Aussage

über das Ausmass eines Nutzens möglich. Ergebnisse aus pharmakokinetischen Analysen zeigen

eine niedrigere Exposition gegenüber dem aktiven Metaboliten (siehe «Pharmakokinetik, Kinetik

spezieller Patientengruppen»). Es werden jedoch keine Dosisanpassungen bei der Therapie oder der

Prophylaxe der Influenza bei schwangeren Frauen empfohlen. Diese Daten weisen in Verbindung

mit tierexperimentellen Studien weder auf direkte noch auf indirekte schädliche Wirkungen

bezüglich der Schwangerschaft oder der embryonalen/fötalen beziehungsweise postnatalen

Entwicklung hin (siehe «Präklinische Daten»). Schwangere Frauen können Tamiflu erhalten

nachdem die verfügbaren Sicherheitsinformationen, die Pathogenität des zirkulierenden Influenza-

Virusstammes und die zugrundeliegende Erkrankung der schwangeren Frau in Betracht gezogen

wurden. Tamiflu sollte daher nur dann während der Schwangerschaft verwendet werden, wenn es

eindeutig erforderlich ist.

Stillzeit

Bei stillenden Ratten werden Oseltamivir und der aktive Metabolit in der Milch ausgeschieden. Es

sind nur sehr beschränkte Informationen über Kinder, die von Oseltamivir einnehmenden Müttern

gestillt werden, sowie über die Ausscheidung von Oseltamivir in der Muttermilch verfügbar.

Beschränkte Daten zeigen, dass Oseltamivir und der aktive Metabolit in der Muttermilch

nachweisbar waren. Eine Behandlung von stillenden Frauen mit Oseltamivir kann erwogen werden,

wenn ein klarer Nutzen für Stillende ersichtlich ist. Dabei sind die Pathogenität des zirkulierenden

Influenzavirusstammes und der zugrunde liegende Gesundheitszustand der Stillenden zu

berücksichtigen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

beobachtet, allerdings sind die Beeinträchtigungen durch Influenza zu beachten.

Unerwünschte Wirkungen

Erfahrung aus klinischen Studien

Das Gesamtsicherheitsprofil von Tamiflu basiert auf Daten von 2647 erwachsenen/jugendlichen

Patienten und 858 pädiatrischen Patienten mit Influenza sowie auf Daten von 1945

erwachsenen/jugendlichen Patienten und 148 pädiatrischen Patienten, die Tamiflu in klinischen

Studien zur Prophylaxe von Influenza erhielten. In den Therapiestudien bei Erwachsenen und

Jugendlichen waren die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen Übelkeit, Erbrechen

und Kopfschmerzen. In den Prophylaxestudien bei Erwachsenen und Jugendlichen waren die am

häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und

Schmerzen. Bei Kindern war die am häufigsten berichtete unerwünschte Wirkung Erbrechen. Bei

den meisten Patienten führten diese Ereignisse nicht zu einem Absetzen von Tamiflu.

Grippetherapie und Grippeprophylaxe bei Erwachsenen und Jugendlichen

Die unerwünschten Wirkungen, die in Therapie- und Prophylaxestudien bei erwachsenen und

jugendlichen Patienten unter der empfohlenen Dosierung (2× täglich 75 mg während 5 Tagen zur

Therapie und 1× täglich 75 mg während bis zu 6 Wochen zur Prophylaxe), sind in Tabelle 1

dargestellt.

Tabelle 1: Anteil der Patienten mit unerwünschten Wirkungen, die bei Erwachsenen und

Jugendlichen in Studien zur Untersuchung von Tamiflu zur Grippetherapie oder Grippeprophylaxe

auftraten.

Unerwünschte Wirkung

Therapiestudien

Prophylaxe

(Organklassen nach MEDDRA)

Oseltamivir

n= 2647

Placebo

n= 1977

Oseltamivir

n= 1945

Placebo

n= 1588

Infektionen

Bronchitis

<1%

<1%

Sinusitis

<1%

<1%

Herpes simplex

<1%

<1%

Nasopharyngitis

<1%

<1%

Infektionen der oberen Atemwege

<1%

<1%

Influenza

Störungen des Nervensystems

Kopfschmerzen***

Schlafstörungen

<1%

<1%

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Husten

nasale Kongestion

Halsschmerzen

<1%

<1%

Rhinorrhoe

<1%

<1%

Gastrointestinale Störungen

Übelkeit***

Erbrechen***

Durchfall

Bauchschmerzen (einschl. Oberbauch)

Oberbauchschmerzen

Dyspepsie

<1%

<1%

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Rückenschmerzen

<1%

<1%

Arthralgie

<1%

<1%

Myalgie

<1%

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

Dysmenorrhoe

<1%

Allgemeine Störungen

Schmerzen***

<1%

<1%

Benommenheit (einschliesslich

Schwindel)

1%1)

1%1)

Erschöpfung

<1%

<1%

Fieber

<1%

<1%

grippeartige Erkrankungen

Schmerzen in den Extremitäten

<1%

<1%

<1%

1) ohne Schwindel.

***) ADR’s = Unerwünschte Wirkungen, bei denen die Häufigkeit unter Oseltamivir um ≥1%

grösser ist, als unter Placebo.

Grippeprophylaxe und Grippetherapie bei älteren Patienten

Es bestanden keine relevanten Unterschiede zwischen dem Sicherheitsprofil bei den 942 älteren

Patienten, die Tamiflu bzw. Placebo erhielten, und demjenigen der jüngeren Population (im Alter bis

zu 65 Jahren).

Grippeprophylaxe bei immunsupprimierten Patienten

In einer 12-wöchigen Prophylaxestudie mit 475 immunsupprimierten Patienten einschliesslich 18

Kindern im Alter von 1-12 Jahren stimmte das Sicherheitsprofil bei den 238 Patienten, die Tamiflu

erhielten, mit demjenigen überein, das zuvor in klinischen Prophylaxestudien mit Tamiflu beobachtet

worden war.

Grippetherapie und Grippeprophylaxe bei Kindern

Insgesamt nahmen 1480 Kinder (einschliesslich 698 ansonsten gesunder Kinder im Alter von 1-12

Jahren und Kindern mit Asthma im Alter von 6-12 Jahren) an klinischen Studien teil, in denen

Oseltamivir zur Grippetherapie verabreicht wurde. Insgesamt 858 Kinder erhielten eine Therapie mit

Oseltamivir Suspension.

Die unerwünschten Wirkungen, die bei ≥1% der Kinder im Alter von 1 bis 12 Jahren auftraten, die

Oseltamivir in den klinischen Studien zur Therapie einer natürlich erworbenen Grippe erhielten (n=

858), und deren Inzidenz unter Tamiflu mindestens 1% höher als unter Placebo (n= 622) war, waren

Erbrechen (16% unter Oseltamivir vs. 8% unter Placebo). Bei den 148 Kindern, die Tamiflu in der

empfohlenen Dosis einmal täglich in einer Postexpositionsprophylaxe-Studie in Haushalten (n= 99)

und in einer separaten 6-wöchigen pädiatrischen Prophylaxestudie (n= 49) erhielten, war Erbrechen

die häufigste unerwünschte Wirkung (8% unter Oseltamivir vs. 2% in der Gruppe ohne Prophylaxe).

Tamiflu wurde in diesen Studien gut vertragen, und die beobachteten unerwünschten Ereignisse

stimmten mit denjenigen überein, die zuvor in klinischen Therapiestudien beobachtet worden waren.

Unerwünschte Ereignisse, die bei Kindern unter Oseltamivir in den Therapiestudien oder in den

Prophylaxestudien berichtet wurden, sind in Tabelle 2 zusammengestellt.

Tabelle 2: Häufigste unerwünschte Wirkungen, die bei ≥1% der Kinder im Alter von 1 bis 12 Jahren

in Phase III-Studien zur Behandlung einer natürlich erworbenen Grippe auftraten

Behandlunga

Behandlungb Prophylaxeb

Unerwünschte

Wirkung, (Organklassen nach MEDDRA)

Placebo

n= 517

Oseltamivir

2 mg/kg bid

n= 515

Oseltamivir

je nach Alter

30-75 mgc

n= 158

Oseltamivir

je nach Alter

30-75 mgc

n= 99

Infektionen und Infestationen

Pneumonie

3.3%

1.9%

Sinusitis

2.5%

1.7%

Bronchitis

2.1%

1.6%

1.9%

Blut- und Lymphsystem

Lymphadenopathie

1.5%

1.0%

0.6%

Augenleiden

Konjunktivitis

0.4%

1.0%

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Otitis media

11.2% 8.7%

1.3%

2.0%

Ohrenbeschwerden

1.2%

1.7%

Störungen des Trommelfells

1.2%

1.0%

Atmungsorgane

Asthma

3.7%

3.5%

1.0%

Epistaxis

2.5%

3.1%

1.3%

1.0%

Gastrointestinale Störungen

Erbrechen

9.3%

15.0%

19.6%

10.1%

Diarrhöe

10.6% 9.5%

3.2%

1.0%

Bauchschmerzen

3.9%

4.7%

1.9%

3.0%

Übelkeit

4.3%

3.3%

6.3%

4.0%

Funktionsstörungen der Haut

Dermatitis

1.9%

1.0%

0.6%

a Gepoolte Daten von Phase III-Studien zur Behandlung einer natürlich erworbenen Grippe.

b Unkontrollierte Studie zum Vergleich von Behandlung (2× täglich für 5 Tage) und Prophylaxe (1×

täglich für 10 Tage).

c Einheitsdosis = altersabhängige Dosis (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Erfahrungen nach der Zulassung

Die folgenden unerwünschten Ereignisse wurden während der Anwendung von Tamiflu nach der

Zulassung berichtet. Da diese Ereignisse freiwillig von einer Population ungewisser Grösse berichtet

werden, ist es nicht möglich, ihre Häufigkeit zuverlässig zu ermitteln und/oder einen ursächlichen

Zusammenhang zur Exposition mit Tamiflu festzustellen.

Immunsystem

Selten werden Allergien, anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen sowie Gesichtsödem

berichtet.

Psychiatrische Störungen

Konvulsionen und Delirium (einschliesslich Anzeichen von verändertem Bewusstsein, Verwirrtheit,

ungewohntem Verhalten, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Unruhe, Angstzustände, Albträume)

wurden bei der Gabe von Tamiflu, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen beobachtet. In

seltenen Fällen führten solche Fälle zu ungewollten Verletzungen. Ein direkter Zusammenhang zur

Anwendung von Tamiflu ist nicht bekannt. Solche neuropsychiatrische Störungen wurden auch bei

Grippepatienten beobachtet, die nicht Tamiflu eingenommen hatten.

Augen

Es wurden Sehstörungen beobachtet (Häufigkeit unbekannt).

Herz

Es wurden kardiale Arrhythmien beobachtet (Häufigkeit unbekannt).

Gastrointestinale Störungen

Nach der Einnahme von Tamiflu wurden Fälle gastrointestinaler Blutungen beobachtet. Insbesondere

wurden Fälle von hämorrhagischer Colitis gemeldet, die bei Abklingen der Influenza oder bei

Abbruch der Behandlung mit Tamiflu nachliessen.

Leber und Galle

Bei Patienten mit grippalen Infekten wurden Fälle einer Hepatitis und eine Erhöhung der

Leberenzyme gemeldet.

Haut

Es wurden Überempfindlichkeitsreaktionen wie zum Beispiel allergische Hautreaktionen

einschliesslich Dermatitis, Hautausschlag, Ekzem, Urtikaria, Erythema multiforme, Allergie,

anaphylaktischer/anaphylaktoider Reaktionen, Gesichtsödem, Stevens-Johnson-Syndrom und

toxischer epidermaler Nekrolyse berichtet.

In Einzelfällen wurde Pankreatitis, Angioödem, Larynxödem, Bronchospasmus, Gesichtsödem,

Eosinophilie, Leukopenie und Hämaturie gemeldet.

Überdosierung

Im Rahmen von klinischen Studien und der Beobachtung nach Markteinführung wurden

Überdosierungen von Tamiflu berichtet. Art der unerwünschten Ereignisse, die infolge von

Überdosierungen berichtet wurden, waren mit den unter therapeutischen Dosen von Tamiflu

beobachteten unerwünschten Ereignissen vergleichbar (am häufigsten Übelkeit, Erbrechen,

Kopfschmerzen, Schmerzen), die in Kapitel Unerwünschte Wirkungen beschrieben sind. In der

Mehrzahl der berichteten Fälle von Überdosierungen wurden keine unerwünschten Ereignisse

berichtet.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J05AH02

Wirkungsmechanismus

Oseltamivirphosphat ist ein Prodrug. Der aktive Metabolit (Oseltamivircarboxylat) ist ein

hochwirksamer und selektiver Hemmer der Neuraminidasen von Influenza-Typ A und B Viren; bei

diesen Enzymen handelt es sich um Glykoproteine auf der Oberfläche des Virions. Die

Enzymaktivität der viralen Neuraminidase ist vorrangig für die Freisetzung neu gebildeter

Viruspartikel aus infizierten Zellen von Bedeutung und somit für die weitere Verbreitung infektiöser

Viren im Organismus wesentlich. Es wird ausserdem angenommen, dass Neuraminidasen eine Rolle

beim Eindringen des Virus in nicht infizierte Zellen spielen können.

Oseltamivircarboxylat hemmt die Neuraminidasen beider Influenza-Typen A und B. Die

Konzentrationen des aktiven Metaboliten, welche benötigt werden, um in-vitro die Enzymaktivität

um 50% zu hemmen, liegen im unteren Nanomolbereich. Oseltamivircarboxylat hemmt auch

Influenzaviren-Infektionen und deren Wachstum in-vitro sowie die Vermehrung und Pathogenität

von Influenzaviren in vivo.

Klinische Wirksamkeit

In Studien über natürlich erworbene sowie über experimentell herbeigeführte Influenza bewirkte die

Therapie mit Tamiflu keine Beeinträchtigung der normalen humoralen Antikörperreaktion auf die

Infektion. Es wird nicht erwartet, dass die Antikörperreaktion auf inaktivierte Impfstoffe durch die

Behandlung mit Tamiflu beeinflusst wird.

Studien bei natürlich erworbener Grippe

Behandlung der Grippe bei Erwachsenen

In klinischen Studien der Phase III, die während der Grippewelle des Winters 1997-1998 in der

nördlichen Hemisphäre durchgeführt wurden, begannen die Patienten bis zu 40 Stunden nach dem

gemeldeten Auftreten der Symptome eine Behandlung mit Tamiflu. In diesen Studien waren 97% der

Patienten mit Influenza A und 3% mit Influenza B infiziert. Die Therapie mit Tamiflu verringerte die

Dauer der klinisch relevanten Grippesymptomatik signifikant um 32 Stunden. Auch der Schweregrad

der Erkrankung nahm bei Patienten mit bestätigter Grippe, die Tamiflu einnahmen, gegenüber

Placebo um 38% ab. Tamiflu senkte überdies die Inzidenz von Grippekomplikationen, die mit

Antibiotika behandelt werden müssen, bei ansonsten gesunden jungen Erwachsenen um fast 50%. Zu

diesen Komplikationen gehören Bronchitis, Pneumonie, Sinusitis und Otitis media. Diese Phase-III-

Studien lieferten auch deutliche Hinweise auf eine Wirksamkeit bezüglich der sekundären Endpunkte

für antivirale Aktivität, indem sowohl die Dauer der Virusausscheidung als auch die Fläche unter der

Kurve (AUC) für die Virustiter abnahmen.

Daten aus einer Behandlungsstudie an betagten Patienten zeigen, dass die Einnahme von Tamiflu (2×

täglich 75 mg während 5 Tagen) eine klinisch relevante Verkürzung der Krankheitsdauer (Median)

bewirkt; diese Ergebnisse sind den Resultaten ähnlich, die in Behandlungsstudien an jüngeren

Erwachsenen erzielt worden waren. In einer separaten Studie erhielten Patienten im Alter über 13

Jahren mit Grippe und einer gleichzeitig bestehenden chronischen Herz- und/oder

Atemwegserkrankung dieselbe Therapie mit Tamiflu oder Placebo. Bei der Dauer (Median) bis zur

Linderung sämtlicher Symptome wurde kein Unterschied zwischen den mit Tamiflu bzw. Placebo

behandelten Patienten beobachtet, doch verkürzte sich unter Tamiflu die Dauer der Erkrankung mit

Fieber um zirka einen Tag. Der Anteil der Patienten, die am zweiten und vierten Tag Viren

ausschieden, wurde durch die Verumtherapie ebenfalls stark reduziert. Das Sicherheitsprofil von

Tamiflu zeigte keinen Unterschied zwischen den Risikopopulationen und der allgemeinen

erwachsenen Population.

Behandlung der Grippe bei Kindern

Eine doppelblinde, placebokontrollierte Therapiestudie wurde an 695 Kindern im Alter zwischen 1

und 12 Jahren (mittleres Alter 5,3 Jahre) durchgeführt, die Fieber (>37,8 °C) und entweder Husten

oder Schnupfen hatten und rekrutiert wurden, während bekannt war, dass Influenza in der

Bevölkerung vorhanden war. In dieser Studie waren 67% der influenzainfizierten Patienten mit

Influenza A und 33% mit Influenza B infiziert.

Der Beginn der Therapie mit Tamiflu innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der Symptome,

verkürzte die Erkrankungsdauer (definiert als Zeitspanne bis zum Abklingen von Husten,

Verstopfung der Nase, Fieberrückgang sowie Rückkehr zu normaler Gesundheit und Aktivität) um

35,8 Stunden, verglichen mit Placebo. Der Anteil der Patienten mit akuter Mittelohrentzündung war

bei Kindern, die Tamiflu erhielten, 40% niedriger als bei jenen unter Placebo. Bei der Untergruppe

der Kinder bis zum Alter von 5 Jahren wurde das Risiko einer Otitis media durch Tamiflu um 56%

vermindert. Der Antibiotikaverbrauch war in der Tamiflu-Gruppe insgesamt 40% niedriger als unter

Placebo. Kinder, die Tamiflu einnahmen, kehrten fast 2 Tage früher zu normaler Gesundheit und

Aktivität zurück als jene, die Placebo erhielten.

Eine zweite Studie wurde mit 334 asthmatischen Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren durchgeführt.

Bei 53.6% lag ein positiver Grippebefund vor. In der mit Oseltamivir behandelten Gruppe konnte die

mittlere Dauer der Krankheit nicht signifikant verkürzt werden.

Prophylaxe der Influenza

Die Wirksamkeit von Oseltamivir zur Prophylaxe der natürlich auftretenden Influenzaerkrankung

wurde in einer Postexpositions-Prophylaxestudie in Haushalten und zwei saisonalen

Prophylaxestudien gezeigt. Der primäre Wirksamkeitsparameter für alle diese Studien war die

Inzidenz laborbestätigter Influenza.

Die Virulenz von Influenzaepidemien ist nicht vorhersagbar und variiert innerhalb einer Region und

von Saison zu Saison, deshalb variiert auch die erforderliche Patientenzahl, die prophylaktisch

behandelt werden muss, um einen Fall von Influenza zu verhindern «number needed to treat» (NNT).

Postexpositions-Prophylaxe

In einer Studie wurde Oseltamivir 75 mg 1× täglich an Personen (davon 12,6% gegen Influenza

geimpft), die in Kontakt mit einem Influenzafall (Indexfall) standen, beginnend innerhalb von 2

Tagen nach Auftreten der Symptome beim Indexfall und über einen Zeitraum von 7 Tagen

angewendet. Die Influenza-Diagnose konnte bei 163 von 377 Erstfällen bestätigt werden.

Oseltamivir senkte signifikant die Inzidenz der klinischen Influenza-Erkrankung bei den

Kontaktpersonen der bestätigten Influenzaindexfälle von 24/200 (12%) in der Placebo-Gruppe auf

2/205 (1%) in der Oseltamivir-Gruppe (92% Reduktion, (95% Konfidenzintervall 6-16), p ≤0,0001).

Die «number needed to treat» NNT bei Kontaktpersonen echter Influenzafälle betrug 10 (95%

Konfidenzintervall 9-12) und 16 (95% Konfidenzintervall 15-19) innerhalb der gesamten Population

(ITT), unabhängig vom Infektionsstatus des Indexfalles.

Die Wirksamkeit von Oseltamivir bei der Verhinderung der natürlich auftretenden

Influenzaerkrankung wurde in einer Postexpositionsprophylaxe-Studie in Haushalten gezeigt, die

Erwachsene, Jugendliche und Kinder im Alter von 1 bis 12 Jahren sowohl als Indexfälle, als auch als

familiäre Kontaktpersonen einschloss. Der primäre Wirksamkeitsparameter in dieser Studie war die

Inzidenz laborbestätigter klinischer Influenza in den Haushalten. Die Oseltamivir-Prophylaxe dauerte

10 Tage*. In der Gesamtpopulation zeigte sich eine Reduktion der Inzidenz von laborbestätigter

klinischer Influenza in den Haushalten von 20% (27/136) in der Gruppe, die keine Prophylaxe

erhielt, auf 7% (10/135) in der Gruppe, die eine Prophylaxe erhielt (62,7% Reduktion, [95%

Konfidenzintervall 26,0–81,2]; p= 0,0042). In Haushalten mit Influenza-infizierten Indexfällen

reduzierte sich die Inzidenz der Influenza von 26% (23/89) in der Gruppe, die keine Prophylaxe

erhielt, auf 11% (9/84) in der Gruppe, die eine Prophylaxe erhielt (58,5% Reduktion, [95%

Konfidenzintervall 15,6 – 79,6]; p= 0,0114).

Gemäss einer Subgruppenanalyse bei Kindern im Alter von 1 bis 12 Jahren, war die Inzidenz

laborbestätigter klinischer Influenza bei Kindern signifikant reduziert und zwar von 19% (21/111) in

der Gruppe, die keine Prophylaxe erhielt, auf 7% (7/104) in der Gruppe, die eine Prophylaxe erhielt

(64.4% Reduktion, [95% Konfidenzintervall 15,8–85,0]; p= 0,0188). Bei Kindern, die bei Baseline

noch keine Viren ausschieden, war die Inzidenz laborbestätigter klinischer Influenza von 21%

(15/70) in der Gruppe, die keine Prophylaxe erhielt, auf 4% (2/47) in der Gruppe, die eine

Prophylaxe erhielt, reduziert (80,1% Reduktion, [95% Konfidenzintervall 22,0–94,9]; p= 0,0206).

Die NNT für die totale pädiatrische Bevölkerung lag bei 9 (95% Konfidenzintervall 7-24) und 8

(95% Konfidenzintervall 6, Obergrenze nicht bestimmbar) in der Gesamtpopulation (ITT),

beziehungsweise bei den pädiatrischen Kontakten infizierter Indexfälle (ITTII).

* Altersabhängige Dosierung: 1-2 Jahre: 30 mg tägl., 3-5 Jahre: 45 mg tägl., 6-12 Jahre: 60 mg tägl.,

>12 Jahre: 75 mg tägl.

Prophylaxe während einer Influenzaepidemie in der Bevölkerung

In einer gepoolten Analyse von zwei weiteren Studien, welche mit ungeimpften, ansonsten gesunden

Erwachsenen durchgeführt wurden, reduzierte Oseltamivir 75 mg 1× täglich, angewendet während 6

Wochen, signifikant die Inzidenz klinischer Influenza-Erkrankung von 25/519 (4,8%) in der Placebo-

Gruppe auf 6/520 (1,2%) in der Oseltamivir-Gruppe (76% Reduktion, [95% Konfidenzintervall 1,6–

5,7]; p= 0,0006) während eines Influenzaausbruchs in der Bevölkerung. Die NNT in dieser Studie

betrug 28 (95% Konfidenzintervall 24–50).

In einer Studie mit älteren Bewohnern von Pflegeheimen, von denen 80% in der betreffenden Saison

geimpft worden waren, senkte Oseltamivir 75 mg 1× täglich während 6 Wochen angewendet

signifikant die Inzidenz der klinischen Influenza-Erkrankung von 12/272 (4,4%) in der Placebo-

Gruppe auf 1/276 (0,4%) in der Oseltamivir-Gruppe (92% Reduktion, [95% Konfidenzintervall 1,5–

6,6]; p= 0,0015). Die NNT in dieser Studie betrug 25 (95% Konfidenzintervall 23–62).

Spezielle Studien zur Beurteilung der Verringerung des Risikos von Komplikationen wurden nicht

durchgeführt.

Therapie der Influenza bei Hoch-Risiko-Populationen

Die mediane Erkrankungsdauer der Influenza wurde bei älteren Patienten (≥65 Jahre) und bei

Patienten mit chronischen kardialen und/oder respiratorischen Erkrankungen, die Oseltamivir (2×

täglich 75 mg während 5 Tagen) erhielten, nicht signifikant verkürzt. Die Gesamtdauer des Fiebers

wurde in den mit Oseltamivir behandelten Gruppen um einen Tag verkürzt. Bei älteren Influenza-

positiven Patienten reduzierte Oseltamivir signifikant die Inzidenz bestimmter Komplikationen der

unteren Atemwege (hauptsächlich Bronchitis), die mit Antibiotika behandelt wurden, und zwar von

19% (52/268) in der Placebogruppe auf 12% (29/250) in der mit Oseltamivir behandelten

Patientengruppe (p= 0.0156).

Bei Influenza-positiven Patienten mit chronischer kardialer und/oder respiratorischer Erkrankung

betrug die kombinierte Inzidenz von Komplikationen der unteren Atemwege (hauptsächlich

Bronchitis), die mit Antibiotika behandelt wurden, 17% (22/133) in der Placebogruppe und 14%

(16/118) in der mit Oseltamivir behandelten Gruppe (p= 0.5976).

Influenza-Prophylaxe bei immunsupprimierten Patienten

Bei 475 immungeschwächten Patienten, einschliesslich 18 Kindern im Alter von 1 bis 12 Jahren,

wurde eine doppelblinde, placebokontrollierte, randomisierte Studie zur saisonalen Prophylaxe der

Influenza durchgeführt. Der primäre Endpunkt in dieser Studie war die Inzidenz laborbestätigter

klinischer Influenza, die durch Virenkultur und/oder dem 4-fachen Titeranstieg der HAI Antikörper

bestimmt wurde. Die Inzidenz laborbestätigter klinischer Influenza wurde von 7/238 (2.9%) in der

Placebo-Gruppe auf 5/237 (2.1%) in der Oseltamivir-Gruppe gesenkt (28.3% Reduktion, [95%

Konfidenzintervall -2.3–4.1; p= 0.772]).

Die Auswertung der durch RT-PCR Analyse laborbestätigten klinischen Influenza zeigt, dass die

Inzidenz von 7/238 (2.9%) in der Placebo-Gruppe auf 2/237 (0.8%) in der Oseltamivir-Gruppe

reduziert wurde (71.3% Reduktion, [95% Konfidenzintervall -0.6–5.2; p= 0.176]). Bei

Studienteilnehmern, die bei der Baseline noch keine Viren ausschieden, wurde die Inzidenz von

7/231 (3.0%) in der Placebo-Gruppe auf 1/232 (0.4%) in der Oseltamivir-Gruppe reduziert (85.8%

Reduktion, [95% Konfidenzintervall 0.1–5.7; p= 0.037]).

Reduzierte Sensitivität der viralen Neuraminidase

Klinische Studien: Das Risiko des Auftretens von Influenzaviren mit reduzierter Sensitivität oder

Resistenz gegenüber Oseltamivir wurde während der Roche gesponserten klinischen Studien

untersucht. Patienten, bei denen das Oseltamivir-resistente Virus im Allgemeinen gefunden wurde,

trugen dieses Virus vorübergehend und zeigten keine Verschlimmerung der zugrundeliegenden

Symptome. Bei einigen pädiatrischen Patienten war Oseltamivir-resistentes Virus länger

nachweisbar als bei Patienten mit Oseltamivir-sensiblem Virus; die Dauer der Influenzasymptome

war bei diesen Patienten jedoch nicht verlängert.

Patientenpopulation

Patienten mit Resistenzmutationen

Phänotypisierung*

Geno- und Phäno-

typisierung*

Erwachsene und Jugendliche 4/1245 (0,32%)

5/1245 (0,4%)

Kinder (1-12 Jahre)

19/464 (4,1%)

25/464 (5,4%)

* Eine vollständige Genotypisierung wurde nicht in allen Studien durchgeführt.

In den bisher durchgeführten klinischen Studien zur Grippeprophylaxe bei immunkompetenten

Patienten nach Exposition (7 Tage), nach Exposition innerhalb Haushaltsgruppen (10 Tage) sowie

während der Grippesaison (42 Tage) ergaben sich keine Hinweise auf das Auftreten einer

Medikamentenresistenz in Zusammenhang mit der Anwendung von Tamiflu. Während einer 12-

wöchigen Prophylaxestudie mit immunsupprimierten Patienten wurden keine Resistenzen

beobachtet.

Klinische Daten und Daten aus Anwendungsbeobachtungen: Natürlich auftretende Mutationen, die

mit einer reduzierten Sensitivität in vitro gegenüber Oseltamivir einhergehen, wurden bei Influenza-

A- und Influenza-B-Viren nachgewiesen, die von Patienten ohne Exposition gegenüber Oseltamivir

isoliert worden waren. Zum Beispiel wurde im Jahr 2008 die mit Resistenz gegenüber Oseltamivir

einhergehende Substitution H275Y in >99% der in 2008 in Europa zirkulierenden H1N1

Influenzavirus-Isolate nachgewiesen, wohingegen das H1N1-Influenzavirus («Schweinegrippe») im

Jahr 2009 nahezu konstant sensitiv gegenüber Oseltamivir war. Resistente Stämme wurden auch von

immunkompetenten und immunsupprimierten Patienten isoliert, die mit Oseltamivir behandelt

wurden. Die Sensitivität gegenüber Oseltamivir und die Prävalenz solcher Viren scheinen je nach

Jahreszeit und Region zu variieren. Resistenzen gegen Oseltamivir wurden auch bei Patienten mit

pandemischer H1N1-Influenza in Verbindung mit therapeutischen und prophylaktischen

Dosierungsschemata berichtet.

Die Häufigkeit des Auftretens von Resistenzen kann bei den jüngsten Altersgruppen und bei

immunsupprimierten Patienten höher sein. Oseltamivir-resistente Viren, die von mit Oseltamivir

behandelten Patienten isoliert wurden, sowie Oseltamivir-resistente Laborstämme des Influenzavirus

enthielten Mutationen der N1-und N2-Neuraminidasen. Resistenzmutationen sind häufig spezifisch

für die einzelnen Virus-Subtypen.

Verordnende Ärzte sollten deshalb bei der Entscheidung über die Anwendung von Tamiflu die

verfügbaren Informationen über die Arzneimittel-Sensitivitätsmuster der Influenzaviren in der

jeweiligen Saison beachten (aktuelle Informationen siehe Websites der WHO und/oder der lokalen

Behörden).

Pharmakokinetik

Absorption

Oseltamivir wird nach oraler Verabreichung von Oseltamivirphosphat rasch aus dem Magen-Darm-

Trakt absorbiert und durch Esterasen in Leber und/oder Darmwand rasch in den aktiven Metaboliten

(Oseltamivircarboxylat) umgewandelt. Mindestens 75% einer oralen Dosis gelangen in Form des

aktiven Metaboliten in den Körperkreislauf. Die Exposition gegenüber dem Prodrug beträgt im

Vergleich zum aktiven Metaboliten weniger als 5%. Die Plasmakonzentrationen des aktiven

Metaboliten verhalten sich proportional zur Dosis und werden durch die Verabreichung des

Arzneimittels mit Nahrung nicht wesentlich beeinflusst (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Distribution

Das durchschnittliche Verteilungsvolumen (Vss) des aktiven Metaboliten (Oseltamivircarboxylat)

beträgt beim Menschen zirka 23 Liter.

Der aktive Metabolit gelangt an alle wichtigen Lokalisationen der Influenza-Infektion, wie anhand

von Studien bei Frettchen, Ratten und Kaninchen nachgewiesen wurde. In diesen Studien wurden im

Anschluss an die orale Verabreichung von Oseltamivirphosphat antivirale Konzentrationen des

aktiven Metaboliten in Lunge, broncho-alveolärer Lavageflüssigkeit, Nasenschleimhaut, Mittelohr

und Luftröhre gemessen.

Die Bindung des aktiven Metaboliten an Human-Plasmaproteine ist vernachlässigbar (zirka 3%).

Metabolismus

Oseltamivir wird durch Esterasen, die vorwiegend in der Leber und in der Darmwand lokalisiert

sind, nahezu vollständig in den aktiven Metaboliten (Oseltamivircarboxylat) umgewandelt. Weder

Oseltamivir noch der aktive Metabolit ist ein Substrat - oder ein Hemmer - der wichtigsten

Cytochrom-P450-Isoformen. Daher ist es nicht wahrscheinlich, dass Wechselwirkungen auftreten,

die durch eine Konkurrenz um diese Enzyme vermittelt werden.

Elimination

Das absorbierte Oseltamivir wird hauptsächlich (zu über 90%) durch Umwandlung in den aktiven

Metaboliten (Oseltamivircarboxylat) eliminiert. Der aktive Metabolit wird nicht weiter metabolisiert

und seine Elimination erfolgt mit dem Urin. Nach Erreichen der Spitzenkonzentration nimmt der

aktive Metabolit mit einer Halbwertzeit von 6 bis 10 Stunden ab.

Der aktive Metabolit wird vollständig (zu über 99%) über die Nieren ausgeschieden. Die renale

Clearance (18.8 l/h) übertrifft die glomeruläre Filtrationsrate (7.5 l/h), was darauf hinweist, dass

zusätzlich zur glomerulären Filtration eine tubuläre Sekretion stattfindet. Weniger als 20% einer oral

verabreichten, radioaktiv markierten Dosis wird mit den Fäzes ausgeschieden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Nierenfunktionsstörungen

Die Verabreichung von 2× täglich 100 mg Tamiflu während fünf Tagen an Patienten mit

Niereninsuffizienz unterschiedlichen Schweregrades zeigte, dass sich die systemische Verfügbarkeit

des aktiven Metaboliten (Oseltamivircarboxylat) umgekehrt proportional zur Verminderung der

Nierenfunktion verhält.

Ein populationspharmakokinetisches Modell, welches die Auswirkung der Kreatinin-Clearance auf

die Pharmakokinetik von Oseltamivir und Oseltamivircarboxylat beschreibt, wurde zur Simulation

bei achtzig Probanden mit und ohne Niereninsuffizienz unterschiedlichen Schweregrads entwickelt

und qualifiziert. Die Probanden hatten engmaschige pharmakokinetische Profile und wurden aus drei

klinischen Studien ermittelt; einer Studie bei Patienten mit normaler Nierenfunktion oder leichter,

mässiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung (WP15648) und zwei Studien bei gesunden

Probanden, die einen Bereich an Einzeldosen (WP15517) oder wiederholten Dosen (WP15525) von

Oseltamivir erhielten. Es wurden Simulationen durchgeführt und geeignete Dosierungsschemata

unter Verwendung erhältlicher Kapselzubereitungen mit der Massgabe ausgewählt, Expositionen

gegenüber Oseltamivircarboxylat zu gewährleisten, die in Phase 3-Studien als sicher und wirksam

erachtet wurden (siehe Tabellen 3 und 4). Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung

(Kreatinin-Clearance 10-30 ml/min) wird zur Grippetherapie eine Dosierung von 30 mg einmal

täglich und zur Grippeprophylaxe eine Dosierung von 30 mg jeden zweiten Tag empfohlen. Bei

Patienten mit mässiger Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30-60 ml/min) wird zur

Grippetherapie eine Dosierung von 30 mg zweimal täglich und zur Grippeprophylaxe eine Dosierung

von 30 mg einmal täglich empfohlen. Bei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-

Clearance >60 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Tabelle 3: Simulierte mediane (5. und 95. Perzentil) Messwerte der therapeutischen Exposition

gegenüber Oseltamivircarboxylat bei Probanden mit normaler Nierenfunktion und mit

Nierenfunktionsstörung (N= 100)

Normale Nierenfunktion

Kreatinin-

Clearance

>60-90

Kreatinin-

Clearance

>30-60

Kreatinin-

Clearance

>10-30

ml/min

ml/min

ml/min

Pharmakokinetischer

Expositionsparameter

75 mg

zweimal

täglich

150 mg

zweimal

täglich

450 mg

zweimal

täglich

75 mg

zweimal

täglich

30 mg

zweimal

täglich

30 mg

einmal

täglich

AUC0-48 (ng*h/ml)

11760

(6560-

18760)

22680

(11920-

37360)

62160

(36640-

136520)

18968

(9996-

31752)

14838

(7206-

29146)

20900

(9140-

101440)

Cmin (ng/ml)

(74-261)

(123-576)

(450-1903)

(127-474)

(110-500)

(105-1429)

Cmax (ng/ml)

(184-503)

(329-1042)

1770

(926-3732)

(261-852)

(183-675)

(280-1953)

Tabelle 4: Simulierte mediane (5. und 95. Perzentil) Messwerte der prophylaktischen Exposition

gegenüber Oseltamivircarboxylat bei Probanden mit normaler Nierenfunktion und mit

Nierenfunktionsstörung (N= 100)

Normale

Nierenfunktion

Kreatinin-

Clearance

>60-90 ml/min

Kreatinin-

Clearance

>30-60 ml/min

Kreatinin-

Clearance

>10-30 ml/min

Pharmakokinetischer

Expositionsparameter

75 mg

einmal täglich

75 mg

einmal täglich

30 mg

einmal täglich

30 mg jeden

zweiten Tag

AUC0-48 (ng*h/ml)

5780

(3200-10640)

9000

(5020-15440)

7280

(3660-14980)

10830

(4090-49060)

Cmin (ng/ml)

(14-75)

(20-133)

(25-179)

(19-698)

Cmax (ng/ml)

(132-436)

(193-608)

(124-476)

(209-1280)

Hämodialyse und kontinuierliche Peritonealdialyse

Zur Beurteilung der Pharmakokinetik, Sicherheit und Verträglichkeit von Oseltamivir und

Oseltamivircarboxylat bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz unter Hämodialyse (HD) und

kontinuierlicher ambulanter Peritonealdialyse (CAPD) wurden zwei klinische Studien durchgeführt.

In Studie PP15974 erhielten Patienten unter CAPD oder HD eine einzelne Kapsel mit 75 mg

Oseltamivir; in Studie NP16472 erhielten die Patienten dagegen 30 mg als orale Suspension während

6,5 Wochen, wobei Patienten unter CAPD eine Einzeldosis pro Woche und Patienten unter HD eine

Dosis nach jeder zweiten Dialysesitzung erhielten. Zur Unterstützung der Festlegung geeigneter

Dosierungsempfehlungen bei HD wurde ein populationspharmakokinetisches Modell zur Simulation

bei HD erstellt und qualifiziert. Geeignete Dosierungsschemata unter Verwendung erhältlicher

Kapselzubereitungen wurden mit der Massgabe ausgewählt, Plasma-Talspiegel von

Oseltamivircarboxylat von Personen mit normaler Nierenfunktion bei Gabe von 75 mg Oseltamivir

zweimal täglich zur Grippetherapie oder 75 mg Oseltamivir einmal täglich oral zur

Grippeprophylaxe zu erreichen. Bei HD wird zur Grippetherapie eine Dosierung von 30 mg nach

jeder Dialysesitzung und zur Grippeprophylaxe eine Dosierung von 30 mg nach jeder zweiten

Dialysesitzung empfohlen. Bei CAPD wird zur Grippetherapie eine einzelne Dosis von 30 mg

verabreicht vor Beginn der Dialyse und gefolgt von weiteren Dosen von 30 mg alle 5 Tage

empfohlen und zur Grippeprophylaxe 30 mg verabreicht vor Beginn der Dialyse und gefolgt von

weiteren Dosen von 30 mg alle 7 Tage empfohlen.

Leberfunktionsstörungen

Basierend auf in-vitro-Studien und Studien mit Tieren sind keine signifikante Zunahmen der

Exposition gegenüber Oseltamivir oder den aktiven Metaboliten zu erwarten, und dies wurde in

klinischen Studien bei Patienten mit leichten oder mittelschweren Leberfunktionsstörungen bestätigt

(siehe «Kinetik spezieller Patientengruppen»). Die Sicherheit und Pharmakokinetik bei Patienten mit

schweren Leberfunktionsstörungen wurden nicht untersucht.

Ältere Patienten

Die systemische Verfügbarkeit des aktiven Metaboliten (Oseltamivircarboxylat) im steady state war

bei älteren Patienten (Altersbereich 65 bis 78 Jahre) um 25 bis 35% höher als bei jungen

Erwachsenen, denen vergleichbare Dosen von Tamiflu verabreicht worden waren. Die bei den

betagten Patienten gemessenen Halbwertzeiten waren vergleichbar mit jenen bei jungen

Erwachsenen. Aufgrund der systemischen Verfügbarkeit und Verträglichkeit ist bei älteren Patienten

keine Dosisanpassung erforderlich (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Schwangere Frauen

Eine gepoolte populationspharmakokinetische Analyse hat gezeigt, dass das in der Rubrik

«Dosierung/Anwendung» beschriebene Dosierungsschema von Tamiflu bei schwangeren Frauen

niedrigere Expositionen (um 36%, 34% und 15% im ersten, zweiten und dritten Trimenon)

gegenüber dem aktiven Metaboliten bewirkt als bei nicht schwangeren Frauen. Die in der

populationspharmakokinetischen Analyse gefundenen Veränderungen der Clearance von

Oseltamivircarboxylat korrelieren nicht mit bekannten physiologischen Veränderungen der

Nierenfunktion (glomeruläre Filtration und renaler Plasmafluss) während der Schwangerschaft. Die

Ursache der Veränderung in der Clearance von Oseltamivircarboxylat ist nicht bekannt.

Die niedrigere vorhergesagte Exposition bleibt jedoch oberhalb des therapeutisch wirksamen

Niveaus für eine Reihe von Influenzavirusstämmen.

Kinder ≥1 Jahr

Die Pharmakokinetik von Tamiflu ist anhand pharmakokinetischer Einzeldosisstudien bei Kindern

im Alter von 1 bis 16 Jahren untersucht worden.

Die Mehrdosenkinetik wurde bei einer kleinen Anzahl von Kindern im Alter zwischen 3 und 12

Jahren untersucht, die an einer klinischen Studie teilnahmen.

Die bezüglich des Körpergewichtes korrigierte Clearance-Rate des aktiven Metaboliten

Oseltamivircarboxylat war bei jüngeren Kindern höher als bei Erwachsenen und somit die

Exposition bei gleicher Dosis niedriger.

Einheitsdosen von 30 und 45 mg und Dosen von 2 mg/kg, die Kindern in den entsprechenden

Kategorien gemäss den Empfehlungen unter «Dosierung/Anwendung» verabreicht wurden, ergaben

eine Oseltamivircarboxylat-Exposition, die vergleichbar ist mit derjenigen von Erwachsenen, die

eine einzelne 75 mg Kapseldosis (ungefähr 1 mg/kg) erhalten.

Die Pharmakokinetik von Oseltamivir bei Kindern über 12 Jahre ist ähnlich derjenigen bei

erwachsenen Patienten.

Es gibt keine Daten zu Kindern mit Niereninsuffizienz.

Kinder <1 Jahr

Die Pharmakokinetik, Pharmakodynamik und die Sicherheit von Tamiflu wurde in zwei offenen

Studien bei Influenza-infizierten Kindern im Alter von weniger als 1 Jahr (n=124) evaluiert. Die

nach Körpergewicht korrigierte Clearance-Rate des aktiven Metaboliten nimmt im Alter <1 Jahr ab.

Die Metabolitenexpositionen sind bei den jüngsten Kindern ebenfalls unterschiedlich. Die

verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass die Exposition nach Verabreichung einer Dosis von 3

mg/kg bei Kindern im Alter von 0-12 Monaten zu einer Prodrug- und Metaboliten-Exposition führt,

bei denen erwartet wird, dass sie klinisch wirksam sind bei einem Sicherheitsprofil vergleichbar mit

demjenigen von älteren Kindern und Erwachsenen bei Anwendung der zugelassenen Dosierung. Die

berichteten Nebenwirkungen waren übereinstimmend mit dem bekannten Sicherheitsprofil bei

älteren Kindern.

Therapie der Influenza B-Infektion

Insgesamt 15% der mit Influenza infizierten Population war mit Influenza B infiziert, der Anteil lag

zwischen 1 und 33% in den einzelnen Studien. Die mediane Erkrankungsdauer bei mit Influenza B

infizierten Patienten zeigte zwischen den Therapiegruppen in den einzelnen Studien keinen

signifikanten Unterschied. Daten von 504 mit Influenza B infizierten Patienten wurden über alle

Studien gepoolt analysiert. Oseltamivir reduzierte die Zeit bis zum Abklingen aller Symptome um

0.7 Tage (95% Konfidenzintervall 0.1-1.6 Tage; p= 0.022) und die Dauer des Fiebers (≥37.8 °C),

Hustens und Schnupfens um einen Tag (95% Konfidenzintervall 0.4-1.7 Tage; p <0.001) im

Vergleich zu Placebo.

Präklinische Daten

Die präklinischen Daten lassen aufgrund herkömmlicher Untersuchungen der

Sicherheitspharmakologie, der Toxizität nach Mehrfachdosen sowie der Genotoxizität kein

besonderes Risiko für den Menschen erkennen.

Karzinogenität

Drei Studien zur Untersuchung des karzinogenen Potenzials (zweijährige Studien mit Oseltamivir bei

Ratten und Mäusen sowie eine sechsmonatige Untersuchung mit dem aktiven Metaboliten bei

transgenen Tg:AC-Mäusen) fielen negativ aus.

Mutagenität

Oseltamivir und die aktiven Metaboliten waren in den Standardtests zur Genotoxizität negativ.

Teratogenität

Studien zur Teratogenität wurden bei Ratten und Kaninchen mit einer Dosis von bis zu 1500

mg/kg/Tag beziehungsweise 500 mg/kg/Tag durchgeführt. Dabei wurde keine Beeinträchtigung der

embryonalen/fetalen Entwicklung beobachtet.

Reproduktionstoxizität

Im Rahmen einer Fertilitätsstudie bei Ratten zeigten auch Dosen von bis zu 1500 mg/kg/Tag weder

beim Männchen noch beim Weibchen unerwünschte Wirkungen. In prä-/postnatalen Studien an

Ratten wurde bei einer Dosis von 1500 mg/kg/Tag eine Verzögerung des Geburtsverlaufs

beobachtet: Die therapeutische Breite zwischen der Exposition beim Menschen und der unwirksamen

Höchstdosis (500 mg/kg/Tag) bei Ratten beträgt das 480-fache für Oseltamivir und das 44-fache für

den aktiven Metaboliten. Die fetale Exposition bei Ratten und Kaninchen betrug zirka 15-20% der

Exposition des Muttertiers.

Bei säugenden Rattenweibchen treten Oseltamivir und der aktive Metabolit (Oseltamivircarboxylat)

in die Muttermilch über. Begrenzte Daten weisen darauf hin, dass Oseltamivir und der aktive

Metabolit bei der Frau in die Muttermilch übertreten. Basierend auf den Daten bei Tieren ist mit

Konzentrationen von 0.01 mg/Tag Oseltamivir beziehungsweise 0.3 mg/Tag des aktiven Metaboliten

zu rechnen.

Toxizität bei Jungtieren

Während sehr hohe orale Einzeldosen von Oseltamivirphosphat bei adulten Ratten keine

Auswirkungen hatten, waren solche Dosen bei jungen, 7 Tage alten Ratten toxisch bzw. letal. Diese

Auswirkungen wurden bei Dosen ab 657 mg/kg festgestellt. Bei 500 mg/kg wurden keine

unerwünschten Wirkungen beobachtet, auch nicht bei längerer Anwendung (500 mg/kg/Tag

postpartal von Tag 7 bis 21).

Hauttoxizität

In einem «Maximierungstest» mit Meerschweinchen wurde beobachtet, dass Oseltamivir

Hautreaktionen hervorrufen kann. Bei etwa 50% der Tiere, die mit dem unformulierten Wirkstoff

behandelt worden waren, trat nach der Exposition ein Erythem auf. Bei den Kaninchen wurde eine

reversible Irritation der Augen beobachtet.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Kapseln

Nicht über 25 °C lagern.

Pulver zur Herstellung eine Suspension zum Einnehmen

Nicht über 25 °C lagern.

Zubereitete Suspension: Aufbrauchfrist: 17 Tage im Kühlschrank (2-8 °C) oder 10 Tage nicht über

25 °C lagern.

Hinweise für die Handhabung

Zubereitung der verwendungsfertigen Suspension 6 mg/ml aus handelsüblichem Tamiflu-Pulver

Es wird empfohlen, dass die Tamiflu Suspension vom Apotheker vor der Abgabe an den Patienten

zubereitet werden soll (siehe «Dosierung/Anwendung»).

1.Verschlossene Flasche mehrmals vorsichtig klopfen, um das Pulver aufzulockern.

2.55 ml Trinkwasser mit dem Messbecher bis zur markierten Höhe abmessen (ein Messbecher ist in

der Packung enthalten).

3.Die gesamten 55 ml Trinkwasser in die Flasche geben, Flasche wieder verschliessen und

geschlossene Flasche 15 Sekunden lang sorgfältig schütteln. Das rekonstituierte Volumen beträgt ca.

65 ml für die 6 mg/ml Suspension.

4.Verschlusskappe entfernen und den Adapter in den Flaschenhals einsetzen.

5.Flasche mit der Verschlusskappe fest verschliessen (über dem Flaschenadapter). Dadurch wird der

richtige Sitz des Flaschenadapters in der Flasche gewährleistet.

Die Patienteninformation und der orale Dispenser sind dem Patienten abzugeben. Es wird

empfohlen, das Verfalldatum der zubereiteten Suspension (Haltbarkeit: 17 Tage im Kühlschrank (2-8

°C) oder 10 Tage nicht über 25 °C gelagert) auf die Etikette der Flasche zu schreiben.

Zubereitung einer Mischung aus 30 mg, 45 mg oder 75 mg Kapseln, wenn der Patient die Kapseln

nicht schlucken kann und wenn die orale Suspension nicht verfügbar ist

In Situationen, in denen die kommerziell gefertigte orale Suspension von Tamiflu kurzfristig nicht

verfügbar ist, können Erwachsene, Jugendliche und Kinder, die nicht in der Lage sind Kapseln zu

schlucken, Tamiflu angemessen dosieren, indem Sie die Kapseln öffnen und den Inhalt der Kapseln

zu einer geeigneten, kleinen Menge (maximal 1 Teelöffel) eines gesüssten Nahrungsmittels schütten,

z.B. zu normalem oder zuckerfreiem Schokoladensirup, Honig (nur für Kinder im Alter von 2 Jahren

oder älter), in Wasser gelöstem hellbraunem Zucker oder Kristallzucker, Dessertgarnierungen,

gesüsster Kondensmilch, Apfelmus oder Joghurt, um den bitteren Geschmack zu überdecken. Die

Mischung sollte umgerührt und der gesamte Inhalt dem Patienten gegeben werden. Die Mischung

muss sofort nach der Zubereitung eingenommen werden, da das Arzneimittel sonst an Wirkung

verlieren kann. Um eine korrekte Dosierung sicherzustellen, befolgen Sie zur Herstellung einer

solchen Mischung bitte folgende Anweisungen:

1. Bestimmen Sie die Anzahl der benötigten Kapseln, um nach diesem Verfahren eine Mischung

herzustellen:

Körpergewicht

Anzahl der benötigten Kapseln,

um die empfohlene Dosierung

für eine 5-tägige Behandlung zu

erhalten

Anzahl der benötigten Kapseln,

um die empfohlene Dosierung

für die Prophylaxe zu erhalten

(während 10 Tagen)

Weniger als oder

gleich 15 kg

Eine 30-mg-Kapsel zweimal täglich

Eine 30-mg-Kapsel einmal täglich

Mehr als 15 kg

und bis 23 kg

Eine 45-mg-Kapsel zweimal täglich

Eine 45-mg-Kapsel einmal täglich

Mehr als 23 kg

und bis 40 kg

Zwei 30-mg-Kapseln zweimal

täglich

Zwei 30-mg-Kapseln einmal täglich

Mehr als 40 kg

Eine 75-mg-Kapsel zweimal täglich

Eine 75-mg-Kapsel einmal täglich

2. Prüfen Sie, ob Sie gemäss der Tabelle oben die richtige Dosierung verwenden. Halten Sie die

Kapsel(n) über eine kleine Schale, öffnen Sie die Kapsel(n) vorsichtig und schütten Sie das Pulver in

die Schale.

3. Fügen Sie eine geeignete, kleine Menge (maximal 1 Teelöffel) eines gesüssten Lebensmittels in

die Schale (um den bitteren Geschmack zu überdecken) und mischen Sie gut.

4. Rühren Sie die Mischung um und geben Sie dem Patienten den gesamten Inhalt der Schale. Die

Mischung muss sofort nach der Zubereitung eingenommen werden. Wenn in der Schale noch etwas

von der Mischung übrig ist, dann spülen Sie die Schale mit einer geringen Menge Wasser und geben

Sie dem Patienten diese restliche Mischung zu trinken.

Wiederholen Sie dieses Vorgehen jedes Mal, wenn das Arzneimittel eingenommen werden muss.

Zubereitung einer Mischung aus 75 mg Kapseln für Kinder ≥1 Jahr

Wenn weder die orale Suspension noch die Kapseln zu 30 mg und 45 mg zur Verfügung stehen,

kann für Kinder ≥1 Jahr aus den 75 mg Kapseln eine entsprechend korrekt dosierte Mischung

hergestellt werden. Befolgen Sie bitte diese Anweisung:

1. Halten Sie eine 75-mg-Kapsel über eine kleine Schale. Öffnen Sie die Kapsel vorsichtig und

schütten Sie das Pulver in die Schale

2. Geben Sie 5 ml Wasser zum Pulver, indem Sie eine Einwegspritze mit Markierung verwenden,

damit Sie sehen, wie viel Wasser Sie aufgezogen haben. Rühren Sie ca. 2 Minuten um.

3. Ziehen Sie mit der Spritze die richtige Menge der Mischung aus der Schale auf. Beachten Sie die

Tabelle unten, um die richtige Menge der Mischung, die vom Körpergewicht des Patienten abhängig

ist, zu bestimmen. Es ist nicht notwendig, etwas von dem ungelösten weissen Pulver aufzunehmen,

da es sich dabei um einen nicht wirksamen Stoff handelt. Drücken Sie den Kolben der Spritze ganz

nach unten, um den gesamten Inhalt in eine zweite Schale zu geben. Nicht verwendete Mischungen

müssen verworfen werden.

Körpergewicht

Empfohlene Dosis

Menge der Mischung von

Tamiflu für eine Dosis

Weniger als oder gleich 15 kg 30 mg

2 ml

Mehr als 15 kg und bis 23 kg 45 mg

3 ml

Mehr als 23 kg und bis 40 kg 60 mg

4 ml

4. Die empfohlene Dosis ist 30 mg, 45 mg oder 60 mg zweimal täglich für 5 Tage zur Behandlung

und einmal täglich für 10 Tage als Prophylaxe.

5. Geben Sie die geeignete, kleine Menge (maximal 1 Teelöffel) eines gesüssten Lebensmittels in die

Schale 2 (um den bitteren Geschmack zu überdecken) und mischen Sie gut.

6. Rühren Sie die Mischung um und geben Sie dem Patienten den gesamten Inhalt der zweiten

Schale. Die Mischung muss sofort nach der Zubereitung eingenommen werden, da sonst das

Arzneimittel an Wirkung verlieren kann. Wenn in der Schale noch etwas von der Mischung übrig ist,

dann spülen Sie die Schale mit einer geringen Menge Wasser und geben Sie dem Patienten diese

restliche Mischung zu trinken.

Wiederholen Sie dieses Vorgehen jedes Mal, wenn das Arzneimittel eingenommen werden muss.

Die Herstellung der unterschiedlichen Dosierungen aus 75 mg Kapseln ist in der

Patienteninformation nicht beschrieben, da dies durch eine Fachperson vorgenommen werden sollte.

Ist dies nicht möglich, muss der Patient sorgfältig instruiert werden.

Zubereitung einer Magistralrezeptur zur Behandlung von Säuglingen vom 6. bis 12. Lebensmonat

Der Apotheker bzw. die Apothekerin kann aus Tamiflu Kapseln zu 30 mg, 45 mg und 75 mg eine

Suspension zu 10 mg/ml herstellen. Dazu wird das Tamiflu-Pulver aus den Kapseln in mit 0.1%

(gew./vol.) Natriumbenzoat konserviertem Wasser suspendiert. Im Folgenden ist die Zubereitung

einer Suspension zu 10 mg/ml beschrieben, um eine ausreichende Menge an Arzneimittel für einen

5-tägigen Behandlungszyklus für einen Patienten herzustellen.

1. Anhand des Körpergewichts des Patienten ist das herzustellende und an den jeweiligen Patienten

auszugebende Suspensionsvolumen zu bestimmen (siehe Tabelle unten).

2. Anhand der Tabelle ist die Anzahl der Kapseln, die Menge an Wasser und die Menge an

Natriumbenzoat (0,1% Gew./Vol. bez. auf die Wassermenge), die zur Herstellung des

Gesamtvolumens an Suspension (10 mg/ml) benötigt werden, zu ermitteln:

Körpergewicht

(kg)

Benötigtes

Gesamtvolumen

an Suspension

Erforderliche Anzahl Tamiflu-

Kapseln

(mg Oseltamivir)

Benötigtes

Volumen

Wasser

Benötigte Menge

Natriumbenzoat

75 mg

45 mg

30 mg

Bis zu 7 kg

30 ml

Kapseln

(300 mg)

Kapseln

anderer

Wirkstärke

verwenden*

Kapseln

(300 mg)

29,5 ml

29,5 mg

7 bis 12 kg

45 ml

Kapseln

(450 mg)

10 Kapseln

(450 mg)

Kapseln

(450 mg)

44 ml

44 mg

* Es gibt keine ganzzahlige Anzahl von Kapseln, mit der die Zielkonzentration erreicht werden kann;

bitte verwenden Sie daher entweder die Kapseln zu 30 mg oder die Kapseln zu 75 mg.

3. Herstellung der Suspension (10 mg/ml) aus Tamiflu-Kapseln gemäss folgender Vorgehensweise:

·Geben Sie den Inhalt der erforderlichen Anzahl an Tamiflu-Kapseln zusammen mit der

angegebenen Menge an Wasser und Natriumbenzoat (siehe Tabelle oben) in eine Flasche.

·Verschliessen Sie die Flasche mit dem Deckel und schütteln Sie diese zwei Minuten lang.

·Bringen Sie ein Etikett auf der Flasche an, auf dem steht:

·Name des Patienten.

·Name des Arzneimittels.

·Dosierungsanweisungen (siehe Tabelle unten).

·«Vor Gebrauch vorsichtig schütteln».

·sonstige erforderliche Information entsprechend den geltenden Apothekenvorschriften.

·Haltbarkeitsdatum entsprechend den Aufbewahrungsbedingungen:

·Bei Raumtemperatur 3 Wochen (21 Tage) haltbar: «Nicht über 25 °C lagern».

·Im Kühlschrank bei 2 °C bis 8 °C 6 Wochen haltbar.

Hinweis: Diese Herstellvorschrift ergibt eine Suspension zu 10 mg/ml, die sich von dem

handelsüblichen Tamiflu-Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen unterscheidet.

Der in der handelsüblichen Packung von Tamiflu Pulver zur Herstellung einer Suspension enthaltene

Dispenser ist für die Dosierungsempfehlung gemäss der unten aufgeführter Tabelle nicht geeignet.

Für die korrekte Dosierungsanweisung ist die nachstehende Tabelle zu beachten:

Dosierungsanweisung für eine in der Apotheke zubereitete Suspension (10 mg/ml) aus Tamiflu-

Kapseln für Säuglinge im sechsten bis zwölften Lebensmonat (3 mg pro kg Körpergewicht)

Körpergewicht

Behandlungsdosis (für 5 Tage)

6 kg

1,8 ml zweimal täglich

7 kg

2,1 ml zweimal täglich

8 kg

2,4 ml zweimal täglich

9 kg

2,7 ml zweimal täglich

≥ 10 kg

3,0 ml zweimal täglich

Die hergestellte Suspension (10 mg/ml) ist zusammen mit einer geeichten Mundspritze abzugeben.

Um den bitteren Geschmack zu überdecken, muss die Suspension von der Pflegeperson mit süsser,

flüssiger Nahrung (beispielsweise Zuckerwasser, Schokoladensirup, Kirschsirup oder Dessertcreme

wie z.B. Karamellsauce) gemischt werden. Dazu soll das gemäss Dosierungsanweisung entnommene

Volumen der Suspension mit der gleichen Menge des Süssungsmittels in einer Schale vorgemischt

und diese Mischung vollständig dem Patienten verabreicht werden.

Weisen Sie die Eltern oder die Pflegeperson darauf hin, dass etwaige Reste der Lösung nach

Abschluss des vollständigen Therapiezyklus entsorgt werden müssen.

Hinweise zur Entsorgung

Nach Therapieabschluss oder Verfall sind nicht verwendete Arzneimittel in der Originalpackung der

Abgabestelle (Arzt oder Apotheker) zur fachgerechten Entsorgung zu retournieren.

Zulassungsnummer

55196 (Kapseln), 56176 (Suspension) (Swissmedic).

Packungen

Kapseln zu 30 mg: 10 [B]

Kapseln zu 45 mg: 10 [B]

Kapseln zu 75 mg: 10 [B]

Flasche mit Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen: 1 [B]

Zulassungsinhaberin

Roche Pharma (Schweiz) AG, 4153 Reinach.

Stand der Information

November 2016.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen