talvosilen 1000 mg/20 mg Zäpfchen

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Codeinphosphat-Hemihydrat, Paracetamol
Verfügbar ab:
bene - Arzneimittel GmbH
ATC-Code:
N02AA69
INN (Internationale Bezeichnung):
Codeine phosphate hemihydrate, paracetamol
Darreichungsform:
Zäpfchen
Zusammensetzung:
Codeinphosphat-Hemihydrat 20.mg; Paracetamol 1000.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
2295.00.02

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

talvosilen

®

1000 mg/20 mg Zäpfchen

Zur Anwendung bei Kindern ab 12 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen

Wirkstoffe:

Paracetamol

Codeinphosphat-Hemihydrat

1 Zäpfchen enthält 1.000 mg Paracetamol und 20 mg Codeinphosphat-Hemihydrat

Lesen Sie die gesamte Gebrauchsinformation sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Gebrauchsinformation auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben

Symptome haben wie Sie bzw. Ihr Kind.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie bzw. Ihr Kind erheblich

beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder

Apotheker.

Diese Gebrauchsinformation beinhaltet:

Was ist talvosilen und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Anwendung von talvosilen beachten?

Wie ist talvosilen anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist talvosilen aufzubewahren?

Weitere Informationen

1. Was ist talvosilen und wofür wird es angewendet?

talvosilen ist ein Schmerzmittel (Analgetikum) und wird angewendet zur

Behandlung von mäßig starken bis starken Schmerzen, die nicht durch andere

Schmerzmittel wie z.B. Paracetamol oder Ibuprofen alleine behandelt werden

können.

Dieses Arzneimittel enthält Codein. Codein gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln,

die Opiod-Analgetika genannt werden und die schmerzlindernd wirken. Es kann

alleine oder in Kombination mit anderen Schmerzmitteln wie z.B. Paracetamol

angewendet werden.

2. Was müssen Sie vor der Anwendung von talvosilen beachten?

1 / 10

2.1 talvosilen darf nicht angewendet werden:

wenn Sie bzw. Ihr Kind überempfindlich (allergisch) gegenüber Paracetamol,

Codein, Soja oder einen der sonstigen Bestandteile von talvosilen sind

wenn Sie bzw. Ihr Kind eine funktionelle Atemschwäche (Ateminsuffizienz) oder

Atemhemmung (Atemdepression) haben

bei tiefer Bewusstlosigkeit (Koma)

bei Lungenentzündung (Pneumonie)

wenn Sie bzw. Ihr Kind einen akuten Asthmaanfall erleiden

wenn Sie bzw. Ihr Kind einen chronischen Husten haben, der z.B. ein

Warnzeichen für ein beginnendes Asthma bronchiale sein kann (insbesondere ist

darauf bei Kindern zu achten)

wenn Sie kurz vor der Niederkunft stehen

wenn bei Ihnen eine drohende Frühgeburt festgestellt wurde

von Kindern unter 12 Jahren

zur Behandlung von Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen (0 - 18 Jahre) nach

der Entfernung der Gaumenmandeln oder Rachenmandeln (Polypen) wegen eines

obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms

wenn Sie wissen, dass Sie bzw. Ihr Kind Codein sehr rasch zu Morphin

verstoffwechseln

wenn Sie stillen

2.2 Besondere Vorsicht bei der Anwendung von talvosilen ist erforderlich bei:

Abhängigkeit von Opioiden (unter anderem starke Schmerz- und

Beruhigungsmittel)

Bewusstseinsstörungen

Zuständen mit erhöhtem Hirndruck

Störungen des Atemzentrums und der Atemfunktion

gleichzeitiger Anwendung von Monoaminooxidase (MAO)-Hemmern

(Arzneimittelgruppe zur Behandlung von Depressionen)

Ventilationsstörung der Lunge durch eine chronische Bronchitis oder Asthma

(bronchiale)

entfernter Gallenblase (Zustand nach Cholezystektomie)

höheren Dosen, wenn Sie bzw. Ihr Kind unter niedrigem Blutdruck aufgrund von

Flüssigkeitsmangel leiden

Sie bzw. Ihr Kind dürfen talvosilen nur in geringerer Dosis oder seltener als in der

Dosierungsanleitung angegeben (Dosisreduktion oder Verlängerung des

Dosierungsintervalls) anwenden bei:

Leberfunktionsstörungen (zum Beispiel durch dauerhaften Alkoholmissbrauch oder

Leberentzündungen)

einer Beeinträchtigung der Leberfunktion (Leberentzündung, Morbus Gilbert-

Meulengracht)

Nierenfunktionsstörungen (auch bei Dialysepflicht)

Erkrankungen, die mit einem reduzierten Glutathionspiegel einhergehen können (ggf.

Dosisanpassung z.B. bei Diabetes mellitus, HIV, Down-Syndrom, Tumoren)

Codein, ein Bestandteil von talvosilen, wird durch ein Enzym in der Leber zu Morphin

umgewandelt. Morphin ist die Substanz, welche die Schmerzlinderung bewirkt. Einige

Personen haben eine Abwandlung dieses Enzyms, was unterschiedliche

2 / 10

Auswirkungen haben kann. Bei einigen Personen entsteht kein Morphin oder nur in

sehr geringen Mengen und es wird keine ausreichende Schmerzlinderung erreicht.

Bei anderen Personen ist es wahrscheinlicher, dass schwerwiegende

Nebenwirkungen auftreten, da eine sehr hohe Menge an Morphin gebildet wird.

Bei diesen Personen kann es auch bei, vom Arzt empfohlenen Dosen von talvosilen

zu Zeichen einer Überdosierung kommen.

Wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen bei sich oder Ihrem Kind bemerken,

beenden Sie die Einnahme dieses Arzneimittels und holen Sie sofort ärztlichen Rat

ein: langsame oder flache Atmung, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, enge Pupillen,

Sehstörungen, Kreislaufprobleme, Übelkeit oder Erbrechen, Verstopfung,

Appetitlosigkeit.

Um das Risiko einer Überdosierung zu verhindern, sollte sichergestellt werden, dass

andere Arzneimittel, die gleichzeitig eingenommen werden, kein Paracetamol

und/oder Codein enthalten.

Bei längerem hochdosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von

Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des

Arzneimittels behandelt werden dürfen.

Ganz allgemein kann die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln,

insbesondere bei Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe, zur

dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-

Nephropathie) führen.

Bei abruptem Absetzen nach längerem hochdosiertem, nicht bestimmungsgemäßem

Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen sowie Müdigkeit,

Muskelschmerzen, Nervosität und vegetative Symptome auftreten. Die

Absetzsymptomatik klingt innerhalb weniger Tage ab. Bis dahin soll die

Wiedereinnahme von Schmerzmitteln unterbleiben und die erneute Einnahme soll

nicht ohne ärztlichen Rat erfolgen.

Zu Beginn der Behandlung wird Ihr behandelnder Arzt ihre individuelle Reaktion auf

talvosilen kontrollieren. Dies gilt besonders bei älteren Patienten und Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion oder Atemfunktionsstörungen. Schwere akute

Überempfindlichkeitreaktionen (zum Beispiel anaphylaktischer Schock) werden sehr

selten beobachtet.

Bei ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion nach Einnahme von

talvosilen muss die Therapie abgebrochen werden. Der Symptomatik entsprechende,

medizinisch erforderliche Maßnahmen müssen durch fachkundige Personen

eingeleitet werden.

Kinder und Jugendliche

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nach Operationen

talvosilen darf nicht zur Schmerzbehandlung bei Kindern und Jugendlichen nach der

Entfernung der Gaumenmandeln oder Rachenmandeln (Polypen) wegen eines

Schlafapnoe-Syndroms angewendet werden.

Anwendung bei Kindern mit Atemproblemen

3 / 10

talvosilen wird nicht für die Anwendung bei Kindern mit Atemproblemen empfohlen, da

die Symptome einer Morphinvergiftung bei diesen Kindern stärker ausgeprägt sein

können.

2.3 Bei Anwendung von talvosilen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie bzw. Ihr Kind andere

Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet

haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Zu verstärkter Müdigkeit, Benommenheit und Dämpfung des Atemantriebs kann es bei

gleichzeitiger Anwendung von talvosilen mit folgenden Mitteln kommen: Beruhigungs-

und Schlafmittel, Psychopharmaka (Phenothiazine, wie zum Beispiel Chlorpromazin,

Thioridazin, Perphenazin), andere zentraldämpfende Arzneimittel, Mittel zur

Behandlung von Allergien (Antihistaminika wie zum Beispiel Promethazin, Meclozin),

blutdrucksenkende Mittel (Antihypertonika), aber auch anderen Schmerzmitteln, sowie

Alkohol.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die zu beschleunigtem

Arzneimittelabbau in der Leber führen (Enzyminduktion), wie zum Beispiel bestimmte

Schlafmittel und Antiepileptika (unter anderem Phenobarbital, Phenytoin,

Carbamazepin) sowie Rifampicin (einem Tuberkulosemittel), können auch durch sonst

unschädliche Dosen von Paracetamol (einem Bestandteil von talvosilen)

Leberschäden hervorgerufen werden. Gleiches gilt bei Alkoholmissbrauch.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Paracetamol-haltigen Arzneimitteln und Zidovudin

(AZT oder Retrovir) wird die Neigung zur Verminderung weißer Blutkörperchen

(Neutropenie) verstärkt. Dieses Arzneimittel soll daher nur nach ärztlichem Anraten

gleichzeitig mit Zidovudin angewendet werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Mitteln zur Behandlung von erhöhten

Harnsäurewerten wie Probenecid und talvosilen sollte die Paracetamoldosis verringert

werden.

Cholestyramin (Präparat zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte) verringert die

Aufnahme von Paracetamol.

Alkohol sollte bei der Behandlung mit talvosilen gemieden werden, da

Bewegungsabläufe und Denkprozesse wesentlich beeinflusst werden.

Durch bestimmte Mittel gegen Depressionen (trizyklische Antidepressiva), wie zum

Beispiel Imipramin, Amitryptylin und Opipramol kann es zu einer codeinbedingten

Störung der Atmung kommen.

Bei gleichzeitiger Gabe von anderen Mitteln gegen Depressionen (MAO-Hemmern),

wie zum Beispiel Tranylcypromin kann es zu einer Verstärkung der zentralnervösen

Wirkungen und zu anderen Nebenwirkungen in nicht vorhersehbarem Ausmaß

kommen. talvosilen darf daher erst zwei Wochen nach dem Ende einer Therapie mit

MAO-Hemmern angewendet werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Schmerzmitteln wie Buprenorphin oder Pentazocin

ist im Gegensatz zu anderen Schmerzmitteln eine Wirkungsabschwächung möglich.

Cimetidin und andere Arzneimittel, die den Leberstoffwechsel beeinflussen, können

die Wirkung von talvosilen verstärken. Unter Morphinbehandlung wurde eine

4 / 10

Hemmung des Morphinabbaus mit in der Folge erhöhten Plasmakonzentrationen

beobachtet. Für Codein ist eine solche Wechselwirkung nicht auszuschließen.

Auswirkungen der Einnahme von talvosilen auf Laboruntersuchungen:

Durch das enthaltene Paracetamol können die Harnsäurebestimmung sowie die

Blutzuckerbestimmung beeinflusst werden.

2.4 Bei Anwendung von talvosilen zusammen mit Nahrungsmitteln und

Getränken

Während der Anwendung von talvosilen sollte Alkoholgenuss möglichst vermieden

werden (siehe unter Abschnitt 2.3).

2.5 Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder

Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie talvosilen nur auf ausdrückliche Verordnung

Ihres Arztes anwenden, da unerwünschte Wirkungen auf die Entwicklung des

ungeborenen Kindes nicht ausgeschlossen werden können.

Bei nahender Geburt oder drohender Frühgeburt dürfen Sie talvosilen nicht

anwenden, da der in talvosilen enthaltene Wirkstoff Codein die Plazentaschranke

passiert und bei Neugeborenen zu Atemstörungen führen kann.

Bei längerfristiger Anwendung von talvosilen kann sich eine Codeinabhängigkeit des

Feten entwickeln. Berichte über Entzugserscheinungen beim Neugeborenen nach

wiederholter Anwendung von Codein im letzten Drittel der Schwangerschaft liegen vor.

Bitte wenden Sie sich daher umgehend an Ihren Arzt, wenn Sie eine Schwangerschaft

planen oder bereits schwanger sind, um gemeinsam über eine Fortsetzung oder eine

Umstellung der Therapie zu beraten.

Stillzeit

Nehmen Sie talvosilen nicht ein, wenn Sie stillen.

Paracetamol und Codein sowie dessen Abbauprodukt Morphin werden in die

Muttermilch ausgeschieden.

2.6 Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

talvosilen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen

so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder

zum Bedienen von Maschinen, sowie die Ausübung gefahrvoller Tätigkeiten

beeinträchtigt wird.

3. Wie ist talvosilen anzuwenden?

5 / 10

Wenden Sie bzw. Ihr Kind talvosilen immer genau nach der Anweisung des Arztes an.

Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher

sind.

Die Dosierung richtet sich nach den Angaben in der nachfolgenden Tabelle. Kinder ab

12 Jahren, Jugendliche und Erwachsene wenden jeweils 1 Zäpfchen an.

Die Höchstdosis pro Tag darf nicht überschritten werden. Diese richtet sich unter

anderem nach dem Körpergewicht des Patienten und darf, bezogen auf den

Paracetamol-Anteil von talvosilen, 60 mg pro kg Körpergewicht nicht überschreiten.

Bezogen auf den Codein-Anteil von talvosilen ergibt sich daraus eine maximale

Tagesdosis von 80 mg Codeinphosphat-Hemihydrat (entsprechend 4 Zäpfchen).

Ihr behandelnder Arzt wird daher die für Sie bzw. Ihr Kind individuell passende

maximale Tagesgesamtdosis festlegen.

Das jeweilige Dosierungsintervall richtet sich nach der Symptomatik und der

maximalen Tagesgesamtdosis. Es sollte 6 Stunden nicht unterschreiten.

Körpergewicht

(Alter)

Einzeldosis

(entsprechende Paracetamol-

und Codeinphosphat –

Hemihydratdosis)

max. Tagesdosis (24 Std.)

(entsprechende Paracetamol-

und Codeinphosphat –

Hemihydratdosis)

ab 43 kg

(Kinder ab 12

Jahren,

Jugendliche und

Erwachsene)

1 Zäpfchen

(entsprechend 1.000 mg

Paracetamol und 20 mg

Codeinphosphat-Hemihydrat)

bis 4 Zäpfchen

(entsprechend bis 4.000 mg

Paracetamol und bis 80 mg

Codeinphosphat-Hemihydrat)

Die in der Tabelle angegebene maximale Tagesdosis (24 Stunden) darf keinesfalls

überschritten werden.

3.1 Art der Anwendung

Zäpfchen zum Einführen in den Darm.

Die Zäpfchen werden möglichst nach dem Stuhlgang tief in den After eingeführt. Zur

Verbesserung der Gleitfähigkeit evtl. Zäpfchen in der Hand erwärmen oder ganz kurz in

heißes Wasser tauchen.

3.2 Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Anwendung entscheidet der Arzt.

Besondere Patientengruppen

Leberfunktionsstörungen und leichte Einschränkung der Nierenfunktion

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie Morbus Gilbert-

Meulengracht muss die Dosis vermindert bzw. das Dosisintervall verlängert werden.

Schwere Niereninsuffizienz

Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min) muss ein

Dosisintervall von mindestens 8 Stunden eingehalten werden.

6 / 10

Ältere Patienten

Es ist keine spezielle Dosisanpassung erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Eine Anwendung von talvosilen 1000 mg/20 mg Zäpfchen bei Kindern unter 12 Jahren

bzw. unter 43 kg Körpergewicht wird, auf Grund des Risikos für schwere

Atemprobleme, nicht empfohlen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass

die Wirkung von talvosilen zu stark oder zu schwach ist.

3.3 Wenn Sie eine größere Menge talvosilen angewendet haben als Sie sollten

Um das Risiko einer Überdosierung zu verhindern, sollte sichergestellt werden, dass

andere Arzneimittel, die gleichzeitig angewendet werden, kein Paracetamol und/oder

Codein enthalten.

Eine Überdosierung von Paracetamol kann zu schweren Leberschäden führen.

Symptome einer Überdosierung sind Erbrechen, Übelkeit, Blässe und

Unterleibsschmerzen.

Das Charakteristische einer Überdosierung mit Codein ist die extreme Verringerung

des Atemantriebs. Die Symptome gleichen weitgehend denen der akuten

Morphinvergiftung mit extremer Schläfrigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit. Gleichzeitig

treten in der Regel enge Pupillen, Erbrechen, Kopfschmerzen sowie Harn- und

Stuhlverhalt auf. Unterversorgung mit Sauerstoff (Zyanose, Hypoxie), kalte Haut,

erhöhte Spannung der glatten Muskulatur (bei Einzeldosen über 60 mg Codein) und

fehlende Reflexe kommen vor, mitunter auch Verlangsamung der Herzfrequenz und

Blutdruckabfall; gelegentlich treten, vor allem bei Kindern, Krämpfe auf.

Bei Anwendung zu großer Mengen talvosilen ist sofort ein Arzt zu Rate zu ziehen, der

entsprechende Maßnahmen ergreift.

3.4 Wenn Sie die Anwendung von talvosilen vergessen haben

Sollten Sie bzw. Ihr Kind die Anwendung vergessen, können Sie bzw. Ihr Kind diese

jederzeit nachholen, müssen jedoch bis zur Anwendung der nächsten Dosis einen

zeitlichen Abstand von mindestens 6 Stunden einhalten. Wenden Sie bzw. Ihr Kind

keinesfalls die doppelte Menge an.

3.5 Wenn Sie die Anwendung von talvosilen abbrechen

Hier sind bei bestimmungsgemäßer Anwendung von talvosilen keine besonderen

Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Bei plötzlicher Beendigung der Anwendung (Absetzen) nach längerem nicht

bestimmungsgemäßen, hoch dosiertem Gebrauch von Schmerzmitteln können

Kopfschmerzen sowie Müdigkeit, Muskelschmerzen, Nervosität und vegetative

Symptome auftreten. Diese Folgen des Absetzens klingen innerhalb weniger Tage ab.

Bis dahin sollten keine Schmerzmittel eingenommen werden. Auch danach soll eine

erneute Anwendung nicht ohne ärztlichen Rat erfolgen.

7 / 10

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie bitte

Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann talvosilen Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde

gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

4.1. Mögliche Nebenwirkungen

Erkrankungen des Magen-Darmtraktes

Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen, Stuhlverstopfung

Gelegentlich: Mundtrockenheit

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Anstieg der Lebertransaminasen (Enzyme in der Leber)

Erkrankungen des Zentralnervensystems

Sehr häufig: Müdigkeit, leichte Kopfschmerzen

Häufig: leichte Schläfrigkeit

Gelegentlich: Schlafstörungen

Bei Anwendung höherer Dosen oder bei besonders empfindlichen Patienten können

dosisabhängig die Fähigkeit zur optischen Fixierung von Gegenständen

(visuomotorische Koordination) und die Sehleistung verschlechtert sein. Ebenfalls

können Störungen des Atemantriebs (Atemdepression)und krankhafte Hochstimmung

(Euphorie) auftreten.

Abhängigkeitsentwicklung ist bei längerer Anwendung höherer Dosen möglich!

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Juckreiz, Hautrötungen, Nesselsucht

Selten: Schwere allergische Reaktion (einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom)

Erkrankungen der Atemwege

Gelegentlich: Kurzatmigkeit

Sehr selten: Verkrampfung der Muskulatur der Luftwege mit Atemnot (Analgetika-

Asthma)

8 / 10

Es wurden bei Anwendung hoher Dosen Wasseransammlungen in der Lunge

(Lungenödeme) beobachtet, insbesondere bei vorher bestehenden

Lungenfunktionsstörungen.

Herz-, Kreislauferkrankungen

Bei Anwendung höherer Dosen wurden häufig Fälle von Blutdruckabfall und

Ohnmacht beobachtet.

Erkrankungen des Ohres und des Labyrinths

Gelegentlich: Ohrensausen (Tinnitus)

Erkrankungen des Blutes

Selten: Verminderung der Blutplättchen oder der weißen Blutkörperchen

Sehr selten: Verminderung oder Fehlen der Granulozyten, Verminderung der Zellen

aller Blut bildenden Systeme

Erkrankungen des Immunsystems

Ebenso traten Überempfindlichkeitsreaktionen wie Schwellungen im Gesicht, Atemnot,

Schweißausbruch, Übelkeit, Blutdruckabfall bis hin zum Schock auf.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Entölte Phospholipide aus Sojabohnen können sehr selten allergische Reaktionen

hervorrufen.

Hinweis:

Bei Überempfindlichkeitsreaktion ist das Arzneimittel abzusetzen und sofort Kontakt

mit einem Arzt aufzunehmen.

4.2 Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie bzw. Ihr Kind Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die

nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt über nachfolgenden Kontakt anzeigen :

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, www.bfarm.de

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist talvosilen aufzubewahren?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Behältnis (Blister) und der

Faltschachtel nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr

verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Aufbewahrungsbedingungen:

9 / 10

Nicht über 25 °C lagern.

6. Weitere Informationen

Was talvosilen enthält:

Die Wirkstoffe sind: Paracetamol, Codeinphosphat-Hemihydrat

1 Zäpfchen enthält 1.000 mg Paracetamol und 20 mg Codeinphosphat-Hemihydrat.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Hartfett, entölte Phospholipide aus Sojabohnen.

Wie talvosilen 1000 mg/20 mg Zäpfchen aussehen und Inhalt der Packung

talvosilen sind weiße bis elfenbeinfarbene, torpedoförmige Zäpfchen.

talvosilen 1000 mg/20 mg Zäpfchen ist in einer Packungen zu 30 (N2) Zäpfchen

erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:

bene-Arzneimittel GmbH

Herterichstraße 1

81479 München

Postfach 710269

81452 München

Telefon: 089/74987-0

Telefax: 089/74987-142

contact@bene-arzneimittel.de

Datum der letzten Überarbeitung: Januar 2015

Gute Besserung!

Bei weiteren Fragen zu diesem Arzneimittel helfen wir Ihnen gerne weiter.

E-Mail: talvosilen@bene-arzneimittel.de

10 / 10

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

talvosilen

®

1000 mg/20 mg Zäpfchen

für Kinder ab 12 Jahren, Jugendliche und Erwachsene

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Wirkstoffe: Paracetamol, Codeinphosphat-Hemihydrat

1 Zäpfchen enthält 1.000 mg Paracetamol und 20 mg Codeinphosphat-

Hemihydrat.

Die vollständige Auflistung der

onstigen Bestandteile: siehe unter Abschnitt

6.1.

3.

Darreichungsform

Zäpfchen

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

talvosilen ist indiziert für Kinder ab 12 Jahren, Jugendliche und Erwachsene

zur Behandlung von mäßig starken bis starken Schmerzen, für die

angenommen wird, dass sie durch andere Analgetika wie z.B. Paracetamol

oder Ibuprofen (alleine) nicht gelindert werden.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Dosierung mit Einzel- und Tagesangaben: Kinder ab 12 Jahren, Jugendliche

und Erwachsene wenden jeweils 1 Zäpfchen an, wenn erforderlich bis zu 4-

mal täglich. In der Regel im Abstand von 6 bis 8 Stunden.

Paracetamol wird in Abhängigkeit von Körpergewicht und Alter dosiert (in der

Regel mit 10 bis 15 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis). Bezogen auf den

Paracetamol-Anteil der fixen Kombination dürfen 60 mg/kg Körpergewicht als

Tagesgesamtdosis nicht überschritten werden.

Seite 1 von 15

Bezogen auf den Codein-Anteil der fixen Kombination ergibt sich daraus eine

maximale Tagesdosis von 80 mg Codeinphosphat-Hemihydrat (entsprechend

4 Zäpfchen).

Das jeweilige Dosierungsintervall richtet sich nach der Symptomatik und der

maximalen Tagesgesamtdosis. Es sollte 6 Stunden nicht unterschreiten.

Körpergewicht

(Alter)

Einzeldosis

(entsprechende

Paracetamol- und

Codeinphosphat –

Hemihydratdosis)

max.Tagesdosis (24 Std.)

(entsprechende

Paracetamol- und

Codeinphosphat –

Hemihydratdosis)

ab 43 kg

(Kinder ab 12

Jahren, Jugendliche

und Erwachsene)

1 Zäpfchen

(entsprechend 1.000 mg

Paracetamol und 20 mg

Codeinphosphat-Hemihydrat)

bis 4 Zäpfchen

(entsprechend bis 4.000

mg Paracetamol und bis

80 mg Codeinphosphat-

Hemihydrat)

Die in der Tabelle angegebene maximale Tagesdosis (24 Stunden) darf

keinesfalls überschritten werden.

Art und Dauer der Anwendung

Die Zäpfchen werden möglichst nach dem Stuhlgang tief in den After

eingeführt. Zur Verbesserung der Gleitfähigkeit evtl. Zäpfchen in der Hand

erwärmen oder ganz kurz in warmes Wasser tauchen.

Die Dauer der Anwendung bestimmt der behandelnde Arzt.

Besondere Patientengruppen

Leberinsuffizienz und leichte Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie Morbus

Gilbert-Meulengracht muss die Dosis vermindert bzw. das Dosierungsintervall

verlängert werden.

Schwere Niereninsuffizienz

Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min) muss ein

Dosisintervall von mindestens 8 Stunden eingehalten werden.

Ältere Patienten

Es ist keine spezielle Dosisanpassung erforderlich.

Kinder und Jugendliche

Eine Anwendung von talvosilen 1000 mg/20 mg bei Kindern unter 12 Jahren

bzw. unter 43 kg Körpergewicht wird wegen des Risikos einer

Opioidvergiftung auf Grund der variablen und unvorhersehbaren

Verstoffwechselung von Codein zu Morphin (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4)

nicht empfohlen.

4.3

Gegenanzeigen

Seite 2 von 15

talvosilen darf nicht angewendet werden:

bei Überempfindlichkeit gegenüber Paracetamol, Codein, Soja oder einen

der sonstigen Bestandteile

bei Ateminsuffizienz

bei Atemdepression

bei tiefer Bewusstlosigkeit

bei Koma

bei Pneumonie

bei akutem Asthmaanfall

bei nahender Geburt

bei drohender Frühgeburt

von Kindern unter 12 Jahren

von allen Kindern und Jugendlichen (0 - 18 Jahre), die sich einer

Tonsillektomie und/oder Adenotomie zur Behandlung eines obstruktiven

Schlafapnoe-Syndroms unterziehen müssen, auf Grund eines erhöhten

Risikos zur Ausbildung von schwerwiegenden und lebensbedrohlichen

Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.4)

von Frauen während der Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)

von Patienten, für die bekannt ist, dass sie vom CYP2D6-Phänotyp,

ultraschnelle Metabolisierer sind

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Um das Risiko einer Überdosierung zu vermeiden, sollte sichergestellt

werden, dass gleichzeitig eingenommene Medikamente kein Paracetamol

und/oder Codein enthalten.

talvosilen sollte nur unter strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses angewendet werden bei:

Abhängigkeit von Opioiden

Bewusstseinsstörungen

Zuständen mit erhöhtem Hirndruck

Störungen des Atemzentrums und der Atemfunktion

gleichzeitiger Anwendung von MAO-Hemmern

chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung

talvosilen sollte in folgenden Fällen mit besonderer Vorsicht (d. h. mit einem

verlängerten Dosisintervall oder in verminderter Dosis) und unter ärztlicher

Kontrolle verwendet werden:

Hepatozelluläre Insuffizienz

Chronischer Alkoholmissbrauch

Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min) und

Dialysepatienten

Morbus Gilbert-Meulengracht

Erkrankungen, die mit einem reduzierten Glutathionspiegel

einhergehen können (ggf. Dosisanpassung z.B. bei Diabetes mellitus,

HIV, Down-Syndrom, Tumoren)

CYP2D6-Metabolismus

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Codein wird durch das Leberenzym CYP2D6 zu Morphin, seinem aktiven

Metaboliten, umgewandelt. Wenn bei einem Patienten ein Mangel an diesem

Enzym besteht oder er dieses gar nicht besitzt, wird eine adäquate

analgetische Wirkung nicht erreicht werden. Es wird geschätzt, dass bis zu 7

% der kaukasischen Bevölkerung diesen Mangel aufweisen. Wenn der

Patient jedoch ein extensiver oder ultraschneller Metabolisierer ist, besteht

ein erhöhtes Risiko, dass er selbst bei therapeutisch verschriebenen Dosen

die Nebenwirkungen einer Opioidvergiftung entwickelt. Diese Patienten

wandeln Codein sehr rasch zu Morphin um, was höhere als die zu

erwartenden Morphin-Plasmaspiegel zur Folge hat.

Daher sollte zu Beginn der Behandlung die individuelle Reaktion des

Patienten auf das Medikament kontrolliert werden, um eventuelle relative

Überdosierungen schnell erkennen zu können. Dies gilt insbesondere für

ältere Patienten, bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei

Atemfunktionsstörungen (Gefahr des Lungenödems).

Allgemeine Symptome einer Opiodvergiftung umfassen Verwirrtheit,

Somnolenz, flache Atmung, enge Pupillen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung

und Appetitlosigkeit. In schweren Fällen kann dies auch die Symptome einer

Kreislauf- und Atemdepression beinhalten, was lebensbedrohlich und in sehr

seltenen Fällen tödlich sein kann (siehe Abschnitt 4.9).

Schätzungen für die Prävalenz von ultraschnellen Metabolisierern in

unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sind im Folgenden

zusammengefasst:

Bevölkerungsgruppe

Prävalenz %

Afrikaner/Äthiopier

29 %

Afroamerikaner

3,4 % bis 6,5 %

Asiaten

1,2 % bis 2 %

Kaukasier

3,6 % bis 6,5 %

Griechen

6,0 %

Ungarn

1,9 %

Nordeuropäer

1 % bis 2 %

Postoperative Anwendung bei Kindern

Es gibt Berichte in der veröffentlichten Literatur, dass Codein, das

postoperativ bei Kindern nach einer Tonsillektomie und/oder Adenotomie zur

Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe angewendet wurde, zu seltenen,

aber lebensbedrohlichen Nebenwirkungen, einschließlich Todesfällen,

geführt hat (siehe auch Abschnitt 4.3). Alle Kinder erhielten Dosen von

Codein, die innerhalb des angemessenen Dosierungsbereichs lagen; es gibt

jedoch Hinweise darauf, dass diese Kinder entweder ultraschnelle oder

extensive Metabolisierer bezüglich ihrer Fähigkeit zur Metabolisierung von

Codein zu Morphin waren.

Kinder mit eingeschränkter Atemfunktion

talvosilen mit dem Bestandteil Codein wird nicht empfohlen zur Anwendung

bei Kindern, deren Atemfunktion möglicherweise beeinträchtigt ist,

einschließlich durch neuromuskuläre Störungen, schwere Herz- oder

Atemwegserkrankungen, Infektionen der oberen Atemwege oder

Lungeninfektionen, Polytraumen oder umfangreiche operative Eingriffe.

Diese Faktoren können die Symptome einer Morphinvergiftung

verschlimmern.

Seite 4 von 15

Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. anaphylaktischer

Schock) werden sehr selten beobachtet. Bei ersten Anzeichen einer

Überempfindlichkeitsreaktion nach Anwendung/Verabreichung von talvosilen

muss die Therapie abgebrochen werden. Der Symptomatik entsprechende,

medizinisch erforderliche Maßnahmen müssen durch fachkundige Personen

eingeleitet werden.

Ein Überschreiten der empfohlenen Dosis kann zu schweren Leberschäden

führen.

Bei längerem hochdosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von

Paracetamol können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte

Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen. In solchen Fällen darf

ohne eine ärztliche Beratung keine weitere Anwendung des Schmerzmittels

erfolgen.

Ganz allgemein kann die langfristige Anwendung von Schmerzmitteln,

insbesondere bei Kombination mit Schmerzmitteln vom Typ der

Antiphlogistika/Antipyretika, zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem

Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen.

Bei abruptem Absetzen nach längerem hochdosiertem, nicht

bestimmungsgemäßem Gebrauch von Analgetika können Kopfschmerzen

sowie Müdigkeit, Muskelschmerzen, Nervosität und vegetative Symptome

auftreten. Diese Absetzungssymptomatik klingt innerhalb weniger Tage ab.

Bis dahin soll die Wiederanwendung von Schmerzmitteln unterbleiben und

die erneute Anwendung nicht ohne ärztlichen Rat erfolgen.

Bei Hypotension und gleichzeitig bestehender Hypovolämie sollte dieses

Arzneimittel nicht in höheren Dosen eingesetzt werden.

Codein als Bestandteil der fixen Kombination besitzt ein primäres

Abhängigkeitspotenzial. Bei längerem und hoch dosiertem Gebrauch

entwickeln sich Toleranz, psychische und physische Abhängigkeit. Es

besteht Kreuztoleranz zu anderen Opioiden. Bei vorher bestehender

Opiatabhängigkeit (auch solche in Remission) ist mit schnellen Rückfällen zu

rechnen.

Codein wird von Heroinabhängigen als Ersatzstoff betrachtet. Auch

Abhängige von Alkohol und Sedativa neigen zu Missbrauch von Codein.

Codein-haltige Arzneimittel dürfen nur nach ärztlicher Verschreibung und

unter ständiger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Eine Weitergabe

der für den persönlichen Gebrauch verschriebenen Arzneimittel an Dritte ist

nicht zu verantworten.

Die Behandlung von Patienten mit Z. n. Cholezystektomie sollte mit Vorsicht

erfolgen. Infolge der Kontraktion des Sphincter Oddi können

herzinfarktähnliche Symptome sowie eine Symptomverstärkung bei

bestehender Pankreatitis auftreten.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Seite 5 von 15

Bei gleichzeitiger Anwendung anderer zentral dämpfender Arzneimittel wie

Sedativa, Hypnotika oder Psychopharmaka (Phenotiazine, wie z. B.

Chlorpromazin, Thioridazin, Perphenazin), so wie Antihistaminika (wie z. B.

Promethazin, Meclozin), Antihypertonika, aber auch anderer Analgetika sowie

Alkohol kann die sedierende und atemdepressive Wirkung verstärkt werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die zur Enzyminduktion in

der Leber führen, wie z. B. bestimmte Schlafmittel und Antiepileptika (u. a.

Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin) sowie Rifampicin, können auch

durch sonst unschädliche Dosen von Paracetamol Leberschäden

hervorgerufen werden.

Gleiches gilt für potenziell hepatotoxische Substanzen sowie für

Alkoholmissbrauch.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Paracetamol und Zidovudin (AZT oder

Retrovir) wird die Neigung zur Neutropenie verstärkt.

Die Einnahme von Probenecid hemmt die Bindung von Paracetamol an

Glucuronsäure und führt dadurch zu einer Reduzierung der Paracetamol-

Clearance um ungefähr den Faktor 2. Bei gleichzeitiger Anwendung von

Probenecid sollte die Paracetamoldosis verringert werden.

Cholestyramin verringert die Aufnahme von Paracetamol.

Alkohol ist bei der Behandlung mit talvosilen zu meiden, da sich die

psychomotorische Leistungsfähigkeit wesentlich vermindert (über additive

Wirkung der Einzelkomponenten).

Unter trizyklischen Antidepressiva (Imipramin, Amitriptylin) sowie Opipramol

kann eine codeinbedingte Atemdepression verstärkt werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von MAO-Hemmern, wie z. B. Tranylcypromin

kann es zu einer Verstärkung der zentralnervösen Wirkung und zu anderen

Nebenwirkungen in nicht vorhersehbarem Ausmaß kommen. talvosilen darf

daher erst zwei Wochen nach dem Ende einer Therapie mit MAO-Hemmern

angewendet werden.

Die Wirkung von Schmerzmitteln wird verstärkt. Bei gleichzeitiger

Anwendung mit partiellen Opioidagonisten/- antagonisten wie z. B.

Buprenorphin, Pentazocin ist eine Wirkungsabschwächung des Arzneimittels

möglich.

Cimetidin und andere Arzneimittel, die den Leberstoffwechsel beeinflussen,

können die Wirkung von talvosilen verstärken. Unter Morphinbehandlung

wurde eine Hemmung des Morphinabbaus mit konsekutiv erhöhten

Plasmakonzentrationen beobachtet. Für Codein ist eine solche

Wechselwirkung nicht auszuschließen.

Auswirkung auf Laborwerte:

Seite 6 von 15

Die Anwendung von Paracetamol kann die Harnsäurebestimmung mittels

Phosphorwolframsäure sowie die Blutzuckerbestimmung mittels Glucose-

Oxydase-Peroxydase beeinflussen.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Beim Menschen wurde eine Assoziation zwischen Missbildung des

Respirationstraktes und der Anwendung von Codein in den ersten drei

Monaten der Schwangerschaft festgestellt. Hinweise auf andere

Missbildungen liegen auch aus epidemiologischen Studien mit

Narkoanalgetika, einschließlich Codein vor.

talvosilen darf daher während der Schwangerschaft, insbesondere während

der ersten drei Monate nur nach strenger Indikationsstellung und sorgfältiger

Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Bei nahender Geburt oder drohender Frühgeburt ist eine Anwendung von

talvosilen kontraindiziert, da Codein die Plazentaschranke passiert und beim

Neugeborenen zu Atemdepression führen kann.

Bei längerfristiger Anwendung von Codein kann sich eine Opioid-

Abhängigkeit des Feten entwickeln.

Berichte über Entzugssymptome bei Neugeboren nach wiederholter

Anwendung von Codein im letzten Trimenon der Schwangerschaft liegen vor.

Stillzeit

talvosilen darf während der Stillzeit nicht angewendet werden (siehe

Abschnitt 4.3).

Paracetamol und Codein sowie dessen Metabolit Morphin werden in die

Muttermilch ausgeschieden. Bei normalen therapeutischen Dosen können

Codein und sein aktiver Metabolit in der Muttermilch in sehr geringen

Konzentrationen vorhanden sein und es ist unwahrscheinlich, dass der

gestillte Säugling nachteilig beeinflusst wird. Dennoch können bei Frauen, die

vom CYP2D6-Phänotyp ultraschnelle -Metabolisierer sind, höhere

Konzentrationen des aktiven Metaboliten Morphin in der Muttermilch

vorkommen und in sehr seltenen Fällen kann dies zu Symptomen einer

Opioidvergiftung beim Säugling bis hin zum Tod führen.

4.7

Auswirkungen

auf

die

Verkehrstüchtigkeit

und

die

Fähigkeit

zum

Bedienen von Maschinen

Das in talvosilen enthaltene Codein kann auch bei bestimmungsgemäßem

Gebrauch das Reaktionsvermögen verändern, so dass die Fähigkeit zur

aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen,

sowie das Ausüben gefahrvoller Tätigkeiten, beeinträchtigt wird.

4.8

Nebenwirkungen

Seite 7 von 15

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten

zugrunde gelegt:

Sehr häufig (> 1/10)

Häufig (> 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (> 1/1.000 bis <1/100)

Selten (> 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar)

Erkrankung des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen (initial), Obstipation

Gelegentlich: Mundtrockenheit

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten: Anstieg der leberspezifischen Laborwerte (Anstieg der

Lebertransaminasen)

Erkrankungen des Zentralnervensystems

Sehr häufig: Müdigkeit, leichte Kopfschmerzen

Häufig: leichte Schläfrigkeit

Gelegentlich: Schlafstörungen

Cave:

Abhängigkeitsentwicklung bei längerer Anwendung höherer Dosen möglich.

Bei höheren Dosen oder besonders empfindlichen Patienten können

dosisabhängig die visuomotorische Koordination und die Sehleistung

verschlechtert sein. Ebenfalls können Atemdepression und Euphorie

auftreten.

Codein kann, insbesondere bei Einzeldosen über 60 mg, den Muskeltonus

der glatten Muskulatur erhöhen.

Bei hohen therapeutischen Dosen und bei Intoxikationen können Synkopen

und Blutdruckabfall auftreten; bei Patienten mit vorher bestehenden

Lungenfunktionsstörungen muss mit dem Auftreten von Lungenödemen

gerechnet werden.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Pruritus, Hautrötungen, allergische Exantheme, Urtikaria

Selten: Schwere allergische Reaktionen einschließlich Stevens-Johnson-

Syndrom

Erkrankungen der Atemwege

Gelegentlich: Kurzatmigkeit

Sehr selten: Bronchospasmen (Analgetika-Asthma)

Lungenödem (bei hohen Dosen, insbesondere bei vorher bestehenden

Lungenfunktionsstörungen)

Seite 8 von 15

Herz-, Kreislauferkrankungen

Bei der Anwendung hoher Dosen kommt es häufig zu Blutdruckabfall,

Synkopen

Erkrankungen des Ohres und des Labyrinths

Gelegentlich: Tinnitus

Erkrankungen des Blutes

Selten: allergische Thrombozytopenie, Leukozytopenie

Sehr selten: Agranulozytose, Panzytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Quincke-Ödem, Atemnot,

Schweißausbruch, Übelkeit, Blutdruckabfall bis hin zum Schock

Entölte Phospholipide aus Sojabohnen können sehr selten allergische

Reaktionen hervorrufen.

Hinweis:

Der Patient ist anzuhalten, bei ersten Anzeichen einer

Überempfindlichkeitsreaktion das Arzneimittel abzusetzen und sofort Kontakt

mit einem Arzt aufzunehmen.

Es liegen keine Erkenntnisse vor, dass bei bestimmungsgemäßem Gebrauch

durch die fixe Kombination Umfang und Art der Nebenwirkungen der

Einzelsubstanzen verstärkt oder im Spektrum erweitert werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, www.bfarm.de

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

4.9

Überdosierung

Bei Überdosierung von talvosilen können Symptome einer Intoxikation

auftreten, die den Symptomen einer Intoxikation mit den Einzelsubstanzen

entsprechen.

Symptome der Intoxikation

Paracetamol

Ein Intoxikationsrisiko besteht insbesondere bei älteren Menschen, kleinen

Kindern, Personen mit Lebererkrankungen, chronischem Alkoholmissbrauch,

chronischer Fehlernährung und bei gleichzeitiger Einnahme von

Seite 9 von 15

Arzneimitteln, die zu einer Enzyminduktion führen. In diesen Fällen kann eine

Überdosierung zum Tod führen.

In der Regel treten Symptome innerhalb von 24 Stunden auf: Übelkeit,

Erbrechen, Anorexie, Blässe und Unterleibsschmerzen. Danach kann es zu

einer Besserung des subjektiven Befindens kommen, es bleiben jedoch

leichte Leibschmerzen als Hinweis auf eine Leberschädigung.

Eine Überdosierung mit ca. 6 g oder mehr Paracetamol als Einzeldosis bei

Erwachsenen oder mit 140 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis bei Kindern

führt zu Leberzellnekrosen, die zu einer totalen irreversiblen Nekrose und

später zu hepatozellulärer Insuffizienz, metabolischer Azidose und

Enzephalopathie führen können. Diese wiederum können zu Koma, auch mit

tödlichem Ausgang, führen. Gleichzeitig wurden erhöhte Konzentrationen der

Lebertransaminasen (AST, ALT), Laktatdehydrogenase und des Bilirubins in

Kombination mit einer erhöhten Prothrombinzeit beobachtet, die 12 bis 48

Stunden nach der Anwendung auftreten können. Klinische Symptome der

Leberschäden werden in der Regel nach 2 Tagen sichtbar und erreichen

nach 4 bis 6 Tagen ein Maximum.

Auch wenn keine schweren Leberschäden vorliegen, kann es zu akutem

Nierenversagen mit akuter Tubulusnekrose kommen. Zu anderen,

leberunabhängigen Symptomen, die nach einer Überdosierung mit

Paracetamol beobachtet wurden, zählen Myokardanomalien und Pankreatitis.

Codein

Das Charakteristische einer Überdosierung mit Codein ist die

Atemdepression. Weiterhin können Somnolenz bis zu Stupor und Koma

sowie Erbrechen, Kopfschmerzen, Harn- und Stuhlverhalt, mitunter auch

Bradykardie und Blutdruckabfall auftreten. Gelegentlich treten, vor allem bei

Kindern, Krämpfe auf.

Diese Symptome können durch die gleichzeitige Einnahme von Alkohol oder

zentral dämpfenden Arzneimitteln verstärkt werden.

Codein kann, insbesondere bei Einzeldosen über 60 mg, den Muskeltonus

der glatten Muskulatur erhöhen.

Therapie von Intoxikationen

Paracetamol

Bereits bei Verdacht auf Intoxikation mit Paracetamol

sind Bestimmungen der Plasmakonzentration von Paracetamol

empfehlenswert;

kann Hämodialyse die Plasmakonzentration von Paracetamol senken;

ist in den ersten 10 Stunden die intravenöse Gabe von SH-Gruppen-

Donatoren wie z. B. N-Acetylcystein sinnvoll. N-Acetylcystein kann aber

auch nach 10 und bis zu 48 Stunden noch einen gewissen Schutz bieten.

In diesem Fall erfolgt eine längerfristige Einnahme.

Die weiteren Therapiemöglichkeiten zur Behandlung einer Intoxikation mit

Paracetamol richten sich nach Ausmaß, Stadium und klinischen Symptomen

entsprechend den üblichen Maßnahmen in der Intensivmedizin.

Codein

Bei Dosen über 2 mg Codein/kg Körpergewicht und klinischer Symptomatik

sollte eine Überwachung der Atmung in Reanimationsbereitschaft bis zum

Seite 10 von 15

Abklingen der Symptome erfolgen, bei Fehlen von Symptomen mindestens für

einen Zeitraum bis zu 6 Stunden nach Ingestion.

Eine Aufhebung der Codein-Wirkung bei manifester Atemdepression ist durch

Opiat-Antagonisten, wie z.B. Naloxon, möglich.

Die Gabe von Naloxon muss wiederholt werden, da die Wirkungsdauer von

Codein länger ist als die von Naloxon. Wenn Naloxon nicht eingesetzt

werden kann, sind symptomatische Maßnahmen, vor allem stabile

Seitenlagerung, Beatmung und Schockbehandlung indiziert.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika und Antipyretika, Anilide

ATC-Code: N02AA69

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Paracetamol

Paracetamol ist eine analgetisch und antipyretisch, jedoch sehr schwach

antiphlogistisch wirkende Substanz. Der Wirkungsmechanismus ist nicht

eindeutig geklärt.

Nachgewiesen ist, dass durch Paracetamol eine deutlich stärkere Hemmung

der zentralen als der peripheren Prostaglandinsynthese bewirkt wird. Ferner

kommt es zu einer Hemmung des Effektes endogener Pyrogene auf das

hypothalamische Temperaturregulationszentrum als wahrscheinliches

Korrelat zur antipyretischen Wirkung.

Codein

Codein ist ein Phenanthren-Alkaloid mit opiatagonistischen Eigenschaften

und wirkt zentral analgetisch und antitussiv. Die Wirkung ist dosisabhängig

und wird zum Teil über die Bindung an supraspinale Opiatrezeptoren (µ-

Rezeptoren) vermittelt, wobei Codein eine außergewöhnlich niedrige Affinität

zu den Opiatrezeptoren besitzt. Ein Teil der Wirkung wird über den

Metaboliten Morphin vermittelt.

Die Kombination von Paracetamol und Codein ist in klinischen Studien mit

unterschiedlichen Analgetika und Placebo verglichen worden. Die fixe

Kombination war Placebo in allen Fällen statistisch signifikant überlegen.

Einige Studien geben Hinweise darauf, dass die analgetische Wirksamkeit

der Kombination auch bei einer Steigerung der Dosis der einzelnen

Arzneistoffe der analgetischen Wirksamkeit der Einzelstoffe unter der

Voraussetzung vertretbarer Risiken überlegen ist.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Paracetamol

Resorption:

Paracetamol wird nach oraler Gabe rasch (0,5 - 1,5 Stunden bis zum

Erreichen der maximalen Serumkonzentrationen) und vollständig resorbiert.

Seite 11 von 15

Die maximalen Plasmakonzentrationen werden 30 bis 60 Minuten nach der

Einnahme erreicht.

Die Metabolisierung erfolgt überwiegend in der Leber durch direkte

Konjugation mit Glucuronsäure oder Schwefelsäure. Ein geringer Teil der

Metabolisierung erfolgt über das Cytochrom P 450-System (hauptsächlich

CYP2E1) mit Bildung des toxischen Metaboliten N-Acetyl-p-benzochinonimin,

der normalerweise gebunden und ausgeschieden wird, dessen Konzentration

jedoch im Falle einer massiven Intoxikation stark erhöht ist.

Elimination:

Die Ausscheidung erfolgt renal. 90% der aufgenommenen Menge werden

innerhalb von 24 Stunden vorwiegend als Glucuronide (60 bis 80%) und

Sulfatkonjugate (20 bis 30 %) über die Nieren ausgeschieden. Weniger als 5

% werden in unveränderter Form ausgeschieden. Die

Eliminationshalbwertszeit beträgt in etwa zwei Stunden. Bei Leber- und

Nierenfunktionsstörungen, nach Überdosierung sowie bei Neugeborenen ist

die Halbwertszeit verlängert. Das Maximum der Wirkung und die

durchschnittliche Wirkdauer (4 bis 6 Stunden) korrelieren in etwa mit der

Plasmakonzentration.

Niereninsuffizienz:

Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatin-Clearance < 10 ml/ min) ist die

Ausscheidung von Paracetamol und seinen Metaboliten verzögert.

Codein

Resorption:

Codein wird nach oraler Gabe rasch resorbiert, wobei die maximale

Plasmakonzentration nach etwa einer Stunde erreicht wird.

Die Metabolisierung erfolgt in der Leber (große interindividuelle

Unterschiede).

Hauptmetaboliten sind Morphin, Norcodein sowie Morphin- und

Codeinkonjugate wobei die Konjugatkonzentrationen wesentlich höher als die

der Ausgangssubstanzen liegen.

Elimination:

Die Eliminationshalbwertszeit von 3 – 5 Stunden verlängert sich bei

Niereninsuffizienz auf 9 - 18 Stunden und ist auch im Alter verlängert. Die

Ausscheidung erfolgt vorwiegend renal, etwa 10 % Codein werden

unverändert ausgeschieden.

Codein durchdringt die Plazentaschranke und geht in den fetalen Kreislauf

über. In der Muttermilch werden nach hohen Codeindosen pharmakologisch

relevante Konzentrationen erreicht.

Paracetamol und Codein zeigen vergleichbare Resorptionsgeschwindigkeiten

und Zeitpunkte maximaler Plasmakonzentrationen, etwa gleiche Wirkdauer,

sich nicht behindernde Biotransformationsschritte und keine gegenseitige

Behinderung bei der renalen Elimination.

Seite 12 von 15

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Paracetamol

Im Tierversuch zur akuten, subchronischen und chronischen Toxizität von

Paracetamol an Ratte und Maus wurden gastrointestinale Läsionen,

Veränderungen im Blutbild, degenerative Veränderungen des Leber- und

Nierenparenchyms sowie Nekrosen beobachtet. Der Grund für diese

Veränderungen ist einerseits im Wirkmechanismus und andererseits im

Metabolismus von Paracetamol zu suchen. Diejenigen Metaboliten, die

vermutlich Ursache der toxischen Wirkung und der daraus folgenden

Veränderung an Organen sind, wurden auch beim Menschen gefunden.

Während einer Langzeitanwendung (das heißt 1 Jahr) im Bereich maximaler

therapeutischer Dosen wurden auch sehr seltene Fälle einer reversiblen

chronischen aggressiven Hepatitis beobachtet.

Bei subtoxischen Dosen können nach dreiwöchiger Einnahme

Intoxikationsymptome auftreten. Daher sollte Paracetamol nicht über längere

Zeit und nicht in höheren Dosen eingenommen werden.

Umfangreiche Untersuchungen ergaben keine Evidenz für ein relevantes

genotoxisches Risiko von Paracetamol im therapeutischen, das heißt nicht-

toxischen Dosisbereich.

Aus Langzeituntersuchungen an Ratten und Mäusen liegen keine Hinweise

auf relevante tumorigene Effekte in nicht-hepatotoxischen Dosierungen von

Paracetamol vor.

Paracetamol passiert die Plazenta.

Aus Tierstudien und den bisherigen Erfahrungen an Menschen ergeben sich

keine Hinweise auf Fruchtschädigung.

Codein

In-vitro- und in-vivo-Untersuchungen mit Codein ergaben keine Hinweise auf

ein mutagenes Potenzial.

Langzeitstudien an Ratten und Mäusen ergaben keine Hinweise auf ein

Tumor erzeugendes Potenzial von Codein.

Aus Tierversuchen liegen Hinweise auf ein teratogenes Potenzial vor.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Hartfett, entölte Phospholipide aus Sojabohnen.

6.2

Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

Seite 13 von 15

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 5 Jahre.

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr verwendet

werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminium Blisterstreifen

OP mit 30 Zäpfchen (N2)

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

Inhaber der Zulassung

bene-Arzneimittel GmbH

Herterichstraße 1

81479 München

Postfach 710269

81452 München

Telefon: 0 89 / 7 49 87-0

Telefax: 0 89 / 7 49 87-142

contact@bene-arzneimittel.de

8.

Zulassungsnummer

2295.00.02

9.

Datum der Erteilung der Zulassung / Verlängerung der Zulassung

03.05.1982 / 21.07.2011

10.

Stand der Information

Januar 2015

Seite 14 von 15

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig.

Seite 15 von 15

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