Taloxa Fahrwerk

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
felbamatum
Verfügbar ab:
MSD Merck Sharp & Dohme AG
ATC-Code:
N03AX10
INN (Internationale Bezeichnung):
felbamatum
Darreichungsform:
Fahrwerk
Zusammensetzung:
felbamatum 600 mg, arom.: vanillinum und andere, saccharinum natricum, conserv.: E 211, propylis parahydroxybenzoas, E 218, excipiens um die suspension für 5 ml.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Antiepileptikum
Zulassungsnummer:
52679
Berechtigungsdatum:
1997-02-25

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Taloxa®

MSD Merck Sharp & Dohme AG

Was ist Taloxa und wann wird es angewendet?

Taloxa gehört zur Arzneimittelgruppe der Antiepileptika und enthält den Wirkstoff Felbamat.

Taloxa darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin verwendet werden. Es ist wirksam bei

Erwachsenen und Kindern ab 4 Jahren zur Behandlung epileptischer Anfälle im Rahmen des

sogenannten Lennox-Gastaut-Syndroms (sekundär generalisierte Anfälle), einer speziellen

Epilepsieform. Taloxa wird nur zusammen mit anderen Antiepileptika und nur dann eingesetzt, wenn

andere zur Verfügung stehende Mittel gegen Epilepsie nicht die erhoffte Wirkung gezeigt haben.

Was sollte dazu beachtet werden?

Während der Behandlung mit Taloxa ist darauf zu achten, dass ausgiebig Flüssigkeit aufgenommen

wird (siehe auch: «Welche Nebenwirkungen kann Taloxa haben?»).

Im Zusammenhang mit der Einnahme von Taloxa kann es zu einer teilweisen Schädigung der Leber

und des roten Knochenmarks, beides lebensbedrohliche Nebenwirkungen, kommen. Damit Ihr Arzt

oder Ihre Ärztin Anzeichen solcher Schädigungen frühzeitig erkennen kann, wird er Ihr Blut jede 2.

Woche untersuchen.

Die Wirksamkeit von niedrig dosierten oralen Kontrazeptiva («Anti-Baby-Pille») kann vermindert

werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über mögliche andere zusätzliche

Verhütungsmethoden.

Wann darf Taloxa nicht angewendet werden?

Patienten, die bereits einmal an einer Störung des Blutbildes oder der Leberfunktion gelitten haben

oder leiden, dürfen Taloxa nicht einnehmen. Auch bei bekannter Überempfindlichkeit auf den

Wirkstoff Felbamat oder einen der Hilfsstoffe darf Taloxa nicht angewendet werden.

Kinder unter 4 Jahren dürfen das Arzneimittel nicht einnehmen.

Wann ist bei der Einnahme von Taloxa Vorsicht geboten?

Die Einnahme von Taloxa stand im Zusammenhang mit seltenen Fällen von schweren,

möglicherweise lebensbedrohlichen Blutbild- und Leberfunktionsstörungen.

Sollten bei Ihnen Bluterkrankungen oder Leberfunktionsstörungen in der Vorgeschichte vorliegen,

informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin darüber, bevor Sie mit der Einnahme von Taloxa

beginnen.

Sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin oder stellen Sie sicher, dass jemand anders dies

für Sie tut, falls irgendwelche der folgenden (gelegentlichen oder seltenen) Nebenwirkungen

auftreten:

Gelbfärbung der Haut, starker Schwindel, Erbrechen, Fieber, Halsschmerzen, Geschwüre im Mund,

geschwollene Drüsen oder Hautausschläge. Diese Symptome können frühe Anzeichen einer ernsten

Schädigung Ihres Blutes, Ihrer Leber oder anderer Organe sein und könnten eine sofortige ärztliche

Behandlung erfordern.

Wegen des hohen Risikos von schweren Störungen des Blutbildes und Leberschäden sollte Ihr Arzt

oder Ihre Ärztin alle zwei Wochen eine Blutanalyse durchführen, um erste Zeichen möglicher

Schädigungen frühzeitig erkennen zu können. Es ist wichtig, dass Sie die von ihm angeordneten

Kontrolluntersuchungen regelmässig durchführen lassen. Auch wenn Sie Taloxa bereits über längere

Zeit ohne Anzeichen einer Blutbildstörung eingenommen haben, bedeutet das nicht, dass bei Ihnen

kein Risiko für eine solche Störung besteht.

Eine geringe Anzahl an Patienten, die mit einem Antiepileptikum wie Felbamat behandelt wurden,

hatten Gedanken, sich selbst Schaden zuzufügen oder sich umzubringen. Sollten Sie jemals solche

Gedanken entwickeln, kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen Antiepileptika, z.B. Phenytoin, Phenobarbital,

Carbamazepin, Valproat, Clonazepam, Oxcarbazepin, Vigabatrin oder Lamotrigin, ist es möglich,

dass Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Dosierung dieser antiepileptischen Arzneimittel ändert.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie an Beschwerden/Erkrankungen des Magens

resp. Darmes leiden oder gelitten haben.

Taloxa darf nicht plötzlich abgesetzt werden, da dadurch ein Anfall ausgelöst werden könnte.

Da Sie während der Behandlung mit Taloxa unter Schwindel und Schläfrigkeit leiden können, sollten

Sie beim Führen von Fahrzeugen und/oder Bedienen von Maschinen angemessene Vorsicht walten

lassen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin bzw. Ihren Apotheker oder Apothekerin, wenn Sie an

anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Medikamente (auch selbstgekaufte!)

einnehmen.

Darf Taloxa während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Taloxa darf wegen einer möglichen Gefährdung des ungeborenen Kindes in der Schwangerschaft

nicht eingenommen werden. Sollten Sie während der Behandlung schwanger werden, so konsultieren

Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Da nicht bekannt ist, ob Felbamat in die Muttermilch übertritt, dürfen stillende Frauen Taloxa nicht

einnehmen.

Wie verwenden Sie Taloxa?

Taloxa darf nur auf ärztliche Anweisung eingenommen werden. Halten Sie sich bitte genau an die

Dosierungsanordnung Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin.

Die Tabletten oder Suspension können Sie unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen. Die

Suspension muss vor Gebrauch gut geschüttelt werden.

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren

Die empfohlene Anfangsdosis von Taloxa beträgt 600 mg bis 1200 mg pro Tag, aufgeteilt in 2 bis 3

Einzelgaben. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Antiepileptika z.B. Carbamazepin, Phenytoin,

Phenobarbital und/oder Valproinsäure, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Dosis dieser Arzneimittel

zu Beginn der Behandlung mit Taloxa reduzieren. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann die Dosierung von

Taloxa in Abständen von ungefähr einer Woche erhöhen, bis eine optimale Wirkung erzielt ist. Die

Maximaldosis von täglich 3600 mg, verabreicht in 3 bis 4 Einzelgaben, darf nicht überschritten

werden.

Kinder von 4 bis 14 Jahren

Die empfohlene Anfangsdosierung beträgt 7,5 bis 15 mg/kg Körpergewicht/Tag, aufgeteilt in 2 bis 3

Einzelgaben. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Antiepileptika z.B. Carbamazepin, Phenytoin,

Phenobarbital und/oder Valproinsäure, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Dosis dieser Arzneimittel

zu Beginn der Behandlung mit Taloxa reduzieren. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann die Dosierung von

Taloxa in Abständen von ungefähr einer Woche erhöhen, bis eine optimale Wirkung erzielt ist. Die

Maximaldosis von täglich 45 mg/kg Körpergewicht bzw. insgesamt 3600 mg, verabreicht in 3 bis 4

Einzelgaben, darf nicht überschritten werden.

Taloxa darf wegen des erhöhten Risikos eines Epilepsie-Anfalles nicht abrupt abgesetzt werden. Aus

diesem Grund sollten Sie immer eine Packung vorrätig haben. Die Therapie darf nur auf ärztliche

Anweisung und unter ärztlicher Überwachung abgebrochen werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Medikament

wirke zu schwach oder zu stark, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin bzw. Ihrem

Apotheker oder Apothekerin.

Wie verwenden Sie die Dosierspritze für Taloxa Suspension

Benutzen Sie die orale Dosierspritze, die sich in der Packung befindet, um die Dosis von Taloxa

Suspension (für Sie oder Ihr Kind) zu verabreichen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen bzw. Ihrem

Kind und Ihrem Apotheker bzw. Apothekerin die Dosis in Millilitern (ml) mitteilen und auch, wie

viele Dosen Sie oder Ihr Kind jeden Tag einnehmen sollen.

Abmessen

1. Suspension gut schütteln. Abmessen:

Die Dosis wird mit der beiliegenden 5,0 ml oralen Dosierspritze abgemessen. Die orale

Plastikdosierspritze besteht aus zwei Teilen, dem opaken Spritzenkörper und dem

weissen Kolben, der in den Spritzenkörper passt.

Die Spritze ist mit 0,1 ml Markierungen gekennzeichnet, die bei 0,5 ml beginnen (am

oberen Teil der Spritze) und bei 5 ml aufhören.

A. Führen Sie die zusammengesetzte Dosierspritze in die Flasche mit der Taloxa

Suspension ein.

B. Während Sie die Spitze in der Flüssigkeit halten, ziehen Sie den Kolben heraus. Sie

können erkennen, wie die Zahlen am Kolben ansteigen, während sich die Spritze mit

Flüssigkeit füllt.

C. Ziehen Sie den Kolben solange heraus, bis die korrekte Anzahl ml für Ihre

Dosierung (oder die Ihres Kindes) erreicht ist.

D. Nehmen Sie die orale Dosierspritze aus der Flasche und überprüfen Sie, ob sich die

korrekte Dosis in der Spritze befindet. Falls sich eine zu kleine oder zu grosse Menge

in der Spritze befindet versuchen sie es erneut, bis Sie die korrekte Menge erreicht

haben.

Verabreichung

:Geben Sie die korrekt abgemessene Dosis auf einen Löffel. Führen Sie den Löffel in den Mund

resp. in den Mund Ihres Kindes, um die Dosis zu schlucken.

2. Spülen:

Nehmen Sie nach jedem Gebrauch die Spritze auseinander und spülen Sie diese mit

Wasser ab.

Welche Nebenwirkungen kann Taloxa haben?

Schädigung des Blutes oder der Leber

Die Einnahme von Taloxa stand im Zusammenhang mit seltenen Fällen von schweren,

möglicherweise lebensbedrohlichen Blutbild- und Leberfunktionsstörungen. Beim Auftreten

folgender Symptome konsultieren Sie bitte sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, da diese

Nebenwirkungen lebensbedrohlich sein können: Gelbfärbung der Haut, Fieber, Halsschmerzen,

Hautausschläge, Geschwülste im Mund oder geschwollene Drüsen (diese Nebenwirkungen können

auch erst Wochen oder Monate nach Behandlungsbeginn auftreten).

Es kann, besonders zu Beginn der Behandlung, zu Nebenwirkungen kommen, die jedoch nach

einigen Behandlungstagen häufig ganz oder teilweise verschwinden.

Bei der Einnahme von Taloxa kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

Häufig:

Störung der Bewegungskoordination, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Sehstörungen wie

Doppeltsehen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Dyspepsie (Verdauungsstörung),

Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Durchfall, Müdigkeit, Schlaflosigkeit.

Gelegentlich:

abnormal niedriger Phosphatspiegel im Blut.

Selten:

Blutbildstörungen, Benommenheit, Sprechstörungen, Überempfindlichkeitsreaktionen inklusive

schwerer allergischer Reaktionen (Stevens-Johnson Syndrom), Hautausschlag, unsicherer Gang,

Depression, Angstgefühle.

Sehr selten:

Verstopfung, Darmverschluss, Kristallbildung im Urin, Leberschädigung, Lupus erythematodes

(Autoimmunerkrankung)

Da es in sehr seltenen Fällen zu Kristallbildung im Urin kommen kann, sollten Sie auf eine

ausgiebige Flüssigkeitsaufnahme achten (siehe auch den Abschnitt: «Was sollte dazu beachtet

werden?»).

Was ist ferner zu beachten?

Bewahren Sie das Arzneimittel ausserhalb der Reichweite von Kindern, bei Raumtemperatur (15-

25 °C) auf. Suspension vor Gebrauch gut schütteln!

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Nach dem Anbruch der Flasche ist die Suspension 5 Monate haltbar.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bzw. Ihr Apotheker oder Ihre Apothekerin.

Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Taloxa enthalten?

1 Tablette enthält als Wirkstoff 600 mg Felbamat, als Hilfsstoff unter anderem Laktose.

5 ml Suspension enthalten als Wirkstoff 600 mg Felbamat, als Hilfsstoffe: Saccharin, den

Aromastoff Vanillin, die Konservierungsmittel E 218 (Methylparaben), E 216 (Propylparaben) und E

211 (Natriumbenzoat) und weitere Hilfsstoffe.

Eine CE-gekennzeichnete 5,0 ml Spritze zur oralen Verabreichung ist in jeder Packung enthalten.

Zulassungsnummer

52678, 52679 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Taloxa? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, das nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Erhältlich sind:

Packungen zu 100 Tabletten à 600 mg.

Flaschen zu 230 ml Suspension (600 mg/5 ml).

Zulassungsinhaberin

MSD MERCK SHARP & DOHME AG, Luzern.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2016 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

S-CCDS-MK2152-ALL-122015/MK2152-CHE-2016-012162

Fachinformation

Taloxa®

MSD Merck Sharp & Dohme AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Felbamat.

Hilfsstoffe Tabletten: Laktose und weitere Hilfsstoffe.

Hilfsstoffe Suspension: Saccharin, Aromastoffe: Vanillin und weitere Stoffe; Konservierungsmittel:

Methyl-4-hydroxybenzoat (E 218), Propyl-4-hydroxybenzoat (E 216), Natriumbenzoat (E 211).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 600 mg Felbamat.

Suspension: 600 mg Felbamat pro 5 ml.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Taloxa soll nicht als Antiepileptikum der ersten Wahl eingesetzt werden.

Taloxa ist erst nach sorgfältiger Nutzen/Risiko-Abwägung unter spezieller Berücksichtigung

hämatologischer Dyskrasien, im speziellen aplastische Anämie, und schwerwiegender Lebertoxizität,

in der unten aufgeführten Indikation zu verschreiben.

Das potentielle Risiko, welches mit der Einnahme von Taloxa verbunden ist, muss gegen die

Risiken, welche durch das Fehlen einer alternativen medikamentösen Behandlung entstehen,

abgewogen werden.

Zur adjuvanten Behandlung des Lennox-Gastaut-Syndroms bei Erwachsenen und Kindern ab 4

Jahren, welche auf andere zur Verfügung stehende Antiepileptika nicht ansprechen.

Eine sorgfältige Wirksamkeitsanalyse soll nach 2 bis 3 Monaten vorgenommen werden. Nur

Patienten, bei welchen in dieser Zeitspanne eine sichtliche und klinisch relevante Besserung der

Symptome (z.B. deutliche Reduktion der Anfallshäufigkeit oder des Schweregrades der einzelnen

Anfälle) aufgetreten ist, sollen mit der Epilepsiebehandlung mit Taloxa fortfahren. Hämatologische

und hepatologische Kontrollen sollen vor und alle 2 Wochen während der Therapie durchgeführt

werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Taloxa soll nur in einem spezialisierten Epilepsie-Zentrum verwendet werden.

Vor der Behandlung mit Taloxa sollen die Patienten bzw. ihre Eltern oder Vormunde darüber

aufgeklärt werden, dass unter der Therapie mit Taloxa eine aplastische Anämie oder Lebertoxizität,

beides lebensbedrohliche Nebenwirkungen, auftreten können (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Dosierung/Anwendung

Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren

Anwendung in Kombination mit anderen Antiepileptika

Wird Taloxa kombiniert mit Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital oder Valproat verabreicht,

können die charakteristischen Nebenwirkungen dieser Stoffe verstärkt auftreten (siehe

«Interaktionen»).

Die empfohlene Anfangsdosierung von Taloxa beträgt 600 mg bis 1200 mg pro Tag, aufgeteilt in 2

bis 3 Einzelgaben. Bei Behandlungsbeginn soll die Dosis von gleichzeitig verabreichtem

Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und/oder Valproat um 20-30% reduziert werden. Die

Dosierung von Taloxa kann in Abständen von ungefähr einer Woche um 600 mg/Tag bis 1200

mg/Tag auf maximal 3600 mg/Tag erhöht werden, wobei die Tagesdosis in 3 bis 4 Einzelgaben

verabreicht werden soll. Bei einer Dosiserhöhung von Taloxa muss jeweils eine Dosisanpassung der

anderen Antiepileptika wie Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und Valproat in Betracht

gezogen werden. Die Interaktionen sind dosisabhängig und variieren von Patient zu Patient. Deshalb

sollen alle Dosisanpassungen nicht nur basierend auf den «steady-state» Plasmakonzentrationen,

sondern auch auf klinischen Beobachtungen erfolgen.

Kinder von 4 bis 14 Jahre

Anwendung in Kombination mit anderen Antiepileptika

Wird Taloxa kombiniert mit Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital oder Valproat verabreicht,

können die charakteristischen Nebenwirkungen dieser Stoffe verstärkt auftreten (siehe

«Interaktionen»).

Die empfohlene Anfangsdosierung beträgt 7,5 bis 15 mg/kg Körpergewicht/Tag, aufgeteilt in 2 bis 3

Einzelgaben. Bei Behandlungsbeginn soll die Dosis von gleichzeitig verabreichtem Carbamazepin,

Phenytoin, Phenobarbital und/oder Valproat um 20-30% reduziert werden. In Abständen von

mindestens einer Woche kann die Dosierung von Taloxa um 7,5 bis 15 mg/kg Körpergewicht auf

maximal 45 mg/kg Körpergewicht/Tag (nicht mehr als 3600 mg täglich) erhöht werden, wobei die

Tagesdosis in 3 bis 4 Einzelgaben verabreicht werden soll.

Im Zusammenhang mit einer Dosiserhöhung von Taloxa muss jeweils eine Dosisanpassung der

anderen Antiepileptika wie Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und Valproat in Betracht

gezogen werden. Die Interaktionen sind dosisabhängig und variieren von Patient zu Patient. Deshalb

sollen alle Dosisanpassungen nicht nur basierend auf den «steady-state» Plasmakonzentrationen,

sondern auch auf klinischen Beobachtungen erfolgen.

Taloxa orale Suspension sollte in Millilitern verschrieben werden (siehe untenstehende

Umrechnungstabelle, welche die Milligramm Dosis in Millilitern angibt). Die Dosierungen, die in

der untenstehenden Tabelle angegeben werden sind nur anwendbar für Patienten ab 4 Jahren. Die

Tagesdosen sollten in geteilten Dosen über den Tag verteilt verabreicht werden.

Tabelle 1: Gesamte Tagesdosis in Millilitern für verschiedene Dosierungsschemata und

Körpergewichte von Kindern. Die Tagesdosis sollte aufgeteilt in zwei, drei oder vier Dosen während

des Tages verabreicht werden (siehe obenstehender Abschnitt).

Tabelle 1

Gesamte Tagesdosis in ml, die über den Tag verteilt verabreicht

werden soll

Körpergewicht

in kg

7,5 mg/kg 15 mg/kg 22,5 mg/kg 30 mg/kg 37,5 mg/kg 45 mg/kg

10,5

11,3

10,0

12,0

10,6

12,8

11,3

13,5

11,9

14,3

10,0

12,5

15,0

Pädiatrie: Die Sicherheit und Wirksamkeit von Taloxa bei Kindern unter 4 Jahren wurde nicht

nachgewiesen.

Geriatrie: Aufgrund der vorhandenen klinischen Informationen über Taloxa bei Patienten über 65

Jahren sind bei dieser Patientengruppe keine Einschränkungen notwendig. Generell sollte bei der

Dosisanpassung bei älteren Patienten besonders vorsichtig vorgegangen werden.

Niereninsuffizienz: Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <50 ml/min sollte die Initialdosis

halbiert werden und die nachfolgende Dosiseinstellung mit Vorsicht erfolgen.

Leberinsuffizienz: siehe «Kontraindikationen».

Kontraindikationen

Taloxa ist kontraindiziert bei Patienten mit:

·anamnestisch bekannten Blutdyskrasien oder Leberfunktionsstörungen;

·bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Felbamat oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Patienten bzw. ihre Eltern oder Vormunde sollen darüber informiert werden, dass im

Zusammenhang mit der Einnahme von Taloxa aplastische Anämie und Lebertoxizität, beides

lebensbedrohliche Nebenwirkungen, auftreten können.

Hämatologische Störungen

Eine Reihe schwerwiegender Nebenwirkungen, einschliesslich Thrombozytopenie, Leukopenie,

Panzytopenie, Anämie und aplastische Anämie, wurden im Zusammenhang mit der Einnahme von

Taloxa gemeldet.

Im Zusammenhang mit der Einnahme von Taloxa wurde mit einer Häufigkeit von 1 Fall auf 4000

behandelte Patienten eine aplastische Anämie beobachtet, welche in rund 30% der Fälle tödlich

verlief.

Demzufolge sollte Taloxa lediglich bei Patienten eingesetzt werden, die an Epilepsien im Rahmen

des Lennox-Gastaut-Syndroms leiden und deren Anfälle mit anderen Antiepileptika nicht

zufriedenstellend kontrolliert werden können.

Die Fälle von aplastischer Anämie wurden jeweils 2 bis 12 Monate nach Therapiebeginn mit Taloxa

festgestellt. Die Schädigung der Knochenmarkzellen, welche letztlich für die Aplasie verantwortlich

ist, kann jedoch bereits Wochen oder Monate vor dem Auftreten von klinischen Zeichen erfolgen.

Demzufolge bleibt das Risiko, an aplastischer Anämie zu erkranken, auch für Patienten, welche das

Arzneimittel abgesetzt haben, während mehreren Monaten bestehen.

Es ist nicht bekannt, ob das Risiko, eine aplastische Anämie zu entwickeln, von der Expositionsdauer

abhängig ist. Folglich kann nicht vorausgesetzt werden, dass für einen Patienten, der über lange Zeit

ohne Anzeichen hämatologischer Störungen mit Taloxa behandelt wurde, tatsächlich kein Risiko

besteht.

Vor Behandlungsbeginn mit Taloxa sollte eine Kontrolle der hämatologischen Parameter

durchgeführt werden, die alle 2 Wochen wiederholt werden soll.

Bei Auftreten einer Neutropenie (Neutrophile <1500/mm³) und/oder einer Thrombozytopenie

(Thrombozyten <150000/mm³) muss Taloxa abgesetzt werden und der Patient

differentialdiagnostisch (aplastische Anämie) untersucht werden (siehe «Absetzen von Taloxa»).

Der Patient ist sorgfältig auf klinische Symptome wie Ekchymose, Petechien, Blutungen oder

Zeichen von Infektionen und/oder Anämie (Müdigkeit, Schwäche etc.) zu untersuchen. Werden

solche Anzeichen beobachtet, muss sofort eine Blutbildanalyse durchgeführt werden.

Lebertoxizität

Nach Markteinführung von Taloxa in den USA wurden zum Teil auch schwere Fälle von

Lebertoxizität (Häufigkeit insgesamt 1:2200) beobachtet. Meist trat die Leberschädigung dabei

sekundär auf, d.h. als Folge eines indirekten unerwünschten Ereignisses, wie

Überempfindlichkeitsreaktion, Multiorganversagen nach Status Epilepticus. Seltener handelte es sich

um eine schwere direkte Leberschädigung. Die Häufigkeit einer direkten Leberschädigung mit

Todesfolge wird auf 1 Fall auf 24000 bis 34000 behandelte Patienten geschätzt. Selten äussert sich

die Lebertoxizität auch in erhöhten Leberenzymwerten, ohne dass klinische Zeichen einer

Leberschädigung beobachtet wurden.

Vor Behandlungsbeginn mit Taloxa sollte ein Leberfunktionstest (Bestimmung von ALT (SGPT),

AST (SGOT) und Bilirubin durchgeführt werden. Patienten, welche abnorme Leberfunktionswerte

aufweisen, dürfen nicht mit Taloxa behandelt werden.

Während der Therapie mit Taloxa sollte der Leberfunktionstest alle 2 Wochen wiederholt werden.

Bei Patienten, welche abnorme Leberwerte entwickeln, muss Taloxa abgesetzt werden (siehe

«Absetzen von Taloxa»).

Patienten, bei welchen klinische Auffälligkeiten und Symptome wie Gelbsucht, Anorexie, Nausea,

Erbrechen und abdominale Schmerzen auftreten, sollten sofort einem Leberfunktionstest unterzogen

werden.

In sehr seltenen Fällen wurde über Kristallurie berichtet. Daher müssen Patienten während der

Behandlung mit Taloxa ausreichend hydriert werden, um die Wahrscheinlichkeit des Auftretens

einer Kristallurie zu senken.

Suizidale Gedanken und suizidales Verhalten

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in

verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter, placebo-

kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von

Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser

Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schliessen die Möglichkeit eines

erhöhten Risikos bei der Einnahme von Felbamat nicht aus.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden, medizinische Hilfe einzuholen, wenn

Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Bei Patienten, welche mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf andere Carbamate reagieren, ist

Vorsicht geboten.

Im Zusammenhang mit Taloxa wurde über schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, einschliesslich

anaphylaktischer Schock, Stevens-Johnson-Syndrom, aufbrechende Blasen und Nekrose der

Epidermis berichtet. Diese Reaktionen traten typischerweise 2 bis 3 Wochen nach Therapiebeginn

auf. Die Symptome äusserten sich unter anderem als Rötung, Fieber, Anschwellung der

Schleimhäute und Anaphylaxie, Leukopenie, Thrombozytopenie, erhöhte Leberwerte, Arthralgie,

Myalgie und Pharyngitis. Im Falle einer Überempfindlichkeit gegenüber Taloxa sollte das

Arzneimittel abgesetzt werden und eine entsprechende symptomatische Therapie eingeleitet werden.

Gastrointestinale Störungen

Aufgrund der obstipierenden Wirkung von Felbamat ist Vorsicht bei der Anwendung von Taloxa bei

Patienten mit vorbestehenden Darmerkrankungen geboten.

Absetzen von Taloxa

Antiepileptika, einschliesslich Taloxa, sollten wegen eines erhöhten Epilepsieanfall-Risikos nicht

abrupt abgesetzt werden. Sollten jedoch schwerwiegende Nebenwirkungen das sofortige Absetzen

des Arzneimittels erforderlich machen, darf dieser Schritt nur unter strenger ärztlicher Überwachung

erfolgen. Patienten, welche die Behandlung mit Taloxa wegen schwerer Nebenwirkungen

unterbrechen mussten, sollten die Therapie nicht wieder aufnehmen.

Interaktionen

Felbamat wird durch die Isoenzyme CYP 2E1 und CYP 3A4 zu 2-Hydroxy-Felbamat und

Parahydroxy-Felbamat metabolisiert. Felbamat induziert das Isoenzym CYP 3A4 und inhibiert das

Isoenzym CYP 2C19.

Daher kann die Möglichkeit einer Interaktion zwischen Arzneimitteln, welche durch diese

hepatischen Enzymsysteme metabolisiert werden, und Taloxa nicht ausgeschlossen werden.

Felbamat beeinflusst die Plasma-Konzentrationen von Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital,

Valproat und deren Metaboliten. Um die Wahrscheinlichkeit möglicher unerwünschter

Nebenwirkungen aufgrund von Interaktionen mit Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und

Valproinsäure zu reduzieren, sollte die Dosierung dieser Substanzen entsprechend klinischer

Beobachtungen und dem «steady-state» Plasmaspiegel angepasst werden (vgl.

«Dosierung/Anwendung»).

Auswirkungen von Taloxa auf andere Antiepileptika

Carbamazepin: Felbamat bewirkt eine Abnahme der «steady-state» Plasmakonzentration von

Carbamazepin um rund 25%, während der Carbamazepin-Epoxid-Spiegel um ungefähr 50%

zunimmt.

Phenytoin: Die Phenytoin Clearance wird durch Felbamat dosisabhängig beeinflusst. Der Phenytoin-

Plasmaspiegel kann unter Taloxa um 20-60% ansteigen.

Phenobarbital: Felbamat in einer Dosierung von 1200 mg 2mal täglich erhöht den AUC-Wert für

Phenobarbital um ungefähr 25%.

Valproat: Die «steady-state» Plasmakonzentration von Valproat wird unter Taloxa (600 mg bis 1200

mg 2mal täglich verabreicht) dosisabhängig und linear erhöht. Bei einer tieferen Taloxa-Dosierung

nahmen die mittlere AUC und die minimale Plasmakonzentration von Valproat um 28% resp. 18%

zu; diese Werte stiegen proportional zu den höheren Felbamat-Dosierungen an.

Clonazepam, Oxcarbazepin, Vigabatrin und Lamotrigin: Obwohl es unter Taloxa in Dosen von 1200

mg 2mal täglich verabreicht, zu statistisch signifikanten Veränderungen in der Pharmakokinetik von

Clonazepam, Oxcarbazepin und Vigabatrin kam, waren diese Veränderungen minimal und dürften

daher klinisch nicht relevant sein. Da pharmakodynamische Interaktionen von Taloxa mit einem

dieser Wirkstoffe nicht ausgeschlossen werden können, sollten Dosierungsanpassungen immer

aufgrund der Wirksamkeit und Verträglichkeit geschehen.

Auswirkungen von anderen Antiepileptika auf Taloxa

Carbamazepin/Phenytoin/Phenobarbital: Wird Carbamazepin oder Phenytoin zusammen mit Taloxa

verabreicht, kann die «steady-state» Plasmakonzentration von Taloxa um bis zu 20% abnehmen.

Gemeinsame Verabreichung von Taloxa und Phenobarbital erniedrigen den Felbamat steady-state

Talspiegel um ungefähr 35%.

Valproat: Valproat scheint minimale Auswirkungen auf die Clearance von Felbamat zu haben;

allerdings können die minimalen Spiegel ungefähr 50% höher liegen als bei einer Monotherapie mit

Taloxa.

Effekt der Nahrungsaufnahme

Die Resorption von Felbamat wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst.

Interaktionen zwischen Taloxa und Nicht-Antiepileptika

Orale Kontrazeptiva: Bei Frauen, die nebst Taloxa ein orales, niedrig dosiertes

Kombinationskontrazeptivum einnahmen, wurden um 42% reduzierte Gestoden AUC und um 13%

reduzierte Ethinylestradiol AUC gemessen. Dieser pharmakokinetische Effekt des Felbamats kann

die Wirksamkeit von niedrig dosierten, oralen Kombinationskontrazeptiva beeinträchtigen.

Patientinnen im gebärfähigen Alter sollen über mögliche zusätzliche Verhütungsmethoden aufgeklärt

werden.

Obwohl entsprechende Studien nicht vorliegen, ist zu erwarten, dass Taloxa aufgrund der

nachgewiesenen Induktion auch zu einer Wirkungsverminderung zahlreicher weiterer Substanzen

führen kann, die durch CYP 3A4 abgebaut werden. Besondere Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger

Gabe folgender Wirkstoffe:

Der Immunsuppressiva Ciclosporin, Tacrolimus.

Antiretroviraler Substanzen (namentlich des Proteasehemmers Indinavir, u.U. auch Saquinavir,

Ritonavir, Nelfinavir sowie Efavirenz und Nevirapin).

Auch die Wirkung oraler Antikoagulantien vom Cumarintyp kann evtl. beeinflusst werden.

Besonders zu Beginn und nach Absetzen von Taloxa sind deshalb bei gleichzeitiger Gabe von

Ciclosporin oder Tacrolimus deren Spiegel häufig zu kontrollieren, bei gleichzeitiger oraler

Antikoagulation der Quickwert.

Antacida: Die Resorption von Felbamat wird durch die gleichzeitige Gabe eines Antacidums, das

200 mg Magnesiumhydroxid, 200 mg Aluminiumhydroxid und 25 mg Simethicon enthält, nicht

beeinflusst.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren (Ratten und Kaninchen) haben keine Risiken für die Föten gezeigt,

aber es existieren keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen. In jungen Ratten wurde ein

plazentärer Transfer von Felbamat festgestellt. Da tierische Fortpflanzungsstudien nicht immer der

menschlichen Situation entsprechen, und die Möglichkeit einer fötalen Knochenmarkdepression

besteht, soll Taloxa während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden. Unvorhersehbare

Interaktionen mit anderen Arzneimitteln können unerwünschte Effekte auf den Fötus zur Folge

haben.

Klinische Studien mit stillenden Müttern wurden nicht durchgeführt. In einem einzelnen Fall konnte

Felbamat in der Muttermilch nachgewiesen werden. Da die Gefahr einer Knochenmarksdepression

beim gestillten Säugling besteht, soll Taloxa stillenden Müttern nicht verabreicht werden oder

entsprechend abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Auswirkungen von Taloxa auf die Fähigkeit, am Strassenverkehr teilzunehmen oder Maschinen

zu bedienen, wurden nicht untersucht. Patienten können allerdings unter Schwindel und Schläfrigkeit

leiden und sollen deshalb beim Führen von Fahrzeugen und/oder Bedienen von Maschinen

angemessene Vorsicht walten lassen.

Unerwünschte Wirkungen

Die Verabreichung von Taloxa ist mit einem gehäuften Auftreten von Blutbildstörungen,

einschliesslich aplastischer Anämie verbunden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Einige dieser Blutbildveränderungen traten als Teil einer akuten Überempfindlichkeitsreaktion auf.

Die Verabreichung von Taloxa geht ebenso mit einer Zunahme der Hepatotoxizität einher (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Deshalb sollten Blutbildkontrollen und Leberfunktionstests vor Beginn der Therapie mit Taloxa und

jede zweite Woche während der Therapie durchgeführt werden. Bei Patienten, die ausserhalb der

Norm liegende Blutbilder oder Leberfunktionswerte aufweisen, sollte die Therapie mit Taloxa

abgesetzt werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Unerwünschte Wirkungen die mit der Felbamat Behandlung in Verbindung gebracht wurden:

sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100); selten (≥1/10'000

bis <1/1000); sehr selten (<1/10'000).

Störungen des Blut- und Lymphsystems:

Selten: Aplastische Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie oder Kombinationen davon,

Panzytopenie.

Störungen des Nervensystems:

Häufig: Ataxie, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen.

Selten: Benommenheit, Sprechfunktionsstörungen.

Augenleiden:

Häufig: Doppeltsehen, Sehstörungen.

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs:

Häufig: Schwindel.

Gastrointestinale Störungen:

Häufig: Übelkeit; Erbrechen, Abdominalschmerzen, Diarrhoe, Dyspepsie.

Sehr selten: Obstipation, Ileus.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitende Harnwege:

Sehr selten: Kristallurie.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Stevens-Johnson-Syndrom, Hautausschlag.

Muskelskelettsystem:

Sehr selten: Lupus erythematosus-ähnliche Syndrome.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Häufig: Gewichtsverlust, Anorexie.

Gelegentlich: Hypophosphatämie.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle:

Häufig: Müdigkeit.

Selten: unsicherer Gang.

Funktionsstörungen der Leber und Galle:

Sehr selten: Hepatotoxizität.

Psychiatrische Störungen:

Häufig: Schlaflosigkeit.

Selten: Depression, Angstgefühle.

Das Nebenwirkungsprofil bei Kindern unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von demjenigen der

Erwachsenen. Zusätzlich wurden bei Kindern häufig Infektionen des oberen Respirationstraktes

beobachtet; ein Zusammenhang mit der Taloxa-Behandlung ist jedoch nicht sicher.

Nebenwirkungen, die unter einer Kombinationstherapie mit Taloxa auftreten, können auch Ausdruck

von Arzneimittelinteraktionen sein. Sie lassen sich unter Umständen durch Dosisanpassungen

reduzieren (siehe «Interaktionen» und «Dosierung/Anwendung»).

Überdosierung

In klinischen Studien zeigten Patienten, welche unbeabsichtigterweise Taloxa als Kombinations-

oder Monotherapie in Dosen von 4000 mg bis 12000 mg/Tag erhielten, milde bis mässig schwere

Nebenwirkungen. Diese äusserten sich vor allem als Schwindel, Verstopfung, Purpura,

Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust, Fieber, Mittelohrentzündung, Schlaflosigkeit

und milde Tachykardie (100 Schläge/min).

Überdosen von bis zu 40000 mg Felbamat zeigten in der Mehrheit der Fälle keine Spätfolgen. Die

berichteten Nebenwirkungen waren Ataxie, Nystagmus, Doppeltsehen, Erregtheit, Kristallurie oder

Koma. Bis heute wurde 1 Todesfall im Zusammenhang mit einer Überdosierung gemeldet, wobei der

Patient an einer Überdosierung verschiedener Arzneimittel (Taloxa, Alkohol, Theophyllin und

Clozapin) verstarb.

Im Falle einer Überdosierung müssen allgemeine lebensrettende Massnahmen eingeleitet werden. Es

ist nicht bekannt, ob Felbamat dialysierbar ist.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N03AX10

Wirkungsmechanismus

Felbamat ist ein chemisch und pharmakologisch neuartiger antiepileptischer Wirkstoff. Es handelt

sich um ein Dicarbamat, das sich in der Struktur von anderen Antiepileptika unterscheidet. Der

genaue Wirkmechanismus ist zurzeit noch unbekannt.

In vitro-Studien zeigten, dass Felbamat eine geringe oder keine hemmende Wirkung auf die GABA-

bzw. Benzodiazepin-Rezeptoren hat. Zudem besitzt Felbamat keine zentralstimulierende Wirkung.

Die neurotoxischen Effekte von NMDA (N-Methyl-D-aspartat), Kainat oder Quisqualat werden von

Felbamat in vitro nicht antagonisiert; es kann deshalb angenommen werden, dass Felbamat kein

NMDA-Antagonist ist.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung von 14C-Felbamat an Probanden wurden ungefähr 90% der Dosis im

Urin und weniger als 5% in den Fäces gefunden. Felbamat wird demzufolge gut resorbiert. Nach

Verabreichung einer Einzeldosis oder nach mehreren Gaben wurden maximale

Plasmakonzentrationen innerhalb von 2-6 Stunden (Tmax) erreicht, sowohl bei gesunden Probanden

als auch bei Epilepsiekranken. Felbamat zeigt bei täglichen Dosen von bis zu 1200 mg eine lineare

Kinetik, wobei AUC (85-310 µg×h/ml) und Cmax (10-137 µg/ml) proportional zur Dosis ansteigen.

Höhere Dosen wurden gesunden Probanden nicht verabreicht.

Distribution

Bei kontrollierten klinischen Studien lagen die durchschnittlichen wirksamen Plasmakonzentrationen

zwischen 32 µg/ml und 82 µg/ml. In einer Studie bei Patienten mit Lennox-Gastaut-Syndrom zeigte

bereits eine Plasmakonzentration von 18 µg/ml sichtbare Effekte bei atonischen Anfällen. Bei

einigen Patienten wurden unter der empfohlenen Dosierung Plasmakonzentrationen bis zu 137 µg/ml

gemessen, die jedoch gut vertragen wurden.

Felbamat ist zu 22%-25% reversibel an Plasmaproteine gebunden, hauptsächlich an Albumin.

Felbamat und seine Metaboliten können die Blut-Hirn-Schranke passieren.

Metabolismus

Vergleiche der AUC's mit radioaktiv markiertem Felbamat zeigten, dass mehr als 85% in

unveränderter Form im Plasma vorliegt.

Zusätzlich zum unveränderten Felbamat wurden im Urin folgende Metaboliten identifiziert: p-

Hydroxy-Felbamat, 2-Hydroxy-Felbamat, welche durch die Isoenzyme CYP 2E1 und CYP 3A4

gebildet werden, Monocarbamat-Derivate von Felbamat sowie polare Metaboliten und Felbamat-

Konjugate.

Elimination

Die Eliminationshalbwertzeit beträgt 15 bis 23 Stunden.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Patienten mit Niereninsuffizienz: In einer pharmakokinetischen Studie mit Verabreichung einer

Einzeldosis wurden entsprechend dem Grad der Niereninsuffizienz die Clearance und die

Ausscheidung von Felbamat verringert und die Halbwertszeit erhöht. Bei Patienten mit einer

Kreatinin-Clearance <50 ml/min war die Exposition gegenüber Felbamat (ausgedrückt als AUC)

verglichen mit Kontrollprobanden um ca. 100% erhöht (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Präklinische Daten

Mutagenität und Kanzerogenität

Reproduktionsstudien in Ratten und Kaninchen zeigten, dass Felbamat keine Reproduktionstoxizität

aufweist, nicht teratogen ist und keinen Effekt auf Geburt und Milchbildung hat.

Es gab keine Anzeichen für Mutagenität durch Felbamat in einer Serie von regulatorischen

Mutagenesetests. Studien zur Bestimmung des Kanzerogenpotentials wurden mit Mäusen und Ratten

durchgeführt. Die Maximaldosierungen in diesen Studien ergaben einen Steady-State Plasmaspiegel,

der mehr oder weniger der Konzentration entspricht, die ein epileptischer Patient erreicht, der 3600

mg/Tag erhält. Es gab einen Anstieg von Leberzelladenomen bei den männlichen und weiblichen

Mäusen, ebenso wie bei den weiblichen Ratten mit den höheren Dosierungen. Leberhypertrophie

war, dosisabhängig prinzipiell bei den männlichen Mäusen ebenfalls erhöht, aber auch bei den

weiblichen. Bei weiblichen Ratten wurde keine Leberhypertrophie gefunden. Der Zusammenhang

zwischen dem Auftreten von gutartigen hepatozellulären Adenomen und dem Auftreten von

Leberhypertrophie, das durch Induktion der Leberenzyme entstanden ist, wurde nicht untersucht. Bei

den männlichen Ratten, die höhere Dosen erhielten, war eine Zunahme von gutartigen interstitiellen

Zelltumoren in den Hoden festzustellen. Die Relevanz dieser Studienergebnisse für den Menschen ist

unbekannt.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Nicht bekannt.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Taloxa Suspension: Nach dem ersten Öffnen der Flasche 5 Monate haltbar

Lagerungshinweis

Das Arzneimittel gut verschlossen bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufbewahren.

Suspension vor Gebrauch gut schütteln.

Dosierspritze für Taloxa Suspension

Eine CE-markierte 5,0 ml Dosierspritze für die orale Applikation mit einer 0,1 ml Graduierung wird

mit der Taloxa Suspension bereitgestellt. Die 0,1 ml Linie entspricht einer Dosierung von 12 mg; 0,5

ml entsprechen 60 mg und 5,0 ml entsprechen 600 mg Felbamat.

Zulassungsnummer

52678, 52679 (Swissmedic).

Packungen

Tabletten: Packung mit 100 Tabletten zu 600 mg (A)

Suspension: 230 ml (A)

Zulassungsinhaberin

MSD Merck Sharp & Dohme AG, Luzern

Stand der Information

Juli 2016.

S-CCDS-MK2152-ALL-122015/MK2152-CHE-2016-012162-rev

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