Synrelina Nasenspray

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
nafarelinum
Verfügbar ab:
Pfizer AG
ATC-Code:
H01CA02
INN (Internationale Bezeichnung):
nafarelinum
Darreichungsform:
Nasenspray
Zusammensetzung:
nafarelinum 0,2 mg pro dosi zu nafarelini acetas, sorbitolum, conserv.: benzalkonii chloridum, excipiens ad-Lösung für dosi, die Dosen für das Schiff 60.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Biotechnologika
Therapiebereich:
Endometriose
Zulassungsnummer:
51442
Berechtigungsdatum:
1992-02-20

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Transferiert von Pfizer AG

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

Ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Synrelina®

Was ist Synrelina und wann wird es angewendet?

Synrelina entspricht fast vollständig dem körpereigenen Hormon (GnRH), das übergeordnet die

zyklischen Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) steuern hilft.

Synrelina ist ein Arzneimittel zur Behandlung der Endometriose.

Von einer Endometriose spricht man, wenn das Endometriumgewebe auch ausserhalb der

Gebärmutterhöhle wächst. Endometriose-Herde liegen häufig in der Umgebung der Gebärmutter, der

Eierstöcke, des Darms oder anderer Unterbauchorgane. Je nach Sitz der Endometriose-Herde kommt

es zu verschiedenen Beschwerden wie krampfartige Schmerzen während der Monatsblutung,

Schmerzen beim Intimverkehr, Rückenschmerzen, Schmerzen beim Stuhlgang, Übelkeit und auch

Unfruchtbarkeit.

Bei täglicher Anwendung von Synrelina während mehrerer Wochen wird die Produktion

körpereigener gonadotroper Steroide eingeschränkt. Gewebe und Funktionen, die auf die

Anwesenheit von ovariellen Hormonen angewiesen sind, werden ruhiggestellt. Bei einer Behandlung

mit Synrelina bleibt die Regelblutung aus. Dadurch werden die Endometriose-Beschwerden gelindert

oder verschwinden ganz.

Synrelina wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zur hormonalen Behandlung von

Endometriose sowie zur Schmerzlinderung und Rückbildung der Gewebsveränderung im Gefolge

dieser Krankheitsbilder angewendet.

Was sollte dazu beachtet werden?

Während einer Behandlung mit Synrelina sind Vorkehrungen zur Verhütung einer Schwangerschaft

zu treffen, wobei orale Verhütungsmittel nicht geeignet sind. Alternativen: Diaphragma

(Cervicalkappe), Kondom, Schaum, Intrauterinpessar.

Eine reguläre Menstruationsblutung sollte während einer Therapie mit Synrelina geringer werden

oder vollständig ausfallen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn die

Menstrualblutungen nach 2 Monaten Behandlung nicht nachlassen.

Wann darf Synrelina nicht angewendet werden?

Bei Überempfindlichkeit auf das Arzneimittel, auf GnRH, auf mit GnRH verwandte Substanzen und

auf Hilfsstoffe des Arzneimittels.

Bei Schwangerschaft und Stillzeit.

Bei nicht näher abgeklärten abnormen Vaginalblutungen.

Synrelina darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden.

Wann ist bei der Anwendung von Synrelina Vorsicht geboten?

Während der Anwendung von Synrelina soll eine nicht-hormonale Empfängnisverhütung verwendet

werden.

Bei Eintritt einer Schwangerschaft während der Behandlung ist Synrelina sofort abzusetzen und der

Arzt oder die Ärztin zu konsultieren.

Wenn eine normale Menstruation 8 Wochen nach Beendigung der Synrelina-Behandlung sich nicht

wieder einstellt, informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Unter der Therapie mit Synrelina wurden Ovarialzysten (mit Flüssigkeit gefüllte Blasen in den

Eierstöcken) beobachtet.

Während der Behandlung mit Synrelina kann es zu einer leichten Abnahme der Knochendichte

kommen. Der Verlust dürfte innerhalb eines Behandlungsraums von 6 Monaten ohne klinische

Bedeutung sein.

Während der Behandlung mit Synrelina kommt es üblicherweise zum Aussetzen der Regelblutung.

Die Anwendung von Synrelina kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Die Nasenschleimhaut abschwellende Arzneimittel können die Absorption von Synrelina nachteilig

beeinflussen. Falls solche Arzneimittel im Verlaufe der Synrelina-Behandlung erforderlich sind,

dürfen sie frühestens 30 Minuten nach der Synrelina-Dosis angewendet werden.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden (Externa).

Darf Synrelina während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Synrelina kann zu Schädigungen des ungeborenen Kindes führen.

Synrelina darf deshalb während der Schwangerschaft und der Stillzeit unter keinen Umständen

angewendet werden.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter muss vor der Therapie eine Schwangerschaft mit Sicherheit

ausgeschlossen und während der Therapie eine Empfängnisverhütung durchgeführt werden, wobei

orale Verhütungsmittel (Antibabypille) nicht geeignet sind. (Siehe: «Was sollte dazu beachtet

werden?»).

Wie verwenden Sie Synrelina?

Synrelina wird nach Anweisung des Arztes oder der Ärztin angewendet. Falls von Ihrem Arzt oder

Ärztin nicht anders verordnet, beträgt die übliche Dosierung: 1 Sprühstoss morgens in eines der

Nasenlöcher und 1 Sprühstoss abends in das andere Nasenloch (Total 2 Sprühstösse pro Tag).

Behandlungsbeginn: 2.-4. Tag nach Menstruationsbeginn.

Die Behandlungsdauer beträgt 6 Monate.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Bitte beachten Sie die beigelegte Gebrauchsanweisung.

Kinder und Jugendliche

Synrelina wurde ausschliesslich bei Patientinnen >18 Jahre untersucht. Bei Kindern und

Jugendlichen darf Synrelina deshalb nicht angewendet werden.

Welche Nebenwirkungen kann Synrelina haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Synrelina auftreten:

Sehr häufig: Hitzewallungen, Kopfschmerzen, emotionale Unausgeglichenheit, Abnahme der Libido,

Reizung der Nasenschleimhaut, Akne, Veränderung der Talgdrüsenabsonderung, Muskelschmerzen,

Trockenheit der Vagina, Verkleinerung der Brust, Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme), Zunahme

des Körpergewichts.

Häufig: Schlaflosigkeit, Depression, Blutdruckschwankungen, vermehrter Haarwuchs,

Vaginalblutungen, Zunahme der Libido, Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Hautausschlag,

Juckreiz, Kurzatmigkeit, Brustschmerz), Empfindungsstörungen (Parästhesien), Abnahme des

Körpergewichts.

Gelegentlich: Herzrasen, Haarausfall, Gelenkschmerzen.

Sehr selten: Migräne, Sehstörungen, Herzklopfen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Aufrecht, vor Licht geschützt und nicht über 30 °C lagern. Nicht einfrieren.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Nach dem Öffnen nicht länger als 30 Tage zu verwenden. Die Menge der Lösung in der Flasche

reicht für 60 genau dosierte Sprühstösse.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Synrelina enthalten?

Wirkstoff: Nafarelin 2 mg/ml (als Acetat).

Hilfsstoffe: Sorbitol (aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt), Konservierungsmittel:

Benzalkoniumchlorid, Essigsäure 99% und gereinigtes Wasser.

Zulassungsnummer

51442 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Synrelina? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Synrelina Nasenspray mit 60 Einzeldosen zu 200 µg pro Sprühstoss.

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im April 2012 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Hinweise zum Gebrauch

Vor der ersten Verwendung: Einleiten des Sprühvorgangs

1.Schutzkappe abnehmen und Sicherheitsklipp entfernen (Abbildung 2). Der Sicherheitsklipp und

die Schutzkappe müssen nach jeder Anwendung wieder angebracht werden.

2.Je einen Finger auf beide Seiten des Sprühkopfrings legen und das Fläschchen mit dem Daumen

am Boden halten (Abbildung 3).

3.Um die Pumpe einsatzbereit zu machen, den Sprühmechanismus bis zum Austreten eines ersten

Sprühstosses durch mehrmaliges schnelles und kräftiges Drücken betätigen (Abbildung 3). Das

Fläschchen ist nun einsatzbereit. Dieses Einleiten des Sprühvorgangs muss nur vor der ersten

Verwendung vorgenommen werden.

Versuchen Sie nie, die Pumpe auseinanderzunehmen: dies würde Ihr Fläschchen

gebrauchsuntauglich machen.

Anwendung

1.Nase sorgfältig reinigen, damit die Sprühlösung besser absorbiert werden kann (Abbildung 4).

Wenn Sie eine Erkältung (oder einen Schnupfen) haben, können Sie mit der Behandlung fortfahren:

es bestehen keine Gegenanzeigen. Wenn Ihnen Ihr Arzt hingegen ein Arzneimittel zur Abschwellung

der Nasenschleimhaut verschrieben hat, müssen Sie Synrelina mindestens 30 Minuten vor der

Anwendung dieses Arzneimittels anwenden.

2.Nehmen Sie die Schutzkappe ab und entfernen Sie den Sicherheitsklipp (Abbildung 2).

3.Nehmen Sie das Fläschchen wie oben beschrieben in die Hand (Abbildung 3).

4.Beugen Sie den Kopf leicht nach vorne. Führen Sie nun den Sprühkopf in eine Nasenöffnung ein

und achten Sie darauf, dass Sie das Fläschchen senkrecht halten (Abbildung 5).

5.Halten Sie die andere Nasenöffnung mit einem Finger zu. Atmen Sie langsam ein und drücken Sie

gleichzeitig ein einziges Mal schnell und kräftig auf den Boden des Fläschchens (Abbildung 6).

Ziehen Sie den Sprühkopf nach erfolgtem Sprühstoss aus der Nasenöffnung und legen Sie den Kopf

leicht nach hinten, damit sich die Sprühlösung im hinteren Teil der Nase gut verteilen kann.

6.Nach der Anwendung den Sicherheitsklipp wieder anbringen und die Schutzkappe wieder

aufsetzen (Abbildung 7).

7.Reinigen der Sprühspitze: Die Spitze sollte jeweils vor und nach jeder Anwendung gereinigt

werden, um Rückstände zu entfernen. Entfernen Sie die Sicherheitsklipp und die Schutzkappe.

Halten Sie die Flasche horizontal und reinigen Sie die Spitze unter warmem Wasser mit dem Finger

oder einem sauberen weichen Tuch. Trocknen Sie die Spitze mit einem sauberen weichen Tuch ab

und setzen Sie Klipp und Schutzkappe wieder auf die Flasche (Abbildung 8). Auf keinen Fall die

Pumpenspitze mit einem spitzen Gegenstand reinigen oder die Pumpe auseinander nehmen.

Verwendungsdauer des Fläschchens

Jedes Fläschchen Synrelina enthält genug Lösung für das Einleiten des Sprühvorgangs und 60

Sprühstösse (das heisst, für eine Behandlungsdauer von 30 Tagen bei einer Dosierung von je einem

Sprühstoss morgens und abends). Am Ende der 30 Tage verbleibt

ein wenig Flüssigkeit im Fläschchen. Versuchen Sie nicht, diesen Rest zu verwenden, da die

austretenden Sprühstösse zu schwach oder unterschiedlich dosiert wären, was die Wirksamkeit der

Behandlung herabsetzen würde. Wenn Ihnen Ihr Arzt 4 Sprühstösse pro Tag verschrieben hat, reicht

die im Fläschchen enthaltene Sprühlösung nur für 15 Behandlungstage.

Lassen Sie keinen Sprühstoss aus.

Die Behandlung mit Synrelina darf nicht unterbrochen werden. Wenn Sie einmal eine Dosis

vergessen haben, muss der Sprühstoss so schnell wie möglich nachgeholt werden, wobei der nächste

Sprühstoss auf jeden Fall zur gewohnten Zeit erfolgen muss. Damit Sie keine Dosis vergessen, haben

wir nachstehend einen Kalender abgebildet, in den Sie täglich jede genommene Dosis eintragen

können. Tragen Sie das Datum der ersten Verwendung des Fläschchens ein.

Kalender

Damit Sie keine Dosis vergessen, können Sie die erfolgten Sprühstösse jeweils hier eintragen:

PIL V007

Fachinformation

Transferiert von Pfizer AG

Synrelina®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff: Nafarelin (D-Nal(2)6-LH-RH).

Hilfsstoffe: Sorbitolum (aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt), Conserv.: Benzalkonii

chloridum, Acidum aceticum glaciale, Aqua purificata.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Nasenspray enthält Nafarelin-Acetat-Lösung (entsprechend 2 mg/ml Nafarelin-Base) für 60

Einzeldosen zu 100 µl, entsprechend 200 µg Nafarelin-Base.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Synrelina ist indiziert bei der Behandlung der Endometriose und der damit verbundenen Schmerzen

und Gewebsläsionen.

Dosierung/Anwendung

Die empfohlene tägliche Dosis von Synrelina beträgt 1 Sprühstoss (200 µg Nafarelin-Base) in ein

Nasenloch am Morgen und ein Sprühstoss in das andere Nasenloch am Abend (Tagesdosis 400 µg).

Mit der Behandlung sollte zwischen dem 2. und 4. Tag des Menstruationszyklus begonnen werden.

Als Behandlungsdauer werden 6 Monate empfohlen. Die Erfahrung bezüglich einer längeren

Behandlungsdauer oder einer Wiederholung ist ungenügend.

Zur Reduktion unerwünschter Wirkungen (Östrogenmangelerscheinungen) wird eine Addback-

Therapie empfohlen.

Die Tagesdosis von 400 µg dürfte nicht bei allen Patientinnen eine Amenorrhö hervorrufen. Für

diese Patientinnen sollte die Dosis auf 600 oder 800 µg täglich erhöht werden. Diese Dosis sollte auf

einen Sprühstoss pro Nasenloch (total 2 Sprühstösse) am Morgen und entsprechend am Abend

verteilt werden.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Kinder/Jugendliche: Nafarelin wurde ausschliesslich bei Patientinnen >18 Jahre untersucht. Bei

Kindern und Jugendlichen ist Synrelina kontraindiziert.

Ältere Patienten: Nach der Menopause besteht keine Indikation für Synrelina.

Leber-/Niereninsuffizienz: Es liegen keine Daten bei Patientinnen mit Leber- oder Niereninsuffizienz

vor. Daher sind keine Dosierungsempfehlungen möglich.

Kontraindikationen

Synrelina darf nicht angewendet werden bei:

·einer Überempfindlichkeit gegenüber LH-RH, agonistischen LH-RH-Analoga oder anderen

Komponenten in Synrelina

·nicht abgeklärten Vaginalblutungen

·Jugendlichen unter 18 Jahren sowie während der Schwangerschaft oder der Stillzeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei regelmässiger Anwendung der empfohlenen Dosen hemmt Nafarelin die Ovulation.

Falls die Anwendung nicht regelmässig erfolgt und falls die Tagesdosis reduziert wird, kann eine

Ovulation mit der Möglichkeit einer Konzeption eintreten. Den Patientinnen sollte daher zu nicht-

hormonalen Kontrazeptionsmethoden geraten werden. Vor Beginn der Behandlung ist eine

Schwangerschaft auszuschliessen.

Wird eine Patientin während einer Behandlung schwanger, so muss die Anwendung von Nafarelin

unterbrochen werden. Die Patientin muss auf eine mögliche Gefahr für die fötale Entwicklung

aufmerksam gemacht werden.

LH-RH-Analoga können zu einer Reduktion der Knochendichte führen. Nach 6-monatiger

Behandlung mit Synrelina war die Knochendichte, gemessen mittels dualer Photon-Absorptiometrie

(DPA), gegenüber Baseline um durchschnittlich 5.9% verringert. Es fand sich eine geringgradige

Reduktion des Mineralgehaltes der Kompakta im Bereich des distalen Radius und des zweiten

Metakarpus. Ausserdem wurde eine Rückbildung der Knochentrabekel der Wirbel um 8.7% sowie

eine Verminderung der gesamten Wirbelsubstanz um 4.3% beobachtet.

Nach Therapieende kommt es zu einer weitgehenden Regeneration des Knochens. Eine erneute

DPA-Messung 6 Monate nach Abschluss der Behandlung ergab Werte, welche noch um 1.4% unter

den Baseline-Werten lagen.

Unter der Therapie mit Synrelina wurden, wie bei anderen LH-RH-Analoga, Ovarialzysten

beobachtet, vor allem in Verbindung mit dem PCO-Syndrom und während der ersten 2 Monate der

Behandlung. Meist kam es innerhalb von 4-6 Wochen zu einer spontanen Rückbildung. Jedoch kann

ein Abbruch der Pharmakotherapie und/oder eine chirurgische Intervention notwendig werden.

In kontrollierten klinischen Studien kam es während der ersten 2 Monate einer Synrelina-

Behandlung zu vaginalen Blutungen verschiedener Grade.

Die Anwendung von Synrelina kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Interaktionen

Es ist nicht anzunehmen, dass Nafarelin an pharmakokinetischen Interaktionen mit andern

Arzneimitteln beteiligt ist, da die Verbindung hauptsächlich unter der Wirkung von Peptidasen und

nicht von Cytochrom P-450 abhängigen Enzymen abgebaut wird. Ein weiterer Grund ist, dass

Nafarelin nur zu 80% an Plasmaproteine (Albumin) gebunden wird und Arzneimittel-Interaktionen

durch Verdrängung aus der Proteinbindung nicht zu erwarten sind.

Die Anwendung nasaler Dekongestantien 30 Min. vor der Verabreichung von Nafarelin führt zu

einer verminderten Wirkstoffabsorption.

Schwangerschaft/Stillzeit

Studien am Tier haben eine Schädigung des Fötus gezeigt. Erfahrungen bei Schwangeren existieren

nicht. Da die Risiken die möglichen positiven therapeutischen Effekte überwiegen, ist Synrelina

kontraindiziert für schwangere Frauen oder für Frauen, die schwanger werden könnten.

Da es keine Angaben über eine Nafarelin-Ausscheidung in die Muttermilch und mögliche

Auswirkungen auf den Säugling gibt, darf Synrelina in der Stillzeit nicht verwendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Nafarelin führt nach mehrwöchiger Anwendung zu einem Abfall des Serum-Östradiolspiegel auf

Konzentrationen, wie sie normalerweise während der Menopause gemessen werden. Daher stellen

Östrogenmangelsymptome die am häufigsten beschriebenen unerwünschten Wirkungen dar.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden unter einer Synrelina-Therapie beobachtet.

Die genannten Häufigkeiten entsprechen folgenden Inzidenzen:

Sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich (<1/100, ≥1/1000), selten (<1/1000,

≥1/10'000) und sehr selten (<1/10'000).

Immunsystem

Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. mit Hautausschlag, Pruritus, Urtikaria, Dyspnoe oder

Brustschmerz).

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Gewichtszunahme (11%).

Häufig: Gewichtsverlust.

Psychiatrische Störungen

Sehr häufig: Abnahme der Libido (21%), emotionale Labilität (21%).

Häufig: Schlaflosigkeit, Depression, Zunahme der Libido.

Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerzen (24%).

Sehr selten: Migräne.

Augen

Sehr selten: Sehstörungen.

Herz/Gefässe

Sehr häufig: Hitzewallungen (90%).

Häufig: Blutdruckschwankungen.

Gelegentlich: Tachykardie.

Sehr selten: Palpitationen.

Atmungsorgane

Sehr häufig: Reizung der Nasenschleimhaut (10%).

Haut

Sehr häufig: Akne (18%), Seborrhoe (11%).

Häufig: Hirsutismus.

Gelegentlich: Alopezie.

Muskelskelettsystem

Sehr häufig: Muskelschmerzen (14%).

Gelegentlich: arthritische Symptome.

Reproduktionssystem und Brust

Sehr häufig: Austrocknung der Vagina (17%), Rückbildung der Brust (16%).

Häufig: uterine Blutungen.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Ödeme (11%).

Häufig: Parästhesien.

Überdosierung

Im Falle einer akzidentiellen Einnahme von Synrelina wird der Wirkstoff Nafarelin im

Gastrointestinaltrakt durch Peptidasen abgebaut und dadurch inaktiviert. Über Symptome bei nasaler

Verabreichung höherer Dosen liegen keine klinischen Erfahrungen vor. Ein spezifisches Antidot ist

nicht bekannt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: H01CA02

Nafarelin ist ein agonistisches Analogon des Gonadotropin-Releasing-Hormons (LH-RH). Als

Einzeldosis verabreicht, stimuliert Nafarelin die Ausschüttung der hypophysären Gonadotropine, des

Luteinisierungs-Hormons (LH) und des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) und führt zu einer

erhöhten Steroidbildung im Ovar oder in den Testikeln. Nach mehrmaliger Verabreichung wird die

Stimulation allmählich schwächer, und ab einer Behandlungsdauer von 3-4 Wochen führt die weitere

tägliche Verabreichung zu einer Verminderung der Ausschüttung von hypophysärem Gonadotropin

mit dem Ergebnis, dass die Steroidbildung in den Keimdrüsen unterdrückt und alle funktionellen und

gewebespezifischen Eigenschaften, die in ihrem Fortbestand von den entsprechenden Steroiden

abhängen, eingeschränkt werden.

Pharmakokinetik

Absorption

Nafarelin wird nach intranasaler Verabreichung rasch in den systemischen Kreislauf absorbiert.

Maximale Plasma-Konzentrationen werden innerhalb von 20 Minuten erreicht. Die Bioverfügbarkeit

beträgt durchschnittlich 2,8% der intranasal verabreichten Dosis (Schwankungsbreite 1,2-5,6%). Die

Absorption von Nafarelin wird durch eine allfällig vorhandene Rhinitis nicht beeinträchtigt. Die

Anwendung nasaler Dekongestantien 30 Minuten vor der Verabreichung von Nafarelin führt zu einer

verminderten Wirkstoffabsorption.

Distribution

Nafarelin liegt im Plasma zu 78-84% proteingebunden vor, überwiegend an Albumin. Bei Ratten,

denen C14-Nafarelin verabreicht wurde, wurden die höchsten Radioaktivitäten in Nieren, Leber und

Eingeweiden, die niedrigsten im Hirn festgestellt. Bei trächtigen Kaninchen, die mit H³-Nafarelin

behandelt wurden, wurde weniger als 1% der Radioaktivität in Uterus, Plazenta, Föten und

Amnionsflüssigkeit nachgewiesen.

Es ist nicht bekannt, ob oder in welchem Umfang Nafarelin in der Muttermilch ausgeschieden wird.

Metabolismus

Die Hauptmetaboliten, die im menschlichen Urin vorgefunden wurden, wurden identifiziert und

scheinen inaktiv zu sein.

Elimination

Nafarelin wird zu 44-56% mit dem Urin und zu 19-44% über die Faeces ausgeschieden.

Präklinische Daten

Akute Toxizität

Zur Untersuchung der akuten Toxizität wurde Nafarelin Mäusen, Ratten, Hunden und Affen

subkutan, Ratten und Mäusen intraperitoneal sowie Ratten auch intramuskulär verabreicht

(Dosisbereich 0 bis 500 μg/kg Körpergewicht). Die verabreichten Dosen führten bei keiner der

behandelten Tierarten zum Tode. Pathologische bzw. histopathologische Veränderungen wurden nur

bei der Ratte beobachtet. Die Befunde betrafen die Reproduktionsorgane (siehe auch Hinweise zur

chronischen Toxizität).

Chronische Toxizität

Bei Untersuchungen zur subchronischen Toxizität an Kaninchen (intravenös), Affen (subkutan,

nasal) und Hunden (intravenös, nasal) wurden keine toxischen Effekte beobachtet. Es kam zu

Dysfunktion und Atrophie der männlichen und weiblichen Reproduktionsorgane.

Untersuchungen zur chronischen Toxizität von Nafarelin an Ratten und Affen mit intramuskulärer

Applikation verursachten keine toxischen Effekte. Die pharmakologisch-hormonelle Wirkung auf

das männliche und weibliche Reproduktionssystem zeigte sich z.B. in Form einer Hyperplasie der

Leydigzellen. Die Befunde waren teilweise reversibel.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

In Langzeitstudien an Nagetieren (Maus, Ratte) bei parenteraler Applikation von Nafarelin wurden,

wie auch bei anderen GnRH-Agonisten, Hyperplasien und Neoplasien der endokrinen Organe,

einschliesslich des Hypophysenvorderlappens (Adenome und Karzinome), beobachtet. Tumore der

Pankreasinselzellen, des Nebennierenrindenmarks, der Testes und Ovarien wurden nur in

Langzeituntersuchungen bei Ratten beobachtet. Es wurde keine Metastasierung dieser Tumore

beobachtet. In Untersuchungen an Affen, mit einer Dauer über ein Jahr mit hohen Dosen von

Nafarelin, wurden keine Tumorentwicklung oder Gewebeproliferationen beobachtet.

Ausreichende Untersuchungen ergaben für Nafarelin keine Hinweise auf ein mutagenes Potenzial.

Reproduktionstoxizität

Die umfassenden Fertilitäts- und Teratogenitätsprüfungen zeigten Wirkungen, wie sie von GnRH-

Agonisten erwartet werden können.

Bei intramuskulärer Verabreichung an Ratten vom 6. bis 15. Tag der Trächtigkeit in Dosen von 0.4;

1.6 und 6.4 μg/kg Körpergewicht/Tag (entspricht bis zum 10fachen der empfohlenen Dosierung)

zeigten 4 von 80 Feten in der Gruppe mit der höchsten Dosierung Anomalien, die jedoch bei einer

Wiederholung der Studie nicht zu beobachten waren. Weitere Studien mit Mäusen und Kaninchen

ergaben ebenfalls keine Hinweise für eine Zunahme fetaler Anomalien. Bei Ratten waren eine

dosisabhängige Zunahme der fetalen Mortalität und in der Gruppe mit der höchsten Dosierung ferner

eine Abnahme im Gewicht der Feten zu beobachten. Der Einfluss auf die Reproduktionsfunktion war

reversibel nach Abbruch einer sechsmonatigen Behandlung.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Die hypophysär-gonadale Achse wird durch die Anwendung therapeutischer Dosen von Nafarelin

gehemmt. Vier bis acht Wochen nach Therapieende funktioniert dieses System in der Regel wieder

normal. Es ist daher zu beachten, dass diagnostische Tests der Hypophysen-Gonaden-Funktion

während und bis zu 4 bis 8 Wochen nach Ende der Behandlung mit Nafarelin beeinträchtigt werden

könnten.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Aufrecht, vor Licht geschützt und nicht über 30 °C lagern. Nicht einfrieren.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Nach dem Öffnen nicht länger als 30 Tage zu verwenden.

Hinweise für die Handhabung

Patientinnen sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass nach 30 Tagen Gebrauch der Flasche

(entspr. 60 Sprühstössen) mit einem ungenügenden Synrelina-Gehalt/Spraystoss zu rechnen ist.

Zulassungsnummer

51442 (Swissmedic).

Packungen

Nasenspray: Flasche mit 60 Einzeldosen zu 200 μg. [B]

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

April 2012.

LLD V007

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