SYNARELA Nasenspray, Lösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Nafarelinacetat (1:x) y H<2>O
Verfügbar ab:
Pharmacia GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Nafarelin acetate (1:x) y H<2>O
Darreichungsform:
Nasenspray, Lösung
Zusammensetzung:
Nafarelinacetat (1:x) y H<2>O 0.227mg
Berechtigungsstatus:
ungültig [HIST]
Zulassungsnummer:
32308.00.00

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27.10.2014

PFIZER ((Logo))

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Synarela

®

2 mg/ml Nasenspray, Lösung

Nafarelinacetat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Synarela und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Synarela beachten?

Wie ist Synarela anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Synarela aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Synarela und wofür wird es angewendet?

Synarela ist ein Gonadotropin-Releasing-Hormon-Analogon (GnRH-Analogon). GnRH-

Analoga sind Substanzen, die in ihrem Aufbau fast vollständig dem körpereigenen

Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) gleichen. Dieses Hormon wird im Zwischenhirn

produziert. Es ist für die Bildung von Östrogenen und Progesteron in den Eierstöcken

mitverantwortlich. GnRH-Analoga wie Synarela verstärken zunächst die Wirkung des

natürlichen GnRH. Dadurch werden vermehrt follikelstimulierendes Hormon (FSH) und

luteinisierendes Hormon (LH) aus der Hirnanhangsdrüse und in Folge davon vermehrt

Östrogene und Progesteron aus den Eierstöcken freigesetzt. Nach kurzer Zeit wird jedoch

die Bildung dieser Hormone fast ganz gedrosselt. Dadurch sinken die FSH-, LH-, Östrogen-

und Progesteronspiegel stark ab und der normale Monatszyklus wird unterdrückt.

Endometriose

Synarela hemmt bei regelmäßiger längerer Anwendung die Produktion von Östrogenen und

Progesteron, die für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), aber auch für

den Aufbau von fehlplatzierter Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter

(Endometrioseherde) notwendig sind. Durch den Entzug der weiblichen

Geschlechtshormone wächst die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr. Damit bleibt die

Menstruationsblutung aus. Auch die Endometriosebeschwerden werden gelindert oder

verschwinden ganz, weil die Endometrioseherde ebenfalls nicht mehr bluten. In der Regel

wachsen diese nicht weiter und heilen ab.

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In-vitro-Fertilisation

Durch die regelmäßige Anwendung von Synarela wird die Eireifung gehemmt und der

Eisprung unterdrückt. Diese Wirkung macht man sich bei der In-vitro-Fertilisation (IVF)

zunutze. Synarela wird eingesetzt, um einen vorzeitigen Eisprung zu verhindern. Dieser wird

ausgelöst durch einen Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH). Durch die Hemmung des

vorzeitigen Eisprungs verringert sich das Risiko, einen Behandlungszyklus vorzeitig

abbrechen zu müssen, weil der Eisprung bereits vor der geplanten Eizellentnahme

stattgefunden hat. Durch die zeitliche Steuerung erhöhen sich die Chancen für eine

erfolgreiche In-vitro-Fertilisation.

Synarela wird angewendet bei

Endometriose

Symptomatische, laparoskopisch gesicherte Endometriose, wenn eine Unterdrückung der

ovariellen Hormonbildung angezeigt ist, sofern die Erkrankung nicht primär einer

chirurgischen Therapie bedarf.

In-vitro-Fertilisation

Desensibilisierung und Down-Regulation des Hirnanhangsdrüsen-Keimdrüsen-Systems

(hypophysär-gonadale Achse) in Vorbereitung auf die Ovulationsauslösung in Verbindung

mit einer kontrollierten ovariellen Stimulation, sofern eine ausreichende hormonelle

Überwachung gewährleistet ist.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Synarela beachten?

Synarela darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Nafarelin, Gonadotropin-Releasing-Hormon und seine

Derivate oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses

Arzneimittels sind,

bei ungeklärten vaginalen Blutungen,

wenn Sie jünger als 18 Jahre sind,

während der Schwangerschaft oder während der Stillzeit.

Synarela kann nicht zur Behandlung von Frauen empfohlen werden, bei denen das Risiko

einer Osteoporose besteht.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wann dürfen Sie Synarela erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt anwenden?

Die Anwendung von Synarela zur kontrollierten Förderung der Eizellreifung bei Frauen mit

dem Syndrom der polyzystischen Ovarien ist nicht untersucht worden. Wenn Sie am

Syndrom der polyzystischen Ovarien leiden, sollten Sie nur mit besonderer Vorsicht mit

Synarela behandelt werden, da die Gefahr einer übermäßigen Follikelstimulation besteht.

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Durch die Anwendung von Synarela in therapeutischen Dosen wird die Tätigkeit der

Hirnanhangsdrüse und der Keimdrüsen gehemmt. 4 bis 8 Wochen nach Beendigung der

Therapie arbeiten die Hirnanhangsdrüse und die Keimdrüsen in der Regel wieder normal.

Es ist jedoch zu beachten, dass diagnostische Tests der Hirnanhangsdrüsen-Keimdrüsen-

Funktion während und bis zu 4 bis 8 Wochen nach Ende der Behandlung mit Synarela

gestört sein können.

Worauf müssen Sie noch achten?

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Zur erforderlichen Schwangerschaftsverhütung sollten Sie eine nicht hormonale Methode

anwenden, z. B. Kondome.

Bei der In-vitro-Fertilisation sollte die Anwendung von Synarela am Tag der Gabe von

menschlichem Choriongonadotropin (HCG) beendet werden, spätestens jedoch 3 Tage vor

Übertragung der Embryonen in die Gebärmutter.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Synarela kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Anwendung von Synarela zusammen mit anderen Arzneimitteln

Die gleichzeitige Anwendung von abschwellenden Nasentropfen oder -sprays kann die

Aufnahme des Wirkstoffs über die Nasenschleimhaut verringern. Deshalb sollten Sie

Synarela mindestens 30 Minuten vor der Anwendung von abschwellenden Nasentropfen

oder -sprays in die Nase einsprühen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/ angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/ anzuwenden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Was müssen Sie in der Schwangerschaft beachten?

Die Behandlung mit Synarela darf bei Ihnen erst eingeleitet werden, wenn eine

Schwangerschaft ausgeschlossen wurde. Tritt eine Schwangerschaft während der

Behandlung mit Synarela ein, muss das Medikament sofort abgesetzt werden. Es besteht

die Möglichkeit einer Fehlgeburt.

Was müssen Sie in der Stillzeit beachten?

Falls eine Behandlung mit Synarela während der Stillzeit unbedingt erforderlich ist, sollte

das Stillen unterbrochen und die Muttermilch verworfen werden, weil unbekannt ist, ob und

gegebenenfalls in welchen Mengen Synarela in die Muttermilch übertritt.

Fragen Sie vor der Einnahme/ Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder

Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Durch das Auftreten von Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind

möglich?“) kann gegebenenfalls das Reaktionsvermögen verändert und die Fähigkeit zur

aktiven Teilnahme am Straßenverkehr sowie zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt

werden.

Synarela enthält Benzalkoniumchlorid

Das in Synarela enthaltene Konservierungsmittel (Benzalkoniumchlorid) kann,

insbesondere bei längerer Anwendung, eine Schwellung der Nasenschleimhaut

hervorrufen. Besteht ein Verdacht auf eine derartige Reaktion (anhaltend verstopfte

Nase), sollte – soweit möglich – ein Arzneimittel zur Anwendung in der Nase ohne

Konservierungsstoffe verwendet werden. Stehen solche Arzneimittel zur Anwendung in

der Nase ohne Konservierungsstoffe nicht zur Verfügung, so ist eine andere

Darreichungsform in Betracht zu ziehen.

Ferner kann das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid zu Verengungen der

Atemwege führen.

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3. Wie ist Synarela anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Synarela ist ein Arzneimittel, dessen Anwendungsmenge und Anwendungsdauer von der

Art der Therapie und der Schwere der Erkrankung abhängt. Die Dosis wird deshalb vom

Arzt festgesetzt. Sprühen Sie ohne Erlaubnis des Arztes weder mehr noch weniger

Synarela in die Nase.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Endometriose

Sprühen Sie morgens 1 Sprühstoß in das eine und abends 1 Sprühstoß in das andere

Nasenloch ein. Dies entspricht einer Wirkstoffmenge von 0,4 mg Nafarelin pro Tag. Setzt bei

Ihnen die Regelblutung nach Anwendung von 2 Sprühstößen je Tag nicht aus, sprechen Sie

mit Ihrem Arzt. Auf Anweisung des behandelnden Arztes kann die Tagesdosis auf je

1 Sprühstoß in beide Nasenlöcher morgens und abends gesteigert werden. Dies entspricht

einer Wirkstoffmenge von 0,8 mg Nafarelin pro Tag.

In-vitro-Fertilisation

Sprühen Sie jeweils 1 Sprühstoß in jedes Nasenloch morgens und 1 Sprühstoß in jedes

Nasenloch abends ein. Dies entspricht einer Wirkstoffmenge von 0,8 mg Nafarelin pro Tag.

Es ist wichtig, dass Sie die vorgeschriebene Dosis sowie die zweimal tägliche Anwendung

genau einhalten. Führen Sie die Behandlung auch bei einer Erkältung ohne Unterbrechung

fort. Niesen während oder direkt nach der Anwendung kann die Aufnahme des Wirkstoffs

von Synarela in den Blutkreislauf beeinträchtigen. Sollten Sie während der Anwendung von

Synarela mit Niesen reagieren, kann es deshalb ratsam sein, die Dosis nochmals zu

verabreichen.

Art der Anwendung

Vorbereitung der Pumpe

Vor der ersten Ingebrauchnahme einer Synarela-Flasche müssen Sie die Pumpe

vorbereiten. Dies muss nur einmal gemacht werden, bevor Sie Ihre erste Dosis einnehmen.

1. Entfernen Sie die Sicherheitsklammer und ziehen Sie die Schutzkappe ab, um das

Nasenstück freizulegen. Halten Sie die Sprayflasche mit zwei Fingern an den „Schultern“

und mit dem Daumen am Flaschenboden.

2. Die Pumpe ist fertig zur Anwendung, wenn Sie die Sprayflasche einige Male fest und

schnell hochdrücken, bis die Luft ausgestoßen ist und ein feiner Sprühnebel erscheint.

Vorsicht: Diese Vernebelungen nicht inhalieren! Normalerweise werden 5 bis

7 Druckvorgänge benötigt. Es ist nicht notwendig, diese Vorbereitung der Pumpe während

der nachfolgenden Nutzung zu wiederholen.

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Benutzen der Pumpe

Putzen Sie zunächst sanft die Nase, um die Nasenlöcher zu reinigen.

2. Entfernen Sie die Sicherheitsklammer, und ziehen Sie die Schutzkappe ab. Halten Sie die

Sprayflasche wie oben angegeben.

3. Reinigen Sie die Pumpenspitze. Halten Sie die Flasche waagerecht und spülen Sie die

Pumpenspitze mit warmem Wasser ab, während Sie sie gleichzeitig mit den Fingern oder

einem weichen Tuch abreiben.

Auf keinen Fall dürfen Sie die Pumpenspitze mit einem spitzen Gegenstand reinigen. Dies

könnte dazu führen, dass eine ungenaue Dosis des Sprays abgegeben wird. Entfernen Sie

nicht die Pumpe von der Sprayflasche, da hierdurch der Überdruck entweicht.

Trocknen Sie bitte die Pumpenspitze mit einem sauberen weichen Tuch oder einem

Papiertaschentuch ab.

4. Beugen Sie den Kopf leicht vor. Schließen Sie ein Nasenloch mit dem Finger und führen

Sie die Pumpenspitze in das andere Nasenloch ein, zur hinteren und äußeren Seite Ihrer

Nase gerichtet.

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5. Bei gleichzeitigem Einatmen durch dieses Nasenloch mit dem Daumen einmal fest gegen

den Flaschenboden drücken. Wenn Ihr Arzt Ihnen gesagt hat, dass Sie 4 Sprühstöße jeden

Tag nehmen sollen, wiederholen Sie nun den gleichen Vorgang am anderen Nasenloch.

6. Entfernen Sie die Sprayflasche von Ihrem Nasenloch. Beugen Sie Ihren Kopf für einige

Sekunden zurück, um den Sprühnebel in der Rückseite der Nase zu verteilen.

7. Reinigen Sie die Pumpenspitze. Halten Sie die Flasche waagerecht und spülen Sie die

Pumpenspitze mit warmem Wasser ab, während Sie sie gleichzeitig mit den Fingern oder

einem weichen Tuch abreiben.

Auf keinen Fall dürfen Sie die Pumpenspitze mit einem spitzen Gegenstand reinigen. Dies

könnte dazu führen, dass eine ungenaue Dosis des Sprays abgegeben wird. Entfernen Sie

nicht die Pumpe von der Sprayflasche, dies führt zum Entsichern des eingestellten

Innendrucks.

Trocknen Sie bitte die Pumpenspitze mit einem sauberen weichen Tuch oder

Papiertaschentuch ab. Das Reinigen der Pumpenspitze vor und nach der Nutzung ist

wichtig, um eine Verschmutzung der Pumpenspitze zu vermeiden.

8. Legen Sie die Sicherheitsklammer wieder an, und setzen Sie die Schutzkappe fest auf das

Nasenstück auf.

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Die Tagesdosis muss stets in 2 Einzeldosen, d.

h. morgens und abends, in die Nase

gesprüht werden.

Endometriose

Die Behandlung mit Synarela sollte zwischen dem 2. und 4. Tag Ihres Menstruationszyklus

eingeleitet werden, um eine Schwangerschaft auszuschließen.

In-vitro-Fertilisation

Synarela sollte im Rahmen des so genannten „langen Protokolls“ eingesetzt werden. Die

Anwendung kann am 2. Tag oder um den 21. Tag Ihres Menstruationszyklus beginnen.

Sobald die Östrogenbildung bei Ihnen ausreichend verringert ist, kann die Eizellreifung bei

Ihnen angeregt werden. Synarela wird dann bis zum Tag der Auslösung des Eisprungs bei

Ihnen angewendet.

Dauer der Anwendung

Endometriose

Die Anwendungsdauer darf 6 Monate nicht überschreiten. Kommt es nach einer 6-

monatigen Behandlung erneut zu Endometrioseerscheinungen und sollte deshalb Ihr Arzt

eine weitere Behandlung mit Synarela in Erwägung ziehen, muss gesichert sein, dass sich

Ihre Knochendichte im Normalbereich befindet. Über eine wiederholte

Endometriosebehandlung mit Synarela liegen keine ausreichenden klinischen Daten vor.

Sie kann deswegen nicht empfohlen werden.

In-vitro-Fertilisation

Die Dauer der Anwendung wird individuell von Ihrem Arzt bestimmt. Falls innerhalb von

12 Wochen nach Beginn der Anwendung der Östrogenspiegel noch nicht genügend

erniedrigt ist, sollte dieser Behandlungsversuch mit Synarela und damit dieser Zyklus der In-

vitro-Fertilisation abgebrochen werden.

Eine Flasche Synarela reicht für 30 Behandlungstage bei täglicher Anwendung von

2 Sprühstößen oder für 15 Behandlungstage bei täglicher Anwendung von 4 Sprühstößen

aus. Nach dieser Zeit befindet sich noch ein Rest Lösung in der Flasche. Diesen

Lösungsrest sollten Sie nicht verwenden, da der Wirkstoffgehalt pro Sprühstoß nicht mehr

garantiert und dadurch die Wirkung der verordneten Therapie auch nicht mehr gewährleistet

ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Synarela angewendet haben, als Sie sollten

Im Falle einer versehentlichen Einnahme von Synarela wird der Wirkstoffgehalt im Magen-

Darm-Trakt durch Enzyme abgebaut und dadurch inaktiviert. Vergiftungen sind deshalb

unwahrscheinlich.

Klinische Erfahrungen über Symptome bei nasaler Anwendung höherer Dosen liegen noch

nicht vor. Bei einer Überdosierung sollten entsprechend der Symptome unterstützende

Maßnahmen ergriffen werden.

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Wenn Sie die Anwendung von Synarela vergessen haben

Wenn Sie Synarela regelmäßig in der empfohlenen Dosis längere Zeit anwenden, wird der

Eisprung gehemmt. Vergessen Sie dann die Anwendung mehrerer Dosen, so kann es

wieder zum Eisprung kommen. Es besteht die Möglichkeit, schwanger zu werden. Deshalb

sollten Sie dann zusätzlich nicht hormonelle Verhütungsmittel, z. B. Kondome, verwenden.

Wenn Sie die Anwendung von Synarela abbrechen

Wenn Ihre Endometriosebeschwerden spürbar besser werden, so führen Sie die Therapie

mit Synarela dennoch wie verordnet fort. Nur so ist eine ausreichende Behandlung

gewährleistet.

Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, bevor Sie – z. B. wegen des Auftretens von

Nebenwirkungen – eigenmächtig die Behandlung mit Synarela unterbrechen oder vorzeitig

beenden wollen!

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

gelegt:

Sehr häufig:

kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufig:

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich:

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten:

kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr selten:

kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Aufgrund des Entzugs von Östrogenen – und demzufolge eines relativ erhöhten Anteils von

Androgenen – kann es insbesondere zu den für die Wechseljahre typischen Beschwerden

kommen. Zu Beginn der Behandlung mit Synarela kann es zu einer vorübergehenden

Verstärkung der Symptome einer Endometriose kommen.

Es sind Symptome wie Schmerzen im Brustbereich, Hautjucken (Pruritus), Hautausschlag

(Exanthem), Kurzatmigkeit und Nesselsucht (Urtikaria), die auf eine

Arzneimittelüberempfindlichkeit hinweisen, aufgetreten.

Untersuchungen

Häufig:

Abnahme der Knochendichte

Gelegentlich:

Anstieg des Cholesterins und der Blutfette (Triglyzeride) im Serum

Sehr selten:

Abnahme der Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten)

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig:

Arzneimittelüberempfindlichkeit (Schmerzen im Brustbereich, Hautjucken

[Pruritus], Hautausschlag [Exanthem], Kurzatmigkeit und Nesselsucht

[Urtikaria])

Endokrine Erkrankungen

Häufig:

Östrogenmangel

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Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig:

Gewichtszunahme

Häufig:

Gewichtsabnahme

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig:

Kopfschmerzen

Häufig:

Missempfindungen (Parästhesie)

Sehr selten:

Migräne, Gedächtnisstörungen, Schwindel

Gefäßerkrankungen

Sehr häufig:

Hitzewallungen

Häufig:

Erhöhter Blutdruck (Hypertonie), erniedrigter Blutdruck (Hypotonie)

Augenerkrankungen

Sehr selten:

Sehstörungen

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr häufig:

Schnupfen

Gelegentlich:

Reizung der Nasenschleimhaut

Sehr selten:

Stimmveränderungen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich:

Übelkeit

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig:

Akne, fettige Haut/fettiges Haar (Seborrhoe)

Häufig:

Verstärkte Kopf- und Körperbehaarung (Hirsutismus)

Gelegentlich:

Haarausfall (Alopezie)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig:

Muskelschmerzen

Gelegentlich:

Gelenkschmerzen

Sehr selten:

Rückenschmerzen, Gliederschmerzen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig:

Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme)

Gelegentlich:

Schwitzen

Selten:

Schwäche, Müdigkeit

Sehr selten:

Herzklopfen

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig:

Atrophie der Brust, trockene Scheide

Häufig:

Vorzeitige Menopause, Durchbruch-/Schmierblutungen

Gelegentlich:

Zunahme der Brustgröße, vaginaler Ausfluss, Zysten in den Eierstöcken

Sehr selten:

Unterbauchschmerzen

Nicht bekannt: ovarielles Überstimulationssyndrom

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr häufig:

Stimmungsschwankungen, Abnahme der Libido

Häufig:

Schlafstörungen, Depressionen, Zunahme der Libido

Gelegentlich:

Nervosität

Unter der Behandlung kann ein Verlust von Knochenmasse auftreten, der sich 6 Monate

nach Behandlungsende nicht in allen dokumentierten Fällen zurückgebildet hat.

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Ferner sind unter der Behandlung mit Synarela Zysten in den Eierstöcken beobachtet

worden, und zwar vor allem in Verbindung mit dem Syndrom der polyzystischen Ovarien

und während der ersten 2 Monate der Anwendung. Bei der In-vitro-Fertilisation wurden die

Zysten weniger häufig beobachtet, wenn die Behandlung mit Synarela in der so genannten

Gelbkörperphase des Menstruationszyklus begann. Die Zysten können sich innerhalb von 4

bis 6 Wochen spontan auflösen. In Einzelfällen kann es jedoch notwendig sein, die

Behandlung mit Synarela zu beenden oder einen operativen Eingriff durchzuführen.

Während einer Stimulationsbehandlung der Eierstöcke (Ovarien) muss die Möglichkeit eines

ovariellen Überstimulationssyndroms (OHSS) in Betracht gezogen werden. Erste Anzeichen

einer Überstimulation der Eierstöcke sind Schmerzen im Unterbauch, eventuell verbunden

mit Übelkeit, Brechreiz und Gewichtszunahme. In schweren, jedoch seltenen Fällen kann es

zu einem OHSS mit deutlich vergrößerten Eierstöcken, Ansammlungen eiweißhaltiger

Flüssigkeit im Bauch- oder Brustraum, Störungen des Mineralhaushalts, Blutverdickung,

Nieren- und Leberfunktionsstörungen sowie auch ernsteren thromboembolischen

Komplikationen kommen.

Zur Vermeidung eines OHSS sollten die Östrogenspiegel kontrolliert und das

Follikelwachstum mit Ultraschall überwacht werden. Treten Symptome eines OHSS auf,

empfiehlt es sich, die Behandlung mit Gonadotropinen zu beenden. Die Behandlung mit

Synarela sollte jedoch noch einige Tage fortgeführt werden, um das Auftreten einer

spontanen Welle von luteinisierendem Hormon zu verhindern, die als Auslöser für das

OHSS angesehen wird. In einzelnen Fällen kann unter Abwägung von Nutzen und Risiko

die Therapie mit Gonadotropinen und Synarela fortgesetzt werden. Die gewonnenen und

befruchteten Eizellen sollten dann jedoch zunächst tiefgefroren werden, um den Verlauf des

OHSS durch Vermeidung einer aktuellen Schwangerschaft zu mildern.

Besonders gefährdet, ein OHSS zu entwickeln, sind Frauen, die am Syndrom der

polyzystischen Ovarien leiden. Beim Einsatz von Synarela zur Desensibilisierung und Down-

Regulation des Hirnanhangsdrüsen-Keimdrüsen-Systems wurde nach Anwendung von

Gonadotropinen gelegentlich über das Auftreten einer ovariellen Überstimulation berichtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Synarela aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett der

Sprayflasche nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das

Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Stehend und bei Raumtemperatur aufbewahren. Nicht über 30 °C lagern. Nicht einfrieren.

Die Sprayflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

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Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch

Nach dem ersten Öffnen der Flasche ist die Lösung 4 Wochen haltbar.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Synarela enthält

Der Wirkstoff ist Nafarelinacetat.

1 Sprühstoß zu 0,1 ml enthält Nafarelinacetat 0,23 mg (entsprechend 0,2 mg Nafarelin).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Konservierungsmittel: Benzalkoniumchlorid 0,01 mg;

gereinigtes Wasser, Sorbitol (Ph. Eur.), Essigsäure 99 %, Natriumchlorid.

Wie Synarela aussieht und Inhalt der Packung

Synarela ist als Nasenspray eine klare Lösung in einer Sprayflasche aus Glas mit PVC-

Ummantelung.

Es sind Packungen mit 8 ml Nasenspray, Lösung erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

PHARMACIA GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 030 550055-51000

Fax: 030 550054-10000

Hersteller

Piramal Healthcare UK Limited

Whalton Road

Morpeth

Northumberland

NE61 3YA

Vereinigtes Königreich

oder

Pfizer Service Company BVBA

Hoge Wei 10

1930 Zaventem

Belgien

Mitvertreiber

PFIZER PHARMA GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 030 550055-51000

Fax: 030 550054-10000

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Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Oktober 2014.

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Synarela

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Synarela

2 mg/ml Nasenspray, Lösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Nafarelinacetat

1 Sprühstoß zu 0,1 ml enthält Nafarelinacetat 0,23 mg (entsprechend 0,2 mg Nafarelin).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Synarela enthält pro Sprühstoß 0,01 mg Benzalkoniumchlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Nasenspray, Lösung.

Synarela ist eine klare Lösung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Endometriose

Symptomatische, laparoskopisch gesicherte Endometriose, wenn eine Unterdrückung der

ovariellen Hormonbildung angezeigt ist, sofern die Erkrankung nicht primär einer

chirurgischen Therapie bedarf

In-vitro-Fertilisation

Desensibilisierung und Down-Regulation der hypophysär-gonadalen Achse in Vorbereitung

auf die Ovulationsauslösung in Verbindung mit einer kontrollierten ovariellen Stimulation,

sofern eine ausreichende hormonelle Überwachung gewährleistet ist

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Es gelten folgende Dosierungsempfehlungen:

Endometriose

Morgens 1 Sprühstoß in das eine und abends 1 Sprühstoß in das andere Nasenloch

applizieren (entsprechend 0,4 mg Nafarelin pro Tag). Setzt die Regelblutung nach

Anwendung von 2 Sprühstößen je Tag nicht aus, kann die Tagesdosis auf je 2 Sprühstöße

morgens und abends (entsprechend 0,8 mg Nafarelin pro Tag) gesteigert werden.

In-vitro-Fertilisation

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Jeweils 1 Sprühstoß in jedes Nasenloch morgens und 1 Sprühstoß in jedes Nasenloch

abends applizieren (entsprechend 0,8 mg Nafarelin pro Tag).

Die Tagesdosis muss stets in 2 Einzeldosen, d. h. morgens und abends, angewendet

werden.

Art der Anwendung

Vor der ersten Anwendung die Pumpe bei abgenommener Schutzkappe 6- bis 7-mal

betätigen, damit sich der Mechanismus ordnungsgemäß füllt. Vorsicht: Diese

Vernebelungen nicht inhalieren!

Zunächst die Nase sanft putzen! Kopf leicht vorbeugen, ein Nasenloch mit dem Finger

schließen, Pumpenspitze in das andere Nasenloch einführen und bei gleichzeitigem

Einatmen durch dieses Nasenloch mit dem Daumen fest gegen den Flaschenboden

drücken. Dadurch wird exakt 1 Einzeldosis freigesetzt. Durch den Mund ausatmen. Nur falls

verordnet, den gleichen Vorgang am anderen Nasenloch wiederholen.

Um ein korrektes Funktionieren der Pumpe zu gewährleisten, sollte die Pumpenspitze ein-

bis zweimal pro Woche auf folgende Weise gereinigt werden:

Flasche waagerecht halten. Die Pumpenspitze mit warmem Wasser abspülen und

gleichzeitig mit den Fingern oder einem weichen Tuch ca. 15 Sekunden lang abreiben.

Dann die Pumpenspitze mit einem weichen Tuch abtrocknen. Zuletzt die

Sicherheitsklammer wieder anlegen und die Schutzkappe fest aufsetzen. Auf keinen Fall die

Pumpenspitze mit einem spitzen Gegenstand reinigen oder die Pumpe

auseinandernehmen.

Es ist wichtig, dass die vorgeschriebene Dosis sowie die zweimal tägliche Anwendung

genau eingehalten und die Behandlung auch bei einer Erkältung ohne Unterbrechung

durchgeführt wird.

Synarela mindestens 30 Minuten vor Anwendung abschwellender Nasentropfen oder

-sprays in die Nase einsprühen (siehe Abschnitt 4.5).

Niesen während oder direkt nach der Anwendung kann die Absorption von Synarela

beeinträchtigen. Sollte auf die Anwendung von Synarela mit Niesen reagiert werden, kann

es ratsam sein, die Dosis nochmals zu applizieren.

Eine Flasche Synarela reicht für 30 Behandlungstage bei täglicher Anwendung von

2 Sprühstößen oder 15 Behandlungstage bei täglicher Anwendung von 4 Sprühstößen aus.

Nach dieser Zeit befindet sich noch ein Rest Lösung in der Flasche. Dieser Lösungsrest

sollte nicht verwendet werden, da der Nafarelin-Gehalt pro Sprühstoß nicht mehr garantiert

ist und dadurch die Wirkung der verordneten Therapie auch nicht mehr gewährleistet ist.

Endometriose

Die Behandlung mit Synarela sollte zwischen dem 2. und 4. Tag des Menstruationszyklus

eingeleitet werden.

Die Anwendungsdauer darf 6 Monate nicht überschreiten. Kommt es nach einem 6-

monatigen Behandlungszyklus erneut zu Endometrioseerscheinungen und sollte eine

weitere Therapie mit Synarela erwogen werden, muss gesichert sein, dass sich die

Knochendichte im Normalbereich befindet. Über eine wiederholte Endometriosebehandlung

mit Synarela liegen keine ausreichenden klinischen Daten vor. Sie kann deswegen nicht

empfohlen werden.

In-vitro-Fertilisation

Synarela sollte im Rahmen des so genannten „langen Protokolls“ eingesetzt werden.

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Die Behandlung kann in der frühen follikulären Phase des Zyklus (Tag 2) oder in der

mittleren lutealen Phase des Zyklus (etwa Tag 21) beginnen. Sobald eine Down-Regulation

erreicht ist, kann mit der ovariellen Stimulation begonnen werden. Synarela wird bis zum

Tag der HCG-Anwendung appliziert. Falls innerhalb von 12 Wochen nach Therapiebeginn

keine Down-Regulation erreicht wurde, sollte dieser Behandlungsversuch mit Synarela und

damit dieser IVF-Zyklus abgebrochen werden.

Dauer der Behandlung

Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt. Sie richtet sich nach Art,

Schwere und Verlauf der Erkrankung.

4.3

Gegenanzeigen

Synarela darf nicht angewendet werden

bei Überempfindlichkeit gegen Benzalkoniumchlorid, Sorbitol, Nafarelin,

Gonadotropin-Releasing-Hormon und seine Derivate oder gegen einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile,

bei ungeklärten vaginalen Blutungen,

bei jungen Erwachsenen (jünger als 18 Jahre),

während der Schwangerschaft oder während der Stillzeit.

Synarela kann nicht zur Behandlung von Frauen empfohlen werden, bei denen das Risiko

einer Osteoporose besteht.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei regelmäßiger Anwendung von Synarela in der empfohlenen Dosierung wird die

Ovulation gehemmt. Wird die Anwendung mehrerer Dosen vergessen, so kann es zu einer

Ovulation kommen. Hierdurch besteht das Risiko einer Schwangerschaft.

Kommt es während der Therapie zu einer Schwangerschaft, so muss die Behandlung mit

Synarela abgebrochen werden, und die Patientin muss auf das mögliche Risiko für die

fötale Entwicklung und die Möglichkeit einer Fehlgeburt hingewiesen werden. Da in der

Patientengruppe ein Risiko für Fehlgeburten besteht, ist ein Kausalzusammenhang mit

Nafarelinacetat ungeklärt.

Synarela darf nicht während oder bei Verdacht auf eine Schwangerschaft angewendet

werden. Vor Beginn einer Behandlung mit Synarela sollte daher eine Schwangerschaft

ausgeschlossen werden.

Die hypophysär-gonadale Achse wird durch die Anwendung therapeutischer Dosen von

Nafarelin gehemmt. 4 bis 8 Wochen nach Therapieende funktioniert dieses System in der

Regel wieder normal. Es ist daher zu beachten, dass diagnostische Tests der Hypophysen-

Gonaden-Funktion während und bis zu 4 bis 8 Wochen nach Ende der Behandlung mit

Nafarelin beeinträchtigt sein können.

Veränderungen der Knochendichte

Es liegen keine Daten über die Veränderung der Knochendichte bei Kindern vor. Nach einer

6-monatigen Behandlung mit Nafarelin wurde bei Erwachsenen eine sehr geringe (wenn

überhaupt) Abnahme des Mineralgehalts des distalen Radius und des zweiten Metakarpus

beobachtet. Die Abnahme der Knochendichte der vertebralen Trabekel und der gesamten

Wirbelmasse betrug durchschnittlich 8,7 % bzw. 4,3 %, wobei nach der Behandlung mit

Nafarelinacetat die Knochendichte wieder den ursprünglichen Wert aufwies. Bis zum Ende

der Behandlung mit Nafarelinacetat nahm die gesamte Wirbelmasse, die mit Hilfe der

dualen Photonen-Absorptiometrie bestimmt wurde, um durchschnittlich 5,9 % ab. 6 Monate

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nach Behandlungsende lag der Wert für die gesamte Wirbelmasse, bestimmt mit der

gleichen Methode, um 1,4 % unter dem Ausgangswert.

Es liegen keine klinischen Daten über die Anwendung von Synarela im Rahmen einer

kontrollierten ovariellen Stimulation bei Frauen mit PCO-Syndrom vor. Die Behandlung

solcher Patientinnen sollte mit Vorsicht erfolgen, da die Gefahr einer übermäßigen

Follikelstimulation besteht.

Bei Einsatz im Rahmen der In-vitro-Fertilisation sollte die Anwendung von Synarela am Tag

der HCG-Gabe beendet werden, spätestens jedoch 3 Tage vor der intrauterinen Platzierung

der Embryonen.

Die Anwendung von Synarela kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Das in Synarela enthaltene Konservierungsmittel (Benzalkoniumchlorid) kann, insbesondere

bei längerer Anwendung, eine Schwellung der Nasenschleimhaut hervorrufen. Besteht ein

Verdacht auf eine derartige Reaktion (anhaltend verstopfte Nase), sollte – soweit möglich –

ein Arzneimittel zur Anwendung in der Nase ohne Konservierungsstoff verwendet werden.

Stehen solche Arzneimittel zur Anwendung in der Nase ohne Konservierungsstoffe nicht zur

Verfügung, so ist eine andere Darreichungsform in Betracht zu ziehen.

Ferner kann das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid Kontraktionen der Atemwege

verursachen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Mit Nafarelinacetat wurden keine pharmakokinetischen Arzneimittel-Interaktionsstudien

durchgeführt. Es sind jedoch keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln zu

erwarten, da Nafarelinacetat ein Peptid ist, das hauptsächlich durch Peptidasen und nicht

über Cytochrom-P-450-Enzyme abgebaut wird, und der Wirkstoff bei 4 °C zu etwa 80 % an

Plasmaproteine gebunden wird.

Die nasale Absorption von Nafarelinacetat wird durch Rhinitis nicht beeinträchtigt. Bei

Probanden mit saisonaler Rhinitis, die 30 Minuten vor der Verabreichung von Nafarelinacetat

das abschwellend wirkende Oxymetazolinhydrochlorid anwendeten, führte dieses zu einer

signifikanten Reduktion des Ausmaßes der nasalen Absorption von Nafarelinacetat (39 %

Abnahme der AUC0-8h; 49 % Abnahme von Cmax) im Vergleich zur Absorption bei

Probanden mit normaler Nasenschleimhaut. Patienten, die Nafarelinacetat erhalten, sollte

daher von der Anwendung abschwellender Nasentropfen oder -sprays abgeraten werden

(siehe Abschnitt 4.2 „Art und Dauer der Anwendung“).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Die Behandlung mit Synarela darf erst nach Ausschluss einer Schwangerschaft eingeleitet

werden. Bei Eintreten einer Schwangerschaft während der Behandlung muss Synarela

sofort abgesetzt werden.

Zur erforderlichen Schwangerschaftsverhütung sollte eine nicht hormonelle Methode

angewandt werden.

Falls eine Behandlung mit Synarela während der Stillzeit unbedingt erforderlich ist, sollte

das Stillen unterbrochen und die Muttermilch verworfen werden, weil unbekannt ist, ob und

gegebenenfalls in welchen Mengen Synarela in die Muttermilch übertritt.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

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Durch das Auftreten von Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.8) kann gegebenenfalls das

Reaktionsvermögen verändert und die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr

sowie zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde

gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10000 bis < 1/1000)

Sehr selten (< 1/10000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Aufgrund des Entzugs von Östrogenen und demzufolge eines relativ erhöhten Anteils von

Androgenen kann es insbesondere zu den typischen klimakterischen Beschwerden

kommen. Zu Beginn der Behandlung mit Synarela kann es zu einer vorübergehenden

Verstärkung der Symptome einer Endometriose kommen.

Es sind Symptome, wie Schmerzen im Brustbereich, Pruritus, Exanthem, Kurzatmigkeit und

Urtikaria, die auf eine Arzneimittelüberempfindlichkeit hinweisen, aufgetreten.

Untersuchungen

Häufig:

Abnahme der Knochendichte

Gelegentlich:

Anstieg des Cholesterins und der Triglyzeride im Serum

Sehr selten:

Abnahme der Zahl der Leukozyten

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig:

Arzneimittelüberempfindlichkeit (Schmerzen im Brustbereich,

Dyspnoe, Pruritus, Exanthem, Urtikaria)

Endokrine Erkrankungen

Häufig:

Östrogenmangel

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig:

Gewichtszunahme

Häufig:

Gewichtsabnahme

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig:

Kopfschmerzen

Häufig:

Parästhesie

Sehr selten:

Migräne, Gedächtnisstörungen, Schwindel

Gefäßerkrankungen

Sehr häufig:

Hitzewallungen

Häufig:

Hypertonie, Hypotonie

Augenerkrankungen

Sehr selten:

Sehstörungen

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr häufig:

Rhinitis

Gelegentlich:

Reizung der Nasenschleimhaut

Sehr selten:

Stimmveränderungen

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Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich:

Übelkeit

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig:

Akne, Seborrhoe

Häufig:

Hirsutismus

Gelegentlich:

Alopezie

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig:

Muskelschmerzen

Gelegentlich:

Gelenkschmerzen

Sehr selten:

Rückenschmerzen, Gliederschmerzen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig:

Ödeme

Gelegentlich:

Schwitzen

Selten:

Schwäche, Müdigkeit

Sehr selten:

Herzklopfen

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig:

Atrophie der Brust, trockene Vagina

Häufig:

Artifizielle Menopause, Durchbruch-/Schmierblutungen

Gelegentlich:

Zunahme der Brustgröße, vaginaler Ausfluss, Ovarialzysten

Sehr selten:

Unterbauchschmerzen

Nicht bekannt:

ovarielles Hyperstimulationssyndrom

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr häufig:

Stimmungsschwankungen, Abnahme der Libido

Häufig:

Schlafstörungen, Depressionen, Zunahme der Libido

Gelegentlich:

Nervosität

Unter der Behandlung kann ein Verlust von Knochenmasse auftreten, der sich 6 Monate

nach Behandlungsende nicht in allen dokumentierten Fällen zurückgebildet hat.

Ferner sind unter der Therapie mit Synarela Ovarialzysten beobachtet worden, vor allem in

Verbindung mit PCO-Syndrom und während der ersten 2 Monate der Behandlung. Bei der

In-vitro-Fertilisation wurden die Zysten weniger häufig beobachtet, wenn die Behandlung mit

Synarela in der lutealen Phase des Zyklus begann. Spontanauflösung innerhalb von 4 bis

6 Wochen tritt auf, in Einzelfällen kann jedoch die Einstellung der Pharmakotherapie

und/oder chirurgische Intervention notwendig werden.

Während einer Stimulationsbehandlung der Ovarien muss, besonders bei hohen

Östrogenspiegeln und einer großen Anzahl von Follikeln, die Möglichkeit eines ovariellen

Hyperstimulationssyndroms (OHSS) in Betracht gezogen werden. Erste Anzeichen einer

ovariellen Hyperstimulation sind Schmerzen im Abdomen, eventuell verbunden mit Übelkeit,

Brechreiz und Gewichtszunahme. In schweren, jedoch seltenen Fällen kann ein OHSS mit

deutlich vergrößerten Ovarien, Aszites, Hydrothorax, Störungen des Mineralhaushalts,

Hämokonzentration, Nieren- und Leberfunktionsstörungen sowie auch ernsteren

thromboembolischen Komplikationen auftreten.

Zur Vermeidung eines OHSS sollten die Östrogenspiegel kontrolliert und das

Follikelwachstum sonographisch überwacht werden. Treten Symptome einer

Hyperstimulation auf, empfiehlt es sich, die Behandlung mit Gonadotropinen zu beenden.

Die Behandlung mit Synarela sollte jedoch noch einige Tage fortgeführt werden, um das

Auftreten einer spontanen LH-Welle zu verhindern, die als Auslöser für das OHSS

angesehen wird. In einzelnen Fällen kann unter Abwägung von Nutzen und Risiko die

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Therapie mit Gonadotropinen und Synarela fortgesetzt werden. Die gewonnenen und

fertilisierten Oozyten sollten dann jedoch zunächst tiefgefroren werden, um den Verlauf des

OHSS durch Vermeidung einer aktuellen Schwangerschaft zu mildern. Besonders

gefährdet, ein OHSS zu entwickeln, sind Frauen, die am Syndrom der polyzystischen

Ovarien leiden. Beim Einsatz von Synarela zur Desensibilisierung und Down-Regulation der

hypophysär-gonadalen Achse wurde nach Anwendung von Gonadotropinen gelegentlich

über das Auftreten eines OHSS berichtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Im Falle einer akzidentiellen Einnahme von Synarela wird der Wirkstoff Nafarelin im

Gastrointestinaltrakt durch Peptidasen abgebaut und dadurch inaktiviert. Ein spezifisches

Antidot ist nicht bekannt. Bei einer Überdosierung sollten entsprechend der Symptome

unterstützende Maßnahmen ergriffen werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Gonadotropin-Releasing-Hormon-Analogon (Agonist)

ATC-Code: H01CA02

Nafarelin, ein synthetisches Dekapeptid, ist ein Analogon des natürlich vorkommenden

Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH).

Wird Nafarelin als Einzeldosis verabreicht, so stimuliert es die Freisetzung der

hypophysären Gonadotropine (LH und FSH), wodurch es zu einer Steigerung der ovariellen

und testikulären Steroidgenese kommt. Zu Beginn der Behandlung mit Synarela kann es

daher zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der Symptome einer Endometriose

kommen. Unter Mehrfachdosierung lässt diese Reaktion mehr und mehr nach. Nach 3 bis

4 Wochen bewirkt die tägliche Behandlung eine Verringerung der Sekretion hypophysärer

Gonadotropine, und/oder es werden Gonadotropine mit verringerter biologischer Wirkung

freigesetzt. Hierdurch wird die gonadale Steroidgenese supprimiert und in der Folge tritt ein

menopausaler Zustand ein.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach intranasaler Applikation gelangt Nafarelin schnell in den Blutkreislauf. Maximale

Plasmakonzentrationen werden innerhalb von 20 Minuten nach Applikation erreicht. Die

Plasmahalbwertszeit beträgt bei Erwachsenen etwa 4 Stunden.

Die nasale Absorption von Nafarelin wird durch Rhinitiden nicht signifikant beeinflusst.

Hingegen wurde sie herabgesetzt, wenn 30 Minuten zuvor topische Dekongestiva

verabreicht wurden (siehe Abschnitt 4.5).

Anhand von In-vitro-Studien konnte gezeigt werden, dass Nafarelin zu 78 bis 84 % an

humanes Plasmaprotein bindet, wobei die Bindung bevorzugt an Albumin erfolgt.

Natürliches GnRH weist eine 22- bis 25%ige Proteinbindung auf.

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Nafarelin kumuliert nicht und wird zu jeweils etwa 50 % sowohl hepatisch als auch renal

eliminiert, hauptsächlich in Form unwirksamer Metaboliten.

Bioverfügbarkeit

Die Bioverfügbarkeit von intranasal verabreichtem Nafarelin beträgt etwa 3 %.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Zur Untersuchung der akuten Toxizität wurde Nafarelin Mäusen, Ratten, Hunden und Affen

subkutan, Ratten und Mäusen intraperitoneal sowie Ratten auch intramuskulär verabreicht

(Dosisbereich 0 bis 500

g/kg Körpergewicht). Die verabreichten Dosen führten bei keiner

der behandelten Tierarten zum Tod. Pathologische bzw. histopathologische Veränderungen

wurden nur bei der Ratte beobachtet. Die Befunde betrafen die Reproduktionsorgane (siehe

auch Hinweise zur chronischen Toxizität).

Chronische Toxizität

Bei Untersuchungen zur subchronischen Toxizität an Kaninchen (intravenös), Affen

(subkutan, nasal) und Hunden (intravenös, nasal) wurden keine toxischen Effekte

beobachtet. Es kam zu Dysfunktion und Atrophie der männlichen und weiblichen

Reproduktionsorgane.

Untersuchungen zur chronischen Toxizität von Nafarelin an Ratten und Affen mit

intramuskulärer Applikation verursachten keine toxischen Effekte. Die pharmakologisch-

hormonelle Wirkung auf das männliche und weibliche Reproduktionssystem zeigte sich z. B.

in Form einer Hyperplasie der Leydigzellen. Die Befunde waren teilweise reversibel.

Es gibt Hinweise aus präklinischen Untersuchungen, dass Benzalkoniumchlorid

konzentrations- und zeitabhängig einen hemmenden Effekt auf die Zilienmotilität bis hin

zum irreversiblen Stillstand sowie histopathologische Veränderungen der

Nasenschleimhaut auslösen kann.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

In Langzeituntersuchungen an Nagetieren (Maus, Ratte) bei parenteraler Applikation von

Nafarelin wurden, wie auch bei anderen GnRH-Agonisten, Hyperplasien und Neoplasien der

endokrinen Organe, einschließlich am Hypophysenvorderlappen (Adenome und

Karzinome), beobachtet. Tumoren der Pankreasinselzellen, des Nebennierenrindenmarks,

der Testes und Ovarien wurden nur in Langzeituntersuchungen bei Ratten beobachtet. Es

wurde keine Metastasierung dieser Tumoren beobachtet. In Untersuchungen an Affen, mit

einer Dauer über 1 Jahr mit hohen Dosen von Nafarelin, wurden keine Tumorentwicklung

oder Gewebeproliferationen beobachtet.

Ausreichende Untersuchungen ergaben für Nafarelin keine Hinweise auf ein mutagenes

Potenzial.

Reproduktionstoxizität

Die umfassenden Fertilitäts- und Teratogenitätsprüfungen zeigten Wirkungen, wie sie von

GnRH-Agonisten erwartet werden können.

Bei intramuskulärer Verabreichung an Ratten vom 6. bis 15. Tag der Trächtigkeit in Dosen

von 0,4; 1,6 und 6,4

g/kg Körpergewicht/Tag (entspricht dem bis zu 10-Fachen der

empfohlenen Dosierung) zeigten 4 von 80 Feten in der Gruppe mit der höchsten Dosierung

Anomalien, die jedoch bei einer Wiederholung der Studie nicht zu beobachten waren.

Weitere Studien mit Mäusen und Kaninchen ergaben ebenfalls keine Hinweise für eine

Zunahme fetaler Anomalien. Bei Ratten waren eine dosisabhängige Zunahme der fetalen

Mortalität und in der Gruppe mit der höchsten Dosierung ferner eine Gewichtsabnahme der

Feten zu beobachten.

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Der Einfluss auf die Reproduktionsfunktion war reversibel nach Abbruch einer 6-monatigen

Behandlung.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Benzalkoniumchlorid, gereinigtes Wasser, Sorbitol (Ph. Eur.), Essigsäure 99 %,

Natriumchlorid

6.2

Inkompatibilitäten

Keine bekannt

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen: 4 Wochen

Das Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Stehend und bei Raumtemperatur aufbewahren.

Nicht über 30 °C lagern. Nicht einfrieren. Sprayflasche im Umkarton aufbewahren, um den

Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Sprayflasche aus Typ-I-Glas mit PVC-Ummantelung mit 8 ml Nasenspray, Lösung

Originalpackungen mit 8 ml Nasenspray, Lösung (N1)

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7.

INHABER DER ZULASSUNG

PHARMACIA GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 030 550055-51000

Fax: 030 550054-10000

Mitvertreiber

PFIZER PHARMA GmbH

Linkstr. 10

10785 Berlin

Tel.: 030 550055-51000

Fax: 030 550054-10000

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8.

ZULASSUNGSNUMMER

32308.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/ VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung 06. September 1995

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung 23. Oktober 2001

10.

STAND DER INFORMATION

Oktober 2014

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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