Synacthen Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Tetracosactidhexaacetat
Verfügbar ab:
Alfasigma S.p.A. - Geschäftsanschrift -
ATC-Code:
H01AA02
INN (Internationale Bezeichnung):
Tetracosactid hexaacetat
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Tetracosactidhexaacetat 0.28mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6094745.00.01

Synacthen PIL_DE

12.2018

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Synacthen

250 Mikrogramm Injektionslösung

Tetracosactidhexaacetat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Synacthen

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Synacthen

beachten?

Wie ist Synacthen

anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Synacthen

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Synacthen und wofür wird es angewendet?

Der Wirkstoff von Synacthen ist ein künstlich hergestelltes Molekül mit ähnlicher Wirkung wie das

natürliche Hypophysenvorderlappenhormon ACTH.

Synacthen wird angewendet:

Diagnostisch

bei Verdacht auf Unterfunktion der Nebennierenrinde.

Im Gegensatz zu Synacthen Depot 1 mg kann Synacthen als Injektion in den Muskel (

i.m.

) und in die

Vene (

i.v.

) verabreicht werden.

Therapeutisch

bei West-Syndrom anstelle von Synacthen Depot 1 mg, wenn die

i.v.

Gabe einer

i.m.

Injektion vorzuziehen ist.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Synacthen beachten?

Synacthen darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Tetracosactid und/oder ACTH oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

bei akuten zentralbedingten Störungen psychischer Funktionen (Psychosen);

bei Infektionskrankheiten;

bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren;

bei schwerer Störung des Knochenstoffwechsels (schwere Osteoporose);

bei nicht behandelbarer Herzmuskelschwäche (therapierefraktärer Herzinsuffizienz);

bei Zeichen einer gesteigerten Nebennierenrindentätigkeit (Cushing-Syndrom);

bei einem Krankheitsbild infolge Überproduktion männlicher Steroidhormone durch die

Nebennierenrinde (adrenogenitalem Syndrom);

während der Schwangerschaft und Stillzeit;

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bei Nebennierenrindenunterfunktion infolge einer bestimmten Form einer Blutvergiftung

(Waterhouse-Friderichsen-Syndrom);

bei Nierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz);

bei gefäßbedingter Nierenerkrankung (Nephrosklerose);

bei chronischer Nierenentzündung (Nephritis);

bei Amyloidose;

bei Venenwandentzündung mit Blutpfropfbildung (Thrombophlebitis);

bei Druckgeschwüren (Dekubitalulzera);

bei Tumoren des Nebennierenmarks (Phäochromozytom).

Wegen der erhöhten Gefahr schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktischer Reaktionen)

darf Synacthen nicht zur Behandlung von Asthma oder anderen allergischen Leiden verwendet

werden.

Synacthen darf nicht zur Behandlung der primären Nebennierenrindenunterfunktion (primären

Nebennierenrinden-Insuffizienz) verwendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor Sie Synacthen anwenden.

Bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und mittelschwerem oder schwerem Bluthochdruck muss die

medikamentöse Behandlung des Grundleidens neu eingestellt werden.

Die Behandlung bei unspezifischen Dickdarmentzündungen (ulzerativer Kolitis, Divertikulitis),

größeren Operationen in der Bauchhöhle (frischer intestinaler Anastomosierung),

Nierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz), Bluthochdruck (Hypertonie), Veranlagung für

Thromboembolien, Knochenentkalkung (Osteoporose), krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia

gravis) erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung.

Wenn Sie neben der zu behandelnden Grundkrankheit zu Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien,

insbesondere Asthma) neigen oder an einer allergischen Krankheit leiden, dürfen Sie nur dann mit

Synacthen behandelt werden, wenn andere Maßnahmen nicht zur gewünschten Reaktion führen und

der Schweregrad der Erkrankung es rechtfertigt.

Vor der Anwendung von Synacthen muss sich der Arzt erkundigen, ob Sie an allergischen

Krankheiten – insbesondere an Asthma – leiden oder allgemein zu Allergien neigen. Er sollte sich

auch erkundigen, ob Sie schon früher mit ACTH-Präparaten behandelt wurden, und sich

vergewissern, dass dabei keine Überempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten sind.

Treten während oder nach einer Injektion lokale oder systemische Überempfindlichkeitsreaktionen

auf, wie z. B. starke Hautrötung und Schmerzen an der Injektionsstelle, Nesselsucht (Urtikaria),

Juckreiz (Pruritus), Hitzewallung, ausgeprägtes Unwohlsein, Atemnot (Dyspnoe), so muss Synacthen

abgesetzt werden und ACTH-Präparaten dürfen nicht mehr angewendet werden.

Diese Reaktionen treten vornehmlich innerhalb von 30 Minuten nach der Injektion auf. Sie müssen

deshalb während dieser Zeit unter Beobachtung bleiben.

Kommt es zu einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion (anaphylaktischen Reaktion), so werden

die folgenden Notfallmaßnahmen empfohlen: Adrenalin (0,4–1 ml einer 1‰igen Lösung

i.m.

oder

0,1–0,2 ml einer 1‰igen Lösung in 10 ml physiologischer Kochsalzlösung

langsam

i.v.

) sowie

Kortikosteroide

i.v.

in hohen Dosen (z. B. Prednisolon 1–2 g, evtl. wiederholt).

Bei einer Langzeitbehandlung mit Synacthen kann es zu erhöhtem Augeninnendruck (Glaukom) und

grauem Star (Katarakt) kommen.

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Unter der Behandlung mit Tetracosactid kann es zu psychischen Veränderungen kommen (z.B.

Hochgefühl (Euphorie), Schlafstörungen (Insomnie), Persönlichkeitsveränderungen, schwere

Depression und sogar eindeutig psychotische Symptome). Bestehende emotionelle Instabilität oder

psychotische Tendenzen können verstärkt werden.

Wegen des Risikos einer Hornhautperforation sollte Synacthen bei Patienten mit Herpesinfektion des

Auges (Herpes corneae) nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden.

Synacthen kann eine latente Amöbeninfektion aktivieren. Vor der Anwendung von Synacthen muss

eine Amöbeninfektion (latente oder aktive Amöbiasis) ausgeschlossen werden.

Wenn Synacthen bei Patienten mit latenter Tuberkulose oder positivem Tuberkulintest angewendet

werden muss, ist eine engmaschige Überwachung erforderlich, weil die Reaktivierung einer latenten

Tuberkulose möglich ist. Während der Langzeittherapie sollten diese Patienten eine

Tuberkuloseprophylaxe erhalten.

Wegen der reduzierten Antikörper-Antwort dürfen während der Behandlung mit Synacthen keine

Lebendvirusimpfstoffe wie z.B. die Pockenschutzimpfung verabreicht werden.

Alle anderen Immunisierungen dürfen wegen einer reduzierten Antikörper-Antwort, nur mit

besonderer Vorsicht durchgeführt werden. Durch die Verabreichung von Synacthen kann es

insbesondere bei längerer Anwendung zu einem erhöhten Infektionsrisiko kommen.

Bei Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder einer chronischen

Lebererkrankung (Leberzirrhose) kann Synacthen verstärkt wirken.

Eine Einlagerung von Natrium und Wasser im Organismus (Natrium- und Wasserretention) lässt sich

oft durch eine salzarme Diät vermeiden oder beheben. Bei einer Langzeitbehandlung kann eine

zusätzliche Gabe von Kalium erforderlich sein.

Bei Patienten, die während oder innerhalb eines Jahres nach der Behandlung eine Verletzung erleiden

oder sich einer Operation unterziehen, sollte dem damit verbundenen Stress durch eine Erhöhung der

Dosis oder eine Wiederaufnahme der Therapie mit Synacthen begegnet werden. Möglicherweise

müssen zusätzlich schnell wirkende Corticosteroide verabreicht werden. Zur Kontrolle der jeweiligen

Erkrankung soll stets die geringste wirksame Dosis angewendet werden. Falls die Dosis verringert

werden muss, soll dies schrittweise geschehen. Eine Langzeitbehandlung führt zu einer relativen

Funktionseinschränkung (Insuffizienz) der Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse; diese kann nach

Absetzen der Therapie noch einige Monate lang anhalten. Daher sollte eine angemessene Behandlung

der Nebennierenrinde in Betracht gezogen werden.

Mangelnde diagnostische Genauigkeit

Beim Synacthen-Test kann der Gesamt-Plasmaspiegel von Cortisol nach der Anwendung in

bestimmten klinischen Situationen wegen eines veränderten Transcortin-Spiegels irreführend sein.

Solche Situationen sind zum Beispiel Patienten, die orale Verhütungsmittel nehmen, postoperative

Patienten oder das Vorliegen einer kritischen Erkrankung, einer schweren Lebererkrankung oder eines

nephrotischen Syndroms. Unter diesen Umständen können daher alternative Parameter verwendet

werden, um die Funktion der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA) zu beurteilen

(z. B. Speichel-Cortisol, Transcortin/Cortisol-Verhältnis (FCI), plasmafreies Cortisol).

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern sollte in regelmäßigen Abständen eine Ultraschalluntersuchung des Herzens

(Echokardiographie) durchgeführt werden, weil während der Langzeitbehandlung mit hohen Dosen

ein verstärktes Wachstum des Herzmuskels (myokardiale Hypertrophie) auftreten kann (siehe

Abschnitt 4.)

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Wenn Kinder sorgfältig auf eine individuelle Dosis eingestellt sind, ist es unwahrscheinlich, dass das

Wachstum gehemmt wird. Es sollte dennoch das Wachstum von Kindern während der

Langzeitbehandlung mit Synacthen kontrolliert werden.

Eine schwere Gelbsucht (Ikterus) wurde bei gleichzeitiger Anwendung von Synacthen und Valproat

bei Kindern beobachtet. Diese beiden Mittel dürfen nicht zusammen angewendet werden.

Anwendung von Synacthen zusammen

mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/ anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/ angewendet haben oder beabsichtigen andere

Arzneimittel einzunehmen/ anzuwenden.

Die folgenden Wechselwirkungen können aufgrund der erhöhten Ausschüttung von Gluco- und

Mineralocorticoiden in der Nebennierenrinde auftreten:

Da Synacthen die Produktion von Glucocorticoiden und Mineralocorticoiden in der Nebennierenrinde

erhöht, können Wechselwirkungen auftreten, wie sie auch bei diesen Corticosteroiden bekannt sind.

Verstärkung der Wirkung von Arzneimitteln zur Behandlung der Herzschwäche (Herzglykoside) und

vermehrte Kaliumausscheidung durch harntreibende, blutdrucksenkende Medikamente

(Diuretika/Saluretika).

Abschwächung der Wirkung von Mitteln zur Behandlung der Zuckerkrankheit (Antidiabetika) und

von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (Cumarinderivaten).

Rifampicin (Antibiotikum), Phenytoin (Epilepsiemittel) und Barbiturate (Schlafmittel) können die

Wirkung der vermehrt produzierten Glukokortikoide vermindern.

Die gleichzeitige Gabe von Salicylaten kann das Risiko einer Blutung im Magen-Darm-Trakt

erhöhen.

Eine Verstärkung des steroidalen Effekts von ACTH wurde durch die gleichzeitige Gabe von

Theophyllin und Propranolol beschrieben.

Eine Abschwächung der Cortisolausschüttung wurde für Omeprazol und Dexamethason beschrieben.

Leberschädigungen wurden bei gleichzeitiger Verabreichung von Arzneimitteln zur Behandlung von

Krampfanfällen (Antikonvulsiva, z. B. Phenytoin, Clonazepam, Nitrazepam, Phenobarbital, Primidon)

beschrieben. Daher muss Synacthen bei gleichzeitiger Anwendung mit Vorsicht, in möglichst

geringen Dosen und über einen möglichst kurzen Zeitraum angewendet werden.

Endogene und synthetische Östrogene können zu einem Anstieg des Gesamt-Cortisol-Spiegels führen;

daher wird es als sinnvoll erachtet, für die Interpretation der Ergebnisse der Untersuchung der HPA-

Achsen-Aktivität alternative Methoden anzuwenden (z. B. Speichel-Cortisol, Transcortin/Cortisol-

Verhältnis (FCI), plasmafreies Cortisol).

In künstlichen Testsystemen wurden Wechselwirkungen mit Aminophyllin und Novobiocin

beobachtet.

Bei Patienten, die bereits eine medikamentöse Therapie zur Behandlung von Diabetes mellitus oder

zur Behandlung von mäßigem bis schwerem Bluthochdruck erhalten, muss die Dosierung dieser

Medikamente angepasst werden, wenn eine Behandlung mit Synacthen begonnen wird.

Anwendung von Synacthen zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Synacthen kann unabhängig von einer Mahlzeit angewendet werden.

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Schwangerschaft, Stillzeit

und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Schwangerschaft

Sie dürfen Synacthen während der Schwangerschaft nicht anwenden.

Stillzeit

Sie dürfen Synacthen während der Stillzeit nicht anwenden.

Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Es liegen keine Daten über die Wirkungen von Synacthen auf die Zeugungsfähigkeit und

Gebärfähigkeit vor.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit

verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von

Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell genug reagieren.

Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge. Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge und

Maschinen. Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt.

Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrstüchtigkeit noch weiter verschlechtert.

Synacthen enthält Natrium

Synacthen enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Milliliter, d.h., es ist

nahezu „natriumfrei“.

Auswirkungen bei Dopingkontrollen und bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken:

Die Anwendung von Synacthen kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die

Anwendung von Synacthen als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.

3.

Wie ist Synacthen anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind. Synacthen darf nur unter

medizinischer Überwachung angewandt werden.

Synacthen wird als

i.v.

Injektion oder als Infusion in Glukoselösung (5 % oder 12,5 %) oder

physiologischer Kochsalzlösung (0,9 %) angewendet.

Ringeracetat-Lösung, mannithaltige oder sorbithaltige Lösungen eignen sich nicht.

Es dürfen nur frisch zubereitete Lösungen verwendet werden und die Infusion muss aus

Stabilitätsgründen nach 4 Stunden beendet sein.

Der Inhalt der geöffneten Ampulle muss sofort verwendet werden.

Ein Zusatz von Synacthen zu Blut- und Plasma-Transfusionen ist nicht zweckmäßig, da bei längerem

Kontakt die im Blut enthaltenen Fermente Synacthen abbauen können.

Handhabung der Ampulle:

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Die Anwendungsdauer wird vom behandelnden Arzt festgelegt und sollte nicht eigenständig verändert

werden. Sie richtet sich nach dem klinischen Bild, d. h. die Behandlung ist vom Erkrankungsbild und

der Schwere der Erkrankung abhängig. Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Diagnostisch

bei Verdacht auf Unterfunktion der Nebennierenrinde

Synacthen-Kurztest

Die Konzentration von Cortisol im Plasma wird unmittelbar vor und genau 30 Minuten nach einer

i.m.

oder

i.v.

Injektion von 0,25 mg (1 ml) Synacthen Injektionslösung gemessen.

Beurteilung

Wenn das Plasmacortisol um mindestens 200 nmol/l (70 µg/l) ansteigt, d. h. wenn der Wert 30

Minuten nach der Injektion 500 nmol/l (180 µg/l) übersteigt, darf die Nebennierenrinden-Funktion als

normal angesehen werden. Sämtliche Plasmaproben müssen bis zur Bestimmung des Plasma-Cortisol-

Spiegels im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Synacthen-Infusionstest

Bei unklarem Ergebnis des Kurztestes und zur Bestimmung der Reservekapazität der

Nebennierenrinde ist der Infusionstest angezeigt. Über einen Zeitraum von 4 bis 8 Stunden wird

insgesamt 1 ml Synacthen intravenös infundiert; dabei wird die Entwicklung der

Hydroxykortikosteroide im Plasma gemessen.

Zudem werden möglicherweise die 17-Hydroxykortikosteroide und die 17-Ketosteroide im 24-

Stunden-Urin bestimmt.

Therapeutisch

Synacthen kann anstelle von Synacthen Depot 1 mg angewendet werden, wenn die intravenöse Gabe

einer intramuskulären Injektion vorzuziehen ist.

Dabei soll stets die niedrigste wirksame Dosis von Synacthen ist angewendet werden. Eine

Dosisreduktion muss langsam durchgeführt werden. Eine relative Insuffizienz der Hypophysen-

Nebennierenrinden-Regulation ist nach einer Langzeitbehandlung mit Synacthen möglich und kann

nach Therapieende noch einige Monate anhalten. Eine adäquate Substitutionstherapie ist in diesen

Fällen angezeigt.

Bei operativen Eingriffen oder verletzungsbedingten Stresssituationen während oder bis zu einem

Jahr nach Beendigung der Therapie mit Synacthen kann eine Erhöhung der Dosis oder eine

Wiederaufnahme der Therapie mit Synacthen erforderlich werden.

Ältere Patienten (ab 65 Jahre)

Es gibt keine Daten, die darauf hinweisen, dass eine Dosisanpassung bei älteren Patienten erforderlich

wäre.

Wenn der 30-Minuten-Test (Kurztest) kein eindeutiges Ergebnis liefert, oder wenn das Ziel die

Bestimmung der Reservekapazität der Nebennierenrinde ist, kann der 5-Stunden-Test mit Synacthen

Depot durchgeführt werden.

Farbpunkt nach oben

Ampullenspieß nach unten

abbrechen.

Farbpunkt nach oben

Im Ampullenspieß

befindliche Lösung durch

Klopfen oder Schütteln nach

unten fließen lassen.

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12.2018

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Zur Anwendung bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen wurden keine Studien durchgeführt.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Zur Anwendung bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen wurden keine Studien durchgeführt.

Wenn Sie eine größere Menge von Synacthen angewendet haben, als Sie sollten

Bei Überdosierung können vorübergehend Gewichtszunahme (Wasserretention) oder Zeichen einer

gesteigerten Nebennierenrindentätigkeit (Cushing-Syndrom) auftreten. Synacthen ist dann entweder

für einige Zeit abzusetzen oder niedriger zu dosieren, entweder durch Senkung der Dosis auf die

Hälfte oder durch Verlängerung des zeitlichen Abstands zwischen den Injektionen, z. B. auf 5–7

Tage.

Bei versehentlicher oder beabsichtigter Überdosierung ist Synacthen sofort abzusetzen.

Verständigen Sie sofort Ihren behandelnden Arzt.

Die folgenden Maßnahmen können in Betracht

gezogen werden:

Gabe von kaliumsparenden harntreibenden Mitteln (Diuretika) und evtl. Kalium.

Überwachung von Blutdruck, Wasser- und Elektrolythaushalt.

Ein spezifisches Gegenmittel (Antidot) gibt es nicht. Eine symptomatische Behandlung wird

empfohlen.

Kommt es zu einer schweren anaphylaktischen Reaktion, werden die folgenden Notfallmaßnahmen

empfohlen: Adrenalin (0,4–1 ml einer Lösung von 1‰

i.m.

oder 0,1–0,2 ml einer Lösung von 1‰ in

10 ml physiologischer Kochsalzlösung

langsam

i.v.

) sowie Cortikosteroide

i.v.

in hohen Dosen (z. B.

Prednisolon 1–2 g, evtl. wiederholt).

Wenn Sie die Anwendung von Synacthen vergessen haben

Wenden Sie auf keinen Fall nach einem Anwendungsfehler die doppelte Menge Synacthen oder eine

zusätzliche Einzeldosis an.

Wenn Sie die Anwendung von Synacthen abbrechen

Informieren Sie in jedem Fall umgehend Ihren behandelnden Arzt wenn Sie die Behandlung

unterbrechen oder beenden wollen und nennen Sie ihm bitte die Gründe hierfür (z. B.

Nebenwirkungen). Wenn die Anwendung von Synacthen unterbrochen oder vorzeitig beendet wird,

führt dies dazu, dass sich die ursprünglichen Symptome wieder einstellen. Halten Sie deshalb zuvor

unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen können auf den Wirkstoff Tetracosactid oder

auf die Stimulation der Glucocorticoid- und Mineralocorticoid-Sekretion während der Anwendung

von Synacthen zurückzuführen sein.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig:

weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

Gelegentlich:

weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000 Behandelten

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Selten:

weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10000 Behandelten

Sehr selten:

weniger als 1 von 10000, oder unbekannt

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Bei der Anwendung von Synacthen kann es durch die Erhöhung der Ausschüttung von

Nebennierenrindenhormonen zu Nebenwirkungen kommen, die in ihrer Art den Nebenwirkungen bei

einer Therapie mit Nebennierenrindenhormonen entsprechen.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden nach dem Inverkehrbringen im Rahmen von

Spontanmeldungen und aus Fällen aus der Literatur erhoben.

Da diese Nebenwirkungen auf freiwilliger Basis von einer Population unbestimmter Größe gemeldet

werden, ist eine zuverlässige Einschätzung der Häufigkeit ihres Auftretens nicht möglich. Die

Nebenwirkungen sind nach Systemorganklassen gemäß einer standardisierten Konvention (MedDRA)

geordnet.

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen

Synacthen kann Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen, welche bei Patienten, die an allergischen

Erscheinungen (insbesondere Asthma) leiden oder zu Allergien neigen, vermehrt schwerer Natur

(anaphylaktischer Schock) sind. Die Überempfindlichkeitsreaktionen können Hautreaktionen an der

Injektionsstelle, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Nesselsucht (Urtikaria), Juckreiz (Pruritus),

Hautrötung mit Hitzegefühl (Flush-Syndrom), Unwohlsein, Atemnot (Dyspnoe) sowie allergische,

schmerzhafte Schwellung der Haut und Schleimhaut v.a. im Gesichtsbereich (angioneurotische

Ödeme oder Quincke-Ödeme) umfassen.

Nebenwirkungen als Folge der erhöhten Ausschüttung von Nebennierenrindenhormonen

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Erhöhte Infektanfälligkeit, abgekapselte Eiteransammlung (Abszess).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Erhöhung der Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozytose).

Erkrankungen des Hormonsystems

Zeichen der gesteigerten Nebennierenrindentätigkeit (Cushing-Syndrom), Wachstumsstörungen bei

Kindern, krankhafte Erhöhung des Blutzuckers (Hyperglykämie), Veränderungen von

Zuckerbelastungstests (pathologische Glukosetoleranz), Auftreten einer bestehenden versteckten

Zuckerkrankheit (Manifestation eines latenten Diabetes mellitus), männlicher Behaarungstyp

(Hirsutismus) und Vermännlichung (Virilisierungserscheinungen) bei Frauen, Störungen der

monatlichen Regelblutung (Menstruationsstörungen), Einblutungen in die Nebennieren

(Nebennierenhämorrhagien), sekundäres mangelndes Ansprechen von Nebenniere und Hypophyse,

verringerte Kohlenhydrat-Toleranz.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme, Einlagerung von Wasser und Natrium im Körper (Natrium-

und Wasserretention), verminderter Kalium- bzw. Kalziumgehalt des Blutes (Hypokaliämie,

Hypokalzämie).

Psychiatrische Erkrankungen

Psychische Störungen: Psychosegefahr (Entwicklung von Wahnvorstellungen und Halluzinationen),

Störungen der Stimmung und Schlafstörungen.

Erkrankungen des Nervensystems

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Krampfanfälle, Erhöhung des Schädelinnendrucks (erhöhter intrakranialer Druck mit Papillenödem,

üblicherweise nach der Behandlung), Schwindel, Kopfschmerz.

Augenerkrankungen

Linsentrübung des Auges, so genannter grauer Star (Katarakt), erhöhter Augeninnendruck (Glaukom),

Vordrängung des Augapfels (Exophthalmus), Netzhautveränderungen (Makuladegeneration).

Herzerkrankungen

Blutdruckanstieg, Verschlechterung einer bestehenden Herzschwäche (Dekompensation einer

bestehenden Herzinsuffizienz), umkehrbare Herzmuskelvergrößerung (reversible

Myokardhypertrophie) bei Säuglingen und Kleinkindern, Herzschwäche (dekompensierte

Herzinsuffizienz).

Gefäßerkrankungen

Blutpfropfbildung (Thromboembolien), schwere entzündliche Gefäßerkrankung (nekrotisierende

Vaskulitis), Bluthochdruck (Hypertonie).

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre (peptische Ulzerationen, unter Umständen mit Durchbruch

und Blutung), Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Speiseröhrenentzündungen (ulzerative

Ösophagitis), Blähungen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Wundheilungsstörungen, punktförmige oder flächenhafte Hautblutungen (Petechien und

Ekchymosen), Akne durch Nebennierenrindenhormone (Steroidakne), vermehrte Hautpigmentationen,

vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose), dünne, brüchige Haut (Hautatropie), umschriebene Hautrötung

(Erythem).

Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Verminderung der Knochensubstanz (Osteoporose), Muskelschwäche, Muskelerkrankungen durch

Nebennierenrindenhormone (Steroid-Myopathie), Knochenbrüche ohne direkte Gewalteinwirkung

(pathologische Frakturen von Röhrenknochen und vertebrale Kompressionsfrakturen), nichtinfektiöse

Knochengewebezerstörung (aseptische Hüft- und Humeruskopfnekrosen), Sehnenabrisse

(Sehnenrupturen), Abnahme der Muskelmasse.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nierensteinbildung, Zeichen der Nebennierenfunktionsstörung unter besonderen Belastungen.

Vereinzelt wurden Nierenschäden beschrieben.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Wachstumsverzögerung, Gewichtszunahme, Wundheilungsstörungen

Untersuchungen

Die Ergebnisse von Hauttests können verfälscht sein. Vereinzelt wurde eine Veränderung des

Eiweißstoffwechsels beschrieben.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

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5.

Wie ist Synacthen aufzubewahren?

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C). Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des Monats.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Synacthen enthält

Der Wirkstoff ist:

1 Ampulle mit 1 ml Injektionslösung enthält 280 Mikrogramm Tetracosactidhexaacetat,

entsprechend 250 Mikrogramm Tetracosactid = 25 I.E. ACTH

Die sonstigen Bestandteile sind: Essigsäure 99 %, Natriumacetat-Trihydrat, Natriumchlorid,

Wasser für Injektionszwecke

Wie Synacthen aussieht und Inhalt der Packung

Durchsichtige Glas-Ampullen, Typ I, mit einer klaren farblosen Lösung.

Es sind Packungen mit 1 oder 10 Ampullen erhältlich, sowie

Klinikpackung mit 100 (100 x 1) Ampullen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Alfasigma S.p.A.

Via Ragazzi del ´99 n. 5

40133 Bologna

Italien

Mitvertrieb

Pharmore GmbH

Gildestraße 75

49479 Ibbenbüren

Deutschland

Hersteller

Alfasigma s.p.a.

Via Pontina km 30.400

I-00040 Pomezia (Rom)

Italien

Doppel Farmaceutici srl

Via Volturno, 48

I-20089 Rozzano (Milano)

Synacthen PIL_DE

12.2018

Italien

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2018.

Synacthen SmPC_DE

12.2018

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Synacthen

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Ampulle à 1 ml Injektionslösung enthält 280 Mikrogramm Tetracosactidhexaacetat, entsprechend

250 Mikrogramm Tetracosactid = 25 I.E. ACTH

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Natriumverbindungen

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Klare farblose Injektionslösung

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Diagnostisch

bei Verdacht auf eine Unterfunktion der Nebennierenrinde.

Im Gegensatz zu

Synacthen Depot 1 mg

kann Synacthen Injektionslösung

i.m.

i.v.

appliziert

werden.

Therapeutisch

beim West-Syndrom anstelle von

Synacthen Depot 1 mg

, wenn die

i.v.

Gabe einer

i.m.

Injektion vorzuziehen ist.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Diagnostisch

bei Verdacht auf Unterfunktion der Nebennierenrinde.

Synacthen-Kurztest

Die Konzentration von Cortisol im Plasma wird unmittelbar vor und exakt 30 Minuten nach einer

i.m.

oder

i.v.

Injektion von 1 ml Synacthen Injektionslösung

(entsprechend 250 Mikrogramm

Tetracosactid) gemessen.

Beurteilung

Wenn das Plasmacortisol um mindestens 200 nmol/l (70 µg/l) ansteigt, d. h. wenn der Wert

30 Minuten nach der Injektion 500 nmol/l (180 µg/l) übersteigt, darf die Nebennierenrinden-Funktion

als normal angesehen werden. Sämtliche Plasmaproben müssen bis zur Bestimmung des Plasma-

Cortisol-Spiegels im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Synacthen-Infusionstest

Bei unklarem Ergebnis des Kurztestes und zur Bestimmung der Reservekapazität der

Nebennierenrinde ist der Infusionstest angezeigt. Über einen Zeitraum von 4 bis 8 Stunden wird

insgesamt 1 ml Synacthen intravenös infundiert; dabei wird die Entwicklung der

Hydroxykortikosteroide im Plasma gemessen.

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Zudem werden möglicherweise die 17-Hydroxykortikosteroide und die 17-Ketosteroide im

24-Stunden-Urin bestimmt.

Therapeutisch

Synacthen Injektionslösung kann anstelle von Synacthen Depot 1 mg angewendet werden, wenn die

intravenöse Gabe einer intramuskulären Injektion vorzuziehen ist.

Dabei soll stets die niedrigste wirksame Dosis von Synacthen angewendet werden. Eine

Dosisreduktion muss langsam durchgeführt werden. Eine relative Insuffizienz der Hypophysen-

Nebennierenrinden-Regulation ist nach einer Langzeitbehandlung mit Synacthen möglich und kann

nach Therapieende noch einige Monate anhalten. Eine adäquate Substitutionstherapie ist in diesen

Fällen angezeigt.

Bei operativen Eingriffen oder verletzungsbedingten Stresssituationen während oder bis zu einem

Jahr nach Beendigung der Therapie mit Synacthen kann eine Erhöhung der Dosis oder eine

Wiederaufnahme der Therapie mit Synacthen erforderlich werden.

Spezielle Patientengruppen

Geriatrische Patienten (ab 65 Jahre)

Es gibt keine Daten, die darauf hinweisen, dass eine Dosisanpassung bei älteren Patienten erforderlich

wäre.

Wenn der 30-Minuten-Test (Kurztest) kein eindeutiges Ergebnis liefert, oder wenn das Ziel die

Bestimmung der Reservekapazität der Nebennierenrinde ist, kann der 5-Stunden-Test mit Synacthen

Depot durchgeführt werden.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Zur Anwendung bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen wurden keine Studien durchgeführt.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Zur Anwendung bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen wurden keine Studien durchgeführt.

Art der Anwendung

Synacthen Injektionslösung

wird als

i.v.

Injektion oder als Infusion in Glukoselösung (5 % oder

12,5 %) oder physiologischer Kochsalzlösung (0,9 %) angewendet.

Ringeracetat-Lösung, mannithaltige oder sorbithaltige Lösungen eignen sich nicht.

Es dürfen nur frisch zubereitete Lösungen verwendet werden und die Infusion muss aus

Stabilitätsgründen nach 4 Stunden beendet sein.

Der Inhalt der geöffneten Ampulle muss sofort verwendet werden.

Die Synacthen Injektionslösung eignet sich nicht als Zusatz zu Blut- und Plasma-Transfusionen, da

bei längerem Kontakt die im Blut enthaltenen Fermente den Wirkstoff von Synacthen abbauen

können.

Die Anwendungsdauer richtet sich nach dem Krankheitsbild.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Tetracosactid und/oder ACTH oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile;

akute Psychosen;

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Infektionskrankheiten;

Magen- und Duodenalulzera;

schwere Osteoporose;

therapiefraktäre Herzinsuffizienz;

Cushing-Syndrom;

adrenogenitales Syndrom;

Schwangerschaft und Stillzeit;

Waterhouse-Friderichsen-Syndrom;

Niereninsuffizienz;

Nephrosklerose;

chronische Nephritis;

Amyloidose;

Thrombophlebitis;

Dekubitalulzera;

Phäochromocytom.

Wegen des erhöhten Risikos anaphylaktischer Reaktionen darf Synacthen nicht zur Behandlung von

Asthma oder anderen allergischen Affektionen verwendet werden.

Synacthen darf nicht zur Behandlung einer primären Nebennierenrinden-Insuffizienz verwendet

werden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Synacthen darf nur unter medizinischer Überwachung angewendet werden.

Bei Diabetes mellitus und mittelschwerer oder schwerer Hypertonie muss die medikamentöse

Behandlung des Grundleidens neu eingestellt werden.

Die Behandlung bei unspezifischer ulzerativer Kolitis, Divertikulitis, frischer intestinaler

Anastomosierung, Niereninsuffizienz, Hypertonie, Disposition für Thromboembolien, Osteoporose

und Myasthenia gravis erfordert eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung.

Patienten, die neben der zu behandelnden Grundkrankheit zu Allergien (insbesondere Asthma) neigen

oder an einer allergischen Krankheit leiden, dürfen nur dann mit Synacthen behandelt werden, wenn

andere Maßnahmen nicht zur gewünschten Reaktion führen und der Schweregrad der Erkrankung es

rechtfertigt.

Auch der Synacthen-Test darf bei diesen Allergikern nur dann durchgeführt werden, wenn vorher

noch keine ACTH-Präparate verabreicht worden sind. Auf jeden Fall aber muss der Arzt darauf

vorbereitet sein, einer etwaigen anaphylaktischen Reaktion nach der Injektion von Synacthen sofort

zu behandeln.

Vor der diagnostischen oder therapeutischen Anwendung von Synacthen muss sich der Arzt

erkundigen, ob der Patient an allergischen Krankheiten – insbesondere Asthma – leidet oder

allgemein zu Allergien neigt. Er sollte sich auch erkundigen, ob der Patient schon früher mit

ACTH-Präparaten behandelt worden ist, und sich vergewissern, dass dabei keine

Überempfindlichkeitsreaktionen aufgetreten sind.

Treten während oder nach einer Injektion lokale oder systemische Überempfindlichkeitsreaktionen

auf, wie z. B. starke Hautrötung und Schmerzen an der Injektionsstelle, Urtikaria, Juckreiz,

Hitzewallung, ausgeprägtes Unwohlsein, Dyspnoe oder Atemnot, so muss Synacthen abgesetzt

werden und ACTH-Präparate dürfen nicht mehr angewendet werden. Diese Reaktionen treten

vornehmlich innerhalb von 30 Minuten nach der Injektion auf. Der Patient muss deshalb während

dieser Zeit überwacht werden.

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Kommt es zu einer schweren anaphylaktischen Reaktion, werden die folgenden Notfallmaßnahmen

empfohlen: Adrenalin (0,4 - 1 ml einer Lösung von 1‰

i. m.

oder 0,1 - 0,2 ml einer Lösung von 1‰

in 10 ml physiologischer Kochsalzlösung

langsam

i. v.

) sowie Corticosteroide

i. v.

in hohen Dosen (z.

B. Prednisolon 1 - 2 g, evtl. wiederholt. Siehe Abschnitt 4.9).

Bei einer Langzeitbehandlung mit Synacthen kann sich ein Glaukom und Katarakt entwickeln.

Unter der Behandlung mit Tetracosactid kann es zu psychischen Veränderungen kommen (z.B.

Euphorie, Insomnie, Stimmungsschwankungen, Persönlichkeitsveränderungen, schwere Depression

und sogar eindeutig psychotische Symptome). Bestehende emotionelle Instabilität oder psychotische

Tendenzen können verstärkt werden.

Wegen des Risikos einer Hornhautperforation sollte Synacthen bei Patienten mit Herpes corneae nur

mit äußerster Vorsicht angewendet werden.

Synacthen kann eine latente Amöbiasis aktivieren. Vor der Anwendung von Synacthen muss daher

eine latente oder aktive Amöbiasis ausgeschlossen werden.

Wenn Synacthen bei Patienten mit latenter Tuberkulose oder positivem Tuberkulintest angewendet

werden muss, ist eine engmaschige Überwachung erforderlich, weil die Reaktivierung einer latenten

Tuberkulose möglich ist. Während einer Langzeittherapie sollten diese Patienten eine

Tuberkuloseprophylaxe erhalten.

Wegen der reduzierten Antikörper-Antwort dürfen während der Behandlung mit Synacthen keine

Lebendvirusimpfstoffe wie z.B. die Pockenschutzimpfung verabreicht werden.

Alle anderen Immunisierungen dürfen wegen einer reduzierten Antikörper-Antwort nur mit

besonderer Vorsicht durchgeführt werden. Durch die Verabreichung von Synacthen kann es

insbesondere bei längerer Anwendung zu einem erhöhten Infektionsrisiko kommen.

Bei Kindern sollte in regelmäßigen Abständen eine Echokardiographie durchgeführt werden, weil

während einer Langzeitbehandlung mit hohen Dosen eine myokardiale Hypertrophie auftreten kann

(siehe Abschnitt 4.8).

Wenn die Patienten sorgfältig auf eine individuelle Dosis eingestellt sind, ist es unwahrscheinlich,

dass das Wachstum von Kindern gehemmt wird. Dennoch muss das Wachstum von Kindern während

einer Langzeitbehandlung überwacht werden.

Bei Patienten mit einer Hypothyreose oder einer Leberzirrhose kann Synacthen verstärkt wirken.

Eine Natrium- und Wasserretention lässt sich oft durch eine salzarme Diät vermeiden oder beheben.

Bei einer Langzeitbehandlung kann eine zusätzliche Gabe von Kalium erforderlich sein.

Bei Patienten, die während oder innerhalb eines Jahres nach der Behandlung eine Verletzung erleiden

oder sich einer Operation unterziehen, sollte dem damit verbundenen Stress durch eine Erhöhung der

Dosis oder eine Wiederaufnahme der Therapie mit Synacthen begegnet werden. Möglicherweise

müssen zusätzlich schnell wirkende Corticosteroide verabreicht werden. Zur Kontrolle der jeweiligen

Erkrankung soll stets die geringste wirksame Dosis angewendet werden. Falls die Dosis verringert

werden muss, soll dies schrittweise geschehen. Eine Langzeitbehandlung führt zu einer relativen

Insuffizienz der Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse; diese kann nach Absetzen der Therapie noch

einige Monate lang anhalten. Daher sollte eine angemessene Behandlung der Nebennierenrinde in

Betracht gezogen werden.

Die Anwendung von Synacthen kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die

Anwendung von Synacthen als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.

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Synacthen enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro 1 ml.

Mangelnde diagnostische Genauigkeit

Beim Synacthen-Test kann der Gesamt-Plasmaspiegel von Cortisol nach der Anwendung in

bestimmten klinischen Situationen wegen eines veränderten Transcortin-Spiegels irreführend sein.

Solche Situationen sind zum Beispiel Patienten, die orale Verhütungsmittel nehmen, postoperative

Patienten oder das Vorliegen einer kritischen Erkrankung, einer schweren Lebererkrankung oder eines

nephrotischen Syndroms. Unter diesen Umständen können daher alternative Parameter verwendet

werden, um die Funktion der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA) zu beurteilen

(z. B. Speichel-Cortisol, Transcortin/Cortisol-Verhältnis (FCI), plasmafreies Cortisol).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die folgenden Wechselwirkungen können aufgrund der erhöhten Sekretion von Gluco- und

Mineralocorticoiden in der Nebennierenrinde auftreten:

Da Synacthen die Produktion von Glucocorticoiden und Mineralocorticoiden in der Nebennierenrinde

erhöht, können Wechselwirkungen auftreten, wie sie auch bei diesen Corticosteroiden bekannt sind.

Verstärkung der Wirkung von Herzglykosiden und vermehrte Kaliumausscheidung durch

Diuretika/Saluretika.

Abschwächung der Wirkung von Antidiabetika und Cumarinderivaten.

Rifampicin, Phenytoin und Barbiturate können die Wirkung der sezernierten Glukokortikoide

vermindern.

Die gleichzeitige Gabe von Salicylaten kann das Risiko gastrointestinaler Blutungen erhöhen.

Eine Verstärkung des steroidalen Effekts von ACTH wurde nach der gleichzeitigen Gabe von

Theophyllin oder Propranolol beschrieben.

Eine Abschwächung der Cortisolausschüttung wurde für Omeprazol und Dexamethason beschrieben.

Leberschädigungen wurden bei einer begleitenden Behandlung mit Antikonvulsiva (z. B. Phenytoin,

Clonazepam, Nitrazepam, Phenobarbital, Primidon) beschrieben. Daher muss Synacthen bei

gleichzeitiger Anwendung mit Vorsicht in möglichst geringen Dosen und über einen möglichst kurzen

Zeitraum angewendet werden.

Endogene und synthetische Östrogene können zu einem Anstieg des Gesamt-Cortisol-Spiegels führen;

daher wird es als sinnvoll erachtet, für die Interpretation der Ergebnisse der Untersuchung der HPA-

Achsen-Aktivität alternative Methoden anzuwenden (z. B. Speichel-Cortisol, Transcortin/Cortisol-

Verhältnis (FCI), plasmafreies Cortisol).

Ein schwerer Ikterus wurde bei gleichzeitiger Anwendung von Synacthen und Valproat bei Kindern

beobachtet. Diese beiden Mittel dürfen nicht zusammen angewendet werden.

In vitro

wurden Wechselwirkungen mit Aminophyllin und Novobiocin beobachtet.

Bei Patienten, die bereits eine medikamentöse Therapie zur Behandlung von Diabetes mellitus oder

zur Behandlung von mäßigem bis schwerem Bluthochdruck erhalten, muss die Dosierung dieser

Medikamente angepasst werden, wenn eine Behandlung mit Synacthen begonnen wird.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

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Fertilität

Es liegen keine Daten über die Wirkungen von Tetracosactidhexaacetat und seinen Metaboliten auf

die Fertilität vor.

Schwangerschaft

Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Tetracosactidhexaacetat bei Schwangeren

vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das

potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Daher ist Synacthen in der Schwangerschaft

kontraindiziert.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Tetracosactid mit der Muttermilch ausgeschieden wird und beim Säugling zu

unerwünschten Wirkungen führen kann, doch ist das bei den durch diesen Wirkstoff vermehrt

freigesetzten Glukokortikoiden der Fall. Wegen des ungeklärten Risikos für den Säugling ist

Synacthen auch in der Stillzeit kontraindiziert.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Synacthen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern,

dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen

beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAWs) können auf Tetracosactid oder auf die Stimulation der

Glucocorticoid- und Mineralocorticoid-Sekretion während der Anwendung von Synacthen

zurückzuführen sein.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig

1/10)

Häufig

1/100, < 1/10)

Gelegentlich

1/1.000, < 1/100)

Selten

1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Durch die Stimulation der Gluko- und Mineralokortikoidsekretion kann es zu Nebenwirkungen

kommen, die qualitative den Nebenwirkungen einer Kortikoidtherapie entsprechen.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden nach dem Inverkehrbringen im Rahmen von

Spontanmeldungen und aus Fällen aus der Literatur erhoben.

Da diese Nebenwirkungen auf freiwilliger Basis von einer Population unbestimmter Größe gemeldet

werden, ist eine zuverlässige Einschätzung der Häufigkeit ihres Auftretens nicht möglich. Die

Nebenwirkungen sind nach Systemorganklassen gemäß MedDRA-Konvention geordnet.

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen

Synacthen kann Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen, welche bei Patienten, die an allergischen

Erscheinungen (insbesondere Asthma) leiden oder zu Allergien neigen, vermehrt schwerer Natur

(anaphylaktischer Schock) sind. Die Überempfindlichkeitsreaktionen können Hautreaktionen an der

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Injektionsstelle, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Urtikaria, Pruritus, Flush-Syndrom, Unwohlsein,

Dyspnoe sowie angioneurotische Ödeme oder Quincke-Ödeme umfassen.

Nebenwirkungen als Folge der erhöhten Ausschüttung von Nebennierenrindenhormonen

Infektionen und parasitaere Erkrankungen

Erhöhte Infektanfälligkeit, Abszess

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Leukozytose

Endokrine Erkrankungen

Cushing-Syndrom, Wachstumsstörungen bei Kindern, Hyperglykämie, pathologische

Glukosetoleranz, Manifestation eines latenten Diabetes mellitus, Hirsutismus und

Virilisierungserscheinungen bei Frauen, Menstruationsstörungen, Nebennierenhämorrhagien,

sekundäres mangelndes Ansprechen von Nebenniere und Hypophyse, verringerte Kohlenhydrat-

Toleranz.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme, Natrium- und Wasserretention, Hypokaliämie,

Hypokalzämie.

Psychiatrische Erkrankungen

Psychische Störungen: Psychosegefahr (Entwicklung von Wahnvorstellungen und Halluzinationen),

Störungen der Stimmung und Schlafstörungen.

Erkrankungen des Nervensystems

Krampfanfälle, erhöhter intrakranialer Druck mit Papillenödem (üblicherweise nach Therapie),

Schwindel, Kopfschmerz.

Augenerkrankungen

Kataraktentwicklung, erhöhter Augeninnendruck, Glaukom, Exophthalmus, Makuladegeneration.

Herzerkrankungen

Blutdruckanstieg, Dekompensation einer bestehenden Herzinsuffizienz, reversible

Myokardhypertrophie bei Säuglingen und Kleinkindern, dekompensierte Herzinsuffizienz.

Gefäßerkrankungen

Thromboembolien, nekrotisierende Vaskulitis, Hypertonie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Peptische Ulzerationen (unter Umständen mit Perforation und Blutungen), Pankreatitis, ulzerative

Ösophagitis, Blähungen.

Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Wundheilungsstörungen, Petechien und Ekchymosen, Steroidakne, Hyperpigmentation der Haut,

Hyperhidrose, dünne, brüchige Haut (Hautatrophie), Erythem.

Sklelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Osteoporose, Muskelschwäche, Steroid-Myopathie, pathologische Frakturen von Röhrenknochen,

aseptische Hüft- und Humeruskopfnekrosen sowie vertebrale Kompressionsfrakturen,

Sehnenrupturen, Abnahme der Muskelmasse.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

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Nierensteinbildung, Zeichen der Nebenniereninsuffizienz unter besonderen Belastungen, vereinzelt

wurden Nierenschäden beschrieben.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Wachstumsverzögerung, Gewichtszunahme, Wundheilungsstörungen

Untersuchungen

Die Ergebnisse von Hauttests können verfälscht sein. Vereinzelt wurde eine negative Stickstoffbilanz

durch Proteinkatabolisierung beschrieben.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome der Intoxikation

Fälle von akuter Vergiftung sind nicht bekannt.

Anzeichen und Symptome

Bei Überdosierung können vorübergehend Wasserretention (Gewichtszunahme) oder Zeichen einer

gesteigerten Nebennierenrindentätigkeit (Cushing-Syndrom) auftreten. Synacthen ist dann entweder

für einige Zeit abzusetzen oder niedriger zu dosieren, entweder durch Senkung der Dosis auf die

Hälfte oder durch Verlängerung des Intervalls zwischen den Injektionen, z. B. auf 5–7 Tage.

Management

Ein spezifisches Antidot gibt es nicht. Eine symptomatische Behandlung ist angezeigt.

Gabe von kaliumretinierenden Diuretika und evtl. Kalium.

Überwachung von Blutdruck, Wasser- und Elektrolythaushalt.

Kommt es zu einer schweren anaphylaktischen Reaktion, werden die folgenden Notfallmaßnahmen

empfohlen: Adrenalin (0,4–1 ml einer Lösung von 1‰

i.m.

oder 0,1–0,2 ml einer Lösung von 1‰ in

10 ml physiologischer Kochsalzlösung

langsam

i.v.

) sowie Cortikosteroide

i.v.

in hohen Dosen (z. B.

Prednisolon 1–2 g, evtl. wiederholt).

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Hypophysenvorderlappenhormone und Analoga – ACTH,

ATC-Code: H01AA02

Wirkmechanismus/Pharmakodynamik (PD)

Synacthen ist das erste synthetisch hergestellte Präparat mit ACTH-Wirkung. Tetracosactid, der

Wirkstoff von Synacthen, besteht aus den ersten 24 Aminosäuren des natürlichen ACTH

(Corticotrophin). Wie ACTH stimuliert es die adrenokortikale Produktion von Gluko- und

Mineralokortikoiden, und in einem geringeren Maß die Produktion von Androgenen. Die

pharmakologische Aktivität unterscheidet sich von den Glukokortikoiden, da das Gewebe einem eher

physiologischen Spektrum von Kortikosteroiden exponiert ist.

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Der Wirkungsort von ACTH ist die Plasmamembran der adrenokortikalen Zellen, wo es an einen

spezifischen Rezeptor bindet. Der Hormon-Rezeptor-Komplex aktiviert die Adenylylcyclase,

wodurch die Produktion von zyklischem AMP (Adenosinmonophosphat) stimuliert und in der Folge

die Synthese von Pregnenolon aus Cholesterin gefördert wird. Aus Pregnenolon entstehen auf

verschiedenen enzymatischen Wegen die diversen Corticosteroide.

Synacthen ist von konstanter Zusammensetzung. Es kann daher nach Gewicht dosiert werden.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Tetracosactid wird an der

i. m.

Injektionsstelle rasch resorbiert.

Verteilung

Tetracosactid verteilt sich rasch und konzentriert sich in den Nebennieren und Nieren, was zu einem

schnellen Rückgang des Plasmaspiegels führt.

Es gibt keine Hinweise, dass ACTH an ein bestimmtes Plasmaprotein bindet.

Das sichtbare Verteilungsvolumen von Tetracosactid beträgt rund 0,4 l/kg.

Tetracosactid ist offenbar nicht placentagängig; ob Tetracosactid in die Muttermilch übergeht, ist

nicht bekannt.

Biotransformation

Tetracosactid wird im Serum primär durch Serum-Endopeptidasen wie Trypsin, Plasmin, Thrombin

und Kallikrein zu unwirksamen Oligopeptiden und sekundär durch Aminopeptidasen zu freien

Aminosäuren aufgespalten.

Elimination

Die Halbwertszeiten der Elimination aus dem Plasma betragen in einer ersten, ca. 1 Stunde dauernden

Phase nach

i.v.

Injektion rund 7 Minuten; in der anschließenden, ebenfalls rund 1 Stunde dauernden

Phase etwa 37 Minuten und danach ungefähr 3 Stunden (terminale Phase). 95 - 100 % der

i. v.

β1-

-Corticotropin-

I verabreichten Radioaktivität werden innerhalb von 24 Stunden mit dem Urin

ausgeschieden. Die rasche Elimination aus dem Plasma beruht wahrscheinlich nicht allein auf dieser

relativ langsam verlaufenden Spaltung, sondern eher auf einer raschen Anreicherung des Wirkstoffs

in Nebenniere und Niere.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die subchronische Toxizität (0,3 mg/kg KG/d, 0,01 mg/kg KG/d, i.v.) wurde über 6 Wochen an

Hunden untersucht. Die Ergebnisse der Studie lassen den Schluss zu, dass Tetracosactid bis zu

0,3 mg/kg ohne das Auftreten toxischer Effekte toleriert wurde. Dies entspricht dem 6-fachen der

maximalen therapeutischen Dosis bei der Verabreichung an Säuglinge und an Kleinkinder.

Pathologisch-anatomisch fand sich als alleiniger Befund eine dosisabhängige Vergrößerung mit

Gewichtssteigerung der Nebennieren – ein Beweis der ACTH-Wirkung. Bei Anwendung der Depot-

Formulierung sind im Vergleich zur i.v. Injektion niedrigere Plasmaspiegel zu beobachten. Dies führt

zu einer Erhöhung des genannten Sicherheitsfaktors.

Hinsichtlich Reproduktionstoxizität ist Tetracosactid nur unzureichend geprüft: In Mäusen führte eine

Behandlung mit ACTH während d12 und d17 in der Spätphase der Gestation (mit dem 79-fachen der

humanen diagnostischen Dosis, bezogen auf einen Patienten von 60 kg), zu einer erhöhten prä- und

postnatalen Mortalität der Nachkommenschaft und zu einer Reduktion des Körpergewichts bei der

Geburt. Des Weiteren wurden eine verzögerte somatische und neuromuskuläre Entwicklung sowie

eine verzögerte sexuelle Reifung der Nachkommenschaft beobachtet.

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6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Essigsäure 99 %, Natriumacetat-Trihydrat, Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Folgenden Infusionslösungen sollte Synacthen nicht zugesetzt werden: Ringer-Lösung, mannithaltige

und sorbithaltige Lösungen.

Es dürfen nur frisch zubereitete Lösungen verwendet werden, und aus Stabilitätsgründen darf die

Infusionsdauer 4 Stunden nicht überschreiten.

Es wird davon abgeraten, Synacthen als Zusatz zu Blut- und Plasma-Transfusionen zu verwenden, da

es durch die Enzyme im Blut abgebaut werden könnte.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C). Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Durchsichtige Glas-Ampullen, Typ I, mit einer klaren farblosen Lösung.

Es sind Packungen mit 1 (N1) und 10 (N2) Ampullen erhältlich, sowie

Klinikpackung mit 100 (100 x 1) Ampullen.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Alfasigma S.p.A.

Via Ragazzi del ´99 n. 5

40133 Bologna

Italien

8.

ZULASSUNGSNUMMER

6094745.00.01

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Synacthen SmPC_DE

12.2018

Datum der Erteilung der Zulassung 07.05.1965

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung 28.11.2003

10.

STAND DER INFORMATION

12.2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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