Sunitinib Holsten 12,5 mg Hartkapseln

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

21-09-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

21-09-2021

Wirkstoff:
Sunitinib-L-malat
Verfügbar ab:
Holsten Pharma GmbH - Geschäftsanschrift - (3001738)
Darreichungsform:
Hartkapsel
Zusammensetzung:
Sunitinib-L-malat (31912) 16,71 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
7000255.00.00
Berechtigungsdatum:
2021-09-14

Dokumente in anderen Sprachen

MMR MMR - Englisch

08-10-2021

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Sunitinib Holsten 12,5 mg Hartkapseln

Sunitinib Holsten 25 mg Hartkapseln

Sunitinib Holsten 50 mg Hartkapseln

Sunitinib

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Sunitinib Holsten und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Sunitinib Holsten beachten?

Wie ist Sunitinib Holsten einzunehmen>?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Sunitinib Holsten aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Sunitinib Holsten und wofür wird es angewendet?

Sunitinib Holsten enthält den Wirkstoff Sunitinib, einen Proteinkinase-Inhibitor. Es wird zur

Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt, indem es die Wirkung einer bestimmten Gruppe

von Eiweißstoffen, von denen man weiß, dass sie am Wachstum und der Ausbreitung von

Krebszellen beteiligt sind, verhindert.

Sunitinib Holsten wird zur Behandlung von Erwachsenen mit den folgenden Krebsarten eingesetzt:

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST), einer Form von Magen-Darm-Krebs, wenn Imatinib

(ein anderes Krebsmittel) nicht mehr wirkt oder Sie es nicht einnehmen können

Metastasierte Nierenzellkarzinome (mRCC), eine Form von Nierenkrebs, der sich auf andere

Körperregionen ausgebreitet hat

Pankreatische neuroendokrine Tumoren (pNET), ein Krebs der hormonausscheidenden Zellen

der Bauchspeicheldrüse, mit Krankheitsprogression oder wenn er nicht operativ entfernt

werden kann

Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie Fragen haben, wie Sunitinib Holsten wirkt oder warum

Ihnen dieses

Arzneimittel verordnet wurde.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Sunitinib Holsten beachten?

Sunitinib Holsten darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Sunitinib oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Sunitinib Holsten einnehmen, wenn Sie:

hohen Blutdruck haben.

Sunitinib Holsten kann den Blutdruck erhöhen. Während der

Behandlung mit Sunitinib Holsten wird Ihr Arzt möglicherweise Ihren Blutdruck kontrollieren

und Sie können gegebenenfalls mit Arzneimitteln zur Blutdrucksenkung behandelt werden.

Erkrankungen des Bluts, Blutungen oder blaue Flecke haben oder hatten.

Behandlung mit Sunitinib Holsten kann die Blutungsgefahr erhöhen oder die Anzahl

bestimmter Blutzellen verändern, was wiederum zu Anämie führen oder die Blutgerinnung

beeinflussen kann. Wenn Sie Warfarin oder Acenocoumarol nehmen (Arzneimittel, die das

Blut zur Vermeidung von Blutgerinnseln verdünnen), kann die Blutungsgefahr erhöht sein.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn bei Ihnen während der Behandlung mit Sunitinib Holsten

Blutungen jeglicher Art auftreten.

Herzprobleme haben.

Sunitinib Holsten kann Herzprobleme auslösen. Informieren Sie Ihren

Arzt, wenn Sie sich sehr müde fühlen, kurzatmig sind oder wenn Sie geschwollene Füße oder

Knöchel haben.

ungewöhnliche Herzrhythmusstörungen haben.

Sunitinib Holsten kann

Herzrhythmusstörungen auslösen. Während Ihrer Behandlung mit Sunitinib Holsten kann Ihr

Arzt möglicherweise ein Elektrokardiogramm erstellen, um diese Symptome abzuklären.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie sich, während Sie Sunitinib Holsten nehmen,

benommen fühlen, ohnmächtig werden oder einen ungewöhnlichen Herzschlag bemerken.

kürzlich Probleme mit Blutgerinnseln in Ihren Venen und/ oder Arterien (bestimmte

Blutgefäße) hatten, einschließlich Schlaganfall, Herzinfarkt, Embolie oder Thrombose.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt beim Auftreten von Beschwerden wie z. B. Schmerzen

oder Druckgefühl im Brustbereich, Schmerzen in Ihren Armen, dem Rücken, dem Nacken

oder im Kiefer, Kurzatmigkeit, Taubheits- oder Schwächegefühl in 1 Körperhälfte,

Sprachstörungen, Kopfschmerzen oder Benommenheit, während Sie mit Sunitinib Holsten

behandelt werden.

wenn Sie ein Aneurysma

(Erweiterung und Schwächung einer Blutgefäßwand) oder einen

Einriss in einer Blutgefäßwand haben oder hatten.

eine als thrombotische Mikroangiopathie (TMA) bekannte Schädigung der kleinsten

Blutgefäße haben oder hatten.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn bei Ihnen Fieber,

Ermüdung, Müdigkeit, blaue Flecken, Blutungen, Schwellungen, Verwirrtheit, Sehverlust oder

Krampfanfälle auftreten.

Probleme mit der Schilddrüse haben.

Sunitinib Holsten kann Schilddrüsenprobleme

verursachen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie während der Einnahme von Sunitinib Holsten

schneller ermüden, Ihnen im Allgemeinen kälter ist als anderen Personen oder wenn Ihre

Stimme tiefer wird. Ihre Schilddrüsenfunktion sollte kontrolliert werden, bevor Sie Sunitinib

Holsten einnehmen, und während der Einnahme regelmäßig überprüft werden. Wenn Ihre

Schilddrüse zu wenig Schilddrüsenhormone produziert, können Sie möglicherweise eine

Schilddrüsenhormonersatztherapie erhalten.

Störungen der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenblase haben oder hatten.

Sprechen Sie

mit Ihrem Arzt, wenn eine der folgenden Beschwerden bei Ihnen auftritt: Schmerzen im

Magenbereich (Oberbauch), Übelkeit, Erbrechen oder Fieber. Diese können durch eine

Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder Gallenblase verursacht worden sein.

Leberprobleme haben oder hatten.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn während der

Behandlung mit Sunitinib Holsten einer der folgenden Hinweise auf Leberprobleme bei Ihnen

auftritt: Hautjucken, Gelbfärbung der Augen oder der Haut, dunkel gefärbter Urin und

Schmerzen oder Beschwerden im rechten oberen Magenbereich. Ihr Arzt sollte Bluttests zur

Bestimmung Ihrer Leberfunktion vor und während der Behandlung mit Sunitinib Holsten

durchführen sowie jeweils bei medizinischem Bedarf.

Nierenprobleme haben oder hatten.

Ihr Arzt wird Ihre Nierenfunktion kontrollieren.

demnächst operiert werden oder vor Kurzem operiert wurden.

Sunitinib Holsten kann die

Wundheilung beeinflussen. Wenn bei Ihnen eine Operation ansteht, wird Sunitinib Holsten

üblicherweise bei Ihnen abgesetzt werden. Ihr Arzt entscheidet dann, wann Sunitinib Holsten

wieder angewendet werden kann.

Bevor Sie eine Behandlung mit Sunitinib Holsten beginnen, kann man Sie zu einer

Abklärung Ihres Zahnstatus schicken.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt und Zahnarzt, wenn Sie Schmerzen im Mund, der

Zähne und/ oder im Kiefer, Schwellungen oder wunde Stellen im Mund, ein Taubheits-

oder Schweregefühl im Kiefer oder einen lockeren Zahn haben oder hatten.

Wenn Sie sich einer invasiven zahnärztlichen Behandlung oder einem zahnärztlichen

chirurgischen Eingriff unterziehen müssen, informieren Sie Ihren Zahnarzt, dass Sie mit

Sunitinib Holsten behandelt werden. Dies ist besonders dann wichtig, wenn Sie

gleichzeitig Bisphosphonate intravenös erhalten oder erhalten haben. Bisphosphonate

sind Arzneimittel zur Vermeidung von Komplikationen an den Knochen und können

Ihnen wegen anderer Erkrankungen verabreicht worden sein.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes haben oder hatten.

Während Sie

dieses Arzneimittel erhalten, kann ein „Pyoderma gangraenosum“ (schmerzhaftes

Hautgeschwür) oder eine „nekrotisierende Fasziitis“ (sich schnell ausbreitende Infektion der

Haut/ Weichteile, die lebensbedrohlich sein kann) auftreten. Setzen Sie sich umgehend mit

Ihrem Arzt in Verbindung, wenn sich Anzeichen einer Infektion im Bereich einer

Hautverletzung zeigen, einschließlich Fieber, Schmerzen, Rötung, Schwellung oder Austreten

von Eiter oder Blut. Dieses Ereignis ist generell reversibel nach Absetzen von Sunitinib.

Schwere Hautausschläge (Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch-epidermale Nekrolyse,

Erythema multiforme) wurden während der Anwendung von Sunitinib berichtet. Zu Beginn

treten diese als rötliche, zielscheibenartige Punkte oder als kreisrunde Flecken, oft mit mittiger

Blasenbildung auf dem Körper auf. Der Ausschlag kann mit sich ausbreitender Blasenbildung

oder einem Abpellen der Haut fortschreiten und kann lebensbedrohlich sein. Wenn Sie einen

Hautauschlag oder derartige Hautsymptome entwickeln, müssen Sie umgehend Rat bei Ihrem

Arzt einholen.

an Krämpfen leiden oder gelitten haben.

Informieren Sie Ihren Arzt so schnell wie möglich,

wenn Sie Bluthochdruck, Kopfschmerzen oder einen Sehverlust haben.

an Diabetes leiden.

Bei Diabetes-Patienten sollten die Blutzuckerspiegel regelmäßig

kontrolliert werden, um abschätzen zu können, ob zur Minimierung des Risikos von

Unterzuckerungen die Antidiabetika-Dosierung angepasst werden muss. Setzen Sie sich so

bald wie möglich mit Ihrem Arzt in Verbindung, wenn Sie Anzeichen und Symptome eines

niedrigen Blutzuckerspiegels haben (Erschöpfung, Herzklopfen, Schwitzen, Hunger und

Bewusstseinsverlust).

Kinder und Jugendliche

Bei Personen unter 18 Jahren wird Sunitinib Holsten nicht empfohlen.

Einnahme von Sunitinib Holsten zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen,

auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Einige andere Arzneimittel können die Menge an Sunitinib Holsten in Ihrem Körper beeinflussen.

Sie sollten daher Ihren Arzt informieren, wenn Sie Arzneimittel mit den folgenden Wirkstoffen

anwenden:

Ketoconazol, Itraconazol – zur Behandlung von Pilzinfektionen

Erythromycin, Clarithromycin, Rifampicin – zur Behandlung von Infektionen

Ritonavir – zur Behandlung von HIV-Infektionen

Dexamethason – ein Kortikosteroid zur Behandlung verschiedener Erkrankungen (wie

allergische/Atemstörungen oder Hauterkrankungen)

Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital – zur Behandlung von Epilepsie und anderen

neurologischen Erkrankungen

pflanzliche Arzneimittel mit Johanniskraut (Hypericum perforatum) – zur Behandlung von

Depression und Angstzuständen

Einnahme von Sunitinib Holsten zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Sie sollten während der Behandlung mit Sunitinib Holsten das Trinken von Grapefruitsaft

vermeiden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Wenn Sie schwanger werden könnten, sollten Sie während der Behandlung mit Sunitinib Holsten

für eine zuverlässige Empfängnisverhütung sorgen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie stillen. Sie sollten während der Behandlung mit Sunitinib

Holsten nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Wenn Ihnen schwindelig ist oder Sie sich ungewöhnlich müde fühlen, müssen Sie beim Autofahren

oder Bedienen von Maschinen besonders aufpassen.

Sunitinib Holsten enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Hartkapsel, das heißt es ist

nahezu „natriumfrei“.

3.

Wie ist Sunitinib Holsten einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Ihr Arzt wird Ihnen die für Sie richtige Dosis verordnen, die von der Art des behandelten Krebses

abhängig ist. Wenn Sie behandelt werden wegen:

GIST oder mRCC: beträgt die übliche Dosierung 50 mg einmal täglich, einzunehmen über 28

Tage (4 Wochen), gefolgt von einer 14-tägigen (2 Wochen) Behandlungspause (kein

Arzneimittel), in einem 6-Wochen-Zyklus.

pNET: beträgt die übliche Dosierung 37,5 mg einmal täglich ohne eine Behandlungspause.

Ihr Arzt wird die für Sie geeignete Dosis festlegen und entscheiden, warum und wann Sie die

Behandlung mit Sunitinib Holsten beenden müssen.

Sunitinib Holsten kann mit und ohne Nahrungsmittel eingenommen werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Sunitinib Holsten eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich zu viele Kapseln eingenommen haben, besprechen Sie dies umgehend mit

Ihrem Arzt. Möglicherweise brauchen Sie medizinische Betreuung.

Wenn Sie die Einnahme von Sunitinib Holsten vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber

nicht bei jedem auftreten müssen.

Wenn eine der folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt,

müssen Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen (siehe auch „

Was sollten Sie vor der

Einnahme von Sunitinib Holsten beachten?

“).

Herzprobleme.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie sehr müde oder kurzatmig sind

oder wenn Sie geschwollene Füße oder Knöchel haben. Diese Beschwerden können

auf Herzprobleme hinweisen, die Herzversagen und Probleme des Herzmuskels

(Kardiomyopathie) einschließen.

Lungen- oder Atemprobleme.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn bei Ihnen Husten,

Schmerzen im Brustbereich, plötzliche Kurzatmigkeit oder blutiger Husten auftritt.

Dies können Beschwerden einer als Lungenembolie bezeichneten Erkrankung sein,

die dann auftritt, wenn Blutgerinnsel in die Lunge wandern.

Nierenstörungen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn sich bei Ihnen die Häufigkeit,

mit der Sie Wasser lassen müssen, verändert oder die Harnausscheidung ganz

ausbleibt, da dies auf ein Nierenversagen hinweisen kann.

Blutungen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn bei Ihnen während der Behandlung mit

Sunitinib Holsten eine der nachfolgend genannten Erscheinungen oder ein

schwerwiegendes Blutungsproblem auftritt: schmerzhafter, geschwollener Magen

(Bauch); Bluterbrechen; schwarzer, zäher Stuhlgang; blutiger Urin; Kopfschmerzen

oder Veränderungen Ihres mentalen Zustands; Bluthusten oder blutiger Auswurf aus

den Lungen oder Atemwegen.

Zerstörung eines Tumors, was zu einem Loch im Darm führen kann.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie starke Bauchschmerzen, Fieber, Übelkeit,

Erbrechen oder blutigen Stuhl haben oder wenn sich Ihre Stuhlganggewohnheiten

verändern.

Weitere Nebenwirkungen von Sunitinib Holsten können sein:

Sehr häufig:

kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

verringerte Anzahl an Blutplättchen, roten Blutzellen und/ oder weißen Blutzellen (z. B.

Neutrophilen)

Kurzatmigkeit

Bluthochdruck

ausgeprägte Müdigkeit, Kraftlosigkeit

Gewebeschwellungen durch Flüssigkeitseinlagerungen unter der Haut und im Bereich der

Augen, tiefer allergischer Ausschlag

Schmerzen/ Reizungen im Mund, Mundtrockenheit/Entzündungen/Wund sein im Mund,

Geschmacksstörungen, Magenverstimmung, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung,

Bauchschmerzen/ aufgeblähter Bauch, Verlust/Verminderung des Appetits

Verringerung der Schilddrüsenfunktion (Hypothyreose)

Schwindelgefühl

Kopfschmerzen

Nasenbluten

Rückenschmerzen, Gelenkschmerz

Schmerzen in Armen und Beinen

Gelbfärbung/Verfärbung der Haut, starke Pigmentierung der Haut, Veränderung der

Haarfarbe, Ausschlag auf den Handinnenflächen und den Fußsohlen, Hautausschlag,

Hauttrockenheit

Husten

Fieber

Einschlafprobleme

Häufig:

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Blutgerinnsel in den Blutgefäßen

nicht ausreichende Blutzufuhr zum Herzmuskel aufgrund eines Verschlusses oder einer

Verengung von Koronararterien

Schmerzen im Brustbereich

Verringerung des vom Herzen gepumpten Blutes

Flüssigkeitsansammlungen, auch im Bereich der Lunge

Infektionen

Komplikationen durch schwerwiegende Infektionen (auftretende Infektion im Blutstrom),

welche zu Gewebeschäden, Organversagen und zum Tod führen können

niedriger Blutzuckerspiegel (siehe Abschnitt 2 „Was sollten Sie vor der Einnahme von

Sunitinib Holsten beachten?“)

Verlust von Eiweiß über den Urin, was gelegentlich zu Schwellungen führen kann

grippeähnliches Syndrom

ungewöhnliche Bluttests, einschließlich der Enzymwerte der Bauchspeicheldrüse und der

Leber

hoher Harnsäuregehalt im Blut

Hämorrhoiden, Schmerzen im Enddarm, Zahnfleischbluten, Schluckbeschwerden oder

Unfähigkeit zu schlucken

Brennen oder Schmerzen in der Zunge, Schleimhautentzündung im Verdauungstrakt,

Gasansammlungen in Magen und Darm

Gewichtsverlust

muskuloskeletale Schmerzen (Schmerzen in Muskeln und Knochen), Muskelschwäche,

Muskelermüdung, Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe

trockene Nase, verstopfte Nase

ungewöhnlich starker Tränenfluss

Empfindungsstörungen der Haut, Juckreiz, Abschuppen der Haut oder Hautentzündung,

Blasenbildung, Akne, Verfärbung der Nägel, Haarausfall

Empfindungsstörungen in den Extremitäten

ungewöhnlich starke Verminderung/Verstärkung der Empfindlichkeit, speziell bei

Berührungen

Sodbrennen

Austrocknung (Dehydratation)

Hitzewallungen

Verfärbung des Urins

Depression

Schüttelfrost

Gelegentlich:

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

lebensbedrohliche Infektionen der Weichteilgewebe, einschließlich der Region um After und

Genitalorgane (siehe Abschnitt 2 „Was sollten Sie vor der Einnahme von Sunitinib Holsten

beachten?“)

Schlaganfall

Herzinfarkt aufgrund einer Unterbrechung oder Verminderung der Blutzufuhr zum Herzen

Veränderungen der elektrischen Leitfähigkeit des Herzens oder ungewöhnlicher Herzschlag

Flüssigkeit rund um das Herz (Perikarderguss)

Leberversagen

Bauchschmerzen durch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Absterben des Tumors, was zu einem Durchbruch im Darm führt (Perforation)

Entzündung (Schwellung und Rötung) der Gallenblase mit oder ohne begleitende Gallensteine

krankhafte röhrenförmige Verbindung zwischen einer Körperhöhle und einer anderen

Körperhöhle oder der Haut

Schmerzen im Mund, den Zähnen und/ oder im Kiefer, Schwellungen oder Geschwüre im

Mund, Taubheitsgefühl oder ein Gefühl der Schwere im Kiefer oder das Gefühl, einen Zahn

zu verlieren. Dies können Zeichen und Symptome eines Knochenschadens im Kiefer sein

(Osteonekrose), siehe Abschnitt 2 „Was sollten Sie vor der Einnahme von Sunitinib Holsten

beachten?“

Überproduktion von Schilddrüsenhormonen, wodurch der Ruheenergiebedarf des Körpers

erhöht wird

Wundheilungsstörungen nach Operation

erhöhte Blutwerte von Enzymen (Kreatinkinase) aus den Muskeln

überschießende Reaktion auf ein Allergen einschließlich Heuschnupfen, Hautrötungen,

juckende Haut, Nesselsucht, Schwellungen an Körperteilen und Schwierigkeiten beim Atmen

Entzündung des Dickdarms (Colitis, ischämische Colitis)

Selten:

kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

schwere Reaktionen der Haut und/ oder der Schleimhäute (Stevens-Johnson-Syndrom,

toxisch-epidermale Nekrolyse, Erythema multiforme)

Tumorlyse-Syndrom (TLS) – das TLS besteht aus einer Reihe metabolischer Komplikationen,

die während einer Krebstherapie auftreten können. Diese Komplikationen werden durch die

Abbauprodukte von absterbenden Krebszellen verursacht und können die folgenden

Beschwerden einschließen: Übelkeit, Kurzatmigkeit, unregelmäßiger Herzschlag,

Muskelkrämpfe, Krampfanfälle, Verfärbung des Urins und Müdigkeit zusammen mit

ungewöhnlichen Laborergebnissen (erhöhte Kalium-, Harnsäure- und Phosphorspiegel sowie

erniedrigte Calciumspiegel im Blut), was die Nierenfunktion verändern und zu einem akuten

Nierenversagen führen kann.

ungewöhnlicher Muskelabbau, was zu Nierenproblemen führen kann (Rhabdomyolyse)

ungewöhnliche Veränderungen des Gehirns, die zu einer Reihe von Symptomen wie

Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Krampfanfällen und Sehverlust (posteriores reversibles

Enzephalopathie-Syndrom) führen können

schmerzhaftes Hautgeschwür (Pyoderma gangraenosum)

Entzündung der Leber (Hepatitis)

Entzündung der Schilddrüse

als thrombotische Mikroangiopathie (TMA) bekannte Schädigung der kleinsten Blutgefäße

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Erweiterung und Schwächung einer Blutgefäßwand oder Einriss in einer Blutgefäßwand

(Aneurysmen und Arteriendissektionen).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Sunitinib Holsten aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Flasche nach

„Verwendbar bis“ bzw. der Folie der Blisterpackung nach „Verw. bis“ angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen

Lagerungsbedingungen erforderlich

Verwenden Sie dieses Arzneimittel nicht, wenn Sie sehen, dass diese Packung beschädigt ist

oder sie manipuliert wurde.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es

nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden

sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Sunitinib Holsten enthält

Sunitinib Holsten 12,5 mg Hartkapseln

Der Wirkstoff ist Sunitinib Jede Hartkapsel enthält Sunitinib-L-malat entsprechend 12,5 mg

Sunitinib. Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt

: Povidon K 30, mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium (siehe

Abschnitt 2, „Sunitinib Holsten enthält Natrium“), Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Kapselhülle

: Gelatine, Titandioxid (E171), Eisen(III)-oxid (E172), Eisen(III)-hydroxid-oxid x

O (E172)

Drucktinte

: Schellack, Titandioxid (E171), Propylenglycol

Sunitinib Holsten 25 mg Hartkapseln

Der Wirkstoff ist Sunitinib Jede Hartkapsel enthält Sunitinib-L-malat entsprechend 25 mg

Sunitinib. Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt

: Povidon K 30, mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium (siehe

Abschnitt 2, „Sunitinib Holsten enthält Natrium“), Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Kapselhülle

: Gelatine, Titandioxid (E171), Eisen(III)-oxid (E172), Eisen(III)-hydroxid-oxid x

O (E172), Eisen(II,III)-oxid (E172)

Drucktinte

: Schellack, Titandioxid (E171), Propylenglycol

Sunitinib Holsten 50 mg Hartkapseln

Der Wirkstoff ist Sunitinib Jede Hartkapsel enthält Sunitinib-L-malat entsprechend 50 mg

Sunitinib. Die sonstigen Bestandteile sind:

Kapselinhalt

: Povidon K 30, mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium (siehe

Abschnitt 2, „Sunitinib Holsten enthält Natrium“), Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Kapselhülle

: Gelatine, Titandioxid (E171), Eisen(III)-oxid (E172), Eisen(III)-hydroxid-oxid x

O (E172), Eisen(II,III)-oxid (E172)

Drucktinte

: Schellack, Eisen(II,III)-oxid (E172), Propylenglycol

Wie Sunitinib Holsten aussieht und Inhalt der Packung

Sunitinib Holsten 12,5 mg Hartkapseln

Hartgelatinekapsel mit orangefarbenem Oberteil und orangefarbenem Unterteil, mit weißem

Aufdruck „SNB“ und „12.5“ auf dem Unterteil. Die Kapsel ist mit orangenem Pulver gefüllt.

Kapselgröße 4 (Länge von ungefähr 14 mm).

Sunitinib Holsten 25 mg Hartkapseln

Hartgelatinekapsel mit karamellfarbenem (hellbraunen) Oberteil und orangefarbenem Unterteil, mit

weißem Aufdruck „SNB“ und „25“ auf dem Unterteil. Die Kapsel ist mit orangenem Pulver gefüllt.

Kapselgröße 3 (Länge von ungefähr 16 mm).

Sunitinib Holsten 50 mg Hartkapseln

Hartgelatinekapsel mit karamellfarbenem (hellbraunen) Oberteil und karamellfarbenem

(hellbraunen) Unterteil, mit schwarzem Aufdruck „SNB“ und „50“ auf dem Unterteil. Die Kapsel

ist mit orangenem Pulver gefüllt. Kapselgröße 1EL (verlängert; Länge von ungefähr 20 mm).

Sunitinib Holsten ist in Kunststoffflaschen mit Trockenmittel mit 30 Kapseln, in Blisterpackungen

mit Trockenmittel mit 28 oder 30 Kapseln und in perforierten Blisterpackungen zur Abgabe von

Einzeldosen mit Trockenmittel mit 28 x 1 oder 30 x 1 Kapseln erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Holsten Pharma GmbH

Hahnstraße 31-35

60528 Frankfurt am Main

Deutschland

Hersteller

Synthon Hispania, S.L.

C/ Castello no. 1, Poligono Industrial Las Salinas

08830 Sant Boi de Llobregat

Spanien

oder

Synthon B.V.

Microweg 22

6545 CM Nijmegen

Niederlande

oder

Synthon, s.r.o.

Brněnská 32/čp. 597

678 01 Blansko 1

Tschechische Republik

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter

den folgenden Bezeichnungen zugelassen

Niederlande

Sunitinib Holsten 12,5 mg/- 25 mg/- 50 mg harde capsules

Österreich

Sunitinib Rivopharm 12,5 mg/- 25 mg/- 50 mg Hartkapseln

Deutschland

Sunitinib Holsten 12,5 mg/- 25 mg/- 50 mg Hartkapseln

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im September 2021

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Sunitinib Holsten 12,5 mg Hartkapseln

Sunitinib Holsten 25 mg Hartkapseln

Sunitinib Holsten 50 mg Hartkapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Sunitinib Holsten 12,5 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält Sunitinib-L-malat, entsprechend 12,5 mg Sunitinib.

Sunitinib Holsten 25 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält Sunitinib-L-malat, entsprechend 25 mg Sunitinib.

Sunitinib Holsten 50 mg Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält Sunitinib-L-malat, entsprechend 50 mg Sunitinib.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel (Kapsel).

Sunitinib Holsten 12,5 mg Hartkapseln

Hartgelatinekapsel mit orangefarbenem Oberteil und orangefarbenem Unterteil, mit weißem

Aufdruck „SNB“ und „12,5“ auf dem Unterteil. Die Kapsel ist mit orangenem Pulver gefüllt.

Kapselgröße 4 (Länge von ungefähr 14 mm).

Sunitinib Holsten 25 mg Hartkapseln

Hartgelatinekapsel mit karamellfarbenem (hellbraunen) Oberteil und orangefarbenem Unterteil, mit

weißem Aufdruck „SNB“ und „25“ auf dem Unterteil. Die Kapsel ist mit orangenem Pulver gefüllt.

Kapselgröße 3 (Länge von ungefähr 16 mm).

Sunitinib Holsten 50 mg Hartkapseln

Hartgelatinekapsel mit karamellfarbenem (hellbraunen) Oberteil und karamellfarbenem

(hellbraunen) Unterteil, mit schwarzem Aufdruck „SNB“ und „50“ auf dem Unterteil. Die Kapsel

ist mit orangenem Pulver gefüllt. Kapselgröße 1EL (verlängert; Länge von ungefähr 20 mm).

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST)

Sunitinib Holsten wird bei Erwachsenen zur Behandlung nicht resezierbarer und/ oder

metastasierter maligner gastrointestinaler Stromatumoren (GIST) eingesetzt, wenn eine

Behandlung mit Imatinib wegen Resistenz oder Unverträglichkeit fehlgeschlagen ist.

Metastasierte Nierenzellkarzinome (mRCC)

Sunitinib Holsten wird bei Erwachsenen zur Behandlung fortgeschrittener/ metastasierter

Nierenzellkarzinome (mRCC) eingesetzt.

Pankreatische neuroendokrine Tumoren (pNET)

Sunitinib Holsten wird bei Erwachsenen zur Behandlung nicht resezierbarer oder metastasierter,

gut differenzierter pankreatischer neuroendokriner Tumoren (pNET) mit Krankheitsprogression

eingesetzt.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung mit Sunitinib Holsten muss von einem in der Anwendung von Krebstherapeutika

erfahrenen Arzt eingeleitet werden.

Dosierung

Bei GIST und mRCC beträgt die empfohlene Dosierung von Sunitinib Holsten 50 mg einmal

täglich als orale Gabe für 4 aufeinander folgende Wochen, gefolgt von einer 2-wöchigen

Therapiepause (4/2-Schema) und umfasst damit einen kompletten Behandlungszyklus von 6

Wochen.

Bei pNET beträgt die empfohlene Dosierung von Sunitinib Holsten 37,5 mg einmal täglich als

orale Gabe ohne geplante Therapiepause.

Dosisanpassung

Sicherheit und Verträglichkeit

Bei GIST und mRCC kann abhängig von der individuellen Sicherheit und Verträglichkeit die

Dosierung in 12,5-mg-Schritten angepasst werden. Die Tagesdosis darf dabei weder 75 mg

überschreiten noch 25 mg unterschreiten.

Bei pNET kann abhängig von der individuellen Sicherheit und Verträglichkeit die Dosierung in

12,5-mg-Schritten angepasst werden. Die in der Phase-III-pNET-Studie verabreichte Höchstdosis

betrug 50 mg täglich.

Abhängig von der individuellen Sicherheit und Verträglichkeit können Dosierungsunterbrechungen

notwendig sein.

CYP3A4-Hemmer/-Induktoren

Die gleichzeitige Gabe mit stark wirksamen CYP3A4-Induktoren, wie beispielsweise Rifampicin,

muss vermieden werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Wenn das nicht möglich ist, kann es

erforderlich sein, die Dosis von Sunitinib unter sorgfältiger Kontrolle der Verträglichkeit in 12,5-

mg- Schritten zu erhöhen (bis zu 87,5 mg pro Tag bei GIST und mRCC oder 62,5 mg pro Tag bei

pNET).

Die gleichzeitige Gabe mit stark wirksamen CYP3A4-Hemmern, wie beispielsweise Ketoconazol,

muss vermieden werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Wenn das nicht möglich ist, kann es

erforderlich sein, die Dosis von Sunitinib unter sorgfältiger Kontrolle der Verträglichkeit bis zu

einem Minimum von 37,5 mg täglich bei GIST und mRCC oder 25 mg pro Tag bei pNET zu

verringern.

Der Einsatz einer alternativen Begleitmedikation mit keiner oder nur einer minimalen CYP3A4-

induzierenden bzw. -hemmenden Wirkung muss erwogen werden.

Besondere Populationen

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Sunitinib Holsten bei Patienten im Alter von unter 18 Jahren

ist nicht erwiesen.

Zurzeit vorliegende Daten werden in Abschnitt 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben; eine

Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.

Ältere Personen

Etwa ein Drittel der Patienten, die in klinischen Studien Sunitinib erhielten, waren 65 Jahre oder

älter. Zwischen jüngeren und älteren Patienten wurden keine signifikanten Unterschiede bezüglich

Sicherheit und Wirksamkeit beobachtet.

Eingeschränkte Leberfunktion

Wenn Sunitinib bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-

Klassen A und B) eingesetzt wird, wird keine Anpassung der Initialdosis empfohlen. Bei Patienten

mit schwer eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C) wurde Sunitinib nicht untersucht.

Daher wird die Anwendung von Sunitinib bei Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion

nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (leicht bis schwer) oder bei Patienten mit

terminaler Niereninsuffizienz, die Dialyse erhalten, ist eine Anpassung der Initialdosis nicht

notwendig. Die nachfolgenden Dosisanpassungen sollten auf der individuellen Sicherheit und

Verträglichkeit basieren (siehe Abschnitt 5.2).

Art der Anwendung

Sunitinib Holsten wird oral angewendet. Es kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Wenn eine Einnahme ausgelassen wurde, darf der Patient keine zusätzliche Dosis einnehmen. Er

muss die übliche verordnete Dosis am nächsten Tag einnehmen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die gleichzeitige Gabe mit stark wirksamen CYP3A4-Induktoren sollte vermieden werden, da sich

die Plasmakonzentration von Sunitinib verringern kann (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5).

Die gleichzeitige Gabe mit stark wirksamen CYP3A4-Hemmern sollte vermieden werden, da sich

die Plasmakonzentration von Sunitinib erhöhen kann (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Die Patienten müssen darüber aufgeklärt werden, dass unter der Behandlung mit Sunitinib eine

Depigmentierung der Haare und der Haut auftreten kann. Weitere mögliche Auswirkungen auf die

Haut können Trockenheit, Verdickung oder Rissbildung der Haut, Blasenbildung oder Ausschlag

an der Handfläche oder den Fußsohlen umfassen.

Die oben genannten Nebenwirkungen traten nicht kumulativ auf, waren typischerweise reversibel

und führten im Allgemeinen nicht zum Therapieabbruch. Es wurden Fälle von Pyoderma

gangraenosum, generell reversibel nach Absetzen von Sunitinib, berichtet. Es wurden schwere

Hautreaktionen berichtet, einschließlich Fälle von Erythema multiforme (EM) sowie Fälle, die auf

Stevens-Johnson- Syndrom (SJS) und toxisch-epidermale Nekrolyse (TEN) hinweisen. Einige

dieser Fälle verliefen tödlich. Wenn Anzeichen oder Symptome von SJS, TEN oder EM (z. B.

progredienter Hautausschlag, oft einhergehend mit Blasenbildung oder Schleimhautläsionen)

auftreten, muss die Behandlung mit Sunitinib beendet werden. Wenn eine Diagnose von SJS oder

TEN bestätigt wird, darf die Behandlung nicht wieder aufgenommen werden. In einigen

Verdachtsfällen von EM vertrugen die Patienten nach Abklingen der Reaktion die Wiederaufnahme

der Sunitinib-Therapie mit einer geringeren Dosis.

Einige dieser Patienten erhielten zusätzlich eine begleitende Behandlung mit Kortikosteroiden oder

Antihistaminika (siehe Abschnitt 4.8).

Hämorrhagie und Blutungen von Tumoren

Hämorrhagische Ereignisse, mit zum Teil tödlichen Verläufen, wurden in klinischen Studien zu

Sunitinib und im Zuge der Marktüberwachung berichtet. Diese schlossen Blutungen des

Gastrointestinaltrakts, der Atemwege, der Harnwege und des Gehirns ein (siehe Abschnitt 4.8).

Die routinemäßige Abklärung von Blutungsereignissen sollte auch ein Differenzialblutbild sowie

eine körperliche Untersuchung umfassen.

Nasenbluten war die häufigste hämorrhagische Nebenwirkung und betraf rund die Hälfte der

hämorrhagischen Ereignisse bei Patienten mit soliden Tumoren. Einige dieser Ereignisse von

Nasenbluten wurden als schwer eingestuft, sie nahmen jedoch nur sehr selten einen tödlichen

Verlauf.

Ereignisse von Tumorhämorrhagie, einige Male verbunden mit Tumornekrose, wurden berichtet;

einige dieser hämorrhagischen Ereignisse waren tödlich.

Eine Tumorhämorrhagie kann plötzlich auftreten und sich im Falle von Lungentumoren als

schwere, lebensbedrohliche Hämoptyse oder pulmonale Hämorrhagie manifestieren. In klinischen

Studien und aus Erfahrungen nach Markteinführung wurden Fälle von pulmonaler Hämorrhagie,

einige mit tödlichem Ausgang, bei Patienten berichtet, die mit Sunitinib bei mRCC, GIST und

Lungenkrebs behandelt wurden. Für die Anwendung bei Patienten mit Lungenkrebs ist Sunitinib

Holsten nicht zugelassen.

Bei Patienten, die eine gleichzeitige Behandlung mit Antikoagulanzien erhalten (z. B. Warfarin,

Acenocoumarol), sollten regelmäßig Differenzialblutbild (Thrombozyten) und Gerinnungsfaktoren

(PT/ INR) bestimmt werden sowie eine körperliche Untersuchung erfolgen.

Gastrointestinale Erkrankungen

Die am häufigsten berichteten gastrointestinalen Nebenwirkungen waren Diarrhö, Übelkeit/

Erbrechen, Bauchschmerzen, Dyspepsie und Stomatitis/ Schmerzen im Mundbereich; Fälle von

Ösophagitis wurden ebenfalls berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Unterstützende Maßnahmen bei behandlungsbedürftigen gastrointestinalen Nebenwirkungen

können auch die Gabe eines Antiemetikums, eines Antidiarrhoikums oder eines Antazidums

einschließen.

Bei Patienten, die wegen intraabdominaler Malignome mit Sunitinib behandelt wurden, wurden

schwerwiegende gastrointestinale Komplikationen, einschließlich gastrointestinaler Perforationen,

berichtet, manchmal auch mit tödlichem Verlauf.

Hypertonie

Hypertonie, einschließlich schwere Hypertonie (> 200 mmHg systolisch oder 110 mmHg

diastolisch), wurde in Verbindung mit Sunitinib berichtet. Die Patienten müssen bezüglich des

Auftretens einer Hypertonie überwacht und adäquat geführt werden. Bei Patienten mit schwerer

Hypertonie, die nicht medikamentös eingestellt sind, wird ein vorübergehendes Aussetzen der

Behandlung empfohlen.

Sobald die Hypertonie angemessen unter Kontrolle ist, kann die Behandlung wieder aufgenommen

werden (siehe Abschnitt 4.8).

Hämatologische Erkrankungen

Eine Verminderung der Neutrophilenzahl und Verminderung der Thrombozytenzahl wurde in

Verbindung mit Sunitinib berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die oben genannten Erscheinungen traten

nicht kumulativ auf, waren typischerweise reversibel und führten im Allgemeinen nicht zum

Therapieabbruch. Keines dieser Ereignisse in den Phase-III-Studien nahm einen tödlichen Verlauf.

Im Zuge der Marktüberwachung wurde jedoch in seltenen Fällen von hämatologischen Ereignissen

mit tödlichem Ausgang berichtet, einschließlich mit Thrombozytopenie und neutropenischen

Infektionen assoziierten Blutungen.

Es wurde sowohl früh als auch spät während der Behandlung mit Sunitinib das Auftreten einer

Anämie beobachtet.

Bei Patienten, die mit Sunitinib behandelt werden, muss zu Beginn jedes Behandlungszyklus ein

Differenzialblutbild erhoben werden (siehe Abschnitt 4.8).

Herzerkrankungen

Kardiovaskuläre Ereignisse einschließlich Herzinsuffizienz, Kardiomyopathie, Verringerung der

linksventrikulären Ejektionsfraktion unter den unteren Normalwert, Myokarditis, myokardiale

Ischämie und Myokardinfarkt, mit zum Teil tödlichen Verläufen, wurden bei mit Sunitinib

behandelten Patienten berichtet. Diese Daten deuten an, dass Sunitinib das Risiko von

Kardiomyopathie erhöht. Bei den behandelten Patienten wurden außer den arzneimittelspezifischen

Effekten keine weiteren Risikofaktoren für eine Sunitinib-induzierte Kardiomyopathie identifiziert.

Sunitinib sollte bei Patienten, bei denen ein Risiko für diese Ereignisse besteht oder bei denen diese

Ereignisse in der Anamnese vorliegen, mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.8).

Von allen klinischen Studien mit Sunitinib ausgeschlossen waren Patienten, bei denen es während

der letzten 12 Monate zu kardialen Ereignissen gekommen war. Diese umfassten Myokardinfarkt

(einschließlich schwerer/ instabiler Angina pectoris), Bypass-Operationen an den Koronararterien

oder peripheren Arterien, symptomatische dekompensierte Herzinsuffizienz, Schlaganfall oder

transitorische ischämische Attacke sowie Lungenembolie. Es ist nicht bekannt, ob Patienten mit

diesen begleitenden Beschwerden einem höheren Risiko ausgesetzt sind, eine Sunitinib-bezogene

linksventrikuläre Dysfunktion zu entwickeln.

Die Ärzte sind aufgefordert, dieses Risiko gegen den möglichen Nutzen von Sunitinib abzuwägen.

Wenn Patienten Sunitinib erhalten, müssen sie engmaschig bezüglich klinischer Anzeichen und

Symptome einer dekompensierten Herzinsuffizienz überwacht werden. Dies gilt insbesondere für

Patienten mit kardialen Risikofaktoren und/ oder einer Erkrankung der Koronararterien. Während

der Patient Sunitinib erhält, muss darüber hinaus zu Behandlungsbeginn und in regelmäßigen

Abständen eine Messung der LVEF in Erwägung gezogen werden. Bei Patienten ohne kardiale

Risikofaktoren muss zu Behandlungsbeginn eine Bestimmung der Ejektionsfraktion erwogen

werden.

Beim Auftreten klinischer Zeichen einer dekompensierten Herzinsuffizienz wird empfohlen,

Sunitinib abzusetzen. Bei Patienten ohne klinische Zeichen einer dekompensierten

Herzinsuffizienz, aber mit einer Ejektionsfraktion < 50 % und einer Abnahme > 20 % unter den

Ausgangswert muss die Gabe von Sunitinib unterbrochen und/ oder die Dosis reduziert werden.

Verlängerung des QT-Intervalls

Bei Sunitinib behandelten Patienten wurden Verlängerungen des QT-Intervalls und Torsade de

pointes beobachtet. Eine Verlängerung des QT-Intervalls kann zu einem erhöhten Risiko für

ventrikuläre Arrhythmien einschließlich Torsade de pointes führen.

Bei Patienten mit einer Verlängerung des QT-Intervalls in der Anamnese, bei Patienten, die

Antiarrhythmika oder andere Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern können, einnehmen,

oder bei Patienten mit gravierenden vorbestehenden Herzkrankheiten, Bradykardie oder

Elektrolytstörungen, darf Sunitinib nur mit Vorsicht angewendet werden. Die gleichzeitige Gabe

von Sunitinib zusammen mit stark wirksamen CYP3A4-Hemmern sollte wegen einer möglichen

Erhöhung der Plasmakonzentration von Sunitinib nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden

(siehe Abschnitte 4.2, 4.5 und 4.8).

Venöse thromboembolische Ereignisse

In Patienten, die Sunitinib erhielten, wurden behandlungsbedingte venöse thromboembolische

Ereignisse berichtet, einschließlich tiefer Venenthrombosen und Lungenembolien (siehe Abschnitt

4.8). Im Zuge der Marktüberwachung wurden Fälle von Lungenembolien mit tödlichem Ausgang

beobachtet.

Arterielle thromboembolische Ereignisse

Es wurden Fälle arterieller thromboembolischer Ereignisse (ATE), gelegentlich tödlich, bei mit

Sunitinib behandelten Patienten berichtet. Die häufigsten Ereignisse schlossen Schlaganfall,

transitorische ischämische Attacke und zerebralen Infarkt ein. Zusätzlich zur zugrundeliegenden

Krankheit und einem Alter ≥ 65 Jahre schlossen die mit ATE assoziierten Risikofaktoren

Hypertonie, Diabetes mellitus und vorherige thromboembolische Erkrankung ein.

Aneurysmen und Arteriendissektionen

Die Verwendung von VEGF (

vascular endothelial growth factor

)-Signalweg-Hemmern bei

Patienten mit oder ohne Hypertonie kann die Entstehung von Aneurysmen und/oder

Arteriendissektionen begünstigen. Vor Beginn der Behandlung mit Sunitinib sollte dieses Risiko

bei Patienten mit Risikofaktoren wie Hypertonie oder Aneurysmen in der Vorgeschichte sorgfältig

abgewogen werden.

Thrombotische Mikroangiopathie (TMA)

Eine Diagnose von TMA, einschießlich thrombotisch- thrombozytopenische Purpura (TTP) und

hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS), die mitunter zu Nierenversagen oder tödlichem Ausgang

führen, sollte erwogen werden, falls hämolytische Anämie, Thrombozytopenie,

Erschöpfung, fluktuierende neurologische Symptome, eingeschränkte Nierenfunktion und Fieber

auftreten. Bei Patienten, die eine TMA entwickeln, sollte die Sunitinib-Therapie abgebrochen und

eine Behandlung der TMA unmittelbar eingeleitet werden. Nach Therapieabbruch wurde eine

Aufhebung der Effekte der TMA beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).

Veränderungen der Schilddrüsenfunktion

Es wird eine Eingangsuntersuchung der Schilddrüsenfunktion bei allen Patienten empfohlen. Bei

Patienten mit vorbestehender Hypothyreose oder Hyperthyreose muss vor Behandlungsbeginn mit

Sunitinib eine Therapie nach den gängigen medizinischen Standards durchgeführt werden.

Während der Behandlung mit Sunitinib ist eine regelmäßige Überwachung der

Schilddrüsenfunktion alle

3 Monate notwendig. Zusätzlich müssen die Patienten während der Behandlung mit Sunitinib

engmaschig auf Anzeichen und Symptome einer Schilddrüsendysfunktion hin kontrolliert werden.

Falls klinisch angezeigt, müssen bei Patienten, die während der Behandlung Anzeichen und/oder

Symptome entwickeln, die auf eine Schilddrüsendysfunktion hinweisen, die Laborwerte zur

Schilddrüsenfunktion überprüft werden. Patienten, die eine Schilddrüsendysfunktion entwickeln,

sollten nach den gängigen medizinischen Standards behandelt werden.

Das Auftreten von Hypothyreose wurde sowohl früh als auch spät während der Behandlung mit

Sunitinib beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).

Pankreatitis

Bei mit Sunitinib behandelten Patienten mit unterschiedlichen soliden Tumoren wurde ein Anstieg

der Aktivität von Serumlipase und -amylase beobachtet. Bei den Patienten mit unterschiedlichen

soliden Tumoren waren die Erhöhungen der Lipaseaktivität vorübergehend und verliefen im

Allgemeinen ohne Begleitsymptome einer Pankreatitis (siehe Abschnitt 4.8).

Es wurden Fälle von schwerwiegenden Pankreas-Ereignissen mit zum Teil tödlichem Verlauf

berichtet. Wenn Symptome einer Pankreatitis auftreten, müssen die Patienten Sunitinib absetzen

und einer angemessenen medizinischen Behandlung zugeführt werden.

Hepatotoxizität

Hepatotoxizität wurde bei Patienten beobachtet, die mit Sunitinib behandelt wurden. Fälle von

Leberversagen, einige mit tödlichem Ausgang, wurden bei < 1 % der Patienten mit soliden

Tumoren beobachtet, die mit Sunitinib behandelt wurden. Überwachen Sie die Leberfunktionstests

(Alanin-Aminotransferase [ALT], Aspartat-Aminotransferase [AST], Bilirubinspiegel) vor

Behandlungsbeginn, während jedes Therapiezyklus und wenn klinisch indiziert. Wenn Zeichen

oder Symptome eines Leberversagens auftreten, muss Sunitinib abgesetzt und eine angemessene

medizinische Behandlung durchgeführt werden (siehe Abschnitt 4.8).

Nierenfunktion

Fälle von eingeschränkter Nierenfunktion, Nierenversagen und/ oder akutem Nierenversagen, in

einigen Fällen mit tödlichem Ausgang, wurden berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Zusätzlich zum zugrundeliegenden RCC schlossen die mit eingeschränkter Nierenfunktion/

Nierenversagen assoziierten Risikofaktoren bei Patienten, die Sunitinib erhielten, höheres Alter,

Diabetes mellitus, zugrunde liegende eingeschränkte Nierenfunktion, Herzinsuffizienz, Hypertonie,

Sepsis, Dehydratation/ Hypovolämie und Rhabdomyolyse ein.

Bei Patienten mit moderater bis ausgeprägter Proteinurie wurde die Sicherheit einer

Langzeittherapie mit Sunitinib nicht systematisch untersucht.

Es wurden Fälle von Proteinurie und seltene Fälle von nephrotischem Syndrom berichtet. Es wird

empfohlen, vor Behandlungsbeginn eine Urinanalyse vorzunehmen, und die Patienten sollten

hinsichtlich des Auftretens oder der Verschlechterung einer Proteinurie überwacht werden. Bei

Patienten mit nephrotischem Syndrom ist Sunitinib abzusetzen.

Fisteln

Beim Auftreten von Fisteln sollte die Therapie mit Sunitinib unterbrochen werden. Die

Erfahrungen über die fortgeführte Anwendung von Sunitinib bei Patienten mit Fisteln sind begrenzt

(siehe Abschnitt 4.8).

Eingeschränkte Wundheilung

Während der Sunitinib-Therapie wurden Fälle von eingeschränkter Wundheilung berichtet.

Es wurden keine formalen klinischen Studien zum Effekt von Sunitinib auf die Wundheilung

durchgeführt. Wenn Patienten einem größeren chirurgischen Eingriff unterzogen werden, wird eine

zeitweise Unterbrechung der Sunitinib-Therapie als Vorsichtsmaßnahme empfohlen. Es besteht

begrenzte klinische Erfahrung hinsichtlich der zeitlichen Abstimmung der Wiederaufnahme der

Therapie nach einem größeren chirurgischen Eingriff. Daher sollte die Entscheidung, die Sunitinib-

Therapie nach einem größeren chirurgischen Eingriff wieder aufzunehmen, auf der klinischen

Bewertung der Erholung vom chirurgischen Eingriff abhängen.

Osteonekrose des Kiefers

Es wurden Fälle von Osteonekrose des Kiefers bei Patienten berichtet, die mit Sunitinib Holsten

behandelt wurden. In der Mehrzahl der Fälle wurde von Patienten berichtet, die zuvor oder

begleitend eine Behandlung mit intravenösen Bisphosphonaten erhielten, für die die

Kieferosteonekrose als Risiko identifiziert ist. Daher ist Vorsicht geboten, wenn Sunitinib Holsten

und intravenöse Bisphosphonate entweder gleichzeitig oder aufeinanderfolgend gegeben werden.

Invasive dentale Eingriffe sind ebenfalls als Risikofaktor identifiziert. Vor der Behandlung mit

Sunitinib Holsten sollte der Zahnstatus untersucht und entsprechende präventive Zahnheilkunde

erwogen werden. Bei Patienten, die zuvor oder aktuell intravenöse Bisphosphonate erhalten, sollten

invasive dentale Eingriffe nach Möglichkeit vermieden werden (siehe Abschnitt 4.8).

Überempfindlichkeit/ Angioödeme

Bei Auftreten von Angioödemen durch Überempfindlichkeit sollte die Sunitinib-Therapie

unterbrochen und eine Behandlung nach den gängigen medizinischen Standards durchgeführt

werden (siehe Abschnitt 4.8).

Epileptische Anfälle

In klinischen Studien und aus Erfahrungen durch Marktüberwachung von Sunitinib wurden

epileptische Anfälle berichtet. Patienten mit epileptischen Anfällen und Zeichen oder Symptomen,

die auf ein posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) hinweisen (z. B. Hypertonie,

Kopfschmerzen, verminderte Aufmerksamkeit, veränderte mentale Funktionen und Verlust des

Sehvermögens einschließlich kortikaler Blindheit), müssen medizinisch überwacht werden,

einschließlich einer Kontrolle des Bluthochdrucks. Ein vorübergehendes Absetzen von Sunitinib

wird empfohlen. Nach einer Rückbildung kann die Behandlung nach Ermessen des behandelnden

Arztes wieder aufgenommen werden (siehe Abschnitt 4.8).

Tumorlyse-Syndrom (TLS)

In klinischen Studien und aus Erfahrungen durch Marktüberwachung von Sunitinib wurden bei

Patienten, die mit Sunitinib behandelt wurden, Fälle von TLS berichtet, einige davon tödlich. Die

Risikofaktoren für TLS schließen eine hohe Tumorlast, vorbestehende chronische

Niereninsuffizienz, Oligurie, Dehydratation, Hypotonie und Azidurie ein. Diese Patienten sollten

engmaschig überwacht und wie klinisch indiziert behandelt werden; prophylaktische Hydratation

sollte erwogen werden.

Infektionen

Schwere Infektionen, mit oder ohne Neutropenie, einschließlich einiger mit tödlichem Ausgang

wurden berichtet.In seltenen Fällen wurde über nekrotisierende Fasziitis, mit Beteiligung des

Perineums mit manchmal tödlichem Verlauf berichtet (siehe Abschnitt 4.8).

Bei Patienten, die eine nekrotisierende Fasziitis entwickeln, sollte die Sunitinib-Therapie

abgebrochen und sofort eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.

Hypoglykämie

Während der Behandlung mit Sunitinib wurden Verringerungen des Blutzuckers berichtet, die in

einigen Fällen klinisch symptomatisch waren und einen Krankenhausaufenthalt aufgrund von

Bewusstseinsverlust erforderlich machten. Im Falle einer symptomatischen Hypoglykämie sollte

die Sunitinib-Behandlung vorübergehend unterbrochen werden. Bei Diabetes-Patienten sollten die

Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrolliert werden, um abschätzen zu können, ob zur Minimierung

des Risikos von Hypoglykämien die Antidiabetika-Dosierung angepasst werden muss (siehe

Abschnitt 4.8).

Natrium

Sunitinib Holsten enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Hartkapsel d.h., es ist nahezu

„natriumfrei“.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Arzneimittel, die die Plasmakonzentration von Sunitinib erhöhen können

Auswirkungen von CYP3A4-Hemmern

Die gleichzeitige Gabe einer Einzeldosis Sunitinib zusammen mit dem stark wirksamen CYP3A4-

Hemmer Ketoconazol erhöhte bei gesunden Probanden die gemeinsame

Maximalkonzentration

) von Sunitinib und seinem primären Metaboliten um 49 % und die Fläche unter der Kurve

(AUC

0-∞

) um 51 %.

Die Gabe von Sunitinib zusammen mit stark wirksamen CYP3A4-Hemmern (z. B. Ritonavir,

Itraconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Grapefruitsaft) kann die Konzentrationen von Sunitinib

erhöhen.

Die Kombination mit CYP3A4-Hemmern muss daher vermieden oder eine alternative

Komedikation mit keinem oder nur geringem Potenzial für eine CYP3A4-Hemmung erwogen

werden.

Wenn das nicht möglich ist, kann es erforderlich sein, die Dosis von Sunitinib Holsten unter

sorgfältiger Kontrolle der Verträglichkeit bis zu einem Minimum von 37,5 mg täglich bei GIST

und mRCC oder 25 mg täglich bei pNET zu verringern (siehe Abschnitt 4.2).

Auswirkungen von BCRP (Breast Cancer Resistance Protein)-Hemmern

Zu den Wechselwirkungen zwischen Sunitinib und BCRP-Hemmern stehen begrenzte klinische

Daten zur Verfügung und die Möglichkeit von Wechselwirkungen zwischen Sunitinib und anderen

BCRP-Hemmern kann nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 5.2).

Arzneimittel, die die Plasmakonzentration von Sunitinib verringern können

Auswirkungen von CYP3A4-Induktoren

Die gleichzeitige Gabe einer Einzeldosis Sunitinib zusammen mit dem CYP3A4-Induktor

Rifampicin

verringerte bei gesunden Probanden die gemeinsame C

von Sunitinib und seinem

primären Metaboliten um 23 % und die AUC

0-∞

um 46 %.

Die Gabe von Sunitinib zusammen mit stark wirksamen CYP3A4-Induktoren (z. B. Dexamethason,

Phenytoin, Carbamazepin, Rifampicin, Phenobarbital oder pflanzliche Produkten, die

Johanniskraut

[Hypericum perforatum]

enthalten) kann die Konzentrationen von Sunitinib

verringern. Die Kombination mit CYP3A4-Induktoren muss daher vermieden oder eine alternative

Komedikation mit keinem oder nur geringem Potenzial für eine CYP3A4-Induktion erwogen

werden. Wenn das nicht möglich ist, kann es erforderlich sein, die Dosierung von Sunitinib Holsten

unter sorgfältiger Kontrolle der Verträglichkeit in 12,5-mg-Schritten bis zu 87,5 mg pro Tag bei

GIST und mRCC oder 62,5 mg pro Tag bei pNET zu erhöhen (siehe Abschnitt 4.2).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen

Frauen im gebärfähigen Alter müssen angehalten werden, während der Behandlung mit Sunitinib

Holsten eine ausreichende Kontrazeption anzuwenden und nicht schwanger zu werden.

Schwangerschaft

Es liegen keine Studien mit Sunitinib bei schwangeren Frauen vor. Tierexperimentelle Studien

haben eine Reproduktionstoxizität, einschließlich fetaler Missbildungen, gezeigt (siehe Abschnitt

5.3). Sunitinib Holsten darf während der Schwangerschaft oder bei Frauen ohne ausreichende

Kontrazeption nicht angewendet werden, es sei denn, der mögliche Nutzen rechtfertigt ein

eventuelles Risiko für den Fetus. Wenn Sunitinib Holsten während der Schwangerschaft gegeben

wird oder wenn die Patientin schwanger wird, während sie mit Sunitinib Holsten behandelt wird,

muss die Patientin über das mögliche Risiko für den Fetus aufgeklärt werden.

Stillzeit

Sunitinib und/ oder seine Metaboliten werden bei Ratten in der Milch ausgeschieden. Es ist nicht

bekannt, ob Sunitinib oder sein primärer aktiver Metabolit beim Menschen in die Muttermilch

übergeht. Da Wirkstoffe häufig in der Muttermilch ausgeschieden werden und wegen des

Potenzials schwerer Nebenwirkungen beim gestillten Säugling, dürfen Frauen nicht stillen, solange

sie Sunitinib Holsten einnehmen.

Fertilität

Aufgrund präklinischer Ergebnisse besteht die Möglichkeit, dass die männliche und weibliche

Fruchtbarkeit durch eine Behandlung mit Sunitinib beeinträchtigt wird (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Sunitinib Holsten hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen. Die Patienten müssen über ein mögliches Auftreten von Schwindel unter

der Behandlung mit Sunitinib informiert werden.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die schwersten Nebenwirkungen, einige davon tödlich, in Verbindung mit Sunitinib sind

Nierenversagen, Herzinsuffizienz, Lungenembolie, gastrointestinale Perforation und Hämorrhagie

(z. B. Atemwegs-, Gastrointestinaltrakt-, Tumor-, Harnwegs- oder Gehirnblutungen). Die

häufigsten Nebenwirkungen jeden Grades (bei Patienten in mRCC-, GIST und pNET-

Zulassungsstudien) schlossen verminderten Appetit, Beeinträchtigung des Geschmackssinns,

Hypertonie, Erschöpfung, gastrointestinale Störungen (z. B. Diarrhö, Übelkeit, Stomatitis,

Dyspepsie und Erbrechen),

Verfärbung der Haut und palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom ein. Diese Symptome

können bei fortgesetzter Behandlung abnehmen. Während der Behandlung kann sich eine

Hypothyreose entwickeln. Hämatologische Störungen (z. B. Neutropenie, Thrombozytopenie und

Anämie) gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen.

Ereignisse mit tödlichem Ausgang, die über die in Abschnitt 4.4 oder in Abschnitt 4.8 genannten

hinausgehen und möglicherweise auf Sunitinib zurückzuführen waren, umfassten u. a.

Multiorganversagen, disseminierte intravasale Koagulopathie, peritoneale Blutungen,

Nebenniereninsuffizienz, Pneumothorax, Schock und plötzlichen Tod.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Nebenwirkungen, die bei Patienten mit GIST, mRCC und mit pNET, in einem Datenset von 7.115

Patienten zusammengefasst, berichtet wurden, sind in der folgenden Tabelle nach Organklasse,

Häufigkeit und Schweregrad (NCI-CTCAE) aufgeführt. Nebenwirkungen, die in klinischen

Studien nach Markteinführung identifiziert wurden, sind ebenfalls eingeschlossen. Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Die genannten Häufigkeiten entsprechen folgenden Inzidenzen: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥

1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (<

1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Systemorgan-

klasse

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Nicht bekannt

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Virusinfektionen

Atemwegsinfektionen

Abszess

Pilzinfektionen

Harnwegsinfektion

Hautinfektion

Sepsis

Nekrotisierende

Fasziitis

Bakterielle

Infektionen

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