Substitol 60 mg Hartkapsel, retardiert

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Morphinsulfat (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
Mundipharma Gesellschaft mit beschränkter Haftung - Geschäftsanschrift -
ATC-Code:
N07BC09
INN (Internationale Bezeichnung):
Morphine sulphate (Ph.Eur.)
Darreichungsform:
Hartkapsel, retardiert
Zusammensetzung:
Morphinsulfat (Ph.Eur.) 60.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
31512.02.00

Substitol® 30/60/100/200 mg

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Substitol

®

30 mg

Substitol

®

60 mg

Substitol

®

100 mg

Substitol

®

200 mg

Hartkapseln, retardiert

Morphinsulfat

Lesen

Sie

die

gesamte

Packungsbeilage/Gebrauchsinformation

sorgfältig

durch,

bevor Sie mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind (siehe

Abschnitt 4).

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Substitol und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Substitol beachten?

Wie ist Substitol einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Substitol aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Substitol und wofür wird es angewendet?

Substitol ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der Opioide.

Substitol wird zur Substitutionsbehandlung (Drogenersatzbehandlung) von Erwachsenen mit

Opioid-Abhängigkeit unter intensiver ärztlicher und psychosozialer Betreuung angewendet.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Substitol beachten?

Substitol darf NICHT eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Morphin oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

bei bestehendem Darmverschluss (Ileus),

bei unklaren akuten schmerzhaften Bauchbeschwerden (akutes Abdomen).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Substitol einnehmen:

Substitol® 30/60/100/200 mg

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bei Bewusstseinsstörungen,

bei Krankheitszuständen, bei denen eine Störung des Atemzentrums und der

Atemfunktion vorliegt oder vermieden werden muss (schwere Atemdepression, schwere

chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, schweres Bronchialasthma),

bei einer Veränderung des Herzens infolge chronischer Überlastung des

Lungenkreislaufes (Cor pulmonale),

bei Zuständen mit erhöhtem Hirndruck,

bei niedrigem Blutdruck, verbunden mit geringer zirkulierender Blutmenge (Hypotension

bei Hypovolämie),

bei vergrößerter Vorsteherdrüse (Prostatahypertrophie) mit Restharnbildung wegen

Gefahr der Blasenruptur (Riss der Harnblase) durch Harnverhalt,

bei Harnwegsverengungen oder Koliken der Harnwege,

bei Gallenwegserkrankungen,

bei obstruktiven (mit Verengungen einhergehenden) und entzündlichen

Darmerkrankungen,

bei Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom),

bei Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis),

bei schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion,

bei schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion,

bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose),

bei epileptischem Anfallsleiden oder erhöhter Neigung zu Krampfanfällen,

wenn Sie Medikamente einnehmen, die dämpfend auf die Gehirnfunktion wirken (siehe

Abschnitt „Anwendung von Substitol mit anderen Arzneimitteln“).

Substitol

wurde speziell so hergestellt, dass der Wirkstoff über einen längeren Zeitraum

abgegeben wird und Substitol

dadurch länger wirkt. Substitol

darf daher nicht zerkaut oder

zerrieben werden. Dieses würde zu einer schnelleren Wirkstofffreisetzung und zu einer

möglicherweise

tödlichen

Morphin-Überdosierung

führen

(siehe

unter

„Wenn

eine

größere Menge von Substitol eingenommen haben…“).

Substitol

darf

geschluckt

werden.

Eine

missbräuchliche

Injektion

aufgelösten

Kapselinhaltes

(Einspritzen

Blutgefäß)

darf

nicht

vorgenommen

werden,

weil

insbesondere

Bestandteil

Talkum

schwerwiegenden,

möglicherweise

tödlichen

Ereignissen (z.B. zur Veränderung des Lungengewebes - Lungengranulom) führen kann.

Die bedeutsamste Gefährdung einer Überdosierung von Opioiden ist eine Abflachung und

Verlangsamung der Atmung (Atemdepression).

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn während der Anwendung von

Substitol folgende Symptome bei Ihnen auftreten:

Die längerfristige Anwendung von Substitol

kann zu Gewöhnung (Toleranz) und

körperlicher (physischer) Abhängigkeit führen. Bei abrupter Beendigung der Therapie

kann ein Entzugssyndrom auftreten. Wenn die Therapie mit Substitol nicht mehr länger

erforderlich ist, kann es ratsam sein, die Tagesdosis allmählich zu reduzieren, um das

Auftreten

Symptome

eines

Entzugssyndroms

vermeiden.

häufigsten

Entzugssymptome sind in Abschnitt 3 genannt. Wenn diese bei Ihnen auftreten, kann

Ihr Arzt die Art des Arzneimittels ändern oder die Dauer zwischen den Dosen ändern.

Substitol® 30/60/100/200 mg

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Der Wirkstoff Morphinsulfat besitzt ähnlich wie andere stark wirksame Opioide

(starke Schmerzmittel) ein Missbrauchspotential. Die Entwicklung einer psychischen

Abhängigkeit ist möglich.

In diesem Fall kann es zum Beispiel sein, dass Sie

begonnen

haben,

viel

darüber

nachzudenken,

wann

nächste

Dosis

einnehmen können, selbst wenn Sie sie nicht zur Linderung Ihrer Beschwerden

benötigen. Daher ist Substitol

von Patienten mit bestehendem oder ehemaligem

Alkohol- oder Arzneimittelmissbrauch nur mit besonderer Vorsicht anzuwenden.

dürfen

keinesfalls

während

Behandlung

Substitol

andere

Gehirnfunktion

dämpfend

wirkende

Substanzen

(z.B.

Alkohol,

illegale

Opioide,

Benzodiazepine) konsumieren, da dies zum Tod durch Atemstillstand führen kann

(siehe auch „Einnahme von Substitol zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Wenn Sie operiert werden müssen, teilen Sie bitte Ihrem Arzt mit, dass Sie Substitol

einnehmen.

Substitol

auch

schmerzlindernd

wirkt,

können

Symptome

einer

anderen

Erkrankung (z.B. Darmdurchbruch) verschleiert werden.

Wenn Sie während der Substitutionsbehandlung Schmerzen haben, sprechen Sie bitte

mit Ihrem Arzt.

Erhöhte Schmerzempfindlichkeit trotz der Tatsache, dass Sie höhere Dosen Substitol

einnehmen (Hyperalgesie). Ihr Arzt wird entscheiden, ob Ihre Dosis geändert oder Ihre

Therapie umgestellt werden muss.

Schwäche,

Erschöpfung,

Appetitlosigkeit,

Übelkeit,

Erbrechen

oder

niedriger

Blutdruck. Dies können Symptome einer zu geringen Produktion des Hormons Kortisol

Nebennieren

sein,

möglicherweise

müssen

Hormonergänzungsmittel einnehmen.

Vermindertes sexuelles Verlangen, Erektionsstörungen, Ausbleiben der monatlichen

Regelblutung.

Dies

kann

eine

verminderte

Produktion

Sexualhormonen

zurückzuführen sein.

Worauf müssen Sie noch achten

Verstopfung ist unter einer Morphinbehandlung häufig. Gerade wenn Sie vor Beginn der

Einnahme schon Probleme mit dem Stuhlgang hatten, sollten Sie von Anfang an ein

Abführmittel nehmen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Kinder und Jugendliche

Substitol

ist nicht empfohlen für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Es liegen zur

Anwendung

Substitol

dieser

Altersgruppe

keine

ausreichend

dokumentierten

Erfahrungen vor.

Ältere Menschen

Bei älteren Menschen ist Substitol besonders vorsichtig zu dosieren (siehe Abschnitt „Wie ist

Substitol einzunehmen“).

Auswirkung bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Substitol® 30/60/100/200 mg

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Die Anwendung von Substitol kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Einnahme von Substitol zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren

Ihren

Arzt

oder

Apotheker,

wenn

andere

Arzneimittel

einnehmen/anwenden

bzw.

kurzem

eingenommen/angewendet

haben

oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen / anzuwenden.

Die gleichzeitige Anwendung von Morphin und anderen zentral d.h. auf die Gehirnfunktion

dämpfend

wirkenden

Arzneimitteln

[wie

Arzneimittel

gegen

Angststörungen

(Tranquilizer/Anxiolytika),

gegen

Depressionen

(Antidepressiva),

gegen

psychische

Störungen

(Neuroleptika

z.B.

Phenothiazine),

Narkose

(Anästhetika),

gegen

Schlafstörungen (Hypnotika, Sedativa wie z.B. Benzodiazepine, Barbiturate), Gabapentin,

gegen

Allergien

oder

Reisekrankheit

(Antihistaminika/Antiemetika)

oder

andere

stark

wirksame Schmerzmittel (Opioide)] kann zu einer Verstärkung der Nebenwirkungen von

Morphin führen. Dies betrifft vor allem die Beeinträchtigung der Atemfunktion,

ausgeprägte

Sedierung, Blutdruckabfall oder Koma sowie unter Umständen einen tödlichen Ausgang.

Aus diesem Grund sollte die gleichzeitige Anwendung nur dann in Erwägung gezogen

werden, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten nicht infrage kommen. Wenn Ihr Arzt

dennoch Substitol

zusammen mit Beruhigungsmitteln verschreibt, sollte er die Dosis und

Dauer der gleichzeitigen Behandlung beschränken. Bitte informieren Sie Ihren Arzt über alle

Beruhigungsmittel, die Sie einnehmen, und befolgen Sie genau die Dosisempfehlungen

Ihres Arztes. Es kann hilfreich sein, Freunde oder Verwandte auf die vorstehend genannten

Anzeichen und Symptome achten zu lassen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn derartige

Symptome bei Ihnen auftreten.

Arzneimittel

anticholinerger

Wirkung

(z.B.

Psychopharmaka,

Arzneimittel

gegen

Allergien, Erbrechen oder Parkinsonsche Krankheit) können anticholinerge Nebenwirkungen

Opioiden

verstärken

(z.B.

Verstopfung,

Mundtrockenheit

oder

Störungen

beim

Wasserlassen).

Substitol

sollte nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern (Arzneimitteln, die gegen Depressionen

wirken) verabreicht werden. Bei Gabe von MAO-Hemmstoffen innerhalb der letzten 14 Tage

vor einer Gabe eines anderen Opioids (Pethidin) sind lebensbedrohende Wechselwirkungen

beobachtet

worden,

Gehirn

(Zentralnervensystem)

sowie

Atmungs-

Kreislauffunktion

betrafen.

Dieselben

Wechselwirkungen

MAO-Hemmern

sind

Substitol nicht auszuschließen.

Durch

Morphin

kann

Wirkung

muskelentspannenden

Arzneimitteln

(Muskelrelaxantien) verstärkt werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin (Arzneimittel gegen Tuberkulose) kann es zu

einer Abschwächung der Morphinwirkung kommen.

Einnahme von Substitol zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Die Einnahme von Alkohol während der Behandlung mit Substitol

kann zu verstärkter

Schläfrigkeit führen oder das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen erhöhen, wie flache

Atmung mit dem Risiko eines Atemstillstands und Bewusstseinsverlusts. Es wird empfohlen,

während der Einnahme von Substitol keinen Alkohol zu trinken.

Substitol® 30/60/100/200 mg

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Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Da aus Tierstudien Hinweise auf Schädigungen der Nachkommen Morphin-behandelter

Mütter vorliegen, dürfen Sie Substitol

in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn,

dass Ihr behandelnder Arzt dies für zwingend notwendig erachtet und den Nutzen für Sie

deutlich höher einschätzt als das Risiko für das Kind. Wegen der erbgutverändernden

Eigenschaften von Morphin sollte dieser Wirkstoff Männern und Frauen im zeugungs- und

gebärfähigen

Alter

dann

verabreicht

werden,

wenn

eine

wirksame

Verhütung

sichergestellt ist.

Wenn Sie während der Schwangerschaft

Morphin eingenommen haben, sollte bei

Ihrem

Neugeborenen auf Anzeichen einer nicht ausreichenden, d.h. deutlich abgeflachten und

verlangsamten Atmung (Atemdepression) oder

eines Entzugssyndroms geachtet werden.

Derartige

Entzugserscheinungen

können

sich

Symptomen

z.B.

hochfrequentes

Schreien, Reizbarkeit und Unruhe, Muskelzittern, Probleme beim Stillen und Schwitzen

äußern. Diese Symptome sollten durch einen Arzt behandelt werden.

Morphin

wird

Muttermilch

ausgeschieden

kann

beim

Säugling

wirksame

Konzentrationen erreichen. Vom Stillen wird daher abgeraten.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Substitol

kann

Aufmerksamkeit

Reaktionsvermögen

beeinträchtigen.

können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell genug und gezielt

reagieren.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie z.B. Autofahren

(siehe

unten)

können.

Eine

verstärkte

Beeinträchtigung

insbesondere

Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit

Alkohol oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln zu erwarten. Fahren Sie dann nicht Auto

oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie dann keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen!

Arbeiten Sie dann nicht ohne sicheren Halt!

3.

Wie ist Substitol einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel

immer genau nach Absprache mit Ihrem Arztes oder

Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher

sind.

Behandlung

sollte

durch

einen

Arzt

erfolgen,

Erfahrung

Substitutionsbehandlung hat.

Dosierung

Die Dosierung von Substitol

wird für Sie individuell von Ihrem Arzt bestimmt und im Laufe

der Behandlung an die jeweilige Situation angepasst.

Üblicherweise liegt die Erhaltungsdosis zwischen 500 – 800 mg Substitol, wobei erhebliche

Abweichungen nach oben oder unten möglich sind.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Substitol zu stark oder zu schwach ist.

Substitol® 30/60/100/200 mg

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Wenn

Ihnen

eine

Operation

durchgeführt

wird,

muss

Morphindosis

Substitutionsbehandlung beachtet werden. Nach der Operation muss die Morphindosis

gegebenenfalls neu eingestellt werden.

Leber- oder Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie bei Verdacht auf verzögerte

Magen-Darm-Passage soll Substitol besonders vorsichtig dosiert werden.

Ältere Patienten

Patienten im höheren Lebensalter (im Regelfall ab 75 Jahren) und Patienten mit schlechtem

körperlichen Allgemeinzustand

können

empfindlicher

Morphin

reagieren.

Daher

darauf

achten,

dass

Dosiseinstellung

vorsichtiger

erfolgt

und/oder

längere

Dosisintervalle

wählen

sind.

Gegebenenfalls

geringere

Wirkstoffstärken

auszuweichen.

Art der Anwendung

Nehmen Sie die gesamte Tagesdosis einmal täglich möglichst zur gleichen Tageszeit

unabhängig von den Mahlzeiten ein.

Substitol-Kapseln

sollten

Ganzen

unzerkaut

ausreichend

Flüssigkeit

geschluckt

werden. Alternativ kann der Arzt verschreiben, dass die Substitol-Kapseln geöffnet werden,

der Inhalt (Retard-Pellets) in einen trockenen Becher gefüllt und sofort danach mit Wasser

eingenommen wird.

Die Retard-Pellets müssen auf jeden Fall unzerkaut und unzerkleinert

geschluckt werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Substitol eingenommen haben,

als Sie sollten

Wenn Sie mehr Substitol als verordnet eingenommen haben, sollten Sie sofort den nächsten

erreichbaren Arzt informieren.

Im Einzelnen können auftreten: enge Pupillen, Beeinträchtigung der Atmung bis zum

Atemstillstand, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, Blutdruckabfall bis hin zum Schock,

Steigerung

Herzfrequenz,

Krampfanfälle

sowie

Muskelschädigung

Muskelzerfall (ggf. mit der Folge eines Nierenversagens). Es kann eine Lungenentzündung

(mögliche Symptome: Atemnot, Husten und Fieber) auftreten, welche durch Einatmen von

Erbrochenem oder festen Bestandteilen ausgelöst wird. Die Überdosierung starker Opioide

kann zu einem tödlichen Ausgang führen.

Keinesfalls dürfen Sie sich in Situationen begeben, die erhöhte Aufmerksamkeit erfordern,

z.B. Autofahren.

Folgende Maßnahmen bei Überdosierung sind bis zum Eintreffen eines Arztes sinnvoll:

Wachhalten, Atembefehle geben, Atemhilfe.

Wenn Sie die Einnahme von Substitol vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn sie die vorherige Einnahme vergessen

haben.

Sie können die Einnahme ihrer vergessenen Dosis nachholen, wenn bis zum nächsten

üblichen Einnahmezeitpunkt mindestens 12 Stunden liegen. Ist der Zeitraum zur nächsten

Einnahme kürzer als 12 Stunden, lassen Sie die Einnahme der vergessenen Dosis aus.

Setzen Sie danach die regelmäßige einmal tägliche Einnahme zu dem üblichen Zeitpunkt

fort.

Substitol® 30/60/100/200 mg

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Sollten Sie an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen die Einnahme Ihrer Dosis vergessen,

sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von Substitol abbrechen

Beenden Sie die Behandlung mit Substitol nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt. Wenn Sie

die Behandlung mit Substitol beenden möchten, fragen Sie Ihren Arzt, wie Sie die Dosis

langsam

verringern

können,

damit

Entzugserscheinungen

vermeiden

können.

Entzugserscheinungen

können

Körperschmerzen,

Zittern,

Durchfall,

Bauchschmerzen,

Übelkeit,

grippeähnliche

Symptome,

schneller

Herzschlag

große

Pupillen

sein.

Psychische

Symptome

sind

ausgeprägtes

Gefühl

Unzufriedenheit,

Angst

Reizbarkeit.

Nach Unterbrechung der Behandlung mit Substitol

verändert sich die Gewöhnung ihres

Körpers an Opioide (Toleranzverlust). Bei erneutem Opioid-Konsum besteht daher die

erhöhte Gefahr einer Opioid-Überdosierung (siehe unter „Wenn Sie eine größere Menge von

Substitol eingenommen haben…“).

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel

Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Morphin

zeigt

vielfältige

psychische

Nebenwirkungen,

hinsichtlich

Stärke

individuell unterschiedlich (je nach Persönlichkeit und Behandlungsdauer) in Erscheinung

treten können. Derartige Nebenwirkungen sind in der nachfolgenden Aufstellung aufgeführt.

Bedeutsame

Nebenwirkungen

oder

Zeichen,

auf

die

Sie

achten

sollten,

und

Maßnahmen, wenn Sie betroffen sind

Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten bedeutsamen Nebenwirkungen betroffen

sind, rufen Sie sofort einen Arzt.

Eine Abflachung und Verlangsamung der Atmung (Atemdepression) ist die bedeutsamste

Gefährdung einer Opioid-Überdosierung und tritt am ehesten bei älteren oder geschwächten

Patienten auf.

Schwere

allergische

Allgemeinreaktionen

plötzlich

auftretende

Atemprobleme,

Schwellung

Haut,

Schwindel

und/oder

Blutdruckabfall

(anaphylaktische

oder

anaphylaktoide Reaktionen).

Andere mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Stimmungsveränderungen,

meist

gehobene

(euphorische)

Stimmung,

aber

auch

missmutige Verstimmung

Pupillenverengung

Verstopfung (bei Dauerbehandlung)

Substitol® 30/60/100/200 mg

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Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Verdauungsstörungen

Allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen)

Appetitabnahme bis zum Appetitverlust

Veränderungen der Aktiviertheit (meist verminderte Aktivität, aber auch erhöhte Aktivität

oder Übererregbarkeit), Schlaflosigkeit, Denkstörungen, Wahrnehmungsstörungen (z.B.

Halluzinationen), Verwirrtheitszustände

Kopfschmerzen, Schwindel, Geschmacksstörungen

Schwitzen, Quaddeln bzw. nesselartiger Hautausschlag (Urticaria), Juckreiz

Harnverhalt

Unwohlsein, Schwächegefühl, Müdigkeit oder Erschöpfung

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Pulsbeschleunigung, Pulsverlangsamung

Blutdruckabfall, Blutdruckanstieg

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Krämpfe der Atemwegsmuskulatur

Erhöhung

Bauchspeicheldrüsenenzymen,

Entzündung

Bauchspeicheldrüse

(Pankreatitis)

Gallenkoliken

Nierenkoliken

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Verminderung der Libido

Epileptische Krampfanfälle, Muskelzittern, unwillkürliche Muskelzuckungen

Atemnot

Darmverschluss, Bauchschmerzen,

Zahnerkrankungen, wobei jedoch ein ursächlicher

Zusammenhang zur Morphin-Behandlung nicht hergestellt werden kann.

Syndrom

unangemessenen

Freisetzung

eines

Wasserausschwemmung

steuernden Hormons (SIADH)

Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen und Augenzittern

Erhöhung der Leberwerte

Andere Hautausschläge (z.B. Exantheme)

Muskelkrämpfe, Erhöhung der Muskelspannung

Erektionsstörungen, Ausbleiben der Regelblutung

Schüttelfrost, Wasseransammlung im Gewebe

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Akute

allergische

Allgemeinreaktionen

plötzlich

auftretende

Atemprobleme,

Schwellung der Haut und/oder Blutdruckabfall (anaphylaktische Reaktionen)

Psychische Abhängigkeit (siehe auch Abschnitt 2)

und körperliche Abhängigkeit mit

Entzugssymptomen

(Symptome

siehe Abschnitt

„Wenn

Sie die Anwendung

Substitolabbrechen“)

Benommenheit, Sedierung (dosisabhängig),

Ohnmacht, Missempfindungen, erhöhte

Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie - siehe auch Abschnitt 2)

Drehschwindel

Substitol® 30/60/100/200 mg

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Herzklopfen, Herzversagen

Hitzegefühl

verminderter Hustenreiz, Abflachung und Verlangsamung der Atmung (Atemdepression

eine dosisabhängige

Nebenwirkung),

Wasseransammlungen

Lunge

(nach

rascher Dosissteigerung)

Übelkeit, Mundtrockenheit (beides dosisabhängig)

Toleranzentwicklung

Entzugserscheinungen

Neugeborenen,

deren

Mutter

Schwangerschaft

Substitol 30/60/100/200 mg angewendet hat (siehe Abschnitt 2 unter „Schwangerschaft,

…“).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

können

Nebenwirkungen

auch

direkt

Bundesinstitut

für

Arzneimittel

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu

beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung

gestellt werden.

5.

Wie ist Substitol aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum

bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 25°C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Substitol enthält

Der Wirkstoff ist Morphinsulfat.

1 Hartkapsel, retardiert enthält:

Substitol 30 mg - 30 mg Morphinsulfat entsprechend 22,6 mg Morphin;

Substitol 60 mg - 60 mg Morphinsulfat entsprechend 45,1 mg Morphin;

Substitol 100 mg - 100 mg Morphinsulfat entsprechend 75,2 mg Morphin;

Substitol 200 mg - 200 mg Morphinsulfat entsprechend 150,4 mg Morphin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Substitol 30 mg

Substitol® 30/60/100/200 mg

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hydriertes Pflanzenöl, Macrogol 6000, Talkum, Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

[pflanzlich

Natriumdodecylsulfat,

Gelatine,

Schellack,

Propylenglykol,

Indigocarmin(E132),

Titandioxid(E171), Eisen (II, III)-oxid (E172).

Substitol 60 mg

hydriertes Pflanzenöl, Macrogol 6000, Talkum, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich],

Natriumdodecylsulfat, Gelatine, Schellack, Propylenglykol, Indigocarmin (E132), Titandioxid

(E171), Eisenoxidhydrat (E172), Eisenoxid (II,III)-oxid (E172), Eisenoxid (III)-oxid (E172).

Substitol 100 mg

hydriertes Pflanzenöl, Macrogol 6000, Talkum, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich],

Natriumdodecylsulfat, Gelatine, Schellack, Propylenglykol, Erythrosin (E127), Titandioxid

(E171), Eisenoxid (II,III)-oxid (E172), Eisenoxid (III)-oxid (E172).

Substitol 200 mg

hydriertes Pflanzenöl, Macrogol 6000, Talkum, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich],

Natriumdodecylsulfat, Gelatine, Schellack, Propylenglykol, Titandioxid (E171), Eisenoxid (II)-

oxid (E172), Eisenoxid (II,III)-oxid (E172), Eisenoxid (III)-oxid (E172).

Wie Substitol aussieht und Inhalt der Packung

Substitol Hartkapseln enthalten weiße bis gelbliche Retard-Pellets.

Substitol 30 mg sind blaue Hartkapseln mit dem Aufdruck „MS OD 30“.

Substitol 60 mg sind braune Hartkapseln mit dem Aufdruck „MS OD 60“.

Substitol 100 mg sind pinkfarbige Hartkapseln mit dem Aufdruck „MS OD 100“.

Substitol 200 mg sind rostbraune Hartkapseln mit dem Aufdruck „MS OD 200“.

Substitol-Kapseln befinden sich in Blisterpackungen, die in Faltschachteln verpackt sind. Es

gibt

Packungsgrößen

Kapseln,

denen

möglicherweise nicht alle erhältlich sind.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Mundipharma GmbH

De-Saint-Exupéry-Straße 10

60549 Frankfurt am Main

Telefon: (0 69) 506029-000

Telefax: (0 69) 506029-201

Hersteller

Fidelio Healthcare Limburg GmbH

Mundipharmastraße 2

65549 Limburg

oder

Mundipharma DC B.V.

Leusderend 16

3832 RC Leusden

Substitol® 30/60/100/200 mg

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Niederlande

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Januar 2019.

Fachinformation

Substitol

30/60/100/200 mg

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1. Bezeichnung des Arzneimittels

Substitol

30 mg Hartkapseln, retardiert

Substitol

60 mg Hartkapseln, retardiert

Substitol

100 mg Hartkapseln, retardiert

Substitol

200 mg Hartkapseln, retardiert

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Wirkstoff: Morphinsulfat

1 Hartkapsel, retardiert enthält:

Substitol 30 mg - 30 mg Morphinsulfat (Ph. Eur) entsprechend 22,6 mg Morphin;

Substitol 60 mg - 60 mg Morphinsulfat (Ph. Eur) entsprechend 45,1 mg Morphin;

Substitol 100 mg - 100 mg Morphinsulfat (Ph. Eur) entsprechend 75,2 mg Morphin;

Substitol 200 mg - 200 mg Morphinsulfat (Ph. Eur) entsprechend 150,4 mg Morphin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Hartkapsel, retardiert

Substitol Hartkapseln enthalten weiße bis gelbliche Retard-Pellets.

Substitol 30 mg sind blaue Hartkapseln mit dem Aufdruck „MS OD 30“.

Substitol 60 mg sind braune Hartkapseln mit dem Aufdruck „MS OD 60“.

Substitol 100 mg sind pinkfarbige Hartkapseln mit dem Aufdruck „MS OD 100“.

Substitol 200 mg sind rostbraune Hartkapseln mit dem Aufdruck „MS OD 200“.

4. Klinische Angaben

4.1. Anwendungsgebiete

oralen

Substitutionsbehandlung

Erwachsenen

Opioidabhängigkeit

Rahmen

medizinischer und umfassender psychosozialer Maßnahmen.

4.2. Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Behandlung sollte durch einen Arzt erfolgen, der Erfahrung in der Substitutionsbehandlung

hat.

Die Dosierung soll sich am Auftreten von Entzugssymptomen orientieren und muss für jeden

Patienten

entsprechend

jeweiligen

Situation

subjektiven

Befinden

individuell

eingestellt werden. Der Verlust der Opioidtoleranz, der innerhalb weniger Tage möglich ist, sollte

beachtet werden.

Fachinformation

Substitol

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Anfangsdosis

Patienten

ohne

Substitutionsvorbehandlung

sollten

eine

Anfangsdosis

100 - 200 mg

Substitol erhalten. Wenn weiterhin Entzugssymptome auftreten, kann einmalig eine zusätzliche

Dosis von bis zu 200 mg Substitol nach mindestens 6 Stunden gegeben werden.

Patienten, die bereits mit methadonhaltigen-Präparaten vorbehandelt sind, können auf Substitol

von einem zum anderen Tag umgestellt werden. Das Dosisverhältnis beträgt üblicherweise 1 : 6

bis 1 : 8 (Methadonhydrochlorid : Morphinsulfat). Das Dosisverhältnis von 1:8 sollte wegen

möglicher Nebenwirkungen nicht überschritten werden.

Für die Umstellung von buprenorphinhaltigen-Präparaten auf Substitol liegen keine klinischen

Studiendaten vor. Die individuelle Dosis ist daher unter engmaschiger Kontrolle klinisch zu

ermitteln.

Erhaltungsdosis

Zum Erreichen der optimalen Tagesdosis ist eine individuelle, schrittweise Dosisanpassung

erforderlich. Die Erhaltungsdosis richtet sich danach, inwieweit Entzugssymptome auftreten und

das Opioid-Verlangen unterdrückt wird und sollte grundsätzlich so niedrig wie möglich sein. Sie

liegt meist zwischen 500 – 800 mg Substitol, wobei erhebliche Abweichungen nach oben oder

unten möglich sind.

Substitol 30 mg und 60 mg sind zur individuellen Dosisanpassung bestimmt, während der

gesamten Therapiedauer und in allen Therapiephasen.

Die Morphindosis der Substitutionsbehandlung muss vor und während einer Operation, bei der eine

Allgemeinanästhesie mit oder ohne parenteralen Opioiden erforderlich ist, möglicherweise

angepasst werden. Nach der Operation muss die Morphindosis gegebenenfalls neu eingestellt

werden.

Leber- oder Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie bei Verdacht auf verzögerte

Magen-Darm-Passage soll Substitol besonders vorsichtig dosiert werden.

Ältere Patienten

Patienten im höheren Lebensalter (im Regelfall ab 75 Jahren) und Patienten mit schlechtem

körperlichem Allgemeinzustand können empfindlicher auf Morphin reagieren. Daher ist darauf zu

achten, dass die Dosiseinstellung vorsichtiger erfolgt und/oder längere Dosisintervalle zu wählen

sind. Ggf. ist auf geringere Wirkstoffstärken auszuweichen.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Substitol zur Substitutionsbehandlung bei opioidabhängigen

Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Daher wird Substitol für Kinder und

Jugendliche unter 18 Jahren nicht empfohlen.

Art der Anwendung

Die gesamte Tagesdosis soll einmal täglich möglichst zur gleichen Tageszeit eingenommen

werden.

Substitol ist mit ausreichend Flüssigkeit - unabhängig von den Mahlzeiten – einzunehmen.

Substitol-Kapseln sollten im Ganzen unzerkaut eingenommen werden. Alternativ können die in

den Substitol-Kapseln enthaltenen Retard-Pellets direkt eingenommen werden. Dafür können die

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Substitol

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Kapseln geöffnet und die Retard-Pellets (in einen trockenen Becher gefüllt) sofort danach in den

Mund genommen und mit ausreichend Wasser geschluckt werden.

Die Retard-Pellets müssen auf jeden Fall unzerkaut und unzerkleinert geschluckt werden.

Die Kapselhülle hat keine pharmakologische Wirkung. Leere Kapselhüllen sollten sicher entsorgt

werden.

Der Arzt muss den Patienten darüber informieren, dass die orale Einnahme die einzige wirksame

und sichere Art der Anwendung darstellt (bezüglich der Risiken des nicht-bestimmungsgemäßen

Gebrauchs siehe 4.4).

Unterbrechung der Einnahme

Es ist keine Dosisanpassung erforderlich bei einer Unterbrechung der Einnahme von einem Tag.

einer

mehrtägigen

Unterbrechung

Dosis

zunächst

reduzieren

danach

schrittweise, abhängig von den klinischen Symptomen, wieder zu erhöhen.

Anwendungsdauer

Dauer

Anwendung

Substitol

richtet

sich

Rahmen

therapeutischen

Gesamtkonzeptes

nach

Verlauf

Substitutionsbehandlung

individuellen

Empfinden des Patienten.

Absetzen der Therapie

Bei abruptem Absetzen der Gabe von Opioiden kann sich ein Abstinenzsyndrom einstellen. Ist

eine

Beendigung

der Substitutionsbehandlung

vorgesehen,

erfolgt

diese

über Wochen

Monate

durch

schrittweise

Dosisreduktion

nach

Maßgabe

Befindlichkeit

eventuell

auftretender Entzugsbeschwerden (siehe auch 4.4). Dosisreduktionen sollten 10 % der aktuellen

Tagesdosis

nicht

überschreiten

erst

erfolgen,

wenn

eventuelle

Beschwerden

vorhergehenden Reduktionsschritt abgeklungen sind.

4.3. Gegenanzeigen

- Überempfindlichkeit gegen Morphin oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile von Substitol,

- Ileus,

- Akutes Abdomen.

4.4. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine sorgfältige ärztliche Überwachung und ggf. Dosisreduktion ist erforderlich bei:

Bewusstseinsstörungen,

Krankheitszuständen, bei denen eine Störung des Atemzentrums und der Atemfunktion

vorliegt oder vermieden werden muss (schwere Atemdepression mit Hypoxie und/oder

Hyperkapnie,

schwere

chronisch-obstruktive

Lungenerkrankung,

schweres

Bronchialasthma),

Cor pulmonale,

Zuständen mit erhöhtem Hirndruck, wenn nicht eine Beatmung durchgeführt wird,

Hypotension bei Hypovolämie,

Prostatahyperplasie mit Restharnbildung (Gefahr der Blasenruptur durch Harnverhalt),

Harnwegsverengungen oder Koliken der Harnwege,

Gallenwegserkrankungen,

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Substitol

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obstruktiven und entzündlichen Darmerkrankungen,

Phäochromozytom,

Pankreatitis,

schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion,

schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion,

Hypothyreose,

epileptischen Anfallsleiden oder erhöhter Neigung zu Krampfanfällen.

Um die verlängerte Wirkstofffreisetzung der in Substitol enthaltenen Retard-Pellets nicht zu

beeinträchtigen, müssen die Kapseln bzw. ihr Inhalt als Ganzes geschluckt werden und dürfen

nicht zerkaut oder zerrieben werden. Die Anwendung zerkauter oder zerriebener Retard-Pellets

führt zu einer schnellen Wirkstofffreisetzung und zur Resorption einer möglicherweise letalen

Dosis von Morphin (siehe Abschnitt 4.9).

Substitol

für

oralen

Gebrauch

bestimmt.

Eine

missbräuchliche

parenterale

Verabreichung

Substitol kann

wegen

Bestandteile

(insbesondere

Talkum)

schwerwiegenden,

potentiell

letalen

unerwünschten

Ereignissen

(z.B.

Lungengranulomen)

führen.

Eine Atemdepression ist die bedeutsamste Gefährdung einer Opioid-Überdosierung.

Risiko durch gleichzeitige Anwendung von Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten

Arzneimitteln:

Die gleichzeitige Anwendung von Substitol und Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten

Arzneimitteln kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen. Aufgrund dieser

Risiken sollte eine gleichzeitige Verordnung mit diesen Sedativa Patienten vorbehalten sein, für

die keine alternativen Behandlungsoptionen infrage kommen. Wenn die Entscheidung getroffen

wird, Substitol gleichzeitig mit Sedativa zu verordnen, sollte die niedrigste wirksame Dosis

angewendet werden und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein.

Patienten

sind

engmaschig

Anzeichen

Symptome

einer

Atemdepression

Sedierung

überwachen.

Diesbezüglich

wird

dringend

empfohlen,

Patienten

ihre

Betreuungspersonen anzuweisen, auf diese Symptome zu achten (siehe Abschnitt 4.5)

Abhängigkeit und Entzugssyndrom (Abstinenzsyndrom)

Bei längerfristiger Anwendung von Substitol kann es zur Entwicklung einer Toleranz mit dem

Erfordernis höherer Dosen zum Erzielen des erwünschten analgetischen Effektes kommen. Die

chronische Anwendung von Substitol kann zu physischer Abhängigkeit führen und bei abrupter

Beendigung der Therapie kann ein Entzugssyndrom (Abstinenzsyndrom) auftreten. Das Risiko

steigt mit längerer Anwendungsdauer und höherer Dosierung des Arzneimittels. Die Symptome

können durch Anpassung der Dosis oder der Darreichungsform verringert werden. Wenn die

Therapie mit Morphin nicht mehr länger erforderlich ist, kann es ratsam sein, die Tagesdosis

allmählich zu reduzieren, um das Auftreten der Symptome eines Entzugssyndroms zu

vermeiden. Einzelne Symptome, siehe Abschnitt 4.8.

Morphin besitzt, ähnlich wie andere starke Opioide, ein Missbrauchspotential und kann daher

von Personen mit latenten oder manifesten Suchterkrankungen bewusst missbraucht werden.

Eine psychische Abhängigkeit (Arzneimittelsucht) kann sich nach Gabe opioidhaltiger Analgetika

Substitol

entwickeln.

Daher

Substitol

anamnestischem

Alkohol-

oder

Arzneimittelmissbrauch nur mit besonderer Vorsicht zu verordnen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol und Substitol können vermehrt Nebenwirkungen von

Substitol auftreten. Die gleichzeitige Einnahme sollte vermieden werden.

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Substitol

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gleichzeitige

Konsum

illegalen

Opioiden,

Benzodiazepinen,

Alkohol

oder

anderen

zentral dämpfenden Substanzen oder Arzneimitteln kann in Anbetracht der Potenzierung der

Atemdepression zum Tod durch Atemstillstand führen (siehe Abschnitt 4.5).

Aufgrund der verzögerten Wirkstofffreisetzung von Substitol sollten Patienten in der postoperativen

Phase - abhängig von der Art der Operation und Anästhesie - sorgfältig z.B. hinsichtlich eines Ileus

bzw. einer Atemdepression beobachtet werden.

Die schmerzlindernde Wirkung von Morphin kann zur Verschleierung von Symptomen einer

eventuellen Begleiterkrankung führen (z.B. Darmperforation).

Bei Schmerzen unter einer Substitutionsbehandlung ist nach Verifizierung des somatischen

Korrelats eine zusätzliche analgetische Behandlung erforderlich (gegebenenfalls Betreuung über

Spezialeinrichtung).

Insbesondere bei hohen Dosen kann Hyperalgesie auftreten, die nicht auf eine weitere Erhö-

hung der Morphindosis anspricht. Eine Reduzierung der Morphindosis oder eine Umstellung des

Opioids kann erforderlich sein.

Nebenniereninsuffizienz

Opioid-Analgetika

können

eine

reversible

Nebenniereninsuffizienz

verursachen,

eine

Überwachung

eine

Ersatztherapie

Glukokortikoiden

erfordert.

Symptome

einer

Nebenniereninsuffizienz

können

Übelkeit,

Erbrechen,

Appetitverlust,

Erschöpfung,

Schwäche, Schwindelgefühl oder niedriger Blutdruck sein.

Verminderte Spiegel von Sexualhormonen und erhöhte Prolaktin-Konzentrationen

Langzeitanwendung

Opioid-Analgetika

kann

verminderten

Spiegeln

Sexualhormonen und erhöhten Prolaktin-Konzentrationen einhergehen. Zu den Symptomen

zählen verminderte Libido, Impotenz oder Amenorrhö.

Akutes Thorax-Syndrom (ATS) bei Patienten mit Sichelzellkrankheit (SZK)

Aufgrund eines möglichen Zusammenhangs zwischen ATS und der Anwendung von Morphin bei

SZK-Patienten, die während einer vasookklusiven Krise mit Morphin behandelt werden, ist eine

engmaschige Überwachung auf ATS-Symptome angezeigt.

Der Patient muss über den Toleranzverlust und die erhöhte Gefahr einer Überdosierung bei

erneutem Opioid-Konsum nach Unterbrechung der Substitutionsbehandlung informiert werden.

Die Morphin-Plasmakonzentrationen können durch Rifampicin reduziert werden. Die

analgetische Wirkung von Morphin sollte während und nach der Behandlung mit Rifampicin

überwacht und die Dosierungen von Morphin angepasst werden.

Die Anwendung von Substitol kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Sedativa und andere zentral dämpfend wirkende Arzneimittel:

gleichzeitige

Anwendung

Morphin

anderen

zentral

dämpfend

wirkenden

Arzneimitteln wie Tranquilizer/Anxiolytika, Anästhetika, Hypnotika und Sedativa (einschließlich

Benzodiazepinen),

Neuroleptika

(einschließlich

Phenothiazinen),

Barbiturate,

Antidepressiva,

Gabapentin, Antihistaminika/Antiemetika und anderen Opioide kann zu einer Verstärkung der

Nebenwirkungen von Morphin bei üblicher Dosierung führen. Dies betrifft insbesondere das

Risiko für Atemdepression, Sedierung, Hypotonie, Koma und Tod. Die Dosis und die Dauer der

gleichzeitigen Anwendung sollte begrenzt sein (siehe Abschnitt 4.4).

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Alkohol kann die pharmakodynamischen Effekte von Substitol verstärken. Die gleichzeitige

Einnahme sollte vermieden werden.

Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z.B. Psychopharmaka, Antihistaminika, Antiemetika,

Arzneimittel

Morbus

Parkinson)

können

anticholinerge

Nebenwirkungen

Opioiden

verstärken (z.B. Obstipation, Mundtrockenheit oder Störungen beim Wasserlassen).

Durch Morphin kann die Wirkung von Muskelrelaxantien verstärkt werden.

Bei Vorbehandlung von Patienten mit bestimmten Antidepressiva (MAO-Hemmstoffen) innerhalb

der letzten 14 Tage vor der Opioid-Anwendung sind lebensbedrohende Wechselwirkungen auf

Zentralnervensystem, Atmungs- und Kreislauffunktion mit Pethidin beobachtet worden. Dies ist

auch mit Morphin nicht auszuschließen.

gleichzeitiger

Anwendung

Rifampicin

kann

einer

Abschwächung

Morphinwirkung kommen (siehe Abschnitt 4.4).

4.6. Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Fertilität

In tierexperimentellen Studien wurde gezeigt, dass Morphin die Fertilität reduzieren kann (siehe

Abschnitt 5.3 „Präklinische Daten zur Sicherheit“).

Schwangerschaft

Beim Menschen liegen keine ausreichenden Daten vor, die die Bewertung eines möglichen

teratogenen Risikos erlauben würden. Über einen möglichen Zusammenhang mit einer erhöhten

Häufigkeit

Leistenbrüchen

wurde

berichtet.

Morphin

passiert

Plazentaschranke.

Untersuchungen an Tieren zeigten ein Schädigungspotential für die Nachkommen während der

gesamten

Dauer

Trächtigkeit

(siehe

Abschnitt

5.3).

Morphin

darf

daher

Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Nutzen für die Mutter das Risiko für das

Kind klar überwiegt. Wegen der mutagenen Eigenschaften von Morphin sollte es Männern und

Frauen im zeugungs- und gebärfähigen Alter nur dann verabreicht werden, wenn eine wirksame

Verhütung sichergestellt ist.

Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft Opioid-Analgetika erhalten haben,

sollten auf Anzeichen eines neonatalen Entzugs (Abstinenzsyndrom) überwacht werden. Die Be-

handlung kann ein Opioid und unterstützende Behandlung umfassen.

Entbindung

Morphin kann die Dauer der Wehentätigkeit verlängern oder verkürzen.

Neugeborene, deren Mütter während der Entbindung Opioidanalgetika erhalten, sollten auf

Anzeichen einer Atemdepression überwacht und gegebenenfalls mit einem spezifischen Opioid-

Antagonisten behandelt werden.

Stillzeit

Morphin wird in die Muttermilch ausgeschieden und erreicht dort höhere Konzentrationen als im

mütterlichen Plasma. Da beim Säugling klinisch relevante Konzentrationen erreicht werden

können, ist vom Stillen abzuraten

4.7.

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

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Morphin kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit

zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt

oder nicht mehr gegeben ist.

Dies ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im

Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln zu erwarten.

Beurteilung

jeweils

individuellen

Situation

durch

behandelnden

Arzt

vorzunehmen.

einer

stabilen

Therapie

generelles

Fahrverbot

nicht

zwingend

erforderlich.

4.8. Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig

1/10

Häufig

1/100 bis < 1/10

Gelegentlich

1/1.000 bis < 1/100

Selten

1/10.000 bis < 1/1.000

Sehr selten

< 1/10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig

Überempfindlichkeitsreaktionen

Nicht bekannt

Anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen

Endokrine Erkrankungen

Sehr selten

Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH; Leitsymptom:

Hyponatriämie)

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig

Appetitabnahme bis zum Appetitverlust

Psychiatrische Erkrankungen

Morphin zeigt vielfältige psychische Nebenwirkungen, die hinsichtlich Stärke und Art individuell

unterschiedlich (je nach Persönlichkeit und Behandlungsdauer) in Erscheinung treten.

Sehr häufig

Stimmungsänderungen, meist Euphorie aber auch Dysphorie

Häufig

Veränderungen

Aktiviertheit

(meist

verminderte

Aktivität,

aber

auch

Hyperaktivität

oder

Agitiertheit),

Schlaflosigkeit,

Denkstörungen,

Wahrnehmungsstörungen (z.B. Halluzinationen), Verwirrtheitszustände

Sehr selten

verminderte Libido

Nicht bekannt

Abhängigkeit (siehe auch Abschnitt 4.4)

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig

Kopfschmerzen, Schwindel, Geschmacksstörungen

Sehr selten

Konvulsionen, Tremor, unwillkürliche Muskelkontraktionen

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Nicht bekannt

Benommenheit,

Sedierung

(dosisabhängig),

Synkope,

Parästhesien,

Hyperalgesie oder Allodynie (siehe Abschnitt 4.4)

Augenerkrankungen

Sehr häufig

Miosis

Sehr selten

Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Nystagmus

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Nicht bekannt

Vertigo

Herzerkrankungen

Gelegentlich

Tachykardie, Bradykardie

Nicht bekannt

Palpitationen, Herzversagen

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich

Blutdruckabfall, Blutdruckanstieg

Nicht bekannt

Hitzegefühl

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Selten

Bronchospasmen

Sehr selten

Dyspnoe

Nicht bekannt

Husten vermindert, Atemdepression (dosisabhängig), nicht-kardiogen

bedingte Lungenödeme nach rascher Dosissteigerung

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Obstipation (bei Dauerbehandlung)

Häufig

Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Dyspepsie

Selten

Erhöhung der Pankreasenzyme bzw. Pankreatitis

Sehr selten

Darmverschluss, Abdominalschmerz, Zahnerkrankungen, wobei jedoch ein

ursächlicher

Zusammenhang

Morphin-Behandlung

nicht

hergestellt

werden kann.

Nicht bekannt

Übelkeit, Mundtrockenheit (beides dosisabhängig)

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten

Gallenkoliken

Sehr selten

Erhöhung leberspezifischer Enzyme

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig

Hyperhidrosis, Urticaria, Pruritus

Sehr selten

Andere Hautausschläge (z.B. Exantheme)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

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Sehr selten

Muskelspasmen, Muskelrigidität

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig

Harnretention

Selten

Nierenkoliken

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr selten

Erektionsstörungen, Amenorrhoe

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig

Unwohlsein, Asthenie, Ermüdung

Sehr selten

Schüttelfrost, periphere Ödeme

Nicht bekannt

Körperliche

Abhängigkeit

Entzugserscheinungen

(Arzneimittelentzugssyndrom,

Abstinenzsyndrom),

Toleranzentwicklung,

Arzneimittelentzugssyndrom bei Neugeborenen

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Arzneimittelabhängigkeit und Entzugserscheinungen (Abstinenzsyndrom)

Die Anwendung von Opioid-Analgetika kann mit der Entwicklung von körperlicher und/oder

psychischer Abhängigkeit oder Toleranz einhergehen. Wenn die Gabe von Opioiden abrupt

abgesetzt wird oder eine Gabe von Opioidantagonisten erfolgt, kann ein Abstinenzsyndrom

ausgelöst

werden;

kann

manchen

Fällen

auch

zwischen

Dosen

auftreten.

Behandlungsempfehlungen, siehe Abschnitt 4.4.

Zu den körperlichen Entzugssymptomen gehören: Körperschmerzen, Tremor, Restless Legs

Syndrom, Diarrhö, Bauchkolik, Übelkeit, grippeähnliche Symptome, Tachykardie und Mydriasis.

Psychische Symptome sind unter anderem dysphorische Stimmung, Angst und Reizbarkeit.

Arzneimittelabhängigkeit geht häufig mit „Drogenhunger" einher.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-Verhältnisses

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9. Überdosierung

Zerkleinern der Retard-Pellets führt bei Einnahme oder missbräuchlicher Injektion zu einer

sofortigen Freisetzung der gesamten Menge von Morphin und kann eine letale Überdosierung

zur Folge haben.

Symptome der Intoxikation

Die Opioid-Vergiftung äußert sich durch die Trias: Miosis, Atemdepression und Koma. Die

Pupillen

sind

zunächst

stecknadelkopfgroß.

starker

Hypoxie

dilatieren

jedoch.

Atmung ist stark reduziert (bis auf 2-4 Atemzüge pro Minute). Der Patient wird zyanotisch.

Es kann zu einer Aspirationspneumonie kommen.

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Überdosierung mit Morphin führt weiterhin zu Benommenheit und Stupor bis hin zum Koma. Der

Blutdruck

bleibt

zunächst

normal,

fällt

jedoch

fortschreitender

Intoxikation

rapide

Anhaltender Blutdruckabfall kann in einen Schockzustand übergehen. Tachykardie, Bradykardie

und Rhabdomyolyse bis hin zum Nierenversagen können auftreten. Die Körpertemperatur fällt

Skelettmuskulatur

wird

relaxiert,

gelegentlich

können,

insbesondere

Kindern,

generalisierte

Krämpfe

auftreten.

tritt

meist

durch

Ateminsuffizienz

oder

durch

Komplikationen wie z.B. pulmonales Ödem ein.

Therapie von Intoxikationen

Naloxon sollte nicht verabreicht werden, wenn keine signifikanten klinischen Zeichen einer Atem-

oder Kreislaufdepression als Folge einer Morphin-Überdosierung vorliegen. Naloxon soll bei mit

Morphin

substituierten

Patienten

Vorsicht

angewendet

werden.

Abrupte

oder

völlige

Aufhebung der Morphinwirkung kann in solchen Fällen ein akutes Entzugssyndrom bewirken.

Bei bewusstlosen Patienten mit Atemstillstand sind Beatmung, Intubation und die intravenöse

Gabe eines Opioid-Antagonisten (z.B. 0,4 - 2 mg Naloxon i.v.) angezeigt. Bei anhaltender

Ateminsuffizienz muss die Einzeldosis 1 – 3 Mal in dreiminütigen Abständen wiederholt werden,

bis die Atemfrequenz normalisiert ist und der Patient auf Schmerzreize reagiert.

Strenge

Überwachung

(mind.

Stunden)

notwendig,

Wirkung

Opioid-

Antagonisten kürzer ist als die des Morphins, so dass mit einem erneuten Auftreten der

Ateminsuffizienz gerechnet werden muss.

Dosis

Opioid-Antagonisten

beträgt

Kindern

Einzeldosis

0,01

Körpergewicht.

Ferner

können

Maßnahmen

Schutz

Wärmeverlusten

Volumentherapie

erforderlich sein.

Die Anwendung zerteilter, zerkauter oder zerriebener Retard-Pellets führt zu einer unmittelbaren

Wirkstofffreisetzung und zur Resorption einer möglicherweise letalen Dosis von Morphin.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1. Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Opioide

ATC-Code: N07BC09

Wirkmechanismus

Morphin

Phenanthren-Alkaloid

Schlafmohn

(Papaver

somniferum)

opioidagonistischen Eigenschaften. Es zeigt eine ausgeprägte Affinität zu

-Rezeptoren.

Zentrale Wirkungen

Morphin

wirkt

analgetisch,

antitussiv,

sedierend,

tranquilisierend,

atemdepressiv,

miotisch,

antidiuretisch,

emetisch

antiemetisch

(Späteffekt)

geringgradig

Blutdruck

Herzfrequenz senkend.

Bei fortgesetzter

Anwendung

Morphin

nimmt

Empfindlichkeit

ZNS gegenüber

Morphin ab. Diese Gewöhnung kann so ausgeprägt sein, dass Dosen vertragen werden, die bei

erstmaliger Anwendung infolge Atemdepression toxisch wirken. Aufgrund der euphorisierenden

Wirkungskomponente des Morphins besteht Suchtgefahr (siehe auch Abschnitt 4.4).

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Periphere Wirkungen

Obstipation, Kontraktion der Sphinkter im Bereich der Gallenwege, Steigerung des Tonus der

Harnblasenmuskulatur und des Blasenschließmuskels, Verzögerung der Magenentleerung durch

Pyloruskonstriktion, Hautrötung, Urtikaria und Juckreiz durch Histaminfreisetzung sowie bei

Asthmatikern Bronchospasmus.

Endokrines System siehe Abschnitt 4.4

In vitro- und Tierstudien zeigen unterschiedliche Effekte natürlicher Opioide, wie Morphin, auf

Komponenten des Immunsystems. Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist nicht bekannt.

Unter Substitutionsbehandlung, d.h. unter regelmäßiger Verabreichung von Morphin, wird das

suchtmäßige Verlangen nach kurzwirksamen Opioiden reduziert. Es wird deshalb auch eine

positive Auswirkung auf gestörte neuroendokrine Funktionen angenommen.

5.2. Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Morphin wird nach oraler Applikation relativ rasch – vorwiegend aus dem oberen Dünndarm und

geringfügig auch aus dem Magen – resorbiert. Die geringe absolute Bioverfügbarkeit (20% -

40%) ist auf einen ausgeprägten first-pass-Effekt zurückzuführen.

Nach einmaliger Gabe von Substitol werden maximale Plasmaspiegel nach 3,5 (2,0 – 6,0)

Stunden nüchtern und nach 6,0 (2,5 – 18,0) Stunden nach einer fettreichen Mahlzeit erreicht. Die

Nahrungsaufnahme

keinen

Einfluss

Ausmaß

Resorption

(relative

Bioverfügbarkeit).

Verteilung

Das Verteilungsvolumen von Morphin wird mit 1,0 - 4,7 l/kg nach i.v. Einmalgabe von 4 - 10 mg

angegeben.

Hohe

Gewebekonzentrationen

findet

Leber,

Niere,

Gastrointestinaltrakt und im Muskel. Morphin überwindet die Blut-Hirnschranke.

Die Proteinbindung im Plasma beträgt ca. 35 %.

Biotransformation

Morphin wird vorwiegend in der Leber, aber auch im Darmepithel metabolisiert. Der wesentliche

Schritt ist die Glucuronidierung der phenolischen Hydroxylgruppe mittels der hepatischen UDP-

Glucuronyltransferase und N-Demethylierung.

Hauptmetabolite

sind

allem

Morphin-3-glucuronid

geringerer

Menge

Morphin-6-

glucuronid.

Außerdem

entstehen

unter

anderem

Sulfatkonjugate

sowie

oxidative

Stoffwechselprodukte

Normorphin,

Morphin-N-oxid

2-Stellung

hydroxyliertes

Morphin. Die Halbwertszeit der Glucuronide ist erheblich länger als die des freien Morphins. Das

Morphin-6-glucuronid ist biologisch wirksam. Es ist möglich, dass eine verlängerte Wirkung bei

Patienten mit Niereninsuffizienz auf diesen Metaboliten zurückzuführen ist.

Elimination

Im Harn werden nach oraler oder parenteraler Applikation ca. 80 % des verabreichten Morphins

wiedergefunden (10 -% unverändertes Morphin, 4 % Normorphin und 65 % als Glucuronide,

davon Morphin-3-glucuronid: Morphin-6-glucuronid (10 : 1)). Die Eliminationshalbwertszeit von

Morphin unterliegt großen interindividuellen Schwankungen. Sie liegt nach parenteraler Gabe

durchschnittlich zwischen 1,7 und 4,5 Stunden, gelegentlich wurden auch Werte um 9 Stunden

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gefunden.

Etwa

Morphin-Glucuronide

werden

über

Galle

Faeces

ausgeschieden.

Die Blutspiegel nach oraler Einnahme von Substitol nehmen mit einer (virtuellen) Halbwertszeit

von ca. 16 ± 5 Stunden ab.

5.3. Präklinische Daten zur Sicherheit

Mutagenes und tumorigenes Potential

liegen

Mutagenität klar

positive

Befunde

vor,

darauf

hindeuten,

dass

Morphin

klastogen wirkt und eine solche Wirkung auch auf Keimzellen ausübt. Daher ist Morphin als

mutagen wirksame Substanz anzusehen; eine derartige Wirkung muss auch im Menschen

angenommen werden.

Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes Potential von Morphin liegen nicht

vor.

Reproduktionstoxikologie

Untersuchungen an Tieren zeigten ein Schädigungspotential für die Nachkommen während der

gesamten Dauer der Trächtigkeit (ZNS-Missbildungen, Wachstumsretardierung, Testisatrophie,

Veränderungen bei Neurotransmittersystemen und Verhaltensweisen, Abhängigkeit). Daneben

hatte Morphin bei verschiedenen Tierspezies Auswirkungen auf das männliche Sexualverhalten

und die weibliche Fertilität.

Bei männlichen Ratten wurde über reduzierte Fertilität und Chromosomenschäden in Keimzellen

berichtet.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1. Liste der sonstigen Bestandteile

Substitol 30 mg

hydriertes

Pflanzenöl,

Macrogol

6000,

Talkum,

Magnesiumstearat

(Ph.

Eur.)

[pflanzlich],

Natriumdodecylsulfat,

Gelatine,

Schellack,

Propylenglykol,

Indigocarmin

(E132),

Titandioxid

(E171), Eisenoxid (II, III)-oxid (E172)

Substitol 60 mg

hydriertes

Pflanzenöl,

Macrogol

6000,

Talkum,

Magnesiumstearat

(Ph.

Eur.)

[pflanzlich],

Natriumdodecylsulfat,

Gelatine,

Schellack,

Propylenglykol,

Indigocarmin

(E132),

Titandioxid

(E171), Eisenoxidhydrat (E172), Eisenoxid (II, III)-oxid (E172), Eisenoxid (III)-oxid (E172)

Substitol 100 mg

hydriertes

Pflanzenöl,

Macrogol

6000,

Talkum,

Magnesiumstearat

(Ph.

Eur.)

[pflanzlich],

Natriumdodecylsulfat, Gelatine, Schellack, Propylenglykol, Erythrosin (E127), Titandioxid (E171),

Eisenoxid (II, III)-oxid (E172), Eisenoxid (III)-oxid (E172)

Substitol 200 mg

hydriertes

Pflanzenöl,

Macrogol

6000,

Talkum,

Magnesiumstearat

(Ph.

Eur.)

[pflanzlich],

Natriumdodecylsulfat, Gelatine, Schellack, Propylenglykol, Titandioxid (E171), Eisenoxid (II)-oxid

(E172), Eisenoxid (II, III)-oxid (E172), Eisenoxid (III)-oxid (E172)

6.2. Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

Fachinformation

Substitol

30/60/100/200 mg

Seite 13 von 14

6.3. Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre.

6.4. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern.

6.5. Art und Inhalt des Behältnisses

Verpackungsart

PVC-Blister mit Aluminium–Rückfolie.

Packungsgrößen:

10, 30, 60, 90 und 120 (2 x 60) Hartkapseln, retardiert.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7. Inhaber der Zulassung

Mundipharma GmbH

De-Saint-Exupéry-Straße 10

60549 Frankfurt am Main

Telefon: (0 69) 506029-000

Telefax: (0 69) 506029-201

8. Zulassungsnummern

Substitol 30 mg

31512.04.00

Substitol 60 mg

31512.02.00

Substitol 100 mg 31512.01.00

Substitol 200 mg 31512.00.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Datum der Erteilung der Zulassung

29. Februar 1996

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung

18. Januar 2005

10. Stand der Information

10.2018

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig, Betäubungsmittel

Fachinformation

Substitol

30/60/100/200 mg

Seite 14 von 14

Mundipharma Service für Fragen zum Präparat und zur Therapie:

- gebührenfreie Info-Line (0800) 8 55 11 11

- E-Mail: medinfo@mundipharma.de

- Internet: http//www.mundipharma.de

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