Stilnox filmtabletten mit bruchrille

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-01-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
zolpidemi tartras
Verfügbar ab:
Sanofi-Aventis (Suisse) SA
ATC-Code:
N05CF02
INN (Internationale Bezeichnung):
zolpidemi tartras
Darreichungsform:
filmtabletten mit bruchrille
Zusammensetzung:
zolpidemi tartras 10 mg, excipiens pro compresso obducto.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Hypnotische
Zulassungsnummer:
49106
Berechtigungsdatum:
1970-01-01

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-01-2021

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-01-2021

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-01-2021

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-01-2021

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Stilnox® teilbare Filmtabletten

Sanofi-Aventis (Suisse) SA

Was ist Stilnox und wann wird es angewendet?

Stilnox ist ein Schlafmittel zur Kurzzeitbehandlung verschiedener Formen von schwerer Schlaflosigkeit,

vor allem von Ein- und Durchschlafstörungen und von frühem Aufwachen am Morgen, bei Patienten ab

18 Jahren.

Obwohl Stilnox zu einer anderen chemischen Familie gehört, beruht seine Wirkung auf einem ähnlichen

Mechanismus wie dem der Benzodiazepine.

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Was sollte dazu beachtet werden?

Stilnox darf nur bei ausgeprägten Schlafstörungen verwendet werden und während einer kurzen Zeit, im

Allgemeinen 7 bis 10 Tage. Die Behandlung soll 4 Wochen nicht überschreiten. Falls der Arzt bzw. die

Ärztin ausnahmsweise eine länger dauernde Therapie vorsehen sollte, wird er bzw. sie Sie über die

Fortsetzung der Behandlung informieren, da eine solche Fortsetzung regelmässige ärztliche Kontrolle

benötigt.

Zusätzlich sind folgende Regeln zur Schlafhygiene zu beachten:

·die im Bett verbrachte Zeit ist zu beschränken; 8 Stunden genügen,

·nicht während des Tages schlafen,

·sich an regelmässige Schlaf- und Aufstehzeiten halten,

·keine stimulierende Getränke wie Tee oder Kaffee einnehmen,

·nur wenig Alkohol trinken.

Wann darf Stilnox nicht eingenommen / angewendet werden?

Stilnox ist nicht zur Langzeitanwendung bestimmt. Die Behandlung mit Stilnox soll so kurz wie möglich

dauern, da das Risiko der Abhängigkeit mit der Dauer der Behandlung ansteigt.

Stilnox darf in folgenden Fällen nicht eingenommen werden:

Schlaf-Apnoe-Syndrom (Störungen der Atmungsregulierung mit nächtlichen Atemstillständen), schwere

Ateminsuffizienz, ausgeprägte Muskelmüdigkeit (Myasthenia gravis), schwere Leberinsuffizienz

(schwere Leberfunktionsstörung), Allergie auf eine in Stilnox enthaltene Substanz, Laktose-Intoleranz.

Sie dürfen Stilnox nicht anwenden, wenn Sie in der Vergangenheit schon einmal nach der Einnahme von

Stilnox schlafgewandelt sind oder ähnliche ungewöhnliche Verhaltensweisen gezeigt und Tätigkeiten im

nicht ganz wachen Zustand ausgeführt haben (z.B. Autofahren, Essen, Telefonieren oder

Geschlechtsverkehr).

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Stilnox Vorsicht geboten?

Obwohl keine chemische Verwandtschaft mit Benzodiazepinen besteht, ist der Wirkungsmechanismus

von Stilnox dem dieser Substanzen sehr ähnlich. Deshalb sei auf das Folgende verwiesen:

Abhängigkeitsrisiko

Die Einnahme von Stilnox kann, wie bei allen Schlafmitteln, zur Abhängigkeit führen. Das Risiko der

Entwicklung einer Abhängigkeit ist bei einer längeren Anwendung von Stilnox sowie bei Personen,

welche schon an psychiatrischen Störungen, Alkoholabhängigkeit oder Toxikomanie gelitten haben,

erhöht. Beim abrupten Absetzen der Medikamenteneinnahme können Entzugssymptome auftreten, z.B.

Unruhe, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und

Schweissausbruch. Diese Zeichen verschwinden im Allgemeinen nach zwei bis drei Wochen.

Um das Abhängigkeitsrisiko möglichst klein zu halten, sind folgende Empfehlungen zu beachten:

·Nehmen Sie Stilnox nur auf ärztliche Verordnung ein (niemals auf Rat einer Drittperson!) und geben Sie

es nie an eine andere Person weiter.

·Überschreiten Sie die verordnete Dosis nicht. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie das

Medikament absetzen wollen.

·Eine länger dauernde Einnahme (im Allgemeinen länger als vier Wochen) darf nur unter engmaschiger

ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Die Behandlung älterer Personen mit Stilnox erfordert deren engmaschige Überwachung durch den Arzt

bzw. die Ärztin.

Bestimmte Krankheiten (Atem-, Leber-, Niereninsuffizienz) verlangen eine Anpassung der Dosis.

Solche Krankheiten können die Wirkung und auch die Nebenwirkungen dieses Medikaments verstärken.

Kinder und Jugendliche: Das Präparat ist nicht an Kinder unter 18 Jahren abzugeben, da für diese

Altersgruppe nur beschränkte klinische Erfahrungen vorliegen.

Fahrzeuglenker und Führer von Maschinen sind auf das eventuelle Risiko von Schläfrigkeit aufmerksam

zu machen. Um dieses Risiko zu vermeiden, wird eine volle Nacht Schlaf (7-8 Stunden) empfohlen.

Tritt im Laufe der Behandlung eine unerwünschte Wirkung ein, ist sie dem behandelnden Arzt bzw. der

behandelnden Ärztin mitzuteilen.

Stilnox darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden, weil Alkohol die

Medikamentenwirkung verstärken kann.

Unabhängig davon, ob Sie unter Depressionen leiden, kann die Einnahme von Stilnox das Suizidrisiko

erhöhen.

Andere Beruhigungsmittel wie Antidepressiva, Sedativa, andere Schlafmittel, Medikamente gegen

Epilepsie und Schmerzmittel (z.B. Opiate) können die Wirkung von Stilnox deutlich verstärken. Wenn

Sie an Depressionen oder an einer anderen Verhaltensstörung leiden, dürfen Sie Stilnox nicht ohne das

eindrückliche Einverständnis Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin einnehmen.

Die gemeinsame Einnahme von Stilnox und Johanniskraut-Präparaten ist nicht empfohlen, da letztere

die Wirkung Ihres Medikaments abschwächen können.

Es wurden Fälle berichtet, in denen Personen nach der Einnahme von Stilnox oder einem ähnlichen

Medikament während des Schlafs oder in nicht völlig wachem Zustand Aktivitäten ausführten

(Schlafwandeln) und sich später nicht daran erinnerten. Die beobachteten Verhaltensweisen umfassten

Somnambulismus beim Autofahren, bei der Essenszubereitung, beim Essen, beim Telefonieren oder

während des Geschlechtsverkehrs sowie in Einzelfällen selbstschädigendes Verhalten. Diese

Verhaltensweisen können Sie selbst und andere gefährden und sogar zum Tod führen. Diese

Verhaltensweisen können unabhängig davon auftreten, ob Sie in Verbindung mit Stilnox Alkohol trinken

oder andere Medikamente, die auf das zentrale Nervensystem wirken, anwenden. Wenn Sie bei sich ein

solches Verhalten feststellen, brechen Sie die Behandlung sofort ab und benachrichtigen Sie Ihren Arzt

oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Schläfrigkeit

Die Einnahme von Stilnox kann zu Schläfrigkeit und Bewusstseinsverminderung führen, dies kann

Stürze und daraus resultierende schwere Verletzungen nach sich ziehen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen! Es kann auch Schläfrigkeit oder verschwommenes Sehen zur

Folge haben. Die unerwünschten Wirkungen können durch die Einnahme von Alkohol verstärkt werden.

Die gleichzeitige Einnahme von Stilnox und Opioiden kann zu einer Sedierung oder Atemnot bis hin zu

Koma und Tod führen. Es ist daher wichtig, dass Sie alle Anzeichen oder Symptome einer Atemnot oder

Sedierung erkennen und sich dann umgehend an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin wenden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben,

·am Long QT-Syndrom leiden,

·schon einmal eine mentale Störung hatten oder wenn Sie schon einmal Alkohol oder Drogen

missbraucht haben oder davon abhängig waren,

·schon einmal nach der Einnahme von Stilnox schlafgewandelt sind oder ähnliche ungewöhnliche

Verhaltensweisen gezeigt und Tätigkeiten im nicht ganz wachen Zustand ausgeführt haben (z.B.

Autofahren, Essen, Telefonieren oder Geschlechtsverkehr) oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Stilnox während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet werden?

Schwangerschaft: Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, müssen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin kontaktieren und dürfen Stilnox nicht einnehmen.

Stillzeit: Nehmen Sie Stilnox nicht ein, wenn Sie stillen, da geringe Mengen von Zolpidem in die

Muttermilch übergehen.

Wie verwenden Sie Stilnox?

Befolgen Sie die Anweisung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin. Die übliche Dosis beträgt eine Tablette zu

10 mg abends unmittelbar vor dem Zubettgehen oder wenn man sich bereits im Bett befindet. Nehmen

Sie nie mehr als 1 Tablette pro Nacht ein.

Als Regel sollten Sie immer die kleinste wirksame Dosis einnehmen und das so kurz wie möglich.

Stilnox sollte nicht langfristig angewendet werden, da das Risiko der Entwicklung einer Abhängigkeit

mit der Behandlungsdauer ansteigt. Sind Sie über 65 Jahre alt, wird Ihnen der Arzt bzw. die Ärztin im

Allgemeinen am Anfang eine halbe Tablette verschreiben. Überschreiten Sie die Dosis von 10 mg pro

Tag nicht. Das Medikament ist unmittelbar vor dem Zubettgehen einzunehmen.

Halten Sie sich an die in der Packungsbeilage angegebene oder vom Arzt oder der Ärztin verschriebene

Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit

Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Stilnox haben?

Die Nebenwirkungen sind von der eingenommenen Dosis und der individuellen Empfindlichkeit

abhängig, speziell bei älteren Personen.

Die Nebenwirkungen treten am häufigsten in der Stunde nach der Einnahme auf, wenn Sie nicht liegen

und nicht sofort einschlafen (siehe «Wie verwenden Sie Stilnox?»). Sie können aber ebenfalls am

nächsten Morgen beim Erwachen auftreten.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Halluzinationen, Unruhe, Albträume, Depression, tägliche Schläfrigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen,

Schwindelgefühle, Verschlimmerung der Schlafstörungen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen,

Bauchschmerz, Rückenschmerzen, Infektionen der oberen und unteren Atemwege,

Gedächtnisstörungen; diese Störungen treten am häufigsten auf, wenn Sie wach sind, aber das

Medikament noch immer wirksam ist. Möglicherweise können Sie sich in der Folge nicht mehr an die

Ereignisse erinnern, die während dieser Wachphase aufgetreten sind.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Verwirrtheit, Reizbarkeit, Nervosität, Aggressivität, Schlafwandeln, euphorische Stimmung,

Kribbelgefühle, Zittern (Tremor), Aufmerksamkeitsstörungen, Sprachstörungen, Veränderungen des

Appetits, Gelenk- und Muskelschmerzen, Krampfanfälle, Nackenschmerzen, verschwommenes Sehen

und doppeltes Sehen, Hautausschläge, Muskelschwäche.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Libidoveränderungen, Nachlassen der Aufmerksamkeit, Gangstörungen, Leberfunktionsstörungen,

Gelbsucht, Leberschädigungen oder -entzündungen, Urtikaria, Stürze (vor allem bei älteren Menschen

oder Patienten, welche die empfohlene Dosierung nicht eingehalten haben).

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

Sinnestäuschungen, Abhängigkeit, Sehstörungen, Atemdepression.

Einzelfälle

·Wutanfälle, unangemessenes Verhalten. Schlafwandeln und ähnliche ungewöhnliche Verhaltensweisen

wie das Ausführen von Tätigkeiten (z.B. Autofahren, Essen, Telefonieren oder Geschlechtsverkehr) im

nicht ganz wachen Zustand, die zu schweren Verletzungen und gelegentlich zum Tod führen können.

·Delirium (plötzlich eintretende und gravierende Veränderung des Geisteszustands, die dazu führt, dass

eine Person verwirrt oder desorientiert wirkt)

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Stilnox enthalten?

Wirkstoffe

1 Tablette enthält 10 mg Zolpidem-Tartrat

Hilfsstoffe

Laktose und andere Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

49'106 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Stilnox? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Tabletten zu 10 mg: Schachteln zu 10, 14 und 30 teilbaren Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE

Diese Packungsbeilage wurde im Januar 2021 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Stilnox®

Sanofi-Aventis (Suisse) SA

Zusammensetzung

Wirkstoff: Zolpidemi tartras.

Hilfsstoffe: Lactosum monohydricum, Cellulosum microcristallinum, Hypromellosum,

Carboxymethylamylum natricum A, Magnesii stearas, Titanii dioxidum, Macrogolum 400.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 teilbare Filmtablette enthält 10 mg Zolpidem Tartrat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Kurzfristige Behandlung der Schlaflosigkeit, falls sie für den Patienten eine schwere Behinderung

darstellt.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene: Die empfohlene Tagesdosis beträgt 1 Tablette zu 10 mg. Die Behandlung wird mit der

geringsten wirksamen Dosis eingeleitet. Die maximale Dosis darf nicht überschritten werden.

Wie alle Hypnotika empfiehlt sich Zolpidem nicht zur Langzeitanwendung.

Die Behandlung mit Stilnox soll so kurz wie möglich dauern und 4 Wochen nicht überschreiten

(einschliesslich der Ausschleichphase). Eine Verlängerung der Behandlung sollte nicht ohne

neuerliche genaue Abschätzung des Zustandes des Patienten durch den Arzt durchgeführt werden, da

das Risiko des Missbrauchs und der Entwicklung einer Abhängigkeit mit der Dauer der Behandlung

ansteigt (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die Einnahme soll stets am Abend mit zeitlichem Abstand nach dem Essen vor dem Zubettgehen

erfolgen, oder wenn man sich bereits im Bett befindet. Es darf nicht mehr als 1 Tablette pro Nacht

eingenommen werden.

Besondere Dosierungshinweise

Kinder: Die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Zolpidem bei Kindern unter 18 Jahren wurde nicht

festgestellt. Aus diesem Grunde darf Zolpidem für diese Bevölkerungsgruppe nicht verschrieben

werden.

Ältere Personen (≥65 Jahre), geschwächte Personen: Da ältere oder geschwächte Personen besonders

stark auf Zolpidem reagieren, beträgt die empfohlene Dosierung ½ Tablette und sollte nur

ausnahmsweise auf 1 Tablette erhöht werden.

Leberinsuffizienz: Da die Clearance und der Metabolismus von Zolpidem bei Leberinsuffizienz

vermindert sind, sollte die Anfangsdosis bei Leberinsuffizienz bei 5 mg liegen. Besondere Vorsicht

ist hier bei älteren Patienten geboten.

Die Tagesdosis darf 10 mg nie überschreiten.

Kontraindikationen

Zolpidem ist in den folgenden Fällen kontraindiziert:

·Überempfindlichkeit gegen Zolpidem oder einen der Hilfsstoffe,

·Schlafapnoe-Syndrom,

·schwere und/oder akute Ateminsuffizienz,

·Myasthenia gravis,

·schwere Leberinsuffizienz,

·Laktose-Intoleranz.

Schwangerschaft und Stillzeit: Siehe die Rubrik «Schwangerschaft/Stillzeit».

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Ateminsuffizienz: Da bekannt ist, dass Hypnotika die Atemfunktion herabsetzen, ist Vorsicht

geboten, wenn Zolpidem Patienten mit einer verringerten Atemfunktion verschrieben wird.

Leberinsuffizienz: Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz darf Zolpidem aufgrund des Risikos

einer Enzephalopathie nicht angewendet werden (siehe «Besondere Dosierungshinweise»,

«Kontraindikationen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Risiken bei gleichzeitiger Anwendung von Opioiden und Benzodiazepinen:

Die gleichzeitige Anwendung von Benzodiazepinen, einschliesslich Zolpidem mit Opioiden kann zu

Sedierung, Atemnot, Koma und Tod führen. Aufgrund dieser Risiken ist die gleichzeitige

Verschreibung von Benzodiazepinen und Opioiden auf Patienten zu beschränken, für die keine

geeigneten anderen therapeutischen Alternativen zur Verfügung stehen.

Bei einer gleichzeitigen Verordnung von Zolpidem und Opioiden sind die niedrigsten wirksamen

Dosen zu verwenden und die Behandlungsdauer ist so kurz wie möglich zu wählen. Ferner sind die

Patienten engmaschig zu überwachen, damit jedes Anzeichen oder Symptom einer Atemnot oder

Sedierung erkannt wird.

Kinder: Die Verträglichkeit und Wirksamkeit wurden in der Pädiatrie nicht festgestellt. Bei einer 8-

wöchigen Studie mit Patienten (von 6 bis 17 Jahren), die unter Schlaflosigkeit in Verbindung mit

einer Aufmerksamkeitsdefizit-Störung mit Hyperaktivität (ADHS) litten, umfassten die häufigsten

psychiatrischen Störungen und Störungen des zentralen Nervensystems infolge der Behandlung mit

Zolpidem im Vergleich zu Placebo Schwindel (23,5% vs. 1,5%), Kopfschmerz (12,5% vs. 9,2%) und

Halluzinationen (7,4% vs. 0%).

Ältere Personen: siehe «Besondere Dosierungshinweise».

Die Ursache der Schlaflosigkeit muss soweit möglich identifiziert werden und die zugrunde

liegenden Leiden müssen behandelt werden, bevor ein Hypnotikum verschieben wird.

Das Andauern der Schlaflosigkeit nach 7- bis 14-tägiger Behandlung kann auf ein zugrunde

liegendes psychiatrisches oder somatisches Leiden hinweisen. Insbesondere kann eine vorbestehende

Depression im Lauf der Behandlung mit Zolpidem manifest werden, da Schlaflosigkeit das erste

Symptom einer Depression sein kann. Der Zustand des Patienten sollte in regelmässigen Abständen

sorgfältig überprüft werden.

Beim Verschreiben von Hypnotika muss der Arzt folgende Punkte berücksichtigen:

Psychose: Hypnotika empfehlen sich nicht als Mittel der ersten Wahl zur Psychosebehandlung.

Amnesie: Sedativa/Hypnotika können eine anterograde Amnesie hervorrufen, die meistens einige

Stunden nach der Einnahme des Präparats auftritt. Es sollten deshalb möglichst günstige

Voraussetzungen für einen ununterbrochenen 7- bis 8-stündigen Schlaf geschaffen werden.

Depression und Suizidneigung: Mehrere epidemiologische Untersuchungen haben sowohl bei

depressiven als auch bei nicht depressiven Patienten, die mit Benzodiazepinen und anderen

Hypnotika (einschliesslich Zolpidem) behandelt wurden, eine höhere Suizidrate bzw.

Suizidversuchsrate gezeigt. Ein kausaler Zusammenhang wurde nicht nachgewiesen.

Hypnotika sollten bei Depression nicht allein eingesetzt werden. Obwohl mit SSRI-Antidepressiva

keine klinisch signifikante pharmakokinetische oder pharmakodynamische Interaktion beobachtet

wurde (siehe «Interaktionen»), ist bei Verabreichung von Zolpidem an depressive Patienten wie mit

allen Hypnotika Vorsicht geboten. Aufgrund des erhöhten Suizidrisikos muss die Anzahl

verschriebener Packungen so gering wie möglich sein, um eine absichtliche Überdosierung zu

vermeiden.

Eine vorbestehende Depression kann im Lauf der Behandlung mit Zolpidem manifest werden. Da

Schlaflosigkeit das erste Symptom einer Depression sein kann, sollte der Zustand des Patienten

überprüft werden wenn die Schlaflosigkeit weiterbesteht.

Sonstige paradoxe und psychiatrische Reaktionen: Im Verlauf der Einnahme von Sedativa/Hypnotika

wie Zolpidem können Symptome wie Nervosität, gesteigerte Schlaflosigkeit, Agitiertheit,

Reizbarkeit, Aggressivität, Delirium, Wutausbrüche, Alpträume, Halluzinationen, anormales

Verhalten und andere Verhaltensstörungen auftreten.

In diesem Fall ist die Behandlung abzubrechen. Diese Symptome treten eher bei älteren Patienten

auf.

Somnambulismus und damit verbundene Verhaltensweisen: Schlafwandeln und damit assoziierte

Verhaltensweisen wurden von Patienten berichtet, die Zolpidem (Stilnox) oder mit diesem Präparat

verwandte Schlafmittel eingenommen hatten und nicht vollständig wach waren. Dazu zählten unter

anderem Auto fahren im Schlaf, Zubereiten und Verzehren von Mahlzeiten, Telefonieren,

Geschlechtsverkehr, ohne dass sich die Betroffenen später daran erinnern konnten (Amnesie). Es

wurden auch Einzelfälle von selbstverletzendem Verhalten in diesem Zusammenhang berichtet.

Alkohol und andere zentral dämpfende bzw. zentral wirksame Substanzen scheinen das Risiko für

solches Verhalten im Zusammenwirken mit Zolpidem (Stilnox) zu erhöhen. Gleiches gilt für die

Anwendung von Stilnox in Dosierungen, die über der empfohlenen Maximaldosis liegen. Bei

Patienten, die solche Reaktionen (z.B. Somnambulismus beim Autofahren) berichten, sollte Stilnox

aufgrund der Gefährdung des Patienten und anderer Personen abgesetzt werden.

Störungen der Psychomotorik: Das Risiko von Störungen der Psychomotorik einschliesslich

verminderter Fahrfähigkeit ist erhöht, wenn Zolpidem weniger als 7 bis 8 Stunden vor der Aufnahme

von Tätigkeiten eingenommen wird, die eine gewisse Aufmerksamkeit erfordern, oder wenn

Zolpidem zusammen mit einer anderen ZNS-dämpfenden Substanz oder sonstigen Substanzen

verabreicht wird, die den Blutspiegel von Zolpidem erhöhen können.

Gewöhnung: Bei wiederholter Verabreichung über einige Wochen kann ein gewisser

Wirksamkeitsverlust bezüglich der hypnotischen Wirkungen der Sedativa/Hypnotika wie Zolpidem

eintreten.

Abhängigkeit: Obschon chemisch nicht mit den Benzodiazepinen verwandt, wirkt Zolpidem (ein

Imidazopyridin) auf den gleichen GABAA-Rezeptorkomplex. Bis zum Vorliegen von mehr

Erfahrung müssen wegen Abhängigkeitsrisiko die folgenden Vorsichtsmassnahmen mit Stilnox

beachtet werden:

Die Einnahme von Zolpidem kann zu Missbrauch oder zu physischer oder psychischer Abhängigkeit

führen. Dieses Risiko vergrössert sich bei längerer Einnahme, hoher Dosierung und entsprechend

veranlagten Patienten. Über die Entwicklung einer Abhängigkeit wurde bei Patienten, die länger als

4 Wochen mit Stilnox behandelt wurden, häufiger berichtet. Das Risiko des Missbrauchs oder der

Entwicklung einer Abhängigkeit ist auch erhöht bei Patienten mit psychiatrischer Anamnese,

Alkohol- oder Drogen-Abhängigkeit. Stilnox sollte bei Patienten, die an Alkohol- oder Drogen-

Abhängigkeit gelitten haben, mit grosser Vorsicht angewendet werden.

Wenn eine physische Abhängigkeit entstanden ist, geht das plötzliche Absetzen der Behandlung mit

Entzugssymptomen einher. Diese können sich in Kopfschmerz oder Muskelschmerzen, sehr starken

Angst- und Spannungszuständen, Nervosität, Verwirrung und Reizbarkeit äussern. In schweren

Fällen können folgende Symptome auftreten: Unwirklichkeitsgefühle, Selbstentfremdung,

Hyperakusie, Taubheits- und Kribbelgefühle in den Extremitäten, Überempfindlichkeit gegenüber

Licht, Lärm und Berührung, Halluzinationen und epileptische Anfälle.

Das plötzliche Absetzen der Behandlung führt zu Entzugserscheinungen, die sich in leichteren Fällen

auf Zittern, Agitiertheit, Schlafstörungen, Angstzustände, Kopfschmerzen und

Konzentrationsschwäche beschränken. Es können aber auch Symptome wie Schweissausbrüche,

Muskel- und Bauchkrämpfe, Wahrnehmungsstörungen und in seltenen Fällen Delirien und

epileptische Anfälle beobachtet werden.

Je nach Wirkdauer der Substanz treten die Entzugserscheinungen wenige Stunden bis zu einer

Woche oder länger nach Absetzen der Behandlung auf.

Um das Risiko der Abhängigkeit möglichst klein zu halten, sollten Hypnotika nur nach sorgfältiger

Indikationsstellung verordnet und eine möglichst kurze Zeit (in der Regel nicht mehr als 4 Wochen)

eingenommen werden. Die Notwendigkeit einer Fortsetzung der Behandlung bedarf der

regelmässigen Neubeurteilung. Die langfristige Behandlung ist nur bei bestimmten Patienten

indiziert, und der Nutzen einer solchen Behandlung ist im Vergleich zu den Risiken weniger

eindeutig.

Um das Auftreten von Entzugserscheinungen zu verhindern, empfiehlt sich ein ausschleichendes

Absetzen durch stufenweise Dosisreduktion. Entzugserscheinungen erfordern eine sehr engmaschige

Überwachung und die Behandlung des Patienten.

Rebound-Schlaflosigkeit: Nach Absetzen der Behandlung mit Hypnotika kann es zu

vorübergehender Rebound-Schlaflosigkeit kommen (verstärktes Wiederauftreten der ursprünglichen

Schlaflosigkeit).

Somnolenz: Aufgrund seiner pharmakologischen Eigenschaften kann die Einnahme von Zolpidem zu

Somnolenz und Bewusstseinsverminderung führen. Dies kann Stürze und daraus resultierende

schwere Verletzungen nach sich ziehen.

Es können auch andere Symptome wie Gemütsschwankungen, Angst und Agitiertheit

(«restlessness») auftreten.

Wichtig ist, dass der Patient über das mögliche Auftreten solcher Rebound-Phänomene unterrichtet

ist, wodurch sich die Ausprägung der Angst und der anderen Symptome beim Absetzen der

Behandlung auf ein Minimum beschränken lässt.

Bei Verabreichung von Sedativa/Hypnotika mit kurzer Wirkdauer können gewisse

Entzugserscheinungen zwischen zwei aufeinander folgenden Einnahmen auftreten.

Long QT-Syndrom: Als Vorsichtsmassnahme sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Behandlung

mit Zolpidem bei Personen mit kongenitalem Long QT-Syndrom eingehend geprüft werden.

Interaktionen

Alkohol

Von der gleichzeitigen Einnahme von Alkohol wird gewarnt. Risiko verstärkter Sedierung durch

Alkohol.

Depressoren des zentralen Nervensystems

Die Hemmung des zentralen Nervensystems kann verstärkt werden im Falle der Kombination mit

Antipsychotika (Neuroleptika), Hypnotika, Anxiolytika/Sedativa, Antidepressiva,

Morphinabkömmlingen (Analgetika und Antitussiva), narkotische Analgetika, Antiepileptika,

Anästhetika und sedierenden H1-Antihistaminika. Die gemeinsame Verabreichung von Zolpidem

mit diesen Substanzen kann Schläfrigkeit und psychomotorische Störungen einschliesslich

verminderter Fahrtüchtigkeit verstärken.

Im Falle der Kombination mit Fluoxetin oder Sertralin, beides Antidepressiva mit selektiver

Serotonin-Wiederaufnahmehemmung ist zu beachten, dass

·mit Fluoxetin weder in pharmakokinetischer noch in pharmakodynamischer Hinsicht klinisch

signifikante Interaktionen beobachtet wurden,

·mit Sertralin die maximale Zolpidem-Konzentration signifikant erhöht und Tmax reduziert wird.

Obwohl klinisch nicht nachgewiesen, könnten diese Änderungen theoretisch die hypnotische

Wirkung von Zolpidem beschleunigen.

Bei Einnahme narkotischer Analgetika kann eine Steigerung der Euphorie zum Auftreten einer

psychischen Abhängigkeit beitragen.

Benzodiazepine und Opioide: Die gleichzeitige Anwendung von Benzodiazepinen, einschliesslich

Zolpidem und Opioiden erhöht aufgrund der zusätzlichen dämpfenden Wirkungen auf das zentrale

Nervensystem das Risiko für Sedierung, Atemnot, Koma und Tod. Daher ist bei Patienten die

gleichzeitig Benzodiazepine und Opioide einnehmen, die Dosis und die Behandlungsdauer zu

beschränken.

CYP450-Inhibitoren und -Induktoren

Die Inhibitoren des Cytochroms P450 können die Wirkung gewisser Hypnotika wie Zolpidem

steigern. Beim Menschen hängt der Metabolismus von Zolpidem wesentlich vom Enzym CYP450

3A4 ab. Ebenfalls beteiligt ist das Enzym CYP450 1A2. Bei gleichzeitiger Gabe von Induktoren des

CYP450 3A4 wie Rifampicin und Johanniskraut-Präparaten wird die pharmakodynamische Wirkung

von Zolpidem herabgesetzt. Johanniskraut kann den Zolpidem-Blutspiegel herabsetzen (Senkung der

mittleren Cmax-Werte um 33,7% und der AUC-Werte um 30%); eine gleichzeitige Verabreichung

ist daher nicht empfohlen.

In einer Studie zur Interaktion mit Itraconazol, dem CYP450 3A-Inhibitor, wurden trotz Zunahme

der AUC um 35% keine klinischen Folgen beobachtet.

Eine Anpassung der Dosis von Zolpidem bei gleichzeitiger Verabreichung von Itraconazol ist daher

nicht notwendig.

Die routinemässige Anpassung der Zolpidem-Dosen wird nicht als erforderlich angesehen, jedoch

kann die gleichzeitige Verabreichung von Zolpidem und Ketokonazol eine Verstärkung der sedativen

Wirkung herbeiführen. Es wurde eine Erhöhung um den Faktor 1,83 der AUC beobachtet.

Es liegen keine Studien vor über Interaktionen mit anderen CYP450 3A-Inhibitoren.

Sonstige Medikamente

Fluvoxamin und Ciprofloxacin können den Blutspiegel von Zolpidem erhöhen. Von einer

gleichzeitigen Gabe mit Zolpidem wird daher abgeraten.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Zolpidem und Warfarin, Digoxin, Ranitidin oder Cimetidin

sind keine signifikanten pharmakokinetischen Interaktionen beobachtet worden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Die Anwendung von Stilnox während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.

Tierexperimentelle Studien zu Zolpidem ergaben keine Hinweise auf teratogene oder

embryotoxische Risiken für die Föten. Zolpidem ist plazentagängig.

Nach Anwendung von Benzodiazepinen im zweiten und/oder dritten Trimenon wurden eine

Abnahme der fetalen Bewegungen und Schwankungen des fetalen Herzrhythmus berichtet.

Die bei Kohortenstudien gesammelten Daten ergaben keinen Hinweis auf Fehlbildungen nach einer

Exposition gegenüber Benzodiazepinen (wie Zolpidem) während des ersten Trimenons der

Schwangerschaft. In einigen Fallstudien wurde jedoch ein erhöhtes Auftreten von Lippen- und

Gaumenspalten beobachtet.

Die Anwendung von Zolpidem während des letzten Abschnitts der Schwangerschaft oder bei der

Geburt kann beim Neugeborenen Hypothermie, Hypotonie, Trinkschwäche und eine leichte

Atemdepression verursachen. Bei Anwendung von Zolpidem wurden Fälle von schwerer

Atemdepression bei Neugeborenen beobachtet. Darüber hinaus können Kinder von Müttern unter

chronischer Einnahme von Sedativa/ Hypnotika am Ende der Schwangerschaft eine physische

Abhängigkeit entwickelt haben. Beim Kind können Entzugserscheinungen auftreten, obwohl für

Zolpidem kein derartiger Fall gemeldet worden ist.

Wird Zolpidem an eine Frau im gebärfähigen Alter verschrieben, so ist darauf hinzuweisen, dass ein

Arzt aufzusuchen ist, um die Behandlung im Falle einer geplanten Schwangerschaft abzubrechen,

oder wenn sie davon ausgeht, schwanger zu sein.

Stillzeit

Obschon nur geringe Mengen von Zolpidem in die Muttermilch gelangen, darf dieses Präparat

während der Stillzeit nicht verabreicht werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Das Lenken von Fahrzeugen und die Benutzung von Maschinen können aufgrund folgender

unerwünschter Wirkungen, zu denen es bei der Einnahme von Zolpidem kommen kann, eine Gefahr

darstellen: Schläfrigkeit, verlängerte Reaktionszeit, Benommenheit, Müdigkeit,

Sehstörungen/verschwommenes Sehen, verminderte Aufmerksamkeit, verminderte Fahrtüchtigkeit.

Um dieses Risiko zu vermindern, und wegen der langen Wirkungszeit des Medikaments (siehe

«Pharmakokinetik»), ist eine ganze Nacht an Schlaf (7-8 Stunden) empfehlenswert.

Weiterhin erhöht die gemeinsame Verabreichung von Zolpidem und Alkohol oder anderen ZNS-

dämpfenden Substanzen das Risiko für derartige Wirkungen. Die Patienten müssen entsprechend

informiert werden, um die gleichzeitige Einnahme von Alkohol oder anderen psychoaktiven

Substanzen während der Behandlung mit Zolpidem zu vermeiden.

Das mit der anterograden Amnesie zusammenhängende Risiko ist ebenfalls zu berücksichtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Sie sind dosisabhängig, insbesondere gewisse Wirkungen auf das zentrale Nervensystem.

Theoretisch sollten weniger unerwünschte Wirkungen auftreten, wenn Zolpidem unmittelbar vor

dem Zubettgehen eingenommen wird, wie im Abschnitt «Dosierung/Anwendung» empfohlen. Bei

älteren Menschen sind die unerwünschten Wirkungen häufiger.

Nachstehend werden folgende Häufigkeitsangaben verwendet: Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100;

<1/10); gelegentlich (≥1/1000; <1/100); selten (≥1/10'000; <1/1000); sehr selten (<1/10'000).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Infektion des oberen Respirationstraktes, Infektion des unteren Respirationstraktes.

Erkrankungen des Immunsystems

Einzelfälle: angioneurotisches Ödem.

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Halluzinationen, Unruhe, Alpträume, Depression.

Gelegentlich: Verwirrung, Reizbarkeit, Nervosität, Aggressivität, Somnambulismus (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen: Somnambulismus und damit verbundene

Verhaltensweisen»), euphorische Zustände.

Selten: Libidoveränderungen.

Sehr selten: Sinnestäuschungen, Abhängigkeit (Entzugserscheinungen oder ein Rebound-Effekt

können nach Absetzen der Behandlung auftreten).

Einzelfälle: Wutanfälle, unangemessenes Verhalten.

Die meisten dieser unerwünschten psychiatrischen Wirkungen sind durch paradoxale Reaktionen und

Euphoriezustände bedingt.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Somnolenz am Tage, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Verschlimmerung der

Schlaflosigkeit, kognitive Störungen wie anterograde Amnesie (allein oder in Verbindung mit

unangepasster Verhaltensweise).

Gelegentlich: Parästhesie, Tremor, Aufmerksamkeitsstörung, Sprechstörung.

Selten: Herabsetzung der Aufmerksamkeit, Gangstörungen.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Doppelbilder, verschwommenes Sehen.

Sehr selten: Sehstörungen.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:

Sehr selten: Atemdepression.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerz.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Anstieg der Leberenzyme

Selten: Bilirubinämie, schwere Hepatitis mit Ikterus, hepatozelluläre, cholestatische oder gemischte

Leberschädigung.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Appetitstörungen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Exanthem, angioneurotisches Ödem, Pruritus, Hyperhidrose.

Selten: Urtikaria

Erkrankungen der Skelettmuskulatur und systemische Erkrankungen

Häufig: Rückenschmerzen.

Gelegentlich: Arthralgie, Myalgie, Muskelspasmen, Zervikalgie, Muskelschwäche.

Allgemeine Störungen

Selten: Stürze (vor allem bei älteren Patienten und wenn die Einnahmeempfehlungen für Zolpidem

nicht beachtet werden).

Einzelfälle: Toleranz.

Überdosierung

Wie bei jeder Überdosierung muss die Möglichkeit einer Polyintoxikation berücksichtigt werden,

welche die Prognose verschlechtern kann.

Anzeichen und Symptome

Bei Überdosierung von Zolpidem alleine oder zusammen mit anderen Depressoren des zentralen

Nervensystems (einschliesslich Alkohol) wurden Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma und

stärker ausgeprägten Symptomen beobachtet, manchmal mit tödlichem Ausgang.

Behandlung

Bei Überdosierung sind die üblichen Vorsichtsmassnahmen angezeigt: Überweisung in eine

spezialisierte Abteilung, Überwachung von Herz, Kreislauf- und Atemfunktion, unter Umständen

Magenspülung. Falls eine Magenspülung nicht angebracht erscheint, soll Aktivkohle zur

Verringerung der Resorption gegeben werden.

Es dürfen keine sedierende Medikamente verabreicht werden, auch nicht bei Unruhe.

Je nach Schweregrad der Symptome ist die Verabreichung von Flumazenil in Betracht zu ziehen. Sie

kann sich zur Diagnose und/oder Behandlung einer absichtlichen oder versehentlichen

Überdosierung von Zolpidem als nützlich erweisen.

Der Antagonismus von Flumazenil zur Wirkung von Zolpidem kann das Auftreten neurologischer

Störungen (epileptische Anfälle) begünstigen.

Zolpidem ist nicht dialysierbar.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05CF02

Wirkungsmechanismus

Zolpidem ist ein Imidazopyridin, ein selektiver Agonist der Unterklasse Omega-1-(oder

Benzodiazepin-1)-Rezeptoren, welche die Alpha-Einheit des makromolekularen GABAA-

Rezeptorkomplexes bildet. Im Gegensatz zu den Benzodiazepinen mit ihrer nicht selektiven Bindung

an die drei Subtypen des Omegarezeptors bindet sich Zolpidem vor allem an den Subtyp Omega 1.

Die spezifisch hypnotische Wirkung von Zolpidem erklärt sich durch die Modulation der Öffnung

des Chloridkanals durch diesen Rezeptor.

Befunde beim Tier

Die selektive Bindung von Zolpidem an Omega-1-Rezeptoren erklärt das Fehlen eines

muskelrelaxierenden und antikonvulsiven Effekts bei üblicher Dosierung, der normalerweise bei

nicht Omega-1-selektiven Hypnotika beobachtet wird.

Die Wirkungen von Zolpidem werden durch Flumazenil antagonisiert.

Befunde beim Menschen

Diese Wirkungen zeigen sich in einem typischen, von den Benzodiazepinen verschieden EEG-

Muster. In Aufzeichnungen während des Nachtschlafs verlängerte Zolpidem das Stadium II sowie

die Tiefschlafstadien III und IV, was sich mit seiner selektiven Bindung an Omega-1-Rezeptoren

erklären lässt.

In der empfohlenen Dosierung beeinflusst Zolpidem die Gesamtdauer des paradoxen Schlafs (REM,

Rapid Eye Movement) nicht.

Pharmakokinetik

Absorption

Zolpidem hat nach oraler Gabe eine Bioverfügbarkeit von ungefähr 70%, infolge eines mässigen

«first-pass»-Effekts. Der Plasmaspitzenspiegel wird nach 0.5 bis 3 Stunden erreicht; der letztere liegt

nach oraler Gabe einer Tablette zu 10 mg bei 140 ± 12 ng/ml.

Distribution

Die Pharmakokinetik ist im therapeutischen Bereich linear. Zolpidem bindet sich zu 92,5% ± 0,1%

an Plasmaproteine. Die Plasmaelimationshalbwertszeit liegt bei gesunden Menschen im Durchschnitt

bei 2,4 Stunden ± 0,2 Stunden und die Wirkung dauert nach der Einnahme 6 Stunden an. Das

Verteilungsvolumen bei Erwachsenen beträgt 0,54 ± 0,02 l/kg.

Metabolismus

Die Biotransformation des Zolpidems läuft vorwiegen mittels CYP 3A4 ab, wobei jedoch auch

andere Isoformen an der ersten Oxydationsetappe beteiligt sind.

Elimination

Zolpidem wird hepatisch metabolisiert, und in Form inaktiver Metaboliten vorwiegend mit dem Urin

(56%) und Stuhl (37%) eliminiert. Die Metaboliten beeinflussen die Proteinbindung des Zolpidems

nicht.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Personen

Die Clearance sinkt bei Älteren. Die Plasmaspitzenkonzentratiom steigt im Alter um etwa 50%, ohne

dass sich die Halbwertszeit (durchschnittlich 3 Stunden) signifikant verlängert. Das

Verteilungsvolumen sinkt auf 0,34 ± 0,05 l/kg.

Niereninsuffizienz

Bei niereninsuffizienten Patienten mit oder ohne Dialyse ist die Clearance mässig vermindert. Die

anderen kinetischen Parameter bleiben unverändert. Zolpidem ist nicht dialysierbar.

Leberinsuffizienz

Bei leberinsuffizienten Patienten steigt der Plasmaspiegel von Zolpidem an. Die Clearance nimmt

deutlich ab und die Eliminationshalbwertszeit ist auf ca. 10 Stunden verlängert.

Präklinische Daten

Die präklinischen Sicherheitsdaten ergaben kein besonderes Risiko für den Menschen anhand einer

Reihe üblicher Untersuchungen der Sicherheitspharmakologie, der Toxizität bei wiederholter

Applikation, Genotoxizität, Reproduktionstoxizität und Karzinogenität. Für Zolpidem werden keine

Effekte auf die Fortpflanzungsparameter angenommen und es wurde kein teratogenes, genotoxisches

oder karzinogenes Potenzial nachgewiesen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweise

Das Arzneimittel bei Raumtemperatur (15-25 °C) und für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

49106 (Swissmedic).

Packungen

Filmtabletten mit Bruchrille zu 10 mg: 10 und 30 (B)

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

August 2018.

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