Stalevo 125/31.25/200 mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-11-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
entacaponum, levodopum, carbidopum
Verfügbar ab:
Orion Pharma AG
ATC-Code:
N04BA03
INN (Internationale Bezeichnung):
entacaponum, levodopum, carbidopum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
entacaponum 200.0 mg, levodopum 125.0 mg, carbidopum 31.25 mg als carbidopum monohydricum, maydis für amylum, mannitolum, carmellosum natricum nur zusammengehalten Endwerte. Natrium 2.27 mg, povidonum, magnesium stearas, Überzug: hypromellosum, Synthetik-1.62 mg, E 171, E 172 (rot) und magnesium stearas, polysorbatum 80, glycerolum (85 per hundert) für compresso Dunst.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Morbus Parkinson
Zulassungsnummer:
56676
Berechtigungsdatum:
2004-03-04

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-11-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-11-2019

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-11-2019

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-11-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Stalevo®

Novartis Pharma Schweiz AG

Was ist Stalevo und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Stalevo wird für die Behandlung von Patienten mit Parkinson-Krankheit eingesetzt, die unter

bestimmten Symptomen leiden (fluktuierende motorische Symptome, sogenannte Enddosis- bzw.

«on-off» Symptome). Stalevo wird dann eingesetzt, wenn die Symptome unter einer bisherigen

Therapie mit einem oder zwei Wirkstoffen nicht ausreichend stabilisiert wurden.

Stalevo ist eine Kombination von drei aktiven Substanzen in einer Filmtablette.

Jede Filmtablette Stalevo enthält Levodopa als Bestandteil, der gegen die Parkinson-Krankheit wirkt.

Zusätzlich enthält jede Filmtablette Carbidopa und Entacapon. Diese verbessern die Wirkung zur

Linderung der Parkinsonsymptome von Levodopa.

Wann darf Stalevo nicht eingenommen werden?

Stalevo darf nicht eingenommen werden, wenn:

·Sie an einer Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen Levodopa, Carbidopa, Entacapon oder

einem der anderen Inhaltsstoffe von Stalevo leiden.

·Sie an einer Lebererkrankung leiden.

·Sie an erhöhtem Augeninnendruck aufgrund eines Engwinkelglaukoms (grüner Star) leiden.

·Sie an einem Phäochromozytom (ein Tumor der Nebenniere) leiden, da dies das Risiko schwerer

Blutdruckerhöhungen steigern kann.

·Sie gleichzeitig bestimmte Antidepressiva (selektive MAO-A- und MAO-B-Hemmer in

Kombination oder nicht-selektive MAO-Hemmer) einnehmen.

·bei Ihnen ein malignes neuroleptisches Syndrom (MNS) und/oder eine nicht-traumatische

Rhabdomyolyse (seltene Form der Muskelerkrankung) aufgetreten ist.

·Sie ein Melanom haben resp. hatten oder eine verdächtige, bisher nicht diagnostizierte

Hautveränderung haben.

·Sie unter 18 Jahre alt sind.

Wann ist bei der Einnahme von Stalevo Vorsicht geboten?

Vorsicht bei der Einnahme von Stalevo ist geboten:

·Wenn Sie einen Herzinfarkt oder irgendeine sonstige Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems oder

der Lunge, Bronchialasthma, eine Nieren- oder eine Erkrankung des Hormonsystems durchgemacht

haben, oder unter einer besonderen Form von unwillkürlichen Bewegungen (sogenannte

extrapyramidale Störungen) leiden, ein Magengeschwür oder Krampfanfälle oder eine entzündliche

Darmerkrankung hatten. Bei Patientinnen und Patienten, die an einem Magen- oder Darmgeschwür

gelitten haben, ist es möglich, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Magen-Darmblutung erhöht.

·Wenn Sie eine Psychose durchgemacht haben, sollten Sie dies Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

mitteilen.

·Wenn Sie sich depressiv fühlen oder Suizidgedanken haben, oder wenn Sie untypische

Veränderungen Ihres Verhaltens erkennen, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

·Wenn Sie einen erhöhten Augeninnendruck aufgrund eines chronischen Weitwinkelglaukoms

haben. Die Stalevo-Dosis muss möglicherweise angepasst und Ihr Augeninnendruck überwacht

werden.

·Wenn Sie sonstige Arzneimittel einnehmen, die gelegentlich einen Blutdruckabfall verursachen

können (orthostatische Hypotension), da Stalevo solche Reaktionen verstärken kann.

·Wenn nach Beginn der Behandlung mit Stalevo unwillkürliche Bewegungen neu auftreten oder sich

verschlimmern, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen, da eventuell die Dosierung Ihrer

Arzneimittel angepasst werden muss.

·Wenn Sie schwere Muskelsteifheit, heftige Muskelzuckungen, starke Muskelschmerzen oder

Muskelschwäche, Zittern, Unruhe, Verwirrung, Fieber, Herzrasen oder grosse

Blutdruckschwankungen bemerken, sollten sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

·Wenn Sie Stalevo absetzen müssen, darf das nur in Absprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

erfolgen, da Stalevo möglicherweise langsam abgesetzt und die Dosis Ihrer anderen Arzneimittel

gegen die Parkinson-Krankheit angepasst werden muss, um eine Verschlechterung Ihrer Parkinson-

Symptome oder Nebenwirkungen zu vermeiden.

·Wenn Sie vermehrt an Durchfall leiden, sollten Sie Ihr Körpergewicht regelmässig überprüfen; bei

auffälligem Gewichtsverlust ist Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin zu informieren.

·Wenn Sie innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums eine fortschreitende Appetitlosigkeit,

Erschöpfung (Asthenie) und Gewichtsverlust entwickeln. In diesem Fall ist eine umfassende

medizinische Untersuchung in Betracht zu ziehen.

·Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie selbst, Familienangehörige oder

Betreuungspersonen bemerken, dass Sie suchtähnliche Symptome entwickeln, die zu heftigem

Verlangen nach hohen Dosen von Stalevo und anderen Arzneimitteln, die zur Behandlung von

Parkinson-Krankheit angewendet werden, führen (bekannt als Dopamin-Dysregulationssyndrom).

·Wenn Sie selbst, Familienangehörige oder Betreuungspersonen bemerken, dass Sie den Drang oder

das Verlangen entwickeln, sich in einer für Sie ungewöhnlichen Weise zu verhalten, oder Sie dem

Drang, dem Trieb oder dem Verlangen zur Ausführung bestimmter Handlungen, die für Sie oder

andere möglicherweise schädlich sind, nicht widerstehen können, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin. Solche Verhaltensweisen werden als Impulskontrollstörungen bezeichnet und

können Spielsucht, Ess- oder Kaufsucht, ungewöhnlich gesteigertes sexuelles Verlangen oder

übermässige Inanspruchnahme durch sexuelle Gedanken oder Gefühle umfassen. Ihr Arzt bzw. Ihre

Ärztin muss Ihre Behandlung möglicherweise überprüfen.

Stalevo kann aufgrund eines Blutdruckabfalls Schwindel oder leichte Kopfschmerzen verursachen.

Dadurch kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt werden.

In seltenen Fällen kann während der Behandlung Schläfrigkeit und plötzliches Einschlafen auftreten.

Letzteres kann manchmal ohne Vorwarnung oder Schläfrigkeit auftreten. Falls Sie an plötzlichem

Einschlafen oder starker Schläfrigkeit tagsüber leiden, dürfen Sie deshalb während der Einnahme

von Stalevo kein Fahrzeug führen oder andere Aktivitäten ausüben (z.B. Werkzeuge oder Maschinen

bedienen), bei denen eine verminderte Aufmerksamkeit Sie selbst oder andere gefährdet. Sie sollen

solange auf das Führen eines Fahrzeuges wie auf obengenannte Aktivitäten verzichten, bis Sie durch

eine ausreichende Erfahrung mit der Einnahme des Arzneimittels das eventuelle Auftreten dieser

Beeinträchtigungen hinreichend sicher ausschliessen können.

Bei Einnahme anderer Arzneimittel:

Stalevo kann die Wirkungen und Nebenwirkungen einer Vielzahl bestimmter anderer Arzneimittel

beeinflussen. Die Wirkungen und Nebenwirkungen von Stalevo können umgekehrt von anderen

Arzneimitteln beeinflusst werden.

Es ist besonders wichtig, dass Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin darüber informieren, welche

Arzneimittel (auch selbstgekaufte oder pflanzliche) Sie zur Zeit einnehmen oder vor kurzem

eingenommen haben.

Eine Verstärkung der Wirkungen und Nebenwirkungen folgender Arzneimittel durch Stalevo ist

möglich mit:

·Bestimmten stimmungsaufhellenden Arzneimitteln (Antidepressiva) vom Typ der trizyklischen

Antidepressiva, MAO-A-Hemmern, Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (Wirkstoffe wie z.B.

Maprotilin und Venlafaxin).

·Arzneimitteln mit folgenden Wirkstoffen: Paroxetin, Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin,

Dobutamin, Alpha-Methyldopa und Apomorphin.

Eine Verminderung der Wirkung von Stalevo durch folgende Arzneimittel ist möglich mit:

·Bestimmten Arzneimitteln, die zur Behandlung von Psychosen oder der Schizophrenie eingesetzt

werden [z.B. Phenothiazine (z.B. Wirkstoffe wie Levomepromazin, Thioridazin, Fluphenazin) und

Butyrophenone (z.B. Haloperidol)].

·Bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen (wie z.B. Metoclopramid).

·Sowie Arzneimitteln zur Vorbeugung von Krampfanfällen (Epilepsie) mit Phenytoin und

Arzneimitteln mit Papavarin.

Daher müssen Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mitteilen, wenn Sie diese Arzneimittel einnehmen

und/oder unter diesen Arzneimitteln einen Wirksamkeitsverlust von Stalevo bemerken.

Stalevo kann die Aufnahme von Eisen durch den Magen-Darm-Trakt beeinträchtigen. Daher sollten

die Einnahme von Stalevo und die Einnahme eisenhaltiger Arzneimittel in einem zeitlichen Abstand

von mindestens 2-3 Stunden erfolgen.

Bitte nehmen Sie Stalevo erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Dieses Arzneimittel enthält bis zu 25.94 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz/Speisesalz) bei

Einnahme der Tageshöchstdosis von Stalevo. Dies entspricht 1.3% der für einen Erwachsenen

empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Stalevo während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Während der Schwangerschaft darf Stalevo nicht angewendet werden. Frauen dürfen während der

Behandlung mit Stalevo nicht stillen.

Wie verwenden Sie Stalevo?

Eine Filmtablette Stalevo enthält jeweils eine Behandlungsdosis. Nehmen Sie nur eine Filmtablette

Stalevo auf einmal ein. Sie sollten nicht 2 oder mehr Filmtabletten Stalevo auf einmal einnehmen.

Teilen Sie die Filmtabletten nicht.

Sie sollten sich bei der Einnahme von Stalevo, anderer Arzneimittel, die Levodopa enthalten, sowie

anderer Arzneimittel gegen die Parkinson-Krankheit streng an die Anweisungen Ihres Arztes bzw.

Ihrer Ärztin halten. Das schliesst das Befolgen der Anweisungen ein, wann und wie Sie Ihre

Arzneimittel einnehmen sollen.

Ändern Sie nicht von sich aus die vorgeschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Die Behandlung mit Stalevo sollten Sie nicht ohne ausgiebige vorherige Beratung durch Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin abbrechen.

Nehmen Sie Stalevo nicht zusammen oder in kurzem zeitlichen Abstand vor oder nach einer sehr

eiweissreichen Mahlzeit (z.B. viel Fleisch, Fisch, Käse und Eier) ein, da die Aufnahme eines

Wirkstoffes von Stalevo beeinträchtigt werden kann. Stalevo und Eisenpräparate sollten in einem

zeitlichen Abstand von mindestens 2-3 Stunden eingenommen werden.

Wenn Sie versehentlich zu viele Filmtabletten Stalevo eingenommen haben, sollten Sie sofort mit

Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin sprechen.

Sobald Sie festgestellt haben, dass Sie vergessen haben, Stalevo einzunehmen, sollten Sie dies

nachholen. Es sollten jedoch nicht zwei Filmtabletten Stalevo innerhalb der gleichen Stunde

eingenommen werden. Auch sollten Sie keine doppelte Dosis einnehmen, um die vergessene

Einzeldosis aufzuholen. Danach sollten Sie Ihr übliches Dosierungsschema wieder aufnehmen.

Die Anwendung und Sicherheit von Stalevo bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht

geprüft worden. Es stehen keine Daten zur Verfügung. Stalevo darf von Kindern und Jugendlichen

nicht eingenommen werden.

Welche Nebenwirkungen kann Stalevo haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Stalevo auftreten:

Stalevo ist eine Kombination von Levodopa, Carbidopa und Entacapon in einem Präparat. Daher

können die Nebenwirkungen, die bei der Behandlung mit Levodopa/Carbidopa und der Kombination

von Entacapon zusammen mit Levodopa/Carbidopa beschrieben wurden, auch unter Stalevo

auftreten.

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Unwillkürliche Bewegungen meist der Arme, Beine oder des Kopfes (Dyskinesien); Übelkeit;

Durchfall;

harmlose rötlich-braune Verfärbung des Urins;

Muskelschmerzen, Schmerzen des Bewegungsapparates.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Hautausschlag, vermehrtes Schwitzen;

Verschlechterung der Parkinson-Symptome, Zittern (Tremor), wechselnde

Beweglichkeit/Bewegungsvermögen bei der Parkinson-Erkrankung mit Wechsel zwischen

Bewegungsstarre («Off-Zustand») und Beweglichkeit («On-Zustand»), unwillkürliche

Muskelspannung (Dystonie);

psychische Veränderung wie z.B. Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit mit z.B.

Gedächtnis-/Merkfähigkeitsstörungen, Demenz;

Schläfrigkeit, Benommenheit/Schwindel, Kopfschmerzen;

Beschwerden im Zusammenhang mit erkrankten Herzkranzgefässen (koronare Herzkrankheit) wie

plötzlichem Enge-/Druck-/Schmerzgefühl in der Brust (Angina pectoris), unregelmässiger

Herzschlag (Herzrhythmusstörungen), Schwindel oder Ohnmacht aufgrund niedrigen Blutdrucks

(Blutdruckabfall) beim Aufrichten; erhöhter Blutdruck;

Kurzatmigkeit, Luftnot;

Depression (möglicherweise mit Suizidgedanken), Wahnvorstellungen (Halluzinationen),

Verwirrtheit, abnorme Träume inklusive Alpträume, Angst und Schlaflosigkeit;

Muskelkrämpfe, Gelenkschmerzen;

Blutarmut (Anämie);

Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Entzündung der ableitenden Harnwege (z.B. Blasenentzündung),

Mundtrockenheit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Unwohlsein im Bereich des Oberbauches,

Verstopfung, Sodbrennen;

Geschwollene Beine, Gangstörung, häufigere Stürze, Kraftlosigkeit, Müdigkeit;

Verschwommensehen.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Herzinfarkt;

Magen/-Darmblutungen;

Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) mit gestörter Blutgerinnung (z.B. nach Verletzungen

dauert es länger als üblich, bis die Blutung zum Stillstand kommt, oder es treten schneller oder auch

ohne äussere Einwirkung blaue Flecken auf);

Psychotische Symptome, Unruhe;

Dickdarmentzündung;

Schluckbeschwerden;

Leberwerte ausserhalb der Norm bei Blutuntersuchungen;

Verfärbung der Haut, Nagel, Haar, des Schweisses;

Unfähigkeit, Wasser zu lassen (Harnverhalt);

Allgemeines Unwohlsein.

Weitere Nebenwirkungen sind:

Es können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Die Anzeichen dafür können sein: Nesselsucht

(Nesselausschlag), Juckreiz, Hautausschlag, punktförmige Blutungen in der Haut, plötzlich

auftretende und häufig rasch fortschreitende Schwellung des Gesichts, der Lippen, Zunge oder Kehle

(dies kann zu Atemschwierigkeiten oder Schluckbeschwerden führen). Falls bei Ihnen solche

Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, müssen Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

kontaktieren.

Es kann zu übermässiger Müdigkeit/Schläfrigkeit am Tage und plötzlichen unkontrollierten

Einschlafattacken kommen (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Stalevo Vorsicht geboten?»).

Es können Leberentzündungen mit Gelbsucht auftreten.

Sehr selten wird ein so genanntes malignes neuroleptisches Syndrom verursacht, welches sich vor

allem durch Fieber, Bewusstseinsstörungen und Muskelsteifheit äussert. Sehr selten treten starke

Muskelschmerzen oder Muskelschwäche auf, welche Zeichen eines schwerwiegenden Muskelabbaus

(Rhabdomyolyse) sein können. In beiden Fällen muss sofort der behandelnde Arzt bzw. die

behandelnde Ärztin kontaktiert werden.

Sie können möglicherweise folgende Nebenwirkungen verspüren:

·Das Verlangen nach hohen Dosen von Stalevo, die jene Dosen überschreiten, welche zur Kontrolle

der motorischen Symptome erforderlich sind, das so genannte Dopamin-Dysregulationssyndrom. Bei

einigen Patienten treten schwere unkontrollierte Bewegungen (Dyskinesien),

Stimmungsschwankungen oder andere Nebenwirkungen auf, nachdem sie hohe Dosen von Stalevo

eingenommen haben.

·Unfähigkeit, dem Impuls zu widerstehen, eine Handlung auszuführen, die schädlich sein könnte;

dazu gehören:

·ein starker Impuls zu exzessivem Glücksspiel trotz erheblichen oder persönlichen, familiären

Konsequenzen,

·verändertes oder erhöhtes sexuelles Interesse und Verhalten, das besorgniserregend ist für Sie oder

andere, zum Beispiel ein gesteigerter Sexualtrieb,

·unkontrollierbares, übermässiges Einkaufen und Geld ausgeben,

·Binge Eating (Essen von grossen Mengen in einer kurzen Periode) oder zwanghaftes Essen (mehr

Essen als normal und mehr als nötig wäre, um den Hunger zu stillen).

Benachrichtigen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie eines dieser Verhaltensmuster erleben; Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin wird mit Ihnen Wege erörtern um mit diesen Symptomen umzugehen, oder sie

zu reduzieren.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre

Ärztin oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Stalevo enthalten?

Wirkstoffe

Die Filmtabletten enthalten die Wirkstoffe Levodopa, Carbidopa und Entacapon.

Stalevo 50/12.5/200 mg: Levodopa 50 mg, Carbidopa 12.5 mg und Entacapon 200 mg.

Stalevo 75/18.75/200 mg: Levodopa 75 mg, Carbidopa 18.75 mg und Entacapon 200 mg.

Stalevo 100/25/200 mg: Levodopa 100 mg, Carbidopa 25 mg und Entacapon 200 mg.

Stalevo 125/31.25/200 mg: Levodopa 125 mg, Carbidopa 31.25 mg und Entacapon 200 mg.

Stalevo 150/37.5/200 mg: Levodopa 150 mg, Carbidopa 37.5 mg und Entacapon 200 mg.

Stalevo 200/50/200 mg: Levodopa 200 mg, Carbidopa 50 mg und Entacapon 200 mg.

Hilfsstoffe

Stalevo 50/12.5/200 mg, Stalevo 75/18.75/200 mg, Stalevo 100/25/200 mg; Stalevo 125/31.25/200

mg; Stalevo 150/37.5/200 mg, Stalevo 200/50/200 mg:

Tablettenkern: Maisstärke, Mannitol (E421), Croscarmellose-Natrium, Povidon, Magnesiumstearat.

Film-Überzug: Hypromellose, Saccharose, Titandioxid (E171), rotes Eisenoxid (E172),

Magnesiumstearat, Polysorbat 80, Glyzerin 85% (E422).

Der Film-Überzug von Stalevo 50/12.5/200 mg, Stalevo 100/25/200 mg Stalevo 150/37.5/200 mg

enthält zusätzlichgelbes Eisenoxid (E172).

Zulassungsnummer

56676 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Stalevo? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Stalevo ist in zwei Packungsgrössen erhältlich, die jeweils 30 resp. 100 Filmtabletten enthalten.

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz

Diese Packungsbeilage wurde im November 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Stalevo®

Novartis Pharma Schweiz AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Levodopum, Carbidopum ut Carbidopum monohydricum, Entacaponum.

Hilfsstoffe: Excip. pro compr. obduct.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 50 mg Levodopum, 12.5 mg Carbidopum, 200 mg Entacaponum.

Filmtabletten zu 75 mg Levodopum, 18.75 mg Carbidopum, 200 mg Entacaponum.

Filmtabletten zu 100 mg Levodopum, 25 mg Carbidopum, 200 mg Entacaponum.

Filmtabletten zu 125 mg Levodopum, 31.25 mg Carbidopum, 200 mg Entacaponum.

Filmtabletten zu 150 mg Levodopum, 37.5 mg Carbidopum, 200 mg Entacaponum.

Filmtabletten zu 200 mg Levodopum, 50 mg Carbidopum, 200 mg Entacaponum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Stalevo ist für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit Parkinson-Krankheit bestimmt,

welche fluktuierende motorische Symptome (so genannte Enddosis bzw. on-off Symptome)

aufweisen, die unter Levodopa/Dopadecarboxylasehemmerbehandlung nicht stabilisiert sind.

Dosierung/Anwendung

Jede Filmtablette Stalevo ist als ganze Filmtablette einzunehmen. Die Einnahme kann mit oder

unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen (s. «Pharmakokinetik»).

Die optimale tägliche Dosierung muss bei jedem Patienten durch sorgfältige Titrierung ermittelt

werden. Die Tagesdosis sollte vorzugsweise unter Verwendung einer der verfügbaren

Tablettenstärken optimiert werden. Patienten sollten angewiesen werden, pro Verabreichung stets

nur eine Filmtablette Stalevo einzunehmen. Erfahrungen mit Tagesdosen von über 200 mg

Carbidopa sind begrenzt. Die empfohlene Tageshöchstdosis Entacapon beträgt 2‘000 mg. Dies

entspricht für die Tablettenstärken bis 150 mg/37.5 mg/200 mg einer Tageshöchstdosis von 10

Stalevo Filmtabletten, und für die Tablettenstärke 200 mg/50 mg/200 mg einer Tageshöchstdosis von

7 Stalevo Filmtabletten. Bei Patienten, die weniger als 70-100 mg Carbidopa pro Tag erhalten, treten

mit grösserer Wahrscheinlichkeit Übelkeit und Erbrechen auf.

Umstellung von Patienten von Levodopa/DDC (Dopa-Decarboxylase)-Hemmer (Carbidopa oder

Benserazid) und Entacapon auf Stalevo:

a.Patienten, die derzeit mit Entacapon und mit Levodopa/Carbidopa mit normaler Wirkstoff-

Freisetzung in einer Dosierung behandelt werden, die einer Stalevo-Tablettenstärke entsprechen,

können direkt auf die entsprechenden Stalevo Filmtabletten umgestellt werden. Beispielsweise kann

ein Patient, der viermal täglich eine Tablette Levodopa/Carbidopa 50 mg/12.5 mg zusammen mit

einer Tablette Entacapon 200 mg einnimmt, viermal täglich eine Stalevo Filmtablette zu

50 mg/12.5 mg/200 mg anstelle seiner bisherigen Dosen Levodopa/Carbidopa und Entacapon

einnehmen.

b.Wenn Patienten gegenwärtig mit Entacapon und Levodopa/Carbidopa behandelt werden und die

Dosierung dieser Substanzen nicht einer der verfügbaren Tablettenstärken der Stalevo Filmtabletten

entspricht, sollte die Stalevo-Dosis sorgfältig angepasst werden, um eine optimale klinische

Wirksamkeit zu erzielen. Zu Beginn der Behandlung sollte Stalevo so dosiert werden, dass die Dosis

so genau wie möglich der gegenwärtigen täglichen Levodopa-Gesamtdosis entspricht.

c.Wenn eine Behandlung mit Stalevo bei Patienten begonnen wird, die derzeit mit Entacapon und

Levodopa/Benserazid mit normaler Wirkstoff-Freisetzung behandelt werden, sollte

Levodopa/Benserazid am Vorabend abgesetzt und die Behandlung mit Stalevo Filmtabletten am

nächsten Morgen begonnen werden. Anfangs sollte eine Stalevo-Dosis gewählt werden, die entweder

die gleiche Menge Levodopa enthält oder etwas mehr (5-10%) Levodopa zuführt.

Umstellung von derzeit nicht mit Entacapon behandelten Patienten auf Stalevo

Die Einstellung auf Stalevo in einer der gegenwärtigen Behandlung entsprechenden Dosierung sollte

bei Patienten mit Parkinsonkrankheit erwogen werden, welche fluktuierende motorische Symptome

(sog. Enddosis bzw. on-off Symptome) aufweisen und unter ihrer derzeitigen Behandlung mit

Levodopa/DDC-Hemmer mit normaler Wirkstoff-Freisetzung keinen stabilen Zustand erreicht

haben.

Hinweis: Sollte keine Besserung der klinischen Symptome nach 3 Monaten eintreten, sollte die

Behandlung mit Stalevo bei diesen Patienten unter Berücksichtigung der entsprechenden

Empfehlungen und Vorsichtsmassnahmen abgesetzt werden. Für Patienten mit vorbestehenden

Dyskinesien oder einer Levodopa-Tagesdosis über 800 mg wird eine direkte Umstellung von

Levodopa/DDC-Hemmer auf Stalevo nicht empfohlen. Bei solchen Patienten ist zu empfehlen, die

Behandlung mit einer separaten Gabe von Entacapon zu beginnen und die Levodopadosis nach

Bedarf anzupassen, bevor auf Stalevo umgestellt wird.

Entacapon verstärkt die Wirkungen von Levodopa. Es kann deshalb insbesondere bei Patienten mit

Dyskinesie erforderlich sein, die Levodopa-Dosis um 10 bis 30% innert den ersten Tagen bis

Wochen nach Therapiebeginn zu reduzieren. Die Tagesdosis von Levodopa kann durch

Verlängerung der Dosisintervalle reduziert werden und/oder durch Verminderung der Levodopa-

Einzeldosis, entsprechend dem klinischen Zustand des Patienten.

Dosisanpassung im Laufe der Behandlung

Wird eine höhere Dosis Levodopa erforderlich, sollte unter Berücksichtigung der

Dosierungsempfehlungen die Erhöhung der Einnahmefrequenz und/oder die Gabe einer anderen

Tablettenstärke erwogen werden.

Wenn weniger Levodopa erforderlich ist, sollte die Tagesgesamtdosis von Stalevo reduziert werden,

entweder durch Senkung der Einnahmefrequenz, d.h. durch Verlängerung der Abstände zwischen

den Einnahmen, oder durch Verwendung einer anderen Tablettenstärke von Stalevo.

Wenn andere Levodopa-Präparate zusammen mit Stalevo eingenommen werden, sind die

empfohlenen Höchstdosen zu beachten.

Beendigung der Behandlung mit Stalevo

Wenn die Behandlung mit Stalevo (Levodopa/Carbidopa/Entacapon) beendet wird und der Patient

auf eine Therapie mit Levodopa/DDC-Hemmer ohne Entacapon umgestellt werden soll, ist es

notwendig, die Dosierung der anderen Antiparkinson-Arzneimittel anzupassen, insbesondere von

Levodopa, um eine ausreichende Behandlung der Parkinson-Symptome sicherzustellen

(s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Dosierung spezieller Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Stalevo bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht

untersucht worden. Es stehen keine Daten zur Verfügung. Stalevo ist bei Kindern und Jugendlichen

kontraindiziert (s. «Kontraindikationen»).

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten muss die Stalevo-Dosis nicht angepasst werden.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit Leberinsuffizienz ist Stalevo kontraindiziert (s. «Kontraindikationen»).

Patienten mit Niereninsuffizienz

Eine Niereninsuffizienz wirkt sich nicht auf die Pharmakokinetik von Entacapon aus. Zur

Pharmakokinetik von Levodopa und Carbidopa bei Patienten mit Niereninsuffizienz liegen keine

Studien vor. Eine Behandlung mit Stalevo sollte bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz,

einschliesslich Dialyse-Patienten mit besonderer Vorsicht erfolgen (s. «Pharmakokinetik»).

Kontraindikationen

·Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Levodopa, Carbidopa oder Entacapon oder einem der

weiteren Bestandteile des Arzneimittels.

·Leberinsuffizienz.

·Engwinkelglaukom.

·Verdächtige, bisher nicht diagnostizierte Hautläsion oder ein Melanom in der Anamnese.

·Phäochromozytom, wegen des erhöhten Risikos einer hypertensiven Krise.

·Die gleichzeitige Anwendung von Stalevo und eines nicht-selektiven Monoaminoxidase-Hemmers

(MAO-A und MAO-B), z.B. Phenelzin oder Tranylcypromin, ist kontraindiziert. Auf ähnliche Weise

ist die gleichzeitige Anwendung eines selektiven MAO-A-Hemmers und eines selektiven MAO-B-

Hemmers in Kombination mit Stalevo kontraindiziert (s. «Interaktionen). Stalevo kann jedoch in

Kombination mit Selegilin (ein selektiver MAO-B-Hemmer) angewendet werden, doch sollte die

tägliche Selegilindosis 10 mg nicht überschreiten.

·Malignes Neuroleptischen Syndrom (MNS) und/oder atraumatische Rhabdomyolyse in der

Anamnese.

·Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Da Stalevo ein Arzneimittel ist, das Levodopa enthält, wird es nicht zur Behandlung von

arzneimittelbedingten extrapyramidalen Reaktionen empfohlen.

Stalevo sollte bei Patienten mit einer ischämischen Herzkrankheit, einer schweren kardiovaskulären

oder pulmonalen Erkrankung, Asthma bronchiale, einer Nieren- oder endokrinen Erkrankung

beziehungsweise einem Magenulkus oder Krampfanfällen in der Vorgeschichte wegen des

Levodopagehalts mit besonderer Vorsicht angewendet werden.

Wie mit Levodopa-Therapie allein und mit anderen Levodopakombinationen, ist es möglich, dass bei

Patienten mit einem Magen- oder Duodenal-Ulkus in der Vorgeschichte die Wahrscheinlichkeit einer

gastrointestinalen Blutung erhöht wird.

Vorsicht ist auch erforderlich, wenn Patienten mit Stalevo behandelt werden, die anamnestisch einen

Myokardinfarkt haben und unter residuellen AV-Knoten-, atrialen oder ventrikulären Arrhythmien

leiden. Bei solchen Patienten sollte die Herzfunktion während der anfänglichen Dosisanpassung

besonders sorgfältig beobachtet werden.

Alle mit Stalevo behandelten Patienten sollten im Hinblick auf psychische Auffälligkeiten (z.B.

Halluzinationen und Psychosen), depressive Verstimmungen mit Suizidneigung oder andere schwere

Verhaltensauffälligkeiten beobachtet werden. Patienten, mit Psychose, auch in der Vorgeschichte,

sollten mit besonderer Vorsicht behandelt werden.

Die gleichzeitige Anwendung dopaminrezeptorenblockierender Antipsychotika, insbesondere D2-

Rezeptor-Antagonisten, mit Stalevo sollte vorsichtig erfolgen und der Patient sollte engmaschig auf

einen Verlust der Antiparkinson-Wirkung bzw. eine Verschlechterung der Parkinson-Symptome hin

überwacht werden.

Patienten mit chronischem Weitwinkelglaukom können vorsichtig mit Stalevo behandelt werden,

sofern der intraokulare Druck unter Kontrolle ist und der Patient im Hinblick auf Veränderungen des

intraokularen Drucks beobachtet wird.

Levodopa kann orthostatische Hypotension verursachen, und Entacapon kann dieses Phänomen,

verstärken. Daher sollte die Behandlung mit Stalevo bei Patienten, die weitere Arzneimittel mit

hypotensiver Wirkung einnehmen, besonders sorgfältig erfolgen.

Die Kombination von Entacapon und Levodopa ist bei Parkinson-Patienten mit Müdigkeit und

plötzlichem Einschlafen in Verbindung gebracht worden. Das plötzliche Einschlafen kann auch ohne

vorherige Warnzeichen oder vorhergehende Schläfrigkeit auftreten und auch ohne, dass sich der

Patient dieser Episoden plötzlich eintretenden Einschlafens bewusst ist. Die Patienten müssen über

dieses Risiko informiert werden. Die Patienten müssen davor gewarnt werden, Kraftfahrzeuge zu

führen oder Maschinen zu bedienen, wenn sie sich schläfrig fühlen oder bereits plötzliches

Einschlafen aufgetreten war. Beim Auftreten von Schläfrigkeit oder plötzlichem Einschlafen sollte

eine Dosisreduktion oder eine Beendigung der Behandlung erwogen werden (s. «Wirkung auf die

Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen»).

In klinischen Studien traten unerwünschte dopaminerge Effekte wie z.B. Dyskinesien häufiger bei

Patienten auf, die Entacapon gemeinsam mit Dopaminagonisten wie Bromocriptin, Selegilin oder

Amantadin einnahmen verglichen mit Patienten, die Placebo in dieser Kombination erhalten hatten.

Wenn ein Patient, der gegenwärtig kein Entacapon erhält, auf Stalevo eingestellt wird, muss die

Dosierung der anderen Anti-Parkinson- Arzneimittel möglicherweise angepasst werden

(s. «Dosierung/Anwendung»).

In seltenen Fällen wurde bei Patienten mit Parkinson-Krankheit eine Rhabdomyolyse als Folge

schwerer Dyskinesien oder eines malignen neuroleptischen Syndroms (MNS) beobachtet. Unter

Behandlung mit Entacapon wurden einzelne Fälle von Rhabdomyolyse beobachtet.

Patienten, insbesondere die mit einer neuroleptischen Begleitmedikation, sollten nach abrupter

Dosisreduktion oder abruptem Absetzen von Levodopa engmaschig überwacht werden.

Das MNS, einschliesslich Rhabdomyolyse und Hyperthermie, ist durch motorische Symptome

(Rigor, Myoklonus, Tremor), psychopathologische Auffälligkeiten (z.B. Unruhe, Verwirrung,

Koma), vegetative Dysfunktion (Tachykardie, instabiler Blutdruck) und eine erhöhte

Creatinphosphokinase im Serum gekennzeichnet. In manchen Fällen treten nur einige dieser

Symptome und/oder Befunde auf. Die frühzeitige Diagnosestellung ist für eine angemessene

Behandlung des MNS ausserordentlich wichtig. Beim plötzlichen Absetzen von Antiparkinson-

Arzneimitteln wurde über ein dem malignen neuroleptischen Syndrom ähnelndes Syndrom mit

Rigor, Temperaturerhöhung, psychischen Veränderungen und einer erhöhten Creatinphosphokinase

berichtet.

Einzelne Fälle von MNS wurden insbesondere im Anschluss an eine abrupte Reduktion oder

abruptes Absetzen von Entacapon beobachtet. Wenn erforderlich sollten Stalevo und andere

dopaminerge Substanzen vorsichtig abgesetzt werden und sobald Symptome trotz dem langsamen

Ausschleichen von Stalevo auftreten, die Levodopadosis falls notwendig erhöht werden. Die

Umstellung von Stalevo auf Levodopa/DDC-Hemmer ohne Entacapon muss vorsichtig erfolgen.

Wenn erforderlich, sollte die Umstellung einer Behandlung mit Stalevo auf Levodopa und einen

DDC-Hemmer ohne Entacapon oder auf eine andere dopaminerge Behandlung langsam erfolgen,

und eine Erhöhung der Levodopa-Dosis kann erforderlich sein (s. «Dosierung/Anwendung»).

Aufgrund der Wirkungsweise von Entacapon kann Stalevo in den Metabolismus solcher Arzneimittel

eingreifen, die eine Catechol-Grupppe aufweisen, und auf diese Weise deren Wirkung potenzieren.

Daher sollte Stalevo mit besonderer Vorsicht an Patienten verabreicht werden, die mit Arzneimitteln

behandelt werden, die von COMT verstoffwechselt werden oder die Catecholamine freisetzen, z.B.

Isoprenalin, Ephedrin, Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Dobutamin, Alpha-Methyldopa und

Apomorphin (s. «Interaktionen»).

Ist eine Vollnarkose erforderlich, so kann die Behandlung mit Stalevo fortgeführt werden, solange

der Patient Flüssigkeit und Arzneimittel oral einnehmen darf. Wenn die Behandlung vorübergehend

unterbrochen werden muss, kann Stalevo, sobald die orale Einnahme von Arzneimitteln wieder

möglich ist, in der gleichen Dosierung wie vorher wieder verabreicht werden.

Wie bei der Behandlung mit Levodopa, wird während einer längeren Therapie mit Stalevo eine

regelmässige Kontrolle der Leber- und Nierenfunktion, sowie der hämatopoietischen und

Herz-/Kreislauf-Funktion empfohlen.

Für Patienten, die eine Diarrhö entwickeln, wird eine Überwachung des Gewichtes, des

Flüssigkeitshaushaltes und ggf. des Elektrolythaushaltes empfohlen. Länger dauernder oder

anhaltender Durchfall, der in Zusammenhang mit Stalevo vermutet wird, kann ein Anzeichen von

Kolitis sein. Bei Auftreten von länger dauernder oder anhaltender Diarrhö sollte das Arzneimittel

abgesetzt und eine angemessene medizinische Behandlung und Abklärungen in Betracht gezogen

werden.

Bei Patienten, die innerhalb kurzer Zeit zunehmend unter Appetitlosigkeit, Schwächegefühl und

Gewichtsverlust leiden, muss eine allgemeinärztliche Untersuchung inkl. Leberfunktionstest in

Betracht gezogen werden.

Patienten sollten regelmässig im Hinblick auf die Entwicklung von Impulskontrollstörungen

überwacht werden. Patienten und ihre Betreuer sollten darauf hingewiesen werden, dass bei

Patienten, die mit Dopamin-Agonisten und/oder anderen dopaminergen, Levodopa enthaltenden

Arzneimittel, wie Stalevo, behandelt werden, Verhaltenssymptome von Impulskontrollstörungen wie

pathologisches Spielen/Spielsucht, gesteigerte Libido, Hypersexualität, zwanghaftes Geld ausgeben

oder Kaufsucht sowie Essanfälle und Esssucht auftreten können (s. «Unerwünschte Wirkungen»).

Wenn solche Symptome auftreten, wird eine Überprüfung der Behandlung empfohlen.

Zwischen der Einnahme von Stalevo und Eisenpräparaten sollte ein zeitlicher Abstand von 2-

3 Stunden liegen, da Levodopa und Entacapon im Magendarmtrakt Chelatkomplexe mit Eisen bilden

können (s. «Interaktionen»).

Stalevo enthält Sucrose. Patienten mit seltener hereditärer Fructoseintoleranz, Glucose-Galactose-

Malabsorbtion oder Sucrase-Isomaltase Insuffizienz sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Interaktionen

Andere Anti-Parkinson-Arzneimittel

Bisher gibt es keine Hinweise auf Wechselwirkungen, die den gleichzeitigen Gebrauch der üblichen

Anti-Parkinson-Medikation und Stalevo ausschliessen könnten.

Entacapon in hoher Dosierung kann die Resorption von Carbidopa beeinflussen. Es ist jedoch keine

Wechselwirkung mit Carbidopa in der für Entacapon empfohlenen Dosierung (200 mg Entacapon bis

zu 10×/d) bekannt.

Die Wechselwirkung zwischen Entacapon und Selegilin wurde wiederholt in Mehrfachdosis-Studien

bei Parkinson-Patienten, die mit Levodopa/DDC-Hemmer behandelt wurden, untersucht.

Wechselwirkungen sind in diesen Studien nicht aufgetreten: Die gleichzeitige Einnahme von

Selegilin und Carbidopa-Levodopa wurde aber mit schwerwiegender orthostatischer Hypotonie in

Verbindung gebracht, die aber nicht alleine auf Carbidopa-Levodopa zurückzuführen war.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Stalevo und Selegilin sollte die Tagesdosis von Selegilin 10 mg

nicht überschreiten.

Die Verabreichung einer Einzeldosis von 5 mg Bromocriptin ergab keinen offensichtlichen Effekt

auf die Kinetik von Entacapon 200 mg nach Einmalgabe.

Die gleichzeitige Verabreichung von Entacapon 200 mg und Bromocriptin 5 mg ergab im Vergleich

zur alleinigen Gabe von Bromocriptin einen Anstieg von Cmax und AUC0-t (38%; 19%). Auf das

Auftreten möglicher Nebenwirkungen sollte daher geachtet werden.

Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn folgende Arzneimittel zusätzlich zu einer Therapie mit

Levodopa angewendet werden:

Antihypertensiva

Symptomatische, orthostatische Hypotonie kann auftreten, wenn Levodopa zusätzlich zu

blutdrucksenkende Arzneimittel gegeben wird. Die Anpassung der Dosis des jeweiligen

Antihypertensivums kann erforderlich sein.

Antidepressiva

In seltenen Fällen sind auf die gleichzeitige Anwendung von trizyklischen Antidepressiva und

Levodopa/Carbidopa Reaktionen wie Bluthochdruck und Dyskinesien gefolgt. Die Wechselwirkung

von Entacapon und Imipramin sowie von Entacapon und Moclobemid sind anhand von Studien mit

Einzeldosen bei gesunden freiwilligen Probanden untersucht worden. Es wurden keine

Wechselwirkungen beobachtet. Eine erhebliche Zahl von Patienten mit Parkinson-Krankheit sind mit

einer Kombination von Levodopa, Carbidopa sowie Entacapon und einer Reihe verschiedener

Substanzen behandelt worden, einschliesslich MAO-A-Hemmer, trizyklischer Antidepressiva,

Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer wie beispielsweise Desipramin, Maprotilin und Venlafaxin

sowie Arzneimittel, die über COMT metabolisiert werden (z.B. Substanzen mit Catechol-Struktur

wie Isoprenalin, Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Dobutamin, alpha-Methyldopa, Apomorphin

und Paroxetin). Es wurden keine pharmakodynamischen Wechselwirkungen beobachtet. Vorsicht ist

jedoch angebracht, wenn diese Substanzen zeitgleich mit Entacapon angewendet werden

(s. «Kontraindikationen» sowie «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Sonstige Arzneimittel

Dopamin-Rezeptorantagonisten (Neuroleptika, wie z.B. Phenothiazine, Butyrophenone, Risperidon

und Antiemetika, wie z.B. Metoclopramid), Isoniazid, Phenytoin und Papaverin können die

therapeutische Wirkung von Levodopa beeinträchtigen. Patienten, die diese Arzneimittel zeitgleich

mit Stalevo einnehmen, sollten im Hinblick auf einen Wirksamkeitsverlust sorgfältig beobachtet

werden.

Aufgrund der Affinität von Entacapon für Cytochrom P450 2C9 in vitro (s. «Pharmakokinetik»)

interagiert Stalevo möglicherweise mit Arzneimitteln, die über dieses Isoenzym verstoffwechselt

werden, wie zum Beispiel S-Warfarin und S-Phenprocoumon. In zahlreichen Studien mit gesunden

Probanden hat Entacapon die Plasmaspiegel von S-Warfarin nicht beeinflusst, während sich die Area

Under the Curve (AUC) bei R-Warfarin um 18% [90% Vertrauensintervall: 11-26%] erhöhte. Die

International Normalized Ratio (INR) erhöhte sich um durchschnittlich 13%

[90% Vertrauensintervall: 6-19%]. Daher wird bei Patienten, die Cumarinderivate erhalten, eine

Überprüfung des INR empfohlen, bevor Stalevo verabreicht wird.

Sonstige Wechselwirkungen

Da Levodopa mit bestimmten Aminosäuren konkurriert, kann die Resorption von Stalevo bei

manchen Patienten, die viel Eiweiss mit der Nahrung zu sich nehmen, beeinträchtigt sein. Levodopa

und Entacapon können mit Eisen im Gastrointestinaltrakt Chelate bilden. Daher sollte bei der

Einnahme von Stalevo und eisenhaltigen Präparaten ein zeitlicher Abstand von mindestens 2-

3 Stunden eingehalten werden (s. « Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Stalevo kann

Patienten mit Parkinson-Krankheit, die Vitaminpräparate mit Pyridoxin-Hydrochlorid (Vitamin B6)

einnehmen, verabreicht werden.

In vitro Daten: Entacapon bindet an Bindungsstelle II des Humanalbumins. An diese Stelle binden

auch verschiedene andere Arzneimittel, einschliesslich Diazepam und Ibuprofen. Den Ergebnissen

verschiedener in vitro Studien zufolge ist bei therapeutischen Wirkstoffspiegeln keine bedeutende

Verdrängung zu erwarten. So gibt es bislang keine Hinweise auf dementsprechende

Wechselwirkungen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Die Auswirkungen von Stalevo auf die Schwangerschaft des Menschen sind unbekannt, doch bei

Kaninchen haben sowohl Levodopa als auch die Kombination von Carbidopa und Levodopa

Fehlbildungen der inneren Organe und des Skeletts herbeigeführt. Daher darf Stalevo während der

Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig.

Stillzeit

Levodopa geht in die menschliche Muttermilch über. Es wurde nachgewiesen, dass die Milchbildung

während einer Behandlung mit Levodopa unterdrückt wird. Carbidopa und Entacapon gingen bei

Tieren in die Milch über, jedoch ist nicht bekannt, ob dies auch beim Menschen der Fall ist. Über die

Sicherheit von Levodopa, Carbidopa oder Entacapon bei Säuglingen ist nichts bekannt. Frauen

dürfen während der Behandlung mit Stalevo nicht stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Kombination von Levodopa, Carbidopa und Entacapon kann Schwindel und orthostatische

Beschwerden verursachen (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Daher ist beim Führen

von Kraftfahrzeugen und Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.

Patienten, die mit Stalevo behandelt werden und über Müdigkeit oder plötzliches Einschlafen klagen,

dürfen keine Kraftfahrzeuge führen oder Tätigkeiten verrichten, bei denen die Beeinträchtigung der

Aufmerksamkeit für sich oder andere die Gefahr einer schweren Verletzung oder Lebensgefahr zur

Folge haben könnte (z.B. durch Bedienen von Maschinen), bis solche Ereignisse abgeklungen sind.

Die Patienten sind über diese Problematik zu informieren und sollten von solchen Tätigkeiten

Abstand nehmen, bis ausreichende Erfahrungen über ihre Beeinträchtigung vorliegen.

Unerwünschte Wirkungen

Stalevo ist eine Kombination von Levodopa, Carbidopa und Entacapon in einem Präparat. Es ist

daher prinzipiell mit allen unerwünschten Wirkungen zu rechnen, die bei der Anwendung von

Levodopa/Carbidopa und bei der Anwendung der Kombination von Entacapon mit Levodopa/DDC-

Hemmer möglich sind.

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen von Stalevo sind Dyskinesien, die bei etwa

19% der Patienten auftreten; gastrointestinale Symptome einschliesslich Übelkeit und Diarrhö bei

jeweils etwa 15% bzw. 12% der Patienten; Muskel-, muskuloskelettale und Bindegewebsschmerzen

bei etwa 12% der Patienten und eine unbedenkliche rötlich-braune Verfärbung des Urins

(Chromaturia) bei etwa 10% der Patienten. In klinischen Studien mit Stalevo oder Entacapon in

Kombination mit Levodopa/Dopa-Decarboxylasehemmer (DDC-Hemmer) wurden als

schwerwiegende Ereignisse gastrointestinale Blutungen (gelegentlich) und Angioödem (selten)

beobachtet. Schwere Hepatitis mit vorwiegend cholestatischen Erscheinungen, Rhabdomyolyse und

ein malignes neuroleptisches Syndrom können bei der Behandlung mit Stalevo auftreten, obwohl die

Auswertung klinischer Studiendaten keine entsprechenden Fälle ergeben hat.

Tabellarische Zusammenstellung der unerwünschten Wirkungen

Die in Tabelle 1 aufgeführten unerwünschten Wirkungen wurden anhand der Auswertung gepoolter

Daten aus elf doppelblinden klinischen Studien mit 3230 Patienten (1810 Patienten erhielten Stalevo

oder Entacapon in Kombination mit Levodopa/DDC-Hemmer und 1420 Patienten erhielten Placebo

in Kombination mit Levodopa/DDC-Hemmer oder Cabergolin in Kombination mit Levodopa/DDC-

Hemmer) sowie anhand der seit Markteinführung von Entacapon zur kombinierten Anwendung mit

Levodopa/DDC-Hemmer gesammelten Daten ermittelt.

Die unerwünschten Wirkungen sind entsprechend ihrer Häufigkeit aufgeführt, wobei die am

häufigsten auftretende unerwünschte Wirkung zuerst genannt wird. Folgende Häufigkeitsangaben

wurden verwendet: «Sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (≥1/100 <1/10), «gelegentlich» (≥1/1‘000

<1/100), «selten» (≥1/10’000 <1/1‘000), «sehr selten» (<1/10’000), «nicht bekannt» (Häufigkeit

aufgrund der verfügbaren Daten nicht abschätzbar, da anhand von klinischen oder epidemiologischen

Studien keine valide Schätzung erfolgen kann).

Tabelle 1. Unerwünschte Wirkungen

Blut und Lymphsystem

Häufig:

Anämie

Gelegentlich:

Thrombozytopenie

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig:

Gewichtsverlust*, Appetitlosigkeit*

Psychiatrische Störungen

Häufig:

Depression, Halluzinationen, Desorientiertheit* abnorme Träume*, Angst,

Schlaflosigkeit

Gelegentlich:

Psychose, Unruhe*

Nicht

bekannt:

Suizidalität

Nervensystem

Sehr häufig:

Dyskinesie*(19%)

Häufig:

Verstärkung der Parkinson-Symptome (z.B. Bradykinesie)*, Tremor, «On-off»-

Phänomen, Dystonie, mentale Beeinträchtigung (z.B. Gedächtnisstörungen, Demenz),

Schläfrigkeit, Benommenheit/Schwindel*, Kopfschmerzen

Nicht

bekannt:

Malignes neuroleptisches Syndrom

Augen

Häufig:

Verschwommen sehen

Herz

Häufig:

Symptome der koronaren Herzkrankheit (z.B. Angina pectoris)** ausser

Myokardinfarkt*, Herzrhythmusstörungen

Gelegentlich:

Myokardinfarkt**

Gefässe

Häufig:

Orthostatische Hypotension, Hypertension

Gelegentlich:

Gastrointestinale Blutungen

Atemwege, Thorax und Mediastinum

Häufig:

Dyspnoe

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig:

Diarrhö (15%)*, Übelkeit(12%)*

Häufig:

Obstipation*, Erbrechen*, Dyspepsie, Abdominalschmerzen und -beschwerden,

Mundtrockenheit*

Gelegentlich:

Kolitis*, Dysphagie

Leber und Galle

Gelegentlich:

Auffälliger Leberfunktionstest*

Nicht

bekannt:

Hepatitis mit vorwiegend cholestatischen Erscheinungen (s. Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen)*

Haut und Unterhautzellgewebe

Häufig:

Hautausschlag*, Hyperhidrose

Gelegentlich:

Verfärbungen (z.B. Haut, Nägel, Haar, Schweiss)* ausser Urinverfärbungen

(s. Nieren und Harnwege)

Selten:

Angioödem

Nicht

bekannt:

Urticaria*

Muskelskelettsystem und Bindegewebe

Sehr häufig:

Muskel-, muskuloskelettale und Bindegewebsschmerzen (12%)

Häufig:

Muskelkrämpfe, Arthralgie

Nicht

bekannt:

Rhabdomyolyse*

Nieren und Harnwege

Sehr häufig:

Verfärbung des Urins (10%)*

Häufig:

Harnwegsinfektionen

Gelegentlich:

Harnverhalt

Allgemeine Störungen

Häufig:

Schmerzen im Brustkorb, peripheres Ödem, Sturzneigung, Gangsstörung, Asthenie,

Müdigkeit

Gelegentlich:

Unwohlsein

* Unerwünschte Reaktionen, die vorwiegend Entacapon zugeordnet werden oder häufiger (Differenz

der Häufigkeit mindestens 1% gemäss Daten aus den klinischen Studien) unter Entacapon als unter

Levodopa/DDC-Hemmer allein auftreten.

** Die Inzidenzraten zum Myokardinfarkt und anderen Symptomen der koronaren Herzkrankheit

(0.43% bzw. 1.54%) basieren auf den Daten von 13 doppelblinden Studien, bei welchen 2082

Patienten mit motorischen end-of-dose-Fluktuationen Entacapon erhielten.

Beschreibung von ausgewählten unerwünschten Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen, die vorwiegend Entacapon zugeordnet werden oder häufiger unter

Entacapon als unter Levodopa/DDC-Hemmer allein auftreten, sind in der Tabelle 1, mit einem Stern

(*) gekennzeichnet. Einige dieser unerwünschten Wirkungen hängen mit der erhöhten dopaminergen

Aktivität zusammen (z.B. Dyskinesie, Übelkeit und Erbrechen) und treten meistens zu Beginn der

Behandlung auf. Die Verringerung der Levodopa-Dosis vermindert häufig den Schweregrad und die

Häufigkeit dieser unerwünschten Wirkungen. Wenige unerwünschte Wirkungen gehen direkt auf den

Wirkstoff Entacapon zurück, dazu gehören Diarrhö und rötlich-braune Verfärbung des Urins.

Entacapon kann in einigen Fällen auch zu einer Verfärbung z.B. der Haut, der Nägel, der Haare und

des Schweisses führen. Weitere unerwünschte Wirkungen, die in Tabelle 1 mit einem Stern (*)

markiert sind, traten in den klinischen Studien häufiger unter Entacapon als unter Levodopa/DDC-

Hemmer allein auf (Differenz der Häufigkeit mindestens 1%) oder basieren auf Einzelfallberichten

unerwünschter Ereignisse nach der Markteinführung von Entacapon.

Krampfanfälle traten unter Levodopa/Carbidopa selten auf; ein ursächlicher Zusammenhang mit

Levodopa/Carbidopa ist nicht gesichert.

Impulskontrollstörungen: Spielsucht/pathologisches Spielen, gesteigerte Libido, Hypersexualität,

zwanghaftes Geld ausgeben oder Kaufsucht sowie Essanfälle und Esssucht können bei Patienten

auftreten, die mit Dopamin-Agonisten und/oder anderen dopaminergen Arzneimittel, die Levodopa

enthalten, einschliesslich Stalevo, behandelt werden (s. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Die Verabreichung von Entacapon in Kombination mit Levodopa wurde mit einzelnen Fällen

übermässiger Schläfrigkeit am Tag und mit Episoden plötzlichen Einschlafens in Zusammenhang

gebracht (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen», «Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf

das Bedienen von Maschinen»).

Überdosierung

Seit der Markteinführung wurden isolierte Fälle von Überdosierung berichtet, bei welchen die

Tageshöchstdosen von Levodopa mindestens 10'000 mg und Entacapon mindestens 40'000 mg

betrugen. Die akuten Symptome und Anzeichen bei diesen Fällen von Überdosierung umfassten

Unruhe, Verwirrtheitszustand, Koma, Bradykardie, ventrikuläre Tachykardie, Cheyne-Stokes-

Atmung, Verfärbungen der Haut, Zunge und Bindehaut und Chromaturie. Die Behandlung einer

akuten Überdosis Stalevo entspricht weitgehend der Behandlung einer akuten Überdosierung mit

Levodopa. Pyridoxin kann jedoch nicht die Wirkung von Stalevo aufheben. Eine stationäre

Aufnahme wird empfohlen, auch sollten allgemeine Hilfsmassnahmen mit sofortiger Magenspülung

und wiederholter Verabreichung von Aktivkohle erfolgen. Diese Massnahmen können die

Entfernung von Entacapon aus dem Körper fördern, insbesondere indem die

Resorption/Reabsorption aus dem Gastrointestinaltrakt verringert wird. Die hinreichende Funktion

von Atmung, Kreislauf und der Nieren sollten sorgfältig überwacht und die entsprechenden

Hilfsmassnahmen eingeleitet werden. Ein EKG-Monitor sollte angeschlossen und der Patient im

Hinblick auf die mögliche Entwicklung von Herzrhythmusstörungen überwacht werden. Wenn

erforderlich, sollte eine entsprechende antiarrhythmische Behandlung erfolgen. Die Möglichkeit,

dass ein Patient über Stalevo hinaus andere Arzneimittel eingenommen haben könnte, sollte

berücksichtigt werden. Der Stellenwert der Dialyse zur Behandlung einer Überdosierung ist nicht

bekannt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N04BA03

Pharmakotherapeutische Gruppe: Anti-Parkinson Arzneimittel, Dopamin und Dopamin-Derivate.

Levodopa, die Vorstufe von Dopamin, gehört zur Gruppe der dopaminergen Substanzen. Carbidopa,

ein Hemmer der Dopa-Decarboxylase (DDC), und Entacapon, ein Hemmer der Catechol-O-

Methyltransferase (COMT), beeinflussen beide die therapeutischen Eigenschaften von Levodopa,

haben aber keine therapeutische Wirkung in Abwesenheit von Levodopa.

Pharmakodynamik

Nach allen derzeit verfügbaren Erkenntnissen hängen die Symptome der Parkinson-Krankheit mit

einem Dopaminmangel im Corpus striatum zusammen. Dopamin tritt nicht durch die Blut-Hirn-

Schranke. Levodopa, die Vorstufe von Dopamin, tritt durch die Blut-Hirn-Schranke und bessert die

Symptome der Erkrankung. Da Levodopa in der Peripherie in grossem Umfang abgebaut wird,

erreicht nur ein kleiner Teil das zentrale Nervensystem, wenn Levodopa ohne Hemmer der

abbauenden Enzyme verabreicht wird. Carbidopa und Benserazid sind periphere DDC-Hemmer, die

den Abbau von Levodopa zu Dopamin in der Peripherie vermindern. Auf diese Weise steht mehr

Levodopa für das Gehirn zur Verfügung. Wenn die Decarboxylierung von Levodopa durch die

zusätzliche Verabreichung eines DDC-Hemmers vermindert wird, reicht eine niedrigere Dosis

Levodopa aus, und Nebenwirkungen wie Übelkeit treten seltener auf.

Mit der Hemmung der Decarboxylase durch einen DDC-Hemmer führt der wichtigste

Verstoffwechselungsweg über COMT, welche die Umwandlung von Levodopa zu 3-O-Methyldopa

(3-OMD), einem potentiell schädlichen Abbauprodukt von Levodopa, katalysiert. Entacapon ist ein

reversibler, spezifischer und hauptsächlich peripher wirksamer Hemmer von COMT, der für die

gemeinsame Verabreichung mit Levodopa entwickelt wurde. Entacapon verlangsamt die Clearance

von Levodopa aus dem Blut, so dass im pharmakokinetischen Profil von Levodopa eine grössere

Area Under the Curve (AUC) resultiert. Infolgedessen ist die klinische Wirkung jeder Levodopa-

Dosis ausgeprägter und dauert länger. Die Reversibilität der COMT-Hemmung unter Entacapon

wurde durch Bioassays der COMT-Aktivität in Erythrozyten nachgewiesen. Die Hemmung von

COMT in den Erythrozyten korreliert stark mit den Plasmaspiegeln des Arzneimittels.

Der Nachweis der therapeutischen Wirkung beruht auf zwei doppelblinden Phase-III-Studien, in

denen 376 Patienten mit Morbus Parkinson und «end-of-dose»- Fluktuationen zusammen mit jeder

Dosis Levodopa/DDC-Hemmer entweder Entacapon oder Placebo erhielten. Die Ergebnisse sind in

Tabelle 2 aufgeführt. In Studie I wurde die tägliche ON-Zeit (Stunden) mittels eines Tagebuchs

bestimmt. In Studie II wurde der Anteil der täglichen ON-Zeit bestimmt. Da die Wirkung von

Stalevo Filmtabletten der Wirkung von Comtan 200 mg Tabletten, die zusammen mit den gängigen

Carbidopa/Levodopa Tabletten mit normaler Wirkstoff-Freisetzung in entsprechender Dosierung

eingenommen werden, entspricht, lassen sich diese Ergebnisse auf die Beschreibung der Wirkung

von Stalevo übertragen.

Tabelle 2. Die Auswirkung von Entacapon auf die klinische Wirksamkeit von Levodopa

Studie I

Entacapon mit

Levodopa/DDC-Hemmer

(n= 85)

Placebo mit

Levodopa/DDC-Hemmer

(n= 86)

Differenz

Mittelwert (± SD)

Mittelwert (± SD)

Baseline*

9.3 ± 2.2

9.2 ± 2.5

Woche 8-24* 10.7 ± 2.2

9.4 ± 2.6

1 h 20 min (8.3%)

VI 95% 45 min, 1 h 56 min

Studie II

Entacapon

(n= 103)

Placebo

(n= 102)

Differenz

Baseline** (%)

60.0 ± 15.2 60.8 ± 14.0

Woche 8-24** (%) 66.8 ± 14.5 62.8 ± 16.80

4.5% (0 h 35 min)

VI 95% 0.93%, 7.97%

* tägliche ON-Zeit in Stunden

** Anteil der täglichen ON-Zeit %

VI = Vertrauensintervall

Es erfolgte eine entsprechende Verringerung der OFF-Zeit.

Die prozentuale Veränderung ausgehend von der Baseline, gemessen an der OFF-Zeit betrug -24%

in der mit Entacapon behandelten Gruppe und 0% in der Placebogruppe in Studie I. Die

entsprechenden Werte der Studie II betrugen -18% und -5%.

Pharmakokinetik

Absorption/Distribution

Es gibt beträchtliche inter- und intra-individuelle Unterschiede bei der Resorption von Levodopa,

Carbidopa und Entacapon. Sowohl Levodopa als auch Entacapon werden schnell resorbiert und

eliminiert. Carbidopa wird etwas langsamer resorbiert und eliminiert als Levodopa. Wenn es allein,

ohne die anderen beiden Wirkstoffe, verabreicht wird, beträgt die Bioverfügbarkeit von Levodopa

15-33%, von Carbidopa 40-70% und von Entacapon 35% nach oraler Verabreichung von 200 mg.

Nahrungsmittel, die reich an grossen, neutralen Aminosäuren sind, können die Resorption von

Levodopa verzögern und verringern. Die Nahrung beeinflusst die Resorption von Entacapon nur

unwesentlich. Der Nahrungseinfluss auf die Absorption der Wirkstoffe aus den Stalevo Filmtabletten

wurde nicht untersucht.

Das Verteilungsvolumen sowohl von Levodopa (Vd 0.36-1.6 l/kg) als auch von Entacapon (Vd

0.27 l/kg) ist relativ klein. Für Carbidopa liegen keine Daten vor.

Cmax von Entacapon wurde nach etwa einer Stunde erreicht, Cmax von Carbidopa wurde etwa nach

2 bis 3 Stunden erreicht, dies jeweils nach oraler Verabreichung von Stalevo bei gesunden,

männlichen und weiblichen freiwilligen Probanden/-innen im Alter von 45 bis 75 Jahren. Die

pharmakokinetischen Eigenschaften von Levodopa sind in Tabelle 3 zusammengefasst.

Tabelle 3. Pharmakokinetische Eigenschaften von Levodopa als Stalevo Filmtabletten in

unterschiedlicher Dosisstärke bei gesunden älteren Probanden

(Durchschnittswert±Standardabweichung; n= Anzahl Probanden finalisiert)

Dosisstärke*

AUC0-∞ (ng∙h/ml) Cmax (ng/ml) tmax (h)

12.5 - 50 - 200 mg

1044 ± 314

437 ± 154

1.1 ± 0.5 41

25 - 100 - 200 mg

2906 ± 715

975 ± 247

1.4 ± 0.6 40

37.5 - 150 - 200 mg 3773 ± 1118

1272 ± 329

1.5 ± 0.9 39

* Carbidopa/Levodopa/Entacapon

Levodopa bindet lediglich bis zu etwa 10-30% an Plasmaproteine und Carbidopa etwa zu 36%.

Entacapon wird zu 98% an Plasmaproteine, vor allem Albumin, gebunden. Im menschlichen Plasma

beträgt im therapeutischen Konzentrationsbereich der ungebundene Anteil ca. 2%. Obwohl

Entacapon stark an Proteine gebunden wird, haben in vitro Studien keine signifikante Verdrängung

anderer stark gebundener Arzneimittel (z.B. Warfarin, Salicylsäure, Phenylbutazon oder Diazepam)

gezeigt. Ebensowenig wurde es von einer dieser Substanzen in therapeutischen oder höheren

Konzentrationen in signifikantem Ausmass verdrängt. Da Entacapon an der gleichen Stelle wie

Ibuprofen, Naproxen und Diazepam an Albumin gebunden wird, könnte Entacapon bei hohen Dosen

dieser Substanzen aus der Bindung verdrängt werden.

Metabolismus und Elimination

Levodopa wird in grossem Umfang zu verschiedenen Abbauprodukten verstoffwechselt, wobei die

Decarboxylierung durch Dopa-Decarboxylase (DDC) und O-Methylierug durch Catechol-O-

Methyltransferase (COMT) die beiden wichtigsten Wege sind.

Carbidopa wird zu zwei Hauptmetaboliten abgebaut (α-methyl-3-methoxy-4-

hydroxyphenylpropionsäure und α-methyl-3,4-dihydroxyphenylpropionsäure), die als Glucuronide

und unkonjugierte Substanzen mit dem Urin ausgeschieden werden. Unverändertes Carbidopa macht

30% der gesamten Ausscheidung über den Urin aus.

Entacapon wird vor der Ausscheidung nahezu vollständig abgebaut, nur etwa 0.2% werden

unverändert mit dem Urin ausgeschieden. Der wichtigste Stoffwechselweg ist die Glucuronidierung

von Entacapon und seines aktiven Metaboliten, des cis-Isomers, welches etwa 5% der Gesamtmenge

im Plasma ausmacht. 10-20% einer Entacapon-Dosis wird über den Urin und 80-90% über die Galle

mit den Faeces ausgeschieden. Von den Abbauprodukten von Entacapon, die im Urin nachweisbar

sind, werden lediglich etwa 1% durch Oxidation gebildet.

Die Gesamtclearance für Levodopa bewegt sich im Bereich von 0.55-1.38 l/kg/h und für Entacapon

im Bereich von 0.70 l/kg/h. Die Eliminationshalbwertzeit (t½) beträgt jeweils 0.6-1.3 Stunden für

Levodopa, 2-3 Stunden für Carbidopa und 0.4-0.7 Stunden für Entacapon.

Aufgrund der kurzen Eliminationshalbwertzeiten tritt bei wiederholter Verabreichung keine echte

Akkumulation von Levodopa oder Entacapon auf.

Daten aus in vitro Studien, die an mikrosomalen Präparaten aus der menschlichen Leber

durchgeführt wurden, sprechen dafür, dass Entacapon Cytochrom P450 2C9 (IC50 ~ 4 µM) hemmt.

Entacapon hatte wenig oder keine inhibitorische Wirkung auf andere Isoenzyme von P450

(CYP1A2, CYP2A6, CYP2D6, CYP2E1, CYP3A und CYP2C19) (s. «Interaktionen»).

Kinetik spezieller Patientengruppen

Es wurden insgesamt 5 Bioäquivalenzstudien mit verschiedenen Dosierungen Stalevo versus

korrespondierenden Dosierungen Levodopa/Carbidopa Tabletten in Kombination mit Entacapon

Tabletten durchgeführt. Eine dieser Studien wurde mit jüngeren Probanden (20-40 Jahre alt) und vier

mit älteren Probanden (45-77 Jahre alt) durchgeführt. Eine Analyse drei dieser Bioäquivalenzstudien

zeigte vergleichbare Werte für Probanden zwischen 45 und 60 Jahren und älteren Probanden

zwischen 60 und 75 Jahren: Die AUC von Carbidopa zeigte keine relevanten altersabhängigen

Änderungen. Die AUC von Levodopa war in zwei von drei Studien bei den Probanden über 60

Jahren im Mittel 15% bis 19% höher als bei den jüngeren Probanden, die AUC von Entacapon war in

zwei Studien jeweils im Mittel 11% bzw. 28% höher bei den Probanden über 60 Jahren.

Geschlecht: Die Bioverfügbarkeit von Levodopa ist bei Frauen bedeutend höher als bei Männern. In

pharmakokinetischen Studien mit Stalevo war die Bioverfügbarkeit von Levodopa bei Frauen grösser

(im Mittel 40% für AUC und 30% für Cmax) als bei Männern, während bei Carbidopa und

Entacapon kein Unterschied zwischen den Geschlechtern besteht.

Leberinsuffizienz: Der Abbau von Entacapon ist bei Patienten mit leichter bis mittelgradiger

Leberinsuffizienz verlangsamt (Child-Pugh-Klasse A und B), was zu einer erhöhten Entacapon-

Konzentration im Plasma führt, sowohl in der Resorptions-, als auch in der Eliminationsphase.

Es gibt keine speziellen Studien zur Pharmakokinetik von Carbidopa und Levodopa bei Patienten mit

Beeinträchtigung der Leberfunktion (s. «Kontraindikationen»).

Niereninsuffizienz: Eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion beeinflusst die Pharmakokinetik von

Entacapon nicht. Es gibt keine speziellen Studien zur Pharmakokinetik von Levodopa und Carbidopa

bei Patienten mit Niereninsuffizienz. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz einschliesslich

Dialyse-Patienten sollte eine Behandlung mit Stalevo mit besonderer Vorsicht erfolgen

(s. «Dosierung/Anwendung»). Bei Dialyse-Patienten können verlängerte Dosierungsintervalle für

Stalevo erwogen werden.

Präklinische Daten

Präklinische Daten aus konventionellen Studien zur Arzneimittelsicherheit, Toxizität bei

wiederholter Verabreichung, Genotoxizität und Kanzerogenität von Entacapon haben kein

besonderes Risiko für Menschen aufgezeigt. In Studien zur Toxizität bei wiederholter Verabreichung

ist Anämie aufgetreten, wahrscheinlich wegen der eisenchelierenden Eigenschaft von Entacapon.

Präklinische Daten zur Kombination von Entacapon, Levodopa und Carbidopa auf Grundlage

konventioneller Studien zur Toxizität bei wiederholter Verabreichung und Studien zur

Kanzerogenität haben kein besonderes Risiko für Menschen aufgezeigt.

Die Überprüfung toxischer Wirkung von Entacapon auf die Reproduktionsfähigkeit ergab ein

vermindertes fetales Gewicht und eine leicht verzögerte Knochenentwicklung bei Kaninchen, die

therapeutischen Dosierungen systemisch ausgesetzt waren. (Toxische Wirkung von Levodopa und

Carbidopa, s. «Schwangerschaft, Stillzeit»).

Fertilität

In präklinischen Studien wurden bei alleiniger Verabreichung von Entacapon, Levodopa oder

Carbidopa keine nachteiligen Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet. Mit der Kombination aus

Entacapon, Levodopa und Carbidopa wurden keine Fertilitätsstudien bei Tieren durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Positive Coombs-Tests sind aufgetreten, sowohl unter Levodopa/Carbidopa als auch unter Levodopa

allein, aber eine hämolytische Anämie tritt sehr selten auf.

Levodopa/Carbidopa kann falsch positive Ergebnisse verursachen, wenn Teststreifen zur

Bestimmung von Ketonen im Urin benutzt werden. Diese Reaktion wird durch Aufkochen der

Urinprobe nicht verändert. Der Gebrauch von Methoden, die auf der Glukose-Oxidase beruhen, kann

falsch negative Ergebnisse für Glucosurie ergeben.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

Arzneimittel sind für Kinder unerreichbar aufzubewahren.

Zulassungsnummer

56676 (Swissmedic).

Packungen

Stalevo 50/12.5/200 mg: Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten. [B]

Stalevo 75/18.75/200 mg: Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten. [B]

Stalevo 100/25/200 mg: Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten. [B]

Stalevo 125/31.25/200 mg: Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten. [B]

Stalevo 150/37.5/200 mg: Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten. [B]

Stalevo 200/50/200 mg: Packungen zu 30 und 100 Filmtabletten. [B]

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Stand der Information

November 2013.

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