Spiriva Respimat 2,5 Mikrogramm Lösung zur Inhalation

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Tiotropiumbromid 1 H<2>O
Verfügbar ab:
Boehringer Ingelheim International GmbH
ATC-Code:
R03BB04
INN (Internationale Bezeichnung):
Tiotropium Bromide For 1 H<2>O
Darreichungsform:
Lösung zur Inhalation
Zusammensetzung:
Tiotropiumbromid 1 H<2>O 3.124µg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
52523.00.01

Dokumenten

Packungsbeilage Packungsbeilage - Englisch

Seite 1 von 14

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Spiriva® Respimat® 2,5 Mikrogramm Lösung zur Inhalation

Tiotropium

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist SPIRIVA RESPIMAT und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von SPIRIVA RESPIMAT beachten?

Wie ist SPIRIVA RESPIMAT anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist SPIRIVA RESPIMAT aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist SPIRIVA RESPIMAT und wofür wird es angewendet?

SPIRIVA RESPIMAT erleichtert Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD)

oder Asthma das Atmen. Bei COPD handelt es sich um eine dauerhafte Lungenerkrankung, die

Atemnot und Husten verursacht. Der Begriff COPD wird übergeordnet auch als Bezeichnung für die

Symptome der chronischen obstruktiven Bronchitis und des Emphysems benutzt. Asthma ist eine

chronische Erkrankung mit Entzündung und Verengung der Atemwege.

COPD und Asthma sind chronische Erkrankungen, deshalb sollte SPIRIVA RESPIMAT täglich

angewendet werden und nicht nur, wenn Atemprobleme oder andere Symptome auftreten. Bei der

Asthma-Behandlung sollten Sie SPIRIVA RESPIMAT zusätzlich zu sog. inhalierbaren

Kortikosteroiden und lang-wirksamen Beta

-Agonisten anwenden.

SPIRIVA RESPIMAT ist ein langwirkender Bronchodilatator, der die Atemwege erweitert und

dadurch die Atemtätigkeit der Lungen erleichtert. Die regelmäßige Anwendung von SPIRIVA

RESPIMAT kann die bei diesen Erkrankungen auftretende Atemnot lindern und hilft Ihnen, die

Auswirkungen der Krankheit auf das Alltagsleben zu minimieren. Die tägliche Anwendung von

SPIRIVA RESPIMAT beugt auch plötzlichen, kurzfristigen Verschlechterungen der COPD-

Symptome, die mehrere Tage andauern können, vor.

Angaben zur korrekten Dosierung finden Sie unter Punkt 3. „Wie ist SPIRIVA RESPIMAT

anzuwenden?“, sowie die Hinweise zum korrekten Gebrauch des Respimat auf der Rückseite dieser

Packungsbeilage.

Seite 2 von 14

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von SPIRIVA RESPIMAT beachten?

SPIRIVA RESPIMAT darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen den Wirkstoff Tiotropium oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Atropin oder Abkömmlinge dieser Substanz, wie

z. B. Ipratropium oder Oxitropium, sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie SPIRIVA RESPIMAT anwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie unter Engwinkelglaukom, Prostatabeschwerden oder

Schwierigkeiten beim Wasserlassen leiden.

Fragen Sie Ihren Arzt um Rat, wenn Sie Probleme mit Ihren Nieren haben.

Achten Sie bei der Anwendung von SPIRIVA RESPIMAT darauf, dass keine Substanz in die Augen

gesprüht wird. Dies kann zu Augenschmerzen oder Missempfinden, verschwommenem Sehen,

Augenhalos (Farbringe um Lichtquellen) oder unwirklichem Farbempfinden in Verbindung mit

geröteten Augen führen (d. h. zum Engwinkelglaukom). Die Augensymptome können von

Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen begleitet sein. Waschen Sie die Augen mit warmem Wasser,

brechen Sie die Behandlung mit Tiotropiumbromid ab und konsultieren Sie zur weiteren Beratung

sofort einen Arzt, wenn möglich einen Augenarzt.

Wenn sich unmittelbar nach der Inhalation Ihre Atmung verschlechtert oder Hautausschlag,

Schwellung oder Juckreiz auftreten, wenden Sie den Inhalator kein weiteres Mal an, sondern

kontaktieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt.

Mundtrockenheit, wie sie bei der Behandlung mit Arzneimitteln der gleichen Wirkstoffklasse

(Anticholinergika) beobachtet wurde, könnte bei längerem Anhalten zu Karies führen. Deshalb ist auf

eine gründliche Zahnhygiene zu achten.

SPIRIVA RESPIMAT ist für die Dauerbehandlung Ihrer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung

oder Ihres Asthmas bestimmt.

Wenden Sie dieses Arzneimittel nicht an, um plötzliche

Atemnotanfälle oder Giemen (pfeifende Atmung) zu behandeln.

Für solche Fälle wird Ihr Arzt

Ihnen ein anderes Mittel („Notfall-Medikament“) verschrieben haben. Bitte befolgen Sie die

Anweisungen Ihres Arztes.

Wenn Ihnen SPIRIVA RESPIMAT gegen Ihr Asthma verschrieben worden ist, sollten Sie es

zusätzlich zu Ihrer Behandlung, die ein inhalierbares Kortikosteroid und lang-wirksame Beta

Agonisten beinhaltet, anwenden. Wenden Sie das inhalierbare Kortikosteroid auch weiterhin an, wie

von Ihrem Arzt verschrieben, auch wenn es Ihnen im Verlauf der Behandlung besser geht.

Falls Sie in den letzten 6 Monaten einen Herzinfarkt hatten, oder in den letzten 12 Monaten instabile

oder lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen oder eine schwere Herzleistungsschwäche

(Herzinsuffizienz), dann teilen Sie dies bitte Ihrem Arzt mit. Dies ist wichtig für die Entscheidung, ob

SPIRIVA für Sie geeignet ist.

Wenden Sie SPIRIVA RESPIMAT nicht häufiger als einmal täglich an.

Seite 3 von 14

Sie sollten sich an Ihren Arzt wenden, wenn Sie das Gefühl haben, dass sich Ihre Atmung

verschlechtert.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an zystischer Fibrose (Mukoviszidose) leiden, weil SPIRIVA

RESPIMAT die Symptome der zystischen Fibrose verschlimmern könnte.

Kinder und Jugendliche

SPIRIVA RESPIMAT wird für Kinder unter 6 Jahren nicht empfohlen.

Anwendung von SPIRIVA RESPIMAT zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden. Dies gilt auch für nicht verschreibungspflichtige

Arzneimittel.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker insbesondere, falls Sie Anticholinergika wie etwa

Ipratropium oder Oxitropium anwenden oder bis vor kurzem angewendet haben.

Es wurden keine Arzneimittel-Wechselwirkungen beobachtet bei Anwendung von SPIRIVA

RESPIMAT zusammen mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung der COPD oder des Asthmas, wie

etwa Inhalativa gegen Akutbeschwerden (z. B. Salbutamol), Methylxanthine (z. B. Theophyllin),

Antihistaminika, schleimlösende Mittel (z. B. Ambroxol), Leukotrien-Rezeptorantagonisten (z. B.

Montelukast), Mastzellstabilisatoren, Anti-IgE-Behandlung (z. B. Omalizumab) und/oder inhalative

oder orale Steroide (z. B. Budesonid, Prednisolon).

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Sie sollten dieses Arzneimittel nur anwenden, wenn es ausdrücklich von Ihrem Arzt empfohlen wurde.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zu Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt. Sollten Schwindel oder verschwommenes Sehen auftreten,

können die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein.

SPIRIVA RESPIMAT enthält Benzalkoniumchlorid

Dieses Arzneimittel enthält 0,0011 mg Benzalkoniumchlorid pro Hub. Benzalkoniumchlorid kann

pfeifende Atmung (Giemen) und Atemschwierigkeiten (Bronchospasmen) auslösen, insbesondere

wenn Sie Asthma haben.

3.

Wie ist SPIRIVA RESPIMAT anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Anweisung Ihres Arztes oder Apothekers an.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

SPIRIVA RESPIMAT darf nur inhaliert werden.

Seite 4 von 14

Die empfohlene Dosis für Patienten ab einem Alter von 6 Jahren ist:

SPIRIVA RESPIMAT wirkt 24 Stunden. Wenden Sie daher SPIRIVA RESPIMAT nur

EINMAL

TÄGLICH

an, möglichst immer zur gleichen Tageszeit. Inhalieren Sie bei jeder Anwendung

2 HÜBE

Da es sich bei COPD und Asthma um chronische Erkrankungen handelt, sollten Sie SPIRIVA

RESPIMAT täglich anwenden und nicht nur wenn Atemprobleme auftreten. Inhalieren Sie nicht mehr

als die empfohlene Dosis.

SPIRIVA RESPIMAT wird für die Anwendung bei Kindern unter 6 Jahren aufgrund des Mangels an

Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit nicht empfohlen.

Vergewissern Sie sich, dass Sie den SPIRIVA RESPIMAT Inhalator richtig anwenden können. Die

Gebrauchsanweisung für den SPIRIVA RESPIMAT Inhalator finden Sie auf der Rückseite dieser

Packungsbeilage.

Wenn Sie eine größere Menge von SPIRIVA RESPIMAT angewendet haben, als Sie sollten

Wenn Sie mehr als 2 Hübe SPIRIVA RESPIMAT an einem Tag angewendet haben, sprechen Sie

unverzüglich mit Ihrem Arzt. Sie könnten ein höheres Risiko haben, Nebenwirkungen wie trockener

Mund, Verstopfung, Beschwerden beim Wasserlassen, oder verstärkten bzw. beschleunigten

Herzschlag oder verschwommenes Sehen zu erleiden.

Wenn Sie die Anwendung von SPIRIVA RESPIMAT vergessen haben

Sollten Sie die Inhalation einer Dosis (2 HÜBE EINMAL TÄGLICH) vergessen haben, holen Sie

diese baldmöglichst nach. Sie dürfen jedoch nicht die doppelte Dosis auf einmal oder am selben Tag

inhalieren. Fahren Sie danach wie gewohnt mit der Anwendung fort.

Wenn Sie die Anwendung von SPIRIVA RESPIMAT abbrechen

Bevor Sie die Anwendung von SPIRIVA RESPIMAT abbrechen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder

Apotheker. Wenn Sie die Anwendung von SPIRIVA RESPIMAT abbrechen, können die Symptome

und Beschwerden der COPD und des Asthmas zunehmen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Häufig:

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich:

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten:

kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Die unten beschriebenen Nebenwirkungen traten bei Patienten auf, die SPIRIVA RESPIMAT

anwendeten, und sind gemäß ihrer Häufigkeit mit „häufig“, „gelegentlich“, „selten“ oder

„nicht bekannt“ aufgeführt.

Seite 5 von 14

Nebenwirkung

Häufigkeit

bei COPD

Häufigkeit

bei Asthma

Trockener Mund

häufig

gelegentlich

Heiserkeit (Dysphonie)

gelegentlich

gelegentlich

Husten

gelegentlich

gelegentlich

Kopfschmerzen

gelegentlich

gelegentlich

Rachenentzündung (Pharyngitis)

gelegentlich

gelegentlich

Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)

gelegentlich

nicht bekannt

Schwindel

gelegentlich

gelegentlich

Pilzinfektionen im Mund- und Rachenraum (oropharyngeale

Candidose)

gelegentlich

gelegentlich

Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Harnverhalt)

gelegentlich

nicht bekannt

Verstopfung

gelegentlich

selten

Hautausschlag

gelegentlich

gelegentlich

Juckreiz (Pruritus)

gelegentlich

selten

Erhöhter Augeninnendruck

selten

nicht bekannt

Schwerwiegende allergische Reaktionen, die ein Anschwellen

des Mundes und Gesichts oder des Rachens verursachen

(angioneurotisches Ödem)

selten

selten

Schlaflosigkeit (Insomnie)

selten

gelegentlich

Unregelmäßiger Herzschlag (Vorhofflimmern,

supraventrikuläre Tachykardie)

selten

nicht bekannt

Herzklopfen (Palpitationen)

selten

gelegentlich

Nasenbluten (Epistaxis)

selten

selten

Entzündung der Zunge (Glossitis)

selten

nicht bekannt

Beschleunigter Herzschlag (Tachykardie)

selten

nicht bekannt

Engegefühl in der Brust in Verbindung mit Husten, pfeifender

Atmung (Giemen) oder Atemlosigkeit unmittelbar nach

Inhalation (Bronchospasmus)

selten

gelegentlich

Schluckbeschwerden (Dysphagie)

selten

nicht bekannt

Augenhalos mit Farbringen um Lichtquellen oder

unwirkliches Farbsehen in Verbindung mit geröteten Augen

(Glaukom)

selten

nicht bekannt

Verschwommenes Sehen

selten

nicht bekannt

Kehlkopfentzündung (Laryngitis)

selten

nicht bekannt

Karies

selten

nicht bekannt

Zahnfleischentzündung (Gingivitis)

selten

selten

Nesselsucht (Urtikaria)

selten

selten

Infektionen oder Geschwürbildungen der Haut

selten

nicht bekannt

Hauttrockenheit

selten

nicht bekannt

Harnwegsinfektionen

selten

selten

Sodbrennen (gastroösophagealer Reflux)

selten

nicht bekannt

Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich allergischer

Reaktionen vom Soforttyp

nicht bekannt

selten

Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)

nicht bekannt

selten

Flüssigkeitsmangel (Dehydration)

nicht bekannt

nicht bekannt

Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis)

nicht bekannt

nicht bekannt

Darmverschluss oder Darmlähmung

nicht bekannt

nicht bekannt

Übelkeit

nicht bekannt

nicht bekannt

Schwere allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion)

nicht bekannt

nicht bekannt

Gelenkschwellung

nicht bekannt

nicht bekannt

Seite 6 von 14

Allergische Sofortreaktionen wie Hautausschlag, Nesselsucht (Urtikaria), Mund- und

Gesichtsschwellung oder plötzliche Atemschwierigkeiten (angioneurotisches Ödem) oder andere

Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. plötzlicher Blutdruckabfall oder Schwindel) können nach

Anwendung von SPIRIVA RESPIMAT auftreten, entweder einzeln oder im Rahmen einer schweren

allergischen Reaktion (anaphylaktische Reaktion). Unmittelbar nach der Inhalation kann wie bei allen

inhalativen Arzneimitteln bei einigen Patienten unerwartet Brustenge, Husten, Giemen oder Atemnot

(Bronchospasmus) auftreten. Falls irgendeine von diesen Nebenwirkungen auftritt, informieren Sie

sofort einen Arzt.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist SPIRIVA RESPIMAT aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und dem Etikett des Inhalators

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Nicht einfrieren!

Haltbarkeit einer Patrone nach Einsetzen in den RESPIMAT Inhalator: Tauschen Sie jede Patrone

spätestens 3 Monate nach dem Einsetzen in den wiederverwendbaren RESPIMAT Inhalator aus.

Der wiederverwendbare RESPIMAT Inhalator darf nicht länger als 1 Jahr verwendet werden.

Empfohlene Anwendung: maximal 6 Patronen pro RESPIMAT Inhalator.

Hinweis: In Untersuchungen wurde die Funktionsfähigkeit des wiederverwendbaren RESPIMAT

Inhalators für 540 Hübe (entsprechend 9 Patronen) gezeigt.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was SPIRIVA RESPIMAT enthält

Der Wirkstoff ist Tiotropium.

Die abgegebene Dosis beträgt 2,5 Mikrogramm Tiotropium pro Hub, entsprechend

3,124 Mikrogramm Tiotropiumbromid-Monohydrat (eine therapeutische Dosis besteht aus zwei

nacheinander inhalierten Hüben).

Die abgegebene Dosis ist die Menge, die für den Patienten nach Passieren des Mundstücks verfügbar

ist.

Die sonstigen Bestandteile sind Benzalkoniumchlorid, Natriumedetat (Ph. Eur.), gereinigtes Wasser,

Salzsäure 3,6 % zur pH-Einstellung.

Seite 7 von 14

Wie SPIRIVA RESPIMAT aussieht und Inhalt der Packung

SPIRIVA RESPIMAT 2,5 Mikrogramm besteht aus einer Patrone mit Lösung zur Inhalation und

einem Respimat Inhalator. Die Patrone muss vor dem ersten Gebrauch in den Inhalator eingesetzt

werden.

Einzelpackung:

1 wiederverwendbarer RESPIMAT Inhalator und 1 Patrone mit 60 Hüben

(30 therapeutische Dosen)

Dreifachpackung:

1 wiederverwendbarer RESPIMAT Inhalator und 3 Patronen mit 60 Hüben

(30 therapeutische Dosen) pro Patrone

Einzel-Nachfüllpackung:

1 Patrone mit 60 Hüben (30 therapeutische Dosen)

Dreifach-Nachfüllpackung:

3 Patronen mit 60 Hüben (30 therapeutische Dosen) pro Patrone

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Boehringer Ingelheim International GmbH

Binger Str. 173

55216 Ingelheim am Rhein

Deutschland

Örtlicher Vertreter in Deutschland

Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG

Binger Str. 173

55216 Ingelheim am Rhein

Tel.: 0 800 / 77 90 900

Fax: 0 61 32 / 72 99 99

E-Mail: info@boehringer-ingelheim.de

Hersteller

Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG

Binger Str. 173

55216 Ingelheim am Rhein

Deutschland

[oder]

Boehringer Ingelheim España, S.A.

c/ Prat de la Riba, 50

08174 Sant Cugat del Vallès (Barcelona)

Spanien

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Belgien:

Spiriva Respimat 2,5 microgrammes, solution à inhaler

Bulgarien:

Спирива Респимат 2,5 микрограма, разтвор за инхалация

Dänemark:

Spiriva Respimat Inhalationsvæske, opløsning 2,5 microgram

Deutschland:

Spiriva Respimat 2,5 Mikrogramm Lösung zur Inhalation

Estland:

SPIRIVA RESPIMAT inhalatsioonilahus 2,5 µg/annuses

Finnland:

SPIRIVA RESPIMAT 2.5 mikrog inhalaationeste, liuos

Seite 8 von 14

Frankreich:

Spiriva Respimat 2,5 microgrammes/dose, solution pour inhalation

Griechenland:

Spiriva Respimat 2.5 μικρογραμμάρια, εισπνεόμενο διάλυμα

Irland:

Spiriva Respimat 2.5 microgram, inhalation solution

Island:

Spiriva Respimat 2.5 mikróg/skammt

Italien:

Spiriva Respimat 2.5 mcg soluzione per inalazione

Lettland:

Spiriva Respimat 2,5 mikrogrami šķīdums inhalācijām

Liechtenstein:

Spiriva Respimat 2,5 Mikrogramm - Lösung zur Inhalation

Litauen:

Spiriva Respimat 2,5 mikrogramo/išpurškime įkvepiamasis tirpalas

Luxemburg:

Spiriva Respimat 2,5 microgrammes, solution à inhaler

Malta:

Spiriva Respimat 2.5 microgram, inhalation solution

Niederlande:

Spiriva Respimat 2,5 microgram, inhalatieoplossing

Norwegen:

Spiriva Respimat 2,5 mikrogram inhalasjonsvæske, oppløsning

Österreich:

Spiriva Respimat 2,5 Mikrogramm - Lösung zur Inhalation

Polen:

Spiriva Respimat 2,5 mikrograma/dawkę odmierzoną, roztwór do

inhalacji

Portugal:

Spiriva Respimat 2.5 mcg/dose, Solução para inalação por nebulização

Rumänien:

SPIRIVA RESPIMAT 2,5 micrograme soluţie de inhalat

Schweden:

Spiriva Respimat 2,5 mikrogram, inhalationsvätska, lösning

Slowakei:

Spiriva Respimat sol ihl 2,5 µg/1 dávka

Slowenien:

Spiriva Respimat 2,5 mikrogramov raztopina za inhaliranje

Spanien:

Spiriva Respimat 2,5 microgramos, solución para inhalación

Tschechische Republik:

Spiriva Respimat 2,5 mikrogramu, roztok k inhalaci

Ungarn:

Spiriva Respimat 2,5 mikrogramm inhalációs oldat

Vereinigtes Königreich

(Großbritannien):

Spiriva Respimat 2.5 microgram, inhalation solution

Zypern:

Spiriva Respimat 2.5 μικρογραμμάρια, εισπνεόμενο διάλυμα

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juni 2019.

________________________________________________________________________

Gebrauchsanweisung

SPIRIVA® RESPIMAT®

Einleitung

Lesen Sie diese Gebrauchsanweisung, bevor Sie den wiederverwendbaren SPIRIVA RESPIMAT zum

ersten Mal anwenden.

Kinder sollen SPIRIVA RESPIMAT mit Hilfe eines Erwachsenen anwenden.

Wenden Sie diesen Inhalator

einmal täglich

an. Inhalieren Sie bei jeder Anwendung nacheinander

2 Hübe

Seite 9 von 14

Wenn Sie den SPIRIVA RESPIMAT länger als

7 Tage

nicht benutzt haben, müssen Sie

zunächst einen Sprühstoß in Richtung Boden abgeben.

Wenn Sie den SPIRIVA RESPIMAT länger als

21 Tage

nicht benutzt haben, müssen Sie die

Schritte 4 bis 6 erneut ausführen, wie unter „Vorbereitung für die Anwendung” beschrieben, bis

eine sichtbare Sprühwolke austritt. Wiederholen Sie dann die Schritte 4 bis 6 noch weitere

3-mal.

Pflege des wiederverwendbaren

SPIRIVA RESPIMAT

Reinigen Sie das Mundstück einschließlich der Metalldüse im Inneren des Mundstücks mindestens

einmal wöchentlich nur mit einem feuchten Tuch oder Papiertuch.

Leichte Verfärbungen des Mundstücks haben keine Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit des

wiederverwendbaren SPIRIVA RESPIMAT Inhalators.

Falls erforderlich, kann die Außenseite des wiederverwendbaren SPIRIVA RESPIMAT Inhalators mit

einem feuchten Tuch abgewischt werden.

Wann muss der Inhalator ersetzt werden?

Spätestens wenn Sie einen Inhalator mit 6 Patronen nacheinander angewendet haben, müssen Sie sich

eine neue Packung SPIRIVA RESPIMAT mit wiederverwendbarem Inhalator verschreiben lassen.

Seite 10 von 14

Vorbereitung für die Anwendung

1. Das durchsichtige Gehäuseunterteil

abziehen

Achten Sie darauf, dass die Schutzkappe

geschlossen ist.

Drücken Sie auf die Entriegelungstaste und

ziehen Sie gleichzeitig mit der anderen Hand

das durchsichtige Gehäuseunterteil ab.

2. Die Patrone einsetzen

Schieben Sie die Patrone in den Inhalator.

Drücken Sie den Inhalator auf einer stabilen

Fläche

fest

nach unten, bis die Patrone

einrastet

3. Anzahl verwendeter Patronen notieren

Markieren Sie das erste bzw. nächste

Kontrollkästchen auf dem Etikett des

Inhalators, um die Anzahl der verwendeten

Patronen nachzuverfolgen.

Stecken Sie das durchsichtige

Gehäuseunterteil wieder so auf, dass es in die

Entriegelungstaste

einrastet

4. Drehen

Achten Sie darauf, dass die Schutzkappe

geschlossen ist.

Drehen Sie das durchsichtige

Gehäuseunterteil in Richtung der Pfeile auf

dem Etikett bis es

einrastet

(eine halbe

Umdrehung).

5. Öffnen

Öffnen Sie die Schutzkappe bis zum

Anschlag.

Seite 11 von 14

6. Auslösen

Halten Sie den Inhalator mit der Öffnung in

Richtung Boden.

Drücken Sie den Auslöser.

Schließen Sie die Schutzkappe.

Wiederholen Sie die Schritte 4 bis 6 so oft,

bis eine

sichtbare Sprühwolke

austritt.

Wiederholen

Sie dann die Schritte 4 bis 6

noch

weitere 3-mal

Der Inhalator ist nun für die Anwendung bereit

und wird 60 Hübe (30 Dosen) abgeben.

Tägliche Anwendung

Drehen

Achten Sie darauf, dass die Schutzkappe

geschlossen ist.

Drehen Sie das durchsichtige

Gehäuseunterteil in Richtung der Pfeile auf

dem Etikett bis es

einrastet

(eine halbe

Umdrehung).

Öffnen

Öffnen Sie die Schutzkappe bis zum

Anschlag.

Seite 12 von 14

Auslösen

Atmen Sie langsam und vollständig aus.

Umschließen Sie das Mundstück mit den

Lippen, ohne die Luftschlitze zu verdecken.

Halten Sie den Inhalator waagerecht in

Richtung Rachen.

Atmen Sie

langsam

und tief durch den Mund

ein, drücken Sie gleichzeitig den Auslöser

und atmen Sie weiter langsam ein, solange es

nicht unangenehm wird.

Halten Sie den Atem möglichst 10 Sekunden

lang an oder solange, dass es nicht

unangenehm wird.

Wiederholen Sie die Schritte „Drehen” -

„Öffnen” - „Auslösen” einmal, um den

2. Hub zu inhalieren.

Schließen Sie die Schutzkappe bis zum

nächsten Gebrauch des Inhalators.

Wann muss die SPIRIVA RESPIMAT Patrone ausgetauscht werden?

Der Dosisanzeiger gibt an, wie viele Hübe noch in der Patrone vorhanden sind.

Noch 60 Hübe.

Weniger als 10 Hübe. Halten Sie eine neue Patrone bereit.

Die Patrone ist leer. Drehen Sie das durchsichtige Gehäuseunterteil, dabei löst

es sich ab. Der Inhalator ist nun gesperrt. Ziehen Sie die leere Patrone aus dem

Inhalator. Setzen Sie eine neue Patrone ein und gehen Sie weiter vor, wie oben

ab Schritt 2. „Die Patrone einsetzen“ beschrieben.

Antworten auf häufige Fragen

Die Patrone lässt sich nicht tief genug in das Gehäuse einsetzen

Haben Sie vor dem Einsetzen der Patrone aus Versehen das durchsichtige Gehäuseunterteil

gedreht?

Öffnen Sie die Schutzkappe, drücken Sie den Auslöser und setzen Sie dann die Patrone ein.

Handelt es sich um einen Patronenwechsel?

Die zweite und weitere Patronen ragen weiter aus dem

Inhalator-Gehäuse heraus als die allererste Patrone. Schieben Sie die Patrone in den Inhalator bis sie

einrastet

. Stecken Sie dann das durchsichtige Gehäuseunterteil wieder auf.

Der Auslöser lässt sich nicht drücken

Haben Sie das durchsichtige Gehäuseunterteil gedreht?

Falls nein, drehen Sie das durchsichtige

Gehäuseunterteil in einer gleichmäßigen Bewegung bis es einrastet (eine halbe Drehung).

Zeigt der Dosisanzeiger auf der Patrone einen weißen Pfeil auf rotem Hintergrund?

Die Patrone

ist leer. Setzen Sie eine neue Patrone ein.

Seite 13 von 14

Die leere Patrone lässt sich nicht entfernen

Ziehen Sie an der Patrone und drehen Sie sie gleichzeitig.

Das durchsichtige Gehäuseunterteil lässt sich nicht drehen oder nicht wieder aufstecken

Haben Sie das durchsichtige Gehäuseunterteil schon gedreht?

Falls ja, folgen Sie den

Anweisungen „Öffnen” und „Auslösen” unter der Überschrift „Tägliche Anwendung”.

Hat sich das durchsichtige Gehäuseunterteil gelöst und zeigt der Dosisanzeiger auf der Patrone

einen weißen Pfeil auf rotem Hintergrund?

Die Patrone ist leer. Setzen Sie eine neue Patrone ein.

Der wiederverwendbare RESPIMAT ist zu schnell leer geworden

Haben Sie den wiederverwendbaren

RESPIMAT wie vorgesehen angewendet (2 Hübe einmal

täglich)?

Bei 2 Hüben einmal täglich reicht der RESPIMAT 30 Tage lang.

Haben Sie öfter in die Luft gesprüht, um die Funktionsfähigkeit des wiederverwendbaren

RESPIMAT zu testen?

Sobald Sie den wiederverwendbaren RESPIMAT für die Anwendung

vorbereitet haben, ist bei täglicher Anwendung kein Sprühtest nötig.

Der wiederverwendbare RESPIMAT sprüht nicht

Haben Sie eine Patrone eingesetzt?

Falls nein, setzen Sie eine Patrone ein. Der wiederverwendbare

RESPIMAT darf nach Einsetzen der Patrone und Aufstecken des durchsichtigen Gehäuseunterteils

nicht mehr auseinander genommen werden, bevor die Patrone leer ist.

Haben Sie die Schritte „Drehen” - „Öffnen” - „Auslösen” nach dem Einsetzen der Patrone

mindestens 3-mal ausgeführt?

Wiederholen Sie diese Schritte nach dem Einsetzen der Patrone

mindestens 3-mal, wie oben in den Schritten 4 bis 6 unter der Überschrift „Vorbereitung für die

Anwendung” angegeben.

Zeigt der Dosisanzeiger auf der Patrone einen weißen Pfeil auf rotem Hintergrund?

Die Patrone

ist leer. Setzen Sie eine neue Patrone ein.

Der wiederverwendbare RESPIMAT sprüht von allein

War die Schutzkappe offen, als Sie das durchsichtige Gehäuseunterteil gedreht haben?

Schließen

Sie erst die Schutzkappe und drehen Sie dann das durchsichtige Gehäuseunterteil.

Haben Sie auf den Auslöser gedrückt, während Sie das durchsichtige Gehäuseunterteil gedreht

haben?

Schließen Sie die Schutzkappe, sodass der Auslöser abgedeckt ist, und drehen Sie dann das

durchsichtige Gehäuseunterteil.

Haben Sie das durchsichtige Gehäuseunterteil nicht bis zum Einrasten gedreht?

Drehen Sie das

durchsichtige Gehäuseunterteil in einer gleichmäßigen Bewegung bis es einrastet (eine halbe

Drehung).

War die Schutzkappe offen, als Sie die Patrone gewechselt haben?

Schließen Sie erst die

Schutzkappe und setzen Sie dann eine neue Patrone ein.

Weitere Informationen

Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG

55216 Ingelheim am Rhein

Deutschland

CE 0123

Seite 14 von 14

____________________________________________________________

[Zusätzliche Angaben gem. AMG § 11 Abs. 1 Satz 7, unter Beachtung der Bestimmungen des HWG,

insb. HWG § 1 Abs. 8 und § 10 Abs. 1:]

Mit diesem QR-Code gelangen Sie auf eine Webseite mit weiterführenden Informationen zum

wiederverwendbaren SPIRIVA RESPIMAT.

[Platzhalter für QR-Code]

Seite 1 von 23

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Spiriva® Respimat® 2,5 Mikrogramm Lösung zur Inhalation

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Die abgegebene Dosis beträgt 2,5 Mikrogramm Tiotropium pro Hub (eine therapeutische Dosis

besteht aus 2 Hüben), entsprechend 3,124 Mikrogramm Tiotropiumbromid-Monohydrat.

Die abgegebene Dosis ist die Menge, die für den Patienten nach Passieren des Mundstücks verfügbar

ist.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Dieses Arzneimittel enthält 0,0011 mg

Benzalkoniumchlorid pro Hub (siehe Abschnitt 4.4).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile: siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Lösung zur Inhalation

Klare, farblose Lösung zur Inhalation

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

COPD

Tiotropium ist indiziert als dauerhaft einzusetzender Bronchodilatator zur Befreiung von Symptomen

bei chronischer obstruktiver Lungenerkrankung (COPD).

Asthma

Spiriva Respimat ist indiziert als zusätzlicher dauerhaft einzusetzender Bronchodilatator bei Patienten

ab 6 Jahren mit schwerem Asthma, die im Vorjahr mindestens eine schwere Exazerbation erfahren

haben (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Das Arzneimittel ist nur zur Inhalation bestimmt. Die Patrone kann nur in den Spiriva Respimat

Inhalator eingesetzt und mit diesem verwendet werden (siehe Abschnitt 4.2 unten: Art der

Anwendung).

Eine therapeutische Dosis besteht aus 2 Hüben aus dem Respimat Inhalator.

Seite 2 von 23

Die empfohlene Tagesdosis für Erwachsene beträgt 5 Mikrogramm Tiotropium entsprechend der

Inhalation von 2 Hüben aus dem Respimat Inhalator, einmal täglich zur gleichen Tageszeit.

Die empfohlene Dosis soll nicht überschritten werden.

In der Asthma-Therapie macht sich der volle Nutzen nach mehreren Anwendungen des Arzneimittels

bemerkbar.

Bei erwachsenen Patienten mit schwerem Asthma sollte Tiotropium zusätzlich zu inhalativen

Kortikosteroiden (≥ 800 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent) und mindestens einem Controller

(Dauermedikament zur Langzeitkontrolle) angewendet werden.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten können Tiotropiumbromid in der empfohlenen Dosis anwenden.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion können Tiotropiumbromid in der empfohlenen Dosis

anwenden. Für Patienten mit mittlerer bis schwerer Nierenfunktionsstörung (Creatinin-Clearance

≤ 50 ml/min) siehe Abschnitte 4.4 und 5.2.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion können Tiotropiumbromid in der empfohlenen Dosis

anwenden (siehe Abschnitt 5.2).

Kinder und Jugendliche

Asthma

Die empfohlene Tagesdosis für Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren beträgt 5 Mikrogramm

Tiotropium, entsprechend der Inhalation von 2 Hüben aus dem Respimat Inhalator einmal täglich zur

gleichen Tageszeit.

Bei Jugendlichen (12-17 Jahre) mit schwerem Asthma sollte Tiotropium zusätzlich zu inhalativen

Kortikosteroiden (> 800-1600 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent) und einem Controller, oder

zusätzlich zu inhalativen Kortikosteroiden (400-800 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent) und zwei

Controllern angewendet werden.

Bei Kindern (6-11 Jahre) mit schwerem Asthma sollte Tiotropium zusätzlich zu inhalativen

Kortikosteroiden (> 400 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent) und einem Controller, oder zusätzlich zu

inhalativen Kortikosteroiden (200-400 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent) und zwei Controllern

angewendet werden.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Spiriva Respimat ist bei Kinder und Jugendlichen im Alter von

6 bis 17 Jahren mit mittelgradigem Asthma sowie bei Kindern unter 6 Jahren nicht erwiesen. Die

derzeit verfügbaren Daten sind in den Abschnitten 5.1 und 5.2 beschrieben, jedoch kann keine

Dosierungsempfehlung gegeben werden.

COPD

Es gibt keinen relevanten Nutzen von Spiriva Respimat bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

Zystische Fibrose (Mukoviszidose)

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Spiriva Respimat ist nicht erwiesen (siehe Abschnitte 4.4

und 5.1).

Art der Anwendung

Um die richtige Anwendung des Arzneimittels zu gewährleisten, sollte dem Patienten der Gebrauch

des Inhalators durch einen Arzt oder medizinisch-pharmazeutisches Fachpersonal gezeigt werden.

Seite 3 von 23

Spiriva Respimat Gebrauchsanweisung

Einleitung

Lesen Sie diese Gebrauchsanweisung, bevor Sie den wiederverwendbaren Spiriva Respimat zum

ersten Mal anwenden. Kinder sollen Spiriva Respimat mit Hilfe eines Erwachsenen anwenden.

Dieser Inhalator wird

einmal täglich

angewendet. Bei jeder Anwendung werden nacheinander

2 Hübe

inhaliert.

Wenn Spiriva Respimat länger als

7 Tage

nicht benutzt wurde, muss zunächst ein Sprühstoß in

Richtung Boden abgegeben werden.

Wenn Spiriva Respimat länger als

21 Tage

nicht benutzt wurde, müssen die Schritte 4 bis 6

erneut ausgeführt werden, wie unter „Vorbereitung für die Anwendung” beschrieben, bis eine

sichtbare Sprühwolke austritt. Anschließend müssen die Schritte 4 bis 6 noch weitere 3-mal

wiederholt werden.

Pflege des wiederverwendbaren

Spiriva Respimat

Reinigen Sie das Mundstück einschließlich der Metalldüse im Inneren des Mundstücks mindestens

einmal wöchentlich nur mit einem feuchten Tuch oder Papiertuch.

Leichte Verfärbungen des Mundstücks haben keine Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit des

wiederverwendbaren Spiriva Respimat Inhalators.

Falls erforderlich, kann die Außenseite des wiederverwendbaren Spiriva Respimat Inhalators mit

einem feuchten Tuch abgewischt werden.

Wann muss der Inhalator ersetzt werden?

Spätestens wenn ein Inhalator mit 6 Patronen nacheinander verwendet wurde, muss sich der Patient

eine neue Packung Spiriva Respimat mit wiederverwendbarem Inhalator verschreiben lassen.

Seite 4 von 23

Vorbereitung für die Anwendung

1. Das durchsichtige Gehäuseunterteil

abziehen

Achten Sie darauf, dass die Schutzkappe

geschlossen ist.

Drücken Sie auf die Entriegelungstaste und

ziehen Sie gleichzeitig mit der anderen Hand

das durchsichtige Gehäuseunterteil ab.

2. Die Patrone einsetzen

Schieben Sie die Patrone in den Inhalator.

Drücken Sie den Inhalator auf einer stabilen

Fläche

fest

nach unten, bis die Patrone

einrastet

3. Anzahl verwendeter Patronen notieren

Markieren Sie das erste bzw. nächste

Kontrollkästchen auf dem Etikett des

Inhalators, um die Anzahl der verwendeten

Patronen nachzuverfolgen.

Stecken Sie das durchsichtige

Gehäuseunterteil wieder so auf, dass es in die

Entriegelungstaste

einrastet

4. Drehen

Achten Sie darauf, dass die Schutzkappe

geschlossen ist.

Drehen Sie das durchsichtige

Gehäuseunterteil in Richtung der Pfeile auf

dem Etikett bis es

einrastet

(eine halbe

Umdrehung).

5. Öffnen

Öffnen Sie die Schutzkappe bis zum

Anschlag.

Seite 5 von 23

6. Auslösen

Halten Sie den Inhalator mit der Öffnung in

Richtung Boden.

Drücken Sie den Auslöser.

Schließen Sie die Schutzkappe.

Wiederholen Sie die Schritte 4 bis 6 so oft,

bis eine

sichtbare Sprühwolke

austritt.

Wiederholen

Sie dann die Schritte 4 bis 6

noch

weitere 3-mal

Der Inhalator ist nun für die Anwendung bereit

und wird 60 Hübe (30 Dosen) abgeben.

Tägliche Anwendung

Drehen

Achten Sie darauf, dass die Schutzkappe

geschlossen ist.

Drehen Sie das durchsichtige

Gehäuseunterteil in Richtung der Pfeile auf

dem Etikett bis es

einrastet

(eine halbe

Umdrehung).

Öffnen

Öffnen Sie die Schutzkappe bis zum

Anschlag.

Seite 6 von 23

Auslösen

Atmen Sie langsam und vollständig aus.

Umschließen Sie das Mundstück mit den

Lippen, ohne die Luftschlitze zu verdecken.

Halten Sie den Inhalator waagerecht in

Richtung Rachen.

Atmen Sie

langsam

und tief durch den Mund

ein, drücken Sie gleichzeitig den Auslöser

und atmen Sie weiter langsam ein, solange es

nicht unangenehm wird.

Halten Sie den Atem möglichst 10 Sekunden

lang an oder solange, dass es nicht

unangenehm wird.

Wiederholen Sie die Schritte „Drehen” –

„Öffnen” – „Auslösen” einmal, um den

2. Hub zu inhalieren.

Schließen Sie die Schutzkappe bis zum

nächsten Gebrauch des Inhalators.

Wann muss die Spiriva Respimat Patrone ausgetauscht werden?

Der Dosisanzeiger gibt an, wie viele Hübe noch in der Patrone vorhanden sind.

Noch 60 Hübe.

Weniger als 10 Hübe. Halten Sie eine neue Patrone bereit.

Die Patrone ist leer. Drehen Sie das durchsichtige Gehäuseunterteil, dabei löst

es sich ab. Der Inhalator ist nun gesperrt. Ziehen Sie die leere Patrone aus dem

Inhalator. Setzen Sie eine neue Patrone ein und gehen Sie weiter vor, wie oben

ab Schritt 2. „Die Patrone einsetzen“ beschrieben.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Tiotropiumbromid oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile, oder gegen Atropin oder eines seiner Derivate, wie z. B. Ipratropium oder Oxitropium.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Sonstige Bestandteile

Benzalkoniumchlorid kann pfeifende Atmung (Giemen) und Atemschwierigkeiten auslösen. Das

Risiko für diese unerwünschten Ereignisse ist bei Patienten mit Asthma erhöht.

Als Bronchodilatator zur Dauerbehandlung mit einmal täglicher Anwendung sollte Tiotropiumbromid

weder zur Erstbehandlung akuter Bronchospasmen noch zur Linderung akuter Symptome eingesetzt

werden. Bei einem akuten Anfall sollte ein schnell wirkender Beta

-Agonist verwendet werden.

Seite 7 von 23

Spiriva Respimat sollte bei Asthma nicht als Monotherapie angewendet werden. Asthmapatienten sind

anzuweisen, ihre bisherige antiinflammatorische Behandlung (inhalative Kortikosteroide) nach Beginn

der Therapie mit Spiriva Respimat unverändert fortzusetzen, auch bei Besserung der Symptome.

Nach der Anwendung von Tiotropiumbromid Lösung zur Inhalation sind Immunreaktionen vom

Soforttyp möglich.

Aufgrund seiner anticholinergen Aktivität sollte Tiotropiumbromid bei Patienten mit

Engwinkelglaukom, Prostatahyperplasie oder Harnblasenhalsverengung nur mit Vorsicht angewendet

werden.

Inhalative Arzneimittel können zu inhalationsbedingten Bronchospasmen führen.

Tiotropium sollte mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit einem Myokardinfarkt innerhalb

der letzten 6 Monate; mit instabilen oder lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen oder

Herzrhythmusstörungen, die eine Intervention oder eine Umstellung der medikamentösen Therapie

erforderten, innerhalb der letzten 12 Monate; Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz (NYHA

Grad III oder IV) innerhalb der letzten 12 Monate. Solche Patienten waren von den klinischen

Prüfungen ausgeschlossen, und die genannten Erkrankungen können von der anticholinergen

Wirkungsweise betroffen sein.

Da die Plasmakonzentration mit nachlassender Nierenfunktion bei Patienten mit mittlerer bis schwerer

Nierenfunktionsstörung (Creatinin-Clearance ≤ 50 ml/min) ansteigt, sollte Tiotropiumbromid nur dann

angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen ein potenzielles Risiko überwiegt.

Langzeiterfahrungen bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung liegen nicht vor (siehe

Abschnitt 5.2).

Patienten sollten angewiesen werden, darauf zu achten, dass die Lösung zur Inhalation nicht in die

Augen gelangt. Sie sind darüber zu informieren, dass dies zum Auftreten oder zur Verschlimmerung

eines Engwinkelglaukoms, Augenschmerzen oder Missempfinden, vorübergehend verschwommenem

Sehen, Augenhalos oder unwirklichem Farbempfinden in Verbindung mit geröteten Augen durch

Blutstauungen in der Bindehaut und Hornhautödem führen kann. Wenn zwei oder mehrere dieser

Symptome gleichzeitig auftreten, sollte die Anwendung von Tiotropiumbromid abgebrochen und

unverzüglich ein Augenarzt aufgesucht werden.

Mundtrockenheit, wie sie unter Therapie mit Anticholinergika beobachtet wurde, könnte bei längerer

Dauer zum Auftreten von Karies führen.

Tiotropiumbromid sollte nicht häufiger als einmal täglich angewendet werden (siehe Abschnitt 4.9).

Bei zystischer Fibrose (Mukoviszidose) wird die Anwendung von Spiriva Respimat nicht empfohlen.

Wenn Spiriva Respimat bei Patienten mit zystischer Fibrose angewendet wird, kann dies die

Symptome der zystischen Fibrose verstärken (z. B. schwerwiegende unerwünschte Ereignisse,

pulmonale Exazerbationen, Atemwegsinfekte).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Obwohl keine gezielten Untersuchungen zu Wechselwirkungen mit Arzneimitteln durchgeführt

wurden, wurde Tiotropiumbromid zusammen mit anderen Arzneimitteln ohne Anzeichen von

Arzneimittel-Wechselwirkungen angewendet. Bei diesen Arzneimitteln handelt es sich u. a. um

sympathomimetische Bronchodilatatoren, Methylxanthine, orale und inhalative Steroide,

Antihistaminika, Mukolytika, Leukotrien-Moderatoren, Mastzellstabilisatoren (Cromone) und

Anti-IgE-Therapie, die üblicherweise bei der Behandlung von COPD und Asthma angewendet

werden.

Seite 8 von 23

Die Anwendung von LABA oder ICS ändert die Exposition gegenüber Tiotropium nicht.

Die gleichzeitige Anwendung von Tiotropiumbromid und anderen Anticholinergika wurde nicht

untersucht und wird daher nicht empfohlen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen nur sehr begrenzte Daten zur Anwendung von Tiotropium bei Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche

Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität in klinisch relevanten Dosen (siehe

Abschnitt 5.3). Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung von Spiriva Respimat während der

Schwangerschaft vermieden werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Tiotropiumbromid beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden wird.

Obwohl Studien mit Nagetieren gezeigt haben, dass Tiotropiumbromid nur in geringer Menge in die

Muttermilch ausgeschieden wird, wird die Anwendung von Spiriva Respimat während der Stillzeit

nicht empfohlen. Tiotropiumbromid ist eine langwirksame Substanz. Eine Entscheidung, ob das

Stillen fortgesetzt/beendet oder ob die Behandlung mit Spiriva Respimat fortgesetzt/beendet werden

soll, sollte unter Berücksichtigung der Vorteile des Stillens für das Kind und der Behandlung mit

Spiriva Respimat für die Stillende getroffen werden.

Fertilität

Für Tiotropium sind keine klinischen Daten zur Fertilität verfügbar. Eine nicht-klinische Studie, die

mit Tiotropium durchgeführt wurde, ergab keinen Hinweis auf negative Auswirkungen auf die

Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Untersuchungen über die Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Beim Auftreten von Schwindel oder

verschwommenem Sehen kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen beeinträchtigt sein.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Viele der aufgeführten Nebenwirkungen können auf die anticholinergen Eigenschaften von

Tiotropiumbromid zurückgeführt werden.

Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

Die Häufigkeiten der unten aufgelisteten Nebenwirkungen basieren auf dem Vorkommen dieser

unerwünschten Arzneimittelwirkungen (Ereignisse, die Tiotropium zugeordnet werden), die in den

gepoolten Tiotropiumgruppen von 7 Placebo-kontrollierten klinischen Studien bei COPD

(3.282 Patienten) und 12 Placebo-kontrollierten klinischen Studien bei erwachsenen und pädiatrischen

Patienten mit Asthma (1.930 Patienten), mit einer Behandlungsdauer von 4 Wochen bis zu einem Jahr,

beobachtet wurden.

Seite 9 von 23

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10); Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); Selten

(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); Sehr selten (< 1/10.000); Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Systemorganklasse / MedDRA-Terminologie

Häufigkeit

bei COPD

Häufigkeit

bei Asthma

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Dehydration

nicht bekannt

nicht bekannt

Erkrankungen des Nervensystems

Schwindel

gelegentlich

gelegentlich

Kopfschmerzen

gelegentlich

gelegentlich

Insomnie

selten

gelegentlich

Augenerkrankungen

Glaukom

selten

nicht bekannt

Erhöhter Augeninnendruck

selten

nicht bekannt

Verschwommenes Sehen

selten

nicht bekannt

Herzerkrankungen

Vorhofflimmern

selten

nicht bekannt

Palpitationen

selten

gelegentlich

Supraventrikuläre Tachykardien

selten

nicht bekannt

Tachykardie

selten

nicht bekannt

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Husten

gelegentlich

gelegentlich

Pharyngitis

gelegentlich

gelegentlich

Dysphonie

gelegentlich

gelegentlich

Epistaxis

selten

selten

Bronchospasmus

selten

gelegentlich

Laryngitis

selten

nicht bekannt

Sinusitis

nicht bekannt

nicht bekannt

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Mundtrockenheit

häufig

gelegentlich

Obstipation

gelegentlich

selten

Oropharyngeale Candidose

gelegentlich

gelegentlich

Dysphagie

selten

nicht bekannt

Gastro-ösophagealer Reflux

selten

nicht bekannt

Karies

selten

nicht bekannt

Gingivitis

selten

selten

Glossitis

selten

nicht bekannt

Stomatitis

nicht bekannt

selten

Intestinale Obstruktion, einschließlich paralytischem Ileus

nicht bekannt

nicht bekannt

Übelkeit

nicht bekannt

nicht bekannt

Seite 10 von 23

Systemorganklasse / MedDRA-Terminologie

Häufigkeit

bei COPD

Häufigkeit

bei Asthma

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes, Störungen des Immunsystems

Hautausschlag (Rash)

gelegentlich

gelegentlich

Pruritus

gelegentlich

selten

Angioneurotisches Ödem

selten

selten

Urtikaria

selten

selten

Hautinfektionen, Hautulkus

selten

nicht bekannt

Trockene Haut

selten

nicht bekannt

Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Reaktionen

vom Soforttyp)

nicht bekannt

selten

Anaphylaktische Reaktion

nicht bekannt

nicht bekannt

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelenkschwellung

nicht bekannt

nicht bekannt

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Harnverhalt

gelegentlich

nicht bekannt

Dysurie

gelegentlich

nicht bekannt

Harnwegsinfekt

selten

selten

Angaben zu ausgewählten Nebenwirkungen

In kontrollierten klinischen Prüfungen mit COPD-Patienten wurden unter den Nebenwirkungen am

häufigsten anticholinerge Effekte beobachtet, wie z. B. Mundtrockenheit (bei ca. 2,9 % der Patienten).

Bei Asthma-Patienten betrug die Inzidenz für Mundtrockenheit 0,83 %.

In 7 klinischen Prüfungen mit COPD-Patienten brachen 3 von 3.282 mit Tiotropium behandelten

Patienten (0,1 %) die Studie wegen Mundtrockenheit ab. In 12 klinischen Prüfungen mit

1.930 Asthma-Patienten wurden keine Studienabbrüche aufgrund von Mundtrockenheit gemeldet.

Zu schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgrund des anticholinergen Effektes gehören Glaukom,

Verstopfung und Darmobstruktion einschließlich paralytischem Ileus, sowie Harnverhalt.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheits-Datenbank beinhaltet 560 pädiatrische Patienten (296 Patienten von 1 bis 11 Jahren

und 264 Patienten von 12 bis 17 Jahren) aus 5 Placebo-kontrollierten klinischen Prüfungen, mit

Behandlungsperioden zwischen 12 Wochen und 1 Jahr. Häufigkeit, Art und Schwere der

Nebenwirkungen in der pädiatrischen Population ähneln denen bei Erwachsenen.

Andere besondere Patientengruppen

Mit fortgeschrittenem Alter ist eine Zunahme der anticholinergen Effekte möglich.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

In hohen Dosen kann Tiotropiumbromid zu anticholinergen Symptomen führen.

Seite 11 von 23

Bei gesunden Probanden traten jedoch keine systemischen anticholinergen Nebenwirkungen nach der

Inhalation einer Einzeldosis von bis zu 340 Mikrogramm Tiotropiumbromid auf. Bei einer Dosierung

von bis zu 40 Mikrogramm Tiotropium Lösung zur Inhalation über 14 Tage wurden bei den gesunden

Probanden außer Mund- und Rachentrockenheit sowie trockener Nasenschleimhaut (deutliche

Reduzierung des Speichelflusses ab dem 7. Tag) keine relevanten Nebenwirkungen beobachtet.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere inhalative Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen,

Anticholinergika

ATC-Code: R03BB04

Wirkmechanismus

Tiotropium ist ein langwirksamer, spezifischer Muskarinrezeptor-Antagonist. Es weist eine ähnliche

Affinität zu den Muskarinrezeptor-Subtypen M

bis M

auf. In den Atemwegen bindet

Tiotropiumbromid kompetitiv und antagonistisch reversibel an den M

-Rezeptoren der glatten

Bronchialmuskulatur; antagonisiert dort die cholinerge (bronchokonstriktive) Wirkung von

Acetylcholin, was zu einer Relaxation der glatten Bronchialmuskulatur führt. Die Wirkung war

dosisabhängig und hielt länger als 24 Stunden an. Als N-quartäres Anticholinergikum ist

Tiotropiumbromid nach inhalativer Applikation topisch (broncho-) selektiv und zeigt eine akzeptable

therapeutische Breite, ehe es zu systemischen anticholinergen Wirkungen kommt.

Pharmakodynamische Wirkungen

Tiotropium dissoziiert insbesondere von M

-Rezeptoren sehr langsam und weist eine signifikant

längere Dissoziationshalbwertszeit als Ipratropium auf. Die Dissoziation von M

-Rezeptoren ist

schneller als die von M

-Rezeptoren, was sich in in-vitro-Studien funktionell als kinetisch

kontrollierte Rezeptorsubtypenselektivität von M

gegenüber M

zeigte. Die hohe Wirkstärke, sehr

langsame Rezeptordissoziation und Bronchoselektivität aufgrund topischer, inhalativer Anwendung

korreliert klinisch mit signifikanter und lang wirkender Bronchodilatation bei Patienten mit COPD und

Asthma.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit bei COPD

Das klinische Phase-III-Entwicklungsprogramm umfasste zwei 1-jährige, zwei 12-wöchige und zwei

4-wöchige randomisierte, doppelblinde Studien an 2.901 COPD-Patienten (von denen 1.038 eine

Dosis von 5 Mikrogramm Tiotropium erhielten). Die 1-Jahres-Programme bestanden aus zwei

Placebo-kontrollierten Prüfungen. Die beiden 12-Wochen-Studien waren sowohl aktiv (Ipratropium-)

als auch Placebo-kontrolliert. In allen sechs Studien wurde die Lungenfunktion untersucht. Zusätzlich

wurden in den beiden 1-jährigen Studien die Entwicklung von Dyspnoe, gesundheitsbezogener

Lebensqualität und der Einfluss auf Exazerbationen untersucht.

Placebo-kontrollierte Studien

Lungenfunktion

Die einmal tägliche Anwendung von Tiotropium Lösung zur Inhalation führte innerhalb von

30 Minuten nach der ersten Dosis zu einer signifikanten Verbesserung der Lungenfunktion (forcierte

exspiratorische Einsekundenkapazität (FEV

) und forcierte Vitalkapazität (FVC) im Vergleich zu

Placebo (durchschnittliche FEV

-Verbesserung nach 30 Minuten: 0,113 l; 95 % Konfidenzintervall

(KI): 0,102-0,125 l; p < 0,0001). Diese hielt im Steady State für die Dauer von 24 Stunden an:

durchschnittliche FEV

-Verbesserung im Vergleich zu Placebo 0,122 l; 95 % KI: 0,106-0,138 l;

p < 0,0001.

Der pharmakodynamische Steady State wurde innerhalb von einer Woche erreicht.

Seite 12 von 23

Spiriva Respimat verbesserte signifikant den morgendlichen und abendlichen PEFR (Peak Flow Wert)

gemäß den täglichen Aufzeichnungen der Patienten im Vergleich zu Placebo (durchschnittliche PEFR-

Verbesserung: durchschnittliche Verbesserung am Morgen 22 l/min; 95 % KI: 18-55 l/min,

p < 0,0001; abends 26 l/min; 95 % KI: 23-30 l/min, p < 0,0001). Die Anwendung von Spiriva

Respimat führte im Vergleich zu Placebo zu einer Reduktion an bronchodilatatorischer

Notfallmedikation (durchschnittliche Verbesserung in der Anwendung nach Bedarf um

0,66 Anwendungen pro Tag, 95 % KI: 0,51-0,81 Anwendungen pro Tag, p < 0,0001).

Die bronchodilatatorische Wirkung von Spiriva Respimat blieb ohne Anzeichen einer

Toleranzentwicklung über ein Jahr Anwendungsdauer bestehen.

Dyspnoe, gesundheitsbezogene Lebensqualität, COPD-Exazerbationen in Langzeitstudien über 1 Jahr

Dyspnoe

Spiriva Respimat verbesserte signifikant die Dyspnoe (ausgewertet mittels Transition Dyspnoea

Index) im Vergleich zu Placebo (durchschnittliche Verbesserung 1,05 Einheiten; 95 % KI:

0,73-1,38 Einheiten, p < 0,0001). Die Verbesserung blieb während des gesamten

Behandlungszeitraumes bestehen.

Gesundheitsbezogene Lebensqualität

Die vom Patienten mit dem St. George’s Respiratory Questionnaire bewertete Lebensqualität

verbesserte sich mit Spiriva Respimat im Vergleich zu Placebo am Ende der zwei 1-Jahres-Studien um

3,5 Einheiten (95 % KI: 2,1-4,9 Einheiten, p < 0,0001). Eine Verminderung um 4 Einheiten wird als

klinisch relevante Verbesserung angesehen.

COPD-Exazerbationen

In drei randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten 1-Jahres-Studien führte die Behandlung

mit Spiriva Respimat zu einem signifikant reduzierten Risiko einer COPD-Exazerbation im Vergleich

zu Placebo. COPD-Exazerbationen wurden definiert als „ein Komplex bestehend aus mindestens zwei

respiratorischen Ereignissen/Symptomen über eine Dauer von drei Tagen oder mehr, mit der

Notwendigkeit einer Änderung der Behandlung (Verschreibung von Antibiotika und/oder

systemischen Kortikosteroiden und/oder eine bedeutende Änderung der verschriebenen

Atemwegsmedikamente)“.

Die Behandlung mit Spiriva Respimat führte zu einem reduzierten Risiko einer Hospitalisierung

aufgrund einer COPD-Exazerbation (signifikant in einer entsprechend gepowerten großen

Exazerbationsstudie).

Die gepoolte Analyse von zwei Phase-III-Studien und die separate Analyse einer zusätzlichen

Exazerbationsstudie werden in Tabelle 1 gezeigt. Alle Atemwegsmedikamente außer Anticholinergika

und langwirksamen Beta-Agonisten waren als Begleitmedikation erlaubt, d. h. schnell wirksame

Beta-Agonisten, inhalative Kortikosteroide und Xanthine. Langwirksame Beta-Agonisten waren in der

Exazerbationsstudie zusätzlich erlaubt.

Seite 13 von 23

Tabelle 1: Statistische Analyse der COPD-Exazerbationen und der Hospitalisierungen aufgrund von

COPD-Exazerbationen bei Patienten mit mittelgradiger bis sehr schwerer COPD

Studie

Spiriva

Placebo

Endpunkt

Spiriva

Respimat

Placebo

Risikoreduktion

(95 % KI)

p-Wert

1-jährige

Phase-III-

Studien, gepoolte

Analyse

(670, 653)

Tage bis zur ersten COPD-

Exazerbation

(16 bis 40)

< 0,0001

Mittlere Inzidenzrate der

Exazerbationen pro Patientenjahr

0,78

1,00

(8 bis 33)

0,002

Zeit bis zur ersten Hospitalisierung

aufgrund einer COPD-Exazerbation

(-16 bis 51)

0,20

Mittlere Inzidenzrate der

Hospitalisierungen aufgrund von

Exazerbationen pro Patientenjahr

0,09

0,11

(-4 bis 38)

0,096

1-jährige

Phase-IIIb-

Exazerbations-

studie

(1.939, 1.953)

Tage bis zur ersten COPD-

Exazerbation

(23 bis 37)

< 0,0001

Mittlere Inzidenzrate der

Exazerbationen pro Patientenjahr

0,69

0,87

(13 bis 28)

< 0,0001

Zeit bis zur ersten Hospitalisierung

aufgrund einer COPD-Exazerbation

(10 bis 41)

0,003

Mittlere Inzidenzrate der

Hospitalisierungen aufgrund von

Exazerbationen pro Patientenjahr

0,12

0,15

(7 bis 30)

0,004

Zeit bis zum ersten Ereignis: Behandlungstage, nach denen bei 25 % der Patienten mindestens eine

COPD-Exazerbation/Hospitalisierung aufgrund einer Exazerbation auftrat.

In Studie A trat bei 25 % der Placebo-Patienten eine Exazerbation bis zum Tag 112 auf, während unter

Spiriva Respimat bei 25 % der Patienten eine Exazerbation bis zum Tag 173 auftrat (p = 0,09).

In der Studie B trat bei 25 % der Placebo-Patienten eine Exazerbation bis zum Tag 74 auf, während

unter Spiriva Respimat bei 25 % der Patienten eine Exazerbation bis zum Tag 149 auftrat

(p < 0,0001).

Hazard Ratios wurden anhand eines Cox Proportional Hazard Modell geschätzt. Der Prozentsatz der

Risikoreduktion beträgt 100 x (1 - Hazard Ratio).

Poisson Regression. Risikoreduktion beträgt 100 x (1 - Rate Ratio).

Das Poolen wurde beim Studiendesign spezifiziert. Die Exazerbationsendpunkte wurden in

Einzelanalysen der beiden 1-Jahres-Studien signifikant verbessert.

Aktiv-kontrollierte Tiotropium-Langzeitstudie

Zum Vergleich der Wirksamkeit und Sicherheit von Spiriva Respimat und Spiriva HandiHaler wurde

eine große randomisierte, doppelblinde, aktiv-kontrollierte Langzeitstudie mit einer

Beobachtungsdauer bis zu 3 Jahren durchgeführt. 5.711 Patienten erhielten Spiriva Respimat,

5.694 Patienten erhielten Spiriva HandiHaler. Die primären Endpunkte waren: Zeit bis zur ersten

COPD-Exazerbation, Zeit bis zum Tod (beliebiger Ursache), sowie in einer Substudie mit

906 Patienten die FEV

-Tiefstwerte vor der nächsten Anwendung.

Die Zeit bis zur ersten COPD-Exazerbation war unter Spiriva Respimat und unter Spiriva HandiHaler

numerisch vergleichbar (Hazard Ratio Spiriva Respimat/Spiriva HandiHaler: 0,98;

95 % KI: 0,93-1,03). Die mediane Anzahl der Tage bis zur ersten COPD-Exazerbation betrug bei

Spiriva Respimat 756 Tage und bei Spiriva HandiHaler 719 Tage.

Die bronchodilatatorische Wirkung von Spiriva Respimat hielt über 120 Wochen an, vergleichbar zum

Spiriva HandiHaler. Der mittlere Unterschied im FEV

-Tiefstwert von Spiriva Respimat versus

Spiriva HandiHaler betrug -0,010 l (95 % KI: -0,038 bis +0,018 l).

Seite 14 von 23

In der Post-Marketing-Studie TIOSPIR zum Vergleich von Spiriva Respimat und Spiriva HandiHaler

war die Gesamtmortalität, einschließlich Nachverfolgung des Vitalstatus, vergleichbar (Hazard Ratio

Spiriva Respimat/Spiriva HandiHaler: 0,96; 95 % KI: 0,84-1,09), bei einer Behandlungsdauer von

13.135 bzw. 13.050 Patientenjahren.

In den Placebo-kontrollierten Studien mit Nachverfolgung des Vitalstatus bis zum Ende der

vorgesehenen Behandlungsperiode ergab sich unter der Therapie mit Spiriva Respimat eine

numerische Zunahme der Gesamtmortalität im Vergleich zu Placebo (Rate Ratio: 1,33;

95 % KI: 0,93-1,92), bei einer Behandlungsdauer mit Spiriva Respimat von 2.574 Patientenjahren. Die

erhöhte Mortalität wurde bei Patienten mit bekannter Herzrhythmusstörung beobachtet. Unter der

Therapie mit Spiriva HandiHaler ergab sich eine Reduktion des Mortalitätsrisikos um 13 % (Hazard

Ratio Tiotropium/Placebo, einschließlich Nachverfolgung des Vitalstatus: 0,87; 95 % KI: 0,76-0,99),

bei einer Behandlungsdauer mit Spiriva HandiHaler von 10.927 Patientenjahren. Weder in der

Placebo-kontrollierten Studie mit Spiriva HandiHaler noch in der TIOSPIR-Studie zum Vergleich von

Spiriva Respimat und Spiriva HandiHaler wurde in der Subgruppe der Patienten mit bekannter

Herzrhythmusstörung ein erhöhtes Mortalitätsrisiko beobachtet.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit bei Asthma

Das klinische Phase-III-Studienprogramm zu persistierendem Asthma bei Erwachsenen schloss zwei

1-Jahres-Studien, jeweils randomisiert, doppelblind und Placebo-kontrolliert, mit insgesamt

907 Asthma-Patienten (von denen 453 mit Spiriva Respimat behandelt wurden) ein, die eine

Kombination aus inhalativen Kortikosterioden (ICS, ≥ 800 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent) und

lang wirksamen Beta

-Agonisten (LABA) erhielten. Die Studien erfassten Lungenfunktions-

Messwerte und schwere Exazerbationen als primäre Endpunkte.

PrimoTinA-Asthma-Studien

In den zwei 1-Jahres-Studien an Patienten, die unter einer Dauertherapie mit mindestens ICS

(≥ 800 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent) plus LABA symptomatisch blieben, führte die zusätzliche

Therapie mit Spiriva Respimat im Vergleich zu Placebo zu klinisch relevanten Verbesserungen der

Lungenfunktion.

In Woche 24 betrugen die mittleren Verbesserungen von Peak und Trough FEV

0,110 l

(95 % KI: 0,063-0,158 l; p < 0,0001) bzw. 0,093 l (95 % KI: 0,050-0,137 l; p < 0,0001). Die

Verbesserung der Lungenfunktion im Vergleich zu Placebo hielt 24 Stunden an.

In den PrimoTinA-Asthma-Studien reduzierte die Behandlung symptomatischer Patienten mit ICS

plus LABA plus Tiotropium (N=453) im Vergleich zur Behandlung symptomatischer Patienten mit

ICS plus LABA plus Placebo (N=454) das Risiko schwerer Asthma-Exazerbationen um 21 %. Die

Risiko-Reduktion bei der mittleren Anzahl schwerer Asthma-Exazerbationen pro Patientenjahr betrug

20 %.

Dies wurde durch eine 31 %ige Reduktion des Risikos für Asthma-Verschlechterungen sowie eine

24 %ige Risiko-Reduktion bei der mittleren Anzahl von Asthma-Verschlechterungen pro Patientenjahr

gestützt (siehe Tabelle 2).

Seite 15 von 23

Tabelle 2: Exazerbationen bei Patienten mit Symptomen unter ICS (≥ 800 µg Budesonid/Tag oder

Äquivalent) plus LABA (PrimoTinA-Asthma-Studien)

Studie

Endpunkt

Spiriva Respimat,

zusätzlich zu

mindestens ICS

plus LABA

(N=453)

Placebo,

zusätzlich zu

mindestens ICS

plus LABA

(N=454)

% Risiko-

reduktion

(95 % KI)

p-Wert

zwei

1-Jahres-

Studien,

Phase III,

gepoolte

Analyse

Tage bis zur 1. schweren

Asthma-Exazerbation

(0; 38)

0,0343

Mittl. Anzahl schwerer

Asthma-Exazerbationen /

Patientenjahr

0,530

0,663

(0; 36)

0,0458

Tage bis zur

1. Verschlechterung des

Asthmas

(18; 42)

< 0,0001

Mittl. Anzahl der

Asthma-

Verschlechterungen /

Patientenjahr

2,145

2,835

(9; 37)

0,0031

≥ 800 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent

Hazard Ratio, Konfidenzintervall und p-Wert wurden mit einem proportionalen Hazard-Modell nach

Cox geschätzt, wobei nur die Behandlung als Einfluss berücksichtigt wurde. Der Prozentsatz der

Risikoreduktion beträgt 100 x (1 - Hazard Ratio)

Zeit bis zum ersten Ereignis: Behandlungstage, nach denen bei 25 % / 50 % der Patienten mindestens

eine schwere Asthma-Exazerbation bzw. Verschlechterung des Asthmas auftrat

Die Rate Ratio wurde aus einer Poisson-Regression mit LOG-Exposition (in Jahren) als Offset

berechnet. Die Risikoreduktion in Prozent ist 100 x (1 - Rate Ratio)

Kinder und Jugendliche

COPD

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Spiriva Respimat eine Freistellung von der

Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien bei COPD in allen pädiatrischen Altersklassen

gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bezüglich Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

Asthma

Alle Studien im klinischen Phase-III-Programm zu persistierendem Asthma bei pädiatrischen

Patienten (1–17 Jahre) waren randomisiert, doppelblind und Placebo-kontrolliert. Alle Patienten

erhielten eine Basistherapie, die ein ICS beinhaltete.

Schweres Asthma

Jugendliche (12–17 Jahre)

In die 12-wöchige Studie PensieTinA-Asthma wurden insgesamt 392 Patienten (von denen 130 mit

Spiriva Respimat behandelt wurden) eingeschlossen, die unter einem ICS in hoher Dosis mit einem

Controller oder einem ICS in mittlerer Dosis mit zwei Controllern Symptome hatten.

Bei Patienten von 12 bis 17 Jahren war eine hohe ICS-Dosis definiert als eine ICS-Dosis von

> 800-1600 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent und eine mittlere ICS-Dosis als eine ICS-Dosis von

400–800 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent. Außerdem konnten Patienten von 12 bis 14 Jahren eine

ICS-Dosis von > 400 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent und mindestens einen Controller oder

≥ 200 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent und mindestens zwei Controller erhalten.

Seite 16 von 23

In dieser Studie zeigte Spiriva Respimat

als Zusatz zur Basistherapie im Vergleich zu Placebo

Verbesserungen der Lungenfunktion, jedoch waren die Unterschiede bei Peak und Trough FEV

nicht

statistisch signifikant.

In Woche 12 betrugen die mittleren Verbesserungen von Peak und Trough FEV

0,090 l

(95 % KI: -0,019 bis +0,198 l, p = 0,1039) bzw. 0,054 l (95 %

KI: -0,061 bis +0,168 l,

p = 0,3605).

In Woche 12 verbesserte Spiriva Respimat den morgendlichen und abendlichen Peak Expiratory

Flow (PEF) signifikant (morgens 17,4 l/min; 95 % KI: 5,1-29,6 l/min; abends 17,6 l/min;

95 % KI: 5,9-29,6 l/min).

Kinder (6-11 Jahre)

In die 12-wöchige Studie VivaTinA-Asthma wurden insgesamt 400 Patienten (von denen 130 mit

Spiriva Respimat behandelt wurden) eingeschlossen, die unter einer Behandlung mit einem ICS in

hoher Dosis und einem Controller oder einem ICS in mittlerer Dosis und zwei Controllern Symptome

hatten. Eine hohe ICS-Dosis war definiert als eine ICS-Dosis von > 400 µg Budesonid/Tag oder

Äquivalent und eine mittlere ICS-Dosis als 200-400 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent.

In dieser Studie zeigte Spiriva Respimat

als Zusatz zur Basistherapie im Vergleich zu Placebo

signifikante Verbesserungen der Lungenfunktion.

In Woche 12 betrugen die mittleren Verbesserungen von Peak und Trough FEV

0,139 l

(95 % KI: 0,075-0,203 l, p < 0,0001) bzw. 0,087 l (95 % KI: 0,019-0,154 l, p = 0,0117).

Mittelgradiges Asthma

Jugendliche (12-17 Jahre)

In der 1-jährigen Studie RubaTinA-Asthma mit insgesamt 397 Patienten (von denen 134 mit Spiriva

Respimat behandelt wurden), die unter einer Behandlung mit einem ICS in mittlerer Dosis

(200-800 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent für Patienten von 12 bis 14 Jahren, bzw. 400-800 µg

Budesonid/Tag oder Äquivalent für Patienten von 15 bis 17 Jahren) Symptome hatten, zeigte Spiriva

Respimat

als Zusatz zur Basistherapie im Vergleich zu Placebo signifikante Verbesserungen der

Lungenfunktion.

Kinder (6-11 Jahre)

In der 1-jährigen Studie CanoTinA-Asthma mit insgesamt 401 Patienten (von denen 135 mit Spiriva

Respimat behandelt wurden), die unter einer Behandlung mit einem ICS in mittlerer Dosis

(200-400 µg Budesonid/Tag oder Äquivalent) Symptome hatten, zeigte Spiriva Respimat

als Zusatz

zur Basistherapie

im Vergleich zu Placebo signifikante Verbesserungen der Lungenfunktion.

Kinder (1-5 Jahre)

Eine 12-wöchige randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte klinische Studie der Phase II/III

(NinoTinA-Asthma) wurde mit insgesamt 101 Kindern mit Asthma (von denen 31 mit Spiriva

Respimat behandelt wurden) durchgeführt, die eine ein ICS enthaltende Basistherapie erhielten. Bei

98 Patienten wurde für die Verabreichung der Studienmedikation die Inhalierhilfe Aerochamber Plus

Flow-Vu® mit Gesichtsmaske für Kinder verwendet.

Das primäre Studienziel war die Sicherheit, Beurteilungen der Wirksamkeit waren explorativ.

Tabelle 3 zeigt Anzahl und Prozentsatz der Patienten, die unerwünschte Ereignisse (UEs) unabhängig

von einem Kausalzusammenhang berichteten. Die Anzahl der unerwünschten Ereignisse, die Asthma

betrafen, war unter Spiriva Respimat niedriger als unter Placebo. Explorative Wirksamkeits-

Auswertungen ergaben keine Unterschiede zwischen Spiriva Respimat und Placebo.

Seite 17 von 23

Tabelle 3: Häufigkeit von Patienten mit unerwünschten Ereignissen (UEs), die für ≥ 5 Patienten in der

Studie NinoTinA-Asthma berichtet wurden (Kinder von 1 bis 5 Jahren)

Placebo

N (%)

Spiriva Respimat

N (%)

Anzahl Patienten

34 (100,0)

31 (100,0)

Patienten mit irgendeinem UE

25 (73,5)

18 (58,1)

Nasopharyngitis

5 (14,7)

2 (6,5)

Infektion der oberen Atemwege

1 (2,9)

5 (16,1)

Asthma *

10 (29,4)

2 (6,5)

Pyrexie

6 (17,6)

3 (9,7)

* Die MedDRA Low Level Terms unter dem Preferred Term „Asthma“ waren entweder „Asthma

verschlimmert“ oder „Asthma-Exazerbation“.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Spiriva Respimat eine Freistellung von der

Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien bei Kindern im Alter unter 1 Jahr gewährt

(siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit bei zystischer Fibrose

Zum klinischen Entwicklungsprogramm bei zystischer Fibrose gehörten 3 Multizenterstudien mit

959 Patienten im Alter ab 5 Monaten. Patienten unter 5 Jahren benutzten einen Spacer (AeroChamber

Plus®) mit Gesichtsmaske; sie wurden nur zur Prüfung von Sicherheitsaspekten einbezogen. In den

beiden Schlüsselstudien (eine Phase-II-Dosisfindungsstudie und eine konfirmatorische Phase-III-

Studie) wurden die Effekte auf die Lungenfunktion (FEV

0-4h

und Tiefstwert FEV

, jeweils

Prozent vom Soll) von Spiriva Respimat (5 µg Tiotropium: 469 Patienten) gegen Placebo

(315 Patienten) über 12 Wochen randomisiert und doppelblind verglichen. Die Phase-III-Studie

umfasste auch eine offene Anschlussstudie von bis zu 12 Monaten Dauer. In diesen Studien waren alle

Atemwegs-Therapeutika - mit Ausnahme von Anticholinergika - als Begleitmedikation erlaubt, z. B.

langwirksame Beta-Agonisten, Mukolytika und Antibiotika.

Effekte auf die Lungenfunktion sind in Tabelle 4 dargestellt. Es wurden keine signifikanten

Verbesserungen in Bezug auf Symptome und Gesundheitszustand beobachtet (Bewertung von

Exazerbationen mittels „Respiratory and Systemic Symptoms Questionnaire“, Bewertung der

Lebensqualität mittels „Cystic Fibrosis Questionnaire“).

Seite 18 von 23

Tabelle 4: Adjustierte mittlere Abweichung vom Placebo-Wert, absolute Änderungen gegenüber

Baseline nach 12 Wochen

Phase II

Phase III

Alle Patienten

Spiriva

= 176,

Placebo

= 168)

Alle Patienten

Spiriva

= 293,

Placebo

= 147)

≤ 11 Jahre

Spiriva

= 95,

Placebo

= 47)

≥ 12 Jahre

Spiriva

= 198,

Placebo

= 100)

Mittelwert

(95 % KI)

p-Wert

Mittelwert

(95 % KI)

p-Wert

Mittelwert

(95 % KI)

Mittelwert

(95 % KI)

0-4h

(% vom Soll)

absolute

Änderungen

3,39

(1,67; 5,12)

< 0,001

1,64

(- 0,27; 3,55)

0,092

- 0,63

(- 4,58; 3,32)

2,58

(0,50; 4,65)

0-4h

(Liter)

absolute

Änderungen

0,09

(0,05; 0,14)

< 0,001

0,07

(0,02; 0,12)

0,010

0,01

(- 0,07; 0,08)

0,10

(0,03; 0,17)

Tiefstwert FEV

(% vom Soll)

absolute

Änderungen

2,22

(0,38; 4,06)

0,018

1,40

(- 0,50; 3,30)

0,150

- 1,24

(- 5,20; 2,71)

2,56

(0,49; 4,62)

Tiefstwert FEV

(Liter)

absolute

Änderungen

0,06

(0,01; 0,11)

0,028

0,07

(0,02; 0,12)

0,012

- 0,01

(- 0,08; 0,06)

0,10

(0,03; 0,17)

Kombinierte primäre Endpunkte

Alle Nebenwirkungen, die in den Zystische-Fibrose-Studien gemeldet wurden, sind bekannte

Nebenwirkungen von Tiotropium (siehe Abschnitt 4.8). Die häufigsten Nebenwirkungen während der

12-wöchigen doppelblinden Studiendauer waren Husten (4,1 %) und Mundtrockenheit (2,8 %).

Anzahl und Prozentsatz der Patienten, die unerwünschte Ereignisse von substanzspezifischem

Interesse bei zystischer Fibrose berichteten, sind in Tabelle 5 aufgeführt (ungeachtet eines kausalen

Zusammenhangs). Unter der Anwendung von Tiotropium nahmen die Symptome, die als

Manifestationen der zystischen Fibrose angesehen werden, numerisch, allerdings nicht statistisch

signifikant, zu. Dies betraf insbesondere Patienten im Alter von ≤ 11 Jahren.

Seite 19 von 23

Tabelle 5: Prozentsatz der Patienten mit unerwünschten Ereignissen von substanzspezifischem

Interesse bei zystischer Fibrose während der 12-wöchigen Behandlungsphase, nach Altersgruppen,

ungeachtet eines kausalen Zusammenhangs (gepoolte Werte der Phase-II- und Phase-III-Studien)

≤ 11 Jahre

≥ 12 Jahre

Placebo

= 96

Spiriva

= 158

Placebo

= 215

Spiriva

= 307

Bauchschmerzen

Obstipation

Distales intestinales

Obstruktions-Syndrom

Atemwegsinfektionen

34,4

36,7

28,4

28,3

Verstärkte

Bronchialsekretion

Exazerbationen

10,4

14,6

18,6

17,9

„Distales intestinales Obstruktions-Syndrom” und „verstärkte Bronchialsekretion” sind „MedDRA

preferred terms“. „Atemwegsinfektionen“ ist ein „MedDRA higher level group term“.

„Bauchschmerzen“, „Obstipation“ und „Exazerbationen” sind Zusammenfassungen mehrerer

„MedDRA preferred terms”.

Von den auf Placebo randomisierten Patienten waren 34 (10,9 %) von einem schwerwiegenden

unerwünschten Ereignis betroffen, von den auf Spiriva Respimat randomisierten Patienten

56 (12,0 %).

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Spiriva Respimat eine Freistellung von der

Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien bei Kindern im Alter unter 1 Jahr gewährt.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

a) Allgemeine Einleitung

Tiotropiumbromid ist eine nicht chirale quartäre Ammonium-Verbindung und in Wasser nur schwer

löslich. Tiotropiumbromid wird als Lösung zur Inhalation mittels Respimat Inhalator angewendet.

Annähernd 40 % der inhalierten Dosis wird in der Lunge, dem Zielorgan, deponiert. Die verbleibende

Dosis gelangt in den Gastrointestinaltrakt. Ein Teil der unten beschriebenen pharmakokinetischen

Ergebnisse wurde mit Dosen erzielt, die über der empfohlenen therapeutischen Dosis liegen.

b) Allgemeine Charakteristika des Wirkstoffs nach Anwendung des Arzneimittels

Resorption:

Nach Inhalation durch junge gesunde Probanden zeigten Daten zur Urinausscheidung,

dass annähernd 33 % der inhalierten Dosis den systemischen Blutkreislauf erreichen. Orale

Tiotropiumbromid-Lösungen weisen eine absolute Bioverfügbarkeit von 2-3 % auf. Ein Einfluss von

Nahrungsmitteln auf die Resorption dieser quartären Ammonium-Verbindung ist nicht zu erwarten.

Die maximale Tiotropium-Plasmakonzentration wurde 5-7 Minuten nach Inhalation beobachtet. Im

Steady State wurde bei COPD-Patienten ein Spitzen-Plasmaspiegel von Tiotropium von 10,5 pg/ml

erreicht. Dieser Wert fiel einem Multikompartimentmodell folgend schnell ab. Die tiefste

Plasmakonzentration im Steady State betrug 1,60 pg/ml. Bei Asthma-Patienten wurde 5 Minuten nach

Verabreichung der gleichen Dosis im Steady State eine maximale Tiotropium-Plasmakonzentration

von 5,15 pg/ml erreicht.

Die systemische Exposition nach Tiotropium-Inhalation mit dem Respimat Inhalator oder mit dem

HandiHaler Inhalator ist vergleichbar.

Seite 20 von 23

Verteilung:

Die Plasmaproteinbindung des Wirkstoffes beträgt 72 %, das Verteilungsvolumen 32 l/kg.

Örtliche Konzentrationen in der Lunge sind nicht bekannt, jedoch lässt die Anwendungsart wesentlich

höhere Werte in der Lunge erwarten. Untersuchungen an Ratten zeigten, dass Tiotropium die Blut-

Hirn-Schranke nicht in einem bedeutenden Maße passiert.

Biotransformation:

Das Ausmaß der Metabolisierung ist gering. Dies zeigt sich in der Tatsache, dass

74 % einer intravenösen Dosis bei jungen gesunden Probanden unverändert renal ausgeschieden wird.

Der Ester Tiotropiumbromid wird nicht-enzymatisch zu Alkohol (N-Methylscopin) und

Säureverbindung (Dithienylglycolsäure) gespalten, die beide an den Muskarinrezeptoren inaktiv sind.

In-vitro-Untersuchungen an humanen Lebermikrosomen und humanen Hepatozyten weisen darauf hin,

dass ein weiterer Teil des Arzneimittels (< 20 % der Dosis nach intravenöser Anwendung) durch

Cytochrom-P450 (CYP)-abhängige Oxidation und anschließende Glutathion-Konjugation zu einer

Reihe von Phase-II-Metaboliten metabolisiert wird.

In-vitro-Untersuchungen an Lebermikrosomen zeigen, dass sich der enzymatische Abbauweg durch

die CYP-2D6 (und 3A4)-Inhibitoren Chinidin, Ketoconazol und Gestoden hemmen lässt. Somit sind

CYP 2D6 und 3A4 an einem Metabolisierungsweg beteiligt, der für die Eliminierung eines geringeren

Teils der Dosis verantwortlich ist. Tiotropiumbromid hemmt auch in übertherapeutischen Dosen

CYP 1A1, 1A2, 2B6, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 oder 3A in humanen Lebermikrosomen nicht.

Elimination:

Die effektive Halbwertszeit von Tiotropium liegt bei gesunden Probanden und COPD-

Patienten zwischen 27 und 45 Stunden nach Inhalation. Bei Asthma-Patienten beträgt die effektive

Halbwertszeit 34 Stunden. Die Gesamt-Clearance betrug nach intravenöser Anwendung bei jungen

gesunden Probanden 880 ml/min. Nach intravenöser Anwendung wird Tiotropium hauptsächlich

unverändert mit dem Urin ausgeschieden (74 %). Nach Inhalation der Lösung bis zum Steady State

liegt die Urinausscheidung bei COPD-Patienten bei 18,6 % der Dosis (0,93 μg), der Rest besteht

hauptsächlich aus nicht resorbiertem Arzneimittel im Darm und wird fäkal ausgeschieden. Nach

Inhalation der Lösung durch gesunde Probanden liegt die Urinausscheidung bei 20,1-29,4 % der

Dosis, der Rest besteht hauptsächlich aus nicht resorbiertem Arzneimittel im Darm und wird fäkal

ausgeschieden. Bei Asthma-Patienten werden im Steady State innerhalb von 24 Stunden nach der

Anwendung 11,9 % der Dosis (0,595 µg) unverändert mit dem Urin ausgeschieden. Die

Nierenclearance von Tiotropium liegt über der Creatinin-Clearance, was auf eine Ausscheidung in den

Urin hinweist.

Nach chronischer einmal täglicher Anwendung bei COPD-Patienten wurde der pharmakokinetische

Steady State spätestens nach 7 Tagen erreicht, ohne dass es danach zur Akkumulation kam.

Linearität / Nicht-Linearität:

Unabhängig von der Darreichungsform zeigt Tiotropium im

therapeutischen Bereich eine lineare Pharmakokinetik.

c) Charakteristika bei Patienten

Ältere Patienten:

Wie für alle überwiegend renal ausgeschiedenen Arzneimittel zu erwarten, ging ein

fortschreitendes Alter mit einer Abnahme der renalen Tiotropium-Clearance (347 ml/min bei COPD-

Patienten < 65 Jahre bis 275 ml/min bei COPD-Patienten ≥ 65 Jahre) einher. Dies führte jedoch nicht

zu einem entsprechenden Anstieg der AUC

0-6,ss

oder C

max,ss

-Werte. Bei Asthma-Patienten ändert sich

die Tiotropium-Exposition nicht mit dem Alter.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:

Die einmal tägliche Inhalation von Tiotropium bis zum

Steady State führte bei COPD-Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung (Creatinin-Clearance

50-80 ml/min) zu leicht erhöhten AUC

0-6,ss

-Werten (1,8-30 % höher) und ähnlichen C

max,ss

-Werten,

verglichen mit COPD-Patienten mit normaler Nierenfunktion (Creatinin-Clearance > 80 ml/min).

Bei COPD-Patienten mit mittlerer bis schwerer Nierenfunktionsstörung (Creatinin-Clearance

< 50 ml/min) verdoppelte sich die Gesamtexposition nach intravenöser Applikation einer Einzeldosis

von Tiotropium (82 % höhere AUC

0-4h

und 52 % höhere C

), verglichen mit COPD-Patienten mit

normaler Nierenfunktion. Dies wurde durch die Plasmakonzentrationen nach Pulverinhalation

Seite 21 von 23

bestätigt. Bei Asthma-Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung (Creatinin-Clearance

50-80 ml/min) führte die Tiotropium-Inhalation im Vergleich zu Patienten mit normaler

Nierenfunktion nicht zu einem relevanten Anstieg der Exposition.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion:

Ein relevanter Einfluss auf die Pharmakokinetik von

Tiotropium im Fall einer Leberfunktionsstörung ist nicht zu erwarten. Tiotropium wird hauptsächlich

renal ausgeschieden (74 % bei jungen gesunden Probanden) und durch eine einfache nicht-

enzymatische Esterspaltung zu pharmakologisch inaktiven Produkten abgebaut.

Japanische COPD-Patienten:

In einem Studienquervergleich war die mittlere Spitzen-

Plasmakonzentration von Tiotropium, 10 Minuten nach Inhalation, im Steady State bei japanischen

COPD-Patienten 20-70 % höher als bei weißen COPD-Patienten. Es gab jedoch keine Anzeichen für

eine höhere Mortalität oder ein höheres kardiales Risiko bei japanischen Patienten, verglichen mit

weißen Patienten. Für andere Ethnizitäten oder Rassen sind die pharmakokinetischen Daten

unzureichend.

Kinder und Jugendliche:

Asthma

Die Spitzen- und Gesamtexposition (AUC und Urinausscheidung) gegenüber Tiotropium ist zwischen

Asthmapatienten der Altersgruppen 6-11 Jahre, 12-17 Jahre und ≥ 18 Jahre vergleichbar. Basierend

auf der Urinausscheidung war die Gesamtexposition gegenüber Tiotropium bei Patienten von 1 bis

5 Jahren 52-60 % niedriger als in den anderen älteren Altersgruppen. Nach Anpassung an die

Körperoberfläche waren die Daten zur Gesamtexposition in allen Altersgruppen vergleichbar. Bei

Patienten von 1 bis 5 Jahren wurde Spiriva Respimat über eine Inhalierhilfe mit Gesichtsmaske

verabreicht.

COPD

Im COPD-Studienprogramm gab es keine Kinder und Jugendlichen (siehe Abschnitt 4.2).

Zystische Fibrose

Bei Zystische-Fibrose-Patienten im Alter von ≥ 5 Jahren lag der Tiotropium-Plasmaspiegel im

Steady State, 5 Minuten nach der Inhalation einer 5 Mikrogramm-Dosis, bei 10,1 pg/ml. Er fiel

anschließend schnell ab. Der verfügbare Anteil der abgegebenen Dosis war bei Zystische-Fibrose-

Patienten im Alter von < 5 Jahren, die einen Spacer und eine Maske benutzten, etwa 3- bis 4-fach

geringer als bei Zystische-Fibrose-Patienten im Alter von ≥ 5 Jahren. Bei Zystische-Fibrose-Patienten

im Alter von < 5 Jahren bestand ein Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Tiotropium-

Exposition.

d) Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Zahlreiche, in konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, zur Toxizität bei wiederholter

Anwendung und zur Reproduktionstoxizität beobachtete Wirkungen lassen sich durch die

anticholinergen Eigenschaften von Tiotropiumbromid erklären. Bei Tieren wurden typischerweise

reduzierte Futteraufnahme, gehemmte Gewichtszunahme, trockener Mund und Nase, verminderte

Tränen- und Speichelsekretion, Mydriasis und Zunahme der Herzfrequenz beobachtet. Weitere

relevante Wirkungen, die in Studien zur Toxizität bei wiederholter Anwendung beobachtet wurden,

waren: leichte Reizung der Atemwege bei Ratten und Mäusen, die sich in Rhinitis und

Epitheländerungen der Nasenhöhle und des Kehlkopfes zeigten, sowie Prostatitis mit proteinreichen

Ablagerungen und Lithiasis in der Blase bei Ratten.

Seite 22 von 23

Bei jungen Ratten wurden nach Exposition vom 7. Lebenstag bis zur Geschlechtsreife die gleichen

direkten und indirekten pharmakologischen Veränderungen beobachtet wie in den Studien zur

Toxizität bei wiederholter Anwendung, sowie auch Rhinitis. Es wurde keine systemische Toxizität

festgestellt. Es gab keine toxikologisch relevanten Auswirkungen auf die

Hauptentwicklungsparameter, auf die Entwicklung der Trachea und der Hauptorgane.

Schädigungen hinsichtlich Schwangerschaft, embryonaler/fetaler Entwicklung, Geburt oder

postnataler Entwicklung konnten nur für maternal toxische Dosisbereiche nachgewiesen werden.

Tiotropiumbromid zeigte bei Ratten oder Kaninchen keine teratogenen Wirkungen.

In einer Studie zur allgemeinen Reproduktion und Fertilität an Ratten ergaben sich bei keiner

Dosierung Hinweise auf unerwünschte Effekte auf die Fertilität oder das Paarungsverhalten, weder bei

den behandelten Elterntieren noch bei ihren Nachkommen.

Die respiratorischen (Reizungen) und urogenitalen (Prostatitis) Veränderungen sowie die

Reproduktionstoxizität wurden nach lokalen oder systemischen Expositionen beobachtet, die mehr als

das 5-fache der therapeutischen Exposition beim Menschen betrugen. Untersuchungen zur

Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial ließen keine besonderen Gefahren für den Menschen

erkennen.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Benzalkoniumchlorid

Natriumedetat (Ph. Eur.)

Gereinigtes Wasser

Salzsäure 3,6 % (zur pH-Einstellung)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Haltbarkeit einer Patrone nach Einsetzen in den Respimat Inhalator: 3 Monate

Verwendbarkeit des Respimat Inhalators nach Einsetzen der ersten Patrone: 1 Jahr

Empfohlene Anwendung: maximal 6 Patronen pro Respimat Inhalator

Hinweis: In Untersuchungen wurde die Funktionsfähigkeit des wiederverwendbaren Respimat

Inhalators für 540 Hübe (entsprechend 9 Patronen) gezeigt.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht einfrieren!

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Art und Material des Behältnisses im Kontakt mit dem Arzneimittel:

Lösung, gefüllt in eine Polyethylen/Polypropylen-Patrone mit einer Schutzkappe aus Polypropylen mit

integriertem Silikondichtungsring. Die Patrone befindet sich in einem Aluminiumzylinder.

Seite 23 von 23

Packungsgrößen und beigefügtes Medizinprodukt:

Einzelpackung:

1 wiederverwendbarer Respimat Inhalator und 1 Patrone mit 60 Hüben

(30 therapeutische Dosen)

Dreifachpackung:

1 wiederverwendbarer Respimat Inhalator und 3 Patronen mit 60 Hüben

(30 therapeutische Dosen) pro Patrone

Einzel-Nachfüllpackung:

1 Patrone mit 60 Hüben (30 therapeutische Dosen)

Dreifach-Nachfüllpackung:

3 Patronen mit 60 Hüben (30 therapeutische Dosen) pro Patrone

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Boehringer Ingelheim International GmbH

Binger Str. 173

55216 Ingelheim am Rhein

Deutschland

8.

ZULASSUNGSNUMMER

52523.00.01

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 12.09.2007

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 08.05.2017

10.

STAND DER INFORMATION

Oktober 2018

11.

WEITERE ANGABEN

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

Örtlicher Vertreter des Zulassungsinhabers in Deutschland

Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG

Binger Str. 173

55216 Ingelheim am Rhein

Tel.: 0 800 / 77 90 900

Fax: 0 61 32 / 72 99 99

E-Mail: info@boehringer-ingelheim.de

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen