Sortis 80 Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-08-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
atorvastatinum
Verfügbar ab:
Pfizer PFE Switzerland GmbH
ATC-Code:
C10AA05
INN (Internationale Bezeichnung):
atorvastatinum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
atorvastatinum 80 mg bis atorvastatinum calcicum trihydricum, excipiens pro compresso Dunst.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Reduktion der Serumcholesterinkonzentration
Zulassungsnummer:
54085
Berechtigungsdatum:
1997-06-11

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-08-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-08-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-08-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-08-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Sortis®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Was ist Sortis und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Sortis ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Störungen des Fettstoffwechsels bei ungenügender

Wirkung anderer Massnahmen (z.B. Umstellung der Ernährung, körperliches Training,

Gewichtsabnahme) bei Patientinnen und Patienten mit

·erhöhten Blutcholesterinwerten, die nicht auf eine andere Erkrankung zurückzuführen sind;

·erhöhten Cholesterin- und Triglyceridwerten im Blut;

·erblich bedingten erhöhten Blutcholesterinwerten.

Sortis kann auch zur Prävention von Herz-Kreislauf-Ereignissen (z.B. Herzinfarkte, Angina pectoris,

Hirnschläge) angewendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Vor der Behandlung soll die Umstellung auf eine cholesterinarme Diät erfolgen. Diese Diät sollten Sie

auch während der Therapie beibehalten.

Wann darf Sortis nicht angewendet werden?

Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht einnehmen, wenn Sie

·gegen einen der Inhaltsstoffe allergisch sind;

·eine bestehende Lebererkrankung haben oder bei Ihnen unklare und dauerhafte Erhöhungen der

Leberfunktionswerte (Serumtransaminasen) gemessen wurden;

·schwanger sind oder schwanger werden möchten;

·stillen;

·wegen einer Hepatitis-C Infektion mit den Virostatika Glecaprevir/Pibrentasvir (Maviret®) behandelt

werden.

Therapieerfahrungen bei Kindern liegen nur ungenügend vor. Deshalb sollte das Arzneimittel bei

Kindern nicht angewendet werden, ausser auf ausdrückliche Verordnung des Arztes bzw. der Ärztin.

Es liegen ausreichende Therapieerfahrungen an Erwachsenen im Alter von 70 oder mehr Jahren vor.

Basierend auf diesen Untersuchungen ist eine Dosisanpassung bei älteren Patientinnen und Patienten

nicht erforderlich.

Wann ist bei der Anwendung von Sortis Vorsicht geboten?

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin bevor Sie die Behandlung beginnen, wenn einer der

folgenden Umstände auf Sie zutrifft:

·Wenn Sie an einer Nierenkrankheit leiden.

·Wenn Sie an einer Unterfunktion der Schilddrüse leiden.

·Wenn bei Ihnen persönlich oder in Ihrer Familie eine erbliche Muskelkrankheit vorgekommen ist.

·Wenn bei Ihnen selber bereits eine Muskelschädigung in Verbindung mit einem Statin oder Fibrat

aufgetreten ist.

·Wenn Sie grosse Mengen Alkohol trinken und/oder an einer Leberkrankheit gelitten haben.

·Wenn Sie eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern aufweisen (angeborene Galaktose-

Intoleranz, Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption), da dieses Arzneimittel Laktose

enthält.

Leberfunktionsprüfungen sollten vor Therapiebeginn und anschliessend in regelmässigen Abständen

durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin durchgeführt werden. Sollte ein Anstieg der Leberfunktionswerte auf

mehr als das 3-Fache des Normalwertes über längere Zeit bestehen bleiben, wird eine Verringerung der

Dosis oder ein Abbrechen der Behandlung empfohlen.

Wenn Sie an einer Blutzuckererkrankung (Diabetes) leiden oder bei Ihnen das Risiko besteht, eine

solche zu entwickeln, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie während der Behandlung mit Sortis daraufhin

überwachen.

Grapefruitsaft enthält eine oder mehrere Komponenten, die den Stoffwechsel einiger Arzneimittel

einschliesslich Sortis verändern. Wenn Sie dieses Arzneimittel einnehmen, sollten Sie grössere Mengen

Grapefruitsaft (mehr als 1 Liter täglich) vermeiden; bei normalen Mengen (1 Glas zu 250 ml täglich) ist

es unwahrscheinlich, dass daraus Probleme entstehen können.

Dieses Arzneimittel kann die Skelettmuskulatur beeinflussen. Beim Auftreten von Muskelschmerzen

oder -empfindlichkeit, Muskelkrämpfen oder Muskelschwäche, vor allem in Kombination mit Fieber

oder Unwohlsein, konsultieren Sie bitte sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Weil die Einnahme von Sortis mit jedem der nachfolgend genannten Arzneimitteln das Risiko von

Muskelbeschwerden erhöhen kann (siehe «Welche Nebenwirkungen kann Sortis haben?»), ist es

besonders wichtig, Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin darüber zu informieren, wenn Sie folgende Arzneimittel

bzw. Wirkstoffe einnehmen:

·Ciclosporin (Sandimmun®);

·Hepatitis-C-Proteasehemmer, z.B. Telaprevir (Incivo®), Boceprevir (Victrelis®), oder

Elbasvir/Grazoprevir (Zepatier®);

·Colchicinhaltige Arzneimittel oder Zubereitungen;

·Arzneimittel gegen Pilze, z.B. Itraconazol (Sporanox®), Ketoconazol (Nizoral®) oder Voriconazol

(Vfend®);

·Fibratderivate, z.B. Gemfibrozil (Gevilon®), Bezafibrat (Cedur®) oder Fenofibrat (Lipanthyl®);

·Antibiotika, z.B. Erythromycin (Erythrocin®), Clarithromycin (Klacid®), Rifampicin oder

Fusidinsäure (Fucidin®);

·HIV-Proteasehemmer, z.B. Indinavir (Crixivan®), Nelfinavir (Viracept®), Ritonavir (Norvir®),

Lopinavir/Ritonavir (Kaletra®), Saquinavir (Invirase®), Tipranavir (Aptivus®), Darunavir (Prezista®)

oder Fosamprenavir (Telzir®);

·Gewisse Medikamente, die bei Hepatitis (Leberentzündung) zum Einsatz kommen können (sogenannte

C-NS5A-Hemmer).

Es ist auch wichtig, Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin darüber zu informieren, wenn Sie Antikoagulantien

(Mittel zur Blutverdünnung), Arzneimittel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Diltiazem (Dilzem®),

Digoxin (Digoxin Sandoz®) oder Präparate mit Amlodipin, Arzneimittel zur Behandlung von HIV-

Infektionen wie Efavirenz (Stocrin®), Antazida (Mittel gegen Magenübersäuerung), antivirale

Arzneimittel wie Letermovir (Prevymis®) oder orale Kontrazeptiva (Verhütungsmittel) einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin auch, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Darf Sortis während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, dürfen Sie dieses Arzneimittel nicht einnehmen. Frauen im

gebärfähigen Alter können dieses Arzneimittel nur dann anwenden, wenn wirksame Massnahmen zur

Schwangerschaftsverhütung sichergestellt sind. Wenn es trotzdem zu einer Schwangerschaft kommt,

muss die Behandlung sofort unterbrochen und der Arzt bzw. die Ärztin darüber informiert werden.

Wie verwenden Sie Sortis?

Die übliche Anfangsdosis beträgt einmal täglich 10 mg. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird die weitere

Dosierung so festlegen, dass bei Ihnen ein normaler Blutcholesterinwert erzielt wird. Eine entsprechende

Dosisanpassung wird individuell in Abständen von 4 oder mehr Wochen durchgeführt. Die maximale

Tagesdosis beträgt einmal täglich 80 mg.

Der therapeutische Erfolg zeigt sich innerhalb von 2 Wochen, und die grösste Wirkung wird in der

Regel schon nach 4 Wochen erreicht. Die Wirkung bleibt unter Dauertherapie erhalten.

Dieses Arzneimittel ist zur Langzeitanwendung geeignet.

Die Filmtabletten können zu jeder Tageszeit unabhängig von den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit

eingenommen werden. Eine einmal gewählte Tageszeit soll beibehalten werden. Die Filmtabletten zu

20 mg, 40 mg und 80 mg verfügen über eine Bruchrille und können in Hälften geteilt werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Was tun, wenn Sie zu viel eingenommen haben?

Informieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Was tun, wenn Sie eine Dosis vergessen haben?

Falls Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie die Einnahme nicht mit einer Extradosis nach, sondern

fahren Sie am folgenden Tag mit der normalen Einnahme weiter.

Welche Nebenwirkungen kann Sortis haben?

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Entzündung des Nasenrachenraumes, Schmerzen im Rachen- und Kehlraum, Nasenbluten, Gelenk- oder

Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe, geschwollene Gelenke, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, zu

hoher Blutzuckerspiegel, Durchfall, Verdauungsstörungen, Verstopfung, Übelkeit, Blähungen und

allergische Reaktionen.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Bauchschmerzen, Haarausfall, Hautausschlag, Juckreiz, Rücken- und Nackenschmerzen,

Muskelschwäche, Sensibilitätsstörungen (Kribbeln, Schmerzen, Taubheit in Händen und Füssen),

Schwindel, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Schwächezustände, Unwohlsein, Erbrechen, Appetitlosigkeit,

Geschmacksstörungen, Aufstossen, Schmerzen im Brustkorb, Ohrensausen, Alpträume, zu tiefer

Blutzuckerspiegel, Gewichtszunahme, Wasseransammlung in den Extremitäten (z.B. Schwellung der

Fussgelenke), Sehstörungen und Fieber.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Sehnenscheidenentzündung, Gelbsucht, Flüssigkeitsansammlung v.a. im Gesicht und Impotenz.

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

Gedächtnisstörung, Geschmacksverlust, Hörverlust, Überempfindlichkeitsreaktionen wie z.B. der Haut

(rote Flecken, Papeln) und Sehnenriss.

Wenn solche Symptome bei Ihnen auftreten, müssen Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen

und die Einnahme von Sortis abbrechen.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird in periodischen Abständen Ihr Blut untersuchen, da bei gewissen

Patientinnen und Patienten die Leberfunktionswerte änderten oder Muskelschmerzen vorkamen. Da

Muskelprobleme in seltenen Fällen schwerwiegend sein können, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin kontaktieren, wenn Sie Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit, Muskelkrämpfe

oder Muskelschwäche verspüren.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin,

Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Während der Behandlung mit diesem Arzneimittel ist auf eine übermässige Einnahme von alkoholischen

Getränken möglichst zu verzichten.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Sortis enthalten?

Filmtabletten zu 10 mg sind weiss, oval, mit Prägung «PD 155» auf der einen Seite und «10» auf der

anderen Seite, ohne Bruchrille, nicht teilbar.

Filmtabletten zu 20 mg sind weiss, oval, mit Prägung «PD 156» auf der einen Seite und «2 0» auf der

anderen Seite, mit beidseitiger Bruchrille, teilbar.

Filmtabletten zu 40 mg sind weiss, oval, mit Prägung «PD 157» auf der einen Seite und «4 0» auf der

anderen Seite, mit beidseitiger Bruchrille, teilbar.

Filmtabletten zu 80 mg sind weiss, oval, mit Prägung «PD 158» auf der einen Seite und «8 0» auf der

anderen Seite, mit beidseitiger Bruchrille, teilbar.

Wirkstoffe

1 Filmtablette enthält 10 mg, 20 mg, 40 mg oder 80 mg Atorvastatin (als Calcium-Atorvastatin-

Trihydrat).

Hilfsstoffe

Tablettenkern: Calciumcarbonat, mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat,

Natriumcarboxymethylcellulose, Polysorbat 80 (aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt),

Hydroxypropylcellulose (E463), Magnesiumstearat.

Filmüberzug: Hydroxypropylmethylcellulose (E464), Macrogol 8000, Titandioxid (E171), Talk,

Simethicon Emulsion USP, Candelillawachs (nur in Filmtabletten zu 10 mg, 20 mg und 40 mg

enthalten).

Zulassungsnummer

54085 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Sortis? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Filmtabletten zu 10 mg: 30 und 100.

Filmtabletten zu 20 mg (teilbar): 30 und 100.

Filmtabletten zu 40 mg (teilbar): 30 und 100.

Filmtabletten zu 80 mg (teilbar): 30 und 100.

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im August 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

PIL V017

Fachinformation

Sortis®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff

Atorvastatinum ut Calcii Atorvastatinum trihydricum.

Hilfsstoffe

Tablettenkern: Calcii carbonas, Cellulosum microcristallinum, Lactosum monohydricum,

Carmellosum natricum conexum, Polysorbatum 80 (aus gentechnisch verändertem Mais hergestellt),

Hydroxypropylcellulosum (E463), Magnesii stearas.

Filmüberzug: Hydroxypropylmethylcellulosum (E464), Macrogolum 8000, Titanii dioxidum (E171),

Talcum, Simeticoni emulsio USP.

Filmtabletten zu 10 mg, 20 mg, 40 mg zusätzlich: Cera candelilla.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 10 mg, 20 mg, 40 mg resp. 80 mg Atorvastatin.

10 mg Tablette: weisse, ovale Filmtablette mit Prägung «PD 155» auf der einen Seite und «10» auf

der anderen Seite, ohne Bruchrille, nicht teilbar.

20 mg Tablette: weisse, ovale Filmtablette mit Prägung «PD 156» auf der einen Seite und «2 0» auf

der anderen Seite, mit beidseitiger Bruchrille, teilbar.

40 mg Tablette: weisse, ovale Filmtablette mit Prägung «PD 157» auf der einen Seite und «4 0» auf

der anderen Seite, mit beidseitiger Bruchrille, teilbar.

80 mg Tablette: weisse, ovale Filmtablette mit Prägung «PD 158» auf der einen Seite und «8 0» auf

der anderen Seite, mit beidseitiger Bruchrille, teilbar.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Reduktion erhöhter Gesamtcholesterin-, LDL-Cholesterin-, Apolipoprotein-B- und

Triglyceridspiegel bei Patienten mit primärer Hypercholesterinämie, Mischformen der

Hyperlipidämie und bei Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie, zusätzlich zur Diät, wenn

diese und andere nicht-pharmakologische Massnahmen keine ausreichende Wirkung erbringen.

Reduktion erhöhter Gesamtcholesterin- und LDL-Cholesterinspiegel bei Patienten mit familiärer,

homozygoter Hypercholesterinämie als ergänzende Therapie zu anderen lipidsenkenden

Behandlungen (z.B. LDL-Apherese), oder als Monotherapie, falls andere Therapiemassnahmen nicht

zur Verfügung stehen.

Zur Prävention von kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten, deren Risiko für ein erstes

kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird, zusätzlich zur Behandlung weiterer

Risikofaktoren (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Dosierung/Anwendung

Der Patient sollte vor der Gabe von Atorvastatin auf eine Diät zur Senkung von Cholesterin

eingestellt werden und diese Diät während der Behandlung mit Atorvastatin fortsetzen.

Sortis Filmtabletten zu 20 mg, 40 mg und 80 mg verfügen über eine Bruchrille und können in

Hälften geteilt werden.

Übliche Dosierung

Die übliche Anfangsdosis beträgt 10 mg Atorvastatin 1× täglich. Die Dosierung sollte individuell zur

Einstellung normaler Lipidwerte, dem Ziel der Therapie, sowie gemäss dem Ansprechen des

Patienten erfolgen. Falls erforderlich sollte die Dosierung in Intervallen von 4 Wochen oder mehr

angepasst werden. Die maximale Tagesdosis beträgt 1× täglich 80 mg.

Die Gabe kann zu jeder Tageszeit unabhängig von Mahlzeiten erfolgen.

Primäre Hypercholesterinämie und Mischformen der Hyperlipidämie

In der überwiegenden Anzahl sprechen die Patienten auf 1× täglich 10 mg Atorvastatin gut an. Eine

deutliche Wirkung ist innerhalb von 2 Wochen erkennbar. Im Allgemeinen tritt die Maximalwirkung

bereits nach 4 Wochen auf und wird während chronischer Therapie beibehalten.

Homozygote familiäre Hypercholesterinämie

Erwachsene: Die empfohlene Dosierung beträgt 10-80 mg täglich. In einer Studie bei Patienten mit

homozygoter familiärer Hypercholesterinämie sprachen die meisten Patienten bei einer Dosis von

80 mg Atorvastatin mit einer Reduktion des LDL-Cholesterins um mehr als 15% (18-45%) an.

Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen

In den Studien zur Primärprävention betrug die untersuchte Dosierung 1× täglich 10 mg.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Niereninsuffizienz beeinflusst weder die Plasmakonzentrationen noch die Wirkungen von

Atorvastatin auf die Lipide. Eine Dosisanpassung ist deshalb nicht erforderlich (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Einfluss auf die Muskulatur»).

Dosierung bei älteren Patienten

Es liegen ausreichende Therapieerfahrungen an Erwachsenen im Alter von 70 oder mehr Jahren mit

Dosierungen von bis zu 80 mg Atorvastatin pro Tag vor. Wirksamkeit und Verträglichkeit für die

empfohlenen Dosierungen sind deshalb bei älteren Patienten ähnlich wie in der Gesamtpopulation.

Anwendung in Kombination mit anderen Arzneimitteln

Die Kombination von Atorvastatin mit verschiedenen Arzneimitteln (z.B. Ciclosporin,

Clarithromycin, Itraconazol und verschiedene Protease-Inhibitoren) erhöht das Risiko für die

Entstehung einer Myopathie. Deswegen gilt es, verschiedene Dosierungsempfehlungen zu beachten.

Diese sind in den Rubriken «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Einfluss auf die

Muskulatur» sowie «Interaktionen» aufgeführt.

Pharmakokinetische Wechselwirkungen bei Kombination von Atorvastatin mit verschiedenen

Arzneimitteln finden sich in der Rubrik «Pharmakokinetik».

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung.

Patienten mit aktiver Lebererkrankung oder unklarer dauerhafter Erhöhung von Serum-

Transaminasen auf mehr als das 3-fache des Normalwertes, Cholestase und Myopathien.

Schwangerschaft und Stillzeit (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Einfluss auf die Leber

Leberfunktionstests AST(GOT), ALT(GPT) sollten vor Behandlungsbeginn und danach in

periodischen Abständen durchgeführt werden. Bei Patienten, die während der Behandlung

Anzeichen oder Symptome einer Leberschädigung aufweisen, sollte ein Leberfunktionstest

durchgeführt werden. Patienten, bei denen sich ein Transaminasenanstieg entwickelt, sollten bis zum

Abklingen dieser Abnormität beobachtet werden. Falls die Erhöhung von ALT(GPT) oder

AST(GOT) auf mehr als das 3-fache des Normalwertes fortdauert, empfiehlt sich eine

Dosisreduktion oder ein Abbruch der Therapie mit Atorvastatin.

Wie unter anderen HMG-CoA-Reduktase-Hemmern sind auch mit Atorvastatin mässig erhöhte

Serum-Transaminasewerte beobachtet worden. Diese Veränderungen traten kurz nach

Therapiebeginn auf, waren dosisabhängig und oft vorübergehend, waren nicht von Symptomen

begleitet und erforderten keinen Behandlungsabbruch. Im Rahmen von klinischen Studien kam es bei

weniger als 1% der Patienten zu deutlichen (mehr als das 3-fache des oberen Normalwertes)

persistierenden Enzymanstiegen. In klinischen Studien betrugen die Häufigkeiten dieser

Vorkommnisse 0.2%, 0.2%, 0.6% und 2.3% für die jeweiligen Atorvastatin-Dosierungen von 10 mg,

20 mg, 40 mg und 80 mg. Die Erhöhungen waren im Allgemeinen nicht mit Gelbsucht oder anderen

klinischen Symptomen begleitet. Nach Dosisreduktion, Unterbruch oder Absetzen des Arzneimittels

kam es zu einem Absinken der Transaminasen auf Werte vor Behandlungsbeginn.

Mit Vorsicht sollte Atorvastatin bei Patienten angewendet werden, die beträchtliche Mengen Alkohol

konsumieren und/oder bei denen bereits eine Lebererkrankung in der Vorgeschichte bekannt ist.

Schlaganfallprävention durch aggressive Reduktion des Cholesterinspiegels (SPARCL)

In einer Post-hoc-Analyse der Schlaganfallsubtypen bei Patienten ohne koronare Herzkrankheit

(KHK), die kurz zuvor einen Schlaganfall oder eine transient ischämische Attacke (TIA) erlitten

hatten, fand man bei Patienten, die eine Therapie mit Atorvastatin 80 mg begonnen hatten, eine

höhere Inzidenz eines hämorrhagischen Insults als bei Placebo-Patienten. Das erhöhte Risiko wurde

insbesondere bei Patienten beobachtet, die bereits vor ihrer Aufnahme in die Studie einen

hämorrhagischen oder lakunären Insult erlitten hatten. Bei Patienten mit vorangegangenem

hämorrhagischen oder lakunären Insult ist das Nutzen-Risiko Verhältnis einer Behandlung mit

Atorvastatin 80 mg unsicher. Daher sollte das potenzielle Risiko eines hämorrhagischen Insults vor

Behandlungsbeginn sorgfältig abgeklärt werden.

Auge

Ohne jegliche Arzneimitteltherapie muss mit der Zeit, als Folge des Alterungsprozesses, eine erhöhte

Prävalenz von Linsentrübungen erwartet werden. Klinische Daten geben keinen Hinweis auf eine

nachteilige Wirkung von Atorvastatin auf die Linse des menschlichen Auges.

Einfluss auf die Muskulatur

Die Einnahme von Atorvastatin kann (wie die Einnahme anderer HMG-CoA-Reduktasehemmer) das

Risiko für die Entstehung einer Myalgie, Myositis oder Myopathie erhöhen. Es wurden seltene Fälle

von Rhabdomyolyse einschliesslich akutem Nierenversagen in Folge Myoglobinurie beschrieben.

Eine vorgängig eingeschränkte Nierenfunktion scheint ein Risikofaktor für die Entstehung einer

Rhabdomyolyse zu sein. Deswegen bedürfen diese Patienten eines besonders sorgfältigen klinischen

Monitorings.

In sehr seltenen Fällen wurde während oder nach der Behandlung mit einigen Statinen über eine

immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (immune-mediated necrotizing myopathie; IMNM)

berichtet. Die klinischen Charakteristika einer IMNM sind persistierende proximale

Muskelschwäche und erhöhte Serum-Kreatinkinase-Werte, die trotz Absetzen der Behandlung mit

Statinen fortbestehen.

Die Patienten sollten instruiert werden, sich bei Auftreten muskulärer Beschwerden unmittelbar zu

melden, besonders wenn diese Beschwerden von Fieber und/oder Abgeschlagenheit begleitet

werden. Die Behandlung mit Atorvastatin sollte unverzüglich beendet werden, wenn signifikant

erhöhte Creatinphosphokinase-Werte (CPK) festgestellt werden oder eine Myopathie diagnostiziert

wird bzw. der Verdacht darauf besteht.

Die Dosierungsempfehlungen zur Kombination von Atorvastatin mit verschiedenen Arzneimitteln,

für welche ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Myopathie besteht, sind in Tabelle 1

aufgeführt. Weitere Informationen sind in den Rubriken «Interaktionen» sowie «Pharmakokinetik»

zu finden.

Besondere Aufmerksamkeit ist bei Anwendung von Atorvastatin in Kombination mit den folgenden

Arzneimitteln angebracht:

·Ciclosporin,

·Gemfibrozil und andere Fibrate,

·Erythromycin/Clarithromycin,

·Colchicin,

·Telaprevir, Boceprevir,

·(Kombinationen von) HIV-Protease-Inhibitoren einschliesslich Saquinavir/Ritonavir,

Lopinavir/Ritonavir, Tipranavir/Ritonavir, Darunavir/Ritonavir, Fosamprenavir, Nelfinavir,

Fosamprenavir/Ritonavir,

·Niacin,

·Itraconazol und andere Antimykotika des Azol-Typs.

Vor Kombination dieser Substanzen mit Atorvastatin empfiehlt sich eine sorgfältige Abwägung des

Nutzens gegen das Risiko. Die Dosierungsempfehlungen (siehe Tabelle 1 und «Interaktionen») sind

zu beachten. Eine besonders strenge klinische Überwachung der Patienten ist erforderlich. Eine

möglichst tiefe Start- und Erhaltungsdosis soll, falls zutreffend, gewählt werden. Periodische

Überprüfungen der CPK können angewendet werden, bieten jedoch keine Sicherheit für das

Vermeiden schwerer Myopathien.

Tabelle 1: Wichtige Atorvastatin-interagierende Substanzen und Anwendungsempfehlungen

Interagierende Substanzen

Anwendungsempfehlungen

Ciclosporin,

Gemfibrozil,

HIV-Protease-Inhibitoren (Tipranavir plus Ritonavir),

Hepatitis-C-Protease-Inhibitor (Telaprevir)

Atorvastatin vermeiden

HIV-Protease-Inhibitor (Lopinavir plus Ritonavir),

Fibrate (ausser Gemfibrozil),

Colchicin,

Niacin,

Antimykotika des Azol-Typs.

Mit Vorsicht anwenden und niedrigste

notwendige Dosis verwenden

Clarithromycin,

Itraconazol,

HIV-Protease-Inhibitoren (Saquinavir plus Ritonavir*,

Darunavir plus Ritonavir, Fosamprenavir, Fosamprenavir

plus Ritonavir)

Nicht mehr als 20 mg Atorvastatin

täglich verwenden

HIV-Protease-Inhibitor (Nelfinavir),

Hepatitis-C-Protease-Inhibitor (Boceprevir)

Nicht mehr als 40 mg Atorvastatin

täglich verwenden

* Mit Vorsicht und mit der niedrigsten notwendigen Dosis anwenden

HMG-CoA-Reduktasehemmer (Statine), inkl. Sortis dürfen nicht zusammen mit systemischen

Fusidinsäurepräparaten angewendet werden.

Es wurde über Rhabdomyolyse (einschliesslich einiger Todesfälle) bei Patienten berichtet, die

systemische Fusidinsäurepräparate in Kombination mit Statinen erhielten (siehe «Interaktionen»).

Die Behandlung mit Sortis ist während einer unverzichtbaren systemischen Fusidinsäuretherapie

abzusetzen. Die Patienten sollten darüber informiert werden, umgehend ärztlichen Rat einzuholen,

wenn sie Anzeichen von Muskelschwäche, -schmerzen oder -empfindlichkeit bemerken.

Die Statintherapie kann 7 Tage nach der letzten Dosis Fusidinsäure fortgesetzt werden.

In Ausnahmesituationen, wenn eine anhaltende systemische Fusidinsäure-Behandlung erforderlich

ist, sollte die gleichzeitige Anwendung von Sortis und Fusidinsäure nur von Fall zu Fall und unter

engmaschiger medizinischer Überwachung in Betracht gezogen werden.

Diabetes mellitus

Es gibt Hinweise darauf, dass Statine als Substanzklasse den Blutzuckerspiegel erhöhen und bei

manchen Patienten, die ein hohes Risiko für die Entwicklung eines zukünftigen Diabetes mellitus

haben, eine Hyperglykämie hervorrufen können, die eine adäquate Diabetesbehandlung erfordert.

Dieses Risiko wird jedoch von der Reduktion des vaskulären Risikos durch Statine aufgewogen und

sollte daher nicht zu einem Abbruch der Statinbehandlung führen. In Übereinstimmung mit

nationalen Richtlinien sollten Risikopatienten (Nüchternblutzucker von 5.6 bis 6.9 mmol/l, BMI

>30 kg/m2, erhöhte Triglyzeridwerte, Hypertonie) sowohl klinisch als auch in Bezug auf die

relevanten Laborwerte überwacht werden.

Creatinphosphokinase-Bestimmung

Creatinphosphokinase (CPK) sollte nicht nach schweren körperlichen Anstrengungen oder bei

Vorliegen von anderen möglichen Ursachen eines CPK-Anstieges gemessen werden, da dies die

Interpretation der Messwerte erschwert. Falls die CPK-Werte vor Beginn der Behandlung wesentlich

erhöht sind (um mehr als das 5-fache des oberen Normwertes), sollten zur Überprüfung innerhalb

von 5 bis 7 Tagen erneute Bestimmungen durchgeführt werden.

Untersuchung vor Behandlungsbeginn

Statine sollten mit Vorsicht bei Patienten verschrieben werden, bei denen prädisponierende Faktoren

für das Auftreten einer Rhabdomyolyse vorliegen. Messungen der Creatinphosphokinase vor einem

Behandlungsbeginn mit Statinen sollten beim Vorliegen der folgenden Situationen vorgenommen

werden:

·Beeinträchtigung der Nierenfunktion,

·Hypothyreose,

·erbliche Myopathien in der Eigen- oder Familienanamnese,

·muskulär-toxische Komplikationen im Zusammenhang mit der Gabe eines Statins oder Fibrates in

der Anamnese,

·Alkoholmissbrauch,

·ältere Patienten (>70 Jahre). Bei diesen sollte die Notwendigkeit einer solchen Messung erwogen

werden, wenn weitere prädisponierende Faktoren für das Auftreten einer Rhabdomyolyse vorliegen.

In solchen Situationen ist eine sorgfältige Nutzen-Risiken-Analyse erforderlich und es sollte eine

klinische Überwachung erfolgen. Wenn die CPK-Werte vor Beginn der Behandlung wesentlich (um

mehr als das 5-fache des oberen Normwertes) erhöht sind, sollte eine Therapie nicht begonnen

werden.

Überwachung während der Therapie

Falls ein Patient während der Behandlung mit Statinen unter Muskelschmerzen, Muskelschwäche

oder Muskelkrämpfen leidet, sollte der CPK-Spiegel gemessen werden. Falls der Blutspiegel

signifikant erhöht ist (über das 5-fache des oberen Normwertes), sollte die Behandlung abgebrochen

werden.

Falls die muskulären Symptome schwer sind und täglich Unannehmlichkeiten darstellen, sollte ein

Abbruch der Behandlung in Betracht gezogen werden, auch wenn die CPK-Spiegel unter dem 5-

fachen des oberen Normwerts liegen.

Eine Neubehandlung mit dem Statin oder einem alternativen Statin bei tiefster Dosierung und

engmaschiger Überwachung kann in Betracht gezogen werden, wenn die Symptome verschwinden

und sich der CPK-Spiegel wieder normalisiert hat.

Hinweise zu den Hilfsstoffen

Dieses Arzneimittel enthält Laktose. Patienten mit der seltenen hereditären Galaktoseintoleranz,

Lapp-Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht

einnehmen.

Interaktionen

Das Risiko einer Myopathie während der Therapie mit HMG-CoA-Reduktase-Hemmern ist erhöht

bei gleichzeitiger Anwendung von Ciclosporin und anderen Immunsuppressiva, Fibraten,

Nikotinsäure (Niacin), Cytochrom P450 3A4 Inhibitoren oder Antimykotika vom Azol-Typ (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Einfluss auf die Muskulatur» und «Pharmakokinetik»).

Cytochrom P450 3A4 Inhibitoren: Atorvastatin wird durch das CYP450 3A4 metabolisiert. Die

gleichzeitige Verabreichung von Atorvastatin mit CYP3A4 Inhibitoren kann zu einer erhöhten

Atorvastatin-Plasmakonzentration führen. Das Ausmass von Interaktion und Potenzierung der

Wirkung ist abhängig von der Variabilität des Effektes auf das CYP3A4.

·Transporter-Inhibitoren: Atorvastatin und seine Metaboliten sind Substrate des OATP1B1-

Transporters. Hemmer des OATP1B1 (z.B. Ciclosporin) können die Bioverfügbarkeit von

Atorvastatin erhöhen. Die gleichzeitige Verabreichung von 10 mg Atorvastatin und 5.2 mg/kg/d

Ciclosporin führte zu einer signifikanten Erhöhung der Atorvastatin-Exposition (Verhältnis AUC:

8.7, siehe «Pharmakokinetik - Tabelle 2»). Die gleichzeitige Anwendung von Atorvastatin und

Ciclosporin soll vermieden werden.

·Erythromycin/Clarithromycin: Bei gesunden Personen führte die gleichzeitige Einnahme von

Erythromycin 500 mg 4× täglich zu erhöhten Atorvastatin-Plasmaspiegeln. Die Atorvastatin AUC

war nach gleichzeitiger Anwendung von Atorvastatin 80 mg und Clarithromycin 500 mg 2× täglich

signifikant erhöht (siehe «Pharmakokinetik - Tabelle 2»). Bei Patienten, die diese Kombination

erhalten, soll die tägliche Dosis von Atorvastatin 20 mg nicht überschreiten und mit Vorsicht

angewendet werden.

·Protease-Inhibitoren: Die gleichzeitige Anwendung von Atorvastatin 10-40 mg und (Kombinationen

von) HIV-Protease-Inhibitoren (z.B. Lopinavir, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir), oder mit dem

Hepatitis-C-Protease-Inhibitor Telaprevir war mit einer signifikanten Erhöhung der Atorvastatin-

Plasmakonzentration verbunden (siehe «Pharmakokinetik – Tabelle 2»). Deshalb sollte bei Patienten,

die mit der Kombination der HIV-Protease-Inhibitoren Tipranavir/Ritonavir oder dem Hepatitis-C-

Protease-Inhibitor Telaprevir behandelt werden, die gleichzeitige Anwendung von Atorvastatin

vermieden werden. Patienten, welche die Kombination der HIV-Protease-Inhibitoren

Lopinavir/Ritonavir einnehmen, sollten mit Vorsicht und der niedrigsten notwendigen Dosis

Atorvastatin behandelt werden. Bei Patienten, welche die Kombinationen der HIV-Protease-

Inhibitoren Saquinavir/Ritonavir, Darunavir/Ritonavir, Fosamprenavir oder Fosamprenavir/Ritonavir

erhalten, sollte die tägliche Dosis von Atorvastatin 20 mg nicht überschreiten und mit Vorsicht

angewendet werden. Bei Patienten, welche den HIV-Protease-Inhibitor Nelfinavir oder den

Hepatitis-C-Inhibitor Boceprevir erhalten, sollte die tägliche Dosis von Atorvastatin 40 mg nicht

überschreiten. Diese Patienten sollen engmaschig überwacht werden.

·Cimetidin: In einer Interaktionsstudie mit Cimetidin und Atorvastatin wurde keine klinisch

signifikante Wechselwirkung beobachtet (siehe «Pharmakokinetik – Tabelle 2»).

·Diltiazem: Bei gleichzeitiger Verabreichung von einer einmaligen Dosierung von Atorvastatin

(40 mg) und Diltiazem (240 mg täglich im Steady state) wurden höhere Atorvastatin-

Plasmakonzentrationen beobachtet (siehe «Pharmakokinetik – Tabelle 2»).

·Itraconazol: Die gleichzeitige Anwendung von Atorvastatin (20-40 mg) und Itraconazol (200 mg)

war mit einer Erhöhung der AUC von Atorvastatin verbunden (siehe «Pharmakokinetik – Tabelle

2»). Bei Patienten, die diese Kombination erhalten, soll die tägliche Dosis von Atorvastatin 20 mg

nicht überschreiten und mit Vorsicht angewendet werden.

·Grapefruitsaft: Grapefruitsaft enthält eine oder mehrere Komponenten, die CYP3A4 hemmen, und

kann die Plasmaspiegel von Arzneimitteln, die über CYP3A4 metabolisiert werden, erhöhen, speziell

bei übermässigem Konsum (>1.2 l täglich) (siehe «Pharmakokinetik – Tabelle 2»).

Demgemäss ist Vorsicht geboten bei der gleichzeitigen Einnahme von Inhibitoren von CYP3A4

(Makrolidantibiotika einschliesslich Erythromycin und Clarithromycin, Ketoconazol, Itraconazol,

Voriconazol, Protease-Inhibitoren, Diltiazem und Ciclosporin). Siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen - Einfluss auf die Muskulatur».

Cytochrom P450 3A4 Induktoren: Die gleichzeitige Anwendung von Atorvastatin mit CYP3A4

Induktoren (z.B. Efavirenz, Rifampicin) kann zu unterschiedlich starker Senkung der

Plasmakonzentration von Atorvastatin führen. Infolge des dualen Interaktionsmechanismus von

Rifampicin (CYP3A4 Induktion und Hemmung des Hepatozyten Aufnahme Transporters

OATP1B1), ist die gleichzeitige Einnahme von Atorvastatin mit Rifampicin empfohlen, da eine

verzögerte Einnahme von Atorvastatin nach der Rifampicin-Verabreichung mit einer signifikanten

Reduktion der Atorvastatin-Plasmaspiegel in Verbindung gebracht worden ist (siehe

«Pharmakokinetik – Tabelle 2»).

Digoxin: Die gleichzeitige Einnahme von Mehrfach-Dosierungen von Digoxin mit 10 mg

Atorvastatin führte zu keiner Erhöhung der Plasmakonzentration von Digoxin im Steady-State. Die

Digoxin-Plasmakonzentration hingegen erhöhte sich nach gleichzeitiger Einnahme von Digoxin mit

täglich 80 mg Atorvastatin (Verhältnis AUC: 1.15; siehe «Pharmakokinetik – Tabelle 3»). Patienten,

die Digoxin einnehmen, sollten deshalb entsprechend überwacht werden.

Gemfibrozil/Fibrate: Bei gleichzeitiger Gabe von Fibraten kann das Risiko für das Auftreten einer

durch Atorvastatin ausgelösten Myopathie erhöht sein. Nach Ergebnissen aus In-vitro-Studien

hemmt Gemfibrozil die Atorvastatin-Glucuronidierung. Dies kann möglicherweise zu erhöhten

Plasmaspiegeln von Atorvastatin führen (siehe «Pharmakokinetik – Tabelle 2»). Die gleichzeitige

Anwendung von Gemfibrozil und Atorvastatin sollte vermieden werden. Die gleichzeitige

Anwendung von anderen Fibraten und Atorvastatin sollte mit Vorsicht erfolgen (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Einfluss auf die Muskulatur»).

Azithromycin: Die gleichzeitige Verabreichung von Atorvastatin (10 mg 1× täglich) und

Azithromycin (500 mg 1× täglich) führte zu keiner Veränderung der Plasmakonzentration von

Atorvastatin.

Orale Kontrazeptiva: Die gleichzeitige Einnahme von Atorvastatin mit oralen Kontrazeptiva mit

Norethindron und Ethinyl-Estradiol führte zu einem Anstieg der AUC-Werte von Norethindron

(Verhältnis AUC: 1.28) und Ethinyl-Estradiol (Verhältnis AUC: 1.19) (siehe «Pharmakokinetik –

Tabelle 3»). Dies sollte bei der Wahl der Dosierung des oralen Verhütungsmittels berücksichtigt

werden.

Hemmstoffe des P-Glycoproteins: Atorvastatin und einige seiner Metaboliten sind Substrate des P-

Glycoproteins. Inhibitoren des P-Glycoproteins (z.B. Ciclosporin) können die Bioverfügbarkeit von

Atorvastatin erhöhen.

Colestipol: Die Plasmaspiegel von Atorvastatin waren bei gleichzeitiger Einnahme von Colestipol

gesenkt (Konzentrationsverhältnis: 0.74; siehe «Pharmakokinetik – Tabelle 2»). Die Senkung des

Lipidspiegels war jedoch bei gleichzeitiger Einnahme von Atorvastatin und Colestipol grösser als bei

alleiniger Gabe des jeweiligen Arzneimittels.

Antazida: Die gleichzeitige Einnahme einer Antazidasuspension mit Magnesium und

Aluminiumhydroxid als Wirkstoffe und Atorvastatin führten zu einer Senkung des Plasmaspiegels

von Atorvastatin (Verhältnis AUC: 0.66; siehe «Pharmakokinetik – Tabelle 2: Maalox TC®»). Die

LDL-Cholesterin-Senkung war unverändert.

Phenazon: Atorvastatin zeigte keinen Effekt auf die Pharmakokinetik des Phenazons, sodass die

Möglichkeit von Interaktionen mit Arzneimitteln, welche durch die gleichen Cytochromisoenzyme

abgebaut wurden, nicht zu erwarten ist.

Cumarinderivate (Warfarin): Die gleichzeitige Verabreichung von Atorvastatin und Warfarin

verursachte bei Therapiebeginn eine geringfügige Abnahme der Prothrombinzeit, welche sich jedoch

innerhalb 2 Wochen Behandlung normalisierte. Trotzdem sollten Patienten unter Warfarin weiterhin

routinemässig überwacht werden, wenn gleichzeitig mit einer Atorvastatin-Therapie begonnen wird.

In Einzelfällen wurden bei gleichzeitiger Therapie mit Atorvastatin und Warfarin Verlängerungen

der Prothrombinzeit und des INR gemeldet.

Colchicin: Es wurden Fälle von Myopathie, einschliesslich Rhabdomyolyse, beschrieben, wenn

Atorvastatin gemeinsam mit Colchicin verabreicht wurde. Deshalb sollten diese Medikamente nur

mit Vorsicht kombiniert werden.

Sulfonylharnstoff: Einzelfälle von Hyperglykämien wurden bei gleichzeitiger Gabe von Atorvastatin

und Sulfonylharnstoffen beobachtet.

Amlodipin: In einer Arzneimittelinteraktionsstudie mit gesunden Probanden führte die gleichzeitige

Verabreichung von 80 mg Atorvastatin und 10 mg Amlodipin zu einer klinisch nicht bedeutenden

Erhöhung der Atorvastatin-Exposition (Verhältnis AUC: 1.18, siehe «Pharmakokinetik – Tabelle

2»).

Systemische Fusidinsäurepräparate: Es wurden keine Interaktionsstudien mit Atorvastatin und

Fusidinsäure durchgeführt. Die Kombination von Statinen, inkl. Sortis mit Fusidinsäure kann zu

möglicherweise letal verlaufenden Rhabdomyolysen führen. Es wurde über Rhabdomyolyse

(einschliesslich einiger Todesfälle) bei Patienten berichtet, die systemische Fusidinsäurepräparate in

Kombination mit Statinen erhielten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Der

Mechanismus dieser Interaktion ist nicht bekannt.

Die Behandlung mit Sortis ist während einer unverzichtbaren systemischen Fusidinsäuretherapie

abzusetzen.

Die Behandlung mit Sortis kann sieben Tage nach Erhalt der letzten Fusidinsäuredosis wieder

aufgenommen werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Atorvastatin ist in der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert.

Schwangerschaft

Die Atherosklerose ist ein chronischer Prozess, und der Unterbruch lipidsenkender Behandlung

während der Schwangerschaft dürfte auf lange Sicht nur geringen Einfluss auf das Ergebnis der

Behandlung primärer Hypercholesterinämie haben. Darüber hinaus stellen Cholesterin und andere

Bestandteile der Cholesterin-Biosynthese wesentliche Komponenten der fetalen Entwicklung dar.

Dies gilt für die Synthese von Steroiden und Zellmembranen. Als HMG-CoA-Reduktase-Hemmer

kann Atorvastatin infolge der reduzierten Cholesterinbiosynthese bei Verabreichung an schwangere

Frauen den Fötus schädigen.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen geeignete Verhütungsmassnahmen anwenden. Wird eine

Patientin während der Behandlung mit Atorvastatin schwanger, so muss das Arzneimittel abgesetzt

und die Patientin auf das bestehende Risiko für den Fötus hingewiesen werden.

Stillende Mütter

Es ist nicht bekannt, ob Atorvastatin oder dessen Metaboliten in die Muttermilch ausgeschieden

werden. Wegen der möglichen Gefahr für den Säugling sollen Mütter unter Behandlung mit

Atorvastatin nicht stillen (siehe «Kontraindikationen»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund der möglichen unerwünschten Wirkungen kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit

und die Fähigkeit, Werkzeuge und Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt sein.

Unerwünschte Wirkungen

Von 16'066 über einen mittleren Zeitraum von 53 Wochen behandelten Patienten brachen 5.2% der

Atorvastatinpatienten verglichen mit 4.0% der Placebopatienten die Behandlung aufgrund von

unerwünschten Wirkungen ab (Quelle: Datenbank placebokontrollierter klinischer Studien mit 8'755

Atorvastatin- vs. 7'311 Placebopatienten).

Auf der Basis von klinischen Studien sowie umfangreichen Erfahrungen im täglichen Einsatz ergibt

sich das nachfolgende Verträglichkeitsprofil von Atorvastatin.

Die Häufigkeitsangaben entsprechen folgenden geschätzten Inzidenzen: Häufig (≥1/100, <1/10),

gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000), nicht bekannt

(basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marküberwachung, genaue Häufigkeit kann

nicht abgeschätzt werden).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: Nasopharyngitis.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Selten: Thrombozytopenie.

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig: Allergische Reaktionen.

Sehr selten: Anaphylaktische Reaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Hyperglykämie.

Gelegentlich: Hypoglykämie, Anorexie, Gewichtszunahme.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Schlaflosigkeit, Alpträume.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Schwindel, Parästhesien, Hypästhesien, Dysgeusia.

Selten: Periphere Neuropathie.

Sehr selten: Amnesie, Geschmacksverlust.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Verschwommenes Sehen.

Selten: Sehstörung.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Gelegentlich: Tinnitus.

Sehr selten: Hörverlust.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Häufig: Schmerzen im Rachen- und Kehlraum, Nasenbluten.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Verstopfung, Blähungen, Dyspepsie, Übelkeit, Durchfall.

Gelegentlich: Bauchschmerzen, Erbrechen, Aufstossen.

Selten: Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Hepatitis.

Selten: Cholestase.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Hautausschlag, Pruritus, Alopezie, Urtikaria.

Selten: Angioödem.

Sehr selten: Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Erythema multiforme.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Myalgie, Arthralgie, Schmerzen der Extremitäten, muskuloskelettale Schmerzen,

Muskelkrämpfe, geschwollene Gelenke.

Gelegentlich: Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Muskelermüdung.

Selten: Myositis, Tenosynovitis, Myopathie, Rhabdomyolyse.

Sehr selten: Sehnenruptur.

Nicht bekannt: Immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen - Einfluss auf die Muskulatur»).

Rhabdomyolyse ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen - Einfluss auf die Muskulatur»).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Selten: Impotenz.

Allgemeine Erkrankungen

Gelegentlich: Unwohlsein, Müdigkeit, Asthenie, periphere Ödeme, Schmerzen im Brustkorb, Fieber.

Untersuchungen

Häufig: Abweichende Leberfunktionstestwerte, erhöhte Serum-Creatinphosphokinasewerte.

Gelegentlich: Leukozyten im Urin.

Folgende schwere Nebenwirkungen sind zudem für Arzneimittel dieser Stoffklasse beschrieben:

Hypersensitivitätssyndrom, einschliesslich Lupus erythematosus-ähnliches Syndrom, Vasculitis,

Purpura, haemolytische Anämie, chronisch aktive Hepatitis, selten Zirrhose und fulminante

hepatische Nekrose.

Überdosierung

Eine spezielle Behandlung bei Überdosierung ist nicht verfügbar. Falls eine Überdosierung eintritt,

sollte der Patient symptomatisch behandelt werden und es sollten, falls erforderlich, unterstützende

Massnahmen ergriffen werden. Leberfunktionstests sollten durchgeführt und die CPK-Werte im

Serum überprüft werden. Wegen der hohen Plasmaproteinbindung des Wirkstoffs lässt eine

Hämodialyse keine signifikante Beschleunigung der Atorvastatin-Clearance erwarten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C10AA05

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Atorvastatin ist ein kompetitiver Hemmstoff der HMG-CoA-Reduktase. Dieses Enzym katalysiert

die Umwandlung von 3-Hydroxy-3-methyl-glutaryl-Coenzym-A zu Mevalonat, dem Vorläufer von

Sterolen einschliesslich des Cholesterins. In der Leber werden Triglyceride und Cholesterin in VLDL

eingebaut und zum weiteren Transport in das periphere Gewebe an das Plasma abgegeben. Low-

Density-Lipoproteine (LDL) entstehen aus VLDL und werden vorwiegend durch den Hoch-

Affinitäts-LDL-Rezeptor abgebaut.

Atorvastatin senkt den Cholesterin- und Lipoprotein-Spiegel im Plasma durch Hemmung der HMG-

CoA-Reduktase und der Cholesterinsynthese in der Leber und erhöht damit die Anzahl der

hepatischen LDL-Rezeptoren auf der Zelloberfläche, wodurch die Aufnahme und der Abbau von

LDL beschleunigt wird.

Atorvastatin senkt die LDL-Produktion und die Anzahl von LDL-Teilchen. Atorvastatin bewirkt

einen tiefgreifenden und anhaltenden Anstieg der LDL-Rezeptor-Aktivität, verbunden mit einer

günstigen Veränderung in der Qualität der zirkulierenden LDL-Partikel.

Klinische Wirksamkeit

Atorvastatin bewirkt eine signifikante Reduktion des LDL-Cholesterins bei Patienten mit familiärer,

homozygoter Hypercholesterinämie.

In einer Dosis-Wirkungs-Studie konnte gezeigt werden, dass Atorvastatin den Gesamt-

Cholesteringehalt (30-46%), den LDL-Cholesteringehalt (41-61%), Apolipoprotein B (34-50%) und

den Gehalt an Triglyceriden (14-33%) senkt und gleichzeitig in variablem Ausmass einen Anstieg

des HDL-Cholesteringehaltes und des Apolipoprotein-A-Gehaltes hervorruft. Ähnliche Ergebnisse

wurden in gleichem Mass in klinischen Studien bei Patienten mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie, Mischformen der Hyperlipidämie, nicht familiären Formen der

Hypercholesterinämie, einschliesslich Patienten mit nicht-insulinabhängigem Diabetes mellitus

beobachtet. Bei triglyceridreichen Mischformen von Dyslipidämien kann eine wirksame Senkung

des Triglyceridspiegels durch eine Behandlung mit Niacin oder Fibraten erreicht werden.

Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen

In der doppelblinden und placebo-kontrollierten ASCOT-Studie (Anglo-Scandinavian Cardiac

Outcomes Trial) wurden Patienten mit behandelter oder unbehandelter Hypertonie einer Therapie mit

Amlodipin oder einem Betablocker randomisiert zugeordnet. Patienten mit einem Gesamtcholesterin

≤6.5 mmol/l (bzw. 251 mg/dl) erfüllten das Kriterium für den lipidsenkenden Arm der Studie

(ASCOT-LLA), wurden randomisiert auf zwei Arme aufgeteilt und erhielten entweder 10 mg

Atorvastatin oder Placebo. Der mediane Nachuntersuchungszeitraum betrug in diesem Studienarm

3.3 Jahre.

Die Patienten mussten mindestens 3 der folgenden kardiovaskulären Risikofaktoren aufweisen:

linksventrikuläre Hypertrophie, spezifische EKG-Veränderungen (Linkstyp, Q-Wellen,

Linksbündelblock, ST-T Strecken Veränderungen im Sinne einer ischämischen Herzerkrankung),

Typ-2-Diabetes, periphere atherosklerotische Gefässerkrankung, früheres zerebrovaskuläres

Ereignis, männliches Geschlecht, Alter ≥55 Jahre, Proteinurie/Albuminurie, Raucher (>20 Zigaretten

pro Woche), Quotient aus Gesamtcholesterin und HDL-Cholesterin >6, koronare Herzkrankheit in

der Anamnese bei einem Verwandten ersten Grades.

In die Studie wurden 19'342 Patienten aufgenommen, 10'305 wurden dem lipidsenkenden Arm

zugeordnet (Stratum mit Gesamtcholesterin ≤6.5 mmol/l). Ein Fünftel der Patienten waren Frauen.

Die vorzeitige Studienabbruchrate betrug 16.1% für Atorvastatin und 20.3% für Placebo.

Beim primären Endpunkt (Kombination aus tödlicher koronarer Herzkrankheit und nicht tödlichem

Myokardinfarkt) zeigte sich ein hochsignifikanter Unterschied in der Hazard Ratio 0.64 (95% CI

0.50–0.83) (p=0.0005; Atorvastatin 1.9%, Placebo 3.0%). Das Risiko symptomatischer, nicht

tödlicher Myokardinfarkte wurde signifikant reduziert (p=0.0001; Atorvastatin 0.9%, Placebo 1.8%).

Die Zahl koronarer Ereignisse mit tödlichem Ausgang betrug 41 in der Atorvastatin-Gruppe,

verglichen mit 46 für Placebo. Die Zahl nicht tödlicher Ereignisse lag unter Atorvastatin bei 60, unter

Placebo bei 108. Atorvastatin verminderte zudem die Gesamthäufigkeit von kardiovaskulären

Ereignissen und Revaskularisationsmassnahmen signifikant um 20% (p=0.0008; Atorvastatin 7.6%,

Placebo 9.5%), wobei die Zahl der Revaskularisationsmassnahmen um 42% gesenkt wurde

(p=0.0002; Atorvastatin 1.4%, Placebo 2.5%). Auch die Häufigkeit koronarer Ereignisse insgesamt

wurde signifikant um 29% reduziert (p=0.0006; Atorvastatin 3.5%, Placebo 4.8%).

Schlaganfälle mit tödlichem und nicht tödlichem Ausgang traten in der Atorvastatin-Gruppe

tendenziell seltener auf als unter Placebo. Die Gesamtmortalität und kardiovaskulär bedingte

Mortalität wurden nicht signifikant reduziert.

Die NNT beträgt 90-100 für 3.3 Jahre.

In der CARDS-Studie (Collaborative Atorvastatin Diabetes Study) wurde die Wirkung von

Atorvastatin auf tödliche und nicht tödliche kardiovaskuläre Erkrankungen bei Typ-2-Diabetikern

beurteilt. Die Studie umfasste 2'838 Typ-2-Diabetiker (40-75 Jahre) ohne kardiovaskuläre

Erkrankung in der Anamnese, mit einem LDL-Cholesterinspiegel ≤4.14 mmol/l (160 mg/dl) und

Triglyzeridwerten ≤6.78 mmol/l (600 mg/dl). Zusätzlich wiesen alle Patienten mindestens 1 der

folgenden Risikofaktoren auf: Hypertonie (80%), Rauchen (23%), Retinopathie (30%),

Mikroalbuminurie (9%) oder Makroalbuminurie (3%).

In der randomisierten, multizentrischen und placebo-kontrollierten Doppelblindstudie erhielten die

Patienten entweder 10 mg Atorvastatin täglich (n=1'428) oder Placebo (n=1'410) über einen mittleren

Zeitraum von 3.9 Jahren. Aufgrund des vorzeitig festgestellten, signifikanten Nutzens der

Atorvastatin-Behandlung in Bezug auf den primären Endpunkt wurde die CARDS-Studie 2 Jahre

früher als geplant beendet.

Die absolute und relative Risikoreduktion durch Atorvastatin fällt wie folgt aus:

Ereignis

Relative Risiko-

reduktion (%)

Anzahl der

Ereignisse

(Atorvastatin

vs. Placebo)

Absolute Risiko-

reduktion1

p-Wert

Schwere kardiovaskuläre Ereignisse

(tödlicher u. nicht tödlicher akuter

Myokardinfarkt, stummer

Myokardinfarkt, plötzlicher

koronarer Herztod, instabile Angina

pectoris, aortokoronarer Bypass,

PTCA, Revaskularisation,

Schlaganfall)

83 vs. 127

3.2%

0.0010

Myokardinfarkt (tödlicher u. nicht

tödlicher akuter Myokardinfarkt,

stummer Myokardinfarkt)

38 vs. 64

1.9%

0.0070

Schlaganfälle (tödlich u. nicht

tödlich)

21 vs. 39

1.3%

0.0163

1 Basierend auf der Differenz der Ereignisraten (Rohdaten) über den medianen

Nachuntersuchungszeitraum von 3.9 Jahren.

PTCA = Perkutane transluminale koronare Angioplastie.

Für unterschiedliche Behandlungseffekte aufgrund des Geschlechts, des Alters oder des Ausgangs-

LDL-Cholesterinspiegels der Patienten gab es keinerlei Hinweise.

Für die Gesamtmortalität wurde eine relative Risikoreduktion von 27% beobachtet (82 Todesfälle in

der Placebogruppe verglichen mit 61 Todesfällen im Behandlungsarm; p=0.0592).

Die Gesamtinzidenz unerwünschter Ereignisse oder schwerwiegender unerwünschter Ereignisse war

zwischen den Behandlungsgruppen vergleichbar.

Rezidivierender Schlaganfall

In der Stroke Prevention by Aggressive Reduction in Cholesterol Levels (SPARCL)-Studie wurde

die Wirkung einer täglichen Gabe von Atorvastatin 80 mg oder Placebo auf das Auftreten eines

Schlaganfalls bei 4731 Patienten evaluiert, welche innerhalb der 6 vorangegangenen Monate einen

Insult oder eine TIA erlitten hatten und anamnestisch keine bekannte KHK aufwiesen. 60% der

Patienten waren Männer. Das Alter lag bei 21-92 Jahre (Durchschnittsalter 63 Jahre) und der

durchschnittliche Ausgangswert des LDL-Cholesterins bei 133 mg/dl (3.4 mmol/l). Der mittlere

LDL-C-Wert betrug während der Behandlung mit Atorvastatin 73 mg/dl (1.9 mmol/l) und 129 mg/dl

(3.3 mmol/l) unter Placebo. Die durchschnittliche Nachbeobachtungsdauer (follow-up) lag bei 4.9

Jahren.

Atorvastatin 80 mg reduzierte das Risiko des primären Endpunktes tödlicher oder nicht tödlicher

Schlaganfall im Vergleich zu Placebo um 15% (HR 0.85; 95% KI, 0.72-1.00; p=0.05 oder nach

Anpassung an die Baseline-Faktoren 0.84; 95% CI, 0.71-0.99; p=0.03). Die allgemeine Mortalität

(alle Ursachen) lag unter Atorvastatin bei 9.1% (216/2365) im Vergleich zu 8.9% (211/2366) unter

Placebo.

In einer Post-hoc-Analyse senkte Atorvastatin 80 mg im Vergleich zu Placebo die Inzidenz eines

ischämischen Schlaganfalles (218/2'365, 9.2% vs. 274/2'366, 11.6%, p=0.01) und erhöhte die

Inzidenz eines hämorrhagischen Insults (55/2'365, 2.3% vs. 33/2'366, 1.4%, p=0.02).

Das Risiko eines hämorrhagischen Insults war bei solchen Patienten erhöht, die bereits vor

Studienaufnahme einen hämorrhagischen Insult erlitten hatten (7/45 unter Atorvastatin versus 2/48

unter Placebo; HR 4.06; 95% CI, 0.84-19.57). Das Risiko hinsichtlich eines ischämischen Insults war

zwischen beiden Gruppen vergleichbar (3/45 unter Atorvastatin versus 2/48 unter Placebo; HR 1.64;

95% CI, 0.27-9.82).

Das Risiko eines hämorrhagischen Insults war bei solchen Patienten erhöht, die bereits vor

Studienaufnahme einen lakunären Insult erlitten hatten (20/708 unter Atorvastatin versus 4/701 unter

Placebo; HR 4.99; 95% CI, 1.71-14.61). Allerdings war auch bei diesen Patienten das Risiko eines

ischämischen Insults gesenkt worden (79/708 unter Atorvastatin versus 102/701 unter Placebo; HR

0.76; 95% CI, 0.57-1.02). Es ist jedoch möglich, dass das Nettorisiko für einen Schlaganfall bei

Patienten mit einem vorangegangenen lakunären Insult durch die Einnahme von Atorvastatin

80 mg/d erhöht wird.

Die Gesamtmortalität unter Atorvastatin lag bei 15.6% (7/45) im Vergleich zu 10.4% (5/48) in der

Subgruppe der Patienten mit vorangegangenem hämorrhagischen Insult. In der Subgruppe der

Patienten mit vorangegangenem lakunären Insult lag die Gesamtmortalität unter Atorvastatin bei

10.9% (77/708) verglichen mit 9.1% (64/701) unter Placebo.

Pharmakokinetik

Absorption

Atorvastatin wird nach oraler Einnahme rasch absorbiert; maximale Plasmaspiegel werden nach 1-2

Stunden erreicht. Das Ausmass der Absorption steigt proportional mit der Wirkstoffdosis an. Die

absolute Bioverfügbarkeit von Atorvastatin beträgt ca. 14% und die systemisch verfügbaren aktiven

Formen betragen ca. 30%. Die geringe systemische Verfügbarkeit wird der präsystemischen

Clearance in der gastrointestinalen Mucosa und/oder einem First-Pass-Metabolismus in der Leber

zugeschrieben. Die Nahrung hat keinen Einfluss auf die Resorption.

Distribution

Das mittlere Verteilungsvolumen von Atorvastatin beträgt ca. 381 l. Atorvastatin wird zu ≥98% an

Plasmaproteine gebunden.

Metabolismus

Atorvastatin wird von Cytochrom P450 3A4 zu ortho- und parahydroxylierten Derivaten und

verschiedenen beta-Oxidationsprodukten metabolisiert. In vitro ist die Hemmung der HMG-CoA-

Reduktase durch ortho- und parahydroxylierte Metaboliten und durch Atorvastatin äquivalent.

Annähernd 70% der zirkulierenden Hemmaktivität für die HMG-CoA-Reduktase wird den aktiven

Metaboliten zugeschrieben.

Elimination

Atorvastatin wird nach hepatischer und/oder extrahepatischer Umwandlung hauptsächlich über die

Galle eliminiert. Jedoch scheint der Wirkstoff keinem signifikanten enterohepatischen Kreislauf zu

unterliegen.

Die mittlere Plasma-Eliminations-Halbwertszeit von Atorvastatin beträgt beim Menschen ca. 14

Stunden. Die Halbwertszeit für die HMG-CoA-Reduktase-Hemmaktivität beträgt annähernd 20 bis

30 Stunden. Dies wird auf den Beitrag der langlebigen aktiven Metaboliten zurückgeführt. Weniger

als 2% einer Atorvastatin-Dosis wird nach oraler Gabe im Urin wiedergefunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Menschen: Der Plasmaspiegel von Atorvastatin ist bei gesunden älteren Menschen, ≥65 Jahre,

höher als bei jungen Erwachsenen, während die Wirkung auf die Lipide bei älteren Patienten

vergleichbar zu der bei jungen Patienten ist.

Kinder: Pharmakokinetische Daten bei Kindern liegen nicht vor.

Geschlecht: Die Atorvastatinkonzentrationen unterscheiden sich bei Frauen (ungefähr 20% höherer

Cmax und 10% geringerer AUC-Wert) von denen bei Männern. Diese Unterschiede hatten keine

klinische Bedeutung, es resultierten daraus keine klinisch signifikanten Unterschiede in der Wirkung

auf die Lipide zwischen Männern und Frauen.

Niereninsuffizienz: Eine Erkrankung der Nieren hat keinen Einfluss auf den Plasmaspiegel von

Atorvastatin oder seine Wirkungen auf die Lipide.

Leberinsuffizienz: Plasmakonzentrationen von Atorvastatin sind deutlich erhöht (Cmax annähernd

16-fach und AUC annähernd 11-fach) bei Patienten mit chronisch alkoholischer Lebererkrankung

(Child-Pugh B).

Tabelle 2: Auswirkungen gleichzeitig verabreichter Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von

Atorvastatin

Gleichzeitig verabreichtes Arzneimittel und

Dosierung

Atorvastatin

Dosis (mg)

Verhältnis

AUC&

Verhältnis

Cmax&

# Ciclosporin 5.2 mg/kg/d, stabile Dosis

10 mg 1× tägl. für 28

Tage

10.7

# Tipranavir 500 mg 2× tägl./Ritonavir

200 mg 2× tägl., 7 Tage

10 mg als

Einmalgabe

# Telaprevir 750 mg alle 8 h, 10 Tage

20 mg als

Einmalgabe

10.6

# Boceprevir 800 mg 3× tägl., 7 Tage

40 mg als

Einmalgabe

# Lopinavir 400 mg 2× tägl./Ritonavir 100 mg

2× tägl., 14 Tage

20 mg 1× tägl. für 4

Tage

#‡ Saquinavir 400 mg 2× tägl./Ritonavir

400 mg 2× tägl., 15 Tage

40 mg 1× tägl. für 4

Tage

# Clarithromycin 500 mg 2× tägl., 9 Tage

80 mg 1× tägl. für 8

Tage

# Darunavir 300 mg 2× tägl./Ritonavir

100 mg 2× tägl., 9 Tage

10 mg 1× tägl. für 4

Tage

# Itraconazol 200 mg 1× tägl., 4 Tage

40 mg als

Einmalgabe

1.20

# Fosamprenavir 700 mg 2× tägl./Ritonavir

100 mg 2× tägl., 14 Tage

10 mg 1× tägl. für 4

Tage

# Fosamprenavir 1'400 mg 2× tägl., 14 Tage

10 mg 1× tägl. für 4

Tage

# Nelfinavir 1250 mg 2× tägl., 14 Tage

10 mg 1× tägl. für 28

Tage

1.74

#* Grapefruitsaft, 240 ml, einmal tägl.

40 mg als

Einmalgabe

1.37

1.16

Diltiazem 240 mg 1× tägl., 28 Tage

40 mg als

Einmalgabe

1.51

1.00

Erythromycin 500 mg 4× tägl., 7 Tage

10 mg als

Einmalgabe

1.33

1.38

Amlodipin 10 mg als Einmalgabe

80 mg als

Einmalgabe

1.18

0.91

Cimetidin 300 mg 4× tägl., 2 Wochen

10 mg 1× tägl. für 2

Wochen

1.00

0.89

Colestipol 10 g 2× tägl., 24 Wochen

40 mg 1× tägl. für 8

Wochen

0.74**

Maalox TC® 30 ml 4× tägl., 17 Tage

10 mg 1× tägl. für 15

Tage

0.66

0.67

Efavirenz 600 mg 1× tägl., 14 Tage

10 mg für 3 Tage

0.59

1.01

# Rifampicin 600 mg 1× tägl., 7 Tage

(gleichzeitige Verabreichung) †

40 mg als

Einmalgabe

1.12

# Rifampicin 600 mg 1× tägl., 5 Tage

(getrennte Verabreichung) †

40 mg als

Einmalgabe

0.20

0.60

# Gemfibrozil 600 mg 2× tägl., 7 Tage

40 mg als

Einmalgabe

1.35

1.00

# Fenofibrat 160 mg 1× tägl., 7 Tage

40 mg als

Einmalgabe

1.03

1.02

& Verhältnis zwischen der Komedikation und der Anwendung von Atorvastatin alleine.

# Zur klinischen Signifikanz siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen - Einfluss auf die

Muskulatur» und «Interaktionen».

* Bei übermässigem Grapefruitsaftkonsum (≥750 ml - 1.2 l täglich) wurde über stärkere Zunahmen

von AUC (Verhältnis AUC bis zu 2.5 und/oder Cmax (Verhältnis Cmax bis zu 1.71) berichtet.

** Verhältnis basierend auf einem Einzelwert, 8-16 h nach Dosierung.

† Bedingt durch den zweifachen Interaktionsmechanismus von Rifampicin, wird eine gleichzeitige

Einnahme von Atorvastatin mit Rifampicin empfohlen, da eine Einnahme von Atorvastatin nach

Rifampicin mit einer signifikanten Reduktion der Atorvastatin-Plasmakonzentrationen verbunden ist.

‡ Die in dieser Studie verwendete Dosis von Saquinavir plus Ritonavir entspricht nicht der klinisch

verwendeten Dosis. Die Zunahme der Atorvastatinwerte nach einer klinischen Dosierung ist

wahrscheinlich höher als die in dieser Studie beobachtete. Deshalb sollte die Anwendung mit

Vorsicht und mit der niedrigsten notwendigen Dosis erfolgen.

Tabelle 3: Auswirkungen von Atorvastatin auf die Pharmakokinetik gleichzeitig verabreichter

Arzneimittel

Atorvastatin

Gleichzeitig verabreichte Arzneimittel

Arzneimittel und Dosierung (mg)

Verhältnis

AUC&

Verhältnis

Cmax&

80 mg 1× tägl. für

15 Tage

Antipyrin, 600 mg als Einmalgabe

0.89

80 mg 1× tägl. für

10 Tage

Digoxin 0.25 mg 1× tägl., 20 Tage#

1.15

1.20

40 mg 1× tägl. für

22 Tage

Orale Kontrazeptiva 1× tägl., 2 Monate

·Norethindron 1 mg

1.28

1.23

·Ethinylestradiol 35 μg

1.19

1.30

10 mg als

Einmalgabe

Tipranavir 500 mg 2× tägl./Ritonavir 200 mg

2× tägl. für 7 Tage

1.08

0.96

10 mg 1× tägl. für 4

Fosamprenavir 1400 mg 2× tägl. für 14 Tage

0.73

0.82

Tage

10 mg 1× tägl. für 4

Tage

Fosamprenavir 700 mg 2× tägl./Ritonavir

100 mg 2× tägl. für 14 Tage

0.99

0.94

& Verhältnis zwischen der Komedikation und der Anwendung von Atorvastatin alleine.

# Zur klinischen Signifikanz siehe «Interaktionen».

Präklinische Daten

Kanzerogenität

Atorvastatin war bei Ratten nicht kanzerogen. Die getestete maximale Dosis war um das 63-fache

höher als die Höchstdosis beim Menschen (80 mg/d), bezogen auf mg/kg Körpergewicht, und um das

8- bis 16-fache höher, bezogen auf den AUC-Wert (0 bis 24), dem die Bestimmung der gesamten

Hemmungsaktivität zugrunde lag. In einer 2-Jahresstudie an Mäusen stieg die Inzidenz von

hepatozellulären Adenomen bei männlichen Versuchstieren und von hepatozellulärem Karzinom bei

weiblichen Versuchstieren in der Gruppe, die mit maximaler Dosis behandelt wurde, an, und die

maximale Dosis war um das 250-fache höher als die Höchstdosis beim Menschen, bezogen auf

mg/kg Körpergewicht. Die systemische Exposition war um das 6- bis 11-fache höher, bezogen auf

AUC (0 bis 24).

Mutagenität

Atorvastatin wies kein mutagenes oder clastogenes Potenzial in vier In-vitro-Tests mit oder ohne

metabolischer Aktivierung sowie in einem In-vivo-Testsystem auf.

Reproduktionstoxizität

Fertilitätsstudien bei Tieren geben Hinweise, dass HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren die

Entwicklung des Embryos oder des Feten beeinflussen können. Atorvastatin beeinträchtigte die

postnatale Lebensfähigkeit und das Wachstum von jungen Ratten, wenn die Substanz den

Muttertieren in Dosierungen oberhalb von 20 mg/kg/d verabreicht wurde (entspricht der klinisch

systemischen Exposition).

In Tierversuchen zur Untersuchung der Entwicklung des Embryos und des Feten hatte Atorvastatin

in Dosen bis zu 175 bzw. 225 mg/kg/d keinen Einfluss auf die Fertilität männlicher und weiblicher

Tiere und war nicht teratogen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

54085 (Swissmedic).

Packungen

Filmtabletten zu 10 mg: 30 und 100. [B]

Filmtabletten zu 20 mg (teilbar): 30 und 100. [B]

Filmtabletten zu 40 mg (teilbar): 30 und 100. [B]

Filmtabletten zu 80 mg (teilbar): 30 und 100. [B]

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

April 2018.

LLD V015

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