Somatuline Autogel 120 mg Injektionslösung

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-01-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
lanreotidum
Verfügbar ab:
Future Health Pharma GmbH
ATC-Code:
H01CB03
INN (Internationale Bezeichnung):
lanreotidum
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
lanreotidum 120 mg bis lanreotidi acetas, Wasser ad iniectabilia q.s. die Lösung für 488 mg, bei Glas.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Biotechnologika
Therapiebereich:
Das Somatostatin-Analogon
Zulassungsnummer:
56148
Berechtigungsdatum:
2004-07-15

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-01-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-01-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

18-05-2021

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden, und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Somatuline Autogelâ 60 mg / 90 mg / 120 mg

Injektionslösung in einer Fertigspritze

Was ist Somatuline Autogel und wann wird es angewendet?

Was ist Somatuline Autogel und wofür wird es angewendet?

Somatuline Autogel enthält den Wirkstoff Lanreotid.

Der Wirkstoff Lanreotid gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als „wachstumshemmende

Hormone“ bezeichnet werden.

Lanreotid senkt im Körper die Menge an Hormonen, wie z. B. Wachstumshormon (GH) und Insulin-

ähnlichem-Wachstumsfaktor 1 (IGF-1), und hemmt die Freisetzung einiger Hormone im Magen-

Darm-Trakt sowie die Sekretion im Darm. Des Weiteren wirkt es auf einige fortgeschrittene Tumore

des Darms und der Bauchspeicheldrüse (sogenannte neuroendokrine Tumore), indem es deren

Wachstum stoppt oder verlangsamt.

Wann Somatuline Autogel angewendet wird

Somatuline Autogel wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet:

·Zur Behandlung von Akromegalie (übermässiges Grössenwachstum von Ohren, Nase, Kinn,

Fingern, Füssen) nach einer Operation und/oder Strahlentherapie oder wenn eine Operation und/oder

Strahlentherapie nicht angewendet werden kann.

·Zur Behandlung von Symptomen wie z. B. Hitzewallungen und Diarrhoe, die manchmal bei

Patienten mit neuroendokrinen (insbesondere karzinoiden) Tumoren auftreten.

·Zur Behandlung einiger fortgeschrittener Tumore des Darms und der Bauchspeicheldrüse, die als

gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumore oder GEP-NET bezeichnet werden. Die

Anwendung erfolgt bei erwachsenen Patienten, wenn diese Tumore nicht operativ entfernt werden

können.

Wann darf Somatuline Autogel nicht eingenommen / angewendet werden?

Somatuline Autogel darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Lanreotid, Somatostatin oder ein mit Somatostatin

verwandtes Eiweiss oder einen der Hilfsstoffe von Somatuline Autogel sind.

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Somatuline Autogel Vorsicht geboten?

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Somatuline Autogel ist erforderlich, wenn

·Sie Diabetiker sind, da Lanreotid einen Einfluss auf Ihren Blutzuckerspiegel haben kann. Während

der Anwendung von Somatuline Autogel wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin möglicherweise Ihren

Blutzuckerspiegel kontrollieren und Ihre Diabetesbehandlung anpassen.

·Sie Gallensteine haben, da Lanreotid zur Bildung von Gallensteinen führen kann. Es kann daher

nötig sein, dass Ihre Gallenblase und Ihre Bauchspeicheldrüse regelmässig überwacht werden. Ihr

Arzt kann entscheiden, die Behandlung mit Lanreotid zu beenden, wenn bei Ihnen Komplikationen

aufgrund von Gallensteinen auftreten.

·Sie Schilddrüsenprobleme haben, da Lanreotid Ihre Schilddrüsenfunktion leicht herabsetzen kann.

·Sie Herzerkrankungen haben, da unter Lanreotid-Behandlung Sinusbradykardie (verlangsamter

Herzschlag) auftreten kann. Bei Patienten mit Bradykardie (Herzrhythmusstörung) ist zu Beginn der

Behandlung mit Somatuline Autogel besondere Vorsicht geboten.

Wenn einer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft, sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker

bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin sprechen, bevor Sie Somatuline Autogel anwenden.

Anwendung von Somatuline Autogel zusammen mit anderen Arzneimitteln

Es kann sein, dass sich Arzneimittel gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen.

Besondere Vorsicht ist erforderlich bei gleichzeitiger Anwendung mit:

·Ciclosporin (ein Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems, z. B. nach Transplantation

oder bei Autoimmunerkrankung).

·Bromocriptin (Dopaminagonist zur Behandlung von bestimmten Hirntumorarten und von Parkinson

oder zum Abstillen).

·Bradykardie verursachenden Arzneimitteln (Arzneimittel, die den Herzschlag herabsetzen, z. B.

Betablocker).

Bei gleichzeitiger Anwendung solcher Arzneimittel wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

Dosisanpassungen in Erwägung ziehen.

Fahrtüchtigkeit und Bedienen von Maschinen

Bei der Behandlung mit Somatuline Autogel können Nebenwirkungen wie Schwindel auftreten.

Wenn Sie davon betroffen sind, sollten Sie keine Fahrzeuge lenken oder Werkzeuge bzw. Maschinen

bedienen.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen.

Darf Somatuline Autogel während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen /

angewendet werden?

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin sofort mit, wenn Sie schwanger sind, wenn Sie vermuten,

dass Sie schwanger sind oder wenn Sie stillen. In diesen Fällen sollte Somatuline Autogel nur

angewendet werden, wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin dies für eindeutig erforderlich hält.

Wie verwenden Sie Somatuline Autogel?

Wenden Sie Somatuline Autogel immer genau nach Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin an. Bitte

fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin nach, wenn Sie sich

nicht ganz sicher sind.

Die Anwendung und Sicherheit von Somatuline Autogel bei Kindern ist bisher nicht geprüft worden.

Behandlung von Akromegalie und Symptomen bei neuroendokrinen Tumoren

Die empfohlene Dosis ist eine Injektion alle 28 Tage. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann die Dosis Ihrer

Injektionen mittels der drei Wirkungsstärken von Somatuline Autogel (60 mg, 90 mg oder 120 mg)

anpassen.

Wenn Sie gut auf ein Somatostatin-Analogon oder auf Somatuline Autogel 60 mg bzw. 90 mg

eingestellt sind, kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihre Behandlung auf Somatuline Autogel 120 mg

umstellen, wodurch die Häufigkeit der Injektionen auf alle 56 bzw. alle 42 Tage reduziert wird.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheidet auch über die Dauer Ihrer Behandlung und die damit

verbundenen Kontrollen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Behandlung fortgeschrittener Tumore des Darms und der Bauchspeicheldrüse, die als

gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumore oder GEP-NET bezeichnet werden

Die empfohlene Dosis beträgt 120 mg alle 28 Tage. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird entscheiden, wie

lange Sie mit Somatuline Autogel behandelt werden sollten, um den Tumor zu kontrollieren.

Art der Anwendung

Somatuline Autogel sollte tief unter die Haut injiziert werden.

Die Injektion sollte vom medizinischen Fachpersonal oder einer Bezugsperson (z. B.

Familienmitglied oder Freund/in) oder von Ihnen selbst nach entsprechender Schulung durch das

medizinische Fachpersonal vorgenommen werden.

Die Entscheidung, ob die Injektion selbst oder durch eine entsprechend unterwiesene Person

vorgenommen werden kann, liegt bei Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin. Wenn Sie Zweifel haben, wie

diese Injektion durchzuführen ist, wenden Sie sich bitte jederzeit an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder

das medizinische Fachpersonal, um beraten oder weiter trainiert zu werden.

Wenn die Injektion durch medizinisches Fachpersonal bzw. von einer entsprechend unterwiesenen

Person (z. B. Familienmitglied oder Freund/in) vorgenommen wird, erfolgt die Injektion in das obere

äussere Viertel des Gesässes oder in den oberen Abschnitt der Oberschenkelaussenseite (siehe

Abbildung 5a und 5b).

Wenn Sie sich Somatuline Autogel nach einem angemessenen Training selbst injizieren, sollte die

Injektion in den oberen Abschnitt der Oberschenkelaussenseite (siehe Abbildung 5b) erfolgen.

Siehe „Anwendungshinweise“ am Ende dieser Packungsbeilage!

Wenn Sie Somatuline Autogel häufiger angewendet haben, als Sie sollten

Wenn Sie Somatuline Autogel häufiger injiziert haben als empfohlen, wenden Sie sich bitte an Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Wenn Sie sich zu viel Somatuline Autogel injiziert haben oder Ihnen zu viel verabreicht wurde,

können zusätzliche oder schwerwiegendere Nebenwirkungen auftreten (siehe Abschnitt „Welche

Nebenwirkungen kann Somatuline Autogel haben?“).

Wenn Sie die Anwendung von Somatuline Autogel vergessen haben

Sobald Sie feststellen, dass Sie eine Injektion vergessen haben, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung. Er/sie wird Ihnen den Zeitpunkt Ihrer nächsten Injektion nennen.

Verabreichen Sie sich keine zusätzlichen Injektionen, um eine versäumte Injektion nachzuholen,

ohne dies vorher mit Ihrem Arzt besprochen zu haben.

Wenn Sie die Anwendung von Somatuline Autogel abbrechen

Eine Unterbrechung für mehr als eine Dosis oder eine vorzeitige Beendigung der Behandlung mit

Somatuline Autogel kann den Erfolg der Behandlung beeinträchtigen. Wenden Sie sich bitte an Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor Sie die Behandlung abbrechen.

Welche Nebenwirkungen kann Somatuline Autogel haben?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen

bemerken:

·Verstärktes Gefühl von Durst und Müdigkeit sowie Auftreten von Mundtrockenheit - dies können

Anzeichen dafür sein, dass Sie einen hohen Blutzuckerspiegel haben oder einen Diabetes entwickeln.

·Verstärktes Gefühl von Hunger, Zittern, Schwitzen oder Verwirrtheit - dies können Anzeichen für

einen niedrigen Blutzuckerspiegel sein.

Diese Nebenwirkungen treten häufig auf. Sie können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen.

Informieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn

·Ihr Gesicht rot oder geschwollen wird oder sich Flecken oder ein Hautausschlag bilden.

·Ihre Brust sich eng anfühlt, Sie kurzatmig werden oder keuchen.

·Sie sich schwach fühlen, möglicherweise als Folge eines Blutdruckabfalls.

Die oben genannten Symptome können auf eine allergische Reaktion hinweisen.

Diese Nebenwirkungen treten selten auf. Sie können bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen.

Andere Nebenwirkungen

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie eine der

folgenden Nebenwirkungen bemerken.

Die am häufigsten zu erwartenden Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden, Probleme mit

der Gallenblase und Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Knötchen, Verhärtung).

Mögliche Nebenwirkungen von Somatuline Autogel sind entsprechend ihren Häufigkeiten

nachstehend aufgeführt.

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

·Durchfall, Schmerzen im Bauchraum

·Gallensteine und andere Probleme mit der Gallenblase. Sie können Symptome wie schwere und

plötzlich auftretende Bauchschmerzen, hohes Fieber, Gelbsucht (gelbliche Verfärbung der Haut und

des weissen Teils der Augen), Schüttelfrost, Appetitlosigkeit und juckende Haut haben.

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

·Gewichtsverlust

·Langsamer Herzschlag

·Schwindel, Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit

·Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Blähungen, Bauchblähung oder Bauchbeschwerden,

Verdauungsstörungen, übermässiger Fettanteil im Stuhl

·Haarverlust oder spärlicher Körperhaarwuchs

·Verringerter Appetit, Änderungen im Blutzuckerspiegel, Diabetes mellitus

·Schwächegefühl, Müdigkeit

·Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Verdickung, Verhärtung, Knötchen, Juckreiz)

·Vergrösserung der Gallenblase.

·Schmerzen, die sich auf Muskeln, Bänder, Sehnen und Knochen auswirken

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

·Änderung der Farbe des Stuhls

·Allergische Hautreaktionen

·Hitzewallungen

·Entzündung oder Infektion der Gallenblase. Sie können Symptome wie plötzlich auftretende starke

Schmerzen im rechten oberen oder mittleren Bauchbereich, der auf die Schultern oder den Rücken

abstrahlen kann, verhärteter Bauch, Übelkeit, Erbrechen, Gelbfärbung der Haut und Augen

(Gelbsucht), hohes Fieber und Schüttelfrost haben.

·Schlafstörungen

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10‘000 Anwendern)

·Plötzliche, schwere Schmerzen im Unterleib - diese können Anzeichen einer entzündeten

Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) sein.

·Abszess an der Injektionsstelle, der sich beim Drücken flüssigkeitsgefüllt anfühlen kann (Rötung,

Schmerz, Wärme und Schwellung, die mit Fieber verbunden sein können).

Nicht bekannt (Häufigkeit kann anhand der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden)

·Bauchschmerzen im oberen, rechten Bereich, Fieber, Schüttelfrost, Gelbfärbung der Haut und

Augen (Gelbsucht), Übelkeit, Erbrechen, heller (lehmfarbiger) Stuhl, dunkler Urin, Müdigkeit – dies

können Anzeichen einer Entzündung des Gallengangs sein (Cholangitis).

Lanreotid kann Ihren Blutzuckerspiegel verändern, deshalb wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

möglicherweise, insbesondere bei Behandlungsbeginn, Ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren.

Bei dieser Art von Arzneimittel können Probleme mit der Gallenblase auftreten, deshalb wird Ihr

Arzt bzw. Ihre Ärztin möglicherweise, bei Behandlungsbeginn mit Somatuline Autogel und danach

in regelmässigen Abständen, auch Ihre Gallenblase überwachen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin,

Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf den Etiketten und der Faltschachtel mit „Exp:“

bezeichneten Datum verwendet werden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

Monats.

Lagerungshinweis

Im Kühlschrank (2 - 8°C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. In der

Originalverpackung lagern, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nach einer ersten Entnahme aus dem Kühlschrank, kann das Produkt im versiegelten Beutel zur

weiteren Lagerung und Anwendung noch zweimal in den Kühlschrank zurückgelegt werden. Dabei

darf das Produkt nach Entnahme aus dem Kühlschrank nicht länger als insgesamt 24 Stunden

unterhalb 40°C gelagert werden.

Jede Fertigspritze ist einzeln verpackt.

Entsorgen Sie das Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker

oder Ihre Apothekerin, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Somatuline Autogel enthalten?

Somatuline Autogel ist eine dickflüssige Injektionslösung in einer Fertigspritze, die mit einem

automatischen Sicherheitssystem ausgestattet ist. Die dickflüssige Lösung ist weiss bis blassgelb. Die

Fertigspritze ist mit einem Etikett mit der Aufschrift „Lanreotide 60 mg bzw. 90 mg bzw. 120 mg“

beschriftet.

Jede Fertigspritze ist in einem beschichteten Beutel und einer Faltschachtel verpackt.

Wirkstoffe

Der Wirkstoff ist Lanreotid (60 mg, 90 mg oder 120 mg).

Hilfsstoffe

Die Hilfsstoffe sind Wasser für Injektionszwecke und Eisessig (zur pH-Einstellung).

Zulassungsnummer

56148 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Somatuline Autogel? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Somatuline Autogel ist in einer Faltschachtel mit einer Einzeldosis von 60 mg / 90 mg / 120 mg in

einer 0,5 ml-Fertigspritze mit automatischem Sicherheitssystem und Injektionsnadel (1,2 mm x

20 mm) erhältlich.

Zulassungsinhaberin

Future Health Pharma GmbH, 8620 Wetzikon ZH

Herstellerin

Ipsen Pharma Biotech SAS, F-83870 Signes

Diese Packungsbeilage wurde im Januar 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Anwendungshinweise:

Achtung: Bitte lesen Sie die folgenden Hinweise zur Anwendung sorgfältig durch, bevor Sie die

Injektion durchführen. Die Injektion ist eine Injektion tief unter die Haut die eine spezielle Technik,

die sich von der normalen Injektion unter die Haut unterscheidet, erfordert.

Die folgenden Hinweise erklären, wie Somatuline Autogel injiziert wird.

Somatuline Autogel wird in einer Fertigspritze mit automatischem Sicherheitssystem geliefert. Die

Nadel wird nach vollständiger Verabreichung des Arzneimittels automatisch zurückgezogen, um

Nadelstichverletzungen zu verhindern.

1.Nehmen Sie Somatuline Autogel 30 Minuten vor Anwendung aus dem Kühlschrank; die Injektion

von „kaltem“ Arzneimittel könnte schmerzhaft sein.

Lassen Sie den beschichteten Beutel bis unmittelbar vor der Injektion verschlossen.

2.Achtung: Überprüfen Sie vor dem Öffnen des Beutels, dass dieser unbeschädigt und das

Verfalldatum des Arzneimittels nicht überschritten ist.

Sie dürfen die Fertigspritze nicht anwenden, wenn

·die Fertigspritze fallen gelassen oder beschädigt wurde oder die Fertigspritze bzw. der Beutel

anderweitig beschädigt sind.

·das angegebene Verfalldatum für das Arzneimittel überschritten ist; das Verfalldatum ist auf dem

Umkarton und Beutel angegeben.

Wenn einer der oben genannten Punkte zutrifft, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre

Ärztin oder Apothekerin kontaktieren.

3. Waschen Sie Ihre Hände mit Seife.

4. Reissen Sie den Beutel entlang der gestrichelten Linie auf und entnehmen Sie die Fertigspritze.

Der Inhalt der Fertigspritze ist eine dickflüssige Formulierung mit gelartigem Aussehen, mit

viskosen Eigenschaften und einer Farbe, die von weiss bis blassgelb variiert. Die übersättigte Lösung

kann auch Mikroblasen enthalten, die sich während der Injektion auflösen können. Diese

Unterschiede sind normal und beeinträchtigen die Produktqualität nicht.

Nachdem der schützende, beschichtete Beutel geöffnet wurde, sollte das Produkt sofort angewendet

werden.

5. Wählen Sie eine Injektionsstelle:

5a. Wenn medizinisches Fachpersonal oder eine entsprechend unterwiesene Person (z. B.

Familienmitglied oder Freund/in) die Injektion vornehmen: Anwendung im oberen äusseren Viertel

des Gesässes oder im oberen Abschnitt der Oberschenkelaussenseite (Abb. 5a und 5b).

5b. Wenn Sie sich selbst injizieren: Anwendung im oberen Abschnitt der Oberschenkelaussenseite

(Abb 5b).

Folgeinjektionen von Somatuline Autogel sollten abwechselnd in die rechte oder linke Seite

erfolgen. Vermeiden Sie Bereiche mit Muttermalen, Narbengewebe, geröteter Haut oder Hautstellen,

die sich uneben anfühlen.

6. Reinigen Sie die Injektionsstelle.

7. Entnehmen Sie die Fertigspritze vor Injektion aus der Schale. Entsorgen Sie die Schale.

8. Entfernen Sie die Nadelkappe durch Abziehen und verwerfen Sie diese.

9. Halten Sie die Haut um den Injektionsbereich flach, indem Sie mit Daumen und Zeigefinger der

Hand, die nicht die Fertigspritze hält, die Haut dehnen. Die Haut nicht zusammendrücken. Führen

Sie eine kräftige, geradlinige Bewegung (wie bei einem Wurfpfeil) aus, um die Nadel zügig und in

der gesamten Länge, senkrecht zur Haut (90-Grad-Winkel) einzuführen.

Es ist sehr wichtig, dass Sie die Nadel vollständig einführen. Wenn die Nadel vollständig eingeführt

ist, sollte sie nicht mehr zu sehen sein.

Nicht aspirieren (den Kolben der Spritze nicht zurückziehen).

Fachinformation

Somatuline Autogel® 60 mg / 90 mg / 120 mg

Injektionslösung in einer Fertigspritze

Zusammensetzung

Wirkstoff: Lanreotid, als Acetat

Hilfsstoffe: Wasser für Injektionszwecke, Eisessig (zur pH-Einstellung)

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung in einer Fertigspritze

Weisse bis blassgelbe, viskose, übersättigte Lösung

60 mg, 90 mg, 120 mg Lanreotid, als Acetat

Jede Fertigspritze enthält eine übersättigte Lanreotidacetatlösung entsprechend einer Konzentration

von 0,246 mg Lanreotidbase/mg Lösung, so dass eine Menge von 60 mg, 90 mg bzw. 120 mg

Lanreotid pro Injektion gewährleistet ist.

Indikationen / Anwendungsmöglichkeiten

Somatuline Autogel wird angewendet zur

·Behandlung der Akromegalie bei Patienten, bei denen eine chirurgische Behandlung und/oder eine

Radiotherapie keine Normalisierung der Wachstumshormonsekretion bringt oder nicht angewendet

werden kann.

·Behandlung von Symptomen bei neuroendokrinen (insbesondere karzinoiden) Tumoren.

·Behandlung von gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren (GEP-NET G1 und einer

Teilgruppe G2 (Ki67-Index bis zu 10 %)) mit Ursprung im Mitteldarm, Pankreas oder unbekannter

Primärlokalisation (Enddarm ausgeschlossen) bei erwachsenen Patienten mit inoperabler, lokal

fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung.

Dosierung / Anwendung

Dosierung

Akromegalie

Für Patienten, die erstmals mit einem Somatostatin-Analogon behandelt werden, wird eine

Anfangsdosis von 60 mg Somatuline Autogel alle 28 Tage empfohlen.

Danach sollte die Dosis je nach Ansprechen des Patienten (beurteilt anhand der Besserung der

Symptome und/oder einer Reduktion der GH- und/oder IGF-1-Spiegel) angepasst werden.

Wenn die gewünschte therapeutische Wirkung nach 3 Monaten nicht erreicht wird, kann die Dosis

erhöht werden. Als Maximaldosis werden 120 mg Somatuline Autogel alle 28 Tage empfohlen.

Wenn eine vollständige therapeutische Wirkung erreicht wurde (GH-Spiegel unter 1 ng/ml, normaler

IGF-1-Spiegel und/oder Verschwinden der Symptome) kann die Dosis verringert werden.

Patienten, die gut auf ein Somatostatin-Analogon eingestellt sind, können mit Somatuline Autogel

120 mg alle 42 oder 56 Tage behandelt werden.

Zum Beispiel können Patienten, die gut auf Somatuline Autogel 60 mg alle 28 Tage eingestellt sind,

mit Somatuline Autogel 120 mg alle 56 Tage behandelt werden und Patienten, die gut auf

Somatuline Autogel 90 mg alle 28 Tage eingestellt sind, mit Somatuline Autogel 120 mg alle 42

Tage behandelt werden.

Es sollte eine Langzeitüberwachung der Symptome, der GH- und IGF-1-Spiegel durchgeführt

werden, soweit klinisch angezeigt. Die Grösse des Tumors ist mittels radiologischer Untersuchungen

der Hypophyse regelmässig zu überprüfen.

Symptome bei neuroendokrinen Tumoren

Für Patienten, die erstmals mit einem Somatostatin-Analogon behandelt werden, wird eine

Anfangsdosis von 60 mg Somatuline Autogel alle 28 Tage empfohlen.

Danach sollte die Dosis je nach Besserung der Symptome angepasst werden. Als Maximaldosis

werden 120 mg Somatuline Autogel alle 28 Tage empfohlen.

Patienten, die gut auf ein Somatostatin-Analogon eingestellt sind, können mit Somatuline Autogel

120 mg alle 42 oder 56 Tage behandelt werden.

Zum Beispiel können Patienten, die gut auf Somatuline Autogel 60 mg alle 28 Tage eingestellt sind,

mit Somatuline Autogel 120 mg alle 56 Tage behandelt werden und Patienten, die gut auf

Somatuline Autogel 90 mg alle 28 Tage eingestellt sind, mit Somatuline Autogel 120 mg alle 42

Tage behandelt werden.

Es sollte eine enge Überwachung der Symptome durchgeführt werden, wenn die Behandlung auf das

verlängerte Dosierungsintervall umgestellt wird.

Gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumore (GEP-NET)

Das empfohlene Dosierungsintervall ist eine Injektion Somatuline Autogel 120 mg alle 28 Tage. Zur

Tumorkontrolle sollte die Behandlung mit Somatuline Autogel solange wie nötig fortgesetzt werden.

Nieren-/Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit gestörter Nieren- oder Leberfunktion ist aufgrund der grossen therapeutischen

Breite von Lanreotid keine Anpassung der Dosierung erforderlich (siehe Abschnitt

Pharmakokinetik).

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist aufgrund der grossen therapeutischen Breite von Lanreotid keine Anpassung

der Dosierung erforderlich (siehe Abschnitt Pharmakokinetik).

Kinder und Jugendliche

Somatuline Autogel wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen mangels Daten zur

Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht empfohlen.

Art der Anwendung

Somatuline Autogel sollte vom medizinischen Fachpersonal tief subkutan in den oberen äusseren

Quadranten des Gesässes injiziert werden.

Patienten können sich nach einem angemessenen Training durch das medizinische Fachpersonal das

Arzneimittel selbst tief subkutan in den oberen Abschnitt der Oberschenkelaussenseite injizieren

oder von einer entsprechend unterwiesenen Person tief subkutan in den oberen äusseren Quadranten

des Gesässes verabreichen lassen.

Die Entscheidung, ob die Injektion durch den Patienten selbst oder eine entsprechend unterwiesene

Person verabreicht werden kann, liegt beim Arzt.

Unabhängig von der Injektionsstelle, sollte die Haut bei der Injektion nicht gefaltet werden und die

Injektionsnadel zügig in ihrer gesamten Länge, senkrecht zur Haut eingeführt werden.

Folgeinjektionen sollten abwechselnd in die rechte oder linke Seite erfolgen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Somatostatin oder ähnlichen Peptiden oder einem der Hilfsstoffe

gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Lanreotid kann die Motilität der Gallenblase verringern und zur Bildung von Gallensteinen führen,

daher sollten Patienten regelmässig diesbezüglich überwacht werden. Es empfiehlt sich eine

Ultraschall-Untersuchung der Gallenblase sowie eine Pankreasuntersuchung zu Beginn der

Behandlung und danach in 6-monatigen Intervallen (siehe Abschnitt Unerwünschte Wirkungen).

Pharmakologische Studien bei Tieren und Menschen zeigen, dass Lanreotid, wie Somatostatin und

andere Somatostatin-Analoga, die Insulin- und Glucagon-Sekretion hemmt. Daher kann bei

Patienten, die mit Lanreotid behandelt werden, Hypoglykämie oder Hyperglykämie auftreten. Der

Blutzuckerspiegel sollte zu Beginn der Lanreotid-Behandlung, oder wenn die Dosis verändert wird,

kontrolliert werden. Bei Diabetikern sollte die Diabetesbehandlung entsprechend angepasst werden.

Während der Lanreotid-Behandlung von Akromegalie-Patienten wurde ein leichtes Absinken der

Schilddrüsenfunktion beobachtet, wobei eine klinisch manifeste Hypothyreose selten ist. Falls

klinisch erforderlich, sollten Schilddrüsenfunktionstests durchgeführt werden.

Lanreotid kann bei Patienten ohne vorbestehendes Herzproblem zu einem Absinken der

Herzfrequenz führen, ohne notwendigerweise die Schwelle zur Bradykardie zu erreichen. Bei

Patienten, die bereits vor Beginn der Lanreotid-Behandlung an Herzerkrankungen leiden, kann eine

Sinusbradykardie auftreten. Bei Patienten mit Bradykardie ist zu Beginn der Lanreotid-Behandlung

Vorsicht geboten.

Interaktionen

Die pharmakologischen gastrointestinalen Wirkungen von Lanreotid können eine Reduktion der

intestinalen Aufnahme gleichzeitig angewendeter Arzneimittel einschliesslich Ciclosporin zur Folge

haben.

Die gleichzeitige Verabreichung von Ciclosporin mit Lanreotid kann die relative Bioverfügbarkeit

von Ciclosporin verringern, wodurch eine Anpassung der Ciclosporin-Dosis erforderlich sein kann,

um den Therapiespiegel aufrecht zu erhalten.

Wechselwirkungen mit Arzneimitteln mit hoher Plasmabindung sind aufgrund der mässigen Bindung

von Lanreotid an Serumproteine unwahrscheinlich.

Wenige publizierte Daten deuten an, dass eine gleichzeitige Gabe von Somatostatin-Analoga und

Bromocriptin die Bioverfügbarkeit von Bromocriptin erhöhen kann.

Die gleichzeitige Verabreichung von Bradykardie verursachenden Arzneimitteln (z. B. Beta-Blocker)

kann eine zusätzliche Wirkung auf die mit Lanreotid in Verbindung gebrachte geringe Herabsetzung

der Herzfrequenz haben. Bei gleichzeitiger Anwendung kann eine Dosisanpassung erforderlich sein.

Die wenigen verfügbaren publizierten Daten deuten an, dass Somatostatin-Analoga die metabolische

Clearance von Substanzen herabsetzen können, für die bekannt ist, dass sie von Cytochrom P450-

Enzymen metabolisiert werden. Dies kann mit der Unterdrückung des Wachstumshormons in

Zusammenhang stehen. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass Lanreotid diesen Effekt haben

könnte, müssen andere Arzneimittel, die im Wesentlichen über CYP3A4 metabolisiert werden und

die einen niedrigen therapeutischen Index besitzen (z. B. Chinidin, Terfenadin) mit Vorsicht

angewendet werden.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Studien ergaben keinen Befund von teratogenen Wirkungen im Zusammenhang

mit Lanreotid während der Organogenese. Verminderte Fertilität wurde bei weiblichen Ratten

aufgrund der Hemmung der GH-Ausschüttung bei Dosen höher als solchen, die beim Menschen bei

therapeutischer Dosierung erreicht werden können, beobachtet.

Daten einer begrenzten Anzahl von exponierten Schwangeren lassen nicht auf Nebenwirkungen von

Lanreotid auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des Fetus/Neugeborenen schliessen. Bislang

sind keine anderen epidemiologischen Daten verfügbar.

Da tierexperimentelle Reproduktionsstudien nicht immer aussagekräftig bezüglich des Ansprechens

beim Menschen sind, sollte bei Schwangeren Lanreotid nur angewendet werden, wenn dies eindeutig

erforderlich ist.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, dass dieses Arzneimittel in die Muttermilch übergeht.

Da viele Arzneimittel über die Muttermilch ausgeschieden werden, ist Vorsicht geboten, wenn

Lanreotid während der Stillzeit angewendet wird.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Obwohl kein Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen,

nachgewiesen wurde, wurde unter Anwendung von Somatuline Autogel über Schwindel berichtet.

Wenn ein Patient davon betroffen ist, sollte er keine Fahrzeuge lenken oder Maschinen bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen, die in klinischen Studien von Akromegalie- und GEP-NET-Patienten

unter Lanreotid-Behandlung berichtet wurden, werden unter der entsprechenden Systemorganklasse

gemäss folgenden Kategorien aufgeführt:

Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100); selten (³ 1/10.000, <

1/1.000).

Die am häufigsten beobachteten unerwünschten Wirkungen nach Behandlung mit Lanreotid sind

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (am häufigsten berichtet wurden: Diarrhoe (35,8 %

(Akromegalie), 19,3 % (GEP-NET) und abdominale Schmerzen (17,1 % (Akromegalie), 9 % (GEP-

NET), die gewöhnlich mild oder mässig und vorübergehend waren, Cholelithiasis (oft ohne

Symptome) (20,2 % (Akromegalie), 5,8 % (GEP-NET) und Reaktionen an der Injektionsstelle

(Schmerzen, Knötchen und Verhärtung).

Das Nebenwirkungsprofil ist für alle Indikationen ähnlich.

Systemorganklasse

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000,

< 1/100)

Selten

(³ 1/10.000,

< 1/1.000)

Infektionen und

parasitäre

Abszess an der

Injektionsstelle

Erkrankungen

Untersuchungen

ALAT erhöht*, ASAT

abnorm*, ALAT

abnorm*,

Bilirubinspiegel

erhöht*,

Blutzuckerspiegel

erhöht*, glykosyliertes

Hämoglobin erhöht*,

Gewichtsabnahme,

pankreatisches Enzym

erniedrigt**

ASAT erhöht*,

alkalische

Phosphatase

erhöht*,

Bilirubinspiegel

abnorm*,

Natriumspiegel

erniedrigt*

Herzerkrankungen

Sinusbradykardie*

Erkrankungen des

Nervensystems

Schwindel,

Kopfschmerzen,

Lethargie**

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Diarrhoe,

Schmerzen

im Bauch-

raum

Übelkeit, Erbrechen,

Verstopfung,

Flatulenz, abdominale

Distension,

abdominales

Unbehagen,

Dyspepsie,

Steatorrhoe**

Entfärbter Stuhl* Pankreatitis

Erkankungen der Haut

und des Unterhaut-

zellgewebes

Alopezie,

Hypotrichose*

Allergische

Hautreaktionen

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Hypoglykämie,

verringerter Appetit**,

Hyperglykämie,

Diabetes mellitus

Gefässerkrankungen

Hitzewallungen*

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Asthenie, Müdigkeit,

Reaktionen an der

Injektionsstelle

(Schmerzen,

Verdickung,

Verhärtung, Knötchen,

Pruritus)

Leber- und

Gallenerkrankungen

Cholelithiasis Biliäre Dilatation*

Cholezystitis

Psychiatrische

Insomnie*

Erkrankungen

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Schmerzen des

Bewegungs-

apparates**,

Myalgie**

Erkrankungen des

Immunsystems

Allergische

Reaktionen

(einschliesslich

Angioödem,

Anaphylaxie und

Überemp-

findlichkeit)

* Basiert auf Studien (Pool) mit Akromegalie-Patienten

** Basiert auf Studien (Pool) mit GEP-NET-Patienten

Überdosierung

Wenn eine Überdosierung auftritt, sollte sie symptomatisch behandelt werden.

Eigenschaften / Wirkungen

ATC-Code: H01CB03

Wirkungsmechanismus

Lanreotid ist ein Octapeptidanalogon des natürlichen Somatostatins. Wie Somatostatin ist Lanreotid

ein Hemmer verschiedener endokriner, neuroendokriner, exokriner und parakriner Funktionen.

Pharmakodynamik

Lanreotid zeigt eine gute Affinität für die peripheren (hypophysären und pankreatischen)

Somatostatinrezeptoren. Da seine Affinität für die zentralen Rezeptoren sehr viel geringer ist, weist

es sowohl bezüglich der Wachstumshormonsekretion als auch der Ausschüttung von

gastrointestinalen Hormonen eine hohe Wirkungsspezifität auf.

Lanreotid ist deutlich aktiver als das natürliche Somatostatin und weist eine wesentlich längere

Wirkungsdauer auf. Weiterhin verfügt es über eine höhere Selektivität auf die

Wachstumshormonsekretion als auf die Sekretion von Insulin und eignet sich somit zur Behandlung

der Akromegalie. Lanreotid besitzt eine hohe Bindungsaffinität zu den humanen Somatostatin-

Rezeptoren (SSTR) 2 und 5 und eine verminderte Bindungsaffinität zu den humanen Rezeptoren

SSTR 1, 3 und 4. Die Aktivität an den Rezeptoren 2 und 5 ist als der primäre Mechanismus für die

Hemmung der GH-Sekretion anzusehen.

Wie Somatostatin zeigt Lanreotid eine allgemeine exokrine antisekretorische Wirkung. Es hemmt die

Basalsekretion von Motilin, von GIP (gastric inhibitory peptide) und von pankreatischem Polypeptid,

hat jedoch keine bedeutenden Auswirkungen auf die Bindung von Sekretin oder die

Gastrinausscheidung. Zusätzlich senkt es die Spiegel an Serum-Chromogranin A und urinärem 5-

HIAA (5-Hydroxyindolessigsäure) in den meisten GEP-NET-Patienten mit erhöhten Spiegeln dieser

Laborwerte. Lanreotid hemmt den durch Mahlzeiten hervorgerufenen Anstieg des arteriellen

Blutflusses im oberen Mesenterium und des portalen venösen Blutflusses. Lanreotid senkt die durch

Prostaglandin E1 stimulierte Sekretion von Wasser, Natrium, Kalium und Chlorid im Dünndarm

deutlich. Bei Akromegalie-Patienten in der Langzeittherapie führt Lanreotid zur Senkung des

Prolaktinspiegels.

Klinische Wirksamkeit

Akromegalie

Es wurde eine offene multizentrische klinische Studie mit 133 Patienten durchgeführt, um die

Wirksamkeit dreier wiederholter tief subkutaner Verabreichungen von Somatuline Autogel (60 mg,

90 mg oder 120 mg) in konstanten Dosen bei Akromegalie-Patienten zu beurteilen, die zuvor mit

Somatuline L.P., der 30 mgMikropartikel-Darreichungsform mit verzögerter Wirkstofffreisetzung,

behandelt worden waren.

Diese Studie war als Switch Design-Studie geplant. In einer ersten Phase erhielten die Akromegalie-

Patienten die 30 mg-Mikropartikel-Formulierung in dem vor Eintritt in die Studie angewendeten

Dosierungsintervall. In einer zweiten Phase wurden diese Patienten auf Somatuline Autogel

umgestellt. In dieser Phase erhielten die Patienten drei Monate lang entweder Somatuline Autogel 60

mg, 90 mg oder 120 mg, abhängig vom jeweiligen Dosierungsintervall der in der ersten Phase

verabreichten 30 mg-Mikropartikel-Formulierung.

Die Lanreotid-Serum-Konzentrationen der Patienten am Ende des 3. Intervalls der Somatuline

Autogel-Verabreichung und am Ende des 4. Intervalls nach Verabreichung der 30 mg-Mikropartikel-

Formulierung betrugen 2,17 ± 0,92 µg/l (alle Wirkungsstärken kombiniert) bzw. 2,37 ± 1,13 µg/l.

Die Studie zeigt, dass die Wirksamkeit von Somatuline Autogel nach 3 Injektionen, die alle 28 Tage

erfolgten, nicht unter der Wirksamkeit der 30 mg-Mikropartikel-Formulierung (verabreicht alle 5 bis

16 Tage) nach 4 Injektionen liegt. Der Median des GH-Spiegels und der Median des IGF-1-Spiegels

waren am Ende des 3. Somatuline Autogel-Intervalls mit denen am Ende des 4. Intervalls der 30 mg-

Mikropartikel-Formulierung vergleichbar. Es wurde ein vergleichbares Sicherheitsprofil nach 3

Somatuline Autogel-Injektionen und nach 4 Injektionen der 30 mg-Mikropartikel-Formulierung

beobachtet.

In einer weiteren klinischen Studie bei 93 Patienten unter Behandlung mit der 30 mg-Mikropartikel-

Formulierung wurde eine Erweiterung des Dosierungsintervalls mit Somatuline Autogel unter

Kontrolle der GH- und IGF-1-Spiegel untersucht. Dabei wurden Patienten unter Behandlung mit der

30 mg-Mikropartikel-Formulierung alle 5 - 7 Tage auf Somatuline Autogel 120 mg alle 28 Tage,

Patienten unter Behandlung mit der 30 mg-Mikropartikel-Formulierung alle 8 - 11 Tage auf

Somatuline Autogel 120 mg alle 42 Tage, und Patienten unter Behandlung mit der 30 mg-

Mikropartikel-Formulierung alle 12 - 16 Tage auf Somatuline Autogel 120 mg alle 56 Tage

umgestellt. Dabei blieben die GH- und IGF-1-Werte stabil.

In einer unverblindeten Studie wurden 90 zuvor unbehandelte Patienten mit Akromegalie und

diagnostiziertem Makroadenom der Hypophyse mit Somatuline Autogel 120 mg alle 28 Tage über

48 Wochen behandelt. Patienten, für die voraussichtlich eine Hypophysen-Operation oder

Strahlentherapie während der Studiendauer erforderlich geworden wäre, waren von der Studie

ausgeschlossen.

Eine Reduktion des Tumorvolumens von ≥ 20 % wurde bei 63 % der Patienten (95 % CI: 52 % -73

%) beobachtet. In Woche 48, in der die mittlere prozentuale Reduktion des Tumorvolumens 26,8 %

betrug, waren die GH-Spiegel bei 77,8 % der Patienten unter 2,5 µg/l und die IGF-1-Spiegel bei

50 % der Patienten normalisiert. Normalisierte IGF-1-Spiegel kombiniert mit GH-Spiegeln unter

2,5 µg/l wurden bei 43,5 % der Patienten beobachtet. Die meisten Patienten berichteten über einen

deutlichen Rückgang der mit Akromegalie verbundenen Symptome wie Müdigkeit, übermässiges

Schwitzen, Gelenkschmerzen und Weichteilschwellung. Ab Woche 12 wurde eine frühe und

anhaltende Reduktion des Tumorvolumens sowie der GH- und IGF-1-Spiegel beobachtet.

Symptome bei neuroendokrinen Tumoren

In einer offenen multizentrischen Dosisanpassungsstudie wurden 55 Patienten mit neuroendokrinen

Tumoren einmal monatlich über 6 Monate mit Somatuline Autogel (60 mg, 90 mg oder 120 mg)

behandelt. Bei allen drei Wirkungsstärken konnte eine Reduktion der durch die neuroendokrinen

Tumoren bedingten Symptome Schwitzen und Durchfälle nachgewiesen werden. Eine kontrollierte

vergleichende Studie mit einem zugelassenen Präparat wurde nicht durchgeführt. In Studien mit

Somatuline waren nur wenige Patienten mit Symptomen eines anderen Tumors als demjenigen eines

Karzinoids eingeschlossen worden.

Gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumore (GEP-NET)

Eine auf 96 Wochen zeitlich festgelegte randomisierte, doppelblinde, multizentrische, Placebo-

kontrollierte Phase-III-Studie wurde mit Somatuline Autogel bei Patienten mit

gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren durchgeführt, um die antiproliferative

Wirkung von Lanreotid zu beurteilen.

Die Patienten wurden 1:1 randomisiert und erhielten entweder Somatuline Autogel 120 mg alle 28

Tage (n = 101) oder Placebo (n = 103). Die Randomisierung wurde zu Beginn der Behandlung auf

Basis früherer Therapien und des Vorhandenseins/Fehlens einer Progression (Baseline), die mittels

RECIST 1.0 (Response Evaluation Criteria In Solid Tumors) während der 3-6-monatigen Screening-

Phase bestimmt wurde, stratifiziert.

Die Patienten hatten metastasierte und/oder inoperable lokal fortgeschrittene Erkrankungen mit

histologisch bestätigten, gut oder mässig differenzierten, Somatostatinrezeptor-positiven Tumoren,

die primär in Bauchspeicheldrüse (44,6 % der Patienten), Mitteldarm (35,8 %), Enddarm (6,9 %)

oder mit anderer/unbekannter Lokalisation des Primärtumors (12,7 %) vorkamen.

69 % der Patienten mit GEP-NET hatten Tumorgrad 1 (G1), definiert durch einen

Proliferationsindex Ki67 ≤ 2 % (50,5 % der gesamten Patientenpopulation) oder einen Mitoseindex <

2 Mitosen/10 HPF (18,5 % der gesamten Patientenpopulation). 30 % der Patienten mit GEP-NET

hatten Tumoren im unteren Bereich des Tumorgrads 2 (G2), definiert durch einen Ki67-Index > 2 %

- ≤ 10 %). Der Tumorgrad war für 1 % der Patienten nicht verfügbar. Patienten mit GEP-NET G2

mit einem höheren Zellproliferationsindex (Ki67-Index > 10 % - ≤ 20 %) und GEP neuroendokrinen

Karzinomen G3 (Ki67-Index > 20 %) waren aus der Studie ausgeschlossen.

Insgesamt hatten 52,5 % der Patienten eine hepatische Tumorlast von ≤ 10 %, 14,5 % hatten eine

hepatische Tumorlast von > 10 % und ≤ 25 % und 33 % hatten eine hepatische Tumorlast von >

25 %.

Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS), das innerhalb 96 Wochen nach

der ersten Injektion zur Behandlung entweder als Zeit bis zur Progression der Erkrankung mittels

RECIST 1.0 oder als Zeit bis zum Tod bestimmt wurde. Zur Analyse des PFS wurden unabhängige,

zentral begutachtete radiologische Bewertungen der Progression verwendet.

Die monatlichen Behandlungen mit Somatuline Autogel zeigten eine statistisch signifikante

Verbesserung des PFS, infolgedessen eine 53 %ige Reduktion bezüglich Progression oder Tod im

Vergleich zu Placebo (Hazard Ratio: 0,47, 95 % CI: 0,30, 0,73, p = 0,0002) auftrat. Das mediane

PFS war für Somatuline Autogel in Woche 96 nicht erreicht, während das mediane PFS für Placebo

bei 72 Wochen lag.

Ein klinisch-relevanter Nutzen der Behandlung mit Somatuline Autogel 120 mg wurde bei Patienten

mit Tumoren der Bauchspeicheldrüse, des Mitteldarms und anderer/unbekannter Primärlokalisation

gesehen, wie auch in der gesamten Studienpopulation. Die begrenzte Anzahl von Patienten mit

Tumoren im Enddarm (14/204) führte zu Schwierigkeiten bei der Interpretation der Ergebnisse in

dieser Untergruppe. Die zur Verfügung stehenden Daten deuten darauf hin, dass Lanreotid bei diesen

Patienten nicht von Nutzen ist.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach einer einmaligen tief subkutanen Injektion von Somatuline Autogel 60 mg, 90 mg und 120 mg

bei gesunden Probanden steigen die Lanreotidkonzentrationen bis zum Erreichen mittlerer

maximaler Serumkonzentrationen von 4,3, 8,4 und 6,8 ng/ml an. Diese Cmax-Werte werden

während des ersten Tages nach der Verabreichung nach 8, 12 und 7 Stunden (Mediane) erreicht. Die

absolute Bioverfügbarkeit beträgt 73,4, 69,0 und 78,4 %.

Nach einer einmaligen tief subkutanen Injektion von Somatuline Autogel 60 mg, 90 mg und 120 mg

bei Akromegalie-Patienten steigen die Lanreotidkonzentrationen bis zum Erreichen mittlerer

maximaler Serumkonzentrationen von 1,6, 3,5 und 3,1 ng/ml an. Diese Cmax-Werte werden

während des ersten Tages nach der Verabreichung nach 6, 6 und 24 Stunden erreicht.

Das Fliessgleichgewicht der Lanreotid-Serumspiegel wurde im Mittel nach 4 Injektionen im 4-

wöchigen Abstand erreicht. Nach wiederholter Verabreichung alle 4 Wochen lagen die mittleren

Cmax-Werte im Fliessgleichgewicht bei 3,8, 5,7 und 7,7 ng/ml für die entsprechenden Dosen von 60

mg, 90 mg und 120 mg. Der Peak-Trough-Fluctuation-Index lag in einem mittleren Bereich

zwischen 81 und 108 %.

Somatuline Autogel zeigte bei Akromegalie-Patienten eine lineare Pharmakokinetik, sowohl nach

Einmaldosis als auch im Fliessgleichgewicht, für einen Dosisbereich von 60 mg bis 120 mg.

In der Populationen-PK-Analyse mit 290 GEP-NET-Patienten, die Somatuline Autogel 120 mg

erhielten, wurde nach einer Injektion eine schnelle initiale Freisetzung mit einem mittleren Cmax-

Wert von 7,5 ± 7,6 ng/ml innerhalb des ersten Tages beobachtet. Steady-State-Konzentrationen

wurden nach 5 Injektionen Somatuline Autogel 120 mg alle 28 Tage erreicht und wurden bis zur

letzten Beurteilung (bis zu 96 Wochen nach der ersten Injektion) aufrechterhalten. Im Steady-State

waren die mittleren Cmax-Werte 13,9 ± 7,4 ng/ml.

Distribution

Nach intravenöser Applikation von Lanreotid bei gesunden Probanden kommt es zu einer begrenzten

Verteilung ausserhalb der Gefässe mit einem Verteilungsvolumen von 16,1 l im Fliessgleichgewicht.

Elimination

Nach intravenöser Applikation von Lanreotid bei gesunden Probanden betrug die Gesamtclearance

23,7 l/h, die terminale Halbwertszeit betrug 1,14 Stunden und die mittlere Verweildauer 0,68

Stunden.

Nach tief subkutaner Verabreichung von Somatuline Autogel 60 mg, 90 mg und 120 mg bei

gesunden Probanden fallen die Lanreotid-Serumspiegel langsam wieder ab und folgen dabei einer

Kinetik erster Ordnung mit einer terminalen Eliminationshalbwertszeit von 23,3, 27,4 bzw. 30,1

Tagen. 4 Wochen nach der Verabreichung lagen die mittleren Lanreotid-Serumspiegel bei 0,9, 1,11

und 1,69 ng/ml.

Nach tief subkutaner Verabreichung von Somatuline Autogel 60 mg, 90 mg und 120 mg bei

Akromegalie-Patienten fallen die Lanreotid-Serumspiegel langsam wieder ab und folgen dabei einer

Kinetik erster Ordnung. 4 Wochen nach der Verabreichung lagen die mittleren Lanreotid-

Serumspiegel bei 0,7, 1,0 und 1,4 ng/ml. Nach wiederholter Verabreichung alle 4 Wochen lagen die

mittleren Cmin-Werte im Fliessgleichgewicht bei 1,8, 2,5 und 3,8 ng/ml für die entsprechenden

Dosen von 60 mg, 90 mg und 120 mg.

Die Minima der Lanreotid-Serumspiegel nach 3 tief subkutanen Injektionen von Somatuline Autogel

60 mg, 90 mg oder 120 mg nach 28 Tagen gleichen den Minima der Lanreotid-Serumspiegel im

Fliessgleichgewicht bei Akromegalie-Patienten, bei denen zuvor die 30 mg-Mikropartikel-

Formulierung alle 14 bzw. 10 oder 7 Tage intramuskulär appliziert wurde.

Bei GEP-NET Patienten waren die mittleren Trough-Serumspiegel von Somatuline Autogel 6,6 ± 2,0

ng/ml und die mittlere terminale Halbwertszeit 50 ± 28 Tage.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Nieren-/Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung zeigt sich eine ungefähr zweifache Verringerung

der Gesamtclearance von Lanreotid, verbunden mit einem Anstieg der Halbwertszeit und der AUC.

Bei Patienten mit mässiger bis schwerer Leberfunktionsstörung wurde eine Abnahme (30 %) der

Clearance beobachtet. Das Verteilungsvolumen und die mittlere Verweildauer stiegen bei Patienten

mit Leberinsuffizienz aller Grade an.

In der Populationen-PK-Analyse der mit Somatuline Autogel behandelten 165 GEP-NET-Patienten

mit milder und moderater Nierenbeeinträchtigung (106 bzw. 59) wurde kein Effekt auf die Clearance

von Lanreotid festgestellt. GEP-NET-Patienten mit schwerer Nierenbeeinträchtigung wurden nicht

untersucht.

Es wurden keine GEP-NET-Patienten mit Leberbeeinträchtigung (Child-Pugh-Klassifikation)

untersucht.

Es ist nicht notwendig, bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen die

Anfangsdosierung zu ändern, da erwartet werden kann, dass die Lanreotid-Serumkonzentrationen bei

diesen Patienten deutlich innerhalb der Grenzen der Serumkonzentrationen liegen, die von Gesunden

gut toleriert werden.

Ältere Patienten

Ältere Menschen zeigen im Vergleich zu gesunden jungen Menschen einen Anstieg der

Halbwertszeit und der mittleren Verweildauer.

Es ist nicht notwendig, bei älteren Patienten die Anfangsdosierung zu ändern, da erwartet werden

kann, dass die Lanreotid-Serumkonzentrationen bei diesen Patienten deutlich innerhalb der Grenzen

der Serumkonzentrationen liegen, die von Gesunden gut toleriert werden.

In der Populationen-PK-Analyse mit 122 GEP-NET-Patienten im Alter von 65 bis 85 Jahren wurde

keine Auswirkung des Alters auf die Clearance und das Verteilungsvolumen von Lanreotid

beobachtet.

Präklinische Daten

Toxikologische Studien in vitro und am Tier haben kein spezifisches toxisches Potential für

Lanreotid ergeben. Die beobachteten Wirkungen auf das endokrine System sind auf die

pharmakologischen Eigenschaften von Lanreotid zurückzuführen.

Lanreotid zeigte in der Standardbatterie von in vitro- und in vivo-Untersuchungen kein

genotoxisches Potential.

In Studien zur Kanzerogenität an Ratten und Mäusen wurden keine systemischen neoplastischen

Änderungen bei Expositionen höher als solchen, die beim Menschen bei therapeutischer Dosierung

erreicht werden können, beobachtet. Ein erhöhtes Auftreten von subkutanen Tumoren wurde an den

Injektionsstellen, wahrscheinlich aufgrund der häufigeren Anwendung (täglich) bei Tieren im

Vergleich zur monatlichen Dosierung beim Menschen, beobachtet und ist deshalb möglicherweise

nicht klinisch relevant.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Haltbarkeit

Nach dem Öffnen des Beutels muss das Arzneimittel sofort angewendet werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf den Etiketten und der Faltschachtel mit „EXP:“

bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Im Kühlschrank (2 - 8°C) lagern. In der Originalverpackung und für Kinder unzugänglich

aufbewahren.

Hinweise für die Handhabung

Die Injektionslösung in der Fertigspritze ist gebrauchsfertig.

Nach dem Öffnen sofort und nur als Einmaldosis anwenden.

Es ist wichtig, dass die Injektion des Arzneimittels entsprechend den Anwendungshinweisen in der

Packungsbeilage erfolgt.

Nicht anwenden, wenn der beschichtete Beutel beschädigt oder geöffnet ist.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu entsorgen.

Zulassungsnummer

56148 (Swissmedic)

Packungen

Faltschachtel mit einer Einzeldosis von 60 mg / 90 mg / 120 mg Lanreotid in einer 0,5 ml-

Fertigspritze mit automatischem Sicherheitssystem und einer Injektionsnadel (1,2 mm x 20 mm) [A].

Somatuline Autogel wird in einer durchsichtigen Polypropylen-Fertigspritze mit Brombutylgummi-

Kolben, einer Injektionsnadel (nichtrostender Stahl) und einem Nadelschutz aus Plastik (LDPE)

geliefert. Die Fertigspritze ist mit einem automatischen Sicherheitssystem ausgestattet.

Jede Fertigspritze ist in einem Beutel (Polyethylenterephtalat/Alumin-ium/Polyethylen-

Beschichtung) und einer Faltschachtel verpackt.

Zulassungsinhaberin

Future Health Pharma GmbH, 8620 Wetzikon ZH

Herstellerin

Ipsen Pharma Biotech SAS, F-83870 Signes

Stand der Information

August 2018

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