Singulair Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-04-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
montelukastum
Verfügbar ab:
MSD Merck Sharp & Dohme AG
ATC-Code:
R03DC03
INN (Internationale Bezeichnung):
montelukastum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
montelukastum 10 mg zu montelukastum natricum, excipiens pro compresso Dunst.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Asthma bronchiale, allergische Rhinitis
Zulassungsnummer:
54390
Berechtigungsdatum:
1998-06-29

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-04-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-04-2019

Singulair®

MSD Merck Sharp & Dohme AG

Was ist Singulair und wann wird es angewendet?

Singulair enthält einen Wirkstoff, welcher die Wirkung von körpereigenen Substanzen, den sog.

Leukotrienen, hemmt. Leukotriene verursachen die Verengung und Schwellung der Atemwege in

Ihren Lungen. Die Blockierung der Leukotriene führt zur Besserung der Asthmasymptome und hilft,

Asthmaanfälle zu vermeiden. Leukotriene verursachen auch allergische Symptome. Eine

Blockierung der Leukotriene verbessert die Allergiesymptome (saisonale Allergien während

gewissen Jahreszeiten, und perenniale Allergien, die während des ganzen Jahres auftreten).

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin hat Ihnen oder Ihrem Kind (ab 6 Monaten) Singulair zur Behandlung des

Asthmas und der Asthmasymptome während des Tages oder der Nacht verschrieben. Bei jüngeren

Kindern (6 Monate bis 5 Jahre) kann der Arzt oder die Ärztin Singulair zur Behandlung von

leichterem Asthma verschreiben oder er bzw. sie kann es bei schwererem Asthma zusätzlich zu einer

Therapie mit Kortikosteroiden verordnen. Singulair verhindert auch die Verengung der Atemwege,

welche durch körperliche Anstrengung ausgelöst wird.

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin hat Ihnen oder Ihrem Kind (ab 2 Jahren) Singulair zur Behandlung

saisonbedingter und perennialer Allergien (verstopfte Nase, laufende Nase, juckende Nase, Niesen,

verstopfte Nase beim Erwachen, Schwierigkeiten beim Schlafengehen, Aufwachen während der

Nacht, Tränen, juckende, rote und angeschwollene Augen) verschrieben.

Singulair darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin eingenommen werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Was ist Asthma?

Asthma ist eine chronische, entzündliche Krankheit der Atemwege mit folgenden Eigenschaften:

·Verengung der Atemwege, wodurch das Atmen erschwert wird. Diese Verengung kann sich unter

verschiedenen Bedingungen verschlimmern oder auch bessern.

·Entzündung der Atemwege und dadurch geschwollene Wände der Atemwege.

·Überempfindlichkeit der Atemwege auf unterschiedliche Einwirkungen wie z.B. Zigarettenrauch,

Pollen oder kalte Luft.

Symptome des Asthmas umfassen:

Husten, Keuchen und Engegefühl in der Brust. Nicht alle Menschen mit Asthma keuchen. Bei

einigen Betroffenen kann auch der Husten das einzige Symptom des Asthmas darstellen. Symptome

treten häufig während der Nacht oder nach einer körperlichen Anstrengung auf.

Durch eine Behandlung kann das Asthma unter Kontrolle gebracht werden. Es ist wichtig, auch nur

leichte Asthmasymptome zu behandeln, so dass Sie einer Verschlimmerung vorbeugen können.

Wie sollte Asthma behandelt werden?

Um Asthmasymptome zu verhindern und Ihre Atmung zu verbessern, müssen Sie mit Ihrem Arzt

oder Ihrer Ärztin eng zusammenarbeiten, um:

·Wege zu finden, damit der Kontakt mit Bedingungen, welche einen Asthmaanfall auslösen (z.B.

Rauchen einschliesslich Passiv-Rauchen, Hausstaubmilben, Küchenschaben, Schimmelpilze, Pollen,

Tierhaare, Wetterveränderungen, Temperaturschwankungen und Infekte der oberen Luftwege, wie

z.B. Erkältungen), vermieden oder reduziert wird.

·Einen Behandlungsplan zu erarbeiten, welcher Ihr Asthma bestmöglichst unter Kontrolle hält.

Was ist allergische Rhinitis?

·Saisonbedingte Allergien (auch bekannt als Heufieber (Heuschnupfen) oder saisonale allergische

Rhinitis) sind eine allergische Reaktion häufig verursacht durch über die Luft verbreitete Pollen von

Bäumen, Gräsern und Unkraut.

·Perenniale Allergien können während des ganzen Jahres auftreten und sind eine allergische

Reaktion häufig verursacht durch Staubmilben, tierische Hautschuppen und/oder

Schimmelpilzsporen.

·Die Tages- und Nacht-Symptome der allergischen Rhinitis können die folgenden typischen

Merkmale umfassen:

·verstopfte, laufende, juckende Nase;

·Niesen;

·wässrige, angeschwollene, rote, juckende Augen.

Wann darf Singulair nicht angewendet werden?

Nehmen Sie Singulair nicht ein, wenn Sie oder Ihr Kind auf einen der Inhaltsstoffe allergisch

reagieren.

Wann ist bei der Einnahme/Anwendung von Singulair Vorsicht geboten?

Singulair ist für die Behandlung eines Asthmaanfalles nicht geeignet. Beim Auftreten eines

Asthmaanfalles sollten Sie oder Ihr Kind den Anweisungen folgen, die Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

Ihnen für diese Situation gegeben hat.

Wenn sich Ihr Asthma oder das Asthma Ihres Kindes verschlimmert, sollten Sie sofort mit Ihrem

Arzt oder Ihrer Ärztin Kontakt aufnehmen.

Berichten Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über alle medizinischen Probleme oder Allergien, die Sie

oder Ihr Kind zur Zeit haben oder gehabt haben.

Über Veränderungen des Verhaltens oder der Stimmungslage wurde bei Patientinnen und Patienten

unter Singulair berichtet. Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie oder Ihr Kind

folgende Veränderungen der Stimmungslage oder des Verhaltens bemerken: Abnormes Träumen und

Halluzinationen, Reizbarkeit, Unruhe einschliesslich aggressives Verhalten oder ablehnendes

Verhalten, Ruhelosigkeit, Zittern, Stottern, Ängstlichkeit, Depression, Zwangssymptome,

Desorientierung, Störung der Aufmerksamkeit, Gedächtnisschwäche, Selbstmordgedanken und –

handlungen, Schlafwandeln, Schlaflosigkeit, unkontrollierte Muskelbewegungen.

Die Singulair 5 mg Kautablette ist für Kinder von 6 bis 14 Jahren geeignet. Die Singulair 4 mg

Kautablette ist für Kleinkinder von 2 bis 5 Jahren geeignet. Das Singulair Sachet zu 4 mg oralem

Granulat ist für Kleinkinder von 6 Monaten bis 5 Jahren geeignet.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Singulair bei Kindern unter 6 Monaten ist bis jetzt noch nicht

erwiesen.

Studien haben gezeigt, dass es praktisch keinen Unterschied bezüglich der Wachstumsrate von

Kindern gibt, die Singulair einnehmen verglichen mit Plazebo (einer Tablette ohne Wirkstoff).

Es ist möglich, dass andere Arzneimittel die Wirkung von Singulair beeinflussen können, oder dass

Singulair die Wirkung von anderen Arzneimitteln beeinflussen kann. Es ist deshalb wichtig, dass Sie

Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über alle Arzneimittel berichten, die Sie oder Ihr Kind zur Zeit

einnehmen oder einzunehmen gedenken, auch über solche, die Sie ohne ärztliche Verschreibung

erhalten haben.

Falls Ihr Kind Phenylketonurie hat, sollten Sie beachten, dass die 5 mg Kautabletten und die 4 mg

Kautabletten Aspartam enthalten, aus welchem im Körper Phenylalanin freigesetzt wird (0.842 mg

Phenylalanin pro 5 mg Kautablette und 0.674 mg Phenylalanin pro 4 mg Kautablette).

Singulair sollte Ihre Fahrtüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen nicht beeinträchtigen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen.

Darf Singulair während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen/angewendet

werden?

Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden wollen, sollten ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

kontaktieren, bevor sie Singulair einnehmen.

Es ist nicht bekannt, ob Singulair in die Muttermilch übertritt. Wenn Sie stillen oder stillen möchten,

sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin fragen, bevor Sie Singulair einnehmen.

Wie verwenden Sie Singulair?

Nehmen Sie Singulair wie vom Arzt oder der Ärztin verschrieben einmal täglich mit oder ohne

Mahlzeit ein.

·Die Dosierung für Erwachsene oder Jugendliche ab 15 Jahren für die Behandlung von Asthma und/

oder allergischer Rhinitis beträgt eine Tablette zu 10 mg pro Tag.

·Die Dosierung für Kinder von 6 bis 14 Jahren für die Behandlung von Asthma und/oder allergischer

Rhinitis beträgt eine Kautablette zu 5 mg pro Tag.

·Die Dosierung für Kleinkinder von 2 bis 5 Jahren für die Behandlung von Asthma und/oder

allergischer Rhinitis beträgt eine Kautablette zu 4 mg pro Tag oder ein Sachet zu 4 mg oralem

Granulat einmal täglich.

·Die Dosierung für Kleinkinder von 6 Monaten bis 2 Jahren für die Behandlung von Asthma beträgt

ein Sachet zu 4 mg oralem Granulat einmal täglich.

Bei Asthma sollte Singulair einmal täglich am Abend eingenommen werden.

Bei allergischer Rhinitis sollte Singulair einmal täglich morgens oder abends eingenommen werden.

Anwendungshinweise für die Verabreichung von Singulair Sachet

Das Sachet erst aufmachen, wenn das Arzneimittel gebraucht wird.

Singulair orales Granulat kann gegeben werden:

·entweder direkt in den Mund; eingerührt in einem Teelöffel (5 ml) kalter oder auf

Zimmertemperatur erwärmter Babynahrung oder Muttermilch.

·oder gemischt mit einem Löffel kalter oder auf Zimmertemperatur erwärmter weicher Nahrung (z.B.

Apfelmus).

·Mischen Sie den Inhalt des Sachets in einen Löffel mit kalter oder auf Zimmertemperatur erwärmter

weicher Nahrung, oder einem Teelöffel kalter oder auf Zimmertemperatur erwärmter Babynahrung

oder Muttermilch. Achten Sie darauf, dass die ganze Dosis mit der Nahrung, Babynahrung oder

Muttermilch vermischt wird.

·Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind den ganzen Löffel mit der Mischung von Sachetinhalt und

Nahrung, Babynahrung oder Muttermilch sofort einnimmt (innerhalb von 15 Minuten). WICHTIG:

Bewahren Sie nie eine Mischung von Sachetinhalt und Nahrung, Babynahrung oder Muttermilch für

eine spätere Verwendung auf.

Singulair orales Granulat sollte nur in Babynahrung oder Muttermilch eingerührt werden, nicht

jedoch in anderen Flüssigkeiten. Ihr Kind kann jedoch nach Einnahme des Sachetinhalts

Flüssigkeiten zu sich nehmen.

Es ist wichtig, Singulair so lange einzunehmen, wie es Ihr Arzt oder Ihre Ärztin verschrieben hat, um

so Ihr Asthma oder das Asthma Ihres Kindes unter Kontrolle zu bringen. Singulair kann Ihr Asthma

oder das Asthma Ihres Kindes nur dann behandeln, wenn Sie oder Ihr Kind es ohne Unterbrechung

einnehmen, auch wenn keine Symptome vorhanden sind.

Sollten Sie oder Ihr Kind dennoch eine Dosis ausgelassen haben, fahren Sie mit der Einnahme einer

Tablette oder eines Sachets pro Tag nach dem üblichen Zeitplan fort.

Wenn Sie aus Versehen mehr als vorgeschrieben eingenommen haben, sollten Sie sofort mit Ihrem

Arzt oder Ihrer Ärztin Kontakt aufnehmen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung des Arzneimittels. Wenn Sie glauben, das

Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw.

mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Singulair haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Singulair auftreten: Bauchschmerzen,

Kopfschmerzen, Durst, Durchfall, übermässige Bewegungsaktivität, Asthma, schuppende und

juckende Haut und Hautausschlag waren die häufigsten Nebenwirkungen bei einer Behandlung mit

Singulair. Zusätzlich wurden die folgenden unerwünschten Wirkungen gemeldet:

·Infektion im Bereich der oberen Atemwege

·Schwellungen, allergische Reaktionen einschliesslich Schwellung des Gesichts, der Lippen, Zunge

und/oder des Rachens, welche Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken verursachen können;

Nesselausschlag, Hautausschlag und Hautjucken

·Abnormes Träumen und Halluzinationen, Reizbarkeit, Unruhe einschliesslich aggressives Verhalten

oder ablehnendes Verhalten, Ruhelosigkeit, Zittern, Stottern, Ängstlichkeit, Depression,

Desorientierung, Störung der Aufmerksamkeit, Gedächtnisschwäche, Zwangssymptome,

Selbstmordgedanken und –handlungen, Schlafwandeln, Schlaflosigkeit, unkontrollierte

Muskelbewegungen

·Schläfrigkeit, Schwindel, Kribbeln/Taubheit und sehr selten Krampfanfälle

·Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe

·Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Durchfall, Hepatitis

·Blutungsneigung, tiefe Anzahl von Blutplättchen, Bluterguss, schwere Hautreaktionen («Erythema

multiforme»), welche ohne Warnung auftreten können, Herzklopfen

·Nasenbluten, Schwellung (Entzündung) der Lunge

·Bettnässen bei Kindern

·Allgemeine Schwäche/Müdigkeit

·Fieber.

Wenn Sie oder Ihr Kind Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, wenn Sie oder

Ihr Kind irgendwelche ungewöhnlichen Symptome entwickeln oder wenn ein bekanntes Symptom

andauert oder sich verschlimmert, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder

Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel ausserhalb der Reichweite von Kindern auf.

Bewahren Sie Singulair bei Raumtemperatur (15-30 °C) an einem trockenen Ort auf. Das

Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Singulair enthalten?

Jede 10 mg Filmtablette enthält 10 mg Montelukast und Hilfsstoffe zur Tablettenherstellung.

Die Kautabletten enthalten 5 mg bzw. 4 mg Montelukast, Aspartam, Aromastoffe Vanillin und

Ethylvanillin (Kirschengeschmack) sowie weitere Hilfsstoffe zur Tablettenherstellung.

Jedes Sachet zu 4 mg oralem Granulat enthält 4 mg Montelukast sowie Mannitol,

Hydroxypropylzellulose und Magnesiumstearat als Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

54390 (Filmtabletten), 54391 (Kautabletten), 56162 (Granulat) (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Singulair? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Singulair ist erhältlich

·als Tabletten zu 10 mg für Erwachsene und für Jugendliche ab 15 Jahren; Blisterpackungen mit 28

und 98 Filmtabletten;

·als Kautabletten zu 5 mg für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren; Blisterpackungen mit 28 und 98

Kautabletten;

·als Kautabletten zu 4 mg für Kleinkinder zwischen 2 und 5 Jahren; Blisterpackungen mit 28 und 98

Kautabletten;

·als Sachets zu 4 mg oralem Granulat für Kleinkinder zwischen 6 Monaten und 5 Jahren; Packungen

mit 28 Sachets.

Zulassungsinhaberin

MSD MERCK SHARP & DOHME AG, Luzern.

Diese Packungsbeilage wurde im April 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

S-WPPI-MK0476-MF-112018/CHE-2018-019034

Fachinformation

Singulair®

MSD Merck Sharp & Dohme AG

Zusammensetzung

1 Sachet zu 4 mg oralem Granulat enthält:

Wirkstoff: Montelukast als Montelukast Natrium.

Hilfsstoffe: Mannitol, Hydroxypropylzellulose und Magnesiumstearat.

1 Kautablette zu 4 mg enthält:

Wirkstoff: Montelukast als Montelukast Natrium.

Hilfsstoffe: Aspartam, Aromatica (Kirschenaroma), Vanillin, Ethylvanillin, Excip. pro compresso.

1 Kautablette zu 5 mg enthält:

Wirkstoff: Montelukast als Montelukast Natrium.

Hilfsstoffe: Aspartam, Aromatica (Kirschenaroma), Vanillin, Ethylvanillin, Excip. pro compresso.

1 Filmtablette zu 10 mg enthält:

Wirkstoff: Montelukast als Montelukast Natrium.

Hilfsstoffe: Excip. pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Die Sachets mit oralem Granulat enthalten 4 mg Montelukast, die Kautabletten enthalten 4 mg und 5

mg Montelukast und die Filmtabletten 10 mg Montelukast als Montelukast Natrium.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Chronisches Bronchialasthma bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren.

Bei Kindern von 2 bis 5 Jahren mit gesicherter Asthmadiagnose:

a.als Monotherapie bei leichten, nicht steroidpflichtigen Formen

b.als Zusatztherapie zu Kortikoiden bei schwereren Formen.

Bei Kindern von 6 Monaten bis 2 Jahren mit gesicherter Asthmadiagnose:

a.als Monotherapie bei leichten, nicht steroidpflichtigen Formen, vor allem wenn eine

Inhalationstherapie schwierig durchführbar ist

b.als Zusatztherapie zu Kortikoiden bei schwereren Formen.

Linderung von Symptomen der allergischen Rhinitis (saisonale und perenniale allergische Rhinitis

bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren).

Dosierung/Anwendung

Singulair sollte einmal täglich eingenommen werden. Für die Behandlung von Asthma sollte die

Dosis am Abend vor der Bettruhe eingenommen werden. Für die Behandlung der allergischen

Rhinitis kann das Präparat entweder morgens oder abends eingenommen werden.

Patienten mit Asthma und allergischer Rhinitis sollten nur eine Tablette täglich am Abend

einnehmen.

Die Dosierung für Erwachsene von 15 Jahren oder älter mit Asthma und/oder allergischer Rhinitis

beträgt eine 10 mg Tablette pro Tag.

Die Dosierung für pädiatrische Patienten zwischen 6 und 14 Jahren mit Asthma und/oder allergischer

Rhinitis beträgt eine 5 mg Kautablette pro Tag.

Die Dosierung für pädiatrische Patienten zwischen 2 und 5 Jahren mit Asthma und/oder allergischer

Rhinitis beträgt eine 4 mg Kautablette pro Tag oder ein Sachet zu 4 mg oralem Granulat einmal

täglich.

Die Dosierung für pädiatrische Patienten zwischen 6 Monaten und 2 Jahren mit Asthma beträgt ein

Sachet zu 4 mg oralem Granulat pro Tag.

Verabreichung von Singulair oralem Granulat

Singulair orales Granulat kann entweder direkt auf die Zunge oder in den Mund gegeben werden

oder vermischt auf einem Löffel mit kalter oder auf Zimmertemperatur erwärmter weicher Nahrung

(z.B. Apfelmus) oder eingerührt in einem Teelöffel (5 ml) kalter oder auf Zimmertemperatur

erwärmter Babynahrung oder Muttermilch verabreicht werden. Das Sachet sollte erst geöffnet

werden, wenn das Arzneimittel gebraucht wird. Nach dem Öffnen des Sachets muss die ganze Dosis

des oralen Granulats sofort verabreicht werden (innerhalb von 15 Minuten). Orales Granulat

gemischt mit Nahrung, oder eingerührt in Babynahrung oder Muttermilch, darf nicht für eine spätere

Verwendung aufbewahrt werden. Singulair orales Granulat sollte nur in Babynahrung oder

Muttermilch eingerührt werden, nicht jedoch in andere Flüssigkeiten. Getränke können jedoch später

nach Verabreichung eingenommen werden.

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei pädiatrischen Patienten unter 6 Monaten ist nicht nachgewiesen.

Allgemeine Empfehlungen

Eine therapeutische Wirkung von Singulair auf die Parameter der Asthmakontrolle kann innerhalb

eines Tages auftreten. Singulair Filmtabletten, Kautabletten und orales Granulat können mit oder

ohne gleichzeitige Nahrung eingenommen werden. Den Patienten sollte angeraten werden, mit der

Einnahme von Singulair fortzufahren, sowohl wenn ihr Asthma unter Kontrolle ist als auch während

Perioden mit Verschlechterung des Asthmas.

Für pädiatrische Patienten jeder Altersgruppe, ältere Patienten oder für Patienten mit

Niereninsuffizienz oder milder bis mässiggradiger Leberinsuffizienz oder für Patienten beiderlei

Geschlechts ist keine Dosisanpassung nötig.

Behandlung mit Singulair in Verbindung mit anderen Asthmatherapien

Singulair kann zu einer bestehenden Asthmatherapie mit inhalativen Steroiden oder β-Agonisten

nach Bedarf hinzugefügt werden.

Reduktion der gleichzeitigen Therapie

Bronchodilatator Therapie: Singulair kann zu einer bestehenden Asthmatherapie des Patienten

hinzugefügt werden, wenn dieser nur mit einem Bronchodilatator ungenügend therapiert ist. Wenn

eine klare klinische Verbesserung eingetreten ist (gewöhnlich nach der ersten Dosis), kann die

Bronchodilatatortherapie des Patienten je nach Toleranz schrittweise reduziert werden.

Inhalative Kortikosteroide: Die Behandlung mit Singulair bringt einen zusätzlichen klinischen

Nutzen für Patienten, welche mit inhalativen Kortikosteroiden behandelt werden. Eine Reduktion der

Kortikosteroiddosis kann je nach klinischem Verlauf vorgenommen werden. Die Dosis sollte

stufenweise und unter ärztlicher Aufsicht reduziert werden. Bei einigen Patienten kann die Dosis der

inhalativen Kortikosteroide vollständig ausgeschlichen werden. Singulair sollte nicht als plötzlichen

Ersatz für inhalative Kortikosteroide zur Anwendung kommen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile dieses Produkts.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Wirkung von Montelukast bei Patienten mit akutem Asthma (rasche Verschlechterung des

FEV1) ist nicht untersucht worden. Singulair sollte nicht zur Behandlung von akuten Asthmaanfällen

eingesetzt werden. Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, die geeignete Notmedikation

bereit zu halten.

Obwohl die Dosis von gleichzeitigen inhalativen Kortikosteroiden unter ärztlicher Aufsicht

stufenweise reduziert werden kann, sollte Singulair nicht als plötzlicher Ersatz für inhalative oder

orale Kortikosteroide eingenommen werden.

Die Patienten sollten angewiesen werden, dass bei Anwendung von Singulair ärztlicher Rat eingeholt

werden sollte, wenn kurz wirkende inhalierte Bronchodilatatoren häufiger als gewöhnlich benötigt

werden oder wenn mehr als die maximale Anzahl von Inhalationen bei einer kurz wirkenden

Bronchodilatator-Therapie über 24 Stunden benötigt werden.

Über neuropsychiatrische Ereignisse wurde bei Patienten unter Einnahme von Singulair berichtet.

Entsprechende Meldungen nach Markteinführung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

umfassen abnormes Träumen, Halluzinationen, Agitiertheit einschliesslich aggressives oder

ablehnendes Verhalten, psychomotorische Hyperaktivität (einschliesslich Reizbarkeit, Ruhelosigkeit

und Tremor), Ängstlichkeit, Depression, Desorientierung, Störung der Aufmerksamkeit,

Gedächtnisschwäche, Suizidgedanken und suizidales Verhalten, Somnambulismus und

Schlaflosigkeit. Da möglicherweise andere Faktoren an diesen Ereignissen beteiligt waren, ist nicht

bekannt, ob sie einen kausalen Zusammenhang mit Singulair haben. Patienten und/oder

Bezugspersonen sollten angewiesen werden, ihren Arzt/ihre Ärztin zu informieren, wenn solche

Veränderungen auftreten. In einem solchen Fall sollten die Risiken und Nutzen einer Fortführung der

Behandlung erneut beurteilt werden.

In seltenen Fällen trat bei Patienten unter Antiasthmatika, einschliesslich Leukotrien-Rezeptor-

Antagonisten, eines oder mehrere der folgenden Anzeichen auf: Eosinophilie, Hautausschlag in

Verbindung mit Vaskulitis, Verschlechterung der Lungensymptome, kardiale Komplikationen

und/oder Neuropathie, manchmal diagnostiziert als Churg-Strauss Syndrom, eine systemische mit

Eosinophilie einhergehende Vaskulitis. Diese Fälle waren manchmal mit einer Reduktion oder dem

Absetzen einer oralen Kortikosteroidtherapie assoziiert. Obwohl ein kausaler Zusammenhang mit

dem Leukotrien-Rezeptor-Antagonismus nicht festgestellt worden ist, werden Vorsicht und

angemessene klinische Überwachung bei Patienten unter Singulair empfohlen.

Singulair 5 mg und 4 mg Kautabletten enthalten Aspartam, aus welchem im Körper Phenylalanin

freigesetzt wird (0,842 mg Phenylalanin pro 5 mg Kautablette und 0,674 mg Phenylalanin pro 4 mg

Kautablette).

Interaktionen

Singulair kann gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln, welche routinemässig in der Prophylaxe und

in der chronischen Behandlung des Asthmas und der Behandlung der allergischen Rhinitis zur

Anwendung kommen, verabreicht werden. In Arzneimittel-Interaktionsstudien hatte die empfohlene

klinische Dosis von Montelukast keine wesentliche Wirkung auf die Pharmakokinetik der folgenden

Arzneimittel: Prednisolon, orale Antikonzeptiva (Ethinylestradiol/Norethindrone 35/1), Terfenadin,

Digoxin und Warfarin. Interaktionsstudien mit Singulair und den in der Schweiz gebräuchlichen

Antikoagulantien (Acenocoumarol, Phenprocoumon) sind nicht durchgeführt worden.

Die Fläche unter der Plasmakonzentrationszeitkurve (AUC) für Montelukast war um ungefähr 40%

vermindert bei Personen mit gleichzeitiger Phenobarbitalverabreichung. Für Singulair wird keine

Dosisanpassung empfohlen.

In vitro Studien haben gezeigt, dass Montelukast ein Inhibitor von CYP2C8 ist. Daten einer

klinischen Arzneimittel-Interaktionsstudie mit Montelukast und Rosiglitazon, einem Testsubstrat

welches hauptsächlich durch CYP2C8 metabolisiert wird, haben gezeigt, dass Montelukast die

Rosiglitazon-Exposition in therapeutischen Dosen bei gesunden Probanden nicht beeinflusst. Es kann

angenommen werden, dass Montelukast in vivo den CYP2C8-vermittelten Metabolismus nicht in

einem entscheidenden Ausmass hemmt.

In vitro Studien haben gezeigt, dass Montelukast ein Substrat von CYP2C8, 2C9 und 3A4 ist. Daten

einer klinischen Arzneimittel-Interaktionsstudie mit Montelukast und Gemfibrozil (ein Inhibitor

sowohl von CYP2C8 als auch von 2C9) haben gezeigt, dass Gemfibrozil die systemische Exposition

von Montelukast um das 4,4-Fache erhöhte. Die Koadministration von Itraconazol, einem starken

CYP3A4 Inhibitor, mit Gemfibrozil und Montelukast erhöhte die systemische Montelukast-

Exposition nicht weiter. Basierend auf klinischen Daten zur Sicherheit mit Dosen, welche grösser als

die bei Erwachsenen zugelassene Dosis von 10 mg sind (z.B. 200 mg/Tag bei erwachsenen Patienten

über 22 Wochen und bis zu 900 mg pro Tag bei Patienten über ungefähr 1 Woche) und bei welchen

keine klinisch bedeutsamen unerwünschten Wirkungen beobachtet wurden, wird der Effekt von

Gemfibrozil auf die systemische Exposition von Montelukast nicht als klinisch bedeutsam betrachtet.

Deshalb ist keine Dosisanpassung von Montelukast notwendig bei Koadministration mit

Gemfibrozil. Im weiteren resultierte die Koadministration von Montelukast mit Itraconazol alleine

nicht in einer signifikanten Erhöhung der systemischen Exposition von Montelukast.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Fertilität, sowie die Embryonen und

Föten gezeigt, aber man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen. Die

Anwendung von Singulair bei schwangeren Frauen wurde nicht überprüft.

In Postmarketing-Berichten wurde selten über kongenitale Missbildungen der Extremitäten bei

Kindern berichtet, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Singulair behandelt wurden. Die

meisten dieser Mütter nahmen während der Schwangerschaft zusätzliche Arzneimittel zur

Asthmabehandlung ein. Ein kausaler Zusammenhang zwischen diesen Ereignissen und Singulair

konnte nicht nachgewiesen werden.

Singulair sollte deshalb während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist

klar notwendig.

Anwendung während der Stillzeit

Montelukast erscheint in der Muttermilch von Tieren und sollte deshalb während der Stillzeit nicht

verwendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Der Einfluss von Singulair auf die Fahrtüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen wurde nicht

speziell untersucht.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen von meist geringem Ausmass erforderten im Allgemeinen keinen

Abbruch der Therapie. Die Gesamtinzidenz von unter Singulair aufgetretenen Nebenwirkungen war

mit Placebo vergleichbar.

Singulair wurde in klinischen Studien bei etwa 2600 Patienten mit Asthma im Alter von 15 Jahren

oder älter geprüft. In zwei ähnlich angelegten, placebokontrollierten klinischen Studien von 12

Wochen Dauer wurde bei mit Singulair behandelten Patienten lediglich über arzneimittelbedingte

Dyspepsie, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen berichtet. Zusätzlich wurde auch über

Zahnschmerzen berichtet; ein Kausalzusammenhang mit dem Arzneimittel wurde nicht

nachgewiesen. Die Inzidenzrate dieser Erscheinungen war in den beiden Behandlungsgruppen nicht

signifikant unterschiedlich. In klinischen Studien mit längerer Behandlungsdauer von bis zu 2 Jahren

trat keine Änderung im Profil der unerwünschten Wirkungen auf.

Singulair wurde auch bei etwa 475 pädiatrischen Patienten mit Asthma im Alter von 6 bis 14 Jahren

geprüft. In einer 8-wöchigen placebokontrollierten klinischen Studie wurde als arzneimittelbedingte

unerwünschte Wirkung bei >1% der mit Singulair behandelten Patienten und mit einer höheren

Inzidenz als bei Patienten unter Placebo, lediglich über Kopfschmerzen berichtet. Die Inzidenzrate

von Kopfschmerzen war in den beiden Gruppen nicht signifikant unterschiedlich. In klinischen

Studien mit längerer Behandlungsdauer von bis zu 6 Monaten trat keine Änderung im Profil der

unerwünschten Wirkungen auf. In Studien zur Evaluation der Wachstumsrate war das

Sicherheitsprofil bei pädiatrischen Patienten konsistent zum vorher beschriebenen Sicherheitsprofil

von Singulair.

Singulair wurde auch bei 573 pädiatrischen Patienten mit Asthma im Alter von 2 bis 5 Jahren

geprüft. In einer 12-wöchigen placebokontrollierten klinischen Studie wurde als arzneimittelbedingte

unerwünschte Wirkung bei >1% der mit Singulair behandelten Patienten und mit einer höheren

Inzidenz als bei Patienten unter Placebo über Durst berichtet. Die Inzidenzrate von Durst war in den

beiden Behandlungsgruppen nicht signifikant unterschiedlich.

Kumulativ wurden 426 pädiatrische Patienten mit Asthma im Alter von 2 bis 5 Jahren mit Singulair

für mindestens 3 Monate behandelt, 230 für 6 Monate oder länger und 63 Patienten für 12 Monate

oder länger. Mit längerer Behandlungsdauer trat keine Änderung im Profil der unerwünschten

Wirkungen auf.

Singulair wurde auch bei 175 asthmatischen Kindern im Alter von 6 Monaten bis 2 Jahren

untersucht. In einer 6-wöchigen placebokontrollierten klinischen Studie wurde als

arzneimittelbedingte unerwünschte Wirkung bei >1% der mit Singulair behandelten Patienten und

mit einer höheren Inzidenz als bei Patienten unter Placebo über Durchfall, Hyperkinesie, Asthma,

ekzematöse Dermatitis und Hautausschlag berichtet. Die Inzidenzrate dieser unerwünschten

Wirkungen war in den beiden Behandlungsgruppen aber nicht signifikant unterschiedlich.

Erwachsene von 15 Jahren und älter mit saisonaler allergischer Rhinitis

Singulair wurde im Rahmen von klinischen Studien bei 2199 Patienten im Alter von 15 Jahren und

älter zur Behandlung von saisonaler allergischer Rhinitis untersucht. Singulair, einmal täglich am

Morgen oder am Abend verabreicht, war im Allgemeinen gut verträglich mit einem Sicherheitsprofil

ähnlich demjenigen von Placebo. In placebokontrollierten klinischen Studien wurden bei ≥1% der

mit Singulair behandelten Patienten - und mit einer höheren Inzidenz als bei Patienten unter Placebo

- keine arzneimittelbedingten unerwünschten Wirkungen beobachtet. In einer 4-wöchigen,

placebokontrollierten klinischen Studie war das Sicherheitsprofil übereinstimmend mit demjenigen

in 2-wöchigen Studien. Das Auftreten von Schläfrigkeit war in allen Studien mit Placebo

vergleichbar.

Pädiatrische Patienten zwischen 2 und 14 Jahren mit saisonaler allergischer Rhinitis

Singulair wurde in einer 2-wöchigen placebokontrollierten klinischen Studie bei 280 pädiatrische

Patienten im Alter von 2 bis 14 Jahren zur Behandlung von saisonaler allergischer Rhinitis

untersucht. Singulair, einmal täglich am Abend verabreicht, war im Allgemeinen gut verträglich mit

einem Sicherheitsprofil ähnlich demjenigen von Placebo. In dieser Studie wurden bei ≥1% der mit

Singulair behandelten Patienten - und mit einer höheren Inzidenz als bei Patienten unter Placebo -

keine arzneimitttelbedingten unerwünschten Wirkungen beobachtet.

Erwachsene von 15 Jahren und älter mit perennialer allergischer Rhinitis

Singulair wurde in zwei 6-wöchigen placebokontrollierten klinischen Studien bei 3235 erwachsenen

und jugendlichen Patienten von 15 Jahren oder älter zur Behandlung von perennialer allergischer

Rhinitis untersucht. Singulair, einmal täglich verabreicht, war im Allgemeinen gut verträglich, mit

einem Sicherheitsprofil ähnlich demjenigen bei Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis. Eine

Studie mit wiederholter routinemässiger Kontrolle der Laborwerte zeigte während der 6-wöchigen

Behandlung unter Singulair bei 8 von 619 Patienten erhöhte ALT-Werte versus 0 von 599 Patienten

unter Placebo. In diesen beiden Studien wurden bei ≥1% der mit Singulair behandelten Patienten -

und mit einer höheren Inzidenz als bei Patienten unter Placebo - keine arzneimittelbedingten

unerwünschten Wirkungen beobachtet. Die Häufigkeit von Schläfrigkeit unter Singulair war gleich

derjenigen unter Placebo.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden nach Markteinführung gemeldet:

Infektionen und Infestationen

Infektionen des oberen Respirationstrakts.

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Erhöhte Blutungsneigung, Thrombozytopenie.

Störungen des Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen (einschliesslich Anaphylaxie und sehr selten Infiltration der Leber

mit Eosinophilen). Über sehr seltene Fälle von Churg-Strauss Syndrom (CSS) während der

Behandlung von asthmatischen Patienten mit Montelukast wurde berichtet (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»).

Psychiatrische Störungen

Abnormes Träumen, Halluzinationen, Agitiertheit einschliesslich aggressives oder ablehnendes

Verhalten, psychomotorische Hyperaktivität (einschliesslich Reizbarkeit, Ruhelosigkeit und

Tremor), Ängstlichkeit, Depression, Desorientierung, Störung der Aufmerksamkeit,

Gedächtnisschwäche, Suizidgedanken und suizidales Verhalten, Somnambulismus, Schlaflosigkeit,

Tic.

Störungen des Nervensystems

Schläfrigkeit, Schwindel, Parästhesie/Hypoästhesie und sehr selten Krampfanfälle.

Funktionsstörungen des Herzens

Herzklopfen.

Atmungsorgane (Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen)

Epistaxis, pulmonale Eosinophilie.

Gastrointestinale Beschwerden

Übelkeit, Erbrechen, Dyspepsie, Durchfall.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Erhöhte ALT und AST, sehr selten Hepatitis (einschliesslich cholestatische, hepatozelluläre und

«mixed-pattern» Leberschädigung).

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Angioödem, Erythema multiforme, Erythema nodosum, Pruritus, Hautausschlag, Urtikaria,

Hämatome.

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates

Arthralgie, Myalgie einschliesslich Muskelkrämpfe.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Enuresis bei Kindern.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Asthenie/Müdigkeit, Ödeme, Fieber.

Überdosierung

Zur Behandlung einer Überdosierung von Singulair sind keine spezifischen Informationen verfügbar.

In Studien bei chronischem Asthma wurde Singulair in einer Dosierung von bis zu 200 mg/Tag

während 22 Wochen von Patienten eingenommen, und in Kurzzeitstudien in einer Dosierung von bis

zu 900 mg/Tag während ungefähr einer Woche an Patienten abgegeben, ohne dass erhebliche

klinische Nebenwirkungen aufgetreten wären.

Nach Markteinführung und aus klinischen Studien gab es Berichte über akute Überdosierung bei

Kindern mit Singulair. Diese schliessen Berichte ein, bei denen Erwachsene und Kinder Dosen bis zu

1000 mg einnahmen. Die dabei beobachteten klinischen und labortechnischen Befunde unterschieden

sich nicht vom Sicherheitsprofil bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten. In der Mehrheit der

Berichte über Überdosierung gab es keine unerwünschten Wirkungen. Die am häufigst auftretenden

unerwünschten Wirkungen waren entsprechend dem Sicherheitsprofil von Singulair und schlossen

Abdominalschmerzen, Schläfrigkeit, Durst, Kopfschmerzen, Erbrechen, und psychomotorische

Hyperaktivität ein.

Es ist nicht bekannt, ob Montelukast durch eine Peritoneal- oder Hämodialyse dialysierbar ist.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: R03DC03

Die Cysteinyl-Leukotriene (LTC4, LTD4, LTE4) sind starke Entzündungseicosanoide, welche von

verschiedenen Zellen einschliesslich der Mastzellen und der Eosinophilen freigesetzt werden. Diese

wichtigen proasthmatischen Mediatoren binden an die Cysteinyl-Leukotrien-(CysLT)-Rezeptoren.

Der CysLT-Typ-1-(CysLT1)-Rezeptor wird in den menschlichen Atemwegen einschliesslich glatten

Muskelzellen und Makrophagen sowie auf anderen pro-inflammatorischen Zellen (einschliesslich

Eosinophilen und gewissen myeloiden Stammzellen) gefunden. Die Cysteinyl-Leukotriene wurden

in Wechselbeziehung mit der Pathophysiologie von Asthma und allergischer Rhinitis gebracht. Die

Leukotrien-vermittelten Wirkungen beim Asthma beinhalten eine Anzahl von Atemwegsreaktionen

wie Bronchokonstriktion, Schleimsekretion, vaskuläre Permeabilität und Rekrutierung von

Eosinophilen. Bei allergischer Rhinitis werden die Cysteinyl-Leukotriene von der Nasenschleimhaut

nach Kontakt mit einem Allergen sowohl während Früh- als auch Spätphasereaktionen freigegeben

und werden mit den Symptomen der allergischen Rhinitis in Verbindung gebracht. Bei intranasaler

Reizung mit Cysteinyl-Leukotrienen wurde eine Erhöhung des Atemwiderstandes in der Nase und

Symptome einer Nasenobstruktion beobachtet.

Montelukast ist eine Substanz mit antiinflammatorischen Eigenschaften, welche die Parameter der

asthmatischen Entzündungsreaktion signifikant verbessert. Basierend auf biochemischen und

pharmakologischen Versuchen bindet Montelukast mit hoher Affinität und Selektivität an den

CysLT1-Rezeptor (dies mit Vorzug im Vergleich zu anderen pharmakologisch wichtigen

Atemwegsrezeptoren, wie der prostanoide, der cholinerge oder der β-adrenerge Rezeptor).

Montelukast hemmt wirkungsvoll und ohne agonistische Aktivität die physiologischen Wirkungen

von LTC4, LTD4 und LTE4 am CysLT1-Rezeptor.

Bei Asthmapatienten bewirkt Montelukast eine ausgeprägte Hemmung der Cysteinyl-Leukotrien-

Rezeptoren der Atemwege, wie durch dessen Fähigkeit, die inhalative LTD4 bewirkte

Bronchokonstriktion zu hemmen, gezeigt worden ist. Niedrige Dosierungen von 5 mg bewirken eine

substantielle Blockierung der LTD4-induzierten Bronchokonstriktion. Montelukast bewirkt eine

Bronchodilation innerhalb von 2 Stunden nach oraler Einnahme; diese Wirkung trat additiv zur β-

Agonisten-vermittelten Bronchodilatation auf.

Klinische Studien - Asthma

In klinischen Studien ist Singulair bei Erwachsenen und pädiatrischen Patienten wirksam, in der

chronischen Behandlung des Asthmas, einschliesslich der Tag- und Nachtsymptome, der

Behandlung der Aspirin-sensiblen Asthmapatienten und der anstrengungsinduzierten

Bronchokonstriktion. In der Erhaltungstherapie des chronischen Asthmas ist Singulair alleine oder in

Kombination mit anderen Substanzen wirksam. Singulair und inhalative Kortikosteroide können

gleichzeitig angewendet werden. Bei gleichzeitiger Gabe von Singulair kann die Dosis der

inhalativen Steroide reduziert werden.

Erwachsene von 15 Jahren und älter

In zwei ähnlich angelegten, doppelblinden und placebokontrollierten Studien über 12 Wochen bei

erwachsenen Asthmapatienten von 15 Jahren und älter zeigte Singulair in einer Dosierung von 10 mg

pro Tag als Einmaldosis am Abend signifikante Verbesserungen der Parameter zur Asthmakontrolle,

wie die Asthmasymptome, die Asthma-bezogene Ereignisse, die Lungenfunktionsprüfung und den

Gebrauch an zusätzlichen β-Agonisten «nach Bedarf».

Im Vergleich mit Placebo verbesserte Singulair die von den Patienten geschilderten Tagessymptome

und das nächtliche Erwachen statistisch signifikant. Ebenso fielen die asthmaspezifischen Ereignisse,

wie Asthmaanfälle, Therapieabbrüche wegen Verschlechterung des Asthmas, Asthmaexazerbationen

und asthmafreie Tage, besser aus als in der Placebogruppe.

Die von Ärzten und Patienten stammenden globalen Bewertungen über das Asthma und die

asthmaspezifischen Bewertungen bezüglich der Lebensqualität (in allen Gebieten einschliesslich

normaler täglicher Aktivitäten und der Asthmasymptome) fielen statistisch signifikant besser aus als

unter Placebo. Im Vergleich zu Placebo bewirkte Singulair eine statistisch signifikante Verbesserung

im forcierten exspiratorischen Volumen in der 1. Sekunde (FEV1) am Morgen, in der

exspiratorischen Peak-Flow-Rate (PEFR) am Vormittag und Nachmittag und senkte statistisch

signifikant die Anwendung von β-Agonisten «nach Bedarf».

Eine Wirkung wurde nach der ersten Dosis beobachtet und hielt während des ganzen 24-Stunden

Dosierungsintervalls an. Nach Abbruch der Behandlung mit Singulair nach 12 Wochen wurde keine

Häufung von Asthmaexazerbationen festgestellt.

Im Vergleich zu inhalativem Beclomethason (200 µg zweimal täglich mit einer Vorschaltkammer

appliziert) erzielte Singulair initial ein vorübergehend grösseres Ansprechen, Beclomethason

bewirkte jedoch während der ganzen Dauer der 12-wöchigen Studie einen anhaltend grösseren

durchschnittlichen Behandlungseffekt. Die Wirkung von Singulair ist schwächer als diejenige von

inhalativen Steroiden.

Pädiatrische Patienten zwischen 6 und 14 Jahren

Bei pädiatrischen Patienten zwischen 6 und 14 Jahren verringerte die Gabe von einer Kautablette à 5

mg pro Tag am Abend signifikant die Asthmaexazerbationen und verbesserte im Vergleich zu

Placebo die globalen Bewertungen der Patienten und die asthmaspezifischen Bewertungen für

Kinder bezüglich der Lebensqualität. Singulair verbesserte auch signifikant die morgendliche FEV1

und verminderte den totalen täglichen Gebrauch an β-Agonisten «nach Bedarf». Der

Behandlungserfolg war nach der ersten Tagesdosis erreicht und blieb unter einmal täglicher Gabe

während 6 Monaten konstant.

Wachstumsrate bei pädiatrischen Patienten mit Asthma

Zwei kontrollierte klinische Studien zeigten beinahe keinen Unterschied zwischen Montelukast und

Placebo bezüglich der Wachstumsrate von präpubertären, pädiatrischen Patienten mit leichtgradigem

Asthma. In einer Studie mit Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren war die Wachstumsrate, gemessen

am Längenwachstum des Unterschenkels, vergleichbar zwischen Patienten, die mit Montelukast 5

mg einmal täglich während drei Wochen oder mit Placebo behandelt wurden. Das Längenwachstum

des Unterschenkels in dieser Studie bei Patienten, die mit inhaliertem Budenoside (200 µg zweimal

täglich) behandelt wurden, war jedoch signifikant kleiner als mit Placebo. In einer 56-wöchigen

Studie bei Kindern im Alter von 6 bis 8 Jahren war das Längenwachstum gleich bei Patienten, die

mit Montelukast 5 mg einmal täglich oder Placebo behandelt wurden (Least-Square Mittelwert von

5,67 cm pro Jahr (Montelukast) und 5,64 cm pro Jahr (Placebo)). Bei Patienten, die mit

Beclomethason (200 µg zweimal täglich) behandelt wurden, war das Längenwachstum jedoch

signifikant kleiner (Least-Square Mittelwert 4,86 cm pro Jahr) als bei Patienten, die mit Placebo

behandelt wurden (Differenz des Least-Square Mittelwerts: -0,78 cm pro Jahr (-1,06, -0,49; 95% CI).

Pädiatrische Patienten zwischen 6 Monaten und 5 Jahren

In einer 12-wöchigen placebokontrollierten Studie bei pädiatrischen Patienten zwischen 2 und 5

Jahren verbesserte Singulair 4 mg einmal täglich im Vergleich zu Placebo die Parameter der

Asthmakontrolle unabhängig von einer gleichzeitigen Therapie mit inhalativen Steroiden oder

inhalativem Cromoglycat. 60% der Patienten waren nicht unter einer gleichzeitigen Therapie mit

inhalativen Steroiden oder inhalativem Cromoglycat. Singulair verbesserte im Vergleich zu Placebo

signifikant mehrere explorative Studien-Endpunkte einschliesslich Tagessymptome (Husten,

pfeifende Atmung, Atembeschwerden und Aktivitätseinschränkung) und die Nachtsymptome.

Singulair verminderte im Vergleich zu Placebo auch signifikant den Gebrauch von β-Agonisten

«nach Bedarf» sowie die Kortikosteroidanwendung im Notfall. Die Patienten unter Behandlung mit

Singulair hatten signifikant mehr asthmafreie Tage als die Patienten unter Placebo. Die Wirkung von

Montelukast auf Asthmaattacken, die von Patientenbetreuern stammenden globalen Bewertungen

und asthmaspezifischen Bewertungen bezüglich Lebensqualität fielen im Vergleich zu Placebo

numerisch zugunsten von Montelukast aus, waren aber statistisch nicht signifikant. Eine Wirkung

wurde nach der ersten Dosis erreicht. Zusätzlich zeigte Montelukast im Vergleich zu Placebo eine

statistisch signifikante Verminderung der Gesamtzahl der Eosinophilen im Blut gegenüber dem

Ausgangswert (basierend auf einer Analyse zur Anpassung für Unterschiede beim Ausgangswert der

Eosinophilen im Blut).

Die Wirksamkeit von Singulair bei asthmatischen Kindern im Alter von 6 Monaten bis 2 Jahren wird

gestützt durch Extrapolation von nachgewiesener Wirksamkeit bei Patienten mit Asthma im Alter

von 2 Jahren und älter, und beruht auf ähnlichen pharmakokinetischen Daten sowie auf der

Annahme, dass der Krankheitsverlauf, die Pathophysiologie und die Arzneimittelwirkung zwischen

diesen Populationen im Wesentlichen ähnlich sind.

Wirkungen bei Patienten mit gleichzeitiger inhalativer Kortikosteroidtherapie

In separaten Studien bei Erwachsenen wurde die Möglichkeit bei Singulair aufgezeigt, zusätzlich zur

klinischen Wirkung von inhalativen Kortikosteroiden eingesetzt zu werden, womit bei gleichzeitiger

Anwendung eine Senkung der Steroiddosis möglich war. In einer placebokontrollierten Studie, in

welcher die Patienten eine initiale Dosis an inhalativen Steroiden von etwa 1600 µg pro Tag

erhielten, konnte die Steroiddosis in der Einschlussphase der Studie unter Placebo um etwa 37%

gesenkt werden. Singulair erlaubte eine weitere Reduktion der inhalativen Kortikosteroiddosis um

47% verglichen mit 30% bei Placebo. In dieser Studie lag der Anteil von Patienten mit erfolgreichem

Ausschleichen der inhalativen Steroide bei 40% unter Singulair und bei 29% unter Placebo. Die

Mehrheit der Patienten mit Bedarf an inhalativen Steroiden muss jedoch trotz Kombination mit

Singulair die Steroidbehandlung weiterführen. Bei Patienten mit nachgewiesenem Bedarf an

inhalativen Steroiden ist die Wirkung von Singulair nicht ausreichend, um ein Absetzen der

inhalativen Steroide zu ermöglichen. Patienten mit regelmässiger Inhalation von β-Agonisten in fixer

Dosierung sollten nicht mit Singulair behandelt werden. In einer anderen Studie erlaubte Singulair

einen zusätzlichen klinischen Nutzen bei einer Gruppe von ähnlichen Patienten, welche ihre

inhalativen Kortikosteroide (Beclomethason 400 µg pro Tag) beibehielten, aber hierüber nicht

entsprechend kontrolliert wurden. Der plötzliche und vollständige Abbruch der Therapie mit

Beclomethason bei Patienten, welche sowohl Singulair als auch Beclomethason erhielten, bewirkte

bei einigen Patienten eine klinische Verschlechterung. Unter Singulair sollten inhalative Steroide

höchstens schrittweise abgesetzt werden. Bei Aspirin-sensitiven Patienten, welche fast alle

gleichzeitig inhalative und/oder perorale Kortikosteroide erhielten, zeigte Singulair eine signifikante

Verbesserung der Parameter der Asthmakontrolle.

Wirkungen bei anstrengungsinduzierter Bronchokonstriktion

In einer Dosierung von 10 mg einmal pro Tag verhinderte Singulair bei Erwachsenen von 15 Jahren

oder älter die anstrengungsinduzierte Bronchokonstriktion (AIB). In einer 12-wöchigen Studie

verminderte Singulair statistisch signifikant das Ausmass und die Dauer des FEV1-Abfalls während

60 Minuten nach einer Anstrengung, den maximalen prozentualen Abfall des FEV1 nach einer

Anstrengung und die Erholungszeit bis innerhalb 5% des FEV1 vor Anstrengung. Die Wirkung blieb

während der ganzen Behandlungsperiode konstant bestehen, was darauf hindeutet, dass keine

Toleranzentwicklung auftrat. In einer separaten Cross-over-Studie wurde eine Schutzwirkung nach 2

Einmaltagesdosen beobachtet. Bei pädiatrischen Patienten im Alter zwischen 6 und 14 Jahren,

welche die 5 mg Kautablette anwendeten, zeigte eine ähnlich angelegte Cross-over-Studie eine

ähnliche Schutzwirkung. Diese hielt während des ganzen Dosierungsintervalls (24 Stunden) an.

Wirkungen auf die asthmatische Entzündungsreaktion

In klinischen Studien verhinderte Singulair die Früh- und die Spätphase der Bronchokonstriktion

nach Antigenexposition. Da die Infiltration von Entzündungszellen (Eosinophilen) beim Asthma eine

wichtige Rolle spielt, wurde die Wirkung von Singulair auf die Eosinophilen im peripheren Blut und

in den Atemwegen geprüft. In klinischen Phase IIb und Phase III Studien vermochte Singulair im

Vergleich zu Placebo die Eosinophilen im peripheren Blut statistisch signifikant zu senken, d.h. um

ungefähr 15% des Ausgangswertes. In einer Behandlungsperiode während 8 Wochen bei

pädiatrischen Patienten im Alter von 6 bis 14 Jahren senkte Singulair im Vergleich zu Placebo die

Eosinophilen im peripheren Blut um 13%. Singulair senkte im Vergleich zu Placebo auch die

Eosinophilen der Atemwege im Sputum signifikant. In dieser Studie verminderten sich unter der

Behandlung mit Singulair die Eosinophilen im peripheren Blut, und die klinischen Endpunkte der

Asthmatherapie verbesserten sich.

Klinische Studien – Allergische Rhinitis

Die Wirksamkeit von Singulair bei der Behandlung von saisonaler allergischer Rhinitis wurde in

ähnlich angelegten, randomisierten, 2-wöchigen, doppelblinden, placebokontrollierten Studien bei

4924 eingeschlossenen Patienten (1751 Patienten wurden mit Singulair behandelt) untersucht. Die

Patienten waren bei Studienbeginn im Alter von 15 Jahren und älter mit saisonaler allergischer

Rhinitis in der Vorgeschichte, einem positiven Hauttest gegenüber mindestens einem relevanten

saisonalen Allergen sowie aktiven Symptomen saisonaler allergischer Rhinitis.

Eine kombinierte Auswertung der drei pivotalen Studien zeigte, dass Singulair 10 mg Tabletten,

verabreicht einmal täglich am Abend an 1189 Patienten, im Vergleich zu Placebo eine statistisch

signifikante Verbesserung in den folgenden Bereichen erzielte: beim primären Endpunkt

Nasensymptome am Tag und den individuellen Komponenten (Nasenverstopfung, Rhinorrhö, Jucken

der Nase und Niesen); bei Nachtsymptomen und den individuellen Komponenten (verstopfte Nase

beim Erwachen, Schwierigkeiten beim Schlafengehen und Aufwachen während der Nacht); bei

kombinierten Symptomen (zusammengesetzt aus Nasensymptome am Tag und in der Nacht); bei der

Gesamtbewertung der allergischen Rhinitis durch den Patienten und den behandelnden Arzt.

Als aktive Kontrolle wurde Loratadin 10 mg in diese Studien eingeschlossen (siehe untenstehende

Tabelle).

Kombinierte Analyse der durchschnittlichen Symptome bei Patienten mit saisonaler allergischer

Rhinitis in den 3 pivotalen Studien

Singulair 10 mg

Placebo

Aktive Kontrolle †

(Loratadin 10 mg)

Symptome

Ausgangswert

Änderung vs

Ausgangswert

Ausgangswert

Änderung vs

Ausgangswert

Ausgangswert

Nasensymptome

am Tag

1189 2,11

-0,38*

1203 2,12

-0,29

937 2,08

Nachtsymptome 1190 1,48

-0,28*

1203 1,48

-0,18

937 1,47

Kombinierte

Symptome

1190 1,84

-0,34*

1203 1,84

-0,24

938 1,82

* Statistisch unterschiedlich vs Placebo (p <0.001).

† Die Studien waren nicht angelegt für einen statistischen Vergleich zwischen Singulair und der

aktiven Kontrolle (Loratadin).

In einer separaten 4-wöchigen Studie, in welcher Singulair einmal täglich am Morgen verabreicht

wurde, war die Wirksamkeit über die ersten zwei Wochen signifikant verschieden von Placebo und

übereinstimmend mit der Wirkung in den Studien mit Verabreichung am Abend. Zudem stand die

Wirkung über die ganzen 4 Wochen in Einklang mit den 2-wöchigen Ergebnissen.

Bei Patienten im Alter von 15 Jahren und älter mit saisonaler allergischer Rhinitis, welche Singulair

erhielten, wurde im Vergleich zu Placebo während den Doppelblind-Behandlungsphasen eine

mittlere Verminderung von 13% der Gesamtzahl der Eosinophilen im Blut beobachtet.

Die Wirksamkeit von Singulair in der Behandlung von perennialer allergischer Rhinitis wurde in

zwei ähnlich angelegten, randomisierten, 6-wöchigen, doppelblinden, placebokontrollierten Studien

bei 3235 eingeschlossenen Patienten (1632 Patienten wurden mit Singulair behandelt) untersucht.

Die Patienten waren 15 bis 82 Jahre alt, hatten eine Vorgeschichte von perennialer allergischer

Rhinitis, hatten einen positiven Hauttest bezüglich relevanter perennialer Allergene (einschliesslich

Staubmilben, tierischen Hautschuppen, und Schimmelpilzsporen) und hatten aktive Symptome von

perennialer allergischer Rhinitis bei Studienbeginn.

In einer Studie resultierte die Behandlung von 1000 Patienten mit Singulair 10 mg Tabletten einmal

täglich, verglichen mit Placebo, in einer statistisch signifikanten Verbesserung des primären

Endpunktes, «Daytime Nasal Symptom Score», und den individuellen Komponenten des Endpunktes

(verstopfte Nase, laufende Nase, und Niesen). Singulair zeigte im Vergleich zu Placebo auch eine

Patienten-empfundene Verbesserung der allergischen Rhinitis, gemessen an den sekundären

Endpunkten «Global Evaluation of Allergic Rhinitis by Patient», und «Rhinoconjunctivitis Quality-

of-Life overall score» (Durchschnitt der Beurteilung der 7 Bereiche Aktivität, Schlaf, nicht-nasale

und nicht-okuläre Symptome, praktische Probleme, nasale Symptome, okuläre Symptome, und

Gefühle). In einer zweiten Studie zeigte Singulair keine statistisch signifikante Verbesserung

gegenüber Placebo bezüglich des primären Endpunktes, der die durchschnittlichen Werte der

einzelnen Komponenten wie verstopfte Nase, Rhinorrhoe, Niesen und Jucken beinhaltete. In einer

post-hoc Analyse war jedoch der Durchschnitt von 3 ausgewählten einzelnen Komponenten

(verstopfte Nase, Rhinorrhoe, und Niesen) für Singulair besser als für Placebo.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung wird Montelukast schnell und beinahe vollständig resorbiert. Für die 10

mg Filmtablette wird die höchste mittlere Plasmakonzentration (Cmax) bei Erwachsenen im

Nüchternzustand 3 Stunden (Tmax) nach Verabreichung erreicht. Die mittlere orale Bioverfügbarkeit

beträgt 64%. Die orale Bioverfügbarkeit und Cmax werden durch eine Standard-

Mahlzeiteneinnahme nicht beeinflusst.

Für die 5 mg Kautabletten wird die Cmax bei Erwachsenen im Nüchternzustand 2 Stunden nach

Verabreichung erreicht. Die mittlere orale Bioverfügbarkeit beträgt 73%. Die Nahrungsaufnahme hat

keinen wichtigen klinischen Einfluss bei chronischer Verabreichung.

Für die 4 mg Kautabletten wird die Cmax bei pädiatrischen Patienten zwischen 2 und 5 Jahren im

Nüchternzustand 2 Stunden nach Verabreichung erreicht.

4 mg orales Granulat, verabreicht an Erwachsene im Nüchternzustand, ist bioäquivalent zur 4 mg

Kautablette. Die gleichzeitige Verabreichung von Apfelmus oder einer Standard-Mahlzeit mit oralem

Granulat hatte keine klinisch bedeutsame Wirkung auf die Pharmakokinetik von Montelukast

aufgrund der AUC-Werte (1225,7 vs 1223,1 ngh/ml mit und ohne Apfelmus, respektive 1191,8 vs

1148,5 ngh/ml mit und ohne Standard-Mahlzeit).

Die Sicherheit und Wirksamkeit wurden in klinischen Studien, in denen die 4 mg und 5 mg

Kautabletten sowie die 10 mg Filmtabletten ohne Berücksichtigung des Zeitpunktes der

Nahrungsaufnahme gegeben wurden, nachgewiesen. Die Sicherheit von Singulair wurde auch in

einer klinischen Studie, in der das 4 mg orale Granulat ohne Berücksichtigung des Zeitpunktes der

Nahrungsaufnahme am Abend gegeben wurde, nachgewiesen.

Distribution

Montelukast wird zu mehr als 99% an Plasmaproteine gebunden. Das Steady-state

Verteilungsvolumen von Montelukast schwankt zwischen 8-11 Litern. Studien mit radioaktiv

markiertem Montelukast bei Ratten wiesen eine minimale Verteilung durch die Blut-Hirn-Schranke

nach. Daneben konnten minimale Konzentrationen von radioaktiv markiertem Montelukast 24

Stunden nach der Verabreichung in allen anderen Geweben nachgewiesen werden.

Metabolismus

Montelukast wird zu einem hohen Anteil metabolisiert. In Studien mit therapeutischen Dosierungen

sind Plasmakonzentrationen der Metaboliten von Montelukast bei Erwachsenen und Kindern im

Steady-state kaum nachweisbar.

In vitro Studien, welche menschliche Lebermikrosomen verwendeten, weisen darauf hin, dass die

Cytochrome P4503A4, 2C8 und 2C9 in den Metabolismus von Montelukast involviert sind.

Aufgrund weiterer in vitro Resultate bei menschlichen Lebermikrosomen zeigen therapeutische

Plasmakonzentrationen von Montelukast keine Hemmung auf die Cytochrome P4503A4, 2C9, 1A2,

2A6, 2C19 oder 2D6.

Elimination

Die Plasmaclearance von Montelukast schwankt bei gesunden Erwachsenen um 45 ml/min und die

Plasmahalbwertszeit lag zwischen 2,7-5,5 Stunden. Nach einer oralen Dosis von radioaktiv

markiertem Montelukast konnten 86% der Radioaktivität in einer Stuhlsammlung über 5 Tage

wieder gewonnen werden und <0,2% wurde im Urin gefunden. In Verbindung mit Schätzungen der

oralen Bioverfügbarkeit von Montelukast deutet dies darauf hin, dass Montelukast und seine

Metaboliten fast ausschliesslich über die Galle ausgeschieden werden.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Ältere Patienten: Bioverfügbarkeit 61%, tmax 2,8 h ± 1 h, AUC nicht signifikant verschieden von

jungen Erwachsenen, Cl 31 ml/min, t½ = 6,6 h.

Milde bis mittlere Leberinsuffizienz: Bioverfügbarkeit 52%, Cl 27 ml/min, AUC (+ 41%), t½ = 7,4

Für ältere Patienten oder für Patienten mit Niereninsuffizienz oder milder bis mässiggradiger

Leberinsuffizienz ist keine Dosisanpassung nötig. Über die Anwendung bei Patienten mit schwerer

Leberinsuffizienz (Child-Pugh Score >9) liegen keine klinischen Angaben vor.

Präklinische Daten

Die Anzeichen von Toxizität bei Tieren umfassten erhöhte Speichelsekretion, gastrointestinale

Symptome, weicher Stuhl und Ionen-Ungleichgewicht. Diese kamen bei Dosierungen vor, die zu

einer mehr als 17-fachen systemischen Exposition führten im Vergleich zur verwendeten Dosierung

in der klinischen Anwendung. Die Nebenwirkungen zeigten sich bei Affen bei Dosen von 150

mg/kg/Tag (>232-fache systemische Exposition im Vergleich zur klinischen Dosis). In Tierstudien

beeinflusste Montelukast die Fertilität oder die Reproduktionsleistung nicht bei einer systemischen

Exposition, welche die systemische Exposition in der klinischen Anwendung um mehr als das 24-

Fache überschritt. Eine leichte Verminderung des Körpergewichts wurde bei den Nachkommen in

der Fertilitätsstudie bei weiblichen Ratten bei Dosen von 200 mg/kg/Tag festgestellt (>69-fache

systemische Exposition im Vergleich zur klinischen Anwendung). In Studien bei Kaninchen wurde

eine höhere Inzidenz von unvollständiger Ossifikation im Vergleich zur Kontrollgruppe bei einer

systemischen Exposition beobachtet, welche die systemische Exposition in der klinischen

Anwendung um mehr als das 24-Fache überschritt. Es wurden keine Anomalien bei Ratten

beobachtet. Montelukast passiert die Plazentarschranke und erscheint in der Muttermilch von Tieren.

Montelukast war weder mutagen in in vitro und in vivo Untersuchungen noch tumorigen bei

Nagetieren. Es wurden keine phototoxischen Effekte beobachtet.

Sonstige Hinweise

Das Arzneimittel sollte ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Besondere Lagerungshinweise

An einem trockenen Ort bei Raumtemperatur (15-30 °C) aufbewahren.

Nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp» bezeichneten Verfalldatum verwenden.

Zulassungsnummer

54390 (Filmtabletten), 54391 (Kautabletten), 56162 (Granulat) (Swissmedic).

Packungen

Singulair ist als Sachets zu 4 mg oralem Granulat für Kleinkinder (6 Monate bis 5 Jahre) in einer

Packung zu 28, als Kautabletten zu 4 mg für Kleinkinder (2-5 Jahre) und 5 mg für Kinder (6-14

Jahre) oder als Filmtabletten zu 10 mg für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren in Packungen

zu 28 und 98 Stück erhältlich. (B)

Zulassungsinhaberin

MSD MERCK SHARP & DOHME AG, Luzern.

Stand der Information

September 2016.

WPC-MK0476-MF-032016/ CHE-2016-012688

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