Sinemet CR 25/100 mg Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-04-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
levodopum, carbidopum
Verfügbar ab:
MSD Merck Sharp & Dohme AG
ATC-Code:
N04BA02
INN (Internationale Bezeichnung):
levodopum, carbidopum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
levodopum 100 mg, carbidopum 25 mg zu carbidopum monohydricum, color.: E 129, E 132, excipiens pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Morbus Parkinson
Zulassungsnummer:
50931
Berechtigungsdatum:
1991-12-18

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-04-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-04-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-04-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Sinemet® CR

MSD Merck Sharp & Dohme AG

Was ist Sinemet CR und wann wird es angewendet?

Sinemet CR ist ein Arzneimittel zur Behandlung der Beschwerden der parkinsonschen Krankheit. Bei

der parkinsonschen Krankheit ist Dopamin, eine körpereigene Substanz, in bestimmten Gehirnzentren

nur in ungenügender Menge vorhanden.

Sinemet CR enthält zwei Komponenten, Levodopa und Carbidopa. Levodopa, eine Vorstufe von

Dopamin, ersetzt das ungenügend vorhandene Dopamin. Carbidopa sorgt dafür, dass nur sehr wenig

Levodopa in Dopamin ausserhalb des Gehirns umgewandelt wird, da es auf der einen Seite dort nicht

notwendig ist und andererseits unerwünschte Nebenwirkungen verursachen kann.

Sinemet CR kann lediglich die Beschwerden der parkinsonschen Krankheit bekämpfen, die Ursache der

Grundkrankheit jedoch nicht beseitigen. Eine Heilung dieser Krankheit ist bis heute noch nicht möglich.

Sinemet CR darf nur auf Verschreibung und unter ständiger Kontrolle des Arztes oder der Ärztin

verwendet werden.

Wann darf Sinemet CR nicht eingenommen / angewendet werden?

Sinemet CR darf nicht eingenommen werden

·bei Überempfindlichkeit gegen das Präparat

·bei Engwinkelglaukom (grüner Star)

·bei Vorliegen von verdächtigen, nicht abgeklärten Hauterscheinungen oder bei schwarzem Hautkrebs

(Melanom) in der Krankheitsgeschichte

·von Patientinnen und Patienten, die gegen Depressionen sogenannte MAO-Hemmer erhalten. Nach

deren Absetzen ist mit der Anwendung von Sinemet CR mindestens 14 Tage zu warten.

·Sinemet CR wird nicht empfohlen zur Behandlung arzneimittelbedingter parkinsonscher Symptome

(z.B. abnorme, unwillkürliche Bewegungen).

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Sinemet CR Vorsicht geboten?

Bei schweren Herz-Kreislauf- oder Lungen-Krankheiten, Bronchialasthma, Nieren-, Leber- oder

hormonellen Erkrankungen ist ebenso Vorsicht geboten wie nach durchgemachtem Herzinfarkt, bei

Herzrhythmusstörungen, Magen-Darm-Geschwüren, unwillkürlichen Bewegungen oder chronischem

Weitwinkelglaukom. Gewisse Nervenkrankheiten in der Vorgeschichte können ebenfalls ein Grund zur

Vorsicht bei der Einnahme von Sinemet CR sein. Bei Patientinnen und Patienten, die an einem Magen-

Darm-Geschwür litten, kann eine Magen-Darm-Blutung auftreten.

Informieren Sie deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin über alle medizinischen Probleme, die Sie haben

oder früher gehabt haben, einschliesslich Allergien, Depressionen oder psychische Störungen oder

Tuberkulose.

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie bereits früher mit Levodopa behandelt worden

sind.

Teilen Sie ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie oder Ihre Familienmitglieder/Betreuungspersonen

bemerken, dass Sie folgendes Verhalten entwickeln: Spieldrang, gesteigerter Sexualtrieb, exzessives

Essen oder exzessives Geldausgeben und/oder andere intensive zwanghafte Verhaltensweisen, die Ihnen

oder anderen schaden könnten. Diese Verhaltensweisen werden als Impulskontrollstörungen bezeichnet.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin muss eventuell Ihre Behandlung überprüfen.

lnformieren Sie lhren Arzt bzw. lhre Ärztin, wenn Sie oder lhre Familie/Betreuungsperson bemerken,

dass Sie suchtähnliche Symptome entwickeln, die zum heftigen Verlangen nach hohen Dosen von

Sinemet CR und anderen Arzneimitteln, die zur Behandlung von Parkinson-Krankheit eingesetzt

werden, führen (bekannt als Dopamin-Dysregulationssyndrom).

Wenn Sie jünger als 18 Jahre sind, dürfen Sie Sinemet CR nicht einnehmen.

Gewisse andere Arzneimittel können die Wirkung von Sinemet CR beeinflussen. Es sind dies zum

Beispiel blutdrucksenkende Arzneimittel, gewisse Arzneimittel gegen Depressionen oder andere

seelische Erkrankungen, Eisenpräparate, Arzneimittel gegen Tuberkulose, Arzneimittel gegen

Muskelkrämpfe, Krampfanfälle oder andere Krankheiten, welche mit unwillkürlichen Bewegungen

verbunden sind.

Patientinnen und Patienten, die auf Azofarbstoffe, Acetylsalicylsäure sowie Rheuma- und Schmerzmittel

(Prostaglandinhemmer) überempfindlich reagieren, sollen Sinemet CR nicht anwenden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu

bedienen, und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen! Die individuelle Reaktion auf Arzneimittel kann

unterschiedlich sein. Während der Behandlung mit Sinemet CR können plötzliche Kurzschlafepisoden,

manchmal ohne Vorwarnung, oder starke Schläfrigkeit auftreten. Sie dürfen deshalb während der

Einnahme von Sinemet CR keine Fahrzeuge führen oder andere Aktivitäten ausüben (z.B. Maschinen

bedienen), bei denen eine verminderte Aufmerksamkeit Sie selbst oder andere gefährdet, falls Sie an

plötzlichen Kurzschlafepisoden oder starker Schläfrigkeit tagsüber leiden und bis ausreichend

Erfahrungen über die Beeinträchtigung vorliegen.

Patienten und Patientinnen mit einer Parkinson-Krankheit haben gegenüber der Gesamtbevölkerung ein

erhöhtes Risiko, einen schwarzen Hautkrebs (Melanom) zu entwickeln. Daher sollten Sie in

regelmässigen Abständen eine Hautuntersuchung durch eine(n) erfahrene(n) Hautarzt/ Hautärztin

vornehmen lassen und unter anderem auf eine Vergrösserung, eine Farbänderung sowie auf ein Jucken

von Hautbereichen (z.B. Leberflecken) achten und Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin unverzüglich darüber

informieren.

Darf Sinemet CR während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet

werden?

Sinemet CR soll in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, es sei denn, der Arzt bzw. die

Ärztin würde dieses Arzneimittel ausdrücklich verordnen. Stillende Mütter dürfen kein Sinemet CR

einnehmen oder sie müssen abstillen.

Wie verwenden Sie Sinemet CR?

Nehmen Sie die Tabletten mit alkoholfreier Flüssigkeit ein. Um die Eigenschaften der verzögerten

Freisetzung von Sinemet CR nicht zu beeinträchtigen, dürfen Sie die Sinemet CR Tabletten nicht teilen,

zerkauen, auflösen oder zerbröckeln.

Nehmen Sie die von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin bestimmte Menge zum richtigen Zeitpunkt ein.

Entscheidend für den Erfolg dieser Behandlung ist die sehr genaue Befolgung des von Ihrem Arzt bzw.

Ihrer Ärztin verschriebenen Behandlungsschemas.

Im Allgemeinen wird mit einer niedrigen Dosierung begonnen. Die Dosis wird allmählich gesteigert, bis

die optimale Menge für eine bestmögliche Wirkung, bei möglichst wenig unerwünschten Wirkungen,

erreicht ist. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin über jede Änderung in Ihrem Befinden, wie z.B.

über Übelkeit oder ungewöhnliche, unwillkürliche Bewegungen, da dies eine Anpassung in der

Dosierung erfordern kann.

Ausser auf Ratschlag Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin dürfen Sie weder die Dosierung von Sinemet CR

von sich aus ändern, noch von sich aus die Behandlung plötzlich abbrechen. Bei plötzlichem Absetzen

können Krankheitsanzeichen wie Muskelversteifung, Fieber und psychische Veränderungen auftreten.

Wenn Sie versehentlich eine Tablette ausgelassen haben, nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken.

Wenn es bereits Zeit ist, die nächste Tablette einzunehmen, nehmen Sie keine Extradosis ein, sondern

fahren Sie wie gewohnt mit der Einnahme fort.

Wenn Sie zu viele Tabletten eingenommen haben, kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin,

damit eine medizinische Behandlung rechtzeitig erfolgen kann.

Steht Ihnen eine Operation unter Vollnarkose bevor, sprechen Sie sich mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

ab, wann die Einnahme von Sinemet CR unterbrochen und danach wieder aufgenommen werden sollte.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Sinemet CR haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Sinemet CR auftreten: am häufigsten sind

abnorme, unwillkürliche Bewegungen (einschliesslich Zucken oder Spasmen), Übelkeit,

Wahnvorstellungen, Verwirrung, Schwindel und trockener Mund.

Andere auftretende Nebenwirkungen sind abnormes Träumen, Muskelspannung, Erregungszustände,

Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Gewichtszunahme, verschwommenes Sehen, Rumpfschmerzen,

bradykinetische Episoden (verlangsamte Bewegung), Herzrhythmusstörungen, Verstopfung, Depression,

Durchfall, erschwertes Atmen, Verdauungsstörungen, Verfärbung von Urin, Schweiss oder Speichel,

Orientierungslosigkeit, Ohnmacht, Müdigkeit, Benommenheit bei raschem Aufstehen, Hautrötung,

Magengeschwür, Magenblutung, Schmerzen im Magen-Darm-Trakt, Haarausfall, Kopfschmerzen,

erhöhter Blutdruck, psychische Veränderungen, Muskelkrämpfe, Herzklopfen, Empfindungsstörungen

wie Ameisenlaufen, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, plötzlich auftretende Kurzschlafepisoden (siehe

«Wann ist bei der Einnahme von Sinemet CR Vorsicht geboten?»), Venenentzündung, Erbrechen,

Kraftlosigkeit und Melanom.

Es kann vorkommen, dass Sie dem Drang zu möglicherweise schädlichen Handlungen nicht widerstehen

können, wie z.B.: starker Spieldrang, gesteigerter Sexualtrieb, unkontrollierbares, exzessives Einkaufen

oder Geldausgeben, zügelloses/zwanghaftes Essen und/oder andere zwanghafte Verhaltensweisen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn solche Verhaltensweisen bei Ihnen auftreten.

Starkes Verlangen nach hohen Dosen von Sinemet CR, die jene Dosen deutlich überschreiten die zur

adäquaten Kontrolle von Bewegungssymptomen erforderlich sind, bekannt als Dopamin-

Dysregulationssyndrom. Bei manchen Patienten kommt es nach der Einnahme von hohen Dosen

Sinemet CR zu ungewöhnlich heftigen unwillkürlichen Bewegungen (Dyskinesien),

Stimmungsschwankungen oder anderen Nebenwirkungen.

Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz und Schwellung von Gesicht, Lippen und/

oder Hals können auftreten, was Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken verursachen kann. Setzen

Sie sich sofort mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung, wenn diese Symptome auftreten.

Falls Sie eines dieser Krankheitszeichen beobachten, welche Sie mit der Einnahme von Sinemet CR

verbinden, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin davon in Kenntnis setzen. Wenn Sie Nebenwirkungen

bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder

Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Bei 15-30 ºC in der Originalpackung aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Sinemet CR enthalten?

Wirkstoffe

Carbidopa und Levodopa.

1 Tablette Sinemet CR 25/100 enthält 25 mg Carbidopa und 100 mg Levodopa als Zubereitung mit

verzögerter Freigabe.

1 Tablette Sinemet CR 50/200 enthält 50 mg Carbidopa und 200 mg Levodopa als Zubereitung mit

verzögerter Freigabe.

Hilfsstoffe

1 Tablette Sinemet CR 25/100 enthält Farbstoffe Indigotin (E 132), Allurarot (E129) und weitere

Hilfsstoffe.

1 Tablette Sinemet CR 50/200 enthält Farbstoffe Indigotin (E 132), Allurarot (E129) und weitere

Hilfsstoffe

Zulassungsnummer

50931 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Sinemet CR? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen zu 30 und 100 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

MSD MERCK SHARP & DOHME AG, Luzern

Diese Packungsbeilage wurde im April 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

S-WPPI-MK0295B-CR-082013-DDS/-RCN 000012587

Fachinformation

Sinemet®/- CR®

MSD Merck Sharp & Dohme AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe:

Sinemet: Carbidopum ut Carbidopum monohydricum, Levodopum.

Sinemet CR: Carbidopum ut Carbidopum monohydricum, Levodopum.

Hilfsstoffe:

Sinemet 25/250: Color E 132, excipiens pro compresso.

Sinemet 25/100: Color E 104, excipiens pro compresso.

Sinemet CR 25/100: Color E132, E129 excipiens pro compresso.

Sinemet CR 50/200: Color E132, E129 excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Sinemet 25/250 Tablette: Carbidopa 25 mg (dieses Gewicht entspricht Carbidopa als Anhydrat),

Levodopa 250 mg

Sinemet 25/100 Tablette: Carbidopa 25 mg (dieses Gewicht entspricht Carbidopa als Anhydrat),

Levodopa 100 mg

Sinemet CR 25/100 Tablette: Carbidopa 25 mg (dieses Gewicht entspricht Carbidopa als Anhydrat),

Levodopa 100 mg in einer polymer-basierten resorptionsverzögernden Zubereitung

Sinemet CR 50/200 Tablette: Carbidopa 50 mg (dieses Gewicht entspricht Carbidopa als Anhydrat),

Levodopa 200 mg in einer polymer-basierten resorptionsverzögernden Zubereitung.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Sinemet:

Sinemet ist zur Behandlung von Patienten mit M. Parkinson und Parkinson-Syndrom indiziert. Es

lindert viele Symptome des Parkinsonismus, insbesondere Rigor und Bradykinesie. Sinemet wird oft

erfolgreich eingesetzt gegen Tremor, Dysphagie, Sialorrhoe und Haltungsunsicherheit, die bei M.

Parkinson und Parkinson-Syndrom auftreten.

Bei Parkinsonpatienten, die auf Levodopa allein nur unregelmässig ansprechen und deren Symptome

im Laufe des Tages nicht gleichmässig beherrscht werden, gleicht Sinemet im Allgemeinen diese

Schwankungen aus.

Sinemet ermöglicht bei einer grösseren Zahl von Parkinsonpatienten eine gute symptomatische

Behandlung, da gewisse Nebenwirkungen, welche unter Levodopa allein beobachtet werden,

reduziert sind.

Sinemet CR:

·Idiopathischer Morbus Parkinson und Parkinson-Syndrom

·Postenzephalitischer Parkinsonismus

·Verminderung der «Off-Periode» bei Patienten, die vorher mit anderen Kombinationen von

Levodopa und Carbidopa, oder Levodopa allein, behandelt wurden und motorische Fluktuationen

aufgrund von Enddosis-Wirkung («Wearing-off»-Phänomen), Spitzendosis-Dyskinesien, Akinese

oder ähnliche Zeichen von kurz dauernden motorischen Störungen zeigen.

Es ist nicht bekannt, ob es vorteilhaft ist, schon von Anfang an die langsam resorbierte Form zu

verwenden.

Nicht zur Behandlung des durch Arzneimittel bedingten Parkinsonismus (siehe

«Kontraindikationen»).

Dosierung/Anwendung

Sinemet:

Die optimale Tagesdosis von Sinemet muss für jeden einzelnen Patienten durch sorgfältige Titration

bezüglich Dosierung und Dosierungsintervall bestimmt werden. Sinemet Tabletten stehen in einem

1:4 Verhältnis von Carbidopa und Levodopa (Sinemet 25/100) sowie einem von 1:10 (Sinemet

25/250) zur Verfügung. Beide Arten von Tabletten können separat oder kombiniert verabreicht

werden, um die gewünschte optimale Dosierung zu ermöglichen.

Untersuchungen haben ergeben, dass das periphere Enzym Dopa-Dekarboxylase durch Tagesdosen

von Carbidopa zwischen 70 und 100 mg vollständig gehemmt (gesättigt) wird. Patienten, welche

weniger Carbidopa erhalten, leiden häufiger unter Übelkeit und Erbrechen.

Dosierung

Die Behandlung sollte mit einer Tablette Sinemet 25/100 eingeleitet werden.

Die Dosierung kann alle 4 bis 7 Tage mit einer Tablette Sinemet 25/100 erhöht werden, bis eine

befriedigende therapeutische Wirkung erzielt wird oder bis die tägliche Dosierung ein Maximum von

4 Tabletten 25/100 erreicht hat. Die tägliche Gesamtdosis sollte auf 2-4 Einzeldosen aufgeteilt und

eingenommen werden. Diese Dosierung sollte 1 bis 2 Monate beibehalten werden.

Falls mehr Levodopa benötigt wird, sollte die Dosierung von Sinemet 25/100 vorsichtig um 1

Tablette bis zu einem Maximum von 8 Tabletten Sinemet 25/100 pro Tag erhöht werden. Patienten,

welche die Maximaldosierung von Sinemet 25/100 einnehmen und die noch mehr Levodopa

benötigen, sollten auf Sinemet 25/250 umgestellt werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Behandlung von Kindern und Jugendlichen: Die Sicherheit und Wirksamkeit von Sinemet wurde für

Patienten unter 18 Jahren nicht gezeigt. Die Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren wird nicht

empfohlen.

Sinemet CR:

Sinemet CR Tabletten sollen mit Flüssigkeit eingenommen und dürfen nicht geteilt oder zerkaut oder

zerkleinert werden, um die retardierte Freisetzung nicht zu beeinträchtigen.

Die optimale Tagesdosis muss für jeden Patienten durch sorgfältige Dosistitration bestimmt werden.

In der Phase der Dosistitration soll insbesondere auf das Auftreten von verstärkter Nausea und

abnormalen, unwillkürlichen Bewegungen einschliesslich Dyskinesie, Chorea und Dystonie geachtet

werden.

Mit Ausnahme von Levodopa können andere Antiparkinsonmittel während der Therapie mit Sinemet

CR weitergegeben werden, wenngleich eine Dosisanpassung erforderlich werden kann.

Anfangsdosis

Patienten ohne vorhergehende Levodopa-Therapie

Sinemet CR 25/100 wurde für Patienten im Frühstadium der Erkrankung entwickelt, die vorher noch

nicht mit Levodopa therapiert wurden, oder um eine Auftitrierung der Dosis für Patienten, die

Sinemet CR 50/200 erhalten, zu ermöglichen. Die empfohlene Anfangsdosis ist 1 Tablette Sinemet

CR 25/100 zweimal täglich. Von Patienten die mehr Levodopa benötigen, wird eine Dosis von 1 bis

4 Tabletten Sinemet CR 25/100 zweimal täglich im Allgemeinen gut vertragen.

Falls angebracht, kann die Levodopa-Therapie auch mit Sinemet CR 50/200 begonnen werden. Die

empfohlene Anfangsdosis ist 1 Tablette Sinemet CR 50/200 zwei oder dreimal täglich. Die

Anfangdosierung sollte 600 mg Levodopa täglich nicht überschreiten oder den zeitlichen Abstand

von 6 Stunden zwischen zwei Dosen nicht unterschreiten.

Patienten, die mit anderen herkömmlichen Kombinationspräparaten von Levodopa und

Dekarboxylasehemmern behandelt werden

Die Tagesdosis von Sinemet CR sollte etwa 10% mehr Levodopa betragen. In Abhängigkeit vom

Ansprechen kann die Dosierung bis 30% mehr Levodopa pro Tag erforderlich machen (siehe

Dosierung, Titration). Das Dosierungsintervall von Sinemet CR sollte 4 bis 8 Stunden während der

wachen Stunden eines Tages betragen.

Eine Richtlinie für die initiale Umstellungsdosierung auf Sinemet CR 50/200 gibt die folgende

Tabelle:

Levodopa/Dekarboxylasehemmer

Gesamttagesdosis Levodopa (mg)

Sinemet CR 50/200

Dosierungsschema

300-400

2× täglich 1 Tabl.

500-600

3× täglich 1 Tabl.

700-800

4 Tabl. über den Tag verteilt

900-1000

5 Tabl. über den Tag verteilt

Mit Sinemet CR 25/100 kann wenn notwendig die Auftitrierung der Dosierung in 100 mg Schritten

erleichtert werden.

Patienten mit alleiniger Levodopa Behandlung

Levodopa muss mindestens 8 Stunden vor Therapiebeginn mit Sinemet CR abgesetzt werden. Bei

leichtem oder mässig fortgeschrittenem Stadium der Krankheit beträgt die empfohlene Anfangsdosis

von Sinemet CR zwei- bis dreimal täglich 1 Tablette.

Titration

Nach Therapiebeginn kann in Abhängigkeit vom Ansprechen die Dosierung erhöht oder verringert

bzw. das Dosierungsintervall verlängert oder verkürzt werden. Die meisten Patienten können mit 2

bis 8 Tabletten/Tag entsprechend behandelt werden. Therapien mit höheren Dosen (bis zu 12

Tabletten) und kürzeren Dosierungs-Intervallen (unter 4 Stunden) wurden zwar durchgeführt, werden

aber im Allgemeinen nicht empfohlen.

Bei einem Dosierungsintervall von unter 4 Stunden oder ungleichen Einzeldosen wird empfohlen,

die niedrigere Dosis am Abend zu geben. Bei manchen Patienten kann der Wirkungseintritt bei der

ersten morgendlichen Dosis gegenüber der unretardierten Form von Sinemet um bis zu einer Stunde

verzögert werden.

Es wird ein Intervall von mindestens 3 Tagen zwischen den Dosierungsanpassungen empfohlen.

Erhaltungsdosis

Da die Parkinson-Erkrankung einen progressiven Verlauf hat, werden regelmässige Untersuchungen

empfohlen; eine Dosisanpassung von Sinemet CR kann erforderlich werden.

Spricht der Patient nach sorgfältiger Dosistitrierung schlecht auf Sinemet CR an, ist eine Umstellung

auf eine nicht retardierte Form zu erwägen.

Kombination mit anderen Parkinson-Therapien

Sinemet CR kann mit Anticholinergika, Dopaminagonisten und Amantadin gleichzeitig verabreicht

werden. Bei zusätzlicher Gabe dieser Präparate zu einer bestehenden Therapie mit Sinemet CR kann

eine Dosisanpassung erforderlich sein.

Bei bestimmten Patienten mit fortgeschrittenem Krankheitsbild, die tagsüber für kurze Zeit einen

höheren Levodopa-Bedarf haben, kann zusätzlich zu Sinemet CR eine Dosis von Sinemet 25/100

verabreicht werden.

Therapieabbruch

Bei abrupter Dosisreduktion oder Absetzen von Sinemet CR ist eine sorgfältige Beobachtung des

Patienten erforderlich, insbesondere dann, wenn der Patient Neuroleptika erhält (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Bei Bedarf einer Allgemeinanästhesie kann die Therapie mit Sinemet CR so lange fortgesetzt

werden, wie eine orale Medikation gestattet ist. Bei vorübergehender Therapieunterbrechung sollte -

sobald der Patient wieder in der Lage ist, eine orale Medikation einzunehmen - die übliche Dosis

verabreicht werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Behandlung von Kindern und Jugendlichen: Die Sicherheit und Wirksamkeit von Sinemet CR wurde

für Patienten unter 18 Jahren nicht gezeigt. Die Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren wird nicht

empfohlen.

Kontraindikationen

Nichtselektive Monoaminooxidasehemmer (MAO-Hemmer) sind kontraindiziert für die gleichzeitige

Anwendung mit Sinemet, resp. Sinemet CR. Die MAO-Hemmer sollten mindestens zwei Wochen

vor Beginn der Therapie mit Sinemet oder Sinemet CR abgesetzt werden. Sinemet und Sinemet CR

können zusammen mit einem selektiven MAO-Typ B-Hemmer (z.B. Selegilin) gemäss den in dessen

Fachinformation vorgeschrieben Dosierungsanweisungen gegeben werden (siehe «Interaktionen»).

Sinemet und Sinemet CR sind kontraindiziert bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen das

Präparat und bei Patienten mit Engwinkelglaukom.

Da Levodopa ein malignes Melanom aktivieren kann, sollte Sinemet oder Sinemet CR bei Patienten

mit verdächtigen, nicht abgeklärten Hauterscheinungen oder einer Melanom-Anamnese nicht

angewendet werden.

Sinemet und Sinemet CR werden nicht empfohlen zur Behandlung Arzneimittel bedingter

extrapyramidaler Störungen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Sinemet oder Sinemet CR sollte Patienten mit schweren kardiovaskulären oder pulmonalen

Erkrankungen, mit Bronchialasthma, Nieren-, Leber- oder endokrinen Krankheiten mit Vorsicht

verabreicht werden.

Wie mit Levodopa ist auch mit Sinemet und Sinemet CR Vorsicht geboten bei Patienten nach

durchgemachtem Herzinfarkt und atrialen, nodalen oder ventrikulären Arrhythmien. Während der

initialen Dosiseinstellung sollte bei diesen Patienten die Herzfunktion besonders sorgfältig

überwacht werden.

Mit Levodopa monotherapierte Patienten müssen mindestens 8 Stunden vor einem Therapiebeginn

mit Sinemet oder Sinemet CR das Levodopa Präparat absetzen (wenigstens 12 Stunden vor

Therapiewechsel falls Levodopa als resorptionsverzögerte Form verwendet wird).

Dyskinesien können bei mit Levodopa monotherapierten Patienten auftreten. Carbidopa ermöglicht

es, dass mehr Levodopa das Gehirn erreicht und dadurch mehr Dopamin gebildet wird. Beim

Auftreten von Dyskinesien ist eine Dosisreduktion in Betracht zu ziehen.

Gleich wie Levodopa kann auch Sinemet oder Sinemet CR unwillkürliche Bewegungen und

psychische Störungen verursachen. Solche Reaktionen werden einem erhöhten Dopamingehalt im

Gehirn nach der Verabreichung von Levodopa zugeschrieben. Zur Behebung ist möglicherweise eine

Dosisreduktion angezeigt. Alle Patienten sollten sorgfältig auf die Entwicklung psychischer

Veränderungen, Depressionen mit Suizidabsichten oder andere schwere Verhaltungsstörungen

überwacht werden. Patienten mit früheren oder derzeitigen Psychosen sollten mit Vorsicht behandelt

werden.

Bei plötzlichem Absetzen von Antiparkinson-Präparaten ist über Symptomenkomplexe ähnlich dem

malignen neuroleptischen Syndrom mit muskulärer Rigidität, erhöhter Körpertemperatur,

psychischen Veränderungen und erhöhter Serumkreatin-Phosphokinase berichtet worden. Deshalb

sollten Patienten sorgfältig überwacht werden, falls die Dosis der Carbidopa-Levodopa Kombination

plötzlich reduziert oder abgesetzt wird, besonders wenn der Patient Neuroleptika einnimmt.

Periodische Überprüfung von Blut- und Leberwerten sowie Herz- und Nierenfunktion sollten speziell

bei Langzeittherapie vorgenommen werden.

Psychoaktive Präparate sollten bei gleichzeitiger Verabreichung mit Sinemet oder Sinemet CR mit

Vorsicht verabreicht werden (siehe «Interaktionen»). Patienten mit Konvulsionen in der Anamnese

sollten mit Vorsicht behandelt werden.

Bei chronischem Weitwinkelglaukom ist es möglich, vorsichtig mit Sinemet oder Sinemet CR zu

behandeln, falls der Augeninnendruck gut kontrolliert ist und sorgfältig auf mögliche Veränderungen

unter der Therapie überwacht wird.

Levodopa ist assoziiert mit Schläfrigkeit und plötzlich einsetzenden Kurzschlafepisoden. Sehr selten

wurde über plötzlich auftretende Schläfrigkeit während normaler Beschäftigungen während des

Tages berichtet, manchmal ohne Vorwarnzeichen. Patienten sollten darauf hingewiesen und

angehalten werden, beim Autofahren und Bedienen von Maschinen während Therapie mit Levodopa

Vorsicht walten zu lassen. Patienten, die Schläfrigkeit und/oder plötzlich einsetzende

Kurzschlafepisoden haben, sollten weder Auto fahren noch Maschinen bedienen.

Wie unter Levodopa-Therapie allein, ist es möglich, dass bei Patienten mit einer Anamnese eines

Magen- oder Duodenal-Ulkus gastrointestinale Blutungen auftreten.

Falls eine Narkose vorgenommen werden muss, kann die Therapie mit Sinemet oder Sinemet CR so

lange fortgesetzt werden, wie der Patient imstande ist, Getränke und Arzneimittel einzunehmen.

Nach vorübergehendem Unterbruch des Arzneimittels soll die übliche Tagesdosis verabreicht

werden, sobald der Patient wieder Arzneimittel einnehmen kann.

Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass Parkinsonpatienten ein zwei- bis ca. sechsmal höheres

Risiko für das Auftreten von Melanomen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung haben. Es ist

unklar, ob das erhöhte Risiko auf Grund der Parkinsonerkrankung auftritt oder andere Faktoren, wie

zum Beispiel Arzneimittel zur Therapie des M. Parkinson, eine Rolle spielen.

Aufgrund der oben genannten Fakten, sind Patienten und Verschreiber dazu angehalten, ein häufiges

und regelmässiges Melanomscreening unter Sinemet oder Sinemet CR Therapie für jede Indikation

durchzuführen. Periodische Hautuntersuchungen sollten idealerweise durch qualifizierte

Fachpersonen (Dermatologen) gemacht werden.

Patienten sollten regelmässig in Bezug auf die Entwicklung von Impulskontrollstörungen überwacht

werden. Patienten und deren Betreuungspersonen sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass

Verhaltenssymptome von Impulskontrollstörungen (wie pathologisches Spielen, Hypersexualität,

gesteigerte Libido, zwanghaftes Einkaufen/Geld ausgeben, Binge eating/zwanghaftes Essen) bei

Patienten berichtet wurden, die mit Dopamin-Agonisten und/oder anderen dopaminergen Therapien

gegen M. Parkinson behandelt wurden. Falls solche Symptome auftreten, sollte die Behandlung

überprüft werden.

Sinemet CR enthält den Azofarbstoff Allurarot AC (E129). Bei Patienten mit Überempfindlichkeit

gegenüber Azofarbstoffen, Acetylsalicylsäure und anderen Prostaglandinhemmern soll Sinemet CR

mit Vorsicht angewendet werden.

Interaktionen

Die gleichzeitige Gabe folgender Arzneimittel mit Sinemet oder Sinemet CR sollte mit Vorsicht

geschehen: eine symptomatische orthostatische Hypotonie kann bei gleichzeitiger Gabe von Sinemet

oder Sinemet CR und Antihypertonika auftreten. Deshalb könnte bei Beginn einer Therapie mit

Sinemet oder Sinemet CR eine Dosisanpassung des Antihypertonikums erforderlich sein. Selten sind

Nebenwirkungen, inkl. Hypertonie und Dyskinesie bei gleichzeitiger Verabreichung von

trizyklischen Antidepressiva und Carbidopa/Levodopa Präparaten gemeldet worden. (Für Patienten

unter MAO-Hemmern, siehe «Kontraindikationen»).

Eisen

In Studien war bei gleichzeitiger Einnahme von Eisensulfat oder Eisengluconat die Bioverfügbarkeit

von Carbidopa und/oder Levodopa erniedrigt.

Dopamin D2-Rezeptorantagonisten (wie z.B. Phenothiazine und Butyrophenone und Risperidon) und

Isoniazid können die therapeutische Wirkung von Levodopa vermindern. Zudem wurde berichtet,

dass Phenytoin und Papaverin die Antiparkinson-Wirkung von Levodopa aufheben können.

Patienten, welche diese Arzneimittel zusammen mit Sinemet oder Sinemet CR einnehmen, sollten

sorgfältig auf einen Verlust der therapeutischen Wirkung überwacht werden.

Die Gabe von Sinemet oder Sinemet CR und Dopaminspeicher-entleerenden Substanzen (z.B.

Reserpin und Tetrabenazin) oder anderen Arzneimitteln, welche die Monoaminspeicher entleeren, ist

nicht empfohlen.

Die gleichzeitige Einnahme von Selegilin und Carbidopa-Levodopa kann mit schwerwiegender

orthostatischer Hypotonie in Verbindung gebracht werden, die aber nicht allein auf Carbidopa-

Levodopa zurückzuführen ist.

Postprandiale Einnahme von Sinemet oder Sinemet CR kann das Erreichen der maximalen

Plasmakonzentration ebenso wie die Abbauzeit geringfügig verlängern. Eine Diät mit einem hohen

Proteingehalt könnte die Wirkung von Levodopa beeinträchtigen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Untersuchungen am Tier haben speziesabhängig unterschiedliche Ergebnisse gebracht: Studien bei

Kaninchen mit Levodopa, aber nicht mit Carbidopa, ergaben viscerale und skeletale Missbildungen.

Studien bei Ratten und Mäusen ergaben keine Teratogenität.

Es ist im Einzelfall zu entscheiden, ob ein Absetzen der Therapie mit Sinemet oder Sinemet CR bei

der Schwangeren verantwortet werden kann, weil es aufgrund der Schwere der unbehandelten

Erkrankung möglicherweise zu einer ernsthaften Gefährdung der Patientin kommen kann. Ist eine

Behandlung mit Sinemet oder Sinemet CR während der Stillzeit erforderlich, muss abgestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die individuelle Reaktion auf Arzneimittel kann unterschiedlich sein. Gewisse unerwünschte

Wirkungen, die unter Sinemet/Sinemet CR beobachtet wurden, können die Fähigkeit zum

Autofahren oder Bedienen von Maschinen beeinflussen. Sinemet und Sinemet CR können

Schläfrigkeit und Kurzzeitschlafepisoden verursachen. Deshalb sollten betroffene Patienten nicht

Autofahren oder andere Aktivitäten ausüben, die sie oder andere gefährden könnten (wie z.B.

Maschinen bedienen).

Unerwünschte Wirkungen

Häufig auftretende Nebenwirkungen bei Patienten, welche Sinemet erhalten, werden auf die zentrale

Wirkung von Dopamin zurückgeführt. Gewöhnlich lassen sie sich durch Dosisreduktion verringern.

Am häufigsten sind Dyskinesien inkl. choreiforme, dystonische und andere unwillkürliche

Bewegungsstörungen sowie Nausea. Muskelzuckungen und Blepharospasmus können als

Frühzeichen einer relativen Überdosierung aufgefasst werden.

In kontrollierten klinischen Studien verursachte Sinemet CR bei Patienten mit mässigen oder

schweren Bewegungsstörungen keine Nebenwirkungen, die alleine auf die Retardformulierung

zurückzuführen waren. Dyskinesien wurden bei Sinemet CR Patienten etwas häufiger beobachtet als

bei jenen unter nicht retardierten Präparaten, da die durch Sinemet CR reduzierte «Off-Zeit» durch

längere «On-Zeiten» (mit häufigerem Auftreten von Dyskinesien) ersetzt werden.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Dyskinesien (eine Form abnormer

unwillkürlicher Bewegungen).

Unerwünschte Wirkungen, die in klinischen Studien bei 1% oder mehr Patienten aufgetreten sind:

Unerwünschte Wirkung

Sinemet CR

N=491

Sinemet

N=524

Infektionen und Infestationen

Harnwegsinfektionen

Infektionen der oberen Atemwege 1,8

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Anorexie

Psychiatrische Störungen

Depression

Halluzinationen

Konfusion

Abnormes Träumen

Schlaflosigkeit

Störungen des Nervensystems

Dyskinesie

16,5

12,2

Schwindel

Dystonie

Kopfschmerzen

On-off Phänomen

Parästhesien

Funktionsstörungen der Gefässe

Orthostatische Hypotonie

Respiratorische, thorakale und mediastinale

Funktionsstörungen

Dyspnoe

Gastrointestinale Beschwerden

Nausea

Erbrechen

Mundtrockenheit

Diarrhoe

Dyspepsie

Obstipation

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des

Bindegewebes und der Knochen

Rückenschmerzen

Schulterschmerzen

Muskelkrämpfe

Funktionsstörungen der Niere und ableitenden

Harnwege

Harnfrequenz

Allgemeine Störungen

Brustschmerzen

Andere schwerwiegende unerwünschte Wirkungen sind mentale Störungen, einschliesslich paranoide

Ideen und psychotische Episoden, Depressionen evtl. mit suizidalen Absichten und Demenz.

Nebenwirkungen, die in klinischen Studien oder in Postmarketingberichten beobachtet wurden, sind:

Tumorerkrankungen, gutartige und bösartige (einschliesslich Zysten und Polypen): Malignes

Melanom (siehe «Kontraindikationen»)

Störungen des Blut- und Lymphsystems: Agranulozytose, Leukopenie, hämolytische und nicht-

hämolytische Anämie, Thrombozytopenie

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: Anorexie

Psychiatrische Störungen: Agitation, Angstzustände, Bruxismus, Konfusion, Demenz, Depression

mit oder ohne suizidale Tendenz, Desorientiertheit, abnormes Träumen, Euphorie, Halluzinationen,

Schlaflosigkeit, psychotische Episoden einschliesslich Wahnvorstellungen und paranoide

Vorstellungen

Nach Markteinführung wurde über pathologisches (zwanghaftes) Spielen, gesteigerte Libido,

Hypersexualität, zwanghaftes Einkaufen/Geld ausgeben, Binge eating/zwanghaftes Essen nach

Anwendung von Dopamin-Agonisten und/oder anderen dopaminergen Behandlungen berichtet,

selten auch bei Patienten, die mit Levodopa einschliesslich Sinemet und Sinemet CR behandelt

wurden (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen)

Störungen des Nervensystems: Aktivierung des Horner Syndroms, Ataxie, bradykinetische Episoden

(«on-off» Phänomen), Chorea, Konvulsionen, herabgesetztes Reaktionsvermögen, Schwindel,

Dyskinesien, Dystonie, extrapyramidale und Bewegungsstörungen, Schwäche, Stürze und

Gangstörungen, Kopfschmerzen, Tremor der Hand, Taubheit der Glieder, akute, dystone

Augenbewegung/-stellung (okulogyrische Krise), Parästhesie, Stimulierung, Schläfrigkeit

einschliesslich sehr selten ausgeprägter Tagesschläfrigkeit und plötzliche Kurzzeitschlafepisoden,

Synkope, Trismus

Augenleiden: Blepharospasmus, verschwommenes Sehen, Pupillenerweiterung, Diplopie

Funktionsstörungen des Herzens: Herzrhythmusstörungen, Palpitationen

Funktionsstörungen der Gefässe: Flush, vermehrtes Schwitzen, Hypertonie, orthostatische Effekte

einschliesslich Hypotonie, Phlebitis

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen: abnormale Atmung, Dyspnoe,

Heiserkeit

Gastrointestinale Beschwerden: bitterer Geschmack, Brennen der Zunge, Obstipation, dunkler

Speichel, Entwicklung von Duodenalulcera, Diarrhoe, Mundtrockenheit, Dyspepsie, Dysphagie,

Flatulenz, gastrointestinale Blutungen, gastrointestinale Schmerzen, Schluckauf, Nausea, Sialorrhoe,

Erbrechen

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: Alopezie, Angioödem, dunkler

Schweiss, Henoch-Schönlein Purpura, vermehrtes Schwitzen, Pruritus, Hautausschlag, Urticaria

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen: Muskelkrämpfe,

Muskelzuckungen

Funktionsstörungen der Niere und ableitenden Harnwege: dunkel gefärbter Urin, Harninkontinenz,

Harnverhaltung

Funktionsstörungen der Fortpflanzungsorgane und der Brust: Priapismus

Allgemeine Störungen: Asthenie, Schmerzen in der Brust, Oedem, Fatigue, Malaise, neuroleptisch-

malignes Syndrom (siehe Warnhinweise und Vorsichtmassnahmen), Schwäche

Untersuchungen:

Gewichtszunahme, Gewichtsverlust

Laborwerte, die als vom Normwert abweichend beurteilt wurden waren Kreatinin, Harnsäure,

alkalische Phosphatase, SGOT (AST), SGPT (ALT), Laktat- Dehydrogenase, Bilirubin, Blut-

Harnstoff und Coombs Test.

Über erniedrigtes Hämoglobin und Hämatokrit, erhöhte Serumglukose, sowie über Leukozyten,

Bakterien und Blut im Urin ist berichtet worden.

Carbidopa-Levodopa Präparate können falsch-positive Reaktionen auf Ketonkörper im Urin

verursachen, falls Teststreifen für die Ketonurie-Bestimmung verwendet werden. Diese Reaktion

ändert sich auch nicht durch Sieden der Urinproben. Falschnegative Resultate bei der Bestimmung

der Glukosurie können sich bei Anwendung der Glukoseoxidase-Methode ergeben.

Überdosierung

Die Gegenmassnahmen bei akuter Überdosierung von Sinemet oder Sinemet CR sind grundsätzlich

dieselben wie bei einer Levodopa-Überdosierung. Pyridoxin allerdings ist nicht wirksam beim

Einsatz gegen Überdosierungssymptome von Sinemet oder Sinemet CR.

Im Falle einer Überdosierung sollten allgemeine Unterstützungsmassnahmen getroffen werden,

inklusive einer sofortigen Magenspülung, falls das Arzneimittel kurz zuvor eingenommen wurde.

Intravenöse Flüssigkeiten sollten sehr sorgfältig appliziert und eine adäquate Sauerstoffzufuhr

aufrechterhalten werden. Der Patient sollte elektrokardiographisch überwacht und das eventuelle

Auftreten von Arrhythmien sollte sorgfältig überwacht werden. Falls notwendig, ist adäquate

antiarrhythmische Medikation zu verabreichen. Die Möglichkeit, dass der Patient noch andere

Arzneimittel eingenommen hat, sollte ins Kalkül gezogen werden. Bis anhin liegen noch keine

Erfahrungen mit dem Einsatz der Dialyse vor, sodass deren Wert bei der Behandlung von

überdosierten Patienten unbekannt ist.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N04BA02

Sinemet und Sinemet CR sind Kombinationspräparate zur Behandlung des Morbus Parkinson und

des Parkinson-Syndroms. Sie enthalten Carbidopa, einen peripher wirkenden Dekarboxylasehemmer,

und Levodopa, die metabolische Vorstufe von Dopamin. Sinemet CR liegt in einer polymer-

basierten resorptionsverzögernden Zubereitung vor.

Die Wirkung von Levodopa auf die Symptomatologie des Morbus Parkinson ist auf das daraus im

Gehirn entstehende Dopamin zurückzuführen. Levodopa mindert die Symptome der Parkinsonschen

Krankheit, nachdem es im Gehirn zu Dopamin dekarboxyliert wird.

Carbidopa passiert die Blut-Hirn-Schranke nicht. Es hemmt nur die extrazerebrale Dekarboxylierung

von Levodopa, daher steht mehr Levodopa für den Transport ins Gehirn und für die anschliessende

Umwandlung in Dopamin zur Verfügung. Somit werden hohe, in kurzen Abständen gegebene Dosen

von Levodopa überflüssig. Die niedrigere Dosierung mildert vor allem periphere Nebenwirkungen.

Carbidopa verhindert die von Pyridoxin (Vitamin B6) bekannte Beschleunigung der peripheren

Umwandlung von Levodopa zu Dopamin.

Verglichen mit Levodopa allein verbessert Sinemet den therapeutischen Effekt. Sinemet ergibt

therapeutisch wirksame, anhaltende Plasmaspiegel von Levodopa mit einer etwa 80% tieferen

Dosierung von Levodopa, verglichen mit der für die Monotherapie benötigten.

Sinemet CR ist insbesondere zur Verminderung der «Off-Zeit» bei Patienten, bei denen unter der

bisherigen Kombinationstherapie mit Levodopa/Dekarboxylasehemmer zur Zeit der

Plasmaspitzenwerte Dyskinesien und unvorhersehbare Bewegungsstörungen auftraten, von Nutzen.

Bei Patienten mit Parkinsonismus, die mit Levodopa-Präparaten behandelt werden, können

Bewegungsstörungen auftreten, die durch Wirkungsverlust vor Einnahme der nächsten Dosis,

Dyskinesie zur Zeit der maximalen Plasmawerte und Akinesie charakterisiert sind. Dieses «On-Off-

Phänomen» ist durch einen nicht vorhersehbaren Wechsel von Beweglichkeit und Unbeweglichkeit

gekennzeichnet. Wenngleich der zugrundeliegende Wirkmechanismus nicht vollständig geklärt ist,

konnte bewiesen werden, dass diese Wechsel der Beweglichkeit durch konstante Plasmaspiegel von

Levodopa abgeschwächt werden können.

Bei Patienten mit Fluktuationen der Bewegungsstörung, traten in klinischen Studien unter Sinemet

CR weniger «Off» Perioden auf als unter Sinemet.

Die globale Beurteilung der Besserung und der Aktivität im täglichen Leben bei «On-Off» Patienten

war - laut Patienten und Arzt - unter Sinemet CR besser, als unter nicht retardiertem Sinemet.

Pharmakokinetik

Sinemet: Nach oraler Gabe ist die Halbwertszeit von Carbidopa etwa 3 Stunden und diejenige von

Levodopa 45 Minuten. Werden Carbidopa und Levodopa gemeinsam verabreicht, wird die

Halbwertszeit von Levodopa auf etwa 1 ½ Stunden verlängert.

Sinemet CR: Die aktiven Wirkstoffe werden innerhalb von 4 bis 6 Stunden freigesetzt. Durch diese

Galenik unterliegen die Plasmaspiegel geringeren Schwankungen; der maximale Plasmaspiegel von

Levodopa ist um 60% niedriger als bei den anderen Handelsformen von Sinemet.

Die durchschnittliche Zeit bis zum Erreichen des maximalen Levodopa-Plasmaspiegels beträgt nach

Sinemet CR ungefähr 2 Stunden im Gegensatz zu 0,75 Stunden mit Sinemet.

Der Einfluss von Nahrung auf die Pharmakokinetik von Sinemet CR wurde bei 12 gesunden

Probanden untersucht. Der maximale Plasmaspiegel (Cmax) von Levodopa war nach

Nahrungsaufnahme leicht, d.h. um ungefähr 25% und die Exposition (AUC) um ungefähr 40%

erhöht im Vergleich zum Nüchternzustand.

Metabolismus von Carbidopa: Nach einer oralen Dosis von radioaktiv markiertem Carbidopa wurden

bei gesunden Probanden maximale Plasmaspiegel nach 2 bis 4 Stunden, bei Parkinsonpatienten nach

1 ½ bis 5 Stunden erreicht.

Sowohl bei gesunden Probanden wie bei Patienten erfolgt die Ausscheidung je zu etwa der Hälfte im

Urin und Fäces. Die renale Ausscheidung des unveränderten Arzneimittels dauert über die ersten

7 Stunden und entspricht etwa 35% der totalen renalen Ausscheidung. Danach werden nur noch

Metaboliten ausgeschieden.

Metabolismus von Levodopa: Levodopa wird rasch aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert und

unterliegt einem ausgeprägten Metabolismus. Wenn einmalige Testdosen von radioaktivem

Levodopa an nüchterne Patienten mit M. Parkinson verabreicht werden, können in einer halben bis

zwei Stunden maximale Plasmakonzentrationen beobachtet werden, welche über vier bis sechs

Stunden messbar sind. Zur Zeit der Maximalwerte entsprechen etwa 30% der Radioaktivität

Katecholaminen, 15% Dopamin, 10% Dopa. Die Radioaktivität erscheint rasch im Urin, 1/3 der

Dosis innerhalb zwei Stunden. 80-90% der Metaboliten im Urin sind Phenylcarboxyl-Säuren, u.a.

Homovanillin-Säure. Während 24 Stunden gemessen, wird 1-2% der Radioaktivität als Dopamin und

weniger als 1% als Adrenalin, Noradrenalin oder unverändertes Levodopa ausgeschieden.

Da die Bioverfügbarkeit von Levodopa in Sinemet CR verglichen zu Sinemet ca. 70% beträgt, sind

die Tagesdosierungen von Levodopa in der resorptionsverzögerten Formulierung normalerweise

höher als in der konventionellen Formulierung.

Bei jüngeren, gesunden Probanden beträgt die absolute Bioverfügbarkeit von Levodopa nach

Einzelgabe von Sinemet CR ca. 42%. Bei älteren, gesunden Probanden wurden nach Einzel- wie

auch Mehrfachgabe Werte im Bereich von 71% bis 78% ermittelt.

Präklinische Daten

Die eigenen Daten und publizierte Genotoxizitätsberichte weisen auf niedrige in vitro genotoxische

Effekte der Komponenten von Sinemet, Carbidopa und Levodopa, auf Bakterien und Säugetierzellen

hin, aber nicht bei in vivo Systemen und geben so keinen Hinweis auf ein genotoxisches Risiko für

Menschen.

Eine Langzeitkarzinogenitätsstudie von 106 Wochen Dauer bei Ratten mit Kombinationen von

Carbidopa/Levodopa in Dosierungen von 10/20, 10/50 und 10/100 mg/kg/Tag sowie auch chronische

Toxizitätsstudien zeigten kein karzinogenes Potential.

Carbidopa zeigte bei Mäusen und Kaninchen bis zu Dosen von 120 mg/kg/Tag keine teratogenen

Wirkungen. Levodopa verursachte Weichteil- und Skelett-Missbildungen bei Kaninchen in Dosen

von 125 und 250 mg/kg/Tag, während eine Dosis von 75 mg/kg/Tag als NOEL angesehen wurde; bei

Mäusen wurde keine Reproduktionstoxizität bis zu einer Dosis von 250 mg/kg/Tag beobachtet.

Wenn die Kombination von Carbidopa/Levodopa an Mäuse und Ratten bis zu Dosen von 100/500

mg/kg/Tag (Mäuse) resp. 12,5/125 mg/kg/Tag (Ratten) verabreicht wurde, konnte ebenfalls keine

Teratogenität festgestellt werden. In Kaninchen traten Weichteil- und Skelett-Missbildungen auf, die

mit denjenigen vergleichbar waren, die mit Levodopa allein induziert waren.

Verabreichung von Kombinationen von Carbidopa/Levodopa Dosierungen von 10/20, 10/50 und

10/100 mg/kg/Tag haben weder die Gesamtfertilität, die reproduktive Fähigkeit von männlichen und

weiblichen Ratten noch das Wachstum und das Überleben der Jungtiere beeinflusst.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Vorübergehende pathologische Laborwerte, die jedoch nicht mit klinisch manifesten Krankheiten

assoziiert wurden, bestanden aus Erhöhung von Blut-Harnstoff, SGOT, SGPT, LDH, Bilirubin,

alkalischer Phosphatase.

Über erniedrigtes Hämoglobin und Hämatokrit, erhöhte Serumglukose, sowie über Leukozyten,

Bakterien und Blut im Urin ist berichtet worden.

Normalerweise sind die Spiegel von Blut-Harnstoff, Kreatinin und Harnsäure während einer

Therapie mit Sinemet oder Sinemet CR tiefer als unter Levodopa. Sowohl unter Sinemet oder

Sinemet CR als unter alleiniger Levodopa-Therapie wurde über positive Coombs-Tests berichtet;

hämolytische Anämien sind jedoch äusserst selten.

Sinemet und Sinemet CR können falsch-positive Reaktionen auf Ketonkörper im Urin verursachen,

falls Teststreifen für die Ketonurie-Bestimmung verwendet werden. Diese Reaktion ändert sich auch

nicht durch Sieden der Urinproben. Falschnegative Resultate bei der Bestimmung der Glukosurie

können sich bei Anwendung der Glukoseoxidase-Methode ergeben.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei 15-30° C in der Originalverpackung aufbewahren.

Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

38099, 50931 (Swissmedic).

Packungen

Sinemet:

Tabletten zu 25/250 mg, bezeichnet mit «654»

Packungen zu 30 und 100 Tabletten. (B)

Tabletten zu 25/100 mg, bezeichnet mit «650»

Packungen zu 30 und 100 Tabletten. (B)

Sinemet CR:

Tabletten zu 25/100 mg, bezeichnet mit «601»

Packungen zu 30 und 100 Tabletten. (B)

Tabletten zu 50/200 mg, bezeichnet mit «521»

Packungen zu 30 und 100 Tabletten. (B)

Zulassungsinhaberin

MSD Merck Sharp & Dohme AG, Luzern.

Stand der Information

April 2014.

IPC082013/0295B-CHE-2013-007759

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