Simvastatin AURUS 40 mg Filmtablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Simvastatin
Verfügbar ab:
QUISISANA PHARMA Deutschland GmbH
ATC-Code:
C10AA01
INN (Internationale Bezeichnung):
simvastatin
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Simvastatin 40.mg
Berechtigungsstatus:
ungültig [HIST]
Zulassungsnummer:
50645.03.00

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Simvastatin AURUS 40 mg

Filmtabletten

Zur Anwendung bei Erwachsenen

Wirkstoff: Simvastatin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome

haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Gebrauchsinformation beinhaltet:

Was ist Simvastatin AURUS 40 mg und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Einnahme von Simvastatin AURUS 40 mg beachten?

Wie ist Simvastatin AURUS 40 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Simvastatin AURUS 40 mg aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS IST SIMVASTATIN AURUS 40 MG UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Simvastatin AURUS 40 mg ist ein Arzneimittel zur Senkung erhöhter Cholesterinspiegel

(Cholesterin-Synthese-Enzymhemmer/Lipidsenker).

Simvastatin AURUS 40 mg wird angewendet:

zusätzlich zu einer Diät bei:

Patienten mit Hypercholesterinämie (primärer oder gemischter Hyperlipidämie), wenn

Diät und andere Maßnahmen wie körperliches Training oder Gewichtsabnahme allein

nicht ausreichen.

Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie zusammen mit weiteren

Behandlungen oder wenn solche nicht geeignet sind.

zur Vorbeugung von Herzkreislauferkrankungen:

bei Patienten, deren Cholesterinwerte im Blut normal oder erhöht sind, mit bestehender

atherosklerotischer Herzerkrankung oder Zuckerkrankheit zusammen mit weiteren

vorbeugenden Maßnahmen.

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON SIMVASTATIN AURUS 40 MG

BEACHTEN?

Vor Behandlungsbeginn mit Simvastatin AURUS 40 mg müssen Ursachen für die erhöhten

Blutcholesterinwerte, die auf eine andere Erkrankung zurückzuführen sind (sekundäre

Hypercholesterinämie), ausgeschlossen werden.

Vor Behandlungsbeginn mit Simvastatin AURUS 40 mg sollte eine geeignete

cholesterinsenkende Diät begonnen werden, die auch während der Behandlung mit diesem

Arzneimittel fortgeführt werden sollte.

Simvastatin AURUS 40 mg darf nicht eingenommen werden

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Simvastatin AURUS 40 mg ist erforderlich

wenn Sie unklare Muskelschmerzen, Empfindlichkeit der Muskulatur oder

Muskelschwäche bei sich feststellen. Simvastatin und andere Arzneimittel dieser

Substanzklasse können gelegentlich eine Erkrankung der Skelettmuskulatur (Myopathie)

hervorrufen, die sich in Muskelschmerzen oder –schwäche verbunden mit ausgeprägten

Erhöhungen des Enzyms Kreatinkinase (CK) äußert. Diese kann in seltenen Fällen zu

einem Zerfall von Skelettmuskelzellen (Rhabdomyolyse), einem potentiell

lebensbedrohlichen Zustand, ohne oder mit daraus folgendem Nierenversagen

fortschreiten.

Beim Auftreten von unklaren Muskelschmerzen, Empfindlichkeit der Muskulatur oder

Muskelschwäche, insbesondere bei zusätzlichem Fieber oder Krankheitsgefühl, wenden

Sie sich bitte umgehend an Ihren behandelnden Arzt.

Das Risiko einer Erkrankung der Skelettmuskulatur (Myopathie) ist erhöht, wenn eine

begleitende fettsenkende Therapie mit Gemfibrozil oder anderen Fibraten oder Niacin

(Nikotinsäure) durchgeführt wird. Die gemeinsame Gabe von Simvastatin und Gemfibrozil

sollte aufgrund der Wechselwirkungen vermieden werden (s. “ Bei Einnahme von

Simvastatin AURUS 40 mg mit anderen Arzneimitteln:”). Die kombinierte Gabe von

Simvastatin mit den übrigen Fibraten oder Niacin (Nikotinsäure) sollte auf Patienten mit

schwerer kombinierter Fettstoffwechselstörung und hohem Risiko für Herz-Kreislauf-

Erkrankungen, bei denen bislang noch keine Muskelerkrankungen aufgetreten sind,

beschränkt werden, wenn der Nutzen einer weiteren Veränderung der Fettwerte das

wahrscheinliche Risiko dieser Kombination überwiegt.

Das Risiko einer Erkrankung der Skelettmuskulatur (Myopathie) kann auch bei kombinierter

Gabe von Simvastatin mit starken Hemmern des Abbaus dieses Wirkstoffes erhöht sein. Zu

diesen Stoffen gehören Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems einschließlich

Cyclosporin, der Calcium-Antagonist (Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck oder

Angina pectoris) Verapamil, Mittel gegen Pilzerkrankungen (Azol-Antimykotika Itraconazol

und Ketoconazol), die Antibiotika Erythromycin und Clarithromycin, Mittel zur Behandlung

von HIV-Erkrankungen (HIV-Protease-Hemmer) und das Mittel zur Behandlung von

Depressionen Nefazodon.

Bei gleichzeitiger Gabe von Simvastatin mit Arzneimitteln zur Unterdrückung des

Immunsystems einschließlich Cyclosporin, Fibraten oder Niacin (Nikotinsäure) sollte eine

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Simvastatin oder einem der sonstigen

Bestandteile von Simvastatin AURUS 40 mg sind

wenn Sie an aktiver Lebererkrankung oder ungeklärter und andauernder Erhöhung

bestimmter Leberwerte im Blut (Serum-Transaminasen) oder Gallenstauung leiden,

wenn Sie eine Erkrankung der Skelettmuskulatur (Myopathie) haben

wenn Sie gleichzeitig mit Ketoconazol oder Itraconazol (Mittel gegen krankheitserregende

Pilze), Mittel zur Behandlung von HIV-Erkrankungen (HIV-Protease-Hemmer), dem

Reverse-Transkriptase-Hemmer Delavirdin oder dem Mittel zur Behandlung von

Herzrhythmusstörungen Amiodaron behandelt werden

wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Dosis von 10 mg Simvastatin pro Tag nicht überschritten werden, da das Risiko einer

Erkrankung der Skelettmuskulatur (Myopathie) mit höheren Dosierungen wesentlich

ansteigt.

Ebenso kann bei kombinierter Gabe von Simvastatin mit dem Arzneimittel zur Behandlung

von Herzrhythmusstörungen Amiodaron das Risiko einer Erkrankung der Skelettmuskulatur

(Myopathie) erhöht sein. Daher ist die begleitende Therapie mit Amiodaron kontraindiziert.

Itraconazol, Ketoconazol, HIV-Protease-Hemmstoffe, Delavirdin und Amiodaron dürfen nicht

mit Simvastatin kombiniert werden.

Eine gemeinsame Einnahme von Simvastatin mit Verapamil, Erythromycin, Clarithromycin

oder Nefazodon wird nicht empfohlen.

Falls eine Behandlung mit Itraconazol, Ketoconazol, Erythromycin oder Clarithromycin

unabdingbar ist, muss die Behandlung mit Simvastatin während der Behandlungsdauer

eingestellt werden. Unerwünschte Folgen einer kurzen Unterbrechung der langfristigen

fettsenkenden Behandlung sind nicht bekannt.

Ebenso sollte daher die Behandlung mit Simvastatin einige Tage vor geplanten

chirurgischen Eingriffen sowie bei Eintritt eines akuten ernsten Krankheitsbildes bzw.

Notwendigkeit von chirurgischen Maßnahmen unterbrochen werden.

Von den Patienten, die einen Zerfall von Skelettmuskelzellen (Rhabdomyolyse)

entwickelten, hatten viele eine umfangreiche medizinische Vorgeschichte. Einige von ihnen

hatten bereits eine eingeschränkte Nierenfunktion, zumeist bedingt durch eine lange

bestehende Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

wenn Sie in erheblichem Maße Alkohol zu sich nehmen und/oder eine Lebererkrankung in

der Vorgeschichte aufweisen. Eine aktive Lebererkrankung oder ungeklärte

Veränderungen bestimmter Leberfunktionswerte (Transaminasen) im Blut sind

Gegenanzeigen für die Einnahme von Simvastatin.

Während der Behandlung mit Simvastatin wurden im Blut Veränderungen bestimmter

Leberfunktionswerte (Transaminasen) gemessen. Diese Veränderungen traten kurz nach

Behandlungsbeginn auf, waren häufig vorübergehender Natur und nicht von

Krankheitserscheinungen begleitet; eine Unterbrechung der Behandlung war nicht

erforderlich. Bei einigen wenigen Patienten trat ein ausgeprägter Anstieg einiger

Leberfunktionswerte (Transaminasen) auf (ohne Gelbsucht und begleitende

Krankheitszeichen). Nach Absetzen der Behandlung fielen die Werte bei allen Patienten

langsam wieder auf die Ausgangswerte ab.

Vor und während der Behandlung mit Simvastatin wird Ihr Arzt Ihre Leberwerte

(Transaminasen) kontrollieren. Falls sich hierbei krankhafte Werte ergeben, wird Ihr Arzt

über die Weiterbehandlung entscheiden.

Sprechen sie vor der Behandlung mit Simvastatin AURUS 10 mg mit Ihrem Arzt oder

Apotheker

- wenn sie an schwerwiegenden Atemproblemen leiden

Kinder

Dieses Arzneimittel ist nicht für die Anwendung bei Kindern geeignet, da noch keine

ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

Ältere Menschen

Bei Patienten über 65 Jahren, die in einer kontrollierten klinischen Studie Simvastatin erhielten,

schienen die Wirksamkeit und die Häufigkeit der Nebenwirkungen ähnlich der bei jüngeren

Patienten zu sein.

Bei Einnahme von Simvastatin AURUS 40 mg mit anderen Arzneimitteln:

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es

sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Gemfibrozil und andere Fibrate sowie Niacin (Nikotinsäure) in Dosierungen, die zur Senkung

erhöhter Blutfettspiegel geeignet sind, erhöhen das Risiko für eine krankhafte Störung der

Skelettmuskulatur (Myopathie) bei gemeinsamer Gabe mit Simvastatin, vermutlich weil sie

auch allein verabreicht diese Erkrankung hervorrufen können.

Die gleichzeitige Verabreichung von Simvastatin und Gemfibrozil führte bei gesunden

Personen zu einer leichten Erhöhung der Simvastatin-Konzentration sowie einer erheblichen

Erhöhung der Konzentration des aktiven Abbauproduktes von Simvastatin im Blutplasma.

Einige Medikamente können das Risiko für Beschwerden der Muskulatur erhöhen, indem sie

die normale Ausscheidung von Simvastatin aus dem Körper stören. Zu diesen

Medikamenten gehören Arzneimittel zur Unterdrückung des Immunsystems einschließlich

Cyclosporin und Verapamil (Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck oder Angina

pectoris), Erythromycin, Clarithromycin (Antibiotika), Itraconazol und Ketoconazol (Mittel

gegen krankheitserregende Pilze), Mittel zur Behandlung von HIV-Erkrankungen (HIV-

Protease-Hemmer, wie z. B. Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir und Saquinavir) und das Mittel zur

Behandlung von Depressionen Nefazodon.

Ebenso kann bei kombinierter Gabe von Simvastatin mit dem Arzneimittel zur Behandlung

von Herzrhythmusstörungen Amiodaron das Risiko einer Erkrankung der Skelettmuskulatur

(Myopathie) erhöht sein.

Sollte Ihr Gesundheitszustand es erforderlich machen, eines dieser Medikamente

einzunehmen, wird Ihr Arzt die Entscheidung treffen, ob eine andere Behandlung möglich ist

oder ob die Behandlung mit Simvastatin kurzfristig unterbrochen werden kann. Nur Ihr Arzt

kann in einem solchen Fall die Entscheidung über Ihre Behandlung treffen (s. auch “Was

müssen Sie vor der Einnahme von Simvastatin AURUS 40 mg beachten? / Besondere

Vorsicht bei der Einnahme von Simvastatin AURUS 40 mg ist erforderlich ...”).

Bei gleichzeitiger Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten kann eine leichte

Verstärkung der gerinnungshemmenden Wirkung auftreten. Daher müssen bei Patienten, die

blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen, zu Beginn der Behandlung mit

Simvastatin und danach in kürzeren Abständen die Gerinnungswerte bestimmt werden. Nach

Stabilisierung können die Gerinnungswerte in den üblichen Abständen überprüft werden.

Die gleichzeitige Verabreichung von Simvastatin und Digoxin führte bei gesunden Personen

zu einer leichten Erhöhung der Digoxin-Konzentration im Blutplasma.

Bei Einnahme von Simvastatin AURUS 40 mg zusammen mit Nahrungsmitteln und

Getränken

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie größere Mengen Alkohol konsumieren.

Grapefruitsaft enthält einen oder mehrere Bestandteile, die den Stoffwechsel einiger

Medikamente einschließlich Simvastatin verändern. Sie sollten übermäßigen Genuss von

Grapefruitsaft (über 1 Liter pro Tag) während der Therapie mit Simvastatin vermeiden. Es ist

jedoch unwahrscheinlich, dass eine normale Menge (ein 250 ml-Glas pro Tag) Probleme

bereitet.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Simvastatin AURUS 40 mg darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

Da Cholesterin und andere Produkte der Cholesterinbiosynthese für die Entwicklung des

Kindes im Mutterleib wichtig sind, ist nicht auszuschließen, dass Simvastatin bei der

Einnahme während der Schwangerschaft angeborene Fehlbildungen hervorruft. Patientinnen

im gebärfähigen Alter sollten daher während der Behandlung mit Simvastatin AURUS 40 mg

eine sichere Empfängnisverhütung betreiben.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Simvastatin in die Muttermilch übergeht. Wegen des Risikos

schwerwiegender unerwünschter Wirkungen bei Säuglingen, darf Simvastatin AURUS 40 mg

während der Stillzeit nicht eingenommen werden. Sollte eine Therapie unverzichtbar sein, ist

abzustillen

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Simvastatin AURUS

40 mg

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Simvastatin AURUS 40 mg daher erst

nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer

Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

WIE IST SIMVASTATIN AURUS 40 MG EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Simvastatin AURUS 40 mg immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte

fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Erhöhte Blutfettwerte

Am Anfang 10 mg Simvastatin einmal täglich als Einzeldosis am Abend.

Gegebenenfalls kann eine Anfangsdosis von täglich 5 mg Simvastatin verordnet werden.

Hierfür stehen andere Darreichungsformen zur Verfügung.

Falls erforderlich, wird Ihr Arzt die Dosis anhand der Cholesterinwerte im Blut im Abstand von

4 Wochen oder mehr anpassen. Die Tageshöchstdosis von 80 mg Simvastatin (entspr. 2

Filmtabletten) einmal täglich darf nicht überschritten werden.

Koronare Herzkrankheit

Am Anfang 20 mg Simvastatin (entspr. ½ Filmtablette) einmal täglich am Abend.

Dosisanpassungen sollten wie oben beschrieben durchgeführt werden.

Dosierungen bei Patienten, die andere Medikamente erhalten

Bei gleichzeitiger Gabe von Arzneimitteln zur Unterdrückung des Immunsystems

einschließlich Cyclosporin, Fibrate oder Niacin (Nikotinsäure) sollte eine Höchstdosis von 10

mg Simvastatin pro Tag nicht überschritten werden, da das Risiko einer Erkrankung der

Skelettmuskulatur mit höheren Dosierungen wesentlich ansteigt.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit erheblich eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30

ml/min) sollte die Entscheidung zur Behandlung mit höheren Dosierungen als 10 mg

Simvastatin pro Tag sorgfältig abgewogen werden; sofern sie als notwendig erachtet wird, ist

sie mit Vorsicht durchzuführen (s. “Was müssen Sie vor der Einnahme von Simvastatin

AURUS 40 mg beachten? / Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Simvastatin AURUS

40 mg ist erforderlich ...”).

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Simvastatin AURUS 40 mg zu stark oder zu schwach ist.

Art der Anwendung

Simvastatin AURUS 40 mg soll unzerkaut und mit reichlich Flüssigkeit (ca. 1 Glas Wasser)

am Abend eingenommen werden. Die Filmtabletten können entweder auf nüchternen Magen

oder mit der Mahlzeit eingenommen werden.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Behandlung bestimmt der behandelnde Arzt.

Wenn Sie eine größere Menge Simvastatin AURUS 40 mg eingenommen haben, als Sie

sollten

Wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Arzt. Ihr Arzt wird allgemeine Maßnahmen zur

Behandlung der Überdosierung ergreifen und Ihre Leberfunktion kontrollieren.

Wenn Sie die Einnahme von Simvastatin AURUS 40 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein.

Wenn Sie die Einnahme von Simvastatin AURUS 40 mg abbrechen

Bei der Einnahme von Simvastatin handelt es sich um eine Langzeittherapie, d. h. günstige

Behandlungseffekte bei der koronaren Herzkrankheit sind nicht vor Ablauf von mindestens 1

Jahr zu erwarten. Falls Sie die Behandlung mit Simvastatin AURUS 40 mg unterbrechen

wollen, wenden Sie sich bitte an den behandelnden Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Simvastatin AURUS 40 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem Behandelten auftreten müssen.

Bei der Bewertung der Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde

gelegt:

Sehr häufig:

mehr als

1 von 10 Behandelten

Häufig:

weniger als

1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

Gelegentlich:

weniger als

1 von 100, aber mehr als 1 von 1.000 Behandelten

Selten:

weniger als

1 von 1.000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten

Sehr selten:

weniger als 1 von 10.000 Behandelten, oder unbekannt

Mögliche Nebenwirkungen:

Häufig auftretende Nebenwirkungen sind Bauchschmerzen, Verstopfung und Blähungen.

Gelegentlich wurde über Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verdauungsstörungen, Sodbrennen,

Hautausschlag, Schwindel, Schlaflosigkeit, Juckreiz, Haarausfall, Muskelkrämpfe,

Muskelschmerzen, Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Missempfindungen

(Parästhesien), Erkrankung der Nerven (periphere Neuropathie), Blutarmut (Anämie),

Müdigkeit, Kopfschmerzen, Erkrankung der Skelettmuskulatur (Myopathie), Zerfall von

Skelettmuskelzellen (Rhabdomyolyse), Leberentzündung (Hepatitis), Gelbsucht (Ikterus)

sowie Sexualfunktionsstörung (erektile Dysfunktion) berichtet.

Vorsicht ist geboten bei Leberfunktionsstörungen bedingt durch Alkoholgenuss oder frühere

Lebererkrankungen.

Selten treten Symptome auf, die offensichtlich mit einer Überempfindlichkeit

(Hypersensitivitätssyndrom) zusammenhängen: Gefäßschwellung (angioneurotisches

Ödem), Lupus-ähnliches Syndrom, rheumatische Erkrankung der Muskulatur (Polymyalgia

rheumatica), Autoimmunkrankheit mit Beteiligung der Haut und der Muskulatur

(Dermatomyositis), Gefäßentzündung (Vaskulitis), Gelenkentzündung (Arthritis),

Gelenkschmerzen (Arthralgie), juckender Hautausschlag (Urtikaria), Lichtempfindlichkeit der

Haut (Photosensitivität), Fieber, Gesichtsrötung, Atembeschwerden (Dyspnoe), allgemeines

Krankheitsgefühl sowie Veränderungen des Blutbildes (Thrombozytopenie, Eosinophilie) und

Beschleunigung der Blutsenkungsgeschwindigkeit.

Zwischen folgenden gemeldeten Nebenwirkungen und einer Behandlung mit Simvastatin ist

ein Zusammenhang nicht gesichert: Depression, Hauterkrankungen (Erythema multiforme,

Stevens-Johnson-Syndrom), Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukozytopenie),

punktförmige Blutergüsse (Purpura) sowie vorübergehender Blutdruckabfall.

Laborwerte

Selten wurden deutliche und bleibende Anstiege bestimmter Leberfunktionswerte (Serum-

Transaminasen) beobachtet. Im Allgemeinen waren diese Abweichungen der

Leberfunktionswerte geringgradig und vorübergehend. Selten wurde über eine Erhöhung

weiterer Leberfunktionswerte [alkalische Phosphatase, Gamma-Glutamyltransferase (

-GT)

und Bilirubin] berichtet. Anstiege eines Enzyms der Skelettmuskulatur [Kreatinkinase (CK)]

wurden beobachtet.

Mögliche Nebenwirkungen, die bei einigen Statinen (Arzneimittel des gleichen Typs)

berichtet wurden:

- Schlafstörungen, wie Alpträume

- Gedächtnisverlust

- Störungen der Sexualfunktion

- Depressionen

- Atemprobleme einschließlich anhaltender Husten und/oder Kurzatmigkeit oder

Fieber

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen

Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

5.

WIE IST SIMVASTATIN AURUS 40 MG AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Blister nach „Verwendbar

bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf

den letzten Tag des Monats.

Aufbewahrungsbedingungen:

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Was Simvastatin AURUS 40 mg enthält:

Der Wirkstoff ist: Simvastatin.

1 Filmtablette enthält 40 mg Simvastatin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Lactose, vorverkleisterte Stärke aus Mais, mikrokristalline

Cellulose, Talkum, Hyprolose, Hypromellose, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich],

Butylhydroxyanisol (Ph. Eur.) [E 320], Titandioxid (E 171).

Wie Simvastatin AURUS 40 mg aussieht und Inhalt der Packung:

Weiße, längliche Filmtabletten mit Bruchrille und den Kennzeichnungen „SVT“ und „40“.

Originalpackungen zu 50 (N2) und 100 (N3) Filmtabletten.

Pharmazeutischer Unternehmer

QUISISANA PHARMA Deutschland GmbH

Schiffgraben 13

D-30159 Hannover

Telefon: (0511) 473 919 0

Telefax: (0511) 473 919 29

Internet: www.quisisana-pharma.com

Hersteller

QUISISANA PHARMA Deutschland GmbH

Schiffgraben 13

D-30159 Hannover

Telefon: (0511) 473 919 0

Telefax: (0511) 473 919 29

Internet: www.quisisana-pharma.com

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im 06/2011.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Simvastatin AURUS 10 mg, Filmtabletten

Simvastatin AURUS 20 mg, Filmtabletten

Simvastatin AURUS 40 mg, Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Simvastatin AURUS 10 mg: 1 Filmtablette enthält als Wirkstoff 10 mg Simvastatin.

Simvastatin AURUS 20 mg: 1 Filmtablette enthält als Wirkstoff 20 mg Simvastatin.

Simvastatin AURUS 40 mg: 1 Filmtablette enthält als Wirkstoff 40 mg Simvastatin.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtabletten

Simvastatin AURUS 10 mg: Weiße, längliche Filmtabletten mit Bruchrille und den Kennzeichnungen

„SVT“ und „10“.

Simvastatin AURUS 20 mg: Weiße, längliche Filmtabletten mit Bruchrille und den Kennzeichnungen

„SVT“ und „20“.

Simvastatin AURUS 40 mg: Weiße, längliche Filmtabletten mit Bruchrille und den Kennzeichnungen

„SVT“ und „40“.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Hypercholesterinämie

Zur Behandlung der primären oder kombinierten Hyperlipidämie begleitend zu Diät, wenn Diät

und andere nicht pharmakologische Maßnahmen (z. B. körperliches Training und

Gewichtsabnahme) allein nicht ausreichen.

Zur Behandlung der homozygoten familiären Hypercholesterinämie. Simvastatin AURUS 10/

20/ 40 mg wird begleitend zu Diät und anderen lipidsenkenen Maßnahmen (z. B. LDL-

Apherese) angewandt oder wenn solche Maßnahmen nicht geeignet sind.

Kardiovaskuläre Prävention

Zur Senkung kardiovaskulärer Mortalität und Morbidität bei Patienten mit manifester

atherosklerotischer Herzerkrankung oder Diabetes mellitus, deren Cholesterinwerte normal oder

erhöht sind. Begleitend zur Korrektur anderer Risikofaktoren und kardioprotektiver Therapie

(siehe 5.1).

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Vor Behandlungsbeginn mit Simvastatin müssen sekundäre Ursachen für die

Hypercholesterinämie ausgeschlossen werden.

Es sollten geeignete diätetische Maßnahmen zur Senkung erhöhter Cholesterinspiegel ergriffen

werden. Das Diätschema sollte auch während der Behandlung mit Simvastatin fortgesetzt

werden.

Hypercholesterinämie

Die übliche Anfangsdosis beträgt 10 mg Simvastatin, einmal täglich als Einzeldosis am Abend.

Gegebenenfalls kann eine Anfangsdosis von täglich 5 mg Simvastatin in Betracht gezogen

werden.

Dosisanpassungen - falls erforderlich - sollten in Abständen von mindestens 4 Wochen

durchgeführt werden, bis zu einem Maximum von 80 mg Simvastatin einmal täglich.

Die Dosis sollte reduziert werden, wenn die LDL-Cholesterinkonzentrationen unter 75 mg/dl (1,94

mmol/l) bzw. die Gesamtserumcholesterinkonzentrationen unter 140 mg/dl (3,6 mmol/l) fallen.

Koronare Herzkrankheit

Patienten mit koronarer Herzkrankheit können mit einer Anfangsdosis von 20 mg Simvastatin

einmal täglich am Abend therapiert werden.

Dosisanpassungen - falls erforderlich - sollten wie oben beschrieben durchgeführt werden.

Begleitmedikation

Simvastatin ist allein und in Kombination mit Gallensäuren-Ionenaustauschern wirksam.

Bei gleichzeitiger Gabe von Immunsuppressiva (wie z. B. Cyclosporin), Fibraten oder Niacin

sollte eine maximale Dosis von 10 mg Simvastatin nicht überschritten werden. Da das

Myopathierisiko mit höheren Dosierungen wesentlich ansteigt (s. 4.5 “Wechselwirkungen mit

anderen Mitteln und sonstige Wechselwirkungen – Skelettmuskulatur).

Ältere Patienten

Bei Patienten über 65 Jahren, die in kontrollierten klinischen Studien Simvastatin erhielten,

schien die Wirksamkeit ähnlich der in der übrigen Patientenpopulation zu sein; es zeigte sich kein

offensichtlicher Anstieg in der Häufigkeit der klinischen oder labormäßig erfassten

Nebenwirkungen.

Kinder

Die Anwendung von Simvastatin bei Kindern wird derzeit nicht empfohlen, weil Sicherheit und

Wirksamkeit noch nicht nachgewiesen sind.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit mäßiger Niereninsuffizienz ist in der Regel keine Dosisanpassung erforderlich,

da Simvastatin nur in geringem Ausmaß renal eliminiert wird.

Art und Dauer der Anwendung

Simvastatin AURUS 10/20/40 mg sollen unzerkaut und mit reichlich Flüssigkeit (ca. 1 Glas Wasser)

am Abend eingenommen werden.

Die Filmtabletten können entweder auf nüchternen Magen oder mit der Mahlzeit eingenommen

werden.

Bei der Einnahme von Simvastatin AURUS handelt es sich um eine Langzeittherapie, d. h. günstige

Behandlungseffekte bei der koronaren Herzkrankheit sind nicht vor Ablauf von mindestens einem

Jahr zu erwarten.

Die Therapiedauer ist ärztlicherseits patientenindividuell zu bestimmen.

4.3

Gegenanzeigen

Simvastatin darf nicht angewendet werden:

bei Überempfindlichkeit gegenüber einem Bestandteil dieser Arzneimittel,

bei aktiver Lebererkrankung, ungeklärter persistierender Erhöhung der Serum-

Transaminasen oder bei Cholestase,

bei Myopathie,

bei begleitender Therapie mit Ketoconazol, Itraconazol, HIV-Protease-Hemmstoffen,

Delavirdin und Amiodaron,

während Schwangerschaft/Stillzeit (s. 4.6 “Anwendung während Schwangerschaft und

Stillzeit”).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Skelettmuskulatur

Simvastatin und andere HMG-CoA-Reduktase-Hemmer können gelegentlich eine Myopathie

hervorrufen, die sich in Muskelschmerzen oder –schwäche verbunden mit ausgeprägten

Erhöhungen der Kreatinkinase (CK) äußert. Dieses kann in seltenen Fällen zu einer

Rhabdomyolyse, einem potentiell lebensbedrohlichen Zustand, ohne oder mit akutem

Nierenversagen bedingt durch Myoglobinurie fortschreiten. Patienten, die eine Therapie mit

Simvastatin beginnen, sollten über das Risiko einer Myopathie aufgeklärt und aufgefordert

werden, unklare Muskelschmerzen, -empfindlichkeit oder –schwäche umgehend mitzuteilen. Eine

deutliche CK-Spiegel-Erhöhung sowie unklare Muskelschmerzen zeigen eine Myopathie an. Die

Therapie mit Simvastatin muss abgesetzt werden, wenn die Diagnose bzw. Verdachtsdiagnose

einer Myopathie gestellt ist. In den meisten Fällen, in denen die Behandlung sofort abgesetzt

wurde, bildeten sich die muskuläre Symptomatik und die CK-Erhöhung zurück.

Die Inzidenz und Schwere der Myopathie können erhöht sein bei gleichzeitiger Therapie mit

HMG-CoA-Reduktase-Hemmern und Substanzen, die in Monotherapie Myopathien hervorrufen

können, wie Gemfibrozil und andere Fibrate und lipidsenkende Dosen von Niacin (Nikotinsäure,

1g/Tag). Die gemeinsame Gabe von Simvastatin und Gemfibrozil sollte auf Grund der

pharmakokinetischen Interaktion vermieden werden (s. 4.5 “Wechselwirkungen mit anderen

Mitteln und sonstige Wechselwirkungen”).

Der kombinierte Einsatz von Simvastatin mit den übrigen Fibraten oder Niacin (Nikotinsäure)

sollte auf Patienten mit schwerer kombinierter Hyperlipidämie und hohem kardiovaskulären

Risiko, bei denen bislang noch keine Muskelerkrankungen aufgetreten sind, beschränkt werden,

wenn davon ausgegangen wird, dass der Nutzen einer weiteren Veränderung der

Lipidkonzentrationen wahrscheinlich das erhöhte Risiko dieser Kombination überwiegt. Diese

Kombinationstherapie sollte mit Vorsicht eingesetzt werden und die Patienten sollten streng auf

eine mögliche Myotoxizität hin überwacht werden. Das Hinzufügen dieser Substanzen zu HMG-

CoA-Reduktase-Hemmern erzeugt typischerweise keine zusätzliche Reduktion von LDL-

Cholesterin, jedoch können weitere Reduktionen der Triglyceride und weitere Erhöhungen von

HDL-Cholesterin erreicht werden.

Zusätzlich kann das Risiko einer Myopathie bei hoher HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoraktivität im

Plasma erhöht sein.

Simvastatin wird – wie verschiedene andere HMG-CoA-Reduktase-Hemmer – durch das

Cytochrom P450 Isoenzym 3A4 (CYP3A4) metabolisiert. Bestimmte Substanzen, die in

therapeutischen Dosen starke Inhibitoren dieses Metabolismus sind, können die Plasmaspiegel

und damit die Aktivität dieser HMG-CoA-Reduktase-Hemmer anheben. Dadurch kann das Risiko

für eine Myopathie ansteigen. Zu diesen Substanzen gehören Immunsuppressiva einschließlich

Cyclosporin, der Calcium-Antagonist Verapamil, die Azol-Antimykotika Itraconazol und

Ketoconazol, die Makrolid-Antibiotika Erythromycin und Clarithromycin, HIV-Protease-Inhibitoren

(wie z. B. Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir und Saquinavir) und das Antidepressivum Nefazodon.

Ärzte, die eine Kombinationstherapie mit Simvastatin und einem der Arzneimittel erwägen, die

Wechselwirkungen mit Simvastatin zeigen, sollten die potentiellen Vorteile und Risiken der

Therapie abwägen und die Patienten sorgfältig auf Anzeichen und Symptome von

Muskelschmerzen, Empfindlichkeit der Muskulatur oder Muskelschwäche überwachen, vor allem

während der ersten Behandlungsmonate sowie bei Dosissteigerung eines dieser Arzneimittel.

Periodische Bestimmungen der CK können erwogen werden, jedoch ist nicht sicher, dass dieses

Monitoring eine Myopathie verhindern kann.

Bei gleichzeitiger Gabe von Immunsuppressiva einschließlich Cyclosporin, Fibraten oder Niacin

(Nikotinsäure) sollte eine Dosis von 10 mg Simvastatin pro Tag nicht überschritten werden, da

das Myopathierisiko mit höheren Dosierungen wesentlich ansteigt (s. 4.5 “Wechselwirkungen mit

anderen Mitteln und sonstige Wechselwirkungen” und 4.2 “Dosierung, Art und Dauer der

Anwendung”).

Eine gleichzeitige Anwendung von Simvastatin mit Itraconazol, Ketoconazol, HIV-Protease-

Inhibitoren, Delavirdin und Amiodaron ist kontraindiziert. Eine gleichzeitige Anwendung von

Simvastatin mit Verapamil, Erythromycin, Clarithromycin oder Nefazodon sollte vermieden

werden. Falls eine Behandlung mit Itraconazol, Ketoconazol, Erythromycin oder Clarithromycin

unabdingbar ist, muss die Therapie mit Simvastatin während der Behandlungsdauer eingestellt

werden.

Eine gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, für die in therapeutischen Dosen eine starke

inhibitorische Wirkung auf CYP3A4 beschrieben ist, sollte vermieden werden, sofern der Nutzen

einer Kombinationstherapie das erhöhte Risiko nicht überwiegt.

Ebenso sollte daher die Therapie mit Simvastatin einige Tage vor geplanten chirurgischen

Eingriffen sowie bei Eintritt eines akuten ernsten Krankheitsbildes bzw. im Falle der

Notwendigkeit von chirurgischen Maßnahmen unterbrochen werden.

Andere Arzneimittel:

In einer laufenden klinischen Studie führte eine Kombination von 80 mg Simvastatin/Tag mit

Amiodaron bei 6% der so behandelten Patienten zu einer Myopathie oder Rhabdomyolyse (siehe

Abschnitte 4.3 “Gegenanzeigen” und 4.5 “Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und

sonstige Wechselwirkungen”). Daher ist die begleitende Therapie mit Amiodaron kontraindiziert.

Von den Patienten, die eine Rhabdomyolyse entwickelten, hatten viele eine umfangreiche

medizinische Vorgeschichte. Einige von ihnen hatten bereits eine Niereninsuffizienz, zumeist

bedingt durch einen lange bestehenden Diabetes mellitus. Bei diesen Patienten sollte eine

Dosisanpassung mit Vorsicht durchgeführt werden.

Leber

Vor Beginn der Behandlung mit Simvastatin und danach in periodischen Abständen (z. B.

halbjährlich) im ersten Behandlungsjahr oder ein Jahr nach der letzten Dosiserhöhung, werden

bei allen Patienten Bestimmungen der Serum-Transaminasen empfohlen. Bei Patienten, die auf

eine Dosis von 80 mg Simvastatin eingestellt wurden, sollte eine zusätzliche Bestimmung nach 3

Monaten erfolgen. Besondere Aufmerksamkeit sollte denjenigen Patienten gelten, die während

der Therapie Transaminasenanstiege entwickeln; bei diesen Patienten sollten die Bestimmungen

umgehend wiederholt und häufiger durchgeführt werden. Sollten die Transaminasenerhöhungen

weiter fortschreiten, insbesondere wenn sie über das 3fache der oberen Normgrenze ansteigen

und persistieren, sollte das Arzneimittel abgesetzt werden.

Die Arzneimittel sollten mit besonderer Vorsicht bei denjenigen Patienten eingesetzt werden, die

in erheblichem Maße Alkohol zu sich nehmen und/oder eine Lebererkrankung in der

Vorgeschichte aufweisen. Eine aktive Lebererkrankung oder ungeklärte

Transaminasenerhöhungen sind Kontraindikationen für die Einnahme von Simvastatin.

Unter der Therapie mit Simvastatin wurden mäßige Erhöhungen der Serum-Transaminasen

beobachtet (auf weniger als den 3fachen oberen Normwert). Diese Abweichungen traten bald

nach Beginn der Therapie mit Simvastatin auf, waren häufig vorübergehend und von keinerlei

Symptomen begleitet; ein Abbruch der Therapie war nicht erforderlich. Bei einigen wenigen

Patienten trat ein ausgeprägter Anstieg der Serum-Transaminasen (über das 3fache des oberen

Normalwerts) auf (gewöhnlich 3 - 12 Monate nach Beginn der Therapie), jedoch ohne

Entwicklung einer Gelbsucht oder anderen klinischen Symptomen. Es gab keine Anzeichen einer

Überempfindlichkeitsreaktion. Einige dieser Patienten wiesen bereits vor Therapiebeginn

abnormale Leberfunktionswerte auf und/oder konsumierten beträchtliche Mengen Alkohol. Bei

denjenigen Patienten, bei denen die Behandlung wegen erhöhter Transaminasenwerte

abgebrochen oder unterbrochen wurde, fielen die Transaminasenwerte danach langsam auf die

Ausgangswerte ab.

Interstitielle Lungenkrankheit

Bei einigen Statinen wurde, besonders bei Langzeittherapie, in Ausnahmefällen eine interstitielle

Lungenkrankheit berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die auftretenden Beschwerden können dabei

Dyspnoe, unproduktiven Husten und allgemeine Gesundheitsstörungen (Erschöpfung,

Gewichtsverlust und Fieber) einschließen. Wenn vermutet wird, dass ein Patient eine interstitielle

Lungenkrankheit entwickelt hat, sollte die Statintherapie abgebrochen werden.

Anwendung bei Kindern

Die Anwendung von Simvastatin bei Kindern wird derzeit nicht empfohlen, weil Sicherheit und

Wirksamkeit noch nicht nachgewiesen sind.

Sonstiges

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten Simvastatin AURUS 10/ 20/ 40 mg nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Gemfibrozil und andere Fibrate, Niacin (Nikotinsäure) in lipidsenkenden Dosierungen

(

1g/Tag)

Diese Medikamente erhöhen das Risiko für eine Myopathie bei gemeinsamer Gabe mit

Simvastatin (s. 4.4 “Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung –

Skelettmuskulatur” und 4.8 “Nebenwirkungen”).

Die gleichzeitige Verabreichung von Simvastatin und Gemfibrozil führte bei gesunden Probanden

zu einer leichten Erhöhung der Simvastatin-Konzentration sowie einer erheblichen Erhöhung der

Konzentration des aktiven Metaboliten im Plasma, verglichen mit der gleichzeitigen Gabe von

Placebo und Gemfibrozil.

CYP3A4-Wechselwirkungen

Simvastatin hat keinen inhibitorischen Effekt auf CYP3A4; deshalb wird auch nicht erwartet, dass

es die Plasmaspiegel anderer Medikamente, die über CYP3A4 metabolisiert werden, beeinflusst.

Simvastatin ist jedoch ein Substrat für CYP3A4. Starke Inhibitoren von CYP3A4 können das

Risiko für eine Myopathie erhöhen, indem sie durch die Erhöhung des Plasmaspiegels von

Simvastatin die HMG-CoA-Reduktase-inhibitorische Aktivität erhöhen. Zu diesen Inhibitoren

gehören Cyclosporin, Itraconazol, Ketoconazol, Erythromycin, Clarithromycin, HIV-Protease-

Inhibitoren und Nefazodon (s. 4.4 “Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung –

Skelettmuskulatur” und 4.8 “Nebenwirkungen”).

Grapefruchtsaft enthält einen oder mehrere Bestandteile, die CYP3A4 hemmen und die

Plasmaspiegel von Medikamenten, die über CYP3A4 metabolisiert werden, erhöhen können. Die

Wirkung einer normalen Menge (ein 250ml-Glas pro Tag) ist minimal (13%-iger Anstieg des

Plasmaspiegels der aktiven Substanzen und damit der HMG-CoA-Reduktase-hemmenden

Aktivität, bestimmt an Hand der Fläche unter der Konzentration-Zeit-Kurve) und ohne klinische

Bedeutung. Jedoch kann übermäßiger Genuss von Grapefruchtsaft (über 1 Liter pro Tag) durch

Erhöhung des Plasmaspiegels von Simvastatin die HMG-CoA-Reduktase-inhibitorische Aktivität

erhöhen und sollte deshalb vermieden werden.

Das Risiko einer Myopathie scheint bei gemeinsamer Therapie mit Verapamil – nicht jedoch mit

anderen Calcium-Antagonisten – erhöht zu sein (s. 4.4 “Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

für die Anwendung – Skelettmuskulatur”).

Propranolol

Bei gesunden Probanden wurden keine klinisch signifikanten pharmakokinetischen oder

pharmakodynamischen Wechselwirkungen bei der gleichzeitigen Verabreichung von Einzelgaben

von Simvastatin und Propranolol beobachtet.

Digoxin

Die gleichzeitige Verabreichung von Simvastatin und Digoxin führte bei gesunden Probanden zu

einer leichten Erhöhung (weniger als 0,3 ng/ml) der Digoxin-Konzentration im Plasma

(Bestimmung durch Radioimmunoassay), verglichen mit der gleichzeitigen Gabe von Placebo

und Digoxin.

Cumarin-Derivate

In zwei klinischen Studien, von denen die eine mit Probanden, die andere mit Patienten mit

Hypercholesterinämie durchgeführt wurde, führten 20 - 40 mg Simvastatin/ Tag zu einer

moderaten Wirkungsverstärkung von Antikoagulantien vom Typ der Cumarin-Derivate. Die

Prothrombinzeit, angegeben in der International Normalized Ratio (INR)

, erhöhte sich bei den

Probanden von 1,7 auf 1,8 und bei den Patienten von 2,6 auf 3,4.

Daher sollte bei Patienten, die Cumarin-Derivate einnehmen, die Prothrombinzeit zu Beginn einer

Therapie mit Simvastatin und danach in engeren Abständen bestimmt werden, um signifikante

Veränderungen der Prothrombinzeit zu vermeiden. Nach Stabilisierung der Werte wird die

Bestimmung der Prothrombinzeit anschließend in den Zeitabständen empfohlen, wie sie für

Patienten unter Therapie mit Cumarin-Derivaten üblich sind. Wird die Dosis von Simvastatin

geändert oder abgesetzt, sollte dieselbe Vorgehensweise eingehalten werden.

Es bestand kein Zusammenhang zwischen der Therapie mit Simvastatin und dem Auftreten von

Blutungen oder Veränderungen der Prothrombinzeit bei Patienten, die keine Antikoagulantien

einnahmen.

Die INR wird berechnet aus der gemessenen Prothrombinzeit, einem Bevölkerungs-

spezifischen Normwert und einem Reagenz-spezifischen Referenzfaktor.

Weitere Arzneimittelwechselwirkungen

Amiodaron: Das Risiko einer Myopathie/Rhabdomyolyse ist erhöht bei gemeinsamer Therapie mit

Amiodaron. Bei einer Therapie mit Amiodaron darf daher keine Behandlung mit Simvastatin

begonnen werden bzw. muss eine Therapie mit Simvastatin beendet werden (siehe Abschnitte

4.3 “Gegenanzeigen” sowie 4.4 “Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung /

Skelettmuskulatur”).

Andere Begleitmedikationen

In klinischen Studien wurde Simvastatin gleichzeitig mit Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) -

Hemmern, Betablockern, Calcium-Antagonisten (außer Verapamil), Diuretika und nicht

steroidalen antiinflammatorischen Arzneimitteln (NSARs) ohne Hinweis auf klinisch signifikante

nachteilige Wechselwirkungen verabreicht.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist die Einnahme von Simvastatin kontraindiziert, da Cholesterin

und andere Zwischenprodukte der Cholesterinbiosynthese essentielle Bestandteile der

embryonalen und fetalen Entwicklung, einschließlich der Synthese von Steroiden und

Zellmembranen sind.

Bisher liegen Erfahrungen mit ca. 100 Frauen vor, die versehentlich Simvastatin oder einen

strukturverwandten HMGCoAReduktase-Inhibitor in der Schwangerschaft eingenommen hatten;

diese Fallzahl ist zu gering, um eine Einschätzung des Risikos vornehmen zu können (siehe auch

5.3 “Präklinische Daten zur Sicherheit”).

Simvastatin sollte gebärfähigen Frauen nur dann verabreicht werden, wenn bei diesen

Patientinnen wirksame Maßnahmen zur Kontrazeption sichergestellt sind. Tritt während der

Einnahme dieses Medikaments trotzdem eine Schwangerschaft ein, so muss Simvastatin

abgesetzt werden; die Patientin ist über die möglichen Schädigungen des Embryos aufzuklären.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Simvastatin oder dessen Metabolite in die Muttermilch übergehen.

Wegen des möglichen Risikos schwerwiegender unerwünschter Wirkungen bei Säuglingen, darf

Simvastatin während der Stillzeit nicht angewendet werden. Sollte eine Therapie unverzichtbar

sein, ist abzustillen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Nicht zutreffend.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig

10 %)

Häufig

1 % bis <10 %)

Gelegentlich

0,1 % bis <1 %)

Selten

0,01 % bis <0,1 %)

Sehr selten

(<0,01 % oder unbekannt)

Häufig traten folgende Nebenwirkungen auf: Bauchschmerzen, Verstopfung und Blähungen.

Gelegentlich traten Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verdauungsstörungen, Sodbrennen,

Hautausschlag, Schwindel, Schlaflosigkeit, Juckreiz, Alopezie, Muskelkrämpfe, Myalgien,

Pankreatitis, Parästhesien, periphere Neuropathie, Anämie, Müdigkeit, Kopfschmerzen,

Myopathie, Rhabdomyolyse, Hepatitis, Ikterus sowie erektile Dysfunktion auf.

Selten wurde über ein offensichtliches Hypersensitivitätssyndrom berichtet, das mit einem oder

mehreren der folgenden Symptome einherging: angioneurotisches Ödem, Lupus-ähnliches

Syndrom, Polymyalgia rheumatica, Dermatomyositis, Vaskulitis, Arthritis, Arthralgie, Urtikaria,

Photosensitivität, Fieber, Gesichtsrötung, Dyspnoe, allgemeines Krankheitsgefühl sowie

Thrombozytopenie, Eosinophilie und Beschleunigung der Blutsenkungsgeschwindigkeit.

Ein ursächlicher Zusammenhang mit der Therapie mit Simvastatin ist bei den folgenden

gemeldeten Nebenwirkungen nicht gesichert:

Depression, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, Leukozytopenie, Purpura sowie

vorübergehende arterielle Hypotonie.

Laborwerte

Selten wurden deutliche und persistierende Anstiege der Serum-Transaminasen beobachtet. Im

Allgemeinen waren diese Abweichungen der Leberfunktionsparameter geringgradig und

vorübergehend. Selten wurde über Erhöhung der alkalischen Phosphatase, der Gamma-

Glutamyltransferase (

-GT) und des Bilirubins berichtet. Anstiege des skelettmuskulären Anteils

der Kreatinkinase (CK) wurden beobachtet (s. 4.4 “Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für

die Anwendung – Skelettmuskulatur”).

„Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei einigen Statinen berichtet:

„- Schlafstörungen, wie Alpträume

- Gedächtnisverlust

- Störung der Sexualfunktion

- Depressionen

- in Ausnahmefällen und besonders bei Langzeittherapie eine interstitielle Lungenkrankheit (siehe

Abschnitt 4.4)“

4.9

Überdosierung

Einige Fälle von Überdosierung wurden berichtet. Die maximal eingenommene Dosis betrug 450

mg Simvastatin. Bei keinem der Patienten kam es zu spezifischen Symptomen oder

Folgeerscheinungen.

Es sollten allgemeine Maßnahmen ergriffen und die Leberwerte überwacht werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

ATC-Code: C 10 AA 01

HMG-CoA-Redukttasehemmer

Sowohl bei normalen als auch bei erhöhten Ausgangswerten führt Simvastatin zu einer Senkung

des LDL-Cholesterinspiegels. LDL entsteht aus VLDL und wird überwiegend über spezifische

LDL-Rezeptoren abgebaut. Der LDL-senkende Wirkmechanismus von Simvastatin beruht

wahrscheinlich sowohl auf der Abnahme der Konzentration von VLDL-Cholesterin als auch auf

einer Induktion von LDL-Rezeptoren, d.h. sowohl auf einer verminderten Produktion als auch auf

einem verstärkten Abbau von LDL-Cholesterin. Die Konzentration von Apolipoprotein B nimmt bei

der Behandlung mit Simvastatin ebenfalls deutlich ab. Da jedes LDL nur jeweils ein Molekül

Apolipoprotein B enthält und letzteres nur in geringfügigen Mengen in anderen Lipoproteinen

vorkommt, kann angenommen werden, dass Simvastatin nicht nur zu einer Erniedrigung des

Cholesteringehaltes, sondern auch zu einer mengenmäßigen Abnahme der LDL führt.

Simvastatin bewirkt einen mäßigen Anstieg des HDL-Cholesterins sowie eine Abnahme der

Triglyceride im Plasma. Insgesamt resultiert aus diesen Veränderungen eine Abnahme des

Verhältnisses von Gesamt- zu HDL-Cholesterin und von LDL- zu HDL-Cholesterin.

Simvastatin ist ein spezifischer Inhibitor der HMG-CoA-Reduktase, des Enzyms, das die

Umwandlung von HMG-CoA zu Mevalonat katalysiert. Die Umwandlung von HMG-CoA in

Mevalonat wird durch Simvastatin in therapeutischen Dosen jedoch nicht vollständig verhindert,

so dass genügend Mevalonat für körpereigene Synthesezwecke zur Verfügung steht. Da die

Umwandlung von HMG-CoA zu Mevalonat einen frühen Schritt des Biosyntheseweges zum

Cholesterin betrifft, ist die Akkumulation von potentiell toxischen Steroiden unter einer Therapie

mit Simvastatin nicht zu erwarten. Zusätzlich wird HMG-CoA umgehend in Acetyl-CoA

zurückverwandelt, welches an vielen Biosynthese-Prozessen im Körper beteiligt ist.

Klinische Studien bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit:

In der Scandinavian Simvastatin Survival Study (4S) wurde der Effekt einer Therapie mit

Simvastatin auf die Gesamtmortalität (primäres Zielkriterium) bei 4.444 Patienten mit koronarer

Herzerkrankung (KHK) so wie Gesamtcholesterin-Ausgangswerten von 212 - 309 mg/dl (5,5 - 8,0

mmol/l; Triglyceridwerte < 2,5 mmol/l) untersucht. In dieser multizentrischen, randomisierten,

doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie wurden Patienten mit Angina pectoris oder/und

vorangegangenem (> 6 Monate) unkomplizierten Myokard-Infarkt über eine mittlere

Behandlungsdauer von 5,4 Jahren mit Diät und Standardtherapie sowie entweder Simvastatin

(20 - 40 mg/Tag, n = 2.221) oder Placebo (n = 2.223) therapiert.

Simvastatin reduzierte das Gesamtmortalitätsrisiko um 30%, p = 0,0003 (182 Todesfälle in der

Simvastatin-Gruppe vs. 256 Todesfälle in der Placebo-Gruppe). Ebenfalls verminderte

Simvastatin das Risiko ein schwerwiegendes koronares Ereignis (sekundäres Zielkriterium: KHK

- Mortalität oder im Krankenhaus bestätigte oder stumme nicht tödliche Myokardinfarkte) zu

erleiden um 34%, p < 0,00001.

Für folgende Patienten existieren ungenügende Therapieerfahrungen, da diese nicht in die 4S-

Studie eingeschlossen waren:

ältere Patienten über 70 Jahre,

Patienten mit kurz zurückliegendem Herzinfarkt (weniger als 6 Monate),

Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz,

Patienten mit Vorhofflimmern oder Patienten, welche medikamentös-antiarrhythmisch

behandelt werden,

Patienten mit hämodynamisch relevanten Herzklappenerkrankungen,

Patienten mit instabiler Angina pectoris,

Patienten mit vorausgegangenem Schlaganfall.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Simvastatin wird synthetisch aus einem Fermentationsprodukt des Aspergillus terreus hergestellt.

Nach oraler Aufnahme wird Simvastatin, ein inaktives Lacton, zur entsprechenden aktiven

Betahydroxysäure hydrolysiert. Dieser Hauptmetabolit ist ein Inhibitor der 3-Hydroxy-3-

methylglutaryl-Coenzym A (HMG-CoA)-Reduktase, die einen frühen und geschwindigkeits-

bestimmenden Schritt in der Biosynthese des Cholesterins katalysiert.

Absorption

Simvastatin wird gut aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert, unterliegt aber einem ausgeprägten

First-Pass-Effekt in der Leber. Die Bioverfügbarkeit des Wirkstoffs beträgt weniger als 5%. Die

maximalen Plasmakonzentrationen der aktiven Hemmstoffe wurden ca. 1 - 2 Stunden nach der

Einnahme erreicht. Gleichzeitige Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf die Absorption.

Verteilung

Simvastatin und sein aktiven Metabolite werden zu 95 % an Plasmaproteine gebunden.

Elimination

Die im menschlichen Plasma vorhandenen Hauptmetaboliten von Simvastatin umfassen die

aktive Betahydroxysäure L-654.969 sowie 4 weitere wirksame Metaboliten. Nach oraler Gabe von

radioaktivem Simvastatin wurden 13% im Urin und 60% in den Faeces ausgeschieden. Letztere

Menge steht sowohl für resorbierte Anteile, die über die Galle ausgeschieden werden, als auch

für nicht resorbierte Substanz.

Die Ergebnisse pharmakokinetischer Studien bei einmaliger und multipler Gabe von Simvastatin

zeigten, dass die wiederholte Verabreichung des Arzneimittels nicht zu einer Akkumulation führt.

In allen oben erwähnten pharmakokinetischen Studien traten die maximalen

Inhibitorkonzentrationen zwischen 1,3 und 2,4 Stunden nach der Einnahme auf.

In einer klinischen Studie zeigte sich bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-

Clearance < 30 ml/min), dass nach Einmalgabe von Simvastatin die Plasmaspiegel der

Gesamtinhibitoren etwa doppelt so hoch waren wie bei gesunden Probanden.

Bioverfügbarkeit

Es wurde ermittelt, dass beim Menschen weniger als 5 % der verabreichten Dosis von

Simvastatin in Form von aktiven Inhibitoren im systemischen Kreislauf verfügbar ist.

Simvastatin AURUS 10 mg, 20 mg und 40 mg sind dosisproportionale Formulierungen.

Eine im Jahr 1999/2000 durchgeführte Bioverfügbarkeitsuntersuchung an 46 Probanden ergab

im Vergleich zum Referenzpräparat:

Simvastatin

Simvastatin AURUS 40

Referenzpräparat

Maximale Plasmakonzentration

): ng/ml

6,90

5,74

9,23

7,26

Zeitpunkt der maximalen

Plasmakonzentration

): h

0,67 – 6,00

0,67 – 4,00

Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve

(AUC

): ng·h/ml

35,41

28,61

33,51

26,68

Angabe der Werte als Mittelwerte und Streubreite.

Mittlere Simvastatin-Plasmaspiegelverläufe von Simvastatin AURUS 40 mg und einem

Referenzpräparat in einem Konzentrations-Zeit-Diagramm:

Zeit [h]

Simvastatin Wolff 40 mg

Referenzpräparat

Betahydroxysäure

Simvastatin AURUS 40

Referenzpräparat

Maximale Plasmakonzentration

): ng/ml

1,69

1,15

1,68

1,33

Zeitpunkt der maximalen

Plasmakonzentration

): h

2,0 – 10,0

12,0 – 1,5

Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve

(AUC

): ng·h/ml

19,72

9,02

18,33

8,99

Angabe der Werte als Mittelwerte und Streubreite.

Mittlere Betahydroxysäure-Plasmaspiegelverläufe von Simvastatin AURUS 40 mg und einem

Referenzpräparat in einem Konzentrations-Zeit-Diagramm:

Zeit [h]

Simvastatin Wolff 40 mg

Referenzpräparat

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die wiederholte Verabreichung hoher Dosen von Simvastatin führte bei verschiedenen

Tierspezies zu toxischen Effekten, die auf eine übersteigerte pharmakologische Wirkung

zurückzuführen sind. Zielorgane waren vor allem die Leber und das ZNS. In Studien am Hund

traten im hohen Dosisbereich nach Gabe von Simvastatin vereinzelt Katarakte auf. Auf Basis der

Serumspiegel scheint jedoch ein ausreichend hoher Sicherheitsabstand zur

humantherapeutischen Dosis zu bestehen.

In einer Reihe von Studien zur genetischen Toxikologie (in-vitro und in-vivo) ergab sich kein

Hinweis auf ein genotoxisches Potential.

In Langzeitstudien zur Erfassung eines tumorigenen Potentials an Nagern induzierte Simvastatin

nach Verabreichung hoher Dosierungen Tumore in verschiedenen Organen (Maus: Leber, Lunge,

Hardersche Drüse; Ratte: Leber, Schilddrüse). Simvastatin wird als nicht-genotoxisches

Nagerkanzerogen angesehen. Da die erhöhten Tumorraten bei Nagern aber nur nach Gabe sehr

hoher Dosierungen auftraten (15 - 30fache Blutspiegel im Vergleich zur Humantherapie) wird

davon ausgegangen, dass diese Befunde keine Relevanz für die klinische Anwendung haben.

Simvastatin verursachte weder bei Ratten noch bei Kaninchen Missbildungen, jedoch zeigten

sich bei der offenen Säureform von Simvastatin Skelettmissbildungen, die in ursächlichem

Zusammenhang mit der biochemischen Wirkung der HMG-CoA-Reduktasehemmung durch

Simvastatin stehen. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Inhibierung der HMGCoA-

Reduktase - vermutlich durch eine herabgesetzte Verfügbarkeit von Mevalonsäure - zu

Missbildungen führen kann.

Vereinzelt wurden eine Beeinträchtigung der Fertilität bei der Ratte und eine testikuläre

Degeneration beim Hund nach Gabe von Simvastatin beobachtet.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose, vorverkleisterte Stärke aus Mais, mikrokristalline Cellulose, Talkum, Hyprolose,

Hypromellose, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], Butylhydroxyanisol (Ph. Eur.) [E 320],

Titandioxid (E 171).

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt für alle Stärken 2 Jahre.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC / Aluminium Blister

Simvastatin AURUS 10/ 20 / 40 mg:

Originalpackungen mit 50, 100 Filmtabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNGEN

QUISISANA PHARMA Deutschland GmbH

Schiffgraben 13

D-30159 Hannover

Telefon: (0511) 473 919 0

Telefax: (0511) 473 919 29

Internet: www.quisisana-pharma.com

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Simvastatin AURUS 10 mg: 50645.01.00

Simvastatin AURUS 20 mg: 50645.02.00

Simvastatin AURUS 40 mg: 50645.03.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN / VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNGEN

Datum der Erteilung der Zulassungen

Simvastatin AURUS 10/ 20/ 40 mg: 27.02.2003

Datum der Verlängerung der Zulassung

Simvastatin AURUS 10/ 20/ 40 mg: 17.06.2008

10.

STAND DER INFORMATION

06/2011

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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