Sevikar 20mg/5mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-10-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
olmesartanum medoxomilum, amlodipinum
Verfügbar ab:
Daiichi Sankyo (Schweiz) AG
ATC-Code:
C09DB02
INN (Internationale Bezeichnung):
olmesartanum medoxomilum, amlodipinum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
olmesartanum medoxomilum 20 mg, amlodipinum 5 mg zu amlodipini besilas, excipiens pro compresso Dunst.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
essentielle Hypertonie
Zulassungsnummer:
58778
Berechtigungsdatum:
2008-10-08

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-10-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-10-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Sevikar®

Daiichi Sankyo (Schweiz) AG

Was ist Sevikar und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Sevikar enthält zwei Wirkstoffe mit den Namen Olmesartanmedoxomil und Amlodipin (als

Amlodipinbesilat vorliegend). Beide Substanzen dienen zur Kontrolle von zu hohem Blutdruck.

·Olmesartanmedoxomil gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die «Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten» genannt werden und den Blutdruck senken, indem sie die Blutgefässe erweitern.

·Amlodipin gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die «Kalziumkanalblocker» genannt werden.

Amlodipin verhindert, dass Kalzium in die Wand der Blutgefässe eindringt und verhindert dadurch

ein Engerwerden der Gefässe, was ebenfalls den Blutdruck senkt.

Die Wirkweise beider Substanzen trägt dazu bei, eine Straffung der Blutgefässe zu hemmen, so dass

die Blutgefässe sich entspannen und der Blutdruck sinkt.

Sevikar wird angewendet bei der Behandlung von hohem Blutdruck (auch bekannt unter dem Namen

«Hypertonie») bei Patienten, deren Blutdruck nicht ausreichend alleine durch Olmesartanmedoxomil

oder Amlodipin kontrolliert werden kann. Ein hoher Blutdruck kann die Blutgefässe in den Organen

schädigen, so beispielsweise im Herzen, den Nieren, Gehirn und den Augen. In manchen Fällen kann

dies zu einem Herzinfarkt, zu Herz- oder Nierenfunktionsstörungen, zu einem Schlaganfall oder

Blindheit führen. Bis zu diesem Zeitpunkt verursacht ein hoher Blutdruck normalerweise keine

Beschwerden. Daher ist es wichtig, den Blutdruck zu kontrollieren, um diese Schäden zu verhindern.

Ein hoher Blutdruck kann durch eine Behandlung mit Medikamenten wie Sevikar kontrolliert

werden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin hat Ihnen möglicherweise auch einige Änderungen in der

Lebensweise empfohlen, die Ihnen helfen, den Blutdruck zu senken (z.B. Gewichtsreduzierung, ein

Rauchstopp, eine Reduktion der konsumierten Alkoholmenge und eine Reduktion des verwendeten

Salzes in der Nahrung). Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin hat Sie möglicherweise auch angewiesen,

regelmässig Sport zu betreiben, wie beispielsweise Wandern oder Schwimmen. Es ist sehr wichtig,

den Ratschlägen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin zu folgen.

Wann darf Sevikar nicht eingenommen werden?

·Wenn Sie allergisch (überempfindlich) sind auf Amlodipin oder andere Medikamente des

Dihydropyridin-Typs,

·Wenn Sie allergisch sind auf Olmesartanmedoxomil oder Amlodipin oder andere Bestandteile von

Sevikar. Wenn Sie glauben, dass Sie allergisch sind, wenden Sie sich vor einer Einnahme von

Sevikar an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin,

·Wenn Sie Diabetes mellitus oder eine eingeschränkte Nierenfunktion haben und mit einem

blutdrucksenkenden Arzneimittel, das Aliskiren enthält, behandelt werden,

·Wenn Sie ab dem vierten Schwangerschaftsmonat schwanger sind (siehe «Darf Sevikar während

einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?»),

·Wenn Sie schwere Leberprobleme haben, wenn der Abfluss der Gallenflüssigkeit aus der Leber

vermindert oder der Abfluss der Gallenflüssigkeit aus der Gallenblase verhindert ist (z.B. durch

Gallensteine), oder wenn Sie eine Gelbsucht haben (Gelbfärbung der Haut und der Augen),

·Wenn Sie einen sehr niedrigen Blutdruck haben,

·Wenn Sie eine unzureichende Blutversorgung des Körpergewebes haben, die sich z.B. durch

niedrigen Blutdruck, langsamen Puls oder schnellen Herzschlag (Schock, einschliesslich

kardiogenem Schock) äussern kann. Als kardiogenen Schock bezeichnet man einen Schock, der

durch schwere Herzprobleme verursacht wird,

·Wenn der Blutfluss von Ihrem Herzen behindert ist (z.B. aufgrund einer Verengung der

Aortenklappe [Aortenstenose]),

·Wenn Sie eine verminderte Pumpleistung des Herzens nach einem Herzanfall (akuter Herzinfarkt)

haben, die sich durch Kurzatmigkeit oder Schwellung von Füssen und Knöcheln bemerkbar macht.

Wann ist bei der Einnahme von Sevikar Vorsicht geboten?

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel zur

Behandlung von hohem Blutdruck einnehmen:

·einen ACE-Hemmer (z.B. Enalapril, Lisinopril, Ramipril), insbesondere wenn Sie Nierenprobleme

aufgrund von Diabetes mellitus haben,

·Aliskiren.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird gegebenenfalls Ihre Nierenfunktion, Ihren Blutdruck und die

Elektrolytwerte (z.B. Kalium) in Ihrem Blut in regelmässigen Abständen überprüfen.

Siehe auch Rubrik «Wann darf Sevikar nicht eingenommen werden?».

Wenn Sie eines der folgenden Gesundheitsprobleme haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin, bevor Sie diese Tabletten einnehmen:

·Nierenprobleme oder Nierentransplantation,

·Leberstörungen,

·Herzerkrankungen oder Probleme mit Ihren Herzklappen oder dem Herzmuskel,

·Schweres Erbrechen, Durchfall, Behandlung mit grossen Dosen von harntreibenden Arzneimitteln

(Diuretika) oder wenn Sie eine salzarme Diät durchführen,

·Erhöhte Kaliumkonzentrationen in Ihrem Blut,

·Probleme mit Ihren Nebennierendrüsen (hormonproduzierende Drüsen auf der Oberseite der

Nieren).

Verständigen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie starken anhaltenden Durchfall bekommen

und dadurch erheblich an Gewicht verlieren.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihre Beschwerden beurteilen und entscheiden, wie Ihr Blutdruck

weiter behandelt werden soll.

Wie bei allen blutdrucksenkenden Arzneimitteln kann ein starkes Absenken des Blutdruckes bei

Patienten, die an Durchblutungsstörungen des Herzens oder des Gehirnes leiden zu einem

Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird daher Ihren Blutdruck sorgfältig

kontrollieren.

Bei Einnahme mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie aktuell

oder vor kurzem eines der folgenden Arzneimittel eingenommen haben, oder beabsichtigen es

einzunehmen:

·Andere blutdrucksenkende Medikamente, da die Wirkung von Sevikar verstärkt werden kann und

die Häufigkeit der Nebenwirkungen höher sein kann,

·Kaliumzusätze, Salzersatzlösungen, die Kalium enthalten, harntreibende Arzneimittel (Diuretika)

oder Heparin (zur Verdünnung des Blutes und Verhinderung von Blutgerinnseln). Die Anwendung

dieser Medikamente zur gleichen Zeit wie Sevikar kann die Konzentration von Kalium in Ihrem Blut

ansteigen lassen,

·Lithium (ein Arzneimittel zur Behandlung von Stimmungsschwankungen und bestimmten Arten

von Depressionen) und Sevikar zur gleichen Zeit angewendet kann die Toxizität von Lithium

verstärken. Wenn Sie Lithium einnehmen, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die

Lithiumkonzentrationen in Ihrem Blut messen,

·Nichtsteroidale anti-inflammatorische Medikamente (NSAID, Arzneimittel zur Linderung von

Schmerzen, Schwellungen und anderen Beschwerden bei Entzündungen, einschliesslich Arthritis)

und Sevikar zur gleichen Zeit angewendet, kann das Risiko eines Nierenversagens erhöhen. Die

Wirkung von Sevikar kann durch NSAID vermindert werden,

·Bestimmte Säurehemmer (Arzneimittel gegen Magenverstimmungen und Sodbrennen), da die

Wirkung von Sevikar leicht beeinträchtigt werden kann,

·Medikamente zur Behandlung von HIV/AIDS (z.B. Retrovir, Indinavir, Nelfinavir) oder zur

Behandlung von Pilzinfektionen (z.B. Ketoconazol, Itraconazol),

·Diltiazem, Verapamil (Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen und hohem

Blutdruck),

·Rifampicin, Erythromycin, Clarithromycin (Antibiotika), Arzneimittel zur Behandlung von

Tuberkulose oder anderen Infektionen,

·Johanniskraut (Hypericum perforatum), ein pflanzliches Heilmittel bei Angststörungen und

Depressionen,

·Dantrolen (eine Infusion zur Behandlung schwerer Störungen der Körpertemperatur),

·Simvastatin, ein Arzneimittel zur Senkung der Cholesterin- und Triglyzeridwerte (fettartige

Substanzen) im Blut,

·Tacrolimus, Ciclosporin, Arzneimittel zur Beeinflussung Ihres Immunsystems, damit Ihr Körper ein

transplantiertes Organ annehmen kann,

·Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus und andere Medikamente, die zu der Klasse der mTOR-

Inhibitoren gehören (benützt zur Verhinderung der Abstossung transplantierter Organe).

Bei Einnahme zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Personen, die Sevikar einnehmen, sollten keine Grapefruit essen und keinen Grapefruitsaft trinken,

weil hierdurch der Blutspiegel des Wirkstoffs Amlodipin erhöht werden kann, was möglicherweise

zu einer unvorhersehbaren Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung von Sevikar führt.

Ältere Patienten

Wenn Sie älter als 65 Jahre sind, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihren Blutdruck regelmässig bei

Erhöhung der Dosis kontrollieren und damit sichergehen, dass Ihr Blutdruck nicht zu niedrig wird.

Patienten schwarzer Hautfarbe

Wie bei ähnlichen Medikamenten kann die blutdrucksenkende Wirkung von Sevikar bei Patienten

schwarzer Hautfarbe leicht vermindert sein.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Möglicherweise fühlen Sie sich während der Behandlung Ihres zu hohen Blutdrucks gelegentlich

übel, müde, Ihnen wird schwindelig, oder Sie bekommen Kopfschmerzen. Falls eine solche Wirkung

auftritt, führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, bis die Symptome abgeklungen

sind. Fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie

·an andern Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen!

Darf Sevikar während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger

werden könnten). In der Regel wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen empfehlen, Sevikar vor einer

Schwangerschaft bzw. sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen, und er/sie wird Ihnen

ein anderes Arzneimittel empfehlen. Die Anwendung von Sevikar in den drei ersten

Schwangerschaftsmonaten wird nicht empfohlen und Sevikar darf nicht mehr nach dem dritten

Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die Einnahme von Sevikar in diesem Stadium zu

schweren Schädigungen Ihres ungeborenen Kindes führen kann.

Stillzeit

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen.

Einer der Wirkstoffe von Sevikar (Amlodipin) geht in geringen Mengen in die Muttermilch über.

Sevikar wird nicht zur Anwendung bei stillenden Müttern empfohlen; Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann

eine andere Behandlung für Sie wählen, wenn Sie stillen wollen, vor allem, solange Ihr Kind im

Neugeborenenalter ist oder wenn es eine Frühgeburt war.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin um Rat.

Wie verwenden Sie Sevikar?

Wenden Sie Sevikar immer genau nach den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin an. Sie

sollten mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin nachprüfen, wenn Sie

sich nicht sicher sind.

Die übliche Dosis beträgt eine Tablette Sevikar pro Tag.

Die Tabletten können mit den Mahlzeiten oder nüchtern eingenommen werden. Schlucken Sie die

Tablette mit etwas Wasser. Sevikar darf nicht mit Grapefruitsaft eingenommen werden. Wenn

möglich sollten Sie die Tagesdosis immer zur gleichen Tageszeit einnehmen, z.B. während des

Frühstücks.

Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren)

Die Anwendung und Sicherheit von Sevikar bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher

nicht geprüft worden.

Die Anwendung von Sevikar bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen.

Wenn Sie eine grössere Menge Sevikar eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie eine grössere Menge Tabletten als verordnet eingenommen haben, oder wenn ein Kind

unbeabsichtigt Tabletten geschluckt hat, kann der Blutdruck zu niedrig werden, was sich in Form

von Schwindelgefühl oder zu schnellem bzw. zu langsamem Puls äussern kann.

Wenden Sie sich in diesen Fällen umgehend an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder an die nächste

Notaufnahme und nehmen Sie Ihr Arzneimittel oder diese Packungsbeilage mit.

Wenn Sie die Einnahme von Sevikar vergessen haben.

Wenn Sie eine Dosis Sevikar vergessen haben, so nehmen Sie die normale Dosis wie üblich am

nächsten Tag ein. Nehmen Sie keine zusätzlichen Tabletten zum Ausgleich der vergessenen Dosis

ein.

Wenn Sie die Einnahme von Sevikar abbrechen

Es ist wichtig, Sevikar so lange einzunehmen, bis Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen rät, die

Behandlung abzubrechen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene

Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit

Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Sevikar haben?

Wie alle Arzneimittel kann Sevikar Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten

müssen.

Die folgenden zwei Nebenwirkungen können schwerwiegend sein, auch wenn nicht viele Personen

davon betroffen sind:

Allergische Reaktionen, die möglicherweise den ganzen Körper betreffen, mit Schwellung des

Gesichtes, des Mundes und des Larynx (Kehlkopf), zusammen mit Juckreiz und Hautausschlag

können während der Behandlung mit Sevikar auftreten. Nehmen Sie in diesem Fall kein Sevikar

mehr ein und kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Sevikar kann bei dafür empfänglichen Personen oder als Folge einer allergischen Reaktion zu einem

starken Abfall des Blutdruckes führen. Dies kann schweren Schwindel und Bewusstlosigkeit

hervorrufen. Wenn dieser Fall eintritt, so kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin und

legen Sie sich hin.

Andere mögliche Nebenwirkungen von Sevikar:

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Schwindel; Kopfschmerzen; Schwellung von Fussgelenken, Füssen, Beinen, Händen oder Armen;

Müdigkeit.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Schwindel beim Aufstehen; Kraftlosigkeit; Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Händen oder

Füssen; Schwindelgefühl; starkes Herzklopfen; schneller Herzschlag; niedriger Blutdruck mit

Symptomen wie Schwindel und Benommenheit; erschwertes Atmen; Husten; Übelkeit; Erbrechen;

Verdauungsstörungen; Durchfall; Verstopfungen; trockener Mund; Schmerzen im Oberbauch;

Ausschlag; Krämpfe; Schmerzen in Armen oder Beinen; Rückenschmerzen; erhöhter Harndrang;

verminderte Libido; Schwierigkeiten beim Erlangen und Aufrechterhalten einer Erektion;

Schwächegefühl.

Einige Veränderungen in den Blutwerten wurden ebenfalls beobachtet und schliessen unter anderem

ein: Erhöhte oder erniedrigte Kaliumkonzentration im Blut; erhöhte Kreatininkonzentrationen im

Blut; erhöhte Harnsäure; erhöhte Leberwerte (gamma-Glutamyltransferase).

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Arzneimittelüberempfindlichkeit; Ohnmacht; Gesichtsröte und Wärmegefühl im Gesicht;

Quaddelbildung (Nesselsucht); Schwellungen des Gesichtes.

Weitere Nebenwirkungen, die im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Olmesartanmedoxomil

oder Amlodipin (die einzelnen Wirkstoffe, welche in Sevikar enthalten sind) beobachtet wurden:

Olmesartanmedoxomil

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Bronchitis; Halsschmerzen; laufende oder verstopfte Nase; Husten; Bauchschmerzen; Magen-Darm-

Entzündung; Durchfall; Verdauungsstörungen; Übelkeit; Schmerzen in den Gelenken und Knochen;

Rückenschmerzen; Blut im Urin; Infektionen des Harntraktes; Schmerzen im Brustkorb;

grippeähnliche Beschwerden; Schmerzen; Veränderungen in den Ergebnissen von

Blutuntersuchungen wie erhöhte Blutfettwerte (Hypertriglyceridämie), erhöhte Harnstoff- oder

Harnsäurewerte im Blut und Anstieg der Laborwerte zur Untersuchung von Leber und Muskulatur.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Abnahme der Anzahl der Blutplättchen, was dazu führen kann, dass Sie leichter Blutergüsse

bekommen oder Wunden länger bluten als üblich.

Überempfindlichkeitsreaktionen, die den ganzen Körper betreffen können und die sowohl

Atemprobleme als auch einen raschen Blutdruckabfall, der sogar bis zum Ohnmachtsanfall führen

kann, verursachen können (anaphylaktische Reaktionen, zum Teil schwere Reaktionen); Angina

pectoris (Schmerzen oder Druckgefühl im Brustkorb); Juckreiz; Hautausschlag; allergischer

Hautausschlag mit oder ohne Quaddeln; Schwellungen des Gesichtes; Muskelschmerzen;

allgemeines Unwohlsein.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Schwellung des Gesichts, des Mundes und/oder des Kehlkopfes (Stimmapparat); angioneurotisches

Ödem; akutes Nierenversagen und Nierenfunktionsstörungen; Antriebslosigkeit.

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

Starker, anhaltender Durchfall, welcher zu Gewichtsverlust führt.

Amlodipin

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Ödeme (Flüssigkeitsansammlung im Körper).

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Bauchschmerzen; Übelkeit; Schwellung der Fussgelenke; Schläfrigkeit; Rötung und Wärmegefühl

des Gesichtes; Sehstörungen, einschliesslich Doppeltsehen und verschwommenes Sehen;

Herzklopfen; Durchfall; Verstopfung; Verdauungsstörungen; Krämpfe; Schwäche; schweres Atmen.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Schlaflosigkeit; Schlafstörungen; Stimmungsschwankungen, einschliesslich Angstgefühlen;

Depressionen; Reizbarkeit; Zittern; Geschmacksveränderungen; Ohnmacht; Läuten im Ohr

(Tinnitus); (Verschlechterung einer) Angina pectoris (Schmerzen und unangenehmes Gefühl in der

Brust); unregelmässiger Herzschlag; Husten; laufende oder verstopfte Nase; Haarausfall; rote Punkte

oder Flecken auf der Haut aufgrund kleinster Blutungen (Purpura); Juckreiz; Verfärbungen der Haut;

Quaddeln; übermässiges Schwitzen; Hautausschlag; Muskel- und Gelenkschmerzen; Schwierigkeiten

beim Wasserlassen; nächtlicher Harndrang; erhöhter Harndrang; Brustvergrösserung bei Männern;

Schmerzen im Brustkorb; Schmerzen; Unwohlsein; Gewichtsverlust oder –zunahme; veränderte

Stuhlgewohnheiten.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Verwirrtheit.

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

Abnahme der Anzahl der weissen Blutkörperchen, wodurch das Infektionsrisiko erhöht sein kann;

Abnahme der Anzahl der Blutplättchen, was dazu führen kann, dass Sie leichter Blutergüsse

bekommen oder Wunden länger bluten als üblich; Anstieg des Blutzuckerspiegels; erhöhte

Muskelspannung oder erhöhter Widerstand der Muskeln gegen Bewegung (Muskelhypertonie);

Kribbeln oder Taubheitsgefühl der Hände oder Füsse; Herzinfarkt; Entzündung der Blutgefässe;

Entzündung der Leber oder der Bauchspeicheldrüse; Entzündung der Magenschleimhaut;

Zahnfleischschwellung; erhöhte Leberenzymwerte; Hepatitis; Gelbfärbung von Haut und Augen;

erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut; allergische Reaktionen: Juckreiz, Ausschlag, Schwellung des

Gesichts, des Mundes und/oder des Kehlkopfes [Stimmapparat] zusammen mit Juckreiz und

Ausschlag; schwere Hautreaktionen mit starkem Hautausschlag, Hautrötung am ganzen Körper,

heftiger Juckreiz, Blasenbildung, Abschälen und Schwellung der Haut, Entzündung von

Schleimhäuten (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), die manchmal sogar

lebensbedrohlich sein können.

Einzelfälle (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Zittern; starre Haltung; maskenhaftes Gesicht; langsame Bewegungen und schlurfender,

unausgewogener Gang.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin,

Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Verwendbar bis» bezeichneten Datum

verwendet werden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag dieses Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren

Apotheker bzw. Ihre Apothekerin wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr

benötigen. Diese Massnahme hilft die Umwelt zu schützen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Lagerungshinweis

Nicht über 30 °C, in der Originalverpackung und vor Licht geschützt aufbewahren.

Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Was ist in Sevikar enthalten?

Sevikar enthält die Wirkstoffe Olmesartanmedoxomil und Amlodipin (als Amlodipinbesilat) sowie

Hilfsstoffe.

Wirkstoffe

1 Filmtablette Sevikar 20 mg/5 mg enthält 20 mg Olmesartanmedoxomil und 5 mg Amlodipin (als

Amlodipinbesilat).

1 Filmtablette Sevikar 40 mg/5 mg enthält 40 mg Olmesartanmedoxomil und 5 mg Amlodipin (als

Amlodipinbesilat).

1 Filmtablette Sevikar 40 mg/10 mg enthält 40 mg Olmesartanmedoxomil und 10 mg Amlodipin (als

Amlodipinbesilat).

Hilfsstoffe

Alle Sevikar Filmtabletten enthalten als Farbstoff Titandioxid (E171); Sevikar 40 mg/5 mg und 40

mg/10 mg Filmtabletten enthalten als zusätzlichen Farbstoff Eisenoxid (E172).

Die Filmtabletten Sevikar 20 mg/5 mg sind weiss und rund mit einseitiger Prägung «C73».

Die Filmtabletten Sevikar 40 mg/5 mg sind cremefarben und rund mit einseitiger Prägung «C75».

Die Filmtabletten Sevikar 40 mg/10 mg sind braun-rot und rund mit einseitiger Prägung «C77».

Zulassungsnummer

58778 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Sevikar? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Sevikar 20 mg/5 mg ist in Packungen zu 28 oder 98 Filmtabletten erhältlich.

Sevikar 40 mg/5 mg ist in Packungen zu 28 oder 98 Filmtabletten erhältlich.

Sevikar 40 mg/10 mg ist in Packungen zu 28 oder 98 Filmtabletten erhältlich.

Zulassungsinhaberin

Daiichi Sankyo (Schweiz) AG, 8800 Thalwil.

Diese Packungsbeilage wurde im Oktober 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen; Interaktionen; Unerwünschte Wirkungen

Sevikar®

Daiichi Sankyo (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Olmesartanmedoxomil/Amlodipin (als Amlodipinbesilat)

Hilfsstoffe:

Sevikar 20 mg/5 mg: Color: Titandioxid (E171), Excipiens pro compresso obducto.

Sevikar 40 mg/5 mg: Color: Titandioxid (E171), Eisenoxid gelb (E172), Excipiens pro compresso

obducto.

Sevikar 40 mg/10 mg: Color: Titandioxid (E171), Eisenoxid rot (E172), Excipiens pro compresso

obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten

Sevikar 20 mg/5 mg: Weisse, runde Filmtablette mit einseitiger Prägung «C73» enthält 20 mg

Olmesartanmedoxomil und 5 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat).

Sevikar 40 mg/5 mg: Cremefarbene, runde Filmtablette mit einseitiger Prägung «C75» enthält 40 mg

Olmesartanmedoxomil und 5 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat).

Sevikar 40 mg/10 mg: Braun-rote, runde Filmtablette mit einseitiger Prägung «C77» enthält 40 mg

Olmesartanmedoxomil und 10 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung der essentiellen Hypertonie.

Sevikar ist indiziert zur Behandlung von Patienten, deren Blutdruck durch eine Monotherapie nicht

hinreichend kontrolliert werden kann.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene

Die empfohlene Dosis von Sevikar ist eine Tablette pro Tag.

Sevikar 20 mg/5 mg kann bei Patienten eingesetzt werden, deren Blutdruck durch eine Monotherapie

mit 20 mg Olmesartanmedoxomil oder 5 mg Amlodipin alleine nicht hinreichend kontrolliert werden

kann.

Sevikar 40 mg/5 mg kann bei Patienten eingesetzt werden, deren Blutdruck durch eine Monotherapie

mit 40 mg Olmesartanmedoxomil oder 5 mg Amlodipin alleine oder durch Sevikar 20 mg/5 mg nicht

hinreichend kontrolliert werden kann.

Sevikar 40 mg/10 mg kann bei Patienten eingesetzt werden, deren Blutdruck durch eine

Monotherapie mit 40 mg Olmesartanmedoxomil oder 10 mg Amlodipin alleine oder durch Sevikar

40 mg/5 mg nicht hinreichend kontrolliert werden kann.

Zur Vereinfachung für den Patienten kann eine Therapie mit Olmesartanmedoxomil und Amlodipin

in separaten Tabletten auf Sevikar umgestellt werden, das die gleichen Dosen der Wirkstoffe enthält.

Wenn klinisch möglich kann eine Umstellung von der Monotherapie direkt zur festen Kombination

erwogen werden. Eine stufenweise Titration der Dosierung wird empfohlen.

Bei Bedarf kann ein Thiazid-Diuretikum zusätzlich zur Therapie mit Sevikar eingesetzt werden.

Sevikar kann nüchtern oder nach der Mahlzeit eingenommen werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten (über 65 Jahre)

Es ist keine Dosisanpassung für ältere Patienten notwendig, eine Dosiserhöhung sollte jedoch mit

Vorsicht erfolgen (die Dosierungsanweisungen für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

sind im nächsten Kapitel beschrieben) (siehe Rubrik „Pharmakokinetik”). Falls eine Erhöhung bis

zur maximalen Dosis erforderlich ist, sollte der Blutdruck engmaschig überwacht werden.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Eine Anpassung der empfohlenen Dosis ist bei Patienten mit leicht bis mässig eingeschränkter

Nierenfunktion (30 - 80 ml/min) nicht notwendig. Die Anwendung von Sevikar wird bei Patienten

mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin Clearance < 30 ml/min) nicht empfohlen, da nur

begrenzte Erfahrungen vorliegen (siehe Rubriken “Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen” und

„Pharmakokinetik”). Bei Patienten mit mässig eingeschränkter Nierenfunktion sollte eine strenge

Überwachung der Kaliumwerte und der Nierenfunktion erfolgen.

Eingeschränkte Leberfunktion

Sevikar sollte bei Patienten mit leicht bis mässig eingeschränkter Leberfunktion mit Vorsicht

eingesetzt werden (siehe Rubriken „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen” und

„Pharmakokinetik”). Bei diesen Patienten, vor allem solchen, die zusätzlich Diuretika und/oder

andere blutdrucksenkende Arzneimittel erhalten, sollen Blutdruck und Nierenfunktion engmaschig

kontrolliert werden. Bei mässig eingeschränkter Leberfunktion sollte die Maximaldosis von

Olmesartanmedoxomil 20 mg pro Tag nicht übersteigen. Die Halbwertzeit von Amlodipin steigt mit

zunehmender Einschränkung der Leberfunktion an. Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

sollte die Therapie mit Amlodipin am unteren Ende des Dosierungsbereichs begonnen werden.

Sowohl bei Therapiebeginn als auch bei einer Dosiserhöhung sollte mit Vorsicht vorgegangen

werden.

Die Anwendung von Sevikar bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion oder

Gallenwegsobstruktion ist kontraindiziert (siehe Rubrik „Kontraindikationen”).

Kinder und Jugendliche

Der Einsatz von Sevikar bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird aus Gründen fehlender

Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit nicht empfohlen (siehe Rubrik „Pharmakokinetik”).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit auf einen der Wirkstoffe, auf Derivate von Dihydropyridin oder auf einen der

übrigen Inhaltsstoffe.

Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe Rubriken „Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen” und „Schwangerschaft, Stillzeit”).

Stark eingeschränkte Leberfunktionen und Gallenwegsobstruktion (siehe Rubrik

„Pharmakokinetik”).

Die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern bzw. Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten mit

Aliskiren-haltigen Arzneimitteln ist bei Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter

Nierenfunktion (GFR < 60 ml/min/1.73 m2) kontraindiziert.

Sevikar ist, aufgrund des enthaltenen Amlodipins, auch kontraindiziert bei Patienten mit:

·Schwerer Hypotonie,

·Schock (einschliesslich kardiogenem Schock),

·linksventrikulärer Abflussbehinderung (z. B. hochgradige Aortenstenose),

·hämodynamisch instabiler Herzinsuffizienz nach einem akuten Myokardinfarkt.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Patienten mit Hypovolämie oder Hyponatriämie

Eine symptomatische Hypotonie kann auftreten bei Patienten, bei denen eine Hyopvolämie und/oder

Hyponatriämie besteht durch hochdosierten Einsatz von Diuretika, alimentäre Salzrestriktion,

Diarrhoe oder Erbrechen, insbesondere nach der initialen Dosis. Eine Korrektur des Zustandes vor

Gabe der ersten Dosis von Sevikar oder enge medizinische Überwachung zu Beginn der Behandlung

wird empfohlen.

Andere Zustände mit Stimulierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systemes

Die Behandlung von Patienten, deren Gefässtonus und Nierenfunktion hauptsächlich von der

Aktivität des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems abhängt (z.B. Patienten mit schwerer

obstruktiver Herzinsuffizienz oder zugrundeliegender Nierenerkrankung, inklusive

Nierenarterienstenose) mit anderen Arzneimitteln, die dieses System beeinflussen wie beispielsweise

Angiotensin II Rezeptor-Antagonisten, ist assoziiert mit akuter Hypotonie Azotämie, Oligurie oder in

seltenen Fällen akutem Nierenversagen.

Renovaskulärer Bluthochdruck

Es besteht ein erhöhtes Risiko von schwerer Hypotension und Niereninsuffizienz bei Patienten mit

bilateraler Nierenarterienstenose oder Stenose der Arterie zu einer einzelnen funktionierenden Niere,

welche mit Arzneimitteln behandelt werden, die das Renin-Aldosteron-Angiotensin-System

beeinflussen.

Eingeschränkte Nierenfunktion und Nierentransplantation

Beim Einsatz von Sevikar bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wird eine periodische

Kontrolle von Kalium und Kreatinin im Serum empfohlen. Die Anwendung von Sevikar ist nicht

empfohlen bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30

ml/min) (siehe Rubriken „Dosierung/Anwendung” und „Pharmakokinetik”). Es liegen keine

Erfahrungen über die Anwendung von Sevikar bei Patienten mit Nierentransplantation oder Patienten

mit Nierenfunktionsstörung im Endstadium (Kreatinin-Clearance < 12 ml/min) vor.

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und eine Abnahme

der Nierenfunktion (einschliesslich eines akuten Nierenversagens) erhöht. Eine duale Blockade des

RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen.

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur

unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von

Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer

Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Die Exposition gegenüber Amlodipin und Olmesartanmedoxomil ist gesteigert bei Patienten mit

Leberfunktionsstörungen (siehe Rubrik „Pharmakokinetik”). Bei Patienten mit eingeschränkter

Leberfunktion sind spezielle Dosierungs-Anwendungsempfehlungen zu beachten (siehe Rubrik

„Dosierung/Anwendung“ und „Kontraindikationen“).

Hyperkaliämie

Die Einnahme von Arzneimitteln, die wie Olmesartanmedoxomil das Renin-Angiotensin-

Aldosteron-System beeinflussen, kann zu einer Hyperkalämie führen. Bei disponierten Patienten,

insbesondere älteren Patienten und solchen mit eingeschränkter Nierenfunktion wird eine

engmaschige Kontrolle des Serum-Kalium-Spiegels empfohlen.

Besondere Vorsicht ist bei gleichzeitiger Anwendung von Sevikar mit Arzneimitteln geboten, die

den Kaliumspiegel erhöhen können (siehe Rubrik „Interaktionen”).

Lithium

Wie bei anderen Angiotensin II Antagonisten wird der gleichzeitige Einsatz von Sevikar und Lithium

nicht empfohlen (siehe Rubrik „Interaktionen”).

Stenose der Aorten- oder Mitralklappe; obstruktive hypertrophe Kardiomyopathie

Aufgrund der Amlodipin-Komponente von Sevikar ist wie bei allen anderen Vasodilatatoren

spezielle Vorsicht geboten bei Patienten mit Aorten- oder Mitralstenose oder obstruktiver

hypertropher Kardiomyopathie.

Primärer Aldosteronismus

Patienten mit primärem Hyperaldosteronismus reagieren im Allgemeinen nicht auf antihypertensive

Arzneimittel, die durch Hemmung des Renin-Aldosteron-Systemes wirken. Daher wird die

Anwendung von Sevikar bei diesen Patienten nicht empfohlen.

Herzinsuffizienz

Als Folge der Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems können bei anfälligen

Patienten Veränderungen der Nierenfunktion auftreten. Bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz,

deren Nierenfunktion möglicherweise von der Aktivität des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems

abhängt, wird die Behandlung mit Angiotensin-konvertierenden-Enzym- (ACE-) Hemmern mit

Oligurie und/oder progressiver Azotämie und (selten) mit akutem Nierenversagen und/oder Tod in

Zusammenhang gebracht.

Bei der Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz mit Amlodipin (in Sevikar enthalten) ist

Vorsicht geboten. In einer plazebokontrollierten Langzeitstudie gab es im Vergleich zur Plazebo-

Gruppe bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz (NYHA Klasse III und IV) unter Amlodipin

vermehrte Berichte von Lungenödemen. Kalziumkanalblocker, einschliesslich Amlodipin, sollten bei

Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz mit Vorsicht angewendet werden, da sie das Risiko

zukünftiger kardiovaskulärer Ereignisse sowie das Mortalitätsrisiko erhöhen können.

Sprue-ähnliche Enteropathie

In sehr seltenen Fällen wurden bei Patienten, die Olmesartan einnahmen, einige Monate bis Jahre

nach Therapiebeginn schwere, chronische Diarrhöen mit erheblichem Gewichtsverlust berichtet, die

möglicherweise auf eine lokale, verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion zurückzuführen sind.

Intestinale Biopsien bei diesen Patienten wiesen häufig eine Zottenatrophie auf. Falls ein Patient

während der Behandlung mit Olmesartan die beschriebenen Symptome entwickelt, und falls keine

andere offensichtliche Ätiologie vorliegt, sollte die Behandlung mit Olmesartan sofort beendet

werden. Die Behandlung sollte mit Olmesartanmedoxomil nicht wieder begonnen werden.

Falls sich die Durchfälle innerhalb einer Woche nach Behandlungsende nicht bessern, sollte weiterer

fachärztlicher Rat (z.B. eines Gastroenterologen) in Betracht gezogen werden.

Ethnische Variabilität

Wie bei allen Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten kann der blutdrucksenkende Effekt von Sevikar

etwas geringer sein bei Patienten schwarzer Hautfarbe als bei nicht-schwarzen Patienten,

möglicherweise bedingt durch die höhere Prävalenz von niedrigem Renin-Status in der schwarzen

hypertensiven Population.

Absetzen eines Beta-Blockers

Amlodipin ist kein Beta-Blocker und schützt daher nicht vor den Gefahren bei abruptem Absetzen

eines Beta-Blockers. Ein solches Absetzen sollte immer durch schrittweise Reduktion der Beta-

Blocker-Dosierung erfolgen.

Schwangerschaft

Siehe Rubrik „Schwangerschaft, Stillzeit“.

Andere Hinweise

Wie bei allen antihypertensiven Arzneimitteln kann eine exzessive Senkung des Blutdrucks bei

Patienten mit koronarer Herzerkrankung oder ischämischer zerebrovaskulärer Erkrankung einen

Myokardinfarkt oder Schlaganfall hervorrufen.

Interaktionen

Interaktionsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Potentielle Wechselwirkungen hervorgerufen durch die Sevikar-Kombination

Zu beachten bei gleichzeitigem Einsatz:

Anderer antihypertensiver Wirkstoffe

Der blutdrucksenkende Effekt von Sevikar kann durch gleichzeitige Einnahme von anderen

antihypertensiven Wirkstoffen (z.B. Alphablocker, Diuretika) verstärkt werden.

Potentielle Wechselwirkungen hervorgerufen durch Olmesartanmedoxomil in Sevikar

Gleichzeitige Einnahme nicht empfohlen:

ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren

Siehe Rubriken „Kontraindikationen“ und „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“.

Wirkstoffe, die den Kaliumspiegel beeinflussen

Die gleichzeitige Anwendung von Sevikar mit kaliumsparenden Diuretika, Kaliumsupplementation,

Salzsubstitution mit Kalium oder anderen Arzneimitteln, die die Serumkonzentration von Kalium

erhöhen können (z.B. Heparin), können die Serumkonzentration von Kalium erhöhen (siehe Rubrik

„Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen”). Falls Arzneimittel mit Einfluss auf die

Kaliumkonzentration in Kombination mit Sevikar verschrieben werden müssen, so wird eine

Kontrolle der Serumkonzentration von Kalium empfohlen.

Lithium

Eine reversible Steigerung der Lithiumkonzentration im Serum und gesteigerte Toxizität wurde bei

gleichzeitiger Anwendung von Lithium mit ACE-Hemmern und seltener mit Angiotensin II

Antagonisten beschrieben. Daher wird eine gleichzeitige Anwendung von Sevikar und Lithium nicht

empfohlen (siehe Rubrik „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen”). Wenn sich die gleichzeitige

Einnahme von Lithium und Sevikar als notwendig herausstellt, so wird eine engmaschige Kontrolle

des Serumlithiumspiegels empfohlen. Bei gleichzeitiger Anwendung von Diuretika und Sevikar kann

das Risiko von Lithiumtoxizität zusätzlich erhöht werden.

Gleichzeitige Anwendungen, die Vorsichtsmassnahmen erfordern

Nichtsteroidale anti-inflammatorische Arzneimittel (NSAID), inklusive selektive COX-2-Hemmer,

Acetylsalizylsäure (> 3 g/Tag) und nichtselektive NSAID

Bei gleichzeitiger Anwendung von Angiotensin II Antagonisten mit NSAID kann eine

Abschwächung der antihypertensiven Wirkung eintreten. Weiterhin kann die gleichzeitige

Anwendung von Angiotensin II Antagonisten und NSAID das Risiko einer Verschlechterung der

Nierenfunktion erhöhen und kann zu einem Anstieg des Serumkaliums führen. Daher wird eine

Kontrolle der Nierenfunktion zu Beginn einer solchen Kombinationstherapie sowie ausreichende

Hydratation des Patienten empfohlen.

Zusätzliche Informationen

Nach der Anwendung von Antiazida (Aluminium-Magnesium Hydroxid) ist eine leichte Reduktion

der Bioverfügbarkeit von Olmesartan beobachtet worden.

Olmesartanmedoxomil hat keine signifikanten Effekte auf die Pharmakokinetik oder

Pharmakodynamik von Warfarin oder die Pharmakokinetik von Digoxin. Die gleichzeitige

Anwendung von Olmesartanmedoxomil mit Pravastatin hat keinen klinisch relevanten Effekt auf die

Pharmakokinetik auf eine der beiden Komponenten bei gesunden Personen.

Olmesartan hat keinen klinisch relevanten Effekt auf die humanen Cytochrom P-450-Enzyme 1A1/2,

2A6, 2C8/9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4 in vitro und nur einen geringfügigen induzierenden Effekt auf

die Aktivität von Cytochrom P-450 Enzyme bei Ratten. Es werden keine klinisch signifikanten

Interaktionen zwischen Olmesartan und anderen, durch die oben genannten Cytochrom P-450 –

Enzyme metabolisierten Arzneimittel vermutet.

Potentielle Wechselwirkungen hervorgerufen durch Amlodipin in Sevikar

Gleichzeitige Anwendungen, die Vorsichtsmassnahmen erfordern:

CYP3A4-Hemmstoffe

Die gleichzeitige Anwendung von Amlodipin mit starken oder mässigen CYP3A4-Inhibitoren

(Proteaseinhibitoren, Azol-Antimykotika, Makrolide wie z.B. Erythromycin oder Clarithromycin,

Verapamil oder Diltiazem) kann zu einer signifikanten Erhöhung der Amlodipin-Exposition führen.

Die klinischen Konsequenzen der geänderten Pharmakokinetik können bei älteren Patienten

ausgeprägter sein. Daher können eine klinische Kontrolle sowie eine Dosisanpassung notwendig

werden.

CYP3A4-Induktoren

Es liegen keine Daten zur Wirkung von CYP3A4-Induktoren auf Amlodipin vor. Die gleichzeitige

Gabe von CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Hypericum perforatum [Johanniskraut]) kann zu

einer verringerten Plasmakonzentration von Amlodipin führen. Die gleichzeitige Anwendung von

Amlodipin mit CYP3A4-Induktoren sollte mit Vorsicht erfolgen.

Zusätzliche Informationen

Die gleichzeitige Anwendung von Amlodipin mit Grapefruit oder Grapefruitsaft wird nicht

empfohlen, weil dadurch die Bioverfügbarkeit von Amlodipin bei einigen Patienten erhöht sein kann.

Dies würde zu einer verstärkten Blutdrucksenkung führen.

Dantrolen (Infusion): Im Tiermodell wurde nach Verabreichung von Verapamil und intravenösem

Dantrolen letales Kammerflimmern und Kreislaufversagen in Verbindung mit Hyperkaliämie

beobachtet. Aufgrund des Hyperkaliämie-Risikos wird empfohlen, eine gleichzeitige Gabe von

Kalziumkanalblockern wie Amlodipin bei den Patienten zu vermeiden, die empfänglich für eine

maligne Hyperthermie sind oder wegen einer malignen Hyperthermie behandelt werden.

Auswirkungen von Amlodipin auf andere Arzneimittel

Die blutdrucksenkende Wirkung von Amlodipin addiert sich zur blutdrucksenkenden Wirkung

anderer Arzneimittel.

Die Kombination von Amlodipin mit Atorvastatin, Digoxin oder Warfarin hatte keine signifikante

Wirkung auf die Pharmakokinetik oder Pharmakodynamik dieser Arzneimittel.

Simvastatin: Die gleichzeitige Anwendung wiederholter 10 mg Amlodipin-Dosen mit 80 mg

Simvastatin führte zu einer 77%igen Erhöhung der Simvastatin-Exposition. Bei Patienten, die

Amlodipin einnehmen, ist die Simvastatin-Dosis auf 20 mg täglich zu begrenzen.

Tacrolimus: Es besteht das Risiko eines erhöhten Tacrolimusspiegels im Blut bei gleichzeitiger

Anwendung mit Amlodipin; der pharmakokinetische Mechanismus dieser Interaktion ist jedoch nicht

vollständig geklärt. Um eine Toxizität von Tacrolimus zu vermeiden, muss bei der Anwendung von

Amlodipin an einen Patienten unter Tacrolimusbehandlung der Tacrolimusspiegel im Blut überwacht

und die Tacrolimusdosis gegebenenfalls angepasst werden.

Ciclosporin: In einer prospektiven Studie mit nierentransplantierten Patienten wurde bei Anwendung

zusammen mit Amlodipin eine durchschnittlich 40-prozentige Erhöhung der Ciclosporin-Talspiegel

beobachtet. Die gleichzeitige Anwendung von Sevikar mit Ciclosporin kann zu einer erhöhten

Ciclosporinexposition führen.

Während einer gleichzeitigen Anwendung muss eine Überwachung der Ciclosporinspiegel erfolgen

und, falls erforderlich, eine Dosisreduktion von Ciclosporin vorgenommen werden.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine Daten zur Anwendung von Sevikar bei schwangeren Patientinnen vor. Es wurden

keine Tierstudien zur reproduktiven Toxizität von Sevikar durchgeführt.

Sevikar wird während des ersten Schwangerschaftstrimesters nicht empfohlen und ist im zweiten und

dritten Schwangerschaftstrimester kontraindiziert (siehe Rubrik „Kontraindikationen”).

Olmesartanmedoxomil (als wirksamer Bestandteil von Sevikar)

Es liegen keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach

Anwendung von ACE-Hemmern während des ersten Schwangerschaftstrimesters vor; ein

geringfügig erhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Auch wenn keine

kontrollierten epidemiologischen Daten zum Risiko von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten

vorliegen, so bestehen möglicherweise für diese Arzneimittelklasse vergleichbare Risiken. Sofern ein

Fortsetzen der Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten -Therapie nicht als notwendig erachtet wird,

sollten Patientinnen, die planen, schwanger zu werden, auf eine alternative antihypertensive Therapie

mit geeignetem Sicherheitsprofil für Schwangere umgestellt werden. Wird eine Schwangerschaft

festgestellt, ist eine Behandlung mit Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten unverzüglich zu beenden

und, wenn erforderlich, eine alternative Therapie zu beginnen.

Es ist bekannt, dass eine Therapie mit Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten während des zweiten

und dritten Schwangerschaftstrimesters beim Menschen fetotoxische Effekte (verminderte

Nierenfunktion, Oligohydramnion, verzögerte Schädelossifikation) und neonatal-toxische Effekte

(Nierenversagen, Hypotonie, Hyperkalämie) hat (siehe auch Rubrik „Präklinische Daten”).

Im Falle einer Exposition mit Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten ab dem zweiten

Schwangerschaftstrimester werden Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion und des Schädels

empfohlen.

Neugeborene, bei denen eine Exposition mit Angiotensin-II-Antagonisten in utero vorliegt, sollten

engmaschig auf das Auftreten von Hypotonie untersucht werden.

Amlodipin (als wirksamer Bestandteil von Sevikar)

Die verfügbaren Daten über eine begrenzte Zahl von Schwangerschaften, in denen die Substanz

eingenommen wurde, zeigen nicht, dass Amlodipin oder andere Kalzium-Rezeptor-Antagonisten

eine schädliche Wirkung auf die Gesundheit des Fötus haben. Allerdings kann das Risiko einer

protrahierten Geburt bestehen.

Stillzeit

Olmesartan wird in die Muttermilch stillender Ratten ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob

Olmesartan auch in menschliche Muttermilch übertritt. Es ist nicht bekannt, ob Amlodipin in

Muttermilch übertritt. Ähnliche Kalziumkanalblocker des Dihydropyridin-Typs gehen in die

Muttermilch über. Das Risiko für Neugeborene bei Exposition auf Sevikar in der Muttermilch ist

unbekannt.

Da keine Erkenntnisse zur Anwendung von Sevikar in der Stillzeit vorliegen, wird Sevikar nicht

empfohlen; eine alternative antihypertensive Therapie mit einem besser geeigneten Sicherheitsprofil

bei Anwendung in der Stillzeit ist vorzuziehen, insbesondere, wenn Neugeborene oder Frühgeborene

gestillt werden.

Säuglinge, deren Mütter Angiotensin II-Rezeptor-Antagonisten eingenommen haben, sollten

wiederholt auf Hypotonie untersucht werden.

Fertilität

Bei einigen Patienten, die mit Kalziumkanalblockern behandelt worden waren, wurden reversible

biochemische Veränderungen im Kopfteil der Spermatozoen beobachtet. Die klinischen Daten in

Hinblick auf einen möglichen Einfluss von Amlodipin auf die Fertilität sind noch ungenügend. In

einer Studie an Ratten zeigten sich Auswirkungen auf die Fertilität der männlichen Tiere (siehe

Rubrik „Präklinische Daten“).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Studien über die Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen wurden nicht durchgeführt. Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen (Schwindel,

Müdigkeit) sollte beim Führen von Fahrzeugen oder beim Bedienen von Maschinen speziell zu

Beginn der Behandlung Vorsicht geboten sein.

Unerwünschte Wirkungen

Sevikar

Die am häufigsten bei der Behandlung mit Sevikar berichteten Nebenwirkungen sind periphere

Ödeme (11.3%), Kopfschmerzen (5.3%) und Schwindel (4.5%).

In der folgenden Tabelle sind sowohl die Nebenwirkungen von Sevikar aus klinischen Studien,

Anwendungsbeobachtungen und Spontanberichten als auch die Nebenwirkungen der

Einzelsubstanzen Olmesartanmedoxomil und Amlodipin basierend auf ihren bekannten

Sicherheitsprofilen zusammengefasst.

Unerwünschte Wirkungen sind geordnet nach Organsystem aufgelistet. Die Häufigkeit ist definiert

als: Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1’000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10’000 bis

< 1/1’000) und sehr selten (< 1/10’000).

MedDRA

Systemorganklasse

Nebenwirkung

Häufigkeit

Olmesartan/

Amlodipin

Kombination

Olmesartan

Amlodipin

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Leukozytopenie

Sehr selten

Thrombozytopenie

Gelegentlich Sehr selten

Erkrankungen des

Immunsystems

Allergische Reaktionen/

Arzneimittelüberempfindlichkei

Selten

Sehr selten

Anaphylaktische Reaktion

Gelegentlich

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Hyperglykämie

Sehr selten

Hyperkaliämie

Gelegentlich Selten

Hypertriglyzeridämie

Häufig

Hyperurikämie

Häufig

Psychiatrische

Erkrankungen

Verwirrtheitszustände

Selten

Depressionen

Gelegentlich

Schlaflosigkeit

Gelegentlich

Reizbarkeit

Gelegentlich

Verminderte Libido

Gelegentlich

Stimmungsschwankungen

(einschliesslich Angst)

Gelegentlich

Erkrankungen des

Nervensystems

Schwindelgefühl

Häufig

Häufig

Häufig

Geschmacksstörungen

Gelegentlich

Kopfschmerzen

Häufig

Häufig

Häufig (besonders zu

Behand-

lungsbeginn)

Erhöhte Muskelspannung

Sehr selten

Hypästhesie

Gelegentlich

Gelegentlich

Lethargie

Gelegentlich

Parästhesie

Gelegentlich

Gelegentlich

Periphere Neuropathie

Sehr selten

Lagerungsschwindel

Gelegentlich

Schlafstörungen

Gelegentlich

Somnolenz

Häufig

Synkope

Selten

Gelegentlich

Tremor

Gelegentlich

Augenerkrankungen

Sehstörungen (einschliesslich

Doppeltsehen)

Häufig

Erkrankungen des

Ohres und des

Labyrinths

Tinnitus

Gelegentlich

Schwindel

Gelegentlich Gelegentlich

Herzerkrankungen

Angina pectoris

Gelegentlich

Gelegentlich (ein-

schliesslich

Verschlecht-erung

einer Angina

pectoris)

Arrhythmie (einschliesslich

Bradykardie, ventrikuläre

Tachykardie und

Vorhofflimmern)

Gelegentlich

Herzinfarkt

Sehr selten

Palpitationen

Gelegentlich

Häufig

Tachykardie

Gelegentlich

Gefässerkrankungen

Hypotonie

Gelegentlich Selten

Gelegentlich

Orthostatische Hypotonie

Gelegentlich

Gesichtsrötung

Selten

Häufig

Vaskulitis

Sehr selten

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Bronchitis

Häufig

Husten

Gelegentlich Häufig

Gelegentlich

Dyspnoe

Gelegentlich

Häufig

Pharyngitis

Häufig

Rhinitis

Häufig

Gelegentlich

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Abdominalschmerzen

Häufig

Häufig

Veränderte Stuhlgewohnheiten

(einschliesslich Diarrhoe und

Obstipation)

Häufig

Obstipation

Gelegentlich

Diarrhoe

Gelegentlich Häufig

Mundtrockenheit

Gelegentlich

Gelegentlich

Dyspepsie

Gelegentlich Häufig

Häufig

Gastritis

Sehr selten

Gastroenteritis

Häufig

Zahnfleischhyperplasie

Sehr selten

Übelkeit

Gelegentlich Häufig

Häufig

Pankreatitis

Sehr selten

Oberbauchschmerzen

Gelegentlich

Erbrechen

Gelegentlich Gelegentlich Gelegentlich

Sprue-ähnliche Enteropathie

Sehr selten

Leber- und

Gallenerkrankungen

Anstieg der Leberenzymwerte

Häufig

Sehr selten (meist im

Zusammen-hang mit

einer Cholestase)

Hepatitis

Sehr selten

Gelbsucht

Sehr selten

Erkrankungen der Haut

und des

Unterhautzellgewebes

Alopezie

Gelegentlich

Angioneurotisches Ödem

Selten

Sehr selten

Allergische Dermatitis

Gelegentlich

Erythema multiforme

Sehr selten

Exanthem

Gelegentlich Gelegentlich

Exfoliative Dermatitis

Sehr selten

Hyperhidrosis

Gelegentlich

Photosensibilität

Sehr selten

Pruritus

Gelegentlich Gelegentlich

Purpura

Gelegentlich

Quincke-Ödem

Sehr selten

Ausschlag

Gelegentlich Gelegentlich Gelegentlich

Hautverfärbungen

Gelegentlich

Stevens-Johnson-Syndrom

Sehr selten

Urtikaria

Selten

Gelegentlich Gelegentlich

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochen-erkrankungen

Fussgelenksschwellung

Häufig

Arthralgie

Gelegentlich

Arthritis

Häufig

Rückenschmerzen

Gelegentlich Häufig

Gelegentlich

Muskelspasmen

Gelegentlich Selten

Häufig

Myalgie

Gelegentlich Gelegentlich

Schmerzen in den Extremitäten

Gelegentlich

Skelettschmerzen

Häufig

Erkrankungen der

Nieren und Harnwege

Akutes Nierenversagen

Selten

Hämaturie

Häufig

Harnblasenentleerungsstörunge

Gelegentlich

Erhöhte Miktionsfrequenz

Gelegentlich

Nykturie

Gelegentlich

Pollakisurie

Gelegentlich

Niereninsuffizienz

Selten

Infektion der Harnwege

Häufig

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und

der Brustdrüse

Erektionsstörungen/ Impotenz

Gelegentlich

Gelegentlich

Gynäkomastie

Gelegentlich

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Asthenie

Gelegentlich Gelegentlich Häufig

Schmerzen im Brustkorb

Häufig

Gelegentlich

Gesichtsödeme

Selten

Gelegentlich

Müdigkeit

Häufig

Häufig

Häufig

Grippeähnliche Symptome

Häufig

Lethargie

Selten

Unwohlsein

Gelegentlich Gelegentlich

Ödeme

Häufig

Sehr häufig

Schmerzen

Häufig

Gelegentlich

Periphere Ödeme

Häufig

Häufig

Eindrückbare Ödeme

Häufig

Untersuchungen

Erhöhung von Kreatinin im Blut Gelegentlich Selten

Erhöhung der

Kreatinphosphokinase im Blut

Häufig

Erniedrigung von Kalium im

Blut

Gelegentlich

Erhöhung von Harnstoff im Blut

Häufig

Erhöhung von Harnsäure im

Blut

Gelegentlich

Anstieg der Gamma-

Glutamyltransferase

Gelegentlich

Gewichtsabnahme

Gelegentlich

Gewichtszunahme

Gelegentlich

Einzelfälle von Rhabdomyolyse wurden in zeitlichem Zusammenhang mit der Einnahme von

Angiotensin-II-Rezeptorblockern berichtet. Einzelfälle von extrapyramidalem Syndrom wurden bei

mit Amlodipin behandelten Patienten berichtet.

Überdosierung

Symptome

Es gibt keine Erfahrungen mit Überdosierung von Sevikar. Die wahrscheinlichste Auswirkung einer

Überdosierung von Olmesartanmedoxomil ist Hypotension und Tachykardie; eine Bradykardie

könnte hervorgerufen werden, wenn eine parasympathische (vagale) Stimulierung vorliegt. Bei einer

Überdosierung von Amlodipin kann eine exzessive periphere Vasodilatation mit ausgeprägter

Hypotension und möglicherweise einer Reflex-Tachykardie erwartet werden. Über ausgeprägte und

langanhaltende systemische Hypotension bis zum Schock mit tödlichem Ausgang wurde berichtet.

Behandlung

Wenn die Einnahme nur kurze Zeit zurückliegt, so kann eine Magenspülung oder Auslösen von

Erbrechen erwogen werden. Bei gesunden Personen konnte gezeigt werden, dass die Verabreichung

von Aktivkohle unmittelbar oder bis zu 2 Stunden nach der Einnahme von Amlodipin die Aufnahme

von Amlodipin deutlich vermindert.

Eine klinisch signifikante Hypotension durch eine Überdosis von Sevikar bedarf einer aktiven

Unterstützung des kardiovaskulären Systemes, inklusive engmaschige Überwachung der Herz- und

Lungenfunktion, Hochlagerung der Extremitäten und Überwachung des zirkulierenden

Flüssigkeitsvolumens und der Harnausscheidung. Ein Vasokonstriktor kann hilfreich sein zur

Wiederherstellung von Gefässtonus und Blutdruck, vorausgesetzt, dass keine Kontraindikation

vorliegt. Intravenöse Gabe von Kalziumgluconat kann nützlich sein, um die Wirkung der

Kalziumkanalblockade aufzuheben.

Aufgrund der hohen Plasmaproteinbindung von Amlodipin ist anzunehmen, dass eine Hämodialyse

nicht von Nutzen ist. Über die Dialysierbarkeit von Olmesartan gibt es keine Informationen.

Eigenschaften/Wirkungen

Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten und Kalziumkanalblocker.

ATC-Code C09DB02.

Sevikar ist eine Kombination eines Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten, Olmesartanmedoxomil,

und eines Kalziumkanalblockers, Amlodipinbesilat. Die Kombination dieser beiden Komponenten

zeigt einen additiven antihypertensiven Effekt, der den Blutdruck in einem stärkeren Masse senkt als

jede der beiden Komponenten alleine.

Sevikar

In einer doppelblinden, randomisierten, plazebokontrollierten, faktorial-design Studie über 8 Wochen

war der Anteil der Patienten, die einen normalisierten Blutdruck (festgesetzt auf einen diastolischen

Blutdruck < 90 mmHg) erreichten, höher mit Sevikar als mit einer entsprechenden Monotherapie.

(62.5% für Sevikar 20 mg/5 mg, 70.1% für Sevikar 40 mg/5 mg und 77.6% für Sevikar 40 mg/10 mg

im Vergleich zu 42.8% und 46.9% für Olmesartanmedoxomil 20 mg und 40 mg und 43.5% und

56.4% für Amlodipin 5 mg und 10 mg). Der Anteil der Patienten, die die Zielwerte sowohl des

systolischen als auch des diastolischen Blutdruckes erreichten, war signifikant grösser mit Sevikar

als mit einer der beiden entsprechenden Komponenten in Monotherapie (21% - 36%).

Die Behandlung mit jeder Kombinationsdosis von Sevikar führte zu einer signifikant stärkeren

Reduktion des diastolischen und systolischen Blutdruckes als die entsprechenden Komponenten als

Monotherapie. Die mittlere Reduktion des systolischen/diastolischen Blutdruckes war dosisabhängig:

-24/-14 mmHg (20 mg/5 mg Kombination), -25/-16 mmHg (40 mg/5 mg Kombination) und -30/-

19 mmHg (40 mg/10 mg Kombination). Der grösste Teil des antihypertensiven Effektes von Sevikar

wurde im Allgemeinen innerhalb der ersten 2 Wochen nach Behandlungsbeginn erreicht.

Eine zweite doppelblinde, randomisierte und plazebokontrollierte Studie untersuchte die Effektivität

einer zusätzlichen Gabe von Amlodipin bei der Behandlung von Patienten, deren Blutdruck

innerhalb von 8 Wochen nach Therapiebeginn nicht adäquat mit 20 mg Olmesartanmedoxomil

eingestellt werden konnte. Der Anteil der Patienten mit normalisiertem Blutdruck (festgesetzt auf

einen diastolischen Blutdruck < 90 mmHg) war 49.2% in der Gruppe der Patienten, die weiterhin mit

20 mg Olmesartanmedoxomil behandelt wurden und 64.3% in der Gruppe, die Sevikar 20 mg/5 mg

erhielten. Im Vergleich zu Patienten, die weiterhin mit 20 mg Olmesartanmedoxomil behandelt

wurden, führte die zusätzliche Gabe von 5 mg Amlodipin über 8 Wochen zu einer weiteren

Reduktion des systolischen/diastolischen Blutdruckes von -5.8/-2.7 mmHg.

Eine weitere Studie untersuchte die Zugabe verschiedener Dosen von Olmesartanmedoxomil bei

Patienten, deren Blutdruck nicht ausreichend kontrolliert war nach 8 Wochen Therapie mit 5 mg

Amlodipin. Das Verhältnis von Patienten mit normalisiertem Blutdruck (festgesetzt auf einen

diastolischen Blutdruck < 90 mmHg) war 35.9% in der Gruppe, die weiterhin mit 5 mg Amlodipin

behandelt wurde, 62.0% in der Gruppe, die mit Sevikar 20 mg/5 mg behandelt wurde und 64.5% in

der Gruppe, die mit Sevikar 40 mg/5 mg behandelt wurde. Im Vergleich zu den Patienten, die

weiterhin mit 5 mg Amlodipin alleine behandelt wurden führte die Zugabe von 20 mg

Olmesartanmedoxomil über 8 Wochen zu einer weiteren Reduktion des systolischen/diastolischen

Blutdruckes von -5.8/-3.7 mmHg und die Zugabe von 40 mg Olmesartanmedoxomil über 8 Wochen

führte zu einer weiteren Reduktion des systolischen/diastolischen Blutdruckes von -7.1/-3.8 mmHg.

Eine Titrierung der Dosis von Sevikar 20 mg/5 mg zu Sevikar 40 mg/5 mg bei Patienten, die mit der

niedrigeren Kombinationsdosis nicht den Zielwert des Blutdruckes erreichten, führte zu einer

weiteren mittleren Reduktion des systolischen/diastolischen Blutdruckes um -10.6/-6.2 mmHg. Eine

ähnliche Titrierung der Dosis von Sevikar 40 mg/5 mg zu Sevikar 40 mg/10 mg führte zu einer

weiteren mittleren Reduktion des systolischen/diastolischen Blutdruckes auf -12.3/-8.2 mmHg.

Bei Patienten, die nicht adäquat mit Amlodipin 5 mg kontrollierbar sind, kann Sevikar 20 mg/5 mg

eine bessere Kontrolle des Blutdruckes erreichen als Amlodipin 10 mg, dies mit weniger Ödemen.

Bei Patienten, die mit Amlodipin 10 mg adäquat eingestellt sind, die aber unter inakzeptablen

Ödemen leiden, kann Sevikar 20 mg/5 mg eine gleich gute oder sogar bessere Blutdruckeinstellung

bewirken, dies mit weniger Ödemen als Nebenwirkung.

Die drei durchgeführten Studien bestätigten, dass der blutdrucksenkende Effekt von Sevikar,

verabreicht einmal pro Tag, über den gesamten Tagesverlauf erhalten blieb mit einem Trough-to-

Peak-Verhältnis von 71% - 82% für die systolische und diastolische Antwort und mit einer 24-

Stunden-Effektivität, die durch ambulante Blutdruckmessungen bestätigt werden konnte.

Der antihypertensive Effekt von Sevikar war unabhängig von Alter und Geschlecht und war gleich

bei Patienten mit oder ohne Diabetes.

In Follow-up-Studien war der antihypertensive Effekt von Sevikar auch bei langfristiger Therapie

anhaltend. Ein bei Bedarf zusätzlich eingesetztes Diuretikum (Hydrochlorothiazid) verstärkte den

blutdrucksenkenden Effekt von Sevikar.

Olmesartanmedoxomil (als wirksamer Bestandteil von Sevikar)

Olmesartanmedoxomil als wirksamer Bestandteil von Sevikar ist ein selektiver Angiotensin II Typ 1

(AT1) Rezeptor-Antagonist. Nach Aufnahme wird Olmesartanmedoxomil schnell in den

pharmakologisch aktiven Metaboliten Olmesartan umgewandelt. Angiotensin II ist das primär

vasoaktive Hormon des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems und spielt eine wichtige Rolle bei

der Pathophysiologie der Hypertension. Die Wirkungen von Angiotensin II sind Vasokonstriktion,

Stimulation von Synthese und Freisetzung von Aldosteron, kardiale Stimulation und renale

Reabsorption von Natrium. Olmesartan blockiert die vasokonstriktorische und aldosteronfreisetzende

Wirkung von Angiotensin II durch Blockade der Bindung an den AT1 Rezeptor im Gewebe, unter

anderem in den glatten Muskelzellen der Gefässe und in der Nebenniere. Die Wirkung von

Olmesartan ist unabhängig von der Quelle oder der Art der Synthese von Angiotensin II. Der

selektive Antagonismus von Olmesartan auf Angiotensin II (AT1) Rezeptoren führt zu einem

Anstieg der Plasmakonzentrationen von Renin und Angiotensin I und II und einem moderaten Abfall

der Aldosteronkonzentration im Plasma.

Bei Hypertension bewirkt Olmesartanmedoxomil eine dosisabhängige, langanhaltende Absenkung

des arteriellen Blutdruckes. Es gibt keinen Hinweis auf eine first-dose-Hypotonie, auf Tachyphylaxie

während langfristiger Behandlung oder auf eine Rebound-Hypertonie nach abruptem Absetzen der

Therapie.

Bei einmal täglicher Gabe ruft Olmesartanmedoxomil bei Patienten mit Hypertension eine effektive

und sanfte Absenkung des Blutdruckes hervor, die mit der Tagesdosis über 24 Stunden anhält. Eine

Dosierung einmal täglich hat den gleichen Effekt auf den Blutdruck wie eine auf 2 Einnahmen pro

Tag verteilte Dosis.

Bei kontinuierlicher Behandlung wird eine maximale Absenkung der Hypertonie etwa 8 Wochen

nach Therapiebeginn erreicht, jedoch ist ein substantieller Anteil des blutdrucksenkenden Effektes

bereits nach 2-wöchiger Behandlung sichtbar.

Die Auswirkung von Olmesartanmedoxomil auf die Mortalität und Morbitität ist noch nicht bekannt.

In der ROADMAP-Studie (Randomised Olmesartan and Diabetes Microalbuminuria Prevention

Study) wurde bei 4'447 Patienten mit Typ-2-Diabetes, Normoalbuminurie und mindestens einem

zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktor untersucht, ob die Behandlung mit Olmesartan das

Auftreten einer Mikroalbuminurie verzögern kann.

Während der medianen Beobachtungsdauer von 3.2 Jahren erhielten die Patienten entweder

Olmesartan oder Placebo zusätzlich zu anderen Antihypertensiva, mit Ausnahme von ACE-

Hemmern oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten.

Für den primären Endpunkt zeigte die Studie zugunsten von Olmesartan eine signifikante

Risikoreduktion für die Zeit bis zum Auftreten einer Mikroalbuminurie. Nach Adjustierung der

Blutdruckunterschiede war diese Risikoreduktion nicht mehr statistisch signifikant. 8.2% (178 von

2'160) der Patienten in der Olmesartan-Gruppe und 9.8% (210 von 2'139) der Patienten in der

Placebo-Gruppe entwickelten eine Mikroalbuminurie.

Bei den sekundären Endpunkten traten kardiovaskuläre Ereignisse bei 96 Patienten (4.3%) unter

Olmesartan und bei 94 Patienten (4.2%) unter Placebo auf. Die Inzidenz von kardiovaskulärer

Mortalität war unter Olmesartan höher als unter Behandlung mit Placebo (15 Patienten (0.7%) vs. 3

Patienten (0.1%)), trotz vergleichbarer Raten für nicht-tödlichen Schlaganfall (14 Patienten (0.6%)

vs. 8 Patienten (0.4%)), nicht-tödlichen Myokardinfarkt (17 Patienten (0.8%) vs. 26 (1.2%)) und

nicht-kardiovaskulärer Mortalität (11 Patienten (0.5%) vs. 12 Patienten (0.5%)). Die

Gesamtmortalität unter Olmesartan war numerisch erhöht (26 Patienten (1.2%) vs. 15 Patienten

(0.7%)), was vor allem durch eine höhere Anzahl an tödlichen kardiovaskulären Ereignissen bedingt

ist.

In der ORIENT-Studie (Olmesartan Reducing Incidence of End-stage Renal Disease in Diabetic

Nephropathy Trial) wurden die Effekte von Olmesartan auf renale und kardiovaskuläre Ereignisse

bei 577 randomisierten japanischen und chinesischen Typ-2-Diabetikern mit manifester

Nephropathie untersucht.

Während einer medianen Beobachtungsdauer von 3.1 Jahren erhielten die Patienten entweder

Olmesartan oder Placebo zusätzlich zu anderen Antihypertensiva, einschliesslich ACE-Hemmern.

Der primäre kombinierte Endpunkt (Zeit bis zum erstmaligen Auftreten der Verdoppelung von

Serum-Kreatinin, terminaler Niereninsuffizienz, Tod jeglicher Ursache) trat bei 116 Patienten der

Olmesartan-Gruppe (41.1%) und bei 129 Patienten (45.4%) der Placebo-Gruppe (HR: 0.97 (95% CI

0.75 bis 1.24); p-Wert 0.791) auf.

Der kombinierte sekundäre kardiovaskuläre Endpunkt trat bei 40 mit Olmesartan behandelten

Patienten (14.2%) und 53 mit Placebo behandelten Patienten (18.7%) auf. Dieser kombinierte

kardiovaskuläre Endpunkt umfasste kardiovaskulären Tod bei 10 (3.5%) Patienten unter Olmesartan

vs. 3 (1.1%) unter Placebo, Gesamtmortalität 19 (6.7%) vs. 20 (7.0%), nicht-tödlichen Schlaganfall 8

(2.8%) vs. 11 (3.9%) und nicht-tödlichen Myokardinfarkt 3 (1.1%) vs. 7 (2.5%).

Amlodipin (als wirksamer Bestandteil von Sevikar)

Amlodipin als wirksamer Bestandteil von Sevikar ist ein Kalziumkanalblocker, der den

transmembranösen Einstrom von Kalziumionen durch die spannungsabhängigen L-Typ-Kanäle im

Herzen und in glatter Muskulatur inhibiert. Experimentelle Daten weisen darauf hin, dass Amlodipin

sowohl an Dihydropyridin- als auch Nicht-Dihydropyridin-Bindungsstellen bindet. Amlodipin ist

relativ gefässspezifisch mit einer stärkeren Wirkung auf die glatten Muskelzellen der Gefässe als auf

die Zellen der Herzmuskulatur. Die antihypertensive Wirkung von Amlodipin beruht auf einem

direkten relaxierenden Effekt auf die arterielle glatte Muskulatur, der zu einem verringerten

peripheren Widerstand und dadurch verringertem Blutdruck führt.

Bei hypertensiven Patienten bewirkt Amlodipin eine dosisabhängige, langanhaltende Absenkung des

arteriellen Blutdruckes. Es gibt keinen Hinweis auf eine first-dose-Hypotonie, auf Tachyphylaxie

während langfristiger Behandlung oder auf eine Rebound-Hypertonie nach abruptem Absetzen der

Therapie.

Bei Behandlung von hypertensiven Patienten mit therapeutischen Dosen ruft Amlodipin eine

effektive Reduktion des Blutdruckes in liegender, sitzender und stehender Position hervor. Eine

langfristige Behandlung mit Amlodipin ist nicht assoziiert mit signifikanten Veränderungen der

Herzfrequenz oder der Katecholaminkonzentrationen im Plasma. Bei hypertensiven Patienten mit

normaler Nierenfunktion führen therapeutische Dosen von Amlodipin zu einer reduzierten renalen

vaskulären Resistenz und einer erhöhten glomerulären Filtrationsrate sowie effektivem Plasmafluss

in der Niere, ohne Veränderungen in der Filtrationsfraktion oder Proteinurie hervorzurufen.

Weitere Informationen

In zwei grossen randomisierten, kontrollierten Studien („ONTARGET” [ONgoing Telmisartan

Alone and in combination with Ramipril Global Endpoint Trial] und „VA NEPHRON-D” [The

Veterans Affairs Nephropathy in Diabetes]) wurde die gleichzeitige Anwendung eines ACE-

Hemmers mit einem Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten untersucht.

Die „ONTARGET“–Studie wurde bei Patienten mit einer kardiovaskulären oder einer

zerebrovaskulären Erkrankung in der Vorgeschichte oder mit Diabetes mellitus Typ 2 mit

nachgewiesenen Endorganschäden durchgeführt. Die „VA NEPHRON-D“-Studie wurde bei

Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und diabetischer Nephropathie durchgeführt.

Diese Studien zeigten keinen signifikanten vorteilhaften Effekt auf renale und/oder kardiovaskuläre

Endpunkte und Mortalität, während ein höheres Risiko für Hyperkaliämie, akute Nierenschädigung

und/oder Hypotonie im Vergleich zur Monotherapie beobachtet wurde. Aufgrund vergleichbarer

pharmakodynamischer Eigenschaften sind diese Ergebnisse auch auf andere ACE-Hemmer und

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten übertragbar.

Aus diesem Grund sollten ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten

mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

In der „ALTITUDE“-Studie (Aliskiren Trial in Type 2 Diabetes Using Cardiovascular and Renal

Disease Endpoints) wurde untersucht, ob die Anwendung von Aliskiren zusätzlich zu einer

Standardtherapie mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten

mit Diabetes mellitus Typ 2 sowie chronischer Nierenerkrankung und/oder kardiovaskulärer

Erkrankung einen Zusatznutzen hat. Die Studie wurde wegen eines erhöhten Risikos unerwünschter

Ereignisse vorzeitig beendet. Sowohl kardiovaskuläre Todesfälle als auch Schlaganfälle traten in der

Aliskiren-Gruppe numerisch häufiger auf als in der Placebo-Gruppe, ebenso unerwünschte

Ereignisse und besondere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (Hyperkaliämie, Hypotonie,

Nierenfunktionsstörung).

Pharmakokinetik

Sevikar

Absorption

Nach oraler Aufnahme von Sevikar werden die maximalen Plasmakonzentrationen von Olmesartan

und Amlodipin nach 1.5 - 2 Stunden bzw. 6 - 8 Stunden erreicht. Die Rate und das Ausmass der

Absorption der zwei Wirkstoffe von Sevikar ist äquivalent zur Rate und Ausmass der Absorption der

beiden Substanzen als separate Tabletten.

Die gleichzeitige Aufnahme mit Nahrungsmitteln hat keinen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von

Olmesartan und Amlodipin von Sevikar.

Olmesartanmedoxomil (als wirksamer Bestandteil von Sevikar)

Absorption

Olmesartanmedoxomil ist ein Prodrug. Es wird während der Aufnahme aus dem Gastrointestinaltrakt

schnell durch Esterasen in der Darmschleimhaut und im Blut der Portalvene in den pharmakologisch

aktiven Metaboliten Olmesartan umgewandelt. Intaktes Olmesartanmedoxomil oder intakte Reste

von Medoxomil konnten in Plasma oder Ausscheidungen nicht nachgewiesen werden. Die mittlere

absolute Bioverfügbarkeit von Olmesartan als Tablettenformulation war 25.6%.

Die mittlere maximale Plasmakonzentration (Cmax) von Olmesartan wird innerhalb von 2 Stunden

nach oraler Aufnahme von Olmesartanmedoxomil erreicht. Die Plasmakonzentration von Olmesartan

vergrössert sich annähernd linear mit steigender Einzeldosis bis zu 80 mg.

Nahrungsaufnahme hat einen minimalen Effekt auf die Bioverfügbarkeit von Olmesartan, daher kann

Olmesartan zeitgleich mit der Nahrung aufgenommen werden.

Klinisch relevante Geschlechtsunterschiede in Bezug auf die Pharmakokinetik konnten nicht

festgestellt werden.

Distribution

Olmesartan liegt zu einem grossen Teil an Plasmaproteine gebunden vor (99.7%), aber das Potential

einer klinisch relevanten Interaktion mit Verdrängung von anderen, gleichzeitig applizierten

proteingebundenen Substanzen von der Plasmaproteinbindung ist gering (bestätigt durch das Fehlen

einer klinisch signifikanten Interaktion zwischen Olmesartanmedoxomil und Warfarin). Die Bindung

von Olmesartan an Blutzellen ist vernachlässigbar. Das mittlere Verteilungsvolumen nach

intravenöser Applikation ist gering (16 - 29 Liter).

Metabolismus

Die totale Plasmaclearance von Olmesartan war typischerweise 1.3 l/h (CV, 19%) und war relativ

langsam im Vergleich zum Passagevolumen der Leber (ca. 90 l/h). Nach Aufnahme einer einzelnen

oralen Dosis von 14C-markiertem Olmesartanmedoxomil wurde 10% - 16% der verabreichten

Radioaktivität im Urin ausgeschieden (die überwiegende Mehrheit innerhalb 24 Stunden nach

Aufnahme) und der verbleibende Teil der Radioaktivität über die Faeces ausgeschieden. Ausgehend

von einer systemischen Verfügbarkeit von 25.6% kann eine Ausscheidung des aufgenommenen

Olmesartan über die Niere (ca. 40%) und durch hepatobiliäre Exkretion (ca. 60%) errechnet werden.

Sämtliche aufgefangene Radioaktivität wurde als Olmesartan identifiziert. Ein anderes signifikantes

metabolisches Produkt wurde nicht identifiziert. Der enterohepatische Kreislauf von Olmesartan ist

minimal. Aufgrund des grossen Anteils der biliären Exkretion von Olmesartan ist eine Anwendung

bei Patienten mit biliärer Obstruktion kontraindiziert (siehe Rubrik „Kontraindikationen”).

Elimination

Die terminale Eliminations-Halbwertszeit von Olmesartan liegt zwischen 10 und 15 Stunden nach

wiederholter oraler Applikation. Der Steady state wird nach der ersten Dosis erreicht, eine weitere

Akkumulierung nach 14-tätiger Anwendung lässt sich nicht feststellen. Die renale Clearance ist

näherungsweise 0.5 - 0.7 l/h und ist unabhängig von der Dosis.

Amlodipin (als wirksamer Bestandteil von Sevikar)

Absorption

Nach oraler Aufnahme therapeutischer Dosen wird Amlodipin im Gastrointestinaltrakt langsam

absorbiert. Die Absorption von Amlodipin wird durch gleichzeitige Einnahme von Nahrungsmitteln

nicht beeinträchtigt. Die absolute Bioverfügbarkeit des unveränderten Wirkstoffes wird auf

64% - 80% geschätzt. Die maximale Plasmakonzentration wird 6 - 12 Stunden nach Aufnahme

erreicht.

Distribution

Das Distributionsvolumen ist ungefähr 20 l/kg. Das pKa von Amlodipin liegt bei 8.6. Die

Plasmaproteinbindung in vitro beträgt ungefähr 98%.

Metabolismus

Amlodipin wird extensiv in inaktive Metaboliten metabolisiert. Ungefähr 60% der verabreichten

Dosis wird durch den Urin ausgeschieden, etwa 10% davon in der unveränderten Form von

Amlodipin.

Elimination

Die Halbwertszeit im Plasma beträgt zwischen 35 und 50 Stunden. Die Steady-state

Plasmakonzentrationen werden nach Applikation über 7 - 8 aufeinanderfolgenden Tage erreicht.

Olmesartanmedoxomil und Amlodipin (als wirksame Bestandteile von Sevikar) Kinetik spezieller

Patientengruppen

Pädiatrische Patienten (Alter unter 18 Jahre)

Pharmakokinetische Daten bei pädiatrischen Patienten sind nicht vorhanden.

Ältere Patienten (65 Lebensjahre und älter)

Bei hypertensiven Patienten ist die AUC (Area under the curve) von Olmesartan im Steady state bei

älteren Patienten (65 - 75 Jahre) um 35% gegenüber den Werten der Gruppe jüngerer Patienten

erhöht; bei Patienten älter als 75 Lebensjahre um 44% (siehe Rubrik „Dosierung/Anwendung”).

Diese Erhöhung kann zumindest teilweise auf eine im Durchschnitt verminderte Nierenfunktion bei

dieser Altersgruppe zurückgeführt werden. Die empfohlene Dosierung bei älteren Patienten ist

entsprechend der Empfehlung bei jüngeren Patienten, jedoch sollte eine Steigerung der Dosis bei

älteren Patienten nur mit Vorsicht erfolgen.

Nach oraler Aufnahme von Amlodipin ist der Zeitpunkt der maximalen Plasmakonzentration bei

älteren Patienten vergleichbar mit den jüngeren Patienten. Bei älteren Patienten ist die Clearance von

Amlodipin im Allgemeinen verringert mit einem Anstieg in der AUC und der Halbwertszeit durch

Elimination.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit verminderter Nierenfunktion ist die AUC von Olmesartan während der Steady

State Plasmakonzentration um 62% bei milder, 82% bei moderater und 179% bei schwerer

Niereninsuffizienz erhöht, dies im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe (siehe Rubriken

„Dosierung/Anwendung” und „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen”).

Amlodipin wird extensiv in inaktive Metaboliten umgewandelt. 10% des Wirkstoffes wird

unverändert im Urin ausgeschieden. Die Veränderungen der Plasmakonzentration von Amlodipin

korreliert nicht mit dem Ausmass der Nierenfunktionsstörung. Bei diesen Patienten kann Amlodipin

im normalen Dosierungsschema angewendet werden. Amlodipin ist nicht dialysierbar.

Leberfunktionsstörung

Nach der oralen Verabreichung einer einzelnen Dosis von Olmesartan sind die Werte der AUC bei

Patienten mit milder bzw. moderater Leberfunktionsstörung um 6% bzw. 65% gegenüber den

Werten bei gesunden Kontrollgruppen gesteigert. Die ungebundene Fraktion von Olmesartan 2

Stunden nach Aufnahme bei gesunden Personen, bei Patienten mit milder Leberfunktionsstörung und

bei Patienten mit moderater Leberfunktionsstörung ist 0.26%, 0.34% und 0.41%. Nach wiederholter

Gabe bei Patienten mit moderater Leberfunktionsstörung ist die mittlere AUC von Olmesartan

wiederum 65% der Werte bei gesunden gemachten Kontrollen.

Die maximale Plasmakonzentration von Olmesartan ist bei Patienten mit Leberfunktionsstörung und

bei gesunden Personen vergleichbar. Es liegen keine Daten über Olmesartanmedoxomil bei Patienten

mit schwerer Leberfunktionsstörung vor.

Die Clearance von Amlodipin ist bei Patienten mit verminderter Leberfunktion herabgesetzt, die

Halbwertszeit entsprechend verlängert mit einem resultierendem Anstieg der AUC um 40% - 60%

(siehe Rubriken „Dosierung/Anwendung” und „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen”).

Präklinische Daten

Aufgrund der präklinischen Toxizitätsprofile der einzelnen Substanzen wird keine Verstärkung der

Toxizität für die Kombination erwartet, da jede Substanz unterschiedliche Zielorgane hat, d.h.

Olmesartanmedoxomil die Nieren und Amlodipin das Herz.

Bei einer dreimonatigen Toxizitätsstudie mit Mehrfachgabe an Ratten wurden nach oraler

Verabreichung von Olmesartanmedoxomil/Amlodipin die folgenden Veränderungen beobachtet:

Abnahme der roten Blutzell-Parameter und renale Veränderungen, die eventuell

Olmesartanmedoxomil-Komponente zugeschrieben werden könnten, Veränderungen an Darm und

Nebennieren, sowie Hypertrophien der Brustdrüsengänge, die eventuell der Amlodipin-Komponente

zugeschrieben werden könnten. Diese Veränderungen führten weder zu einer Verstärkung der bereits

früher beobachteten und bestehenden Toxizität der beiden Einzelkomponenten, noch riefen sie neue

Toxizitäten hervor. Es wurden auch keine toxikologisch synergistischen Wirkungen beobachtet.

Die Kombination von Olmesartanmedoxomil/Amlodipin führte zu einer gesteigerten Exposition

gegenüber dem Hauptmetaboliten von Olmesartanmedoxomil.

Olmesartanmedoxomil (als wirksamer Bestandteil von Sevikar)

Bei Untersuchungen zur chronischen Toxizität an Ratten und Hunden rief Olmesartanmedoxomil

ähnliche Wirkungen wie andere AT1-Rezeptor-Antagonisten und ACE-Hemmer hervor: Anstiege

von Harnstoff-N und Kreatinin; Abnahme des Herzgewichts; Abnahme der roten Blutzell-Parameter

(Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit); histologische Anzeichen der Nierenschädigung

(regenerative Läsionen des Nierenepithels, Verdickung der Basalmembran, Dilatation der Tubuli).

Diese durch die pharmakologischen Wirkungen von Olmesartanmedoxomil hervorgerufenen

unerwünschten Wirkungen, die auch in präklinischen Untersuchungen mit anderen AT1-Rezeptor-

Antagonisten und mit ACE-Hemmern auftraten, wurden durch gleichzeitige orale Gabe von NaCl

vermindert. Bei beiden Spezies wurden eine erhöhte Plasma-Renin-Aktivität sowie

Hypertrophie/Hyperplasie der juxtaglomerulären Zellen in der Niere beobachtet. Diese

Veränderungen, die auch ein Klassen-Effekt von ACE-Hemmern und anderen AT1-Rezeptor-

Antagonisten sind, scheinen keine klinische Relevanz zu haben.

Wie auch bei anderen AT1-Rezeptor-Antagonisten wurde bei Olmesartanmedoxomil in vitro ein

Anstieg der Inzidenz von Chromosomenbrüche bei Zellkulturen festgestellt. Bei mehreren in vivo

Studien mit Olmesartanmedoxomil wurden in einer sehr hohen oralen Dosierung bis zu 2'000 mg/kg

keine relevanten Auswirkungen beobachtet. Die Untersuchungen zur Genotoxizität deuten insgesamt

darauf hin, dass erbgutschädigende Wirkungen bei klinischer Anwendung von

Olmesartanmedoxomil sehr unwahrscheinlich sind.

Olmesartanmedoxomil war nicht karzinogen, weder bei Ratten in einer 2-Jahresstudie, noch bei

Mäusen in zwei 6-Monats-Studien unter Verwendung von transgenen Modellen.

In Reproduktionsstudien an Ratten beeinflusste Olmesartanmedoxomil die Fruchtbarkeit nicht und

löste auch keine teratogene Wirkung aus. Wie bei anderen Angiotensin-II-Antagonisten war die

Überlebensrate der Jungen infolge der Aufnahme von Olmesartanmedoxomil reduziert und es wurde

eine Erweiterung des Nierenbeckens nach Exposition der Muttertiere während der späten

Trächtigkeit und Laktation festgestellt. Wie bei anderen Antihypertensiva erwies sich

Olmesartanmedoxomil als toxischer für trächtige Kaninchen als für trächtige Ratten; es gab jedoch

keinen Hinweis auf eine fetotoxische Wirkung.

Amlodipin (als wirksamer Bestandteil von Sevikar)

Reproduktionstoxizität

In Studien zur Reproduktionstoxizität wurden bei Ratten und Mäusen bei Dosierungen, die rund 50-

mal höher waren als die auf mg/kg bezogene empfohlene Maximaldosis beim Menschen, eine

Verzögerung des Geburtstermins, eine Verlängerung des Geburtsvorgangs und eine erhöhte

perinatale Mortalität der Nachkommen beobachtet.

Beeinträchtigung der Fertilität

Bei Dosierungen bis zu 10 mg/kg/Tag (das 8-Fache* der empfohlenen Maximaldosis von 10 mg

beim Menschen, bezogen auf mg/m2) zeigten sich keine Auswirkungen auf die Fertilität von mit

Amlodipin behandelten Ratten (Männchen 64 Tage und Weibchen 14 Tage lang vor der Paarung). In

einer anderen Studie an Ratten, in der männliche Ratten über 30 Tage mit Amlodipinbesilat in Dosen

behandelt wurden, die, bezogen auf mg/kg, mit der Dosierung beim Menschen vergleichbar waren,

wurde sowohl eine Abnahme des follikelstimulierenden Hormons und des Testosterons im Plasma

als auch eine Abnahme der Spermiendichte und eine Verringerung reifer Spermatiden und Sertoli-

Zellen gefunden.

Kanzerogenität, Mutagenität

Bei Ratten und Mäusen, die über zwei Jahre Amlodipin in Tagesdosen von 0.5, 1.25 und 2.5 mg/kg

im Futter erhielten, ergaben sich keine Hinweise auf eine Kanzerogenität. Die höchste Dosis (für

Mäuse ebensoviel und für Ratten das Doppelte* der empfohlenen Maximaldosis von 10 mg beim

Menschen, bezogen auf mg/m2) lag nahe an der maximal von Mäusen tolerierten Dosis, jedoch nicht

an der von Ratten.

Mutagenitätsstudien ergaben keine arzneimittelbedingten Wirkungen auf dem Gen- oder auf dem

Chromosomen-Niveau.

* Ausgehend von einem 50 kg schweren Patienten.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Faltschachtel erwähnten Verfalldatum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30°C, in der Originalverpackung und vor Licht geschützt aufbewahren.

Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Zulassungsnummer

Sevikar: 58’778 (Swissmedic)

Packungen

Sevikar 20 mg/5 mg: Packungen zu 28 und 98 Filmtabletten [B].

Sevikar 40 mg/5 mg: Packungen zu 28 und 98 Filmtabletten [B].

Sevikar 40 mg/10 mg: Packungen zu 28 und 98 Filmtabletten [B].

Zulassungsinhaberin

Daiichi Sankyo (Schweiz) AG, 8800 Thalwil

Stand der Information

November 2016

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