Sempera 100 mg Kapseln

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Itraconazol
Verfügbar ab:
EurimPharm Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
itraconazole
Darreichungsform:
Kapsel
Zusammensetzung:
Itraconazol 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
37261.00.00

2244/45-ZGR006b

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient!

Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält,

was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Gebrauchsinformation

Sempera Kapseln

Wirkstoff: Itraconazol

Zusammensetzung

1 Kapsel enthält:

Arzneilich wirksamer Bestandteil:

100 mg Itraconazol

Sonstige Bestandteile:

Saccharose, Maisstärke, Glucosesirup, Methylhydroxypropylcellulose, Macrogol 20000, Gelatine, Titandioxid

(E 171), Erythrosin (E 127), Indigocarmin (E 132)

Darreichungsform und Inhalt

Packungen mit 15 und 30 Kapseln

Anstaltspackungen

Stoff- oder Indikationsgruppe

Arzneimittel mit breitem Wirkungsspektrum zur Behandlung von Pilzerkrankungen.

Import, Umpackung und Vertrieb:

Hersteller:

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Janssen Biotech N.V., Olen (Belgien)

Am Gänslehen 4 – 6

Famar S.A. Factory B, Anthousa (Griechenland)

83451 Piding

Tel: 08651/704-0

Anwendungsgebiete

Oberflächliche Pilzinfektionen

Sempera Kapseln sind - wenn eine äußerliche Behandlung nicht wirksam ist - zur Behandlung folgender

Pilzerkrankungen angezeigt:

- Pilzerkrankung der Haut (z.B. Tinea corporis, Tinea cruris, Tinea pedis, Tinea manus),

- Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor),

- durch Pilze (Dermatophyten und/oder Hefen) verursachte Infektionen der Finger- und Zehennägel, die mit

Onycholysis und/oder Hyperkeratose (Nagelablösung mit vermehrter Hornhautbildung) einhergehen,

- durch Pilze (Aspergillus spp., Hefen (Candida), Fusarium spp.) verursachte Hornhautentzündung des Auges

(mykotische Keratitis).

Pilzerkrankungen der Schleimhäute und/oder innerer Organe (systemische Mykosen)

Sempera Kapseln sind zur Behandlung von Pilzerkrankungen der Schleimhäute und/oder innerer Organe

(systemische

Mykosen)

angezeigt,

Aspergillose,

Candidose,

nichtmeningealer

Kryptokokkose,

Histoplasmose, Sporotrichose, Paracoccidioidomykose, Blastomykose und anderen selten auftretenden

systemischen oder tropischen Mykosen.

Sempera Kapseln können zur Behandlung einer Kryptokokken-Meningitis angewendet werden bei Patienten,

- die auf Amphotericin B/Flucytosin nicht ansprechen

- oder bei denen Amphotericin B/Flucytosin auf Grund einer Nierenschädigung oder aus anderen

Unverträglichkeitsgründen kontraindiziert sind.

Gegenanzeigen

Wann dürfen Sempera Kapseln nicht angewendet werden?

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder die sonstigen Bestandteile dürfen Sie Sempera

Kapseln nicht anwenden.

Sie dürfen Sempera Kapseln nicht gleichzeitig einnehmen mit Terfenadin, Astemizol, Mizolastin, Cisaprid,

bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen wie Chinidin und Dofetilid, Pimozid,

bestimmten Arzneimitteln zur Cholesterinsenkung (über Cytochrom P 450 3A4 verstoffwechselte HMG-CoA-

Reduktase-Inhibitoren) wie Simvastatin und Lovastatin, Triazolam und Midazolam zum Einnehmen.

Was muss in Schwangerschaft und Stillzeit beachtet werden?

Während der Schwangerschaft darf das Präparat nicht angewendet werden, außer zur lebenserhaltenden Therapie

bei Systemmykosen während der Schwangerschaft, wenn der mögliche Nutzen die möglichen Risiken

überwiegt.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte eine Schwangerschaft durch geeignete Verhütungsmaßnahmen bis zu 4

Wochen nach Behandlungsende verhindert werden.

Itraconazol wird nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden. Daher sollte der Nutzen einer

Behandlung mit Sempera Kapseln gegenüber dem Risiko des Stillens sorgfältig abgewogen werden. Im

Zweifelsfall sollte nicht gestillt werden. Bitte fragen Sie hierzu Ihren Arzt.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder sollten vorerst von der Behandlung ausgeschlossen werden, da bisher keine ausreichenden Erfahrungen

vorliegen, es sei denn, dass bei Systemmykosen der mögliche Nutzen die möglichen Risiken überwiegt.

Bei Nagelmykosen sollten Kinder und Personen unter 18 Jahren vorerst von der Behandlung ausgeschlossen

werden, da bisher keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Bei Anwendung von Sempera Kapseln besteht die Möglichkeit wichtiger Arzneimittelwechselwirkungen, die

Krankheitserscheinungen auslösen können. Beachten Sie daher bitte den Abschnitt ”Wechselwirkungen mit

anderen Mitteln” und fragen Sie hierzu Ihren Arzt.

Patienten mit Herzproblemen sollten mit einem Arzt besprechen, ob und unter welchen Vorsichtsmaßnahmen sie

Sempera Kapseln einnehmen können. In jedem Falle sollte sofort ein Arzt informiert werden bei Kurzatmigkeit,

unerwarteter

Gewichtszunahme,

geschwollenen

Beinen

oder

geschwollenem

Bauch,

ungewöhnlicher

Erschöpfung oder neu auftretenden Durchschlafstörungen.

Bitte suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt auf, wenn bei Ihnen der Verdacht auf Beeinträchtigung der

Leberfunktion mit Symptomen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Bauchschmerzen oder

dunkler Urin besteht. Die Einnahme von Sempera Kapseln sollte gestoppt und die Leberfunktion überprüft

werden.

Bei Patienten mit erhöhten Leberenzymen, bestehender Lebererkrankung oder Zustand nach durch Arzneimittel

ausgelöster Lebererkrankung (Arzneimittel-induzierte hepatotoxische Lebererkrankung), sollte die Behandlung

nur begonnen werden, wenn der erwartete Nutzen größer ist als das Risiko einer Leberschädigung. In solchen

Fällen ist eine Überwachung der Leberenzyme notwendig.

Eingeschränkte Leberfunktion: Sempera Kapseln mit dem Wirkstoff Itraconazol werden vorwiegend in der Leber

abgebaut. Bei Patienten mit Leberzirrhose ist die Ausscheidung über die Leber (terminale Halbwertszeit) von

Itraconazol etwas verlängert und der im Körper wirksame Anteil des Arzneimittels (orale Bioverfügbarkeit) von

Itraconazol etwas vermindert. Eine Dosisanpassung sollte erwogen werden.

Eingeschränkte Nierenfunktion: Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann der im Körper wirksame

Anteil des Arzneimittels (orale Bioverfügbarkeit) von Itraconazol erniedrigt sein. Eine Dosisanpassung sollte

erwogen werden.

Bei einigen Patienten mit geschwächtem Immunsystem, z.B. mit Neutropenie (verminderte Anzahl weißer

Blutkörperchen), AIDS oder nach Organtransplantationen, kann die Bioverfügbarkeit von Itraconazol erniedrigt

sein. Eine Verdoppelung der Dosis kann angezeigt sein.

Sollten Sie bereits früher gegen ein anderes Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen allergisch reagiert haben, teilen

Sie dieses bitte Ihrem behandelnden Arzt mit. Sempera Kapseln sollten Patienten, die auf bestimmte Arzneimittel

gegen Pilzerkrankungen (Azol-Antimykotika) allergisch reagieren, nur mit Vorsicht verschrieben werden.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Bitte berichten Sie Ihrem Arzt, welche anderen Arzneimittel Sie zur Zeit einnehmen.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Sempera Kapseln?

Durch

bestimmte

Substanzen,

Verstoffwechselung

anderer

Arzneimittel

beschleunigen

(enzyminduzierende Arzneimittel) wie Rifampicin, Rifabutin und Phenytoin wird der im Körper wirksame Anteil

(Bioverfügbarkeit) von Itraconazol deutlich vermindert. Daher wird die gleichzeitige Anwendung von

Itraconazol mit diesen stark enzyminduzierenden Arzneimitteln nicht empfohlen. Für andere enzyminduzierende

Arzneimittel, wie Carbamazepin, Phenobarbital und Isoniazid, können ähnliche Wechselwirkungen angenommen

werden.

Da Itraconazol hauptsächlich über die Leber (Cytochrom P 450 3A4) abgebaut wird, können diesen Abbauweg

stark hemmende Arzneimittel den im Körper wirksamen Anteil von Itraconazol steigern. Beispiele sind

Ritonavir, Indinavir, Clarithromycin und Erythromycin.

Bei erniedrigtem Säuregehalt des Magens wird die Aufnahme von Itraconazol aus den Sempera Kapseln in den

Körperkreislauf beeinträchtigt. Bei gleichzeitiger Behandlung mit säureneutralisierenden Arzneimitteln (z.B.

Aluminiumhydroxid) sollten diese frühestens zwei Stunden nach der Einnahme von Sempera Kapseln

eingenommen werden. Patienten mit Magensaftmangel (Achlorhydrie), bestimmte AIDS-Patienten oder

Patienten,

Arzneimittel

Verminderung

Magensekretion

(z.B.

-Antagonisten,

Protonenpumpenhemmer) einnehmen, sollten Sempera Kapseln mit einem Cola-Getränk einnehmen.

Welche Wirkungen anderer Arzneimittel werden durch Sempera Kapseln beeinflusst?

Itraconazol kann die Verstoffwechselung von Arzneimitteln, die über die Leber (Enzyme der Cytochrom-P-450-

3A-Familie) abgebaut werden, hemmen. Daraus kann sich für diese Arzneimittel eine stärkere und/oder

verlängerte Wirkung, einschließlich der Nebenwirkungen, ergeben. Bei Prüfung der hemmenden Wirkung von

Itracon-azol auf Begleitmedikamente sind u.a. die Abbauwege in Abhängigkeit von der Dosierung und

Behandlungsdauer zu berücksichtigen.

Beispiele sind:

Arzneimittel mit Wirkstoffen, die nicht gleichzeitig mit Itraconazol angewendet werden dürfen:

Terfenadin, Astemizol, Mizolastin, Cisaprid, Triazolam, Midazolam zum Einnehmen, bestimmte Arzneimittel

Behandlung

Herzrhythmusstörungen

Chinidin

Dofetilid,

Pimozid,

bestimmte

Cholesterinsenker (über Cytochrom P 450 3A4 verstoffwechselte HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren) wie

Simvastatin und Lovastatin.

Arzneimittel mit Wirkstoffen, deren Plasmaspiegel, Wirkungen oder Nebenwirkungen überwacht werden

sollten. Gegebenenfalls sollte deren Dosierung bei gleichzeitiger Anwendung mit Itraconazol reduziert werden.

- blutgerinnungshemmende Arzneimittel (orale Antikoagulanzien);

- bestimmte Arzneimittelgruppe gegen AIDS (HIV-Protease-Inhibitoren) wie Ritonavir, Indinavir, Saquinavir;

- Arzneimittel zur Behandlung von ”Krebs” (Zytostatika) wie Vinca-Alkaloide, Busulphan, Docetaxel und

Trimetrexat;

- bestimmte Arzneimittelgruppe gegen Bluthochdruck (über Cytochrom P 450 3A4 verstoffwechselte

Kalziumkanalblocker) wie Dihydropyridine und Verapamil;

- Arzneimittel, die Abwehrvorgänge des Körpers verhindern (Immunsuppressiva): Ciclosporin, Tacrolimus,

Rapamycin (auch als Sirolimus bekannt);

- Weitere: Digoxin, Carbamazepin, Buspiron, Alfentanil, Alprazolam, Brotizolam, Midazolam i.v., Rifabutin,

Methylprednisolon, Ebastin, Reboxetin.

Es wurden keine Wechselwirkungen zwischen Itraconazol und AZT (Zidovudin (Arzneimittel gegen AIDS)) und

Fluvastatin (Cholesterinsenker) beobachtet.

Es wurde keine Beschleunigung der Verstoffwechselung von Ethinylestradiol und Norethisteron durch Itracon-

azol beobachtet.

(In-vitro)-Untersuchungen zeigten keine Wechselwirkungen bezüglich der Plasmaproteinbindung zwischen Itra-

conazol und Imipramin, Propranolol, Diazepam, Cimetidin, Indometacin, Tolbutamid und Sulfamethazin.

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Sempera Kapseln nicht anders verordnet hat. Bitte halten

Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Sempera Kapseln sonst nicht richtig wirken können.

Wieviel von, wie oft und wie lange sollten Sie Sempera Kapseln einnehmen?

Oberflächliche Pilzinfektionen

- Pilzerkrankungen der Haut:

1 x täglich 1 Kapsel (entspr. 100 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 2 Wochen

oder

1 x täglich 2 Kapseln (entspr. 200 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 7 Tage

- Pilzerkrankungen der Handinnenflächen und Fußsohlen:

1 x täglich 1 Kapsel (entspr. 100 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 4 Wochen

oder

2 x täglich 2 Kapseln (entspr. 400 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 7 Tage

- Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor):

1 x täglich 2 Kapseln (entspr. 200 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 7 Tage

- Pilzerkrankungen der Nägel:

a) Einnahme ohne Unterbrechung (= kontinuierliche Therapie)

1 x täglich 2 Kapseln (entspr. 200 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: In der Regel 3 Monate (bei alleinigem Befall der Fingernägel kann eine kürzere

Behandlungsdauer ausreichen).

b) Einnahme mit Unterbrechung (= Intervalltherapie)

Ein Intervall = 2 x täglich 2 Kapseln über eine Woche, dann Einnahmepause über 3 Wochen.

Behandlungsdauer: In der Regel 3 Intervalle, also insgesamt 3 Monate.

Bei alleinigem Befall der Fingernägel kann eine kürzere Behandlungsdauer ausreichen.

Insbesondere bei Befall der Zehennägel kann der endgültige Therapieerfolg erst nach weiteren 3 Monaten

(ohne Behandlung) eintreten.

Bei Behandlung von Pilzerkrankungen der Nägel sollte aus Sicherheitsgründen die Behandlungsdauer 3

Monate nicht überschreiten.

Hinweis:

Um ein gutes Ergebnis zu erreichen, sollte der erkrankte Nagelbereich vor Behandlungsbeginn möglichst

wenig traumatisierend (z.B. mit Harnstoffsalben) entfernt werden.

- Hornhautentzündung des Auges durch Pilze (mykotische Keratitis):

1 x täglich 2 Kapseln (entspr. 200 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 3 Wochen

Pilzerkrankungen der Schleimhäute und/oder innerer Organe (systemische Mykosen):

- Aspergillose:

1 x täglich 2 Kapseln (entspr. 200 mg Itraconazol)

Bei invasivem oder disseminiertem Verlauf (Eindringen der Pilze in Nachbargewebe oder Streuung im Körper)

auf 2 x täglich (morgens und abends) 2 Kapseln (entspr. 400 mg Itraconazol) erhöhen.

Behandlungsdauer: 2-5 Monate

- Candidose:

1 x täglich 1 bis 2 Kapseln (entspr. 100-200 mg Itraconazol)

Bei invasivem oder disseminiertem Verlauf (Eindringen der Pilze in Nachbargewebe oder Streuung im Körper)

auf 2 x täglich (morgens und abends) 2 Kapseln (entspr. 400 mg Itraconazol) erhöhen.

Behandlungsdauer: 3 Wochen bis 7 Monate

- Nichtmeningeale Kryptokokkose:

1 x täglich 2 Kapseln (entspr. 200 mg Itraconazol)

In klinischen Studien wurden auch höhere Dosen bis zu 600 mg Itraconazol pro Tag angewandt.

Behandlungsdauer: 2 Monate bis 1 Jahr

- Kryptokokken-Meningitis:

Initialtherapie:

2 x täglich (morgens und abends) 2 Kapseln (entspr. 400 mg Itraconazol)

In klinischen Studien wurden auch höhere Dosen bis zu 600 mg Itraconazol pro Tag angewandt.

Behandlungsdauer: 8-10 Wochen

Erhaltungstherapie:

1 x täglich 2 Kapseln (entspr. 200 mg Itraconazol)

- Histoplasmose:

1 x täglich 2 Kapseln bis 2 x täglich (morgens und abends) 2 Kapseln (entspr. 200-400 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 8 Monate

- Sporotrichose:

1 x täglich 1 Kapsel (entspr. 100 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 3 Monate

- Paracoccidioidomykose:

1 x täglich 1 Kapsel (entspr. 100 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 6 Monate

- Chromomykose:

1 x täglich 1 bis 2 Kapseln (entspr. 100-200 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 6 Monate

- Blastomykose:

1 x täglich 1 Kapsel bis 2 x täglich (morgens und abends) 2 Kapseln (entspr. 100-400 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 6 Monate

Die Hinweise unter Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen sind zu beachten.

Itraconazol verbleibt wesentlich länger in der Haut und in den Nägeln als im Blut.

Bei Pilzerkrankungen der Haut tritt eine deutliche Besserung im Allgemeinen in der ersten Woche nach

Behandlungsbeginn ein. Eine optimale Heilung wird bei Pilzerkrankungen der Haut 2-4 Wochen, bei

Pilzerkrankungen der Nägel 6-9 Monate nach Absetzen der Sempera Kapseln erreicht.

Wie und wann sollten Sie Sempera Kapseln einnehmen?

Nehmen Sie die Kapseln bitte unzerkaut direkt nach einer Mahlzeit mit etwas Flüssigkeit ein, um eine maximale

Aufnahme der Substanz in den Körper zu erreichen.

Überdosierung und andere Anwendungsfehler

Was ist zu tun, wenn Sempera Kapseln in zu großen Mengen angewendet wurden (beabsichtigte oder

versehentliche Überdosierung)?

Wenn Sie Sempera Kapseln in zu hoher Dosierung eingenommen haben, sollten Sie sofort Ihren Arzt aufsuchen.

Zur Überdosierung stehen bisher keine Daten zur Verfügung. Es gelten die allgemeinen Richtlinien zur

Behandlung einer Vergiftung. Innerhalb der ersten Stunde nach Einnahme kann eine Magenspülung

vorgenommen werden. Gegebenenfalls kann Aktivkohle verabreicht werden. Itraconazol kann nicht durch

Blutwäsche entfernt werden. Spezielle Gegenmaßnahmen sind nicht bekannt.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Sempera Kapseln auftreten?

Unter der Behandlung mit Sempera Kapseln wurde am häufigsten über Magen-Darm-Beschwerden wie

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung und Verdauungsstörungen berichtet.

Kopfschmerzen,

rückbildungsfähige

(reversible)

Erhöhungen

Leberenzyme,

Leberentzündung,

Menstruationsstörungen, Schwindel und Überempfindlichkeitserscheinungen (wie Juckreiz, Hautrötung,

Nesselsucht und Angioödeme) und periphere Neuropathie (Nervenstörung, die sich durch Taubheitsgefühl,

Pelzigsein oder Kribbeln in Armen und Beinen äußern kann). Falls das Auftreten einer Neuropathie auf Sempera

Kapseln zurückgeführt werden kann, sollte die Behandlung abgebrochen werden.

Weiterhin wurde über Stevens-Johnson-Syndrom (akuter fleckiger Hautausschlag mit späterer Blasenbildung),

Haarausfall, erniedrigten Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie), Ödeme (Flüssigkeitsansammlung im Gewebe),

Herzschwäche mit Anzeichen wie Kurzatmigkeit, unerwarteter Gewichtszunahme, geschwollenen Beinen oder

geschwollenem Bauch, ungewöhnlicher Erschöpfung oder neu auftretenden Durchschlafstörungen berichtet.

Sehr selten können eines oder mehrere der folgenden Symptome, die in Zusammenhang mit einer

Lebererkrankung stehen können, auftreten: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Bauchschmerzen,

Gelbsucht, dunkler Urin und blassfarbene Stühle. Bitte nehmen Sie in diesen Fällen Sempera Kapseln nicht mehr

ein und suchen Sie umgehend Ihren Arzt auf.

Bei Langzeittherapie mit hohen Itraconazol-Dosen (600 mg pro Tag) wurden in Einzelfällen folgende

Nebenwirkungen beobachtet: schwere Hypokaliämie, milder Bluthochdruck, Spannungsgefühl der Brust,

reversible Hemmung der Ausschüttung von Nebenrindenhormonen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie

diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit

Das Arzneimittel soll nach Ablauf des auf Behältnis und äußerer Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht

mehr angewendet werden.

Wie sind Sempera Kapseln aufzubewahren?

Sempera Kapseln sind vor Feuchtigkeit geschützt aufzubewahren.

Stand der Information

Januar 2002

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Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!

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Diese Packung wurde von der Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH,

83451 Piding, importiert. Der Beipackzettel wurde ebenfalls von der

Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH gedruckt und hinzugefügt.

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Fachinformation

SEMPERA KAPSELN

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Sempera Kapseln

Wirkstoff: Itraconazol

2. Verschreibungsstatus / Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig

3. Zusammensetzung des Arzneimittels

3.1 Stoff- oder Indikationsgruppe

Orales Breitspektrum-Antimykotikum

3.2 Arzneilich wirksamer Bestandteil

1 Kapsel enthält 100 mg Itraconazol

3.3 Sonstige Bestandteile

Saccharose, Maisstärke, Glucosesirup, Methylhydroxypropylcellulose, Macrogol 20000, Gelatine, Titandioxid (E 171),

Erythrosin (E 127), Indigocarmin (E 132)

4. Anwendungsgebiete

Oberflächliche Mykosen

Sempera Kapseln sind - wenn eine äußerliche Behandlung nicht wirksam ist - zur Behandlung folgender Pilzinfektionen

angezeigt:

- Dermatomykosen (z.B. Tinea corporis, Tinea cruris, Tinea pedis, Tinea manus),

- Pityriasis versicolor,

- durch Dermatophyten und/oder Hefen verursachte Pilzinfektionen der Finger- und Zehennägel, die mit Onycholysis und/

oder Hyperkeratose einhergehen,

- mykotische Keratitis durch Aspergillus spp., Hefen (Candida), Fusarium spp.

Systemische Mykosen

Sempera Kapseln sind zur Behandlung von systemischen Mykosen angezeigt, wie Candidose, Aspergillose,

nichtmeningealer Kryptokokkose, Histoplasmose, Sporotrichose, Paracoccidioidomykose, Blastomykose und anderen

selten auftretenden systemischen oder tropischen Mykosen.

Sempera Kapseln können zur Behandlung einer Kryptokokken-Meningitis angewendet werden bei Patienten,

- die auf Amphotericin B/Flucytosin nicht ansprechen oder

- bei denen Amphotericin B/Flucytosin auf Grund einer Nierenschädigung oder aus anderen Unverträglichkeitsgründen

kontraindiziert sind.

5. Gegenanzeigen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder die sonstigen Bestandteile dürfen Sempera Kapseln nicht

angewendet werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Sempera Kapseln mit Terfenadin, Astemizol, Mizolastin, Cisaprid, Dofetilid, Chinidin,

Pimozid, über Cytochrom P 450 3A4 metabolisierten HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren wie Simvastatin und Lovastatin,

Triazolam und oralen Darreichungsformen von Midazolam ist kontraindiziert.

Kinder sollten vorerst von der Behandlung ausgeschlossen werden, da bisher keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen,

es sei denn, dass bei Systemmykosen der mögliche Nutzen die möglichen Risiken überwiegt.

April 2002

Fachinformation

SEMPERA KAPSELN

Bei Nagelmykosen sollten Kinder und Personen unter 18 Jahren vorerst von der Behandlung ausgeschlossen werden, da

bisher keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

Bei Patienten, die länger als 1 Monat ohne Unterbrechung mit Sempera Kapseln behandelt werden, und unverzüglich bei

Patienten, bei denen der Verdacht auf Beeinträchtigung der Leberfunktion mit Symptomen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit,

Erbrechen, Müdigkeit, Bauchschmerzen oder dunkler Urin besteht, sollte die Leberfunktion überprüft werden. Falls die

ermittelten Leberfunktionsparameter nicht im Normbereich liegen, sollte die Behandlung abgebrochen werden.

Bei Patienten mit erhöhten Leberfunktionsparametern, aktiver Lebererkrankung oder Zustand nach Arzneimittel-

induzierter hepatotoxischer Lebererkrankung sollte die Behandlung nur dann begonnen werden, wenn der erwartete

Nutzen

größer

Risiko

einer

Leberschädigung

ist.

solchen

Fällen

eine

Überwachung

Leberfunktionsparameter notwendig.

Eine Untersuchung an gesunden Probanden hat ergeben, dass die intravenöse Gabe von Itraconazol zu einer

vorübergehenden, asymptomatischen Reduktion der linksventrikulären Auswurffraktion führte; diese Veränderungen

gingen bis zur nächsten intravenösen Gabe wieder zurück. Für orale Darreichungsformen ist die klinische Bedeutung

dieser Beobachtungen unbekannt.

Es wurde gezeigt, dass Itraconazol negativ inotrope Effekte hat und Berichte über dekompensierte Herzinsuffizienz

wurden mit der Anwendung von Itraconazol, Kapseln, in Verbindung gebracht. Patienten mit dekompensierter

Herzinsuffizienz, auch in der Anamnese, sollten nur dann mit Sempera Kapseln behandelt werden, wenn der Nutzen die

Risiken deutlich überwiegt. In die jeweilige Nutzen-/Risikobewertung sollten dabei Faktoren wie Schweregrad der

Indikation, Dosierungsschema und die individuellen Risikofaktoren für eine dekompensierte Herzinsuffizienz

eingeschlossen werden. Zu diesen Risikofaktoren zählen Herzerkrankungen wie koronare Herzkrankheiten und/oder

Herzklappenerkrankung,

schwere

Lungenerkrankungen,

z.B.

chronisch-obstruktive

Lungenerkrankung,

Nierenversagen und andere Erkrankungen, die zu Ödemen führen können. Diese Patienten sollten über die Anzeichen und

Symptome einer dekompensierten Herzinsuffizienz aufgeklärt werden. Sie sollten vorsichtig therapiert und während der

Behandlung sollte auf Anzeichen und Symptome einer dekompensierten Herzinsuffizienz geachtet werden. Bei

entsprechenden Anzeichen oder Symptomen sollte die Behandlung mit Sempera Kapseln abgebrochen werden.

Kalziumkanalblocker können eine negativ inotrope Wirkung haben, welche die von Itraconazol verstärken können;

Itraconazol kann den Metabolismus von Kalziumkanalblockern hemmen. Deshalb sollte die gemeinsame Anwendung von

Itraconazol und Kalziumkanalblockern vorsichtig erfolgen.

Während der Schwangerschaft darf das Präparat nicht angewendet werden, außer bei vitaler Indikation bei

Systemmykosen während der Schwangerschaft, wenn der mögliche Nutzen die möglichen Risiken überwiegt. Bei Frauen

im gebärfähigen Alter sollte eine Schwangerschaft durch geeignete Verhütungsmaßnahmen bis zu 4 Wochen nach

Behandlungsende verhindert werden. Itraconazol wird nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch ausgeschieden.

Daher sollte der Nutzen einer Behandlung mit Sempera Kapseln gegenüber dem Risiko des Stillens sorgfältig abgewogen

werden. Im Zweifelsfall sollte nicht gestillt werden.

Bezüglich einer Kreuzallergie zwischen Itraconazol und anderen Azol-Antimykotika liegen keine Informationen vor.

Sempera Kapseln sollte Patienten, die auf andere Azole allergisch reagieren, nur mit Vorsicht verschrieben werden.

6. Nebenwirkungen

Unter der Behandlung mit Sempera Kapseln wurde am häufigsten über gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit,

abdominale

Schmerzen,

Obstipation,

Dyspepsie)

berichtet.

Seltener

wurden

Kopfschmerzen,

Schwindel,

Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus, Überempfindlichkeitserscheinungen, z.B. Juckreiz, Hautrötung, Nesselsucht

und Angioödeme sowie reversible Erhöhungen der Leberfunktionsparameter beobachtet. Außerdem wurde in Einzelfällen

über periphere Neuropathie berichtet. Falls das Auftreten einer Neuropathie auf Sempera Kapseln zurückgeführt werden

kann, sollte die Behandlung abgebrochen werden.

In Einzelfällen wurde ein Stevens-Johnson-Syndrom beobachtet.

Es liegen Berichte vor über Ödeme, dekompensierte Herzinsuffizienz und Lungenödeme.

Vor allem bei Langzeittherapie ohne Unterbrechung (ca. 4 Wochen) wurden Fälle von Hypokaliämie, Hepatitis und

Haarausfall beobachtet.

Bei Langzeittherapie mit hohen Itraconazol-Dosen (600 mg pro Tag) wurden in Einzelfällen folgende Nebenwirkungen

beobachtet: schwere Hypokaliämie, milder Bluthochdruck, Spannungsgefühl der Brust, reversible Hemmung der

Ausschüttung von Nebennierenrindenhormonen.

April 2002

Fachinformation

SEMPERA KAPSELN

7. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Arzneimittel, die die Bioverfügbarkeit von Itraconazol beeinflussen:

Durch enzyminduzierende Arzneistoffe, wie Rifampicin, Rifabutin und Phenytoin, wird die Bioverfügbarkeit von Itracon-

azol vermindert, so dass es zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Wirksamkeit kommen kann. Daher wird die

gleichzeitige Anwendung von Itraconazol mit diesen potenten Enzyminduktoren nicht empfohlen. Für andere

Enzyminduktoren, wie Carbamazepin, Phenobarbital und Isoniazid, können ähnliche Wechselwirkungen angenommen

werden.

Da Itraconazol hauptsächlich über Cytochrom P 450 3A4 metabolisiert wird, können stark wirksame Inhibitoren dieses

Enzyms die Bioverfügbarkeit von Itraconazol steigern. Beispiele sind:

- Ritonavir,

- Indinavir,

- Clarithromycin,

- Erythromycin.

Bei erniedrigter Azidität des Magens wird die Resorption von Itraconazol aus der Sempera Kapsel beeinträchtigt. Bei

gleichzeitiger Behandlung mit säureneutralisierenden Arzneimitteln (z.B. Aluminiumhydroxid) sollten diese frühestens

zwei Stunden nach der Einnahme von Sempera Kapseln eingenommen werden. Patienten mit Achlorhydrie, bestimmte

AIDS-Patienten oder Patienten, die Arzneimittel zur Verminderung der Magensekretion (z.B. H

-Antagonisten, Inhibitoren

der Protonenpumpe) einnehmen, sollten Sempera Kapseln mit einem Cola-Getränk einnehmen.

Wirkung von Itraconazol auf den Metabolismus anderer Arzneimittel:

Itraconazol kann die Verstoffwechselung von Arzneimitteln, die über Enzyme der Cytochrom-3A-Familie abgebaut

werden, hemmen. Daraus kann sich für diese Mittel eine stärkere und/oder verlängerte Wirkung, einschließlich der

Nebenwirkungen, ergeben.

Abhängig von Dosierung und Behandlungsdauer fallen nach Behandlungsende die Itraconazol-Plasmaspiegel allmählich

ab (s. Punkt 13.3 ”Pharmakokinetik”). Dieses sollte in Bezug auf die inhibitorische Wirkung von Itraconazol auf

Begleitmedikamente berücksichtigt werden. Beispiele sind:

Arzneimittel, die nicht gleichzeitig mit Itraconazol angewendet werden dürfen:

Terfenadin, Astemizol, Mizolastin, Cisaprid, Triazolam, orale Darreichungsformen von Midazolam, Dofetilid, Chinidin,

Pimozid, über Cytochrom P 450 3A4 metabolisierte HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren wie Simvastatin und Lovastatin.

Kalziumkanalblocker können eine negativ inotrope Wirkung haben, welche die von Itraconazol verstärken können;

Itraconazol kann den Metabolismus von Kalziumkanalblockern hemmen. Deshalb sollte die gemeinsame Anwendung

von Itraconazol und Kalziumkanalblockern vorsichtig erfolgen.

Arzneimittel, deren Plasmaspiegel, Wirkungen oder Nebenwirkungen überwacht werden sollten. Gegebenenfalls sollte

deren Dosierung bei gleichzeitiger Anwendung mit Itraconazol reduziert werden.

- orale Antikoagulanzien;

- HIV-Protease-Inhibitoren wie Ritonavir, Indinavir, Saquinavir;

- Zytostatika wie Vinca-Alkaloide, Busulphan, Docetaxel und Trimetrexat;

- über Cytochrom P 450 3A4 metabolisierte Kalziumkanalblocker wie Dihydropyridine und Verapamil;

- Immunsuppressiva: Ciclosporin, Tacrolimus, Rapamycin (auch als Sirolimus bekannt);

- Andere: Digoxin, Carbamazepin, Buspiron, Alfentanil, Alprazolam, Brotizolam, Midazolam i.v., Rifabutin,

Methylprednisolon, Ebastin, Reboxetin.

April 2002

Fachinformation

SEMPERA KAPSELN

Es wurden keine Wechselwirkungen zwischen Itraconazol und AZT (Zidovudin) und Fluvastatin beobachtet.

Es wurden keine enzyminduzierenden Effekte auf den Metabolismus von Ethinylestradiol und Norethisteron durch

Itracon-azol beobachtet.

Einfluss auf die Plasmaproteinbindung:

In-vitro-Untersuchungen zeigten keine Wechselwirkungen bezüglich der Plasmaproteinbindung zwischen Itraconazol und

Imipramin, Propranolol, Diazepam, Cimetidin, Indometacin, Tolbutamid und Sulfamethazin.

8. Warnhinweise

Keine.

9. Wichtigste Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten sind bisher nicht bekannt.

10. Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

Itraconazol verbleibt wesentlich länger in der Haut und in den Nägeln als im Blut. Eine optimale Heilung wird daher bei

Pilzerkrankungen der Haut 2-4 Wochen, bei Pilzerkrankungen der Nägel 6-9 Monate nach Absetzen der Sempera Kapseln

erreicht.

Oberflächliche Mykosen

- Dermatomykosen:

1 x täglich 1 Kapsel (entspr. 100 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 2 Wochen

oder

1 x täglich 2 Kapseln (entspr. 200 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 7 Tage

- Dermatomykosen der Handinnenflächen und Fußsohlen:

1 x täglich 1 Kapsel (entspr. 100 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 4 Wochen

oder

2 x täglich 2 Kapseln (entspr. 400 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 7 Tage

- Pityriasis versicolor:

1 x täglich 2 Kapseln (entspr. 200 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 7 Tage

- Onychomykosen:

a) Einnahme ohne Unterbrechung (= kontinuierliche Therapie)

1 x täglich 2 Kapseln (entspr. 200 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: In der Regel 3 Monate (bei alleinigem Befall der Fingernägel kann eine kürzere Behandlungsdauer

ausreichen).

b) Einnahme mit Unterbrechung (= Intervalltherapie)

Ein Intervall = 2 x täglich 2 Kapseln über eine Woche, dann Einnahmepause über 3 Wochen.

April 2002

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SEMPERA KAPSELN

Behandlungsdauer: In der Regel 3 Intervalle, also insgesamt 3 Monate.

Bei alleinigem Befall der Fingernägel kann eine kürzere Behandlungsdauer ausreichen.

Insbesondere bei Befall der Zehennägel kann der endgültige Therapieerfolg erst nach weiteren 3 Monaten (ohne

Behandlung) eintreten.

Bei der Therapie von Onychomykosen sollte aus toxikologischen Gründen (s. Abschnitt 13.2) die Behandlungsdauer 3

Monate nicht überschreiten.

Hinweis: Um ein gutes Ergebnis zu erreichen, sollte der erkrankte Nagelbereich vor Behandlungsbeginn möglichst wenig

traumatisierend (z.B. mit Harnstoffsalben) entfernt werden.

- Mykotische Keratitis:

1 x täglich 2 Kapseln (entspr. 200 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 3 Wochen

Systemmykosen

- Candidose:

1 x täglich 1 bis 2 Kapseln (entspr. 100-200 mg Itraconazol)

Bei invasiver oder disseminierter Krankheit auf 2 x täglich (morgens und abends) 2 Kapseln (entspr. 400 mg Itraconazol)

erhöhen.

Behandlungsdauer: 3 Wochen bis 7 Monate

- Aspergillose:

1 x täglich 2 Kapseln (entspr. 200 mg Itraconazol)

Bei invasiver oder disseminierter Krankheit auf 2 x täglich (morgens und abends) 2 Kapseln (entspr. 400 mg Itraconazol)

erhöhen.

Behandlungsdauer: 2-5 Monate

- Nichtmeningeale Kryptokokkose:

1 x täglich 2 Kapseln (entspr. 200 mg Itraconazol)

In klinischen Studien wurden auch höhere Dosen bis zu 600 mg pro Tag angewandt.

Behandlungsdauer: 2 Monate bis 1 Jahr

- Kryptokokken-Meningitis:

Initialtherapie:

2 x täglich (morgens und abends) 2 Kapseln (entspr. 400 mg Itraconazol)

In klinischen Studien wurden auch höhere Dosen bis zu 600 mg pro Tag angewandt.

Behandlungsdauer: 8-10 Wochen

Erhaltungstherapie:

1 x täglich 2 Kapseln (entspr. 200 mg Itraconazol)

- Histoplasmose:

1 x täglich 2 Kapseln bis 2 x täglich (morgens und abends) 2 Kapseln (entspr. 200-400 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 8 Monate

- Sporotrichose:

1 x täglich 1 Kapsel (entspr. 100 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 3 Monate

- Paracoccidioidomykose:

April 2002

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SEMPERA KAPSELN

1 x täglich 1 Kapsel (entspr. 100 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 6 Monate

- Chromomykose:

1 x täglich 1 bis 2 Kapseln (entspr. 100-200 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 6 Monate

- Blastomykose:

1 x täglich 1 Kapsel bis 2 x täglich (morgens und abends) 2 Kapseln (entspr. 100-400 mg Itraconazol)

Behandlungsdauer: 6 Monate

Die Hinweise unter Abschnitt 5. ”Gegenanzeigen” sind zu beachten.

Leberinsuffizienz:

Itraconazol wird vorwiegend in der Leber metabolisiert. Bei Patienten mit Leberzirrhose ist die terminale Halbwertszeit

von Itraconazol etwas verlängert und die orale Bioverfügbarkeit von Itraconazol etwas vermindert. Eine Dosisanpassung

sollte erwogen werden.

Niereninsuffizienz:

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz kann die orale Bioverfügbarkeit von Itraconazol erniedrigt sein. Eine Dosisanpassung

sollte erwogen werden.

Bei einigen immunsupprimierten Patienten, z.B. mit Neutropenie, AIDS oder nach Organtransplantationen, kann die

Bioverfügbarkeit von Itraconazol erniedrigt sein. Eine Verdoppelung der Dosis kann angezeigt sein.

11. Art und Dauer der Anwendung

Die Kapseln sind unzerkaut direkt nach einer Mahlzeit mit etwas Flüssigkeit einzunehmen, um eine maximale Absorption

zu erreichen.

Zur Behandlungsdauer siehe Abschnitt 10. ”Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben”.

12. Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel

Zur Überdosierung stehen bisher keine Daten zur Verfügung. Es gelten die allgemeinen Richtlinien zur Behandlung einer

Intoxikation. Innerhalb der ersten Stunde nach Einnahme kann eine Magenspülung vorgenommen werden. Ggf. kann

Aktivkohle verabreicht werden. Itraconazol kann nicht durch Hämodialyse eliminiert werden. Spezielle Gegenmaßnahmen

sind nicht bekannt.

13.

Pharmakologische

und

toxikologische

Eigenschaften,

Pharmakokinetik

und

Bioverfügbarkeit, soweit diese Angaben für die therapeutische Verwendung erforderlich

sind

13.1 Pharmakologische Eigenschaften

Itraconazol ist ein Inhibitor der Biosynthese des Ergosterin, einem Hauptsterin der Zellmembran von Hefen und anderen

Pilzen. Ergosterin ist ein wichtiger Regulator der Membranpermeabilität. In fungistatischer Konzentration kommt es zu

einer Proliferation des Plasmalemms und zu einer Verdickung der Zellwand. Diese morphologischen Veränderungen

werden von Änderungen in der Membranpermeabilität begleitet, die zu einer selektiven Hemmung in der Aufnahme von

essentiellen nutritiven Substanzen führen können. In fungizider Konzentration kommt es zu einer Nekrotisierung des

Zellinneren.

Pharmakologische Testungen zeigen, dass Itraconazol gegen eine Vielzahl von Erregern, wie Hefen (Cryptococcus

neoformans, Candida spp., Pityrosporum spp.), Dermatophyten (Trichophyton spp., Microsporum spp., Epidermophyton

floccosum), Aspergillus spp., Histoplasma spp., Paracoccidioides brasiliensis, Sporothrix schenkii, Fonsecaea spp.,

Cladosporium spp., Blastomyces dermatitides und andere Pilze wirksam ist.

April 2002

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SEMPERA KAPSELN

13.2 Toxikologische Eigenschaften

Akute Toxizität

Nach oraler Anwendung lag die LD

bei Mäusen und Ratten oberhalb von 320 mg/kg KG und beim Meerschweinchen

über 160 mg/kg KG. Klinisch zeigten sich Störungen des ZNS und Gastrointestinaltrakts, die aber auch in der mit Poly-

ethylenglykol behandelten Kontrollgruppe auftraten.

Am Hund traten bis zur höchsten geprüften Dosis von 200 mg/kg KG, abgesehen von Erbrechen, Lecken und leichter

Diar-rhö, keine substanzbedingten Effekte auf.

Subakute und chronische Toxizität

Die niedrigste toxische Dosis p.o. lag bei der Ratte bei 20 mg/kg KG und beim Hund bei 10 mg/kg KG. Hauptzielorgane

bei den Versuchstieren waren die Nebennieren (Vergrößerung, zelluläre Hypertrophie der Zona reticularis und fasciculata),

Leber und bei weiblichen Ratten die Ovarien. Bei Hunden ergaben sich histopathologische Leberveränderungen in der

Höchstdosierung von 80 mg/kg KG.

Morphologisch manifestierte sich die Störung des Lipidstoffwechsels in Form von "Schaumzellen" in verschiedenen

Organen und z.T. fibroxanthomatösen Veränderungen bei der Ratte, hauptsächlich subkutan.

Reproduktionstoxizität

Es ergaben sich keine Hinweise auf eine primäre Beeinflussung der Fertilität.

Embryotoxische und teratogene Effekte wurden bei Ratten und Mäusen in höherer, toxischer Dosierung (40-160 mg/kg

KG) hauptsächlich als Skelettmissbildungen beobachtet. Bei Kaninchen wurden keine ähnlichen Effekte gesehen

(Dosierung: bis 80 mg/kg KG). Bei der Prüfung der peri- und postnatalen Entwicklung gab es keine Effekte, außer einer

leichten Gewichtsreduktion der Jungtiere in der 80-mg/kg-KG-Gruppe, bedingt durch die geringere Futteraufnahme und

Gewichtszunahme der Muttertiere. Missbildungen traten nicht auf.

Mutagenität

Itraconazol wurde einer ausreichenden Mutagenitätsprüfung unterzogen. Die durchgeführten Tests zur Induktion von

Genmutationen und Chromosomenaberrationen ergaben keine Hinweise auf mutagene Eigenschaften.

Kanzerogenität

Untersuchungen zur Kanzerogenität wurden an Ratten und Mäusen durchgeführt. Bei Mäusen und weiblichen Ratten

zeigten sich keine kanzerogenen Effekte. Bei männlichen Ratten zeigte sich eine erhöhte Inzidenz von Weichteilsarkomen,

die auf den Anstieg der nicht-neoplastischen, chronisch entzündlichen Reaktionen des Bindegewebes als Folge erhöhter

Cholesterinspiegel und Cholesterinablagerungen im Bindegewebe zurückzuführen ist. Die Gesamttumorinzidenz war bei

den behandelten Ratten vergleichbar mit der Kontrollgruppe.

13.3 Pharmakokinetik

Nach einmaliger oraler Gabe von Itraconazol werden nach 3-4 Stunden maximale Plasmaspiegel erreicht.

Die Elimination aus dem Plasma verläuft biphasisch mit einer terminalen Halbwertszeit von etwa 24-36 Stunden.

Bei chronischer Anwendung von 100 mg Itraconazol wird nach 7-14 Tagen ein Fließgleichgewicht (Steady-state) erreicht.

Im Steady-state liegen die Plasmakonzentrationen von Itraconazol 3-4 Stunden nach Einnahme bei 0,4 Mikrogramm/ml

(100 mg täglich), 1,1 Mikrogramm/ml (200 mg täglich) und 2,0 Mikrogramm/ml (200 mg 2 x täglich).

Nach einer 1-stündigen i.v. Infusion von 100 mg Itraconazol ergab sich ein mittleres Verteilungsvolumen (Vd

) von 558 l

und eine totale Plasmaclearance von 381 ml/min. Itraconazol wird praktisch vollständig metabolisiert, wobei eine Vielzahl

von Metaboliten entsteht. Etwa 35 % der Dosis werden im Urin als inaktive Metaboliten, der Rest in den Fäzes

ausgeschieden.

Itraconazol wird zu 99,8 % an Plasmaproteine gebunden. Die Konzentration von Itraconazol im Vollblut beträgt 60 % der

Konzentration im Plasma. Itraconazol unterliegt einer ausgedehnten Verteilung in die Gewebe, insbesondere in Haut und

Nägel.

Die Itraconazolspiegel in der Haut sind bis zu 4-mal höher als im Plasma. Die Elimination aus der Haut ist abhängig von

der epidermalen Regeneration.

Während nach Beendigung der Therapie Itraconazol innerhalb von 7 Tagen nicht mehr im Plasma nachgewiesen werden

kann, bleiben therapeutische Spiegel in der Haut über 2-4 Wochen nach einer 4-wöchigen Behandlung erhalten. Im Nagel

April 2002

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SEMPERA KAPSELN

können Itraconazolspiegel bereits innerhalb 1 Woche nach Behandlungsbeginn nachgewiesen werden; nach Beendigung

einer 3-monatigen Therapie sind therapeutische Spiegel noch mindestens 6 Monate im Nagel nachweisbar.

Itraconazol wird außerdem extensiv in Gewebe verteilt, die für das Eindringen von Pilzen anfällig sind. In Lunge, Nieren,

Leber, Knochen, Magen, Milz und Muskeln waren die Konzentrationen 2- bis 3-mal höher als die entsprechenden

Plasmakonzentrationen.

13.4 Bioverfügbarkeit

Eine maximale orale Bioverfügbarkeit wird erreicht, wenn Itraconazol direkt nach einer Mahlzeit eingenommen wird.

Unter diesen Bedingungen ist die relative Bioverfügbarkeit der Kapseln etwa 100 % der Lösung.

Nach einmaliger Verabreichung liegt die absolute orale Bioverfügbarkeit von Itraconazol bei 55 %.

14. Sonstige Hinweise

Keine.

15. Dauer der Haltbarkeit

Wie in den Bezugsländern angegeben.

16. Besondere Lager- und Aufbewahrungshinweise

Vor Feuchtigkeit schützen!

Für Kinder unzugänglich aufbewahren!

16a. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung von nicht verwendeten Arzneimitteln

Keine.

17. Darreichungsformen und Packungsgrößen

15 Kapseln

30 Kapseln

Anstaltspackungen

18. Stand der Information

März 2001

19. Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Am Gänslehen 4 - 6

83451 Piding

Tel.: 08651/704-0

April 2002

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