SE Mariendistel Filmtablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Mariendistelfrüchte, TE mit Aceton/Aceton-Wasser (%-Angaben)
Verfügbar ab:
Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG
INN (Internationale Bezeichnung):
Milk thistle fruits, TE with acetone / acetone-water (% -information)
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Mariendistelfrüchte, TE mit Aceton/Aceton-Wasser (%-Angaben) 125.-155.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
38350.00.00

_______________________________________________________________________________1

Gebrauchsinformation

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage/Gebrauchsinformation sorgfältig durch, denn sie enthält

wichtige Informationen für Sie.

Dieses Arzneimittel ist auch ohne ärztliche Verschreibung erhältlich. Um einen bestmöglichen Behand-

lungserfolg zu erzielen, muss SE Mariendistel jedoch vorschriftsmäßig angewendet werden.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Fragen Sie Ihren Apotheker, wenn Sie weitere Informationen oder einen Rat benötigen.

Wenn sich Ihr Krankheitsbild verschlimmert oder keine Besserung eintritt, müssen Sie einen Arzt

aufsuchen.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

1.

Was ist SE Mariendistel und wofür wird es angewendet?

2.

Was müssen Sie vor der Einnahme von SE Mariendistel beachten?

3.

Wie ist SE Mariendistel einzunehmen?

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5.

Wie ist SE Mariendistel aufzubewahren?

6.

Wie ist SE Mariendistel zusammengesetzt und welche Packungen gibt es?

7.

Von wem ist SE Mariendistel?

SE Mariendistel

84 mg / Filmtablette

Für Erwachsene und Heranwachsende ab 12 Jahren

Wirkstoff: Der arzneilich wirksame Bestandteil ist Mariendistelfrüchte-Trockenextrakt.

1.

Was ist SE Mariendistel und wofür wird es angewendet?

1.1.

SE Mariendistel ist ein pflanzliches Arzneimittel bei Lebererkrankungen.

1.2

SE Mariendistel wird angewendet

zur unterstützenden Behandlung bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen, Leberzirrhose und

toxischen (durch Lebergifte verursachten) Leberschäden.

Dieses Arzneimittel ist nicht zur Behandlung von akuten Vergiftungen bestimmt.

2.

Was müssen Sie vor der Einnahme von SE Mariendistel beachten?

2.1.

SE Mariendistel darf nicht eingenommen werden

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber dem arzneilich wirksamen Bestandteil und/oder

anderen Korbblütlern, Soja, Erdnuss oder einem der sonstigen Bestandteile sind. SE Mariendistel darf

in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

2.2

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von SE Mariendistel ist erforderlich

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Die Arzneimitteltherapie ersetzt nicht die Vermeidung der die Leber schädigenden Ursachen (Alkohol).

Bei Gelbsucht (hell- bis dunkelgelbe Hautverfärbung, Gelbfärbung des Augenweiß) soll ein Arzt

aufgesucht werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Zur Anwendung dieses Arzneimittels bei Kindern liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor. Es

soll deshalb bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden.

_______________________________________________________________________________2

Was müssen Sie in der Stillzeit beachten?

SE Mariendistel soll wegen nicht ausreichender Untersuchungen in der Stillzeit nicht angewendet

werden.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von SE Mariendistel

Dieses Arzneimittel enthält Lactose und Sucrose. Bitte nehmen Sie SE Mariendistel daher erst nach

Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit

gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

2.3

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Nehmen Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem

eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt, da

eine Wechselwirkung durch die Beeinflussung des Fremdstoff abbauenden Enzymsystems der Leber

nicht ausgeschlossen werden kann.

Durch Besserung der Leberfunktion unter der Einnahme von SE Mariendistel kann die Verstoff-

wechselung von anderen gleichzeitig eingenommenen Arzneimitteln ebenfalls verändert werden, so

dass gegebenenfalls die Dosierung angepasst werden muss.

Bei gleichzeitiger Einnahme von SE Mariendistel und Amiodaron (Arzneimittel gegen Herzrhythmus-

störungen) ist nicht ausgeschlossen, dass die antiarrhythmische Wirkung von Amiodaron verstärkt

wird.

3.

Wie ist SE Mariendistel einzunehmen?

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, nehmen Sie SE Mariendistel immer genau nach der Anweisung

in dieser Gebrauchsinformation ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie

sich nicht ganz sicher sind.

3.1.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

3.2

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis

für Erwachsene und Heranwachsende ab 12 Jahren 2-mal täglich 2 Filmtabletten (Mariendistel-

früchteextrakt entsprechend 336 mg Silymarin) oder 3-mal täglich 1 Filmtablette (Mariendistelfrüchte-

extrakt entsprechend 252 mg Silymarin). Filmtabletten nicht im Liegen einnehmen.

Nehmen Sie die Filmtabletten bitte unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (vorzugsweise 1 Glas

Trinkwasser) jeweils nach den Mahlzeiten ein. Bei 2-mal täglicher Anwendung erfolgt die Einnahme

morgens und abends, bei 3-mal täglicher Anwendung morgens, mittags und abends.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

dieses Arzneimittels zu stark oder zu schwach ist.

Wie lange sollten Sie SE Mariendistel einnehmen?

Über die Dauer der Anwendung sollte der behandelnde Arzt entscheiden. Sollten trotz der Einnahme

von SE Mariendistel die Beschwerden fortbestehen, sollte der Arzt aufgesucht werden.

3.3

Wenn Sie eine größere Menge von SE Mariendistel eingenommen haben, als Sie sollten:

Vergiftungserscheinungen sind bisher nicht beobachtet worden.

Bei Überdosierung können die beschriebenen Nebenwirkungen in verstärktem Maße auftreten. Bei

Verdacht auf eine Überdosierung mit SE Mariendistel verständigen Sie bitte Ihren Arzt.

_______________________________________________________________________________3

3.4

Wenn Sie die Einnahme von SE Mariendistel vergessen haben:

Nehmen Sie beim nächsten Mal nicht etwa die doppelte Menge ein, sondern setzen Sie die Einnahme

von SE Mariendistel, wie von Ihrem Arzt verordnet oder in der Gebrauchsinformation (siehe 3.2)

beschrieben, fort.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann SE Mariendistel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten

müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Gelegentlich werden Magen-Darm-Beschwerden wie z.B. eine leicht abführende Wirkung beobachtet.

Gelegentlich können Überempfindlichkeitsreaktionen wie z.B. Hautausschlag, Juckreiz und Atemnot

auftreten.

Phospholipide aus Sojabohnen können sehr selten allergische Reaktionen hervorrufen.

Welche Gegenmaßnahmen sind bei Nebenwirkungen zu ergreifen?

Sollten Sie eine der oben genannten Nebenwirkungen beobachten, informieren Sie Ihren Arzt, damit

er über den Schweregrad und gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen entscheiden kann. Beim

Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen ist SE Mariendistel abzusetzen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Neben-

wirkungen

auch

direkt

Bundesinstitut

für

Arzneimittel

Medizinprodukte,

Abt.

Pharma-

kovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie

Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit

dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist SE Mariendistel aufzubewahren?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton bzw. auf dem Behältnis (Durchdrück-

packung) angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.

6.

Wie ist SE Mariendistel zusammengesetzt und welche Packungen gibt es?

1 Filmtablette enthält: Wirkstoff: 131,6 - 161,0 mg Mariendistelfrüchtetrockenextrakt, eingestellt auf 84

mg Silymarin (berechnet als Silibinin; HPLC), Auszugsmittel: Aceton.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Carnaubawachs;

Mikrokristalline

Cellulose;

Croscarmellose-Natrium;

Crospovidon;

Hypromellose;

Lactose-Monohydrat; Macrogol 400, Macrogol 6000; Magnesiumstearat (Ph. Eur.); Povidon (K=25);

Phospholipide aus Sojabohnen; Sucrose; Hochdisperses Siliciumdioxid; Talkum; Titandioxid E 171.

_______________________________________________________________________________4

Das Arzneimittel enthält weniger als 0,01 BE je Filmtablette.

SE Mariendistel ist in Packungen mit 60 und 100 Filmtabletten erhältlich.

7.

Von wem ist SE Mariendistel?

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:

Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG

Willmar-Schwabe-Str. 4

76227 Karlsruhe

Telefon:

0721/4005-0

Telefax:

0721/4005-500

www.schwabe.de

Stand der Information:

Oktober 2016

______________________________________________________________________________________

Apothekenpflichtig

Zul.-Nr. 38350.00.00

_______________________________________________________________________________1

Fachinformation

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

SE Mariendistel

84 mg/Filmtablette

Für Erwachsene und Heranwachsende ab 12 Jahren

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 Filmtablette enthält:

Wirkstoff:

131,6

161,0 mg

Mariendistelfrüchtetrockenextrakt,

eingestellt

84 mg

Silymarin

(berechnet als Silibinin; HPLC); Auszugsmittel: Aceton.

Enthält Lactose, Sucrose (Zucker) und Phospholipide aus Sojabohnen. Die vollständige

Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Filmtabletten

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Zur unterstützenden Behandlung bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen, Leber-

zirrhose und toxischen Leberschäden.

Dieses Arzneimittel ist nicht zur Behandlung von akuten Vergiftungen geeignet.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Soweit nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene und Heranwachsende ab 12 Jahren

2-mal täglich 2 Filmtabletten SE Mariendistel (Mariendistelfrüchteextrakt entsprechend

336 mg Silymarin pro Tag) oder 3-mal täglich 1 Filmtablette (Mariendistelfrüchteextrakt

entsprechend

252 mg

Silymarin

Tag)

ein.

Filmtabletten

nicht

Liegen

einnehmen.

SE Mariendistel wird unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (vorzugsweise 1 Glas Trink-

wasser) eingenommen. Bei 2-mal täglicher Anwendung erfolgt die Einnahme morgens und

abends, bei 3-mal täglicher Anwendung morgens, mittags und abends.

4.3

Gegenanzeigen

Bekannte Überempfindlichkeit gegen Mariendistelfrüchte und/oder andere Korbblütler,

Soja, Erdnuss oder einen der sonstigen Bestandteile.

_______________________________________________________________________________2

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Arzneimitteltherapie mit SE Mariendistel ersetzt nicht die Vermeidung der die Leber

schädigenden Ursachen (z.B. Alkohol).

Bei Gelbsucht (hell- bis dunkelgelbe Hautverfärbung, Gelbfärbung des Augenweiß) sollte

ein Arzt aufgesucht werden.

Zur Anwendung von SE Mariendistel bei Kindern liegen keine ausreichenden Unter-

suchungen vor. Es soll deshalb bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Fructose-Intoleranz, Lactase-

Mangel, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten SE

Mariendistel nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Humanpharmakologische Untersuchungen zu Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, an

deren Metabolisierung vor allem das Isoenzym CYP3A4 und das P-Glycoprotein beteiligt

sind, wie z.B. Indinavir und Metronidazol, haben widersprüchliche Ergebnisse gezeigt.

Auch die Beeinflussung weiterer Isoenzyme des Cytochrom P450 Enzymsystems kann

nicht ausgeschlossen werden. Präparatespezifische Untersuchungen liegen nicht vor. Bei

der gleichzeitigen Einnahme derartiger Arzneimittel wird daher empfohlen, geeignete

Therapiekontrollen durchzuführen.

Durch Besserung der Leberfunktion unter der Einnahme von SE Mariendistel

kann die

Metabolisierung

anderen

gleichzeitig

eingenommenen

Arzneimitteln

ebenfalls

verändert werden, so dass gegebenenfalls die Dosierung angepasst werden muss.

Bei gleichzeitiger Einnahme von SE Mariendistel

und Amiodaron ist nicht ausgeschlossen,

dass die antiarrhythmische Wirkung von Amiodaron verstärkt wird.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

SE Mariendistel darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

SE Mariendistel soll wegen nicht ausreichender Untersuchungen in der Stillzeit nicht

angewendet werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Keine bekannt.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde

gelegt:

_______________________________________________________________________________3

Sehr häufig:

1/10)

Häufig:

1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich:

1/1.000 bis < 1/100)

Selten:

1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten:

(< 1/10.000)

Nicht bekannt:

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätz-

bar.)

Gelegentlich werden Magen-Darm-Beschwerden wie z.B. eine leicht abführende Wirkung

beobachtet.

Gelegentlich können Überempfindlichkeitsreaktionen wie z.B. Hautausschlag, Juckreiz

und Atemnot auftreten.

Phospholipide aus Sojabohnen können sehr selten allergische Reaktionen hervorrufen.

In der Gebrauchsinformation wird der Patient auf Folgendes hingewiesen:

"Sollten Sie eine der oben genannten Nebenwirkungen beobachten, informieren Sie Ihren

Arzt,

damit

über

Schweregrad

gegebenenfalls

erforderliche

Maßnahmen

entscheiden kann. Beim Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen ist SE Mariendistel

abzusetzen."

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert,

jeden

Verdachtsfall

einer

Nebenwirkung

Bundesinstitut

für

Arzneimittel

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome der Intoxikation

Intoxikationssymptome

wurden

bisher

nicht

beobachtet.

beschriebenen

Nebenwirkungen können in verstärktem Maße auftreten.

Therapie von Intoxikationen

Ein spezielles Antidot ist nicht bekannt. Es werden symptomatische Maßnahmen

empfohlen.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Pflanzliches Arzneimittel bei Lebererkrankungen

ATC-Code: A05BP01 Mariendistelfrüchte

Pharmakologische Eigenschaften

antitoxische

Wirksamkeit

Silymarin

wurde

tierexperimentell

zahlreichen

Leberschädigungsmodellen,

z.B.

Giften

grünen

Knollenblätterpilzes

Phalloidin

Amanitin,

Lanthaniden,

Tetrachlorkohlenstoff,

Galaktosamin,

Thioacetamid sowie dem hepatotoxischen Kaltblüter-Virus FV3, nachgewiesen.

Die Wirkung von Silymarin beruht auf mehreren, experimentell in-vitro und in-vivo

untersuchten Angriffspunkten bzw. Wirkmechanismen: Silymarin besitzt aufgrund seiner

_______________________________________________________________________________4

Eigenschaft

Radikalfänger

eine

antiperoxidative

Aktivität.

Dadurch

wird

pathophysiologische

Prozess

Lipidperoxidation,

verantwortlich

für

Zerstörung von Zellmembranen, unterbrochen bzw. verhindert. Zusätzlich erfolgen in

bereits geschädigten Leberzellen durch Silymarin eine Stimulierung der Proteinsynthese

und eine Normalisierung des Phospholipidstoffwechsels. Insgesamt wird die Zellmembran

dadurch stabilisiert und ein Verlust von gelösten Zellbestandteilen (z.B. Transaminasen)

aus den Leberzellen erschwert bzw. verhindert.

Bestimmte

hepatotoxische

Substanzen

(Gifte

Knollenblätterpilzes)

werden

durch

Silymarin am Eintritt in die Zelle gehindert.

Die Steigerung der Proteinsynthese durch Silymarin beruht auf einer Stimulierung der im

Zellkern lokalisierten RNA-Polymerase-I-Aktivität, die zu einer erhöhten Bildung von

ribosomaler

führt.

Folge

davon

werden

Struktur-

Funktionsproteine

(Enzyme) vermehrt synthetisiert. Insgesamt werden dadurch Reparationskapazität und

Regenerationsfähigkeit der Leber erhöht.

Toxikologische Eigenschaften

Silymarin zeichnet sich durch eine ausgesprochen geringe Toxizität aus, so dass auch eine

Applikation über längere Zeiträume in der therapeutischen Dosierung unbedenklich ist.

Akute Toxizität:

Silymarin erwies sich an Ratten und Mäusen nach einmaliger oraler Applikation als

praktisch untoxisch, so dass die LD

mit > 2000 mg/kg eingestuft werden kann.

Chronische Toxizität:

Im Langzeitversuch über max. 12 Monate erhielten Ratten und Hunde oral max. 2500 bzw.

1200 mg Silymarin/kg. Dabei gaben weder die Labordaten noch die pathoanatomischen

Befunde Hinweise auf toxische Wirkungen.

Reproduktionstoxizität:

Die Untersuchungen an Ratten und Kaninchen zur Fertilität sowie zur prä- bzw. peri- und

postnatalen Toxizität ergaben keine unerwünschten Wirkungen auf die unterschiedlichen

Stadien der Reproduktion (max. getestete Dosis: 2500 mg/kg). Insbesondere konnte kein

teratogenes Potential von Silymarin nachgewiesen werden.

Pharmakokinetik

Die Hauptkomponente des Silymarins, das Silibinin, wird aufgrund klinischer Unter-

suchungen nach der Resorption im Verdauungstrakt überwiegend über die Galle aus-

geschieden (> 80 % der resorbierten Menge).

Metaboliten

sind

Glucuronide

Sulfate

Galle

nachgewiesen.

anzunehmen, dass Silibinin nach Dekonjugation reabsorbiert wird und es so zu einem

enterohepatischen

Kreislauf

kommt,

dies

tierexperimentell

nachgewiesen

werden

konnte. In Übereinstimmung mit der starken biliären Elimination (Wirkort: Leber) sind die

Blutspiegel und die renale Elimination gering. Die Absorptionshalbwertszeit beträgt 2,2 h,

die Eliminationshalbwertszeit 6,3 h.

Nach

einmaliger

mehrmaliger

Gabe

therapeutischer

Dosen

Legalon

(3-mal

140 mg Silymarin pro die) sind die in der humanen Galle wiedergefunden Silibinin-Spiegel

gleich. Die Ergebnisse zeigen, dass Silibinin nicht akkumuliert.

Nach Mehrfachapplikation von 3-mal 140 mg Silymarin/Tag wird ein Steady State der

biliären Elimination erreicht.

_______________________________________________________________________________5

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Carnaubawachs;

Mikrokristalline

Cellulose;

Croscarmellose-Natrium;

Crospovidon;

Hypromellose; Lactose-Monohydrat; Macrogol 400, Macrogol 6000; Magnesiumstearat

(Ph. Eur.); Povidon (K = 25); Phospholipide aus Sojabohnen; Sucrose; Hochdisperses

Siliciumdioxid; Talkum; Titandioxid E 171.

Das Arzneimittel enthält weniger als 0,01 BE je Filmtablette.

6.2

Inkompatibilitäten

Entfällt

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Das Verfallsdatum ist auf der Faltschachtel und dem Behältnis (Durchdrückpackung)

aufgedruckt. Die Haltbarkeit von SE Mariendistel beträgt 5 Jahre. SE Mariendistel soll

nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C aufbewahren!

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Das Behältnis (Durchdrückpackung) besteht aus PVC- und Aluminiumfolie.

Originalpackung mit 60 Filmtabletten

Originalpackung mit 100 Filmtabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

Inhaber der Zulassung

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:

Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG

Willmar-Schwabe-Str. 4

76227 Karlsruhe

Telefon:

0721/4005-0

Telefax:

0721/4005-500

www.schwabe.de

8.

Zulassungsnummer

38350.00.00

_______________________________________________________________________________6

9.

Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

20.09.2006

10.

Stand der Information

Oktober 2016

11.

Verkaufsabgrenzung

Apothekenpflichtig

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