Sandimmun 25 mg Weichkapsel

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

22-11-2002

Fachinformation Fachinformation (SPC)

22-11-2002

Wirkstoff:
Ciclosporin
Verfügbar ab:
EurimPharm Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
cyclosporine
Darreichungsform:
Weichkapsel
Zusammensetzung:
Ciclosporin 25.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
33901.00.00

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2249-ZI005b

Liebe Patientin, lieber Patient!

Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält,

was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Gebrauchsinformation

Sandimmun 25 mg

Wirkstoff: Ciclosporin

Zusammensetzung

1 Kapsel enthält:

Arzneilich wirksamer Bestandteil: 25 mg Ciclosporin

Sonstiger wirksamer Bestandteil:

Ethanol

Weitere Bestandteile:

Glycerol 85 %, Maiskeimöl, Mannitol-Sorbitol-Sorbitan-höhere Polyole-Gemisch (0-6 % / 25-40 % / 20-30 % /

12,5-19 %), Poly(oxyethylen)-7-glycerol-tri(oleat, linolat), Gelatine, Farbstoffe E 171, E 172.

Darreichungsform und Inhalt

Originalpackung mit 50 Kapseln

Stoff- oder Indikationsgruppe

Immunsuppressivum (Medikament, das die körpereigene Abwehr dämpft)

Import, Umpackung und Vertrieb:

Hersteller:

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

R.P. Scherer Ltd,

Am Gänslehen 4 – 6

Eberbach

83451 Piding

Tel.: 08651/704-0

Anwendungsgebiete

1. Zur Vorbeugung der Transplantat-Abstoßung nach allogenen Transplantationen von Niere, Leber,

Herz, Herz-Lunge, Lunge und Bauchspeicheldrüse sowie zur Behandlung der Transplantat-Abstoßung bei

Patienten, die zuvor andere Immunsuppressiva (Mittel, die die körpereigene Abwehr dämpfen) erhalten

haben.

2. Zur Vorbeugung der Transplantat-Abstoßung nach Knochenmark-Transplantationen; zur Vorbeugung

und Behandlung der Graft-versus-Host-Krankheit.

3. Schwere endogene Uveitis

- manifeste, nichtinfektiöse Uveitis intermedia oder posterior (Entzündung der Aderhaut des Auges)

mit

Erblindungsgefahr,

soweit

die

übliche

Therapie

nicht

anspricht

oder

unvertretbare

Nebenwirkungen auftreten.

- Behcet-Uveitis (Entzündung der Aderhaut des Auges) mit wiederholtem entzündlichem Befall der

Netzhaut.

4. Schwerste therapieresistente Formen der Psoriasis (Schuppenflechte), insbesondere vom Plaque-Typ,

die mit einer konventionellen systemischen Therapie nicht ausreichend behandelbar sind.

5.

Steroidabhängiges

und

steroidresistentes

nephrotisches

Syndrom

(Nierenerkrankungen

mit

ausgeprägtem

Eiweißverlust

und

anderen

Symptomen)

infolge

glomerulärer

Krankheiten

wie

glomerulärer Minimalveränderungen, fokaler segmentaler Glomerulosklerose oder membranöser

Glomerulonephritis bei Erwachsenen und Kindern, bei denen Glukokortikoide oder Alkylantien entweder

nicht ausreichend wirksam oder aufgrund ihrer Risiken nicht vertretbar sind.

Sandimmun

25

mg

kann

zur

Rückbildung

der

Krankheitszeichen

(Remissionen)

und

zur

Aufrechterhaltung dieses Zustandes verabreicht werden. Es kann auch zur Aufrechterhaltung von

steroidinduzierten Remissionen verwendet werden und dadurch das Absetzen der Kortikosteroide

ermöglichen.

Gegenanzeigen

Wann dürfen Sie Sandimmun 25 mg nicht bzw. nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt anwenden?

Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie Sandimmun 25 mg gar nicht bzw. nur unter bestimmten Bedingungen

und nur mit besonderer Vorsicht anwenden dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn

diese Angaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.

Gegenanzeigen bei allen Anwendungsgebieten

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Ciclosporin und/oder gegen einen der Hilfsstoffe darf Sandimmun 25

mg nicht angewendet werden. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit erhöhten Harnsäure-Blutspiegeln (Hyper-

urikämie; siehe speziellen Hinweis im Abschnitt „Schwerste Formen der Psoriasis“).

Gegenanzeigen bei anderen Anwendungsgebieten als Transplantationen

- Nierenfunktionsstörungen (Ausnahmen s. Abschnitt „Nephrotisches Syndrom“)

- Unkontrollierter Bluthochdruck. Wenn sich ein Bluthochdruck, der während der Behandlung mit Sandimmun

25 mg entstanden ist, nicht angemessen behandeln lässt, empfiehlt sich eine Dosissenkung oder die

Beendigung der Therapie.

- Unkontrollierte Infektionskrankheiten (s. auch Hinweise im Abschnitt „Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung und Warnhinweise“ sowie unter „Nebenwirkungen“).

- Aus der Vorgeschichte bekannte oder diagnostizierte bösartige Tumoren jeglicher Art (s. auch Hinweise im

Abschnitt „Schwerste Formen der Psoriasis“ sowie unter „Nebenwirkungen“).

Wie bei anderen immunsuppressiven Therapien besteht auch unter Sandimmun 25 mg ein erhöhtes Risiko,

lymphoproliferative (mit übermäßiger Teilung von Lymphozyten verbundene) Störungen und bösartige

Tumoren, insbesondere der Haut, zu entwickeln. Zur Früherkennung sollten Patienten, die über lange Zeit mit

Sand-immun 25 mg behandelt werden, sorgfältig überwacht werden. Sofern irgendwelche präkanzerösen oder

kanzerösen (auf Krebs hindeutenden) Veränderungen entdeckt werden, ist die Behandlung abzubrechen.

Weitere indikationsbezogene Gegenanzeigen

Schwerste Formen der Psoriasis

Sandimmun 25 mg ist nicht anzuwenden bei Psoriasis-Patienten mit schwerwiegenden Lebererkrankungen,

erhöhten Harnsäure- oder Kalium-Blutspiegeln sowie bei Psoriasis-Formen, die möglicherweise durch

Arzneimittel hervorgerufen oder verschlimmert werden.

Eine gleichzeitige Anwendung von Sandimmun 25 mg mit Psoralen und UV-A-Licht (PUVA), selektiver

ultravioletter Phototherapie, Retinoiden oder immunsupprimierender Therapie darf nicht erfolgen.

Sandimmun 25 mg sollte nicht vor Ablauf von 4 Wochen nach Beendigung einer Etretinat-Therapie Anwendung

finden. Bei Patienten, die eine langjährige Psoralen- und UV-A-Licht (PUVA)-Therapie erhielten (erhöhtes

Hautkrebsrisiko), darf Sandimmun 25 mg nur nach eingehender Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Übermäßige Sonnenbestrahlung sollte vermieden werden.

Bei Psoriasis-Patienten unter 18 Jahren, bei Alkoholkranken, bei erythrodermischer oder pustulöser Psoriasis und

bei Patienten mit vorangegangener langjähriger Methotrexat-Therapie ist Sandimmun 25 mg nicht anzuwenden,

da hierbei keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorliegen.

Hinweis:

Bei Hautveränderungen, die nicht absolut typisch für eine Psoriasis sind, bei denen jedoch der Verdacht auf

Hautkrebs, Mycosis fungoides oder auf eine kutane Präkanzerose (z.B. Morbus Bowen) besteht, ist eine Ge-

websprobe zu untersuchen (Biopsie), bevor mit Sandimmun 25 mg behandelt wird. Patienten mit bösartigen

Hautveränderungen oder entsprechenden Vorstadien dürfen erst nach angemessener Behandlung dieser

Krankheitszeichen und sofern keine andere Möglichkeit einer erfolgversprechenden Therapie besteht, mit

Sandimmun 25 mg behandelt werden.

Nephrotisches Syndrom

Da Patienten mit bereits primär eingeschränkter Nierenfunktion durch Sandimmun 25 mg eine weitere

Verschlechterung der Nierenfunktion erfahren können, müssen diese Patienten sehr sorgfältig überwacht werden.

Die Grenze für Kreatinin-Ausgangswerte, bis zu denen eine vorsichtige Behandlung mit Dosen von maximal

2,5 mg pro kg Körpergewicht pro Tag durchgeführt werden kann, kann mit 200 µmol/l bei Erwachsenen und

140 µmol/l bei Kindern angesetzt werden.

Patienten mit nephrotischem Syndrom sollten Sandimmun 25 mg nicht erhalten, wenn ein unkontrollierter Blut-

hochdruck vorliegt. Ein erhöhtes Risiko in Bezug auf eine Verschlechterung der Nierenfunktion besteht bei der

Behandlung von älteren Patienten.

Was müssen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Ciclosporin ruft am Versuchstier keine Missbildungen hervor. Obwohl die Erfahrungen über die Sicherheit der

Anwendung bei schwangeren Frauen begrenzt sind, gibt es keine Hinweise auf Missbildungen bei der

Anwendung am Menschen. Erste Erfahrungen bei Transplantations-Patientinnen weisen jedoch darauf hin, dass

Ciclo-sporin

andere

Immunsuppressiva

Wahrscheinlichkeit

für

schwangerschaftsspezifische

Komplikationen wie schwangerschaftsinduzierten Bluthochdruck (Präeklampsie) und eine verfrühte Geburt bei

verringertem Geburtsgewicht erhöht. Sandimmun 25 mg sollte während der Schwangerschaft nur eingesetzt

werden, wenn der positive Nutzen die möglichen Risiken überwiegt. Schwangere Frauen, die mit Sandimmun 25

mg behandelt werden, sollten sorgfältig beobachtet werden.

Ciclosporin und Alkohol als weiterer Bestandteil der Kapsel (siehe Zusammensetzung) gehen in die Muttermilch

über. Daher sollten Mütter während einer Behandlung mit Sandimmun 25 mg ihre Kinder nicht stillen.

Was ist bei Kindern und älteren Menschen zu berücksichtigen?

Aufgrund der höheren Ciclosporin-Clearance bei Kindern werden unter Umständen höhere Sandimmun 25 mg-

Dosen

benötigt,

vergleichbare

Blutspiegel

Erwachsenen

erzielen

Abschnitt

„Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung“).

Da keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorliegen, ist Sandimmun 25 mg in der Indikation schwerste

Formen der Psoriasis (s.o.) nicht bei Kindern anzuwenden.

Auch über die Anwendung bei älteren Menschen liegen nur beschränkte Erfahrungen vor. Es sind aber keine

besonderen Probleme nach Anwendung von Sandimmun 25 mg in der empfohlenen Dosierung bekannt

geworden.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen:

Bei Transplantations-Patienten, Patienten mit Uveitis und Patienten mit nephrotischem Syndrom sind die Ciclo-

sporin-Blutspiegel während der Therapie zu kontrollieren, um die Dosis ggf. anpassen zu können. Die

Bestimmung erfolgt mittels spezifischem monoklonalen Antikörper. Näheres entnehmen Sie bitte dem Abschnitt

„Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung“.

Bei allen Patienten ist eine engmaschige Kontrolle der Nierenfunktion durch Bestimmung des Serum-Kreatinins

erforderlich. Die Dosis muss ggf. entsprechend angepasst werden. Näheres siehe ebenfalls unter

„Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung“.

Die Leberfunktion muss ebenfalls sorgfältig überwacht werden.

Der Blutdruck sollte unter der Therapie mit Sandimmun 25 mg regelmäßig gemessen werden. Sofern ein Blut-

hochdruck festgestellt wird, sind zur Senkung angemessene Maßnahmen einzuleiten.

Bestimmung

Kalium-Blutspiegels

wird

insbesondere

Patienten

ausgeprägten

Nierenfunktionsstörungen empfohlen.

Erniedrigte Magnesium-Blutspiegel können gleichfalls Ausdruck (tubulärer) Nierenfunktionsstörungen sein. Die

Bestimmung des Magnesium-Blutspiegels wird insbesondere in der operationsnahen Zeit und beim Vorliegen

neurologischer Auffälligkeiten empfohlen. Ggf. sollte eine zusätzliche Gabe von Magnesium erwogen werden.

Es empfiehlt sich, vor Beginn der Behandlung und nach dem 1. Behandlungsmonat die Blutfettwerte zu

bestimmen. Bei Auftreten von erhöhten Blutfettwerten sollte eine Verminderung der Sandimmun 25 mg-Dosis

und/oder eine Einschränkung der Fettzufuhr mit der Nahrung in Erwägung gezogen werden.

Bei Patienten mit nephrotischem Syndrom empfiehlt es sich, eine Nierenbiopsie (Entnahme einer Gewebsprobe

aus der Niere) durchzuführen, wenn die Therapie mit Sandimmun 25 mg über einen längeren Zeitraum

fortgesetzt werden soll (z.B. länger als 1 Jahr).

Patienten, die über längere Zeit mit Sandimmun 25 mg behandelt werden, sollten aufgrund des erhöhten Risikos,

lymphoproliferative Störungen und maligne Tumoren, insbesondere der Haut, zu entwickeln, sorgfältig

überwacht werden. Insbesondere ist die langfristige Behandlung mit einer Kombination aus verschiedenen

hochdosierten

Immunsuppressiva

Vorsicht

durchzuführen,

hier

schwerwiegenden

lymphoproliferativen Störungen und soliden Tumoren kommen kann mit unter Umständen tödlichem Ausgang.

Aufgrund des möglicherweise erhöhten Risikos für verschiedene bakterielle, parasitäre, virale sowie

Pilzinfektionen, oft mit opportunistischen Erregern mit unter Umständen tödlichem Ausgang, sollten

ausreichende Vorsichtsmaßnahmen und therapeutische Vorkehrungen getroffen werden. Insbesondere gilt dies

für Patienten, die über längere Zeit mit einer Kombination aus verschiedenen hochdosierten Immunsuppressiva

behandelt werden.

Alkoholwarnhinweis:

Dieses Arzneimittel enthält 12,8 Vol.-% Alkohol.

Bei Beachtung der Dosierungsanleitung werden bei jeder Einnahme bis zu 1,0 g Alkohol (40 Kapseln) zugeführt.

Ein gesundheitliches Risiko besteht u.a. bei Leberkranken, Alkoholkranken, Epileptikern, Hirngeschädigten,

Schwangeren und Kindern. Die Wirkung anderer Arzneimittel kann beeinträchtigt oder verstärkt werden.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Sandimmun 25 mg?

Sandimmun 25 mg wird in der Regel mit anderen Immunsuppressiva kombiniert. Es sollte jedoch nicht

zusammen mit anderen Calcineurin-Inhibitoren wie Tacrolimus gegeben werden.

Es muss bei einer Kombination mit anderen Immunsuppressiva berücksichtigt werden, dass übermäßige

Immunsuppression die Empfindlichkeit gegenüber Infektionen erhöhen und möglicherweise die Bildung von

malignen Lymphomen (bösartigen Tumoren des Lymphsystems, vorwiegend Non-Hodgkin-Lymphome und

Retikulumzellsarkom) verursachen kann. Bei Psoriasis-Patienten, die nach einer konventionellen Therapie mit

Sandimmun 25 mg behandelt wurden, ist über die Entstehung bösartiger Tumoren, insbesondere der Haut,

berichtet worden.

Bei Kombination mit den Kortikosteroiden Methylprednisolon, Prednison und Prednisolon wurde außer einer

gegenseitigen Beeinflussung des Metabolismus (s. nachfolgende Absätze) eine erhöhte Neigung zu zerebralen

Krampfanfällen festgestellt. Dies gilt insbesondere für hohe Kortikosteroid-Dosen.

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Sandimmun 25 mg und anderen Verbindungen mit bekannter

nierenschädigender Wirkung (z.B. Aminoglykoside wie beispielsweise Gentamycin und Tobramycin,

Amphotericin B, Ciprofloxacin, Melphalan, Trimethoprim und Sulfamethoxazol, Vancomycin, nichtsteroidalen

Antiphlogistika wie Diclofenac, Naproxen und Sulindac) ist Vorsicht geboten. Die Nierenfunktion (insbesondere

der Serum-Kreatinin-Spiegel) sollte häufig überwacht werden. Wenn eine signifikante Einschränkung der

Nierenfunktion beobachtet wird, sollte die Dosis des Begleitmedikamentes verringert oder eine alternative

Behandlung erwogen werden.

In Einzelfällen wurde bei organtransplantierten Patienten bei gleichzeitiger Anwendung mit fibrathaltigen

Arzneimitteln (z.B. Bezafibrat, Fenofibrat) über eine erhebliche, wenn auch reversible Einschränkung der

Nierenfunktion (mit entsprechendem Anstieg des Serum-Kreatinins) berichtet. Daher ist bei diesen Patienten die

Nierenfunktion sorgfältig zu überwachen. Bei einer signifikanten Einschränkung der Nierenfunktion ist das

Begleitmedikament ggf. abzusetzen.

Gleichzeitige Anwendung von Diclofenac und Sandimmun 25 mg führt zu einer signifikanten Erhöhung der

Bioverfügbarkeit von Diclofenac, mit der möglichen Folge einer reversiblen Niereninsuffizienz. Dieser Anstieg

der Bioverfügbarkeit von Diclofenac beruht höchstwahrscheinlich auf einer Reduzierung seines hohen First-

pass-Effektes, d.h. die sonst gleich bei der ersten Leberpassage abgebaute Menge von Diclofenac wird

vermindert und entsprechend mehr Wirkstoff verbleibt im Blut und gelangt an den Wirkort. Die Diclofenac-

Dosis sollte entsprechend reduziert werden.

Orlistat hemmt die Fettresorption aus der Nahrung und kann daher die Bioverfügbarkeit von Ciclosporin

verändern. Nach gegenwärtiger Erfahrung sind nur oral einzunehmende, Ciclosporin-haltige Produkte betroffen.

Bei einer signifikanten Änderung der Ciclosporin-Talspiegel oder –Bioverfügbarkeit ist Orlistat gegebenenfalls

abzusetzen.

Verschiedene Substanzen erhöhen oder senken die Vollblutkonzentration von Ciclosporin entweder durch

kompetitive Hemmung oder durch Induktion (Aktivierung) der Leberenzyme, die am Abbau und an der

Ausscheidung von Ciclosporin beteiligt sind, insbesondere Cytochrom P-450.

Zu den Stoffen, die die Vollblutkonzentration von Ciclosporin erhöhen und damit dessen Wirkung verstärken

können, gehören Ketoconazol und – weniger ausgeprägt – auch Fluconazol und Itraconazol, einige Makrolid-

Antibiotika wie z.B. Erythromycin, Clarithromycin, Josamycin, Posinomycin und Pristinamycin, Doxycyclin,

orale Kontrazeptiva, Propafenon, Methylprednisolon (hohe Dosen), Metoclopramid, Danazol, Allopurinol,

Amiodaron, Cholsäure und –derivate sowie Calciumantagonisten (z.B. Diltiazem, Nicardipin, Verapamil,

Mibefradil). Da Nifedipin Gingivahyperplasie (Zahnfleischwucherung) verursachen kann, sollte seine

Anwendung bei Patienten unterbleiben, die unter Sandimmun 25 mg Zahnfleischwucherungen entwickeln.

Zu den Stoffen, die die Vollblutkonzentration von Ciclosporin senken und damit dessen Wirkung vermindern

können, gehören Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Metamizol, Rifampicin, Nafcillin, Octreotid, Probucol,

Ticlopidin, Troglitazon und intravenös (nicht jedoch oral) verabreichtes Sulfadimidin und Trimethoprim sowie

Johanniskraut-haltige Präparate.

Wenn auf eine kombinierte Therapie mit Stoffen, die die Bioverfügbarkeit von Sandimmun 25 mg erhöhen oder

erniedrigen, nicht verzichtet werden kann, ist eine sorgfältige Überwachung des Ciclosporin-Blutspiegels und

entsprechende Anpassung der Sandimmun 25 mg-Dosierung angezeigt, besonders zu Beginn und Ende der

Begleitmedikation.

Sandimmun 25 mg kann die Ausscheidung von Digoxin, Colchicin, CSE-Hemmern, z.B. Lovastatin, und

Prednisolon vermindern. Dadurch können die Toxizität (Giftigkeit) von Digoxin erhöht und die Nebenwirkungen

von Colchicin und CSE-Hemmern auf die Muskeln wie z.B. Muskelschmerzen, Muskelschwäche,

Muskelentzündung und Rhabdomyolyse (Auflösung quergestreifter Muskelfasern) verstärkt werden. Die

gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel mit Sandimmun 25 mg sollte sorgfältig abgewogen werden.

Während der Behandlung mit Sandimmun 25 mg sollten kaliumreiche Ernährung sowie die Gabe kaliumhaltiger

Arzneimittel, von ACE-Hemmern und Angiotensin II-Rezeptor-Antagonisten (bestimme Medikamente zur

Behandlung des nicht organbedingten Bluthochdrucks) oder sogenannter kaliumsparender Diuretika (bestimmte

Medikamente, die die Harnausscheidung fördern) vermieden werden.

Wegen des disulfiramähnlichen Effektes (z.B. Antabus), der nach Verabreichung von N-Methyl-thiotetrazol-

Cephalosporinen beobachtet wurde, ist bei gleichzeitiger Gabe von Sandimmun 25 mg (alkoholhaltiges

Arzneimittel) Vorsicht geboten.

Durch Sandimmun 25 mg kann die Wirksamkeit von Impfungen beeinträchtigt werden; Lebendimpfstoffe sollten

nicht gegeben werden.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben nicht nur bei gleichzeitiger Anwendung von Bedeutung sind, sondern

auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Welche Genussmittel, Speisen und Getränke sollten Sie meiden?

Sandimmun 25 mg soll nicht gleichzeitig mit Grapefruitsaft eingenommen werden, da Grapefruitsaft die

Bioverfügbarkeit erhöht. Das Ausmaß der Blutspiegelveränderungen ist jedoch interindividuell sehr variabel und

nicht vorhersehbar. Daher ist Grapefruitsaft in Zusammenhang mit der Einnahme von Sandimmun 25 mg zu

vermeiden.

Fettreiche Mahlzeiten können ebenfalls die Bioverfügbarkeit von Ciclosporin erhöhen.

Eine kaliumreiche Ernährung sollte vermieden werden (s.o.).

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Sandimmun 25 mg nicht anders verordnet hat. Bitte halten

Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Sandimmun 25 mg sonst nicht richtig wirken kann.

Die Einstellung von Patienten auf Sandimmun 25 mg sollte nur von Ärzten, die mit der immunsuppressiven

Therapie bzw. der Behandlung von Transplantations-Patienten vertraut sind, vorgenommen werden. Zur

Durchführung einer Therapie mit Sandimmun 25 mg muss die erforderliche Überwachung der Patienten

einschließlich der vollständigen körperlichen Untersuchung, der Blutdruckmessung und der Laborwerte (siehe

Abschnitte „Nebenwirkungen“ sowie „Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“) gewährleistet sein. Der für die

Nachsorge des Patienten verantwortliche Arzt sollte umfassend informiert sein.

Sandimmun 25 mg dient vorwiegend zur Feineinstellung der Dosis, die aufgrund des Körpergewichtes des

Patienten erforderlich, jedoch mit Sandimmun 100 mg allein nicht realisierbar ist. Außerdem ist Sandimmun 25

mg zur niedrig dosierten Behandlung Erwachsener und zur Behandlung von Kindern besonders geeignet. Sobald

eine höhere Tagesdosis als 2 x 3 Kapseln erforderlich ist, empfiehlt sich der Übergang auf Sandimmun 100 mg

oder Sandimmun Lösung.

Wie viel Sandimmun 25 mg sollten Sie einnehmen? Wie lange sollten Sie Sandimmun 25 mg anwenden?

1. Organtransplantationen

Die Anfangsdosierung von 10-14 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht wird als Einzeldosis 4-12 Stunden

vor der Transplantation gegeben. Die Anfangsdosierung sollte für 1-2 Wochen nach der Operation

beibehalten werden. Danach wird unter Blutspiegelkontrolle (vgl. Abschnitt „Nebenwirkungen“) die

Dosierung schrittweise vermindert, bis eine Erhaltungsdosis von 2-6 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht

täglich erreicht ist.

Der Minimalblutspiegel vor der nächsten Anwendung („trough blood level“) liegt zwischen 100 und 400 ng

Ciclosporin/ml (gemessen mit spezifischem monoklonalen Antikörper, s.u.).

Bei Nierentransplantations-Patienten hat sich gezeigt, dass Dosen am unteren Ende des genannten Bereichs,

d.h. unter 3-4 mg/kg Körpergewicht pro Tag, und entsprechend niedrige Blutspiegel unter 100 ng/ml, zu

einem erhöhten Risiko von Abstoßungsreaktionen führen.

Einige Patienten kommen schon einen Monat nach der Transplantation mit weniger als 5 mg Ciclosporin pro

kg Körpergewicht täglich aus, wenn Sandimmun 25 mg zusammen mit Kortikosteroiden gegeben wird.

Die Tagesdosis wird entweder auf einmal gegeben oder vorzugsweise auf 2 Einzelgaben verteilt.

2a. Knochenmark-Transplantationen

Zur Einleitung der Behandlung wird die erste Dosis von 12,5-15 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht am

Tage vor der Transplantation verabreicht. Die gleiche Tagesdosis wird nach der Operation etwa 5 Tage lang

gegeben. Danach wird die Behandlung mit 12,5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich mindestens 3-6

Monate, vorzugsweise 6 Monate lang, fortgesetzt, bevor die Dosis schrittweise gesenkt und schließlich

Sandimmun 25 mg abgesetzt werden kann. Dieser Vorgang kann bis zu einem Jahr dauern.

Eine nach dem Absetzen von Sandimmun 25 mg etwa auftretende Graft-versus-Host-Krankheit kann erneut

mit Sandimmun 25 mg behandelt werden, eine milde chronische Graft-versus-Host-Krankheit mit niedrigen

Dosen.

Die Tagesdosis wird entweder auf einmal gegeben oder vorzugsweise auf 2 Einzelgaben verteilt.

2b. Behandlung einer bestehenden Graft-versus-Host-Krankheit

Falls die Behandlung von Anfang an mit Sandimmun 25 mg durchgeführt wird, beträgt die Tagesdosis 12,5-

15 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht. Die Anfangsdosierung sollte 50 Tage lang fortgeführt und dann in

wöchentlichen Abständen um je 5 % gesenkt werden, bis eine Tagesdosis von 2 mg Ciclosporin pro kg

Körpergewicht erreicht ist. Dann kann das Arzneimittel abgesetzt werden.

Zu 1. und 2.

Wird bei vorübergehenden gastrointestinalen Beschwerden, in deren Verlauf die Aufnahme von Sandimmun 25

mg beeinträchtigt ist, ersatzweise auf die intravenöse Infusion von Sandimmun Infusionslösungskonzentrat

zurückgegriffen, ist ein Drittel der zuvor eingenommenen oralen Ciclosporin-Tagesdosis in einmaliger Gabe

intravenös zu verabreichen.

Bei Kleinkindern liegen bisher wenig Erfahrungen mit Sandimmun 25 mg vor. Kinder ab einem Jahr haben

Sandimmun 25 mg in der üblichen Dosierung erhalten, ohne dass besondere Probleme aufgetreten wären. In

verschiedenen Studien haben Kinder höhere Dosen pro kg Körpergewicht benötigt und vertragen als

Erwachsene. Aufgrund der höheren Ciclosporin-Clearance bei Kindern werden unter Umständen höhere

Sandimmun 25 mg-Dosen benötigt, um vergleichbare Blutspiegel wie bei Erwachsenen zu erzielen. Einige

Krankheitsbilder (z.B. Lebertransplantation mit Roux-Y-Schlinge, zystische Fibrose, Short-bowel-Syndrom)

gehen zusätzlich mit einer Malabsorption von Sandimmun 25 mg einher.

Eine bestimmte Begrenzung der Anwendungsdauer ist im Bereich der Transplantationen nicht vorgesehen.

3. Schwere endogene Uveitis

Nur Ärzte mit Erfahrung in immunsuppressiver Therapie sollten Sandimmun 25 mg unter augenärztlicher

Kontrolle und unter ständiger Kontrolle des Ciclosporin-Blutspiegels einsetzen. Da Sandimmun 25 mg die

Nierenfunktion beeinträchtigen kann, sollten nur Patienten mit intakter Nierenfunktion damit behandelt

werden. Die Nierenfunktion ist häufig zu kontrollieren. Der Serum-Kreatinin-Spiegel sollte nach

wiederholter Messung nicht mehr als 30 % über den Ausgangswert ansteigen, auch wenn er sich noch im

Normbereich befindet. Anderenfalls muss die Dosis von Sandimmun 25 mg um 25-50 % gesenkt werden.

Wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel um mehr als 50 % ansteigt, muss die Dosis um mindestens 50 %

reduziert werden.

Bis ausreichende Erfahrungen vorliegen, werden zu Beginn 5-10 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht als

Einzelgabe oder verteilt auf mehrere Gaben täglich eingenommen, bis eine Rückbildung der manifesten

Uveitis und Besserung der Sehkraft eintritt.

Zur Einleitung einer raschen Rückbildung oder im akuten Stadium kann zusätzlich eine systemische

Kortikosteroid-Behandlung mit 0,2-0,6 mg Prednison pro kg Körpergewicht täglich oder gleichwirksame

Dosen anderer Kortikosteroide erwogen werden, wenn Sandimmun 25 mg allein nicht ausreicht.

Zur Weiterbehandlung sollte die Dosis langsam auf die niedrigste noch wirksame Dosis gesenkt werden.

Bei Kleinkindern liegen keine und bei Kindern über 5 Jahren nur vereinzelte Erfahrungen vor.

Die Behandlungsdauer liegt zwischen 3 und 16 Monaten.

4. Schwerste Formen der Psoriasis

Da Sandimmun 25 mg die Nierenfunktion beeinträchtigen kann, ist vor Behandlungsbeginn mit mindestens 2

Messungen der Ausgangswert des Serum-Kreatinin-Spiegels zu bestimmen. Anschließend sind die Serum-

Kreatinin-Spiegel in den ersten 3 Behandlungsmonaten in zweiwöchentlichen Intervallen zu kontrollieren.

Bei stabilen Serum-Kreatinin-Spiegeln und einer Dosierung von 2,5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht

täglich sind die Werte danach in zweimonatlichen Abständen, bei höheren Dosen in monatlichen Abständen

zu kontrollieren. Die Dosis muss um 25-50 % gesenkt werden, wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel mehr als

30 % über den Ausgangswert ansteigt, auch wenn er sich noch im Normbereich befindet. Wenn der Serum-

Kreatinin-Spiegel um mehr als 50 % ansteigt, muss die Dosis um mindestens 50 % reduziert werden. Wenn

die Dosissenkung innerhalb eines Monats keine Wirkung zeigt, ist die Behandlung mit Sandimmun 25 mg zu

beenden.

Vor Behandlungsbeginn und in den ersten 3 Behandlungsmonaten sind die Harnsäure-Spiegel zu

kontrollieren.

Leberenzym- und Bilirubin-Werte dürfen nur maximal doppelt so hoch wie die Norm sein.

Zur Einleitung einer raschen Rückbildung werden 2,5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich,

aufgeteilt auf 2 Einzeldosen, verabreicht. Tritt nach 1 Monat keine Besserung des Hautbefundes ein, kann die

Tagesdosis in Schritten zu 1 mg/kg Körpergewicht bis auf maximal 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht

täglich angehoben werden. Zur Weiterbehandlung sollte der Patient auf die niedrigste noch wirksame Dosis

eingestellt werden.

Die Dosierung von Sandimmun 25 mg darf 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich nicht

überschreiten. Bei Patienten, bei denen nach 6 Wochen mit 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich

keine ausreichende Besserung des Krankheitsbildes erzielt werden kann oder bei denen die wirksame Dosis

nicht mit den oben genannten Hinweisen vereinbar ist, ist die Behandlung zu beenden.

Anfangsdosen von 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich aufgeteilt in 2 Einzeldosen sind bei

Patienten gerechtfertigt, deren Zustand eine besonders rasche Besserung erfordert.

Die Anwendungsdauer von Sandimmun 25 mg bei Psoriasis beträgt üblicherweise 12 Wochen. Erfahrungen,

insbesondere anhand von Dosisfindungsstudien an ca. 100 Patienten, liegen für maximal 1 Jahr vor; über eine

noch längere Anwendung liegen bisher noch keine ausreichenden Erfahrungen vor. Eine Beendigung der

Therapie empfiehlt sich, wenn sich ein Bluthochdruck, der während der Therapie mit Sandimmun 25 mg

entstanden ist, nicht angemessen behandeln lässt.

5. Nephrotisches Syndrom

Die Dosis ist unter Berücksichtigung der Wirksamkeit (Proteinurie) und der Therapiesicherheit

(hauptsächlich Serum-Kreatinin-Spiegel) individuell einzustellen. Sie sollte aber 5 mg Ciclosporin pro kg

Körpergewicht täglich bei Erwachsenen und 6 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich bei Kindern

nicht überschreiten.

Zur Einleitung einer raschen Rückbildung des nephrotischen Syndroms werden 5 mg Ciclosporin pro kg

Körpergewicht täglich für Erwachsene und 6 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich für Kinder,

aufgeteilt auf 2 Einzeldosen, verabreicht, sofern die Nierenfunktion normal ist. Bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion in noch zulässigem Ausmaß (Achtung: Serum-Kreatinin-Spiegel über 200

µmol/l bei Erwachsenen und 140 µmol/l bei Kindern sind Kontraindikationen) sollte die anfängliche Dosis

2,5 mg Ciclo-sporin pro kg Körpergewicht täglich nicht überschreiten. Die Patienten müssen sehr sorgfältig

überwacht werden.

Zur Weiterbehandlung sollte die Dosis langsam auf die niedrigste noch wirksame Dosis gesenkt werden.

Die erwünschten Vollblutkonzentrationen von Ciclosporin liegen zwischen 60 und 160 ng/ml (gemessen mit

spezifischem monoklonalen Antikörper). Die Einhaltung dieses Bereiches sollte anfangs möglichst täglich,

später alle 2 Wochen, kontrolliert werden.

Da Sandimmun 25 mg die Nierenfunktion beeinträchtigen kann, sind in den ersten 3 Behandlungsmonaten

die Serum-Kreatinin-Spiegel regelmäßig zu kontrollieren (bei normaler Nierenfunktion alle 2 Wochen, bei

eingeschränkter Nierenfunktion einmal wöchentlich).

Bei stabilen Kreatinin-Spiegeln sind die Werte danach in zweimonatigen Abständen zu überprüfen. Die Dosis

muss um 25-50 % gesenkt werden, wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel mehr als 30 % über den Ausgangswert

ansteigt, auch wenn er sich noch im Normbereich befindet. Wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel um mehr als

50 % ansteigt, muss die Dosis um mindestens 50 % reduziert werden. Wenn die Dosissenkung innerhalb

eines Monats keine Wirkung zeigt, ist die Behandlung mit Sandimmun 25 mg zu beenden.

Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen ist die anfängliche Sandimmun 25 mg-Dosis um 25-

50 % zu senken.

Die Kombination von Sandimmun 25 mg mit niederen Dosen oraler Kortikosteroide ist empfehlenswert,

wenn die Wirkung von Sandimmun 25 mg allein nicht ausreicht, insbesondere bei Patienten mit einem

steroidresistenten nephrotischen Syndrom.

Wenn nach dreimonatiger Behandlung eine Wirkung auf die Symptomatik des nephrotischen Syndroms

ausbleibt, ist die Therapie mit Sandimmun 25 mg zu beenden.

Wie sollten Sie Sandimmun 25 mg anwenden?

Die Kapseln sind mit Flüssigkeit unzerkaut zu schlucken. Sie sollen der Durchdrückpackung erst unmittelbar vor

dem Einnehmen entnommen werden.

Anwendungsfehler und Überdosierung

Was ist zu tun, wenn Sandimmun 25 mg in zu großen Mengen eingenommen wurde (beabsichtigte oder

versehentliche Überdosierung)?

Mit Überdosierungen liegen wenig Erfahrungen vor. Nach oral eingenommenen Dosen von bis zu 10 g (ca. 150

mg/kg Körpergewicht) wurden Erbrechen, Somnolenz, Kopfschmerzen, gesteigerte Herzfrequenz und, bei

einigen Patienten, eine mittelschwere reversible Niereninsuffizienz beobachtet. Es wurde jedoch über schwere

Vergiftungssymptome nach versehentlicher parenteraler Überdosierung bei Frühgeborenen berichtet.

Im Falle einer Überdosierung sind eine Behandlung der aufgetretenen Symptome und allgemein unterstützende

Maßnahmen angezeigt. Innerhalb der ersten Stunden nach Einnahme sollte beim Patienten Erbrechen ausgelöst

werden. Auch eine Magenspülung kann von Nutzen sein. Es ist zu erwarten, dass etwaige Anzeichen von

Nierenschädigungen (Nephrotoxizität) nach Absetzen des Arzneimittels abklingen. Ciclosporin ist nicht in

nennenswertem Ausmaß dialysierbar oder durch Aktivkohle-Haemoperfusion zu eliminieren.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie zu wenig Sandimmun 25 mg eingenommen oder eine Einnahme

vergessen haben?

Die vergessene Dosis wird nicht nachgeholt und die folgende Dosis nicht erhöht. Nehmen Sie die nächste Dosis

zur üblichen Zeit ein.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden?

Bei Absetzen des Arzneimittels besteht ein sehr großes Risiko der Transplantatabstoßung. Bei den anderen

Anwendungsgebieten (außerhalb der Transplantation) muss mit einer Verschlimmerung bzw. einem

Wiedereinsetzen der Beschwerden gerechnet werden. Wenn Sie Sandimmun 25 mg absetzen möchten, halten Sie

unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Sandimmun 25 mg auftreten?

Die Nebenwirkungen der Sandimmun 25 mg-Therapie sind im Allgemeinen dosisabhängig und sprechen auf

eine Dosissenkung an. In den verschiedenen Indikationen ist das Gesamtbild der Nebenwirkungen im

Wesentlichen dasselbe; es gibt jedoch Unterschiede in der Häufigkeit und dem Schweregrad. Da bei

Transplantations-Patienten

höhere

Anfangsdosen

eine

Dauertherapie

erforderlich

sind,

treten

Nebenwirkungen dort üblicherweise häufiger und stärker ausgeprägt auf als bei Patienten, die wegen anderer

Indikationen behandelt werden.

Eine wichtige Sicherheitsmaßnahme zur Therapieüberwachung bei Transplantations-Patienten sowie bei

Patienten mit Uveitis und nephrotischem Syndrom stellt die Bestimmung der Ciclosporin-Konzentration im

Vollblut

dar,

gemessen

spezifischem

monoklonalen

Antikörper

(siehe

„Dosierungsanleitung

Organtransplantationen“).

Niere

Als häufigste und möglicherweise schwerwiegendste Komplikation kann es in den ersten Wochen einer Sand-

immun 25 mg-Therapie zu erhöhten Serumspiegeln von Kreatinin und Harnstoff kommen. Diese Befunde

beruhen auf funktionellen Veränderungen der Niere, sind dosisabhängig und reversibel und sprechen

üblicherweise auf eine Dosisreduktion an. Eine sorgfältige Überwachung der Nierenfunktion ist wegen der

Gefahr einer Niereninsuffizienz erforderlich.

Unter Langzeittherapie kann sich bei einigen Patienten eine Nierenschädigung mit Strukturveränderungen (z.B.

eine interstitielle Fibrose) entwickeln, welche bei Patienten mit einer Nierentransplantation von Veränderungen

infolge chronischer Abstoßung zu unterscheiden ist.

Bei einigen Patienten mit nephrotischem Syndrom kann es schwierig sein, eine durch Ciclosporin ausgelöste

Nierenfunktionsstörung zu entdecken, wenn sie nämlich durch eine gleichzeitig eintretende Besserung des

vorliegenden Krankheitsbildes maskiert wird. Dies erklärt, weshalb in seltenen Fällen Ciclosporin-assoziierte

Strukturveränderungen in den Nieren ohne Anstieg der Serum-Kreatinin-Spiegel beobachtet wurden. Es

empfiehlt sich daher, eine Nierenbiopsie (Entnahme einer Gewebsprobe aus der Niere) durchzuführen, wenn zur

Behandlung des nephrotischen Syndroms die Therapie mit Sandimmun 25 mg über einen längeren Zeitraum

fortgesetzt werden soll (z.B. länger als 1 Jahr).

Herz-Kreislauf-System

Häufig:

Bluthochdruck.

Der Blutdruck sollte deswegen unter der Therapie mit Sandimmun 25 mg regelmäßig

gemessen werden. Zur Senkung des Bluthochdrucks sind angemessene Maßnahmen

einzuleiten.

Selten:

Ischämische Herzkrankheit

Nervensystem und Sinnesorgane

Häufig:

Zittern

(Tremor),

Müdigkeit,

Kopfschmerzen,

Empfindungsstörungen

(Parästhesien),

insbesondere ein Brennen in Händen und Füßen (im Allgemeinen in der ersten

Behandlungswoche).

Gelegentlich:

Krampfanfälle (Konvulsionen).

Selten:

Störung der die quergestreifte Muskulatur steuernden Nerven (motorische Polyneuropathie),

Enzephalopathie, die sich in unterschiedlicher Ausprägung äußern kann: Verwirrtheitszustände,

Bewusstseinsstörungen,

manchmal

Koma,

Seh-

Hörstörungen,

Bewegungsstörungen,

Rindenblindheit,

Taubheit,

Lähmungen

(Paresen:

Hemiplegie,

Tetraplegie), Koordinationsstörungen (Ataxie), Agitiertheit, Schlafstörungen.

In Einzelfällen:

Papillenödem

Leber und Gastrointestinaltrakt

Häufig:

Zahnfleischentzündung

–wucherung

(Gingivitis

hypertrophicans),

Magen-Darm-

Beschwerden, z.B. Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Entzündung der Magen-

und Darmschleimhaut (Gastritis, Gastroenteritis).

Gelegentlich:

Magengeschwüre

Selten:

Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).

In Einzelfällen:

Entzündung des Dickdarms (Kolitis).

Sandimmun 25 mg kann zum Anstieg von Bilirubin und Leberenzymen im Serum führen; diese Veränderungen

scheinen dosisabhängig und reversibel zu sein. Gegebenenfalls ist die Dosierung zu reduzieren. Eine sorgfältige

Überwachung der Leberfunktion ist wegen der Gefahr einer Leberinsuffizienz erforderlich.

Stoffwechsel / Veränderungen von Laborwerten (s.a. unter „Niere“ und „Leber“)

Häufig:

Leichte,

umkehrbare

Erhöhung

Blutfettwerte,

speziell

Kombination

Kortikosteroiden.

Es empfiehlt sich deshalb, vor Beginn der Behandlung und nach dem 1. Behandlungsmonat die

Blutfettwerte zu bestimmen. Bei Auftreten von erhöhten Blutfettwerten sollte eine

Verminderung der Sandimmun 25 mg-Dosis und/oder eine Einschränkung der Fettzufuhr mit

der Nahrung in Erwägung gezogen werden.

Gelegentlich:

Gewichtszunahme,

erhöhte

Blutzucker-Spiegel

(Hyperglykämie),

erhöhte

Harnsäure-

Blutspiegel (Hyperurikämie), Gicht, erhöhter Kalium-Blutspiegel (Hyperkaliämie) oder

Verschlechterung eines bereits bestehenden erhöhten Kalium-Blutspiegels, erniedrigter

Magnesium-Blutspiegel (Hypomagnesiämie).

Die Bestimmung des Kalium-Blutspiegels wird insbesondere bei Patienten mit ausgeprägten

Nierenfunktionsstörungen empfohlen. Erniedrigte Magnesium-Blutspiegel können gleichfalls

Ausdruck (tubulärer) Nierenfunktionsstörungen sein. Die Bestimmung des Magnesium-

Blutspiegels wird insbesondere in der operationsnahen Zeit und beim Vorliegen neurologischer

Auffälligkeiten empfohlen. Ggf. solle eine zusätzliche Gabe von Magnesium erwogen werden.

Haut

Häufig:

Verstärkte Körperbehaarung (Hypertrichose).

Gelegentlich:

Akne, Hautausschlag oder allergische Hauterscheinungen.

Selten:

Hautrötung, Juckreiz.

Muskulatur

Selten:

Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Muskelschwäche (Myopathie).

Blutbildendes System

Gelegentlich:

Blutarmut (Anämie).

Selten:

Verminderung der Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie).

In Einzelfällen:

Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie) in Kombination mit einer Schädigung von kleinen

Blutgefäßen

Blutkörperchen

(mikroangiopathischer

hämolytischer

Anämie)

Nierenversagen (hämolytisch-urämisches Syndrom).

Immunsystem

Wie bei anderen immunsuppressiven Therapien besteht auch unter Sandimmun 25 mg ein erhöhtes Risiko,

lymphoproliferative Störungen und maligne Tumoren, insbesondere der Haut, zu entwickeln. Die Häufigkeit

scheint eher von Ausmaß und Dauer der Immunsuppression abzuhängen als von der Anwendung bestimmter

immunsuppressiver Substanzen. Daher sollten Patienten, die über längere Zeit mit Sandimmun 25 mg behandelt

werden, sorgfältig überwacht werden. Insbesondere ist die langfristige Behandlung mit einer Kombination aus

verschiedenen hochdosierten Immunsuppressiva mit Vorsicht durchzuführen, da es hier zu schwerwiegenden

lymphoproliferativen Störungen und soliden Tumoren kommen kann mit unter Umständen tödlichem Ausgang.

Bei einigen mit Ciclosporin behandelten Psoriasis-Patienten traten benigne lymphoproliferative Störungen sowie

B- und T-Zell-Lymphome (bösartige Tumoren des Lymphsystems) auf, die bei sofortigem Absetzen des Mittels

verschwanden.

Wie bei anderen immunsuppressiven Therapien kann bei der Behandlung mit Sandimmun 25 mg das Risiko für

verschiedene bakterielle, parasitäre, virale sowie Pilzinfektionen, oft mit opportunistischen Erregern, erhöht sein.

Da solche Infektionen unter Umständen einen tödlichen Ausgang haben können, sollten ausreichende

Vorsichtsmaßnahmen und therapeutische Vorkehrungen getroffen werden. Insbesondere gilt dies für Patienten,

die über längere Zeit mit einer Kombination aus verschiedenen hochdosierten Immunsuppressiva behandelt

werden.

Sonstiges

Gelegentlich:

Schwellungen (Ödeme), reversible Menstruationsstörungen (Dysmenorrhoe oder Amenorrhoe).

Selten:

Überwärmung

(Hyperthermie),

Vergrößerung

männlichen

Brust

(Gynäkomastie),

Hitzewallungen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie

diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels

Das Verfalldatum dieser Packung ist auf dem Blister und auf der Faltschachtel aufgedruckt. Verwenden Sie diese

Packung nicht mehr nach diesem Datum!

Sandimmun 25 mg, Kapseln, sollen nicht über 30°C aufbewahrt werden.

Stand der Information

Juni 2001

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Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren!

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Diese Packung wurde von der Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH,

83451 Piding, importiert. Der Beipackzettel wurde ebenfalls von der

Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH gedruckt und hinzugefügt.

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Fachinformation

Sandimmun

1. Bezeichnung der Arzneimittel

Sandimmun Lösung

Sandimmun 25 mg, Kapseln

Sandimmun 100 mg, Kapseln

Wirkstoff: Ciclosporin

2. Verschreibungsstatus / Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig.

Diese Arzneimittel enthalten einen Stoff, dessen Wirkung in der medizinischen Wissenschaft noch nicht

allgemein bekannt ist. Der pharmazeutische Unternehmer hat dafür der zuständigen Bundesoberbehörde einen

Erfahrungsbericht nach § 49 Abs. 6 AMG vorzulegen.

3. Zusammensetzung der Arzneimittel

3.1 Stoff- oder Indikationsgruppe

Immunsuppressivum

3.2 Arzneilich wirksamer Bestandteil

Sandimmun Lösung

1 ml enthält: 100 mg Ciclosporin

Sandimmun 25 mg, Kapseln

1 Kapsel enthält: 25 mg Ciclosporin

Sandimmun 100 mg, Kapseln

1 Kapsel enthält: 100 mg Ciclosporin

Das Molekulargewicht beträgt: 1202,63.

3.3 Sonstige Bestandteile

Sandimmun Lösung

Sandimmun 25 mg, Kapseln

Sandimmun 100 mg, Kapseln

Ethanol

- andere Bestandteile

Sandimmun Lösung

Maiskeimöl, Poly(oxyethylen)-7-glycerol-tri(oleat, linolat)

Sandimmun 25 mg, - 100 mg, Kapseln

Glycerol 85 %, Maiskeimöl, Poly(oxyethylen)-7-glycerol-tri(oleat, linolat), Mannitol-Sorbitol-Sorbitan-höhere

Polyole-Gemisch, (0-6 %/25-40 %/ 20-30 %/ 12,5-19 %), Gelatine, Farbstoffe E 171, E 172.

4. Anwendungsgebiete

1. Prophylaxe der Transplantat-Abstoßung nach allogenen Transplantationen von Niere, Leber, Herz, Herz-

Lunge, Lunge und Pankreas sowie Behandlung der Transplantat-Abstoßung bei Patienten, die zuvor andere

Immunsuppressiva erhalten haben.

2. Prophylaxe der Transplantat-Abstoßung nach Knochenmark-Transplantationen; Prophylaxe und Therapie

der Graft-versus-Host-Krankheit.

Oktober 2002

Fachinformation

Sandimmun

3. Schwere endogene Uveitis

- manifeste, nichtinfektiöse Uveitis intermedia oder posterior mit Erblindungsgefahr, soweit die übliche

Therapie nicht anspricht oder unvertretbare Nebenwirkungen auftreten.

- Behcet-Uveitis mit rezidivierend-entzündlicher Mitbeteiligung der Retina.

4. Schwerste therapieresistente Formen der Psoriasis, insbesondere vom Plaque-Typ, die mit einer

konventionellen systemischen Therapie nicht ausreichend behandelbar sind.

5. Steroidabhängiges und steroidresistentes nephrotisches Syndrom infolge glomerulärer Krankheiten wie

glomerulärer

Minimalveränderungen,

fokaler

segmentaler

Glomerulosklerose

oder

membranöser

Glomerulonephritis bei Erwachsenen und Kindern, bei denen Glukokortikoide oder Alkylantien entweder nicht

ausreichend wirksam oder aufgrund ihrer Risiken nicht vertretbar sind.

Sandimmun kann zur Erzielung von Remissionen und zur Aufrechterhaltung dieses Zustandes verabreicht

werden. Es kann auch zur Aufrechterhaltung von steroidinduzierten Remissionen verwendet werden und

dadurch das Absetzen der Kortikosteroide ermöglichen.

5. Gegenanzeigen

Gegenanzeigen bei allen Darreichungsformen und allen Anwendungsgebieten

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Ciclosporin und/oder gegen einen der Hilfsstoffe darf Sandimmun

nicht angewendet werden. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Hyperurikämie; siehe speziellen Hinweis im

Abschnitt “Schwerste Formen der Psoriasis”.

Ciclosporin wirkt am Versuchstier nicht teratogen. Obwohl die Erfahrungen über die Sicherheit der Anwendung

bei schwangeren Frauen begrenzt sind, gibt es keine Hinweise auf Teratogenität bei der Anwendung am

Menschen. Erste Erfahrungen bei Transplantations-Patientinnen weisen jedoch darauf hin, dass Ciclosporin

wie andere Immunsuppressiva die Wahrscheinlichkeit für schwangerschaftsspezifische Komplikationen wie

Prä-eklampsie und eine verfrühte Geburt bei verringertem Geburtsgewicht erhöht. Sandimmun sollte während

der Schwangerschaft nur eingesetzt werden, wenn der positive Nutzen die möglichen Risiken überwiegt.

Schwangere Frauen, die mit Sandimmun behandelt werden, sollten sorgfältig beobachtet werden.

Ciclosporin und Alkohol als weiterer Bestandteil (siehe Abschnitt 3. “Zusammensetzung”) gehen in die

Muttermilch über. Daher sollten während einer Behandlung mit Sandimmun Mütter ihre Kinder nicht stillen.

Auch über die Anwendung bei älteren Menschen liegen nur beschränkte Erfahrungen vor. Es sind aber keine

besonderen Probleme nach Anwendung von Sandimmun in der empfohlenen Dosierung bekannt geworden.

Gegenanzeigen bei anderen Anwendungsgebieten als Transplantationen

- Nierenfunktionsstörungen (Ausnahmen s. Abschnitt “Nephrotisches Syndrom”)

- Unkontrollierter Bluthochdruck. Wenn sich ein Bluthochdruck, der während der Behandlung mit Sandimmun

entstanden ist, nicht angemessen behandeln lässt, empfiehlt sich eine Dosisreduktion oder die Beendigung

der Therapie.

- Unkontrollierte Infektionskrankheiten (s. auch Hinweise im Abschnitt 6. “Nebenwirkungen”).

- Anamnestisch bekannte oder diagnostizierte maligne Tumoren jeglicher Art (s. auch Hinweise im Abschnitt

“Schwerste Formen der Psoriasis” sowie im Abschnitt 6. “Nebenwirkungen”).

Wie bei anderen immunsuppressiven Therapien besteht auch unter Sandimmun ein erhöhtes Risiko,

lymphoproliferative Störungen und maligne Tumoren, insbesondere der Haut, zu entwickeln. Zur

Früherkennung sollten Patienten, die über lange Zeit mit Sandimmun behandelt werden, sorgfältig überwacht

werden. Sofern irgendwelche präkanzerösen oder kanzerösen Veränderungen entdeckt werden, ist die

Behandlung abzubrechen.

Weitere indikationsbezogene Gegenanzeigen

Da keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorliegen, ist Sandimmun in der Indikation Psoriasis (s.u.)

nicht bei Kindern anzuwenden.

Schwerste Formen der Psoriasis

Oktober 2002

Fachinformation

Sandimmun

Sandimmun ist nicht anzuwenden bei Psoriasis-Patienten mit schwerwiegenden Lebererkrankungen, erhöhten

Harnsäure- oder Kalium-Blutspiegeln sowie bei Psoriasis-Formen, die möglicherweise durch Arzneimittel

hervorgerufen oder verschlimmert werden.

Eine gleichzeitige Anwendung von Sandimmun mit PUVA, selektiver ultravioletter Phototherapie, Retinoiden

oder immunsupprimierender Therapie darf nicht erfolgen.

Sandimmun sollte nicht vor Ablauf von 4 Wochen nach Beendigung einer Etretinat-Therapie Anwendung

finden. Bei Patienten, die eine langjährige PUVA-Therapie erhielten (erhöhtes Hautkrebsrisiko), darf

Sandimmun nur nach eingehender Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Übermäßige Sonnenbestrahlung sollte vermieden werden.

Bei Psoriasis-Patienten unter 18 Jahren, bei Alkoholkranken, bei erythrodermischer oder pustulöser Psoriasis

und bei Patienten mit vorangegangener langjähriger Methotrexat-Therapie ist Sandimmun nicht anzuwenden,

da hierbei keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorliegen.

Hinweis:

Bei Hautveränderungen, die nicht absolut typisch für eine Psoriasis sind, bei denen jedoch der Verdacht auf

Hautkrebs, Mycosis fungoides oder auf eine kutane Präkanzerose (z.B. Morbus Bowen) besteht, ist eine Ge-

websprobe zu untersuchen (Biopsie), bevor mit Sandimmun behandelt wird. Patienten mit bösartigen

Hautveränderungen oder entsprechenden Vorstadien dürfen erst nach angemessener Behandlung dieser

Krankheitszeichen und sofern keine andere Möglichkeit einer erfolgversprechenden Therapie besteht, mit

Sandimmun behandelt werden.

Nephrotisches Syndrom

Patienten

bereits

primär

eingeschränkter

Nierenfunktion

durch

Sandimmun

eine

weitere

Verschlechterung der Nierenfunktion erfahren können, müssen diese Patienten sehr sorgfältig überwacht

werden.

Die Grenze für Kreatinin-Ausgangswerte, bis zu denen eine vorsichtige Behandlung mit Dosen von maximal

2,5 mg pro kg Körpergewicht pro Tag durchgeführt werden kann, kann mit 200 µmol/l bei Erwachsenen und

140 µmol/l bei Kindern angesetzt werden.

Patienten mit nephrotischem Syndrom sollten Sandimmun nicht erhalten, wenn ein unkontrollierter Blut-

hochdruck vorliegt. Ein erhöhtes Risiko in Bezug auf eine Verschlechterung der Nierenfunktion besteht bei der

Behandlung von älteren Patienten.

6. Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen der Sandimmun-Therapie sind im Allgemeinen dosisabhängig und sprechen auf eine

Dosisreduktion an. In den verschiedenen Indikationen ist das Gesamtbild der Nebenwirkungen im

Wesentlichen dasselbe; es gibt jedoch Unterschiede in der Häufigkeit und dem Schweregrad. Da bei

Transplantations-Patienten

höhere

Initialdosen

eine

Dauertherapie

erforderlich

sind,

treten

Nebenwirkungen dort üblicherweise häufiger und stärker ausgeprägt auf als bei Patienten, die wegen anderer

Indikationen behandelt werden.

Eine wichtige Sicherheitsmaßnahme zur Therapieüberwachung bei Transplantations-Patienten sowie bei

Patienten mit Uveitis und nephrotischem Syndrom stellt die Bestimmung der Ciclosporin-Konzentration im

Vollblut dar, gemessen mit spezifischem monoklonalen Antikörper (siehe Abschnitt 10. “Dosierungsanleitung

Organtransplantationen”).

Niere

Als häufigste und möglicherweise schwerwiegendste Komplikation kann es in den ersten Wochen einer Sand-

immun-Therapie zu erhöhten Serumspiegeln von Kreatinin und Harnstoff kommen. Diese Befunde beruhen auf

funktionellen Veränderungen der Niere, sind dosisabhängig und reversibel und sprechen üblicherweise auf eine

Dosisreduktion an. Eine sorgfältige Überwachung der Nierenfunktion ist wegen der Gefahr einer

Niereninsuffizienz erforderlich.

Unter Langzeittherapie kann sich bei einigen Patienten eine Nierenschädigung mit Strukturveränderungen (z.B.

eine interstitielle Fibrose) entwickeln, welche bei Patienten mit einer Nierentransplantation von Veränderungen

infolge chronischer Abstoßung zu unterscheiden ist.

Oktober 2002

Fachinformation

Sandimmun

Bei einigen Patienten mit nephrotischem Syndrom kann es schwierig sein, eine durch Ciclosporin ausgelöste

Nierenfunktionsstörung zu entdecken, wenn sie nämlich durch eine gleichzeitig eintretende Besserung des

vorliegenden Krankheitsbildes maskiert wird. Dies erklärt, weshalb in seltenen Fällen Ciclosporin-assoziierte

Strukturveränderungen in den Nieren ohne Anstieg der Serum-Kreatinin-Spiegel beobachtet wurden. Es

empfiehlt sich daher, eine Nierenbiopsie durchzuführen, wenn zur Behandlung des nephrotischen Syndroms

die Therapie mit Sandimmun über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden soll (z.B. länger als 1 Jahr).

Herz-Kreislauf-System

Häufig: Arterielle Hypertonie.

Der Blutdruck sollte deswegen unter der Therapie mit Sandimmun regelmäßig gemessen werden. Zur Senkung

des Bluthochdrucks sind angemessene Maßnahmen einzuleiten.

Selten: Ischämische Herzkrankheit

Nervensystem und Sinnesorgane

Häufig: Tremor, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Parästhesien, insbesondere ein Brennen in Händen und Füßen (im

Allgemeinen in der ersten Behandlungswoche).

Gelegentlich: Konvulsionen

Selten: Motorische Polyneuropathie, Enzephalopathie, die sich in unterschiedlicher Ausprägung äußern kann:

Verwirrtheitszustände,

Bewusstseinsstörungen, manchmal

bis zum Koma, Seh- und Hörstörungen,

Bewegungsstörungen, corticale Blindheit, Taubheit, Paresen (Hemiplegie, Tetraplegie), Ataxie, Agitation,

Schlafstörungen.

In Einzelfällen: Papillenödem

Leber und Gastrointestinaltrakt

Häufig: Gingivitis hypertrophicans, gastrointestinale Beschwerden, z.B. Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen,

Durchfall, Gastritis oder Gastroenteritis.

Gelegentlich: Magenulcera

Selten: Pankreatitis

In Einzelfällen: Kolitis

Sandimmun kann zum Anstieg von Bilirubin und Leberenzymen im Serum führen; diese Veränderungen

scheinen dosisabhängig und reversibel zu sein. Gegebenenfalls ist die Dosierung zu reduzieren. Eine

sorgfältige Überwachung der Leberfunktion ist wegen der Gefahr einer Leberinsuffizienz erforderlich.

Stoffwechsel/Veränderungen von Laborwerten (s. a. unter “Niere” und “Leber”)

Häufig: Leichte, umkehrbare Erhöhung der Blutfettwerte, speziell in Kombination mit Kortikosteroiden.

Es empfiehlt sich deshalb, vor Beginn der Behandlung und nach dem 1. Behandlungsmonat die Blutfettwerte

zu bestimmen. Bei Auftreten von erhöhten Blutfettwerten sollte eine Verminderung der Sandimmun-Dosis

und/oder eine Einschränkung der Fettzufuhr mit der Nahrung in Erwägung gezogen werden.

Gelegentlich: Gewichtszunahme, Hyperglykämie, Hyperurikämie, Gicht, Hyperkaliämie oder Verschlechterung

einer bereits bestehenden Hyperkaliämie, Hypomagnesiämie.

Bestimmung

Kalium-Blutspiegels

wird

insbesondere

Patienten

ausgeprägten

Nierenfunktionsstörungen empfohlen.

Hypomagnesiämien können gleichfalls Ausdruck (tubulärer) Nierenfunktionsstörungen sein. Die Bestimmung

des Magnesium-Blutspiegels wird insbesondere in der perioperativen Phase und beim Vorliegen

neurologischer Symptome empfohlen. Ggf. sollte eine Magnesium-Substitution erwogen werden.

Haut

Häufig: Hypertrichose

Gelegentlich: Akne, Hautausschlag oder allergische Hauterscheinungen.

Selten: Hautrötung, Juckreiz.

Oktober 2002

Fachinformation

Sandimmun

Muskulatur

Selten: Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Muskelschwäche (Myopathie).

Blut bildendes System

Gelegentlich: Anämie

Selten: Leukopenie

In Einzelfällen: Thrombozytopenie in Kombination mit mikroangiopathischer hämolytischer Anämie mit

Nierenversagen (hämolytisch-urämisches Syndrom).

Immunsystem

Wie bei anderen immunsuppressiven Therapien besteht auch unter Sandimmun ein erhöhtes Risiko,

lymphoproliferative Störungen und maligne Tumoren, insbesondere der Haut, zu entwickeln. Die Häufigkeit

scheint eher von Ausmaß und Dauer der Immunsuppression abzuhängen als von der Anwendung bestimmter

immunsuppressiver Substanzen. Daher sollten Patienten, die über längere Zeit mit Sandimmun behandelt

werden, sorgfältig überwacht werden. Insbesondere ist die langfristige Behandlung mit einer Kombination aus

verschiedenen hochdosierten Immunsuppressiva mit Vorsicht durchzuführen, da es hier zu schwerwiegenden

lymphoproliferativen Störungen und soliden Tumoren kommen kann mit unter Umständen tödlichem Ausgang.

Bei einigen mit Ciclosporin behandelten Psoriasis-Patienten traten benigne lymphoproliferative Störungen

sowie B- und T-Zell-Lymphome auf, die bei sofortigem Absetzen des Mittels verschwanden.

Wie bei anderen immunsuppressiven Therapien kann bei der Behandlung mit Sandimmun das Risiko für

verschiedene bakterielle, parasitäre, virale sowie Pilzinfektionen, oft mit opportunistischen Erregern, erhöht

sein. Da solche Infektionen unter Umständen einen tödlichen Ausgang haben können, sollten ausreichende

Vorsichtsmaßnahmen und therapeutische Vorkehrungen getroffen werden. Insbesondere gilt dies für Patienten,

die über längere Zeit mit einer Kombination aus verschiedenen hochdosierten Immunsuppressiva behandelt

werden.

Sonstiges

Gelegentlich: Ödeme, reversible Dysmenorrhoe, Amenorrhoe.

Selten: Hyperthermie, Gynäkomastie, Hitzewallungen.

7. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Ciclosporin wird in der Regel mit anderen Immunsuppressiva kombiniert. Es sollte jedoch nicht zusammen mit

anderen Calcineurin-Inhibitoren wie Tacrolimus gegeben werden. Es muss bei einer Kombination mit anderen

Immunsuppressiva berücksichtigt werden, dass übermäßige Immunsuppression die Infektionsanfälligkeit

erhöhen und möglicherweise die Bildung von malignen Lymphomen (vorwiegend Non-Hodgkin-Lymphome und

Retikulumzellsarkom) verursachen kann. Bei Psoriasis-Patienten, die nach einer konventionellen Therapie mit

Sandimmun behandelt wurden, ist über die Entstehung bösartiger Tumoren, insbesondere der Haut, berichtet

worden.

Bei Kombination mit den Kortikosteroiden Methylprednisolon, Prednison und Prednisolon wurde außer einer

gegenseitigen Beeinflussung des Metabolismus (s. nachfolgende Absätze) eine erhöhte Neigung zu zerebralen

Krampfanfällen festgestellt. Dies gilt insbesondere für hohe Kortikosteroid-Dosen.

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Sandimmun und anderen Verbindungen mit bekannter nephrotoxischer

Wirkung (z.B. Aminoglykoside wie beispielsweise Gentamycin und Tobramycin, Amphotericin B, Ciprofloxacin,

Melphalan, Trimethoprim und Sulfamethoxazol, Vancomycin, nichtsteroidalen Antiphlogistika wie Diclofenac,

Naproxen und Sulindac) ist Vorsicht geboten. Die Nierenfunktion (insbesondere der Serum-Kreatinin-Spiegel)

sollte häufig überwacht werden. Wenn eine signifikante Einschränkung der Nierenfunktion beobachtet wird,

sollte die Dosis des Begleitmedikamentes verringert oder eine alternative Behandlung erwogen werden.

In Einzelfällen wurde bei organtransplantierten Patienten bei gleichzeitiger Anwendung von fibrathaltigen

Arzneimitteln (z.B. Bezafibrat, Fenofibrat) über eine erhebliche, wenn auch reversible Einschränkung der

Nierenfunktion (mit entsprechendem Anstieg des Serum-Kreatinins) berichtet. Daher ist bei diesen Patienten

die Nierenfunktion sorgfältig zu überwachen. Bei einer signifikanten Einschränkung der Nierenfunktion ist das

Begleitmedikament ggf. abzusetzen.

Oktober 2002

Fachinformation

Sandimmun

Gleichzeitige Anwendung von Diclofenac und Sandimmun führt zu einer signifikanten Erhöhung der

Bioverfügbarkeit von Diclofenac, mit der möglichen Folge einer reversiblen Niereninsuffizienz. Dieser Anstieg

der Bioverfügbarkeit von Diclofenac beruht höchstwahrscheinlich auf einer Reduzierung seines hohen First-

pass-Effektes. Die Diclofenac-Dosis sollte entsprechend reduziert werden.

Orlistat hemmt die Fettresorption aus der Nahrung und kann daher die Bioverfügbarkeit von Ciclosporin

verändern. Nach gegenwärtiger Erfahrung sind nur oral einzunehmende, Ciclosporin-haltige Produkte

betroffen. Bei einer signifikanten Änderung der Ciclosporin-Talspiegel oder –Bioverfügbarkeit ist Orlistat

gegebenenfalls abzusetzen.

Verschiedene Substanzen erhöhen oder senken die Vollblutkonzentrationen von Ciclosporin entweder durch

kompetitive Hemmung oder durch Induktion der Leberenzyme, die am Abbau und an der Ausscheidung von

Ciclosporin beteiligt sind, insbesondere Cytochrom P-450.

Zu den Stoffen, die die Vollblutkonzentration von Ciclosporin erhöhen, gehören Ketoconazol und – weniger

ausgeprägt – auch Fluconazol

und Itraconazol, einige Makrolid-Antibiotika wie z.B. Erythromycin,

Clarithromycin, Josamycin, Posinomycin und Pristinamycin, Doxycyclin, orale Kontrazeptiva, Propafenon,

Methylprednisolon (hohe Dosen), Metoclopramid, Danazol, Allopurinol, Amiodaron, Cholsäure und –derivate

sowie Calciumantagonisten (z.B. Diltiazem, Nicardipin, Verapamil, Mibefradil). Da Nifedipin Gingivahyperplasie

verursachen

kann,

sollte

seine

Anwendung

Patienten

unterbleiben,

unter

Sandimmun

Zahnfleischwucherungen entwickeln.

Zu den Stoffen, die die Vollblutkonzentration von Ciclosporin senken, gehören Barbiturate, Carbamazepin,

Phenytoin, Metamizol, Rifampicin, Nafcillin, Octreotid, Probucol, Ticlopidin, Troglitazon und intravenös (nicht

jedoch oral) verabreichtes Sulfadimidin und Trimethoprim sowie Johanniskraut-haltige Präparate.

Wenn auf eine kombinierte Therapie mit Stoffen, die die Bioverfügbarkeit von Sandimmun erhöhen oder

erniedrigen, nicht verzichtet werden kann, ist eine sorgfältige Überwachung des Ciclosporin-Blutspiegels und

entsprechende Anpassung der Sandimmun-Dosierung angezeigt, besonders zu Beginn und Ende der

Begleitmedikation.

Sandimmun kann die Clearance von Digoxin, Colchicin, CSE-Hemmern, z.B. Lovastatin, und Prednisolon

vermindern. Dadurch können die Toxizität von Digoxin erhöht und die Nebenwirkungen von Colchicin und CSE-

Hemmern auf die Muskeln (z.B. Muskelschmerzen, Muskelschwäche, Myositis und Rhabdomyolyse) verstärkt

werden. Die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel mit Sandimmun sollte sorgfältig abgewogen werden.

Während der Behandlung mit Sandimmun sollten kaliumreiche Ernährung sowie die Gabe kaliumhaltiger

Arzneimittel, von ACE-Hemmern, von Angiotensin II-Rezeptor-Antagonisten oder kaliumsparender Diuretika

vermieden werden.

Wegen des disulfiramähnlichen Effektes (z.B. Antabus), der nach Verabreichung von N-Methyl-thiotetrazol-

Cephalosporinen beobachtet wurde, ist bei gleichzeitiger Gabe von Sandimmun (alkoholhaltiges Arzneimittel)

Vorsicht geboten.

Durch Sandimmun kann die Wirksamkeit von Impfungen beeinträchtigt werden; Lebendimpfstoffe sollten nicht

gegeben werden.

Fettreiche Mahlzeiten können die Bioverfügbarkeit von Ciclosporin erhöhen.

Auch Grapefruitsaft kann durch Wechselwirkung mit dem Cytochrom P-450-System die Blutspiegel von Ciclo-

sporin erhöhen. Das Ausmaß der Blutspiegelveränderungen ist jedoch interindividuell sehr variabel und nicht

vorhersehbar. Daher ist Grapefruitsaft in Zusammenhang mit der Einnahme von Sandimmun zu vermeiden.

8. Warnhinweise

Sandimmun Lösung enthält 12,65 Vol.-% Alkohol. Bei Beachtung der Dosierungsanleitung werden bei jeder

Einnahme (11,25 ml) bis zu 1,125 g Alkohol zugeführt.

Sandimmun 25 mg und Sandimmun 100 mg enthalten jeweils 12,8 Vol.-% Alkohol. Bei Beachtung der

Dosierungsanleitung werden bei jeder Einnahme bis zu 1,0 g Alkohol (40 Kapseln á 25 mg oder 10 Kapseln á

100 mg) zugeführt.

Ein gesundheitliches Risiko besteht u. a. bei Leberkranken, Alkoholkranken, Epileptikern, Hirngeschädigten,

Schwangeren und Kindern. Die Wirkung anderer Arzneimittel kann beeinträchtigt oder verstärkt werden.

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Sandimmun

9. Wichtigste Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten sind bisher nicht bekannt.

10. Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

Die Einstellung von Patienten auf Sandimmun sollte nur von Ärzten, die mit der immunsuppressiven Therapie

bzw. der Behandlung von Transplantations-Patienten vertraut sind, vorgenommen werden. Zur Durchführung

einer Therapie mit Sandimmun muss die erforderliche Überwachung der Patienten einschließlich der

vollständigen körperlichen Untersuchung, der Blutdruckmessung und der Laborwerte (siehe Abschnitt 6.

“Nebenwirkungen”) gewährleistet sein. Der für die Nachsorge des Patienten verantwortliche Arzt sollte

umfassend informiert sein.

Sandimmun 25 mg, Kapseln, dienen vorwiegend zur Feineinstellung der Dosis, die aufgrund des

Körpergewichtes des Patienten erforderlich ist. Sobald eine höhere Tagesdosis benötigt wird, empfiehlt sich der

Übergang auf Sandimmun 100 mg, Kapseln. Zusätzlich steht zur oralen Therapie Sandimmun Lösung zur

Verfügung.

Es gelten folgende Dosierungsrichtlinien:

a) Organtransplantationen

Die Initialdosis von 10-14 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht wird als Einzeldosis 4-12 Stunden vor der

Transplantation gegeben. Die Initialdosis sollte für 1-2 Wochen postoperativ beibehalten werden. Danach wird

unter Blutspiegelkontrolle (vgl. Abschnitt 6. “Nebenwirkungen”) die Dosierung schrittweise vermindert, bis eine

Erhaltungsdosis von 2-6 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich erreicht ist.

Der Minimalblutspiegel vor der nächsten Anwendung (“trough blood level”) liegt zwischen 100 und 400 ng

Ciclosporin/ml (gemessen mit spezifischem monoklonalen Antikörper).

Bei Nierentransplantations-Patienten hat sich gezeigt, dass Dosen am unteren Ende des genannten Bereichs,

d. h. unter 3-4 mg/kg Körpergewicht pro Tag, und entsprechend niedrige Blutspiegel unter 100 ng/ml, zu einem

erhöhten Risiko von Abstoßungsreaktionen führen.

Einige Patienten kommen schon einen Monat nach der Transplantation mit weniger als 5 mg Ciclosporin pro kg

Körpergewicht am Tage aus, wenn gleichzeitig Kortikosteroide gegeben werden.

Die Tagesdosis wird entweder auf einmal gegeben oder vorzugsweise auf 2 Einzelgaben verteilt.

b) Knochenmark-Transplantationen

Zur Einleitung der Behandlung wird die erste Dosis von 12,5-15 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht am Tage

vor der Transplantation verabreicht. Die gleiche Tagesdosis wird postoperativ etwa 5 Tage lang gegeben.

Danach wird die Behandlung mit 12,5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich mindestens 3-6 Monate,

vorzugsweise 6 Monate lang, fortgesetzt, bevor die Dosis schrittweise reduziert und schließlich Sandimmun

abgesetzt werden kann. Dieser Vorgang kann bis zu einem Jahr dauern.

Eine nach dem Absetzen von Sandimmun etwa auftretende Graft-versus-Host-Krankheit (GVHK) kann erneut

mit Sandimmun behandelt werden, eine milde chronische GVHK mit niedrigen Dosen.

Die Tagesdosis wird entweder auf einmal gegeben oder vorzugsweise auf 2 Einzelgaben verteilt.

- Behandlung einer bestehenden Graft-versus-Host-Krankheit

Falls die Behandlung von Anfang an mit Sandimmun durchgeführt wird, beträgt die Tagesdosis 12,5-15 mg

Ciclosporin pro kg Körpergewicht. Die Anfangsdosierung sollte 50 Tage lang fortgeführt und dann in

wöchentlichen Abständen um je 5 % reduziert werden, bis eine Tagesdosis von 2 mg Ciclosporin pro kg

Körpergewicht erreicht ist. Dann kann das Arzneimittel abgesetzt werden.

Zu a) und b)

Wird bei vorübergehenden gastrointestinalen Beschwerden, in deren Verlauf die Resorption von oral

appliziertem Sandimmun beeinträchtigt ist, ersatzweise auf die intravenöse Infusion von Sandimmun

Infusionslösungskonzentrat zurückgegriffen, ist ein Drittel der zuvor eingenommenen oralen Ciclosporin-

Tagesdosis in einmaliger Gabe intravenös zu verabreichen.

Bei Kleinkindern liegen bisher wenig Erfahrungen mit Sandimmun vor. Kinder ab einem Jahr haben Sand-

immun in der üblichen Dosierung erhalten, ohne dass besondere Probleme aufgetreten wären. In

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Sandimmun

verschiedenen Studien haben Kinder höhere Dosen pro kg Körpergewicht benötigt und vertragen als

Erwachsene. Aufgrund der höheren Ciclosporin-Clearance bei Kindern werden unter Umständen höhere

Sandimmun-Dosen benötigt, um vergleichbare Blutspiegel wie bei Erwachsenen zu erzielen. Einige

Krankheitsbilder (z.B. Lebertransplantation mit Roux-Y-Schlinge, zystische Fibrose, Short-bowel-Syndrom)

gehen zusätzlich mit einer Malabsorption von Sandimmun einher.

c) Schwere endogene Uveitis

Nur Ärzte mit Erfahrung in immunsuppressiver Therapie sollten Sandimmun unter ophthalmologischer Kontrolle

und unter ständiger Kontrolle des Ciclosporin-Blutspiegels einsetzen. Da Sandimmun die Nierenfunktion

beeinträchtigen kann, sollten nur Patienten mit intakter Nierenfunktion damit behandelt werden. Die

Nierenfunktion ist häufig zu kontrollieren. Der Serum-Kreatinin-Spiegel sollte nach wiederholter Messung nicht

mehr als 30 % über den Ausgangswert ansteigen, auch wenn er sich noch im Normbereich befindet.

Anderenfalls muss die Dosis von Sandimmun um 25-50 % gesenkt werden. Wenn der Serum-Kreatinin-

Spiegel um mehr als 50 % ansteigt, muss die Dosis um mindestens 50 % reduziert werden.

Bis ausreichende Erfahrungen vorliegen, werden zu Beginn 5-10 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht als

Einzeldosis oder verteilt auf mehrere Gaben täglich eingenommen, bis eine Remission der manifesten Uveitis

und Besserung der Sehkraft eintritt.

Zur Einleitung einer raschen Remission oder im akuten Schub kann zusätzlich eine systemische Kortikosteroid-

Behandlung mit 0,2-0,6 mg Prednison pro kg Körpergewicht täglich oder äquivalente Dosen anderer

Kortikosteroide erwogen werden, wenn Sandimmun allein nicht ausreicht.

Zur Erhaltungstherapie sollte die Dosis langsam auf die niedrigste noch wirksame Dosis gesenkt werden.

Bei Kleinkindern liegen keine und bei Kindern über 5 Jahren nur vereinzelte Erfahrungen vor.

d) Schwerste Formen der Psoriasis

Da Sandimmun die Nierenfunktion beeinträchtigen kann, ist vor Behandlungsbeginn mit mindestens 2

Messungen der Ausgangswert des Serum-Kreatinin-Spiegels zu bestimmen. Anschließend sind die Serum-

Kreatinin-Spiegel in den ersten 3 Behandlungsmonaten in zweiwöchentlichen Intervallen zu kontrollieren. Bei

stabilen Serum-Kreatinin-Spiegeln und einer Dosierung von 2,5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich

sind die Werte danach in zweimonatlichen Abständen, bei höheren Dosen in monatlichen Abständen zu

kontrollieren.

Die Dosis muss um 25-50 % gesenkt werden, wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel mehr als 30 % über den

Ausgangswert ansteigt, auch wenn er sich noch im Normbereich befindet. Wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel

um mehr als 50 % ansteigt, muss die Dosis um mindestens 50 % reduziert werden. Wenn die Dosissenkung

innerhalb eines Monats keine Wirkung zeigt, ist die Behandlung mit Sandimmun zu beenden.

Vor Behandlungsbeginn und in den ersten 3 Behandlungsmonaten sind die Harnsäurespiegel zu kontrollieren.

Leberenzym- und Bilirubin-Werte dürfen nur maximal doppelt so hoch wie die Norm sein.

Zur Einleitung einer raschen Rückbildung werden 2,5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich, aufgeteilt

auf 2 Einzeldosen, verabreicht. Tritt nach 1 Monat keine Besserung des Hautbefundes ein, kann die

Tagesdosis in Schritten zu 1 mg/kg Körpergewicht bis auf maximal 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht

täglich angehoben werden. Zur Weiterbehandlung sollte der Patient auf die niedrigste noch wirksame Dosis

eingestellt werden. Die Dosierung von Sandimmun darf 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich nicht

überschreiten. Bei Patienten, bei denen nach 6 Wochen mit 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich

keine ausreichende Besserung des Krankheitsbildes erzielt werden kann oder bei denen die wirksame Dosis

nicht mit den oben genannten Hinweisen vereinbar ist, ist die Behandlung zu beenden.

Anfangsdosen von 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich verteilt auf 2 Einzeldosen sind bei Patienten

gerechtfertigt, deren Zustand eine besonders rasche Besserung erfordert.

e) Nephrotisches Syndrom

Die Dosis ist unter Berücksichtigung der Wirksamkeit (Proteinurie) und der Therapiesicherheit (hauptsächlich

Serum-Kreatinin-Spiegel) individuell einzustellen. Sie sollte aber 5 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich

bei Erwachsenen und 6 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich bei Kindern nicht überschreiten.

Zur Einleitung einer raschen Rückbildung des nephrotischen Syndroms werden 5 mg Ciclosporin pro kg

Körpergewicht täglich für Erwachsene und 6 mg Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich für Kinder, aufgeteilt

auf 2 Einzeldosen, verabreicht, sofern die Nierenfunktion normal ist. Bei Patienten mit eingeschränkter

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Sandimmun

Nierenfunktion in noch zulässigem Ausmaß (Achtung: Serum-Kreatinin-Spiegel über 200 µmol/l bei

Erwachsenen und 140 µmol/l bei Kindern sind Kontraindikationen) sollte die anfängliche Dosis 2,5 mg

Ciclosporin pro kg Körpergewicht täglich nicht überschreiten. Die Patienten müssen sehr sorgfältig überwacht

werden.

Zur Weiterbehandlung sollte die Dosis langsam auf die niedrigste noch wirksame Dosis gesenkt werden.

Die erwünschten Vollblutkonzentrationen von Ciclosporin liegen zwischen 60 und 160 ng/ml (gemessen mit

spezifischem monoklonalen Antikörper). Die Einhaltung dieses Bereiches sollte anfangs möglichst täglich,

später alle 2 Wochen, kontrolliert werden.

Da Sandimmun die Nierenfunktion beeinträchtigen kann, sind in den ersten 3 Behandlungsmonaten die Serum-

Kreatinin-Spiegel regelmäßig zu kontrollieren (bei normaler Nierenfunktion alle 2 Wochen, bei eingeschränkter

Nierenfunktion einmal wöchentlich).

Bei stabilen Kreatinin-Spiegeln sind die Werte danach in zweimonatigen Abständen zu überprüfen. Die Dosis

muss um 25-50 % gesenkt werden, wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel mehr als 30 % über den Ausgangswert

ansteigt, auch wenn er sich noch im Normbereich befindet. Wenn der Serum-Kreatinin-Spiegel um mehr als

50 % ansteigt, muss die Dosis um mindestens 50 % reduziert werden. Wenn die Dosissenkung innerhalb eines

Monats keine Wirkung zeigt, ist die Behandlung mit Sandimmun zu beenden.

Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen ist die anfängliche Sandimmun-Dosis um 25-50 % zu

senken.

Die Kombination von Sandimmun mit niedrigeren Dosen oraler Kortikosteroide ist empfehlenswert, wenn die

Wirkung von Sandimmun allein nicht ausreicht, insbesondere bei Patienten mit einem steroidresistenten

nephrotischen Syndrom.

11. Art und Dauer der Anwendung

Sandimmun Lösung

Die verordnete Dosis wird in einem Glas (kein Kunststoffbecher!) mit vorzugsweise kaltem Kakao,

gegebenenfalls auch Milch, Fruchtsaft oder Cola verrührt. Grapefruitsaft ist jedoch zu vermeiden. Das Getränk

darf nicht stehen bleiben, sondern ist sofort zu trinken. Danach wird das Glas mit dem gleichen Getränk

ausgespült und ausgetrunken, um sicherzustellen, dass die gesamte Dosis eingenommen wird. Das einmal

zum Verdünnen gewählte Getränk sollte möglichst beibehalten werden.

Zur Entnahme der Sandimmun Lösung aus der Flasche beachten Sie bitte die Anleitung in dem der Packung

beiliegenden Heftchen.

Sandimmun 25 mg, Kapseln

Sandimmun 100 mg, Kapseln

Die Kapseln sind mit Flüssigkeit unzerkaut zu schlucken. Grapefruitsaft ist jedoch zu vermeiden.

Sie sollen der Durchdrückpackung erst unmittelbar vor dem Einnehmen entnommen werden.

Sandimmun Lösung

Sandimmun 25 mg, Kapseln

Sandimmun 100 mg, Kapseln

Transplantations-Indikationen

Eine bestimmte Begrenzung der Anwendungsdauer ist nicht vorgesehen.

Schwere endogene Uveitis

Die Behandlungsdauer liegt zwischen 3 und 16 Monaten.

Schwerste Formen der Psoriasis

Die Anwendungsdauer von Sandimmun beträgt üblicherweise 12 Wochen. Erfahrungen, insbesondere anhand

von Dosisfindungsstudien an ca. 100 Patienten, liegen für maximal 1 Jahr vor; über eine noch längere

Anwendung liegen bisher noch keine ausreichenden Erfahrungen vor. Eine Beendigung der Therapie empfiehlt

Oktober 2002

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Sandimmun

sich, wenn sich ein Bluthochdruck, der während der Therapie mit Sandimmun entstanden ist, nicht

angemessen behandeln lässt.

Nephrotisches Syndrom

Wenn nach dreimonatiger Behandlung eine Wirkung auf die Symptomatik des nephrotischen Syndroms

ausbleibt, ist die Therapie mit Sandimmun zu beenden.

12. Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel

Symptome der Intoxikation

Mit Überdosierungen liegen wenig Erfahrungen vor. Nach oral eingenommenen Dosen von bis zu 10 g (ca. 150

mg/kg Körpergewicht) wurden Erbrechen, Somnolenz, Kopfschmerzen, Tachykardie und, bei einigen Patienten,

eine

mittelschwere,

reversible

Niereninsuffizienz

beobachtet.

wurde

jedoch

über

schwere

Vergiftungssymptome nach versehentlicher parenteraler Überdosierung bei Frühgeborenen berichtet.

Therapie von Intoxikationen

Im Falle einer Überdosierung sind eine symptomatische Behandlung und allgemein unterstützende

Maßnahmen angezeigt. Innerhalb der ersten Stunden nach Einnahme kann forciertes Erbrechen sowie eine

Magenspülung von Nutzen sein. Es ist zu erwarten, dass etwaige Anzeichen von Nephrotoxizität nach

Absetzen des Arzneimittels abklingen. Ciclosporin ist nicht in nennenswertem Ausmaß dialysierbar oder durch

Aktivkohle-Haemoperfusion zu eliminieren.

13. Pharmakologische und toxikologische Eigenschaften, Pharmakokinetik und

Bioverfügbarkeit, soweit diese Angaben für die therapeutische Verwendung

erforderlich sind

13.1 Pharmakologische Eigenschaften

Ciclosporin (Cyclosporin A) ist ein zyklisches Polypeptid aus 11 Aminosäuren. Es ist ein hochwirksames

Immunsuppressivum, unter dessen Anwendung allogene Nieren-, Pankreas, Leber-, Herz-, Herz-Lungen- und

Lungen-Transplantationen sowie Knochenmark-Transplantationen erfolgreich durchgeführt worden sind.

Darüber hinaus bewährte sich Ciclosporin auch bei der Behandlung verschiedener Autoimmunerkrankungen,

wie z.B. der schweren endogenen Uveitis, der schweren Psoriasis und des nephrotischen Syndroms.

Aufgrund verschiedener Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass Ciclosporin die Entwicklung der

folgenden zellvermittelten Reaktionen hemmt: Transplantat-Immunität, verzögerte kutane Hypersensibilität,

experimentelle allergische Enzephalomyelitis, Arthritis durch Freund´sches Adjuvans, Graft-versus-Host-

Krankheit und T-zellabhängige Antikörperbildung. Ciclosporin blockiert die ruhenden Lymphozyten in der G

oder G

-Phase des Zellzyklus. Es hemmt auch die Produktion und Freisetzung von Lymphokinen einschließlich

Interleukin 2 oder T-Zell-Wachstumsfaktor.

Alle verfügbaren Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Ciclosporin spezifisch und reversibel auf die

Lymphozyten wirkt.

13.2 Toxikologische Eigenschaften

Bei intravenöser Injektion beträgt die LD

107 mg/kg (Maus), 25 mg/kg (Ratte) bzw. > 10 mg/kg (Kaninchen),

bei oraler Verabreichung 2329 mg/kg (Maus), 1480 mg/kg (Ratte) bzw. > 1000 mg/kg (Kaninchen). Auch die

chronische Toxizität erwies sich als gering: Bei Hunden und Rhesusaffen blieben orale Dosen bis 200

mg/kg/Tag ohne erkennbare toxische Wirkung; in 78 bzw. 104 Wochen dauernden Untersuchungen an Mäusen

bzw. Ratten wurden bei den höchsten geprüften Dosen 16 bzw. 8 mg/kg/Tag eine erhöhte Mortalität als Folge

toxischer Effekte auf Leber und Nieren beobachtet. Ciclosporin hat kein mutagenes oder kanzerogenes

Potenzial und zeigt keine teratogenen Wirkungen. Es wirkt jedoch in Dosen, die für die Muttertiere toxisch sind

(100 und 300 mg/kg/Tag bei Kaninchen, 30 und 100 mg/kg/Tag bei Ratten), embryotoxisch. Die Fertilität

männlicher und weiblicher Ratten wurde durch Dosen bis 5 mg/kg/Tag nicht beeinträchtigt.

13.3 Pharmakokinetik

Nach Einnahme von Sandimmun werden maximale Plasmakonzentrationen von Ciclosporin innerhalb von 1-6

Stunden erreicht.

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Sandimmun

Ciclosporin ist größtenteils außerhalb des Blutvolumens verteilt, mit einem scheinbaren Verteilungsvolumen

von durchschnittlich 3,5 l/kg. Innerhalb des Blutes ist die Verteilung von der Wirkstoffkonzentration abhängig:

33-47 % finden sich im Plasma, 4-9 % in den Lymphozyten, 5-12 % in den Granulozyten und 41-58 % in den

Erythrozyten. Bei hohen Konzentrationen wird die Aufnahme durch Leukozyten und Erythrozyten gesättigt. Im

Plasma ist Ciclosporin zu etwa 90 % an Proteine, überwiegend Lipoproteine, gebunden.

Die Substanz wird weitgehend metabolisiert; etwa 15 Metaboliten wurden nachgewiesen. Die Metabolisierung

erfolgt

hauptsächlich über das

Cytochrom-P-450-abhängige

Monooxygenase-System

in der

Leber.

Hauptabbauwege sind die Mono- und Dihydroxylierung und die N-Demethylierung an verschiedenen Stellen

des Moleküls. Es wurde festgestellt, dass Arzneimittel, von denen bekannt ist, dass sie das Cytochrom P-450-

abhän-gige Enzymsystem hemmen oder stimulieren, die Ciclosporin-Spiegel erhöhen oder herabsetzen (vgl.

Abschnitt 7. “Wechselwirkungen“). Alle bisher identifizierten Metaboliten enthalten die intakte Peptidstruktur der

Muttersubstanz; einige besitzen eine schwache immunsuppressive Aktivität (bis maximal ein Zehntel der

Muttersubstanz).

Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich über die Galle und nur zu 6 % der oralen Dosis über den Urin; nur

0,1 % der unveränderten Substanz werden mit dem Urin ausgeschieden.

Über die terminale Eliminationshalbwertszeit von Ciclosporin liegen je nach verwendeter Bestimmungsmethode

und Zielgruppe schwankende Angaben vor. Sie liegt zwischen 6,3 Stunden bei gesunden Probanden und 20,4

Stunden bei Patienten mit schweren Lebererkrankungen.

Das Verteilungsvolumen bei Kindern nach Transplantation sowie bei Kindern mit nephrotischem Syndrom

entspricht etwa dem bei Erwachsenen. Die Ciclosporin-Clearance ist bei Kindern jedoch ungefähr doppelt so

hoch wie bei Erwachsenen.

13.4 Bioverfügbarkeit

Die absolute Bioverfügbarkeit von Sandimmun Lösung oder Kapseln zu 25 mg bzw. 100 mg beträgt im steady

state 20-50 % (Mittel 34 %). Die Kapseln und die Lösung zum Einnehmen sind bioäquivalent.

14. Sonstige Hinweise

Keine.

15. Dauer der Haltbarkeit

Entsprechend der in den Lieferländern festgelegten Haltbarkeitsdauer.

Sandimmun Lösung:

Nach dem Öffnen der Flasche darf der Inhalt nach Ablauf von 2 Monaten nicht mehr angewendet werden.

16. Besondere Lager- und Aufbewahrungshinweise

Sandimmun Lösung soll nicht im Kühlschrank, sondern bei Raumtemperatur nicht über 30°C aufbewahrt

werden. Ein leichter Niederschlag, der während der Lagerung auftreten kann, beeinträchtigt die Wirksamkeit

und Unbedenklichkeit des Präparates nicht.

Sandimmun 25 mg und 100 mg, Kapseln, sollen nicht über 30°C aufbewahrt werden.

17. Darreichungsformen und Packungsgrößen

Sandimmun Lösung

Originalpackungen mit 50 ml Lösung zum Einnehmen

Anstaltspackungen

Sandimmun 25 mg, Kapseln

Originalpackung mit 50 Kapseln

Anstaltspackungen

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Sandimmun

Sandimmun 100 mg, Kapseln

Originalpackung mit 50 Kapseln

Anstaltspackungen

18. Stand der Information

Juni 2001

19. Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Am Gänslehen 4 - 6

83451 Piding

Tel.: 08651/704-0

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