Salvacyl poudre et solvant pour suspension injectable à libération prolongée

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Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
triptorelinum
Verfügbar ab:
Debiopharm Research & Manufacturing SA
ATC-Code:
L02AE04
INN (Internationale Bezeichnung):
triptorelinum
Darreichungsform:
poudre et solvant pour suspension injectable à libération prolongée
Zusammensetzung:
Praeparatio cryodesiccata: triptorelinum 11.25 mg ut triptorelini embonas, poly(lactidum-co-glycolidum), mannitolum, carmellosum natricum corresp. natrium 2.3 mg, polysorbatum 80, pro vitro. Solvens: aqua ad iniectabilia 2 ml.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Analog de la GnRH -
Zulassungsnummer:
58543
Berechtigungsdatum:
2009-07-09

Dokumente in anderen Sprachen

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-09-2019

Fachinformation

Salvacyl®

Debiopharm Research & Manufacturing SA

Zusammensetzung

Wirkstoff: Triptorelin (D-Trp6-LHRH) ut triptorelini pamoas hydricus.

Hilfsstoffe: Copoly (dl-lactidum-glycolidum), mannitolum, carmellosum natricum, polysorbatum 80.

Lösungsmittel:

Aqua ad iniectabilia.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension (i.m.). Jede Durchstechflasche

mit Pulver enthält 11,25 mg Triptorelin.

Nach Rekonstitution mit 2 ml Lösungsmittel enthält die Injektionssuspension 5,625 mg Triptorelin

pro ml.

Eine injizierte Dosis Salvacyl enthält 11,25 mg Triptorelin.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Salvacyl ist angezeigt zur reversiblen und (über mehr als drei Monate) anhaltenden Reduktion der

Testosteronspiegel auf Kastrationsniveau bei erwachsenen Männern mit sexuellen Devianzen.

Mit einer Behandlung mit Salvacyl darf erst nach Vorliegen eines forensisch-psychiatrischen

Sachverständigengutachtens begonnen werden, welches von einem Psychiater erstellt wurde, der die

hierfür erforderliche Ausbildung und Erfahrung besitzt.

Die Behandlung ist in Kombination mit einer Psychotherapie mit der Zielsetzung anzuwenden, das

deviante Sexualverhalten zu reduzieren.

Daten zum Beleg einer günstigen Wirkung von Salvacyl auf das deviante Sexualverhalten sind nicht

verfügbar. Ein Therapieerfolg kann weder generell noch im Einzelfall garantiert werden.

Eine Behandlung mit Salvacyl ersetzt keine gerichtlichen Massnahmen wie die Anordnung einer

Verwahrung mit dem Ziel der Verhinderung von deviantem Verhalten.

Dosierung/Anwendung

Salvacyl wird alle zwölf Wochen intramuskulär injiziert. Da Salvacyl eine Suspension aus einem

Mikrogranulat ist, muss eine intravaskuläre Injektion unbedingt vermieden werden.

Bei der Vorbereitung der gebrauchsfertigen Injektion beachten Sie bitte die Anweisungen unter

«Sonstige Hinweise», Absatz «Hinweise für die Handhabung».

Die Anwendung von Salvacyl darf nur durch Ärzte/Ärztinnen oder anderes medizinisches

Fachpersonal erfolgen.

Die Injektionsstelle muss regelmässig gewechselt werden.

Therapiekontrolle

Salvacyl muss unter ärztlicher Kontrolle verabreicht werden.

Der Nutzen der Therapie ist regelmässig, zum Beispiel vor einer Injektion, zu kontrollieren.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Ältere Patienten/Patientinnen: Eine Dosisanpassung aufgrund des Alters ist nicht erforderlich.

Leber- und Niereninsuffizienz: Bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion ist

keine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber LH-RH, Triptorelin, anderen GnRH-Analoga oder einem der

Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Chirurgische Kastration.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Osteoporose/Knochendichte: Die Anwendung synthetischer GnRH-Analoga kann mit einer

verringerten Mineralisierung der Knochen bis hin zur Osteoporose einhergehen. In Ermangelung von

Erfahrungsberichten über die Anwendung von Triptorelin bei Patienten, die bereits von Osteoporose

betroffen sind, dürfen Patienten mit schwerer Osteoporose nicht mit Salvacyl behandelt werden.

Patienten, bei denen noch weitere Risikofaktoren für Osteoporose hinzukommen (z.B. chronischer

Alkoholmissbrauch, Tabakkonsum, Fehlernährung, erwiesene Osteoporosefälle in der familiären

Vorgeschichte oder eine Langzeitbehandlung mit Medikamenten, die ebenfalls die Knochendichte

reduzieren, wie z.B. Kortikoide oder Antikonvulsiva), müssen besonders eingehend überwacht

werden.

Vor Behandlungsbeginn muss die Knochenmineraldichte gemessen werden. Während der

Behandlung ist sie in regelmässigen Abständen zu kontrollieren. Um zu vermeiden, dass die

Knochen durch die Behandlung an Dichte verlieren, wird empfohlen, eine ausreichende Versorgung

mit Kalzium und Vitamin D (Aufnahme über die Nahrung) sicherzustellen. Gegebenenfalls sollte

dem Patienten geraten werden, seinen Lebensstil zu verändern, z.B. regelmässig Sport zu treiben, um

den Skelettapparat zu belasten, mit dem Rauchen aufzuhören und nur wenig Alkohol zu sich zu

nehmen.

Testosteron im Serum: Zu Therapiebeginn kann Triptorelin einen vorübergehenden Anstieg der

Testosteronspiegel im Serum bewirken. Daher ist der Patient in der Anfangsphase der Therapie vom

behandelnden Arzt aufmerksam zu überwachen, und bei Bedarf ist die zusätzliche Gabe eines

geeigneten Antiandrogens in Erwägung zu ziehen, um so dem initialen Anstieg der

Serumtestosteronspiegel und der damit möglicherweise verbundenen Verstärkung der sexuellen

Impulse entgegenzuwirken.

Sobald am Ende des ersten Monats das Testosteron-Kastrationsniveau erreicht ist, wird dieses so

lange aufrechterhalten, wie der Patient alle zwölf Wochen eine Injektion erhält.

Beim Absetzen der Behandlung besteht das Risiko einer erhöhten Testosteronempfindlichkeit, was

zu einer Verstärkung der sexuellen Impulse führen kann. Daher ist vor dem Absetzen von Salvacyl

die zusätzliche Gabe eines geeigneten Antiandrogens in Erwägung zu ziehen.

Diabetes-Risiko/Herz-Kreislauf-Risiko: Bei mit GnRH-Agonisten behandelten Männern wurde ein

erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus und/oder für Herz-Kreislauf-Vorfälle berichtet. Bei Patienten,

die an Bluthochdruck, Hyperlipidämie oder Herz-Kreislauf-Störungen leiden, empfiehlt sich deshalb

eine besonders sorgfältige Überwachung dieser Risiken während der Triptorelinbehandlung.

Auswirkungen auf das QT-/QTc-Intervall: Der langfristige Androgenentzug kann das QT-Intervall

verlängern. Bei Patienten mit Long-QT-Syndrom, Elektrolytstörungen oder Herzinsuffizienz

empfiehlt sich deshalb eine besonders sorgfältige Überwachung. Die gleichzeitige Anwendung von

Triptorelin und Medikamenten, die bekanntermassen das QT-Intervall verlängern oder Torsade de

pointes-Tachykardien hervorrufen können – wie Antiarrhythmika der Klasse IA (z.B. Quinidin,

Disopyramid) oder der Klasse III (z.B. Amiodaron, Sotalol) – muss deshalb sorgfältig geprüft

werden (siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Stimmungsschwankungen/Depression: Bei der Behandlung mit Triptorelin wurden Fälle von

(teilweise schwerwiegenden) Stimmungsschwankungen bis hin zur Depression berichtet. Patienten,

die bereits unter einer Depression leiden (bzw. bei Depressionen in der Anamnese), müssen während

der Verabreichung von Salvacyl sorgfältig überwacht werden.

Hypophysenapoplexie: Eine Therapie mit GnRH-Agonisten kann das Auftreten eines latenten

Hypophysenadenoms verursachen, das in bestimmten Fällen mit einer Hypophysenapoplexie

einhergehen kann. Mögliche Symptome sind plötzlich auftretende Kopfschmerzen, Sehstörungen,

Ophthalmoplegie, Erbrechen und möglicherweise auch Veränderungen der psychischen Verfassung

und Herz-Kreislauf-Kollaps. Falls ein Verdacht auf Hypophysenapoplexie besteht, muss das

Medikament sofort abgesetzt und eine andere, speziell angepasste Therapie eingeleitet werden.

Allergische Reaktionen: Vereinzelt wurden kurz nach der Injektion von Salvacyl allergische

Reaktionen festgestellt. Selten wurde nach der Verabreichung von Triptorelin über anaphylaktischen

Schock und angioneurotisches Ödem berichtet. In solchen Fällen ist die Behandlung mit Salvacyl

sofort abzusetzen, und es sind geeignete Massnahmen zu ergreifen.

Migräne/Parästhesien: Parästhesien und schwere Migräne sind selten. In schweren oder

wiederkehrenden Fällen ist die Behandlung zu unterbrechen bzw. abzubrechen.

Mit Antikoagulantien behandelte Patienten: Aufgrund der Gefahr der Entstehung von Hämatomen an

den Injektionsstellen ist bei Patienten Vorsicht geboten, die mit Antikoagulantien behandelt werden.

Die Beurteilung der Wirksamkeit der Behandlung erfolgt in erster Linie klinisch. Eine klinische

Beurteilung der Wirksamkeit ist regelmässig, zum Beispiel vor jeder alle drei Monate verabreichten

Triptorelin-Injektion, durchzuführen. Im Zweifelsfall können die Serumtestosteronspiegel bestimmt

werden.

Bei mit LH-RH-Analoga behandelten Patienten wurde eine Erhöhung der Lymphozytenanzahl

beschrieben. Diese sekundäre Lymphozytose steht offensichtlich mit der LH-RH-induzierten

Kastration in Verbindung und scheint darauf hinzuweisen, dass Gonadenhormone in die

Thymusrückbildung involviert sind.

Interaktionen

Wird Triptorelin zusätzlich zu anderen Arzneimitteln verabreicht, die die Gonadotropin-Sekretion

durch die Hypophyse beeinflussen, ist besondere Vorsicht geboten. In diesen Fällen empfiehlt sich

eine Überwachung des Hormonstatus des Patienten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Salvacyl ist bei Frauen nicht angezeigt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Allerdings können bestimmte unerwünschte

Wirkungen wie Benommenheit, epileptische Anfälle und abnormes Sehen die Fahrtüchtigkeit und

die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Die unter der Behandlung mit Triptorelin am häufigsten beobachteten unerwünschten Wirkungen

waren auf dessen erwartete physiologische Wirkungen zurückzuführen: initialer Anstieg der

Testosteronspiegel mit anschliessender nahezu vollständiger Testosteronsuppression. Zu diesen

unerwünschten Wirkungen, die sehr häufig beobachtet wurden, gehörten Hitzewallungen (bei 46%

der Patienten), Impotenz und verminderte Libido (bei 1% bis 10% der Prostatakarzinompatienten,

die mit Triptorelin behandelt wurden).

Folgende unerwünschte Wirkungen, bei denen ein zumindest möglicher Zusammenhang mit der

Behandlung gesehen wurde, wurden berichtet.

Die Häufigkeit dieser unerwünschten Wirkungen ist wie folgt geordnet: Sehr häufig (≥1/10); häufig

(≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1'000, <1/100); selten (≥1/10'000, <1/1'000); sehr selten

(<1/10'000); unbekannt (Grundlage sind hauptsächlich spontane Anzeigen aus der

Marktüberwachung; die genaue Häufigkeit kann dabei nicht angegeben werden).

Infektionen

Gelegentlich: Nasopharyngitis.

Blut- und Lymphsystem

Gelegentlich: Purpura, Anämie.

Selten: Lymphadenopathie.

Immunsystem

Gelegentlich: Überempfindlichkeit, einschliesslich Anaphylaxie.

Endokrine Störungen

Sehr häufig: Grössenabnahme der Genitalien (12,2%).

Gelegentlich: Diabetes.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Anorexie, gesteigerter Appetit, Gewichtsverlust, Gewichtszunahme, Hyperurikämie,

Hyperglykämie, erhöhte Serum-Kreatinin, erhöhte Serum-Harnstoff.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Stimmungsschwankungen, verminderte Libido, Depression.

Gelegentlich: verminderte Aktivität, Nervosität, gehobene Stimmung (Euphorie), Reizbarkeit,

emotionale Labilität, Amnesie, Verwirrung.

Nervensystem

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindelanfälle.

Gelegentlich: Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Parästhesien.

Selten: Hypästhesie, Migräne.

Sehr selten: Konvulsion.

Augenleiden

Häufig: Schmerzen beim Sehen, Konjunktivitis.

Gelegentlich: Sehstörungen, abnorme Wahrnehmungen im Auge.

Selten: Störungen des Gesichtsfeldes, Stauungspapille.

Gelegentlich: Tinnitus.

Herz und Gefässe

Gelegentlich: Hypertonie, Hypotonie, tiefe Venenthrombose, Lungenembolie.

Sehr selten: Myokardischämie.

Atmungsorgane

Gelegentlich: Epistaxis, Dyspnoe, Orthopnoe.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Übelkeit.

Gelegentlich: aufgeblähter Bauch, Abdominalschmerzen, Obstipation, Diarrhö, Mundtrockenheit,

Dysgenesie, Flatulenz, Erbrechen, Tenesmus.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Gelegentlich: Erhöhung von Transaminasen und/oder alkalischen Phosphatase, Cholestatische

Hepatitis.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Exanthem.

Gelegentlich: Pruritus, vermehrtes Schwitzen, Akne, Alopezie, Ekzem, Hautblase, Eruptio bullosa.

Selten: Urtikaria, Lichtempfindlichkeitsreaktionen.

Muskelskelettsystem

Häufig: Rückenschmerzen, schmerzhafte Extremitäten, Muskelkrämpfe.

Gelegentlich: Muskelschwäche, Myalgie, Nackenschmerzen, Arthralgie, Gelenksteife,

Muskelkontrakturen.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Erektionsstörungen.

Gelegentlich: Überempfindlichkeit der Brust, Brustschmerzen, Schmerzen in der Brustwarze,

Gynäkomastie, Entzündung der Brustdrüsen, Hodenschmerzen, Anejakulation.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Hitzewallungen (46%).

Häufig: Schmerzen an der Injektionsstelle, Asthenie, periphere Ödeme.

Gelegentlich: Rötung, Asthenie, Hämatome, Brennen und Entzündungen an der Injektionsstelle,

Müdigkeit, Schmerzen im Brustkorb, Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen, grippeähnliche Symptome,

Dystasie (Schwierigkeiten, aufrecht zu stehen).

Während der Post-Marketing-Phase traten seltene Fälle von Hypophysenapoplexie auf (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Die pharmakologischen Eigenschaften von Salvacyl und seine Anwendungsart machen eine

versehentliche oder beabsichtigte Überdosierung unwahrscheinlich. Tierexperimentelle

Untersuchungen deuten darauf hin, dass keine anderen Wirkungen ausser den therapeutischen

Wirkungen auf die Konzentration der Sexualhormone und das Fortpflanzungssystem bei höheren

Dosen von Salvacyl zu erwarten sind. Eine allfällige Überdosierung sollte symptomatisch behandelt

werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L02AE04

Wirkungsmechanismus

Durch Austausch der Aminosäure Glycin durch D-Tryptophan an Position 6 von Gonadorelin

entsteht ein in seiner biologischen Aktivität wirkstärkerer Agonist des natürlichen Gonadotropin-

Releasing-Hormons (GnRH, LH-RH). Diese Wirkungssteigerung kann auf eine höhere Affinität zu

den hypophysären Rezeptoren und auf eine langsamere Inaktivierung zurückgeführt werden.

Pharmakodynamik

Bei einmaliger und intermittierender Verabreichung von LH-RH wird die Freisetzung von LH und

FSH aus der Hypophyse angeregt. Bei kontinuierlicher Gabe hingegen, wie dies nach Injektion von

Salvacyl infolge der verzögerten Wirkstofffreisetzung der Fall ist, wird ein «paradoxer» Effekt

beobachtet: Die Plasmaspiegel von LH, FSH, Testosteron und Östrogen/Progesteron sinken nach

einem vorübergehenden Anstieg zu Behandlungsbeginn innert zwei bis vier Wochen auf

Kastrationsniveau ab. Dies führt zu einer Atrophie der akzessorischen Geschlechtsorgane. Diese

Wirkungen sind im Allgemeinen nach Beendigung der medikamentösen Therapie reversibel.

Die Derivate Triptorelinpamoat und -acetat sind hinsichtlich ihrer Pharmakodynamik und Toxizität

äquivalent und austauschbar.

Klinische Wirksamkeit

Salvacyl wurde in einer randomisierten, kontrollierten Studie bei 346 Männern mit fortgeschrittenem

Prostatakarzinom in Südafrika untersucht. Das Untersuchungskollektiv bestand zu 48% aus Männern

weisser Hautfarbe («Kaukasiern»), zu 38% aus Patienten schwarzer Hautfarbe und zu 15% aus

Männern nicht näher angegebener Ethnie. Das Alter dieser Männer lag zwischen 45 und 96 Jahren

(Durchschnittsalter 71 Jahre).

Die Patienten erhielten entweder alle 84 Tage Salvacyl 11,25 mg (n= 174) für insgesamt 3 Dosen

(maximale Behandlungsdauer: 252 Tage) oder alle 28 Tage 3,75 mg Triptorelin (n= 172) für

insgesamt 9 Dosen. Die primären Wirksamkeitskriterien waren die Erreichung des

Kastrationsniveaus nach 29 Tagen und die Aufrechterhaltung des Kastrationsniveaus vom 57. bis

zum 253. Tag.

Dem Kastrationsniveau entsprechende Serumtestosteronspiegel (≤1,735 nmol/l) wurden am 29. Tag

bei 167 der 171 mit Salvacyl 11,25 mg behandelten Patienten (97,7%) erreicht.

Dem Kastrationsniveau entsprechende Serumtestosteronspiegel wurden vom 57. bis zum 253. Tag

bei 94,4% der mit Salvacyl 11,25 mg behandelten Patienten aufrechterhalten.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach einer einzelnen intramuskulären Injektion von Salvacyl bei Prostatakarzinompatienten betrug

die tmax 2 (2–6) Stunden und die Cmax 37,1 (22,4–57,4) ng/ml. Eine Kumulation wurde bei

wiederholter Verabreichung alle 12 Wochen nicht beobachtet.

Distribution

Nach intravenöser Bolusgabe erfolgt die Verteilung von Triptorelin entsprechend einem 3

Kompartiment-Modell mit Halbwertszeiten von 6 Minuten, 45 Minuten und 3 Stunden.

Das Verteilungsvolumen beträgt im Steady State ca. 30 Liter.

Triptorelin wird in klinisch relevanten Konzentrationen nicht an Plasmaproteine gebunden.

Metabolismus

Triptorelin-Metaboliten sind beim Menschen nicht nachgewiesen worden.

Humanpharmakokinetische Daten deuten jedoch daraufhin, dass durch Gewebsabbau entstandene C-

terminale Fragmente entweder in den Geweben vollständig abgebaut, im Plasma rasch weiter

abgebaut oder über die Nieren ausgeschieden werden.

Elimination

Triptorelin wird sowohl über die Leber als auch über die Nieren ausgeschieden. Nach intravenöser

Verabreichung von 0,5 mg Triptorelin wurden 42% der Dosis als unverändertes Triptorelin mit dem

Urin ausgeschieden.

Die Gesamtclearance von Triptorelin beträgt etwa 200 ml/min und die terminale Halbwertszeit 2,8

Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Alter: Der Einfluss des Alters auf die Pharmakokinetik von Triptorelin wurde nicht systematisch

untersucht. Die pharmakokinetischen Daten wurden bei jungen, männlichen Versuchpersonen im

Alter von 20 bis 22 Jahren mit einer supraphysiologischen Kreatinin-Clearance (ca. 150 ml/Min)

erhoben. Sie zeigen, dass Triptorelin bei jungen Menschen doppelt so schnell ausgeschieden wird,

was darauf zurückzuführen ist, dass die Kreatinin-Clearance mit dem Alter nachlässt.

Nierenfunktion: Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird das Triptorelin verzögert ausgeschieden.

Die Halbwertszeit lag bei Patienten mit mässiger Niereninsuffizienz bei 6,7 Stunden

(durchschnittliche Kreatinin-Clearance: 40 ml/Min.) und bei Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz bei 7,8 Stunden (durchschnittliche Kreatinin-Clearance: 8,9 ml/Min.).

Leberfunktion: Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion lag die Halbwertszeit von Salvacyl

bei 7,65 Stunden. Der über den Urin ausgeschiedene nicht-verstoffwechselte Triptorelin-Anteil stieg

bei diesen Patienten auf 62% an. Dies zeigt, dass die Leber für das Ausscheiden von Triptorelin eine

wesentliche Rolle spielt.

Volkszugehörigkeit: Der Einfluss der Ethnizität auf die Pharmakokinetik von Triptorelin wurde nicht

untersucht.

Präklinische Daten

Die Toxizität von Triptorelin ist gering. Die beobachteten Wirkungen sind in erster Linie auf eine

Verstärkung der pharmakologischen Wirkungen von Triptorelin zurückzuführen.

In Studien zur chronischen Toxizität führte Triptorelin in klinischen Dosen bei männlichen Ratten

und Hunden zu makro- und mikroskopischen Veränderungen des Fortpflanzungssystems. Diese

werden als Folge der Unterdrückung der Gonadenfunktion durch die pharmakologische Aktivität des

Wirkstoffes angesehen. Diese Veränderungen waren in der Erholungsphase teilweise reversibel.

Nach subkutaner Verabreichung von 10 µg/kg an Ratten an den Tagen 6 bis 15 der Gestation (die

beim Menschen eingesetzte klinische Dosis beträgt 3,75 mg alle 4 Wochen) wies Triptorelin keine

embryotoxische, teratogene oder fetotoxische Wirkung auf. Bei 100 µg/kg wurden hingegen eine

Verringerung der mütterlichen Gewichtszunahme und vermehrt Resorptionen beobachtet.

Triptorelin wirkt weder in vitro noch in vivo mutagen.

Bei Mäusen wurde bei Triptorelin-Dosen bis zu 6'000 µg/kg nach 18-monatiger Behandlung keine

onkogene Wirkung beobachtet.

Eine bei Ratten über 23 Monate durchgeführte Kanzerogenitätsstudie zeigte ein fast 100%iges

Auftreten gutartiger Hypophysentumore bei jeder Dosisstufe, die zum frühzeitigen Tod führten. Das

vermehrte Auftreten von gutartigen Hypophysentumoren bei Ratten ist ein unter der Behandlung mit

LH-RH-Agonisten häufig zu beobachtender Effekt. Die klinische Relevanz dieser Beobachtung ist

nicht bekannt.

Tierexperimentell wurde bei einer Dosis, die ein 8-faches der empfohlenen Dosis beim Menschen

(auf die Körperoberfläche bezogen) beträgt, eine Toxizität während der Organogenese bei Ratten

gezeigt (mütterliche Toxizität und Embryotoxizität). Einzelfälle von Hydroureter wurden bei jungen

Ratten, die im Uterus erhöhten Triptorelin-Dosen ausgesetzt waren, festgestellt.

Im Rahmen der assistierten Reproduktionsmedizin wurde Triptorelin häufig in kontrollierten Studien

zur Suppression der endogenen Gonadotropine und Östrogene eingesetzt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Die Anwendung von Triptorelin in therapeutischen Dosen bewirkt eine Suppression des

Hypophysen-Gonaden-Systems. Gewöhnlich normalisiert sich die Funktion nach Behandlungsende

wieder. Während der Behandlung oder 4 bis 12 Wochen nach Abbruch der Behandlung mit LH-RH-

Agonisten durchgeführte diagnostische Funktionstests der Hypophysen-Gonaden-Achse können

daher verfälschte Ergebnisse liefern.

Haltbarkeit

Verfallsdatum beachten.

Unmittelbar nach Rekonstitution der Suspension verwenden.

Besondere Lagerungshinweise

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Auf der Packung aufgedrucktes Verfallsdatum beachten. Nicht über 25 °C lagern.

Dauer der Haltbarkeit des gebrauchsfertigen Präparats nach der Rekonstitution:

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Präparat sofort angewendet werden.

Hinweise für die Handhabung

Die Herstellung der Injektionssuspension sollte unmittelbar vor der Injektion erfolgen.

Anleitung zur Herstellung einer Suspension von Salvacyl in der Präsentation einer Fertigspritze mit

Lösungsmittel

Nehmen Sie die Durchstechflasche mit dem Pulver. Klopfen

Sie das Pulver, das sich eventuell im oberen Teil der Flasche

befindet, zurück auf den Flaschenboden.

Entfernen Sie den Kunststoffdeckel von der Flasche.

Entfernen Sie die Schutzfolie vom Mixject-Adaptersystem.

Halten Sie das Mixject im Blister und fixieren Sie es auf der

Flasche, bis ein Klicken zu hören ist. Entfernen und entsorgen

Sie den Blister.

Ziehen Sie den Gummistopfen der Fertigspritze zurück und

verbinden Sie die Spritze mit dem Mixject.

Injizieren Sie den gesamten Inhalt der Spritze langsam in die

Durchstechflasche.

Schütteln Sie vorsichtig die Flasche mit dem Adapter und der

Spritze durch vertikale Bewegungen, bis eine milchige und

homogene Injektionssuspension entsteht. Stellen Sie sicher,

dass sich kein Pulver mehr in der Flasche befindet und fahren

Sie gegebenenfalls fort, bis das Pulver vollständig

verschwunden ist.

Drehen Sie die Durchstechflasche mit dem Adapter und der

Spritze auf den Kopf und ziehen Sie die gesamte Suspension in

die Spritze auf, indem Sie den Kolben vorsichtig zurück ziehen.

Trennen Sie die Spritze vom Adapter, indem Sie diesen gegen

den Uhrzeigersinn drehen.

Das Medikament ist zur sofortigen Injektion bereit.

Schieben Sie die Sicherheitshülse hinter die Nadel in Richtung

Spritzenkörper. Die Sicherheitshülse verbleibt in dieser

Position.

Entfernen Sie die Schutzhülle von der Injektionsnadel.

Entfernen die Luft aus der Spritze.

Injizieren Sie die Injektionssuspension relativ schnell und ohne

Unterbrechung intramuskulär.

Aktivieren Sie das Sicherheitssystem der Injektionsnadel.

Entsorgen Sie die Nadeln in einem dafür vorgesehenen Behälter.

Nur zum einmaligen Gebrauch. Jede nicht verwendete Suspension muss verworfen werden.

Anleitung zur Herstellung einer Suspension von Salvacyl in der Präsentation einer Ampulle mit

Lösungsmittel

1. Vorbereitung der Injektion

Im Set sind 2 Nadeln enthalten:

– Rekonstitutionsnadel ohne Sicherheitssystem

– Injektionsnadel mit Sicherheitssystem

·Klopfen Sie die eventuell in der Ampullenspitze befindliche Lösung zurück in das Hauptreservoir

der Lösungsmittelampulle.

·Drehen Sie die Nadel ohne Sicherheitssystem auf die Spritze (den Nadelschutz noch nicht

entfernen!).

·Brechen Sie die Lösungsmittelampulle auf (Brechpunkt dem Körper zuwenden).

·Entfernen Sie den Nadelschutz von der

Rekonstitutionsnadel und ziehen Sie das

Lösungsmittel vollständig in die Spritze auf (Abb.

·Legen Sie die Spritze mit dem Lösungsmittel

beiseite.

·Nehmen Sie die Flasche mit dem Pulver. Klopfen

Sie das Pulver, das sich eventuell im oberen Bereich

der Flasche angesammelt hat, zurück auf den

Flaschenboden.

·Entfernen Sie den Kunststoffdeckel von der Flasche.

·Nehmen Sie die Spritze mit dem Lösungsmittel,

durchstechen Sie den Gummistopfen der Flasche und

spritzen Sie das Lösungsmittel langsam und nach

Möglichkeit so in die Flasche, dass es sich

breitflächig am Flaschenrand ergiesst (Abb. B).

·Ziehen Sie die Nadel über den Flüssigkeitsspiegel

und schwenken Sie die Flasche leicht, bis eine

homogene, milchige Injektionssuspension entsteht

(Abb. C).

Fahren Sie damit fort, bis sich das Pulver vollständig

aufgelöst hat und in der Flasche kein Pulver mehr

vorhanden ist.

Achtung: Das Mischen darf nicht durch mehrmaliges

Aufziehen und Entleeren mit der Spritze erfolgen!

·Ziehen Sie nun die Injektionssuspension möglichst

vollständig in die Spritze auf (Abb. D).

·Entfernen Sie die Rekonstitutionsnadel. Drehen Sie

die Injektionsnadel mit Sicherheitssystem auf die

Spritze (fest aufschrauben). Umfassen Sie dabei nur

die farbige Hülse.

·Schieben Sie die Schutzhülse hinter die Nadel in

Richtung Spritzenkörper (Abb. E1). Die Schutzhülse

verbleibt in dieser Position.

·Entfernen Sie den Nadelschutz von der

Injektionsnadel.

·Entfernen Sie die Luft aus der Spritze (Abb. E2).

2. Injektion

·Injizieren Sie die Injektionssuspension relativ

schnell und ohne Absetzen intramuskulär (Abb. F).

3. Nach dem Gebrauch

·Aktivieren Sie das Sicherheitssystem der

Injektionsnadel durch eine der folgenden Methoden:

·Der Sicherheitsschutz sollte mit einer Hand nach

vorne gedrückt werden, um die Nadel zu bedecken

und den Sicherheitsschutz zu schliessen (Abb. G).

Behalten Sie den Zeigefinger oder Daumen immer

hinter der Spitze der Nadel.

ODER

·Drücken Sie den nach unten gerichteten

Sicherheitsschutz auf eine gerade Oberfläche, z.B.

auf den Tisch, um die Nadel zu bedecken und den

Sicherheitsschutz zu schliessen (Abb. H).

·Der Sicherheitsschutz der Injektionsnadel ist

verschlossen, sobald die Spitze der Nadel komplett

bedeckt ist (Abb. I). Vergewissern Sie sich davon

durch hörbare, fühlbare und/oder optische Zeichen.

·Werfen Sie die Nadeln in einen dafür vorgesehenen

Behälter.

·Nur zum einmaligen Gebrauch. Jede nicht

verwendete Suspension muss verworfen werden.

ODER

Zulassungsnummer

58543 (Swissmedic).

Packungen

Salvacyl wird in folgenden 2 Präsentationen geliefert:

·1 Durchstechflasche mit Pulver mit 11,25 mg Triptorelin,

·1 vorgefüllte Spritze mit 2 ml Lösungsmittel,

·1 Flaschenadaptor mit 1 Nadel. (B)

oder

·1 Durchstechflasche mit Pulver mit 11,25 mg Triptorelin,

·1 Ampulle mit 2 ml Lösungsmittel,

·1 Spritze und 2 Nadeln (B)

Zulassungsinhaberin

Debiopharm Research & Manufacturing SA, 1920 Martigny.

Stand der Information

September 2018.

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