Rivez zweimal wöchentlich 4,6 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

29-09-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

29-09-2021

Wirkstoff:
Rivastigmin
Verfügbar ab:
Luye Pharma AG (8028156)
Darreichungsform:
transdermales Pflaster
Zusammensetzung:
Rivastigmin (23590) 25,92 Milligramm
Verabreichungsweg:
transdermale Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
7000190.00.00
Berechtigungsdatum:
2021-08-14

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Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

DE/H/6690/6692/001-002/DC

Transdermales Pflaster

Stand: August 2021

Gebrauchsinformation

Version: 2.0

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

<Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 4,6 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster

<Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist <Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von <Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

beachten?

Wie ist <Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist <Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich und wofür wird es angewendet?

Der Wirkstoff in

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

ist Rivastigmin.

Rivastigmin gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die Cholinesterasehemmer genannt werden. Bei

Patienten mit Alzheimer-Krankheit sterben bestimmte Nervenzellen im Gehirn ab, was zu einem

niedrigen Spiegel des Neurotransmitters Acetylcholin (eine Substanz, welche die Kommunikation der

Nervenzellen miteinander ermöglicht) führt. Rivastigmin wirkt durch Blockade der Enzyme, die

Acetylcholin abbauen: Acetylcholinesterase und Butyrylcholinesterase. Durch Blockade dieser

Enzyme bewirkt Rivastigmin einen Anstieg von Acetylcholin im Gehirn und hilft, die Symptome der

Alzheimer-Demenz zu verringern.

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

wird zur Behandlung von erwachsenen Patienten

mit leichter bis mittelgradiger Alzheimer-Demenz verwendet, einer fortschreitenden Erkrankung des

Gehirns, die schrittweise Gedächtnis, intellektuelle Fähigkeiten und Verhalten beeinflusst.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal

wöchentlich beachten?

<Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich

darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Rivastigmin (den Wirkstoff von

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

) oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses

Arzneimittels sind.

wenn Sie schon einmal allergisch auf ein ähnliches Arzneimittel reagiert haben (Carbamat-

Derivate).

wenn Sie Hautreaktionen haben, die sich über die Pflastergröße hinaus ausdehnen, wenn eine

intensive lokale Reaktion auftritt (wie Blasenbildung, zunehmende Hautentzündung, Schwellung)

und wenn sich der Zustand nicht innerhalb von 48 Stunden nach Entfernung des transdermalen

Pflasters verbessert.

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

DE/H/6690/6692/001-002/DC

Transdermales Pflaster

Stand: August 2021

Gebrauchsinformation

Version: 2.0

Wenn dies auf Sie zutrifft, informieren Sie Ihren Arzt und wenden Sie kein

<Rivastigmin

Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

transdermales Pflaster an.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

anwenden:

wenn Sie einen unregelmäßigen oder langsamen Herzschlag (Herzrhythmusstörungen)

haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie ein aktives Magengeschwür haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie Schwierigkeiten beim Wasserlassen haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie Krampfanfälle haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie Asthma oder eine schwere Atemwegserkrankung haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie krankhaft zittern.

wenn Sie ein sehr niedriges Körpergewicht haben.

wenn Sie Probleme mit Ihrem Verdauungstrakt haben wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Sie können zu viel Flüssigkeit verlieren, wenn Erbrechen und Durchfall zu lange anhalten.

wenn Sie eine eingeschränkte Leberfunktion haben.

Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, muss Ihr Arzt Sie eventuell besonders sorgfältig

überwachen, solange Sie dieses Arzneimittel anwenden.

Sollten Sie die Anwendung von

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

mehr als

drei Tage lang unterbrochen haben, müssen Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie wieder

damit anfangen.

Entfernen Sie sorgfältig das vorhandene Pflaster, bevor Sie ein neues Pflaster anwenden. Wenden Sie

nicht mehr als ein Pflaster gleichzeitig an. Wenn mehrere transdermale Pflaster (oder mehr als ein

transdermales Pflaster) an ihrem Körper angebracht sind, kann das zur Folge haben, dass sie einer

größeren Menge des Wirkstoffs ausgesetzt sind, als Sie sollten.

Kinder und Jugendliche

Es gibt im Anwendungsgebiet Alzheimer-Demenz keinen relevanten Nutzen von <Rivastigmin

Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich bei Kindern und Jugendlichen.

Anwendung von

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich zusammen mit anderen

Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel

einzunehmen.

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

kann Wechselwirkungen mit Anticholinergika

haben, darunter sind einige Arzneimittel, die zur Linderung von Magenkrämpfen oder Spasmen

(z.B. Dicyclomin), zur Behandlung der Parkinson-Krankheit (z.B. Amantadin) oder zur

Vorbeugung von Reisekrankheit angewendet (z.B. Diphenhydramin, Scopolamin oder Meclizin)

werden.

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich sollte nicht gleichzeitig mit Metoclopramid (ein

Arzneimittel zur Linderung oder Verhinderung von Übelkeit und Erbrechen) angewendet werden. Die

gleichzeitige Anwendung beider Arzneimittel kann Probleme wie steife Gliedmaßen und zitternde

Hände verursachen.

Wenn Sie sich einer Operation unterziehen müssen, während Sie

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

transdermale Pflaster anwenden, informieren Sie diesbezüglich Ihren Arzt,

da die Pflaster die Wirkung bestimmter Muskelrelaxanzien während der Narkose verstärken

können.

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

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Transdermales Pflaster

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Version: 2.0

Vorsicht bei Anwendung von <Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich zusammen mit

Betablockern (Arzneimittel wie Atenolol zur Behandlung von Bluthochdruck, Angina und anderen

Herzleiden). Die gleichzeitige Anwendung beider Arzneimittel kann Probleme wie Verlangsamung

des Herzschlags (Bradykardie) verursachen, die zur Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit führen kann.

Schwangerschaft, Stillzeit und

Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Wenn Sie schwanger sind, müssen die Vorteile der Behandlung mit

<Rivastigmin Luye>

<Rivez>

zweimal wöchentlich

sorgfältig gegen die eventuellen Auswirkungen auf das

ungeborene Kind abgewogen werden.

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

sollte

in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist unbedingt notwendig.

Während der Behandlung mit

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

transdermalen

Pflastern dürfen Sie nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Ihr Arzt sagt Ihnen, ob Ihre Erkrankung es zulässt, dass Sie am Straßenverkehr teilnehmen

und Maschinen bedienen.

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

transdermale

Pflaster können Ohnmachtsanfälle und schwere Verwirrtheit verursachen. Falls Sie sich

schwach oder verwirrt fühlen, führen Sie kein Fahrzeug, bedienen Sie keine Maschinen und

tun Sie auch sonst nichts, wofür man konzentrierte Aufmerksamkeit braucht.

3.

Wie ist <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich anzuwenden?

Wenden Sie

dieses Arzneimittel

immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

So beginnt die Behandlung

Ihr Arzt sagt Ihnen, welche Sorte

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich transdermale

Pflaster am besten für Sie geeignet ist.

Normalerweise beginnt die Behandlung mit

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

4,6 mg/24 Stunden

Die empfohlene übliche Tagesdosis beträgt 9,5 mg/24 Stunden. Wird sie gut vertragen, kann der

behandelnde Arzt eine Erhöhung der Dosis auf 13,3 mg/24 Stunden in Betracht ziehen

Eine

Dosierung von 13,3 mg/24 Stunden kann mit <Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

nicht erreicht werden. Sofern diese Dosierung erforderlich ist, sind andere Rivastigmin-haltige

transdermale Pflaster mit der Wirkstärke 13,3 mg/24 h erhältlich.

Tragen Sie immer nur ein

rechteckiges

transdermales Pflaster und ein ovales Abdeckpflaster

zur gleichen Zeit (wie nachfolgend ausführlich beschrieben) und

wechseln Sie die Pflaster

zweimal pro Woche, spätestens nach vier Tagen

Wechseln Sie die Pflaster an zwei festen Tagen:

Jeweils am

Montag und Freitag ODER

Dienstag und Samstag ODER

Mittwoch und Sonntag ODER

Donnerstag und Montag ODER

Freitag und Dienstag ODER

Samstag und Mittwoch ODER

Sonntag und Donnerstag.

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Transdermales Pflaster

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Version: 2.0

Wechseln Sie die Pflaster immer zur selben Tageszeit. Als Erinnerung sollten Sie sich die

Tage und Tageszeit notieren.

Im Laufe der Behandlung kann Ihr Arzt die Dosis noch Ihren persönlichen Bedürfnissen

entsprechend anpassen.

Sollten Sie die Anwendung der transdermalen Pflaster mehr als drei Tage lang unterbrochen

haben, müssen Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie das nächste Pflaster aufkleben. Die

Behandlung mit transdermalem Pflaster kann mit der gleichen Dosis fortgesetzt werden, wenn die

Behandlung nicht länger als drei Tage unterbrochen wurde. Ansonsten wird Ihr Arzt die

Behandlung wieder mit

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

4,6 mg/24 Stunden

beginnen

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

kann zusammen mit Nahrungsmitteln,

Getränken und Alkohol angewendet werden

Die richtige Platzierung von Ihrem

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

transdermalen Pflaster

Bevor Sie ein Pflaster aufkleben, achten Sie darauf, dass Ihre Haut sauber, trocken und

unbehaart ist; frei von Puder, Öl, Feuchtigkeitscreme oder Lotion ist, die das Pflaster daran

hindern können, richtig zu kleben; keine Verletzung, keinen Ausschlag und/oder Reizungen

aufweist.

Entfernen Sie sorgfältig das vorhandene Pflaster, bevor Sie ein neues verwenden.

Mehrere transdermale Pflaster an Ihrem Körper könnten eine überhöhte Menge dieses

Arzneimittels freisetzen, was möglicherweise gefährlich sein könnte.

Kleben Sie

EIN

rechteckiges transdermales Pflaster zusammen mit einem Abdeckpflaster auf

NUR EINEN

der in der folgenden Abbildung gezeigten möglichen Bereiche:

- linker Oberarm

oder

rechter Oberarm

- linker oberer Brustkorb

oder

rechter oberer Brustkorb (jedoch

nicht direkt auf die Brust)

- linker oberer Rückenbereich

oder

rechter oberer Rückenbereich

- linker unterer Rückenbereich

oder

rechter unterer Rückenbereich

Entfernen Sie spätestens nach 4 Tagen das vorhandene Pflaster, bevor Sie

EIN neues transdermales Pflaster und ein Abdeckpflaster auf NUR EINEN

der folgenden möglichen Bereiche kleben.

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

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Transdermales Pflaster

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Version: 2.0

Kleben Sie beim Wechseln der Pflaster, nachdem Sie das vorherige Pflaster entfernt haben, das

neue Pflaster immer in einen anderen Bereich als an den Tagen davor (zum Beispiel vier Tage

auf der rechten Körperseite, an den nächsten drei Tagen links, vier Tage im oberen

Rückenbereich, an den nächsten drei Tagen unten und so weiter). Dieselbe Körperstelle soll

nur einmal alle 14 Tage ein Pflaster tragen.

So kleben Sie Ihr

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich transdermales Pflaster

richtig auf

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich ist zur transdermalen Anwendung.

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich Pflaster bestehen aus zwei Teilen:

einem rechteckigen, durchsichtigen, wirkstoffhaltigen Pflaster (transdermales Pflaster) das in

einem

versiegelten Beutel verpackt ist und

einem ovalen, beige-farbenem Gewebepflaster (Abdeckpflaster) ohne Wirkstoff, das ebenfalls

in einem

versiegelten Beutel verpackt ist. Dieser Beutel ist größer als der des transdermalen

Pflasters.

Wirkstoffhaltiges transdermales Pflaster

Gewebepflaster ohne Wirkstoff

(zur Fixierung)

Öffnen Sie den Beutel und entnehmen Sie das Pflaster erst unmittelbar bevor Sie dieses anwenden.

Es muss

immer

zuerst das

rechteckige

transdermale Pflaster angebracht werden.

Entfernen Sie sorgfältig das vorhandene Pflaster, bevor Sie ein

neues verwenden.

Patienten, die mit der Behandlung zum ersten Mal beginnen

oder die Behandlung mit Rivastigmin nach einer

Behandlungsunterbrechung wieder aufnehmen, bitte bei der

zweiten Abbildung beginnen.

Jedes transdermale Pflaster ist einzeln in einem versiegelten

Beutel verpackt. Öffnen Sie den Beutel erst, wenn Sie

gleich danach das Pflaster aufkleben wollen.

Schneiden Sie den Beutel an den beiden mit einem

Scherensymbol gekennzeichneten Stellen auf, aber nur bis zu der

angegebenen Linie. Reißen Sie den Beutel auf. Schneiden Sie

den Beutel nicht der gesamten Länge nach auf, um eine

Beschädigung des Pflasters zu vermeiden.

Nehmen Sie das rechteckige, durchsichtige Pflaster aus dem

Beutel.

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

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Transdermales Pflaster

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Version: 2.0

Die selbstklebende Seite des Pflasters ist mit einer Schutzfolie

überzogen.

Ziehen Sie eine Hälfte der Schutzfolie ab und achten Sie darauf,

die Klebeflächen nicht mit den Fingern zu berühren

Legen Sie das Pflaster mit der selbstklebenden Seite auf den

oberen oder unteren Rückenbereich, den Oberarm oder den

Brustkorb und ziehen Sie dann die zweite Hälfte der

Schutzfolie ab.

Drücken Sie dann das Pflaster mit der Handfläche für mehr als

15 Sekunden fest, sodass alle Kanten ordentlich haften.

Bringen Sie im nächsten Schritt das

ovale

Abdeckpflaster an.

Schneiden Sie den zweiten, größeren Beutel an den beiden mit

einem Scherensymbol gekennzeichneten Stellen auf, aber nur bis

zu den angegebenen Linien. Reißen Sie den Beutel auf.

Schneiden Sie den Beutel nicht der gesamten Länge nach auf, um

eine Beschädigung des wirkstofffreien Abdeckpflasters zu

vermeiden.

Nehmen Sie das ovale, beige-farbene Abdeckpflaster aus dem

Beutel.

Die selbstklebende Seite des Pflasters ist mit einer Schutzfolie

überzogen.

Ziehen Sie den kleineren Teil der Schutzfolie ab und achten Sie

darauf, die Klebeflächen nicht mit den Fingern zu berühren

Kleben Sie das Abdeckpflaster mit der selbstklebenden Seite

auf das bereits angebrachte transdermale Pflaster, so dass

dieses vollständig abgedeckt ist. Ziehen Sie dann den zweiten

Teil der Schutzfolie ab.

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

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Transdermales Pflaster

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Version: 2.0

Drücken Sie dann das Pflaster mit der Handfläche für

mindestens 30 Sekunden fest, sodass alle Kanten ordentlich

haften.

Als Gedächtnisstütze können Sie beispielsweise den Wochentag mit einem feinen Kugelschreiber

auf das Abdeckpflaster schreiben

Tragen Sie das Pflaster ohne Unterbrechung, bis es Zeit ist, es durch ein neues zu ersetzen. Es kann

sinnvoll sein, für neue Pflaster immer wieder verschiedene Stellen auszuprobieren, um

herauszufinden, welche für Sie am angenehmsten sind und wo die Kleidung am wenigsten auf dem

Pflaster reibt

So nehmen Sie Ihr

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich transdermales Pflaster

ab

Ziehen Sie vorsichtig an einer Ecke des Abdeckpflasters, um es langsam zusammen mit dem

transdermalen Pflaster von der Haut abzuziehen.

Wenn das transdermale Pflaster an der Haut kleben

bleibt, ziehen Sie vorsichtig an einer Ecke, bis es sich vollständig von der Haut ablöst.

Falls Klebstoffrückstände auf Ihrer Haut bleiben sollten, befeuchten Sie behutsam diesen Bereich

mit warmem Wasser und milder Seife oder verwenden Sie Babyöl um diese zu entfernen.

Alkohol oder andere Lösungsmittel (Nagellackentferner oder andere Lösungsmittel) sollten nicht

angewendet werden

Waschen Sie Ihre Hände nach dem Entfernen des Pflasters mit Seife und Wasser. Im Fall eines

Kontakts mit den Augen oder wenn die Augen nach der Handhabung des Pflasters rot werden, spülen

Sie unverzüglich mit viel Wasser und holen Sie medizinischen Rat ein, falls die Symptome nicht

zurückgehen.

Kann man mit Ihrem

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich transdermalen

Pflaster auch baden, schwimmen oder in die Sonne gehen?

Baden, Schwimmen oder Duschen schaden dem Pflaster normalerweise nicht. Achten Sie

jedoch darauf, dass das Pflaster sich nicht lockert oder löst

Setzen Sie das Pflaster nicht über längere Zeit äußeren Wärmequellen aus (z.B. übermäßige

Sonnenstrahlung, Sauna, Solarium)

Was tun, wenn ein Pflaster sich löst?

Wenn ein Pflaster sich löst, kleben Sie ein frisches Pflaster auf und wechseln Sie das Pflaster

wie gewöhnlich zur gleichen Zeit.

Wann und wie lange wird Ihr

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

transdermales Pflaster getragen?

Damit das Arzneimittel optimal wirkt, müssen Sie zweimal pro Woche, spätestens alle 4 Tage ein

frisches Pflaster aufkleben, vorzugsweise zur gleichen Tageszeit

Tragen Sie immer nur ein

rechteckiges transdermales

Pflaster und ein ovales Abdeckpflaster zur

gleichen Zeit und ersetzen Sie das Pflaster zweimal pro Woche an

zwei festen Tagen

durch ein

neues

Wenn Sie eine größere Menge von <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich

angewendet haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich mehrere

rechteckige

transdermale Pflaster gleichzeitig aufgeklebt haben,

nehmen Sie sie alle ab und informieren Sie Ihren Arzt, dass Sie versehentlich mehrere Pflaster

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Transdermales Pflaster

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getragen haben. Möglicherweise benötigen Sie ärztliche Hilfe. Bei manchen Menschen, die

versehentlich zu viel Rivastigmin auf einmal eingenommen haben, sind Übelkeit, Erbrechen,

Durchfall, erhöhter Blutdruck und Halluzinationen aufgetreten. Auch eine Verlangsamung des

Herzschlags und Ohnmachtsanfälle können auftreten

Wenn Sie die Anwendung von

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich vergessen

haben

Wenn Ihnen auffällt, dass Sie vergessen haben, ein Pflaster aufzukleben, holen Sie es sofort nach,

wenn die Behandlung nicht länger als drei Tage unterbrochen wurde. Das nächste Pflaster kleben Sie

dann am gewohnten Tag zur gewohnten Zeit auf, damit Sie wieder mit Ihrem Dosierungsplan

fortfahren können.

Tragen Sie niemals zwei Pflaster auf einmal, um das vergessene Pflaster auszugleichen.

Wenn Sie länger als drei Tage kein Pflaster angewendet haben, müssen Sie mit Ihrem Arzt

sprechen, bevor Sie das nächste Pflaster anwenden.

Wenn Sie die Anwendung von

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich abbrechen

Wenn Sie aufhören, die Pflaster anzuwenden, informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch

dieses Arzneimittel

Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Nebenwirkungen können am ehesten dann auftreten, wenn Sie die Behandlung gerade

begonnen oder die Dosis erhöht haben. In den meisten Fällen werden die Nebenwirkungen

allmählich wieder verschwinden, wenn sich Ihr Körper an das Arzneimittel gewöhnt hat.

Nehmen Sie sofort Ihr Pflaster ab und informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie bei sich eines

der folgenden Symptome bemerken, die schwere Ausmaße annehmen können:

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Appetitlosigkeit

Schwindel

Aufgeregtheit oder Schläfrigkeit

Harninkontinenz (Blasenschwäche

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Störungen des Herzrhythmus (z.B. zu langsamer Herzschlag)

Halluzinationen (Dinge sehen, die es nicht wirklich gibt

Magengeschwür

Dehydrierung (zu starker Flüssigkeitsverlust

Hyperaktivität (hohe Aktivität, Ruhelosigkeit

Aggression

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Stürze

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Steife Arme oder Beine

Zitternde Hände

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Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Allergische Reaktionen an der Stelle, auf der das Pflaster verwendet wurde, z.B. Blasen oder

entzündete Haut

Verschlechterung der Symptome einer Parkinson-Krankheit; z.B. Zittern, Steifheit,

schlurfender Gang

Entzündung der Bauchspeicheldrüse; Anzeichen sind starke Schmerzen im Oberbauch, oft in

Verbindung mit Übelkeit oder Erbrechen

Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag

Bluthochdruck

Krampfanfälle

Lebererkrankungen (gelbe Haut, Gelbfärbung des weißen Bereiches in den Augen, anormales

Dunklerwerden des Urins oder ungeklärte Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Appetitverlust)

Veränderung von Leberfunktionswerten

Ruhelosigkeit

Albträume

Wenn eine dieser Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, nehmen Sie sofort Ihr Pflaster ab und

informieren Sie Ihren Arzt.

Weitere Nebenwirkungen, die bei Rivastigmin Hartkapseln oder Lösung beobachtet wurden

und die möglicherweise auch bei den transdermalen Pflastern auftreten können

:

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Vermehrter Speichelfluss

Appetitverlust

Ruhelosigkeit

Allgemeines Unwohlsein

Zittern oder Verwirrtheit

Vermehrtes Schwitzen

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Unregelmäßiger Herzrhythmus (z.B. zu schneller Herzschlag

Schlafstörungen

Hinfallen

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Krampfanfälle

Darmgeschwür

Brustschmerzen (können durch Herzmuskelkrämpfe verursacht werden)

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Bluthochdruck

Entzündung der Bauchspeicheldrüse; typische Anzeichen sind starke Schmerzen im Oberbauch,

oft in Verbindung mit Übelkeit oder Erbrechen

Blutungen im Darm; zu erkennen als Blut im Stuhl oder im Erbrochenen

Halluzinationen (Dinge sehen, die es nicht wirklich gibt

In einigen Fällen kam es bei heftigem Erbrechen zum Einreißen der Speiseröhre

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind

. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

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Transdermales Pflaster

Stand: August 2021

Gebrauchsinformation

Version: 2.0

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Beutel nach „verwendbar

bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich

Verwenden Sie niemals ein Pflaster, das beschädigt aussieht oder Zeichen einer unsachgemäßen

Behandlung zeigt

Nachdem Sie ein Pflaster abgenommen haben, falten Sie es in der Mitte zusammen, sodass die

klebende Seite innen liegt, und drücken Sie die Klebeflächen zusammen. Stecken Sie das gebrauchte

Pflaster wieder in seinen Beutel und entsorgen Sie es so, dass es nicht in die Hände von Kindern

gelangen kann. Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette

oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie

es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden

Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich enthält

Der Wirkstoff ist Rivastigmin

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich 4,6 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster

Ein transdermales Pflaster setzt pro 24 Stunden 4,6 mg Rivastigmin frei. Ein transdermales

Pflaster von 10,8 cm

Größe enthält 25,92 mg Rivastigmin.

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster

Ein transdermales Pflaster setzt pro 24 Stunden 9,5 mg Rivastigmin frei. Ein transdermales

Pflaster von 21,6 cm

Größe enthält 51,84 mg Rivastigmin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Trägerschicht: Poly(ethylenterephtalat)-Film

Wirkstoffhaltige Schicht:

all-rac

-α-Tocopherol, Poly[(2-ethylhexyl)acrylat-

co

-vinylacetat] (1:1),

Poly(butylmethacrylat-

co

-methylmethacrylat) (3:1)

Wirkstoffdurchlässige Membran: Polyethylen-Film

Klebeschicht: Polyisobutylen (mittleres Molekulargewicht), Polyisobutylen (hohes

Molekulargewicht), Polybuten

Abziehbare Schutzfolie: Silikonisierter Polyester-Film

Blaue Drucktinte

Wie <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich aussieht und Inhalt der Packung

Jedes transdermale Pflaster ist ein dünnes rechteckiges Pflaster mit abgerundeten Ecken

Pflaster ist durchsichtig und trägt den folgenden Aufdruck

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich 4,6 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster:

RID-TDS 4.6 mg/24 h

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster:

RID-TDS 9.5 mg/24 h

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

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Transdermales Pflaster

Stand: August 2021

Gebrauchsinformation

Version: 2.0

Die transdermalen Pflaster sind einzeln in versiegelten Beuteln verpackt. Die Beutel sind mit den

folgenden Angaben gekennzeichnet:

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich 4,6 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster

oder

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster

Jede Packung enthält neben dem transdermalen Pflaster auch ein Abdeckpflaster zur Fixierung.

Jedes Abdeckpflaster ist ein dünnes ovales, beige-farbenes Pflaster.

Die Abdeckpflaster sind einzeln in versiegelten Beuteln verpackt. Die Beutel sind mit den folgenden

Angaben gekennzeichnet:

Abdeckpflaster ohne

Wirkstoff

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich

ist in Packungen mit 2, 8, 16 oder 24

transdermalen Pflastern und 2, 8, 16 oder 24 Abdeckpflastern erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Luye Pharma AG

Am Windfeld 35

83714 Miesbach

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im: August 2021

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

DE/H/6690/6691/001-002/DC

Transdermales Pflaster

Stand: August 2021

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Version: 2.0

FACHINFORMATION

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

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Transdermales Pflaster

Stand: August 2021

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1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

<Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 4,6 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster

<Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

<Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 4,6 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster

Ein transdermales Pflaster setzt pro 24 Stunden 4,6 mg Rivastigmin frei.

Ein transdermales Pflaster von 10,8 cm

Größe enthält 25,92 mg Rivastigmin.

<Rivastigmin Luye><Rivez>zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster

Ein transdermales Pflaster setzt pro 24 Stunden 9,5 mg Rivastigmin frei.

Ein transdermales Pflaster von 21,6 cm

Größe enthält 51,84 mg Rivastigmin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

<Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 4,6 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster

Das Pflaster ist ein dünnes, rechteckiges transdermales Pflaster vom Matrixtyp. Die Außenseite der

Trägerschicht ist durchsichtig.

Jedes Pflaster trägt den blauen Aufdruck: RID-TDS 4.6 mg/24 h

<Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster

Das Pflaster ist ein dünnes, rechteckiges transdermales Pflaster vom Matrixtyp. Die Außenseite der

Trägerschicht ist durchsichtig.

Jedes Pflaster trägt den blauen Aufdruck: RID-TDS 9.5 mg/24 h

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

<Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich transdermale Pflaster sollten

zweimal

wöchentlich

an festgelegten Tagen (nach vier bzw. drei Tagen) angewendet werden (siehe auch Art

der Anwendung). Die Behandlung ist durch einen Arzt zu beginnen und zu überwachen, der Erfahrung

in der Diagnose und Therapie der Alzheimer-Demenz besitzt. Die Diagnose ist nach den derzeit

gültigen Richtlinien zu stellen. Wie jede Therapie bei Demenz-Patienten darf eine Therapie mit

Rivastigmin nur begonnen werden, wenn eine Bezugsperson zur Verfügung steht, die die regelmäßige

Anwendung gewährleistet und die Behandlung überwacht.

Dosierung

Transdermales Pflaster

Rivastigmin-Freisetzung

innerhalb 24 Stunden in vivo

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich 4,6 mg/24 Stunden

4,6 mg

<Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 Stunden

9,5 mg

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

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Anfangsdosis

Die Einleitung der Behandlung erfolgt mit 4,6 mg/24 Stunden.

Erhaltungsdosis

Nach mindestens vierwöchiger Behandlung, und wenn diese Dosis nach Einschätzung des

behandelnden Arztes gut vertragen wird, sollte die Dosis von 4,6 mg/24 Stunden auf die empfohlene

tägliche wirksame Dosis von 9,5 mg/24 Stunden erhöht werden. Diese sollte solange angewendet

werden, wie der Patient daraus einen therapeutischen Nutzen zieht.

Dosiserhöhung

9,5 mg/24 Stunden ist die empfohlene tägliche wirksame Dosis. Diese sollte solange angewendet

werden, wie der Patient daraus einen therapeutischen Nutzen zieht. Wenn die Dosis von 9,5 mg/24

Stunden gut vertragen wird, und nur nach einer Behandlungsdauer von mindestens sechs Monaten,

kann der behandelnde Arzt in Betracht ziehen, die Dosis bei Patienten, die eine deutliche kognitive

Verschlechterung (z.B. Verringerung des MMSE) und/oder einen funktionellen Rückgang (basierend

auf der Beurteilung durch einen Arzt) gezeigt haben, während sie mit der empfohlenen täglichen

wirksamen Dosis von 9,5 mg/24 Stunden behandelt wurden, auf 13,3 mg/24 Stunden zu erhöhen

(siehe Abschnitt 5.1).

Eine Dosierung von 13,3 mg/24 Stunden kann mit diesem Arzneimittel nicht erreicht werden. Sofern

diese Dosierung erforderlich ist, sind andere Rivastigmin-haltige transdermale Pflaster mit der

Wirkstärke 13,3 mg/24 h erhältlich.

Der klinische Nutzen von Rivastigmin sollte regelmäßig überprüft werden. Ein Abbruch der

Behandlung sollte in Betracht gezogen werden, falls eine therapeutische Wirkung bei der optimalen

Dosis nicht mehr nachweisbar ist.

Falls gastrointestinale Nebenwirkungen auftreten, ist die Behandlung bis zum Abklingen der

Symptome zeitweise zu unterbrechen. Wenn die Unterbrechung nicht länger als drei Tage dauerte,

kann die Behandlung mit dem transdermalen Pflaster in unveränderter Dosierung fortgeführt werden.

Andernfalls ist die Behandlung mit 4,6 mg/24 Stunden wiederaufzunehmen.

Umstellung von Hartkapseln oder Lösung zum Einnehmen auf transdermale Pflaster

Basierend auf einer zwischen oralem und transdermalem Rivastigmin vergleichbaren Exposition (siehe

Abschnitt 5.2) können Patienten, die zuvor mit Rivastigmin Hartkapseln oder Rivastigmin Lösung

zum Einnehmen behandelt wurden, nach folgendem Schema auf <Rivastigmin Luye><Rivez>

zweimal wöchentlich transdermale Pflaster umgestellt werden:

Patienten mit einer Tagesdosis von 3 mg Rivastigmin oral können auf 4,6 mg/24 Stunden

transdermale Pflaster umgestellt werden.

Patienten mit einer Tagesdosis von 6 mg Rivastigmin oral können auf 4,6 mg/24 Stunden

transdermale Pflaster umgestellt werden.

Patienten mit einer stabilen und gut vertragenen Tagesdosis von 9 mg Rivastigmin oral können auf

9,5 mg/24 Stunden transdermale Pflaster umgestellt werden. Ist die orale Dosis von 9 mg pro Tag

nicht stabil oder wird sie nicht gut vertragen, wird eine Umstellung auf 4,6 mg/24 Stunden

transdermale Pflaster empfohlen.

Patienten mit einer Tagesdosis von 12 mg Rivastigmin oral können auf 9,5 mg/24 Stunden

transdermale Pflaster umgestellt werden.

Nach der Umstellung auf 4,6 mg/24 Stunden transdermale Pflaster sollte, vorausgesetzt diese werden

nach einer mindestens vierwöchigen Behandlung gut vertragen, auf die empfohlene wirksame Dosis

von 9,5 mg/24 Stunden erhöht werden.

Es wird empfohlen, das erste transdermale Pflaster am Tag nach der letzten oralen Dosis aufzubringen.

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

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Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche: Es gibt im Anwendungsgebiet Alzheimer-Demenz keinen relevanten

Nutzen von Rivastigmin bei Kindern und Jugendlichen.

Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 kg: Besondere Vorsicht gilt bei Patienten mit einem

Körpergewicht unter 50 kg bei einer Dosistitration oberhalb der empfohlenen wirksamen Dosis von

9,5 mg/24 Stunden (siehe Abschnitt 4.4). Bei diesen Patienten können verstärkt Nebenwirkungen

auftreten, und ein Therapieabbruch wegen Nebenwirkungen kann wahrscheinlicher sein.

Leberinsuffizienz: Aufgrund der erhöhten Exposition bei leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz wie

sie auch mit den oralen Darreichungsformen beobachtet wurde, sollten die Empfehlungen zur

Dosistitration nach individueller Verträglichkeit genau eingehalten werden. Bei Patienten mit klinisch

signifikanten Leberfunktionsstörungen können mehr dosisabhängige Nebenwirkungen auftreten.

Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz wurden nicht untersucht. Besondere Vorsicht ist bei der

Titration dieser Patienten geboten (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Niereninsuffizienz: Bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion ist keine

Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Art der Anwendung

<Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich ist zur transdermalen Anwendung.

Die transdermalen Pflaster sind

zweimal wöchentlich

an festgelegten Tagen (nach vier bzw. drei

Tagen) auf saubere, trockene, unbehaarte, intakte gesunde Haut im oberen oder unteren

Rückenbereich, Oberarm oder Brustkorb aufzukleben, und zwar an einer Stelle ohne Reibung durch

eng anliegende Kleidungsstücke. Es wird nicht empfohlen, das transdermale Pflaster auf den

Oberschenkel oder Bauchbereich aufzukleben, da dort die Bioverfügbarkeit von Rivastigmin

vermindert ist.

Das transdermale Pflaster soll nicht auf gerötete, gereizte oder verletzte Haut aufgebracht werden. Zur

Minimierung des möglichen Risikos von Hautreizungen ist es zu vermeiden, innerhalb von 14 Tagen

ein Pflaster mehrmals auf dieselbe Stelle aufzukleben.

Um die Haftfähigkeit des transdermalen Pflasters nicht zu beeinträchtigen, dürfen auf die Stelle, auf

die das Pflaster aufgebracht werden soll, zuvor keine Cremes, Lotionen oder Puder aufgetragen

werden.

Patienten und Pflegepersonen sollten über wichtige Anwendungshinweise aufgeklärt werden:

Die Packung enthält ein rechteckiges, transparentes transdermales Pflaster und ein ovales,

beigefarbenes Abdeckpflaster für jeweils eine Anwendung. Beide Pflaster sind einzeln in Beuteln

verpackt.

Das Abdeckpflaster dient ausschließlich der Fixierung des transdermalen Pflasters.

Das vorherige Pflaster muss vor dem Aufkleben eines neuen Pflasters entfernt werden (siehe

Abschnitt 4.9).

Nach spätestens 4 Tagen ist das Pflaster durch ein neues zu ersetzen

. Es darf jeweils nur ein

Pflaster zur gleichen Zeit getragen werden (siehe Abschnitt 4.9).

Das Pflaster ist mindestens 15 Sekunden mit der Handfläche kräftig anzudrücken, bis die Ränder

sicher kleben. Dann wird das Abdeckpflaster über das transdermale Pflaster geklebt und

mindestens 30 Sekunden mit der Handfläche kräftig angedrückt, bis die Ränder sicher kleben.

Falls sich das Pflaster löst, sollte ein neues aufgebracht werden und dann zur gleichen Zeit wie

üblich ersetzt werden.

Das Pflaster kann in allen Alltagssituationen getragen werden, auch beim Duschen/Baden und bei

heißem Wetter.

Das Pflaster sollte externen Hitzequellen (z.B. übermäßiges Sonnenlicht, Sauna, Solarium) nicht

über einen langen Zeitraum ausgesetzt werden.

Das Pflaster sowie auch das Abdeckpflaster dürfen nicht in Stücke geschnitten werden

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4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Rivastigmin, gegen andere Carbamat-Derivate oder einen

der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Vorgeschichte mit Reaktionen an der Anwendungsstelle als Hinweis auf eine allergische

Kontaktdermatitis mit Rivastigmin-Pflastern (siehe Abschnitt 4.4).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

<Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich sind Pflaster zur mehrtägigen Anwendung.

Es ist Vorsicht geboten und die gleichzeitige Anwendung von mehr als einem Pflaster ist zu

vermeiden.

Das Auftreten und die Schwere von Nebenwirkungen nehmen in der Regel mit höheren Dosen zu,

insbesondere im Anschluss an die Dosissteigerung. Wenn die Behandlung länger als drei Tage

unterbrochen wurde, ist sie mit 4,6 mg/24 Stunden wiederaufzunehmen.

Unsachgemäße Anwendung des Arzneimittels und Dosierungsfehler, die zu einer Überdosierung

führen

Die unsachgemäße Anwendung des Arzneimittels und Dosierungsfehler mit Rivastigmin

transdermalen Pflastern führten zu schweren Nebenwirkungen; in einigen Fällen war eine

Hospitalisierung erforderlich und in seltenen Fällen kam es zu Todesfällen (siehe Abschnitt 4.9). Die

häufigsten Fälle von unsachgemäßer Anwendung des Arzneimittels und Dosierungsfehlern betrafen

das Nicht-Entfernen des alten Pflasters beim Aufbringen eines neuen und die Anwendung mehrerer

Pflaster gleichzeitig. Patienten und ihre Pflegepersonen müssen über die wichtigen

Anwendungshinweise für Rivastigmin Luye zweimal wöchentlich transdermale Pflaster aufgeklärt

werden (siehe Abschnitt 4.2).

Gastrointestinale Beschwerden

Gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö sind dosisabhängig und können

bei Therapiebeginn und/oder Dosissteigerungen auftreten (siehe Abschnitt 4.8). Diese

Nebenwirkungen treten häufiger bei Frauen auf. Patienten, die Krankheitszeichen oder Symptome

einer Dehydrierung nach anhaltendem Erbrechen oder Durchfall zeigen, können mit intravenöser

Flüssigkeitsgabe und Dosisreduktion oder Absetzen des Arzneimittels versorgt werden, wenn die

Dehydrierung erkannt und sofort behandelt

wird. Eine Dehydrierung kann schwere Folgen nach sich

ziehen.

Gewichtsverlust

Patienten mit Alzheimer-Demenz verlieren unter der Behandlung mit Cholinesterasehemmern wie

Rivastigmin möglicherweise an Gewicht. Während der Behandlung mit Rivastigmin Luye zweimal

wöchentlich transdermalen Pflastern sollte das Gewicht der Patienten überwacht werden.

Bradykardie

Rivastigmin kann Bradykardie verursachen, die ein Risikofaktor für das Auftreten von Torsade de

Pointes darstellt, vor allem bei Patienten mit Risikofaktoren. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit

einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Torsade de Pointes; wie zum Beispiel solche mit nicht

kompensierter Herzinsuffizienz, kürzlichem Herzinfarkt, Bradyarrhythmien, einer Prädisposition zu

Hypokaliämien oder Hypomagnesämien oder mit Begleitmedikation, die bekannterweise zu einer QT-

Verlängerung und/oder Torsade de Pointes führt (siehe Abschnitt 4.5 und 4.8).

Andere Nebenwirkungen

<Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich transdermale Pflaster sind in folgenden Fällen nur

mit besonderer Vorsicht zu verordnen:

Patienten mit Sick-Sinus-Syndrom oder Störungen der Erregungsleitung (sinuatrialer oder

atrioventrikulärer Block, siehe Abschnitt 4.8);

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Patienten mit floriden Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren oder mit einer Prädisposition für

solche Erkrankungen, da Rivastigmin die Magensäuresekretion erhöhen kann (siehe Abschnitt 4.8);

Patienten mit Neigung zu Harnstauung und Krampfanfällen, da Cholinomimetika diese auslösen

oder verstärken können;

Patienten mit Asthma oder obstruktiver Lungenerkrankung in der Vorgeschichte.

Hautreaktionen an der Applikationsstelle

Es können durch Rivastigmin-Pflaster an der Anwendungsstelle Hautreaktionen auftreten, die

üblicherweise in milder oder mäßiger Intensität verlaufen. Patienten und Pflegepersonal sollten

entsprechend aufgeklärt werden.

Diese Reaktionen alleine sind noch kein Anzeichen für eine Sensibilisierung. Allerdings kann die

Anwendung von Rivastigmin-Pflastern zu einer allergischen Kontaktdermatitis führen.

Eine allergische Kontaktdermatitis sollte in Betracht gezogen werden, wenn sich die Reaktionen an

der Anwendungsstelle über die Pflastergröße hinaus ausdehnen, wenn es Anzeichen für eine intensive

lokale Reaktion gibt (z.B. eine sich vergrößernde Hautrötung, Ödeme, Hautknötchen,

Bläschenbildung) und wenn sich die Symptome nicht innerhalb von 48 Stunden nach Entfernung des

Pflasters signifikant bessern. In diesen Fällen soll die Behandlung abgebrochen werden (siehe

Abschnitt 4.3).

Patienten, die eine Reaktion an der Anwendungsstelle entwickeln, welche auf eine allergische

Kontaktdermatitis mit Rivastigmin-Pflastern hindeutet, und die dennoch einer Rivastigmin-

Behandlung bedürfen, sollten nur nach einem negativen Allergietest und unter enger medizinischer

Überwachung auf eine orale Rivastigmin-Behandlung umgestellt werden. Es ist möglich, dass manche

Patienten, die durch die Anwendung von Rivastigmin-Pflastern gegenüber Rivastigmin sensibilisiert

sind, Rivastigmin in keiner Darreichungsform anwenden können.

Es gibt seltene Berichte nach Markteinführung über Patienten, mit allergischer Dermatitis

(disseminiert) nach Verabreichung von Rivastigmin, unabhängig von der Art der Anwendung (oral,

transdermal). In diesen Fällen sollte die Behandlung abgebrochen werden (siehe Abschnitt 4.3).

Sonstige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Rivastigmin kann extrapyramidale Symptome verschlimmern oder induzieren.

Nach Handhabung eines <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich transdermalen Pflasters

ist der Kontakt mit den Augen zu vermeiden (siehe Abschnitt 5.3). Die Hände sind nach dem

Entfernen des Pflasters mit Seife und Wasser zu waschen. Im Fall eines Kontakts mit den Augen oder

wenn die Augen nach der Handhabung des Pflasters rot werden, ist unverzüglich mit viel Wasser zu

spülen und medizinischer Rat einzuholen, falls die Symptome nicht zurückgehen.

Besondere Patientengruppen

Bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 kg können verstärkt Nebenwirkungen auftreten,

und ein Therapieabbruch wegen Nebenwirkungen ist wahrscheinlicher (siehe Abschnitt 4.2). Bei

diesen Patienten ist die Dosis vorsichtig zu steigern und auf Nebenwirkungen zu achten (z.B.

übermäßige Übelkeit oder Erbrechen). Beim Auftreten dieser Nebenwirkungen ist zu erwägen, die

Erhaltungsdosis auf das 4,6 mg/24 Stunden transdermale Pflaster zu reduzieren.

Patienten mit Leberfunktionsstörung: Bei Patienten mit klinisch signifikanten

Leberfunktionsstörungen können verstärkt Nebenwirkungen auftreten. Die Empfehlungen zur

Dosistitration nach individueller Verträglichkeit sollen genau eingehalten werden. Patienten mit

schweren Leberfunktionsstörungen wurden nicht untersucht. Besondere Vorsicht ist bei der

Titration dieser Patienten geboten (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

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4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine gezielten Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit Rivastigmin

transdermalen Pflastern durchgeführt.

Aufgrund seiner Eigenschaft als Cholinesterasehemmer verstärkt Rivastigmin möglicherweise

während der Anästhesie die Wirkung von Muskelrelaxanzien vom Succinylcholin-Typ. Vorsicht ist

geboten bei der Auswahl von Anästhetika. Mögliche Dosisanpassungen oder eine zeitweilige

Unterbrechung der Behandlung können gegebenenfalls in Betracht gezogen werden.

Aufgrund seiner pharmakodynamischen Wirkungen und möglicher additiver Effekte sollte

Rivastigmin nicht zusammen mit anderen Cholinomimetika gegeben werden. Ein Einfluss von

Rivastigmin auf die Wirkung von Anticholinergika kann nicht ausgeschlossen werden (z.B.

Oxybutynin, Tolterodin).

Es wurde über additive Effekte berichtet, die bei kombiniertem Gebrauch von verschiedenen

Betablockern (einschließlich Atenolol) und Rivastigmin zu Bradykardie führen (die möglicherweise

eine Synkope zur Folge haben kann). Kardiovaskuläre Betablocker werden mit dem höchsten Risiko

assoziiert, es wurde in diesem Zusammenhang aber auch über Patienten berichtet, die andere

Betablocker verwenden. Es ist daher Vorsicht geboten, wenn Rivastigmin zusammen mit

Betablockern und auch mit anderen Bradykardie-auslösenden Arzneimitteln (z.B. Klasse-III

Antiarrhythmika, Kalziumkanalantagonisten, Digitalis-Glykosid, Pilocarpin) angewendet wird.

Da Bradykardie ein Risikofaktor für das Auftreten von Torsade de Pointes ist, sollte die Kombination

von Rivastigmin mit anderen Torsade de Pointes-induzierenden Arzneimitteln wie Antipsychotika

z.B. einige Phenothiazine (Chlorpromazin, Levomepromazin), Benzamide (Sulpirid, Sultoprid,

Amisulprid, Tiaprid, Veraliprid), Pimozid, Haloperidol, Droperidol, Cisaprid, Citalopram,

Diphemanil, Erythromycin i.v., Halofantrin, Mizolastin, Methadon, Pentamidin und Moxifloxacin, mit

Vorsicht beobachtet werden und es könnte eine klinische Überwachung (EKG) ebenfalls erforderlich

sein.

In Studien an gesunden Probanden wurden keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen

oralem Rivastigmin und Digoxin, Warfarin, Diazepam oder Fluoxetin beobachtet. Die unter Warfarin

verlängerte Prothrombinzeit wird von oralem Rivastigmin nicht beeinflusst. Nach gleichzeitiger Gabe

von Digoxin und oralem Rivastigmin wurden keine unerwünschten Wirkungen auf die kardiale

Erregungsleitung beobachtet.

Die gleichzeitige Gabe von Rivastigmin und häufig verordneten Arzneimitteln wie Antazida,

Antiemetika, Antidiabetika, zentral wirksamen Antihypertensiva, Kalziumantagonisten, inotropen

Wirkstoffen, Angina-pectoris-Therapeutika, nicht steroidalen Antiphlogistika, Östrogenen,

Analgetika, Benzodiazepinen und Antihistaminika war nicht mit Veränderungen der Kinetik von

Rivastigmin oder einem erhöhten Risiko für klinisch relevante unerwünschte Wirkungen assoziiert.

Aufgrund der Art des Abbaus im Körper erscheinen metabolische Arzneimittelwechselwirkungen

unwahrscheinlich, obwohl Rivastigmin möglicherweise den durch Butyrylcholinesterase vermittelten

Abbau anderer Arzneimittel hemmt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bei trächtigen Tieren überschritten Rivastigmin und/oder dessen Metaboliten die Plazentaschranke. Es

ist nicht bekannt, ob dies für Menschen zutrifft. Es liegen keine klinischen Daten über exponierte

Schwangere vor. In peri-/postnatalen Studien an Ratten wurde eine verlängerte Tragzeit beobachtet.

Rivastigmin darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig

erforderlich.

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Stillzeit

Bei Tieren wird Rivastigmin mit der Muttermilch ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob Rivastigmin

beim Menschen in die Muttermilch übertritt; daher dürfen Patientinnen während einer Behandlung mit

Rivastigmin nicht stillen.

Fertilität

Bei Ratten wurden durch Rivastigmin keine Beeinträchtigungen der Fertilität oder

Reproduktionsleistung beobachtet (siehe Abschnitt 5.3). Es sind keine Auswirkungen von Rivastigmin

auf die Fertilität von Menschen bekannt.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die Alzheimer-Krankheit kann allmählich zu einer Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit und der

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen führen. Weiterhin kann Rivastigmin Synkopen und Delirium

hervorrufen. Folglich hat Rivastigmin geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und

die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Die Fähigkeit von mit Rivastigmin behandelten Demenz-

Patienten zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen komplizierter Maschinen ist

daher regelmäßig vom behandelnden Arzt zu überprüfen.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Hautreaktionen an der Applikationsstelle (üblicherweise gering- bis mittelgradiges Erythem an der

Applikationsstelle) sind die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei der Anwendung von

Rivastigmin transdermalem Pflaster. Die nächsthäufigen Nebenwirkungen sind gastrointestinaler Art,

einschließlich Übelkeit und Erbrechen

.

Die Nebenwirkungen in Tabelle 1 sind gemäß MedDRA Systemorganklassen und

Häufigkeitskategorien aufgelistet. Die Häufigkeitskategorien entsprechen folgender Konvention: sehr

häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1.000, <1/100); selten (≥1/10.000, <1/1.000);

sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In Tabelle 1 sind die unerwünschten Arzneimittelreaktionen aufgeführt, die bei 1670 Alzheimer-

Patienten auftraten, die im Rahmen von randomisierten, doppelblinden, placebo- und

wirkstoffkontrollierten klinischen Studien zu Rivastigmin transdermalen Pflastern für die Dauer von

24 bis 48 Wochen behandelt wurden und aus Daten nach der Markteinführung.

Tabelle 1

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig

Harnwegsinfektionen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig

Appetitlosigkeit, verminderter Appetit

Gelegentlich

Dehydration

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig

Angst, Depression, Delirium, Agitiertheit

Gelegentlich

Aggression

Nicht bekannt

Halluzinationen, Ruhelosigkeit, Albträume

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig

Kopfschmerzen, Synkope, Schwindel

Gelegentlich

Psychomotorische Überaktivität

Sehr selten

Extrapyramidale Symptome

Nicht bekannt

Verschlechterung einer Parkinson-Erkrankung, Krampfanfälle, Tremor,

Somnolenz

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Herzerkrankungen

Gelegentlich

Bradykardie

Nicht bekannt

AV-Block, Vorhofflimmern, Tachykardie, Sick-Sinus-Syndrom

Gefäßerkrankungen

Nicht bekannt

Bluthochdruck

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Dyspepsie, Bauchschmerzen

Gelegentlich

Magenulcera

Nicht bekannt

Pankreatitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Nicht bekannt

Hepatitis, erhöhte Leberfunktionswerte

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig

Hautausschlag

Nicht bekannt

Pruritus, Erythem, Urtikaria, Hautbläschen, allergische Dermatitis

(disseminiert)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig

Harninkontinenz

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig

Hautreaktionen an der Applikationsstelle (z.B. Erythem an der

Applikationsstelle, Pruritus an der Applikationsstelle, Ödem an der

Applikationsstelle, Dermatitis an der Applikationsstelle, Irritation an der

Applikationsstelle), asthenische Erscheinungen (z.B. Abgeschlagenheit,

Kraftlosigkeit), Fieber, Gewichtsabnahme

Selten

Stürze

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Bei Anwendung höherer Dosen als 13,3 mg/24 Stunden traten in der oben genannten

placebokontrollierten Studie Schlaflosigkeit und Herzversagen häufiger auf als unter 13,3 mg/24

Stunden oder Placebo, was auf eine Dosis-Wirkungs-Beziehung hindeutet. Unter Rivastigmin 13,3

mg/24 Stunden transdermale Pflaster traten die Ereignisse jedoch nicht häufiger auf als unter Placebo.

Folgende Nebenwirkungen sind lediglich unter Rivastigmin Hartkapseln und Lösung zum Einnehmen

beobachtet worden und nicht in den klinischen Studien zu Rivastigmin transdermalen Pflastern:

Unwohlsein, Verwirrtheit, vermehrtes Schwitzen (häufig); Duodenalulcera, Angina pectoris (selten);

gastrointestinale Blutungen (sehr selten); einzelne Fälle von schwerem Erbrechen waren mit einer

Ösophagusruptur verbunden (nicht bekannt).

Hautreizung

In einer vergleichenden Bioverfügbarkeitsstudie mit multipler Pflasterapplikation (über einen

Zeitraum von 11 Tagen) an 58 gesunden männlichen Probanden im Alter von 18 bis 50 Jahren wurden

die meisten der beobachteten Reaktionen an der Applikationsstelle mit Score 1 ("minimales Erythem,

kaum wahrnehmbar") und Score 2 ("deutliches Erythem, gut sichtbar; minimales Ödem oder minimale

papulöse Reaktion") entsprechend der von der EMA-Leitlinie (EMA/CPMP/EWP/280/96 Corr1)

vorgeschlagenen Klassifizierung bewertet. In sehr wenigen Fällen wurde Score 3 ("Rötungen und

Knötchen") vergeben. In einem einzigen Fall wurde kurz nach der Entfernung des letzten von drei

Pflastern eine Reizung der Applikationsstelle beobachtet. Diese Reaktion an der Applikationsstelle

war nur leicht ausgeprägt und klang am Abend desselben Tages spontan ab. Keine der beobachteten

Reaktionen an der Applikationsstelle führte zum Abbruch der Behandlung oder erforderte eine

Behandlung. Alle Reaktionen an der Applikationsstelle verbesserten sich im Laufe der Zeit innerhalb

des Beobachtungsintervalls von 48 Stunden nach Entfernung des Pflasters.

In einer weiteren klinischen Studie zur Untersuchung der Klebefähigkeit der Pflaster und

Hautreizungen, wurde eine einzelne Pflasterapplikation bei älteren Probanden (48 Probanden im Alter

zwischen 55 und 90 Jahren) durchgeführt. Hier waren die Reaktionen an der Applikationsstelle meist

von geringer Intensität. Die am häufigsten beobachtete dermatologische Reaktion war ein Erythem.

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Im Allgemeinen kam es innerhalb des Beobachtungszeitraums von 72 Stunden nach Entfernen des

Pflasters zu einer Besserung der an der Applikationsstelle aufgetretenen Reaktionen.

Bei 6 Probanden (12,50 %) wurde nach Entfernung des Pflasters eine vesikuläre Reaktion [Score 6

gemäß der in der EMA-Leitlinie (EMA/CPMP/EWP/280/96 Corr1) vorgeschlagenen Klassifizierung

und Score 5 entsprechend dem Frage & Antwort-Dokument (veröffentlicht im Juni 2018)] beobachtet.

In allen Fällen war die Reaktion von leichter Ausprägung und klang innerhalb kurzer Zeit (wenige

Stunden bis wenige Tage) nach Entfernung des Pflasters spontan ab.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

In den meisten Fällen unbeabsichtigter Überdosierung von oralem Rivastigmin traten keine klinischen

Anzeichen oder Symptome auf, und fast alle Patienten setzten die Behandlung mit Rivastigmin 24

Stunden nach der Überdosierung fort.

Es wurde eine cholinerge Toxizität mit muskarinischen Symptomen berichtet, die mit moderaten

Vergiftungserscheinungen wie Miosis, Hitzegefühl, Verdauungsstörungen einschließlich

Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Bradykardie, Bronchospasmus und erhöhter

Bronchialsekretionen, Hyperhidrose, unfreiwilligem Wasserlassen und/oder Stuhlgang, Tränenfluss,

Hypotonie und vermehrtem Speichelfluss einherging.

In schwereren Fällen können nikotinerge Effekte entwickelt werden, wie Muskelschwäche,

Faszikulationen, Krampfanfälle und Atemstillstand mit möglichem tödlichen Ausgang.

Darüber hinaus gab es nach der Markteinführung Fälle von Schwindel, Tremor, Kopfschmerzen,

Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Bluthochdruck, Halluzinationen und Unwohlsein. Überdosierung mit

Rivastigmin transdermalem Pflaster resultierend aus unsachgemäßer Anwendung/ von

Dosierungsfehlern (gleichzeitige Anwendung von mehreren Pflastern) wurde nach Markteinführung

berichtet und selten in klinischen Studien.

Behandlung

Da Rivastigmin eine Plasmahalbwertszeit von etwa 3,4 Stunden hat und die Acetylcholinesterase über

einen Zeitraum von etwa 9 Stunden hemmt, wird für den Fall einer asymptomatischen Überdosierung

empfohlen, alle vorhandenen <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich transdermalen

Pflaster abzunehmen und in den nächsten 24 Stunden kein weiteres transdermales Pflaster

aufzubringen. Bei Überdosierung mit schwerer Übelkeit und Erbrechen ist die Gabe von Antiemetika

zu erwägen. Bei anderen unerwünschten Wirkungen ist gegebenenfalls symptomatisch zu behandeln.

Bei massiver Überdosierung kann Atropin verabreicht werden. Initial werden 0,03 mg/kg

Atropinsulfat intravenös empfohlen; weitere Dosen sollten nach der klinischen Reaktion bemessen

werden. Die Verwendung von Scopolamin als Antidot ist nicht zu empfehlen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Psychoanaleptika, Cholinesterasehemmer, ATC-Code: N06DA03

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

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Transdermales Pflaster

Stand: August 2021

Fachinformation

Version: 2.0

Rivastigmin ist ein Hemmstoff der Acetyl- und Butyrylcholinesterase vom Carbamat-Typ, von dem

angenommen wird, dass er die cholinerge Neurotransmission durch Verlangsamung des Abbaus von

Acetylcholin fördert, welches von funktionell intakten cholinergen Neuronen freigesetzt wird. Aus

diesem Grund kann Rivastigmin die bei der Demenz in Zusammenhang mit Alzheimer-Krankheit

auftretenden cholinerg vermittelten kognitiven Defizite günstig beeinflussen.

Rivastigmin geht mit seinen Zielenzymen eine kovalente Bindung ein, wodurch die Enzyme

vorübergehend inaktiviert werden. Eine orale Dosis von 3 mg setzt bei gesunden jungen männlichen

Freiwilligen die Acetylcholinesterase-(AChE-) Aktivität im Liquor innerhalb der ersten 1,5 Stunden

nach Einnahme um etwa 40 % herab. Etwa 9 Stunden nach Erreichen des maximalen Hemmeffektes

kehrt die Aktivität des Enzyms auf die Ausgangswerte zurück. Bei Patienten mit Alzheimer-Krankheit

war die Hemmung der AChE im Liquor durch orales Rivastigmin bis zur höchsten untersuchten Dosis

von zweimal 6 mg pro Tag dosisabhängig. Die Hemmung der Butyrylcholinesterase-Aktivität im

Liquor von 14 mit oralem Rivastigmin behandelten Alzheimer-Patienten war ähnlich der bei

Hemmung der AChE-Aktivität.

Klinische Studien bei Alzheimer-Demenz mit dem einmal täglich anzuwendenden Referenzpflaster

Die Wirksamkeit der Rivastigmin transdermalen Pflaster bei Patienten mit Alzheimer-Demenz wurde

in einer doppelblinden, placebokontrollierten, pivotalen Studie von 24 Wochen Dauer sowie einer

anschließenden nicht verblindeten Verlängerungsstudie und einer 48-wöchigen doppelblinden

Vergleichsstudie untersucht.

24-wöchige placebokontrollierte Studie

Die untersuchten Patienten der placebokontrollierten Studie hatten einen MMSE-Wert (Mini-Mental

State Examination) von 10 bis 20. Die Beurteilung der Wirksamkeit erfolgte mit Hilfe voneinander

unabhängiger Messverfahren, die im Laufe des 24-wöchigen Behandlungszeitraums regelmäßig

angewendet wurden. Zu diesen Messverfahren zählen ADAS-Cog (Alzheimer’s Disease Assessment

Scale – Cognitive subscale, ein leistungsbezogenes Instrument zur Messung der kognitiven Fähigkeit),

ADCS-CGIC (Alzheimer’s Disease Cooperative Study – Clinician’s Global Impression of Change,

eine umfassende globale Bewertung des Patienten durch den Arzt unter Einbeziehung der Angaben

der Betreuungsperson) und ADCS-ADL (Alzheimer’s Disease Cooperative Study – Activities of Daily

Living, eine von der Betreuungsperson vorgenommene Bewertung der Aktivitäten des täglichen

Lebens wie Körperpflege, Nahrungsaufnahme, Bekleidung, Haushaltsarbeiten wie Einkaufen, Erhalt

der Orientierungsfähigkeit sowie die Erledigung von Geldangelegenheiten). Die Ergebnisse aller drei

Messverfahren nach 24 Wochen sind in Tabelle 2 zusammengefasst.

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

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Tabelle 2

ITT-LOCF-Population

Rivastigmin

9,5 mg/24 Stunden

transdermale Pflaster

N = 251

Rivastigmin

Hartkapseln

12 mg/Tag

N = 256

Placebo

N = 282

ADAS-Cog

(n=248)

(n=253)

(n=281)

Mittlerer Ausgangswert

27,0

10,3

27,9

28,6

Mittlere Veränderung nach 24

Wochen

-0,6

-0,6

p-Wert im Vergleich zu Placebo

0,005*

0,003*

ADCS-CGIC

(n=248)

(n=253)

(n=278)

Mittlerer Wert

1,20

1,25

1,26

p-Wert im Vergleich zu Placebo

0,010*

0,009*

ADCS-ADL

(n=247)

(n=254)

(n=281)

Mittlerer Ausgangswert

50,1

16,3

49,3

15,8

49,2

16,0

Mittlere Veränderung nach 24

Wochen

-0,1

-0,5

-2,3

p-Wert im Vergleich zu Placebo

0,013*

0,039*

* p ≤ 0,05 im Vergleich zu Placebo

ITT: Intent-To-Treat; LOCF: Last Observation Carried Forward

ANCOVA mit den Faktoren Behandlung und Land und dem Ausgangswert als einer

Kovariablen; eine negative Veränderung des ADAS-Cog zeigt eine Verbesserung an. Beim

ADCS-ADL entspricht eine positive Veränderung einer Verbesserung.

CMH-Test (van-Elteren-Test) mit Blockbildung nach Land. ADCS-CGIC-Scores < 4 zeigen

eine Verbesserung an.

Die Ergebnisse der Patienten mit klinisch relevantem Ansprechen in der 24-wöchigen

placebokontrollierten Studie sind in Tabelle 3 aufgeführt. Eine klinisch relevante Verbesserung wurde

vorab definiert als Verbesserung um mindestens vier Punkte auf der ADAS-Cog-Skala, dabei keine

Verschlechterung auf der ADCS-CGIC und keine Verschlechterung auf der ADCS-ADL.

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

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Tabelle 3

Patienten mit klinisch signifikantem Ansprechen (%)

ITT-LOCF-Population

Rivastigmin

9,5 mg/24 Stunden

transdermale Pflaster

N = 251

Rivastigmin

Hartkapseln 12

mg/Tag

N = 256

Placebo

N = 282

Um mindestens 4 Punkte

verbesserter ADAS-Cog ohne

Verschlechterung bei ADCS-

CGIC und ADCS-ADL

p-Wert im Vergleich zu Placebo

17,4

0,037*

19,0

0,004*

10,5

* p ≤ 0,05 im Vergleich zu Placebo

Wie die Modellierung mit Hilfe eines Kompartimentmodells zeigt, führen die transdermalen Pflaster

mit einer Freisetzung von 9,5 mg/24 Stunden zu einer Wirkstoffexposition ähnlich einer oralen Dosis

von etwa 12 mg/Tag.

48-wöchige aktiv-kontrollierte Vergleichsstudie

Die untersuchten Patienten der aktiv kontrollierten Vergleichsstudie hatten einen initialen MMSE-

Wert von 10 bis 24. Das Ziel der Studie war der Vergleich der Wirksamkeit des 13,3 mg/24 Stunden

transdermalen Pflasters mit dem 9,5 mg/24 Stunden transdermalen Pflaster während der 48-wöchigen

doppelblinden Behandlungsphase bei Alzheimer-Patienten, die einen funktionellen und kognitiven

Rückgang nach einer initialen 24- bis 48-wöchigen offenen Behandlungsphase gezeigt hatten,

während sie mit einer Erhaltungsdosis von 9,5 mg/24 Stunden transdermalem Pflaster behandelt

wurden. Der funktionelle Rückgang wurde durch den Prüfarzt bewertet und der kognitive Rückgang

wurde als eine Verringerung des MMSE-Wertes um > 2 Punkte zum vorhergehenden Besuch oder

eine Verringerung um > 3 Punkte zum Ausgangswert definiert. Die Beurteilung der Wirksamkeit

erfolgte mit Hilfe des ADAS-Cog (Alzheimer’s Disease Assessment Scale – Cognitive subscale, ein

leistungsbezogenes Instrument zur Messung der kognitiven Fähigkeit) und des ADCS-IADL

(Alzheimer’s Disease Cooperative Study – Instrumental Activities of Daily Living), die instrumentale

Aktivitäten bewerten wie Umgang mit Finanzen, Zubereiten von Mahlzeiten, Einkaufen,

Orientierungsfähigkeit und die Fähigkeit unbeaufsichtigt zu bleiben. Die Ergebnisse der zwei

Messverfahren nach 48 Wochen sind in Tabelle 4 zusammengefasst.

Tabelle 4

Population/Besuch

Rivastigmin

transdermales

Pflaster 15 cm

N = 265

Rivastigmin

transdermales

Pflaster 10 cm

N = 271

Rivastigmin

transdermales

Pflaster

15 cm

Rivastigmin

transdermales

Pflaster

10 cm

Mittel

wert

Mittel

wert

DLSM

95% Kl

p-Wert

ADAS-Cog

LOCF

Ausgangs-

wert

34,4

34,9

DB-Woche

Wert

38,5

39,7

Ver-

änderung

-0,8

(-2,1, 0,5)

0,227

ADCS-IADL

LOCF

Ausgangs-

wert

27,5

25,8

Woche 48

Wert

23,1

19,6

Ver-

änderung

-4,4

-6,2

(0,8, 3,6)

0,002*

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

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KI – Konfidenzintervall.

DLSM – Difference in least square means.

LOCF – Last Observation Carried Forward.

ADAS-cog scores: Eine negative Differenz bei DLSM zeigt eine größere Verbesserung bei Rivastigmin 15 cm

im Vergleich zu Rivastigmin 10 cm

ADCS-IADL scores: Eine positive Differenz bei DLSM zeigt eine größere Verbesserung bei Rivastigmin 15 cm

im Vergleich zu Rivastigmin 10 cm

N ist die Anzahl der Patienten mit einer Bewertung des Ausgangswertes (letzte Bewertung in der initialen

offenen Phase) und mit mindestens 1 Bewertung nach dem Ausgangswert (für den LOCF).

DLSM, 95% KI, und p-Wert basieren auf dem ANCOVA (Analyse der Kovarianz) Model, das für das Land und

den Ausgangswert des ADAS-cog score angepasst wurde.

* p < 0,05

Quelle: Studie D2340 – Tabelle 11-6 und Tabelle 11-7 mit anderen Rivastigmin-haltigen Arzneimitteln

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für das Referenzarzneimittel, das Rivastigmin enthält, eine

Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen

Altersklassen in der Behandlung der Alzheimer-Demenz gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl.

Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

PK-PD-Korrelation von Rivastigmin-Plasmakonzentrationen und BuChE-Hemmung im Plasma

Die PK-PD-Korrelation zwischen der Rivastigmin-Plasmakonzentration und der Hemmung der

Butyrylcholinesterase (BuChE) im Plasma nach wiederholter Anwendung von <Rivastigmin

Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 h transdermalem Pflaster wurde in einer offenen,

randomisierten, 2-Perioden-, 2-Sequenz-, Mehrfachdosis-, Cross-over-Studie an gesunden Probanden

untersucht, wobei das einmal täglich applizierte transdermale Referenzpflaster als Vergleich diente.

Jeder Proband erhielt entweder <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 h

transdermales Pflaster, welches alternierend an vier Tagen bzw. drei Tagen appliziert wurde, oder ein

1-mal täglich anzuwendendes transdermales Referenzpflaster 9,5 mg/24 h, wobei jedes Pflaster über

einen Zeitraum von 24 Stunden appliziert wurde. Blutproben zur Messung der Rivastigmin-

Plasmaspiegel sowie zur Bestimmung der inhibierenden Wirkung auf die BuChE-Aktivität im Plasma

wurden im Laufe von 384 Stunden entnommen. Bei jeder Behandlung erfolgte vor der Applikation des

ersten Pflasters eine zusätzliche Probenentnahme (Vorab-Dosis).

Sowohl nach Anwendung des <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 h

transdermalen Pflasters als auch des einmal täglich anzuwendenden transdermalen Referenzpflasters

wiesen die Hemmwerte von BuChE einen vergleichbar raschen Wirkungseintritt und Anstieg auf, mit

Hemmwerten nahe dem Maximum nach 8 bis 12 Stunden. Es konnte eine Hemmung von bis zu 50 %

der BuChE-Aktivität im Plasma beobachtet werden. Die maximal inhibierende Wirkung auf die

Plasma-BuChE-Aktivität war für beide Formulierungen vergleichbar.

Die mittlere BuChE-Inhibitionskurve von <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5

mg/24 h transdermalem Pflaster entsprach in hohem Maße der Plasmakonzentration-Zeit-Kurve von

Rivastigmin. Die in der Plasmakonzentration-Zeit-Kurve vorhandenen Schwankungen konnten auch in

der Zeitkurve der BuChE-Hemmung beobachtet werden, d.h. das Ausmaß der BuChE-Hemmung war

proportional zum Rivastigmin-Plasmaspiegel.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Die Resorption von Rivastigmin aus <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich

transdermalem Pflaster verläuft langsam. Nach der ersten Dosis sind nachweisbare Plasmaspiegel nach

2 Stunden festzustellen. Die C

wird nach 18 - 32 Stunden erreicht, wobei die überwiegende

Mehrheit der Probanden nach 24 bis 28 Stunden maximale Plasmaspiegel aufweist. Nach dem

Spitzenwert sinkt der Plasmaspiegel über den Rest des Applikationsintervalls (bis zu 4 Tage) sehr

langsam ab. Nach wiederholter Gabe (wie im Steady-State) steigt der Plasmaspiegel, nach dem

Wechsel des vorherigen transdermalen Pflasters durch ein neues, wieder an, um nach 16 bis 28

Stunden einen neuen Höchststand zu erreichen. Im Steady-State beträgt der minimale Spiegel nach

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einem 4-tägigen Dosierungsintervall etwa 40 % des Spitzenspiegels. Bei der oralen Anwendung

hingegen fällt die Konzentrationen zwischen zwei Einnahmezeitpunkten auf nahezu Null.

Die Rivastigmin-Dosis, die aus dem transdermalen Pflaster über 24 Stunden (mg/24 Stunden)

freigesetzt wird, kann hinsichtlich der Plasmakonzentration über 24 Stunden nicht direkt mit der aus

der Kapsel freigesetzten Menge (mg) verglichen werden.

Bei Alzheimer-Patienten war außerdem ein Zusammenhang zwischen Wirkstoffexposition im Steady-

State (Rivastigmin und sein Metabolit NAP226-90) und dem Körpergewicht festzustellen. Verglichen

mit einem 65 kg schweren Patienten, wäre die Rivastigmin-Konzentration im Steady-State bei einem

Patienten mit 35 kg Körpergewicht etwa doppelt so hoch, bei einem Patienten mit 100 kg halb so

hoch. Die Auswirkungen des Körpergewichts auf die Wirkstoffexposition machen besondere Vorsicht

bei der Dosissteigerung bei Patienten mit sehr niedrigem Körpergewicht erforderlich (siehe Abschnitt

4.4).

Die Exposition (AUC

) gegenüber Rivastigmin war am höchsten, wenn das transdermale Pflaster auf

den oberen Rückenbereich, den Brustkorb oder den Oberarm aufgeklebt wurde, und um rund 20 bis 30

% erniedrigt, wenn das Pflaster sich auf Bauch oder Oberschenkel befand.

Eine relevante Kumulation von Rivastigmin oder seinem Metaboliten NAP226-90 im Plasma von

Alzheimer-Patienten war nicht festzustellen, außer dass die Plasmaspiegel am zweiten Tag in der

Pflaster-Gruppe höher waren als am ersten.

Verteilung

Rivastigmin wird schwach an Plasmaproteine gebunden (zu rund 40 %). Es passiert die Blut-

Hirnschranke leicht und hat ein scheinbares Verteilungsvolumen im Bereich von 1,8-2,7 l/kg.

Biotransformation

Für das zweimal wöchentlich anzuwendende Pflaster 9,5 mg /24 h wurde die mittlere scheinbare

terminale Eliminationshalbwertszeit (t½) nach Entfernen des transdermalen Pflasters mit 8,06 Stunden

berechnet. Die Metabolisierung erfolgte rasch und extensiv.

Die Elimination wird durch die Resorptionsrate begrenzt („Flip-Flop-Kinetik“), was auch erklärt,

warum die t½ nach Applikation des transdermalen Pflasters länger ist als nach oraler oder intravenöser

Gabe (1,4-1,7 h). Die Metabolisierung erfolgt hauptsächlich über eine durch Cholinesterase vermittelte

Hydrolyse zum Metaboliten NAP226-90.

In vitro

zeigt der Metabolit eine minimal inhibierende

Wirkung auf Acetylcholinesterase (< 10 %).

In-vitro

-Ergebnisse lassen keine pharmakokinetische Interaktion mit Arzneimitteln erwarten, die durch

die folgenden Cytochrom-Isoenzyme metabolisiert werden: CYP1A2, CYP2D6, CYP3A4/5, CYP2E1,

CYP2C9, CYP2C8, CYP2C19 oder CYP2B6. Tierexperimentelle Untersuchungen zeigen nur eine

sehr geringe Beteiligung der wichtigsten Cytochrom-P450-Isoenzyme an der Metabolisierung von

Rivastigmin. Die Gesamtplasma-Clearance von Rivastigmin beträgt etwa 130 l/Std. nach einer

intravenösen Dosis von 0,2 mg und nahm nach einer intravenösen Dosis von 2,7 mg auf 70 l/Std. ab.

Dieser Rückgang deckt sich mit der nichtlinearen, überproportional verlaufenden Pharmakokinetik

von Rivastigmin infolge der Sättigung der Eliminationswege.

Das Verhältnis der AUC

von Metabolit zu Ausgangssubstanz betrug bei der Anwendung des

einmal täglich angewendeten Referenzpflasters 0,7 gegenüber 3,5 nach oraler Anwendung, was darauf

hindeutet, dass nach dermaler Anwendung wesentlich weniger metabolisiert wurde als nach oraler

Anwendung. Dass bei Anwendung des transdermalen Pflasters weniger NAP226-90 gebildet wird als

nach oraler Einnahme, ist vermutlich auf den fehlenden Einfluss der präsystemischen

Verstoffwechselung (hepatischer First- Pass) zurückzuführen.

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

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Elimination

Spuren von Rivastigmin werden unverändert mit dem Urin ausgeschieden; der Hauptweg der

Elimination nach Applikation des transdermalen Pflasters ist die renale Ausscheidung der Metaboliten.

Nach oraler Gabe von

C-Rivastigmin erfolgt die renale Elimination rasch und fast vollständig (> 90

%) innerhalb von 24 Stunden. Weniger als 1 % der verabreichten Dosis wird mit den Fäzes

ausgeschieden.

Eine pharmakokinetische Populationsanalyse hat gezeigt, dass bei Patienten mit Alzheimer-Krankheit

(n = 75 Raucher und 549 Nichtraucher) der Konsum von Nikotin die orale Rivastigmin-Clearance

nach Einnahme oraler Rivastigmin-Kapsel-Dosen von bis zu 12 mg/Tag um 23 % erhöht.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Das Alter hatte keinen Einfluss auf die Rivastigmin-Exposition von Alzheimer-Patienten, die mit

Rivastigmin transdermalen Pflastern behandelt wurden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Es wurde keine Studie mit Rivastigmin transdermalen Pflastern speziell bei Patienten mit

eingeschränkter Leberfunktion durchgeführt. Bei oraler Einnahme lag die C

von Rivastigmin bei

Patienten mit gering- bis mittelgradig eingeschränkter Leberfunktion rund 60 % höher, die AUC von

Rivastigmin war mehr als doppelt so hoch wie bei Gesunden.

Nach einer einzelnen Dosis von 3 mg oder 6 mg war bei Patienten mit leicht bis mäßig

eingeschränkter Leberfunktion (n=10, Child-Pugh-Kriterien 5-12, Biopsie-Nachweis) die mittlere

orale Rivastigmin-Clearance etwa 46-63% niedriger als bei gesunden Probanden (n=10).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Es wurde keine Studie mit Rivastigmin transdermalen Pflastern speziell bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion durchgeführt. Basierend auf Populationsanalysen zeigte die Kreatinin-

Clearance keine eindeutigen Effekte auf die Steady-State-Konzentration von Rivastigmin oder seiner

Metaboliten. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich

(siehe Abschnitt 4.2).

Bioäquivalenzstudie mit <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 h

transdermalem Pflaster

Die Pharmakokinetik von <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 h

transdermalem Pflaster wurde in einer offenen, randomisierten, 2-Perioden-, 2-Sequenz-,

Mehrfachdosis-, Cross-over-Studie im Hinblick auf die relative Bioverfügbarkeit untersucht, um die

Bioäquivalenz zum einmal täglich anzuwendenden transdermalen Referenzpflaster im Steady-State

bei gesunden Probanden zu beurteilen. 57 Probanden nahmen an der pharmakokinetischen Studie teil.

Jeder Proband erhielt entweder <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 h

transdermales Pflaster, welches alternierend über 4 Tage bzw. 3 Tage appliziert wurde, oder einmal

täglich das transdermale Referenzpflaster 9,5 mg/24 h, das jeweils für 24 h angewendet wurde.

Nach Erreichen des Steady-State wurde die Bioäquivalenz anhand eines Vergleichs von AUC, C

und C

unter Steady-State-Bedingungen über einen Zeitraum von einer Woche für <Rivastigmin

Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 h transdermales Pflaster mit 2 Pflastern (Anwendung

an 3 Tagen und 4 Tagen) sowie für das Referenzprodukt mit 7 Pflastern bewertet:

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

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Tabelle 5

Test

Referenz

AUC

7d,ss

[h*ng/mL]

1000 (34.14 %)

884 (35.68 %)

Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve

C

max,7d,ss

[ng/mL]

9.49 (31.17 %)

9.03 (41.01 %)

Maximale Plasmakonzentration

C

min,7d,ss

[ng/mL]

2.81 (43.58 %)

2.61 (49.55 %)

Absolute minimale Plasmakonzentration

C

tau,264

[ng/mL]

3.86 (32.95 %)

3.56 (32.65 %)

Talspiegel im Plasma am Ende des 4-tägigen

Dosierungsintervalls

Innerhalb dieses Beobachtungszeitraums lagen die ermittelten C

-Werte (Minimum bis Maximum)

für <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 h transdermales Pflaster im Bereich

von 4,70 ng/ml bis 18,4 ng/ml und für das Referenzpräparat bei 3,78 ng/ml bis 22,9 ng/ml. Die

ermittelten C

-Werte (Minimum - Maximum) betrugen 0,602 bis 6,02 ng/ml für <Rivastigmin

Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 h transdermales Pflaster und 0,429 bis 5,46 ng/ml für

das Vergleichspräparat.

Die Bioäquivalenz zum einmal täglich anzuwendenden transdermalen Pflaster wurde in Bezug auf alle

pharmakokinetischen Zielparameter innerhalb des einwöchigen Zeitraums unter Steady-State-

Bedingungen nachgewiesen. Das Expositionsniveau (AUC), die maximale (C

) und die absolute

minimale (C

) Konzentration waren bei <Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5

mg/24 h transdermalem Pflaster und dem Referenzprodukt vergleichbar. Die Talspiegel am Ende des

4-tägigen Dosierungsintervalls im Steady-State (C

) lagen bei etwa 40 % des Spitzenwerts und sind

somit vergleichbar mit jenen, welche im Rahmen dieser Studie für das einmal täglich anzuwendende

transdermale Pflaster beobachtet wurden.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In Studien zur Toxizität nach wiederholter oraler und topischer Gabe bei Mäusen, Ratten, Kaninchen,

Hunden und Minischweinen wurden stark übersteigerte pharmakologische Wirkungen beobachtet.

Organspezifische Toxizität trat nicht auf. Aufgrund der hohen Empfindlichkeit der verwendeten

Tierspezies war die orale und topische Gabe im Rahmen der Tierstudien nur begrenzt möglich.

Rivastigmin erwies sich in einer Reihe von Standardtests

in vitro

in vivo

als nicht mutagen, außer

in einem Chromosomenaberrationstest an menschlichen peripheren Lymphozyten in Dosen, die um

das 10

-fache höher lagen als die maximal in der Klinik angewendeten Dosen. Der

In-vivo

Micronucleus-Test fiel negativ aus. Auch der Hauptmetabolit NAP226-90 zeigte kein genotoxisches

Potenzial.

In Studien zur oralen und topischen Gabe an Ratten und Mäuse wurden bei der maximalen tolerierten

Dosis keine Hinweise auf Kanzerogenität gefunden. Die Exposition gegenüber Rivastigmin und seinen

Metaboliten entsprach etwa der nach Anwendung der Höchstdosis Rivastigmin Kapseln bzw.

transdermalen Pflastern beim Menschen.

Bei Tieren überschreitet Rivastigmin die Plazentaschranke und wird mit der Milch ausgeschieden.

Studien

per os

an trächtigen Ratten und Kaninchen zeigten für Rivastigmin kein teratogenes Potenzial.

In Studien

per os

mit männlichen und weiblichen Ratten wurden durch Rivastigmin keine

Beeinträchtigungen der Fertilität oder Reproduktionsleistung beobachtet, weder bei der

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Transdermales Pflaster

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Elterngeneration noch bei den Nachkommen. Spezifische dermatologische Studien an trächtigen

Tieren sind bisher nicht durchgeführt worden.

Die Rivastigmin transdermalen Pflaster wirkten nicht phototoxisch und werden als Nicht-Allergen

angesehen. In weiteren Studien zur dermalen Toxizität wurde eine leichte Irritation der Haut der

Labortiere, einschließlich der Kontrolltiere, beobachtet. Dies könnte darauf hindeuten, dass

Rivastigmin transdermale Pflaster bei den Patienten ein leichtes Erythem induzieren können.

In einer Kaninchen-Studie wurde ein Potenzial für eine leichte Augen/Mukosa-Reizung identifiziert.

Der Patient/seine Pflegeperson muss daher nach jeglicher Handhabung der Pflaster vermeiden, die

Augen zu berühren (siehe Abschnitt 4.4).

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Trägerschicht: Poly(ethylenterephtalat)-Film

Wirkstoffhaltige Schicht: all-rac-α-Tocopherol, Poly[(2-ethylhexyl)acrylat-co-vinylacetat] (1:1),

Poly(butylmethacrylat-co-methylmethacrylat) (3:1)

Wirkstoffdurchlässige Membran: Polyethylen-Film

Klebeschicht: Polyisobutylen (mittleres Molekulargewicht), Polyisobutylen (hohes

Molekulargewicht), Polybuten

Abziehbare Schutzfolie: Silikonisierter Polyester-Film

Blaue Drucktinte

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Die transdermalen Pflaster sind in kindergesicherten Beuteln aus Verbundmaterial aus Papier/

Polyethylenterephthalat/Aluminium/Polyacrylnitril verpackt. Jeder Beutel enthält ein transdermales

Pflaster.

Die Abdeckpflaster sind in Beuteln aus Verbundmaterial aus Papier/ Polyethylen/Aluminium/Surlyn

verpackt. Jeder Beutel enthält ein Abdeckpflaster.

Packungen mit 2, 8, 16 oder 24 transdermalen Pflastern und 2, 8, 16 oder 24 Abdeckpflastern.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nach dem Gebrauch sind die transdermalen Pflaster in der Mitte zu falten (Haftseite nach innen), in

den Original-Beutel zu stecken und sicher zu entsorgen. Gebrauchte und nicht verwendete

transdermale Pflaster sind entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

Rivastigmin 2x wöchentlich 4.6/9.5 mg/24 h

DE/H/6690/6691/001-002/DC

Transdermales Pflaster

Stand: August 2021

Fachinformation

Version: 2.0

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Luye Pharma AG

Am Windfeld 35

83714 Miesbach

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

<Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 4,6 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster:

7000168.00.00 7000190.00.00

<Rivastigmin Luye><Rivez> zweimal wöchentlich 9,5 mg/24 Stunden Transdermales Pflaster:

7000169.00.00 7000191.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

10.

STAND DER INFORMATION

08/2021

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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