Rivastigmin Zentiva 13,3 mg/24 Stunden transdermales Pflaster

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

28-12-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

28-12-2020

Wirkstoff:
Rivastigmin
Verfügbar ab:
Zentiva Pharma GmbH (8075753)
Darreichungsform:
transdermales Pflaster
Zusammensetzung:
Rivastigmin (23590) 19,2 Milligramm
Verabreichungsweg:
transdermale Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2205283.00.00
Berechtigungsdatum:
2020-12-11

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Rivastigmin Zentiva 13,3 mg/24 Stunden transdermales Pflaster

Rivastigmin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Rivastigmin Zentiva und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Rivastigmin Zentiva beachten?

3. Wie ist Rivastigmin Zentiva anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Rivastigmin Zentiva aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Rivastigmin Zentiva und wofür wird es angewendet?

Der Wirkstoff in Rivastigmin Zentiva ist Rivastigmin.

Rivastigmin gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die Cholinesterasehemmer genannt werden.

Bei Patienten mit Alzheimer-Krankheit sterben bestimmte Nervenzellen im Gehirn ab, was zu

einem niedrigen Spiegel des Neurotransmitters Acetylcholin (eine Substanz, welche die

Kommunikation der Nervenzellen miteinander ermöglicht) führt. Rivastigmin wirkt durch

Blockade der Enzyme, die Acetylcholin abbauen: Acetylcholinesterase und Butyrylcholinesterase.

Durch Blockade dieser Enzyme bewirkt Rivastigmin einen Anstieg von Acetylcholin im Gehirn

und hilft, die Symptome der Alzheimer-Demenz zu verringern.

Rivastigmin Zentiva wird zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit leichter bis

mittelgradiger Alzheimer-Demenz verwendet, einer fortschreitenden Erkrankung des Gehirns, die

schrittweise Gedächtnis, intellektuelle Fähigkeiten und Verhalten beeinflusst.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Rivastigmin Zentiva beachten?

Rivastigmin Zentiva darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Rivastigmin oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie schon einmal allergisch auf ein ähnliches Arzneimittel reagiert haben

(Carbamat-Derivate).

wenn Sie Hautreaktionen haben, die sich über die Pflastergröße hinaus ausdehnen, wenn

eine intensive lokale Reaktion auftritt (wie Blasenbildung, zunehmende Hautentzündung,

Schwellung) und wenn sich der Zustand nicht innerhalb von 48 Stunden nach Entfernung

des transdermalen Pflasters verbessert.

Wenn dies auf Sie zutrifft, informieren Sie Ihren Arzt und wenden Sie Rivastigmin Zentiva

nicht an.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie Rivastigmin Zentiva anwenden:

wenn Sie einen unregelmäßigen oder langsamen Herzschlag (Herzrhythmusstörungen)

haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie ein aktives Magengeschwür haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie Schwierigkeiten beim Wasserlassen haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie Krampfanfälle haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie Asthma oder eine schwere Atemwegserkrankung haben oder schon einmal

hatten.

wenn Sie krankhaft zittern.

wenn Sie ein sehr niedriges Körpergewicht haben.

wenn Sie Probleme mit Ihrem Verdauungstrakt haben wie Übelkeit, Erbrechen und

Durchfall.

Sie können zu viel Flüssigkeit verlieren, wenn Erbrechen und Durchfall zu lange

anhalten.

wenn Sie eine eingeschränkte Leberfunktion haben.

Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, muss Ihr Arzt Sie eventuell besonders sorgfältig

überwachen, solange Sie dieses Arzneimittel anwenden.

Sollten Sie die Anwendung von Rivastigmin Zentiva mehr als drei Tage lang unterbrochen haben,

müssen Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie wieder damit anfangen.

Kinder und Jugendliche

Es gibt im Anwendungsgebiet Alzheimer-Demenz keinen relevanten Nutzen von Rivastigmin bei

Kindern und Jugendlichen.

Anwendung von Rivastigmin Zentiva zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Rivastigmin kann Wechselwirkungen mit Anticholinergika haben, darunter sind einige

Arzneimittel, die zur Linderung von Magenkrämpfen oder Spasmen (z. B. Dicyclomin), zur

Behandlung der Parkinson-Krankheit (z. B. Amantadin) oder zur Vorbeugung von Reisekrankheit

angewendet (z. B. Diphenhydramin, Scopolamin oder Meclizin) werden.

Rivastigmin Zentiva sollte nicht gleichzeitig mit Metoclopramid (ein Arzneimittel zur Linderung

oder Verhinderung von Übelkeit und Erbrechen) angewendet werden. Die gleichzeitige

Anwendung beider Arzneimittel kann Probleme wie steife Gliedmaßen und zitternde Hände

verursachen.

Wenn Sie sich einer Operation unterziehen müssen, während Sie Rivastigmin Zentiva anwenden,

informieren Sie diesbezüglich Ihren Arzt, da die Pflaster die Wirkung bestimmter

Muskelrelaxanzien während der Narkose verstärken können.

Vorsicht bei Anwendung von Rivastigmin Zentiva zusammen mit Betablockern (Arzneimittel wie

Atenolol zur Behandlung von Bluthochdruck, Angina und anderen Herzleiden). Die gleichzeitige

Anwendung beider Arzneimittel kann Probleme wie Verlangsamung des Herzschlags

(Bradykardie) verursachen, die zur Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit führen kann.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Wenn Sie schwanger sind, müssen die Vorteile der Behandlung mit Rivastigmin Zentiva sorgfältig

gegen die eventuellen Auswirkungen auf das ungeborene Kind abgewogen werden. Rivastigmin

Zentiva sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist unbedingt

notwendig.

Während der Behandlung mit Rivastigmin Zentiva dürfen Sie nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Ihr Arzt sagt Ihnen, ob Ihre Erkrankung es zulässt, dass Sie am Straßenverkehr teilnehmen und

Maschinen bedienen. Rivastigmin Zentiva kann Ohnmachtsanfälle und schwere Verwirrtheit

verursachen. Falls Sie sich schwach oder verwirrt fühlen, führen Sie kein Fahrzeug, bedienen Sie

keine Maschinen und tun Sie auch sonst nichts, wofür man konzentrierte Aufmerksamkeit braucht.

3.

Wie ist Rivastigmin Zentiva anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

So beginnt die Behandlung

Ihr Arzt sagt Ihnen, welche Stärke von Rivastigmin Zentiva am besten für Sie geeignet ist.

Normalerweise beginnt die Behandlung mit Rivastigmin Zentiva 4,6 mg/24 Stunden.

Die empfohlene übliche Tagesdosis ist Rivastigmin Zentiva 9,5 mg/24 Stunden. Wird sie gut

vertragen, kann der behandelnde Arzt eine Erhöhung der Dosis auf 13,3 mg/24 Stunden in

Betracht ziehen.

Tragen Sie immer nur ein Rivastigmin Zentiva Pflaster zur gleichen Zeit und ersetzen Sie das

Pflaster nach 24 Stunden durch ein neues.

Im Laufe der Behandlung kann Ihr Arzt die Dosis noch Ihren persönlichen Bedürfnissen

entsprechend anpassen.

Sollten Sie die Anwendung der Pflaster mehr als drei Tage lang unterbrochen haben, müssen Sie

mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie das nächste Pflaster aufkleben. Die Behandlung mit

transdermalem Pflaster kann mit der gleichen Dosis fortgesetzt werden, wenn die Behandlung nicht

länger als drei Tage unterbrochen wurde. Ansonsten wird Ihr Arzt die Behandlung wieder mit

Rivastigmin Zentiva 4,6 mg/24 Stunden beginnen.

Rivastigmin Zentiva kann zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol angewendet

werden.

Die richtige Platzierung von Ihrem Rivastigmin Zentiva transdermalen Pflaster

Bevor Sie ein Pflaster aufkleben, achten Sie darauf, dass Ihre Haut sauber, trocken und

unbehaart ist; frei von Puder, Öl, Feuchtigkeitscreme oder Lotion ist, die das Pflaster daran

hindern können, richtig zu kleben; keine Verletzung, keinen Ausschlag und/oder

Reizungen aufweist.

Entfernen Sie sorgfältig das vorhandene Pflaster, bevor Sie ein neues verwenden. Mehrere

Pflaster an Ihrem Körper könnten eine überhöhte Menge dieses Arzneimittels freisetzen,

was möglicherweise gefährlich sein könnte.

Kleben Sie täglich

EIN

Pflaster auf

NUR EINEN

der in der folgenden Abbildung

gezeigten möglichen Bereiche:

- linker Oberarm

oder

rechter Oberarm

- linker oberer Brustkorb

oder

rechter oberer Brustkorb (jedoch

nicht direkt auf die

Brust

- linker oberer Rückenbereich

oder

rechter oberer Rückenbereich

- linker unterer Rückenbereich

oder

rechter unterer Rückenbereich

Entfernen Sie alle 24 Stunden das vorhandene Pflaster, bevor Sie EIN neues Pflaster auf

NUR EINEN der folgenden möglichen Bereiche kleben.

Kleben Sie beim Wechsel des Pflasters, nachdem Sie das Pflaster vom Vortag entfernt haben, das

neue Pflaster immer in einen anderen Bereich als an den Tagen davor (zum Beispiel einen Tag auf

der rechten Körperseite, am nächsten Tag links, einen Tag im oberen Rückenbereich, am nächsten

Tag unten und so weiter). Dieselbe Körperstelle soll nur einmal alle 14 Tage ein Pflaster tragen.

So kleben Sie Ihr Rivastigmin Zentiva transdermales Pflaster richtig auf

Rivastigmin Zentiva-Pflaster sind dünne, hautfarbene, selbstklebende Pflaster. Jedes Pflaster ist bis

zum Gebrauch geschützt in einem kleinen versiegelten Beutel verpackt. Erst unmittelbar bevor Sie

ein neues Pflaster aufkleben wollen, öffnen Sie den Beutel und nehmen das Pflaster heraus.

Entfernen Sie sorgfältig das vorhandene Pflaster, bev

Sie ein neues verwenden.

Patienten, die mit der Behandlung zum ersten Mal

beginnen oder die Behandlung mit Rivastigmin nach

einer Behandlungsunterbrechung wieder aufnehmen,

bitte bei der zweiten Abbildung beginnen.

Jedes Pflaster ist einzeln in einen versiegelten Schutz-

beutel verpackt. Öffnen Sie den Beutel erst, wenn Sie

gleich danach das Pflaster aufkleben wollen.

Schneiden Sie den Beutel an den beiden

Scherensymbolen nur bis zu den angegebenen Linien

auf. Reißen Sie den Beutel auf. Schneiden Sie den

Beutel nicht der gesamten Länge nach auf, um eine

Beschädigung des Pflasters zu vermeiden.

Nehmen Sie das Pflaster aus dem Beutel.

Die selbstklebende Seite des Pflasters ist mit einer

Schutzfolie überzogen.

Ziehen Sie eine Hälfte der Schutzfolie ab und achten Sie

darauf, die Klebeflächen nicht mit den Fingern zu

berühren.

Legen Sie das Pflaster mit der selbstklebenden Seite auf

den oberen oder unteren Rückenbereich, den Oberarm

oder den Brustkorb und ziehen Sie dann die zweite

Hälfte der Schutzfolie ab.

Drücken Sie dann das Pflaster mit der Handfläche

mindestens 30 Sekunden fest, sodass alle Kanten

ordentlich haften.

WICHTIG:

Nehmen Sie das Pflaster vom Vortag ab, bevor Sie EIN neues Pflaster aufkleben.

Nur ein Pflaster pro Tag anwenden.

Schneiden Sie das Pflaster nicht in Stücke.

Das Pflaster an der entsprechenden Stelle für mindestens 30 Sekunden mit der

Handfläche anpressen.

Als Gedächtnisstütze können Sie beispielsweise den Wochentag mit einem feinen Kugelschreiber

auf das Pflaster schreiben.

Tragen Sie das Pflaster ohne Unterbrechung, bis es Zeit ist, es durch ein neues zu ersetzen. Es kann

sinnvoll sein, für neue Pflaster immer wieder verschiedene Stellen auszuprobieren, um

herauszufinden, welche für Sie am angenehmsten sind und wo die Kleidung am wenigsten auf dem

Pflaster reibt.

So nehmen Sie Ihr transdermales Pflaster ab

Ziehen Sie das Pflaster behutsam an einer Ecke ab, bis es langsam von der Haut gelöst ist. Falls

Klebstoffrückstände auf Ihrer Haut bleiben sollten, befeuchten Sie behutsam diesen Bereich mit

warmen Wasser und milder Seife oder verwenden Sie Babyöl um diese zu entfernen. Alkohol oder

andere Lösungsmittel (Nagellackentferner oder andere Lösungsmittel) sollten nicht angewendet

werden.

Waschen Sie Ihre Hände nach dem Entfernen des Pflasters mit Seife und Wasser. Im Fall eines

Kontakts mit den Augen oder wenn die Augen nach der Handhabung des Pflasters rot werden,

spülen Sie unverzüglich mit viel Wasser und holen Sie medizinischen Rat ein, falls die Symptome

nicht zurückgehen.

Kann man mit Ihrem transdermalen Pflaster auch baden, schwimmen oder in die Sonne

gehen?

Baden, Schwimmen oder Duschen schaden dem Pflaster normalerweise nicht. Achten

Sie jedoch darauf, dass das Pflaster sich nicht lockert oder löst.

Setzen Sie das Pflaster nicht über längere Zeit äußeren Wärmequellen aus (z. B.

übermäßige Sonnenstrahlung, Sauna, Solarium).

Was tun, wenn ein Pflaster sich löst?

Wenn ein Pflaster sich löst, kleben Sie für den Rest des Tages ein frisches Pflaster auf und

wechseln Sie am nächsten Tag das Pflaster wie gewöhnlich zur gleichen Zeit.

Wann und wie lange wird Ihr transdermales Pflaster getragen?

Damit das Arzneimittel optimal wirkt, müssen Sie jeden Tag ein neues Pflaster

aufkleben, vorzugsweise zur gleichen Tageszeit.

Tragen Sie immer nur ein Rivastigmin Zentiva Pflaster zur gleichen Zeit und ersetzen

Sie das Pflaster nach 24 Stunden durch ein neues.

Wenn Sie eine größere Menge von Rivastigmin Zentiva angewendet haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich mehrere Pflaster gleichzeitig aufgeklebt haben, nehmen Sie sie alle ab und

informieren Sie Ihren Arzt, dass Sie versehentlich mehrere Pflaster getragen haben.

Möglicherweise benötigen Sie ärztliche Hilfe. Bei manchen Menschen, die versehentlich zu viel

Rivastigmin auf einmal eingenommen haben, sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, erhöhter

Blutdruck und Halluzinationen aufgetreten. Auch eine Verlangsamung des Herzschlags und

Ohnmachtsanfälle können auftreten.

Wenn Sie die Anwendung von Rivastigmin Zentiva vergessen haben

Wenn Ihnen auffällt, dass Sie vergessen haben, ein Pflaster aufzukleben, holen Sie es sofort nach.

Das nächste Pflaster kleben Sie dann am nächsten Tag zur gewohnten Zeit auf. Tragen Sie niemals

zwei Pflaster auf einmal, um das vergessene Pflaster auszugleichen.

Wenn Sie die Anwendung von Rivastigmin Zentiva abbrechen

Wenn Sie aufhören, die Pflaster zu verwenden, informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Nebenwirkungen können am ehesten dann auftreten, wenn Sie die Behandlung gerade begonnen

oder die Dosis erhöht haben. In den meisten Fällen werden die Nebenwirkungen allmählich wieder

verschwinden, wenn sich Ihr Körper an das Arzneimittel gewöhnt hat.

Nehmen Sie sofort Ihr Pflaster ab und informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie bei sich eines der

folgenden Symptome bemerken, die schwere Ausmaße annehmen können:

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Appetitlosigkeit

Schwindel

Aufgeregtheit oder Schläfrigkeit

Harninkontinenz (Blasenschwäche)

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Störungen des Herzrhythmus (z. B. zu langsamer Herzschlag)

Halluzinationen (Dinge sehen, die es nicht wirklich gibt)

Magengeschwür

Dehydrierung (zu starker Flüssigkeitsverlust)

Hyperaktivität (hohe Aktivität, Ruhelosigkeit)

Aggression

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Stürze

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Steife Arme oder Beine

Zitternde Hände

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Allergische Reaktionen an der Stelle, auf der das Pflaster verwendet wurde, z. B. Blasen oder

entzündete Haut

Verschlechterung der Symptome einer Parkinson-Krankheit; z. B. Zittern, Steifheit,

schlurfender Gang

Entzündung der Bauchspeicheldrüse; Anzeichen sind starke Schmerzen im Oberbauch, oft in

Verbindung mit Übelkeit oder Erbrechen

Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag

Bluthochdruck

Krampfanfälle

Lebererkrankungen (gelbe Haut, Gelbfärbung des weißen Bereiches in den Augen, anormales

Dunklerwerden des Urins oder ungeklärte Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Appetitverlust)

Veränderung von Leberfunktionswerten

Ruhelosigkeit

Albträume

Wenn eine dieser Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, nehmen Sie sofort Ihr Pflaster ab und

informieren Sie Ihren Arzt.

Weitere Nebenwirkungen, die bei Rivastigmin Hartkapseln beobachtet wurden und die

möglicherweise auch bei den transdermalen Pflastern auftreten können:

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Vermehrter Speichelfluss

Appetitverlust

Ruhelosigkeit

Allgemeines Unwohlsein

Zittern oder Verwirrtheit

Vermehrtes Schwitzen

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Unregelmäßiger Herzrhythmus (z. B. zu schneller Herzschlag)

Schlafstörungen

Hinfallen

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Krampfanfälle

Darmgeschwür

Brustschmerzen (können durch Herzmuskelkrämpfe verursacht werden)

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Bluthochdruck

Entzündung der Bauchspeicheldrüse; typische Anzeichen sind starke Schmerzen im

Oberbauch, oft in Verbindung mit Übelkeit oder Erbrechen

Blutungen im Darm; zu erkennen als Blut im Stuhl oder im Erbrochenen

Halluzinationen (Dinge sehen, die es nicht wirklich gibt)

In einigen Fällen kam es bei heftigem Erbrechen zum Einreißen der Speiseröhre

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Rivastigmin Zentiva aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Beutel nach „verwendbar

bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Das transdermale Pflaster bis zur Anwendung im Beutel aufbewahren.

Verwenden Sie niemals ein Pflaster, das beschädigt aussieht oder Zeichen einer

unsachgemäßen Behandlung zeigt.

Nachdem Sie ein Pflaster abgenommen haben, falten Sie es in der Mitte zusammen, sodass die

klebende Seite innen liegt, und drücken Sie die Klebeflächen zusammen. Stecken Sie das

gebrauchte Pflaster wieder in seinen Beutel und entsorgen Sie es. Berühren Sie nicht Ihre

Augen und waschen Sie sich mit Wasser und Seife die Hände, nachdem Sie das Pflaster

abgenommen haben.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie

es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen

finden Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Rivastigmin Zentiva enthält

Der Wirkstoff ist Rivastigmin.

Ein transdermales Pflaster setzt pro 24 Stunden 13,3 mg Rivastigmin frei.

Ein transdermales Pflaster von 12,8 cm

Größe enthält 19,2 mg Rivastigmin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Wirkstoffhaltige Schicht: Poly[(2-ethylhexyl)acrylat-co-vinylacetat] (50:50)

Klebeschicht: Polyisobutylen (mittleres Molekulargewicht), Polyisobutylen (hohes

Molekulargewicht), Hochdisperses Siliciumdioxid, Dünnflüssiges Paraffin

Trägerschicht: Beschichteter Polyesterfilm (Beschichtung: Polyethylen/thermoplastisches

Harz/Aluminium)

Schutzfolie: Fluoropolymerbeschichteter Polyesterfilm

Orangefarbene Drucktinte

Wie Rivastigmin Zentiva aussieht und Inhalt der Packung

Das transdermale Pflaster ist ein dünnes, rundes Pflaster. Die äußere Schicht ist hautfarben. und

trägt die folgende Aufschrift in orangefarbener Drucktinte: „RIV-TDS 13,3 mg/24 h“.

Die transdermalen Pflaster sind einzeln in versiegelten Beuteln verpackt.

Rivastigmin Zentiva ist in Packungen mit 30 Beuteln und in Mehrfachpackungen mit 60 (2x30)

oder 90 (3x30) Beuteln erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Zentiva Pharma GmbH

65927 Frankfurt am Main

Telefon: 0800 53 53 010

Telefax: 0800 53 53 011

Hersteller

Luye Pharma AG

Am Windfeld 35

83714 Miesbach

Deutschland

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland

Rivastigmin Zentiva 13,3 mg/24 Stunden transdermales Pflaster

Italien

Rivastigmina Zentiva

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2020.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Rivastigmin Zentiva 13,3 mg/24 Stunden transdermales Pflaster

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Ein transdermales Pflaster setzt pro 24 Stunden 13,3 mg Rivastigmin frei.

Ein transdermales Pflaster von 12,8 cm

Größe enthält 19,2 mg Rivastigmin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Transdermales Pflaster

Das Pflaster ist ein dünnes, rundes transdermales Pflaster vom Matrixtyp.

Die Außenseite der Trägerschicht ist hautfarben.

Jedes Pflaster trägt den orangefarbenen Aufdruck „RIV TDS 13,3 mg/24 h“.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung ist durch einen Arzt zu beginnen und zu überwachen, der Erfahrung in

der Diagnose und Therapie der Alzheimer-Demenz besitzt. Die Diagnose ist nach den

derzeit gültigen Richtlinien zu stellen. Wie jede Therapie bei Demenz-Patienten darf eine

Therapie mit Rivastigmin nur begonnen werden, wenn eine Bezugsperson zur Verfügung

steht, die die regelmäßige Verabreichung der Medikation gewährleistet und die

Behandlung überwacht.

Dosierung

Transdermales Pflaster

Rivastigmin-Freisetzung

innerhalb 24 Stunden in vivo

Rivastigmin Zentiva 4,6 mg/24 Stunden

4,6 mg

Rivastigmin Zentiva 9,5 mg/24 Stunden

9,5 mg

Rivastigmin Zentiva 13,3 mg/24 Stunden

13,3 mg

Anfangsdosis

Die Einleitung der Behandlung erfolgt mit Rivastigmin Zentiva 4,6 mg/24 Stunden.

Erhaltungsdosis

Nach mindestens vierwöchiger Behandlung, und wenn diese Dosis nach Einschätzung des

behandelnden Arztes gut vertragen wird, sollte die Dosis von 4,6 mg/24 Stunden auf die

empfohlene tägliche wirksame Dosis von 9,5 mg/24 Stunden erhöht werden. Diese sollte

solange angewendet werden, wie der Patient daraus einen therapeutischen Nutzen zieht.

Dosiserhöhung

9,5 mg/24 Stunden ist die empfohlene tägliche wirksame Dosis. Diese sollte solange

angewendet werden, wie der Patient daraus einen therapeutischen Nutzen zieht. Wenn die

Dosis von 9,5 mg/24 Stunden gut vertragen wird, und nur nach einer Behandlungsdauer

von mindestens sechs Monaten, kann der behandelnde Arzt in Betracht ziehen, die Dosis

bei Patienten, die eine deutliche kognitive Verschlechterung (z. B. Verringerung des

MMSE) und/oder einen funktionellen Rückgang (basierend auf der Beurteilung durch

einen Arzt) gezeigt haben, während sie mit der empfohlenen täglichen wirksamen Dosis

von 9,5 mg/24 Stunden behandelt wurden, auf 13,3 mg/24 Stunden zu erhöhen (siehe

Abschnitt 5.1).

Der klinische Nutzen von Rivastigmin sollte regelmäßig überprüft werden. Ein Abbruch

der Behandlung sollte in Betracht gezogen werden, falls eine therapeutische Wirkung bei

der optimalen Dosis nicht mehr nachweisbar ist.

Falls gastrointestinale Nebenwirkungen auftreten, ist die Behandlung bis zum Abklingen

der Symptome zeitweise zu unterbrechen. Wenn die Unterbrechung nicht länger als drei

Tage dauerte, kann die Behandlung mit dem transdermalen Pflaster in unveränderter

Dosierung fortgeführt werden. Andernfalls ist die Behandlung mit 4,6 mg/24 Stunden

wiederaufzunehmen.

Umstellung von Hartkapseln oder Lösung zum Einnehmen auf transdermale Pflaster

Basierend auf einer zwischen oralem und transdermalem Rivastigmin vergleichbaren

Exposition (siehe Abschnitt 5.2) können Patienten, die zuvor mit Rivastigmin

Hartkapseln oder Rivastigmin Lösung zum Einnehmen behandelt wurden, nach

folgendem Schema auf Rivastigmin Zentiva transdermale Pflaster umgestellt werden:

Patienten mit einer Tagesdosis von 3 mg Rivastigmin oral können auf

4,6 mg/24 Stunden transdermale Pflaster umgestellt werden.

Patienten mit einer Tagesdosis von 6 mg Rivastigmin oral können auf

4,6 mg/24 Stunden transdermale Pflaster umgestellt werden.

Patienten mit einer stabilen und gut vertragenen Tagesdosis von 9 mg Rivastigmin

oral können auf 9,5 mg/24 Stunden transdermale Pflaster umgestellt werden. Ist die

orale Dosis von 9 mg pro Tag nicht stabil oder wird sie nicht gut vertragen, wird eine

Umstellung auf 4,6 mg/24 Stunden transdermale Pflaster empfohlen.

Patienten mit einer Tagesdosis von 12 mg Rivastigmin oral können auf

9,5 mg/24 Stunden transdermale Pflaster umgestellt werden.

Nach der Umstellung auf 4,6 mg/24 Stunden transdermale Pflaster sollte, vorausgesetzt

diese werden nach einer mindestens vierwöchigen Behandlung gut vertragen, auf die

empfohlene wirksame Dosis von 9,5 mg/24 Stunden erhöht werden.

Es wird empfohlen, das erste transdermale Pflaster am Tag nach der letzten oralen Dosis

aufzubringen.

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche: Es gibt im Anwendungsgebiet Alzheimer-Demenz keinen

relevanten Nutzen von Rivastigmin bei Kindern und Jugendlichen.

Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 kg: Besondere Vorsicht gilt bei Patienten

mit einem Körpergewicht unter 50 kg bei einer Dosistitration oberhalb der

empfohlenen wirksamen Dosis von 9,5 mg/24 Stunden (siehe Abschnitt 4.4). Bei

diesen Patienten können verstärkt Nebenwirkungen auftreten, und ein

Therapieabbruch wegen Nebenwirkungen kann wahrscheinlicher sein.

Leberinsuffizienz: Aufgrund der erhöhten Exposition bei leichter bis mäßiger

Leberinsuffizienz wie sie auch mit den oralen Darreichungsformen beobachtet wurde,

sollten die Empfehlungen zur Dosistitration nach individueller Verträglichkeit genau

eingehalten werden. Bei Patienten mit klinisch signifikanten Leberfunktionsstörungen

können mehr dosisabhängige Nebenwirkungen auftreten. Patienten mit schwerer

Leberinsuffizienz wurden nicht untersucht. Besondere Vorsicht ist bei der Titration

dieser Patienten geboten (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Niereninsuffizienz: Bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion ist keine

Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Art der Anwendung

Rivastigmin Zentiva ist zur transdermalen Anwendung.

Transdermale Pflaster sind einmal täglich auf saubere, trockene, unbehaarte, intakte

gesunde Haut im oberen oder unteren Rückenbereich, Oberarm oder Brustkorb

aufzukleben, und zwar an einer Stelle ohne Reibung durch eng anliegende

Kleidungsstücke. Es wird nicht empfohlen, das transdermale Pflaster auf den

Oberschenkel oder Bauchbereich aufzukleben, da dort die Bioverfügbarkeit von

Rivastigmin vermindert ist.

Das transdermale Pflaster soll nicht auf gerötete, gereizte oder verletzte Haut aufgebracht

werden. Zur Minimierung des möglichen Risikos von Hautreizungen ist es zu vermeiden,

innerhalb von 14 Tagen ein Pflaster mehrmals auf dieselbe Stelle aufzukleben.

Patienten und Pflegepersonen sollten über wichtige Anwendungshinweise aufgeklärt

werden:

Das Pflaster vom Vortag muss jeden Tag vor dem Aufkleben eines neuen Pflasters

entfernt werden (siehe Abschnitt 4.9).

Nach 24 Stunden ist das Pflaster durch ein neues zu ersetzen. Es darf jeweils nur ein

Pflaster zur gleichen Zeit getragen werden (siehe Abschnitt 4.9).

Das Pflaster ist mindestens 30 Sekunden mit der Handfläche kräftig anzudrücken, bis

die Ränder sicher kleben.

Falls sich das Pflaster löst, sollte für den Rest des Tages ein neues aufgebracht

werden. Am nächsten Tag sollte es dann zur gleichen Zeit wie üblich ersetzt werden.

Das Pflaster kann in allen Alltagssituationen getragen werden, auch beim

Duschen/Baden und bei heißem Wetter.

Das Pflaster sollte externen Hitzequellen (z. B. übermäßiges Sonnenlicht, Sauna,

Solarium) nicht über einen langen Zeitraum ausgesetzt werden.

Das Pflaster darf nicht in Stücke geschnitten werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen andere Carbamat-Derivate oder einen

der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Vorgeschichte mit Reaktionen an der Anwendungsstelle als Hinweis auf eine allergische

Kontaktdermatitis mit Rivastigmin-Pflastern (siehe Abschnitt 4.4).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Das Auftreten und die Schwere von Nebenwirkungen nehmen in der Regel mit höheren

Dosen zu, insbesondere im Anschluss an die Dosissteigerung. Wenn die Behandlung

länger als drei Tage unterbrochen wurde, ist sie mit 4,6 mg/24 Stunden

wiederaufzunehmen.

Unsachgemäße Anwendung des Arzneimittels und Dosierungsfehler, die zu einer

Überdosierung führen

Die unsachgemäße Anwendung des Arzneimittels und Dosierungsfehler mit Rivastigmin

trans-dermalen Pflastern führten zu schweren Nebenwirkungen; in einigen Fällen war

eine Hospitalisierung erforderlich und in seltenen Fällen kam es zu Todesfällen (siehe

Abschnitt 4.9). Die häufigsten Fälle von unsachgemäßer Anwendung des Arzneimittels

und Dosierungsfehlern betrafen das Nicht-Entfernen des alten Pflasters beim Aufbringen

eines neuen und die Anwendung mehrerer Pflaster gleichzeitig. Patienten und ihre

Pflegepersonen müssen über die wichtigen Anwendungshinweise für Rivastigmin

transdermale Pflaster aufgeklärt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Gastrointestinale Beschwerden

Gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö sind dosisabhängig

und können bei Therapiebeginn und/oder Dosissteigerungen auftreten (siehe

Abschnitt 4.8). Diese Nebenwirkungen treten häufiger bei Frauen auf. Patienten, die

Krankheitszeichen oder Symptome einer Dehydrierung nach anhaltendem Erbrechen oder

Durchfall zeigen, können mit intravenöser Flüssigkeitsgabe und Dosisreduktion oder

Absetzen des Arzneimittels versorgt werden, wenn die Dehydrierung erkannt und sofort

behandelt wird. Eine Dehydrierung kann schwere Folgen nach sich ziehen.

Gewichtsverlust

Patienten mit Alzheimer-Demenz verlieren unter der Behandlung mit

Cholinesterasehemmern wie Rivastigmin möglicherweise an Gewicht. Während der

Behandlung mit Rivastigmin transdermalen Pflastern sollte das Gewicht der Patienten

überwacht werden.

Bradykardie

Rivastigmin kann Bradykardie verursachen, die ein Risikofaktor für das Auftreten von

Torsade de Pointes darstellt, vor allem bei Patienten mit Risikofaktoren. Vorsicht ist

geboten bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Torsade de

Pointes; wie zum Beispiel solche mit nicht kompensierter Herzinsuffizienz, kürzlichem

Herzinfarkt, Bradyarrhythmien, einer Prädisposition zu Hypokaliämien oder

Hypomagnesämien oder mit Begleitmedikation, die bekannterweise zu einer QT-

Verlängerung und/oder Torsade de Pointes führt (siehe Abschnitt 4.5 und 4.8).

Andere Nebenwirkungen

Rivastigmin Zentiva transdermale Pflaster sind in folgenden Fällen nur mit besonderer

Vorsicht zu verschreiben:

Patienten mit Sick-Sinus-Syndrom oder Störungen der Erregungsleitung (sinuatrialer

oder atrioventrikulärer Block, siehe Abschnitt 4.8);

Patienten mit floriden Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren oder mit einer

Prädisposition für solche Erkrankungen, da Rivastigmin die Magensäuresekretion

erhöhen kann (siehe Abschnitt 4.8);

Patienten mit Neigung zu Harnstauung und Krampfanfällen, da Cholinomimetika

diese auslösen oder verstärken können;

Patienten mit Asthma oder obstruktiver Lungenerkrankung in der Vorgeschichte.

Hautreaktionen an der Applikationsstelle

Es können durch Rivastigmin-Pflaster an der Anwendungsstelle Hautreaktionen auftreten,

die üblicherweise in milder oder mäßiger Intensität verlaufen. Patienten und

Pflegepersonal sollten entsprechend aufgeklärt werden.

Diese Reaktionen alleine sind noch kein Anzeichen für eine Sensibilisierung. Allerdings

kann die Anwendung von Rivastigmin-Pflastern zu einer allergischen Kontaktdermatitis

führen.

Eine allergische Kontaktdermatitis sollte in Betracht gezogen werden, wenn sich die

Reaktionen an der Anwendungsstelle über die Pflastergröße hinaus ausdehnen, wenn es

Anzeichen für eine intensive lokale Reaktion gibt (z. B. eine sich vergrößernde

Hautrötung, Ödeme, Hautknötchen, Bläschenbildung) und wenn sich die Symptome nicht

innerhalb von 48 Stunden nach Entfernung des Pflasters signifikant bessern. In diesen

Fällen soll die Behandlung abgebrochen werden (siehe Abschnitt 4.3).

Patienten, die eine Reaktion an der Anwendungsstelle entwickeln, welche auf eine

allergische Kontaktdermatitis mit Rivastigmin-Pflastern hindeutet, und die dennoch einer

Rivastigmin- Behandlung bedürfen, sollten nur nach einem negativen Allergietest und

unter enger medizinischer Überwachung auf eine orale Rivastigmin-Behandlung

umgestellt werden. Es ist möglich, dass manche Patienten, die durch die Anwendung von

Rivastigmin-Pflastern gegenüber Rivastigmin sensibilisiert sind, Rivastigmin in keiner

Darreichungsform anwenden können.

Es gibt seltene Berichte nach Markteinführung über Patienten, mit allergischer Dermatitis

(disseminiert) nach Verabreichung von Rivastigmin, unabhängig von der Art der

Anwendung (oral, transdermal). In diesen Fällen sollte die Behandlung abgebrochen

werden (siehe Abschnitt 4.3).

Sonstige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Rivastigmin kann extrapyramidale Symptome verschlimmern oder induzieren.

Nach Handhabung eines Rivastigmin Zentiva transdermalen Pflasters ist der Kontakt mit

den Augen zu vermeiden (siehe Abschnitt 5.3). Die Hände sind nach dem Entfernen des

Pflasters mit Seife und Wasser zu waschen. Im Fall eines Kontakts mit den Augen oder

wenn die Augen nach der Handhabung des Pflasters rot werden, ist unverzüglich mit viel

Wasser zu spülen und medizinischer Rat einzuholen, falls die Symptome nicht

zurückgehen.

Besondere Patientengruppen

Bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 kg können verstärkt Nebenwirkungen

auftreten, und ein Therapieabbruch wegen Nebenwirkungen ist wahrscheinlicher

(siehe Abschnitt 4.2). Bei diesen Patienten ist die Dosis vorsichtig zu steigern und auf

Nebenwirkungen zu achten (z. B. übermäßige Übelkeit oder Erbrechen). Beim

Auftreten dieser Nebenwirkungen ist zu erwägen, die Erhaltungsdosis auf das

4,6 mg/24 Stunden transdermale Pflaster zu reduzieren.

Patienten mit Leberfunktionsstörung: Bei Patienten mit klinisch signifikanten

Leberfunktionsstörungen können verstärkt Nebenwirkungen auftreten. Die

Empfehlungen zur Dosistitration nach individueller Verträglichkeit sollen genau

eingehalten werden. Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen wurden nicht

untersucht. Besondere Vorsicht ist bei der Titration dieser Patienten geboten (siehe

Abschnitte 4.2 und 5.2).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Es wurden keine gezielten Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit Rivastigmin

transdermalen Pflastern durchgeführt.

Aufgrund seiner Eigenschaft als Cholinesterasehemmer verstärkt Rivastigmin

möglicherweise während der Anästhesie die Wirkung von Muskelrelaxanzien vom

Succinylcholin-Typ. Vorsicht ist geboten bei der Auswahl von Anästhetika. Mögliche

Dosisanpassungen oder eine zeitweilige Unterbrechung der Behandlung können

gegebenenfalls in Betracht gezogen werden.

Aufgrund seiner pharmakodynamischen Wirkungen und möglicher additiver Effekte

sollte Rivastigmin nicht zusammen mit anderen Cholinomimetika gegeben werden. Ein

Einfluss von Rivastigmin auf die Wirkung von Anticholinergika kann nicht

ausgeschlossen werden (z.B. Oxybutynin, Tolterodin).

Es wurde über additive Effekte berichtet, die bei kombiniertem Gebrauch von

verschiedenen Betablockern (einschließlich Atenolol) und Rivastigmin zu Bradykardie

führen (die möglicherweise eine Synkope zur Folge haben kann). Kardiovaskuläre

Betablocker werden mit dem höchsten Risiko assoziiert, es wurde in diesem

Zusammenhang aber auch über Patienten berichtet, die andere Betablocker verwenden.

Es ist daher Vorsicht geboten, wenn Rivastigmin zusammen mit Betablockern und auch

mit anderen Bradykardie-auslösenden Mitteln (z. B. Klasse-III Antiarrhythmika,

Kalziumkanalantagonisten, Digitalis-Glykosid, Pilocarpin) angewendet wird. Da

Bradykardie ein Risikofaktor für das Auftreten von Torsade de Pointes ist, sollte die

Kombination von Rivastigmin mit anderen Torsade de Pointes-induzierenden

Arzneimitteln wie Antipsychotika z. B. einige Phenothiazine (Chlorpromazin,

Levomepromazin), Benzamide (Sulpirid, Sultoprid, Amisulprid, Tiaprid, Veraliprid),

Pimozid, Haloperidol, Droperidol, Cisaprid, Citalopram, Diphemanil, Erythromycin i.v.,

Halofantrin, Mizolastin, Methadon, Pentamidin und Moxifloxacin, mit Vorsicht

beobachtet werden und es könnte eine klinische Überwachung (EKG) ebenfalls

erforderlich sein.

In Studien an gesunden Probanden wurden keine pharmakokinetischen

Wechselwirkungen zwischen oralem Rivastigmin und Digoxin, Warfarin, Diazepam oder

Fluoxetin beobachtet. Die unter Warfarin verlängerte Prothrombinzeit wird von oralem

Rivastigmin nicht beeinflusst. Nach gleichzeitiger Gabe von Digoxin und oralem

Rivastigmin wurden keine unerwünschten Wirkungen auf die kardiale Erregungsleitung

beobachtet.

Die gleichzeitige Gabe von Rivastigmin und häufig verschriebenen Arzneimitteln wie

Antazida, Antiemetika, Antidiabetika, zentral wirksamen Antihypertensiva,

Kalziumantagonisten, inotropen Wirkstoffen, Angina-pectoris-Therapeutika, nicht

steroidalen Antiphlogistika, Östrogenen, Analgetika, Benzodiazepinen und

Antihistaminika war nicht mit Veränderungen der Kinetik von Rivastigmin oder einem

erhöhten Risiko für klinisch relevante unerwünschte Wirkungen assoziiert.

Aufgrund der Art des Abbaus im Körper erscheinen metabolische

Arzneimittelwechselwirkungen unwahrscheinlich, obwohl Rivastigmin möglicherweise

den durch Butyrylcholinesterase vermittelten Abbau anderer Arzneimittel hemmt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bei trächtigen Tieren überschritten Rivastigmin und/oder dessen Metaboliten die

Plazentaschranke. Es ist nicht bekannt, ob dies für Menschen zutrifft. Es liegen keine

klinischen Daten über exponierte Schwangere vor. In peri-/postnatalen Studien an Ratten

wurde eine verlängerte Tragzeit beobachtet. Rivastigmin darf nicht während der

Schwangerschaft verwendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.

Stillzeit

Bei Tieren wird Rivastigmin mit der Muttermilch ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob

Rivastigmin beim Menschen in die Muttermilch übertritt; daher dürfen Patientinnen

während einer Behandlung mit Rivastigmin nicht stillen.

Fertilität

Bei Ratten wurden durch Rivastigmin keine Beeinträchtigungen der Fertilität oder

Reproduktionsleistung beobachtet (siehe Abschnitt 5.3). Es sind keine Auswirkungen von

Rivastigmin auf die Fertilität von Menschen bekannt.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Die Alzheimer-Krankheit kann allmählich zu einer Beeinträchtigung der

Verkehrstüchtigkeit und der Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen führen. Weiterhin

kann Rivastigmin Synkopen und Delirium hervorrufen. Folglich hat Rivastigmin

geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen. Die Fähigkeit von mit Rivastigmin behandelten Demenz-

Patienten zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen komplizierter

Maschinen ist daher regelmäßig vom behandelnden Arzt zu überprüfen.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Hautreaktionen an der Applikationsstelle (üblicherweise gering- bis mittelgradiges

Erythem an der Applikationsstelle) sind die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen

bei der Anwendung von Rivastigmin transdermalem Pflaster. Die nächst häufigen

Nebenwirkungen sind gastrointestinaler Art, einschließlich Übelkeit und Erbrechen

.

Die Nebenwirkungen in Tabelle 1 sind gemäß MedDRA Systemorganklassen und

Häufigkeitskategorien aufgelistet. Die Häufigkeitskategorien entsprechen folgender

Konvention: sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1.000,

<1/100); selten (≥1/10.000, <1/1.000); sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit

auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In Tabelle 1 sind die unerwünschten Arzneimittelreaktionen aufgeführt, die bei

1670 Alzheimer- Patienten auftraten, die im Rahmen von randomisierten, doppelblinden,

placebo- und wirkstoffkontrollierten klinischen Studien zu Rivastigmin transdermalen

Pflastern für die Dauer von 24 bis 48 Wochen behandelt wurden und aus Daten nach der

Markteinführung.

Tabelle 1

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig

Harnwegsinfektionen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig

Appetitlosigkeit, verminderter Appetit

Gelegentlich

Dehydration

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig

Angst, Depression, Delirium, Agitiertheit

Gelegentlich

Aggression

Nicht bekannt

Halluzinationen, Ruhelosigkeit, Albträume

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig

Kopfschmerzen, Synkope, Schwindel

Gelegentlich

Psychomotorische Überaktivität

Sehr selten

Extrapyramidale Symptome

Nicht bekannt

Verschlechterung einer Parkinson-Erkrankung, Krampfanfälle,

Tremor, Somnolenz

Herzerkrankungen

Gelegentlich

Bradykardie

Nicht bekannt

AV-Block, Vorhofflimmern, Tachykardie, Sick-Sinus-Syndrom

Gefäßerkrankungen

Nicht bekannt

Bluthochdruck

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Dyspepsie, Bauchschmerzen

Gelegentlich

Magenulcera

Nicht bekannt

Pankreatitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Nicht bekannt

Hepatitis, erhöhte Leberfunktionswerte

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig

Hautausschlag

Nicht bekannt

Pruritus, Erythem, Urtikaria, Hautbläschen, allergische Dermatitis

(disseminiert)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig

Harninkontinenz

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig

Hautreaktionen an der Applikationsstelle (z. B. Erythem an der

Applikationsstelle*, Pruritus an der Applikationsstelle*, Ödem an der

Applikationsstelle*, Dermatitis an der Applikationsstelle, Irritation an

der Applikationsstelle), asthenische Erscheinungen (z. B.

Abgeschlagenheit, Kraftlosigkeit), Fieber, Gewichtsabnahme

Selten

Stürze

* Bei einer 24-wöchigen kontrollierten Studie an japanischen Patienten wurde sehr häufig

über

Erytheme an der Applikationsstelle, Ödeme an der Applikationsstelle und Pruritus an der

Applikationsstelle berichtet.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Bei Anwendung höherer Dosen als 13,3 mg/24 Stunden traten in der oben genannten

placebo-kontrollierten Studie Schlaflosigkeit und Herzversagen häufiger auf als unter

13,3 mg/24 Stunden oder Placebo, was auf eine Dosis-Wirkungs-Beziehung hindeutet.

Unter Rivastigmin 13,3 mg/24 Stunden transdermale Pflaster traten die Ereignisse jedoch

nicht häufiger auf als unter Placebo.

Folgende Nebenwirkungen sind lediglich unter Rivastigmin Hartkapseln und Lösung zum

Einnehmen beobachtet worden und nicht in den klinischen Studien zu Rivastigmin

transdermalen Pflastern: Unwohlsein, Verwirrtheit, vermehrtes Schwitzen (häufig);

Duodenalulcera, Angina pectoris (selten); gastrointestinale Blutungen (sehr selten);

einzelne Fälle von schwerem Erbrechen waren mit einer Ösophagusruptur verbunden

(nicht bekannt).

Hautreizung

In doppelblinden kontrollierten klinischen Studien waren Reaktionen an der

Applikationsstelle meist von leichter bis mäßiger Ausprägung. Hautreaktionen an der

Applikationsstelle, die bei Patienten, die mit Rivastigmin transdermalem Pflaster

behandelt wurden, zum Abbruch führten, traten mit einer Häufigkeit von ≤ 2,3 % auf. Die

Häufigkeit von Hautreaktionen an der Applikationsstelle, die zum Abbruch führte, war in

der asiatischen Bevölkerung höher mit 4,9 % in der chinesischen bzw. mit 8,4 % in der

japanischen Bevölkerung.

In zwei 24-wöchigen doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studien wurden bei

jedem Termin die Hautreaktionen anhand einer Hautirritationsskala gemessen. Bei

Patienten unter Behandlung mit Rivastigmin transdermalem Pflaster konnte beobachtet

werden, dass Hautreaktionen meist von geringfügiger oder leichter Ausprägung waren. In

diesen Studien wurden sie bei ≤ 2,2 % der Patienten als schwerwiegend eingestuft und in

einer japanischen Studie bei ≤ 3,7 % der Patienten, die mit Rivastigmin transdermalem

Pflaster behandelt wurden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

In den meisten Fällen unbeabsichtigter Überdosierung von oralem Rivastigmin traten

keine klinischen Anzeichen oder Symptome auf, und fast alle Patienten setzten die

Behandlung mit Rivastigmin 24 Stunden nach der Überdosierung fort.

Es wurde eine cholinerge Toxizität mit muskarinischen Symptomen berichtet, die mit

moderaten Vergiftungserscheinungen wie Miosis, Hitzegefühl, Verdauungsstörungen

einschließlich Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Bradykardie,

Bronchospasmus und erhöhter Bronchialsekretionen, Hyperhidrose, unfreiwilligem

Wasserlassen und/oder Stuhlgang, Tränenfluss, Hypotonie und vermehrtem Speichelfluss

einherging.

In schwereren Fällen können nikotinerge Effekte entwickelt werden, wie

Muskelschwäche, Faszikulationen, Krampfanfälle und Atemstillstand mit möglichem

tödlichen Ausgang.

Darüber hinaus gab es nach der Markteinführung Fälle von Schwindel, Tremor,

Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Bluthochdruck, Halluzinationen und

Unwohlsein. Überdosierung mit Rivastigmin transdermalem Pflaster resultierend aus

unsachgemäßer Anwendung/ von Dosierungsfehlern (gleichzeitige Anwendung von

mehreren Pflastern) wurde nach Markteinführung berichtet und selten in klinischen

Studien.

Behandlung

Da Rivastigmin eine Plasmahalbwertszeit von etwa 3,4 Stunden hat und die

Acetylcholinesterase über einen Zeitraum von etwa 9 Stunden hemmt, wird für den Fall

einer asymptomatischen Überdosierung empfohlen, alle vorhandenen Rivastigmin

Zentiva transdermalen Pflaster abzunehmen und in den nächsten 24 Stunden kein

weiteres transdermales Pflaster aufzubringen. Bei Überdosierung mit schwerer Übelkeit

und Erbrechen ist die Gabe von Antiemetika zu erwägen. Bei anderen unerwünschten

Wirkungen ist gegebenenfalls symptomatisch zu behandeln.

Bei massiver Überdosierung kann Atropin verabreicht werden. Initial werden 0,03 mg/kg

Atropinsulfat intravenös empfohlen; weitere Dosen sollten nach der klinischen Reaktion

bemessen werden. Die Verwendung von Scopolamin als Antidot ist nicht zu empfehlen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Psychoanaleptika, Cholinesterasehemmer

ATC-Code: N06DA03

Rivastigmin ist ein Hemmstoff der Acetyl- und Butyrylcholinesterase vom Carbamat-

Typ, von dem angenommen wird, dass er die cholinerge Neurotransmission durch

Verlangsamung des Abbaus von Acetylcholin fördert, welches von funktionell intakten

cholinergen Neuronen freigesetzt wird. Aus diesem Grund kann Rivastigmin die bei der

Demenz in Zusammenhang mit Alzheimer-Krankheit auftretenden cholinerg vermittelten

kognitiven Defizite günstig beeinflussen.

Rivastigmin geht mit seinen Zielenzymen eine kovalente Bindung ein, wodurch die

Enzyme vorübergehend inaktiviert werden. Eine orale Dosis von 3 mg setzt bei gesunden

jungen männlichen Freiwilligen die Acetylcholinesterase-(AChE-)-Aktivität im Liquor

innerhalb der ersten 1,5 Stunden nach Einnahme um etwa 40 % herab. Etwa 9 Stunden

nach Erreichen des maximalen Hemmeffektes kehrt die Aktivität des Enzyms auf die

Ausgangswerte zurück. Bei Patienten mit Alzheimer-Krankheit war die Hemmung der

AChE im Liquor durch orales Rivastigmin bis zur höchsten untersuchten Dosis von

zweimal 6 mg pro Tag dosisabhängig. Die Hemmung der Butyrylcholinesterase-Aktivität

im Liquor von 14 mit oralem Rivastigmin behandelten Alzheimer-Patienten war ähnlich

der bei Hemmung der AChE-Aktivität.

Klinische Studien bei Alzheimer-Demenz

Die Wirksamkeit der Rivastigmin transdermalen Pflaster bei Patienten mit Alzheimer-

Demenz wurde in einer doppelblinden, placebokontrollierten, pivotalen Studie von

24 Wochen Dauer sowie einer anschließenden nicht verblindeten Verlängerungsstudie

und einer 48-wöchigen doppelblinden Vergleichsstudie untersucht.

24-wöchige placebokontrollierte Studie

Die untersuchten Patienten der placebokontrollierten Studie hatten einen MMSE-Wert

(Mini-Mental State Examination) von 10 bis 20. Die Beurteilung der Wirksamkeit

erfolgte mit Hilfe voneinander unabhängiger Messverfahren, die im Laufe des

24-wöchigen Behandlungszeitraums regelmäßig angewendet wurden. Zu diesen

Messverfahren zählen ADAS-Cog (Alzheimer’s Disease Assessment Scale – Cognitive

subscale, ein leistungsbezogenes Instrument zur Messung der kognitiven Fähigkeit),

ADCS-CGIC (Alzheimer’s Disease Cooperative Study – Clinician’s Global Impression

of Change, eine umfassende globale Bewertung des Patienten durch den Arzt unter

Einbeziehung der Angaben der Betreuungsperson) und ADCS-ADL (Alzheimer’s

Disease Cooperative Study – Activities of Daily Living, eine von der Betreuungsperson

vorgenommene Bewertung der Aktivitäten des täglichen Lebens wie Körperpflege,

Nahrungsaufnahme, Bekleidung, Haushaltsarbeiten wie Einkaufen, Erhalt der

Orientierungsfähigkeit sowie die Erledigung von Geldangelegenheiten). Die Ergebnisse

aller drei Messverfahren nach 24 Wochen sind in Tabelle 2 zusammengefasst.

Tabelle 2

ITT-LOCF-Population

Rivastigmin

9,5 mg/24 Stunden

transdermale

Pflaster

Rivastigmin

Hartkapseln

12 mg/Tag

N = 256

Placebo

N = 282

ADAS-Cog

(n=248)

(n=253)

(n=281)

Mittlerer Ausgangswert ± SD

27,0

10,3

27,9

28,6

Mittlere Veränderung nach

24 Wochen ± SD

-0,6

-0,6

p-Wert im Vergleich zu Placebo

0,005*1

0,003*1

ADCS-CGIC

(n=248)

(n=253)

(n=278)

Mittlerer Wert ± SD

1,20

1,25

1,26

p-Wert im Vergleich zu Placebo

0,010*2

0,009*2

ADCS-ADL

(n=247)

(n=254)

(n=281)

Mittlerer Ausgangswert ± SD

50,1

16,3

49,3

15,8

49,2

16,0

Mittlere Veränderung nach

24 Wochen ± SD

-0,1

-0,5

-2,3

p-Wert im Vergleich zu Placebo

0,013*1

0,039*1

* p ≤ 0,05 im Vergleich zu Placebo

ITT: Intent-To-Treat; LOCF: Last Observation Carried Forward

ANCOVA mit den Faktoren Behandlung und Land und dem Ausgangswert als einer

Kovariablen; eine negative Veränderung des ADAS-Cog zeigt eine Verbesserung an.

Beim ADCS-ADL entspricht eine positive Veränderung einer Verbesserung.

CMH-Test (van-Elteren-Test) mit Blockbildung nach Land. ADCS-CGIC-Scores < 4

zeigen eine Verbesserung an.

Die Ergebnisse der Patienten mit klinisch relevantem Ansprechen in der 24-wöchigen

placebokontrollierten Studie sind in Tabelle 3 aufgeführt. Eine klinisch relevante

Verbesserung wurde vorab definiert als Verbesserung um mindestens vier Punkte auf der

ADAS-Cog-Skala, dabei keine Verschlechterung auf der ADCS-CGIC und keine

Verschlechterung auf der ADCS-ADL.

Tabelle 3

Patienten mit klinisch signifikantem Ansprechen (%)

ITT-LOCF-Population

Rivastigmin

9,5 mg/24 Stunden

transdermale Pflaster

N = 251

Rivastigmin

Hartkapseln

12 mg/Tag

N = 256

Placebo

N = 282

Um mindestens 4 Punkte

verbesserter ADAS-Cog ohne

Verschlechterung bei ADCS-

CGIC und ADCS-ADL

p-Wert im Vergleich zu Placebo

17,4

0,037*

19,0

0,004*

10,5

* p ≤ 0,05 im Vergleich zu Placebo

Wie die Modellierung mit Hilfe eines Kompartimentmodells zeigt, führen die

transdermalen Pflaster mit einer Freisetzung von 9,5 mg/24 Stunden zu einer

Wirkstoffexposition ähnlich einer oralen Dosis von etwa 12 mg/Tag.

48-wöchige aktiv-kontrollierte Vergleichsstudie

Die untersuchten Patienten der aktiv kontrollierten Vergleichsstudie hatten einen initialen

MMSE- Wert von 10 bis 24. Das Ziel der Studie war der Vergleich der Wirksamkeit des

13,3 mg/24 Stunden transdermalen Pflasters mit dem 9,5 mg/24 Stunden transdermalen

Pflaster während der 48-wöchigen doppelblinden Behandlungsphase bei Alzheimer-

Patienten, die einen funktionellen und kognitiven Rückgang nach einer initialen 24- bis

48-wöchigen offenen Behandlungsphase gezeigt hatten, während sie mit einer

Erhaltungsdosis von 9,5 mg/24 Stunden transdermalem Pflaster behandelt wurden. Der

funktionelle Rückgang wurde durch den Prüfarzt bewertet und der kognitive Rückgang

wurde als eine Verringerung des MMSE-Wertes um > 2 Punkte zum vorhergehenden

Besuch oder eine Verringerung um > 3 Punkte zum Ausgangswert definiert. Die

Beurteilung der Wirksamkeit erfolgte mit Hilfe des ADAS-Cog (Alzheimer’s Disease

Assessment Scale – Cognitive subscale, ein leistungsbezogenes Instrument zur Messung

der kognitiven Fähigkeit) und des ADCS-IADL (Alzheimer’s Disease Cooperative Study

– Instrumental Activities of Daily Living), die instrumentale Aktivitäten bewerten wie

Umgang mit Finanzen, Zubereiten von Mahlzeiten, Einkaufen, Orientierungsfähigkeit

und die Fähigkeit unbeaufsichtigt zu bleiben. Die Ergebnisse der zwei Messverfahren

nach 48 Wochen sind in Tabelle 4 zusammengefasst.

Tabelle 4

Population/Besuch

Rivastigmin

Pflaster

15 cm

N = 265

Rivastigmin

Pflaster 10 cm

N = 271

Rivastigmin

Pflaster

15 cm

Rivastigm

Pflaster

10 cm

Mitte

lwert

Mittel

wert

DLSM

95% Kl

p-Wert

ADAS-Cog

LOCF

Ausgang

swert

34,4

34,9

DB-Woche

Wert

38,5

39,7

Veränder

-0,8

(-2,1,

0,5)

0,227

ADCS-IADL

Ausgang

swert

27,5

25,8

Woche 48

Wert

23,1

19,6

Veränder

-4,4

-6,2

(0,8, 3,6)

0,002*

KI – Konfidenzintervall.

DLSM – Differenz der Kleinste-Quadrate-Mittelwerte.

LOCF – Last Observation Carried Forward.

ADAS-cog scores: Eine negative Differenz bei DLSM zeigt eine größere

Verbesserung bei Rivastigmin 15 cm2 im Vergleich zu Rivastigmin 10 cm2.

ADCS-IADL scores: Eine positive Differenz bei DLSM zeigt eine größere

Verbesserung bei Rivastigmin 15 cm2 im Vergleich zu Rivastigmin 10 cm2.

N ist die Anzahl der Patienten mit einer Bewertung des Ausgangswertes (letzte

Bewertung in der initialen offenen Phase) und mit mindestens 1 Bewertung nach dem

Ausgangswert (für den LOCF).

DLSM, 95% KI, und p-Wert basieren auf dem ANCOVA (Analyse der Kovarianz)

Model, das für das Land und den Ausgangswert des ADAS-cog score angepasst

wurde.

* p < 0,05

Quelle: Studie D2340 – Tabelle 11-6 und Tabelle 11-7

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für das Referenzarzneimittel, das Rivastigmin

enthält, eine Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien

in allen pädiatrischen Altersklassen in der Behandlung der Alzheimer-Demenz gewährt

(siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Die Resorption von Rivastigmin aus den transdermalen Pflastern verläuft langsam. Nach

der ersten Dosis sind nachweisbare Plasmaspiegel nach einer Verzögerung von 0,5 bis

1 Stunde festzustellen. Die C

wird nach 10 bis 16 Stunden erreicht. Nach dem

Spitzenwert sinkt der Plasmaspiegel über den Rest des 24-stündigen

Applikationsintervalls langsam ab. Nach wiederholter Gabe (wie im Steady-State) nimmt

der Plasmaspiegel nach dem Wechsel des transdermalen Pflasters zunächst noch

durchschnittlich 40 Minuten lang leicht ab. Danach wird aus dem neuen transdermalen

Pflaster mehr Wirkstoff aufgenommen als eliminiert wird, und der Plasmaspiegel steigt

wieder an, um nach rund acht Stunden einen neuen Höchststand zu erreichen. Im Steady-

State beträgt der minimale Spiegel etwa 50 % des Spitzenspiegels. Bei der oralen

Verabreichung hingegen fällt die Konzentration zwischen zwei Einnahmezeitpunkten auf

nahezu Null. Die Exposition mit Rivastigmin (C

und AUC) stieg bei der

Dosissteigerung von 4,6 mg/24 Stunden auf 9,5 mg/24 Stunden bzw. auf

13,3 mg/24 Stunden zwar weniger stark an als bei der oralen Formulierung, aber dennoch

überproportional um den Faktor 2,6 und 4,9. Der Fluktuationsindex (FI), eine Messgröße

für die relative Differenz zwischen Spitzen- und Talspiegel ((c

durchschnitt

), hatte

für Rivastigmin 4,6 mg/24 Stunden transdermale Pflaster und Rivastigmin

9,5 mg/24 Stunden transdermale Pflaster den Wert 0,58 bzw. 0,77 und 0,72 für

Rivastigmin 13,3 mg/24 Stunden transdermale Pflaster, was einer wesentlich geringeren

Fluktuation zwischen Tiefst- und Höchstkonzentration entspricht als bei oraler Einnahme

(FI = 3,96 bei 6 mg/Tag bzw. 4,15 bei 12 mg/Tag).

Die Rivastigmin-Dosis, die aus dem transdermalen Pflaster über 24 Stunden

(mg/24 Stunden) freigesetzt wird, kann hinsichtlich der Plasmakonzentration über

24 Stunden nicht direkt mit der aus der Kapsel freigesetzten Menge (mg) verglichen

werden.

Die interindividuelle Variabilität der pharmakokinetischen Parameter nach einer

Einzeldosis Rivastigmin (bezogen auf Dosis/kg Körpergewicht) betrug 43 % (C

) bzw.

49 % (AUC

0–24h

) beim transdermalen Pflaster und 74 % bzw. 103 % nach Einnahme. Die

Variabilität von Patient zu Patient in einer Studie im Steady-State bei Alzheimer-Demenz

betrug nach Anwendung des transdermalen Pflasters maximal 45 % (C

) bzw. 43 %

(AUC

0–24h

), bei Gabe der oralen Form hingegen 71 % bzw. 73 %.

Bei Alzheimer-Patienten war außerdem ein Zusammenhang zwischen

Wirkstoffexposition im Steady- State (Rivastigmin und sein Metabolit NAP226-90) und

dem Körpergewicht festzustellen. Verglichen mit einem 65 kg schweren Patienten, wäre

die Rivastigmin-Konzentration im Steady-State bei einem Patienten mit 35 kg

Körpergewicht etwa doppelt so hoch, bei einem Patienten mit 100 kg halb so hoch. Die

Auswirkungen des Körpergewichts auf die Wirkstoffexposition machen besondere

Vorsicht bei der Dosissteigerung bei Patienten mit sehr niedrigem Körpergewicht

erforderlich (siehe Abschnitt 4.4).

Die Exposition (AUC

) gegenüber Rivastigmin (und seinem Metaboliten NAP266-90)

war am höchsten, wenn das transdermale Pflaster auf den oberen Rückenbereich, den

Brustkorb oder den Oberarm aufgeklebt wurde, und um rund 20 bis 30 % erniedrigt,

wenn das Pflaster sich auf Bauch oder Oberschenkel befand.

Eine relevante Kumulation von Rivastigmin oder seinem Metaboliten NAP226-90 im

Plasma von Alzheimer-Patienten war nicht festzustellen, außer dass die Plasmaspiegel am

zweiten Tag in der Pflaster-Gruppe höher waren als am ersten.

Verteilung

Rivastigmin wird schwach an Plasmaproteine gebunden (zu rund 40 %). Es passiert die

Blut- Hirnschranke leicht und hat ein scheinbares Verteilungsvolumen im Bereich von

1,8-2,7 l/kg.

Biotransformation

Rivastigmin wird rasch und weitgehend abgebaut; die scheinbare

Eliminationshalbwertszeit aus dem Plasma beträgt nach Entfernung des transdermalen

Pflasters rund 3,4 Stunden. Die Elimination wird durch die Resorptionsrate begrenzt

(„Flip-Flop-Kinetik“), was auch erklärt, warum die t½ nach Applikation des

transdermalen Pflasters (3,4 h) länger ist als nach oraler oder intravenöser Gabe

(1,4-1,7 h). Die Metabolisierung erfolgt hauptsächlich über eine durch Cholinesterase

vermittelte Hydrolyse zum Metaboliten NAP226-90.

In vitro

zeigt der Metabolit eine

minimal inhibierende Wirkung auf Acetylcholinesterase (< 10 %).

In-vitro

-Ergebnisse

lassen keine pharmakokinetische Interaktion mit Arzneimitteln erwarten, die durch

die folgenden Cytochrom-Isoenzyme metabolisiert werden: CYP1A2, CYP2D6,

CYP3A4/5, CYP2E1, CYP2C9, CYP2C8, CYP2C19 oder CYP2B6. Tierexperimentelle

Untersuchungen zeigen nur eine sehr geringe Beteiligung der wichtigsten Cytochrom-

P450-Isoenzyme an der Metabolisierung von Rivastigmin. Die Gesamtplasma-Clearance

von Rivastigmin beträgt etwa 130 l/Std. nach einer intravenösen Dosis von 0,2 mg und

nahm nach einer intravenösen Dosis von 2,7 mg auf 70 l/Std. ab. Dieser Rückgang deckt

sich mit der nichtlinearen, überproportional verlaufenden Pharmakokinetik von

Rivastigmin infolge der Sättigung der Eliminationswege.

Das Verhältnis der AUC

von Metabolit zu Ausgangssubstanz betrug bei der Anwendung

von transdermalem Pflaster 0,7 gegenüber 3,5 nach oraler Verabreichung, was darauf

hindeutet, dass nach dermaler Verabreichung wesentlich weniger metabolisiert wurde als

nach oraler Einnahme. Dass bei Anwendung des transdermalen Pflasters weniger

NAP226-90 gebildet wird als nach oraler Einnahme, ist vermutlich auf den fehlenden

Einfluss der präsystemischen Verstoffwechselung (hepatischer First- Pass)

zurückzuführen.

Elimination

Spuren von Rivastigmin werden unverändert mit dem Urin ausgeschieden; der Hauptweg

der Elimination nach Applikation des transdermalen Pflasters ist die renale Ausscheidung

der Metaboliten. Nach oraler Gabe von

C-Rivastigmin erfolgt die renale Elimination

rasch und fast vollständig (> 90 %) innerhalb von 24 Stunden. Weniger als 1 % der

verabreichten Dosis wird mit den Fäzes ausgeschieden.

Eine pharmakokinetische Populationsanalyse hat gezeigt, dass bei Patienten mit

Alzheimer-Krankheit (n = 75 Raucher und 549 Nichtraucher) der Konsum von Nikotin

die orale Rivastigmin-Clearance nach Einnahme oraler Rivastigmin-Kapsel-Dosen von

bis zu 12 mg/Tag um 23 % erhöht.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Das Alter hatte keinen Einfluss auf die Rivastigmin-Exposition von Alzheimer-Patienten,

die mit Rivastigmin transdermalen Pflastern behandelt wurden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Es wurde keine Studie mit Rivastigmin transdermalen Pflastern speziell bei Patienten mit

eingeschränkter Leberfunktion durchgeführt. Bei oraler Einnahme lag die C

Rivastigmin bei Patienten mit gering- bis mittelgradig eingeschränkter Leberfunktion

rund 60 % höher, die AUC von Rivastigmin war mehr als doppelt so hoch wie bei

Gesunden.

Nach einer einzelnen Dosis von 3 mg oder 6 mg war bei Patienten mit leicht bis mäßig

eingeschränkter Nierenfunktion (n=10, Child-Pugh-Kriterien 5-12, Biopsie-Nachweis)

die mittlere orale Rivastigmin-Clearance etwa 46-63% niedriger als bei gesunden

Probanden (n=10).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Es wurde keine Studie mit Rivastigmin transdermalen Pflastern speziell bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion durchgeführt. Basierend auf Populationsanalysen zeigte

die Kreatinin-Clearance keine eindeutigen Effekte auf die Steady-State-Konzentration

von Rivastigmin oder seiner Metaboliten. Bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 4.2).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In Studien zur Toxizität nach wiederholter oraler und topischer Gabe bei Mäusen, Ratten,

Kaninchen, Hunden und Minischweinen wurden stark übersteigerte pharmakologische

Wirkungen beobachtet. Organspezifische Toxizität trat nicht auf. Aufgrund der hohen

Empfindlichkeit der verwendeten Tierspezies war die orale und topische Gabe im

Rahmen der Tierstudien nur begrenzt möglich.

Rivastigmin erwies sich in einer Reihe von Standardtests

in vitro

in vivo

als nicht

mutagen, außer in einem Chromosomenaberrationstest an menschlichen peripheren

Lymphozyten in Dosen, die um das 10

-fache höher lagen als die maximal in der Klinik

angewendeten Dosen. Der

In-vivo

-Micronucleus-Test fiel negativ aus. Auch der

Hauptmetabolit NAP226-90 zeigte kein genotoxisches Potenzial.

In Studien zur oralen und topischen Gabe an Ratten und Mäuse wurden bei der

maximalen tolerierten Dosis keine Hinweise auf Kanzerogenität gefunden. Die

Exposition gegenüber Rivastigmin und seinen Metaboliten entsprach etwa der nach

Anwendung der Höchstdosis Rivastigmin Kapseln bzw. transdermalen Pflastern beim

Menschen.

Bei Tieren überschreitet Rivastigmin die Plazentaschranke und wird mit der Milch

ausgeschieden. Studien

per os

an trächtigen Ratten und Kaninchen zeigten für

Rivastigmin kein teratogenes Potenzial. In Studien

per os

mit männlichen und

weiblichen Ratten wurden durch Rivastigmin keine Beeinträchtigungen der Fertilität oder

Reproduktionsleistung beobachtet, weder bei der Elterngeneration noch bei den

Nachkommen. Spezifische dermatologische Studien an trächtigen Tieren sind bisher nicht

durchgeführt worden.

Die Rivastigmin transdermalen Pflaster wirkten nicht phototoxisch und werden als Nicht-

Allergen angesehen. In weiteren Studien zur dermalen Toxizität wurde eine leichte

Irritation der Haut der Labortiere, einschließlich der Kontrolltiere, beobachtet. Dies

könnte darauf hindeuten, dass Rivastigmin transdermale Pflaster bei den Patienten ein

leichtes Erythem induzieren können. In einer Kaninchen-Studie wurde ein Potenzial für

eine leichte Augen/Mukosa-Reizung identifiziert. Der Patient/seine Pflegeperson muss

daher nach jeglicher Handhabung der Pflaster vermeiden, die Augen zu berühren (siehe

Abschnitt 4.4).

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Wirkstoffhaltige Schicht:

Poly[(2-ethylhexyl)acrylat-co-vinylacetat] (50:50)

Klebeschicht:

Polyisobutylen (mittleres Molekulargewicht)

Polyisobutylen (hohes Molekulargewicht)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Dünnflüssiges Paraffin

Trägerschicht

Beschichteter Polyesterfilm (Beschichtung: Polyethylen/thermoplastisches

Harz/Aluminium)

Schutzfolie

Fluoropolymerbeschichteter Polyesterfilm

Orangefarbene Drucktinte

6.2

Inkompatibilitäten

Um die Haftfähigkeit des transdermalen Pflasters nicht zu beeinträchtigen, dürfen auf die

Stelle, auf die das Pflaster aufgebracht werden soll, zuvor keine Cremes, Lotionen oder

Puder aufgetragen werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Das transdermale Pflaster bis zur Anwendung im Beutel aufbewahren.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Die kindergesicherten Beutel bestehen aus einem mehrfach laminierten

Verbundwerkstoff aus Papier/ Polyethylenterephthalat/Aluminium/Polyacrylnitril.

Jeder Beutel enthält ein transdermales Pflaster.

Erhältlich in Packungen mit 30 Beuteln und Mehrfachpackungen mit 60 (2x30) oder

90 (3x30) Beuteln.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nach der Anwendung sind die transdermalen Pflaster in der Mitte zu falten (Haftseite

nach innen) und in den Beutel zu stecken.

Verwendete und nicht verwendete transdermale Pflaster sind entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Zentiva Pharma GmbH

65927 Frankfurt am Main

Telefon: 0800 53 53 010

Telefax: 0800 53 53 011

8. ZULASSUNGSNUMMER

2205283.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 01. Dezember 2020

10. STAND DER INFORMATION

Dezember 2020

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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