Rivastigmin Kappler 4,6 mg/24 h transdermales Pflaster

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2021

Wirkstoff:
RIVASTIGMIN
Verfügbar ab:
Stada Arzneimittel GmbH
ATC-Code:
N06DA03
INN (Internationale Bezeichnung):
RIVASTIGMINE
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
140729
Berechtigungsdatum:
2021-06-27

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Rivastigmin Kappler 4,6 mg/24 Stunden transdermales Pflaster

Rivastigmin Kappler 9,5 mg/24 Stunden transdermales Pflaster

Wirkstoff: Rivastigmin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Rivastigmin Kappler und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Rivastigmin Kappler beachten?

Wie ist Rivastigmin Kappler anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Rivastigmin Kappler aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Rivastigmin Kappler und wofür wird es angewendet?

Der Wirkstoff in Rivastigmin Kappler ist Rivastigmin.

Rivastigmin gehört zu einer Gruppe von Wirkstoffen, die Cholinesterasehemmer genannt werden. Bei

Patienten mit Alzheimer-Krankheit sterben bestimmte Nervenzellen im Gehirn ab, was zu einem

niedrigen Spiegel des Neurotransmitters Acetylcholin (eine Substanz, welche die Kommunikation der

Nervenzellen miteinander ermöglicht) führt. Rivastigmin wirkt durch Blockade der Enzyme, die

Acetylcholin abbauen: Acetylcholinesterase und Butyrylcholinesterase. Durch Blockade dieser

Enzyme bewirkt Rivastigmin einen Anstieg von Acetylcholin im Gehirn und hilft, die Symptome der

Alzheimer-Demenz zu verringern.

Rivastigmin Kappler wird zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit leichter bis mittelgradiger

Alzheimer-Demenz angewendet, einer fortschreitenden Erkrankung des Gehirns, die schrittweise

Gedächtnis, intellektuelle Fähigkeiten und Verhalten beeinflusst.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Rivastigmin Kappler beachten?

Rivastigmin Kappler darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Rivastigmin (den Wirkstoff von Rivastigmin Kappler) oder einen

der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie schon einmal allergisch auf ein ähnliches Arzneimittel reagiert haben (Carbamat-

Derivate).

wenn Sie Hautreaktionen haben, die sich über die Pflastergröße hinaus ausdehnen, wenn eine

intensive lokale Reaktion auftritt (wie Blasenbildung, zunehmende Hautentzündung, Schwellung)

und wenn sich der Zustand nicht innerhalb von 48 Stunden nach Entfernung des transdermalen

Pflasters verbessert.

Wenn dies auf Sie zutrifft, informieren Sie Ihren Arzt und wenden Sie Rivastigmin Kappler nicht

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor Sie Rivastigmin Kappler anwenden,

wenn Sie einen unregelmäßigen oder langsamen Herzschlag (Herzrhythmusstörungen)

haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie ein aktives Magengeschwür haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie Schwierigkeiten beim Wasserlassen haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie Krampfanfälle haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie Asthma oder eine schwere Atemwegserkrankung haben oder schon einmal hatten.

wenn Sie krankhaft zittern.

wenn Sie ein sehr niedriges Körpergewicht haben.

wenn Sie Probleme mit Ihrem Verdauungstrakt haben wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Sie können zu viel Flüssigkeit verlieren, wenn Erbrechen und Durchfall zu lange anhalten.

wenn Sie eine eingeschränkte Leberfunktion haben.

Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, muss Ihr Arzt Sie eventuell besonders sorgfältig

überwachen, solange Sie dieses Arzneimittel anwenden.

Sollten Sie die Anwendung von Rivastigmin Kappler mehr als drei Tage lang unterbrochen

haben, müssen Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie wieder damit anfangen.

Kinder und Jugendliche

Es gibt im Anwendungsgebiet Alzheimer-Demenz keinen relevanten Nutzen von Rivastigmin bei

Kindern und Jugendlichen.

Anwendung von Rivastigmin Kappler zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Rivastigmin kann Wechselwirkungen mit Anticholinergika haben, darunter sind einige

Arzneimittel, die zur Linderung von Magenkrämpfen oder Spasmen (z. B. Dicyclomin), zur

Behandlung der Parkinson-Krankheit (z. B. Amantadin) oder zur Vorbeugung von Reisekrankheit

angewendet (z. B. Diphenhydramin, Scopolamin oder Meclizin) werden.

Rivastigmin Kappler darf nicht gleichzeitig mit Metoclopramid (ein Arzneimittel zur Linderung oder

Verhinderung von Übelkeit und Erbrechen) angewendet werden. Die gleichzeitige Anwendung beider

Arzneimittel kann Probleme wie steife Gliedmaßen und zitternde Hände verursachen.

Wenn Sie sich einer Operation unterziehen müssen, während Sie Rivastigmin Kappler

anwenden, informieren Sie diesbezüglich Ihren Arzt, da die Pflaster die Wirkung bestimmter

Muskelrelaxanzien während der Narkose verstärken können.

Vorsicht bei Anwendung von Rivastigmin Kappler zusammen mit Betablockern (Arzneimittel wie

Atenolol zur Behandlung von Bluthochdruck, Angina und anderen Herzleiden). Die gleichzeitige

Anwendung beider Arzneimittel kann Probleme wie Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie)

verursachen, die zur Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit führen kann.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Wenn Sie schwanger sind, müssen die Vorteile der Behandlung mit Rivastigmin Kappler

sorgfältig gegen die eventuellen Auswirkungen auf das ungeborene Kind abgewogen werden.

Rivastigmin Kappler wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen, es sei denn, es ist

unbedingt notwendig.

Während der Behandlung mit Rivastigmin Kappler wird empfohlen, nicht zu stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Ihr Arzt sagt Ihnen, ob Ihre Erkrankung es zulässt, dass Sie am Straßenverkehr teilnehmen

und Maschinen bedienen. Rivastigmin Kappler kann Ohnmachtsanfälle und schwere

Verwirrtheit verursachen. Falls Sie sich schwach oder verwirrt fühlen, führen Sie kein

Fahrzeug, bedienen Sie keine Maschinen und tun Sie auch sonst nichts, wofür man

konzentrierte Aufmerksamkeit braucht.

Wie ist Rivastigmin Kappler anzuwenden?

Wenden Sie Rivastigmin Kappler transdermale Pflaster immer genau nach Absprache mit

Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher

sind.

So beginnt die Behandlung

Ihr Arzt sagt Ihnen, welche Stärke von Rivastigmin Kappler am besten für Sie geeignet ist.

Normalerweise beginnt die Behandlung mit Rivastigmin Kappler 4,6 mg/24 Stunden

Die empfohlene übliche Tagesdosis ist Rivastigmin Kappler 9,5 mg/24 Stunden. Wird sie gut

vertragen, kann der behandelnde Arzt eine Erhöhung der Dosis auf 13,3 mg/24 Stunden in

Betracht ziehen.

Tragen Sie immer nur ein Rivastigmin Kappler Pflaster zur gleichen Zeit und ersetzen Sie das

Pflaster nach

24 Stunden durch ein neues.

Im Laufe der Behandlung kann Ihr Arzt die Dosis noch Ihren persönlichen Bedürfnissen

entsprechend anpassen.

Sollten Sie die Anwendung der Pflaster mehr als drei Tage lang unterbrochen haben, müssen Sie

mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie das nächste Pflaster aufkleben. Die Behandlung mit

transdermalem Pflaster kann mit der gleichen Dosis fortgesetzt werden, wenn die Behandlung

nicht länger als drei Tage unterbrochen wurde. Ansonsten wird Ihr Arzt die Behandlung wieder

mit Rivastigmin Kappler 4,6 mg/24 Stunden beginnen.

Rivastigmin Kappler kann zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol angewendet

werden.

Die richtige Platzierung von Ihrem Rivastigmin Kappler transdermalen Pflaster

Bevor Sie ein Pflaster aufkleben, achten Sie darauf, dass Ihre Haut sauber, trocken und

unbehaart ist; frei von Puder, Öl, Feuchtigkeitscreme oder Lotion ist, die das Pflaster daran

hindern können, richtig zu kleben; keine Verletzung, keinen Ausschlag und/oder Reizungen

aufweist.

Entfernen Sie sorgfältig das vorhandene Pflaster, bevor Sie ein neues anwenden.

Mehrere Pflaster an Ihrem Körper könnten eine überhöhte Menge dieses Arzneimittels

freisetzen, was möglicherweise gefährlich sein könnte.

Kleben Sie täglich

Pflaster auf

NUR EINEN

der in der folgenden Abbildung gezeigten

möglichen Bereiche:

- linker Oberarm

oder

rechter Oberarm

- linker oberer Brustkorb

oder

rechter oberer Brustkorb (jedoch

nicht direkt auf die Brust)

- linker oberer Rückenbereich

oder

rechter oberer Rückenbereich

- linker unterer Rückenbereich

oder

rechter unterer Rückenbereich

Entfernen Sie alle 24 Stunden das vorhandene Pflaster, bevor Sie EIN neues Pflaster

auf NUR EINEN der folgenden möglichen Bereiche kleben.

Kleben Sie beim Wechsel des Pflasters, nachdem Sie das Pflaster vom Vortag entfernt haben,

das neue Pflaster immer in einen anderen Bereich als an den Tagen davor (zum Beispiel einen

Tag auf der rechten Körperseite, dann am nächsten Tag auf der linken Körperseite, und einen

Tag im oberen Körperbereich, dann am nächsten Tag im unteren Körperbereich). Wenden Sie

ein neues Pflaster nicht zweimal innerhalb von 14 Tagen auf derselben Körperstelle an.

So kleben Sie Ihr Rivastigmin Kappler transdermales Pflaster richtig auf

Rivastigmin Kappler-Pflaster sind dünne, hautfarbene, selbstklebende Pflaster. Jedes Pflaster ist

bis zum Gebrauch geschützt in einem kleinen versiegelten Beutel verpackt. Erst unmittelbar

bevor Sie ein neues Pflaster aufkleben wollen, öffnen Sie den Beutel und nehmen das Pflaster

heraus.

Entfernen Sie sorgfältig das vorhandene Pflaster, bevor Sie

ein neues anwenden.

Patienten, die mit der Behandlung zum ersten Mal beginnen

oder die Behandlung mit Rivastigmin nach einer

Behandlungsunterbrechung wieder aufnehmen, bitte bei der

zweiten Abbildung beginnen.

Jedes Pflaster ist einzeln in einen versiegelten Schutzbeutel

verpackt. Öffnen Sie den Beutel erst, wenn Sie gleich

danach das Pflaster aufkleben wollen.

Schneiden Sie den Beutel an den beiden Scherensymbolen nur

bis zu den angegebenen Linien auf. Reißen Sie den Beutel auf.

Schneiden Sie den Beutel nicht der gesamten Länge nach auf,

um eine Beschädigung des Pflasters zu vermeiden.

Nehmen Sie das Pflaster aus dem Beutel.

Entfernen Sie die Abdeckung von der oberen, hautfarbenen

Seite des Pflasters und entsorgen Sie die Abdeckung.

Die selbstklebende Seite des Pflasters ist mit einer

Schutzfolie überzogen.

Ziehen Sie eine Hälfte der Schutzfolie ab und achten Sie

darauf, die Klebeflächen nicht mit den Fingern zu berühren.

Legen Sie das Pflaster mit der selbstklebenden Seite auf den

oberen oder unteren Rückenbereich, den Oberarm oder den

Brustkorb und ziehen Sie dann die zweite Hälfte der

Schutzfolie ab.

Drücken Sie dann das Pflaster mit der Handfläche mindestens

30 Sekunden fest, sodass alle Kanten ordentlich haften.

WICHTIG:

Nehmen Sie das Pflaster vom Vortag ab, bevor Sie EIN neues Pflaster aufkleben

Nur ein Pflaster pro Tag anwenden

Schneiden Sie das Pflaster nicht in Stücke.

Das Pflaster an der entsprechenden Stelle für mindestens 30 Sekunden mit der

Handfläche anpressen.

Als Gedächtnisstütze können Sie beispielsweise den Wochentag mit einem feinen Kugelschreiber

auf das Pflaster schreiben.

Tragen Sie das Pflaster ohne Unterbrechung, bis es Zeit ist, es durch ein neues zu ersetzen. Es kann

sinnvoll sein, für neue Pflaster immer wieder verschiedene Stellen auszuprobieren, um

herauszufinden, welche für Sie am angenehmsten sind und wo die Kleidung am wenigsten auf dem

Pflaster reibt.

So nehmen Sie Ihr transdermales Pflaster ab

Ziehen Sie das Pflaster behutsam an einer Ecke ab, bis es langsam von der Haut gelöst ist. Falls

Klebstoffrückstände auf Ihrer Haut bleiben sollten, befeuchten Sie behutsam diesen Bereich mit

warmen Wasser und milder Seife oder verwenden Sie Babyöl um diese zu entfernen. Alkohol

oder andere lösende Flüssigkeiten (Nagellackentferner oder andere Lösungsmittel) dürfen nicht

angewendet werden.

Waschen Sie Ihre Hände nach dem Entfernen des Pflasters mit Seife und Wasser. Im Fall eines

Kontakts mit den Augen oder wenn die Augen nach der Handhabung des Pflasters rot werden, spülen

Sie unverzüglich mit viel Wasser und holen Sie medizinischen Rat ein, falls die Symptome nicht

zurückgehen.

Kann man mit Ihrem transdermalen Pflaster auch baden, schwimmen oder in die Sonne gehen?

Baden, Schwimmen oder Duschen schaden dem Pflaster normalerweise nicht. Achten Sie

jedoch darauf, dass das Pflaster sich nicht lockert oder löst.

Setzen Sie das Pflaster nicht über längere Zeit äußeren Wärmequellen aus (z. B. übermäßige

Sonnenstrahlung, Sauna, Solarium).

Was tun, wenn ein Pflaster sich löst?

Wenn ein Pflaster sich löst, kleben Sie für den Rest des Tages ein frisches Pflaster auf und

wechseln Sie am nächsten Tag das Pflaster wie gewöhnlich zur gleichen Zeit.

Wann und wie lange wird Ihr transdermales Pflaster getragen?

Damit das Arzneimittel optimal wirkt, müssen Sie jeden Tag ein neues Pflaster aufkleben,

vorzugsweise zur gleichen Tageszeit.

Tragen Sie immer nur ein Rivastigmin Kappler Pflaster zur gleichen Zeit und ersetzen Sie das

Pflaster nach

24 Stunden durch ein neues.

Wenn Sie eine größere Menge von Rivastigmin Kappler angewendet haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich mehrere Pflaster gleichzeitig aufgeklebt haben, nehmen Sie sie alle ab und

informieren Sie Ihren Arzt, dass Sie versehentlich mehrere Pflaster getragen haben. Möglicherweise

benötigen Sie ärztliche Hilfe. Bei manchen Menschen, die versehentlich zu viel Rivastigmin auf

einmal eingenommen haben, sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, erhöhter Blutdruck und

Halluzinationen aufgetreten. Auch eine Verlangsamung des Herzschlags und Ohnmachtsanfälle

können auftreten.

Wenn Sie die Anwendung von Rivastigmin Kappler vergessen haben

Wenn Ihnen auffällt, dass Sie vergessen haben, ein Pflaster aufzukleben, holen Sie es sofort nach.

Das nächste Pflaster kleben Sie dann am nächsten Tag zur gewohnten Zeit auf. Kleben Sie niemals

zwei Pflaster auf einmal auf, um das vergessene Pflaster auszugleichen.

Wenn Sie die Anwendung von Rivastigmin Kappler abbrechen

Wenn Sie aufhören, die Pflaster anzuwenden, informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Nebenwirkungen können am ehesten dann auftreten, wenn Sie die Behandlung gerade

begonnen oder die Dosis erhöht haben. In den meisten Fällen werden die Nebenwirkungen

allmählich wieder verschwinden, wenn sich Ihr Körper an das Arzneimittel gewöhnt hat.

Nehmen Sie sofort Ihr Pflaster ab und informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie bei sich eines der

folgenden Symptome bemerken, die schwere Ausmaße annehmen können:

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Appetitlosigkeit

Schwindel

Aufgeregtheit oder Schläfrigkeit

Harninkontinenz (Blasenschwäche

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Störungen des Herzrhythmus (z. B. zu langsamer Herzschlag)

Halluzinationen (Dinge sehen, die es nicht wirklich gibt

Magengeschwür

Dehydrierung (zu starker Flüssigkeitsverlust

Hyperaktivität (hohe Aktivität, Ruhelosigkeit

Aggression

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Stürze

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Steife Arme oder Beine

Zitternde Hände

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Allergische Reaktionen an der Stelle, auf der das Pflaster angewendet wurde, z. B. Blasen

oder entzündete Haut

Verschlechterung der Symptome einer Parkinson-Krankheit; z. B. Zittern, Steifheit,

schlurfender Gang

Entzündung der Bauchspeicheldrüse; Anzeichen sind starke Schmerzen im Oberbauch, oft in

Verbindung mit Übelkeit oder Erbrechen

Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag

Bluthochdruck

Krampfanfälle

Lebererkrankungen (gelbe Haut, Gelbfärbung des weißen Bereiches in den Augen, anormales

Dunklerwerden des Urins oder ungeklärte Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Appetitverlust)

Veränderung von Leberfunktionswerten

Ruhelosigkeit

Albträume

Wenn eine dieser Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, nehmen Sie sofort Ihr Pflaster ab und

informieren Sie Ihren Arzt.

Weitere Nebenwirkungen, die bei Rivastigmin Hartkapseln oder einer Lösung zum Einnehmen

beobachtet wurden und die möglicherweise auch bei den transdermalen Pflastern auftreten

können:

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Vermehrter Speichelfluss

Appetitverlust

Ruhelosigkeit

Allgemeines Unwohlsein

Zittern oder Verwirrtheit

Vermehrtes Schwitzen

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Unregelmäßiger Herzrhythmus (z. B. zu schneller Herzschlag

Schlafstörungen

Hinfallen

Selten

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Krampfanfälle

Darmgeschwür

Brustschmerzen (können durch Herzmuskelkrämpfe verursacht werden)

Sehr selten

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Bluthochdruck

Entzündung der Bauchspeicheldrüse; typische Anzeichen sind starke Schmerzen im Oberbauch,

oft in Verbindung mit Übelkeit oder Erbrechen

Blutungen im Darm; zu erkennen als Blut im Stuhl oder im Erbrochenen

Halluzinationen (Dinge sehen, die es nicht wirklich gibt

In einigen Fällen kam es bei heftigem Erbrechen zum Einreißen der Speiseröhre

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Rivastigmin Kappler aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Beutel nach „verwendbar

bis“ bzw. „verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum

bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Das transdermale Pflaster bis zur Anwendung im Beutel aufbewahren

Verwenden Sie niemals ein Pflaster, das beschädigt aussieht oder Zeichen einer unsachgemäßen

Behandlung zeigt.

Nachdem Sie ein Pflaster abgenommen haben, falten Sie es in der Mitte zusammen, sodass die

klebende Seite innen liegt, und drücken Sie die Klebeflächen zusammen. Stecken Sie das

gebrauchte Pflaster wieder in seinen Beutel und entsorgen Sie es. Berühren Sie nicht Ihre Augen

und waschen Sie sich mit Wasser und Seife die Hände, nachdem Sie das Pflaster abgenommen

haben.

Wenn der Hausmüll in Ihrer Gemeinde verbrannt wird, können Sie das Pflaster in den

Restmüll geben.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel

zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Rivastigmin Kappler enthält

Der Wirkstoff ist Rivastigmin.

Rivastigmin Kappler 4,6 mg/24 Stunden transdermales Pflaster:

Ein transdermales Pflaster setzt pro 24 Stunden 4,6 mg Rivastigmin frei.

Ein transdermales Pflaster von 4,6 cm

Größe enthält 6,9 mg Rivastigmin.

Rivastigmin Kappler 9,5 mg/24 Stunden Ttransdermales Pflaster:

Ein transdermales Pflaster setzt pro 24 Stunden 9,5 mg Rivastigmin frei.

Ein transdermales Pflaster von 9,2 cm

Größe enthält 13,8 mg Rivastigmin.

Die sonstigen Bestandteile sind: beschichteter Polyesterfilm (Beschichtung:

Polyethylen/thermoplastisches Harz/Aluminium) 2-Ethylhexylacrylat-vinylacetat-Copolymer (50:50),

Polyisobutylen (mittleres Molekulargewicht), Polyisobutylen (hohes Molekulargewicht),

hochdisperses Siliciumdioxid, dünnflüssiges Paraffin, fluoropolymerbeschichteter Polyesterfilm,

orangefarbene Drucktinte

Wie Rivastigmin Kappler aussieht und Inhalt der Packung

Das transdermale Pflaster ist ein dünnes und rundes Pflaster. Die äußere Schicht ist hautfarben und

trägt die folgende Aufschrift in orangefarbener Drucktinte:

Rivastigmin Kappler 4,6 mg/24 Stunden transdermales Pflaster:

„RIV-TDS 4.6 mg/24 h“

Rivastigmin Kappler 9,5 mg/24 Stunden transdermales Pflaster:

„RIV-TDS 9.5 mg/24 h“

Die transdermalen Pflaster sind einzeln in versiegelten Beuteln verpackt. Jedes transdermale Pflaster

wird durch eine Abziehhilfe geschützt. Rivastigmin Kappler 4,6 mg und 9,5 mg/24 h transdermales

Pflaster sind in Packungen mit 7, 30 oder 42 Beuteln und in Bündelpackungen mit 60 (2x30),

84 (2x42) oder 90 (3x30) Beuteln erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

STADA Arzneimittel GmbH, 1190 Wien, Österreich

Hersteller

Luye Pharma AG

Am Windfeld 35

83714 Miesbach

Deutschland

Rivastigmin Kappler 4,6 mg/24 Stunden transdermales Pflaster

- Z.Nr.: 140.729

Rivastigmin Kappler 9,5 mg/24 Stunden transdermales Pflaster

- Z.Nr.: 140.730

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen

Dänemark

Rivastigmin STADA 4,6 mg/24 timer depotplaster

Rivastigmin STADA 9,5 mg/24 timer depotplaster

Deutschland

Rivastigmin AL 4,6 mg/24 h transdermales Pflaster

Rivastigmin AL 9,5 mg/24 h transdermales Pflaster

Frankreich

RIVASTIGMINE EG LABO 4,6 mg/24 h, dispositif transdermique

RIVASTIGMINE EG LABO 9,5 mg/24 h, dispositif transdermique

Schweden

Rivastigmin STADA 4,6 mg/24 timmar depotplåster

Rivastigmin STADA 9,5 mg/24 timmar depotplåster

Spanien

Rivastigmina Stadafarma 4,6 mg/24 h parches transdérmicos EFG

Rivastigmina Stadafarma 9,5 mg/24 h parches transdérmicos EFG

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juli 2021.

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Rivastigmin Kappler 4,6 mg/24 Stunden transdermales Pflaster

Rivastigmin Kappler 9,5 mg/24 Stunden transdermales Pflaster

Rivastigmin Kappler 13,3 mg/24 Stunden transdermales Pflaster

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Rivastigmin Kappler 4,6 mg/24 Stunden transdermales Pflaster:

Ein transdermales Pflaster setzt pro 24 Stunden 4,6 mg Rivastigmin frei.

Ein transdermales Pflaster von 4,6 cm

Größe enthält 6,9 mg Rivastigmin.

Rivastigmin Kappler 9,5 mg/24 Stunden transdermales Pflaster:

Ein transdermales Pflaster setzt pro 24 Stunden 9,5 mg Rivastigmin frei.

Ein transdermales Pflaster von 9,2 cm

Größe enthält 13,8 mg Rivastigmin.

Rivastigmin Kappler 13,3 mg/24 Stunden transdermales Pflaster:

Ein transdermales Pflaster setzt pro 24 Stunden 13,3 mg Rivastigmin frei.

Ein transdermales Pflaster von 12,8 cm

Größe enthält 19,2 mg Rivastigmin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Transdermales Pflaster

Rivastigmin Kappler 4,6 mg/24 Stunden transdermales Pflaster:

Das Pflaster ist ein dünnes, rundes transdermales Pflaster vom Matrixtyp. Die Außenseite der

Trägerschicht ist hautfarben. Das Pflaster trägt den orangefarbenen Aufdruck „RIV-TDS

4.6 mg/24 h“.

Rivastigmin Kappler 9,5 mg/24 Stunden transdermales Pflaster:

Das Pflaster ist ein dünnes, rundes transdermales Pflaster vom Matrixtyp. Die Außenseite der

Trägerschicht ist hautfarben. Das Pflaster trägt den orangefarbenen Aufdruck „RIV-TDS

9.5 mg/24 h“.

Rivastigmin Kappler 13,3 mg/24 Stunden transdermales Pflaster:

Das Pflaster ist ein dünnes, rundes transdermales Pflaster vom Matrixtyp. Die Außenseite der

Trägerschicht ist hautfarben. Das Pflaster trägt den orangefarbenen Aufdruck „RIV-TDS

13.3 mg/24 h“.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung ist durch einen Arzt zu beginnen und zu überwachen, der Erfahrung in der Diagnose

und Therapie der Alzheimer-Demenz besitzt. Die Diagnose ist nach den derzeit gültigen Richtlinien zu

stellen. Wie jede Therapie bei Demenz-Patienten darf eine Therapie mit Rivastigmin nur begonnen

werden, wenn eine Bezugsperson zur Verfügung steht, die die regelmäßige Verabreichung der

Medikation gewährleistet und die Behandlung überwacht.

Dosierung

Transdermales Pflaster

Rivastigmin-Freisetzung innerhalb 24 Stunden

in vivo

Rivastigmin Kappler

4,6 mg/24 Stunden

4,6 mg

Rivastigmin Kappler

9,5 mg/24 Stunden

9,5 mg

Rivastigmin Kappler

13,3 mg/24 Stunden

13,3 mg

Anfangsdosis

Die Einleitung der Behandlung erfolgt mit Rivastigmin Kappler 4,6 mg/24 Stunden.

Erhaltungsdosis

Nach mindestens vierwöchiger Behandlung, und wenn diese Dosis nach Einschätzung des

behandelnden Arztes gut vertragen wird, muss die Dosis von 4,6 mg/24 Stunden auf die empfohlene

tägliche wirksame Dosis von 9,5 mg/24 Stunden erhöht werden. Diese muss solange angewendet

werden, wie der Patient daraus einen therapeutischen Nutzen zieht.

Dosiserhöhung

9,5 mg/24 Stunden ist die empfohlene tägliche wirksame Dosis. Diese ist solange anzuwenden, wie

der Patient daraus einen therapeutischen Nutzen zieht. Wenn die Dosis von 9,5 mg/24 Stunden gut

vertragen wird, und nur nach einer Behandlungsdauer von mindestens sechs Monaten, kann der

behandelnde Arzt in Betracht ziehen, die Dosis bei Patienten, die eine deutliche kognitive

Verschlechterung (z. B. Verringerung des MMSE) und/oder einen funktionellen Rückgang (basierend

auf der Beurteilung durch einen Arzt) gezeigt haben, während sie mit der empfohlenen täglichen

wirksamen Dosis von 9,5 mg/24 Stunden behandelt wurden, auf 13,3 mg/24 Stunden zu erhöhen

(siehe Abschnitt 5.1).

Der klinische Nutzen von Rivastigmin muss regelmäßig überprüft werden. Ein Abbruch der

Behandlung muss in Betracht gezogen werden, falls eine therapeutische Wirkung bei der optimalen

Dosis nicht mehr nachweisbar ist.

Falls gastrointestinale Nebenwirkungen auftreten, ist die Behandlung bis zum Abklingen der

Symptome zeitweise zu unterbrechen. Wenn die Unterbrechung nicht länger als drei Tage dauerte,

kann die Behandlung mit dem transdermalen Pflaster in unveränderter Dosierung fortgeführt werden.

Andernfalls ist die Behandlung mit 4,6 mg/24 Stunden wiederaufzunehmen.

Umstellung von Hartkapseln oder Lösung zum Einnehmen auf transdermale Pflaster

Basierend auf einer zwischen oralem und transdermalem Rivastigmin vergleichbaren Exposition (siehe

Abschnitt 5.2) können Patienten, die zuvor mit Rivastigmin Hartkapseln oder Rivastigmin Lösung

zum Einnehmen behandelt wurden, nach folgendem Schema auf Rivastigmin Kappler transdermale

Pflaster umgestellt werden:

Patienten mit einer Tagesdosis von 3 mg Rivastigmin oral können auf 4,6 mg/24 Stunden

transdermale Pflaster umgestellt werden.

Patienten mit einer Tagesdosis von 6 mg Rivastigmin oral können auf 4,6 mg/24 Stunden

transdermale Pflaster umgestellt werden.

Patienten mit einer stabilen und gut vertragenen Tagesdosis von 9 mg Rivastigmin oral können auf

9,5 mg/24 Stunden transdermale Pflaster umgestellt werden. Ist die orale Dosis von 9 mg pro Tag

nicht stabil oder wird sie nicht gut vertragen, wird eine Umstellung auf 4,6 mg/24 Stunden

transdermale Pflaster empfohlen.

Patienten mit einer Tagesdosis von 12 mg Rivastigmin oral können auf 9,5 mg/24 Stunden

transdermale Pflaster umgestellt werden.

Nach der Umstellung auf 4,6 mg/24 Stunden transdermale Pflaster muss, vorausgesetzt diese werden

nach einer mindestens vierwöchigen Behandlung gut vertragen, auf die empfohlene wirksame Dosis

von 9,5 mg/24 Stunden erhöht werden.

Es wird empfohlen, das erste transdermale Pflaster am Tag nach der letzten oralen Dosis aufzubringen.

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche: Es gibt im Anwendungsgebiet Alzheimer-Demenz keinen relevanten

Nutzen von Rivastigmin bei Kindern und Jugendlichen.

Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 kg: Besondere Vorsicht gilt bei Patienten mit einem

Körpergewicht unter 50 kg bei einer Dosistitration oberhalb der empfohlenen wirksamen Dosis von

9,5 mg/24 Stunden (siehe Abschnitt 4.4). Bei diesen Patienten können verstärkt Nebenwirkungen

auftreten, und ein Therapieabbruch wegen Nebenwirkungen kann wahrscheinlicher sein.

Leberinsuffizienz: Aufgrund der erhöhten Exposition bei leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz wie

sie auch mit den oralen Darreichungsformen beobachtet wurde, müssen die Empfehlungen zur

Dosistitration nach individueller Verträglichkeit genau eingehalten werden. Bei Patienten mit klinisch

signifikanten Leberfunktionsstörungen können mehr dosisabhängige Nebenwirkungen auftreten.

Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz wurden nicht untersucht. Besondere Vorsicht ist bei der

Titration dieser Patienten geboten (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Niereninsuffizienz: Bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion ist keine

Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Art der Anwendung

Zur transdermalen Anwendung.

Transdermale Pflaster sind einmal täglich auf saubere, trockene, unbehaarte, intakte gesunde Haut im

oberen oder unteren Rückenbereich, Oberarm oder Brustkorb aufzukleben, und zwar an einer Stelle

ohne Reibung durch eng anliegende Kleidungsstücke. Es wird nicht empfohlen, das transdermale

Pflaster auf den Oberschenkel oder Bauchbereich aufzukleben, da dort die Bioverfügbarkeit von

Rivastigmin vermindert ist.

Das transdermale Pflaster soll nicht auf gerötete, gereizte oder verletzte Haut aufgebracht werden. Zur

Minimierung des möglichen Risikos von Hautreizungen ist es zu vermeiden, innerhalb von 14 Tagen

ein Pflaster mehrmals auf dieselbe Stelle aufzukleben.

Patienten und Pflegepersonen müssen über wichtige Anwendungshinweise aufgeklärt werden:

Das Pflaster vom Vortag muss jeden Tag vor dem Aufkleben eines neuen Pflasters entfernt werden

(siehe Abschnitt 4.9).

Nach 24 Stunden ist das Pflaster durch ein neues zu ersetzen. Es darf jeweils nur ein Pflaster zur

gleichen Zeit getragen werden (siehe Abschnitt 4.9).

Das Pflaster ist mindestens 30 Sekunden mit der Handfläche kräftig anzudrücken, bis die Ränder

sicher kleben.

Falls sich das Pflaster löst, muss für den Rest des Tages ein neues aufgebracht werden. Am

nächsten Tag muss es dann zur gleichen Zeit wie üblich ersetzt werden.

Das Pflaster kann in allen Alltagssituationen getragen werden, auch beim Duschen/Baden und bei

heißem Wetter.

Das Pflaster darf externen Hitzequellen (z. B. übermäßiges Sonnenlicht, Sauna, Solarium) nicht

über einen langen Zeitraum ausgesetzt werden.

Das Pflaster darf nicht in Stücke geschnitten werden

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen andere Carbamat-Derivate oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Vorgeschichte mit Reaktionen an der Anwendungsstelle als Hinweis auf eine allergische

Kontaktdermatitis mit Rivastigmin-Pflastern (siehe Abschnitt 4.4).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Das Auftreten und die Schwere von Nebenwirkungen nehmen in der Regel mit höheren Dosen zu,

insbesondere im Anschluss an die Dosissteigerung. Wenn die Behandlung länger als drei Tage

unterbrochen wurde, ist sie mit 4,6 mg/24 Stunden wiederaufzunehmen.

Unsachgemäße Anwendung des Arzneimittels und Dosierungsfehler, die zu einer Überdosierung

führen

Die unsachgemäße Anwendung des Arzneimittels und Dosierungsfehler mit Rivastigmin trans-

dermalen Pflastern führten zu schweren Nebenwirkungen; in einigen Fällen war eine Hospitalisierung

erforderlich und in seltenen Fällen kam es zu Todesfällen (siehe Abschnitt 4.9). Die häufigsten Fälle

von unsachgemäßer Anwendung des Arzneimittels und Dosierungsfehlern betrafen das Nicht-

Entfernen des alten Pflasters beim Aufbringen eines neuen und die Anwendung mehrerer Pflaster

gleichzeitig. Patienten und ihre Pflegepersonen müssen über die wichtigen Anwendungshinweise für

Rivastigmin transdermale Pflaster aufgeklärt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Gastrointestinale Beschwerden

Gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö sind dosisabhängig und können

bei Therapiebeginn und/oder Dosissteigerungen auftreten (siehe Abschnitt 4.8). Diese

Nebenwirkungen treten häufiger bei Frauen auf. Patienten, die Krankheitszeichen oder Symptome

einer Dehydrierung nach anhaltendem Erbrechen oder Durchfall zeigen, können mit intravenöser

Flüssigkeitsgabe und Dosisreduktion oder Absetzen des Arzneimittels versorgt werden, wenn die

Dehydrierung erkannt und sofort behandelt wird. Eine Dehydrierung kann schwere Folgen nach sich

ziehen.

Gewichtsverlust

Patienten mit Alzheimer-Demenz verlieren unter der Behandlung mit Cholinesterasehemmern wie

Rivastigmin möglicherweise an Gewicht. Während der Behandlung mit Rivastigmin transdermalen

Pflastern ist das Gewicht der Patienten zu überwachen.

Bradykardie

Rivastigmin kann Bradykardie verursachen, die ein Risikofaktor für das Auftreten von Torsade de

Pointes darstellt, vor allem bei Patienten mit Risikofaktoren. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit

einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Torsade de Pointes; wie zum Beispiel solche mit nicht

kompensierter Herzinsuffizienz, kürzlichem Herzinfarkt, Bradyarrhythmien, einer Prädisposition zu

Hypokaliämien oder Hypomagnesämien oder mit Begleitmedikation, die bekannterweise zu einer QT-

Verlängerung und/oder Torsade de Pointes führt (siehe Abschnitt 4.5 und 4.8).

Andere Nebenwirkungen

Rivastigmin Kappler transdermale Pflaster sind in folgenden Fällen nur mit besonderer Vorsicht zu

verschreiben:

Patienten mit Sick-Sinus-Syndrom oder Störungen der Erregungsleitung (sinuatrialer oder

atrioventrikulärer Block, siehe Abschnitt 4.8);

Patienten mit floriden Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren oder mit einer Prädisposition für

solche Erkrankungen, da Rivastigmin die Magensäuresekretion erhöhen kann (siehe Abschnitt 4.8);

Patienten mit Neigung zu Harnstauung und Krampfanfällen, da Cholinomimetika diese auslösen

oder verstärken können;

Patienten mit Asthma oder obstruktiver Lungenerkrankung in der Vorgeschichte.

Hautreaktionen an der Applikationsstelle

Es können durch Rivastigmin-Pflaster an der Anwendungsstelle Hautreaktionen auftreten, die

üblicherweise in milder oder mäßiger Intensität verlaufen. Patienten und Pflegepersonal müssen

entsprechend aufgeklärt werden.

Diese Reaktionen alleine sind noch kein Anzeichen für eine Sensibilisierung. Allerdings kann die

Anwendung von Rivastigmin-Pflastern zu einer allergischen Kontaktdermatitis führen.

Eine allergische Kontaktdermatitis ist in Betracht zu ziehen, wenn sich die Reaktionen an der

Anwendungsstelle über die Pflastergröße hinaus ausdehnen, wenn es Anzeichen für eine intensive

lokale Reaktion gibt (z. B. eine sich vergrößernde Hautrötung, Ödeme, Hautknötchen,

Bläschenbildung) und wenn sich die Symptome nicht innerhalb von 48 Stunden nach Entfernung des

Pflasters signifikant bessern. In diesen Fällen soll die Behandlung abgebrochen werden (siehe

Abschnitt 4.3).

Patienten, die eine Reaktion an der Anwendungsstelle entwickeln, welche auf eine allergische

Kontaktdermatitis mit Rivastigmin-Pflastern hindeutet, und die dennoch einer Rivastigmin-

Behandlung bedürfen, dürfen nur nach einem negativen Allergietest und unter enger medizinischer

Überwachung auf eine orale Rivastigmin-Behandlung umgestellt werden. Es ist möglich, dass manche

Patienten, die durch die Anwendung von Rivastigmin-Pflastern gegenüber Rivastigmin sensibilisiert

sind, Rivastigmin in keiner Darreichungsform anwenden können.

Es gibt seltene Berichte nach Markteinführung über Patienten, mit allergischer Dermatitis

(disseminiert) nach Verabreichung von Rivastigmin, unabhängig von der Art der Anwendung (oral,

transdermal). In diesen Fällen muss die Behandlung abgebrochen werden (siehe Abschnitt 4.3).

Sonstige Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Rivastigmin kann extrapyramidale Symptome verschlimmern oder induzieren.

Nach Handhabung eines Rivastigmin Kappler transdermalen Pflasters ist der Kontakt mit den Augen

zu vermeiden (siehe Abschnitt 5.3). Die Hände sind nach dem Entfernen des Pflasters mit Seife und

Wasser zu waschen. Im Fall eines Kontakts mit den Augen oder wenn die Augen nach der

Handhabung des Pflasters rot werden, ist unverzüglich mit viel Wasser zu spülen und medizinischer

Rat einzuholen, falls die Symptome nicht zurückgehen.

Besondere Patientengruppen

Bei Patienten mit einem Körpergewicht unter 50 kg können verstärkt Nebenwirkungen auftreten,

und ein Therapieabbruch wegen Nebenwirkungen ist wahrscheinlicher (siehe Abschnitt 4.2). Bei

diesen Patienten ist die Dosis vorsichtig zu steigern und auf Nebenwirkungen zu achten (z. B.

übermäßige Übelkeit oder Erbrechen). Beim Auftreten dieser Nebenwirkungen ist zu erwägen, die

Erhaltungsdosis auf das 4,6 mg/24 Stunden transdermale Pflaster zu reduzieren.

Patienten mit Leberfunktionsstörung: Bei Patienten mit klinisch signifikanten

Leberfunktionsstörungen können verstärkt Nebenwirkungen auftreten. Die Empfehlungen zur

Dosistitration nach individueller Verträglichkeit sollen genau eingehalten werden. Patienten mit

schweren Leberfunktionsstörungen wurden nicht untersucht. Besondere Vorsicht ist bei der

Titration dieser Patienten geboten (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine gezielten Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit Rivastigmin

transdermalen Pflastern durchgeführt.

Aufgrund seiner Eigenschaft als Cholinesterasehemmer verstärkt Rivastigmin möglicherweise

während der Anästhesie die Wirkung von Muskelrelaxanzien vom Succinylcholin-Typ. Vorsicht ist

geboten bei der Auswahl von Anästhetika. Mögliche Dosisanpassungen oder eine zeitweilige

Unterbrechung der Behandlung können gegebenenfalls in Betracht gezogen werden.

Aufgrund seiner pharmakodynamischen Wirkungen und möglicher additiver Effekte darf Rivastigmin

nicht zusammen mit anderen Cholinomimetika gegeben werden. Ein Einfluss von Rivastigmin auf die

Wirkung von Anticholinergika kann nicht ausgeschlossen werden (z.B. Oxybutynin, Tolterodin).

Es wurde über additive Effekte berichtet, die bei kombiniertem Gebrauch von verschiedenen

Betablockern (einschließlich Atenolol) und Rivastigmin zu Bradykardie führen (die möglicherweise

eine Synkope zur Folge haben kann). Kardiovaskuläre Betablocker werden mit dem höchsten Risiko

assoziiert, es wurde in diesem Zusammenhang aber auch über Patienten berichtet, die andere

Betablocker verwenden. Es ist daher Vorsicht geboten, wenn Rivastigmin zusammen mit

Betablockern und auch mit anderen Bradykardie-auslösenden Mitteln (z. B. Klasse-III

Antiarrhythmika, Kalziumkanalantagonisten, Digitalis-Glykosid, Pilocarpin) angewendet wird. Da

Bradykardie ein Risikofaktor für das Auftreten von Torsade de Pointes ist, muss die Kombination von

Rivastigmin mit anderen Torsade de Pointes-induzierenden Arzneimitteln wie Antipsychotika z. B.

einige Phenothiazine (Chlorpromazin, Levomepromazin), Benzamide (Sulpirid, Sultoprid, Amisulprid,

Tiaprid, Veraliprid), Pimozid, Haloperidol, Droperidol, Cisaprid, Citalopram, Diphemanil,

Erythromycin i.v., Halofantrin, Mizolastin, Methadon, Pentamidin und Moxifloxacin, mit Vorsicht

beobachtet werden und es könnte eine klinische Überwachung (EKG) ebenfalls erforderlich sein.

In Studien an gesunden Probanden wurden keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen

oralem Rivastigmin und Digoxin, Warfarin, Diazepam oder Fluoxetin beobachtet. Die unter Warfarin

verlängerte Prothrombinzeit wird von oralem Rivastigmin nicht beeinflusst. Nach gleichzeitiger Gabe

von Digoxin und oralem Rivastigmin wurden keine Nebenwirkungen auf die kardiale

Erregungsleitung beobachtet.

Die gleichzeitige Gabe von Rivastigmin und häufig verschriebenen Arzneimitteln wie Antazida,

Antiemetika, Antidiabetika, zentral wirksamen Antihypertensiva, Kalziumantagonisten, inotropen

Wirkstoffen, Angina-pectoris-Therapeutika, nicht steroidalen Antiphlogistika, Östrogenen,

Analgetika, Benzodiazepinen und Antihistaminika war nicht mit Veränderungen der Kinetik von

Rivastigmin oder einem erhöhten Risiko für klinisch relevante Nebenwirkungen assoziiert.

Aufgrund der Art des Abbaus im Körper erscheinen metabolische Arzneimittelwechselwirkungen

unwahrscheinlich, obwohl Rivastigmin möglicherweise den durch Butyrylcholinesterase vermittelten

Abbau anderer Arzneimittel hemmt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bei trächtigen Tieren überschritten Rivastigmin und/oder dessen Metaboliten die Plazentaschranke. Es

ist nicht bekannt, ob dies für Menschen zutrifft. Es liegen keine klinischen Daten über exponierte

Schwangere vor. In peri-/postnatalen Studien an Ratten wurde eine verlängerte Tragzeit beobachtet.

Rivastigmin wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen, es sei denn, dies ist eindeutig

erforderlich.

Stillzeit

Bei Tieren wird Rivastigmin mit der Muttermilch ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob Rivastigmin

beim Menschen in die Muttermilch übertritt; Patientinnen wird daher empfohlen während einer

Behandlung mit Rivastigmin nicht zu stillen.

Fertilität

Bei Ratten wurden durch Rivastigmin keine Beeinträchtigungen der Fertilität oder

Reproduktionsleistung beobachtet (siehe Abschnitt 5.3). Es sind keine Auswirkungen von Rivastigmin

auf die Fertilität von Menschen bekannt.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die Alzheimer-Krankheit kann allmählich zu einer Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit und der

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen führen. Weiterhin kann Rivastigmin Synkopen und Delirium

hervorrufen. Folglich hat Rivastigmin geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und

die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Die Fähigkeit von mit Rivastigmin behandelten Demenz-

Patienten zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen komplizierter Maschinen ist

daher regelmäßig vom behandelnden Arzt zu überprüfen.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Hautreaktionen an der Applikationsstelle (üblicherweise gering- bis mittelgradiges Erythem an der

Applikationsstelle) sind die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei der Anwendung von

Rivastigmin transdermalem Pflaster. Die nächst häufigen Nebenwirkungen sind gastrointestinaler Art,

einschließlich Übelkeit und Erbrechen.

Die Nebenwirkungen in Tabelle 1 sind gemäß MedDRA Systemorganklassen und

Häufigkeitskategorien aufgelistet. Die Häufigkeitskategorien entsprechen folgender Konvention: sehr

häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1.000, <1/100); selten (≥1/10.000, <1/1.000);

sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In Tabelle 1 sind die Nebenwirkungen aufgeführt, die bei 1670 Alzheimer- Patienten auftraten, die im

Rahmen von randomisierten, doppelblinden, placebo- und wirkstoffkontrollierten klinischen Studien

zu Rivastigmin transdermalen Pflastern für die Dauer von 24 bis 48 Wochen behandelt wurden und

aus Daten nach der Markteinführung.

Tabelle 1

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig

Harnwegsinfektionen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig

Appetitlosigkeit, verminderter Appetit

GelegentlichDehydration

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig

Angst, Depression, Delirium, Agitiertheit

GelegentlichAggression

Nicht bekannt

Halluzinationen, Ruhelosigkeit, Albträume

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig

Kopfschmerzen, Synkope, Schwindel

GelegentlichPsychomotorische Überaktivität

Sehr selten

Extrapyramidale Symptome

Nicht bekannt

Verschlechterung einer Parkinson-Erkrankung, Krampfanfälle, Tremor,

Somnolenz

Herzerkrankungen

GelegentlichBradykardie

Nicht bekannt

AV-Block, Vorhofflimmern, Tachykardie, Sick-Sinus-Syndrom

Gefäßerkrankungen

Nicht bekannt

Bluthochdruck

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Dyspepsie, Bauchschmerzen

GelegentlichMagenulcera

Nicht bekannt

Pankreatitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Nicht bekannt

Hepatitis, erhöhte Leberfunktionswerte

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig

Hautausschlag

Nicht bekannt

Pruritus, Erythem, Urtikaria, Hautbläschen, allergische Dermatitis

(disseminiert)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig

Harninkontinenz

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig

Hautreaktionen an der Applikationsstelle (z. B. Erythem an der

Applikationsstelle*, Pruritus an der Applikationsstelle*, Ödem an der

Applikationsstelle*, Dermatitis an der Applikationsstelle, Irritation an der

Applikationsstelle), asthenische Erscheinungen (z. B. Abgeschlagenheit,

Kraftlosigkeit), Fieber, Gewichtsabnahme

Selten

Stürze

* Bei einer 24-wöchigen kontrollierten Studie an japanischen Patienten wurde sehr häufig über

Erytheme an der Applikationsstelle, Ödeme an der Applikationsstelle und Pruritus an der

Applikationsstelle berichtet.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Bei Anwendung höherer Dosen als 13,3 mg/24 Stunden traten in der oben genannten placebo-

kontrollierten Studie Schlaflosigkeit und Herzversagen häufiger auf als unter 13,3 mg/24 Stunden oder

Placebo, was auf eine Dosis-Wirkungs-Beziehung hindeutet. Unter Rivastigmin 13,3 mg/24 Stunden

transdermale Pflaster traten die Ereignisse jedoch nicht häufiger auf als unter Placebo.

Folgende Nebenwirkungen sind lediglich unter Rivastigmin Hartkapseln und Lösung zum Einnehmen

beobachtet worden und nicht in den klinischen Studien zu Rivastigmin transdermalen Pflastern:

Unwohlsein, Verwirrtheit, vermehrtes Schwitzen (häufig); Duodenalulcera, Angina pectoris (selten);

gastrointestinale Blutungen (sehr selten); einzelne Fälle von schwerem Erbrechen waren mit einer

Ösophagusruptur verbunden (nicht bekannt).

Hautreizung

In doppelblinden kontrollierten klinischen Studien waren Reaktionen an der Applikationsstelle meist

von leichter bis mäßiger Ausprägung. Hautreaktionen an der Applikationsstelle, die bei Patienten, die

mit Rivastigmin transdermalem Pflaster behandelt wurden, zum Abbruch führten, traten mit einer

Häufigkeit von ≤ 2,3 % auf. Die Häufigkeit von Hautreaktionen an der Applikationsstelle, die zum

Abbruch führte, war in der asiatischen Bevölkerung höher mit 4,9 % in der chinesischen bzw. mit

8,4 % in der japanischen Bevölkerung.

In zwei 24-wöchigen doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studien wurden bei jedem

Termin die Hautreaktionen anhand einer Hautirritationsskala gemessen. Bei Patienten unter

Behandlung mit Rivastigmin transdermalem Pflaster konnte beobachtet werden, dass Hautreaktionen

meist von geringfügiger oder leichter Ausprägung waren. In diesen Studien wurden sie bei ≤ 2,2 % der

Patienten als schwerwiegend eingestuft und in einer japanischen Studie bei ≤ 3,7 % der Patienten, die

mit Rivastigmin transdermalem Pflaster behandelt wurden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9

Überdosierung

Symptome

In den meisten Fällen unbeabsichtigter Überdosierung von oralem Rivastigmin traten keine klinischen

Anzeichen oder Symptome auf, und fast alle Patienten setzten die Behandlung mit Rivastigmin 24

Stunden nach der Überdosierung fort.

Es wurde eine cholinerge Toxizität mit muskarinischen Symptomen berichtet, die mit moderaten

Vergiftungserscheinungen wie Miosis, Hitzegefühl, Verdauungsstörungen einschließlich

Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Bradykardie, Bronchospasmus und erhöhter

Bronchialsekretionen, Hyperhidrose, unfreiwilligem Wasserlassen und/oder Stuhlgang, Tränenfluss,

Hypotonie und vermehrtem Speichelfluss einherging.

In schwereren Fällen können nikotinerge Effekte entwickelt werden, wie Muskelschwäche,

Faszikulationen, Krampfanfälle und Atemstillstand mit möglichem tödlichen Ausgang.

Darüber hinaus gab es nach der Markteinführung Fälle von Schwindel, Tremor, Kopfschmerzen,

Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Bluthochdruck, Halluzinationen und Unwohlsein. Überdosierung mit

Rivastigmin transdermalem Pflaster resultierend aus unsachgemäßer Anwendung/ von

Dosierungsfehlern (gleichzeitige Anwendung von mehreren Pflastern) wurde nach Markteinführung

berichtet und selten in klinischen Studien.

Behandlung

Da Rivastigmin eine Plasmahalbwertszeit von etwa 3,4 Stunden hat und die Acetylcholinesterase über

einen Zeitraum von etwa 9 Stunden hemmt, wird für den Fall einer asymptomatischen Überdosierung

empfohlen, alle vorhandenen Rivastigmin Kappler transdermalen Pflaster abzunehmen und in den

nächsten 24 Stunden kein weiteres transdermales Pflaster aufzubringen. Bei Überdosierung mit

schwerer Übelkeit und Erbrechen ist die Gabe von Antiemetika zu erwägen. Bei anderen

Nebenwirkungen ist gegebenenfalls symptomatisch zu behandeln.

Bei massiver Überdosierung kann Atropin verabreicht werden. Initial werden 0,03 mg/kg

Atropinsulfat intravenös empfohlen; weitere Dosen sind nach der klinischen Reaktion zu bemessen.

Die Verwendung von Scopolamin als Antidot ist nicht zu empfehlen.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Psychoanaleptika, Cholinesterasehemmer

ATC-Code: N06DA03

Rivastigmin ist ein Hemmstoff der Acetyl- und Butyrylcholinesterase vom Carbamat-Typ, von dem

angenommen wird, dass er die cholinerge Neurotransmission durch Verlangsamung des Abbaus von

Acetylcholin fördert, welches von funktionell intakten cholinergen Neuronen freigesetzt wird. Aus

diesem Grund kann Rivastigmin die bei der Demenz in Zusammenhang mit Alzheimer-Krankheit

auftretenden cholinerg vermittelten kognitiven Defizite günstig beeinflussen.

Rivastigmin geht mit seinen Zielenzymen eine kovalente Bindung ein, wodurch die Enzyme

vorübergehend inaktiviert werden. Eine orale Dosis von 3 mg setzt bei gesunden jungen männlichen

Freiwilligen die Acetylcholinesterase (AChE)-Aktivität im Liquor innerhalb der ersten 1,5 Stunden

nach Einnahme um etwa 40 % herab. Etwa 9 Stunden nach Erreichen des maximalen Hemmeffektes

kehrt die Aktivität des Enzyms auf die Ausgangswerte zurück. Bei Patienten mit Alzheimer-Krankheit

war die Hemmung der AChE im Liquor durch orales Rivastigmin bis zur höchsten untersuchten Dosis

von zweimal 6 mg pro Tag dosisabhängig. Die Hemmung der Butyrylcholinesterase-Aktivität im

Liquor von 14 mit oralem Rivastigmin behandelten Alzheimer-Patienten war ähnlich der bei

Hemmung der AChE-Aktivität.

Klinische Studien bei Alzheimer-Demenz

Die Wirksamkeit der Rivastigmin transdermalen Pflaster bei Patienten mit Alzheimer-Demenz wurde

in einer doppelblinden, placebokontrollierten, pivotalen Studie von 24 Wochen Dauer sowie einer

anschließenden nicht verblindeten Verlängerungsstudie und einer 48-wöchigen doppelblinden

Vergleichsstudie untersucht.

24-wöchige placebokontrollierte Studie

Die untersuchten Patienten der placebokontrollierten Studie hatten einen MMSE-Wert (Mini-Mental

State Examination) von 10 bis 20. Die Beurteilung der Wirksamkeit erfolgte mit Hilfe voneinander

unabhängiger Messverfahren, die im Laufe des 24-wöchigen Behandlungszeitraums regelmäßig

angewendet wurden. Zu diesen Messverfahren zählen ADAS-Cog (Alzheimer’s Disease Assessment

Scale – Cognitive subscale, ein leistungsbezogenes Instrument zur Messung der kognitiven Fähigkeit),

ADCS-CGIC (Alzheimer’s Disease Cooperative Study – Clinician’s Global Impression of Change,

eine umfassende globale Bewertung des Patienten durch den Arzt unter Einbeziehung der Angaben

der Betreuungsperson) und ADCS-ADL (Alzheimer’s Disease Cooperative Study – Activities of Daily

Living, eine von der Betreuungsperson vorgenommene Bewertung der Aktivitäten des täglichen

Lebens wie Körperpflege, Nahrungsaufnahme, Bekleidung, Haushaltsarbeiten wie Einkaufen, Erhalt

der Orientierungsfähigkeit sowie die Erledigung von Geldangelegenheiten). Die Ergebnisse aller drei

Messverfahren nach 24 Wochen sind in Tabelle 2 zusammengefasst.

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