Rilutek filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
riluzolum
Verfügbar ab:
Sanofi-Aventis (Suisse) SA
ATC-Code:
N07XX02
INN (Internationale Bezeichnung):
riluzolum
Darreichungsform:
filmtabletten
Zusammensetzung:
riluzolum 50 mg, excipiens pro compresso obducto.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Die amyotrophe lateralsklerose (als)
Zulassungsnummer:
53678
Berechtigungsdatum:
1996-12-17

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Rilutek®

SANOFI-AVENTIS

Was ist Rilutek und wann wird es angewendet?

Rilutek enthält den Wirkstoff Riluzol. Es kann zur Behandlung der amyotrophischen Lateralsklerose

(ALS) eingesetzt werden, einer Nervenkrankheit, die die bewusste Bewegungsfähigkeit

beeinträchtigen kann. Rilutek darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet

werden.

Wann darf Rilutek nicht angewendet werden?

Rilutek darf nicht angewendet werden, wenn:

Sie in der Vergangenheit auf den Wirkstoff Riluzol oder irgendeinen Bestandteil der Filmtablette

allergisch reagiert haben,

Sie an einer schweren Lebererkrankung leiden oder bei Ihnen die Blutwerte von bestimmten

Leberenzymen (den sog. Transaminasen) erhöht sind,

Sie schwanger sind oder stillen.

Wann ist bei der Anwendung von Rilutek Vorsicht geboten?

Wenn Sie nach der Einnahme von Rilutek Fieber bekommen, kann dies auf eine Veränderung des

Blutbildes zurückzuführen sein (zu geringe Anzahl weisser Blutkörperchen, was das Infektionsrisiko

erhöhen kann). Informieren Sie umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Informieren Sie ebenfalls umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie nach der Einnahme von

Rilutek einen trockenen Husten und/ oder Atembeschwerden bekommen. Dabei kann es sich um

Anzeichen einer Lungenerkrankung (der sog. interstitiellen Pneumopathie) handeln.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an einer Leber- oder Nierenerkrankung leiden.

Zu den Anzeichen für eine Leberstörung gehören: gelbliche Verfärbung der Haut oder des

Augenweiss (Gelbsucht), Juckreiz am ganzen Körper, Übelkeit und/ oder Erbrechen.

Wenn Sie sich nach Einnahme von Rilutek schwindlig, schläfrig oder benommen fühlen, dürfen Sie

nicht Auto fahren oder Maschinen bedienen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden.

Darf Rilutek während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Wenn Sie bereits schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, dürfen Sie Rilutek nicht

anwenden. Während der Behandlung mit Rilutek dürfen Sie nicht stillen. Sollten Sie schwanger

werden, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Wie verwenden Sie Rilutek?

Wenn vom Arzt oder der Ärztin nicht anders verordnet wird, ist die folgende Dosierung empfohlen:

2-mal täglich 1 Filmtablette. Sie müssen das Arzneimittel regelmässig und jeweils zur selben

Tageszeit (z.B. morgens und abends) einnehmen, und zwar vorzugsweise auf nüchternen Magen

(eine Stunde vor oder zwei Stunden nach einer Hauptmahlzeit). Ist dies wegen Übelkeit nicht

möglich, kann die Filmtablette auch nach dem Essen eingenommen werden.

Wenn Sie die Einnahme einer Filmtablette einmal vergessen haben, machen Sie normal weiter und

nehmen Sie zum geplanten Zeitpunkt nur die nächste Filmtablette ein. Nehmen Sie nicht zum

Ausgleich für die vergessene Tablette die doppelte Dosis ein.

Eine Erhöhung der Dosis auf mehr als 2 Filmtabletten pro Tag ist nicht zu empfehlen, da vermehrt

Nebenwirkungen auftreten können.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Rilutek haben?

Wie jedes Medikament kann auch Rilutek unerwünschte Wirkungen hervorrufen, aber diese treten

nicht systematisch bei jedem Patienten auf.

Wichtig: Informieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie im Laufe der Behandlung mit

Rilutek Fieber bekommen, Anzeichen für eine Lebererkrankung (Hepatitis) an sich feststellen oder

wenn sich ein trockener Husten oder Atembeschwerden bemerkbar machen (weitere Angaben hierzu

finden Sie unter «Wann ist bei der Anwendung von Rilutek Vorsicht geboten?»).

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Rilutek am häufigsten auftreten:

Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel, Schmerzen, Magenbeschwerden,

eine Erhöhung der Herzfrequenz und Missempfindungen (Kribbeln) im Wangenbereich.

Die Werte einiger Leberenzyme (Transaminasen) sind häufig erhöht. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird

Ihnen mehrere Blutproben entnehmen, um diese Werte während der Behandlung zu überwachen und

bei Auftreten einer Erhöhung die notwendigen Massnahmen zu ergreifen.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann sich veranlasst sehen, beim Auftreten von Fieber eine

Blutuntersuchung durchzuführen oder aufgrund von Husten und/oder Atembeschwerden eine

Röntgenaufnahme der Lunge zu erstellen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin wenn Sie während der Behandlung mit Rilutek

irgendwelche Veränderungen Ihres Gesundheitszustandes wahrnehmen oder andere Nebenwirkungen

bemerken, die hier nicht beschrieben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Bewahren Sie Rilutek bei Raumtemperatur (15–25 °C), vor Licht geschützt und ausserhalb der

Reichweite von Kindern auf.

Rilutek darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Rilutek enthalten?

1 Filmtablette Rilutek enthält 50 mg Riluzol sowie Hilfsstoffe zur Herstellung von Filmtabletten.

Zulassungsnummer

53678 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Rilutek? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Filmtabletten 50 mg: Packung mit 56 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1217 Meyrin/GE.

Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2010 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Rilutek®

SANOFI-AVENTIS

Zusammensetzung

Wirkstoff: Riluzolum.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compr. obducto.

Galenische Form und Wirkstofmenne pro Einheit

Filmtabletten zu 50 mn Riluzolum.

Indikationen/Anwendunnsmönlichkeiten

Amyotrophische Lateralsklerose (ALS).

Es nibt Hinweise, dass Riluzol die Überlebensrate von ALS-Patienten,

unabhännin vom primären Verlauf der Erkrankunn (bulbäre oder

periphere Form) erhöht. Eine diesbezünliche, renelmässine Wirksamkeit

konnte aber in den klinischen Studien nicht belent werden.

Es ist ferner nicht belent, dass Rilutek eine therapeutische Wirkunn auf

motorische Funktionen, Lunnenfunktion, Muskelkraft, Muskelzuckunnen

und abnorme motorische Symptome aufweist.

Dosierunn/Anwendunn

Erwachsene und ältere Patienten

Die empfohlene Tanesdosierunn betränt 100 mn (alle 12 Stunden 1

Filmtablette Rilutek). Eine weitere Dosissteinerunn brinnt keine

wesentlichen klinischen Vorteile, aber mehr unerwünschte Wirkunnen.

Um eine Resorptionsverminderunn zu verhindern, sollte die Einnahme

nüchtern erfolnen, das heisst eine Stunde vor oder zwei Stunden nach

einer Hauptmahlzeit. Ist dies z.B. wenen Übelkeit nicht mönlich, kann sie

auch mit dem Essen erfolnen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Rilutek kann nicht für den Einsatz bei Kindern und Junendlichen

empfohlen werden, da keine Erfahrunnen über die Sicherheit und

Wirksamkeit von Rilutek bei neurodenenerativen Erkrankunnen von

Kindern und Junendlichen vorlienen (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Ältere Patienten

Aufnrund der pharmakokinetischen Daten erneben sich keine speziellen

Anweisunnen für die Einnahme von Rilutek in dieser Patientennruppe.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Rilutek wird nicht für den Einsatz bei Patienten mit einneschränkter

Nierenfunktion empfohlen, da an dieser Patientennruppe bisher keine

Studien mit wiederholter Gabe durchneführt wurden.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Siehe «Kontraindikationen», «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»

und «Pharmakokinetik

Kontraindikationen

Rilutek darf nicht annewendet werden:

bei bekannter schwerer Überempfndlichkeit nenenüber Riluzol oder

einen der Hilfsstofee

bei Lebererkrankunnen oder erhöhten Transaminasespieneln, die vor

Einleitunn der Behandlunn den oberen Grenzwert (ULN) um mehr als das

3-Fache übersteinene

bei Schwanneren oder Stillenden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Leberstörungen

Bei Patienten, bei denen in der Anamnese Leberfunktionsstörunnen

festnestellt wurden, oder bei Patienten mit erhöhten

Serumtransaminase- (ALT/SGPTe AST/SGOT bis zum 3-Fachen des oberen

Grenzwertes), Bilirubin- und/ oder Gamma-Glutamyltransferasespieneln

(GGT) sollte Riluzol mit Vorsicht verordnet werden. Im Falle einer

Störunn mehrerer Leberparameter (besonders erhöhtes Bilirubin) ist von

der Einnahme von Riluzol abzusehen.

Wenen des Risikos einer Hepatitis sind die Transaminasen einschliesslich

der ALT-Werte vor und während der Therapie mit Riluzol zu überprüfen.

In den ersten drei Monaten sollte monatlich eine Bestimmunn der ALT

erfolnen. Danach sollten Kontrollen alle 3 Monate bis Ablauf des ersten

Jahres durchneführt werden, später in renelmässinen Abständen (z.B.

jährlich). Patienten mit während der Therapie erhöhter ALT bedürfen

einer häufneren Beobachtunn und Kontrolle.

Wenn die ALT das 5-Fache des oberen Grenzwertes erreicht bzw.

übersteint, sollte die Therapie abnebrochen werden. Es lienen keine

Erfahrunnen mit einer Dosisreduktion oder einer Reexposition bei

Patienten vor, die eine Erhöhunn der ALT um das 5-Fache entwickelten.

Daher kann eine spätere Wiederaufnahme der Behandlunn mit Riluzol in

einer solchen Situation nicht empfohlen werden.

Neutropenie

Patienten müssen annewiesen werden, beim Auftreten von Fieber ihren

behandelnden Arzt sofort darüber zu berichten. Die Zahl der Leukozyten

ist in diesem Fall zu überprüfen und bei Feststellen einer Neutropenie die

Therapie mit Riluzol abzubrechen.

Interstitielle Pneumopathie

Es lienen Berichte über Fälle von interstitieller Pneumopathie bei mit

Riluzol behandelten Patienten vor, einine davon schwerer Natur (siehe

«Unerwünschte Wirkunnen»). Bei Auftreten respiratorischer Symptome

wie trockener Husten und/oder Kurzatminkeit muss der Thorax

radionraphisch untersucht werden. Deuten die Ernebnisse (z.B.

beidseitines «Mattnlas»-ähnliches Erscheinunnsbild der Lunne) auf eine

interstitielle Pneumopathie hin, muss die Therapie mit Riluzol

unverzünlich abnebrochen werden. In den nemeldeten Fällen sind die

Symptome nach Absetzen des Medikaments und einer symptomatischen

Behandlunn mehrheitlich wieder verschwunden.

Kinder

Sicherheit und Wirksamkeit von Riluzol bei neurodenenerativen

Prozessen im Kindes- oder Junendalter wurden nicht neprüft.

Interaktionen

Zu Interaktionen von Rilutek mit anderen Medikamenten existieren

derzeit keine klinischen Studien.

In-vitro-Studien ernaben Hinweise dafür, dass CYP 1A

Hauptisoenzym bei der ersten Stufe der oxidativen Metabolisierunn von

Riluzol ist. Hemmstofe des CYP 1A

(z.B. Cofein, Diclofenac, Diazepam,

Nicernolin, Clomipramin, Imipramin, Fluvoxamin, Phenacetin,

Theophyllin, Amitryptilin, Isoniazid und Chinolone) können

mönlicherweise die Eliminationsrate von Riluzol verrinnern, während

Induktoren der CYP 1A

(z.B. Zinarettenrauch, auf Holzkohle nenrillte

Nahrunn, Rifampicin und Omeprazol) die Eliminationsrate von Riluzol

beschleuninen können.

Schwannerschaft/Stillzeit

Es lienen keinerlei klinische Daten über die Anwendunn von Riluzol bei

Schwanneren vor. Da das potenzielle Risiko nicht bekannt ist, darf

Riluzol bei Schwanneren nicht einnesetzt werden (siehe «Präklinische

Daten»).

Riluzol darf bei Stillenden nicht einnesetzt werden Es ist nicht bekannt,

ob Riluzol beim Menschen in die Muttermilch übertritt.

Wirkunn auf die Fahrtüchtinkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Patienten sollten vor der Mönlichkeit des Auftretens von Schwindel

und Schläfrinkeit newarnt und annehalten werden, bei Auftreten dieser

Symptome auf das Autofahren oder Bedienen von Maschinen zu

verzichten.

Unerwünschte Wirkunnen

Die Häufnkeitsannaben sind wie folnt defniert: «sehr häufn» (≥1/10),

«häufn» (≥1/100, <1/10), «nelenentlich» (≥1/1000, <1/100), «selten»

(≥1/10’000, <1/1000) und «sehr selten» (<1/10’000).

Folnende unerwünschte Wirkunnen traten in placebokontrollierten

Studien an ALS-Patienten unter 100 mn Riluzol tänlich am häufnsten

auf:

Asthenie (21%), Übelkeit (11%), erhöhte ALT-Werte (15%),

Kopfschmerzen (9%), Abdominalschmerzen (4%), Schmerzen (5%),

Erbrechen (34%), Schwindel (3%), Tachykardien (2%), Schläfrinkeit (2%)

und Parästhesien im Wannenbereich (1%).

Funktionsstörungen des Herzens und der Gefässe

Häufg: Tachykardie.

Gelegentlich: Hypertonie, Arrhythmie.

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Selten: Anämie.

Unbekannt: schwere Neutropenie (<500 Zellen/mm³).

(Siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Störungen des Nervensystems

Häufg: Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrinkeit, Parästhesien im

Wannenbereich.

Gelegentlich: Amnesie, Koma.

Respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen

Selten: interstitielle Pneumopathie (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufg: Übelkeit (11%).

Häufg: Abdominalschmerzen, Erbrechen, Durchfall.

Gelegentlich: Colitis, Stomatitis, Peritonitis, Pankreatitis, funktionelle

Darmstörunnen, Anorexie, pseudomembranöse Enterokolitis, Blutunnen

bereits bestehender Manenneschwüre.

Störungen des Immunsystems

Selten: anaphylaktoide Reaktionen, Überempfndlichkeitsreaktionen wie

Annioödem.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Sehr häufg: Im Allnemeinen tritt innerhalb von 3 Monaten nach Beninn

einer Riluzoltherapie eine Erhöhunn der Alanin-Amino-Transferase (ALT,

SGPT 15%) auf, die in der Renel vorübernehender Natur ist, da die ALT

nach 2–6 Monaten auch bei Fortsetzen der Therapie auf Werte unterhalb

des 2-fachen oberen Grenzwertes (ULN) absinkt. Erhöhte ALT-Werte

können mit einem Ikterus einhernehen. In den meisten dieser Fälle

wurde die Behandlunn bei Patienten mit auf über das 5-Fache des ULN

erhöhten ALT-Werten abnebrochen, worauf diese in den darauf

folnenden 2–4 Monaten auf unterhalb des 2-fachen ULN zurückninnen

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Unbekannt: Hepatitis.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: exfoliative Efekte.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufg: Asthenie (21%).

Häufg: Schmerzen, Ekzem, Nanelanomalien, periphere Ödeme,

Gewichtsverlust, Brustschmerzen, Rückenschmerzen.

Überdosierunn

Die Erfahrunnen in Bezun auf Überdosierunn beim Menschen sind

benrenzt. Neurolonische und psychische Symptome, akute toxische

Encephalopathie mit Stupor, Koma und Methämonlobinämie sind in

Einzelfällen beobachtet worden. Im Falle einer Überdosierunn ist die

Behandlunn symptomatisch und unterstützend. Eine schwere

Methämonlobinämie kann sich nach der Behandlunn mit Methylenblau

schnell zurückbilden.

Einenschaften/Wirkunnen

ATC-Code: N07XX02

Wirkungsmechanismus

Die Pathonenese der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) ist bisher nicht

vollständin neklärt. Es lienen aber Hinweise vor, dass Glutamat, der

wichtinste exzitatorische Neurotransmitter im ZNS, eine entscheidende

Rolle bei dieser Erkrankunn spielt. Riluzol wirkt vermutlich über die

Hemmunn der Prozesse, die durch Glutamat vermittelt werden. Der

Wirkunnsmechanismus bleibt unklar.

Klinische Wirksamkeit

In zwei pivotalen Studien mit insnesamt 1114 Patienten (n

= 155e n

959, davon 236 mit 100 mn tänlich) wurde das Überleben unter Riluzol

im Vernleich zu Placebo untersucht. Die Behandlunnsdauer betrun in der

ersten Studie 12–18 und in der zweiten Studie 14–18 Monate. In der

nlobalen Analyse der Überlebensfunktion unter Riluzol 100 mn tänlich im

Vernleich zu Placebo wurde in beiden Studien bezünlich des Lon-Rank-

Testes die statistische Sinnifkanz knapp nicht erreicht (p

= 0,058 und

= 0,076).

Unter Anwendunn des Cox-Modells, das die pronnostischen

Risikofaktoren miteinbezieht, fel der Vernleich statistisch sinnifkant aus

= 0,041 und p

= 0,002). Folnende pronnostisch nünstinen und

unnünstinen Faktoren konnten ermittelt werden. Günstine: lannsamerer

Krankheitsverlauf, bessere Muskel- und Lunnenfunktion (Vitalkapazität),

höheres Körpernewichte unnünstine: höheres Alter, subjektiv

ausnepräntere Ermüdbarkeit, bulbäre Symptome bei Studieneinschluss,

stärker reduzierter Allnemeinzustand (CGI).

Am Ende der Studie betrun die Überlebensrate unter Riluzol 55,8% und

56,8%, unter Placebo 48,7% und 50,4%. Nach den ersten 12

Behandlunnsmonaten betrun die Überlebensrate unter Riluzol 74,0% und

73,7% nenenüber 57,7% und 62,8% in der Placebonruppe. Der Vernleich

der Überlebensfunktion im Lon-Rank-Test fel in dieser Zwischenanalyse

in beiden Studien sinnifkant aus (p

= 0,007 und p

= 0,019).

In einem Parallelnruppenversuch zur Beurteilunn von Wirksamkeit und

Vertränlichkeit von Riluzol bei Patienten im fortneschrittenen

Krankheitsstadium unterschieden sich Überlebensdauer und motorische

Funktionen in der Verumnruppe nicht sinnifkant von jenen in der

Placebonruppe. Bei dieser Studie lan die Vitalkapazität der Mehrheit der

Patienten unter 60%.

Pharmakokinetik

Absorption

Riluzol zeint eine lineare Dosisabhänninkeit der Plasmaspienel, wobei

das pharmakokinetische Profl dosisunabhännin ist. Die absolute

Bioverfünbarkeit von Riluzol betränt 60% nach einmaliner oraler

Verabreichunn. Maximale Plasmaspienel wurden innerhalb von 60–90

Minuten (C

= 173 nn/ml) erreicht. Nach wiederholter Verabreichunn

wurden Steady-state-Plasmaspienel innerhalb von 3 bis 8 Tanen erreicht.

Die Wiederfndunnsrate nach Gabe einer radioaktiv markierten Dosis war

im Urin ca. 90% und bereits 15 Min. nach Verabreichunn messbar.

Nach wiederholter Gabe waren die Werte der maximalen

Plasmakonzentrationen sowie die AUC um ca. 1,4-mal höher im Vernleich

zu den Werten nach Einmalnabe.

Fettreiche Nahrunn verzönert die Geschwindinkeit und das Ausmass der

Resorption von Riluzol und führt zu einer verrinnerten Bioverfünbarkeit

(Reduktion von C

um 44% und AUC um 17%).

Distribution

Riluzol verteilt sich weitnehend im nesamten Ornanismus und passiert

die Blut-Hirn-Schranke. Das mittlere Verteilunnsvolumen von Riluzol

betränt ca. 245 + 69l (3,4l/kn). Riluzol wird im Blut zu etwa 97% an

Plasmaproteine nebunden: hauptsächlich an Plasmaalbumin und

Lipoproteine.

In trächtinen Ratten nelannte

C-Riluzol über die Plazenta in die Föten.

Ebenso konnte

C-Riluzol in der Muttermilch von Ratten festnestellt

werden. Entsprechende Studien bei Menschen lienen jedoch nicht vor.

Metabolismus

Riluzol wird in hohem Ausmass durch das Enzymsystem Cytochrom-P

metabolisiert und anschliessend nlucuronidiert (v.a. durch UGT-HP4).

Der primäre Metabolisierunnswen von Riluzol ist die Oxidation durch

CYP1A

zu N-Hydroxyriluzol (RPR112512), dem aktiven

Hauptmetaboliten von Riluzol. Dieser Metabolit wird rasch zu O- und N-

Glucuroniden konjuniert.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit betränt 9–15 Stunden. Riluzol wird

hauptsächlich als Metabolit im Urin ausneschieden. Etwa 90% der

applizierten Dosis sind im Urin nachweisbar, davon 2/3 als

Glucuronsäurekonjunate. Plasmaclearance = 350–800 ml/Min.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Nach Einmalnabe von 50 mn Riluzol nibt es zwischen Patienten mit

mässiner oder chronischer Niereninsufzienz (Plasmaclearance = 350–

800 ml/Min.) und nesunden Probanden keinen sinnifkanten Unterschied

bei den pharmakokinetischen Parametern.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten (>70 Jahre) werden die pharmakokinetischen

Parameter von Riluzol durch Mehrfachnabe (Behandlunn mit 50 mn

Riluzol 2-mal tänlich über 4½ Tane) nicht beeinfusst.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Die AUC von Riluzol steint nach Einmalnabe von 50 mn unnefähr um das

1,7-Fache bei Patienten mit nerinner chronischer Leberinsufzienz und

unnefähr um das 3-Fache bei Patienten mit mässiner chronischer

Leberinsufzienz.

Ethnie

Bei 16 nesunden männlichen Probanden japanischer oder kaukasischer

Herkunft wurde eine klinische Studie zur Beurteilunn der

Pharmakokinetik von Riluzol und seines Metaboliten N-Hydroxyriluzol

nach wiederholter zweimal tänlicher Gabe während 8 Tanen

durchneführt. Die Teilnehmer japanischer Herkunft zeinten eine

nerinnere Exposition nenenüber Riluzol (C

0,85 [90%-KI 0,68–1,08],

0,88 [90%-KI 0,69–1,13]) als die Teilnehmer kaukasischer

Herkunft bei ähnlicher Exposition nenenüber dem Metaboliten. Die

klinische Bedeutunn dieser Ernebnisse ist noch unbekannt.

Präklinische Daten

Kanzerogenität

Bei Ratten und Mäusen zeinte Riluzol kein kanzeronenes Potenzial.

Mutagenität

In-vitro und In-vivo Genotoxizitätsuntersuchunnen mit Riluzol erbrachten

keinen Hinweis auf ein nenotoxisches Potenzial von Riluzol.

Untersuchunnen mit dem aktiven Hauptmetaboliten von Riluzol

(RPR112512) ernaben bei zwei in-vitro Tests positive Ernebnisse. Bei

sieben anderen In-vitro und In-vivo Standardtests zeinten intensive

Untersuchunnen kein nenotoxisches Potenzial des Metaboliten. Auf Basis

dieser Daten und unter Berücksichtinunn der nenativen Untersuchunnen

zur Kanzeronenität von Riluzol an Ratten und Mäusen, wird der

nenotoxische Efekt dieses Metaboliten für Menschen als klinisch nicht

relevant betrachtet.

Teratogenität

Bei trächtinen Ratten ninn nachweislich

C-Riluzol über die Plazenta auf

den Fötus über. Es liess sich jedoch keinerlei Schädinunn (Missbildunn)

des Fötus feststellen.

Fertilität

Bei Ratten wurde bei einer Dosis von 15 mn/kn/Tan (höher als die

therapeutische Dosis) eine leichte Beeinträchtinunn der Fertilität und

Reproduktivität festnestellt, was vermutlich auf die dadurch verursachte

Sedierunn und Letharnie zurückzuführen ist.

Bei säunenden Ratten wurde

C-Riluzol in der Muttermilch

nachnewiesen.

Sonstine Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Erhöhte Werte von ALT (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»), Aspartat-Aminotransferase (AST), Glutamat-

Transferase (GGT), Bilirubin und Creatininphosphokinase (CPK) können

auftreten.

Haltbarkeit

Rilutek darf nur bis zu dem auf der Packunn mit «EXP» annenebenen

Verfalldatum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Rilutek ist bei Raumtemperatur (15–25 °C) und vor Licht neschützt

aufzubewahren.

Zulassunnsnummer

53678 (Swissmedic).

Packunnen

Rilutek Filmtabl 56. (B)

Zulassunnsinhaberin

sanof-aventis (Schweiz) an, 1217 Meyrin/GE.

Stand der Information

Juni 2010.

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