Rifampicin-FATOL 600 mg, Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Rifampicin
Verfügbar ab:
Riemser Pharma GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
rifampicin
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Rifampicin 600.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
3011.01.01

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Gebrauchsinformation.InformationfürdenAnwender

RifampicinHefa®-N600mg

, Filmtablette

Wirkstoff:Rifampicin

ZurAnwendungbeiErwachsenenundKindernab12Jahren

LesenSiediegesamtePackungsbeilagesorgfältigdurch,bevorSiemitderEinnahmedieses

Arzneimittelsbeginnen.

HebenSiediePackungsbeilageauf.VielleichtmöchtenSiediesespäternochmalslesen.

WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichbitteanIhrenArztoderApotheker.

DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschriebenunddarfnichtanDritteweitergegeben

werden.EskannanderenMenschenschaden,auchwenndiesedasselbeKrankheitsbildhabenwieSie.

WenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigtoderSieNebenwirkungen

bemerken,dienichtindieserGebrauchsinformationangegebensind,informierenSiebitteIhrenArztoder

Apotheker.

1.WasistRifampicinHefa®-N600mgundwofürwirdesangewendet?

2.WasmüssenSievorderEinnahmevonRifampicinHefa®-N600mgbeachten?

3.WieistRifampicinHefa®-N600mgeinzunehmen?

4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?

5.WieistRifampicinHefa®-N600mgaufzubewahren?

6.WeitereInformationen

1.WasistRifampicinHefa®-N600mgundwofürwirdesangewendet?

RifampicinHefa®-N600mg isteinTuberkulosemittelausderGruppeder

Ansamycin-Antibiotika.

Anwendungsgebiete

AlleFormenderTuberkulose.VorbeugendeBehandlungvonMeningokokkenträgern.

2.WasmüssenSievorderEinnahmevonRifampicinHefa®-N600mgbeachten?

RifampicinHefa®-N600mgdarfnichteingenommenwerden

-wennSieüberempfindlich(allergisch)gegenRifampicinHefa®-N600mgodereinender

sonstigenBestandteilesind.

-beischwerenLeberfunktionsstörungenwieGelbsucht(z.B.Verschlußikterus),Leberzirrhose

(chronischeLebererkrankungmitLeberzellschwund),Leberentzündung(akuteHepatitis)und

ÜberempfindlichkeitgegenRifampicinsowiestrukturverwandteStoffe(andereRifamycine).

BesondereVorsichtbeiderEinnahmevonRifampicinHefa®-N600mgisterforderlich,

- beileichtenÜberempfindlichkeitsreaktionenkannnachRückgangderSymptomeinfolge

UnterbrechungderTherapieeineWeiterbehandlungmöglichsein.

- beiWiederaufnahmeeinerBehandlungmitRifampicinHefa®-N600mgnachkurzeroder

längererUnterbrechungkanneineakuteÜberempfindlichkeitsreaktionz.B.mitSchock

oderNierenversagen(hyperergischeSofortreaktionen)eintreten.Deshalbistunbedingt

eineeinschleichendeDosierungvonRifampicinHefa®-N600mgdurchzuführen.

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Rifampicin,derWirkstoffvonRifampicinHefa®-N600mg,kanneinehepatischePorphyrie

(porphyriacutaneatarda;Stoffwechselstörungbzgl.VorstufendesrotenBlutfarbstoffs)

induzieren.BeientsprechendveranlagtenPersonenistdaherVorsichtgeboten.

WelcheMaßnahmenzurSchwangerschaftsverhütungmüssendurchgeführtwerden?

UmwährendderBehandlungmitRifampicinHefa®-N600mgeineSchwangerschaftzu

verhindern,musseinenicht-hormonelleEmpfängnisverhütungzusätzlichzurhormonellen

("Pille")durchgeführtwerden.

WasistbeiPatientenmiteingeschränkterNieren-undLeberfunktionzubeachten?

BeiPatientenmitchronischenLebererkrankungen,AlkoholismusoderUnterernährungmuss

dertherapeutischeNutzenvonRifampicinHefa®-N600mggegendiemöglichenRisiken

sorgfältigabgewogenwerden.

Rifampicin,derWirkstoffvonRifampicinHefa®-N600mg,kanneineLeberschädigungundin

sehrseltenenFällenaucheineNierenschädigunghervorrufen(sieheauchAbschnitt4.

WelcheNebenwirkungensindmöglich?).EsistdahervorallembeilängerfristigerAnwendung

vonRifampicinHefa®-N600mgeineKontrollederLeber-undNierenfunktionerforderlich.

DurcheineKombinationvonRifampicinmitTuberkulosemittelnwieIsoniazid,Pyrazinamidund

Prothionamidkanndieleberschädigende(hepatotoxische)WirkungvonRifampicinu.U.

verstärktwerden.

Inetwa5–20%läßtsicheinTransaminasenanstiegfeststellen.OftkommtestrotzFort-

setzungderTherapiewiederzurNormalisierungderWerte.BeiZunahmederTransaminasen

über100U/l,AnstiegderBilirubinkonzentration(LaborwertezurLeberkontrolle)imSerum

oderentsprechenderklinischerSymptomatikistsofortigesAbsetzendesRifampicinsgeboten,

datödlicheLeberdystrophien(Leberschwund)beobachtetwordensind.NachlängererPause

wirddieerneuteGabevonRifampicinvondenmeistenPatientenwiedervertragen.Wegen

derleberschädigenden(hepatotoxischen)NebenwirkungensindunterjederBehandlungmit

RifampicinregelmäßigeBilirubin-undLeberenzymkontrollennotwendig.

BeischwerenStörungenderLeberfunktiondarfRifampicinHefa®-N600mgnichtangewendet

werden.

BeiPatientenmiteingeschränkterNierenfunktionkannRifampicinHefa®-N600mgunterder

Voraussetzung,dassdieLeberfunktionnormalist,ohneDosisanpassungverabreichtwerden.

DiesgiltauchfürDialysepatienten.

Kinder

FürSäuglingeundältereKindergeltenspezielleDosierungsrichtlinien(sieheauchAbschnitt3.

WieistRifampicinHefa®-N600mgeinzunehmen?).

BeiFrüh-undNeugeborenensindwegenderUnreifederLeberAbbauundAusscheidungvon

Rifampicindeutlichverzögert.DeshalbsinddieseKinderäußerstvorsichtigzubehandeln.Mit

höherenSerumspiegelnimVergleichzuErwachsenenundeventuellmitKumulation

(überhöhtenSerumspiegeln)istzurechnen.

ÄltereMenschen

BeiälterenMenschenistdieLeberfunktionwährendderBehandlungsorgfältigzu

überwachen.

SchwangerschaftundStillzeit

FragenSievorderEinnahmevonallenArzneimittelnIhrenArztoderApothekerumRat.

Schwangerschaft:

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VorBeginnderTherapiemusseineSchwangerschaftausgeschlossenwerdenundwährend

derBehandlungeinesichereEmpfängnisverhütungdurchgeführtwerden.Essolltenneben

der"Pille"andereempfängnisverhütendeMaßnahmenangewendetwerden(zur"Pille"siehe

„BeiEinnahmevonRifampicinHefa®-N600mgzusammenmitNahrungsmittelnund

Getränken“).WährenddererstendreiMonatederSchwangerschaftdarfRifampicinnurbei

unbedingterNotwendigkeiteingenommenwerden,daeineErhöhungdesFehlbildungsrisikos

nichtauszuschließenist.

BeiAnwendungindenletztenWochenderSchwangerschaftkannRifampicinzueiner

erhöhtenBlutungsneigungbeiMutterundNeugeborenemführen,weshalbVitaminK-Gaben

erforderlichseinkönnen.

Stillzeit:

RifampicinwirdindieMuttermilchausgeschieden.BeieinererforderlichenBehandlunginder

Stillzeitistabzustillen.

VerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen:

RifampicinHefa®-N600mgkannauchbeibestimmungsgemäßemGebrauchdasReaktions-

vermögensoweitverändern,dassz.B.dieFähigkeitzuraktivenTeilnahmeam

StraßenverkehroderzumBedienenvonMaschinenbeeinträchtigtwird.Diesgiltinverstärktem

MaßeimZusammenwirkenmitAlkohol.DurchRifampicin,demWirkstoffvon

RifampicinHefa®-N600mg,kanneszueinerdauerhaftengelb-orangenVerfärbungvon

weichenKontaktlinsenkommen.

SehrseltensindSehstörungenz.B.durchEntzündungderSehnerven.

BeiEinnahmevonRifampicinHefa®-N600mgzusammenmitNahrungsmittelnund

Getränken

WährendderBehandlungmitRifampicinHefa-N600mgsolltenSiemöglichstkeinenAlkohol

trinken.

BeiEinnahmevonRifampicinHefa®-N600mgmitanderenArzneimitteln:

BitteinformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieandereArzneimitteleinnehmenvor

kurzemeingenommenhaben,auchwennessichumnichtverschreibungspflichtige

Arzneimittelhandelt.

Cotrimoxazol(MittelgegenInfektionskrankheiten)

DurchdiegleichzeitigeGabevonCotrimoxazolkanneszueinerVerminderungder

Rifampicin-Clearance(desRifampicin-Abbaus)kommen.

Probenecid(Mittelz.B.zurSteigerungderAntibiotikawirkung)

DiegleichzeitigeGabevonProbenecidundRifampicinführtmöglicherweisezuerhöhten

Rifampicin-Serumkonzentrationen.

Antacida(MittelzurHemmungderMagensäure)

DieseMittelkönnenzueinervermindertenResorption(AufnahmeausdemDarm)von

RifampicinHefa®-N600mgführen.

WiebeeinflusstRifampicinHefa®-N600mgdieWirkungvonanderenArzneimitteln?

AufgrundseinerenzyminduzierendenWirkungbeschleunigtRifampicin,derWirkstoffvon

RifampicinHefa®-N600mg,denStoffwechselabbauvielerevtl.gleichzeitigverabreichter

Arzneistoffe,wodurchderenWirksamkeitherabgesetztundeinBehandlungserfolgu.U.

vereiteltwerdenkann.

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Hierzuzählen:

Antiarrhythmika(MittelgegenHerzrhythmusstörungen)

BeschleunigterWirkungsverlustvonStoffenwieChinidin,Disopyramid,Mexiletinund

PhenytoinsowiemöglicherweiseTocaimiddurchgleichzeitigeRifampicingabeistmöglich.

EineHerzrhythmuskontrolle(KontrollederRegelmäßigkeitdesHerzschlages)istangezeigt.

EineErhöhungderEinzeldosisoderVerkürzungdesDosierungsintervallsistgegebenenfalls

erforderlich.

Antibiotika

(Doxycyclin,Chloramphenicol,Clarithromycin)

RifampicinkanneineErniedrigungderSerumspiegeldieserAntibiotikabewirken,wodurchder

TherapieerfolginFragegestelltseinkann.

Antidepressiva(MittelgegenDepression)

InEinzelfällenwurdebeiGabevonAmitriptylinoderNortriptylineineausgeprägteVerminderung

derSerumspiegeldieserSubstanzenbeigleichzeitigerRifampicin-Verabreichunggefunden.

EineDosisanpassungderAntidepressivakönnteerforderlichsein.

OraleAntidiabetika(MittelgegenZuckerkrankheit)

RifampicinkanndurcheinebeschleunigteMetabolisierung(Abbau)dieblutzuckersenkende

WirkungvonAntidiabetikawiez.B.Tolbutamidabschwächen.EineKontrolleder

BlutzuckerwerteundeineeventuelleNeufestsetzungderDosisderAntidiabetikaistzu

empfehlen.

OraleAntikoagulantien(MittelzurHemmungderBlutgerinnung)

DieWirksamkeitvonWarfarinundanderenCumarinenwiez.B.Phenprocoumonkanndurch

eineRifampicin-Therapievermindertsein.EineDosiskorrekturkannerforderlichsein.Eine

engmaschigeKontrollederQuickwerte(MeßgrößefürdieGerinnbarkeitdesBlutes)ist

deshalbzuempfehlen,insbesondereauchbeiAbsetzenderRifampicin-Therapie,daohne

Korrekturderdannevtl.zuhohenAntikoagulantien-DosierungeinerhöhtesBlutungsrisiko

besteht.

Atovaquon(MittelgegeneinzelligeParasiten)

NachgleichzeitigeroralerGabevonAtovaquonundRifampicinwurdenverminderte

Atovaquon-underhöhteRifampicin-Serumspiegelbeschrieben.

Azathioprin(MittelzurUnterdrückungderImmunabwehr)

DieWirksamkeitvonAzathioprinkanndurchRifampicinabgeschwächtwerden.Esbesteht

z.B.dasRisikoeinerOrgantransplantat-Abstoßung.

Barbiturate/Benzodiazepine(Schlaf-oderBeruhigungsmittel)

DiemetabolischeClearance(Stoffwechselabbau)z.B.vonHexobarbitalundDiazepamund

möglicherweisevonanderenBenzodiazepinenwieChlordiazepoxidundFlurazepamwird

durchRifampicinbeschleunigt.

Calciumantagonisten(Mittelz.B.gegenhohenBlutdruck)

DiegleichzeitigeGabevonRifampicinkannzueinerWirksamkeitseinbußeder

CalciumantagonistenDiltiazem,NifedipinundVerapamilführen.

Cimetidin(MittelgegenMagengeschwüre)

DieWirksamkeitvonCimetidinkanndurchRifampicinvermindertsein.

Clofibrat(MittelzurSenkungderBlutfette)

RifampicinkannzueinerErniedrigungderClofibrat-Serumspiegelführen.

Corticosteroide(Nebennierenrindenhormone)

RifampicinkanndieWirksamkeitvonCorticosteroiden(sog."Cortison")reduzieren.Diesgilt

z.B.fürCortisonselbstsowiefürHydrocortison,Fludrocortison,Prednison,Prednisolonund

Methylprednisolon.(Vorsichtbzgl.derAuslösungeinerAddison-KrisebeiMorbusAddison:

KrankheitmitUnterfunktionderNebennierenrinde).BeicorticoidbedürftigenAsthmapatienten

kannderBehandlungserfolgbeeinträchtigtwerden.

Cyclosporin(MittelzurUnterdrückungderImmunabwehr)

DieWirksamkeitvonCyclosporinkannabgeschwächtwerden.EsbestehtdasRisikoeiner

AbstoßungdesOrgantransplantates.

Dapson(MittelgegenLepra)

RifampicinführtzueinerbeschleunigtenAusscheidungvonDapson.EineKorrekturder

generellempfohlenenDosierungvonDapson(z.B.beiderLepratherapie)scheintjedochhier

inderRegelnichterforderlichzusein.

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Enalapril(blutdrucksenkendesMittel)

DiegleichzeitigeoraleGabevonEnalaprilundRifampicinführtzureduzierten

Enalaprilat-Konzentrationen(aktivesStoffwechselproduktEnalapril)undsomitzugeringerer

WirkungvonEnalapril.EineDosisanpassungkannerforderlichsein.

Haloperidol(Mittelgegengeistig-seelischeErkrankungen)

DerSerumspiegelvonHaloperidolkannbeigleichzeitigerVerabreichungvonRifampicin

vermindertsein.EineDosisanpassungvonHaloperidolkannerforderlichsein.

Halothan(Narkosemittel)

DieHepatotoxizitätleberschädigenderSubstanzen(z.B.Halothan)kannverstärktwerden.Die

gleichzeitigeAnwendungvonRifampicinundHalothansolltevermiedenwerden.

Herzglykoside(DigitoxinundDigoxin:MittelgegenHerzschwäche)

DieBehandlungmitRifampicinkannzusubtherapeutischen(unzureichenden)Serumspiegeln

vonDigitoxinführenundbzgl.DigoxinzuunzureichendenSerumspiegeln,besondersbei

PatientenmiteingeschränkterNierenfunktion.EineWechselwirkungvonDigoxinund

RifampicinbeinierengesundenPatientengiltjedochalsunwahrscheinlich.Esempfiehltsich,

dieDigitoxin-Serumspiegelundggf.auchdieDigoxin-Spiegelzukontrollieren.

HormonaleKontrazeptiva(MittelzurSchwangerschaftsverhütung)

UnterderBehandlungmitRifampicinistdieSicherheitderempfängnisverhütendenWirkung

vonhormonalenKontrazeptiva(die"Pille")inFragegestellt.Eswirddaherempfohlen,

zusätzlichenichthormonaleempfängnisverhütendeMaßnahmenanzuwenden.Abweichungen

beiderRegelblutungsindmöglich.

Isoniazid(MittelgegenTuberkulose)

ObwohldiegleichzeitigeAnwendungvonIsoniazidundRifampicinüblichundvonthera-

peutischemWertist,kanndadurcheineHepatotoxizität(Leberschädigung)verstärktin

Erscheinungtreten.RifampicinverstärktdieBildunghepatotoxischer(leberschädigender)

Metaboliten(Stoffwechselprodukte)vonIsoniazid.DiesgiltvorallemfürPersonenmiterblich

bedingtemlangsamenStoffwechselvonIsoniazid(Langsamacetylierer).

DiegemeinsameVerabreichungvonRifampicinundIsoniazidkannbeiPatienten,diebereits

vorderBehandlungeineLeberschädigungaufwiesen,häufigerundausgeprägterzu

Leberfunktionsstörungenführen.DeshalbistinsolchenFällenundbeistarkunterernährten

PatientenbesondereVorsichtbzw.eineentsprechendeKontrolleangezeigt.

Ketoconazol,Itraconazol,Fluconazol(MittelgegenPilzinfektionen)

VorsichtistbeidergleichzeitigenGabevonRifampicinundKetoconazol,Itraconazolund

Fluconazolgeboten.NachdenbishervorliegendenBefundenkannesdabeizu

subtherapeutischen(unzureichenden)SerumspiegelndieserAzol-Antimykotikakommen,

wodurchderBehandlungserfolginFragegestelltseinkann.

EbenfallsbeobachtetwurdeineinemEinzelfalleineReduktionderRifampicin-Serumspiegel

durchKetoconazol.

Methadon(Schmerzmittel;Opiat)

UnterderRifampicin-BehandlungkanneineEntzugssymptomatikauftreten.

Paracetamol(Schmerzmittel)

DurchgleichzeitigeGabevonRifampicinkönnensonstunschädlicheDosenvonParacetamol

Leberschädenhervorrufen.

Phenytoin(MittelgegenKrampfleiden)

DurchdiegleichzeitigeGabevonRifampicinkommteszueinerstarkenBeschleunigungder

Phenytoin-Clearance(desAbbausvonPhenytoinimStoffwechsel).KlinischeSymptomeeiner

derartigenWechselwirkungsindbislangnichtbeschriebenworden,jedochistesdenkbar,

dassdurchsubtherapeutische(unzureichende)Phenytoin-SerumspiegelepileptischeAnfälle

auftretenkönnen.

Protease-Inhibitoren(MittelgegendasAIDS-Virus )

DurchRifampicinwirddiePlasmakonzentrationderProteaseinhibitorenNelfinavir,Indinavir,

SaquinavirstarkunddiePlasmakonzentrationvonRitonavirdeutlichvermindert.

b-Rezeptorenblocker (Mittel z.B. gegen unregelmäßigen Herzschlag

(Herzrhythmusstörungen)undhohenBlutdruck)

DiegleichzeitigeBehandlungmitRifampicinundStoffenwieBisoprolol,Metoprololund

PropranololsowiemöglicherweiseAlprenololführtzueinemsignifikantenAbfallder

SerumspiegeldieserStoffe.DurchinitialengmaschigeÜberwachungdeserwünschten

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klinischenEffektesder b-RezeptorenblockeristbeigleichzeitigerRifampicingabedie

NotwendigkeiteinerDosiserhöhungzuüberprüfen.

Tacrolimus(MittelzurUnterdrückungderImmunabwehr)

IneinemEinzelfallwurdeeineVerminderungdesSerumspiegelsundderWirksamkeitvon

Tacrolimusbeobachtet.

Theophyllin(Mittelz.B.gegenAsthma)

DerAbbauvonTheophyllinimStoffwechsel(Theophyllin-Clearance)kannbeschleunigtund

derSerum-spiegelerniedrigtsein.EineDosisanpassungistmöglicherweiseerforderlich.Die

Theophyllinspiegelsolltenregelmäßigkontrolliertwerden,insbesonderenachAbsetzenvon

Rifampicin.

VitaminD

UntereinerBehandlungmitRifampicinkanneszueinerVerminderungder

Vitamin-D-Serumspiegelkommen.EinevorbeugendeGabeinüblicherDosierungsolltein

Betrachtgezogenwerden.IndiesemZusammenhangsinddannKontrollenerforderlich(z.B.

Serum-Calciumspiegel,Serum-Phosphatspiegel,ÜberwachungderNierenfunktion).

Zidovudin(MittelgegendasAIDS-Virus)

ErniedrigungderPlasmaspiegelundderFlächeunterderKonzentrations-Zeit-Kurve(AUC)

beigleichzeitigerBehandlungmitRifampicinistmöglich.

DiagnosemittelundLaborwerte

Röntgenkontrastmittel

RifampicinkanndieGallenausscheidungvonRöntgenkontrastmitteln,diefürdie

Gallenblasenuntersuchungverwendetwerden,verzögern.

Laborwerte

MikrobiologischeBestimmungenvonVitaminB12undFolsäuresindnichtverwertbar.

RifampicinkannkompetitivdieBromsulfophthaleinausscheidunghemmenunddamiteine

Leberfunktionsstörungvortäuschen.DerBromsulfophthalein-TestzurPrüfungder

exkretorischenLeberfunktionkanndaherwährendderBehandlungmitRifampicinnicht

angewandtwerden.

WichtigeInformationenüberbestimmtesonstigeBestandteilevon

RifampicinHefa®-N600mg

DiesesArzneimittelenthältSorbitol.BittenehmenSieRifampicinHefa®-N600mgerstnach

RücksprachemitIhremArztein,wennIhnenbekanntist,dassSieuntereiner

UnverträglichkeitgegenüberbestimmtenZuckernleiden.

3.WieistRifampicinHefa®-N600mgeinzunehmen?

NehmenSieRifampicinHefa®-N600mgimmergenaunachderAnweisungdesArztesein.

BittefragenSiebeiIhremArztoderApothekernach,wennSiesichnichtganzsichersind.

FallsvomArztnichtandersverordnet,istdieüblicheDosis:

RifampicinHefa®-N600mgwirdinersterLiniefürErwachseneundKinderab12Jahren

empfohlen.FürKinderunter12JahrenundfürSäuglingestehteineniedrigerdosierteForm

zurVerfügung.

BeiTuberkulose:

Kinderüber12JahreundErwachsene:

1maltäglich10mg/kgKörpergewicht.DiedurchschnittlicheTagesdosisbeträgtbei

Erwachsenen600mg.DieTagesdosissollbeiErwachsenennichtunter450mgliegenund600

-(750)mgnichtüberschreiten.

VorbeugendeBehandlungvonMeningokokkenträgern:

Kinderüber12JahreundErwachsene:

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2maltäglich600mg,2Tagelang.

DosisanpassungvonRifampicinHefa®-N600mg:

DerWiederbeginnderGabevonRifampicinHefa®-N600mgnacheinerBehandlungs-

unterbrechungsollteeinschleichenderfolgen.Am1.Tagwirdz.B.beiErwachsenenmit150

mgbehandelt,dannauf300mgam2.Tagundauf450mgam3.Taggesteigert.Abdem4.

TagistdieBehandlunginderüblichenDosierungfortzusetzen.KontrollederNierenfunktion

undevtl.GabevonCorticoidensindempfehlenswert.

BeistärkereingeschränkterLeberfunktiondarfRifampicinHefa®-N600mgnichtangewendet

werden.BeileichterenLeberfunktionsstörungenkannu.U.nochmitverminderterDosisvon

RifampicinHefa®-N600mg behandeltwerden,insbesonderebeigleichzeitiger

Serumspiegelkontrolle.

WelcheWirkunghatRifampicinHefa®-N600mgaufdieDosierungandererArzneimittel?

BeigleichzeitigerGabevonanderenArzneistoffenundvorallembeiArzneistoffenmitenger

therapeutischerBreite(engerNachbarschaftvonWirkungundNebenwirkungen),dieunter

Rifampicineinflußverstärktmetabolisiert(abgebaut)werden,istnachBeginnodernach

AbsetzeneinerRifampicin-BehandlungdieDosierungdieserStoffeeventuellanzupassen.

VermeidungbakteriellerResistenzentwicklung:

ObwohlRifampicinauchgegenanderealsdiedemAbschnitt"Anwendungsgebiete"

zuzuordnendenErregerwirkt,sollteesbeiInfektionendurchsolcheErregernurin

begründetenAusnahmefälleneingesetztwerden,umdieResistenzsituationbzgl.Rifampicin

nichtzuverschlechtern.

UmdieEntwicklungresistenterBakterienzuverhindern,sollteRifampicinauchindiesen

FällenmitmindestenseinemanderenAntibiotikum/Chemotherapeutikumkombiniertwerden.

Meningokokken-Resistenz:

WegenmöglicherResistenzentwicklungderMeningokokkengegenRifampicinsindKontakt-

personen,dievorbeugendmitRifampicinzwecksVerhinderungeinerMeningo-

kokken-Meningitis(HirnhautentzündungdurchMeningokokken)behandeltwerden,sorgfältig

bzgl.desAuftretenseinermanifestenMeningitiszuüberwachen.Rifampicinsolltenurbei

FehlentherapeutischerAlternativenzureigentlichenBehandlungeinermanifesten

Meningokokken-Meningitiseingesetztwerden.

ArtderAnwendung

UmeineoptimaleResorptionzugewährleisten,wirdempfohlen,RifampicinHefa®-N600mg

aufnüchternenMagen,d.h.mindestens½Stundevoroder2StundennachderMahlzeitmit

Flüssigkeiteinzunehmen.BeieventuellerMagenunverträglichkeitkanndieGabeauchnach

einerleichtenMahlzeiterfolgen,ohnedassdadurchdieWirksamkeitwesentlichbeeinträchtigt

wird.

DiejeweiligenTagesgesamtdosenwerdeninderRegelbeiderTuberkulosebehandlungin

einereinzigenGabeproTagverabreicht.

DiegleichzeitigeEinnahmevonAntacida(MittelzurHemmungderMagensäure)kannzueiner

verringertenResorption(Aufnahme)vonRifampicinHefa®-N600mgführen.Dietägliche

EinnahmevonRifampicinHefa®-N600mgsolltemindestens2StundenvorEinnahmedes

Antacidumserfolgen.

Opiate,AnticholinergikaundbentonithaltigePAS-PräparateverminderndieBioverfügbarkeit

vongleichzeitigoralverabreichtemRifampicin.UmdieseWechselwirkungzuvermeiden,

mussRifampicinHefa®-N600mgeinigeStundenvordiesenPräparatenverabreichtwerden.

DauerderAnwendung

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DieBehandlungeineraktiven,unkompliziertenTuberkuloseerstrecktsichüber6-12Monate

undwirdvombehandelndenArztbestimmt.UmdieEntwicklungresistenterBakterienzu

verhindern,mussRifampicinzurBehandlungderTuberkuloseimmermitmindestenseinem

anderenTuberkulosemittelwährenddergesamtenBehandlungszeitgegebenwerden.

WennSieeinegrößereMengeRifampicinHefa®-N600mgangewendethaben,alssie

sollten

FolgendeSymptomesindnachakuterÜberdosierungbeschriebenworden:

- Übelkeit,Erbrechen(VerfärbungdesMageninhalts),Juckreiz,Schmerzenim

gesamtenBauchbereich,Cholestase(Gallestau),

- Haut,LederhautdesAugessowieSchleimhäutekönneneineorangefarbene

Verfärbungaufweisen,

- andereAusscheidungenwieUrinundStuhlsindmöglicherweiseverfärbt,

beiextremerÜberdosierungkommteszuUnruhe,Atemnot,beschleunigtem

Herzschlag,allgemeinenKrämpfenundAtem-sowieHerzstillstand.

Beieinem26jährigenMannwurdenz.B.Atem-undHerzstillstandnachVerschluckeneiner

Gesamtdosisvon60gbeobachtet,währendz.B.ineinemanderenFall9gRifampicinunter

AuftretenflüchtigerReaktionenwieHautverfärbung,rotbraunerVerfärbungder

AusscheidungenundCholestase(Gallestau)ohneSpätfolgenüberlebtwurden.

EsistsoschnellwiemöglicheinArztzuinformieren.

WennSiedieAnwendungvonRifampicinHefa®-N600mgvergessenhaben

DieBehandlungmitRifampicinHefa®-N600mgistohneeinezusätzlicheGabemitder

verordnetenDosisfortzusetzen.

WennSiedieEinnahmevonRifampicinHefa®-N600mgabbrechen

SelbstnacheinerspürbarenBesserungdesBefindensistdieBehandlungunbedingtzuEnde

zuführen,danursoeinevollständigeBeseitigungderErregergewährleistetist.

BeidennochvorgenommenerUnterbrechungderBehandlungistvorWiederaufnahmeder

BehandlungunbedingteinArztzubefragen,dau.U.mitschwerenKomplikationenzurechnen

ist.

WennSieweitereFragenzurAnwendungdesArzneimittelshaben,fragenSieIhrenArztoder

Apotheker.

4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?

WiealleArzneimittelkannRifampicinHefa®-N600mgNebenwirkungenhaben,dieaber

nichtbeijedemPatientenauftretenmüssen

BeiderBewertungvonNebenwirkungenwerdenfolgendeHäufigkeitsangabenzugrunde

gelegt:

sehrhäufig:

mehrals1von10Behandelten häufig:

wenigerals1von10,abermehrals

1von100Behandelten

gelegentlich:

wenigerals1von100,abermehrals1von

1000Behandelten selten:

wenigerals1von1000,abermehr

als1von10.000Behandelten

sehrselten:

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1Falloderwenigervon10.000BehandelteneinschließlichEinzelfälle

MöglicheNebenwirkungen

AllergischeHautreaktionenundsonstigeÜberempfindlichkeitsreaktionen

HäufigtretenÜberempfindlichkeitsreaktionenauf.HäufigsteReaktionensindFieber,Juckreiz,

Hautrötungen(Erythemaexsudativummultiforme),Nesselsucht(Urtikaria).

SeltenwurdenauchschwereReaktionenwieAtemnot,LungenödemundsonstigeÖdeme

(FlüssigkeitsansammlungindenGeweben)sowieSchockbeobachtet.

SehrseltenwurdeeinLupus-ähnlichesSyndrom(Entzündungskrankheit)mitFieber,

Schwächegefühl,Muskel-undGelenkschmerzenunddemAuftretenantinukleärerAntikörper

(AntikörpergegenZellkerne)beschrieben.

SehrseltenwurdenaußerdemimZusammenhangmiteinerantituberkulösenKombinations-

behandlungvonRifampicinundanderenMittelnschwereallergischeHautreaktionenwie

toxischeepidermaleNekrolyse,exfoliativeDermatitis,Lyell-Syndrom(Krankheitsbildermit

blasenförmigerAbhebungderHaut)beobachtet,dieabernichtsichereinemWirkstoff

zugeordnetwerdenkonnten.

Magen-Darm-Trakt

HäufigMagenschmerzen,Appetitlosigkeit,Übelkeit,Erbrechen,Durchfälle,Blähungen

(Meteorismus).

SehrseltenentwickeltsichwährendoderindenerstenWochennachBehandlungeine

pseudomembranöseEnterokolitis(schwereDarmerkrankung),diedurchschwere,anhaltende

Durchfällegekennzeichnetist.DiesedurcheineAntibiotika-Behandlungausgelöste

Darmerkrankungkannlebensbedrohlichseinunderforderteinesofortigeundangemessene

Behandlung.

Leberfunktion

HäufigbissehrhäufigwurdeErhöhungvonLeberenzymen(SGOT,SGPT,alkalische

Phosphatase, g-Glutamyltranspeptidase)undseltenervonBilirubin(Laborwertezur

Leberkontrolle)imSerumbeschriebensowiegelegentlichGelbsucht(Ikterus)und

Lebervergrößerung(Hepatomegalie)(s.a.Abschnitt2.WasmüssenSievorderEinnahmevon

RifampininHefa®-N600mgbeachten?).

GefährdetsindvorallemPatientenmitvorbestehendenLeberschäden,Alkoholikerundältere

Menschen.

Auge

SeltensindSehstörungen(EntzündungdesSehnervenundVerlustderSehfähigkeit).

Einerot-orangeVerfärbungderTränenflüssigkeitistdurchdieEigenfarbedesWirkstoffs

bedingtundunbedenklich.Eskannjedochhierdurchzueinerdauerhaftengelb-orangen

VerfärbungvonweichenKontaktlinsenkommen.

Nervensystem

Sehrselten wurden Schwindel, Kopfschmerzen,Bewegungsstörungen(Ataxie),

Konzentrationsunfähigkeit,Müdigkeit,Muskelschwäche,SchmerzenindenArmenundBeinen

sowieTaubheitsgefühlbeobachtet.

BlutundBlutbestandteile

SeltenkommteszueinerVeränderungderZahlderweißenBlutkörperchen(Eosinophilie,

Leukopenie, Granulozytopenie), Blutplättchenmangel mit Hautblutungen

(thrombozytopenischePurpura),Hypoprothrombinämie(MangeleinesBlutgerinnungsfaktors)

undBlutarmut(hämolytischeAnämie).

10-11-

BeiAnwendungwährendderletztenSchwangerschaftswochenkannesnachderGeburtzu

BlutungenbeiderMutterunddemNeugeborenenkommen.EineBehandlungmitVitaminK

kannangezeigtsein.

RegelmäßigeKontrollendesBlutbildessinderforderlichsowieggf.auchBestimmungder

Gerinnungsparameter.

Nierenfunktion

SehrseltenwurdeakutesNierenversagenbeobachtet.

StörungenderRegelblutung

SeltenkanneszuAbweichungenbeiderRegelblutungkommen.

GrippeartigeErscheinungen("Flu-Syndrom")

InsbesonderebeinichttäglicherVerabreichung(intermittierendeBehandlung)bzw.bei

WiederbeginneinerBehandlungmitRifampicinkönnenSymptomewieFieber,Schüttelfrost,

Hautrötungen(Exanthem),Erbrechen,Kopfschmerzen,allgemeinesSchwächegefühl,Gelenk-

undMuskelschmerzenauftreten.

Nebendem"Flu-Syndrom"istbeiintermittierenderBehandlungauchmitweiteren,u.U.

schwerwiegendenKomplikationenzurechnen.

BeischwerwiegendenKomplikationenwieBlutplättchenmangel(Thrombozytopenie)

Hautblutungen(Purpura),Blutarmut(hämolytischeAnämie),Atemnot,asthmaartigenAnfällen,

SchockundNierenversagenistRifampicinHefa®-N600mgsofortundendgültigabzusetzen.

SonstigeNebenwirkungen

RifampicinHefa®-N600mghateinebräunlich-roteFarbe.Körperflüssigkeitenwiez.B.Urin,

Tränen,Stuhl,SchweißoderSpeichelkönnendeswegenrot-orangeverfärbtsein.

DiesistdurchdieEigenfarbedesWirkstoffsbedingtundunbedenklich.DurchdieVerfärbung

derTränenflüssigkeitkannesallerdingszueinergelb-orangenVerfärbungweicher

Kontaktlinsenkommen.

FolgendeNebenwirkungenkönnenschwerwiegendeFolgenhaben,nehmenSie

RifampicinHefa®-N600mgnichtweitereinundsuchenSiemöglichstumgehendIhren

Arztauf.

PseudomembranöseEnterokolitis(schwereDarmerkrankung):

HiermussderArzteineBeendigungderBehandlungmitRifampicinHefa®-N600mgin

AbhängigkeitvonderIndikationerwägenundggf.soforteineangemesseneBehandlung

einleiten(z.B.EinnahmevonspeziellenAntibiotika/Chemotherapeutika,derenWirksamkeit

klinischerwiesenist).Arzneimittel,diedieDarmbewegung(Peristaltik)hemmen,dürfennicht

eingenommenwerden.

SchwereakuteÜberempfindlichkeitsreaktionen(z.B.Kreislaufschock):

HiermussdieBehandlungmitRifampicinHefa®-N600mgsofortabgebrochenwerden,und

dieüblichenärztlichenNotfallmaßnahmen(z.B.GabevonAntihistaminika,Corticosteroiden,

Sympathomimetikaundggf.Beatmung)müsseneingeleitetwerden.

SolltenSieAnzeicheneinerweiterenschwerwiegendenNebenwirkung(s.a.AbschnittNeben-

wirkungen)beisichbeobachten,rufenSiedennächsterreichbarenArztzuHilfe.Auchbei

anderenmöglicherweiseauftretendenunerwünschtenWirkungensprechenSiebittemitIhrem

behandelndenArztüberdieweitereBehandlung.

InformierenSiebitteIhrenArztoderApotheker,wenneinerderaufgeführtenNebenwirkungen

SieerheblichbeeinträchtigtoderSieNebenwirkungenbemerken,dienichtindieser

Gebrauchsinformationangegebensind.

11-11-

5.WieistRifampicinHefa®-N600mgaufzubewahren?

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren.

SiedürfendasArzneimittelnachdemaufdemUmkartonundderDurchdrückpackungnach

„Verwendbarbis“angegebenenVerfallsdatumnichtmehrverwenden.DasVerfallsdatum

beziehtsichaufdenletzenTagdesMonats.

Aufbewahrungsbedingungen

FilmtablettenvorLichtgeschütztundnichtüber25°Clagern.

6.WeitereInformationen

WasRifampicinHefa®-N600mgenthält:

DerWirkstoffist:Rifampicin

1FilmtabletteRifampicinHefa®-N600mgenthält:

600mgRifampicin

DiesonstigenBestandteilesind:

MikrokristallineCellulose,Croscarmellose-Natrium,Magnesiumstearat(pflanzlich,Ph.Eur.),

HochdispersesSiliciumdioxid,Sorbitol(Ph.Eur.),Hypromellose,Macrogol6000,

Propylenglycol,Eisen(III)-oxid(E172),Titandioxid(E171)

WieRifampicinHefa®-N600mgaussiehtundInhaltderPackung:

RifampicinHefa®-N600mgistinPackungenmit30Filmtabletten(N2)und

100Filmtabletten(N3)erhältlich.

RifampicinHefa®-N600mgisteinerotbraune,beidseitiggewölbte,rundeFilmtablettemit

einerBruchkerbeaufbeidenSeiten.

PharmazeutischerUnternehmerundHersteller:

RIEMSERArzneimittelAG

AnderWiek7,17493Greifswald-InselRiems

Tel.:038351-76-0,Fax:038351-308.

Mitvertreiber

KeineAngabe.

DiesesArzneimittelistindenMitgliedsstaatendesEuropäischenWirtschaftsraumes(EWR)

unterdenfolgendenBezeichnungenzugelassen:

KeineAngabe.

DieseGebrauchsinformationwurdezuletztüberarbeitetimJahr07/2007

Fachinformation

RifampicinHefa®-N600mg

1. Bezeichnung desArzneimittels

RifampicinHefa®-N 600 mg, Filmtablette

Wirkstoff: Rifampicin

2. Qualitative und quantitativeZusammensetzung

Eine Filmtablette RifampicinHefa®-N 600 mgenthält600 mg Rifampicin

Enthält Sorbitol. (Siehe4.4.)

Die vollständigeAuflistungder sonstigenBestandteile sieheAbschnitt6.1.

3. Darreichungsform

Filmtablette

4. KlinischeAngaben

4.1.Anwendungsgebiete

– alle Formen derTuberkulose mit Erregerempfindlichkeit gegen Rifampicin

– vorbeugendeBehandlung von Meningokokkenträgern

4.2. Dosierung,Artund Dauer derAnwendung

Für dieTuberkulosetherapiegelten die folgenden Dosierungsangaben:

Alters-

gruppe Tages-

dosis

in

mg/kg

Zur Beachtung

Erwach-

sene

und

Kinder

über

12Jahre 10 Diedurchschnitt-

licheTagesdosis

beträgt600mg.

DieTagesdosis

beiErwachsenen

sollnichtunter

450mgliegen

und600-(750)

mgnichtüber-

schreiten.

Für Kinder unter 12Jahren und für Säuglingestehen niedriger dosierteFormen zur Verfügung.

Hinweis:

BeiKombinationmitIsoniazidsollendiejeweilsempfohlenenDosennichtüberschrittenwerden.Auchbeiintermittierender

Therapie (2 – 3Anwendungen pro Woche) sollte die Einzeldosis nichterhöht werden.

Prophylaxe der Meningokokken-Menin gitis:

Erwachsene und Kinderüber 12 Jahre:

2mal täglich 600 mg, 2Tage lang.

Andere Infektionen:

BeianderenInfektionenistRifampicinHefa®-N600mgnurnachAntibiogrammund,wieinderTuberkulose-Therapie,nurin

Kombination mit einemanderen geprüftenChemotherapeutikumzuverabfolgen:

– Erwachsene bekommen je nach Erregerempfindlichkeit 600 – 1200 mg Rifampicin täglich in 2 (– 3) Einzelgaben.

– Kinder erhaltenRifampicin in einer Dosierungwiebei derTuberkulose-Behandlung.

Vermeidung bakteriellerResistenzent wicklung:

UmdieEntwicklungresistenterBakterienzuverhindern,sollteRifampicininderRegelmitmindestenseinemanderen

Antibiotikum/ Chemotherapeutikum kombiniert werden.

Dies gilt insbesonderefür dieTuberkulosebehandlung.

ObwohlRifampicinauchgegenanderealsdiedemAbschnitt,,Anwendungsgebiete‘‘zuzuordnendenErregerwirkt,sollteesbei

InfektionendurchsolcheErregernurinbegründetenAusnahmefälleneingesetztwerden,umdieResistenzsituationbzgl.

Rifampicin nicht zu verschlechtern.

Meningokokken-Resistenz:

WegenmöglicherResistenzentwicklungderMeningokokkengegenRifampicinsindKontaktpersonen,dievorbeugendmit

RifampicinzwecksVerhinderungeinerMeningokokken-Meningitisbehandeltwerden,sorgfältigbzgl.desAuftretenseiner

manifestenMeningitiszuüberwachen.RifampicinsolltenurbeiFehlentherapeutischerAlternativenzureigentlichen

Behandlung einermanifesten Meningokokken-Meningitis eingesetztwerden.

Seite1von7

Fachinformation

DosierungbeieingeschränkterLeber -

funktion:

BeistärkereingeschränkterLeberfunk-

tionistRifampicinHefa®-N600mgkon-

traindiziert.

BeileichterenLeberfunktionsstörungen

kannu.U.nochmitreduzierterDosis

vonRifampicinHefa®-N600mgbehan-

deltwerden,insbesondereevtl.unter

Serumspiegelkontrolle(s.a.Punkt5.2.

Pharmakokinetische Eigenschaften)

DosierungbeieingeschränkterNieren -

funktion:

BeiPatientenmiteingeschränkterNie-

renfunktionkannRifampicinHefa®-N

600mgunterderVoraussetzung,dass

dieLeberfunktionnormalist,ohneDo-

sisanpassungverabreichtwerden.Dies

giltauchfürDialysepatienten(s.a.

Punkt5.2.Pharmakokinetische

Eigenschaften).

Dosisanpassung:

DerWiederbeginnderGabevon

RifampicinHefa®-N600mgnacheiner

Therapieunterbrechungsollteeinschlei-

chend erfolgen.

Am1.TagwirdbeiErwachsenenmit

150mgbehandelt,dannauf300mg

am2.Tagundauf450mgam3.Tag

gesteigert.Abdem4.TagistdieBe-

handlunginderüblichenDosierung

fortzusetzen.KontrollederNieren-

funktionundevtl.GabevonCorticoiden

sind empfehlenswert.

DosisanpassungvonanderenArznei -

mitteln:

BeigleichzeitigerGabevonanderen

Arzneistoffenundvorallembei

Arzneistoffenmitengertherapeutischer

Breite,dieunterRifampicineinfluss

verstärktmetabolisiertwerden(s.a.

denAbschnitt4.5.),istnachBeginn

odernachAbsetzeneinerRifampicin-

TherapiedieDosierungdieserStoffe

eventuell anzupassen.

ArtderAnwendung

UmeineoptimaleResorptionzuge-

währleisten, wird empfohlen,

RifampicinHefa®-N600mgaufnüc-

hternenMagen,d.h.mindestens1/2

Stundevoroder2Stundennachder

Mahlzeit mit Flüssigkeit einzunehmen.

BeieventuellerMagenunverträglichkeit

kann die Gabe auchnach einer leichten

Mahlzeiterfolgen,ohnedassdadurch

dieWirksamkeitwesentlichbeeinträc-

htigt wird.

DiejeweiligenTagesgesamtdosenwer-

deninderRegelbeiderTuberku-

losetherapieineinereinzigenGabepro

Tag verabreicht.

DiegleichzeitigeEinnahmevonAnta-

cidaundRifampicinHefa®-N600mg

vonRifampicinHefa®-N600mgführen.

DietäglicheEinnahmevon

RifampicinHefa®-N600mgsollte

mindestens2StundenvorEinnahme

desAntacidums erfolgen.

Opiate,Anticholinergikaundbentonit-

haltigePAS-Präparateverminderndie

Bioverfügbarkeitvongleichzeitigoral

verabreichtemRifampicin.Umdiese

Wechselwirkungenzuvermeiden,muss

RifampicinHefa®-N600mgeinige

StundenvordiesenPräparatenverab-

reicht werden.

Dauer derAnwendung

DieTherapieeineraktivenunkomp-

liziertenTuberkuloseerstreckt sich über

(6)–9–12Monate.Rifampicinsoll-in

Kombinationmitmindestenseinem

anderenAntituberkulotikum-während

dergesamtenBehandlungszeit

gegeben werden.

4.3. Gegenanzeigen

Absolute Kontraindikationen:

–AllergiegegenRifampicinundgegen

andere Rifamycine

– schwere Leberfunktionsstörungen wie

Verschlussikterus,Hepatitis,Leber-

zirrhose

Relative Kontraindikationen:

AuchbeileichterenLeber-

funktionsstörungenund/oderAlkohol-

ikerndarfRifampicinHefa®-N600mg

nurmitbesondererVorsichtundunter

strengerNutzen-Risiko-Abschätzung

angewendet werden.

BeileichtenÜberempfindlichkeitsrea-

ktionenkannnachRückgangder

SymptomeinfolgeeinerUnterbrechung

derTherapieeineWeiterbehandlung

möglich sein.

BeiWiederaufnahmeeinerRifampicin-

Behandlungnachkurzeroderlängerer

Unterbrechungkanneinehyper-

ergischeSofortreaktion,z.B.mit

Schockoder Nierenversagen,eintreten.

Deshalbwirddringendempfohlen,bei

WiederholungderTherapieeineein-

schleichende Dosierung von

RifampicinHefa®-N 600 mg

durchzuführen.

RifampicinkanneinehepatischePor-

phyrie(Porphyriacutaneatarda)indu-

zieren.

BeientsprechendveranlagtenPerso-

nen ist daher Vorsichtgeboten.

Schwangerschaft undStillzeit:

VorBeginnderTherapiemusseine

Schwangerschaftausgeschlossenwer-

denundwährendderBehandlungeine

geführtwerden(sieheaberWechsel-

wirkungen mit anderenArzneimitteln).

WährenddeserstenTrimenonsdarf

RifampicinnurbeiunbedingterNot-

wendigkeitverordnetwerden,daeine

ErhöhungdesFehlbildungsrisikosnicht

auszuschließen ist.

BeiAnwendungindenletztenWochen

derSchwangerschaftkannRifampicin

zueinererhöhtenBlutungsneigungbei

MutterundNeugeborenemführen,

weshalbVitaminK-Gabenerforderlich

sein können.

RifampicinwirdindieMuttermilchaus-

geschieden.

BeieinererforderlichenBehandlungin

derStillzeitistabzustillen(Tumorigenes

Potential von RifampicininTierstudien).

4.4. Besondere Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmenfür die

Anwendung

Kontrazeption:

UmwährendderBehandlungmit

RifampicinHefa®-N600mgeine

Schwangerschaftsicherzuverhindern,

müssennicht-hormonelleKontrazep-

tionsmaßnahmenzusätzlichzuden

hormonellen durchgeführt werden.

Hepatotoxizität,Unterernährung,Alko-

holismus:

BeiälterenMenschenistwährendder

TherapiedieLeberfunktionsorgfältigzu

überwachen.

DieWirkunghepatotoxischerSubstan-

zen(z.B.Halothan)kanndurchRif-

ampicineventuellverstärktwerden.Bei

PatientenmitchronischenLeberer-

krankungen,Alkoholismusoder

Unterernährungmussdertherapeuti-

scheNutzenvonRifampicinHefa®-N

600mggegendiemöglichenRisiken

sorgfältig abgewogenwerden.

Kontrolle der Leberfunktion:

BeieinerTherapiemitRifampicinläßt

sichinetwa5–20%einTransamina-

senanstiegfeststellen.Oftkommtes

trotzFortsetzungderTherapiewieder

zurNormalisierungderWerte.Bei

ZunahmederTransaminasenüber100

U/l,AnstiegderBilirubinkonzentration

oderentsprechenderklinischerSymp-

tomatikistsofortigesAbsetzendes

Rifampicinsgeboten,da tödlicheLeber-

dystrophienbeobachtetwordensind.

NachlängererPausewirddieerneute

GabevonRifampicinvondenmeisten

Patientenwiedervertragen.Wegender

hepatotoxischenNebenwirkungensind

unterjederTherapiemitRifampicin

regelmäßigeBilirubin-undLeberen-

zymkontrollen notwendig.

KontrollenvonNierenfunktionundBlut -

bild:

Seite2von7

Fachinformation

AucheineregelmäßigeKontrolleder

Nierenfunktion(z.B.Serumkreatinin-

Bestimmung)ist,vorallembeilän-

gerfristiger Anwendung von

RifampicinHefa®-N 600 mg,

erforderlich.

RegelmäßigeBlutbildkontrollenmüssen

ebenfalls durchgeführt werden.

Patientenmitderseltenenhereditären

Fructose-IntoleranzsolltenRifampicin-

Hefa®-N 450mg nicht einnehmen.

4.5. Wechselwirkungenmit anderen

Arzneimittelnund sonstige

Wechselwirkungen

WirkungvonRifampicinHefa®-N600

mg aufandereArzneistoffe:

Rifampicininduziertdasarzneimittel-

abbauendeSystemderLeber(Cyto-

chrom-P-450-System).Dadurchwird

derMetabolismusandererStoffe,die

ebenfallsüberdiesesEnzymsystem

verstoffwechseltwerden,beschleunigt

sowiederenWirkungvermindertund

verkürzt,z.B.:

Antiarrhythmika(Chinidin,Disopyra-

mid,Mexiletin,Phenytoinund

möglicherweiseanderewiez.B.

Tocainid)BeschleunigterWirkungs-

verlustdurchRifampicinistmöglich.

EineHerzrhythmuskontrolleistange-

zeigt.EineErhöhungderEinzeldosis

oderVerkürzungdesDosierungsinter-

valls ist gegebenenfalls erforderlich.

Antibiotika

Doxycyclin,Chloramphenicol,Clari-

thromycin

RifampicinkanneineReduktionder

SerumspiegeldieserAntibiotikaauf

möglicherweise subtherapeutische

Werte bewirken.

Antidepressiva :

InEinzelfällenwurdebeiGabevon

AmitriptylinoderNortriptylineineaus-

geprägteVerminderungderSerum-

spiegeldieserSubstanzenbeigleich-

zeitigerRifampicin-Verabreichungge-

funden.EineDosisanpassungderAnti-

depressiva könnteerforderlich sein.

OraleAntidiabetika

Rifampicinkanndurcheinebeschleu-

nigteMetabolisierungdieblutzucker-

senkendeWirkungvonAntidiabetika

vomSulfonylharnstoff-

Typabschwächen.EineKontrolleder

WerteundeineeventuelleNeufest-

setzungderDosisderAntidiabetikaist

zuempfehlen.

OraleAntikoagulantien:

DieWirksamkeitvonWarfarinundan-

derenCumarinenwiez.B.Phen-

procoumonkanndurchRifampicin-

Therapie vermindertsein.

EineDosiskorrekturderAntikoagu-

engmaschigeKontrollederQuickwerte

ist deshalb zu empfehlen, insbesondere

auchbeiAbsetzenderRifampicin-

Therapie,daohneKorrekturderdann

evtl.zuhohenAntikoagulantien-Dosie-

rungeinerhöhtesBlutungsrisikobe-

steht.

Atovaquon:

NachgleichzeitigeroralerGabevon

AtovaquonundRifampicinwurden

verminderteAtovaquon-underhöhte

Rifampicin-Serumspiegelbeschrieben.

Azathioprin:DieWirksamkeitvonAza-

thioprinkanndurchRifampicinabge-

schwächtwerden.Esbestehtz.B.das

Risiko einerTransplantat-Abstoßung.

Barbiturate/Benzodiazepine:

DiemetabolischeClearancevonHexo-

barbitalundDiazepamsowiemög-

licherweiseanderenBenzodiazepinen

wiez.B.ChlordiazepoxidundFlura-

zepamwirddurchRifampicinbeschleu-

nigt.

Calciumantagonisten:

(Diltiazem,Nifedipin,Verapamil)Die

gleichzeitigeGabevonRifampicinkann

zueinerWirksamkeitseinbußederCal-

ciumantagonisten führen.

Cimetidin:

DieWirksamkeitvonCimetidinkann

durch Rifampicin vermindertsein.

Clofibrat:

RifampicinkannzueinerErniedrigung

der Clofibrat-Serumspiegelführen.

Corticosteroide:

RifampicinkanndieWirksamkeitvon

Corticosteroidenwiez.B.Cortison,

Hydrocortison,Fludrocortison,Predni-

son,PrednisolonundMethylpredniso-

lon reduzieren (cave:

Addison-Krise bei MorbusAddison). Bei

corticoidbedürftigenAsthmapatienten

kannderBehandlungserfolgbeein-

trächtigt werden.

Cyclosporin:

DieWirksamkeitvonCyclosporinkann

abgeschwächtwerden.Esbestehtdas

RisikoeinerAbstoßungdesTrans-

plantates.

Dapson:

Rifampicinführtzueinerbeschleu-

nigtenAusscheidungvonDapson.Eine

Korrekturdergenerellempfohlenen

DosierungvonDapson(z.B.beider

Lepratherapie)scheintjedochhierin

der Regel nicht erforderlich zusein.

Enalapril:

DiegleichzeitigeoraleGabevonEnala-

prilundRifampicinführtezuredu-

ziertenEnalaprilat-Konzentrationen(ak-

tiverMetabolitdesEnalapril).EineDo-

sisanpassungsolltedurchgeführtwer-

den,wennesderklinischeZustanddes

Patienten erfordert.

Haloperidol:

DerSerumspiegelvonHaloperidol

kannbeigleichzeitigerVerabreichung

vonRifampicinvermindertsein.Eine

DosisanpassungvonHaloperidolkann

erforderlich sein.

DieHepatotoxizitätleberschädigender

Substanzen(z.B.Halothan)kann

verstärkt werden.

DiegleichzeitigeAnwendungvonRif-

ampicinundHalothansolltevermieden

werden.

Herzglykoside:DieTherapiemitRif-

ampicinkannzusubtherapeutischen

SerumspiegelnvonDigitoxinführen

undbzgl.DigoxinbesondersbeiPa-

tientenmiteingeschränkterNieren-

funktion,dadannvermutlichdieextra-

renaleEliminationvonDigoxinstärker

indenVordergrundtritt.EineInter-

aktionvonRifampicinundDigoxinbei

nierengesundenPatientengiltals

unwahrscheinlich.Esempfiehltsich,

dieDigoxin-undDigitoxin-Serumspiegel

zukontrollieren.

HormonaleKontrazeptiva:Unterder

TherapiemitRifampicinistdie

Sicherheitderempfängnisverhütenden

WirkungvonhormonalenKontrazeptiva

(Norethisteron,Mestranol,Ethinylestra-

diol)inFragegestellt.Essollteder

Patientindaherempfohlenwerden,

zusätzlichenichthormonaleempfäng-

nisverhütendeMaßnahmenanzuwen-

den.AbweichungenbeiderRegelblu-

tung sind möglich.

Isoniazid:RifampicinverstärktdieBil-

dunghepatotoxischerMetabolitenvon

Isoniazid.Diesgiltvorallemfür

Langsamacetylierervon Isoniazid.

DiegemeinsameVerabreichungvon

RifampicinundIsoniazidkannbeiPa-

tienten,diebereitsvorderBehandlung

eineLeberschädigungaufwiesen,

häufigerundausgeprägterzuLeber-

funktionsstörungenführen.Deshalbist

insolchenFällenundbeistarkunter-

ernährtenPatientenbesondereVorsicht

bzw.eineentsprechendeKontrolle

angezeigt.

Ketoconazol,Itraconazol,Fluco-

nazol:Vorsichtistbeidergleich-

zeitigen Gabe vonRifampicin und Keto-

conazol,ItraconazolundFluconazol

geboten.Nachdenbishervorliegenden

Befundenkannesdabeizusubthera-

peutischenSerumspiegelndieserAzol-

Antimykotika kommen.

Ebenfallsbeobachtetwurdeineinem

EinzelfalleineReduktionderRifam-

picin-Serumspiegel durchKetoconazol.

Methadon:UnterderRifampicin-

TherapiekanneineEntzugssympto-

matikauftreten.

Paracetamol:DurchgleichzeitigeGa-

bevonRifampicinkönnensonstun-

schädlicheDosenvonParacetamolLe-

berschäden hervorrufen.

Phenytoin:DurchdiegleichzeitigeGa-

bevonRifampicinkommteszueiner

starkenBeschleunigungderPhenytoin-

Clearance.KlinischeSymptomeeiner

derartigenInteraktionsindbislangnicht

beschriebenworden,jedochistes

denkbar,dassdurchsubtherapeutische

Phenytoin-Serumspiegelepileptische

Anfälle auftreten können.

Seite3von7

Fachinformation

Protease-Inhibitoren: DurchRif-

ampicinwirddiePlasmakonzentration

undsomitdieFlächederPlasmakon-

zentration-Zeitkurve(AUC)der

ProteaseinhibitorenNelfinavir,Indinavir,

SaquinavirundRitonavirgesenktund

zwarum82 %, 92 %, 80 % bzw.35 %.

ß-Rezeptorenblocker (Bisoprolol,

Metoprolol,Propranolol):DieTherapie

mitRifampicinführtzueinemsigni-

fikantenAbfallderSerumspiegeldero.

g.ß-Rezeptorenblocker.Möglicherwie-

sesindauchandereß-Rezep-

torenblockermiteinemausgeprägt

hepatischenStoffwechselbetroffenwie

z.B.Alprenolol.Durchinitialengma-

schigeÜberwachungdeserwünschten

klinischenEffektesderß-Rezeptoren-

blockeristbeigleichzeitigerRifampicin-

gabedieNotwendigkeiteinerDosis-

erhöhung zu überprüfen.

Tacrolimus:IneinemEinzelfallwurde

eineVerminderungdesSerumspiegels

und der Wirksamkeit

vonTacrolimusunterdemEinflussvon

Rifampicin beobachtet.

Theophyllin:DieTheophyllin-Clea-

rancekannbeschleunigtundderSe-

rum-Spiegel erniedrigtsein.

EineDosisanpassungistmöglicher-

weiseerforderlich.DieTheophyllinspie-

gelsolltenregelmäßigkontrolliert

werden,insbesonderenachAbsetzen

von Rifampicin.

VitaminD:UntereinerBehandlungmit

RifampicinkanneszueinerReduktion

derVitamin-D-Serumspiegelkommen.

EineprophylaktischeGabeinüblicher

DosierungsollteinBetrachtgezogen

werden.

IndiesemZusammenhangsinddann

Kontrollenerforderlich(z.B.Serum-

Calciumspiegel, Serum-Phosphat-

spiegel,ÜberwachungderNieren-

funktion).

Zidovudin:ReduktionderPlasma-

spiegelundderFlächeunterderKon-

zentrations-Zeit-Kurve(AUC)bei

gleichzeitigerTherapiemitRifampicin

ist möglich.

DiagnosemittelundLaborwerte:

Röntgenkontrastmittel:Rifampicinkann

dieGallenausscheidungvonRöntgen-

kontrastmitteln,diefürdieGallen-

blasenuntersuchungverwendetwer-

den, verzögern.

Laborwerte:MikrobiologischeBestim-

mungenvonVitaminB12undFolsäure

sind nicht verwertbar.

RifampicinkannkompetitivdieBrom-

sulfophthaleinausscheidunghemmen

unddamiteineLeberfunktionsstörung

vortäuschen.

DerBromsulfophthalein-TestzurPrü-

fungderexkretorischenLeberfunktion

kanndaherwährendderTherapiemit

Rifampicin nicht angewandtwerden.

WirkungandererArzneistoffeauf

Cotrimoxazol:Durchdiegleichzeitige

Gabe von Cotrimoxazol

kanneszueinerVerminderungderRif-

ampicin-Clearancekommen(dieRif-

ampicin-Serumkonzentrationensinder-

höhtunddieAUCvonRifampicinist

vergrößert).

Probenecid:DiegleichzeitigeGabe

vonProbenecidundRifampicinführt

möglicherweisezuerhöhtenRifam-

picin-Serumkonzentrationen.

Antacidakönnenzueinervermin-

derten Resorption von

RifampicinHefa®-N 600 mg führen.

4.6. Schwangerschaft und Stillzeit

AnwendungwährendderSchwanger -

schaft:

WährendderTherapiemitRifampicin

sollteeineSchwangerschaftvermieden

werden.

AuchbeieinerunterRifampicin-

TherapieeingetretenenSchwan-

gerschaft liegt keineIndikation für einen

Schwangerschaftsabbruchvor.Die

Patientinmussjedochdarüber

aufgeklärtwerden,dasseineErhöhung

desMissbildungsrisikosnachRifam-

picin-EinnahmewährendderFrüh-

schwangerschaftnichtmitletzter

Sicherheitausgeschlossenwerden

kann.

DieBehandlungeineraktivenTuber-

kuloseinderSchwangerschaftmit

Rifampicinistgrundsätzlichmöglich.

Beiallenanderenerregerbedingten

InfektionenistdieTherapiemitRif-

ampicinim1.TrimenoneinerSchwan-

gerschaftkontraindiziert:im2.und3.

TrimenonbestehteinerelativeKontra-

indikation,esseidenn,dieSchwere

derErkrankungerforderteineBehan-

dlungmitRifampicin(sieheauchunter

4.3. Gegenanzeigen).

BeieinererforderlichenBehandlungin

derStillzeitistabzustillen(Tumorigenes

Potential von RifampicininTierstudien).

4.7.Auswirkungenauf die

Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

DiesesArzneimittelkannauchbei

bestimmungsgemäßemGebrauchdas

Reaktionsvermögensoweitverändern,

dassdieFähigkeitzuraktivenTeil-

nahmeamStraßenverkehr,zumBe-

dienenvonMaschinenoderzumArbei-

tenohnesicherenHaltbeeinträchtigt

wird.DiesgiltimverstärktenMaßeim

ZusammenwirkenmitAlkohol.Sehr

seltensindSehstörungenz.B.durch

Entzündung derSehnerven.

4.8. Nebenwirkungen

Sehr häufig (>10 %)

Häufig (>1 % - <10%)

Gelegentlich (>0,1 % - <1 %)

Selten (>0,01 % - <0,1 %)

AllergischeHautreaktionenundsons ti-

Überempfindlichkeitsreaktionen

Häufig(1%-<10%)tretenÜberempf-

indlichkeitsreaktionenauf.Häufigste

ManifestationensindFieber,Erythema

exsudativummultiforme,Pruritus,

Urtikaria.Selten(0,01%-<0,1%)

wurdenauchschwereReaktionenwie

Atemnot,Lungenödem,sonstige

Ödeme und Schock beobachtet.

Sehrselten(<0,01%)wurdeein

LupusähnlichesSyndrommitFieber,

Schwächegefühl,Muskel-undGelenk-

schmerzenunddemAuftretenanti-

nukleärerAntikörperbeschrieben.

Sehrselten(<0,01%)wurdenaußer-

demimZusammenhangmiteiner

antituberkulösenKombinationstherapie

vonRifampicinundanderenMitteln

schwereallergische Hautreaktionenwie

toxischeepidermaleNekrolyse,exfoli-

ativeDermatitis,Lyell-Syndrombeo-

bachtet,dieabernichtsichereinem

Wirkstoff zugeordnetwerden konnten.

Gastrointestinaltrakt

GastrointestinaleUnverträglichkeits-

reaktionenwerdenhäufig(1%-<

10%) beobachtet.

SieäußernsichinAppetitlosigkeit,

Magenschmerzen,Übelkeit,Erbrechen,

Meteorismus und Durchfall.

Sehrselten(<0,01%)entwickeltsich

unter der Therapie mit

RifampicinHefa®-N600mgeine

pseudomembranöseEnterokolitis.

DannmusseineBeendigungderGabe

vonRifampicinHefa®-N600mger-

wogenundeineentsprechendeThera-

pieeingeleitetwerden(s.a.Abschnitt

4.9.Überdosierung).Peristaltikhem-

mendeArzneimittel sindkontraindiziert.

Leber

NebenwirkungenvonRifampicin aufdie

Lebersindhäufig(1%-<10%)bis

sehrhäufig(10%)undäußernsich

vorwiegendalsErhöhungvon

EnzymaktivitätenwieSGOT(AST),

SGPT(ALT),vonalkalischerPhospha-

tase,-Glutamyltranspeptidase,selte-

nervonBilirubinimSerum.Oftkommt

estrotzFortsetzungderTherapie

wiederzurNormalisierungderWerte.

BeiAnstiegderTransaminasenüber

100U/loderstärkererBilirubinvermeh-

rungistsofortigesAbsetzenvon

RifampicinHefa®-N600mggeboten(s.

a.4.4.).NachlängererDauerwirddann

dieerneuteGabevonRifampicinu.U.

wieder vertragen.

IkterusundHepatomegalietretenge-

legentlich(0,1%-<1%)aufundsind

meistvorübergehenderNatur.Gefähr-

detsindvorallemPatientenmitvorbe-

stehendenLeberschäden,Alkoholiker

und ältere Menschen.

BeiderKombinationmithepato-

toxischenAntituberkulotikawieIso-

Seite4von7

Fachinformation

niazid,PyrazinamidundProtionamidist

ebenfalls Vorsicht geboten.

Auge

Selten(0,01%-<0,1%)wurdeüber

Sehstörungen,VisusverlustundOpti-

kusneuritis berichtet.

Einebräunlich-roteVerfärbungderTrä-

nenflüssigkeitistdurchdieEigenfarbe

desWirkstoffsbedingtundunbe-

denklich.Eskannjedochhierdurchzu

einerdauerhaftengelborangenVerfär-

bungvonweichenKontaktlinsenkom-

men.

Nervensystem

Sehrselten(<0,01%)wurden

Symptomewiez.B.Ataxie,Konzen-

trationsunfähigkeit,Kopfschmerzen,

Müdigkeit,Muskelschwäche,Schwin-

del,SchmerzenindenExtremitäten

undTaubheitsgefühl beschrieben.

Blut und Blutbestandteile

Selten(0,01%-<0,1%)sind

Eosinophilie,Leukopenie,Granulo-

zytopenie,Thrombozyto-penie,throm-

bozytopenischePurpura,Hypo-pro-

thrombinämieundhämolytischeAnä-

mie.

DasAuftreteneinerThrombozytopenie,

diesicheventuellauchalsNasenbluten

äußernkann,bzw.dasAuftreteneiner

hämolytischenAnämieistalsIndikation

füreinensofortigenTherapieabbruch

mitRifampicinanzusehen.Rifampicin

sollteinderartigenFällennichtmehr

angewendet werden.

BeiderAnwendungwährendderletz-

tenSchwangerschaftswochenkannes

zupostnatalenBlutungenbeiderMut-

terunddemNeugeborenenkommen.

EineBehandlungmitVitaminKkann

angezeigtsein.

RegelmäßigeKontrollendesBlutbildes

sinderforderlichsowieggf.auchBe-

stimmung der Gerinnungsparameter.

Nieren

Sehrselten(<0,01%)kanndieThera-

piemitRifampicineinakutesNieren-

versagenauslösen.InterstitielleNeph-

ritisundTubulusnekrosenwurdenbe-

schrieben.Einsofortigerundend-

gültigerTherapieabbruchistdannerfor-

derlich.ImAllgemeinenkommtesnach

AbsetzenderTherapiezueinerNor-

malisierung der Nierenfunktion.

Störungen der Menstruation

Rifampicinkannselten(0,01%-<

0,1%)infolgeeinerBeeinflussungdes

StoffwechselsderSteroidhormonezu

Menstruationsstörungenführen.

GrippeähnlichesSyndrom(,,Flu-

Syndrom‘‘)

Fast ausschließlich bei intermittierender

picin-Einnahmeundhierwiederum

umsohäufiger,jehöherdieeinzelnen

Dosenundjelängerdasdazwischen-

liegendeIntervallwaren,wurdedas

sogenannte,,Flu-Syndrom‘‘beobach-

tet.

Das,,Flu-Syndrom‘‘äußertsichin

SymptomenwieFieber,Schüttelfrost,

Exanthem,Übelkeit,Erbrechen,Mus-

kel-undGelenkschmerzen,Kopf-

schmerzenundallgemeinemSchwä-

chegefühl.Estrittmeist3–6Monate

nachBeginneinerintermittierenden

Therapieauf.DieSymptometreten1–

2StundennachderEinnahmeaufund

dauernbiszu8Stundenan.Das,,Flu-

Syndrom‘‘kanninfastallenFällen

durchWechselvonderintermit-

tierendenaufdietäglicheRifampicin-

GabezumVerschwindengebrachtwer-

den.Dabeiwirdmiteinereinschlei-

chendenTagesdosisvon50–150mg

begonnenunddannsukzessiv(z.B.

um50–150mg täglich)biszurgewün-

schten Dosis gesteigert.

Corticoid-Schutzkann nützlichsein.

Nebendem,,Flu-Syndrom‘‘kanneine

intermittierendeTherapieauchweitere

u.U.gravierendeKomplikationenher-

vorrufen.

BeimAuftretenschwerwiegender

KomplikationenwieThrombozytopenie,

Purpura,hämolytischerAnämie,Dys-

pnoe,asthmaartigenAnfällen,Schock

Nierenversagen ist

RifampicinHefa®-N600mgsofortund

endgültigabzusetzen.

DiePatientensolltenüberdieRisiken

einesunbegründeteneigenmächtigen

Therapieabbruchsundvorallemüber

dieRisikeneinesNeubeginnsder

TherapieohneärztlicheKontrolle

informiert werden.

Sonstige unerwünschteWirkungen

Rifampicinhateineintensivbräunlich-

roteFarbe.Dadurchisteinerot-orange

VerfärbungvonUrin,Stuhl,Speichel,

SchweißundTränenflüssigkeit möglich.

4.9. Überdosierung

Symptome der Intoxikation

FolgendeSymptomesindnachakuter

Überdosierung beschrieben worden:

–Übelkeit,Erbrechen(Verfärbungdes

Mageninhalts),Juckreiz,Schmerzenim

gesamtenAbdomen, Cholestase

–Haut,SklerensowieSchleimhäute

könneneinegelb-orangeVerfärbung

aufweisen

–andereAusscheidungensindmög-

licherweiseverfärbt (Urin, Stuhl)

–beiextremerÜberdosierungkannes

zuUnruhe,Dyspnoe,Tachykardie,gen-

eralisiertenKrämpfenundAtem-sowie

Herzstillstandkommen.Beieinem

26jährigenMannwurdez.B.Herz-und

AtemstillstandnachoralerAufnahme

einerGesamtdosisvon60gRifampicin

Fall9gRifampicinunterAuftreten

flüchtiger Reaktionen

wieHautverfärbung,rotbraunerVer-

färbungderAusscheidungenund

CholestaseohneSpätfolgentoleriert

wurden.

Therapie von Intoxikationen

NachoralerAufnahmevoraussichtlich

toxischerDosenvonRifampicinHefa®-

N600mgistbeinichtbewußtseins-

getrübtenPatientensofortErbrechen

auszulösenodereineMagenspülung

mitWasserunterZusatzvonreichlich

Aktivkohledurchzuführen.AlsLaxans

empfiehltsichdieanschließendeGabe

von 1–2EsslöffelnNatriumsulfatin 250

–500mllauwarmemWasser.Die

weitereBehandlungerfolgtsympto-

matisch.KontrollenderLeberfunktion

unddesBlutbildessindFunktion

angezeigt.

Esistzubeachten,dassmöglicher-

weiseandereMedikamente,diein

Kombination mit

RifampicinHefa®-N600mgverwendet

werden,ebenfallsinÜberdosierung

eingenommenwurdenunddaher

weiterespezifischeMaßnahmenerfor-

derlich sind.

PseudomembranöseEnterokolitis:

IndiesenFällenisteineBeendigung

derTherapiemitRifampicinHefa®-N

600mginAbhängigkeitvonder

Indikationzuerwägenundggf.sofort

eineangemesseneBehandlung

einzuleiten(z.B.Einnahmevon

speziellenAntibiotika/Chemothera-

peutika,derenWirksamkeitklinisch

erwiesenist).Arzneimittel,diediePe-

ristaltikhemmen,dürfennichteinge-

nommen werden.

SchwereakuteÜberempfindlich -

keitsreaktionen:

IndiesenFällenmussdieBehandlung

mitRifampicinHefa®-N600mgsofort

abgebrochenwerden,unddieüblichen

Notfallmaßnahmen

(z.B.GabevonAntihistaminika,Corti-

costeroiden,Sympathomimetikaund

ggf. Beatmung) sindeinzuleiten.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1. Pharmakodynamische

Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:

HalbsynthetischesDerivatdesRifam-

picinSVausderGruppederAnsamy-

cin-Antibiotika,Tuberkulosemittel

ATC-Code:J04AB02

Wirkungsweise:

Rifampicinisteinhalbsynthetisches

AntibiotikumausderRifamycin-Gruppe

mithauptsächlicherWirkunggegen

Mykobakterien.

Seite5von7

Fachinformation

DerWirkungsmechanismusberuhtauf

derBindungandiebakterielleRNA-

Polymeraseundsomitaufder

HemmungderbakteriellenProtein-

synthese.

Eswerdensowohlintra-alsauch

extrazellulärgelegeneKeimeerfasst.

Eswirktambestenimneutralenoder

alkalischenMilieu(meistextrazellulär),

wenigergutimsaurenBereich(intra-

zellulär oder in käsigemGewebe).

DerWirktypvonRifampicinistbakte-

rizidbeiproliferierendenKeimenmit

deutlichwenigerAktivitätbeiruhenden

Keimen.SeinWirkungsspektrumum-

faßtvorallemMycobacteriumtuber-

culosisundMycobacteriumbovis,aty-

pischeMykobakterienderRunyon-

gruppeI–IVwerdenteilweisenur

unzureichenderfasst.AuchbeiStrepto-

kokken(einschl.S.pneumoniae)und

Staphylokokkenistesinvivogut

wirksam,ebensoauchbeiNeisserien

(N.gonorrhoeae,N.catarrhalis,N.

meningitidis).BeidenStäbchen-

bakterienwerdenListeriamonocyto-

genes,Legionellapneumophilaund

teilweiseHaemophilusinfluenzae

erfasst.

E.coli,Klebsiellassp.,Proteusssp.,

Pseudomonasaeruginosa,Salmo-

nellenundShigellen,Mykoplasmen

undChlamydienwerdenmitden

therapeutischerreichbarenKonzen-

trationen zumgroßenTeil nicht erfasst.

Resistenztyp

MeningokokkenkönnengegenRif-

ampicinprimärresistentsein.Rasche

Resistenzentwicklung(Einstufen-Resis-

tenz)kanndurchMonotherapiebei

Infektionenz.B.mitGonokokken,

Meningokokken,Staphylokokkenund

auchmitTuberkuloseerregernher-

vorgerufen werden.

EsbestehtkeineParallelresistenzmit

anderenAntituberkulotika,außer

teilweisemitRifabutinundweiteren

chemisch verwandtenSubstanzen.

BeiM.tuberculosisz.B.istdieRif-

ampicinresistenzassoziiertmitdem

rpoB-Gen.DiesesGenkodiertfürdie

β-UntereinheitderbakteriellenRNA-

Polymerase.EineMutationdieses

GensführtzurEinschritt-Hochresistenz

von M. tuberculosis gegenRifampicin.

InneuererZeitfindensichinsbe-

sondereindenUSAmultiresistente

StämmevonM.tuberculosis,dieneben

RifampicinauchgegenIsoniazidsowie

oftauchweitereAntituberkulotika

resistent sind.

5.2. Pharmakokinetische

Eigenschaften

ZuBeginnderTherapiebzw.nach

einmaligerAnwendungbestehtzwi-

schenderoralenundderintravenösen

pharmakokinetischenParametern.Dies

ändert sich nach mehrwöchiger

Anwendung. DurchAutoinduktion hepa-

tischerEnzymesteigtdiehepatische

ClearancedesRifampicinsan,wasdie

BioverfügbarkeitnachoralerGabeim

Vergleichzuri.v.Infusionsignifikant

vermindert.

Resorption und Verteilung:

DieenteraleResorptionistnahezu

vollständig.

ZweiStunden nachoraler Gabe von

450mgRifampicinsindmaximale

KonzentrationenimSerumvon5–13

mg/l zufinden.

DieProteinbindungbeträgtca.70–90

%.RifampicinweisteineguteZellund

Gewebepenetrationauf, die sich in dem

hohenVerteilungsvolumenvonüber1

l/kgwiderspiegelt.InderLebersindbis

über20fachhöhereKonzentrationen

alsimSerumzufindenundinden

Nierenbis5fachhöhereKonzen-

trationen.ImMuskelgewebekönnen

50–70%undinKnochen10–20%

derSerumkonzentrationerreichtwer-

den.ImkäsigverändertenKavern-

eninhaltbleibendieKonzentrationen

unterhalbderSerumwerte.Geringere

KonzentrationenalsimSerumfinden

sichimLiquorcerebrospinalis(10–85

%),inderPleura-Flüssigkeit(5–40

%),imSputum(biszu20%)undim

Speichel(bis15%).InSchweißund

TränenistRifampicinnurinSpuren

nachweisbar.

Placentagängigkeit/Übergangindie

Muttermilch:

Manfindetbiszu1/3dermütterlichen

BlutkonzentrationimFetalblut,inder

Muttermilch10–25%undeine

AnreicherungvonRifampicininder

Amnionflüssigkeit.

Halbwertzeit und Metabolismus:

DurchdenenterohepatischenKreislauf

wirddieHalbwertzeitvonRifampicin

beeinflusst.

EswerdeninitialeHalbwertzeitenvon3

–6–16Stundenangegeben.Sieneh-

menimVerlaufdererstenBehand-

lungswochendurchInduktiondes

eigenenMetabolismusab.AlsHaupt-

metabolit(25-Desacetyl-Rifampicin)

werden15–50%desRifampicins

überdieGalleausgeschieden.Die

mikrobiologischeAktivitätdiesesMeta-

bolitendesRifampicinsistnichtaus-

reichend untersucht.

Elimination:

DierenaleClearancevonRifampicin

bzw.25-Desacetyl-Rifampicin,diezu

gleichenTeilenimHarnausgeschieden

werden,erreicht1/8derglomerulären

Filtrationsrate.

DiehepatischeClearancevonRif-

ampicinistabhängigvonderHöheder

Dosis,HäufigkeitderVerabreichung

unddemLeberstatusdesPatienten.

AufdiebiliäreAusscheidungentfallen

EliminationbeieingeschränkterLeber -

funk tion:

BeileichtenLeberfunktionseinschrän-

kungenkannnochmitreduziertenRif-

ampicin-Dosen,unterUmständenunter

Serumspiegelkontrolle,therapiertwer-

den.BeistärkerenLeberfunktions-

störungen ist Rifampicinkontraindiziert.

EliminationbeieingeschränkterNieren -

funktion:

FunktionsstörungenderNierekönnen

durchdieAktivitätderLeberkom-

pensiertwerden.Selbstbeistarkein-

geschränkterNierenfunktionisteine

Anpassung der Dosisnicht nötig.

Dialysierbarkeit:

DurchHämo-undPeritonealdialyse

wirdkeinebedeutsameMinderungder

Rifampicin-Serumkonzentrationen

erzielt.

5.3. Präklinische Datenzur

Sicherheit

a)Akute Toxizität

DiePrüfungenzurakutenToxizität,die

anMäusen,Ratten,Meerschweinchen

undKaninchendurchgeführtwurden,

ergabensehrhoheLD

Werte,diebei

weitemüberdertherapeutischen

Humandosis (8 – 12mg/kg) liegen.

SoergabensichfürdieoraleAp-

plikationbeiMaus,RatteundKanin-

cheneineLD

von885mg/kg,1720

mg/kgbzw.2120mg/kg,fürdie

intravenöseGabedieWertevon260

mg/kgbeiderMausund330mg/kgbei

der Ratte.

b) Chronische Toxizität

PrüfungenzurchronischenToxizitätan

Rattenergabenbeieinertäglichen

oralenApplikationvon50mg/kgbzw.

100mg/kgübereinenZeitraumvon6

MonatenkeinetoxischenWirkungen;

bei200mg/kgwurdeeineleichte

Schwellungsowieeinehydropische

DegenerationderLeberbeobachtet.Af-

fenzeigtenbiszueinerDosisvon75

mg/kg/Tag keine Nebenwirkungen.

Erstab105mg/kg/TagtratenErbre-

chen,AppetitlosigkeitundGewichts-

verlust auf.

c) Mutagenität/Kanzerogenität

EsliegenkeineErkenntnisseübereine

kanzerogeneWirkungbeimMenschen

vor.AufgrunddervorliegendenErgeb-

nissekannzurZeitkeineabschließen-

deBewertungdesmutagenenPoten-

tials vorgenommen werden.

d) Reproduktionstoxizität

RifampicinpassiertdiePlazenta,wobei

dieKonzentrationenimFetusca.12–

33%dermaternalenBlutkonzentration

beträgt.Aufgrundeinerverzögerten

EliminationkönneninderAmnion-

Seite6von7

Fachinformation

flüssigkeithöhereKonzentrationenals

immaternalen Blut bestehen.

DieAngabeninderLiteraturüberdie

TeratogenitätbeimMenschensind

widersprüchlich.

DieBeurteilungdesteratogenenRisi-

koswirdzusätzlichdadurcherschwert,

dassRifampicinmeistinKombination

mitanderenAntituberkulotikaeinge-

setztwird.Bishersind14Fehlbil-

dungsfällebei117indenersten4

Schwangerschaftsmonatenexponierten

Mutter-Kind-Paarendokumentiert.Bei

Neugeborenenwurdenvermehrt

HyperprothrombinämienoderBlutungs-

tendenzen beobachtet.

InStudientratenbeiRattenab100mg/

kg/TagfetotoxischeEffekteundbei

RattenundMäusenab150mg/kg/Tag

Missbildungenauf(ZNS,Spinabifida,

Anencephalie,Gaumenspalten)auf.

DieFertilitätunddieperi-undpost-

nataleEntwicklungwarbeiRattennicht

beeinträchtigt.

6. PharmazeutischeAngaben

6.1. Liste der sonstigen Bestandteile

MikrokristallineCellulose,Cros-

carmellose-Natrium,Magnesiumstearat

(pflanzlich,Ph.Eur.),Hochdisperses

Siliciumdioxid,Sorbitol(Ph.Eur.),

Hypromellose,Macrogol6000,

Propylenglycol,Eisen(III)-oxid(E172),

Titandioxid(E 171)

6.2. Inkompatibilitäten

Keine

6.3. Dauer der Haltbarkeit

DieDauerderHaltbarkeitbeträgt4

Jahre.

DiesesArzneimittelsollnachAblauf

desVerfalldatumsnichtmehr

angewendet werden.

6.4. Besondere

Vorsichtsmaßnahmenfür die

Aufbewahrung

Filmtabletten vor Licht geschütztund

nicht über 25 °C lagern.

6.5.Artund Inhalt des Behältnisses

OPmit 10 überzogenenTabletten

OPmit 30 überzogenenTabletten

OPmit 100 überzogenenTabletten

6.6. Besondere

Vorsichtsmaßnahmenfür die

Beseitigung und sonstige Hinweise

zur Handhabung

Keine besonderenAnforderungen.

7. Inhaber der Zulassung

RIEMSERArzneimittelAG

17493 Greifswald –Insel Riems

Telefon:038295/ 76 - 0

Telefax:038295/ 308

8. Zulassungsnummer

3011.01.01

9. Datum der Erteilung der

Zulassung / Verlängerung der

Zulassung

08.06.1983 / 23.06.2003

10. Stand der Information

Juli 2007

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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