Rifampicin-FATOL 450 mg, Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Rifampicin
Verfügbar ab:
Riemser Pharma GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
rifampicin
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Rifampicin 450.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
3011.00.01

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Rifampicin-FATOL® 450 mg

,

Filmtabletten

Wirkstoff: Rifampicin

Zur Anwendung bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren

Lesen

Sie

die

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Packungsbeilage

sorgfältig

durch,

bevor

Sie

mit

der

Einnahme

dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann

anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Rifampicin-FATOL® 450 mg und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Rifampicin-FATOL® 450 mg beachten?

Wie ist Rifampicin-FATOL® 450 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Rifampicin-FATOL® 450 mg aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Rifampicin-FATOL® 450 mg und wofür wird es angewendet?

Rifampicin-FATOL®

Tuberkulosemittel

Gruppe

Ansamycin

Antibiotika.

Anwendungsgebiet

Alle Formen der Tuberkulose. Prophylaxe der Meningokokken-Meningitis.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Rifampicin-FATOL® 450 mg beachten?

Rifampicin-FATOL® 450 mg darf nicht eingenommen werden,

- wenn Sie allergisch gegen Rifampicin, gegen andere Rifamycine (mit Rifampicin verwandte

Wirkstoffe) oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels

sind.

- bei schweren Leberfunktionsstörungen (Child Pugh C), Gelbsucht (z. B. Verschlussikterus),

akuter

Leberentzündung

(Hepatitis),

Leberzirrhose

(chronische

Lebererkrankung

Leberzellschwund), Gallengangsverschluss (Gallengangsobstruktion).

bei gleichzeitiger Therapie mit den Proteaseinhibitoren (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-

Infektionen) Amprenavir, Atazanavir, Darunavir, Fosamprenavir, Indinavir, Lopinavir, Nelfinavir,

Tipranavir und Saquinavir – mit wie auch ohne Ritonavir (siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“

„Einnahme

Rifampicin-FATOL®

anderen

Arzneimitteln“).

gleichzeitiger

Therapie

potenziell

leberschädigenden

Breitspektrum-Triazol-

Antimykotikum (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen) Voriconazol (siehe Abschnitt 2.

„Einnahme von Rifampicin-FATOL® 450 mg mit anderen Arzneimitteln“).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie Rifampicin-FATOL ® 450 mg

einnehmen.

Mykobakterien (Erreger der Tuberkulose) entwickeln rasch Resistenzen gegen Rifampicin, den

Wirkstoff von Rifampicin-FATOL® 450 mg. Daher muss Rifampicin-FATOL® 450 mg immer mit

mindestens einem weiteren gegen Tuberkulose wirksamen Arzneimittel kombiniert werden (siehe

auch Abschnitt 3. „Wie ist Rifampicin-FATOL® 450 mg einzunehmen?“). Eine Ausnahme hiervon

stellt

Vorbeugung

(Prophylaxe)

Meningokokken-Hirnhautentzündung

dar,

welcher

Rifampicin in einer hohen Dosis über einen Zeitraum von nur 2 Tagen allein eingesetzt wird.

Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme oder Anwendung anderer Arzneimittel. Denn Rifampicin,

Wirkstoff

Rifampicin-FATOL®

kann

Stoffwechsel

dieser

Arzneimittel

beeinflussen bzw. der Stoffwechsel von Rifampicin selbst kann beeinflusst werden. Vor allem bei

Einnahme/Anwendung von Arzneimitteln, die Wirkstoffe mit enger therapeutischer Breite (enger

Nachbarschaft

Wirkung

Nebenwirkungen)

enthalten,

muss

Beginn

oder

nach

Absetzen einer Therapie mit Rifampicin-FATOL® 450 mg die Dosierung dieser Arzneimittel

eventuell angepasst werden. Halten Sie in jedem Fall Rücksprache mit dem behandelnden

Arzt, um eine korrekte Dosierung gleichzeitig eingenommener/angewendeter Arzneimittel

sicherzustellen

und

Wechselwirkungen,

die

schlimmstenfalls

lebensbedrohlich

sein

können,

zu

vermeiden

(siehe

auch

Abschnitt

„Rifampicin-FATOL®

darf

nicht

eingenommen

werden“

„Einnahme

Rifampicin-FATOL®

anderen

Arzneimitteln“).

Paracetamol

Im Falle einer gleichzeitigen Verabreichung von Rifampicin und Paracetamol kann es zu einer

Leberschädigung

durch

üblicherweise

unschädliche

Dosen

Paracetamol

kommen.

Verabreichung von Paracetamol unter Rifampicintherapie sollte daher nur unter strenger Nutzen-

Risiko-Abschätzung und unter besonderer Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt 2. „Einnahme von

Rifampicin-FATOL® 450 mg mit anderen Arzneimitteln“).

Vitamin D

Rifampicin

beeinträchtigt

Vitamin

D-Stoffwechsel.

Symptome

einer

Erkrankung

Knochen sind erst bei längerer Rifampicingabe (> 1 Jahr) zu erwarten. Sollte Ihnen zusätzlich

Vitamin

verabreicht

werden,

wird

Arzt

regelmäßige

Kontrollen

Calcium-

Phosphatspiegel sowie der Nierenfunktion durchführen.

Kontrazeption

Wenn Sie orale hormonale Kontrazeptiva (‘Pille’) zur Empfängnisverhütung anwenden, ist die

empfängnisverhütende Wirkung oraler hormonaler Kontrazeptiva aufgrund der Wechselwirkung

zwischen Rifampicin und den Wirkstoffen der Kontrazeptiva (‘Pille’) gestört. Unter der Therapie

Rifampicin-FATOL®

müssen

daher

zusätzlich

andere

nicht

hormonale,

kontrazeptive Maßnahmen anwenden (siehe Abschnitt 2. „Einnahme von Rifampicin-FATOL®

450 mg mit anderen Arzneimitteln“).

Hepatotoxizität (erhöhtes Risiko von Leberschäden), Unterernährung, Alkoholismus

Bei etwa 5 - 20 % der Behandelten ist ein Anstieg der Leberwerte (Transaminasen) feststellbar.

Verbleiben die Leberwerte unter einem bestimmten Richtwert (Transaminasenwerte < 100 U/l)

kann

trotz

Fortsetzung

Therapie

wieder

Normalisierung

Werte

kommen.

Übersteigen

Leberwerte

Richtwert

(Transaminasenanstieg

über

U/l,

2-fache

Bilirubinkonzentration

über

Normwert

entsprechender

klinischer

Symptomatik)

muss

Rifampicin-FATOL® 450 mg abgesetzt werden, da tödlicher Leberschwund (Leberdystrophien)

beobachtet worden ist. Nach Unterbrechung der Therapie und Rückgang der Symptome kann

eine Weiterbehandlung unter Beachtung der einschleichenden Dosierung möglich sein.

Bei leichteren oder chronischen Leberfunktionsstörungen darf Rifampicin-FATOL® 450 mg nur

unter strenger Nutzen-Risiko-Abschätzung angewendet werden.

Patienten

regelmäßigem

Alkoholkonsum

oder

Alkoholmissbrauch

kann

eine

Vorschädigung der Leber bestehen bzw. ist damit zu rechnen.

Unterernährte oder ältere Patienten sind vor allem gefährdet, hinsichtlich des Auftretens von

Nebenwirkungen wie Gelbsucht (Ikterus) bzw. einer Lebervergrößerung (Hepatomegalie).

Rifampicin besitzt ein lebertoxisches Potential. Bei allen Patienten, insbesondere bei den

genannten Risikogruppen und wenn Sie die üblichen Kombinationspartner von Rifampicin wie

Isoniazid und Pyrazinamid einnehmen, müssen regelmäßige Leberenzym- und Bilirubinkontrollen

durchgeführt werden, um eine mögliche Schädigung der Leber aufgrund des lebertoxischen

Potentials der genannten Arzneimittel frühzeitig erkennen zu können.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Es können leichte Überempfindlichkeitsreaktionen wie beispielsweise Fieber, Hautrötungen,

Jucken (Pruritus) oder Nesselsucht (Urtikaria) auftreten. Nach Unterbrechung der Therapie und

Rückgang der Symptome kann eine Weiterbehandlung unter Beachtung der einschleichenden

Dosierung möglich sein.

Rifampicin-FATOL®

sofort

endgültig

abzusetzen,

beim

Auftreten

schwerwiegender

Komplikationen

Blutplättchenmangel

(Thrombozytopenie),

sich

eventuell auch als Nasenbluten äußern kann, Hautblutungen (Purpura), Blutarmut (hämolytische

Anämie), Atemnot (Dyspnoe), asthmaartigen Anfällen, Schock und Nierenversagen

und bei

schweren

allergischen

Hautreaktionen

blasenförmiger

Abhebung

Haut

(toxische

epidermale

Nekrolyse/Lyell

Syndrom,

exfoliative

Dermatitis)

(siehe

Abschnitt

„Welche

Nebenwirkungen sind möglich?“). Wenn bei Ihnen während der Behandlung mit Rifampicin-

FATOL® 450 mg oben genannte Symptome auftreten, kontaktieren Sie bitte sofort einen Arzt.

Bei der Wiederaufnahme einer Behandlung mit Rifampicin-FATOL® 450 mg nach kurzer oder

längerer

Unterbrechung

können

akute

Überempfindlichkeitsreaktionen

grippeähnlichen

Erscheinungen

(“Flu-Syndrom”)

Schock

oder

Nierenversagen

(hyperergische

Sofortreaktion)

eintreten.

Deshalb

wird

dringend

empfohlen,

Wiederaufnahme

nach

Unterbrechung und bei Wiederholung einer Behandlung Rifampicin einschleichend zu dosieren.

Das Flu-Syndrom wird fast ausschließlich bei nicht täglicher (intermittierender) bzw. nach nicht

regelmäßiger Rifampicin-Einnahme beobachtet und tritt umso häufiger auf, je höher die einzelnen

Dosen und je länger das dazwischenliegende Intervall waren. Es tritt meist 3 bis 6 Monate nach

Beginn einer intermittierenden Therapie auf und äußert sich in Symptomen wie Kopfschmerzen

allgemeinem

Schwächegefühl,

Fieber,

Schüttelfrost,

entzündlichem

Hautausschlag

(Exanthem), Übelkeit, Erbrechen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Die Symptome treten 1

bis 2 Stunden nach der Einnahme auf und dauern bis zu 8 Stunden, in Einzelfällen darüber

hinaus, an (siehe Abschnitt 3. “Wie ist Rifampicin-FATOL® 450 mg einzunehmen?” und 4. “

Welche Nebenwirkungen sind möglich?”). Es kann in fast allen Fällen durch Wechsel von der

intermittierenden auf die tägliche Rifampicineinnahme zum Verschwinden gebracht werden.

Bei Wiederaufnahme der Therapie nach Unterbrechung, beim Wechsel von der intermittierenden

auf die tägliche Einnahme und bei Wiederholung der Therapie muss Rifampicin einschleichend

dosiert werden (siehe Abschnitt 3. “Wie ist Rifampicin-FATOL® 450 mg einzunehmen?” und 4.

“Welche Nebenwirkungen sind möglich?”).

Ein unbegründeter

eigenmächtiger

Therapieabbruch

und ein Neubeginn der Therapie ohne

ärztliche Kontrolle sind deshalb sehr risikoreich. Halten Sie also in jedem Fall zuerst Rücksprache

mit Ihrem Arzt, wenn Sie eine Änderung, einen Abbruch oder einen Wiederbeginn der Therapie

wünschen.

Porphyrie

Wenn Sie eine genetische Veranlagung für das Auftreten einer Porphyrie (Stoffwechselstörung

bzgl. Vorstufen des roten Blutfarbstoffs) tragen, sind besondere Vorsichtsmaßnahmen notwendig,

und Sie sollten den Rat eines Porphyrie-Experten einholen.

Wirkung auf Magen-Darm-Trakt

Wenn bei Ihnen während oder nach der Therapie mit Rifampicin-FATOL® 450 mg schwere

wässrige Durchfälle, die mit Fieber oder Bauchschmerzen einhergehen können, auftreten, dann

können

dies

Symptome

einer

pseudomembranösen

Enterokolitis

(schwere,

durch

eine

Antibiotika-Behandlung ausgelöste Darmerkrankung) sein, die lebensbedrohlich sein kann. In

diesen

sehr

seltenen

Fällen

Rifampicin-FATOL®

sofort

abzusetzen

eine

angemessene Behandlung einzuleiten. Arzneimittel, die die Darmbewegung (Peristaltik) hemmen,

dürfen nicht eingenommen werden. Wenn bei Ihnen während oder nach der Behandlung mit

Rifampicin-FATOL® 450 mg oben genannte Symptome auftreten, kontaktieren Sie bitte sofort

einen Arzt.

Wirkung auf Körperflüssigkeiten

Da Rifampicin, der Wirkstoff von Rifampicin-FATOL® 450 mg, eine intensiv bräunlich rote

Eigenfarbe hat, kann es nach Einnahme von Rifampicin-FATOL® 450 mg zu einer Verfärbung

von Körperflüssigkeiten wie Speichel, Schweiß, Tränenflüssigkeit und der Ausscheidungsprodukte

Urin und Stuhl kommen. Außerdem ist z. B. auch eine dauerhafte gelb-orange Verfärbung von

weichen Kontaktlinsen und Kleidung möglich.

Wirkung auf die Nierenfunktion

regelmäßige

Kontrolle

Nierenfunktion

Serumkreatinin-Bestimmung)

Anwendung von Rifampicin-FATOL® 450 mg erforderlich.

Akutes

Nierenversagen,

eine

akute

Nierenentzündung

(interstitielle

Nephritis)

sowie

Gewebezerfall an den Nierenkanälchen (Tubulusnekrosen) können während der Therapie mit

Rifampicin-FATOL®

auftreten

(siehe

Abschnitt

„Welche

Nebenwirkungen

sind

möglich?“). Ein sofortiger und endgültiger Therapieabbruch ist in solchen Fällen erforderlich. Im

Allgemeinen kommt es nach Absetzen der Therapie zu einer Normalisierung der Nierenfunktion.

Wirkung auf das Blut

Regelmäßige

Blutbildkontrollen

müssen

durchgeführt

werden,

unter

Therapie

Rifampicin-FATOL® 450 mg unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf Blut und Blutbestandteile

auftreten können (siehe auch Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“)

Schwangerschaft und postnatale Phase

Bei der Einnahme von Rifampicin in den letzten Wochen der Schwangerschaft kann das Risiko

von Blutungen nach der Geburt bei der Mutter aufgrund einer durch den Geburtsvorgang

erhöhten Blutungsneigung und beim Neugeborenen aufgrund einer noch unzureichenden

Vitamin K-Versorgung und dadurch unzureichender Produktion von Gerinnungsfaktoren erhöht

sein.

Daher

sind

regelmäßige

Kontrollen

Blutbildes

erforderlich

sowie

auch

Bestimmung der Gerinnungsparameter.

Eine Behandlung mit Vitamin K kann in solchen Fällen angezeigt sein (siehe Abschnitt 2.

„Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit“).

Diagnosemittel und Laborwerte

Laborwerte

Mikrobiologische Bestimmungen von Vitamin B

und Folsäure sind nicht verwertbar. Rifampicin

kann

kompetitiv

Bromsulfophthaleinausscheidung

hemmen

damit

eine

Leberfunktionsstörung vortäuschen. Der Bromsulfophthalein-Test zur Prüfung der exkretorischen

Leberfunktion kann daher während der Therapie mit Rifampicin nicht angewandt werden.

Rifampicin

verursacht

falsch-positive

Ergebnisse

einem

biologischen

Testverfahren

Bestimmung von Opiaten (Schmerzmittel) im Urin.

Röntgenkontrastmittel

Rifampicin kann die Gallenausscheidung von Röntgenkontrastmitteln, die für die Gallenblasen-

untersuchung verwendet werden, verzögern.

Meningokokken-Resistenz:

Wegen

möglicher

Resistenzentwicklung

Meningokokken

(Entwicklung

unempfindlicher

Bakterien)

gegen

Rifampicin

sind

Kontaktpersonen,

vorbeugend

Rifampicin

zwecks

Verhinderung

einer

Meningokokken-Meningitis

(durch

Meningokokken

verursachte

Hirnhautentzündung) behandelt werden, sorgfältig bezüglich des tatsächlichen Auftretens einer

Meningokokken-Hirnhautentzündung zu überwachen.

Einnahme von Rifampicin-FATOL® 450 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich

andere

Arzneimittel

eingenommen/angewendet

haben

oder

beabsichtigen

andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Rifampicin, der Wirkstoff von Rifampicin-FATOL® 450 mg beeinflusst die Verstoffwechselung

(Metabolismus) zahlreicher, gleichzeitig verabreichter Wirkstoffe über verschiedene biologische

Mechanismen, wobei die Anregung (Induktion) des arzneimittelabbauenden Systems der Leber im

Vordergrund steht.

Dies führt in den meisten Fällen dazu, dass diese Substanzen schneller durch die Leber abgebaut

werden, wodurch deren Wirksamkeit herabgesetzt oder verkürzt werden kann.

Auch Rifampicin selbst (der Wirkstoff von Rifampicin-FATOL® 450 mg) wird bei gleichzeitiger

Gabe

bestimmter

anderer

Wirkstoffe

seinem

Stoffwechsel

beeinflusst,

dass

Auswirkungen auf die Wirksamkeit und Sicherheit der Anwendung von

Rifampicin-FATOL®

450 mg kommen kann.

Halten Sie in jedem Fall Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, wenn Sie Arzneimittel

aus einer der nachfolgend aufgeführten Arzneistoffgruppen bzw. Arzneimittel, die einen

der nachfolgend aufgeführten Arzneistoffe enthalten, einnehmen/anwenden oder wenn Sie

dies beabsichtigen. Durch die gleichzeitige Einnahme/Anwendung kann es nämlich zu

Wechselwirkungen, die schlimmstenfalls lebensbedrohlich sein können, mit Rifampicin,

dem Wirkstoff in Rifampicin-FATOL® 450 mg kommen (siehe auch Abschnitt 2. „Was

sollten Sie vor der Einnahme von Rifampicin-FATOL® 450 mg beachten?“).

Aufgrund der Vielzahl der Wechselwirkungen von Rifampicin mit anderen Arzneimitteln werden im

Folgenden die bekannten und klinisch relevanten Wechselwirkungspartner tabellarisch dargestellt.

In Spalte 1 werden Wirkstoffgruppen und/oder dazugehörige Wirkstoffe/Arzneimittel aufgeführt.

Die Unterstreichung kennzeichnet den durch Rifampicin beeinflussten Wirkstoff. Wird Rifampicin

durch einen Wirkstoff beeinflusst ist es durch einen Bindestrich getrennt in der ersten Spalte der

Tabelle zusammen mit dem beeinflussenden Wirkstoff aufgeführt und unterstrichen. Sollte in

einer Aufzählung kein Wirkstoff unterstrichen sein, handelt es sich hierbei um keine direkte

Wechselwirkung bei dem ein Wirkstoff beeinflusst wird, sondern hier wird zum Ausdruck gebracht,

dass eine allgemeine Reaktion (z. B. Lebertoxizität) oder ein körpereigener Stoff durch diese

Wechselwirkung beeinflusst werden.

In Spalte 2 werden die gegenseitigen Auswirkungen der Wirkstoffgruppen/Wirkstoffe auf einander

beschrieben.

▲: Steigt

▼: Sinkt

AUC: Fläche unter der Kurve (Größe für die Verfügbarkeit im Körper)

: Maximale Wirkstoffkonzentration im Blut

: Zeit zwischen der Einnahme und dem Erreichen von c

: Halbwertszeit

In Spalte 3 wird die klinische Konsequenz angegeben.

Wirkstoffgruppe/

Wirkstoff

Wechselwirkung

Klinische Konsequenz

ACE-Hemmer (Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks)

Enalapril

Spirapril

Plasmakonzentration der

aktiven

Stoffwechselprodukte von

Enalapril und Spirapril ▼

Überwachung des Blutdrucks,

ggf. Dosisanpassung von

Enalapril und Spirapril

Adsorbentien (Arzneimittel zur Bindung von Substanzen und Giften)

Aktivkohle-Rifampicin

Aufnahme von

Rifampicin ▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen,

Wirkungsverlust von

Rifampicin möglich

Alpha-1-Antagonisten (Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks)

Bunazosin

Plasmakonzentration und

AUC von Bunazosin ▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen,

Wirkungsverlust von

Bunazosin wahrscheinlich

Analgetika

(Schmerzmittel)

Diclofenac

AUC und c

Diclofenac ▼

Wirkungsverlust von

Diclofenac möglich,

Überwachung wird empfohlen

Opioide-Rifampicin (wie z. B.

Morphin, Fentanyl, Buprenorphin,

Methadon, Codein)

Verstoffwechselung der

Opioide wird durch

Rifampicin beschleunigt,

Bioverfügbarkeit von

Rifampicin kann verringert

sein

Zeitlich versetzte Einnahme

wird empfohlen, enge

Überwachung, Dosiserhöhung

der Opioide u.U. notwendig

Paracetamol

Rifampicin kann den

Abbau von Paracetamol

beschleunigen, erhöhtes

Risiko von Leberschäden

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, enge

Überwachung

Anästhetika (Narkosemittel)

Alfentanil

Abbau von Alfentanil ist

beschleunigt (ca. 3-fach)

Wirkungsverlust von

Alfentanil möglich, ggf.

Dosisanpassung von

Alfentanil notwendig

Ropivacain

Elimination von Ropivacain

durch Aktivierung der

Stoffwechsel-Enzyme

beschleunigt, t

und AUC

von Ropivacain ▼

Geringer Einfluss auf die

Qualität und Dauer der

Lokalanästhesie, da die

Aktivierung der Stoffwechsel-

Enzyme durch Rifampicin erst

auftritt, wenn Ropivacain in

den Blutkreislauf eintritt

Angiotensin-II-Rezeptor Antagonisten (Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks)

Losartan

Abbau von Losartan und

seinem aktiven

Stoffwechselprodukten

Blutdruck

sollte

überwacht

werden

durch Rifampicin

beschleunigt, AUC von

Losartan ▼ (um 35 %), t

Losartan▼ (um 50 %),

oraler Abbau von Losartan

ist ebenfalls erhöht

Antihelminthika (Arzneimittel zur Behandlung von Wurminfektionen)

Praziquantel

Plasmakonzentration von

Praziquantel ▼

Kontrolle der

Praziquantelspiegel empfohlen

Antiarrhythmika (Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen)

Amiodaron

Chinidin

Disopyramid

Lorcainid

Propafenon

Tocainid

Plasmakonzentration von

Antiarrhythmika kann

durch Rifampicin verringert

sein

Herzrhythmuskontrolle

angezeigt; ggf.

Dosisanpassung der

Antiarrythmika notwendig

Digitoxin

Digoxin

Plasmakonzentration von

Digitoxin und Digoxin kann

durch Rifampicin verringert

sein

Engmaschige kardiale

Kontrolle und

Serumspiegelbestimmung der

Herzglykoside, ggf.

Dosisanpassungen von

Digitoxin und Digoxin

notwendig

Antiasthmatika (Arzneimittel zur Vorbeugung und Behandlung von Bronchialasthma)

Theophyllin

Abbau von Theophyllin

wird durch Rifampicin

beschleunigt

Serumspiegelkontrolle von

Theophyllin, insbesondere bei

Therapiebeginn- und ende,

ggf. Dosisanpassung von

Theophyllin nötig

Antibiotika (Arzneimittel zur Behandlung von Infektionskrankheiten)

Pyrazinamid

Erhöhtes Risiko von

Leberschäden

Überwachung der

Leberfunktion

Cotrimoxazol (Trimethoprim /

Sulfamethoxazol)-Rifampicin

Clearance (Maß für die

Ausscheidung) von

Rifampicin ist verringert,

Plasmalevel, AUC und c

Erhöhtes Risiko von

Leberschäden, Überwachung

der Leberfunktion

von Rifampicin erhöht

Clarithromycin

Plasmakonzentration von

Clarithromycin ▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen,

Wirkungsverlust von

Clarithromycin möglich

Chloramphenicol

Doxycyclin

Plasmakonzentration von

Doxycyclin und

Chloramphenicol ▼

Wirkungsverlust von

Doxycyclin und

Chloramphenicol,

Dosiserhöhung von Doxycyclin

und Chloramphenicol

notwendig

Ciprofloxacin

Moxifloxacin

Abbau von Moxifloxacin

und Ciprofloxacin

beschleunigt

Keine Dosisanpassung

notwendig

Dapson

Abbau von Dapson

beschleunigt

Wirkungsverlust von Dapson

möglich, ggf. Dosiserhöhung

von Dapson

Linezolid

AUC und c

Linezolid durch Rifampicin

herabgesetzt

Wirkungsverlust von Linezolid

möglich

Metronidazol

Abbau von Metronidazol

beschleunigt, AUC ▼

Wirkungsverlust von

Metronidazol möglich, ggf.

Dosisanpassung von

Metronidazol

Telithromycin

AUC ▼(um 86 %), c

(um 79 %) von

Telithromycin

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, eine

Therapie mit Telithromycin

sollte frühestens zwei Wochen

nach Ende der Rifampicin-

FATOL® 450 mg - Therapie

erfolgen

Anticholinergika

Darifenacin

Abbau

Darifenacin

wird

durch

Rifampicin

beschleunigt

Wirkungsverlust von

Darifenacin möglich, ggf.

Dosisanpassung von

Darifenacin nötig

Antidepressiva (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen)

Amitriptylin

Nortriptylin

Plasmakonzentration von

Amitriptylin und Nortriptylin ▼

Wirkungsverlust vom

Amitriptylin und Nortriptylin

möglich; Dosisanpassung von

Amitriptylin und Nortriptylin

möglicherweise notwendig

Citalopram

Abbau von Citalopram wird

durch Rifampicin

beschleunigt

Verschlechterung der

Kontrolle der neurologischen

Grunderkrankung möglich

Mirtazapin

erhöhte Clearance

(Funktion für die

Ausscheidung) von

Mirtazapin

Wirkungsverlust von

Mirtazapin möglich, ggf.

Dosiserhöhung von Mirtazapin

nötig

Sertralin

Verstoffwechselung von

Sertralin ▲

Wirkungsverlust und

verstärkte Angstsymptomatik

möglich; ggf. Dosiserhöhung

von Sertralin nötig

Antidiabetika (Arzneimittel gegen Diabetes mellitus)

Insulin und Derivate

Sulfonylharnstoffe

Biguanide

Glinide

DPP4-Hemmer

Wirkung der Antidiabetika

kann durch Rifampicin

sowohl verstärkt als auch

vermindert sein

Überwachung des

Blutglukosespiegels, ggf.

Dosisanpassung der

Antidiabetika notwendig

Antiepileptika (Arzneimittel gegen Epilepsie)

Carbamazepin

Verstoffwechselung von

Carbamazepin wird durch

Rifampicin beschleunigt

Enge klinische Überwachung

notwendig,

Carbamazepinspiegelbe-

stimmung notwendig,

ggf. Dosisanpassung von

Carbamazepin nötig

Lamotrigin

AUC und t

Lamotrigin ist durch

Rifampicin herabgesetzt ▼

Wirkungsverlust von

Lamotrigin möglich, ggf.

Dosiserhöhung von Lamotrigin

notwendig

Phenytoin

Verstoffwechselung von

Phenytoin wird durch

Rifampicin beschleunigt

Enge Überwachung

notwendig, besonders bei

Therapiebeginn und -ende,

Bestimmung der

Phenytoinplasmalevel,

ggf.

Dosisanpassung

Phenytoin

Valproinsäure

Rifampicin erhöht die

Clearance (Funktion der

Ausscheidung) und verringert

dadurch die

Plasmakonzentration von

Valproinsäure

Enge Überwachung

notwendig, besonders bei

Therapiebeginn und -ende,

ggf. Dosisanpassung von

Valproinsäure notwendig

Antihistaminika (Arzneimittel gegen Allergien)

Cimetidin

Ranitidin

Abbau von Cimetidin und

Ranitidin beschleunigt

Wirkungsverlust von Cimetidin

und Ranitidin möglich

Fexofenadin

Oraler Abbau von

Fexofenadin beschleunigt,

verringerte

Plasmakonzentration von

Fexofenadin, aber terminale

und renale Clearance

(Funktion der Ausscheidung)

unverändert

Wirkungsverlust von

Fexofenadin möglich

Antikoagulantien (Arzneimittel zur Blutverdünnung)

Rivaroxaban

Plasmakonzentration von

Rivaroxaban ▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen,

Dosiserhöhung von

Rivaroxaban notwendig

Apixaban

Dabigatran

Plasmakonzentration von

Apixaban und Dabigatran

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen

Phenprocoumon, Warfarin und

andere Cumarine

Verstoffwechselung wird

durch Rifampicin

beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme

sollte vermieden werden,

Wirkungsverlust von

Phenprocoumon, Warfarin

und anderen Cumarinen

möglich, engmaschige

Kontrolle der Quick- und

INR Werte, insbesondere

bei Therapiebeginn und

-ende;

ggf. Dosisanpassung von

Phenprocoumon, Warfarin

und anderen Cumarinen

nötig

Antimykotika (Arzneimittel gegen Pilzinfektionen)

Caspofungin

Plasmakonzentration von

Caspofungin ▼

Wirkungsverlust von

Caspofungin, Dosiserhöhung

von Caspofungin notwendig

Fluconazol

AUC, c

Plasmakonzentration von

Fluconazol durch Rifampicin

herabgesetzt

Alternatives Antimykotikum

sollte verwendet werden,

Wirkungsverlust von

Fluconazol möglich, enge

Überwachung, ggf.

Dosisanpassung von

Fluconazol nötig

Itraconazol

Ketoconazol

AUC, c

Plasmakonzentration von

Itraconazol und

Ketoconazol herabgesetzt

Gleichzeitige Anwendung wird

nicht empfohlen

Voriconazol

und AUC von

Voriconazol um 93 % bzw.

96 % herabgesetzt

Therapieversagen

kontraindiziert (siehe

Abschnitt 2. “Rifampicin-

FATOL® 450 mg darf nicht

eingenommen werden“)

Terbinafin

Clearance (Funktion der

Ausscheidung) von

Terbinafin ist erhöht

Dosisanpassung nicht

notwendig

Antiprotozoika (Arzneimittel gegen Parasiteninfektionen)

Atovaquon

Plasmakonzentration von

Atovaquon ist um 52 %

verringert

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen

Chinin

Abbau von Chinin

Überwachung der

beschleunigt, t

von Chinin

Chininspiegel und kardiale

Kontrolle notwendig,

insbesondere auch bei

Therapieende mit Rifampicin-

FATOL® 450 mg, ggf.

Dosiserhöhung von Chinin

notwendig

Chloroquin

Rifampicin kann

Verstoffwechselung von

Chloroquin beschleunigen

Wirkungsverlust von

Chloroquin möglich, enge

Überwachung notwendig

Mefloquin

Plasmakonzentration von

Mefloquin ▼ um 19 %

Wirkungsverlust von Mefloquin

möglich, ggf. Dosisanpassung

von Mefloquin notwendig, enge

Überwachung auch nach

Absetzen von Rifampicin-

FATOL® 450 mg, Risiko der

Mefloquin

Resistenzentwicklung ▲

Beta-Blocker (Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks)

Atenolol

Bisoprolol

Carvedilol

Celiprolol

Metoprolol

Nadolol

Talinolol

Teratolol

Möglicherweise andere Beta-

Blocker, die in der Leber abgebaut

werden

Plasmakonzentration von

Beta-Blockern kann durch

Rifampicin verringert sein

Kardiale Kontrolle angezeigt;

ggf. Dosisanpassung der Beta-

Blocker notwendig

Calciumantagonisten (Arzneimittel

zur Behandlung von Bluthochdruck, koronarer

Herzkrankheit und Herzrhythmusstörungen)

Diltiazem

Lercanidipin

Manidipin

Nifedipin

Nilvadipin

Plasmakonzentration der

Calciumantagonisten ▼

Wirkungsverlust der

Calciumantagonisten möglich;

sofern eine Dosisanpassung

der Calciumantagonisten

erforderlich ist, ist auf eine

Nisoldipin

Verapamil

erneute Anpassung nach

Absetzen der von Rifampicin-

FATOL® 450 mg zu achten

Chemokinrezeptor-5-Antagonist (Arzneimittel gegen HIV-Infektionen)

Maraviroc

um 66 % und AUC um

63 % von Maraviroc durch

Rifampicin herabgesetzt

Enge Überwachung nötig,

Wirkungsverlust von Maraviroc

möglich, Dosisanpassung von

Maraviroc erforderlich

COX-2-Inhibitoren (Entzündungshemmer)

Celecoxib

Etoricoxib

Rofecoxib

Verstoffwechselung von

Celecoxib, Etoricoxib und

Rofecoxib wird durch

Rifampicin beschleunigt

Überwachung, ggf.

Dosisanpassung von

Celecoxib, Etoricoxib und

Rofecoxib nötig; auf eine

erneute Anpassung nach

Absetzen Rifampicin-

FATOL® 450 mg ist zu

achten

Endothelinantagonisten (Arzneimittel gegen Lungenbluthochdruck)

Bosentan

Aufnahme und

Verstoffwechselung von

Bosentan werden beeinflusst;

zu Beginn der Therapie

steigen die Bosentan-

Talspiegel nach erster

Rifampicin-Gabe verstärkt an,

im steady-state (Zeitpunkt

des Erreichens einer

konstanten Konzentration im

Blut) überwiegt der Einfluss

von Rifampicin auf den

Metabolismus von Bosentan,

wodurch die

Plasmakonzentration

verringert wird

Enge Überwachung,

Leberfunktionstests notwendig

Entzündungshemmer

Sulfasalazin

Verringerte

Wirkungsverlust von

Plasmakonzentration von

Sulfapyridin, einem

Stoffwechselprodukt von

Sulfasalazin

Sulfasalazin möglich,

Überwachung notwendig

Glucocorticoide

Budesonid

Plasmakonzentration von

Budesonid kann durch

Rifampicin verringert sein

Enge Überwachung, Wirkung

von Budesonid kann

herabgesetzt sein

Cortison

Dexamethason

Fludrocortison

Hydrocortison

Methylprednisolon

Prednison

Prednisolon

Plasmakonzentration von

Cortison, Dexamethason,

Fludrocortison,

Hydrocortison,

Methylprednisolon,

Prednison und Prednisolon

kann durch Rifampicin

verringert sein

Enge Überwachung; ggf.

Dosisanpassung der

Glucocorticoide bei

Therapiebeginn und -ende

erforderlich

Hormonale Kontrazeptiva (Arzneimittel zur Empfängnisverhütung)

Norethisteron

Mestranol

Ethinylestradiol

Abbau der Kontrazeptiva

durch Rifampicin

beschleunigt

Reduzierte Wirksamkeit;

zusätzliche nicht-hormonelle

empfängnisverhütende

Maßnahmen empfohlen,

Abweichungen bei der

Menstruation möglich

Hormone

Levothyroxin

Plasmakonzentration von

Levothyroxin ▼,

Thyreotropinlevel ▲

Überwachung der

Thyreotropinspiegel wird

empfohlen, ggf.

Dosisanpassung von

Levothyroxin bei

Therapiebeginn und

-ende mit Rifampicin-FATOL®

450 mg nötig

5-HT

3

-Antagonisten (Arzneimittel gegen Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen)

Ondansetron

Plasmakonzentration von

Ondansetron ▼

Antiemetischer Effekt kann

herabgesetzt sein, ggf.

Dosisanpassung von

Ondansetron nötig

Hypnotika (Schlafmittel)

Zaleplon

Zolpidem

Zopiclon

Plasmalevel von Zaleplon,

Zolpidem und Zopiclon▼

Wirkungsverlust von Zaleplon,

Zolpidem und Zopiclon

möglich, Überwachung nötig

Immunmodulatoren (Arzneimittel zur Beeinflussung des Immunsystems)

Bacillus Calmette-Guérin-Impfstoff

Wirkungsverlust des

Impfstoffs (auch bei

Anwendung gegen

Blasenkarzinom)

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen

Interferon beta-1a

Erhöhtes Risiko von

Leberschäden

Enge Überwachung,

Leberfunktionstests, wenn ALT

>5-fach über normal, wird eine

Dosisreduktion von Interferon

beta-1a empfohlen, welche

nach Normalisierung der ALT-

Werte wieder gesteigert

werden kann

Immunsuppressiva (Arzneimittel zur Verminderung der Funktion des Immunsystems)

Azathioprin

Tacrolimus

Abbau von Azathioprin und

Tacrolimus durch Rifampicin

beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Risiko einer

Transplantatabstoßung

besteht

Ciclosporin

Everolimus

Temsirolimus

Eliminierung von Ciclosporin,

Everolimus und Temsirolimus

wird durch Rifampicin

beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Risiko einer

Transplantatabstoßung

besteht, wenn gleichzeitige

Anwendung notwendig, dann

enge Überwachung der

Plasmalevel und

Dosisanpassung von

Ciclosporin, Everolimus und

Temsirolimus

Sirolimus

Mycophenolat

Abbau von Sirolimus und

Mycophenolat durch

Rifampicin beschleunigt,

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen; Risiko einer

Transplantatabstoßung

▼ und AUC ▼ von

Sirolimus und Mycophenolat

besteht; wenn gleichzeitige

Anwendung notwendig, dann

enge Überwachung der

Plasmalevel und

Dosisanpassung von Sirolimus

und Mycophenolat erforderlich

Leflunomid / Teriflunomid

Plasmakonzentration des

aktiven

Stoffwechselproduktes von

Leflunomid ist um ca. 40 %

durch Rifampicin erhöht,

durch die lange t

Leflunomid Anreicherung

möglich

Erhöhtes Risiko von

Leberschäden, periphere

Neuropathie

(Nervenschädigung),

Immunsuppression

(eingeschränktes

Immunsystem) und

Myelosuppression (Form der

Nervenschädigung),

Leberenzyme und Bilirubin

sollten vor Beginn der

Leflunomidtherapie gemessen

werden und dann mind.

monatlich für die ersten 6

Monate der Therapie und dann

im Abstand von 6 - 8 Wochen,

Patienten mit

Leberfunktionsstörungen oder

erhöhten Transaminasewerten

(ALT > 2-fach normal) sollten

Leflunomid nicht einnehmen,

Therapieabbruch bei ALT> 3-

fach normal, Eliminierung des

aktiven Leflunomid-

Metaboliten mit Cholestyramin

oder Aktivkohle, wöchentliche

Kontrollen, ggf. Waschung

wiederholen

Integrasehemmer (Arzneimittel gegen Virusinfektionen)

Raltegravir

AUC ▼, c

▼ von

Raltegravir

Wirkungsverlust von

Raltegravir, Dosiserhöhung

von Raltegravir ist erforderlich

Kontrastmittel (Arzneimittel zur Unterstützung bildgebender Verfahren)

Röntgenkontrastmittel (z. B. für die

Gallenblasenuntersuchung)

Gallenausscheidung von

Röntgenkontrastmitteln kann

durch Rifampicin verzögert

sein

Test sollte vor der

morgendlichen Einnahme von

Rifampicin-FATOL® 450 mg

durchgeführt werden

Lipidsenker (Arzneimittel zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen)

Fluvastatin

Verstoffwechselung von

Fluvastatin wird durch

Rifampicin beschleunigt,

von Fluvastatin (um

59 %) ▼

Wirkungsverlust von

Fluvastatin möglich, enge

Überwachung, ggf.

Dosiserhöhung von

Fluvastatin erforderlich

Simvastatin

Plasmakonzentration und

Bioverfügbarkeit von

Simvastatin durch

Rifampicin verringert, c

(um 90%) ▼, AUC (um

87%) ▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen,

Wirkungsverlust von

Simvastatin wahrscheinlich,

bei Therapie: enge

Überwachung,

Dosisanpassung nötig

Pravastatin

Orale Bioverfügbarkeit von

Pravastatin kann durch

Rifampicin in einigen

Patienten verringert sein

Wirkungsverlust von

Pravastatin möglich, enge

Überwachung, ggf.

Dosiserhöhung von

Pravastatin erforderlich

Atorvastatin

Plasmakonzentration und

Bioverfügbarkeit von

Atorvastatin durch

Rifampicin verringert, AUC

(um 78 %) ▼

Wirkungsverlust von

Atorvastatin möglich, enge

Überwachung, Einnahme von

Rifampicin-FATOL® 450 mg

und Atorvastatin zum gleichen

Zeitpunkt empfohlen, um

Wechselwirkungen zu

verringern

Ezetimib

Wirkung von Ezetimib

kann durch Rifampicin

herabgesetzt sein

Wirkungsverlust von Ezetimib

möglich, enge Überwachung

Neuroleptika (Arzneimittel zur Behandlung von Psychosen)

Clozapin

Plasmakonzentration von

Wirkungsverlust von Clozapin

Quetiapin

Clozapin und Quetiapin durch

Rifampicin verringert

und Quetiapin möglich; enge

Überwachung des

neurologischen Status

erforderlich,

Serumspiegelbestimmung von

Clozapin und Quetiapin

empfohlen, ggf.

Dosisanpassung von Clozapin

und Quetiapin notwendig

Haloperidol

Verstoffwechselung von

Haloperidol wird durch

Rifampicin beschleunigt

Wirkungsverlust von

Haloperidol möglich;

engmaschiges Monitoring des

neurologischen Status

erforderlich, ggf.

Dosisanpassung von

Haloperidol

Risperidon

Plasmakonzentration von

Risperidon ▼, AUC (um

72 %) , c

(um 50%) ▼

Wirkungsverlust von

Risperidon möglich, enge

Überwachung erforderlich

Nicht-nucleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI) (Arzneimittel gegen

Virusinfektionen)

Etravirin

Nicht untersucht

Nur in Kombination mit

kontraindizierten

Proteaseinhibitoren

zugelassen

kontraindiziert (siehe

Abschnitt 2. “Rifampicin-

FATOL® 450 mg darf nicht

eingenommen werden“)

Delavirdin

Nevirapin

Plasmakonzentration und

AUC von Delavirdin und

Nevirapin herabgesetzt

Nicht kompensierbarer

Wirkungsverlust der Reverse-

Transkriptasehemmer

kontraindiziert

(siehe Abschnitt 2.

“Rifampicin-FATOL® 450 mg

darf nicht eingenommen

werden“)

Efavirenz

und AUC von

Efavirenz ist durch

Rifampicin verringert,

erhöhtes Risiko von

Leberschäden

Ggf. Dosiserhöhung von

Efavirenz; enge Überwachung

der Efavirenzspiegel,

Leberfunktionstests vor und

während der Behandlung

erforderlich

Abacavir

Plasmakonzentration von

Abacavir möglicherweise

leicht durch Rifampicin

reduziert

Klinische Relevanz nicht

bekannt

Zidovudin

(um 43 %) ▼ und

AUC (um 47 %) ▼ von

Zidovudin

Enge Überwachung der

Zidovudinwirkung erforderlich,

Wirkungsverlust möglich,

wenn Zidovudin in einem

funktionierenden

antiretroviralen

Therapieregime verwendet

wird, ist die Dosisanpassung

häufig nicht notwendig,

Entscheidung sollte von einem

HIV-Experten getroffen

werden

Opioidantagonisten (Arzneimittel zur Wirkungsaufhebung von Opioiden)

Naltrexon

Erhöhtes Risiko von

Leberschäden

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden,

Leberfunktionstests

erforderlich

Osteoporosemittel (Arzneimittel zur Behandlung von Knochenschwund)

Cinacalcet

Verstoffwechselung von

Cinacalcet möglicherweise

beschleunigt

Wirkungsverlust von

Cinacalcet möglich, ggf.

Dosisanpassung von

Cinacalcet erforderlich

Phosphodiesterase-4-Hemmer (Arzneimittel zur Behandlung der chronisch obstruktiven

Lungenerkrankung)

Roflumilast

und AUC von

Roflumilast und Roflumilast

N-Oxide sind durch

Rifampicin herabgesetzt

Gleichzeitige Einnahme sollte

aufgrund der starken

Interaktion mit Rifampicin

vermieden werden, enge

Überwachung, ggf.

Dosisanpassung von

Roflumilast

Proteaseinhibitoren (Arzneimittel gegen Virusinfektionen)

Amprenavir

Atazanavir

Darunavir

Fosamprenavir

Indinavir

Lopinavir

Ritonavir

Saquinavir

Tipranavir

Bioverfügbarkeit (AUC) der

Proteaseinhibitoren ist

durch Rifampicin

herabgesetzt ▼

Nicht kompensierbarer

Wirkungsverlust der

Proteaseinhibitoren

kontraindiziert

(siehe Abschnitt 2.

“Rifampicin-FATOL® 450 mg

darf nicht eingenommen

werden“)

Selektive Östrogen-Rezeptor Modulatoren (SERM) (Arzneimittel zur Behandlung von

Brustkrebs)

Tamoxifen

und AUC von

Tamoxifen sind durch

Rifampicin, um 55 % bzw.

86 % herabgesetzt

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, enge

Überwachung, ggf.

Dosisanpassung von

Tamoxifen

Toremifen

und AUC von

Toremifen sind durch

Rifampicin um 55 % bzw.

87 % herabgesetzt

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, enge

Überwachung, regelmäßige

Messung der Elektrolyte,

Blutbild, Leberfunktionstest,

ggf. Dosisanpassung von

Toremifen

Thrombozytenaggregationshemmer (Arzneimittel zur Verhinderung von Blutgerinnseln)

Clopidogrel

Rifampicin führt zu einer

verstärkten Aktivierung

und Wirkung von

Clopidogrel

Enge Überwachung nötig,

Blutgerinnungshemmender

Effekt von Clopidogrel wird

verstärkt, erhöhte

Blutungsneigung

Tranquillanzien (Psychopharmaka mit beruhigender Wirkung)

Benzodiazepine (wie z. B.

Diazepam, Midazolam, Triazolam)

Verstoffwechselung der

Benzodiazepine kann durch

Rifampicin beschleunigt sein

Enge Überwachung, ggf.

Dosisanpassung der

Benzodiazepine notwendig

Buspiron

Plasmakonzentration und t

von Buspiron▼

Anxiolytischer Effekt von

Buspiron kann herabgesetzt

sein, enge Überwachung, ggf.

Dosisanpassung von Buspiron

Urikosurika (Arzneimittel zur Steigerung der Harnsäureausscheidung)

Probenecid-Rifampicin

Plasmakonzentration von

Rifampicin kann durch

Probenecid in einigen

Patienten erhöht sein,

erhöhtes Risiko von

Leberschäden

Überwachung der

Leberfunktionswerte

Vitamine

Vitamin D

Plasmakonzentration von

Vitamin D wird durch

Rifampicin reduziert

Symptomatische Erkrankung

der Knochen erst bei längerer

Rifampicingabe (> 1Jahr) zu

erwarten; im Falle einer

Supplementierung mit Vitamin

D sind Kontrollen der Serum-

Calciumspiegel, der Serum-

Phosphatspiegel sowie der

Nierenfunktion erforderlich,

ggf. Dosisanpassung von

Vitamin D erforderlich

Zytostatika (Arzneimittel zur Behandlung von Krebs)

Bendamustin

Plasmalevel von

Bendamustin werden durch

Rifampicin verringert,

während die Plasmalevel der

Enge Überwachung

notwendig, erhöhte

Konzentration der

Bendamustin Metabolite

aktiven Metabolite von

Bendamustin durch

Rifampicin erhöht werden

könnte zu einer veränderten

Wirkung von Bendamustin

führen und Risiko von

Nebenwirkungen erhöhen

Bexaroten

Plasmakonzentration von

Bexaroten kann

möglicherweise durch

Rifampicin verringert sein

Überwachung notwendig

Clofarabin

Erhöhtes Risiko von

Leberschäden

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, enge

Überwachung der

Leberfunktion erforderlich

Gefitinib

Verstoffwechselung von

Gefitinib wird durch

Rifampicin beschleunigt

Enge Überwachung, ggf.

Dosisanpassung von Gefitinib

erforderlich

Imatinib

AUC und c

von Imatinib

durch Rifampicin um 74 %

bzw. 54 % verringert

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden,

Wirkungsverlust von Imatinib

wahrscheinlich

Irinotecan

Abbau von Irinotecan durch

Rifampicin beschleunigt, AUC

von Irinotecan (aktive

Metabolite) ▼

Wirkungsverlust von Irinotecan

möglich, ggf. Dosisanpassung

von Irinotecan erforderlich

Methotrexat

Erhöhtes Risiko von

Leberschäden

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden,

Leberfunktionstests

erforderlich

Pazopanib

Verstoffwechselung von

Pazopanib wird durch

Rifampicin beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden,

Wirkungsverlust von

Pazopanib möglich

Thioguanin

Erhöhtes Risiko von

Leberschäden

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden,

Leberfunktionstests notwendig

Einnahme

von

Rifampicin-FATOL®

450

mg

zusammen

mit

Nahrungsmitteln

und

Getränken

Während der Behandlung mit Rifampicin-FATOL® 450 mg sollten Sie keinen Alkohol trinken.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beab-

sichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Frauen im gebärfähigen Alter / Kontrazeption (Empfängnisverhütung)

Während der Therapie mit Rifampicin muss das Eintreten einer Schwangerschaft vermieden

werden (zur "Pille" siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Schwangerschaft

Bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft darf Rifampicin während der ersten drei Monate

der Schwangerschaft nur bei unbedingter Notwendigkeit eingenommen werden, da eine Erhöhung

des Fehlbildungsrisikos nicht auszuschließen ist. Danach darf Rifampicin nur nach strenger

Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Bei Anwendung in den letzten Wochen der Schwangerschaft kann Rifampicin nach der Geburt zu

einer erhöhten Blutungsneigung bei Mutter und Neugeborenem führen, weshalb Vitamin K-Gaben

erforderlich sein können (siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Bei einer unter Rifampicin-Therapie eingetretenen Schwangerschaft liegt keine Notwendigkeit für

einen Schwangerschaftsabbruch vor.

Stillzeit

Rifampicin wird in die Muttermilch ausgeschieden, allerdings wird angenommen, dass die durch

den Säugling aufgenommenen Konzentrationen zu gering sind, um beim Säugling unerwünschte

Wirkungen zu erzeugen.

Die Anwendung von Rifampicin-Fatol® 450 mg in der Stillzeit sollte dennoch nur nach strenger

Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses erfolgen.

Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Es gibt nach Tierversuchen mit Ratten keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Zeugungs-

und/oder Gebärfähigkeit.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses

Arzneimittel

kann

auch

bestimmungsgemäßem

Gebrauch

durch

möglicherweise

auftretende Nebenwirkungen das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur

aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne

sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt im verstärkten Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Dieses Arzneimittel enthält Sorbitol.

Bitte nehmen Sie Rifampicin-FATOL® 450 mg erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn

Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern

leiden.

3. Wie ist Rifampicin-FATOL® 450 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach der Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Bei

Tuberkulose

im

Rahmen

der

Standardtherapie

gelten

die

folgenden,

Körpergewichts-bezogenen Dosierungen für eine 1x tägliche Anwendung:

Altersgruppe

Tagesdosis

in mg/kg Körpergewicht

(KG)

Zur Beachtung

Erwachsene

≥ 18 Jahre

10 (8 - 12)

Die Tagesdosis bei

Erwachsenen ≥ 18 Jahre

sollte nicht unter 450 mg

liegen und 600 mg nicht

überschreiten.

Jugendliche ≥ 12 bis < 18

Jahre

10 (8 - 12)

Die Tagesdosis sollte 600 mg

bei Jugendlichen ≥ 12 und <

18 Jahren nicht

überschreiten.

Kinder ≥ 6 bis < 12 Jahre

15 (10 - 20)

Die Tagesdosis sollte 600 mg

bei Kindern ≥ 6 und < 12

Jahre nicht überschreiten.

Es besteht die Möglichkeit die Filmtablette zu teilen, um individuelle Dosierungen abzudecken. Ihr

Arzt wird darauf achten, dass die Anzahl der einzunehmenden Tabletten so gering wie möglich ist.

Mit den Arzneimitteln in den Wirkstoffstärken 300 mg, 450 mg und 600 mg kann ihr Arzt die

Körpergewichts-bezogenen Dosierungsempfehlungen in den genannten Altersgruppen und allen

zugehörigen Körpergewichten nahtlos ohne Stückelung umsetzen, ohne die Dosierungsbereiche

zu über- oder unterschreiten.

Erwachsene ≥ 18 Jahre mit einem Körpergewicht von 37,5 kg – 56,25 kg

1 x 1 Filmtablette Rifampicin-FATOL® 450 mg/Tag

Jugendliche ≥ 12 bis < 18 Jahre mit einem Körpergewicht von 37,5 kg – 56,25 kg

1 x 1 Filmtablette Rifampicin-FATOL® 450 mg/Tag

Für Jugendliche mit einem Körpergewicht zwischen 50 kg und 56,25 kg steht für eine höhere

Dosierung innerhalb des Dosierungsbereiches Rifampicin-FATOL® in der Wirkstoffstärke 600 mg

zur Verfügung.

Kinder ≥ 6 bis < 12 Jahre mit einem Körpergewicht von 22,5 kg – 45 kg

1 x 1 Filmtablette Rifampicin-FATOL® 450 mg/Tag

Für Kinder dieser Altersgruppe mit einem Körpergewicht von 20 kg – 30 kg steht für eine

niedrigere

Dosierung

innerhalb

Dosierungsbereichs

Rifampicin-FATOL®

Wirkstoffstärke 300 mg zur Verfügung.

Für Kinder dieser Altersgruppe mit einem Körpergewicht von 30 kg – 45 kg steht Rifampicin-

FATOL®

Wirkstoffstärke

für

eine

höhere

Dosierung

innerhalb

Dosierungsbereiches zur Verfügung.

Kinder ≥ 3 Monate bis < 6 Jahre

Rifampicin-FATOL® ist als feste orale Darreichungsform (Filmtablette) zur Einnahme für Kinder ≥

3 Monate bis < 6 Jahre nicht geeignet. Für diese Altersgruppe steht der Wirkstoff in geeigneter

Darreichungsform und Wirkstoffstärke als Sirup zur Verfügung.

Kinder < 3 Monaten

Aufgrund unzureichender Daten für den Wirkstoff Rifampicin kann für Kleinkinder unter 3 Monaten

keine Dosierungsempfehlung gegeben werden.

Ältere Menschen:

Siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“

Nicht tägliche Einnahme (intermittierende Behandlung):

Hinweis:

Es wird empfohlen, die Medikamente zur Therapie der Tuberkulose täglich über den gesamten

Therapiezeitraum einzunehmen, da dieses Vorgehen eine maximale Therapiesicherheit garantiert.

Eine Behandlung der Tuberkulose, in welcher die verordneten Arzneimittel nicht täglich, sondern

größeren

Abständen

eingenommen

werden

(intermittierende

Behandlung),

soll

begründeten Ausnahmefällen eingesetzt werden und nur dann, wenn die Krankheitserreger gegen

üblicherweise

eingesetzten

Standardantibiotika

empfindlich

sind.

Behandlung

sollte

überwacht erfolgen.

Vorbeugung

(Prophylaxe)

der

Meningokokken-Hirnhautentzündung

(Meningokokken-

Meningitis)

Kinder ≥ 6 bis < 12 Jahre und Jugendliche ≥ 12 bis < 18 Jahre über 60 kg Körpergewicht und

Erwachsene ≥ 18 Jahre:

2-mal täglich 600 mg über 2 Tage

Hierfür steht Rifampicin-FATOL® 600 mg in geeigneter Wirkstoffstärke zur Verfügung.

Kinder ≥ 6 bis < 12 Jahre und Jugendliche ≥ 12 bis < 18 Jahren unter 60 kg Körpergewicht:

2 x 10 mg/kg Körpergewicht pro Tag über 2 Tage

Hierfür steht Rifampicin-FATOL® in geeigneten Wirkstoffstärken zur Verfügung. Rifampicin-

FATOL®

Filmtabletten

können

unter

Ausnutzung

ihrer

Teilbarkeit

für

Dosisberechnung hinzukombiniert werden.

Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion:

Bei leichteren Leberfunktionsstörungen (wie überstandener akuter Leberentzündung, positivem

Antigen-Antikörper Nachweis für Hepatitis B und C, Alkoholmissbrauch) entscheidet Ihr Arzt,

ob eine Behandlung mit Rifampicin-FATOL® 450 mg erfolgt. Bei zwingend erforderlicher

Behandlung

sollte

unter

engmaschiger

Kontrolle

Leberfunktion

Rifampicin-

Blutspiegel die Therapie mit einschleichender Dosierung, d. h. Steigerung von 75 mg/d auf 450

- 600 mg/d in 3 bis 7 Tagen (Erwachsenen) begonnen und fortgesetzt werden.

Wenn Sie unter schweren Leberfunktionsstörungen leiden, dürfen Sie Rifampicin-FATOL® 450

mg nicht einnehmen (siehe Abschnitt 2. " Rifampicin-FATOL® 450 mg darf nicht eingenommen

werden“).

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:

Wenn Sie unter einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden, können Sie Rifampicin-FATOL®

unter der Voraussetzung, dass Ihre Leberfunktion normal ist, ohne Dosisanpassung einnehmen.

Dies gilt auch, wenn Sie Dialysepatient sind.

Dosierung bei gleichzeitig eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion:

Bei leichteren Leberfunktionsstörungen kann Ihr Arzt auch bei eingeschränkter Nierenfunktion

entscheiden,

noch

einer

verminderten

Dosis

Rifampicin-FATOL®

behandeln. In diesem Fall wird Ihr Arzt jedoch Ihre Blutspiegel von Rifampicin bestimmen sowie

Ihre Leberfunktion engmaschig kontrollieren.

Wenn Sie unter einer in stärkerem Maße eingeschränkten Leberfunktion leiden, dürfen Sie

Rifampicin-FATOL® 450 mg unabhängig von der Nierenfunktion nicht einnehmen (siehe Abschnitt

2. " Rifampicin-FATOL® 450 mg darf nicht eingenommen werden“).

Art der Anwendung:

Um eine optimale Wirkstoffaufnahme während der Tuberkulose-Therapie oder der Meninigitis-

Prophylaxe zu gewährleisten, wird empfohlen, die Rifampicin-Dosen auf nüchternen Magen, d. h.

mindestens 1/2 Stunde vor oder 2 Stunden nach der Mahlzeit mit Flüssigkeit einzunehmen.

Bei eventueller Magenunverträglichkeit kann die Gabe auch nach einer leichten Mahlzeit erfolgen,

ohne dass dadurch die Wirksamkeit wesentlich beeinträchtigt wird.

Tuberkulosetherapie

Bei der Tuberkulose-Therapie wird zudem empfohlen, die Tagesgesamtdosis von Rifampicin

zusammen

anderen

Tuberkulose-Arzneimitteln

einer

morgendlichen

Einmalgabe

einzunehmen.

Meningitis-Prophylaxe

Bei der Meningitis-Prophylaxe wird die Dosis 2-mal täglich über 2 Tage verabreicht.

Dauer der Anwendung:

Im Rahmen der Standardtherapie der Tuberkulose wird Rifampicin in der 8-wöchigen Initialphase

weiteren

antimykobakteriell

wirksamen

Antiinfektiva

Isoniazid,

Pyrazinamid

Ethambutol

sich

anschließenden

4-monatigen

Kontinuitätsphase

Isoniazid

allein

kombiniert.

Therapieregime

Tuberkulose,

denen dem

Ergebnis

Resistenztestung

entsprechend die Kombinationspartner von Rifampicin modifiziert werden müssen, müssen in

unterschiedlichem Ausmaß verlängert werden, so dass sich auch der Einsatz von Rifampicin

verlängert.

Nur zur Prophylaxe der Meningokokken-Meningitis bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

wird

Rifampicin

Monotherapie in erhöhter

Dosis

über

einen Zeitraum

2 Tagen

verabreicht.

Wenn Sie eine größere Menge Rifampicin-FATOL® 450 mg eingenommen haben, als sie

sollten:

Folgende Symptome sind nach einer akuten Überdosierung beschrieben worden:

Übelkeit,

Erbrechen

(Verfärbung

Mageninhalts),

Juckreiz,

Schmerzen

gesamten Bauchbereich, Gallestau (Cholestase),

Haut, Lederhaut des Auges sowie Schleimhäute können eine gelb-orange Verfärbung

aufweisen,

andere Ausscheidungen wie Urin und Stuhl sind möglicherweise verfärbt,

extremer

Überdosierung

kommt

Unruhe,

Atemnot,

beschleunigtem

Herzschlag, allgemeinen Krämpfen und Atem- sowie Herzstillstand.

Informieren Sie in jedem Fall so schnell wie möglich einen Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von Rifampicin-FATOL® 450 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Setzen Sie die Behandlung mit Rifampicin-FATOL® 450 mg ohne eine zusätzliche Gabe mit

der verordneten Dosis fort.

Wenn Sie die Einnahme von Rifampicin-FATOL® 450 mg abbrechen

Selbst nach einer spürbaren Besserung des Befindens ist die Behandlung unbedingt zu Ende

zu führen, da nur so eine vollständige Beseitigung der Erreger gewährleistet ist.

Bei dennoch vorgenommener Unterbrechung der Behandlung fragen Sie vor Wiederaufnahme

der Behandlung unbedingt einen Arzt, da unter Umständen mit schweren Komplikationen zu

rechnen ist (siehe auch Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Dosisanpassung von Rifampicin-FATOL® 450 mg bei Wiederaufnahme der Therapie:

Wiederbeginn

Gabe

Rifampicin-FATOL®

nach

einer

Behandlungsunterbrechung

im Rahmen der täglichen Behandlung der Tuberkulose sollte

einschleichend

erfolgen.

Erwachsene

erhalten

ersten

schrittweiser

Steigerung auf 450 bis 600 mg über 3 - 7 Tage. Zu Risiken bei Wiederaufnahme der

Therapie

Rifampicin

(Flu-Syndrom)

siehe

auch

Abschnitt

„Warnhinweise

Vorsichtsmaßnahmen“ und Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Als häufigste Nebenwirkung einer Rifampicin-Therapie ist eine Veränderung der Leberwerte (v.

a. Anstieg der Transaminasenaktivität) beschrieben, die in der Regel klinisch nicht relevant ist

und sich unter fortgeführter Therapie zurückbildet. Sehr selten kann es aber auch zum Auf-

treten einer symptomatischen Leberentzündung (Hepatitis) kommen, die in schweren Fällen

einen tödlichen Verlauf haben kann.

Weitere

häufige

Nebenwirkungen

einer

Rifampicin-Therapie

sind

Überempfindlich-

keitsreaktionen sowie Beschwerden des Magen-Darm-Traktes.

Bewertung

Nebenwirkungen

werden

folgende

Häufigkeitsangaben

zugrunde

gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen:

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Vermehrung

bestimmter

weißer

Blutkör-

perchen (Eo-

sinophilie),

Funktionsstö-

rung des Kno-

chenmarks

(Knochen-

marksdepressi

-on) mit z. B.

Verminderung

der wei-

ßen/roten

Blut-

körperchen

Blutplättchen

(Leukopenie,

Granulozyto-

penie), Blut-

plättchenman-

gel (Throm-

bozytopenie),

Blutplättchen-

mangel mit

Hautblutungen

(thrombozyto-

penische Pur-

pura), Mangel

eines

bestimmten

Blutgerin-

nungsfaktors

(Hypo-

prothrominä-

mie),

Blutarmut

(hämolytische

Anämie), ver-

streut auftre-

tende Gerin-

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht bekannt

nungsstörung

innerhalb der

Blutgefäße

(disseminierte

intravasale

Koa-

gulopathie)

Erkrankungen des Immunsystems

Leichte

Überempfindli

chkeits-

reaktionen

[Fieber,

Erythema

exsudativum

multiforme

(Hauterkran-

kung mit

Erosionen und

Blasenbildung

), Juckreiz

(Pruritus),

Nesselsucht

(Urtikaria)]

Schwere

Überempfindli

chkeits-

reaktionen wie

Atemnot,

asthmaartige

Anfälle,

Lungenödem,

andere

Ödeme, bis

hin zum

anaphylak-

tischen

Schock

(plötzlich,

lebens-

bedrohliche

allergische

Allgemein-

reaktionen)

Lupus-

ähnliches

Syndrom

(Entzünd-

ungskrank-

heit),

Flu-

Syndrom

schwere

allergische

Hautreak-

tionen wie

toxische

epidermale

Nekrolyse

(Lyell-

Syndrom)

exfoliative

Dermatitis

Endokrine Erkrankungen

Menstrua-

tionsstörungen

Addison-Krise

bei Addison-

Patienten

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Porphyrie (siehe

Abschnitt 2.

„Warnhinweise

und Vorsichts-

maßnahmen")

Psychiatrische Erkrankungen

Verwirrtheit,

Psychosen

Erkrankungen des Nervensystems

Bewegungs-

störungen

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht bekannt

(Ataxie),

Konzentra-

tionsunfähig-

keit,

Kopfschmer-

zen,

Müdigkeit,

Schwindel,

Parästhesien

(Erkrank-

ungen der

Nervenen-

digungen)

Augenerkrankungen

Sehstörungen,

Verlust der

Sehfähigkeit

(Visusverlust),

Entzündungen

des Sehnervs

(Optikusneuri-

tis)

Bräunlich-rote

Verfärbung der

Tränenflüssig-

keit

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Appetitlosig-

keit, Magen-

schmerzen,

Übelkeit,

Erbrechen,

Blähungen,

Durchfall

Akute Bauch-

speicheldrü-

senentzün-

dung

(Pankreatitis)

Antibiotika-

ausgelöste

Darmentzün-

dung

(pseudo-

membranöse

Entero-

kolitis),

Durchfall

durch

Clostridium

difficile

Leber- und Gallenerkrankungen

Erhöhung von

Leberenzymen

en wie SGOT

(AST), SGPT

(ALT),

alkalischer

Phosphatase,

Gamma-

Glutamyltrans-

peptidase

Gelbsucht

(Ikterus),

Lebervergröße

rung

(Hepatomega-

Erhöhung von

Bilirubin im

Blutserum (La-

borwert zur

Leberkon-

trolle)

Akute Leber-

entzündung

[Hepatitis (in

schweren

Fällen

tödlicher

Verlauf

möglich)]

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Muskeler-

krankungen

Muskel-

schwäche

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Nicht bekannt

(Myopathien)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nierenfunk-

tionsstörungen

Akutes

Nierenver-

sagen

Akute

Nierenentzün-

dung

(Interstitielle

Nephritis),

Gewebezerstö-

rung in

bestimmten

Bereichen der

Niere

(Tubulusne-

krosen)

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Blutungen nach

der Geburt bei

der Mutter und

Neugeborenen

mit Fieber, Schwächegefühl, Muskel- und Gelenkschmerzen und dem Auftreten antinukleärer Antikörper

in Zusammenhang mit intermittierender bzw. nach nicht regelmäßiger Rifampicineinnahme, ähnliche

Symptomatik wie lupusähnliches Syndrom (siehe auch Abschnitt 2.)

in Zusammenhang mit einer antituberkulösen Kombinationstherapie von Rifampicin und anderen Mitteln

beobachtet, Reaktionen konnten nicht sicher einem Wirkstoff zugeordnet werden

infolge der Beeinflussung des Stoffwechsels der Steroidhormone durch Rifampicin

durch Eigenfarbe des Rifampicins bedingt und unbedenklich (siehe auch Abschnitt 2.)

meist vorübergehender Natur

bei Anwendung während der letzten Schwangerschaftswochen (siehe auch Abschnitt 2.)

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Rifampicin-FATOL® 450 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

dürfen

dieses

Arzneimittel

nach

Umkarton

nach

„Verwendbar

bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen:

Blisterpackungen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Nicht über 25

°C lagern.

Entsorgen Sie das Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Rifampicin-FATOL® 450 mg enthält:

Der Wirkstoff ist: Rifampicin

1 Filmtablette Rifampicin-FATOL® 450 mg enthält:

450 mg Rifampicin

Die sonstigen Bestandteile sind:

Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (pflanzlich, Ph. Eur.),

Hochdisperses

Siliciumdioxid,

Sorbitol

(Ph.

Eur.),

Hypromellose,

Macrogol

6000,

Propylenglycol, Eisen(III)-oxid (E 172), Titandioxid (E 171)

Wie Rifampicin-FATOL® 450 mg aussieht und Inhalt der Packung:

Rifampicin-FATOL® 450 mg ist eine rotbraune, beidseitig gewölbte, runde Filmtablette mit

Bruchkerbe auf einer Seite. Eine Teilung in 2 gleiche Hälften ist möglich.

OP 10 Filmtabletten

OP 30 Filmtabletten

OP 100 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:

RIEMSER Pharma GmbH

An der Wiek 7

17493 Greifswald - Insel Riems

phone +49 38351 76-0

fax +49 38351 308

email info@RIEMSER.com

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2014.

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Rifampicin-FATOL® 450 mg, Filmtabletten

Wirkstoff: Rifampicin

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Filmtablette Rifampicin-FATOL® 450 mg enthält 450 mg Rifampicin.

Enthält Sorbitol. (Siehe 4.4)

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe, Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Rotbraune, beidseitig gewölbte, runde Filmtablette mit einseitiger Bruchkerbe.

Die Filmtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1. Anwendungsgebiete

– alle Formen der Tuberkulose mit Erregerempfindlichkeit gegen Rifampicin

– Prophylaxe der Meningokokken-Meningitis

Die allgemein anerkannten Richtlinien zum angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung

von Rifampicin-FATOL® 450 mg zu berücksichtigen.

4.2. Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Für die Tuberkulosetherapie gelten die folgenden, Körpergewichts-bezogenen Dosierungen für eine 1x tägliche Anwendung:

Altersgruppe

Tagesdosis in

mg/kg

Körpergewicht

(KG)

Zur Beachtung

Erwachsene ≥ 18 Jahre

10 (8 - 12)

Die Tagesdosis bei Erwachsenen ≥ 18 Jahren sollte nicht unter

450 mg liegen und 600 mg nicht überschreiten.

Jugendliche ≥ 12 bis <

18 Jahre

10 (8 - 12)

Die Tagesdosis sollte 600 mg bei Jugendlichen ≥ 12 und < 18

Jahren nicht überschreiten.

Kinder ≥ 6 bis < 12

Jahre

15 (10 - 20)

Die Tagesdosis sollte 600 mg bei Kindern ≥ 6 und < 12 Jahre nicht

überschreiten.

Es besteht die Möglichkeit die Filmtablette zu teilen, um individuelle Dosierungen abzudecken. Aus Compliancegründen sollte

jedoch darauf geachtet werden, dass die Anzahl der einzunehmenden Tabletten so gering wie möglich gehalten wird.

Arzneimitteln

Wirkstoffstärken

können

Körpergewichts-bezogenen

Dosierungsempfehlungen in den genannten Altersgruppen und allen zugehörigen Körpergewichten nahtlos ohne Stückelung

umgesetzt werden, ohne die Dosierungsbereiche zu über- oder unterschreiten.

Erwachsene ≥ 18 Jahre mit einem Körpergewicht von 37,5 kg – 56,25 kg

1 x 1 Filmtablette Rifampicin-FATOL® 450 mg/Tag

Jugendliche ≥ 12 bis < 18 Jahre mit einem Körpergewicht von 37,5 kg – 56,25 kg

1 x 1 Filmtablette Rifampicin-FATOL® 450 mg/Tag

Für Jugendliche mit einem Körpergewicht zwischen 50 kg und 56,25 kg steht für eine höhere Dosierung innerhalb des

Dosierungsbereiches Rifampicin-FATOL® in der Wirkstoffstärke 600 mg zur Verfügung.

Kinder ≥ 6 bis < 12 Jahre mit einem Körpergewicht von 22,5 kg – 45 kg

1 x 1 Filmtablette Rifampicin-FATOL® 450 mg/Tag

Für Kinder dieser Altersgruppe mit einem Körpergewicht von 20 kg – 30 kg steht für eine niedrigere Dosierung innerhalb des

Dosierungsbereichs Rifampicin-FATOL® in der Wirkstoffstärke 300 mg zur Verfügung.

Für Kinder dieser Altersgruppe mit einem Körpergewicht von 30 kg – 45 kg steht Rifampicin-FATOL® in der Wirkstoffstärke 600

mg für eine höhere Dosierung innerhalb des Dosierungsbereiches zur Verfügung.

Kinder ≥ 3 Monate bis < 6 Jahre

Rifampicin-FATOL® ist als feste orale Darreichungsform (Filmtablette) zur Einnahme für Kinder ≥ 3 Monate bis < 6 Jahre nicht

geeignet. Für diese Altersgruppe steht der Wirkstoff in geeigneter Darreichungsform und Wirkstoffstärke als Sirup zur

Verfügung.

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

Kinder < 3 Monaten

Aufgrund unzureichender Daten für den Wirkstoff Rifampicin kann für Kleinkinder unter 3 Monaten keine Dosierungsempfehlung

gegeben werden.

Ältere Patienten

Siehe Abschnitt 4.4

Intermittierende Therapie bei Tuberkulose

wird

empfohlen,

Medikamente

Therapie

Tuberkulose

täglich

über

gesamten

Therapiezeitraum

verabreichen, da dieses Vorgehen eine maximale Therapiesicherheit garantiert.

intermittierende

Therapie

Tuberkulose

wird

für

Deutschland

nicht

empfohlen.

Falls

sich

eine

tägliche

Medikamentengabe

zwingenden

Gründen

nicht

realisieren

lässt,

sollte

intermittierende

Therapie

Kontinuitätsphase und nur bei HIV negativen Patienten mit voll medikamentensensibler Tuberkulose und als überwachte

Therapie erfolgen.

Prophylaxe der Meningokokken-Meningitis:

Kinder ≥ 6 bis < 12 Jahre und Jugendliche ≥ 12 bis < 18 Jahre über 60 kg Körpergewicht und Erwachsene ≥ 18 Jahre:

2-mal täglich 600 mg über 2 Tage

Hierfür steht Rifampicin-FATOL® 600 mg in geeigneter Wirkstoffstärke zur Verfügung.

Kinder ≥ 6 bis < 12 Jahre und Jugendliche ≥ 12 bis < 18 Jahren unter 60 kg Körpergewicht:

2 x 10 mg/kg Körpergewicht pro Tag über 2 Tage

Hierfür steht Rifampicin-FATOL® in geeigneten Wirkstoffstärken zur Verfügung. Rifampicin-FATOL® 150 mg Filmtabletten

können unter Ausnutzung ihrer Teilbarkeit für die Dosisberechnung hinzukombiniert werden.

Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion:

hepatischen

Vorerkrankungen,

einer

überstandenen

akuten

Hepatitis,

positiver

Antigen-Antikörper-Nachweis für

Hepatitis B und C oder ein Alkoholabusus, kann Rifampicin-FATOL® 450 mg in normaler Dosierung angewendet werden. Eine

einschleichende Dosierung, beginnend mit 75 mg/d Rifampicin, welches bis auf 450 - 600 mg/d (Erwachsene) über 3 - 7 Tage

gesteigert wird, sollte in Betracht gezogen werden. Wöchentliche bzw. mehrfach wöchentliche Kontrollen der entsprechenden

Laborparameter in den ersten Monaten sind nötig da ein erhöhtes Risiko von Leberschädigungen besteht (siehe auch Abschnitt

4.4). Liegen die Serumtransaminasewerte bereits vor der Tuberkulosetherapie 3-fach über dem Normwert, sollte eine Therapie

mit nur einem oder zwei hepatotoxischen Antituberkulotika erwogen werden.

Bei schweren Leberfunktionsstörungen ist

Rifampicin-FATOL® 450 mg kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann Rifampicin-FATOL® unter der Voraussetzung, dass die Leberfunktion

normal ist, ohne Dosisanpassung verabreicht werden. Dies gilt auch für Dialysepatienten (siehe Abschnitt 5.2).

Dosierung bei gleichzeitig vorliegender eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion:

Bei gleichzeitig vorliegender leichter Einschränkung der Leberfunktion (unter gleichzeitiger Beachtung zusätzlicher individueller

Patientenmerkmale, siehe oben und Abschnitt 4.4) und eingeschränkter Nierenfunktion kann eine Therapie mit Rifampicin unter

Serumspiegelbestimmungen sowie engmaschiger Kontrolle der Leberfunktion durchgeführt werden.

Bei stärker eingeschränkter Leberfunktion ist Rifampicin unabhängig von der Nierenfunktion kontraindiziert (siehe Abschnitt

4.3).

Dosierung nach Therapieunterbrechung:

Der Wiederbeginn der Gabe von Rifampicin-FATOL® 450 mg nach einer Therapieunterbrechung im Rahmen der täglichen

Therapie der Tuberkulose sollte einschleichend erfolgen.

Erwachsene erhalten am ersten Tag 75 mg mit sukzessiver Steigerung auf bis zu 450 - 600 mg über 3 - 7 Tage. Zu Risiken bei

Wiederaufnahme der Therapie mit Rifampicin (Flu-Syndrom) siehe auch Abschnitt 4.4.

Art der Anwendung

Um eine optimale Resorption während der Tuberkulose-Therapie oder der Meningitis-Prophylaxe zu gewährleisten, wird

empfohlen, die Rifampicin-Dosen auf nüchternen Magen, d. h. mindestens 1/2 Stunde vor oder 2 Stunden nach der Mahlzeit mit

Flüssigkeit einzunehmen.

Bei eventueller Magenunverträglichkeit kann die Gabe auch nach einer leichten Mahlzeit erfolgen, ohne dass dadurch die

Wirksamkeit wesentlich beeinträchtigt wird.

Wegen

raschen

bakteriellen

Resistenzentwicklung

Monotherapie

Rifampicin

Ausnahme

Meningitis-

Prophylaxe immer Bestandteil einer Kombinationstherapie (siehe Abschnitt 4.4).

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

Tuberkulose-Therapie

Bei der Tuberkulose-Therapie wird empfohlen, die Tagesgesamtdosis von Rifampicin zusammen mit den Kombinationspartnern

in einer morgendlichen Einmalgabe einzunehmen.

Meningitis-Prophylaxe

Bei der Meningitis-Prophylaxe wird die Dosis 2-mal täglich über 2 Tage verabreicht.

Dauer der Anwendung

Rahmen

Standardtherapie

Tuberkulose

wird

Rifampicin

8-wöchigen

Initialphase

weiteren

antimykobakteriell wirksamen Antiinfektiva wie Isoniazid, Pyrazinamid und Ethambutol in der sich anschließenden 4-monatigen

Kontinuitätsphase

Isoniazid

allein

kombiniert.

Therapieregime

Tuberkulose,

denen

Ergebnis

Resistenztestung

entsprechend

Kombinationspartner

Rifampicin

modifiziert

werden

müssen,

müssen

unterschiedlichem Ausmaß verlängert werden, so dass sich auch der Einsatz von Rifampicin verlängert.

Prophylaxe

Meningokokken-Meningitis

Kindern,

Jugendlichen

Erwachsenen

wird

Rifampicin

Monotherapie in erhöhter Dosis über einen Zeitraum von nur 2 Tagen verabreicht.

4.3. Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Rifampicin, gegen andere Rifamycine oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Schwere

Leberfunktionsstörungen

(Child

Pugh

Verschlussikterus,

akute

Hepatitis,

Leberzirrhose,

Gallengangsobstruktion.

Gleichzeitige Therapie mit den Proteaseinhibitoren Amprenavir, Atazanavir, Darunavir, Fosamprenavir, Indinavir, Lopinavir,

Nelfinavir, Tipranavir und Saquinavir – mit wie auch ohne Ritonavir (siehe Abschnitt 4.4 und 4.5).

Gleichzeitige

Therapie mit

potenziell leberschädigenden

Breitspektrum-Triazol-Antimykotikum

Voriconazol

(siehe

Abschnitt 4.5).

4.4. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Durch Rifampicin - Monotherapie wird eine rasche Resistenzentwicklung (Einstufen-Resistenz) bei Mykobakterien und anderen

Erregern hervorgerufen (siehe Abschnitt 5.1). Um die Entwicklung und Verbreitung von Bakterienstämmen mit Rifampicin-

Resistenz

verhindern,

Rifampicin

immer

mindestens

einem

weiteren

Antibiotikum/Chemotherapeutikum

kombinieren.

Lediglich zur Meningitis-Prophylaxe wird Rifampicin in einer hohen Dosis über nur 2 Tage (siehe Abschnitt 4.2) in Monotherapie

angewendet.

Gleichzeitige Anwendung von Rifampicin mit anderen Arzneimitteln (siehe Abschnitt 4.5):

Aufgrund einer Induktion des arzneimittelabbauenden Systems kann Rifampicin den Metabolismus gleichzeitig verabreichter

Arzneimittel beeinflussen. Es ist auch eine Beeinflussung der Verstoffwechselung von Rifampicin selbst durch gleichzeitig

verabreichte Arzneimittel möglich.

Bei Beginn, aber auch bei Beendigung einer Rifampicintherapie kann es daher notwendig werden, die Dosis gleichzeitig

verabreichter Arzneimittel, vor allem solcher mit enger therapeutischer Breite, anzupassen – abhängig vom Einfluss des

Rifampicins auf deren Metabolismus (siehe Abschnitt 4.5).

Proteaseinhibitoren

Die gleichzeitige Therapie von Rifampicin mit Proteaseinhibitoren (sowohl in Form von Monoarzneimitteln als auch fixer

Kombinationen, siehe Abschnitt 4.3) kann aufgrund der Cytochrom P450-Induktion durch Rifampicin zu einer Reduktion der

Plasmakonzentration und somit der AUC der Proteaseinhibitoren führen mit der Folge eines Versagens der antiretroviralen

Therapie. Gleichzeitig ist das Potential für eine Lebertoxizität unterschiedlichen Ausmaßes für die einzelnen Substanzen und

deren Kombinationen erhöht (siehe Abschnitt 4.5).

Nicht nucleosidische Reverse Transkriptaseinhibitoren (NNRTI)

Nevirapin

gleichzeitige

Therapie

Rifampicin

Nevirapin

wird

nicht

empfohlen,

wenige

klinische

Daten

Dosisanpassung von Nevirapin bei gleichzeitiger Therapie mit Rifampicin verfügbar sind. Tritt bei Patienten, die mit Nevirapin

behandelt werden eine Tuberkuloseinfektion auf, sollte ein Therapieregime mit Rifabutin in Betracht gezogen werden (siehe

auch Abschnitt 4.5).

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

Etravirin

Die gleichzeitige Anwendung von Rifampicin mit Etravirin wird nicht empfohlen. Es liegen keine ausreichenden Daten vor, da

die Anwendung von Etravirin nur in Kombination mit geboosterten Proteaseinhibitoren zugelassen ist, deren gleichzeitige

Anwendung mit Rifampicin wiederum kontraindiziert ist (siehe auch Abschnitt 4.5).

Nucleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer (NRTI)

Die gleichzeitige Anwendung mit NRTIs wurde nicht für jeden Wirkstoff untersucht, da aufgrund der pharmakokinetischen

Eigenschaften der NRTIs in der Regel keine Wechselwirkungen zu erwarten sind (siehe Abschnitt 4.5).

Abacavir

Für die gleichzeitige Anwendung mit Abacavir (Elimination über UDP-Glucuronyltransferase) wurde eine leichte Erniedrigung

der Abacavir-Plasmaspiegel nachgewiesen, eine klinische Konsequenz ist jedoch nicht bekannt (siehe Abschnitt 4.5).

Chemokinrezeptor 5-Antagonisten

Maraviroc

Für Maraviroc, den einzigen Vertreter dieser Klasse, muss bei gleichzeitiger Einnahme/Anwendung mit Rifampicin eine

geeignete Dosisanpassung durchgeführt werden (siehe Abschnitt 4.5).

Integrasehemmer

Raltegravir

Raltegravir, der einzige Vertreter dieser Klasse, kann mit Vorsicht gleichzeitig mit Rifampicin angewendet werden, eine

Dosisanpassung ist (wegen dessen therapeutischer Breite) nicht erforderlich (siehe Abschnitt 4.5).

Paracetamol

Im Falle einer gleichzeitigen Verabreichung von Rifampicin und Paracetamol kann es zu einer Leberschädigung durch

üblicherweise unschädliche Dosen von Paracetamol kommen. Die Verabreichung von Paracetamol unter Rifampicintherapie

sollte daher nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abschätzung und unter besonderer Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt 4.5).

Vitamin D

Rifampicin beeinträchtigt

den Vitamin-D-Stoffwechsel.

Symptome einer Erkrankung der Knochen sind erst

bei längerer

Rifampicingabe (> 1 Jahr) zu erwarten; im Falle einer Supplementierung mit Vitamin D sind Kontrollen der Serum-Calcium-

Spiegel, der Serum-Phosphat-Spiegel sowie der Nierenfunktion erforderlich (siehe Abschnitt 4.5).

Kontrazeption:

Auf Grund der Wechselwirkung zwischen Rifampicin und Östrogen/Gestagen ist die empfängnisverhütende Wirkung oraler

hormoneller

Kontrazeptiva

gestört.

Unter

Therapie

Rifampicin

müssen

andere,

nicht

hormonelle,

kontrazeptive

Maßnahmen angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5).

Hepatotoxizität, Unterernährung, Alkoholismus:

Bei einer Therapie mit Rifampicin lässt sich in etwa 5 – 20 % der Behandelten ein Transaminaseanstieg feststellen. Verbleiben

die Transaminasewerte < 100 U/l, kann es trotz Fortsetzung der Therapie wieder zur Normalisierung der Werte kommen. Bei

Zunahme der Transaminasen über 100 U/l oder einem 2-fachen Anstieg der Bilirubinkonzentrationen über den Normwert und

entsprechender klinischer Symptomatik ist ein sofortiges Absetzen des Rifampicins geboten, da tödliche Leberdystrophien

beobachtet worden sind (siehe Abschnitt 4.8). Nach einer entsprechenden Therapiepause wird dann die erneute Gabe von

Rifampicin unter Umständen wieder vertragen.

Bei leichteren oder chronischen Leberfunktionsstörungen darf Rifampicin nur mit besonderer Vorsicht und unter strenger

Nutzen-Risiko-Abschätzung

angewendet

werden.

Patienten

Alkoholabusus

aufgrund

einer

potenziellen

Vorschädigung der Leber eine strenge Nutzen-Risiko-Abschätzung durchzuführen.

Hinsichtlich des Auftretens eines Ikterus bzw. einer Hepatomegalie sind vor allem ältere Patienten und Patienten mit

vorbestehenden Leberschäden, wie z. B. bei Alkoholabusus, gefährdet. Bei älteren und bei unterernährten Patienten ist vor

Therapiebeginn eine strenge Nutzen-Risiko-Abschätzung durchzuführen.

allen

Patienten,

insbesondere

jedoch

bei den

genannten

Risikogruppen,

sind während

Einsatzes der

für die

Therapieregime der Tuberkulose üblichen Kombinationspartner von Rifampicin wie Isoniazid und Pyrazinamid regelmäßige

Leberenzym- und Bilirubinkontrollen durchzuführen, um eine mögliche Schädigung der Leber auf Grund des lebertoxischen

Potentials der genannten Arzneimitteln frühzeitig erkennen zu können.

Überempfindlichkeitsreaktionen:

Bei leichten Überempfindlichkeitsreaktionen wie beispielsweise Fieber, Hautrötungen, Pruritus oder Urtikaria kann nach einer

Unterbrechung der Therapie und dem Abklingen der Symptome eine Weiterbehandlung möglich sein.

Beim Auftreten schwerwiegender Unverträglichkeitsreaktionen wie Thrombozytopenie, die sich eventuell auch als Nasenbluten

äußern kann, Purpura, hämolytischer Anämie, Dyspnoe, asthmaartigen Anfällen, Schock und Nierenversagen und bei schweren

allergischen Hautreaktionen mit blasenförmiger Abhebung der Haut (toxische epidermale Nekrolyse/Lyell Syndrom, exfoliative

Dermatitis) ist Rifampicin sofort und endgültig abzusetzen (siehe Abschnitt 4.8) und die erforderlichen Notfallmaßnahmen sind

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

einzuleiten. Zerebrale Blutungen und Todesfälle wurden in Fällen berichtet, in denen die Rifampicinbehandlung nach Auftreten

einer Purpura fortgeführt oder wieder aufgenommen wurde.

Bei Wiederaufnahme

einer

Rifampicin-Behandlung

nach

kurzer

oder

längerer

Unterbrechung

oder

intermittierender

Therapie kann eine hyperergische Sofortreaktion mit

Grippe-ähnlichen Symptomen (Flu-Syndrom), die mit gravierenden

Komplikationen wie Schock oder Nierenversagen einhergehen können, eintreten (siehe Abschnitt 4.8).

Das Flu-Syndrom wird fast ausschließlich bei intermittierender bzw. nach nicht regelmäßiger Rifampicineinnahme beobachtet

und tritt umso häufiger auf, je höher die einzelnen Dosen und je länger das dazwischen liegende Intervall waren.

Es tritt meist 3 - 6 Monate nach Beginn einer intermittierenden Therapie auf und äußert sich in Symptomen wie Kopfschmerzen

und allgemeinem Schwächegefühl, Fieber, Schüttelfrost, Exanthem, Übelkeit, Erbrechen, Muskel- und Gelenkschmerzen. Die

Symptome treten 1 - 2 Stunden nach der Einnahme auf und dauern bis zu 8 Stunden, in Einzelfällen darüber hinaus, an (siehe

Abschnitt 4.8). Es kann in fast allen Fällen durch Wechsel von der intermittierenden auf die tägliche Rifampicingabe zum

Verschwinden gebracht werden.

Aus diesen Gründen muss bei Wiederaufnahme der Therapie nach Unterbrechung, beim Wechsel von der intermittierenden auf

die tägliche Einnahme und bei Wiederholung der Therapie Rifampicin einschleichend dosiert werden (siehe Abschnitt 4.2 und

4.8).

Patienten sollten über die Risiken eines unbegründeten eigenmächtigen Therapieabbruchs und vor allem über die Risiken eines

Neubeginns der Therapie ohne ärztliche Kontrolle informiert werden.

Rifampicin und Porphyrie:

Rifampicin besitzt eine porphyrinogene Wirkung. Die Anwendung bei Genträgern einer akuten, intermittierenden Porphyrie

(AIP), einer Porphyria variegata (PV), einer hereditären Koproporphyrie (HKP) bedarf besonderer Vorsichtsmaßnahmen. Die

Reaktionen betroffener Patienten fallen sehr individuell aus und sind offensichtlich abhängig von der individuellen Zuge-

hörigkeit zu einer der Risikogruppen und von dem Grad der Aktivierung in unterschiedlichen Phasen des hepatischen

Porphyrie-Prozesses. Die Wirkung auf den Porphyrinstoffwechsel sollte durch Untersuchungen auf Porphyrinvorläufer und

Porphyrine im Urin regelmäßig kontrolliert werden. In jedem Fall sollte der Rat eines Porphyrie-Experten eingeholt werden.

Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt:

Während bzw. nach Abschluss der Therapie mit Rifampicin kann eine antibiotikaassoziierte Colitis (Pseudomembranöse

Enterokolitis) auftreten, die lebensbedrohlich sein kann. In diesem Fall muss eine Beendigung der Gabe von Rifampicin in

Abhängigkeit von der Indikation erwogen und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden (z. B. Einnahme von speziellen

Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksamkeit klinisch erwiesen ist). Peristaltikhemmende Arzneimittel sind kontraindiziert

(s.a. Abschnitt 4.8).

Wirkung auf Körperflüssigkeiten:

Rifampicin hat eine intensiv bräunlich-rote Eigenfarbe, wodurch es nach Einnahme des Arzneimittels mit diesem Wirkstoff zu

einer Verfärbung von Körperflüssigkeiten wie Speichel, Schweiß, Tränenflüssigkeit und der Ausscheidungsprodukte Urin und

Stuhl kommt. Hierdurch kann es z. B. zu einer dauerhaften gelborangen Verfärbung von weichen Kontaktlinsen und auch zur

Verfärbung von Kleidung kommen.

Kontrolle der Nierenfunktion:

Die regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion (z. B. Serumkreatinin-Bestimmung) ist vor allem bei längerfristiger Anwendung

von Rifampicin erforderlich.

Das Auftreten eines akuten Nierenversagens, einer interstitiellen Nephritis sowie von Tubulusnekrosen während der Therapie

mit Rifampicin wurde berichtet. Ein sofortiger und endgültiger Therapieabbruch ist in solchen Fällen erforderlich. Im Allgemeinen

kommt es nach Absetzen der Therapie zu einer Normalisierung der Nierenfunktion.

Kontrolle des Blutbildes:

Regelmäßige

Blutbildkontrollen

müssen

ebenfalls

durchgeführt

werden,

unter

Rifampicintherapie

unerwünschte

Arzneimittelwirkungen auf Blut und Blutbestandteile auftreten können (siehe Abschnitt 4.8).

Schwangerschaft und postnatale Phase

Bei der Einnahme von Rifampicin in den letzten Wochen der Schwangerschaft kann das Risiko postnataler Blutungen bei der

Mutter aufgrund einer durch den Geburtsvorgang erhöhten Blutungsneigung und beim Neugeborenen aufgrund einer noch

unzureichenden Vitamin-K-Versorgung und dadurch unzureichender Produktion von Gerinnungsfaktoren erhöht sein. Daher

sind regelmäßige Kontrollen des Blutbildes erforderlich sowie auch die Bestimmung der Gerinnungsparameter.

Eine Behandlung mit Vitamin K kann in solchen Fällen angezeigt sein.

Laborchemische Untersuchungen und Diagnostik:

Mikrobiologische Bestimmungen von Vitamin B

und Folsäure sind nicht verwertbar.

Rifampicin kann kompetitiv die Bromsulfophthaleinausscheidung hemmen und damit eine Leberfunktionsstörung vortäuschen.

Der Bromsulfophthalein-Test zur Prüfung der exkretorischen Leberfunktion kann daher während der Therapie mit Rifampicin

nicht angewandt werden.

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

Rifampicin verursacht falsch-positive Ergebnisse im Immunoassay zur Bestimmung von Opiaten im Urin.

Röntgenkontrastmittel

Rifampicin kann die Gallenausscheidung von Röntgenkontrastmitteln,

die für die Gallenblasen-Untersuchung verwendet

werden, verzögern, ohne dass dies eine klinische Relevanz für die Untersuchung hat.

Meningokokken-Resistenz:

Wegen möglicher Resistenzentwicklung der Meningokokken gegen Rifampicin sind Kontaktpersonen, die vorbeugend mit

Rifampicin zwecks Verhinderung einer Meningokokken-Meningitis behandelt werden, sorgfältig bzgl. des Auftretens einer

manifesten Meningitis zu überwachen.

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz sollten Rifampicin-FATOL® 450 mg nicht einnehmen.

4.5. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Rifampicin beeinflusst den Metabolismus zahlreicher, gleichzeitig verabreichter Wirkstoffe, wobei mehrere Mechanismen als

Ursache der Wechselwirkungen diskutiert werden:

Rifampicin induziert das Cytochrom-P450-System der Leber. Die vermehrte Bildung des Isoenzymkomplexes CYP3A4 wird

dabei über den Pregnan X-Rezeptor (PXR) und in geringerem Maße über den Constitutive Androstane Rezeptor (CAR)

vermittelt. Auch eine Reihe weiterer CYP-Isoenzyme werden durch Rifampicin induziert (z. B. CYP2A, CYP2B, CYP2C).

Rifampicin erhöht die UDP-Glucuronosyltransferase 1 A, welche die Glucuronidierung einer Reihe von Substanzen in der

Niere und Leber katalysiert.

Rifampicin beeinflusst wahrscheinlich den Transport von Wirkstoffen aus der Zelle, vermittelt durch eine Wirkung auf das

Transportprotein p-Glykoprotein.

Rifampicin selbst wird bei gleichzeitiger Gabe bestimmter anderer Wirkstoffe in seinem Metabolismus beeinflusst, so dass es zu

einer

Erhöhung

oder

Erniedrigung

seiner

Bioverfügbarkeit

Auswirkungen

Wirksamkeit

Sicherheit

Anwendung von Rifampicin kommen kann.

Es sind daher in jedem Einzelfall die Wechselwirkungen mit

auch zur Behandlung von Begleiterkrankungen

verabreichten Substanzen und der Verlauf der Grund- sowie der Begleiterkrankungen zu überprüfen und durch im jeweiligen

Einzelfall geeignete Maßnahmen wie Drug Monitoring und klinische bzw. apparative Kontrollen zu überwachen. Gegebenenfalls

kann eine Anpassung der Dosis der Begleitmedikation erforderlich werden. Insbesondere nach Beendigung der gleichzeitigen

Rifampicin-Gabe muss auf die Notwendigkeit einer erneuten Dosisanpassung der Begleitmedikation geachtet werden.

Auf Grund der Vielzahl der Wechselwirkungen und der unterschiedlichen klinischen Konsequenz werden im Folgenden die nach

derzeitigem

wissenschaftlichen

Kenntnisstand

bekannten

klinisch

relevanten

Wechselwirkungspartner

aufgeführt.

Fachinformation

Rifampicin-FATOL®

450 mg

Spalte

1

werden

Wirkstoffgruppen

und/oder

dazugehörige

Wirkstoffe/Arzneimittel

aufgeführt.

Unterstreichung

kennzeichnet den durch Rifampicin beeinflussten Wirkstoff. Wird Rifampicin durch einen Wirkstoff beeinflusst ist es durch einen

Bindestrich

getrennt

ersten

Spalte

Tabelle

zusammen

beeinflussenden

Wirkstoff

aufgeführt

unterstrichen.

Sollte

einer

Aufzählung

kein

Wirkstoff

unterstrichen

sein,

handelt

sich

hierbei

keine

direkte

Wechselwirkung bei dem ein Wirkstoff beeinflusst wird, sondern hier wird zum Ausdruck gebracht, dass eine allgemeine

Reaktion (z. B. Lebertoxizität) oder ein körpereigener Stoff durch diese Wechselwirkung beeinflusst werden.

In Spalte 2 werden die gegenseitigen Auswirkungen der Wirkstoffgruppen/Wirkstoffe aufeinander beschrieben.

▲: Steigt

▼: Sinkt

AUC: Fläche unter der Kurve

: Maximale Wirkstoffkonzentration im Blut

: Zeit zwischen der Applikation und dem Erreichen von c

: Halbwertszeit

In Spalte 3 wird die klinische Konsequenz angegeben.

Wirkstoffgruppe/

Wirkstoff

Wechselwirkung

Klinische Konsequenz

ACE-Hemmer

Enalapril

Spirapril

Plasmakonzentration der aktiven

Metabolite von Enalapril und

Spirapril ▼

Überwachung des Blutdrucks, ggf.

Dosisanpassung von Enalapril und

Spirapril

Adsorbentien

Aktivkohle-Rifampicin

Resorption von Rifampicin ▼

Gleichzeitige Einnahme wird nicht

empfohlen, Wirkungsverlust von

Rifampicin möglich

Alpha-1-Antagonisten

Bunazosin

Plasmakonzentration und AUC von

Bunazosin▼

Gleichzeitige Einnahme wird nicht

empfohlen, Wirkungsverlust von

Bunazosin wahrscheinlich

Analgetika

Diclofenac

AUC und c

von Diclofenac ▼

Wirkungsverlust von Diclofenac

möglich, Überwachung wird

empfohlen

Opioide-Rifampicin (wie z. B. Morphin,

Fentanyl, Buprenorphin, Methadon,

Codein)

Metabolismus der Opioide wird

durch Rifampicin beschleunigt,

Bioverfügbarkeit von Rifampicin

kann verringert sein

Zeitlich versetzte Einnahme wird

empfohlen, enge Überwachung,

Dosiserhöhung der Opioide u.U.

notwendig

Paracetamol

Rifampicin kann den Abbau von

Paracetamol beschleunigen,

Hepatotoxizitätsrisiko ist erhöht

Gleichzeitige Einnahme wird nicht

empfohlen, enge Überwachung

Anästhetika

Alfentanil

Elimination von Alfentanil ist

Wirkungsverlust von Alfentanil

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

beschleunigt (ca. 3-fach)

möglich, ggf. Dosisanpassung von

Alfentanil notwendig

Ropivacain

Elimination von Ropivacain durch

Aktivierung der CYP-Enzyme

beschleunigt, t

und AUC von

Ropivacain ▼

Geringer Einfluss auf die Qualität und

Dauer der Lokalanästhesie, da die

Aktivierung der CYP-Enzyme durch

Rifampicin erst auftritt, wenn

Ropivacain in den Blutkreislauf eintritt

Angiotensin-II-Rezeptor Antagonisten

Losartan

Elimination von Losartan und

seinem aktiven Metaboliten durch

Aktivierung der CYP-Enzyme

durch Rifampicin beschleunigt,

AUC von Losartan ▼ (um 35 %),

Losartan ▼ (um 50 %), oraler

Abbau von Losartan ist ebenfalls

erhöht

Blutdruck sollte überwacht werden

Antihelminthika

Praziquantel

Plasmakonzentration von

Praziquantel ▼

Kontrolle der Praziquantelspiegel

empfohlen

Antiarrhythmika

Amiodaron

Chinidin

Disopyramid

Lorcainid

Propafenon

Tocainid

Plasmakonzentration von

Antiarrhythmika kann durch

Rifampicin verringert sein

Herzrhythmuskontrolle angezeigt; ggf.

Dosisanpassung der Antiarrythmika

notwendig

Digitoxin

Digoxin

Plasmakonzentration von Digitoxin

und Digoxin kann durch Rifampicin

verringert sein

Engmaschige kardiale Kontrolle und

Serumspiegelbestimmung der

Herzglykoside, ggf. Dosisanpassungen

von Digitoxin und Digoxin notwendig

Antiasthmatika

Theophyllin

Metabolismus von Theophyllin

wird durch Rifampicin

beschleunigt

Serumspiegelkontrolle von

Theophyllin, insbesondere bei

Therapiebeginn- und ende,

ggf. Dosisanpassung von Theophyllin

nötig

Antibiotika

Pyrazinamid

Erhöhtes Hepatotoxizitätsrisiko

Überwachung der Leberfunktion

Cotrimoxazol (Trimethoprim /

Sulfamethoxazol) -Rifampicin

Clearance von Rifampicin ist

verringert, Plasmalevel, AUC und

von Rifampicin erhöht

Gesteigerte Hepatotoxizität,

Überwachung der Leberfunktion

Clarithromycin

Plasmakonzentration von

Clarithromycin ▼

Gleichzeitige Einnahme wird nicht

empfohlen, Wirkungsverlust von

Clarithromycin möglich

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

Chloramphenicol

Doxycyclin

Plasmakonzentration von

Doxycyclin und Chloramphenicol

Wirkungsverlust von Doxycyclin und

Chloramphenicol, Dosiserhöhung von

Doxycyclin und Chloramphenicol

notwendig

Ciprofloxacin

Moxifloxacin

Elimination von Moxifloxacin und

Ciprofloxacin beschleunigt

Keine Dosisanpassung notwendig

Dapson

Elimination von Dapson

beschleunigt

Wirkungsverlust von Dapson möglich,

ggf. Dosiserhöhung von Dapson

Linezolid

AUC und c

von Linezolid durch

Rifampicin herabgesetzt

Wirkungsverlust von Linezolid möglich

Metronidazol

Elimination von Metronidazol

beschleunigt, AUC ▼

Wirkungsverlust von Metronidazol

möglich, ggf. Dosisanpassung von

Metronidazol

Telithromycin

AUC ▼(um 86 %), c

▼ (um

79 %) von Telithromycin

Gleichzeitige Einnahme wird nicht

empfohlen, eine Therapie mit

Telithromycin sollte frühestens zwei

Wochen nach Ende der Rifampicin-

FATOL® 450 mg - Therapie erfolgen

Anticholinergika

Darifenacin

Abbau von Darifenacin wird durch

Rifampicin beschleunigt

Wirkungsverlust von Darifenacin

möglich, ggf. Dosisanpassung von

Darifenacin nötig

Antidepressiva

Amitriptylin

Nortriptylin

Plasmakonzentration von Amitriptylin

und Nortriptylin▼

Wirkungsverlust vom Amitriptylin und

Nortriptylin möglich; Dosisanpassung

von Amitriptylin und Nortriptylin

möglicherweise notwendig

Citalopram

Abbau von Citalopram wird durch

Rifampicin beschleunigt

Verschlechterung der Kontrolle der

neurologischen Grunderkrankung

möglich

Mirtazapin

Erhöhte Clearance von

Mirtazapin

Wirkungsverlust von Mirtazapin

möglich, ggf. Dosiserhöhung von

Mirtazapin nötig

Sertralin

Metabolisierung von Sertralin ▲

Wirkungsverlust und verstärkte

Angstsymptomatik möglich; ggf.

Dosiserhöhung von Sertralin nötig

Antidiabetika

Insulin und Derivate

Sulfonylharnstoffe

Biguanide

Glinide

DPP4-Hemmer

Wirkung der Antidiabetika kann

durch Rifampicin sowohl verstärkt

als auch vermindert sein

Überwachung des

Blutglukosespiegels, ggf.

Dosisanpassung der Antidiabetika

notwendig

Antiepileptika

Carbamazepin

Metabolismus von Carbamazepin

Enge klinische Überwachung

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

wird durch Rifampicin beschleunigt

notwendig, Carbamazepinspiegelbe-

stimmung notwendig,

ggf. Dosisanpassung von

Carbamazepin nötig

Lamotrigin

AUC und t

von Lamotrigin ist

durch Rifampicin herabgesetzt ▼

Wirkungsverlust von Lamotrigin

möglich, ggf. Dosiserhöhung von

Lamotrigin notwendig

Phenytoin

Metabolismus von Phenytoin wird

durch Rifampicin beschleunigt

Enge Überwachung notwendig,

besonders bei Therapiebeginn und –

ende, Bestimmung der

Phenytoinplasmalevel,

ggf. Dosisanpassung von Phenytoin

Valproinsäure

Rifampicin erhöht die Clearance und

verringert dadurch die

Plasmakonzentration von

Valproinsäure

Enge Überwachung notwendig,

besonders bei Therapiebeginn und -

ende, ggf. Dosisanpassung von

Valproinsäure notwendig

Antihistaminika

Cimetidin

Ranitidin

Elimination von Cimetidin und

Ranitidin beschleunigt

Wirkungsverlust von Cimetidin und

Ranitidin möglich

Fexofenadin

Orale Elimination von Fexofenadin

beschleunigt, verringerte

Plasmakonzentration von

Fexofenadin, aber terminale t

renale Clearance unverändert

Wirkungsverlust von Fexofenadin

möglich

Antikoagulantien

Rivaroxaban

Plasmakonzentration von

Rivaroxaban ▼

Gleichzeitige Einnahme wird nicht

empfohlen, Dosiserhöhung von

Rivaroxaban notwendig

Apixaban

Dabigatran

Plasmakonzentration von

Apixaban und Dabigatran ▼

Gleichzeitige Einnahme wird nicht

empfohlen

Phenprocoumon, Warfarin und

andere Cumarine

Metabolismus wird durch Rifampicin

beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden,

Wirkungsverlust von

Phenprocoumon, Warfarin und

anderen Cumarinen möglich,

engmaschige Kontrolle der Quick- und

INR Werte, insbesondere bei

Therapiebeginn- und ende;

ggf. Dosisanpassung von

Phenprocoumon, Warfarin und

anderen Cumarinen nötig

Antimykotika

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

Caspofungin

Plasmakonzentration von

Caspofungin ▼

Wirkungsverlust von Caspofungin,

Dosiserhöhung von Caspofungin

notwendig

Fluconazol

AUC, c

und Plasmakonzentration

von Fluconazol durch Rifampicin

herabgesetzt

Alternatives Antimykotikum sollte

verwendet werden, Wirkungsverlust

von Fluconazol möglich, enge

Überwachung, ggf. Dosisanpassung

von Fluconazol nötig

Itraconazol

Ketoconazol

AUC, c

Plasmakonzentration von

Itraconazol und Ketoconazol

herabgesetzt

Gleichzeitige Anwendung wird nicht

empfohlen

Voriconazol

und AUC von Voriconazol

um 93 % bzw. 96 % herabgesetzt

Therapieversagen

kontraindiziert (siehe 4.3)

Terbinafin

Clearance von Terbinafin ist

erhöht

Dosisanpassung nicht notwendig

Antiprotozoika

Atovaquon

Plasmakonzentration von Atovaquon

ist um 52 % verringert

Gleichzeitige Einnahme wird nicht

empfohlen

Chinin

Elimination von Chinin beschleunigt,

von Chinin ▼

Überwachung der Chininspiegel und

kardiale Kontrolle notwendig,

insbesondere auch bei Therapieende

mit Rifampicin-FATOL® 450 mg, ggf.

Dosiserhöhung von Chinin notwendig

Chloroquin

Rifampicin kann Metabolismus von

Chloroquin beschleunigen

Wirkungsverlust von Chloroquin

möglich, enge Überwachung

notwendig

Mefloquin

Plasmakonzentration von Mefloquin

▼ um 19 %

Wirkungsverlust von Mefloquin

möglich, ggf. Dosisanpassung von

Mefloquin notwendig, enge

Überwachung auch nach Absetzen

von Rifampicin-FATOL® 450 mg,

Risiko der Mefloquin

Resistenzentwicklung ▲

Beta-Blocker

Atenolol

Bisoprolol

Carvedilol

Celiprolol

Metoprolol

Nadolol

Talinolol

Teratolol

Möglicherweise andere Beta-Blocker, die

Plasmakonzentration von Beta-

Blockern kann durch Rifampicin

verringert sein

Kardiale Kontrolle angezeigt; ggf.

Dosisanpassung der Beta-Blocker

notwendig

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

hepatisch abgebaut werden

Calciumantagonisten

Diltiazem

Lercanidipin

Manidipin

Nifedipin

Nilvadipin

Nisoldipin

Verapamil

Plasmakonzentration der

Calciumantagonisten ▼

Wirkungsverlust der

Calciumantagonisten möglich; sofern

eine Dosisanpassung der

Calciumantagonisten erforderlich ist,

ist auf eine erneute Anpassung nach

Absetzen von Rifampicin-FATOL®

450 mg zu achten

Chemokinrezeptor-5-Antagonist

Maraviroc

um 66 % und AUC um 63 %

von Maraviroc durch Rifampicin

herabgesetzt

Enge Überwachung nötig,

Wirkungsverlust von Maraviroc

möglich, Dosisanpassung von

Maraviroc erforderlich

COX-2-Inhibitoren

Celecoxib

Etoricoxib

Rofecoxib

Metabolismus von Celecoxib,

Etoricoxib und Rofecoxib wird durch

Rifampicin beschleunigt

Überwachung, ggf. Dosisanpassung

von Celecoxib, Etoricoxib und

Rofecoxib nötig; auf eine erneute

Anpassung nach Absetzen von

Rifampicin-FATOL® 450 mg ist zu

achten

Endothelinantagonisten

Bosentan

Aufnahme und Metabolismus von

Bosentan werden beeinflusst; zu

Beginn der Therapie steigen die

Bosentan-Talspiegel nach erster

Rifampicin-Gabe verstärkt an, im

steady-state überwiegt der Einfluss

von Rifampicin auf den Metabolismus

von Bosentan, wodurch die

Plasmakonzentration verringert wird

Enge Überwachung,

Leberfunktionstests notwendig

Entzündungshemmer

Sulfasalazin

Verringerte Plasmakonzentration von

Sulfapyridin, einem Metaboliten von

Sulfasalazin

Wirkungsverlust von Sulfasalazin

möglich, Überwachung notwendig

Glucocorticoide

Budesonid

Plasmakonzentration von Budesonid

kann durch Rifampicin verringert sein

Enge Überwachung, Wirkung von

Budesonid kann herabgesetzt sein

Cortison

Dexamethason

Fludrocortison

Hydrocortison

Methylprednisolon

Prednison

Plasmakonzentration von

Cortison, Dexamethson,

Fludrocortison, Hydrocortison,

Methylprednisolon, Prednison

und Prednisolon kann durch

Rifampicin verringert sein

Enge Überwachung; ggf.

Dosisanpassung der Glucocorticoide

bei Therapiebeginn und -ende

erforderlich

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

Prednisolon

Hormonale Kontrazeptiva

Norethisteron

Mestranol

Ethinylestradiol

Elimination von Kontrazeptiva durch

Rifampicin beschleunigt

Reduzierte Wirksamkeit; zusätzliche

nicht-hormonelle

empfängnisverhütende Maßnahmen

empfohlen, Abweichungen bei der

Menstruation möglich

Hormone

Levothyroxin

Plasmakonzentration von

Levothyroxin ▼, Thyreotropinlevel ▲

Überwachung der Thyreotropinspiegel

wird empfohlen, ggf. Dosisanpassung

von Levothyroxin bei Therapiebeginn

und -ende mit Rifampicin-FATOL®

450 mg nötig

5-HT

3

-Antagonisten

Ondansetron

Plasmakonzentration von

Ondansetron ▼

Antiemetischer Effekt kann

herabgesetzt sein, ggf.

Dosisanpassung von Ondansetron

nötig

Hypnotika

Zaleplon

Zolpidem

Zopiclon

Plasmalevel von Zaleplon, Zolpidem

und Zopiclon▼

Wirkungsverlust von Zaleplon,

Zolpidem und Zopiclon möglich,

Überwachung nötig

Immunmodulatoren

Bacillus Calmette-Guérin-Impfstoff

Wirkungsverlust des Impfstoffs (auch

bei Anwendung gegen

Blasenkarzinom)

Gleichzeitige Einnahme wird nicht

empfohlen

Interferon beta-1a

Erhöhtes Hepatotoxizitätsrisiko

Enge Überwachung,

Leberfunktionstests, wenn ALT

> 5 fach über normal, wird eine

Dosisreduktion von Interferon beta-1a

empfohlen, welche nach

Normalisierung der ALT-Werte wieder

gesteigert werden kann

Immunsuppressiva

Azathioprin

Tacrolimus

Elimination von Azathioprin und

Tacrolimus durch Rifampicin

beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme wird nicht

empfohlen, Risiko einer

Transplantatabstoßung besteht

Ciclosporin

Everolimus

Temsirolimus

Eliminierung von Ciclosporin,

Everolimus und Temsirolimus wird

durch Rifampicin beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme wird nicht

empfohlen, Risiko einer

Transplantatabstoßung besteht, wenn

gleichzeitige Anwendung notwendig,

dann enge Überwachung der

Plasmalevel und Dosisanpassung von

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

Ciclosporin, Everolimus und

Temsirolimus

Sirolimus

Mycophenolat

Elimination von Sirolimus und

Mycophenolat durch Rifampicin

beschleunigt,

▼und AUC ▼ von Sirolimus und

Mycophenolat

Gleichzeitige Einnahme wird nicht

empfohlen; Risiko einer

Transplantatabstoßung besteht; wenn

gleichzeitige Anwendung notwendig,

dann enge Überwachung der

Plasmalevel und Dosisanpassung von

Sirolimus und Mycophenolat

erforderlich

Leflunomid / Teriflunomid

Plasmakonzentration des aktiven

Metaboliten von Leflunomid ist um

ca. 40 % durch Rifampicin erhöht,

durch die lange t

von Leflunomid

Anreicherung möglich

Erhöhtes Risiko einer Hepatotoxizität,

periphere Neuropathie,

Immunsuppression und

Myelosuppression, Leberenzyme und

Bilirubin sollten vor Beginn der

Leflunomidtherapie gemessen werden

und dann mind. monatlich für die

ersten 6 Monate der Therapie und

dann im Abstand von 6 - 8 Wochen,

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

oder erhöhten Transaminasewerten

(ALT > 2-fach normal) sollten

Leflunomid nicht einnehmen,

Therapieabbruch bei ALT > 3-fach

normal, Eliminierung des aktiven

Leflunomid-Metaboliten mit

Cholestyramin oder Aktivkohle,

wöchentliche Kontrollen, ggf.

Waschung wiederholen

Integrasehemmer

Raltegravir

AUC ▼, c

▼ von Raltegravir

Wirkungsverlust von Raltegravir,

Dosiserhöhung von Raltegravir ist

erforderlich

Kontrastmittel

Röntgenkontrastmittel (z. B. für die

Gallenblasenuntersuchung)

Gallenausscheidung von

Röntgenkontrastmitteln kann durch

Rifampicin verzögert sein

Test sollte vor der morgendlichen

Einnahme von Rifampicin-FATOL®

450 mg durchgeführt werden

Lipidsenker

Fluvastatin

Metabolisierung von Fluvastatin

wird durch Rifampicin

beschleunigt, c

von Fluvastatin

(um 59 %) ▼

Wirkungsverlust von Fluvastatin

möglich, enge Überwachung, ggf.

Dosiserhöhung von Fluvastatin

erforderlich

Simvastatin

Plasmakonzentration und

Bioverfügbarkeit von Simvastatin

Gleichzeitige Einnahme wird nicht

empfohlen, Wirkungsverlust von

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

durch Rifampicin verringert, c

(um 90 %)▼, AUC (um 87 %)▼

Simvastatin wahrscheinlich, bei

Therapie: enge Überwachung,

Dosisanpassung nötig

Pravastatin

Orale Bioverfügbarkeit von

Pravastatin kann durch

Rifampicin in einigen Patienten

verringert sein

Wirkungsverlust von Pravastatin

möglich, enge Überwachung, ggf.

Dosiserhöhung von Pravastatin

erforderlich

Atorvastatin

Plasmakonzentration und

Bioverfügbarkeit von Atorvastatin

durch Rifampicin verringert, AUC

(um 78 %) ▼

Wirkungsverlust von Atorvastatin

möglich, enge Überwachung,

Einnahme von Rifampicin-FATOL®

450 mg und Atorvastatin zum gleichen

Zeitpunkt empfohlen um WW zu

verringern

Ezetimib

Wirkung von Ezetimib kann durch

Rifampicin herabgesetzt sein

Wirkungsverlust von Ezetimib

möglich, enge Überwachung

Neuroleptika

Clozapin

Quetiapin

Plasmakonzentration von Clozapin

und Quetiapin durch Rifampicin

verringert

Wirkungsverlust von Clozapin und

Quetiapin möglich; enge Überwachung

des neurologischen Status

erforderlich, Serumspiegelbestimmung

von Clozapin und Quetiapin

empfohlen, ggf. Dosisanpassung von

Clozapin und Quetiapin notwendig

Haloperidol

Metabolismus von Haloperidol wird

durch Rifampicin beschleunigt

Wirkungsverlust von Haloperidol

möglich; engmaschiges Monitoring des

neurologischen Status erforderlich,

ggf. Dosisanpassung von Haloperidol

Risperidon

Plasmakonzentration von Risperidon

▼, AUC (um 72 %) ▼, c

50 %) ▼

Wirkungsverlust von Risperidon

möglich, enge Überwachung

erforderlich

Nicht-nucleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI)

Etravirin

Nicht untersucht

Nur in Kombination mit

kontraindizierten Proteaseinhibitoren

zugelassen

kontraindiziert (siehe 4.3)

Delavirdin

Nevirapin

Plasmakonzentration und AUC von

Delavirdin und Nevirapin

herabgesetzt

Nicht kompensierbarer

Wirkungsverlust der Reverse-

Transkriptasehemmer

kontraindiziert

(siehe 4.3)

Efavirenz

und AUC von Efavirenz ist

durch Rifampicin verringert,

erhöhtes Hepatotoxizitätsrisiko

Ggf. Dosiserhöhung von Efavirenz,

enge Überwachung der

Efavirenzspiegel, Leberfunktionstests

vor und während der Behandlung

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

erforderlich

Abacavir

Plasmakonzentration von Abacavir

möglicherweise leicht durch

Rifampicin reduziert

Klinische Relevanz nicht bekannt

Zidovudin

(um 43 %) ▼ und AUC (um

47 %)▼ von Zidovudin

Enge Überwachung der

Zidovudinwirkung erforderlich,

Wirkungsverlust möglich, wenn

Zidovudin in einem funktionierenden

antiretroviralen Therapieregime

verwendet wird, ist die

Dosisanpassung häufig nicht

notwendig, Entscheidung sollte von

einem HIV-Experten getroffen werden

Opioidantagonisten

Naltrexon

Erhöhtes Hepatotoxizitätsrisiko

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden,

Leberfunktionstests erforderlich

Osteoporosemittel

Cinacalcet

Metabolisierung von Cinacalcet

möglicherweise beschleunigt

Wirkungsverlust von Cinacalcet

möglich, ggf. Dosisanpassung von

Cinacalcet erforderlich

Phosphodiesterase-4-Hemmer

Roflumilast

und AUC von Roflumilast und

Roflumilast N-Oxide sind durch

Rifampicin herabgesetzt

Gleichzeitige Einnahme sollte

aufgrund der starken Interaktion mit

Rifampicin vermieden werden, enge

Überwachung, ggf. Dosisanpassung

von Roflumilast

Proteaseinhibitoren

Amprenavir

Atazanavir

Darunavir

Fosamprenavir

Indinavir

Lopinavir

Ritonavir

Saquinavir

Tipranavir

Bioverfügbarkeit (AUC) der

Proteaseinhibitoren ist durch

Rifampicin herabgesetzt ▼

Nicht kompensierbarer

Wirkungsverlust der

Proteaseinhibitoren

kontraindiziert

(siehe 4.3)

Selektive Östrogen-Rezeptor Modulatoren (SERM)

Tamoxifen

und AUC von Tamoxifen

sind durch Rifampicin, um 55 %

bzw. 86 % herabgesetzt

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, enge

Überwachung, ggf. Dosisanpassung

von Tamoxifen

Toremifen

und AUC von Toremifen

Gleichzeitige Einnahme sollte

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

sind durch Rifampicin um 55 %

bzw. 87 % herabgesetzt

vermieden werden, enge

Überwachung, regelmäßige Messung

der Elektrolyte, Blutbild,

Leberfunktionstest, ggf.

Dosisanpassung von Toremifen

Thrombozytenaggregationshemmer

Clopidogrel

Rifampicin führt zu einer

verstärkten Aktivierung und

Wirkung von Clopidogrel

Enge Überwachung nötig,

Blutgerinnungshemmender Effekt von

Clopidogrel wird verstärkt, erhöhte

Blutungsneigung

Tranquillanzien

Benzodiazepine (wie z. B. Diazepam,

Midazolam, Triazolam)

Metabolismus der Benzodiazepine

kann durch Rifampicin beschleunigt

sein

Enge Überwachung, ggf.

Dosisanpassung der Benzodiazepine

notwendig

Buspiron

Plasmakonzentration und t

Buspiron▼

Anxiolytischer Effekt von Buspiron

kann herabgesetzt sein, enge

Überwachung, ggf. Dosisanpassung

von Buspiron

Urikosurika

Probenecid-Rifampicin

Plasmakonzentration von

Rifampicin kann durch

Probenecid in einigen Patienten

erhöht sein, erhöhtes

Hepatotoxizitätsrisiko

Überwachung der

Leberfunktionswerte

Vitamine

Vitamin D

Plasmakonzentration von Vitamin D

wird durch Rifampicin reduziert

Symptomatische Erkrankung der

Knochen erst bei längerer

Rifampicingabe (> 1 Jahr) zu erwarten;

im Falle einer Supplementierung mit

Vitamin D sind Kontrollen der Serum-

Calciumspiegel, der Serum-

Phosphatspiegel sowie der

Nierenfunktion erforderlich, ggf.

Dosisanpassung von Vitamin D

erforderlich

Zytostatika

Bendamustin

Plasmalevel von Bendamustin

werden durch Rifampicin verringert,

während die Plasmalevel der aktiven

Metabolite von Bendamustin durch

Rifampicin erhöht werden

Enge Überwachung notwendig,

erhöhte Konzentration der

Bendamustin Metabolite könnte zu

einer veränderten Wirkung von

Bendamustin führen und Risiko von

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

Nebenwirkungen erhöhen

Bexaroten

Plasmakonzentration von

Bexaroten kann möglicherweise

durch Rifampicin verringert sein

Überwachung notwendig

Clofarabin

Erhöhtes Hepatotoxizitätsrisiko

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, enge

Überwachung der Leberfunktion

erforderlich

Gefitinib

Metabolisierung von Gefitinib wird

durch Rifampicin beschleunigt

Enge Überwachung, ggf.

Dosisanpassung von Gefitinib

erforderlich

Imatinib

AUC und c

von Imatinib durch

Rifampicin um 74 % bzw. 54 %

verringert

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, Wirkungsverlust

von Imatinib wahrscheinlich

Irinotecan

Elimination von Irinotecan durch

Rifampicin beschleunigt, AUC von

Irinotecan (aktive Metabolite) ▼

Wirkungsverlust von Irinotecan

möglich, ggf. Dosisanpassung von

Irinotecan erforderlich

Methotrexat

Erhöhtes Hepatotoxizitätsrisiko

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden,

Leberfunktionstests erforderlich

Pazopanib

Metabolisierung von Pazopanib

wird durch Rifampicin

beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, Wirkungsverlust

von Pazopanib möglich

Thioguanin

Erhöhtes Hepatotoxizitätsrisiko

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden,

Leberfunktionstests notwendig

Fachinformation

Rifampicin-FATOL®

450 mg

4.6. Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter/Kontrazeption:

Während

Therapie

Rifampicin

muss

Eintreten

einer

Schwangerschaft

vermieden

daher

eine

sichere

Kontrazeption bestehen/durchgeführt werden (siehe Abschnitt 4.4 und 4.5).

Schwangerschaft:

Rifampicin passiert die Plazenta, wobei die Konzentration im Fetus ca. 12-33 % der maternalen Blutkonzentration beträgt.

Aufgrund einer verzögerten Elimination können in der Amnionflüssigkeit höhere Konzentrationen als im maternalen Blut

bestehen.

Die Angaben in der Literatur über die Teratogenität beim Menschen sind widersprüchlich. Die Beurteilung des teratogenen

Risikos wird zusätzlich dadurch erschwert, dass Rifampicin meist in Kombination mit anderen Tuberkulostatika eingesetzt wird.

Bisher

sind

Fehlbildungsfälle

ersten

Schwangerschaftsmonaten

exponierten

Mutter-Kind-Paaren

dokumentiert.

Neugeborenen

wurden

vermehrt

Hyperprothrombinämien

oder

Blutungstendenzen

beobachtet.

Tierversuch wurde eine Reproduktionstoxizität festgestellt (siehe Abschnitt 5.3).

einer

bereits

bestehenden

Schwangerschaft

darf

Rifampicin

während

ersten

Trimenons

unbedingter

Notwendigkeit verordnet werden, da eine Erhöhung des Fehlbildungsrisikos nicht auszuschließen ist. Im zweiten und dritten

Trimenon darf Rifampicin nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden. Bei Anwendung in den letzten

Wochen der Schwangerschaft kann Rifampicin zu einer erhöhten Blutungsneigung bei Mutter und Neugeborenem führen (siehe

Abschnitt 4.4).

Die Behandlung einer aktiven Tuberkulose in der Schwangerschaft mit Rifampicin ist aber grundsätzlich möglich. Die Patientin

muss jedoch darüber aufgeklärt werden, dass eine Erhöhung des Missbildungsrisikos nach Rifampicin-Einnahme während der

Frühschwangerschaft nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

einer

unter

Rifampicin-Therapie

eingetretenen

Schwangerschaft

liegt

keine

Notwendigkeit

für

einen

Schwangerschaftsabbruch vor.

Stillzeit:

Rifampicin wird in die Muttermilch ausgeschieden, allerdings wird angenommen, dass die durch den Säugling aufgenommenen

Konzentrationen zu gering sind, um beim Säugling unerwünschte Wirkungen zu erzeugen.

Die Anwendung von Rifampicin-Fatol® 450 mg in der Stillzeit sollte dennoch nur nach strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses erfolgen.

Fertilität:

Die Fertilität war bei Ratten nach Behandlung mit Rifampicin nicht beeinträchtigt.

4.7. Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch durch möglicherweise auftretende Nebenwirkungen (siehe

Abschnitt 4.8) das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum

Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt im verstärkten Maße im Zusam-

menwirken mit Alkohol.

4.8. Nebenwirkungen

häufigste

Nebenwirkung

einer

Rifampicin-Therapie

eine

Veränderung

Leberwerte

(v.a.

Anstieg

Transaminasenaktivität)

beschrieben,

die in

Regel klinisch

nicht

relevant

sich unter

fortgeführter

Therapie

zurückbildet. Sehr selten kann es aber auch zum Auftreten einer symptomatischen Hepatitis kommen, die in schweren Fällen

einen tödlichen Verlauf haben kann.

Weitere

häufige

Nebenwirkungen

einer

Rifampicin-Therapie

sind

Überempfindlichkeitsreaktionen

sowie

gastrointestinale

Beschwerden.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig: (≥ 1/10)

Häufig: (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich: (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten: (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten: (< 1/10.000)

Nicht bekannt: (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

Sehr häufig

(

1/10)

Häufig

(

1/100 bis

< 1/10)

Gelegentlich

(

1/1.000 bis

< 1/100)

Selten

(

1/10.000 bis

< 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000 )

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren Daten

nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Eosinophilie,

Leukopenie,

Granulozyto-

penie,

Thrombozyto-

penie,

thrombozyto-

penische

Purpura, Hypo-

prothrombinä-

mie,

hämolytische

Anämie,

disseminierte

intravasale

Koagulopathie

Erkrankungen des Immunsystems

Leichte

Überempfindlich-

keitsreaktionen

(Fieber, Erythema

exsudativum

multiforme,

Pruritus, Urtikaria)

Schwere

Überempfindlich-

keitsreaktionen

wie Atemnot,

asthmaartige

Anfälle,

Lungenödem,

andere Ödeme,

bis hin zum

anaphylaktischen

Schock (siehe

4.4)

Lupus-

ähnliches

Syndrom

Flu-Syndrom

schwere

allergische

Hautreaktionen

wie toxische

epidermale

Nekrolyse

(Lyell-Syndrom)

und exfoliative

Dermatitis

Endokrine Erkrankungen

Menstrua-

tionsstörungen

Addison-Krise bei

Addison-

Patienten

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Porphyrie (siehe

4.4)

Psychiatrische Erkrankungen

Verwirrtheit,

Psychosen

Erkrankungen des Nervensystems

Ataxie,

Konzentra-

tionsunfähig-

keit,

Kopfschmerzen,

Müdigkeit,

Schwindel,

Parästhesien

Augenerkrankungen

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

Sehr häufig

(

1/10)

Häufig

(

1/100 bis

< 1/10)

Gelegentlich

(

1/1.000 bis

< 1/100)

Selten

(

1/10.000 bis

< 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000 )

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren Daten

nicht abschätzbar)

Sehstörungen,

Visusverlust,

Optikusneuritis

Bräunlich-rote

Verfärbung der

Tränenflüssigkeit

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Appetitlosig-keit,

Magen-

schmerzen,

Übelkeit,

Erbrechen,

Meteorismus,

Diarrhö

akute Pankreatitis

(siehe auch 4.4)

Antibiotika-

assoziierte

Kolitis

(pseudomem-

branöse Entero-

kolitis),

Clostridium

difficile-

assoziierte

Diarrhö (siehe

4.4)

Leber- und Gallenerkrankungen

Erhöhung von

Enzymaktivitäten

wie SGOT (AST),

SGPT (ALT),

alkalischer

Phosphatase,

Gamma-

Glutamyltrans-

peptidase

Ikterus,

Hepatomegalie

Erhöhung von

Bilirubin im

Serum

Akute Hepatitis

(in schweren

Fällen tödlicher

Verlauf möglich)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Myopathien

Muskel-

schwäche

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nierenfunk-

tionsstörungen

Akutes

Nierenver-

sagen

Interstitielle

Nephritis,

Tubulusnekrosen

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Postnatale

Blutungen bei der

Mutter und dem

Neugeborenen

mit Fieber, Schwächegefühl, Muskel- und Gelenkschmerzen und dem Auftreten antinukleärer Antikörper

in Zusammenhang mit intermittierender bzw. nach nicht regelmäßiger Rifampicineinnahme, ähnliche Symptomatik wie

lupusähnliches Syndrom (siehe auch 4.4)

in Zusammenhang mit einer antituberkulösen Kombinationstherapie von Rifampicin und anderen Mitteln beobachtet,

Reaktionen konnten nicht sicher einem Wirkstoff zugeordnet werden

infolge der Beeinflussung des Stoffwechsels der Steroidhormone durch Rifampicin

durch Eigenfarbe des Rifampicins bedingt und unbedenklich (siehe auch 4.4)

meist vorübergehender Natur

bei Anwendung während der letzten Schwangerschaftswochen (siehe auch 4.4 und 4.6)

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine

kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9. Überdosierung

Folgende Symptome sind nach akuter Überdosierung beschrieben worden:

– Übelkeit, Erbrechen (Verfärbung des Mageninhalts), Juckreiz, Schmerzen im gesamten Abdomen, Cholestase

– Haut, Skleren sowie Schleimhäute können eine gelb-orange Verfärbung aufweisen

– andere Ausscheidungen sind möglicherweise verfärbt (Urin, Stuhl)

– bei extremer Überdosierung kann es zu Unruhe, Dyspnoe, Tachykardie, generalisierten Krämpfen und Atem- sowie

Herzstillstand kommen.

Therapie von Intoxikationen

Nach oraler Aufnahme vermutlich toxischer Dosen von Rifampicin-FATOL® 450 mg ist sofort in geeigneter Weise für eine

Eliminierung des Arzneimittels zu sorgen. Die weitere Behandlung erfolgt symptomatisch. Kontrollen der Leberfunktion und des

Blutbildes sind notwendig (siehe Abschnitt 4.4).

Durch Hämo- und Peritonealdialyse ist keine bedeutsame Minderung der Rifampicin-Serumkonzentration zu erzielen.

Sofern erforderlich, sind allgemeine supportive Maßnahmen zur Erhaltung der vitalen Funktion einzuleiten.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1. Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Halbsynthetisches Derivat des Rifampicin SV aus der Gruppe der Ansamycin-Antibiotika,

Tuberkulosemittel.

ATC-Code:

J04AB02

Wirkmechanismus

Rifampicin ist ein halbsynthetisches Antibiotikum aus der Gruppe der Ansamycine mit Wirkung gegenüber Mykobakterien. Der

Wirkungsmechanismus beruht auf der Bindung an die bakterielle RNA-Polymerase und somit auf der Hemmung der bakteriellen

Proteinsynthese.

Es werden sowohl intra- als auch extrazellulär gelegene Keime erfasst. Das Wirkoptimum liegt im neutralen oder alkalischen

Milieu (meist extrazellulär), im sauren Bereich (intrazellulär oder in käsigem Gewebe) ist die Wirksamkeit geringer.

Der Wirktyp von Rifampicin ist bakterizid bei proliferierenden Keimen mit deutlich weniger Aktivität bei ruhenden Keimen.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik gegenüber Mycobacterium tuberculosis

Rifampicin zeigt gegenüber Mycobacterium tuberculosis einen konzentrationsabhängigen bakteriziden Effekt. Das Ausmaß der

Bakterizidie hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus AUC (Area under the curve; Fläche unter der Konzentrations-Zeit-

Kurve) und der minimalen Hemmkonzentration (MHK) ab.

Resistenzmechanismus

Bei M. tuberculosis ist die Rifampicinresistenz assoziiert mit Mutationen im rpoB-Gen. Dieses Gen kodiert für die β-Untereinheit

DNA-abhängigen

bakteriellen

RNA-Polymerase.

Mutation

dieses

Gens

führt

Einschritt-Hochresistenz

M. tuberculosis gegen Rifampicin.

Es besteht eine Parallelresistenz mit Rifabutin und Rifapentin sowie weiteren chemisch verwandten Substanzen.

Auch bei Meningokokken ist das Auftreten einer Resistenz gegen Rifampicin auf Mutationen im rpoB-Gen zurückzuführen,

wobei Rifampicin-resistente Isolate bisher selten auftraten.

Empfindlichkeitsprüfung

Nach

entsprechen

für

Tuberkulosebakterien

32,0

mg/l

Rifampicin

niedrigsten

Konzentration

(oder:

kritischen

Konzentration) im Kulturmedium (Löwenstein-Jensen-Nährboden), bei der das Wachstum Resistenz gegen Rifampicin anzeigt.

Diese kritische Konzentration liegt über der MHK und entspricht der klinischen Resistenz.

Für Neisseria meningitidis liegt laut EUCAST die kritische Konzentration, bei der Neisseria meningitidis noch sensitiv gegenüber

Rifampicin ist, bei ≤ 0,25 mg/l. Bei MHKs von > 0,25 mg/l gilt Neisseria meningitidis als resistent gegenüber Rifampicin (nur für

die Meningitisprophylaxe).

Prävalenz der erworbenen Resistenz

Tuberkulose

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz für die Erreger der Tuberkuloseerkrankung mit Mycobacterium tuberculosis als dem

am häufigsten angetroffenen und gemeldeten Erreger aus dem Mycobacterium tuberculosis-Komplex (u.a. Mycobacterium

bovis, Mycobacterium africani, Mycobacterium microti) gegenüber Rifampicin variiert örtlich und im Verlauf der Zeit. Basierend

auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz gibt das Robert-Koch-Institut für Deutschland Resistenzraten von 2,2 %

Jahr

2011,

zwischen

für

Jahre

2002

2011

Dies

bedeutet,

dass

Erreger

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Rifampicin-FATOL® 450 mg

Tuberkuloseerkrankung

üblicherweise

empfindlich

gegenüber

Rifampicin

sind.

jedem

Fall

sollte

Wahl

Therapieregimes eine Beratung durch Experten angestrebt werden.

Neisseria meningitidis

Antibiotikaresistenzen (nach Kriterien des CLSI) gegen Rifampicin traten nach Daten des NRZ für Meningokokken (2007) bei

Neisseria meningitidis nicht auf.

Neisseria meningitidis ist gegenüber Rifampicin üblicherweise empfindlich. (RKI, Nationales Referenzzentrum).

5.2. Pharmakokinetische Eigenschaften

Das halbsynthetische Antibiotikum Rifampicin gehört zur Gruppe der Ansamycine. Es ist gegenüber der Ausgangsverbindung

Rifamycin SV durch eine Substitution in der 3-Position des Naphthalin-Grundgerüsts charakterisiert. Hierdurch entsteht aus der

nur parenteral anwendbaren Muttersubstanz eine oral verfügbare Verbindung mit verlängerter Halbwertszeit.

Resorption

Rifampicin

wird

Gastrointestinaltrakt

nahezu

vollständig

resorbiert.

absolute

Bioverfügbarkeit

oral

verabreichtem Rifampicin sinkt von 93 % nach der ersten Einzelgabe auf 68 % nach dreiwöchiger Therapie. Diese Reduktion

lässt auf die Induktion eines „First-Pass-Effektes“ schließen.

Zwei Stunden nach oraler Gabe von 450 mg Rifampicin sind maximale Konzentrationen im Serum von 5 - 13 mg/l zu finden. Die

Werte können individuell stark schwanken und können außerdem durch Wechselwirkungspartner beeinflusst werden (siehe

Abschnitt 4.5).

Die gleichzeitige Einnahme einer fettreichen Mahlzeit kann zu einer Reduktion der c

um 25 - 30 %, der AUC um 6 - 23 % und

einer Verdopplung der t

führen.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung beträgt ca. 70 - 90 %. Der Wirkstoff weist eine gute Zell- und Gewebepenetration auf, die sich in dem

hohen Verteilungsvolumen von über 1 l/kg widerspiegelt. In der Leber sind bis über 20-fach höhere Konzentrationen, in den

Nieren bis 5-fach höhere Konzentrationen als im Serum zu finden. Aufgrund seiner guten Lipidlöslichkeit ist Rifampicin beim pH-

Wert

Blutes

etwa

negativ

ionisiert,

womit

schnelle

Verteilung

Blutplasma

andere

Körperflüssigkeiten und Gewebe teilweise begründet ist.

Im Muskelgewebe können 50 - 70 % und im Knochen 10 - 20 % der Serumkonzentration erreicht werden. Im käsig veränderten

Kaverneninhalt bleiben die Konzentrationen unterhalb der Serumwerte. Geringere Konzentrationen als im Serum finden sich im

Liquor cerebrospinalis (10 - 85 %), in der Pleura-Flüssigkeit (5 - 40 %), im Sputum (bis zu 20 %) und im Speichel (bis 15 %). In

Schweiß und Tränen ist Rifampicin nur in Spuren nachweisbar.

Rifampicin passiert die Placentaschranke und die im Fetalblut erzielten Konzentrationen entsprechen etwa 1/3 der mütterlichen

Blutkonzentration. In der Amnionflüssigkeit tritt ebenfalls eine Anreicherung des Rifampicin auf (siehe Abschnitt 4.6). Die

Passage der Blut-Milch-Schranke führt zu Konzentrationen, die bei etwa 10 - 25 % der Blutkonzentrationen liegen.

Biotransformation

Rifampicin wird beim Menschen in der Leber in 25-Desacetyl-Rifampicin als Hauptmetabolit umgewandelt. Als Ergebnis einer

Induktion der mikrosomalen P450-Enzyme nimmt die Metabolisierungsrate im Laufe der wiederholten Verabreichung von

Rifampicin zu, was zu einer Verschiebung der renalen Exkretion zu Gunsten der biliären Ausscheidung führt. Gleichzeitig

verkürzt sich durch diesen Prozess die Serumhalbwertszeit. Die mikrobiologische Aktivität des Hauptmetaboliten ist nicht

ausreichend untersucht.

Elimination

Die initiale Halbwertszeit von Rifampicin kann zwischen 3 – 6 – 16 Stunden betragen. Sie wird durch den enterohepatischen

Kreislauf der Substanz beeinflusst. Durch die oben beschriebene Enzyminduktion nimmt die Halbwertszeit im Verlauf der ersten

Behandlungswochen ab. Rifampicin und sein Hauptmetabolit 25-Desacetyl-Rifampicin werden hauptsächlich auf hepato-

biliärem Weg ausgeschieden (etwa 70 - 80 % der totalen Clearance). Etwa 10 - 15 % der applizierten Dosis werden mit dem

Harn ausgeschieden, wobei die Anteile an Rifampicin und 25-Desacetyl-Rifampicin gleich hoch sind. Die renale Clearance

erreicht etwa 1/8 der glomerulären Filtrationsrate.

Linearität

Rifampicin weist eine nicht-lineare Pharmakokinetik auf.

Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen

Elimination bei eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sind die Plasmakonzentrationen erhöht und die Eliminationshalbwertszeit

verlängert (siehe Abschnitt 4.2).

Elimination bei eingeschränkter Nierenfunktion

Die Elimination von Rifampicin wird durch Funktionsstörungen der Niere nicht beeinträchtigt (siehe Abschnitt 4.2).

Fachinformation

Rifampicin-FATOL® 450 mg

Dialysierbarkeit

Durch Hämo- und Peritonealdialyse wird keine bedeutsame Minderung der Rifampicin-Serumkonzentrationen erzielt.

5.3. Präklinische Daten zur Sicherheit

Aus den Untersuchungen zur chronischen Toxizität liegen keine Erkenntnisse vor, die zu dem Verdacht führen, dass beim

Menschen bisher unbekannte Nebenwirkungen auftreten könnten.

Mutagenität und Kanzerogenität

Rifampicin war negativ in bakteriellen Tests zur Genotoxizität. In vitro-Tests an Human- und anderen Säugerzellen ergaben

jedoch widersprüchliche Ergebnisse, ebenso bisher durchgeführte in vivo-Tests. Das mutagene Potential von Rifampicin kann

auf der Grundlage von bisher durchgeführten Studien nicht abschließend beurteilt werden.

Lebenszeitstudien an Ratten und Mäusen ergaben keine relevanten Hinweise hinsichtlich eines karzinogenen Potentials von

Rifampicin.

Reproduktionstoxizität

In diesbezüglichen Studien traten bei Ratten ab 100 mg/kg/Tag fetotoxische Effekte und bei Ratten und Mäusen ab 150

mg/kg/Tag Missbildungen auf (ZNS, Spina bifida, Anencephalie, Gaumenspalten).

Die Fertilität und die peri- und postnatale Entwicklung waren bei Ratten nicht beeinträchtigt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1. Liste der sonstigen Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose,

Croscarmellose-Natrium,

Magnesiumstearat

(pflanzlich,

Ph. Eur.), Hochdisperses Siliciumdioxid,

Sorbitol (Ph. Eur.), Hypromellose, Macrogol 6000, Propylenglycol, Eisen(III)-oxid (E 172), Titandioxid (E 171)

6.2. Inkompatibilitäten

Keine bekannt.

6.3. Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 4 Jahre.

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.

6.4. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Blisterpackungen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Nicht über 25 °C lagern.

6.5. Art und Inhalt des Behältnisses

Rifampicin-FATOL® 450 mg

Filmtabletten

sind

PVC/Aluminium

Blisterpackungen

folgenden

Packungsgrößen

erhältlich:

OP mit 10 Filmtabletten

OP mit 30 Filmtabletten

OP mit 100 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6. Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

RIEMSER Pharma GmbH

An der Wiek 7

17493 Greifswald – Insel Riems

phone +49 38351 76 - 0

fax +49 38351 308

email info@RIEMSER.com

8. ZULASSUNGSNUMMER

3011.00.01

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

08.06.1983 / 20.06.2003

10. STAND DER INFORMATION

März 2014

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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