Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Benzylpenicillin-Natrium, Benzylpenicillin - Procain 1 H<2>O, Benzylpenicillin-Benzathin
Verfügbar ab:
Dr. Friedrich Eberth Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Benzylpenicillin Sodium, Benzylpenicillin - Procaine 1 H<2>O, Benzylpenicillin-Benzathine
Darreichungsform:
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension
Zusammensetzung:
Benzylpenicillin-Natrium 179.6mg; Benzylpenicillin - Procain 1 H<2>O 297.mg; Benzylpenicillin-Benzathin 506.65mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
3000371.01.00

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Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E.

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer

Injektionssuspension

Wirkstoffe: - Benzylpenicillin-Natrium

- Benzylpenicillin-Procain

- Benzylpenicillin-Benzathin

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mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen.

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möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Apotheker.

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anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die

nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Retacillin compositum 1,2 Mio I.E.

und wofür wird

es angewendet?

Was müssen Sie vor der Anwendung von Retacillin

compositum 1,2 Mio I.E. beachten?

Wie ist Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Retacillin compositum 1,2 Mio I.E.

aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS IST Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. UND WOFÜR WIRD ES

ANGEWENDET?

Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. ist ein Antibiotikum (Peni-

cillin) zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten.

Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. wird angewendet

zur Behandlung von systemischen und/oder lokalen Infektionen, die

durch Benzylpenicillin-empfindliche Erreger verursacht sind,

insbesondere solche durch Streptococcus pyogenes (Gruppe A

Streptokokken), Streptococcus pneumoniae und Spirochäten.

Die intramuskuläre Gabe von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E.

(Depot-Penicillin) ist dann angezeigt, wenn eine orale Behandlung,

z. B. mit Phenoxymethylpenicillin (Penicillin V), nicht möglich

ist. Bei schweren Infektionen ist eine intravenöse Behandlung mit

einem geeigneten wasserlöslichen Arzneimittel der intramuskulären

Applikation vorzuziehen.

Infektionen des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches

- Infektionen des Rachenraumes und der Rachenmandeln (eitrige

Angina, Pharyngitis, "Angina-Plaut-Vincenti"), Scharlach, Nasen-

nebenhöhlenentzündungen (Sinusitis), Mittelohrentzündungen

(Otitis media) verursacht durch Streptococcus pyogenes und S.

pneumoniae

- Rezidivprophylaxe nach Folgekrankheiten von Streptokokken-

infektionen (z. B. rheumatisches Fieber)

Infektionen der Atemwege

- Lungenentzündungen (Lobär- und Segmentpneumonie, Broncho-

pneumonien), akute bakterielle Bronchitiden

Infektionen der Haut

- Wundrose (Erysipel) einschließlich Rezidivprophylaxe, blasen-

bildende Grind- und Eiterausschläge (Impetigo contagiosa)

- Schweinerotlauf (hervorgerufen durch Erysipelothrix

rhusiopathiae)

- Kalkulierte Behandlung von Wundinfektionen im Bereich von Haut-

und Unterhautgewebe bei Biss-Infektionen durch Pasteurella

multocida

Infektionen im Mund-Kiefer-Bereich

- Schwere entzündliche Zahnfleischerkrankungen (Paradontopathien),

apikale Zahnabszesse und periapikale Granulome (hervorgerufen

meist durch Penicillin-empfindliche aerob/anaerobe Mischflora)

zusätzlich zu den lokalen zahnärztlichen Maßnahmen

Diese Infektionen können zusätzlich zu den lokalen zahnärztlichen

Maßnahmen mit einem Depot-Penicillin behandelt werden, wenn eine

orale Gabe, z. B. von Phenoxymethylpenicillin (Penicillin V)

nicht möglich ist.

Behandlung der Syphilis (nicht bei HIV-positiven Patienten)

- Frühsyphilis (primäre, sekundäre oder latente Syphilis bei

maximal einjähriger Infektionsdauer) ohne pathologische

Liquorbefunde

- Syphilis mit einer mehr als einjährigen Infektionsdauer (latente,

kardiovaskuläre oder späte benigne Syphilis) mit Ausnahme der

Neurosyphilis und nur beim Vorliegen apathologischer

Liquorbefunde

Gegebenenfalls ist die Kombination mit einem weiteren geeigneten

Antibiotikum angezeigt.

National und international anerkannte Richtlinien für den

angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei

der Anwendung von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. zu

berücksichtigen.

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON Retacillin compositum 1,2

Mio I.E. BEACHTEN?

Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. darf nicht angewendet werden,

wenn Sie

- bereits früher mit Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. oder mit

anderen Penicillin-Präparaten behandelt wurden und dabei Über-

empfindlichkeitsreaktionen (z. B. Hautausschläge, Juckreiz,

Fieber, Atemnot, Blutdruckabfall) aufgetreten sind. Retacillin

compositum 1,2 Mio I.E. darf dann wegen der Gefahr eines lebens-

bedrohlichen allergisch bedingten (anaphylaktischen) Schocks

nicht angewendet werden.

- überempfindlich (allergisch) gegen Lokalanästhetika vom Ester-

Typ, Sulfonamide, Benzoesäure (Parabene), Benzylpenicillin und

Benzathin, Soja, Erdnuss oder einen der sonstigen Bestandteile

dieses Arzneimittels sind.

- unter einem bekannten Mangel an Pseudocholinesterase mit Folge

erheblicher herabgesetzter Enzymaktivität leiden.

Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. darf außerdem nicht angewendet

werden bei:

- Behandlung von Neugeborenen mit konnataler Syphilis

- einer verminderten Durchblutung in Geweben

- Kindern unter 2 Jahren, da intramuskuläre Applikationen kontra-

indiziert sind, sofern andere Applikationsformen möglich sind.

Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. darf nicht subkutan,

intravenös, intraarteriell, peridural, spinal oder in andere

Körperhöhlen injiziert oder instilliert werden.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Retacillin compositum

1,2 Mio I.E. ist erforderlich

- bei Patienten mit Verdacht auf Penicillin-Überempfindlichkeit

oder allergischer Reaktionsbereitschaft wegen der Depot-Wirkung

von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E.

Bei jeder Anwendung sollten eine ausreichende Nachbeobachtung

und Möglichkeiten zur Schockbekämpfung gewährleistet sein. Bei

anamnestischen Hinweisen auf eine Penicillin-Allergie muss vor

der Anwendung von Depot-Präparaten ausdrücklich gewarnt werden.

Da schwere allergische Sofortreaktionen auch bei Erstanwendung

möglich sind, sollte eine ärztliche Überwachung bzw. Erreich-

barkeit über mindestens 1 Stunde gewährleistet sein.

- bei Patienten mit Hautpilzinfektionen (Dermatomykosen), da

parallergische Reaktionen aufgrund einer Antigengemeinschaft

zwischen Penicillin und Hautpilzen (Dermatophyten) beobachtet

wurden, die bereits bei erstmaliger Gabe auftreten können.

Langfristige und wiederholte Anwendung kann zu Superinfektionen

mit resistenten Bakterien und Sprosspilzen führen.

- bei primären Blutgerinnungsstörungen (Koagulopathien) und

medikamentöser Herabsetzung der Gerinnungsfähigkeit, z. B. mit

Cumarinen, ist Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. nicht zu

empfehlen.

- bei Diabetikern, da mit einer verzögerten Aufnahme aus dem

intramuskulären Depot zu rechnen ist.

- bei versehentlicher intravenöser Injektion, da ein Hoigné-

Syndrom auftreten kann, das durch Todesangst, Halluzinationen,

Sehstörungen, Ohrensausen, Schwindel, Missempfindungen

(Parästhesien) oder beschleunigten Herzschlag (Tachykardien)

sowie bedingt durch das im Arzneimittel enthaltene

Benzylpenicillin-Procain durch Erscheinungen einer Procain-

Vergiftung gekennzeichnet ist. In der Regel verschwinden diese

Symptome innerhalb von 30 Minuten vollständig, über schwere

Verläufe mit z. T. tödlichem Ausgang wurde auch berichtet.

- nach versehentlicher intraarterieller Applikation, da ein

Nicolau-Syndrom auftreten kann. Neben den örtlichen

ischämiebedingten Befunden wie Schmerzen, Blässe, Ödem- und

Blasenbildung mit anschließender Zellzerstörung aufgrund von

Durchblutungsstörungen (Nekrotisierung sind schwere

Verlaufsformen mit Schock und Verbrauchskoagulopathie möglich.

- bei der Behandlung der Syphilis, da es zu einer Jarisch-

Herxheimer-Reaktion kommen kann. 2 bis 12 Stunden nach Applika-

tion von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. kann es zu Kopf-

schmerzen, Fieber, Schweißausbrüchen, Schüttelfrost, Muskel- und

Gelenkschmerzen, Übelkeit, beschleunigtem Herzschlag (Tachy-

kardie), Blutdruckanstieg und nachfolgendem Blutdruckabfall

kommen. Nach 10 bis 12 Stunden klingen die Symptome wieder ab.

Bei Auftreten solcher Reaktionen ist sofort ein Arzt zu

verständigen, der die Vitalfunktionen überwacht und in

Abhängigkeit vom Schweregrad entsprechende Gegenmaßnahmen

einleitet.

Bei der Behandlung der Syphilis ist der Behandlungserfolg durch

eine geeignete Untersuchung nachzuweisen.

Für die Syphilisbehandlung kann bei Nicht-HIV-Patienten ein

Depot-Penicillin verwendet werden, außer bei Spätlatenz und

Neurosyphilis. Bei HIV-Patienten ist zur Behandlung der Syphilis

eine intravenöse Benzylpenicillin-Behandlung erforderlich.

- bei anhaltend schweren Durchfällen, da diese ein Zeichen für

eine potenziell lebensbedrohliche Darmentzündung (pseudo-

membranöse Kolitis) sein können. Retacillin compositum

1,2 Mio I.E. sollte abgesetzt und eine geeignete Behandlung

eingeleitet werden (z. B. Vancomycin oral). Die Peristaltik

hemmende Arzneimittel sind kontraindiziert.

- bei Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis) und septischen

Verläufe bei Schweinerotlauf (hervorgerufen durch Erysipelothrix

rhusiopathiae). Diese sind intravenös mit Benzylpenicillin zu

behandeln.

Da Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. Benzylpenicillin-Procain

enthält, darf die Anwendung nur mit besonderer Vorsicht erfolgen

bei:

- Muskelschwäche (Myasthenia gravis)

- Störungen des Herz-Reizleitungssystems

- Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz).

- Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Procain, da eine Kreuz-

allergie gegenüber anderen Ester-Lokalanästhetika und chemisch

verwandten Substanzen in Form einer Paragruppenallergie auf-

treten kann. Chemische Basis dieser Gruppenallergie ist eine an

den Benzolring gebundene Amino- bzw. Hydroxylgruppe, die sich in

Parastellung zu den anderen Resten befindet. Auch bei kutaner

Form der Procain-Allergie kann sich eine Gruppenallergie ent-

wickeln mit entsprechenden Symptomen auf Sulfonamide, orale

Antidiabetika, bestimmte Farbstoffe, Röntgenfilmentwickler usw.

Bei bekannter Allergie gegen Sulfonamide ist eine kreuz-

allergische Reaktion auf Procain nicht auszuschließen.

- Patienten mit Pseudocholinesterase-Mangel und erheblich

herabgesetzter Enzymaktivität, da verstärkt mit toxischen

Symptomen bei Procain-Applikation gerechnet werden muss.

- Behandlung mit Blutgerinnungshemmern (Antikoagulanzien, wie

z. B. Heparin), nichtsteroidalen Antirheumatika oder Plasma-

ersatzmitteln, da nicht nur eine versehentliche Gefäßverletzung

im Rahmen der Schmerzbehandlung zu ernsthaften Blutungen führen

kann, sondern dass allgemein mit einer erhöhten Blutungsneigung

gerechnet werden muss. Gegebenenfalls sollten die Blutungszeit

und die partielle Thromboplastinzeit (PTT), rsp. aktivierte

partielle Thromboplastinzeit (aPTT), bestimmt, der Quick-Test

durchgeführt und die Thrombozytenzahl überprüft werden. Diese

Untersuchungen sollten bei Risikopatienten auch im Falle einer

Low-dose-Heparinprophylaxe (vorsorgliche Behandlung mit dem

Blutgerinnungshemmer Heparin in niedriger Dosis) vor der Anwen-

dung von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. durchgeführt werden.

Kinder

Bei Kindern unter 2 Jahren sind intramuskuläre Applikationen

kontraindiziert, sofern andere Applikationsformen möglich sind.

Ältere Menschen

Es ist keine spezielle Dosierung für ältere Patienten erfor-

derlich.

Bei Anwendung von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. mit anderen

Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, oder Apotheker, wenn Sie andere

Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/ange-

wendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige

Arzneimittel handelt.

Verstärkung der Wirkung von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E.

Die gleichzeitige Gabe von Probenecid bewirkt eine Ausschei-

dungshemmung von Benzylpenicillin und führt zu erhöhten Kon-

zentrationen und einer verlängerten Verweildauer im Blut.

Gleichartig wirken Acetylsalicylsäure und andere Salicylsäure

verbindungen, Phenylbutazon, Indometacin und Sulfinpyrazon.

Abschwächung der Wirkung von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E.

Probenecid hemmt auch den Penicillin-Transport aus der Gehirn-

Rückenmark-Flüssigkeit, so dass bei gleichzeitiger Gabe von

Probenecid das ohnehin schlechte Eindringen von Benzylpenicillin

in das Gehirngewebe noch verringert wird.

Sonstige mögliche Wechselwirkungen

Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. sollte aufgrund möglicher

gegensätzlicher Effekte nicht mit Bakterienwachstum-hemmenden

(bakteriostatischen) Arzneimitteln wie Tetra

cycline,

Chloramphenicol, Makrolide und Sulfonamide kombiniert werden.

Die Kombinationsbehandlung mit geeigneten Antibiotika wie Amino

glykosiden kann zu einem gegenseitig fördernden Effekt führen.

Da Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. Benzylpenicillin-Procain

enthält, sind folgende Wechselwirkungen von Procain mit anderen

Arzneimitteln zu beachten:

- Verlängerung der Wirkung durch nichtdepolarisierende

Muskelrelaxanzien (Arzneimittel, die die Skelettmuskulatur

entspannen)

- Verstärkung der Wirkung durch Physostigmin

- Verminderung der Wirksamkeit durch Sulfonamide.

Aufgrund des Procain-Gehaltes von Retacillin compositum

1,2 Mio I.E. sollte das Arzneimittel nicht gemeinsam mit

Cholinesterase-Hemmern eingesetzt werden. Durch deren Einfluss auf

den Procain-Stoffwechsel kommt es zu einer Erhöhung der Procain-

Toxizität. Andere pharmakologische Eigenschaften der

Cholinesterase-Hemmer könnten die Procain-Toxizität ebenfalls

beeinflussen.

Physostigmin kann in niedrigen Dosierungen einen schützenden

Effekt gegen toxische Procain-Wirkungen haben.

Hinweise

Es ist nicht auszuschließen, dass unter der Behandlung mit

Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. in seltenen Fällen die

Sicherheit der empfängnisverhütenden Wirkung von hormonalen

Kontrazeptiva ("Pille") in Frage gestellt sein kann. Es empfiehlt

sich deshalb, zusätzlich andere Methoden der Empfängnisverhütung

anzuwenden.

Das Auftreten von Durchfällen kann zur Störung der Aufnahme

anderer Arzneimittel in den Körper führen und damit deren Wirkung

beeinträchtigen.

Beeinflussung labordiagnostischer Untersuchungen

Die Eiweißbestimmung im Urin mittels Präzipitationsverfahren

(Sulfosalicylsäure, Trichloressigsäure), der Folin-Ciocalteu-Lowry-

Methode oder der Biuret-Methode kann zu falsch positiven Ergebnissen

führen. Die Eiweißbestimmung im Harn sollte daher mit anderen

Methoden durchgeführt werden.

Ebenfalls zu falsch positiven Ergebnissen kann die Aminosäure-

bestimmung im Urin mittels der Ninhydrin-Methode führen.

Penicilline binden an Albumin. In elektrophoretischen Methoden zur

Albumin-Bestimmung kann dadurch eine Pseudobisalbuminämie

vorgetäuscht werden.

Unter der Behandlung mit Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. können

der nichtenzymatische Harnzuckernachweis und der Urobilinogen-

Nachweis falsch positiv ausfallen.

Bei der Bestimmung von 17-Ketosteroiden (mittels der Zimmermann-

Reaktion) im Urin können unter der Behandlung mit Retacillin

compositum 1,2 Mio I.E. erhöhte Werte auftreten.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Bisherige Erfahrungen mit der Anwendung bei Schwangeren haben

keine Anhaltspunkte für fruchtschädigende Wirkungen ergeben. Eine

Anwendung von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. ist während der

gesamten Schwangerschaft bei entsprechender Indikationsstellung

möglich.

In der Schwangerschaft sollte das Procain-haltige Arzneimittel

dennoch nur unter sorgfältiger Indikationsstellung zur Anwendung

kommen, auch wenn besondere Risiken bisher nicht bekannt geworden

sind.

Stillzeit

Benzylpenicillin tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über.

Bei der Anwendung von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. während

der Stillzeit ist beim gestillten Säugling eine Sensibilisierung

und Beeinträchtigung der normalen bakteriellen Darmbesiedlung

nicht auszuschließen.

Auf Durchfälle und Sprosspilzbesiedlung der Schleimhäute sollte

beim Säugling geachtet werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Da das Arzneimittel Benzylpenicillin-Procain enthält, kann im

Einzelfall nicht ausgeschlossen werden, dass nach der Injektion

die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum

Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt

beeinträchtigt wird.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von

Retacillin compositum 1,2 Mio I.E.

Bei Nierenfunktionsstörungen ist die verlangsamte Ausscheidung von

Povidon zu beachten.

Auf Grund des Povidon-Gehaltes kann nicht ausgeschlossen werden,

dass es nach häufiger oder längerdauernder Anwendung in sehr

seltenen Fällen zu einer Speicherung von Povidon im Retikulo-

endothelialen System (RES) oder zu örtlichen Ablagerungen und

Fremdkörpergranulomen kommen kann, die zur Verwechslung mit

Geschwülsten Anlass geben können.

Eine Durchstechflasche Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. enthält

weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium, d. h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

3.

WIE IST Retacillin compositum 1,2 Mio I.E ANZUWENDEN?

Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. wird im Allgemeinen durch einen

Arzt angewendet.

Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich über die

Anwendung nicht ganz im Klaren sind.

Der Internationale Biologische Referenzstandard für Benzyl-

penicillin wurde 1968 abgeschafft, nachdem die Substanz voll-

ständig durch analytische Prüfmethoden charakterisiert werden

konnte. Für die quantitative Angabe der Dosierung bevorzugt man

jedoch noch die (biologischen) Internationalen Einheiten (I.E.).

Wenden Sie das Arzneimittel entsprechend den nachfolgenden

Dosierungsempfehlungen an:

Im Allgemeinen erhalten in Abständen von 4 bis 7 Tagen (bei Bedarf

kann das Injektionsintervall verkürzt werden):

- Erwachsene und Kinder mit Körpergewicht über 40 kg (Kinder ca.

12 Jahre):

1 200 000 I.E.

- Kinder mit Körpergewicht über 20 kg (ca. 6 Jahre):

600 000 bis 1 200 000 I.E.

- Kinder mit Körpergewicht über 10 kg (ca. 3 Jahre):

600 000 bis 900 000 I.E.

Rezidivprophylaxe nach Folgekrankheiten von Streptokokken

infektionen (z.

B. rheumatisches Fieber) und Wundrose (Erysipel):

Erwachsene und Kinder über 40 kg Körpergewicht 1- bis 2-mal pro

Monat 1 200 000 I.E.

Frühsyphilis (primäre, sekundäre oder latente Syphilis bei maximal

einjähriger Infektionsdauer) ohne pathologische Liquorbefunde:

2 400 000 I.E. einmalig injiziert (je 1 200 000 I.E. an zwei

verschiedenen Injektionsorten)

Syphilis mit einer mehr als einjährigen Infektionsdauer (latente,

kardiovaskuläre oder späte benigne Syphilis) mit Ausnahme der

Neurosyphilis und nur beim Vorliegen apatho

logischer

Liquorbefunde:

3 Injektionen von je 2 400 000 I.E. in Abständen von einer Woche

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Nierenfunktionsstörungen sind in üblicher Dosierung keine

toxischen Spiegel von Benzylpenicillin zu erwarten (siehe unter

2., Abschnitt „Wichtige Informationen über bestimmte sonstige

Bestandteile von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. ").

Dosierung bei Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit Leberinsuffizienz sind keine Dosisanpassungen

erforderlich.

Dosierung bei Hämodialysepatienten

Benzylpenicillin ist hämodialysierbar. Untersuchungen zum Einfluss

der Dialyse auf die Benzylpenicillin-Plasmaspiegel liegen nicht

vor, so dass im Einzelfall entschieden werden sollte, ob Dialyse-

patienten mit Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. behandelt werden.

Art der Anwendung

Herstellung der Suspension

Das Suspendieren des Inhalts einer Injektionsflasche Retacillin

compositum 1,2 Mio I.E. sollte mit dem beigegebenen Lösungs-

mittel erfolgen. Das Lösungsmittel wird in die Injektionsflasche

eingespritzt und anschließend die Flasche geschwenkt. Starkes

Schütteln ist wegen Schaumbildung zu vermeiden.

Die Injektionssuspension ist nur zur einmaligen Entnahme vor-

gesehen. Die Anwendung muss unmittelbar nach Öffnung der Ampulle

und der Herstellung der Injektionssuspension erfolgen. Nicht

verbrauchte Reste sind zu verwerfen.

Injektion

Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. wird ausschließlich tief

intramuskulär mit langer, dicker Nadel (Kanülendurchmesser

0,90 mm) in den oberen äußeren Quadranten der Gesäßmuskulatur in

Stichrichtung auf den Darmbeinkamm oder nach der Methode von Von

Hochstetter injiziert. Der Einstich sollte möglichst senkrecht zur

Hautoberfläche, die Injektion möglichst fern von größeren Gefäßen

erfolgen. In jedem Fall muss vor der Injektion aspiriert werden.

Bei der Aspiration von Blut oder bei Schmerzen unter der Injektion

muss diese abgebrochen werden.

Die Injektion darf nicht in Gewebe mit verminderter Durchblutung

erfolgen (siehe unter 2., Abschnitt „Retacillin compositum 1,2 Mio

I.E. darf nicht angewendet werden, wenn Sie“). Bei wiederholter

Anwendung ist die Injektionsstelle zu wechseln.

Die Injektion soll möglichst langsam und nur mit schwachem Druck

vorgenommen werden. Ein "Verreiben" nach der Injektion ist zu

vermeiden.

Bei der Langzeitbehandlung mit Depot-Penicillinen (z. B. bei

Rezidivprophylaxe nach rheumatischem Fieber) kann es nach

wiederholten Injektionen in ein engbegrenztes Areal im Muskel-

gewebe zu einer Gewebsschädigung sowie Durchwachsung mit Blut-

gefäßen kommen, wodurch bei jeder weiteren Injektion die Mög-

lichkeit des Eindringens von Injektionsgut in die Blutbahn - sei

es durch direkte Injektion in ein Blutgefäß, sei es durch

Einpressen infolge des Injektionsdruckes oder gar durch "Ver-

reiben" des Depots - vergrößert wird. Es empfiehlt sich daher, bei

der Langzeitbehandlung jede Injektion möglichst weit entfernt vom

Ort der letzten Injektion vorzunehmen.

Hinweis

Wegen der möglichen Nebenwirkungen (Nicolau- oder Hoigné-Syndrom

zusammen mit der Procain-Wirkung) ist es dringend geboten, durch

einen Aspirationsversuch mit leerer Injektionsspritze die intrava-

sale Lage der Kanüle auszuschließen.

Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt.

Die Behandlungsdauer ist vom Ansprechen der Erreger bzw. dem

klinischen Erscheinungsbild abhängig.

Die Rezidivprophylaxe bei rheumatischem Fieber sollte über

mindestens 5 Jahre nach der letzten Attacke erfolgen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben,

dass die Wirkung von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. zu stark

oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Retacillin compositum 1,2 Mio I.E.

angewendet haben, als Sie sollten

Symptome einer Überdosierung

Bei versehentlicher Applikation in ein Blutgefäß sind folgende

Symptome einer Überdosierung bezüglich Procain zu beachten:

Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. wirkt aufgrund des Gehaltes an

Benzylpenicillin-Procain in niedrigen toxischen Dosierungen als

zentrales Nervenstimulans, in hohen toxischen Bereichen kommt es

zur Depression der zentralen Funktionen. Die Procain-Vergiftung

verläuft in 2 Phasen:

1. Stimulation

- Zentralnervensystem: Periorale Missempfindungen, Gefühl der

tauben Zunge, Unruhe, Verwirrtheit (Delirium), Krämpfe

(tonisch-klonisch)

- Herzkreislaufsystem (kardiovaskulär):Herzfrequenz erhöht,

Blutdruck erhöht, Rötung der Haut.

2. Depression

- Zentralnervensystem: Koma, Atemstillstand

- Herzkreislaufsystem (kardiovaskulär):Pulse nicht tastbar, Blässe,

Herzstillstand.

Patienten mit einer beginnenden Procain-Vergiftung fallen zunächst

durch exzitatorische Symptome auf. Sie werden unruhig, klagen über

Schwindel, akustische und visuelle Störungen sowie Kribbeln, vor

allem an Zunge und Lippenbereich. Die Sprache ist verwaschen,

Schüttelfrost und Muskelzuckungen sind Vorboten eines drohenden

generalisierten Krampfanfalls. Subkonvulsive Plasmaspiegel von

Procain führen oft auch zu Schläfrigkeit und Beruhigung (Sedie-

rung) der Patienten. Die Krampfanfälle sind zuerst von klonisch-

tonischer Form. Bei fortschreitender Vergiftung des Zentralnerven-

systems kommt es zu einer zunehmenden Funktionsstörung des Hirn-

stammes mit den Symptomen Atemdepression und Koma bis hin zum Tod.

Ein Blutdruckabfall (Hypotension) ist häufig das erste Zeichen

eines toxischen Effekts auf das Herzkreislaufsystem. Der Blut-

druckabfall wird hauptsächlich durch eine Hemmung bzw. Blockade

der Reizleitung im Herzen verursacht. Diese toxischen Wirkungen

sind jedoch klinisch von relativ untergeordneter Bedeutung.

Behandlungsmaßnahmen bei Überdosierung

Spezielle Maßnahmen bei Überdosierung außer dem Absetzen von

Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. sind nicht erforderlich.

Benzylpenicillin ist hämodialysierbar.

Procain-Vergiftungen sind nur bei versehentlicher intravasaler

Gabe von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. zu erwarten.

Bei Vergiftung durch Procain sind zentral wirkende Analeptika

kontraindiziert.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Retacillin compositum 1,2 Mio I.E.

Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem Behandelten

auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufig-

keitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich

1 bis 10 Behandelte von 1 000

Selten

1 bis 10 Behandelte von 10 000

Sehr selten

weniger als 1 Behandelter von 10 000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen

Überempfindlichkeitsreaktionen

Gelegentlich bis häufig treten allergische Reaktionen, selten

lebensbedrohliche allergisch bedingte (anaphylaktische) Schock-

reaktionen auf.

Milde Verlaufsformen manifestieren sich als polymorphes

(morbilli- oder skarlatiformes) Exanthem mit und ohne

Eosinophilie.

Schwerwiegender sind entzündliche Reaktionen an der Haut und an

den Schleimhäuten, die sich hauptsächlich an den Gefäßen der Haut

und Schleimhäute abspielen wie stark juckende Hautquaddeln

(urtikarielle oder ödematöse Hauterscheinungen), Schwellungen der

Haut und Schleimhäute, vor allem im Gesichtsbereich, im Mund,

Rachen und Kehlkopf (angioneurotisches Ödem, Larynxödem),

druckschmerzhafte Hautknoten (Erythema nodosum), Kapillarblutungen

in der Haut und Schleimhäuten (allergische Purpura, allergische

Vasculitis), weiterhin arterielle Gefäßverschlüsse, allergische

Lungenreaktionen (eosinophile pulmonale Infiltrate),

Arzneimittelfieber, Atemnot (Bronchospasmus), reversible

entzündliche Gewebsschäden (Serumkrankheits-Syndrom) und

allergisch bedingte (anaphylaktische) Reaktionen.

Ca. 5 % der allergischen Reaktionen nach Gabe eines Depot-

Penicillins, das Benzylpenicillin-Procain enthält, beruhen auf

einer Procain-Allergie.

Eine urtikarielle Sofortreaktion muss immer als bedrohliches

Zeichen angesehen werden und zwingt strikt zum Behandlungsabbruch.

Allergische Spätreaktionen kommen erst nach Tagen zur Ausbildung.

Dazu gehört die seltene Allergie vom Typ der Serumkrankheit. Sie

kann mit Fieber, Gelenkschwellungen und einem allergischen

Hautausschlag (Exanthem) einhergehen.

Sehr selten kann es zum lebensbedrohlichen allergisch bedingten

(anaphylaktischen) Schock mit Kreislaufversagen, Schweißausbruch

und Bewusstseinsstörungen kommen.

Sehr selten wurde im Zusammenhang mit einer Benzylpenicillin-

Behandlung über das Auftreten schwerer, zum Teil lebensbedroh-

licher blasenbildender Hautreaktionen, in der Regel mit Schleim-

hautbeteiligung, berichtet (Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-

Syndrom).

Zwischen Penicillinen und Stoffwechselprodukten von Hautpilzen

(Dermatophyten) kann eine Antigengemeinschaft bestehen, so dass

bei Patienten mit Hautpilzerkrankungen (Dermatomykosen) bereits

bei erstmaliger Gabe von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E.

allergische Reaktionen auftreten können.

Wirkungen auf die Leber

Sehr selten wurde über das Auftreten einer Leberentzündung (Hepa-

titis) und/oder einer Abflussstörung der Gallenflüssigkeit

(Cholestase) berichtet. Diese Reaktionen traten im Gefolge von

oder begleitend mit Schock, Hautausschlag (Exanthem), Schuppung

(exfoliativer Dermatitis), Fieber und/oder einer Vermehrung der

eosinophilen Granulozyten im Blut (Eosinophilie) oder einem

Serumkrankheits-Syndrom auf.

Beeinflussung des Magen-Darm-Traktes

Gelegentlich treten Entzündungen der Mund- und Zungenschleimhaut

(Stomatitis, Glossitis), schwarze Haarzunge (Lingua villosa

nigra), Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle auf.

Selten treten schwere, wässrige Durchfälle während oder nach der

Behandlung auf, die mit Fieber oder Bauchschmerzen einhergehen

können. Dabei ist an eine Antibiotika-bedingte Darmerkrankung

(pseudomembranöse Enterokolitis) zu denken, die lebensbedrohlich

sein kann. Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. sollte sofort

abgesetzt und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden, z. B.

Vancomycin oral, 4 x 250 mg täglich. Peristaltikhemmende Mittel

sind kontraindiziert.

Jarisch-Herxheimer-Reaktion

Bei der Behandlung von Spirochäteninfektionen (Syphilis,

Borreliose) kann es (meist 2 bis 12 Stunden nach der ersten Dosis)

zum Auftreten einer Jarisch-Herxheimer-Reaktion kommen, die durch

Fieber, Schüttelfrost, Allgemein- und Herdsymptome gekennzeichnet

ist (siehe unter 2., Abschnitt "Besondere Vorsicht bei der

Anwendung von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. ist

erforderlich").

Lokale Reaktionen

Auch bei sachgerechter Ausführung kann die intramuskuläre

Injektion von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. schmerzhaft sein.

Häufig werden Infiltrate oder Fieberreaktionen gesehen.

Sonstige Nebenwirkungen

Bei versehentlicher intravenöser Injektion eines Depot-Peni-

cillins kann ein Hoigné-Syndrom auftreten (weitere Hinweise

hierzu siehe unter 2., Abschnitt "Besondere Vorsicht bei der

Anwendung von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. ist

erforderlich").

Nach versehentlicher intraarterieller Applikation eines Depot-

Penicillins kann ein Nicolau-Syndrom auftreten (weitere Hinweise

hierzu siehe unter 2., Abschnitt "Besondere Vorsicht bei der

Anwendung von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. ist

erforderlich").

Sehr selten sind psychotische Reaktionen und Krampfanfälle

beobachtet worden, die wahrscheinlich auf das in vivo freigesetzte

Procain zurückzuführen sind.

Die langfristige und wiederholte Anwendung von Retacillin

compositum 1,2 Mio I.E. kann zu Superinfektionen mit resistenten

Bakterien und Sprosspilzen führen.

Besonderer Hinweis:

Sehr selten kann Sojalecithin allergische Reaktionen hervorrufen.

Gegenmaßnahmen

Bitte informieren Sie Ihren Arzt über aufgetretene Nebenwirkungen,

damit er diese gegebenenfalls spezifisch behandeln kann.

Bei schweren Unverträglichkeitsreaktionen sind ärztliche

Sofortmaßnahmen erforderlich.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der

aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation

aufgeführt sind.

5.

WIE IST Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Aufbewahrungsbedingungen:

Nicht über 25°C lagern.

Die Durchstechflasche mit Pulver zur Herstellung einer Injektions-

suspension in der Faltschachtel aufbewahren, um den Inhalt vor

Licht zu schützen.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel, der

Durchstechflasche mit Pulver zur Herstellung einer Injektions-

suspension und der Ampulle mit Lösungsmittel nach „verwendbar bis“

angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum

bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Hinweis auf Haltbarkeit nach Herstellung der gebrauchsfertigen

Zubereitung

Die Injektionssuspension von Retacillin compositum 1,2 Mio I.E.

ist unmittelbar vor der Anwendung frisch zuzubereiten.

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Was Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. enthält:

Die Wirkstoffe sind Benzylpenicillin-Natrium, Benzylpenicillin-

Procain und Benzylpenicillin-Benzathin.

1 Durchstechflasche mit Pulver zur Herstellung einer Injektions-

suspension enthält

180 mg Benzylpenicillin-Natrium (entsprechend 300 000 I.E.

Benzylpenicillin),

297 mg Benzylpenicillin-Procain 1 H

O (entsprechend 300 000 I.E.

Benzylpenicillin) und

507 mg Benzylpenicillin-Benzathin (entsprechend 600 000 I.E.

Benzylpenicillin).

Die sonstigen Bestandteile in der Durchstechflasche sind:

15 mg Povidon (K 17); (3-sn-Phosphatidyl)cholin (Sojalecithin),

Polysorbat 80 (pflanzlich), Natriumcitrat, Citronensäure ,

Mannitol (Ph.Eur.), Simeticon.

Der sonstige Bestandteil in der Ampulle ist:

Wasser für Injektionszwecke.

Wie Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. aussieht und Inhalt der

Packung:

Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. besteht aus seiner

Durchstechflasche (Klarglas) mit einem weißen bis cremefarbenen

Pulver sowie einer Ampulle mit einer klaren, farblosen Lösung. Das

gebrauchsfertige Arzneimittel ist eine milchigweiße homogene

Injektionssuspension.

Retacillin compositum 1,2 Mio I.E. ist in Packungen mit

1 Durchstechflasche mit Pulver und 1 Ampulle mit 5 ml Lösungs-

mittel (N1),

2 x 1 Durchstechflasche mit Pulver und 2 x 1 Ampulle mit 5 ml

Lösungsmittel (Bündelpackung) (N2),

5 x 1 Durchstechflasche mit Pulver und 5 x 1 Ampulle mit 5 ml

Lösungsmittel (Bündelpackung) (N2) und

10 x 1 Durchstechflasche mit Pulver und 10 x 1 Ampulle mit 5 ml

Lösungsmittel (Bündelpackung) (N3)

erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:

mibe GmbH Arzneimittel

Münchener Strasse 15

06796 Brehna

Tel.: 034954/247-0

Fax: 034954/247-100

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im November

2008.

Fachinformation

__________________________________________________________________

mibe + Logo

Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E.

__________________________________________________________________

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E.

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer

Injektionssuspension

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoffe: Benzylpenicillin-Natrium

Benzylpenicillin-Procain

Benzylpenicillin-Benzathin

1 Durchstechflasche mit Pulver enthält:

Benzylpenicillin-Natrium

180 mg

(entsprechend 300 000 I.E. Benzylpenicillin)

Benzylpenicillin-Procain 1 H

297 mg

(entsprechend 300 000 I.E. Benzylpenicillin)

Benzylpenicillin-Benzathin

507 mg

(entsprechend 600 000 I.E. Benzylpenicillin)

Sonstige Bestandteile: Enthält Povidon, (3-sn-

Phosphatidyl)cholin (Sojalecithin), Natriumcitrat

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe

Anschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver (in Durchstechflasche) und Lösungsmittel (in Ampulle)

zur Herstellung einer Injektionssuspension

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Systemische und/oder lokale Infektionen, die durch Benzyl-

penicillin-empfindliche Erreger verursacht sind, insbeson-

dere solche durch Streptococcus pyogenes (Gruppe A Strepto-

kokken), Streptococcus pneumoniae und Spirochäten.

Die i.m. Gabe von einem Depot-Penicillin ist dann angezeigt,

wenn eine orale Therapie, z. B. mit Phenoxymethylpenicillin

(Penicillin V), nicht möglich ist. Bei schweren Infektionen

ist eine i.v. Therapie mit einem geeigneten wasserlöslichen

Arzneimittel der i.m. Applikation vorzuziehen.

Infektionen des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches:

Eitrige Angina, Pharyngitis, "Angina-Plaut-Vincenti",

Scharlach, Sinusitis, Otitis media verursacht durch

Streptococcus pyogenes und S. pneumoniae

Rezidivprophylaxe nach Folgekrankheiten von Strepto-

kokkeninfektionen (z. B. rheumatisches Fieber)

Infektionen der Atemwege:

Lobär- und Segmentpneumonie, Bronchopneumonien, akute

bakterielle Bronchitiden

Infektionen der Haut:

Erysipel einschließlich Rezidivprophylaxe, Impetigo contagiosa

Schweinerotlauf (hervorgerufen durch Erysipelothrix

rhusiopathiae)

Kalkulierte Therapie von Wundinfektionen im Bereich von Haut-

und Unterhautgewebe bei Biss-Infektionen durch Pasteurella

multocida

Infektionen im Mund-Kiefer-Bereich:

Schwere entzündliche Paradontopathien, apikale Zahnabszesse und

periapikale Granulome (hervorgerufen meist durch Penicillin-

empfindliche aerob/anaerobe Mischflora) zusätzlich zu den

lokalen zahnärztlichen Maßnahmen

Diese Infektionen können zusätzlich zu den lokalen zahn-

ärztlichen Maßnahmen mit einem Depot-Penicillin behandelt

werden, wenn eine orale Gabe, z. B. von Phenoxymethyl-

penicillin (Penicillin V) nicht möglich ist.

Behandlung der Syphilis (nicht bei HIV-positiven

Patienten):

Frühsyphilis (primäre, sekundäre oder latente Syphilis

bei maximal einjähriger Infektionsdauer) ohne patho-

logische Liquorbefunde

Syphilis mit einer mehr als einjährigen Infektionsdauer

(latente, kardiovaskuläre oder späte benigne Syphilis)

mit Ausnahme der Neurosyphilis und nur beim Vorliegen

apathologischer Liquorbefunde.

Gegebenenfalls ist die Kombination mit einem weiteren

geeigneten Antibiotikum angezeigt.

National und international anerkannte Richtlinien für den

angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind

bei der Anwendung von Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. zu

berücksichtigen.

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

Der Internationale Biologische Referenzstandard für Benzyl-

penicillin wurde 1968 abgeschafft, nachdem die Substanz

vollständig durch analytische Prüfmethoden charakterisiert

werden konnte. Für die quantitative Angabe der Dosierung

bevorzugt man jedoch noch die (biologischen) Internationalen

Einheiten (I.E.).

Im Allgemeinen erhalten in Abständen von 4 bis 7 Tagen (bei

Bedarf kann das Injektionsintervall verkürzt werden):

Erwachsene und Kinder mit Körpergewicht über 40 kg

(Kinder ca. 12 Jahre)

1 200 000 I.E.

Kinder mit Körpergewicht über 20 kg (ca. 6 Jahre)

600 000 bis 1 200 000 I.E.

Kinder mit Körpergewicht über 10 kg (ca. 3 Jahre)

600 000 bis 900 000 I.E.

Bei Kindern unter 2 Jahren sind intramuskuläre Applikationen

kontraindiziert, sofern andere Applikationsformen möglich

sind (siehe Abschnitt 4.3 Gegenanzeigen).

Rezidivprophylaxe nach Folgekrankheiten von Streptokokken-

infektionen (z. B. rheumatisches Fieber) und Erysipel

Erwachsene und Kinder über 40 kg Körpergewicht 1- bis 2-mal

pro Monat 1 200 000 I.E.

Frühsyphilis (primäre, sekundäre oder latente Syphilis bei

maximal einjähriger Infektionsdauer) ohne pathologische

Liquorbefunde

2 400 000 I.E. einmalig injiziert (je 1 200 000 I.E. an zwei

verschiedenen Injektionsorten)

Syphilis mit einer mehr als einjährigen Infektionsdauer

(latente, kardiovaskuläre oder späte benigne Syphilis) mit

Ausnahme der Neurosyphilis und nur beim Vorliegen apatho-

logischer Liquorbefunde

3 Injektionen von je 2 400 000 I.E. in Abständen von einer

Woche

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Nierenfunktionsstörungen sind in üblicher Dosierung

keine toxischen Spiegel von Benzylpenicillin zu erwarten

(Beachte "Besonderer Hinweis" unter Abschnitt 4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung).

Dosierung bei Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit Leberinsuffizienz sind keine Dosisan-

passungen erforderlich.

Dosierung bei Hämodialysepatienten

Benzylpenicillin ist hämodialysierbar. Untersuchungen zum

Einfluss der Dialyse auf die Benzylpenicillin-Plasmaspiegel

liegen nicht vor, so dass im Einzelfall entschieden werden

sollte, ob Dialysepatienten mit Retacillin

®

compositum

1,2 Mio I.E. behandelt werden.

Art und Dauer der Anwendung

Herstellung der Suspension

Das Suspendieren des Inhalts einer Durchstechflasche Reta-

cillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. sollte mit dem beigegebe-

nen Lösungsmittel erfolgen. Das Lösungsmittel wird in die

Durchstechflasche eingespritzt und anschließend die Fla-

sche geschwenkt. Starkes Schütteln ist wegen Schaumbildung

zu vermeiden.

Die Injektionssuspension ist nur zur einmaligen Entnahme

vorgesehen. Die Anwendung muss unmittelbar nach Öffnung

der Ampulle und der Herstellung der Injektionssuspension

erfolgen. Nicht verbrauchte Reste sind zu verwerfen.

Injektion

Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. wird ausschließlich tief

intramuskulär mit langer, dicker Nadel (Kanülendurchmesser

0,90 mm) in den oberen äußeren Quadranten der Gesäßmusku-

latur in Stichrichtung auf den Darmbeinkamm oder nach der

Methode von Von Hochstetter injiziert. Der Einstich sollte

möglichst senkrecht zur Hautoberfläche, die Injektion

möglichst fern von größeren Gefäßen erfolgen. In jedem Fall

muss vor der Injektion aspiriert werden. Bei der Aspiration

von Blut oder bei Schmerzen unter der Injektion muss diese

abgebrochen werden.

Die Injektion darf nicht in Gewebe mit verminderter Durch-

blutung erfolgen (siehe auch Abschnitt 4.3 Gegenanzeigen).

Bei wiederholter Anwendung ist die Injektionsstelle zu

wechseln.

Die Injektion soll möglichst langsam und nur mit schwachem

Druck vorgenommen werden. Ein "Verreiben" nach der Injek-

tion ist zu vermeiden.

Bei der Langzeitbehandlung mit Depot-Penicillinen (z. B. bei

Rezidivprophylaxe nach rheumatischem Fieber) kann es nach

wiederholten Injektionen in ein engbegrenztes Areal im

Muskelgewebe zu einer Gewebsschädigung sowie Durchwachsung

mit Blutgefäßen kommen, wodurch bei jeder weiteren Injektion

die Möglichkeit des Eindringens von Injektionsgut in die

Blutbahn, sei es durch direkte Injektion in ein Blutgefäß,

sei es durch Einpressen infolge des Injektionsdruckes oder

gar durch "Verreiben" des Depots, vergrößert wird. Es

empfiehlt sich daher, bei der Langzeitbehandlung jede

Injektion möglichst weit entfernt vom Ort der letzten

Injektion vorzunehmen.

Hinweis

Wegen der möglichen Nebenwirkungen (Nicolau- oder Hoigné-

Syndrom) ist es dringend geboten, durch einen Aspirations-

versuch mit leerer Injektionsspritze die intravasale Lage

der Kanüle auszuschließen.

Dauer der Anwendung

Die Behandlungsdauer ist vom Ansprechen der Erreger bzw. dem

klinischen Erscheinungsbild abhängig.

Die Rezidivprophylaxe bei rheumatischem Fieber sollte über

mindestens 5 Jahre nach der letzten Attacke erfolgen.

4.3

Gegenanzeigen

Bei einer Überempfindlichkeit gegen andere Betalactam-Anti-

biotika (z. B. Cephalosporine, Imipenem), ausgenommen Mono-

bactame (Aztreonam), kann eine Kreuzallergie bestehen.

Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. darf nicht angewendet

werden bei:

Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Lokal-

anästhetika vom Ester-Typ, Sulfonamide, Benzoesäure

(Parabene), Benzylpenicillin und Benzathin, Soja, Erdnuss

oder einen der sonstigen Bestandteile dieses

Arzneimittels

bekanntem Mangel an Pseudocholinesterase mit Folge erheb-

licher herabgesetzter Enzymaktivität

Behandlung von Neugeborenen mit konnataler Syphilis

in Geweben mit verminderter Durchblutung.

Bei Kindern unter 2 Jahren sind intramuskuläre Applikationen

kontraindiziert, sofern andere Applikationsformen möglich

sind.

Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. darf nicht subkutan,

intravenös, intraarteriell, peridural, spinal oder in andere

Körperhöhlen injiziert oder instilliert werden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Bei Patienten mit Verdacht auf Penicillin-Überempfindlich-

keit oder allergischer Reaktionsbereitschaft ist wegen der

Depot-Wirkung besondere Vorsicht bei der Anwendung von Reta-

cillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. geboten.

Bei jeder Anwendung sollten eine ausreichende Nachbeobach-

tung und Möglichkeiten zur Schockbekämpfung gewährleistet

sein. Bei anamnestischen Hinweisen auf eine Penicillin-

Allergie muss vor der Anwendung von Depot-Präparaten aus-

drücklich gewarnt werden.

Da schwere allergische Sofortreaktionen auch bei Erstanwen-

dung möglich sind, sollte eine ärztliche Überwachung bzw.

Erreichbarkeit über mindestens 1 Stunde gewährleistet sein.

Bei Patienten mit Dermatomykosen wurden parallergische Reak-

tionen aufgrund einer Antigengemeinschaft zwischen Penicil-

lin und Dermatophyten beobachtet, die bereits bei erst-

maliger Gabe auftreten können.

Langfristige und wiederholte Anwendung kann zu Superinfek-

tionen mit resistenten Bakterien und Sprosspilzen führen.

Bei primären Koagulopathien und medikamentöser Herabsetzung der

Gerinnungsfähigkeit, z. B. mit Cumarinen, ist Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. nicht zu empfehlen.

Bei Diabetikern ist mit einer verzögerten Resorption aus dem

intramuskulären Depot zu rechnen.

Bei versehentlicher intravenöser Injektion eines Depot-

Penicillins kann ein Hoigné-Syndrom auftreten, das durch

Todesangst, Halluzinationen, Sehstörungen, Ohrensausen,

Schwindel, Parästhesien oder Tachykardien sowie bedingt

durch das im Arzneimittel enthaltene Benzylpenicillin-

Procain durch Erscheinungen einer Procain-Intoxikation ge-

kennzeichnet ist. In der Regel verschwinden diese Symptome

innerhalb von 30 Minuten vollständig, über schwere Verläufe

mit z. T. letalem Ausgang wurde auch berichtet.

Nach versehentlicher intraarterieller Applikation eines

Depot-Penicillins kann ein Nicolau-Syndrom auftreten. Neben

den örtlichen ischämiebedingten Befunden (Schmerzen, Blässe,

Ödem- und Blasenbildung mit anschließender Nekrotisierung)

sind schwere Verlaufsformen mit Schock und Verbrauchs-

koagulopathie möglich.

Bei der Behandlung der Syphilis kann es zu einer Jarisch-

Herxheimer-Reaktion kommen. 2 bis 12 Stunden nach Applika-

tion des Depot-Penicillins kann es zu Kopfschmerzen, Fieber,

Schweißausbrüchen, Schüttelfrost, Muskel- und Gelenkschmer-

zen, Übelkeit, Tachykardie, Blutdruckanstieg und nachfolgen-

dem Blutdruckabfall kommen. Nach 10 bis 12 Stunden klingen

die Symptome wieder ab. Bei Auftreten solcher Reaktionen ist

sofort ein Arzt zu verständigen, der die Vitalfunktionen

überwacht und in Abhängigkeit vom Schweregrad entsprechende

Gegenmaßnahmen einleitet.

Bei der Behandlung der Syphilis ist der Therapieerfolg durch

eine geeignete Untersuchung nachzuweisen.

Für die Syphilisbehandlung kann bei Nicht-HIV-Patienten ein

Depot-Penicillin verwendet werden, außer bei Spätlatenz und

Neurosyphilis.

Bei HIV-Patienten ist zur Behandlung der Syphilis eine

intravenöse Benzylpenicillin-Behandlung erforderlich.

Anhaltende schwere Durchfälle können ein Zeichen für eine

potentiell lebensbedrohliche pseudomembranöse Kolitis sein.

Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. sollte abgesetzt und

eine geeignete Behandlung eingeleitet werden (z. B. Vanco-

mycin oral). Die Peristaltik hemmende Arzneimittel sind

kontraindiziert.

Endokarditis und septische Verläufe bei Schweinerotlauf

(hervorgerufen durch Erysipelothrix rhusiopathiae) sind

intravenös mit Benzylpenicillin zu therapieren.

Da Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. Benzylpenicillin-

Procain enthält, darf die Anwendung nur mit besonderer Vor-

sicht erfolgen bei:

- Myasthenia gravis

- Störungen des Herz-Reizleitungssystems

- Herzinsuffizienz.

Ist eine Allergie gegen Procain bekannt, so kann eine Kreuz-

allergie gegenüber anderen Ester-Lokalanästhetika und

chemisch verwandten Substanzen in Form einer Paragruppen-

allergie auftreten. Chemische Basis dieser Gruppenallergie

ist eine an den Benzolring gebundene Amino- bzw. Hydroxyl-

gruppe, die sich in Parastellung zu den anderen Resten be-

findet. Auch bei kutaner Form der Procain-Allergie kann sich

eine Gruppenallergie entwickeln mit entsprechenden Symptomen

auf Sulfonamide, orale Antidiabetika, bestimmte Farbstoffe,

Röntgenfilmentwickler usw.

Bei bekannter Allergie gegen Sulfonamide ist eine

kreuzallergische Reaktion auf Procain nicht auszuschließen.

Bei Patienten mit Pseudocholinesterase-Mangel und erheblich

herabgesetzter Enzymaktivität muss verstärkt mit toxischen

Symptomen bei Procain-Applikation gerechnet werden.

Es ist zu beachten, dass unter Behandlung mit Blutgerin-

nungshemmern (Antikoagulanzien, wie z. B. Heparin), nicht-

steroidalen Antirheumatika oder Plasmaersatzmitteln nicht

nur eine versehentliche Gefäßverletzung im Rahmen der

Schmerzbehandlung zu ernsthaften Blutungen führen kann,

sondern dass allgemein mit einer erhöhten Blutungsneigung

gerechnet werden muss. Gegebenenfalls sollten die Blutungs-

zeit und die partielle Thromboplastinzeit (PTT), rsp. akti-

vierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT), bestimmt, der

Quick-Test durchgeführt und die Thrombozytenzahl überprüft

werden. Diese Untersuchungen sollten bei Risikopatienten

auch im Falle einer Low-dose-Heparinprophylaxe (vorsorgliche

Behandlung mit dem Blutgerinnungshemmer Heparin in niedriger

Dosis) vor der Anwendung von Retacillin

®

compositum

1,2 Mio I.E. durchgeführt werden.

Eine Durchstechflasche Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E.

enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium.

Besonderer Hinweis

Bei Nierenfunktionsstörungen ist die verlangsamte Ausschei-

dung von Povidon zu beachten. Aufgrund des Povidon-Gehaltes

kann nicht ausgeschlossen werden, dass es nach häufiger oder

länger dauernder Anwendung sehr selten zu einer Speicherung

von Povidon im Retikuloendothelialen System (RES) oder zu

örtlichen Ablagerungen und Fremdkörpergranulomen kommen

kann, die zur Verwechslung mit Geschwülsten Anlass geben

können.

Therapie des anaphylaktischen Schocks

Neben anderen gebräuchlichen Notfallmaßnahmen (Atemwege

freihalten!)

medikamentöse Sofortmaßnahmen

Sofort: Epinephrin (Adrenalin) i.v.

Nach Verdünnen von 1 ml der handelsüblichen Lösung (1:1 000)

auf 10 ml oder unter Verwendung einer Epinephrin-Fertig-

spritze (1:10 000) wird zunächst davon 1 ml (= 0,1 mg

Epinephrin) unter Puls- und Blutdruckkontrolle langsam

intravenös injiziert (cave: Herzrhythmusstörungen!).

danach: Antihistaminika; Volumensubstitution i.v., z. B.

Plasmaexpander, Humanalbumin, Vollelektrolyt-Lösung

anschließend: Glucocorticoide i.v.

z. B. 250 bis 1 000 mg Prednisolon (oder äquivalente Menge

eines Derivats). Die Glucocorticoid-Gabe kann wiederholt

werden.

Bei Kindern ist die Dosierung der genannten Präparate dem

Körpergewicht bzw. dem Alter entsprechend zu reduzieren.

Weitere Therapiemaßnahmen sind zu erwägen, z. B. künstliche

Beatmung, Sauerstoffinhalation.

Eine sorgfältige Überwachung des Patienten ist erforderlich,

da die Symptome rezidivieren können.

Wenn nach intramuskulärer Gabe von Retacillin

®

compositum

1,2 Mio I.E. schwere allergische Symptome auftreten, muss die

chirurgische Entfernung des Depotareals in Erwägung gezogen

werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Die Kombinationstherapie mit geeigneten Antibiotika wie

Aminoglykosiden kann zu einem synergistischen Effekt führen.

Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. sollte jedoch nicht mit

bakteriostatisch wirkenden Chemotherapeutika wie Tetracycli-

nen, Chloramphenicol, Makroliden und Sulfonamiden kombiniert

werden.

Verstärkung der Wirkung und möglicherweise Verstärkung der

Nebenwirkungen

- Probenecid:

Die gleichzeitige Gabe von Probenecid führt durch Hemmung

der tubulären Sekretion von Benzylpenicillin zu erhöhten

Serumkonzentrationen und zu einer Verlängerung der

Eliminationshalbwertszeit.

- Salicylate, Phenylbutazon, Indometacin und Sulfin-

pyrazon:

Die Eliminationshalbwertszeit von Benzylpenicillin wird

gleichfalls unterschiedlich verlängert.

- nichtdepolarisierende Muskelrelaxanzien:

Da Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. Benzylpenicillin-

Procain enthält, kann es zu einer Verlängerung der Wirkung

durch nichtdepolarisierende Muskelrelaxanzien kommen.

- Physostigmin:

Da Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. Benzylpenicillin-

Procain enthält, kann es zu einer Verstärkung der Wirkung

durch Physostigmin kommen.

Abschwächung der Wirkung

- Probenecid:

Probenecid hemmt den Penicillin-Transport aus der Zerebro-

spinalflüssigkeit, so dass bei gleichzeitiger Gabe von

Probenecid die ohnehin schlechte Penetration von Benzyl-

penicillin in das Gehirngewebe noch verringert wird.

Sonstige mögliche Wechselwirkungen

- Sulfonamide:

Da Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. Benzylpenicillin-

Procain enthält, kann es zu einer Verminderung der

Wirksamkeit der Sulfonamide kommen.

- Cholinesterase-Inhibitoren:

Aufgrund des Procain-Gehaltes von Retacillin

®

compositum

1,2 Mio I.E. sollte das Arzneimittel nicht gemeinsam mit

Cholinesterase-Inhibitoren eingesetzt werden. Durch deren

Einfluss auf den Procain-Metabolismus kommt es zu einer

Erhöhung der Procain-Toxizität. Andere pharmakologische

Eigenschaften der Cholinesterase-Hemmer könnten die

Procain-Toxizität ebenfalls beeinflussen.

- Physostigmin:

Physostigmin kann in niedrigen Dosierungen einen protek-

tiven Effekt gegen toxische Procain-Wirkungen haben.

- Kontrazeptiva:

Unter der Therapie mit Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E.

kann die Wirksamkeit hormonaler Kontrazeptiva beeinträch-

tigt sein. Es empfiehlt sich deshalb, zusätzlich andere

Methoden der Empfängnisverhütung anzuwenden.

- Oral verabreichte Arzneimittel:

Treten Durchfälle auf, so kann die Resorption anderer oral

verabreichter Arzneimittel gestört und somit deren Wirkung

beeinträchtigt werden.

Beeinflussung labordiagnostischer Untersuchungen

Die Eiweißbestimmung im Urin mittels Präzipitationsverfahren

(Sulfosalicylsäure, Trichloressigsäure), der Folin-Ciocalteu-

Lowry-Methode oder der Biuret-Methode kann zu falsch posi-

tiven Ergebnissen führen. Die Eiweißbestimmung im Harn sollte

daher mit anderen Methoden durchgeführt werden.

Ebenfalls zu falsch positiven Ergebnissen kann die Amino-

säurebestimmung im Urin mittels der Ninhydrin-Methode füh-

ren.

Penicilline binden an Albumin. In elektrophoretischen Metho-

den zur Albumin-Bestimmung kann dadurch eine Pseudobisalbu-

minämie vorgetäuscht werden.

Unter der Therapie mit Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E.

können der nichtenzymatische Harnzuckernachweis und der Uro-

bilinogen-Nachweis falsch positiv ausfallen.

Bei der Bestimmung von 17-Ketosteroiden (mittels der Zimmer-

mann-Reaktion) im Urin können unter der Therapie mit Reta-

cillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. erhöhte Werte auftreten.

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Benzylpenicillin und Procain sind plazentagängig.

Aus tierexperimentellen Untersuchungen und den bisherigen

Erfahrungen mit der Anwendung von Benzylpenicillin bei

Schwangeren haben sich keine Anhaltspunkte für

fruchtschädigende Wirkungen ergeben. Eine Anwendung von

Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. während der gesamten

Schwangerschaft ist bei entsprechender Indikationsstellung

möglich (siehe auch Abschnitt 5.3 Präklinische Daten zur

Sicherheit).

In der Schwangerschaft sollte das Procain-haltige Arznei-

mittel dennoch nur unter sorgfältiger Indikationsstellung

zur Anwendung kommen, auch wenn besondere Risiken bisher

nicht bekannt geworden sind.

Stillzeit

Benzylpenicillin und Procain werden mit der Muttermilch aus-

geschieden.

Die Milchgängigkeit von Benzylpenicillin ist gering. Die

Konzentration in der Muttermilch kann 2 bis 15 % der

mütterlichen Serumwerte erreichen. Obwohl bislang bei mit

Muttermilch ernährten Säuglingen keine Nebenwirkungen

berichtet wurden, muss die Möglichkeit einer

Sensibilisierung oder einer Beeinträchtigung der Darmflora

in Betracht gezogen werden.

Auf Durchfälle und Sprosspilzbesiedlung der Schleimhäute

sollte beim Säugling geachtet werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen

Da das Arzneimittel Benzylpenicillin-Procain enthält, kann

im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden, dass nach der

Injektion die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßen-

verkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne

sicheren Halt beeinträchtigt wird.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende

Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

10 %

Häufig:

1 bis < 10 %

Gelegentlich:

0,1 bis < 1 %

Selten:

0,01 bis < 0,1 %

Sehr selten:

< 0,01 %

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Es wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet:

Überempfindlichkeitsreaktionen

Gelegentlich bis häufig treten allergische Reaktionen,

selten lebensbedrohliche anaphylaktische Schockreaktionen

auf.

Milde Verlaufsformen manifestieren sich als polymorphes

(morbilli- oder skarlatiformes) Exanthem mit und ohne

Eosinophilie.

Schwerwiegender sind urtikarielle oder ödematöse Hauter-

scheinungen, angioneurotisches Ödem, Larynxödem, allergische

Vasculitis, Erythema nodosum, allergische Purpura,

arterielle Gefäßverschlüsse, eosinophile pulmonale

Infiltrate, Bronchospasmus, Arzneimittelfieber,

Serumkrankheits-Syndrom und anaphylaktische Reaktionen.

Ca. 5 % der allergischen Reaktionen nach Gabe eines Depot-

Penicillins, das Benzylpenicillin-Procain enthält, beruhen

auf einer Procain-Allergie.

Eine urtikarielle Sofortreaktion muss immer als bedrohliches

Zeichen angesehen werden und zwingt strikt zum Therapieab-

bruch.

Allergische Spätreaktionen kommen erst nach Tagen zur Aus-

bildung. Dazu gehört die seltene Allergie vom Typ der Serum-

krankheit. Sie kann mit Fieber, Gelenkschwellungen und einem

allergischen Exanthem einhergehen.

Sehr selten kann es zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen

Schock kommen (Gegenmaßnahmen siehe unter Abschnitt 4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung).

Sehr selten wurde im Zusammenhang mit einer Benzylpenicil-

lin-Therapie über das Auftreten schwerer, zum Teil lebens-

bedrohlicher bullöser Hautreaktionen, in der Regel mit

Schleimhautbeteiligung, berichtet (Stevens-Johnson-Syndrom,

Lyell-Syndrom).

Zwischen Penicillinen und Stoffwechselprodukten von Derma-

tophyten kann eine Antigengemeinschaft bestehen, so dass bei

Patienten mit Dermatomykosen bereits bei erstmaliger Gabe

von Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. allergische Reak-

tionen auftreten können (zur Therapie des anaphylaktischen

Schocks siehe Abschnitt 4.4 Besondere Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung).

Wirkungen auf die Leber

Sehr selten wurde über das Auftreten einer Hepatitis

und/oder Cholestase berichtet. Diese Reaktionen traten im

Gefolge von oder begleitend mit Schock, Exanthem,

exfoliativer Dermatitis, Fieber und/oder Eosinophilie oder

einem Serumkrankheits-Syndrom auf.

Beeinflussung des Magen-Darm-Traktes

Gelegentlich treten Glossitis, Stomatitis, Lingua villosa

nigra, Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle auf.

Selten treten schwere, wässrige Durchfälle während oder nach

der Therapie auf, die mit Fieber oder Bauchschmerzen

einhergehen können. Dabei ist an eine antibiotikabedingte

pseudomembranöse Enterokolitis zu denken, die lebens-

bedrohlich sein kann. Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E.

sollte dann sofort abgesetzt und eine geeignete Therapie

eingeleitet werden, z. B. Vancomycin oral, 4 x 250 mg

täglich. Peristaltikhemmende Mittel sind kontraindiziert.

Jarisch-Herxheimer-Reaktion

Bei der Behandlung von Spirochäteninfektionen (Syphilis,

Borreliose) kann es (meist 2 bis 12 Stunden nach der ersten

Dosis) zum Auftreten einer Jarisch-Herxheimer-Reaktion

kommen, die durch Fieber, Schüttelfrost, Allgemein- und

Herdsymptome gekennzeichnet ist (siehe auch Abschnitt 4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung).

Lokale Reaktionen

Auch bei sachgerechter Ausführung kann die intramuskuläre

Injektion von Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. schmerz-

haft sein. Häufig werden Infiltrate oder Fieberreaktionen

gesehen.

Sonstige Nebenwirkungen

Bei versehentlicher intravenöser Injektion eines Depot-Peni-

cillins kann ein Hoigné-Syndrom auftreten (weitere Hinweise

hierzu siehe unter Abschnitt 4.4 Besondere Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung).

Nach versehentlicher intraarterieller Applikation eines

Depot-Penicillins kann ein Nicolau-Syndrom auftreten

(weitere Hinweise hierzu siehe unter Abschnitt 4.4 Besondere

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung).

Sehr selten sind psychotische Reaktionen und Krampfanfälle

beobachtet worden, die wahrscheinlich auf das in vivo

freigesetzte Procain zurückzuführen sind.

Die langfristige und wiederholte Anwendung von Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. kann zu Superinfektionen mit resis-

tenten Bakterien und Sprosspilzen führen.

Sehr selten kann Sojalecithin allergische Reaktionen

hervorrufen.

4.9 Überdosierung

Symptome

Die bei der hoch dosierten Benzylpenicillin-Therapie mög-

lichen neurotoxischen Reaktionen treten aufgrund der nied-

rigen Plasmaspiegel dieses Depot-Präparates nicht auf.

Bei versehentlicher intravasaler Applikation sind

folgende Symptome einer Überdosierung bezüglich Procain

zu beachten

Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. wirkt aufgrund des Ge-

haltes an Benzylpenicillin-Procain in niedrigen toxischen

Dosierungen als zentrales Nervenstimulans, in hohen toxi-

schen Bereichen kommt es zu Depression der zentralen Funk-

tionen. Die Procain-Intoxikation verläuft in 2 Phasen:

1. Stimulation

- ZNS: Periorale Missempfindungen, Gefühl der tauben Zunge,

Unruhe, Delirium, Krämpfe (tonisch-klonisch)

- Kardiovaskulär: Herzfrequenz erhöht, Blutdruck erhöht,

Rötung der Haut

2. Depression

- ZNS: Koma, Atemstillstand

- Kardiovaskulär: Pulse nicht tastbar, Blässe, Herzstill-

stand.

Patienten mit einer beginnenden Procain-Intoxikation fallen

zunächst durch exzitatorische Symptome auf. Sie werden un-

ruhig, klagen über Schwindel, akustische und visuelle Stö-

rungen sowie Kribbeln, vor allem an Zunge und Lippenbereich.

Die Sprache ist verwaschen, Schüttelfrost und Muskelzu-

ckungen sind Vorboten eines drohenden generalisierten

Krampfanfalls. Subkonvulsive Plasmaspiegel von Procain

führen oft auch zu Schläfrigkeit und Sedierung der

Patienten. Die Krampfanfälle sind zuerst von klonisch-

tonischer Form. Bei fortschreitender ZNS-Intoxikation kommt

es zu einer zunehmenden Funktionsstörung des Hirnstammes mit

den Symptomen Atemdepression und Koma bis hin zum Tod.

Ein Blutdruckabfall ist häufig das erste Zeichen eines toxi-

schen Effekts auf das kardiovaskuläre System. Die Hypoten-

sion wird hauptsächlich durch eine Hemmung bzw. Blockade der

kardialen Reizleitung verursacht. Diese toxischen Wirkungen

sind jedoch klinisch von relativ untergeordneter Bedeutung.

Therapiemaßnahmen

Spezielle Maßnahmen bei Überdosierung durch Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E., außer dem Absetzen des Medika-

mentes, sind nicht erforderlich.

Benzylpenicillin ist hämodialysierbar.

Procain-Intoxikationen sind nur bei versehentlicher intra-

vasaler Gabe von Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. zu

erwarten.

Bei Intoxikation durch Procain sind zentral wirkende Analep-

tika kontraindiziert.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe

Benzylpenicillin (Penicillin G) ist ein halbsynthetisches,

nicht Betalaktamase-festes Betalaktam-Antibiotikum.

ATC-Code

J01C E08

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Benzylpenicillin beruht auf

einer Hemmung der bakteriellen Zellwandsynthese (in der

Wachstumsphase) durch Blockade der Penicillin-bindenden

Proteine (PBPs) wie z. B. der Transpeptidasen. Hieraus

resultiert eine bakterizide Wirkung.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im wesentlichen von der Zeitdauer ab,

während der der Wirkstoffspiegel oberhalb der MHK des

Erregers liegt.

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Benzylpenicillin kann auf folgenden

Mechanismen beruhen:

Inaktivierung durch Betalaktamasen: Benzylpenicillin ist

nicht Betalaktamase-fest und wirkt daher nicht gegen

Betalaktamase-bildende Bakterien (z. B. Staphylokokken

oder Gonokokken).

Reduzierte Affinität von PBPs gegenüber Benzylpenicillin:

Die erworbene Resistenz bei Pneumokokken und einigen

anderen Streptokokken gegenüber Benzylpenicillin beruht

auf Modifikationen vorhandener PBPs als Folge einer

Mutation. Für die Resistenz bei Methicillin (Oxacillin)-

resistenten Staphylokokken hingegen ist die Bildung eines

zusätzlichen PBPs mit verminderter Affinität gegenüber

Benzylpenicillin verantwortlich.

Unzureichende Penetration von Benzylpenicillin durch die

äußere Zellwand kann bei Gram-negativen Bakterien dazu

führen, dass die PBPs nicht ausreichend gehemmt werden.

Durch Effluxpumpen kann Benzylpenicillin aktiv aus der

Zelle transportiert werden.

Eine partielle oder vollständige Kreuzresistenz von

Benzylpenicillin besteht mit anderen Penicillinen und

Cephalosporinen.

Grenzwerte

Die Testung von Benzylpenicillin erfolgt unter Benutzung der

üblichen Verdünnungsreihe. Die Beurteilung der Ergebnisse

erfolgt auf der Basis der Grenzwerte für Benzylpenicillin.

Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und

resistente Keime wurden festgelegt:

DIN (Deutsches Institut für Normung) Grenzwerte

Erreger

Sensibel

Resistent

Alle Bakterien außer

Staphylococcus spp.

0,125 mg/l

>1 mg/l

Staphylococcus spp.

0,125 mg/l

> 0,125 mg/l

CLSI (US Clinical Laboratory Standards Institute) Grenzwerte

Erreger

Sensibel

Resistent

Staphylococcus spp.

0,125 mg/l

0,25 mg/l

Enterococcus spp.

8 mg/l

16 mg/l

Streptococcus

pneumoniae

0,06 mg/l

2 mg/l

Beta-hämolysierende

Streptokokken

0,12 mg/l

kein Grenzwert

angegeben

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies

kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind

- insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infek-

tionen - lokale Informationen über die Resistenzsituation

erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation

die Wirksamkeit von Benzylpenicillin in Frage gestellt ist,

sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt

werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder

bei Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit

dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit

gegenüber Benzylpenicillin anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der

Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus nationalen

Resistenzüberwachungsprojekten und –studien (Stand:

11.12.2007):

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Actinomyces israeli°

Corynebacterium diphtheriae°

Enterococcus faecalis

Erysipelothrix rusiopathiae°

Gardnerella vaginalis°

Streptococcus agalactiae

Streptococcus pneumoniae

Streptococcus pyogenes

Streptococcus dysgalactiae subsp. equisimilis°

(Streptokokken der Gruppen C & G)

Streptokokken der „Viridans“-Gruppe°^

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Borrelia burgdorferi°

Eikenella corrodens°$

Haemophilus influenzae°$

Neisseria meningitidis°

Anaerobe Mikroorganismen

Clostridium perfringens°

Clostridium tetani°

Fusobacterium spp.°

Peptococcus spp.°

Peptostreptococcus spp.°

Veillonella parvula°

Andere Mikroorganismen

Treponema pallidum°

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der

Anwendung darstellen können

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus+

Staphylococcus epidermidis+

Staphylococcus haemolyticus+

Staphylococcus hominis+

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Neisseria gonorrhoeae$

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Enterococcus faecium

Nocardia asteroides

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Alle Enterobacteriaceae-Spezies

Moraxella catarrhalis

Pseudomonas aeruginosa

Anaerobe Mikroorganismen

Bacteroides spp.

Andere Mikroorganismen

Chlamydia spp.

Chlamydophila spp.

Legionella pneumophila

Mycoplasma spp.

Bei Veröffentlichung der Tabelle lagen keine aktuellen

Daten vor. In der Primärliteratur, Standardwerken und

Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit

ausgegangen.

$ Die natürliche Empfindlichkeit der meisten Isolate liegt

im intermediären Bereich.

+ In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei

über 50%.

^ Sammelbezeichnung für eine heterogene Gruppe von

Streptokokken-Spezies. Resistenzrate kann in Abhängigkeit

von der vorliegenden Streptokokken-Spezies variieren.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. darf nur intramuskulär

appliziert werden. Die in dem Arzneimittel vorhandenen Salze

von Benzylpenicillin unterscheiden sich in ihrem pharmakoki-

netischen Verhalten:

Während die Wirkung von Benzylpenicillin-Natrium sofort ein-

setzt und kurze Zeit anhält, bewirkt Benzylpenicillin-Pro-

cain eine verzögerte Freisetzung von Benzylpenicillin und

Benzylpenicillin-Benzathin einen Depoteffekt über mehrere

Tage.

Nach intramuskulärer Injektion von 0,5 bzw. 1 Millionen I.E.

Benzylpenicillin-Natrium werden nach einer Stunde Plasma-

konzentrationen von 4,8 bzw. 12 µg/ml gemessen. Aufgrund der

Halbwertszeit von Benzylpenicillin von 30 bis 60 Minuten

fallen die Serumspiegel rasch wieder ab.

Durch den Benzylpenicillin-Procain-Anteil mit seiner verzö-

gerten Resorption werden auch nach 24 Stunden noch wirksame

Serumspiegel gefunden. Nach 300 000 I.E. Benzylpenicillin-

Procain werden binnen 1 bis 3 Stunden Spitzenwerte von

0,9 µg Benzylpenicillin/ml angegeben, die nach 24 Stunden

auf 0,1 µg/ml und nach 48 Stunden auf 0,03 µg/ml abfallen.

Die Halbwertszeit von Benzylpenicillin-Procain beträgt

> 12 Stunden.

Benzylpenicillin-Benzathin wird nach intramuskulärer Injektion im

Gewebsdepot nur langsam zu Benzylpenicillin hydrolysiert und dann

resorbiert. Als Mindestserumspiegel für eine sichere Wirkung auf

A-Streptokokken und ähnlich gut empfindliche Erreger gelten 0,03

I.E. Benzylpenicillin/ml. Unter Berücksichtigung von

Sicherheitsfaktoren werden 0,1 I.E./ml gefordert. Beim Erwachsenen

unterschreitet der Serumspiegel nach 300 000 I.E.

Benzylpenicillin-Benzathin diesen Wert binnen 72 Stunden nicht,

nach Retacillin

®

compositum 1,2 Mio I.E. (entsprechend 600 000 I.E.

Benzylpenicillin-Benzathin) wird er sogar für 7 Tage

aufrechterhalten. Die Halbwertszeit beträgt für Benzylpenicillin-

Benzathin mehr als 24 Stunden.

Verteilung

Das Verteilungsvolumen von Benzylpenicillin entspricht dem

Extrazellularraum. Die Plasmaeiweißbindung beträgt rund

50 %.

Benzylpenicillin ist gut gewebegängig. Das betrifft vor allem

die Haut, die Lunge, das Nierengewebe und die Leber, weniger

die Muskulatur und das Knochengewebe. In den meisten Geweben

betragen die extrazellulären Konzentrationen 25 bis 60 % der

Serumspiegel.

In der Pleura-, Perikard- und Synovialflüssigkeit werden nur

unter Entzündungsbedingungen Konzentrationen von mehr als

25 % der Serumwerte erreicht.

Im fetalen Kreislauf und im Fruchtwasser beträgt die Konzen-

tration von Benzylpenicillin bis zu 50 % und in der Milch

bis zu 10 % der mütterlichen Serumkonzentrationen.

Elimination

Die Ausscheidung von Benzylpenicillin erfolgt zu 85 bis 90 %

über die Nieren, davon bis zu 70 % in aktiver Form, der Rest

als inaktive Metaboliten, z. B. als Penicilloinsäure. Dabei

werden 80 bis 90 % des Benzylpenicillins über tubuläre Se-

kretion und 10 bis 20 % über glomeruläre Filtration elimi-

niert.

Neugeborene und Kleinkinder verfügen über eine geringere

Ausscheidungskapazität. Innerhalb der ersten Lebenswochen

beträgt die Eliminationshalbwertszeit 3 Stunden, nach der

2. Lebenswoche 1,4 Stunden.

Ein geringer Teil von Benzylpenicillin wird biliär ausge-

schieden. Die Exkretion in die Lebergalle entspricht der

Serumkonzentration. In der Blasengalle erfolgt eine Anrei-

cherung auf das 2- bis 3fache.

Bioverfügbarkeit

Eine in den Jahren 1999/2000 durchgeführte Bioverfügbar-

keitsstudie an 12 männlichen Probanden mit einer einmalig

intramuskulär verabreichten Dosis von Retacillin

®

compositum

1,2 Mio I.E. (entsprechend 300 000 Einheiten I.E

Benzylpenicillin-Natrium, 300 000 I.E. Benzylpenicillin-

Procain und 600 000 I.E. Benzylpenicillin-Benzathin) ergab

im Vergleich zu intramuskulär verabreichten 1,2 Millionen

Einheiten Benzylpenicillin-Natrium im Cross-Over-Design:

__________________________________________________________

Testpräparat Referenzpräparat

__________________________________________________________

maximale Plasma-

konzentration

4,171

12,411

[µg/ml]):

+ 1,078

+ 3,149

Zeitpunkt der maximalen

Plasmakonzentration

0,53

0,46

[h]):

+ 0,19

+ 0,21

Fläche unter der

Konzentrations-Zeit-

Kurve

17,62

20,88

(AUC

® ¥

[h x µg/ml]):

+ 2,80

+ 6,12

__________________________________________________________

Angabe der Werte als Mittelwerte und Standardabweichung

Mittlerer Benzylpenicillin-Plasmaspiegelverlauf über 14 Tage

nach i.m. Applikation des Testpräparates im Konzentrations-

Zeit-Diagramm:

Mittlerer Benzylpenicillin-Plasmaspiegelverlauf über 12 Stun-

den nach i.m. Applikation des Referenzpräparates im Konzen-

trations-Zeit-Diagramm:

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die Toxizität von Benzylpenicillin ist sehr gering. In

tierexperimentellen Untersuchungen fanden sich nach

parenteraler Gabe nur geringe akut toxische Wirkungen.

Chronische Toxizität

Tierexperimentelle Studien zur Toxizität nach wiederholter

Gabe von Benzylpenicillin liegen nicht vor.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Benzylpenicillin wurde nur unzureichend auf mutagene Wir-

kungen untersucht. Mehrere bakterielle Tests ergaben keine

Hinweise auf eine Induktion von Gen-Mutationen. In-vitro-

und In-vivo-Tests zum Nachweis von Chromosomenaberrationen

sind methodisch unzulänglich, ergeben aber keine relevanten

Verdachtsmomente.

Langzeituntersuchungen von Benzylpenicillin am Tier auf ein

tumorerzeugendes Potenzial liegen nicht vor.

Reproduktionstoxizität

Benzylpenicillin ist plazentagängig. 1 bis 2 Stunden post

applicationem werden im fetalen Serum den mütterlichen

Serumwerten entsprechende Konzentrationen erreicht. Bishe-

rige Erfahrungen mit Schwangeren sowie Untersuchungen an

Ratten, Kaninchen und Affen haben keine Hinweise auf ein

teratogenes Potenzial ergeben.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

1 Durchstechflasche mit Pulver zur Herstellung einer

Injektionssuspension enthält:

15 mg Povidon (K 17); (3-sn-Phosphatidyl)cholin

(Sojalecithin), Polysorbat 80 (pflanzlich), Natriumcitrat,

Citronensäure, Mannitol (Ph.Eur.), Simeticon

Der Natrium-Gehalt pro Durchstechflasche beträgt 0,50 mmol,

entsprechend 11,6 mg Natrium-Ionen.

Der Procain-Gehalt pro Durchstechflasche beträgt 128,8 mg

Procain.

1 Ampulle mit 5 ml Lösungsmittel enthält:

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfallsdatums

nicht mehr angewendet werden.

Die Injektionssuspension von Retacillin

®

compositum

1,2 Mio I.E. ist unmittelbar vor der Anwendung frisch

zuzubereiten.

6.4

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C lagern.

Die Durchstehflasche mit Pulver zur Herstellung einer

Injektionssuspension in der Faltschachtel aufbewahren, um

den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflasche mit Pulver und Ampulle mit Lösungsmittel

zur Herstellung einer Injektionssuspension in Faltschachtel

Packung mit

1 Durchstechflasche mit Pulver und

1 Ampulle mit 5 ml Lösungsmittel N1

Packung (Bündelpackung) mit

2 x 1 Durchstechflasche mit Pulver und

2 x 1 Ampulle mit 5 ml Lösungsmittel N2

Packung (Bündelpackung) mit

5 x 1 Durchstechflasche mit Pulver und

5 x 1 Ampulle mit 5 ml Lösungsmittel N2

Packung (Bündelpackung) mit

10 x 1 Durchstechflasche mit Pulver und

10 x 1 Ampulle mit 5 ml Lösungsmittel N3

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und

sonstige Hinweise

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

mibe GmbH Arzneimittel

Münchener Strasse 15

06796 Brehna

Tel.: 034954/247-0

Fax: 034954/247-100

8.

ZULASSUNGSNUMMER

3000371.01.00

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

27.05.2005

10. STAND DER INFORMATION

November 2008

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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