Replagal Durchstechflasche à 3.5 mL Infusionskonzentrat

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-07-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
agalsidasum alfa
Verfügbar ab:
Takeda Pharma AG
ATC-Code:
A16AB03
INN (Internationale Bezeichnung):
agalsidasum alfa
Darreichungsform:
Infusionskonzentrat
Zusammensetzung:
agalsidasum alfa 1 mg, natrii phosphates, oder polysorbatum 20, natrii chloridum, aqua ad iniectabilia q.s. zu einer Lösung anstelle von 1 ml.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Biotechnologika
Therapiebereich:
Enzymersatz-Therapie bei Patienten mit Morbus Fabry (alfa-Galaktosidase-A-Mangel)
Zulassungsnummer:
55774
Berechtigungsdatum:
2001-12-28

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-07-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-07-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-07-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

REPLAGAL

Was ist REPLAGAL und wann wird es angewendet?

Replagal enthält den Wirkstoff Agalsidase alfa.

Agalsidase alfa ist eine Form des menschlichen Enzyms α-Galactosidase. Es wird durch Aktivierung des

Gens für α-Galactosidase A gentechnologisch in Zellkulturen produziert. Das Enzym wird dann aus den

Zellen isoliert und zu einem sterilen Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung verarbeitet.

Replagal wird zur Behandlung des Fabry-Syndroms verwendet. Es wird als Enzym-Ersatz-Therapie

angewendet, wenn der Enzymspiegel im Körper niedriger als normal ist, wie beim Fabry-Syndrom.

Replagal wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet.

Bevor Replagal Ihnen verabreicht werden kann, wird es mit 9 mg/ml (0,9%) Natriumchloridlösung zur

intravenösen Anwendung gemischt. Die zubereitete Lösung wird über eine Vene über einen Zeitraum

von 40 Minuten als Infusion übertragen.

Wann darf REPLAGAL nicht angewendet werden?

Wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegenüber Agalsidase alfa oder einem der sonstigen Bestandteile

des Arzneimittels sind, darf Replagal nicht angewendet werden.

Wann ist bei der Anwendung von REPLAGAL Vorsicht geboten?

Während oder nach der Infusion von Replagal können Reaktionen auftreten. Die häufigsten Symptome

sind Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber, Gesichtsrötung und Müdigkeit.

Diese Reaktionen können erstmals 2-4 Monate nach Beginn der Behandlung auftreten und nehmen dann

im Laufe der Zeit ab. Sie können jedoch auch mehr als 1 Jahr nach Beginn der Behandlung auftreten.

Gelegentlich wurden stärkere Reaktionen mit Fieber, Schüttelfrost, schnellem Herzschlag,

Nesselausschlag, Erbrechen, Schwellung des Rachens und der Zunge, die zu Schluckbeschwerden und

Atemschwierigkeiten führt, berichtet.

In den meisten Fällen können Sie die Behandlung mit Replagal fortsetzen, auch wenn solche Symptome

auftreten.

Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt oder an Ihre Ärztin, wenn Sie nach der Anwendung von Replagal

allergische Nebenwirkungen bemerken.

Wenn die Symptome während der Infusion auftreten kann der Arzt oder die Ärztin

·die Infusion vorübergehend (für 5–10 Min.) unterbrechen, bis die Symptome nachlassen, und die

Infusion dann fortsetzen.

·die Symptome auch mit anderen Arzneimitteln (Antihistaminika oder Corticosteroiden) behandeln.

Es ist möglich, dass Ihr Körper aufgrund der Behandlung mit Replagal Antikörper bildet. Dadurch wird

die Wirkung von Replagal nicht beeinflusst, und die Antikörper können im Laufe der Zeit

verschwinden.

Wenn allerdings schwere allergische (anaphylaktische) Reaktionen auftreten, muss ein sofortiger

Abbruch der Behandlung mit Replagal in Betracht gezogen werden, und Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin muss

eine geeignete Behandlung einleiten.

Replagal ist bei Kindern unter 6 Jahren noch nicht untersucht worden.

In klinischen Studien bei Kindern und Jugendlichen (7-18 Jahre), die jede zweite Woche Replagal 0,2

mg/kg während 1 bis 6,5 Jahre erhielten, traten keine unerwarteten Sicherheitsprobleme auf.

Da die Behandlung mit Replagal Müdigkeit und Schwindel verursachen kann, sollten nach der

Behandlung keine Fahrzeuge gelenkt oder Maschinen bedient werden.

Eine Wechselwirkung von Replagal mit anderen Arzneimitteln ist nicht bekannt.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie:

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf REPLAGAL während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Die sehr begrenzten klinischen Daten über Replagal-exponierte Schwangere (4 Patientinnen) haben

keine nachteiligen Auswirkungen auf die Mutter oder das Neugeborene gezeigt.

Es ist nicht bekannt, ob Replagal in die Muttermilch ausgeschieden wird.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, muss der Arzt oder die Ärztin entscheiden, ob eine Behandlung

mit Replagal durchgeführt werden kann.

Wie verwenden Sie REPLAGAL?

Ihre Behandlung wird von einem Arzt oder einer Ärztin beaufsichtigt, der/die auf die Behandlung des

Fabry-Syndroms spezialisiert ist.

Die übliche Dosis ist eine Infusion von 0,2 mg pro kg Körpergewicht. Dies wären etwa 14 mg oder 4

Durchstechflaschen (Glasflaschen) Replagal für eine Durchschnittsperson (70 kg). Die Infusion wird

alle 2 Wochen gegeben.

Bei jeder Behandlung dauert es mindestens 40 Minuten, um Replagal über eine Vene zu verabreichen.

Replagal muss vor der Anwendung in 9 mg/ml Natriumchloridlösung (0,9% w/v) verdünnt werden.

Nach der Verdünnung wird Replagal über eine Vene, üblicherweise an einem Arm, verabreicht.

(Hinweise für medizinisches Fachpersonal zur korrekten Art der Anwendung sind am Schluss dieser

Information zu finden.)

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann REPLAGAL haben?

Wie alle Arzneimittel kann Replagal Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Die meisten Nebenwirkungen sind mild bis mässig stark.

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Replagal auftreten:

Bei etwa 1 von 7 Patienten kann eine Reaktion während oder nach einer Infusion von Replagal auftreten

(infusionsbedingte Reaktion). Zu diesen Reaktionen gehören Husten, Schüttelfrost, Fieber, Hitzegefühl,

Schwitzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Steifheit, Müdigkeit, Benommenheit, niedriger

Blutdruck, Zittern, beschleunigter Puls, Herzrhythmusstörungen, Herzversagen, Überempfindlichkeit,

Nesselfieber, Juckreiz, Schwellungen im Gesicht mit Engegefühl im Hals und dadurch Atemnot,

pfeifendes Atemgeräusch und geschwollene Zunge.

Einige Reaktionen können jedoch ernst sein und eine Behandlung erfordern.

Informieren Sie unverzüglich den Arzt oder die Ärztin, wenn Sie eines der folgenden möglicherweise

ernsten Symptome bemerken:

·Schwellungen der Hände, Füsse, Knöchel, des Gesichts, der Lippen, des Mundes oder Rachens, die zu

Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen führen können

·Hohes Fieber

·Nesselausschlag

Informieren Sie so schnell wie möglich den Arzt oder die Ärztin, wenn Sie eines der folgenden

Symptome bemerken:

·Anzeichen einer Infektion

·Kurzatmigkeit

·Veränderter Herzschlag (wenn Sie zum Beispiel feststellen, dass es schneller schlägt)

·Schmerzen oder Empfindlichkeit im Brustraum, an den Muskeln oder Gelenken

·Benommenheit

·Juckreiz oder Ausschlag

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

Anschwellen der Hände, Knöchel oder Füsse, Kopfschmerzen, Schwindel, brennende/stechende

Schmerzen, Zittern, herabgesetzte Empfindlichkeit der Berührungssensibilität der Haut, Kribbeln oder

Taubheitsgefühl oder Schmerzen in Fingern und Zehen, schneller oder unregelmässiger Herzschlag

(Herzklopfen), Ohrklingeln (Tinnitus), Atemnot, Atembeschwerden, Engegefühl im Brustraum, Husten,

Erkältung, Halsschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Hautausschlag,

Gelenkschmerzen, geschwollene Gelenke, Schmerzen in den Gliedern, Muskelschmerzen,

Muskelempfindlichkeit oder -schwäche, Rücken- oder Gliederschmerzen, Brustschmerzen, Zittern,

Fieber, Schmerzen, ungewöhnliche Schwäche, Müdigkeit, Ausschlag an der Infusionsstelle

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Überempfindlichkeit, verändertes Geschmacksempfinden beim Essen, Schläfrigkeit tagsüber, tränende

Augen, abnormer schneller unregelmässiger Herzschlag, schwerer Ohrklingeln (Tinnitus), erhöhter

Blutdruck, Schwindel beim Aufstehen, Erröten, Heiserkeit, Wund- oder Engegefühl im Rachen,

laufende Nase, Missempfinden im Bauchbereich, juckender Ausschlag, Akne, übermässiges Schwitzen,

Rötung der Haut, Juckreiz, Schmerzen in den Muskeln, Knochen, Bändern, Schwellung der Arme oder

Beine oder Gelenke, Müdigkeit, Kälte- oder Wärmegefühl, Engegefühl im Brustraum, allgemeine

Schmerzen/Beschwerden, grippeartige Symptome, Unwohlsein

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Schwere allergische (anaphylaktoide) Reaktion, verminderte Sauerstoffsättigung des roten

Blutfarbstoffes (Hämoglobin), Kurzatmigkeit, verminderter Reflex der äusseren Augenhaut

(Hornhaut/Cornea), Geruchssinnsstörungen, schneller Herzschlag, verstärkte Sekretion im Rachenraum,

Schwellung von Gesicht, Lippen, Mund, Zunge, gerötete oder juckende oder fleckige Haut, Empfindung

von Schwere, Ausschlag an der Injektionsstelle

Nicht bekannt

Ungewöhnlich schneller Herzschlag (Herzklopfen), Brustdruck oder Schmerzen, Herzinsuffizienz

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Im Kühlschrank (2-8°C) lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Die Infusionslösung darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Sie dürfen die Lösung nicht verwenden, wenn Sie eine Trübung, Verfärbung oder Fremdpartikel

bemerken.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in REPLAGAL enthalten?

Replagal ist ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Wirkstoffe

Replagal enthält den Wirkstoff Agalsidase alfa 1 mg/ml.

Hilfsstoffe

Mononatriumphosphat Monohydrat, Polysorbat 20, Natriumchlorid, Natriumhydroxid und Wasser für

Injektionszwecke.

Zulassungsnummer

55774 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie REPLAGAL? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Durchstechflasche aus Glas zur einmaligen Verwendung mit 3,5 mg Agalsidase alfa.

Packung mit 1 Durchstechflasche.

Zulassungsinhaberin

Takeda Pharma AG, 8152 Opfikon.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Die folgenden Informationen sind nur für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Hinweise für die Handhabung und Entsorgung

Die Behandlung mit Replagal muss von einem Arzt bzw. von einer Ärztin beaufsichtigt werden, der

bzw. die über Erfahrungen in der Behandlung von Patienten mit Fabry-Syndrom oder anderen ererbten

Stoffwechselkrankheiten verfügt.

Replagal wird jede zweite Woche in einer Dosierung von 0,2 mg/kg Körpergewicht durch intravenöse

Infusion über einen Zeitraum von 40 Minuten verabreicht.

1. Berechnen Sie die Dosis und die Anzahl der benötigten Replagal-Durchstechflaschen. Jede Replagal-

Durchstechflasche enthält 3,5 mg Agalsidase alfa.

2. Verdünnen Sie das Gesamtvolumen des benötigten Replagal-Konzentrats in 100 ml einer 9 mg/ml

(0,9% w/v) Natriumchlorid-Infusionslösung. Es ist unbedingt darauf zu achten, die Sterilität der

zubereiteten Lösung sicherzustellen, da Replagal keine Konservierungsmittel oder bakteriostatischen

Mittel enthält; die aseptische Technik ist einzuhalten. Nach der Verdünnung sollte die Lösung vorsichtig

gemischt, aber nicht geschüttelt werden.

3. Die Lösung sollte vor der Anwendung optisch auf Feststoffteilchen oder Verfärbungen untersucht

werden.

4. Verabreichen Sie die Infusionslösung über einen Zeitraum von 40 Minuten über eine intravenöse

Leitung mit integriertem Filter. Die chemische und physikalische Stabilität der verdünnten Lösung

wurde für einen Zeitraum von 24 Stunden bei 25 °C nachgewiesen. Da aber die Lösung kein

Konservierungsmittel enthält, soll die Verabreichung so schnell wie möglich nach der Verdünnung

beginnen.

5. Replagal nicht gleichzeitig mit anderen Mitteln über dieselbe intravenöse Leitung infundieren.

6. Die Lösung ist nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen. Nicht verwendete Teile der Lösung oder

Abfallmaterialien sind zu verwerfen und entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

Fachinformation

Replagal®

Zusammensetzung

Wirkstoff: Agalsidase alfa.

Hilfsstoffe: Natrii dihydrogenophosphas monohydricus 3,5 mg, Polysorbatum 20 0,2 µg, Natrii

chloridum 8,8 mg, Aqua q.s. ad solutionem pro 1 ml.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Infusionskonzentrat: 1 mg/ml.

Eine Durchstechflasche enthält 3,5 mg Agalsidase alfa (in 3,5 ml).

Konzentrat zur intravenösen Infusion nach Verdünnen (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Enzym-Ersatz-Therapie bei Patienten mit Morbus Fabry (α-Galaktosidase-A-Mangel).

Dosierung/Anwendung

Die Behandlung mit Replagal muss unter der Aufsicht eines Arztes erfolgen, der über Erfahrungen in

der Behandlung von Patienten mit Morbus Fabry oder anderen ererbten Stoffwechselkrankheiten

verfügt.

Replagal wird jede zweite Woche in einer Dosierung von 0,2 mg/kg Körpergewicht durch

intravenöse Infusion über einen Zeitraum von 40 Minuten verabreicht.

Patienten über 65 Jahren

Studien an Patienten über 65 Jahren wurden nicht durchgeführt, und für diese Patienten kann derzeit

keine Dosierungsverordnung empfohlen werden, da die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit noch

nicht nachgewiesen wurden.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Es wurden keine Studien an Patienten mit Leberfunktionsstörungen durchgeführt.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen ist keine Dosierungsanpassung erforderlich. Für

Dialyse-Patienten oder Patienten, die eine Nierentransplantation erhalten haben, liegen nur begrenzte

Daten vor; es wird keine Dosisanpassung empfohlen.

Pädiatrische Patienten

In klinischen Studien bei Kindern und Jugendlichen (7-18 Jahre), die jede zweite Woche Replagal

0,2 mg/kg während 1 bis 6,5 Jahren erhielten, traten keine unerwarteten Sicherheitsprobleme auf.

Studien an Kindern (0-6 Jahren) sind nicht durchgeführt worden. Da die Sicherheit und Wirksamkeit

noch nicht nachgewiesen wurde, kann bei diesen Patienten derzeit kein Dosierungsschema

empfohlen werden.

Art der Anwendung

Für Hinweise zur Zubereitung und Verabreichung siehe «Sonstige Hinweise, Hinweise für die

Handhabung».

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Agalsidase alfa oder einen der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Idiosynkratische Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion

13,7% der in klinischen Studien mit Replagal behandelten erwachsenen Patienten zeigten

idiosynkratische Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion. Vier von 17 (23,5%) pädiatrischen

Patienten im Alter von 7 Jahren oder älter, die in klinischen Studien eingeschlossen wurden, hatten

mindestens eine infusionsbedingte Reaktion während einer Zeitdauer von 4,5 Behandlungsjahren.

Drei von 8 (37,5%) pädiatrischen Patienten <7 Jahren zeigten insgesamt 11 milde oder mässig starke

infusionsbedingte Reaktionen während einer mittleren Beobachtungsdauer von 4,2 Jahren. Die

häufigsten Symptome waren Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Übelkeit, Pyrexie, Rötung und

Müdigkeit.

Schwere infusionsbedingte Reaktionen wurden gelegentlich berichtet; zu den Symptomen gehörten

Pyrexie, Rigor, Tachykardie, Urtikaria, Übelkeit/Erbrechen, angioneurotisches Ödem mit Engegefühl

im Hals, Stridor und geschwollene Zunge.

Infusionsreaktionen können im Zusammenhang stehen mit hämodynamischem Stress, insbesondere

bei Patienten mit vorbestehenden kardialen Symptomen der Fabry Krankheit.

Weitere infusionsbedingte Reaktionen sind Benommenheit und Hyperhidrosis.

Die Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion traten im Allgemeinen innerhalb der ersten 2-4

Monate nach Beginn der Behandlung mit Replagal auf; es wurde jedoch auch ein späteres Einsetzen

(nach 1 Jahr) berichtet.

Wenn leichte oder mässige akute Infusionsreaktionen auftreten, muss sofort ärztliche Versorgung

aufgesucht werden, und geeignete Massnahmen müssen ergriffen werden. Die Infusion kann

vorübergehend (für 5 bis 10 Minuten) unterbrochen werden, bis die Symptome nachlassen, und die

Infusion kann dann fortgesetzt werden.

Leichte und vorübergehende Reaktionen erfordern möglicherweise keine medizinische Behandlung

oder einen Abbruch der Infusion.

Darüber hinaus kann eine orale oder intravenöse Vorbehandlung mit Antihistaminika und/oder

Corticosteroiden, 1 bis 24 Stunden vor der Infusion, in den Fällen, in denen eine symptomatische

Behandlung erforderlich war, das nachfolgende Auftreten von Reaktionen verhindern.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Es sind Fälle von Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet worden. Wenn schwere

Überempfindlichkeits- oder anaphylaktische Reaktionen auftreten, muss die Behandlung mit

Replagal sofort abgebrochen und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden. Die gegenwärtigen

medizinischen Standards zur Notfallbehandlung sind einzuhalten.

Bei zwei Patientinnen fanden sich Antikörper gegen HSPBSP (Antikörper gegen Host secreted

proteins) und Bovine Serum Proteine.

Antikörper gegen Agalsidase alfa

Wie bei allen proteinhaltigen Arzneimitteln können die Patienten Antikörper gegen das Protein

entwickeln. Bei etwa 24% der mit Replagal behandelten männlichen Patienten wurden IgG-

Antikörperreaktionen mit niedrigem Titer beobachtet.

Diese IgG-Antikörper schienen sich nach etwa 3-12 Monaten Behandlungszeit zu entwickeln. Nach

12 bis 54 Monaten Therapie waren 17% der mit Replagal behandelten Patienten immer noch

Antikörper-positiv, während 7% aufgrund des allmählichen Verschwindens der IgG-Antikörper

Anzeichen für die Entwicklung einer immunologischen Toleranz zeigten. Die übrigen 76% blieben

durchgehend Antikörper-negativ. Bei den pädiatrischen Patienten im Alter von >7 Jahren wurde

während der Studie 1/17 männlichen Patienten positiv auf IgG Anti-agalsidase alfa Antikörper

getestet. Bei pädiatrischen

Patienten im Alter von <7 Jahren wurde 0/7 männlichen Patienten positiv auf IgG Anti-agalsidase

Antikörper getestet. In den klinischen Prüfungen wurden bei einer sehr begrenzten Anzahl von

Patienten grenzwertig positive IgE-Antikörpertiter ohne Zusammenhang mit Anaphylaxie

festgestellt.

Immunogenität

Es hat sich nicht gezeigt, dass Antikörper auf Agalsidase alfa mit klinisch signifikanten

Auswirkungen auf die Unbedenklichkeit (z.B. Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion) oder

Wirksamkeit in Zusammenhang gebracht werden können.

Bei Patienten, die ihre Infusionen gut vertragen, kann in Betracht gezogen werden, die Replagal-

Infusion zu Hause durchzuführen.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Vorliegen von schweren Nierenschäden kann das renale Ansprechen auf die

Enzymersatztherapie eingeschränkt sein, möglicherweise wegen zugrunde liegender irreversibler

pathologischer Veränderungen. In solchen Fällen liegt die Abnahme der Nierenfunktion innerhalb

des erwarteten Bereichs wie beim natürlichen Verlauf der Krankheit.

Interaktionen

Es wurden keine spezifischen Studien über Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

durchgeführt.

Replagal darf nicht zusammen mit Chloroquin, Amiodaron, Benoquin oder Gentamicin angewendet

werden, da diese Substanzen die intrazelluläre α-Galactosidase-Aktivität hemmen können.

In klinischen Studien wurden den meisten Patienten gleichzeitig Arzneimittel zur Behandlung

neuropathischer Schmerzen (wie Carbamazepin, Phenytoin und Gabapentin) verabreicht, ohne dass

sich Hinweise auf Wechselwirkungen ergeben hätten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Die sehr begrenzten klinischen Daten über Replagal-exponierte Schwangere (n= 4) haben keine

nachteiligen Auswirkungen auf die Mutter und das Neugeborene gezeigt. Tierexperimentelle Studien

mit Exposition während der Organogenese weisen nicht auf direkte oder indirekte schädliche

Auswirkungen auf die Schwangerschaft oder die embryonale/fötale Entwicklung hin.

Es ist nicht bekannt, ob Replagal in die menschliche Muttermilch ausgeschieden wird.

Bei der Anwendung in der Schwangerschaft oder bei stillenden Frauen ist Vorsicht geboten.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Replagal hat keinen oder vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen

von Maschinen.

Unerwünschte Wirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Reaktionen im Zusammenhang mit der

Infusion, die bei 13,7% der in klinischen Studien mit Replagal behandelten Patienten auftraten. Die

meisten Nebenwirkungen waren ihrer Stärke nach leicht bis mässig stark.

Nachfolgend sind diejenigen Nebenwirkungen aufgeführt, die bei den 177 in klinischen Studien mit

Replagal behandelten Patienten berichtet wurden, darunter 21 Patienten mit Nierenerkrankung im

Endstadium in der Vorgeschichte, 17 weibliche Patienten sowie 24 pädiatrische Patienten im Alter

von >7 Jahren. Spontanmeldungen nach Markteinführung sind ebenfalls aufgeführt.

Die Informationen sind nach Organsystemklassen und Häufigkeit (sehr häufig >10%; häufig >1%

<10%; gelegentlich >0,1% >1%) geordnet dargestellt. Nebenwirkungen mit der Häufigkeitsangabe

«nicht bekannt» stammen aus den Spontanmeldungen nach Markteinführung.

Immunsystem

Gelegentlich: anaphylaktische Reaktion, Überempfindlichkeit.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: peripheres Oedem.

Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerzen (19%).

Häufig: Schwindel, Dysgeusia, neuropathische Schmerzen, Tremor, Hypersomnie, Hypästhesie,

Parästhesie.

Gelegentlich: Parosmie.

Augen

Häufig: verminderter Corneareflex, erhöhte Lacrimation.

Ohr und Innenohr

Häufig: Tinnitus, Verschlechterung eines Tinnitus.

Herz

Häufig: Tachykardie, Palpitationen.

Nicht bekannt: kardiale Arrhythmien (Vorhof-Flimmern, ventrikuläre Extrasystolen,

Tachyarrhythmie), myokardiale Ischämie und Herzversagen.

Gefässe

Sehr häufig: Rötung (10,5%).

Häufig: Hypertonie.

Nicht bekannt: Hypotonie.

Atmungsorgane

Häufig: Husten, Heiserkeit, Engegefühl im Rachen, Dyspnoe, Nasopharyngitis, Pharyngitis,

verstärkte Sekretion im Rachenraum, Rhinorrhoe.

Gelegentlich: verminderte Sauerstoffsättigung.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Übelkeit (13,7%).

Häufig: Diarrhoe, Erbrechen, Bauchschmerzen/Missempfindung im Bauchraum.

Haut

Häufig: Akne, Erythem, Pruritus, Ausschlag, Livedo reticularis.

Gelegentlich: angioneurotisches Ödem, Urtikaria.

Nicht bekannt: Hyperhidrosis.

Muskelskelettsystem

Häufig: muskuloskeletale Beschwerden, Myalgie, Rückenschmerzen, Schmerzen in den

Gliedmassen, periphere Schwellungen, Arthralgie, Anschwellen der Gelenke.

Gelegentlich: Schweregefühl.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Sehr häufig: Muskelstarre (17%), Pyrexie (11,8%), Schmerzen und Beschwerden (11,1%),

Müdigkeit (10,5%), Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion (13,7%).

Häufig: erhöhte Müdigkeit, Wärmegefühl, Kältegefühl, Asthenie, Schmerzen im Brustkorb,

Engegefühl im Brustkorb, Influenza-artige Symptome, Ausschlag an der Injektionsstelle,

Unwohlsein.

Infusionsbedingte Reaktionen

Die im Rahmen der Erfahrungen nach der Markteinführung berichteten infusionsbedingten

Reaktionen können bei Patienten mit Morbus Fabry, bei denen das Herz betroffen ist, kardiale

Ereignisse einschliessen wie kardiale Arrhythmien (Vorhof-Flimmern, ventrikuläre Extrasystolen,

Tachyarrhythmie), myokardiale Ischämie und Herzversagen. Die häufigsten infusionsbedingten

Reaktionen waren leicht und umfassten Schüttelfrost, Pyrexie, Hitzegefühl, Kopfschmerzen,

Übelkeit, Dyspnoe, Tremor und Juckreiz.

Weitere infusionsbedingte Symptome können Benommenheit, Hyperhidrosis, Hypotonie, Husten,

Erbrechen und Ermüdung sein. Fälle von Überempfindlichkeit einschliesslich Anaphylaxie sind

berichtet worden.

Immunreaktionen

Bei 24% der Patienten wurde die Bildung von Antikörpern berichtet. Schwere allergische Reaktionen

wurden sehr selten beobachtet (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kinder und Jugendliche

Die in der pädiatrischen Population (Kinder und Jugendliche) berichteten unerwünschten

Nebenwirkungen waren im Allgemeinen die gleichen wie bei Erwachsenen. Reaktionen im

Zusammenhang mit der Infusion sowie Schmerzverschlimmerung traten jedoch häufiger auf.

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A16AB03

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Agalsidase alfa ist die auf gentechnologischem Weg in einer menschlichen Zelllinie produzierte α-

Galaktosidase A. Es hat die gleiche Aminosäuresequenz wie die im menschlichen Gewebe

produzierte α-Galaktosidase A.

Morbus Fabry ist eine Störung der Glykosphingolipid-Speicherung, die durch fehlende Aktivität des

lysosomalen Enzyms α-Galaktosidase A verursacht wird.

Globotriaosylceramid (Gb3, oder Ceramid-Trihexosid/CTH), welches das Glykosphingolipid-

Substrat für dieses Enzym ist, sammelt sich zunehmend in anfälligen Zellen und Geweben der

betroffenen Patienten an.

Die Endothelzellen, Perithelzellen und die glatten Muskelzellen des vaskulären Systems, die

Epithelzellen der Nieren, die Myokardzellen, die Spinalganglienzellen sowie die Zellen des

autonomen Nervensystems werden durch Gb3 selektiv zerstört. Die Krankheit ist typischerweise

durch rezidivierende anfallsartige Akrodynien, charakteristische kutane Läsionen, so genannte

Angiokeratome, und eine charakteristische, jedoch asymptomatische Korneadystrophie

charakterisiert. Die vitalen Organe sind mit zunehmendem Alter betroffen, und renale, kardiale und

zerebrovaskuläre Komplikationen sind häufige klinische Folgeerscheinungen, die unbehandelt zu

frühzeitiger Mortalität im vierten oder fünften Lebensjahrzehnt führen können.

Replagal katalysiert die Hydrolyse von Gb3 durch Abspaltung eines Galaktose-Endrückstands.

Bei Patienten mit Morbus Fabry bewirkt die durch Replagal vermittelte Hydrolyse von Gb3 eine

Reduktion der Gb3-Mengen in vielen Zelltypen des Körpers, einschliesslich Leber, Herz, Nieren und

Blutgefässe sowie im Plasma. Als Folge davon verursacht Replagal eine Verringerung der

Schmerzen und führt zu Verringerung des Gebrauchs von Schmerzmitteln, eine Verbesserung oder

Stabilisierung der renalen Funktion und eine Verringerung der kardialen Masse.

Klinische Wirksamkeit

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Replagal wurde in zwei randomisierten, Placebo-kontrollierten

Doppelblindstudien bei Patienten mit Morbus Fabry auf der Grundlage von klinischen und

biochemischen Daten beurteilt.

In der ersten Studie erhielten 26 Patienten alle 2 Wochen über einen Zeitraum von 6 Monaten

Infusionen mit 0,2 mg/kg Replagal oder Placebo. Fünfundzwanzig Patienten beendeten die Studie

und nahmen anschliessend an einer Erweiterungsstudie teil.

Die Ergebnisbeurteilung umfasste Änderungen bei starken, entkräftenden Schmerzen auf der

Grundlage des Brief Pain Inventory (eine validierte Messskala für Schmerzen), Messungen der

renalen Struktur und Funktion, biochemischer Marker und andere Messgrössen für Schmerzen,

einschliesslich der Anwendung von Schmerzmitteln und der Lebensqualität bei Schmerzen.

Im Vergleich mit Placebo begannen sich nach 8 bis 16 Wochen Therapie signifikante

Verringerungen der Schmerzstärke bei den Patienten zu zeigen. Insgesamt ergab sich bei den mit

Replagal behandelten Patienten am Ende der Studie eine durchschnittliche Verringerung von 31%

bei der Schmerzstärke (p= 0,021), eine signifikante Verringerung bei der Anwendung von

Arzneimitteln zur Behandlung von chronischen neuropathischen Schmerzen (p= 0,031) sowie bei der

Anzahl der Tage mit Schmerzbehandlung (p= 0,028).

Bei 19 männlichen pädiatrischen Patienten wurde nach 9 und 12 Monaten Replagal-Therapie eine

Verringerung der neuropatischen Schmerzen beobachtet.

Diese Schmerzverminderung hielt unter Replagal-Behandlung bei 9 Patienten während 4,0 Jahren an.

Wie Messungen mit validierten Instrumenten ergaben, führten 12 bis 18 Monate Behandlung mit

Replagal zu einer Verbesserung der Lebensqualität (QoL; quality of life), d.h. Schmerz/Beschwerden

und körperliche Schmerzen.

Eine Wirkung bei weiblichen pädiatrischen Patientinnen ist nicht gezeigt.

Im Vergleich mit Placebo bewirkte Replagal im Verlauf der 6-monatigen Behandlung umfassende

und statistisch signifikante Änderungen der renalen Funktion. Übereinstimmend mit dem natürlichen

Verlauf von Morbus Fabry wiesen in der ersten Studie die mit Placebo behandelten Patienten einen

Rückgang der renalen Funktion mit einem Abfall der Kreatinin-Clearance von 17% während des 6-

monatigen Zeitraums der kontrollierten Studie auf. Im Vergleich dazu nahm die Kreatinin-Clearance

der mit Replagal behandelten Patienten um 3% zu.

Nach 12 bis 18 Monaten Erhaltungstherapie verbesserte Replagal die anhand der Inulin-basierten

glomerulären Filtrationsrate gemessene renale Funktion um 8,7 ± 3,7 ml/min. (p= 0,030).

Die GFR stabilisierte sich unter einer Behandlung von 4 Jahren Dauer im Normalbereich.

Bei Therapie von 48-54 Monaten wurde bei männlichen Patienten mit normaler prätherapeutischer

GFR (≥90 ml/min/1.73 m2) und bei Patienten mit leichter bis mässiger Nierendysfunktion (GFR 60

bis <90 ml/min/1,73 m2) eine Stabilisierung der GFR gezeigt, und bei männlichen Patienten mit

schwerwiegender Nierendysfunktion (GFR 30 bis <60 ml/min/1.73 m2) verlangsamte sich die

Verschlechterung der Nierenfunktion und die Progression zum Endstadium einer Nierenerkrankung.

In der zweiten Studie erhielten 15 Patienten mit Hypertrophie der linken Herzkammer alle 2 Wochen

über einen Zeitraum von 6 Monaten Infusionen mit 0,2 mg/kg Replagal oder Placebo. Alle Patienten

beendeten die Studie und nahmen anschliessend an einer Erhaltungsstudie teil. Die

Ergebnisbeurteilung umfasste Messungen der kardialen Masse, der renalen Funktion und

biochemischer Marker einschliesslich des kardialen Gb3. Die Behandlung mit Replagal ergab eine

Tendenz zur Reduktion des kardialen Gb3, die jedoch statistisch nicht signifikant war.

Darüber hinaus zeigte eine Messung der Magnetresonanzbilderzeugung (MRI) eine

Massenverringerung der linken Herzkammer um 11,5 g, während die Patienten, die Placebo erhalten

hatten, eine Massenvergrösserung der linken Herzkammer von 21,8 g (p= 0.041) aufwiesen.

Darüber hinaus bewirkte Replagal in der ersten Studie mit 25 Patienten auch eine signifikante

Verringerung der kardialen Masse nach 12 bis 18 Monaten Erhaltungstherapie (p <0,001).

Replagal wurde ausserdem mit einer verbesserten myokardialen Kontraktilität, einer Verringerung

der durchschnittlichen QRS-Dauer und einer damit einher gehenden verringerten Septumstärke bei

der Echokardiographie in Zusammenhang gebracht. In den durchgeführten Studien kamen zwei

Patienten mit Rechtsschenkelblock nach der Therapie mit Replagal zu normalen Befunden zurück.

In den späteren offenen Studien zeigte die Echokardiographie sowohl bei männlichen als auch bei

weiblichen Fabry-Patienten, die 24 bis 36 Monate mit Replagal behandelt worden waren, eine

gegenüber dem prätherapeutischen Ausgangswert signifikante Reduktion der linksventrikulären

Masse. Die durch Echokardiographie beobachtete Reduktion der LV-Masse bei männlichen wie

weiblichen Fabry-Patienten über einen Zeitraum von 24 bis 36 Monaten Replagal-Behandlung war

mit einer bedeutenden Symptomverbesserung verbunden, gemessen nach der NYHA- bzw. der CCS-

Klassifikation bei Fabry-Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz oder Angina-Syptomen zu

Behandlungsbeginn.

Im Vergleich mit Placebo führte die Behandlung mit Replagal auch zu einer umfassenden

metabolischen Korrektur der Gb3-Speicherung. Die durchschnittliche Verringerung in Plasma und

Urinsediment sowie in den Leber-, Nieren- und Herzbiopsieproben ergab einen Rückgang im

Bereich von etwa 20 bis 50%.

Nach 12 bis 18 Monaten Behandlung wurde im Plasma- und Urinsediment eine Verringerung von

50-80% beobachtet. Bei männlichen pädiatrischen Fabry-Patienten ging der Gb3-Spiegel im Plasma

nach 6-monatiger Therapie mit Replagal 0,2 mg/kg um 40-50% zurück. Diese Reduktion hielt nach

insgesamt 4 Jahren Behandlung bei 11 Patienten weiter an.

Eine dritte 6-monatige Placebo-kontrollierte Studie an 80 erwachsenen männlichen Fabry-Patienten

zeigte unter Replagal-Behandlung im Vergleich mit Placebo keine signifikante Verbesserung im

primären Wirksamkeitsendpunkt (anhand der GFR gemessene Nierenfunktion) und auch nicht in

verschiedenen sekundären Endpunkten. Diese Befunde könnten zumindest zum Teil durch die kurze

Dauer der Studie sowie die Tatsache, dass die Mehrzahl der in der Studie registrierten Patienten bei

den prätherapeutischen Ausgangswerten keine Anzeichen für Nierenfunktionsstörungen gezeigt

hatte, erklärt werden. Die Analyse der Nierenfunktion in der Untergruppe der Patienten mit

Nierenfunktionsstörungen zu Beginn der Studie zeigte dagegen eine Verbesserung der Creatinin-

Clearance (signifikant gegenüber Placebo) sowie der gemessenen GFR (nicht signifikant).

Ausserdem zeigten im Laufe von weiteren 24 Monaten informationsoffener Replagal-Behandlung

die Patienten mit einer gemessenen GFR zwischen 60 und 90 ml/Min./1,73 m2 und diejenigen mit

einer GFR ≥90 ml/Min./1,73 m2 zu Beginn der anfänglichen 6-monatigen Placebo-kontrollierten

Studie eine stabile Nierenfunktion, während bei den Patienten mit einer zu Beginn schwereren

Nierenfunktionsstörung (GFR <60 ml/Min./1,73 m2) weiterhin ein Rückgang zu verzeichnen war.

Kinder und Jugendliche

Bei männlichen pädiatrischen Fabry-Patienten im Alter von 7 Jahren und älter kann eine

Hyperfiltration die erste Manifestation eines krankheitsbedingten Befalls der Niere darstellen. Ein

Rückgang der übernormalen eGFR wurde innerhalb von 6 Monaten nach Therapiebeginn beobachtet.

Bei männlichen pädiatrischen Patienten im Alter über 7 Jahren war die Variabilität der Herzfrequenz

zu Studienbeginn anomal und verbesserte sich signifikant bei 15 der Jungen nach 6-monatiger

Behandlung. Diese Verbesserung wurde bei 9 Jungen im Verlauf der 6,5-jährigen Therapie

aufrechterhalten.

Studie mit Patienten, die von Agalsidase beta zu Replagal (Agalsidase alfa) gewechselt sind

100 Patienten [nicht vorbehandelte (n= 29) oder zuvor mit Agalsidase beta behandelte und zu

Replagal gewechselte (n= 71)] wurden bis zu 30 Monate lang in einer offenen, nicht kontrollierten

Studie behandelt. Eine Analyse ergab, dass schwerwiegende unerwünschte Ereignisse bei 39% der

von Agalsidase beta gewechselten Patienten berichtet worden waren; im Vergleich dazu waren es

31% bei den Patienten, die bei Eintritt in die Studie nicht vorbehandelt waren. Die von Agalsidase

beta zu Replagal gewechselten Patienten wiesen ein Sicherheitsprofil auf, das den Beobachtungen

anderer klinischer Erfahrungen entspricht. Infusionsbedingte Reaktionen sind bei 9 Patienten der

nicht vorbehandelten Population aufgetreten (31%), verglichen mit 27 Patienten der gewechselten

Population (38%).

Pharmakokinetik

Den erwachsenen männlichen Patienten wurden Einzeldosierungen im Bereich von 0,007-0,2 mg

Enzym pro kg Körpergewicht durch 20-40 Minuten dauernde intravenöse Infusionen verabreicht,

während die weiblichen Patienten 0,2 mg Enzym pro kg Körpergewicht durch 40 Minuten dauernde

Infusion erhielten.

Die pharmakokinetischen Eigenschaften blieben im Wesentlichen unbeeinflusst von der Dosis des

Enzyms. Nach einer einzelnen intravenösen Dosis von 0,2 mg/kg hatte Agalsidase alfa ein

biphasisches Verteilungs- und Eliminationsprofil im Kreislauf.

Die pharmakokinetischen Parameter waren bei männlichen und weiblichen Patienten nicht

signifikant unterschiedlich. Die Eliminations-Halbwertzeit betrug 108 ± 17 Minuten bei männlichen

Patienten, verglichen mit 89 ± 28 Minuten bei weiblichen Patienten, und das Verteilungsvolumen

betrug bei beiden Geschlechtern etwa 17% Körpergewicht. Die nach Körpergewicht normierte

Clearance betrug 2,66 bzw. 2,10 ml/Min/kg bei männlichen bzw. weiblichen Patienten. Aufgrund der

Ähnlichkeit der pharmakokinetischen Eigenschaften von Agalsidase alfa bei männlichen und

weiblichen Patienten wird erwartet, dass die Gewebeverteilung in den wichtigsten Geweben und

Organen bei männlichen und weiblichen Patienten ebenfalls vergleichbar ist.

Bei Kindern im Alter von 7-18 Jahren erfolgte die Clearance von Replagal aus dem Kreislauf bei

einer Dosierung von 0,2 mg/kg schneller als bei Erwachsenen. Die durchschnittliche Clearance von

Replagal bei Kindern im Alter von 7-11 Jahren, bei Jugendlichen im Alter von 12-18 Jahren bzw. bei

Erwachsenen betrug 4,2 ml/Min/kg, 3,1 ml/Min/kg bzw. 2,3 ml/Min/kg. Die pharmakodynamischen

Daten deuten darauf hin, dass bei einer Replagal-Dosierung von 0,2 mg/kg der Rückgang von Gb3

im Plasma bei Jugendlichen und kleinen Kindern mehr oder weniger vergleichbar ist (siehe

«Pharmakodynamik»).

Nach sechs Monaten Replagal-Behandlung zeigten 12 von 28 männlichen Patienten eine veränderte

Pharmakokinetik mit einer deutlich erhöhten Clearance. Diese Veränderungen hingen mit der

Entwicklung von Antikörpern mit niedrigem Titer auf Agalsidase alfa zusammen, bei den

untersuchten Patienten wurden jedoch keine klinisch signifikanten Auswirkungen auf die Sicherheit

und Wirksamkeit beobachtet.

Auf der Grundlage der Analyse von Leberbiopsien, die männlichen Patienten mit Fabry-Syndrom

vor und nach der Anwendung entnommen wurden, wurde die Gewebe-Halbwertzeit auf mehr als 24

Stunden geschätzt, und die hepatische Aufnahme des Enzyms wird auf 10% der verabreichten Dosis

geschätzt.

Agalsidase alfa ist ein Protein, und es kann angenommen werden, dass der Abbau dem

Stoffwechselweg anderer Proteine folgen wird, z.B. Peptid-Hydrolyse.

Die renale Elimination von Agalsidase alfa wird als unwesentlicherer Ausscheidungsweg betrachtet,

da die pharmakokinetischen Parameter durch eine eingeschränkte Nierenfunktion nicht verändert

werden. Da erwartet wird, dass der Metabolismus über Peptid-Hydrolyse erfolgt, wird nicht erwartet,

dass Leberfunktionsstörungen die Pharmakokinetik von Agalsidase alfa in klinisch signifikanter

Weise beeinflussen werden.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Toxizität von Wiederholungsdosen lassen die

präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Ein genotoxisches und

karzinogenes Potential ist nicht zu erwarten.

Reproduktions-Toxizitätsstudien an weiblichen Ratten und Kaninchen haben keine Auswirkungen

auf die Schwangerschaft oder den sich entwickelten Fötus gezeigt. Hinsichtlich Geburt oder

peri-/postnatale Entwicklung wurden keine Studien durchgeführt. Es ist nicht bekannt, ob Replagal

die Plazenta durchläuft.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Da keine Verträglichkeitsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit EXP bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel muss in der Originalpackung im Kühlschrank (2-8 °C) gelagert werden.

Hinweise für die Handhabung

Replagal wird in einzeln verpackten, einmal verwendbaren Durchstechflasche aus Glas vom Typ 1

mit Gummistopfen und einer aus einem Stück bestehenden Aluminium-Verschlusskappe mit einer

Aufreissscheibe in der Mitte geliefert. Jede Durchstechflasche enthält 3,5 ml Konzentrat mit 3,5 mg

Agalsidase alfa zur Herstellung einer Infusionslösung.

Berechnen Sie die Dosis und die Anzahl der benötigten Replagal-Durchstechflaschen auf der Basis

des Körpergewichtes, z.B. würden für eine Infusion bei einem 70 kg schweren Patienten 4

Durchstechflaschen benötigt.

Verdünnen Sie das Gesamtvolumen des benötigten Replagal-Konzentrats in 100 ml 0,9%iger

Natriumchlorid-Infusionslösung. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Sterilität der

zubereiteten Lösung sichergestellt ist, da Replagal keine Konservierungsmittel oder bakteriostatische

Mittel enthält; die aseptische Arbeitsweise ist einzuhalten. Nach der Verdünnung sollte die Lösung

vorsichtig gemischt, aber nicht geschüttelt werden.

Da die Lösung kein Konservierungsmittel enthält, wird empfohlen, den Infusionsvorgang so schnell

wie möglich nach der Verdünnung zu beginnen.

Die Lösung muss vor der Anwendung optisch auf Feststoffteilchen, Trübung oder Verfärbung

untersucht werden.

Verabreichen Sie die Infusionslösung über eine Zeitdauer von 40 Minuten über eine intravenöse

Leitung mit integriertem Filter.

Replagal nicht gleichzeitig mit anderen Mitteln über dieselbe intravenöse Leitung infundieren. Die

Lösung ist nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen. Nicht verwendete Teile der Lösung oder

Abfallmaterialien sind entsprechend den nationalen Anforderungen zu entsorgen.

Die chemische und physikalische Stabilität der verdünnten Infusionslösung wurde für einen Zeitraum

von 24 Stunden bei Raumtemperatur (25 °C) nachgewiesen. Da kein Konservierungsmittel enthalten

ist, hat die Anwendung so schnell wie möglich nach der Verdünnung zu erfolgen.

Zulassungsnummer

55774 (Swissmedic).

Packungen

Durchstechflasche zu 3,5 mg

Packung mit 1 Durchstechflasche [A]

Zulassungsinhaberin

Shire Switzerland GmbH, Zug.

Stand der Information

Dezember 2014.

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