Renatriol 0.5 mcg Weichgelatinekapseln

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

06-02-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

06-02-2018

Wirkstoff:
calcitriolum
Verfügbar ab:
Curatis AG
ATC-Code:
A11CC04
INN (Internationale Bezeichnung):
calcitriolum
Darreichungsform:
Weichgelatinekapseln
Zusammensetzung:
calcitriolum 0,5 µg, antiox.: E 320, E 321, excipiens für die Kapsel.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Renale Osteodystrophie, Hypoparathyreoidismus, Rachitis, postmenopausale Osteoporose
Zulassungsnummer:
57592
Berechtigungsdatum:
2009-03-20

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

07-02-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

07-02-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

05-02-2018

Patienteninformation

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Renatriol®

Was ist Renatriol und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Der Wirkstoff von Renatriol ist synthetisch gewonnenes Calcitriol, ein hochwirksames natürliches

Stoffwechselprodukt von Vitamin D. Calcitriol fördert die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung

und ist an der Regulierung des Knochenaufbaus beteiligt. Deshalb eignet sich Renatriol ebenfalls zur

Behandlung der postmenopausalen Osteoporose (Verminderung der Knochenmasse).

Bei Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist die Bildung von Calcitriol im

Organismus vermindert bis aufgehoben. Dieser Mangel spielt bei der Entstehung von krankhaften

Knochenveränderungen, wie sie im Gefolge schwerer Nierenerkrankungen und Dialysebehandlung

auftreten können, eine entscheidende Rolle. Durch Einnahme von Renatriol können derartige

Folgeschäden vermieden werden.

Renatriol wirkt auch den Störungen des Mineralstoffwechsels entgegen, die im Gefolge einer

Unterfunktion der Nebenschilddrüsen auftreten können.

Die Behandlung mit Renatriol hat sich auch bei verschiedenen Formen der als Rachitis bekannten

Störungen des Knochenaufbaus, der sogenannten Englischen Krankheit, als nützlich erwiesen.

Was sollte dazu beachtet werden?

Die Wirkung von Renatriol ist sehr eng mit der Ernährung, insbesondere mit ihrem Gehalt an

Kalzium verknüpft. Sie müssen deshalb eine vom Arzt oder von der Ärztin vorgeschriebene Diät

gewissenhaft einhalten und Sie dürfen nur vom Arzt oder von der Ärztin empfohlene

Kalziumpräparate einnehmen.

Wann darf Renatriol nicht angewendet werden?

Wenn Sie gegenüber Renatriol oder den darin enthaltenen Stoffen (siehe «Was ist in Renatriol

enthalten?») überempfindlich sind, dürfen Sie Renatriol nicht einnehmen.

Bei Erkrankungen, die mit einer abnormalen Erhöhung des Kalziumgehalts im Blut einhergehen,

darf Renatriol ebenfalls nicht eingenommen werden.

Wann ist bei der Einnahme von Renatriol Vorsicht geboten?

Da der Wirkstoff von Renatriol, Calcitriol, das wirksamste Stoffwechselprodukt von Vitamin D ist,

dürfen Sie während der Behandlung mit Renatriol keine sonstigen Vitamin-D-Präparate (z.B.

Lebertran) einnehmen. Wenn sich bei Ihnen Zeichen eines überhöhten Kalziumgehalts im Blut

einstellen – gekennzeichnet durch vermehrte Harnausscheidung, Austrocknung, unstillbaren Durst,

Appetitverlust, Gewichtsabnahme, Wachstumshemmung, Übelkeit und Erbrechen, Schwindel,

Verstopfung mit schmerzhaften Blähungen und Muskelschwäche, Kopfschmerzen,

Teilnahmslosigkeit, Koma, Depression, Empfindungsstörungen, niedrigen Blutdruck, Fieber,

Durstgefühl, Harnwegsinfektionen – müssen Sie die Einnahme von Renatriol unterbrechen und Ihren

Arzt bzw. Ihre Ärztin benachrichtigen; sie sind ebenfalls zu informieren, wenn Sie während der

Behandlung Überempfindlichkeitsreaktionen (Juckreiz, Hautausschlag, Nesselfieber, Hautrötungen)

bei Ihnen feststellen.

Wenn Sie schon einmal Nierensteine hatten oder an Herzerkrankungen leiden, sollten Sie dies Ihrem

Arzt oder Ihrer Ärztin mitteilen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Renatriol während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, dürfen Sie Renatriol ausschliesslich nach

Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin einnehmen.

Da Calcitriol in die Muttermilch übertreten kann, wird der Arzt bzw. die Ärztin Renatriol unter

besonders sorgfältiger Kontrolle nur verschreiben, wenn es unbedingt nötig ist.

Wie verwenden Sie Renatriol?

Wegen der raschen Wirksamkeit von Renatriol ist es ausserordentlich wichtig, dass Sie sich ganz

genau an die vom Arzt oder der Ärztin vorgeschriebene Dosierung sowie an seine

Ernährungsanweisungen halten. Da die Dosierung je nach der zugrundeliegenden Krankheit und dem

Ansprechen jedes einzelnen Patienten oder jeder einzelnen Patientin sehr unterschiedlich sein kann,

können hier keine allgemein gültigen Empfehlungen gegeben werden. Auf keinen Fall dürfen Sie die

vom Arzt oder von der Ärztin vorgeschriebene Dosierung von sich aus erhöhen oder eine versäumte

Einnahme durch eine erhöhte Folgedosis auszugleichen versuchen.

Nehmen Sie die vorgeschriebene Anzahl Kapseln unzerkaut ein und trinken Sie ein Glas Flüssigkeit

nach.

Auch bei Säuglingen und Kleinkindern sollten Sie sich exakt an die vom Arzt oder von der Ärztin

verordnete Dosierung halten. Für Kinder bis zu 2 Jahren liegt die Anfangsdosis zwischen 0,01 und

0,1 µg/kg/Tag.

Die Behandlungsdauer richtet sich nach der zugrundeliegenden Krankheit; unter Umständen ist sie

unbefristet.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Renatriol haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Renatriol auftreten:

Der in Renatriol enthaltene Wirkstoff entspricht dem als natürliches Stoffwechselprodukt

auftretenden Calcitriol. Sofern die Dosis den Bedarf nicht überschreitet, führt Calcitriol somit zu

keinen unerwünschten Nebenerscheinungen. Bei Überdosierung kann es jedoch zu einer unter

Umständen bedrohlichen Überhöhung des Kalziumgehalts im Blut kommen. Wie sich eine solche

Überhöhung des Kalziumgehalts im Blut äussert, ist im Abschnitt «Wann ist bei der Einnahme von

Renatriol Vorsicht geboten?» beschrieben.

Wenn eine geringfügige Überhöhung des Kalziumgehalts im Blut über längere Zeit besteht, kann es

zu Kalkablagerungen in den Weichteilen kommen.

Wenn Sie Nebenwirkungen resp. Symptome bemerken, die hier oder unter dem Abschnitt «Wann ist

bei der Einnahme von Renatriol Vorsicht geboten?» nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt

oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Bei Raumtemperatur (15-25°C) in der Originalverpackung vor Licht geschützt und ausser

Reichweite von Kindern aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Nach Therapieabschluss oder Verfall sind nicht verwendete Arzneimittel in der Originalpackung der

Abgabestelle (Arzt oder Apotheker) zur fachgerechten Entsorgung zu retournieren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Renatriol enthalten?

Renatriol enthält als Wirkstoff Calcitriol. Eine Kapsel enthält 0,25 µg resp. 0,5 µg Calcitriol.

Hilfsstoffe: Die Kapseln enthalten die Oxydationsschutzmittel E 320 (Butylhydroxyanisol) und E

321 (Butylhydroxytoluol).

Zulassungsnummer

57’592 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Renatriol? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken, nur gegen ärztliche Verschreibung.

Kapseln zu 0,25 µg: Blisterpackung zu 20, 50 und 100.

Kapseln zu 0,5 µg: Blisterpackung zu 20, 50 und 100.

Zulassungsinhaberin

Curatis AG, 4410 Liestal.

Diese Packungsbeilage wurde im Oktober 2012 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Renatriol®

Zusammensetzung

Wirkstoff: Synthetisches Calcitriol (1,25-Dihydroxycholecalciferol).

Hilfsstoffe: Antiox.: E 320 (Butylhydroxyanisol); E 321 (Butylhydroxytoluol).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln zu 0,25 µg und 0,5 µg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Postmenopausale Osteoporose.

Renale Osteodystrophie bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, speziell unter

Hämodialyse.

Postoperativer Hypoparathyreoidismus.

Idiopathischer Hypoparathyreoidismus.

Pseudohypoparathyreoidismus.

Vitamin-D-abhängige Rachitis.

Vitamin-D-resistente Rachitis mit Hypophosphatämie.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung

Die optimale tägliche Dosis von Renatriol muss für jeden Patienten in Abhängigkeit vom

Serumkalziumspiegel sorgfältig ermittelt werden. Die Behandlung mit Renatriol sollte stets mit der

empfohlenen Dosis beginnen und nur unter genauer Kontrolle des Serumkalziums erhöht werden.

Sobald die optimale Dosierung von Renatriol ermittelt worden ist, sollten die Kalziumspiegel im

Serum monatlich (oder gemäss den untenstehenden Angaben für die einzelnen Indikationen)

kontrolliert werden. Die Blutproben für die Schätzung der Kalziumkonzentration im Serum sollten

ohne venöse Stauung entnommen werden.

Sobald das Serumkalzium 1 mg/100 ml (0,25 mmol/l) über dem Normbereich (9–11 mg/100 ml,

entsprechend 2,25 bis 2,75 mmol/l) liegt oder das Serumkreatinin auf Werte über 120 µmol/l

ansteigt, ist die Behandlung mit Renatriol sofort zu unterbrechen, bis eine Normokalzämie erreicht

wird.

Solange eine Hyperkalzämie vorliegt, müssen der Kalzium- und der Phosphatspiegel im Serum

täglich kontrolliert werden. Haben sich die Werte normalisiert, kann die Behandlung mit Renatriol

fortgesetzt werden, und zwar mit einer täglichen Dosis, die um 0,25 µg niedriger liegt als die vorher

verabreichte.

Voraussetzung für die optimale Wirksamkeit von Renatriol ist eine ausreichende, aber nicht

überhöhte Kalziumzufuhr (Erwachsene: zirka 800 mg pro Tag) zu Beginn der Therapie.

Eventuell sind Kalziumzusätze erforderlich.

Die tägliche Kalziumaufnahme mit der Nahrung sollte annähernd ermittelt und die Zufuhr, falls

angezeigt, angepasst werden (siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen»).

Die gesamte (diätetische und medikamentöse) tägliche Kalziumzufuhr sollte bei Erwachsenen um

800 mg liegen, und 1000 mg nicht übersteigen.

Infolge der verbesserten Kalziumresorption im Gastrointestinaltrakt kann bei einigen Patienten unter

Renatriol die Kalziumzufuhr reduziert werden. Patienten, die zu einer Hyperkalzämie neigen,

benötigen unter Umständen nur niedrige Kalziumdosen oder überhaupt keine zusätzlichen Gaben.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Postmenopausale Osteoporose

Die empfohlene Dosis beträgt 0,25 µg zweimal täglich; die Kapseln sind unzerkaut einzunehmen.

Bei Patienten, die mit der Nahrung weniger als 500 mg Kalzium einnehmen, soll zusätzliches

Kalzium verordnet werden. Die tägliche Kalziumzufuhr soll 1000 mg nicht übersteigen.

Serumkalzium- und Serumkreatininspiegel müssen nach 4 Wochen, 3 und 6 Monaten, dann weiter

alle 6 Monate bestimmt werden.

Renale Osteodystrophie (Dialysepatienten)

Die tägliche Dosis beträgt anfangs 0,25 µg. Für Patienten mit Normokalzämie oder nur geringer

Hypokalzämie genügt eine Dosis von 0,25 µg jeden zweiten Tag. Wenn innerhalb zwei bis vier

Wochen keine befriedigende Beeinflussung der klinischen und biochemischen Parameter beobachtet

wird, kann die Dosis in zwei- bis vierwöchigen Abständen jeweils um 0,25 µg/Tag erhöht werden.

Während dieser Zeit soll das Serumkalzium mindestens zweimal wöchentlich bestimmt werden. Die

meisten Patienten sprechen auf eine Dosis von 0,5 bis 1,0 µg täglich an.

Höhere Dosen können erforderlich werden, wenn gleichzeitig Barbiturate oder Antikonvulsiva

verabreicht werden.

Eine orale Stosstherapie mit Renatriol bei einer Initialdosis von 0,1 µg pro kg und Woche – auf zwei

bis drei gleich grosse Gaben nachtsüber verteilt – hat sich auch bei Patienten, die auf eine

kontinuierliche Therapie nicht angesprochen hatten, als wirksam erwiesen. Eine kumulierte

Gesamtdosis von 12 µg pro Woche sollte nicht überschritten werden.

Hypoparathyreoidismus und Rachitis

Die empfohlene Initialdosis Renatriol beträgt 0,25 µg pro Tag und wird morgens verabreicht. Wird

keine zufriedenstellende Reaktion bei den biochemischen und klinischen Parametern der Krankheit

beobachtet, kann die Dosis in zwei- bis vierwöchigen Abständen erhöht werden. Während dieser

Periode soll der Kalziumspiegel im Serum mindestens zweimal pro Woche bestimmt werden.

Bei Patienten mit Hypoparathyreoidismus wird gelegentlich Malabsorption beobachtet; in solchen

Fällen können höhere Dosen von Renatriol erforderlich werden.

Falls sich der Arzt für die Verordnung von Renatriol an eine schwangere Frau mit

Hypoparathyreoidismus entscheidet, kann im späteren Verlauf der Schwangerschaft eine höhere

Dosis erforderlich sein, die nach der Entbindung oder während der Stillperiode wieder reduziert

werden muss.

Ältere Patienten

Eine spezielle Dosisanpassung bei älteren Patienten ist nicht erforderlich. Die allgemeinen

Empfehlungen für die Kontrolle des Serum Kalzium und Kreatinin sind zu befolgen.

Säuglinge und Kleinkinder

Bei Kindern mit einer glomerulären Filtration unter 25% der Norm wird eine prophylaktische Gabe

von Renatriol empfohlen. Bei einem Körpergewicht <20 kg: 0,01–0,03 µg/kg Körpergewicht; bei

einem Körpergewicht >20 kg: 0,25 µg/Tag.

Zur Behandlung der renalen Rachitis werden in den ersten zwei Lebensjahren als initialer Richtwert

Tagesdosen von 0,01–0,1 µg/kg Körpergewicht, jedoch maximal 2 µg/Tag, empfohlen. Bei Vitamin-

D-resistenter Rachitis sind je nach Ursache höhere Dosen erforderlich.

Kontraindikationen

Renatriol (oder Arzneimittel der gleichen Gruppe) ist kontraindiziert bei allen Erkrankungen, die mit

einer Hyperkalzämie einhergehen, Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der

Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung, Anzeichen, wenn Vitamin-D-bedingte unerwünschte

Wirkungen vorliegen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Es besteht eine enge Korrelation zwischen der Behandlung mit Calcitriol und der Entwicklung einer

Hyperkalzämie. In Studien bei urämischer Osteodystrophie trat bei bis zu 40% der mit Calcitriol

behandelten Patienten eine Hyperkalzämie auf. Plötzliche Erhöhung der Kalziumzufuhr infolge

veränderter Ernährungsweise (z.B vermehrter Konsum von Milchprodukten) oder unkontrollierte

Einnahme von Kalziumpräparaten kann eine Hyperkalzämie provozieren. Die Patienten und ihre

Angehörigen sollten ausdrücklich zur strikten Einhaltung ihrer Ernährungsweise angehalten und über

die Symptome einer allfälligen Hyperkalzämie instruiert werden.

Sobald das Serumkalzium 1 mg/100 ml (250 µmol/l) über dem Normbereich (9–11 mg/100 ml,

entsprechend 2250–2750 µmol/l) liegt oder das Serumkreatinin auf Werte über 120 µmol/l ansteigt,

ist die Behandlung mit Renatriol sofort zu unterbrechen, bis sich eine Normokalzämie wieder

eingestellt hat (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Immobilisierte Patienten, z.B. nach chirurgischen Eingriffen, sind dem Risiko einer Hyperkalzämie

besonders ausgesetzt.

Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion kann die chronische Hyperkalzämie mit einer Zunahme

des Serumkreatinins einhergehen.

Bei Patienten mit Nierensteinanamnese oder Koronarerkrankungen ist Vorsicht geboten.

Calcitriol erhöht den anorganischen Phosphatspiegel im Serum. Während dies bei Patienten mit

Hypophosphatämie erwünscht ist, ist bei Patienten mit Niereninsuffizienz wegen der Gefahr

ektopischer Kalzifizierungen Vorsicht geboten. Der Plasmaphosphatspiegel sollte in solchen Fällen

durch orale Verabreichung von Phosphatbindern wie Aluminiumhydroxyd oder Aluminiumkarbonat

auf dem normalen Niveau (2 bis 5 mg/100 ml entsprechend 0,65 bis 1,62 mmol/l) gehalten werden.

Es sollte darauf geachtet werden, dass das Produkt aus der Multiplikation von Serumcalcium mit

Serumphosphat (Ca × P) nicht über 70 mg²/dl² liegt.

Patienten mit Vitamin-D-resistenter (familiärer hypophosphatämischer) Rachitis müssen bei

Behandlung mit Renatriol ihre orale Phosphattherapie fortsetzen. Es ist jedoch zu beachten, dass die

mögliche Stimulation der intestinalen Phosphatresorption den Bedarf an exogener Phosphatzufuhr

reduzieren kann.

Zu den regelmässig durchzuführenden Laboruntersuchungen gehören die Bestimmung von Kalzium,

Phosphor, Magnesium und alkalischer Phosphatase im Serum sowie des Kalzium- und

Phosphatgehalts im 24-Stunden-Urin. Während der Einstellungsphase der Behandlung mit Renatriol

soll das Serumkalzium mindestens zweimal wöchentlich bestimmt werden (siehe

«Dosierung/Anwendung»).

Da Calcitriol der wirksamste verfügbare Vitamin-D-Metabolit ist, sollten während der Behandlung

mit Renatriol keine anderen Vitamin-D-Präparate verabreicht werden, um der Entstehung einer D-

Hypervitaminose vorzubeugen.

Wenn die Behandlung von Ergocalciferol (Vitamin D2) auf Calcitriol umgestellt wird, kann es

mehrere Monate dauern bis der Ergocalciferolspiegel im Blut auf die Ausgangswerte zurückkehrt

(siehe «Überdosierung»).

Patienten mit normaler Nierenfunktion, die Renatriol einnehmen, sollten eine Dehydratation

vermeiden. Es ist auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Interaktionen

Da Calcitriol einer der wichtigsten aktiven Metabolite von Vitamin D ist, dürfen Vitamin D und

seine Derivate nicht gleichzeitig mit Calcitriol verabreicht werden, um einer möglichen additiven

Wirkung und einer Hyperkalzämie vorzubeugen.

Die Diätvorschriften bezüglich zusätzlicher Kalziumeinnahme sollten genau befolgt werden, und die

unkontrollierte Einnahme zusätzlicher kalziumhaltiger Arzneimittel soll vermieden werden.

Die gleichzeitige Gabe eines Thiazid-Diuretikums bei Patienten mit Hypoparathyreoidismus erhöht

das Risiko einer Hyperkalzämie. Bei Patienten, die unter einer Digitalis-Therapie stehen, muss die

Calcitriol-Dosierung sorgfältig bestimmt werden, da eine Hyperkalzämie bei diesen Patienten

Herzarrhythmien auslösen kann.

Zwischen Vitamin-D-Analogen und Kortikosteroiden besteht ein funktioneller Antagonismus;

Vitamin-D-Analoge fördern die Absorption von Kalzium, Kortikosteroide hemmen sie.

Arzneimittel, die Magnesium enthalten (zum Beispiel Antazida), dürfen Patienten, die unter

chronischer Dialyse stehen, während der Therapie mit Calcitriol nicht verabreicht werden, da sie eine

Hypermagnesämie verursachen können.

Da Calcitriol auch den Phosphat-Transport in Darm, Nieren und Knochen beeinflusst, müssen sich

die Gaben von Phosphatbindern nach der Serumphosphatkonzentration richten (Normalwerte: 2–5

mg/100 ml respektive 0,6–1,6 mmol/l).

Patienten mit Vitamin-D-resistenter Rachitis (familiäre hypophosphatämische Rachitis) sollten ihre

orale Phosphattherapie fortsetzen. Dabei ist jedoch an eine mögliche Stimulierung der intestinalen

Phosphatresorption durch Calcitriol zu denken, weil dadurch der Bedarf an zusätzlichen

Phosphatgaben verändert werden kann.

Die Gabe von Enzyminduktoren wie Phenytoin oder Phenobarbital kann zu einem erhöhten

Metabolismus und damit zu erniedrigten Serumkonzentrationen von Calcitriol führen. Daher sind

unter Umständen höhere Dosen von Calcitriol erforderlich, wenn diese Präparate gleichzeitig

verabreicht werden.

Colestyramin kann die Resorption fettlöslicher Vitamine im Darm einschränken und daher auch die

Resorption von Calcitriol im Darm stören.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionstoxikologische Untersuchungen an Tieren haben zu keinen eindeutigen Ergebnissen

geführt, und es existieren keine kontrollierten Humanstudien über den Einfluss von exogen

zugeführtem Calcitriol auf die Schwangerschaft und die fötale Entwicklung.

Tierexperimentelle Studien haben eine Fetotoxizität gezeigt (siehe «Präklinische Daten»).

Es gibt keine Hinweise dafür, dass Vitamin D – selbst in sehr hohen Dosen – beim Menschen

teratogen wirkt. Renatriol sollte während der Schwangerschaft nur dann angewandt werden, wenn

dies klar notwendig ist.

Falls sich der Arzt für die Verordnung von Renatriol an eine schwangere Frau mit

Hypoparathyreoidismus entscheidet, kann im späteren Verlauf der Schwangerschaft eine höhere

Dosis erforderlich sein, die nach der Entbindung oder während der Stillperiode wieder reduziert

werden muss.

Exogen zugeführtes Calcitriol kann in die Muttermilch übertreten.

Eine Mutter darf während der Einnahme von Renatriol stillen, unter der Voraussetzung, dass der

Serum-Calcium-Spiegel bei Mutter und Kind überwacht werden wegen einer potentiellen

Hypercalcämie der Mutter sowie unerwünschter Wirkungen von Renatriol am gestillten Kind.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund des pharmakodynamischen Profils wird angenommen, dass dieses Produkt sicher ist bzw.

dass es unwahrscheinlich ist, dass die oben erwähnten Tätigkeiten nachteilig beeinflusst werden.

Beeinträchtigungen können allenfalls im Rahmen von akuten und chronischen Überdosierungen

auftreten.

Unerwünschte Wirkungen

Die nachstehend aufgelisteten unerwünschten Wirkungen basieren auf den Erfahrungen aus

klinischen Studien mit Calcitriol sowie auf der Post-Marketing-Erfahrung.

Die am häufigsten berichtete unerwünschte Wirkung war Hyperkalzämie.

Die unerwünschten Wirkungen sind nach Systemorganklasse und Häufigkeitskategorien dargestellt.

Die Häufigkeitskategorien sind folgendermassen definiert: Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100 bis

<1/10); gelegentlich (≥1/1’000 bis <1/100); selten (≥1/10’000 bis <1/1’000); sehr selten (<1/10’000);

nicht bekannt (kann anhand der vorliegenden Daten nicht abgeschätzt werden). Innerhalb jeder

Häufigkeitskategorie sind die unerwünschten Wirkungen nach abnehmendem Schweregrad

dargestellt.

Störungen des Immunsystems

Häufigkeit nicht bekannt: Überempfindlichkeit, Urtikaria.

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Hyperkalzämie.

Gelegentlich: Appetitverlust.

Häufigkeit nicht bekannt: Polydipsie, Dehydratation.

Psychiatrische Störungen

Häufigkeit nicht bekannt: Apathie.

Störungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen.

Häufigkeit nicht bekannt: Muskelschwäche, Empfindungsstörungen.

Gastrointestinale Störungen

Häufig: Abdominalschmerzen, Übelkeit.

Gelegentlich: Erbrechen.

Häufigkeit nicht bekannt: Obstipation.

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag.

Häufigkeit nicht bekannt: Erythem, Pruritus.

Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen

Häufigkeit nicht bekannt: Wachstumshemmung.

Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege

Häufig: Harnwegsinfektionen.

Häufigkeit nicht bekannt: Polyurie.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Häufigkeit nicht bekannt: Kalzinose, Pyrexie, Durstgefühl.

Untersuchungen

Gelegentlich: Erhöhung des Blutkreatininspiegels.

Häufigkeit nicht bekannt: Gewichtsabnahme.

Da Calcitriol eine Vitamin-D-Wirkung ausübt, kann es bei zu hohen Dosen zu

«Nebenerscheinungen» im Sinne einer Vitamin-D-Überdosierung, nämlich einem

Hyperkalzämiesyndrom oder einer Kalziumintoxikation kommen (je nach Dauer und Intensität der

Hyperkalzämie) (siehe «Dosierung/Anwendung», «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Akute Symptome sind Appetitverlust, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerzen

und Obstipation sowie Apathie.

Bei gleichzeitiger Hyperkalzämie sowie einer Hyperphosphatämie von >6 mg/100 ml, entsprechend

>1,9 mmol/l, kann es zu Kalzinosen kommen, die im Röntgenbild sichtbar werden.

Wegen der kurzen biologischen Halbwertzeit von Calcitriol ist gemäss den pharmakokinetischen

Untersuchungen eine Normalisierung eines überhöhten Serumkalziums innerhalb weniger Tage nach

Absetzen oder Dosisreduktion zu erwarten, also viel rascher als bei der Behandlung mit Vitamin-D3-

Präparaten.

Mögliche Symptome bei chronischer Hyperkalzämie: Muskelschwäche, Gewichtsabnahme,

Empfindungsstörungen, Pyrexie, Durstgefühl, Polyurie, Polydipsie, Dehydratation, Apathie,

Wachstumshemmung, Harnwegsinfektionen, ektopische Verkalkungen, Pankreatitis und andere.

Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Hautausschlag, Erythem, Pruritus, Urtikaria und sehr

selten schwere erythematöse Hautveränderungen können bei empfindlichen Personen auftreten.

Überdosierung

Behandlung einer symptomlosen Hyperkalzämie: Siehe «Spezielle Dosierungsanweisungen».

Da Calcitriol ein Vitamin-D-Metabolit ist, äussern sich Überdosierungen gleich wie solche mit

Vitamin D. Die Einnahme hoher Dosen von Kalzium und Phosphat zusammen mit Renatriol kann zu

ähnlichen Symptomen führen. Es sollte darauf geachtet werden, dass das Produkt aus der

Multiplikation von Serumcalcium mit Serumphosphat (Ca × P) nicht über 70 mg²/dl² liegt. Hoher

Kalziumgehalt im Dialysat kann zur Hyperkalzämie beitragen.

Akute Zeichen einer Vitamin-D-Intoxikation sind

Anorexie, Kopfschmerz, Erbrechen, Obstipation.

Chronische Zeichen

Dystrophie (Schwäche, Gewichtsverlust), sensorische Störungen, eventuell Fieber mit Durst,

Polyurie, Exsikkose, Apathie, Wachstumsstillstand und Harnwegsinfekte. Es kommt zu einer

Hyperkalzämie mit metastatischer Verkalkung von Nierenrinde, Myokard, Lunge, Pankreas.

Folgende Massnahmen kommen zur Behandlung einer akzidentellen Überdosierung in Frage:

Sofortige Magenspülung oder Induktion von Erbrechen zur Verhinderung einer weiteren Resorption.

Verabreichung von Paraffinöl zur Förderung der fäkalen Ausscheidung. Wiederholte

Serumkalziumbestimmungen sind angezeigt. Sollten erhöhte Serumkalziumspiegel persistieren,

können Phosphate und Kortikosteroide verabreicht sowie Massnahmen zur Erreichung einer

angemessenen forcierten Diurese eingeleitet werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A11CC04

Wirkungsmechanismus

Calcitriol ist einer der wichtigsten aktiven Metaboliten von Vitamin D3. Dieser Metabolit wird

normalerweise in der Niere aus seinem Vorläufer, 25-Hydroxycholecalciferol (25-HCC), gebildet.

Die physiologische Tagesproduktion beträgt normalerweise 0,5–1,0 µg; während Perioden mit

erhöhter Knochenproduktion (zum Beispiel Wachstum, Schwangerschaft) ist sie etwas höher.

Calcitriol fördert die intestinale Kalziumresorption und reguliert die Knochenmineralisation.

Die Hauptfunktion von Calcitriol bei der Regulierung des Kalziumgleichgewichts, zu der auch die

stimulierenden Wirkungen auf die Osteoblastenaktivität im Skelett gehören, liefert eine solide

pharmakologische Grundlage für seine therapeutischen Effekte bei der postmenopausalen

Osteoporose.

Bei Patienten mit ausgeprägter Niereninsuffizienz ist die Bildung von endogenem Calcitriol

entsprechend eingeschränkt oder sogar völlig aufgehoben. Dieser Mangel spielt bei der Entstehung

einer renalen Osteodystrophie eine wesentliche Rolle.

Die orale Verabreichung von Renatriol führt bei Patienten mit renaler Osteodystrophie zu

Normalisierung der verminderten intestinalen Kalziumresorption, der Hypokalzämie, der erhöhten

alkalischen Serumphosphatase und der Parathormonkonzentration im Serum. Renatriol lindert die

Knochen- und Muskelschmerzen und korrigiert die histologisch feststellbaren Veränderungen bei

Osteitis fibrosa sowie anderen Mineralisationsstörungen.

Bei Patienten mit postoperativem Hypoparathyreoidismus, idiopathischem Hypoparathyreoidismus

und Pseudohypoparathyreoidismus werden die Hypokalzämie sowie deren klinische Anzeichen

durch die Behandlung mit Renatriol gemildert.

Bei Patienten mit Vitamin-D-abhängiger Rachitis ist nur wenig oder gar kein Calcitriol im Serum

vorhanden. Da die endogene Bildung von Calcitriol in der Niere nicht ausreicht, ist die Behandlung

mit Renatriol als Substitutionstherapie zu betrachten.

Bei Patienten mit sogenannter Vitamin-D-resistenter bzw. hypophosphatämischer Rachitis mit

vermindertem Calcitriolgehalt im Plasma verringert die Behandlung mit Renatriol die tubuläre

Phosphatelimination und führt bei gleichzeitiger Phosphatbehandlung zur Normalisierung des

Knochenaufbaus.

Die Therapie mit Renatriol hat sich ferner bei Patienten mit verschiedenen weiteren Formen der

Rachitis, zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Hepatitis bei Neugeborenen, einer

Gallengangsatresie, einer Cystinose oder einem Kalzium- oder Vitamin-D-Mangel in der Nahrung,

als nützlich erwiesen.

Pharmakodynamik

Die zwei bekannten Angriffspunkte von Calcitriol sind Darm und Knochen.

In der Darmschleimhaut des Menschen scheint ein Calcitriolrezeptor-bindendes Protein zu existieren.

Es gibt weitere Hinweise dafür, dass Calcitriol auch auf Nieren und Nebenschilddrüsen wirkt.

Calcitriol ist in Bezug auf die Stimulierung des Calciumtransports im Darm die aktivste Form von

Vitamin D3. Bei akut urämischen Ratten stimulierte Calcitriol nachweislich die intestinale

Resorption von Calcium.

Die Nieren urämischer Patienten können Calcitriol, das aus einer Vitamin-D-Vorstufe gebildete

aktive Hormon, nicht in ausreichenden Mengen synthetisieren. Die daraus resultierende

Hypokalzämie und der sekundäre Hyperparathyreoidismus sind die Hauptursachen der

stoffwechselbedingten Knochenerkrankung bei Niereninsuffizienz.

Allerdings können auch andere knochentoxische Substanzen, die bei Urämie vermehrt anfallen (z.B.

Aluminium), dazu beisteuern.

Der nützliche Effekt von Renatriol bei renaler Osteodystrophie scheint von der Behebung der

Hypokalzämie und des sekundären Hyperparathyreoidismus herzurühren. Es ist ungewiss, ob

Renatriol unabhängig davon weitere vorteilhafte Wirkungen entfaltet.

Pharmakokinetik

Absorption

Calcitriol wird rasch aus dem Darm absorbiert. Spitzenkonzentrationen im Serum stellten sich nach

oraler Verabreichung einer Einzeldosis von 0,25 bis 1,0 µg Renatriol innerhalb von 3 bis 6 Stunden

ein.

Nach Mehrfachverabreichung erreichten die Calcitriolspiegel im Serum innerhalb von sieben Tagen

das Fliessgleichgewicht, wobei ein Zusammenhang zur verabreichten Calcitrioldosis bestand.

Distribution

Zwei Stunden nach einer oralen Einzeldosis von 0,5 µg Renatriol waren die durchschnittlichen

Serumkonzentrationen von Calcitriol von einem Ausgangswert von 40,0 ± 4,4 pg/ml auf 60,0 ± 4,4

pg/ml angestiegen, um nach 4 Stunden auf 53,0 ± 6,9, nach 8 Stunden auf 50 ± 7,0, nach 12 Stunden

auf 44 ± 4,6 und nach 24 Stunden auf 41,5 ± 5,1 pg/ml zurückzugehen.

Calcitriol und andere Vitamin-D-Metaboliten sind bei ihrem Transport im Blut an spezifische

Plasmaproteine gebunden.

Es ist davon auszugehen, dass exogen zugeführtes Calcitriol aus dem mütterlichen Blut in den fetalen

Kreislauf und in die Muttermilch gelangt.

Metabolismus

Calcitriol wird in der Niere und in der Leber durch ein spezifisches Cytochrom-P450-Isoenzym,

CYP24A1, hydroxyliert und oxidiert.

Es sind verschiedene Metaboliten von Calcitriol mit unterschiedlichen Vitamin-D-Aktivitäten

identifiziert worden: 1α,25-Dihydroxy-24-oxo-cholecalciferol, 1α,23,25-Trihydroxy-24-oxo-

cholecalciferol, 1α,24R,25-Trihydroxychole-calciferol, 1α,25R-Dihydroxycholecalciferol-26,23S-

lacton, 1α25S,26-Trihydroxycholecalciferol, 1α,25-Dihydroxy-23-oxo-cholecalciferol, 1α25R,26-

Trihydroxy-23-oxo-cholecalciferol und 1α-Hydroxy-23-carboxy-24,25,26,27-tetranorcholecalciferol.

Elimination

Als Halbwertzeit für die Elimination von Calcitriol aus dem Serum wurde ein Bereich von 3 bis 6

Stunden ermittelt. Die Eliminationskinetik von Calcitriol zeigt bis zu einer Dosis von 96 µg einen

linearen Verlauf, was einem sehr breiten Dosisbereich entspricht. Die Dauer der pharmakologischen

Wirkung einer Einzeldosis Calcitriol beträgt indessen etwa 3 bis 5 Tage. Calcitriol wird in der Galle

ausgeschieden und unterliegt einem enterohepatischen Kreislauf. Nach intravenöser Verabreichung

von radioaktiv markiertem Calcitriol an gesunde Personen treten innerhalb von 24 Stunden zirka

27% der Radioaktivität in den Fäzes und rund 7% im Urin auf. Nach oraler Gabe von 1 µg

radioaktivem Calcitriol an gesunde Personen erscheinen innerhalb von 24 Stunden rund 10% der

Gesamtradioaktivität im Urin. Die kumulative Ausscheidung der Radioaktivität am sechsten Tag

nach intravenöser Verabreichung von radioaktiv markiertem Calcitriol lag bei durchschnittlich 16%

über den Urin und bei 49% über die Fäzes.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Patienten, die an nephrotischem Syndrom leiden oder sich einer Hämodialyse unterziehen, waren

die Calcitriolspiegel im Serum verringert, und es dauerte bei ihnen länger, bis die

Maximalkonzentration erreicht wurde.

Die Halbwertszeit verlängert sich auf 16 bis 22 h.

Präklinische Daten

Studien der Reproduktionstoxizität bei Ratten haben ergeben, dass orale Dosen von bis zu 300

ng/kg/Tag (das 30-Fache der üblichen Dosierung beim Menschen) keine nachteiligen Auswirkungen

auf die Reproduktion hatten. Bei Kaninchen rief Calcitriol in oralen Dosen von 300 ng/kg/Tag

unerwünschte Wirkungen beim Muttertier sowie fetotoxische Effekte (supravalvuläre

Aortenstenosen) hervor; bei einer Dosierung von 20 oder 80 ng/kg/Tag (das Achtfache der üblichen

Dosierung beim Menschen) traten jedoch keinerlei unerwünschte Wirkungen auf.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behältnis mit EXP bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25°C) in der Originalverpackung vor Licht geschützt aufbewahren.

Nach Therapieabschluss oder Verfall sind nicht verwendete Arzneimittel-Reste fachgerecht zu

entsorgen.

Zulassungsnummer

57’592 (Swissmedic).

Packungen

Kapseln zu 0,25 µg: Blisterpackung zu 20, 50 und 100.

Kapseln zu 0,5 µg: Blisterpackung zu 20, 50 und 100.

Zulassungsinhaberin

Curatis AG, 4410 Liestal.

Stand der Information

Oktober 2012.

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