REKAMBYS 600 mg / 2 ml Depot-Injektionssuspension

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Fachinformation Fachinformation (SPC)

17-01-2022

Wirkstoff:
rilpivirinum
Verfügbar ab:
Janssen-Cilag AG
ATC-Code:
J05AG05
INN (Internationale Bezeichnung):
rilpivirinum
Darreichungsform:
Depot-Injektionssuspension
Zusammensetzung:
rilpivirinum 600 mg, poloxamerum 338, glucosum monohydricum, natrii dihydrogenophosphas monohydricus, acidum citricum monohydricum, natrii hydroxidum, aqua ad iniectabile q.s. ad suspensionem pro 2 ml corresp. natrium 1.66 mg.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
HIV-Infektion
Zulassungsnummer:
67742
Berechtigungsdatum:
2021-08-10

Dokumente in anderen Sprachen

Fachinformation Fachinformation - Französisch

17-01-2022

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-05-2021

REKAMBYS

Janssen-Cilag AG

Zusammensetzung

Wirkstoffe

Rilpivirin (als freie Rilpivirin-Base).

Hilfsstoffe

Zitronensäure-Monohydrat, Glucosemonohydrat, Poloxamer 338, Natriumdihydrogenphosphat-

Monohydrat, Natriumhydroxid zum Einstellen des pH-Werts und zur Sicherstellung der Isotonizität,

Wasser für Injektionszwecke.

Natrium-Gesamtgehalt bei Wirkstoffmenge 600 mg: 1,66 mg.

Natrium-Gesamtgehalt bei Wirkstoffmenge 900 mg: 2,49 mg.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Depot-Injektionssuspension (Depot-Injektion) für die i.m. Anwendung.

Jede 3-ml-Durchstechflasche enthält 900 mg Rilpivirin (300 mg/ml) (als freie Rilpivirin-Base).

Jede 2-ml-Durchstechflasche enthält 600 mg Rilpivirin (300 mg/ml) (als freie Rilpivirin-Base).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

REKAMBYS ist in Kombination mit Cabotegravir zur Injektion für die Behandlung von Infektionen mit

dem humanen Immunschwächevirus Typ 1 (HIV-1) bei Erwachsenen indiziert, die seit mindestens 6

Monaten vor Umstellung auf die Rilpivirin-Cabotegravir-Kombination unter einer stabilen

antiretroviralen Therapie virologisch supprimiert (HIV-1 RNA < 50 Kopien/ml) sind und keine

bekannten oder vermuteten Resistenzen gegen sowie in der Vorgeschichte kein virologisches Versagen

mit Wirkstoffen aus der NNRTI- oder INI-Klasse aufweisen (siehe «Klinische Wirksamkeit»).

Dosierung/Anwendung

Die Behandlung muss durch einen Arzt eingeleitet werden, der Erfahrung in der Behandlung von HIV-

Infektionen hat.

Vor dem Beginn der Behandlung mit REKAMBYS sollte der behandelnde Arzt sorgfältig Patienten

auswählen, die mit dem erforderlichen Injektionsschema einverstanden sind, und die Patienten über die

Bedeutung der Einhaltung der geplanten Termine zur Anwendung des Arzneimittels aufklären, um die

Virussuppression aufrechtzuerhalten und das Risiko eines viralen Rebounds und einer möglichen

Resistenzentwicklung im Zusammenhang mit verpassten Dosen zu verringern.

Spezielle Dosierungsanweisungen

REKAMBYS sollte stets zusammen mit einer Cabotegravir-Injektion verabreicht werden. Daher sollte

die Fachinformation in Bezug auf die Cabotegravir-Injektion konsultiert werden.

Orale Einleitungsbehandlung (Lead-in-Phase)

Um die Verträglichkeit von Rilpivirin in Kombination mit Cabotegravir zu testen, sollten virologisch

supprimierte Patienten ungefähr 1 Monat lang (mindestens 28 Tage und maximal 2 Monate) mit oralen

Rilpivirin Tabletten behandelt werden, bevor REKAMBYS verabreicht wird. Es sollte eine 25-mg-

Tablette Rilpivirin einmal täglich zu einer Mahlzeit zusammen mit einer 30-mg-Tablette Cabotegravir

(einmal tägliche Anwendung) eingenommen werden (siehe die Arzneimittelinformation für Rilpivirin

Tabletten).

Bei monatlicher Dosisgabe

Erstinjektion (3-ml-Dosis)

Die empfohlene Anfangsdosis von REKAMBYS bei Erwachsenen besteht aus einer einzelnen

intramuskulären Injektion von 3 ml (900 mg) am letzten Tag der oralen Einleitungsphase. REKAMBYS

und Cabotegravir sollten während desselben Besuchs an getrennten Injektionsstellen (an

gegenüberliegenden Seiten oder – falls dies nicht möglich ist - im Abstand von mindestens 2 cm) in den

Gesässmuskel verabreicht werden.

Folgeinjektionen (2-ml-Dosis)

Nach der ersten Injektion besteht die empfohlene Dosis REKAMBYS für weitere Injektionen bei

Erwachsenen aus einer monatlichen intramuskulären Injektion von 2 ml (600 mg). REKAMBYS und

Cabotegravir sollten während desselben Besuchs an getrennten Injektionsstellen in den Gesässmuskel

(an gegenüberliegenden Seiten oder – falls dies nicht möglich ist - im Abstand von mindestens 2 cm)

verabreicht werden. Ein 2 cm Abstand sollte auch zu früheren Injektionsstellen oder eventuellen

Reaktionen an früheren Injektionsstellen eingehalten werden. Die Injektionen können den Patienten bis

zu 7 Tage vor und nach dem geplanten Datum der monatlichen 2-ml-Injektion gegeben werden.

Tabelle 1: Empfohlener Plan zur monatlichen Dosisgabe bei erwachsenen Patienten

Arzneimittel

ORALE EINLEITUNGS-

BEHANDLUNG

ERSTINJEKTION,

i. m.

FOLGEINJEKTIONEN,

i. m.

Einmal täglich

(für mindestens 28 Tage bis

maximal 2 Monate), gefolgt

von der Erstinjektion

Nach oraler

Einleitungsbehandlung:

Einmalig

Einen Monat nach der

Erstinjektion und danach

monatlich

Rilpivirin

25 mg

3 ml (900 mg)

2 ml (600 mg)

Cabotegravir 30 mg

3 ml (600 mg)

2 ml (400 mg)

i. m. = intramuskuläre Injektion

Bei Dosisgabe alle 2 Monate

Einleitungsinjektionen (3-ml Dosis)

Am letzten Tag der oralen Einleitungsphase sollte die erste intramuskuläre REKAMBYS-

Einleitungsinjektion von 3 ml (900 mg) bei Erwachsenen erfolgen. Einen Monat später sollte eine zweite

intramuskuläre Einleitungsinjektion von 3 ml (900 mg) gegeben werden.

Die REKAMBYS- und Cabotegravir-Injektionen sollten während desselben Besuchs an getrennten

Injektionsstellen in den Gesässmuskel (an gegenüberliegenden Seiten oder – falls dies nicht möglich ist -

im Abstand von 2 cm) verabreicht werden. Die zweite Einleitungsinjektion von 3 ml (900 mg) kann bei

den Patienten bis zu 7 Tage vor oder nach dem Datum der geplanten Dosisgabe erfolgen.

Folgeinjektionen (3-ml Dosis)

Nach der zweiten Einleitungsinjektion ist die empfohlene REKAMBYS-Dosis für weitere Injektionen

bei Erwachsenen eine einzelne intramuskuläre Injektion von 3 ml (900 mg) alle 2 Monate. Die

REKAMBYS- und Cabotegravir-Injektionen sollten während desselben Besuchs an getrennten

Injektionsstellen in den Gesässmuskel (an gegenüberliegenden Seiten oder – falls dies nicht möglich ist -

im Abstand von 2 cm) verabreicht werden. Ein 2 cm Abstand sollte auch zu früheren Injektionsstellen

oder eventuellen Reaktionen an früheren Injektionsstellen eingehalten werden. Die Injektionen können

bei den Patienten bis zu 7 Tage vor oder nach dem Datum der geplanten Gabe der 3-ml-Dosis alle 2

Monate erfolgen.

Tabelle 2: Empfohlener Dosierungsplan alle 2 Monate bei erwachsenen Patienten

Arzneimittel

ORALE

EINLEITUNGS-

BEHANDLUNG

EINLEITUNGSINJEKTIONEN,

i.m.

FOLGEINJEKTIONEN,

i.m.

Einmal täglich

(für mindestens 28 Tage

bis maximal 2 Monate),

gefolgt von den

Einleitungsinjektionen

Nach oraler Einleitungsbehandlung

sowie 1 Monat danach

Zwei Monate nach der

letzten Einleitungs-injektion

und danach alle 2 Monate

Rilpivirin

25 mg

3 ml (900 mg)

3 ml (900 mg)

Cabotegravir 30 mg

3 ml (600 mg)

3 ml (600 mg)

i. m. = intramuskuläre Injektion

Dosierungsempfehlungen bei der Umstellung von monatlichen Injektionen auf Injektionen alle

zwei Monate

Patienten, die von einem Dosierungsplan mit fortlaufenden monatlichen Injektionen auf einen

Dosierungsplan mit fortlaufenden Injektionen alle zwei Monate umgestellt werden, sollten einen Monat

nach der letzten fortlaufenden Injektionsdosis von 2 ml (600 mg) eine intramuskuläre Injektion von 3 ml

(900 mg) REKAMBYS erhalten. Die Folgeinjektionen von 3 ml (900 mg) erfolgen dann alle 2 Monate.

Dosierungsempfehlungen bei der Umstellung von zweimonatlichen Injektionen auf monatliche

Injektionen

Patienten, die von einem zweitmonatlichen Dosierungsplan auf einen monatlichen Dosierungsplan in der

Erhaltungsphase wechseln, sollten zwei Monate nach der letzten 3 ml (900 mg) REKAMBYS-Injektion

eine einzige intramuskuläre Injektion von 2 ml (600 mg) REKAMBYS und danach monatlich 2 ml

(600 mg) erhalten.

Versäumte Injektion

Die Einhaltung des Plans für die Injektionen wird dringend empfohlen. Bei Patienten, die einen

Injektionstermin auslassen, sollte noch einmal klinisch abgeklärt werden, ob die Wiederaufnahme der

Therapie angemessen ist. Siehe Tabellen 3 und 4 bezüglich Dosierungsempfehlungen nach einer

versäumten Injektion.

Ausgelassene monatliche Injektionsdosis

Orale Überbrückungsbehandlung und Wiederaufnahme der monatlichen Injektionen:

Wenn eine Verzögerung um mehr als 7 Tage vom Datum einer geplanten Injektion unvermeidbar ist,

kann eine orale Therapie (25 mg Rilpivirin und 30 mg Cabotegravir einmal täglich als Tabletten)

angewendet werden, um bis zu 2 aufeinanderfolgende monatliche Injektionstermine zu ersetzen. Die

erste Dosis der oralen Therapie sollte 1 Monat (± 7 Tage) nach der letzten Injektionsdosis von

REKAMBYS eingenommen werden. Die Injektionsdosierung sollte am Tag des Abschlusses der oralen

Dosierung wieder aufgenommen werden (siehe Empfehlungen in Tabelle 3). Falls mehr als zwei

aufeinanderfolgende monatliche Injektionen ausgelassen werden und ersetzt werden müssen, sollte einen

Monat (± 7 Tage) nach der letzten Injektion von REKAMBYS eine alternative orale Behandlung

eingeleitet werden.

Tabelle 3: Empfehlungen zur Wiederaufnahme der monatlichen Injektionen von REKAMBYS nach

ausgelassenen Injektionen oder oraler Überbrückungsbehandlung

Zeitraum seit der

letzten Injektion

Empfehlung

≤2 Monate:

Frühestmögliche Fortsetzung des Dosierungsplans zur monatlichen Injektion

von 2 ml (600 mg).

> 2 Monate:

Erneute Gabe der 3-ml-Dosis (900 mg), anschliessende Fortsetzung des

Dosierungsplans zur monatlichen Injektion von 2 ml (600 mg).

Ausgelassene 2-monatliche Injektionsdosis

Orale Überbrückungsbehandlung und Wiederaufnahme der zweimonatlichen Injektionen:

Wenn eine Abweichung um mehr als 7 Tage vom Datum einer geplanten Injektion unvermeidbar ist,

kann eine tägliche orale Therapie (25 mg Rilpivirin und 30 mg Cabotegravir als Tablette) angewendet

werden, um einen Besuch für eine Injektion «alle 2 Monate» zu ersetzen. Die erste Dosis der oralen

Therapie sollte zwei Monate (± 7 Tage) nach der letzten Injektion von REKAMBYS und Cabotegravir

eingenommen werden. Die Dosierung per Injektion sollte an dem Tag fortgesetzt werden, an dem die

orale Dosierung abgeschlossen ist (siehe die Empfehlungen in Tabelle 4). Falls mehr als zwei Monate

ersetzt werden müssen, d.h. es wurde mehr als eine 2-monatliche Injektion ausgelassen, sollte zwei

Monate (± 7 Tage) nach der letzten Injektion von REKAMBYS eine alternative orale Behandlung

eingeleitet werden.

Tabelle 4: Empfehlungen zur Wiederaufnahme der zweimonatlichen Injektion von REKAMBYS nach

ausgelassenen Injektionen oder nach der oralen Überbrückungstherapie

Ausgelassener

Besuch zur

Injektion

Vergangene Zeit

seit der letzten

Injektion

Empfehlung (alle Injektionen sind 3 ml)

Injektion 2 (Monat

≤2 Monate

Weiterbehandlung mit der Injektion von 3 ml (900 mg) so bald

wie möglich und Fortsetzung des Dosierungsplans mit

Injektionen alle 2 Monate.

>2 Monate

Wiedereinleitung der 3-ml-Dosis (900 mg) bei dem Patienten,

gefolgt von einer zweiten 3-ml-Injektion (900 mg) als

Anfangsdosis einen Monat später. Danach den Dosierungsplan

zur Injektion alle 2 Monate befolgen.

Injektion 3 oder

später (ab Monat 5)

≤3 Monate

Weiterbehandlung mit der Injektion von 3 ml (900 mg) so bald

wie möglich und Fortsetzung des Dosierungsplans mit

Injektionen alle 2 Monate

>3 Monate

Wiedereinleitung der 3-ml-Dosis (900 mg) bei dem Patienten,

gefolgt von einer zweiten 3-ml-Injektion (900 mg) als

Anfangsdosis einen Monat später. Danach den Dosierungsplan

zur Injektion alle 2 Monate befolgen

Art der Anwendung

Nur zur intramuskulären (i. m.) Injektion in den Gesässmuskel (gluteal). Nicht intravenös injizieren.

REKAMBYS und Cabotegravir sollten während desselben Besuchs an getrennten Injektionsstellen (auf

gegenüberliegenden Seiten oder – falls dies nicht möglich ist - im Abstand von 2 cm) in den

Gesässmuskel injiziert werden. Ein 2 cm Abstand sollte auch zu früheren Injektionsstellen oder

eventuellen Reaktionen an früheren Injektionsstellen eingehalten werden.

Die detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Verabreichung der Injektion in der

Gebrauchsanweisung in der Packung ist zu beachten.

REKAMBYS sollte von einer medizinischen Fachperson verabreicht werden.

Bei der Verabreichung von REKAMBYS sollte die medizinische Fachperson den Body-Mass-Index

(BMI) des Patienten berücksichtigen, um sicherzustellen, dass die Nadellänge ausreicht, um den

Gesässmuskel zu erreichen.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Es liegen nur begrenzte Informationen zur Anwendung von Rilpivirin bei Patienten mit leichter oder

mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse A oder B) vor. Bei Patienten mit leichter bis

mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse A oder B) ist keine Anpassung der

REKAMBYS-Dosis erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-

Klasse C) wurde REKAMBYS nicht untersucht (siehe «Pharmakokinetik»).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung ist keine Anpassung der Dosis

von REKAMBYS erforderlich. Patienten mit einer geschätzten Kreatinin-Clearance

< 50 ml/min/1,73 m2 wurden nicht in die Phase-III-Studien aufgenommen. REKAMBYS sollte bei

Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 15-<30 ml/min) oder

Nierenversagen im Endstadium (Kreatinin-Clearance <15 ml/min) mit Vorsicht (vermehrte

Überwachung von unerwünschten Wirkungen) angewendet werden. Bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung oder Niereninsuffizienz im Endstadium sollte die Kombination von

REKAMBYS mit einem starken CYP3A-Inhibitor nur dann angewendet werden, wenn der Nutzen das

Risiko überwiegt (siehe «Pharmakokinetik»).

Ältere Patienten (ab 65 Jahren)

Bei älteren Patienten ist keine Anpassung der REKAMBYS-Dosis erforderlich (siehe

«Pharmakokinetik»).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von REKAMBYS bei pädiatrischen Patienten wurden noch nicht

nachgewiesen. Eine Behandlung mit REKAMBYS wird für diese Patientengruppe nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Rilpivirin oder einem der Hilfsstoffe.

Die gleichzeitige Gabe von REKAMBYS mit Arzneimitteln, die moderate bis starke Induktoren von

CYP3A Enzymen sind, ist kontraindiziert, da erhebliche Verringerungen der Rilpivirin-Konzentrationen

im Plasma auftreten können, was zum Verlust der therapeutischen Wirkung von REKAMBYS führen

kann (siehe «Interaktionen»).

Beispiele für solche Arzneimitel sind:

·Die Antikonvulsiva Carbamazepin, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Phenytoin

·Die antimykobakteriellen Wirkstoffe Rifabutin, Rifampicin, Rifapentin

·Das systemische Glukokortikoid Dexamethason, ausser zur Behandlung mit einer Einzeldosis

·Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Bei der Anwendung von oralem Rilpivirin sind ebenfalls Protonenpumpenhemmer kontraindiziert.

Darüber hinaus ist auch die Fachinformation für Cabotegravir zu beachten.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Langwirkende Eigenschaften einer Rilpirivin-Injektion

Rilpivirin-Restkonzentrationen können für längere Zeit über den aktiven Dosierungszeitraum hinaus, bis

zu 4 Jahre, im systemischen Kreislauf der Patienten verbleiben. Die lange Dauer der Freisetzung von

Rilpivirin bei Anwendung von REKAMBYS sollte bei der individuellen Nutzen-Risiko-Abschätzung

vor der Auswahl der Therapie, während der Therapie und nach Absetzen von REKAMBYS

berücksichtigt werden (siehe «Interaktionen», «Unerwünschte Wirkungen», «Schwangerschaft, Stillzeit,

Fertilität» und «Pharmakokinetik» sowie «Überdosierung»).

Aufgrund starker Proteinbindung gibt es keinen Mechanismus, durch den die Freisetzung von Rilpivirin

gestoppt oder neutralisiert bzw. aus dem Muskel (z.B. durch Aspiration) oder aus dem Blut (z.B. durch

Hämodialyse) entfernt werden kann.

Übertragung von HIV

Zwar bewirkt eine wirksame Virussuppression unter antiretroviraler Therapie nachweislich eine

erhebliche Verringerung des Risikos einer sexuellen Übertragung, aber ein Restrisiko kann nicht

ausgeschlossen werden. Daher sind den nationalen Leitlinien entsprechend Schutzmassnahmen gegen

eine Übertragung von HIV zu treffen.

Patienten mit Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virus-Koinfektion

Patienten mit einer Hepatitis-B-Koinfektion waren von der Teilnahme an den Studien mit REKAMBYS

ausgeschlossen. Die Einleitung von REKAMBYS, bei Patienten mit Hepatitis-B-Koinfektion wird nicht

empfohlen. Bei Patienten mit Hepatitis-B-Koinfektion unter Behandlung mit oralem Rilpirivin war die

Inzidenz von erhöhten Leberenzymen höher als bei Patienten unter Behandlung mit oralem Rilpirivin

ohne Hepatitis-B-Koinfektion. Es sind die aktuellen Behandlungsleitlinien für die Behandlung einer

HIV-Infektion bei Patienten mit Hepatitis-B-Virus-Koinfektion zu befolgen sowie der Abschnitt

«Interaktionen mit Arzneimitteln» (siehe unten) zu beachten.

Es liegen begrenzte Daten bei Patienten mit Hepatitis-C-Koinfektion vor. Bei Patienten mit Hepatitis-C-

Koinfektion unter Behandlung mit oralem Rilpirivin war die Inzidenz von erhöhten Leberenzymen

höher als bei Patienten unter Behandlung mit oralem Rilpivirin ohne Hepatitis-C-Koinfektion. Die

pharmakokinetische Exposition von oralem und injizierbarem Rilpivirin bei Hepatitis-C-koinfizierten

Patienten war vergleichbar mit der bei Patienten ohne Hepatitis-C-Koinfektion. Bei Patienten mit

Hepatitis-C-Koinfektion wird eine Überwachung der Leberfunktion empfohlen. Wenn während der

Behandlung mit REKAMBYS eine Hepatitis-C-Infektion auftritt, sind die aktuellen

Behandlungsrichtlinien für eine HIV-Infektion bei Patienten mit gleichzeitig bestehender Hepatitis-C-

Virusinfektion zu befolgen sowie der Abschnitt «Interaktionen mit Arzneimitteln» (siehe unten) zu

beachten.

Interaktionen mit Arzneimitteln

Wenn Rilpivirin zusammen mit Arzneimitteln verschrieben wird, welche die Rilpivirin-Exposition

verringern können, ist Vorsicht geboten.

Bei gleichzeitiger Anwendung von REKAMBYS und einem Arzneimittel mit bekanntem Risiko für

Torsade-de-Pointes-Arrhythmien ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitt «Interaktionen»).

Für Hinweise zu Arzneimittelinteraktionen siehe «Interaktionen».

Opportunisische Infektionen

Bei Patienten, die Rilpivirin oder eine andere antiretrovirale Therapie erhalten, können weiterhin

opportunistische Infektionen und andere Komplikationen der HIV-Infektion auftreten. Daher sollten die

Patienten unter engmaschiger klinischer Beobachtung durch Ärzte bleiben, die Erfahrung mit der

Behandlung solcher HIV-Begleiterkrankungen haben.

Immunrekonstitutions- und Inflammationssyndrom

Bei Patienten, die eine antiretrovirale Kombinationstherapie, beispielsweise mit oralem Rilpivirin,

erhielten, wurde über ein Immunrekonstitutions- und Inflammationssyndrom berichtet. In der

Anfangsphase einer antiretroviralen Kombinationstherapie können Patienten, deren Immunsystem auf

die Behandlung anspricht, eine entzündliche Reaktion gegen indolente oder residuelle opportunistische

Infektionen (z.B. mit Mycobacterium-avium-Komplex, Zytomegalievirus, Pneumocystis-jiroveci-

Pneumonie und Tuberkulose) entwickeln, was eine weitere Abklärung und Behandlung erforderlich

machen kann. Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z.B. Morbus Basedow und

Autoimmunhepatitis) vor, die im Rahmen eines Immunrekonstitutions- und Inflammationssyndrom

auftraten. Allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens variabler, und diese Ereignisse können viele

Monate nach Beginn der Behandlung auftreten (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Hepatotoxizität

Bei einer begrentzen Anzahl von Patienten mit oder ohne bekannter Lebervorerkrankung wurde unter

Rilpivirin und Cabotegravir eine Lebertoxizität festgestellt (siehe Abschnitt «Unerwünschte

Wirkungen»).

Es wird eine Überwachung der Leberfunktionswerte empfohlen. Bei vermuteter Lebertoxizität muss

Rilpivirin abgesetzt werden (siehe Abschnitt «Langwirkende Eigenschaften einer Rilpivirin-Injektion»).

Risiko einer Resistenzentwicklung nach Behandlungsabbruch

Um das Risiko einer Virusresistenz zu minimieren, muss spätestens einen Monat nach der letzten

Injektion von REKAMBYS resp. spätestens 2 Monate nach der letzten Injektion von REKAMBYS bei

Dosierung alle 2 Monate ein alternatives, vollständig supprimierendes antiretrovirales Regime

angewendet werden. Wenn ein virologisches Versagen vermutet wird, sollte so schnell wie möglich ein

Alternativregime angewendet werden.

Versehentliche intravenöse Verabreichung / Reaktionen nach der Injektion

Gelegentlich traten in klinischen Studien innerhalb von Minuten nach der Injektion von Rilpivirin

schwerwiegende Reaktionen auf, darunter Dyspnoe, Brustschmerz, Unruhe, Abdominalkrämpfe,

Flushing, Schwitzen, Taubheitsgefühl im Mund und Veränderungen des Blutdrucks und Pulses. Diese

Symptome begannen innerhalb weniger Minuten nach der Injektion abzuklingen, wobei ihr

vollständiges Verschwinden bis zum nächsten Tag dauern konnte. Sie können mit einer versehentlichen

(partiellen) intravenösen Verabreichung im Zusammenhang stehen, die zu vorübergehend hohen

Plasmakonzentrationen von Rilpivirin führt.

Bei der Vorbereitung und Verabreichung von REKAMBYS sind sorgfältig die Anwendungshinweise zu

befolgen, um eine versehentliche intravenöse Verabreichung zu vermeiden. Die Patienten sind über

einen kurzen Zeitraum (ca. 10 Minuten) nach der Injektion unter Beobachtung zu halten. Wenn bei

einem Patienten nach der Injektion eine Reaktion auftritt, ist diese zu überwachen und der klinischen

Indikation entsprechend zu behandeln (siehe «Überdosierung»).

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) je Dosierungseinheit, d.h. es ist nahezu

«natriumfrei».

Interaktionen

Es wurden keine Studien zur Untersuchung von Arzneimittelinteraktionen nach Verabreichung von

REKAMBYS durchgeführt. Die folgenden Angaben und Empfehlungen beruhen auf Studien nach oraler

Verabreichung von Rilpivirin oder auf theoretischen Überlegungen.

Auswirkungen anderer Arzneimittel auf Rilpivirin

CYP3A Induktoren und Inhibitoren

Rilpivirin wird hauptsächlich über Cytochrom-P450-3A (CYP3A) metabolisiert. Arzneimittel, die

CYP3A induzieren oder hemmen, können daher die Clearance von Rilpivirin beeinflussen (siehe

«Pharmakokinetik»). Bei gleichzeitiger Anwendung von REKAMBYS mit Arzneimitteln, die CYP3A

induzieren, wurden reduzierte Plasmakonzentrationen von Rilpivirin festgestellt, wodurch sich die

therapeutische Wirkung von REKAMBYS möglicherweise verringern kann. Die gleichzeitige

Verabreichung von REKAMBYS mit moderaten und starken CYP3A Induktoren ist daher

kontraindiziert.

Bei gleichzeitiger Anwendung von REKAMBYS mit Arzneimitteln, die CYP3A hemmen, wurden

erhöhte Plasmakonzentrationen von Rilpivirin festgestellt.

Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern

Es liegen nur begrenzte Informationen zur Möglichkeit einer pharmakodynamischen Interaktion

zwischen Rilpivirin und Arzneimitteln vor, die das QTc-Intervall im Elektrokardiogramm verlängern. In

einer Studie mit gesunden Probanden verlängerten supratherapeutische Dosen von oralem Rilpivirin

(75 mg einmal täglich und 300 mg einmal täglich) das QTc-Intervall im Elektrokardiogramm. Die

Rilpivirin-Konzentrationen im Plasma nach REKAMBYS-Injektionen und nach Einnahme von Edurant

in einer Dosis von 25 mg einmal täglich sind vergleichbar (siehe «Pharmakodynamik»). Bei

gleichzeitiger Anwendung von REKAMBYS und einem Arzneimittel mit bekanntem Risiko für

Torsade-de-Pointes-Arrhythmien ist Vorsicht geboten.

Auswirkung von Rilpivirin auf andere Arzneimittel

CYP Substrate

Es ist nicht davon auszugehen, dass Rilpivirin klinisch relevante Auswirkungen auf die Exposition

gegenüber Arzneimitteln hat, die von CYP-Enzymen metabolisiert werden.

Andere antiretrovirale Arzneimittel

REKAMBYS ist in Kombination mit Cabotegravir zur Injektion als vollständiges Regime zur

Behandlung von HIV-1-Infektionen indiziert und sollte nicht zusammen mit anderen antiretroviralen

Arzneimitteln zur Behandlung von HIV-1 angewendet werden.

In Tabelle 6 sind Informationen zu Arzneimittel-Interaktionen mit anderen antiretroviralen HIV-

Arzneimitteln aufgeführt, um die Wahl eines alternativen antiretroviralen Regimes nach Absetzen von

REKAMBYS zu erleichtern (siehe «Risiko einer Resistenzentwicklung nach Behandlungsabbruch»).

Was die Arzneimittel-Interaktionen anbelangt, können nach dem Absetzen von REKAMBYS alle in

Tabelle 6 gelisteten antiretroviralen HIV-Arzneimittel angewendet werden. Aufgrund der langen Dauer

der Freisetzung von Rilpivirin nach dem Absetzen von REKAMBYS-Injektionen sind einige

Interaktionen mit anderen antiretroviralen HIV-Arzneimitteln möglich. Rilpivirin hat wahrscheinlich

keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik anderer antiretroviraler HIV-Arzneimittel.

Geboosterte Integrase-Inhibitoren und geboosterte oder ungeboosterte Proteaseinhibitoren können zu

erhöhten Restmengen von Rilpivirin im Plasma führen. Die nicht-nukleosidischen Reverse-

Transkriptase-Inhibitoren Efavirenz, Etravirin und Nevirapin können dagegen zu einer Verringerung der

Restmengen von Rilpivirin im Plasma führen. Diese Arzneimittel-Interaktionen nach dem Absetzen von

REKAMBYS werden als klinisch nicht relevant erachtet und verändern die lange Dauer der Freisetzung

von Rilpivirin von der Injektionsstelle nicht.

In Tabelle 5 und Tabelle 6 sind ausgewählte bekannte und theoretische Interaktionen zwischen

Rilpivirin und gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln und für antiretroviralen HIV-Arzneimittel die

nach Absetzen von REKAMBYS angewendet werden sollen, aufgeführt. Daten aus Studien zur

Arzneimittel-Interaktion zeigen die Quotienten der geometrischen Mittelwerte (Geometric Mean Ratios,

GMR) für die pharmakokinetischen Parameter bei Gabe mit/ohne Begleitmedikation mit 90 %-

Konfidenzintervallen (KI).

Tabelle 5: Interaktionen und Empfehlungen zur Dosierung von REKAMBYS mit anderen Arzneimitteln

Wirkstoff nach

Therapiefeld

(Dosierungsregime)

Auswirkungen auf die

Wirkstoffkonzentration

GMR (90 %-Kl) Ω

(Möglicher

Interaktionsmechanismus)

Empfehlungen für die gleichzeitige

Anwendung

ANTIVIRALE HIV-MITTEL (zur Anwendung mit REKAMBYS)

Cabotegravir* Ω (30 mg

q.d. für 12 Tage)

Rilpivirin (25 mg q.d.

für 24 Tage)

Cabotegravir:

AUC: 1,12 (1,05 – 1,19)

Cmin: 1,14 (1,04 – 1,24)

Cmax: 1,05 (0,96 – 1,15)

Rilpivirin:

AUC: 0,99 (0,89 – 1,09)

Cmin: 0,92 (0,79 – 1,07)

Cmax: 0,96 (0,85 – 1,09)

Keine Dosisanpassung empfohlen.

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