Refobacin Creme

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Gentamicinsulfat
Verfügbar ab:
Almirall Hermal GmbH
ATC-Code:
D06AX07
INN (Internationale Bezeichnung):
Gentamicin sulfate
Darreichungsform:
Creme
Zusammensetzung:
Gentamicinsulfat 1.67mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6154476.00.00

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Refobacin Creme

1 mg/g Gentamicin (als Gentamicinsulfat)

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Refobacin und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Refobacin beachten?

Wie ist Refobacin anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Refobacin aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Refobacin und wofür wird es angewendet?

Refobacin ist ein Breitbandantibiotikum.

Refobacin enthält als Wirkstoff das Breitbandantibiotikum Gentamicin. Seine Wirksamkeit besteht

in der Abtötung der Bakterien, die auf der Haut Infektionen, Entzündungen und Eiterungen

verursachen können. Der Wirkstoff ist in einer hautverträglichen Cremegrundlage enthalten.

Refobacin wird zur lokalen Behandlung von Unterschenkelgeschwüren (Ulcus cruris) und

Wundliegen (Dekubitus) angewendet.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Refobacin beachten?

Refobacin darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Gentamicinsulfat oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Es können Parallelallergien mit anderen Aminoglykosidantibiotika wie z. B. Neomycin bestehen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Refobacin anwenden.

Seien Sie vorsichtig, wenn Sie das Arzneimittel in der Nähe von Augen und Schleimhäuten

anwenden. Bringen Sie Refobacin nicht mit Augen und Schleimhäuten in Berührung!

Verwenden Sie Refobacin nicht im Gehörgang.

Sollten Sie gleichzeitig einer systemischen (oral in Form von Tabletten, Saft, Dragees, i.m. oder

i.v. in Form von Spritzen oder Infusionen) und lokalen Antibiotikatherapie bedürfen, hat die

systemische Behandlung Vorrang. In diesem Fall ist zur Vermeidung von Resistenzen

(Unempfindlichkeit des Krankheitserregers gegenüber dem Antibiotikum) die lokale Behandlung

mit Gentamicinsulfat (Refobacin) zu unterlassen.

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Bei gleichzeitiger Anwendung von Refobacin im Genital- oder Analbereich und Latexprodukten

(z.B. Kondome, Diaphragmen) kann es wegen der enthaltenen Hilfsstoffe Paraffin und Vaselin zur

Verminderung der Funktionsfähigkeit und damit zur Beeinträchtigung der Sicherheit dieser

Produkte kommen.

Aufgrund der neuromuskulär blockierenden Wirkung von Aminoglykosiden bei systemischer

Resorption ist Vorsicht geboten bei Patienten mit Myasthenia gravis, Parkinson, anderen

Erkrankungen mit muskulärer Schwäche oder gleichzeitiger Anwendung von anderen

Arzneimitteln mit neuromuskulär blockierender Wirkung.

Kinder

Refobacin wird nicht für die Anwendung bei Kindern empfohlen aufgrund des Fehlens von Daten.

Anwendung von Refobacin zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/ anwenden,

kürzlich eingenommen/ angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/

anzuwenden.

Wechselwirkungen von Refobacin mit anderen Arzneimitteln sind bisher nicht bekannt geworden.

Bei großflächiger Anwendung besteht die Möglichkeit, dass relevante Mengen Gentamicinsulfat in

die Blutbahn aufgenommen werden. Dies ist bei einer eventuellen zusätzlichen Behandlung mit

anderen Arzneimitteln, die ähnliche Nebenwirkungen haben können wie Gentamicin, und bei der

Gabe von Arzneimitteln zur Muskelentspannung zu berücksichtigen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung dieses

Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Gentamicin kann die Plazentaschranke durchdringen und im fetalen Gewebe und in der

Amnionflüssigkeit messbare Konzentrationen erreichen.

Es sollte im ersten Drittel einer Schwangerschaft auf eine Behandlung mit Refobacin verzichtet

werden und eine Anwendung im weiteren Schwangerschaftsverlauf nur in lebensbedrohlichen

Situationen erfolgen.

Stillzeit

Gentamicin kann in geringen Mengen in die Muttermilch übergehen. Ist eine Anwendung von

Refobacin in der Stillzeit erforderlich, sollte abgestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

Refobacin enthält Cetylstearylalkohol und Propylenglycol

Cetylstearylalkohol und Propylenglycol können örtlich begrenzt Hautreizungen (z. B.

Kontaktdermatitis) hervorrufen.

3. Wie ist Refobacin anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Bitte fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

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Die empfohlene Dosis beträgt:

Tragen Sie Refobacin täglich zwei- bis dreimal auf die erkrankten Hautbezirke auf. In den Fällen,

in denen die Erkrankung einen Verband notwendig macht, genügt es, Refobacin einmal täglich

aufzutragen, so dass ein Verbandwechsel nur einmal täglich durchgeführt werden muss.

Art der Anwendung:

Tragen Sie Refobacin dünn auf die erkrankten Hautbezirke auf.

Dauer der Anwendung:

Die Anwendung von Refobacin sollte auf wenige Tage begrenzt werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Refobacin zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Mögliche Nebenwirkungen:

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen) kann es im Bereich der Anwendung

von Refobacin auf der Haut zu Überempfindlichkeitsreaktionen (allergischen Reaktionen)

gegenüber einem der Bestandteile von Refobacin kommen. Diese äußern sich z. B. in einem

vorübergehenden Brennen, Juckreiz oder Rötung und anderen allergischen Reaktionen. Nach

großflächiger Anwendung bei ausgedehnten Hautdefekten können die Aufnahme des Wirkstoffs in

den Blutkreislauf und damit verbundene Nebenwirkungen (Gehör-, Gleichgewichtsstörungen,

Nierenschädigungen) nicht ausgeschlossen werden.

Nicht bekannt: Allergische Kontaktdermatitis.

Die topische Anwendung von Gentamicinsulfat kann das Risiko einer raschen

Resistenzentwicklung mit sich bringen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Refobacin aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Tube nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten

Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen:

Seite 4 von 4

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch

Verwenden Sie Refobacin nach dem ersten Öffnen der Tube nicht länger als 6 Monate.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Refobacin enthält:

Der Wirkstoff ist: Gentamicin

1 g Creme enthält 1,67 mg Gentamicinsulfat (entspricht 1 mg Gentamicin)

Die sonstigen Bestandteile sind:

Gereinigtes Wasser; Propylenglycol; Weißes Vaselin; Cetylstearylalkohol (Ph.Eur.); Dickflüssiges

Paraffin; Polysorbat 40; Mittelkettige Triglyceride; Glycerolmonostearat 40-55;

Propylenglycolmonopalmitostearat (Ph.Eur.); Hochdisperses Siliciumdioxid.

Wie Refobacin aussieht und Inhalt der Packung:

Refobacin ist eine fast weiße Creme.

Refobacin ist in Aluminiumtuben mit 5 g, 15 g, 30 g und 100 g Creme erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Almirall Hermal GmbH

Scholtzstraße 3, 21465 Reinbek

Telefon: (040) 72704-0, Telefax: (040) 7229296

info@almirall.de

www.almirall.de

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2016.

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FACHINFORMATION ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Refobacin Creme

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 g Creme enthält 1,67 mg Gentamicinsulfat (entspr. 1 mg Gentamicin).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Propylenglycol, Cetylstearylalkohol (Ph. Eur.).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Creme (Wasser-in-Öl Emulsion)

Refobacin ist eine fast weiße Creme.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Ulcus cruris; Dekubitus.

Dieses Arzneimittel ist ein Antibiotikum zur topischen Anwendung.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Refobacin wird 2- bis 3mal täglich dünn auf die erkrankten Hautbezirke aufgetragen.

Kinder und Jugendliche

Refobacin wird nicht für die Anwendung bei Kindern empfohlen aufgrund des Fehlens von Daten.

Art der Anwendung

Die Anwendung von Refobacin sollte auf wenige Tage begrenzt werden. Wird ein Verband erforder-

lich, so braucht dieser nur 1mal täglich gewechselt zu werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Be-

standteile.

Es können Parallelallergien mit anderen Aminoglykosidantibiotika bestehen.

Seite 2 von 6

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Refobacin ist nicht zur Anwendung im Gehörgang, an Augen und Schleimhäuten bestimmt.

Bei Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen sowie bei Überwuchern von gegen Gentamicin-

unempfindlichen Keimen (z. B. Pilze) ist bei länger dauernder Anwendung die Therapie abzubre-

chen.

Bei Patienten, die einer systemischen (oral, i.m., i.v., etc.) und lokalen Antibiotikatherapie bedürfen,

hat die systemische Behandlung Vorrang. In diesem Fall sollte die lokale Behandlung mit dem glei-

chen Antibiotikum zur Vermeidung von Resistenzen unterbleiben.

Die systemische Resorption von topisch appliziertem Gentamicin kann erhöht werden, wenn Re-

fobacin großflächig eingesetzt wird, insbesondere bei längerfristiger Anwendung oder bei Anwen-

dung auf der geschädigten Haut. Ein Okklusivverband erhöht zusätzlich die Resorption. Unter diesen

Bedingungen können möglicherweise unerwünschte Wirkungen, wie sie nach systemischer Applika-

tion von Gentamicin auftreten, vorkommen.

Aufgrund der neuromuskulär blockierenden Wirkung von Aminoglykosiden bei systemischer Re-

sorption ist Vorsicht geboten bei Patienten mit Myasthenia gravis, Parkinson, anderen Erkrankungen

mit muskulärer Schwäche oder gleichzeitiger Anwendung von anderen Arzneimitteln mit neuromus-

kulär blockierender Wirkung.

Vor allem bei Verbrennungen sollte die Anwendung nur nach eingehender Nutzen-Risiko-

Abwägung erfolgen.

Bei der Behandlung mit Refobacin im Genital- oder Analbereich kann es wegen der sonstigen Be-

standteile Paraffin und weißes Vaselin bei gleichzeitiger Anwendung von Latexprodukten (z.B.

Kondome, Diaphragmen) zu einer Verminderung der Funktionsfähigkeit und damit zur Beeinträchti-

gung der Sicherheit dieser Produkte kommen.

Cetylstearylalkohol und Propylenglycol können örtlich begrenzt Hautreizungen (z. B. Kontaktder-

matitis) hervorrufen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Bei großflächiger Anwendung besteht die Möglichkeit, dass relevante Mengen Gentamicinsulfat

resorbiert werden. Dies ist bei einer eventuellen zusätzlichen oralen/parenteralen Therapie mit ande-

ren ototoxischen/nephrotoxischen Arzneimitteln und bei der Gabe von Muskelrelaxantien zu berück-

sichtigen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Gentamicin kann die Plazentaschranke durchdringen und im fetalen Gewebe und in der Amnionflüs-

sigkeit messbare Konzentrationen erreichen. Tierexperimentelle Studien haben nach i.m. Verabrei-

chung Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Refobacin sollte daher im ersten Tri-

menon nicht und im weiteren Verlauf der Schwangerschaft nur bei vitaler Indikation angewendet

werden.

Gentamicin kann in geringen Mengen in die Muttermilch übergehen. Ist eine Anwendung von Re-

fobacin in der Stillzeit erforderlich, sollte abgestillt werden.

Seite 3 von 6

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Refobacin hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000 bis 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Bei Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile von Refobacin kann es gelegentlich zu loka-

len Reizerscheinungen (Rötung, Brennen, Juckreiz) kommen.

Nicht bekannt: Allergische Kontaktdermatitis

Nach großflächiger Anwendung bei ausgedehnten Hautdefekten kann die Möglichkeit einer Resorp-

tion und damit verbundener systemischer Nebenwirkungen (oto-, vestibular-, nephrotoxische Er-

scheinungen) insbesondere bei ausgeprägter Niereninsuffizienz nicht ausgeschlossen werden.

Die topische Anwendung von Gentamicinsulfat kann das Risiko einer raschen Resistenzentwicklung

mit sich bringen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotika zur topischen Anwendung

ATC-Code: D06AX07

Gentamicinsulfat als Wirkstoff von Refobacin erwies sich in verschiedenen In-vitro-Untersuchungen

als wirksames Antibiotikum, dessen Wirkungsspektrum sowohl gramnegative als auch grampositive

Seite 4 von 6

Erreger umfasst. Dies sind vor allem Erreger wie z. B. Pseudomonas aeruginosa, Escherichia coli,

Klebsiella- und Proteus-Arten und Staphylococcus aureus.

In-vivo wurde die Wirksamkeit von Gentamicinsulfat an verschiedenen Tierarten bei künstlich ge-

setzten Infektionen nachgewiesen.

So wurden unter anderem Infektionen, die durch Pseudomonas aeruginosa, Klebsiella pneumoniae,

Streptococcus pyogenes und Escherichia coli hervorgerufen wurden, erfolgreich behandelt.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach lokaler Applikation einer Gentamicinsulfat-haltigen Creme konnten nach dem Auftragen auf

intakte Haut von Probanden keine nachweisbaren Gentamicinspiegel im Serum und Urin festgestellt

werden.

Lediglich bei großflächiger Applikation auf durch Verbrennungen vorgeschädigter Haut, bei der das

Stratum corneum nicht mehr vorhanden bzw. stark zerstört war, konnte Gentamicin im Urin nach-

gewiesen werden, wobei die Menge stark von dem Wassergehalt der Creme bzw. der Wunden ab-

hängig war.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Wie alle Aminoglykosidantibiotika ist auch Gentamicinsulfat potentiell oto- und nephrotoxisch, was

allerdings nur bei Verabreichung sehr hoher Dosen (primär bei i.v. und i.m. Anwendung) beobachtet

wird.

Chronische Toxizität

Zwei Tropfen Refobacin-Lösung mit unterschiedlichen Konzentrationen wurden 4mal täglich in das

Auge eines Kaninchens gebracht.

Eine Reizung des Auges konnte selbst bei Anwendung einer 10 %igen Refobacin-Lösung weder

nach 24 noch nach 72 Stunden beobachtet werden. Demnach ist Refobacin Creme nach topischer

Applikation sehr gut verträglich.

Die lokale Verträglichkeit von Refobacin Creme wurde auch in 1- und 10 %iger Zubereitung an der

Haut der Maus und des Kaninchens überprüft. Die täglich 2malige Anwendung von Refobacin Cre-

me an 3 aufeinander folgenden Tagen rief keine Reizung am rasierten Abdomen der Maus hervor.

Auch bei Applikation auf skarifizierte Kaninchenhaut (24stündiger Patch-Test) zeigten sich keinerlei

Hautirritationen. Dabei war die angewandte Refobacin Creme 10mal bzw. 100mal konzentrierter als

die zum Gebrauch beim Menschen bestimmte.

Kanzerogenität

Tierexperimentelle Untersuchungen zur Kanzerogenität von Gentamicinsulfat liegen nicht vor. In

der langjährigen Anwendung am Menschen ist allerdings kein Krebsrisiko bekannt geworden.

Mutagenität

Hinweise auf mutagene Eigenschaften von Gentamicinsulfat liegen nicht vor.

Reproduktionstoxikologie

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Gentamicin zeigte bei Ratten nach i.m. Verabreichung sehr hoher Dosen (75 mg/kg Körpergewicht)

zu verschiedenen Zeitpunkten der Gestation eine transplazentare Nierentoxizität. Bei Meerschwein-

chen führte die tägliche i.m. Gabe von 4 mg/kg Körpergewicht Gentamicin von Tag 48 bis 54 der

Gestation zu einer vorübergehenden transplazentaren Nierentoxizität. Von anderen Aminoglykosi-

den ist bekannt, dass sie zu einer Innenohrschädigung des Fetus führen können.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Gereinigtes Wasser; Propylenglycol; Weißes Vaselin; Cetylstearylalkohol (Ph.Eur.); Dickflüssiges

Paraffin; Polysorbat 40; Mittelkettige Triglyceride; Glycerolmonostearat 40–55;

Propylenglycolmonopalmitostearat (Ph.Eur.); Hochdisperses Siliciumdioxid.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Nach Anbruch: 6 Monate

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminiumtube zu 5 g, 15 g, 30 g, 100 g und Klinikpackung 15 g

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Almirall Hermal GmbH

Scholtzstraße 3

21465 Reinbek

Telefon: (0 40) 7 27 04-0

Telefax: (0 40) 7 22 92 96

info@almirall.de

www.almirall.de

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8.

ZULASSUNGSNUMMER

6154476.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 14. Juni 1965

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 07. April 2011

10.

STAND DER INFORMATION

08.2016

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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