Rebif 22 (HSA-haltige Formulierung) Injektionslösung in Fertigspritzen

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-08-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
interferonum beta-1a ADNr
Verfügbar ab:
Merck (Schweiz) AG
ATC-Code:
L03AB07
INN (Internationale Bezeichnung):
interferonum beta-1a ADNr
Darreichungsform:
Injektionslösung in Fertigspritzen
Zusammensetzung:
interferonum beta-1a ADNr 22 µg corresp. 6 Mio U.I., albuminum humanum, mannitolum, natrii acetas trihydricus, natrii hydroxidum, acidum aceticum, aqua ad iniectabile q.s. ad solutionem pro 0.5 ml corresp. natrium max. 0.06 mg.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Biotechnologika
Therapiebereich:
Multiple Sklerose
Zulassungsnummer:
54810
Berechtigungsdatum:
1998-12-23

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-08-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-08-2019

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-08-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte Ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Rebif®

8.8, 22 und 44 Mikrogramm

Was ist Rebif und wann wird es angewendet?

Multiple Sklerose ist eine Krankheit, die das Zentralnervensystem befällt. Ihr Ursprung ist noch nicht

klar festgestellt, man nimmt jedoch an, dass diese Krankheit mit einer anormalen Reaktion des

Immunsystems in Zusammenhang steht.

Interferone werden vom Körper hergestellt und spielen eine wesentliche Rolle im Immunsystem. Durch

Mechanismen, die noch nicht vollständig verstanden werden, helfen sie, die Wirkungen der Multiplen

Sklerose auf das Zentralnervensystem zu begrenzen.

Rebif gehört zur Klasse der Interferone. Sein Wirkstoff ist in tierischen Zellen gentechnologisch

hergestelltes Interferon-beta-1a.

Rebif wird zur Behandlung der schubweise fortschreitenden Multiplen Sklerose angewendet. Es

verringert nachweislich die Anzahl und Schwere von Schüben und verlangsamt das Fortschreiten der

Behinderung. Darüber hinaus kann Rebif auch bei Patienten angewendet werden, bei denen zum ersten

Mal Symptome auftreten, die auf ein hohes Risiko hinweisen, eine Multiple Sklerose zu entwickeln.

Bevor Sie behandelt werden, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin alle anderen möglichen Ursachen für Ihre

Beschwerden ausschliessen.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben; Sie dürfen es nicht an andere Personen

weitergeben.

Dieses Arzneimittel darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Der Arzt bzw. die Ärztin entscheidet von Fall zu Fall über die geeignete Behandlung. Befolgen Sie seine

Anweisungen genauestens.

Wann darf Rebif nicht angewendet werden?

Rebif darf im Falle einer Allergie oder einer Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem

der Hilfsstoffe des Arzneimittels nicht angewendet werden.

Rebif darf bei Patienten mit schweren depressiven Störungen und/oder Selbstmordgedanken nicht

angewendet werden.

Wann ist bei der Anwendung von Rebif Vorsicht geboten?

Rebif darf nur unter Aufsicht Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin angewendet werden.

Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 2 und 17 Jahren liegen begrenzte Erfahrungen zur Anwendung

von Rebif vor. Patienten, die jünger als 2 Jahre sind, sollten Rebif nicht anwenden, da das Arzneimittel

bei diesem Patientenkreis unzureichend untersucht wurde.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin darüber, wenn Sie an einer Erkrankung des Knochenmarks,

der Schilddrüse oder an Nieren- oder Leberproblemen leiden oder in der Vergangenheit epileptische

Anfälle hatten. Ist dies der Fall, muss der Arzt bzw. die Ärztin Ihre Behandlung sorgfältiger überwachen

und in regelmässigen Abständen Ihr Blut überprüfen.

Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie depressive oder Selbstmordgedanken

haben. Setzen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin im Falle einer Herzkrankheit in Kenntnis. Ihr Arzt bzw.

Ihre Ärztin muss dann Ihre Behandlung besonders überwachen.

Um unerwünschte Reaktionen an der Injektionsstelle zu vermeiden, befolgen Sie die Anweisungen

genauestens (siehe Wie verwenden Sie Rebif?).

Wenden Sie sich im Falle von Problemen an Ihren Apotheker oder Ihren Arzt bzw. Ihre Apothekerin

oder Ärztin.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung oder das Therapieschema.

Beenden Sie bitte die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn sie eine Allergie oder Überempfindlichkeit gegen

andere Arzneimittel haben.

Während der Behandlung können im Innern der kleinen Blutgefässe Blutgerinnsel entstehen. Diese

Blutgerinnsel können Ihre Nierenfunktion beeinträchtigen. Dies kann einige Wochen bis einige Jahre

nach Beginn der Therapie mit Rebif auftreten. Ihr Arzt, Ihre Ärztin kann daher eine Überprüfung Ihres

Blutdruckes, Ihres Blutes (Anzahl Blutplättchen) und der Funktion Ihrer Nieren als notwendig erachten.

Rebif enthält Benzylalkohol

Rebif enthält 1.0mg Benzylalkohol pro Dosis von 0.2ml und 2.5mg Benzylalkohol pro Dosis von 0.5ml.

Es darf nicht bei Frühgeborenen oder Neugeborenen angewendet werden. Es kann bei Säuglingen und

Kindern bis zu 3 Jahren toxische und allergische Reaktionen hervorrufen.

Ihre Fahrtüchtigkeit und Ihre Fähigkeit zum Bedienen von Werkzeugen oder Maschinen kann durch die

Auswirkungen der Krankheit selbst oder durch deren Behandlung beeinträchtigt sein. Falls Sie davon

betroffen sind, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben,

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt insbesondere, wenn Sie Antiepileptika (Mittel gegen Epilepsie) oder

Antidepressiva (Mittel gegen Depression) einnehmen.

Darf Rebif während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um Rat, bevor Sie Rebif anwenden.

Wie verwenden Sie Rebif?

Rebif ist als Injektionslösung in Fertigspritzen mit einer Festnadel zur Selbstanwendung verfügbar. Die

Fertigspritze ist gebrauchsfertig. Rebif kann auch mit einem geeigneten Autoinjektor verabreicht

werden. Drei Dosierungen sind verfügbar: 8.8 Mikrogramm, 22 Mikrogramm und 44 Mikrogramm.

Dosierung

Patienten mit ersten Symptomen („klinisch-isoliertes Ereignis”)

Die empfohlene Dosierung bei erwachsenen Patienten ist 44 Mikrogramm dreimal pro Woche.

Patienten mit schubweise fortschreitender Multipler Sklerose

Bei Erwachsenen ab 18 Jahren ist die empfohlene Dosierung 44 Mikrogramm dreimal pro Woche. Rebif

22 Mikrogramm, ebenfalls dreimal pro Woche zu verabreichen, wird für diejenigen Patienten

empfohlen, die die höhere Dosierung nicht vertragen können.

Für weitere Informationen zur Arzneimittelverträglichkeit bei Kindern ab 2 Jahren und Jugendlichen

siehe auch „Welche Nebenwirkungen kann Rebif haben?“

Rebif wird nicht für die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren empfohlen.

Die Injektionen sollten möglichst immer zur gleichen Tageszeit (vorzugsweise abends) und an den

gleichen 3 Tagen (in mindestens 48 Stunden Abstand) jede Woche erfolgen.

Es kann sein, dass die Wirkung von Rebif nicht sofort bemerkbar ist. Brechen Sie die Behandlung in

diesem Falle nicht ab, sondern führen Sie sie nach Vorschrift weiter, um das gewünschte Resultat zu

erzielen. Bezüglich der Dauer der Behandlung befolgen Sie bitte den Rat Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin.

Sollten Sie über den Nutzen der Behandlung unsicher sein, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Behandlungsbeginn

Am Anfang der Rebif-Behandlung wird zur Minderung einiger der Nebenwirkungen folgendes

Dosierungsschema empfohlen:

Bei einer Zieldosierung von Rebif 44µg dreimal pro Woche:

·während der ersten und zweiten Woche werden an jedem Behandlungstag 20% der Gesamtdosis

injiziert (d.h. 8.8µg pro Injektion) = das Gesamtvolumen der 8.8µg Spritze bzw. 0.1ml der 44µg Spritze

(die restlichen 0.4ml werden verworfen), dreimal pro Woche

·während der dritten und der vierten Woche werden an jedem Behandlungstag 50% der Gesamtdosis

injiziert (d.h. 22µg pro Injektion) = das Gesamtvolumen der 22µg Spritze bzw. 0.25ml der 44µg Spritze

(die restlichen 0.25ml werden verworfen), dreimal pro Woche

·ab der fünften Woche und für die weitere Behandlungsdauer wird die volle Dosis injiziert (d.h. 44µg

pro Injektion) = das Gesamtvolumen der 44µg Spritze, dreimal pro Woche

Bei einer Zieldosierung von Rebif 22µg dreimal pro Woche:

·während der ersten und zweiten Woche werden an jedem Behandlungstag 20% der Gesamtdosis

injiziert (d.h. 4.4µg pro Injektion) = 0.1ml der 8.8µg Spritze bzw. 0.1ml (= 4.4µg) der 22µg Spritze (die

restlichen 0.1ml respektive 0.4ml werden verworfen), dreimal pro Woche

·während der dritten und der vierten Woche werden an jedem Behandlungstag 50% der Gesamtdosis

injiziert (d.h. 11µg pro Injektion) = 0.25ml der 22µg Spritze, dreimal pro Woche

·ab der fünften Woche und für die weitere Behandlungsdauer wird die volle Dosis injiziert (d.h. 22µg

pro Injektion) = das Gesamtvolumen der 22µg Spritze, dreimal pro Woche.

Anweisungen für die Selbstinjektion

Rebif muss subkutan (unter die Haut) verabreicht werden.

Die erste Injektion muss in Gegenwart einer für diese Anwendungen qualifizierten Person durchgeführt

werden.

Ihr behandelnder Arzt bzw. Ihre Ärztin oder Ihre Pflegefachperson werden Sie instruieren und Ihnen

helfen, die Technik der Selbstinjektion zu erlernen. Nehmen Sie diese Hilfe in Anspruch, solange Sie

ihrer bedürfen, um die Technik und die Ausführung der Selbstinjektion vollständig zu beherrschen. Da

Rebif in Fertigspritzen zur subkutanen Anwendung verfügbar ist, können Sie selbst oder ein Mitglied

Ihrer Familie oder ein Freund zu Hause die Injektion vornehmen.

Bitte lesen Sie die folgenden Anweisungen zur Verabreichung von Rebif aufmerksam und befolgen Sie

diese Punkt für Punkt.

Wahl einer Injektionsstelle

Wählen Sie eine Injektionsstelle. Ihr Arzt oder eine geschulte Pflegefachperson wird Sie über

geeignete Injektionsstellen informieren (günstige Stellen sind z.B. die Oberschenkel, der Unterbauch

oder das Gesäss).

BITTE BEACHTEN SIE: Wählen Sie für die Injektion keine Stellen, an denen Sie Schwellungen,

feste Knoten oder Schmerzen spüren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Pflegefachperson über

alle Auffälligkeiten, die Sie entdecken.

Wechsel der Injektionsstelle

Durch das regelmässige Wechseln der Injektionsstelle können Sie Reaktionen an der Injektionsstelle

vermeiden. Sie lassen auf diese Weise der benutzten Stelle die Zeit, sich zu erholen. Die aktuelle

Injektion darf nicht an derselben Stelle erfolgen, an der die vorangehende erfolgt ist.

Notieren Sie, wo und wann Sie die letzten Injektionen vorgenommen haben. Man kann diese Daten zum

Beispiel in einen Monatskalender eintragen.

Eine Injektionsstelle kann nach ca. einer Woche erneut benutzt werden. Wenn alle Injektionsstellen

schmerzhaft werden, wenden Sie sich bezüglich anderer Injektionsstellen bitte an Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin.

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, die eine oder die andere der Injektionsstellen zu erreichen, bitten Sie

Ihre Pflegefachperson oder eine in der Injektionstechnik erfahrene Person um Hilfe.

Vorbereitung der subkutanen Selbstinjektion

Dieses Arzneimittel ist zur Einmalanwendung vorgesehen. Verwenden Sie Rebif Fertigspritzen nur

einmal.

Nehmen Sie die Rebif-Fertigspritze mindestens 30 Minuten vor der Injektion aus dem Kühlschrank.

Waschen Sie sich Ihre Hände gründlich mit Wasser und Seife.

Sobald Sie eine Injektionsstelle ausgewählt haben:

Stellen Sie alles zusammen, was Sie brauchen und legen Sie alles auf eine saubere Fläche:

Eine neue Fertigspritze, einen Alkoholtupfer, einen trockenen Tupfer oder eine Baumwollgaze.

Entfernen Sie die Rebif Fertigspritze aus der Blisterpackung indem Sie die Plastikfolie abziehen. Die

Lösung darf nur angewendet werden, wenn sie klar bis opaleszent ist, keine Schwebstoffe enthält und

keine sichtbaren Anzeichen von Zersetzung erkennbar sind.

Kontrollieren Sie das Verfalldatum auf dem Etikett der Rebif Fertigspritze oder dem Umkarton. Wenn

das Verfalldatum überschritten ist, darf die Rebif Fertigspritze nicht mehr verwendet werden.

Verwenden Sie vor der Injektion einen Alkoholtupfer, um die Haut an der Injektionsstelle zu reinigen.

Lassen Sie die Haut vollständig trocknen. Wenn etwas Alkohol auf der Haut verbleibt, können Sie ein

brennendes Gefühl verspüren.

Nehmen Sie die Spritze und entfernen Sie die Schutzkappe der Nadel. Die Nadel nicht berühren!

Halten Sie die Spritze wie einen Zeichenstift oder wie einen Pfeil.

Sie können die Haut um die Injektionsstelle herum vorsichtig

zusammendrücken (um sie etwas abzuheben).

Legen Sie Ihr Handgelenk auf die Haut nahe der Injektionsstelle und stechen

Sie die Nadel mit einer schnellen, festen Bewegung in einem rechten Winkel in

die Haut.

Injizieren Sie das Arzneimittel langsam und gleichmässig (drücken Sie den

Kolben in die Spritze bis diese leer ist).

Halten Sie einen trockenen Tupfer auf die Injektionsstelle.

Ziehen Sie die Nadel aus der Haut.

Massieren Sie die Injektionsstelle sanft mit einem trockenen Tupfer oder einer

Baumwollgaze.

Entsorgen Sie alle gebrauchten Gegenstände: werfen Sie sofort die Spritze in einen dafür vorgesehenen

Behälter.

Wenn Sie eine grössere Menge von Rebif angewendet haben, als Sie sollten

Wenden Sie sich im Falle einer Überdosis bitte sofort an Ihren Arzt.

Wenn Sie die Anwendung von Rebif vergessen haben

Falls Sie eine Dosis versäumt haben, fahren Sie bitte am Tag der nächsten geplanten Dosis mit den

Injektionen fort. Wenden Sie nicht die doppelte Dosis an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen

haben.

Welche Nebenwirkungen kann Rebif haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Interferon-beta auftreten:

grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit, Übelkeit, Muskel- und

Gelenkschmerzen. Diese Wirkungen treten zu Beginn der Behandlung bei bis zu 7 von 10 Patienten auf.

Sie verringern sich bei fortdauernder Anwendung. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Ihnen zur Linderung

dieser Symptome ein Schmerzmittel verordnen, vorübergehend die Dosierung ändern oder die

Behandlung unterbrechen. Sie dürfen die Behandlung ohne Verordnung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin

nicht unterbrechen oder ändern.

Es kann bei etwa 3 von 10 Patienten zu Reaktionen an der Injektionsstelle wie Rötungen, Schwellungen,

Verfärbungen, Entzündungen, Schmerzen, Hautläsionen und Zerstörungen des Hautgewebes

(Nekrosen), sowie anderen unspezifischen Reaktionen kommen. Das Auftreten von Reaktionen an der

Injektionsstelle verringert sich gewöhnlich mit der Zeit. Wenn Sie anomale lokale Reaktionen haben,

fragen Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Weitere, weniger häufig auftretende unerwünschte Wirkungen in Verbindung mit Interferon-beta

wurden berichtet: Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Leberentzündung, Schlafstörungen,

Schwindel, Nervosität, Hautausschlag, Nesselausschlag, Haarausfall, Sehstörungen, Juckreiz,

Beklemmungsgefühle, und Herzklopfen.

Bei einer Therapie mit Interferon-beta können ebenfalls folgende Nebenwirkungen auftreten:

Veränderungen der Netzhaut, welche zu Sehstörungen führen; Selbstmordgedanken; Krampfanfälle;

schwere Hautreaktionen (einige mit Schleimhautschädigungen); Atembeschwerden; vermehrtes

Schwitzen; Infektion an der Injektionsstelle; Erkrankung des Immunsystems mit Beteiligung der Haut

(arzneimittelinduzierter Lupus erythematodes, reversibel nach Absetzen des Arzneimittels); verminderte

Anzahl roter und weisser Blutkörperchen wie auch von Blutplättchen (Panzytopenie) oder Entstehung

von Blutgerinnseln (Thromben) im Innern der kleinen Blutgefässe des gesamten Körpers die

Auswirkungen auf Ihre Nieren haben können (thrombotisch-thrombozytopenische Purpura oder

hämolytisch-urämisches Syndrom). Dies führt zu Blutarmut wegen einer erhöhten Zerstörung der roten

Blutkörperchen (hämolytische Anämie) und zu einer zu geringen Anzahl zirkulierender Blutplättchen.

Die Symptome können eine erhöhte Blutungsneigung (Unterhautblutungen sowie violett-gefärbte kleine

Blutungen in der Haut (Purpura), innerliche Blutungen), vermehrte Blutergüsse, Fieber, extremes

Schwächegefühl, Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit umfassen. Ihr Arzt wird

möglicherweise Veränderungen in Ihrem Blut und Ihrer Nierenfunktion feststellen. Nierenprobleme

einschliesslich Narbenbildung können zu einer Verringerung der Nierenfunktion führen. Wenn Sie

einige oder alle der folgenden Symptome an sich bemerken - schaumiger Urin, Müdigkeit,

Schwellungen, vor allem im Bereich der Knöchel und Augenlider, sowie Gewichtszunahme -

informieren Sie bitte Ihren Arzt, da es sich hierbei um Anzeichen eines möglichen Nierenproblems

handeln könnte.

Sehr selten können schwerwiegende allergische Reaktionen (Hypersensitivität) auftreten. Sollte bei

Ihnen unmittelbar nach der Verabreichung von Rebif plötzlich Atemnot oder eine Anschwellung des

Gesichtes, möglicherweise auch in Verbindung mit einem Nesselausschlag, und Schwächegefühl

auftreten, begeben Sie sich bitte sofort in ärztliche Obhut.

Im Falle schwerer oder anhaltender Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Die Anzahl der weissen und roten Blutkörperchen oder der Blutplättchen kann verringert sein, und es

kann zu veränderten Leberfunktionswerten kommen. Aus diesem Grund sollte Ihr Blut vor der

Behandlung und dann in regelmässigen Abständen untersucht werden.

Diese Veränderungen werden im allgemeinen vom Patienten nicht wahrgenommen (keine Symptome).

Sie sind meist reversibel und leichter Natur. Wenn Sie jedoch Symptome bemerken, die auf eine

Leberfunktionsstörung hinweisen, wie Appetitverlust in Kombination mit anderen Symptomen, wie

Übelkeit, Erbrechen oder Gelbsucht, kontaktieren Sie bitte sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Interferone können bei Ihrer Schilddrüse eine Über- oder Unterfunktion bewirken. Diese Änderungen

der Schilddrüsenaktivität werden vom Patienten selten wahrgenommen. Dennoch könnte Ihr Arzt bzw.

Ihre Ärztin eine Untersuchung als notwendig empfehlen.

Depressionen oder sogar Selbstmordgedanken können bei Multiple-Sklerose-Patienten häufiger

auftreten. Falls Sie solche Gefühle feststellen, wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin.

Zu Beginn der Therapie mit Rebif können Symptome auftreten, die denjenigen ähnlich sind, welche bei

einem Multiple-Sklerose-Pseudo-Schub auftreten. Zum Beispiel können sich die Muskeln sehr schwer

oder schwach anfühlen, was Sie im täglichen Tun beeinträchtigt. In manchen Fällen treten solche

Symptome in Zusammenhang mit dem oben beschriebenen Fieber oder den fieberähnlichen Symptomen

auf.

Kinder und Jugendliche

Es wurden keine formellen klinischen Prüfungen mit Kindern oder Jugendlichen durchgeführt. Einige

vorliegende klinische Daten deuten jedoch darauf hin, dass das Sicherheitsprofil bei Kindern (2 bis 11

Jahre alt) und Jugendlichen (12 bis 17 Jahre alt), die Rebif 22µg oder Rebif 44µg dreimal wöchentlich

erhalten, dem Sicherheitsprofil von Erwachsenen ähnelt.

Rebif sollte bei Kindern (2 bis 11 Jahre alt) mit Vorsicht angewendet werden.

Falls Sie bei Anwendung von Rebif Nebenwirkungen feststellen, informieren Sie bitte hierüber, selbst

wenn diese nicht in den vorstehenden Absätzen aufgeführt sind, Ihren Arzt oder Ihren Apotheker bzw.

Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel muss im Kühlschrank zwischen 2 bis 8°C aufbewahrt werden (nicht einfrieren).

Rebif soll zum Schutz vor Licht in der Originalverpackung aufbewahrt werden.

Um ein versehentliches Einfrieren zu verhindern, lagern Sie die Packung immer in der Vorderseite des

Kühlschrankes.

Falls zeitweilig keine Möglichkeit besteht, Rebif im Kühlschrank (bei 2 - 8°C) aufzubewahren, kann das

Arzneimittel während höchstens 14 Tagen bei Raumtemperatur bis maximal 25°C gelagert werden.

Nach Ablauf dieser 14 Tage Lagerung bei Raumtemperatur, müssen Sie das Arzneimittel wieder im

Kühlschrank (bei 2 - 8°C) aufbewahren und können es bis zu dem auf der Packung bezeichnetem Datum

(«EXP») verwenden. Es darf nur bis zu dem auf der Packung mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet

werden.

Nicht verbrauchte Arzneimittel müssen aus Vorsichtsgründen an die Apotheke zurückgegeben werden.

Bewahren Sie Rebif wie alle Medikamente für Kinder unerreichbar auf.

Das Produkt nicht anwenden, wenn Sie sichtbare Beschädigungen feststellen, wie zum Beispiel

Beschädigungen der Kunststoffverpackung der Spritze oder der Spritze selbst.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Rebif enthalten?

1 Fertigspritze à 0.2ml Rebif enthält als Wirkstoff 8.8 Mikrogramm Interferon-beta 1a ADNr und

folgende Hilfsstoffe: Mannitol, Poloxamer 188, Natriumacetat, Antiox.: L-Methionin 24µg, Konserv.:

Benzylalkohol 1mg und Wasser zur Herstellung von 0.2ml injizierbarem Präparat

1 Fertigspritze à 0.5ml Rebif enthält als Wirkstoff 22 oder 44 Mikrogramm Interferon-beta 1a ADNr

und folgende Hilfsstoffe: Mannitol, Poloxamer 188, Natriumacetat, Antiox.: L-Methionin 60µg,

Konserv.: Benzylalkohol 2.5mg und Wasser zur Herstellung von 0.5ml injizierbarem Präparat

Zulassungsnummer

54810 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Rebif? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen mit:

·Startpackung: 6 + 6 Fertigspritzen Rebif 8.8 Mikrogramm und Rebif 22 Mikrogramm

·12 Fertigspritzen Rebif 22 Mikrogramm

·12 Fertigspritzen Rebif 44 Mikrogramm

Zulassungsinhaberin

Merck (Schweiz) AG, Zug.

Diese Packungsbeilage wurde im August 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Rebif®/- RebiDose/- multidose

Merck (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff

Rebif/Rebif RebiDose/Rebif multidose

Interferon beta-1a ADNr, rekombinantes Interferon beta-1a, produziert in Chinese Hamster Ovary

(CHO)-Zellen.

Hilfsstoffe

Rebif/Rebif RebiDose

1 Fertigspritze Rebif oder 1 Fertigpen RebiDose à 0.2 ml: Mannitolum, Poloxamerum 188, Natrii

acetas, Antiox.: L-Methioninum 24 µg, Conserv.: Alcohol benzylicus 1 mg, Aqua ad iniectabilia.

1 Fertigspritze Rebif oder 1 Fertigpen RebiDose à 0.5 ml: Mannitolum, Poloxamerum 188, Natrii

acetas, Antiox.: L-Methioninum 60 µg, Conserv.: Alcohol benzylicus 2.5 mg, Aqua ad iniectabilia.

Hilfsstoffe

Rebif multidose

1 Patrone à 1.5 ml: Mannitolum, Poloxamerum 188, Natrii acetas, Antiox.: L-Methioninum 0.18 mg,

Conserv.: Alcohol benzylicus 7.5 mg, Aqua ad iniectabilia

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Rebif, Injektionslösung in Fertigspritzen oder Rebif Rebidose in Fertigpens

1 Fertigspritze oder 1 Fertigpen zu 0.2 ml enthält 8.8 µg (2.4 Mio. IE) Interferon beta-1a.

1 Fertigspritze oder 1 Fertigpen zu 0.5 ml enthält 22 oder 44 µg (6 oder 12 Mio. IE) Interferon beta-

Rebif multidose, Injektionslösung in Patronen

1 Patrone zu 1.5 ml enthält 66 µg oder 132 µg (18 oder 36 Mio. IE) Interferon beta-1a.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Rebif ist indiziert

·bei Patienten mit einem ersten klinischen, auf Multiple Sklerose (MS) hinweisenden neurologischen

Ereignis («Clinically Isolated Syndrome» - «klinisch-isoliertes Syndrom»), wenn andere Diagnosen

ausgeschlossen sind und wenn ein hohes Risiko für das Auftreten einer schubförmigen Multiplen

Sklerose besteht.

·zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose

Bei Patienten mit sekundär progredienter Multipler Sklerose ohne vorhandene Schubaktivität konnte

eine Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden.

Dosierung/Anwendung

Klinisch-isoliertes Syndrom (Clinically Isolated Syndrome – CIS)

Die empfohlene Dosierung bei Patienten mit einem ersten demyelinisierenden Ereignis ist Rebif

44 µg dreimal pro Woche, subkutan injiziert.

Schubförmige Multiple Sklerose

Die empfohlene Dosierung bei schubförmiger Multipler Sklerose ist Rebif 44 µg dreimal pro Woche,

subkutan injiziert.

Rebif 22 µg, ebenfalls dreimal pro Woche subkutan injiziert, wird zur Behandlung derjenigen

Patienten empfohlen, welche die höhere Dosierung nicht vertragen können.

Allgemein

Jede Behandlung muss unter der Überwachung eines in der Behandlung der Krankheit Multiple

Sklerose spezialisierten Arztes begonnen werden.

Rebif wird subkutan appliziert. Die Fertigspritze und der Fertigpen sind zur einmaligen Anwendung

vorgesehen und sollten nur durch gut geschulte Patienten und/oder Pflegefachpersonal angewendet

werden. Bitte lesen Sie auch die Packungsbeilage, wo Sie detailliertere Angaben zur Anwendung

finden.

Zur Einstellung der Patienten auf die Therapie mit Rebif und zur Reduktion unerwünschter

Wirkungen, wird empfohlen, die Dosis allmählich zu steigern (Auftitrieren).

Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird

empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.

Rebif, Injektionslösung in Fertigspritzen oder Rebif Rebidose, Injektionslösung in Fertigpens

Zieldosierung 44 µg dreimal pro Woche:

Falls eine Dosis von 44 µg dreimal pro Woche verschrieben worden ist, empfiehlt es sich, die

Behandlung nach folgendem Schema zu beginnen:

·20% der Gesamtdosis während der beiden ersten Wochen (d.h. 8.8 µg pro Injektion) = das

Gesamtvolumen der 8.8 µg Fertigspritze oder des 8.8 µg Fertigpens (mit gelbem Knopf) bzw. 0.1 ml

der 44 µg Fertigspritze dreimal pro Woche

·50% der Gesamtdosis während der dritten und der vierten Woche (d.h. 22 µg pro Injektion) = das

Gesamtvolumen der 22 µg Fertigspritze oder des 22 µg Fertigpens (mit grünem Knopf) bzw. 0.25 ml

der 44 µg Fertigspritze dreimal pro Woche

·die volle Dosis ab der fünften Woche (d.h. 44 µg pro Injektion) = das Gesamtvolumen der 44 µg

Fertigspritze oder des 44 µg Fertigpens (mit petrolgrünem Knopf) dreimal pro Woche

Zieldosierung 22 µg dreimal pro Woche:

Falls eine Dosis von 22 µg dreimal pro Woche verschrieben worden ist, empfiehlt es sich, die

Behandlung nach folgendem Schema zu beginnen:

Für die ersten vier Wochen muss zur Auftitrierung die Startpackung der Rebif Injektionslösung in

Fertigspritzen eingesetzt werden, da beim RebiDose Fertigpen im Gegensatz zu den Fertigspritzen

nur der volle Inhalt des RebiDose Fertigpens (und nicht ein Teil davon) injiziert werden kann:

·20% der Gesamtdosis während der beiden ersten Wochen (d.h. 4.4 µg pro Injektion) = 0.1 ml der

8.8 µg Fertigspritze bzw. 0.1 ml der 22 µg Fertigspritze dreimal pro Woche

·50% der Gesamtdosis während der dritten und der vierten Woche (d.h. 11 µg pro Injektion) =

0.25 ml der 22 µg Fertigspritze dreimal pro Woche

·die volle Dosis ab der fünften Woche (d.h. 22 µg pro Injektion) = das Gesamtvolumen der 22 µg

Fertigspritze oder des 22 µg Fertigpens dreimal pro Woche

Rebif multidose, Injektionslösung in Patronen

Rebif multidose ist für die mehrmalige Anwendung gedacht und darf nur in Verbindung mit dem

RebiSmart™-Autoinjektor und nach sorgfältiger Anweisung des Patienten und/oder der

Pflegefachperson angewendet werden. Bei der Anwendung sind die Anweisungen in der

Packungsbeilage dieses Arzneimittels sowie in der Bedienungsanleitung des RebiSmart™-

Autoinjektor zu beachten.

Zieldosierung 44 µg dreimal pro Woche

Falls eine Dosis von 44 µg dreimal pro Woche verschrieben worden ist, empfiehlt es sich, die

Behandlung mit Rebif multidose 132 µg/1.5 ml Patrone nach folgendem Schema zu beginnen:

·20% der Gesamtdosis während der beiden ersten Wochen (d.h. 8.8 µg pro Injektion) = 0.1 ml aus

der 132 µg/1.5 ml Patrone dreimal pro Woche

·50% der Gesamtdosis während der dritten und der vierten Woche (d.h. 22 µg pro Injektion) =

0.25 ml aus der 132 µg/1.5 ml Patrone dreimal pro Woche

·die volle Dosis ab der fünften Woche (d.h. 44 µg pro Injektion) = 0.5 ml aus der 132 µg/1.5 ml

Patrone dreimal pro Woche

Zieldosierung 22 µg dreimal pro Woche

Falls eine Dosis von 22 µg dreimal pro Woche verschrieben worden ist, empfiehlt es sich, die

Behandlung mit Rebif multidose 66 µg/1.5 ml Patrone nach folgendem Schema zu beginnen:

·20% der Gesamtdosis während der beiden ersten Wochen (d.h. 4.4 µg pro Injektion) = 0.1 ml aus

der 66 µg/1.5 ml Patrone dreimal pro Woche

·50% der Gesamtdosis während der dritten und der vierten Woche (d.h. 11 µg pro Injektion) =

0.25 ml aus der 66 µg/1.5 ml Patrone dreimal pro Woche

·die volle Dosis ab der fünften Woche (d.h. 22 µg pro Injektion) = 0.5 ml aus der 66 µg/1.5 ml

Patrone dreimal pro Woche

Gegenwärtig ist nicht bekannt, wie lange die Patienten mit Rebif behandelt werden sollen. Die

Sicherheit und die Wirksamkeit von Rebif wurde über einen Behandlungsraum von vier Jahren

hinaus nicht nachgewiesen.

Es wird somit empfohlen, die Patienten während den ersten vier Behandlungsjahren mindestens alle

zwei Jahre gründlich zu untersuchen, wobei der behandelnde Arzt anhand der

Untersuchungsergebnisse individuell entscheidet, ob die Behandlung fortgeführt werden soll.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder und Jugendliche

Es wurden keine prospektiven klinischen Studien oder pharmakokinetischen Untersuchungen mit

Kindern oder Jugendlichen durchgeführt, dazu gibt es lediglich Daten aus einer retrospektiven

Erhebung mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 2-17 Jahren (siehe «Unerwünschte

Wirkungen»). Zur Anwendung von Rebif bei Kindern unter 12 Jahren liegen nur sehr begrenzte

Informationen vor, daher sollte Rebif bei dieser Patientengruppe mit Vorsicht angewendet werden.

Patienten mit schwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Die HSA-freie Formulierung hat ein ähnliches Nebenwirkungsprofil wie die HSA-haltige

Formulierung, mit Ausnahme der grippe-ähnlichen Symptome, welche häufiger vorkommen und den

Reaktionen an der Injektionsstelle, welche in geringerer Häufigkeit auftreten (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Kontraindikationen

·Behandlungsbeginn während der Schwangerschaft (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»)

·bei Patienten mit einer Überempfindlichkeit auf natürliches oder rekombinantes Interferon beta,

oder einen der Hilfsstoffe von Rebif

·bei Patienten mit schwerwiegenden Depressionen und/oder Suizidgedanken (siehe auch

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Patienten müssen über die häufigsten unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit der

Verabreichung von Interferon beta, einschliesslich Symptome des grippe-ähnlichen Syndroms,

informiert werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Diese Symptome zeigen sich am deutlichsten zu Beginn der Behandlung und lassen in ihrer

Häufigkeit und Schwere im weiteren Behandlungsverlauf nach. Fieber und grippeähnliche

Symptome können teilweise mit fiebersenkenden Analgetika wie z.B. Paracetamol behandelt

werden.

Thrombotische Mikroangiopathie

Es wurden Fälle von Thrombotischer Mikroangiopathie gemeldet, welche sich als Thrombotisch –

thrombozytopenische Purpura (TTP) oder hämolytisch urämisches Syndrom (HUS) manifestiert

haben, einschliesslich Fälle mit tödlichem Ausgang. Diese Fälle wurden zu verschiedenen

Zeitpunkten während der Behandlung mit Rebif berichtet und können nach mehreren Jahren

Behandlung auftreten. Es wird empfohlen auf frühe Symptome wie neu auftretende Hypertonie,

Fieber, ZNS-Symptome (z.B Verwirrtheit und Parese), beeinträchtigte Nierenfunktion und

Thrombozytopenie zu achten. Zu den Laborbefunden, die auf TMA hinweisen können, gehören

erhöhte Serum-Laktatdehydrogenase (LDH) aufgrund von Hämolyse sowie Schistozyten

(fragmentierte Erythrozyten) im Blutausstrich. Eine umgehende Behandlung von TTP/HUS ist

erforderlich und es wird empfohlen die Behandlung mit Rebif abzubrechen.

Depressionen und Suizidgedanken

Rebif sollte bei Patienten mit früheren oder gegenwärtigen depressiven Störungen, insbesondere bei

denjenigen mit vorangegangenen Suizidgedanken, mit Vorsicht verabreicht werden (siehe

«Kontraindikationen»).

Bekannterweise treten Depressionen und Suizidgedanken bei Patienten, die an Multipler Sklerose

leiden, häufiger auf. Bei diesen Patienten ist folglich vermehrt auf das Auftreten von

Depressionssymptomen oder Suizidgedanken zu achten. Patienten, die Depressionen entwickeln,

müssen genau überwacht und entsprechend behandelt werden. Ein Absetzen der Behandlung mit

Rebif ist in Erwägung zu ziehen (siehe «Kontraindikationen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Depressive Symptome in Zusammenhang mit Interferon beta treten oft als atypisches Syndrom auf.

Sie kommen häufiger sehr früh im Rahmen einer Behandlung vor und gehen nicht mit allen üblichen

klinischen Symptomen einer Depression einher.

Krampfanfälle

Vorsicht ist angezeigt bei der Verabreichung von Rebif an Patienten mit einem Krampfleiden in der

Anamnese und bei Patienten unter Therapie mit Antiepileptika, insbesondere wenn ihre Epilepsie

nicht adäquat mit Antiepileptika kontrolliert wird (siehe auch «Interaktionen» und «Unerwünschte

Wirkungen»).

Herzerkrankungen

Patienten mit Herzerkrankungen wie Angina pectoris, kongestiver Herzinsuffizienz oder Arrhythmie

sind zu Beginn der Behandlung mit Interferon beta-1a sorgfältig auf eine Verschlechterung ihres

klinischen Zustandes hin zu überwachen. Die Symptome des grippeähnlichen Syndroms können sich

bei Patienten mit einem Herzleiden als zusätzlich belastend erweisen.

Hypersensitivitätsreaktionen

Schwere Hypersensitivitätsreaktionen wie Erythema multiforme und Erythema multiforme-ähnliche

Hautreaktionen, Urtikaria, angioneurotisches Ödem, Bronchospasmus und anaphylaktischer Schock

traten sehr selten auf.

Bei schweren Reaktionen sollte die Behandlung mit Rebif abgebrochen und geeignete medizinische

Massnahmen ergriffen werden.

Nekrosen an der Injektionsstelle

Bei mit Rebif behandelten Patienten wurde über Nekrosen an der Injektionsstelle berichtet (siehe

«Unerwünschte Wirkungen»). Um das Risiko des Auftretens von Nekrosen an der Injektionsstelle zu

minimieren, sind die Patienten anzuweisen:

·die Injektion unter aseptischen Bedingungen vorzunehmen und

·bei jeder Applikation die Injektionsstelle zu wechseln.

Die Vorgehensweise der Patienten bei der Selbstverabreichung ist in regelmässigen Abständen zu

überprüfen, vor allem wenn Reaktionen an der Injektionsstelle aufgetreten sind.

Die Patienten sind anzuweisen, vor weiteren Rebif-Injektionen den Arzt zu konsultieren, falls sie

Läsionen der Haut an der Injektionsstelle bemerken, die möglicherweise mit Schwellung oder

Flüssigkeitsabsonderung einhergehen. Bei Patienten mit mehreren Läsionen ist Rebif bis zur Heilung

der Läsionen abzusetzen. Patienten mit nur einer Läsion können die Behandlung fortsetzen,

vorausgesetzt, dass es sich um keine zu extensive Nekrose handelt.

Leberfunktionsstörung

In klinischen Studien mit Rebif kam es sehr häufig zu einer asymptomatischen Erhöhung der

Lebertransaminasen (insbesondere ALT). 1-3% der Patienten entwickelten

Lebertransaminasenerhöhungen über dem 5-fachen Wert des oberen Normallimits (ULN). Eine

Reduzierung der Rebif-Dosis sollte in Betracht gezogen werden, wenn der ALT-Wert über den 5-

fachen ULN-Wert steigt. Die Dosis sollte nach und nach erhöht werden, wenn sich die Enzymspiegel

wieder normalisiert haben.

Die Behandlung mit Rebif sollte bei Patienten mit einer früheren schwerwiegenden

Lebererkrankung, bei klinischem Nachweis einer aktiven Lebererkrankung, bei Alkoholmissbrauch

oder erhöhter Serum-ALT (>2.5-facher ULN) mit Vorsicht begonnen werden.

Serum-ALT-Spiegel sollten vor Beginn der Therapie, im 1., 3. und 6. Monat während der Therapie

und danach bei Fehlen von klinischen Symptomen periodisch beobachtet werden. Die Behandlung

mit Rebif sollte abgebrochen werden, wenn Gelbsucht oder andere klinische Symptome einer

Leberfunktionsstörung auftreten (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Rebif kann wie andere Beta-Interferone schwere Leberschädigungen verursachen (siehe Kapitel

«Unerwünschte Wirkungen»), darunter auch akutes Leberversagen. Der Wirkmechanismus dieser

seltenen symptomatischen Leberfunktionsstörung ist noch unbekannt. Spezielle Risikofaktoren

konnten nicht identifiziert werden.

Nephrotisches Syndrom

Während der Behandlung mit Interferon-beta-Präparaten wurden Fälle von nephrotischem Syndrom

mit verschiedenen zugrundeliegenden Nephropathien berichtet, darunter kollabierende fokal-

segmentale Glomerulosklerose (FSGS), Minimal-Change-Disease (MCD), membranproliferative

Glomerulonephritis (MPGN) und membranöse Glomerulopathie (MGN). Die Ereignisse wurden zu

unterschiedlichen Zeitpunkten während der Behandlung beobachtet und können auch noch nach

mehrjähriger Behandlung mit Interferon beta auftreten. Daher wird eine regelmässige Beobachtung

auf frühe Anzeichen und Symptome, wie z.B. Ödeme, Proteinurie und Nierenfunktionsstörungen,

vor allem bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für Nierenerkrankungen, empfohlen. Ein

nephrotisches Syndrom erfordert eine sofortige Behandlung, und ein Absetzen der Behandlung mit

Rebif sollte erwogen werden.

Abweichungen bei Laborparametern

Die Anwendung von Interferon führt zu Abweichungen in den Laborparametern. Deshalb sollten

während der Therapie mit Interferon beta-1a zusätzlich zu den sonst bei Multiple-Sklerose-Patienten

üblichen Labortests und ergänzend zur Beobachtung der Leberenzyme ein grosses Blutbild und ein

Differentialblutbild angefertigt und die Thrombozytenzahl bestimmt werden. Diese Untersuchungen

sollten in regelmässigen Intervallen (1, 3 und 6 Monate) nach Therapiebeginn und danach auch bei

Abwesenheit klinischer Symptome in periodischen Abständen wiederholt werden.

Schilddrüsenerkrankungen

Häufig können Patienten, die mit Rebif behandelt werden, neue oder sich verschlechternde

Schilddrüsenabnormalitäten entwickeln. Tests der Schilddrüsenfunktion sind zu Beginn und bei

abnormalen Werten alle 6-12 Monate nach Therapiebeginn zu empfehlen. Bei normalen

Ausgangswerten, sind Routineuntersuchungen nicht notwendig, diese sollten aber durchgeführt

werden, wenn klinische Befunde einer Schilddrüsenfunktionsstörung auftreten (siehe auch

«Unerwünschte Wirkungen»).

Schwere Nieren- oder Leberschäden und schwere Myelosuppression

Die Verabreichung von Interferon beta-1a an Patienten mit schwerer Nieren- und Leberinsuffizienz

oder mit akuter Myelosuppression muss besonders überwacht werden.

Juvenile chronische Arthritis

Während der Behandlung von Jugendlichen mit Rebif trat gemäss publizierten Daten ein Fall von

juveniler chronischer Arthritis auf.

Neutralisierende Antikörper

Im Serum können sich neutralisierende Antikörper gegen Interferon beta-1a entwickeln. Die genaue

Inzidenz und die klinische Bedeutung der Antikörperbildung sind bis heute noch nicht sicher

festgestellt. Klinische Studien mit der Humanserum Albumin (HSA)-haltigen Formulierung zeigen,

dass nach 24 bis 48 Monaten, bei der Dosierung 44 µg, 14% der Patienten und, bei der Dosierung 22

µg, 24% der Patienten persistierende Serumantikörper gegen Rebif entwickeln. Klinische Daten mit

der HSA-freien Formulierung von Rebif bei einer Dosierung von 44 µg zeigen, dass 17% der

Patienten persistierende Serumantikörper nach 96 Wochen entwickeln. Dieses Resultat liegt im

Bereich der Ergebnisse aus Studien mit der HSA-haltigen Formulierung.

Es hat sich gezeigt, dass das Vorhandensein von neutralisierenden Antikörpern die

pharmakodynamische Antwort auf Interferon beta-1a abschwächt (beta2-Mikroglobulin und

Neopterin). Obwohl die klinische Bedeutung der Antikörperbildung noch nicht völlig entschlüsselt

ist, wird die Bildung neutralisierender Antikörper mit einer verringerten Wirksamkeit in Bezug auf

klinische und MRI-Parameter in Zusammenhang gebracht.

Wenn der Patient nicht auf die Therapie mit Rebif anspricht und er persistierende neutralisierende

Antikörper aufweist, sollte der behandelnde Arzt entscheiden, die Therapie abzubrechen. Die

Verwendung verschiedenartiger Testverfahren zur Serumantikörperbestimmung sowie

unterschiedliche Definitionen des Grenzwerts, ab denen das Testergebnis als antikörperpositiv

definiert wird, beschränken die Möglichkeit, die Antigenität sowohl zwischen verschiedenen

Interferon-Produkten als auch zwischen verschiedenen Studien miteinander zu vergleichen.

Benzylalkohol

Dieses Arzneimittel enthält 1.0 mg Benzylalkohol pro Dosis von 0.2 ml und 2.5 mg Benzylalkohol

pro Dosis von 0.5 ml. Es darf nicht bei Frühgeborenen oder Neugeborenen angewendet werden. Es

kann bei Säuglingen und Kindern bis zu 3 Jahren toxische und anaphylaktoide Reaktionen

hervorrufen.

Interaktionen

Es wurde beim Menschen keine Untersuchung über die Interaktion von Rebif (Interferon beta-1a)

mit anderen Arzneimitteln durchgeführt.

Es wurde gezeigt, dass Interferone die Aktivität von Cytochrom-P-450-abhängigen Leberenzymen

bei Menschen und Tieren herabsetzen. Bei der gleichzeitigen Gabe von Rebif und Arzneimitteln, die

einen engen therapeutischen Bereich aufweisen und/oder über das Cytochrom-P-450-System

metabolisiert werden, wie Antiepileptika z.B. Phenytoin, Carbamazepin, Natriumvalproat,

Benzodiazepine (wie Clonazepam) und verschiedene Klassen von Antidepressiva, wie z.B. MAOI's,

SSRIs, trizyklische Antidepressiva usw., ist deshalb Vorsicht geboten.

Die Wechselwirkung von Rebif mit Kortikosteroiden oder ACTH ist nicht systematisch untersucht

worden. Klinische Studien weisen darauf hin, dass MS-Patienten während eines Schubes sowohl

Rebif als auch Kortikosteroide oder ACTH erhalten können.

Schwangerschaft/Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine angemessene Empfängnisverhütungsmethode anwenden.

Wenn die Patientin unter der Rebif Therapie schwanger wird, oder eine Schwangerschaft plant,

während sie Rebif anwendet, sollte sie über die potentiellen Gefahren informiert werden und ein

Abbruch der Therapie sollte in Betracht gezogen werden (siehe «Präklinische Daten»).

Bei Patientinnen mit einer hohen Schubrate vor Behandlungsbeginn muss das Risiko eines schweren

Rezidivs nach Absetzen von Rebif im Falle einer Schwangerschaft gegen das möglicherweise

erhöhte Risiko eines Spontanaborts abgewogen werden.

Schwangerschaft

Es liegen nur begrenzte Informationen über den Einsatz von Rebif in der Schwangerschaft vor. Die

verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass ein erhöhtes Risiko eines Spontanaborts bestehen könnte.

Während der Schwangerschaft darf die Behandlung mit Rebif nicht initiiert werden (siehe

«Kontraindikationen»).

Stillzeit

Bisher ist nicht bekannt, ob Rebif in die Muttermilch übergeht. Aufgrund der möglichen ernsthaften

Nebenwirkungen beim Säugling sollte entschieden werden, entweder das Stillen oder die Rebif-

Behandlung abzusetzen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden einzelne unerwünschte Wirkungen auf das zentrale Nervensystem beschrieben, die mit

der Anwendung von Interferon beta in Verbindung gebracht wurden. Dadurch kann die

Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zur Bedienung von Maschinen bei Patienten beeinflusst

werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Unerwünschte Wirkungen

Allgemeine Beschreibung

Die höchste Fallzahl der Nebenwirkungen, die mit einer Interferon beta-1a Therapie einhergehen,

bezieht sich auf das grippeähnliche Syndrom. Grippeähnliche Symptome sind in der Regel am

deutlichsten zu Beginn der Therapie und nehmen mit Fortsetzung der Behandlung in ihrer Häufigkeit

Mit der HSA-freien Formulierung kann bei bis zu 70% der mit Rebif behandelten Patienten

innerhalb der ersten sechs Monate nach Behandlungsbeginn das typische durch Interferon

hervorgerufene grippeähnliche Syndrom auftreten. Gleichermassen können bei ca. 30% der Patienten

oder mehr, je nach Formulierung, auch Reaktionen an der Injektionsstelle auftreten, vorwiegend

leichte Entzündungen oder Erytheme.

Ein asymptomatischer Anstieg von Laborwerten zur Leberfunktion (14.4%) und eine Verminderung

der Leukozytenzahl (WBC) (22.3%) tritt ebenfalls auf.

Die Mehrheit der Nebenwirkungen, die unter Interferon beta-1a beobachtet werden, verlaufen

gewöhnlich leicht und reversibel und sprechen gut auf eine Dosisreduktion an.

Im Fall von schweren oder persistierenden Nebenwirkungen kann nach ärztlichem Ermessen die

Rebif-Dosierung vorübergehend reduziert oder die Behandlung unterbrochen werden.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Untenstehend aufgeführte Nebenwirkungen wurden nach der Häufigkeit ihres Auftretens wie folgt

klassifiziert:

Sehr häufig: ≥1/10

Häufig: ≥1/100 – <1/10

Gelegentlich: ≥1/1'000 – <1/100

Selten: ≥1/10'000 – <1/1’000

Sehr selten: <1/10’000

Auflistung der Nebenwirkungen

Die aufgeführten Nebenwirkungen wurden in klinischen Studien sowie aufgrund von Meldungen

nach der Markteinführung ermittelt (ein Sternchen [*] bezeichnet Nebenwirkungen, die im Rahmen

der Arzneimittelüberwachung nach Markteinführung erfasst worden sind; folgendes Zeichen [‡]

bezeichnet Nebenwirkungen deren Häufigkeiten nicht höher als beim Placebo waren).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig: Neutropenie, Lymphopenie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie.

Selten: Thrombotische Mikroangiopathie einschliesslich thrombotisch thrombozytopenische

Purpura/hämolytisch-urämisches Syndrom* (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»),

Panzytopenie*.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: Anaphylaktische Reaktionen*.

Sehr selten: Autoantikörperbildung*, Thyreoiditis*.

Endokrine Erkrankungen

Gelegentlich: Schilddrüsenfunktionsstörungen, die sich meist als Hypothyreose oder Hyperthyreose

manifestieren (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Psychiatrische Erkrankungen

Häufig: Depression, Schlaflosigkeit.

Gelegentlich: Suizidversuch*‡.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen (46.5%).

Gelegentlich: Krampfanfälle*.

Im Rahmen der Post-Marketing-Surveillance wurde von Fällen transienter neurologischer Symptome

(wie Hypoästhesie, Muskelkrämpfe, Parästhesien, Gehschwierigkeiten, muskuloskeletale

Steifigkeit), welche eine Exazerbation einer Multiplen Sklerose imitieren können, berichtet.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Vaskuläre Störungen der Netzhaut* (z.B. Retinopathie, Cotton-Wool-Herde,

Verschluss einer retinalen Arterie oder Vene).

Herzerkrankungen

Sehr selten: Herzklopfen*, Arrhythmien*, Myokardinfarkt*.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Thromboembolische Ereignisse*.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Dyspnoe*‡.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Durchfall, Erbrechen, Übelkeit.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig: Asymptomatischer Anstieg der Transaminasen (14.4%).

Häufig: Anstieg der alkalischen Phosphatase, starker Anstieg der Transaminasen.

Gelegentlich: Hepatitis mit und ohne Gelbsucht*.

Selten: Autoimmunhepatitis*, Leberversagen*.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Pruritus, Ausschlag, erythematöser Ausschlag, makulopapulärer Ausschlag, Alopezie*,

Urtikaria*‡.

Selten: Angioödem (Quincke’s Ödem)*, Erythema multiforme*, Erythema multiforme-ähnliche

Hautreaktionen*, Stevens-Johnson-Syndrom*.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Myalgie, Arthralgie.

Selten: arzneimittelinduzierter Lupus erythematodes*.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Selten: Nephrotisches Syndrom*, Glomerulosklerose* (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Entzündungen der Injektionsstelle (53.2%), grippeähnliche Symptome (38.1%),

Hautreaktion an der Injektionsstelle (28.6%).

Häufig: Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Rigor, Fieber.

Gelegentlich: Nekrose an der Injektionsstelle, Abszess an der Injektionsstelle, Schwellung an der

Injektionsstelle, Infektionen an der Injektionsstelle*, vermehrtes Schwitzen*.

Selten: Zellulitis an der Applikationsstelle, die schwerwiegend sein kann*.

Information über spezielle schwerwiegende Nebenwirkungen

Rebif kann wie andere Beta-Interferone schwere Leberschädigungen (einschliesslich

Autoimmunhepatitis, Hepatitis, Leberversagen) hervorrufen. Der Wirkmechanismus dieser seltenen

symptomatischen Leberfunktionsstörung ist noch unbekannt. Die Mehrzahl dieser Fälle von

schwerer Leberschädigung trat während der ersten sechs Behandlungsmonate auf. Spezielle

Risikofaktoren konnten nicht identifiziert werden.

Die Behandlung mit Rebif sollte abgebrochen werden, wenn eine Gelbsucht oder andere klinische

Symptome einer Leberfunktionsstörung auftreten (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Kinder und Jugendliche

In einer retrospektiven Kohortenstudie mit Kindern und Jugendlichen wurden Sicherheitsdaten zu

Rebif aus den Krankengeschichten von Kindern (n=52) und Jugendlichen (n=255) erhoben. Die

Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass das Sicherheitsprofil bei Kindern (2 bis 11 Jahre alt)

und Jugendlichen (12 bis 17 Jahre alt), die Rebif 22µg oder 44µg subkutan dreimal wöchentlich

verabreicht bekamen, dem Sicherheitsprofil von Erwachsenen ähnelt. Zur Anwendung von Rebif bei

Kindern unter 12 Jahren liegen somit nur sehr begrenzte Informationen vor, daher sollte Rebif bei

dieser Patientengruppe mit Vorsicht angewendet werden.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Rebif bei Kindern im Alter von weniger als 2 Jahren ist bisher

nicht untersucht worden. Rebif sollte in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.

Nebenwirkungen der pharmakologischen Klasse

Die Anwendung von Interferonen wurde mit Schwindel, Angstzuständen, Arrhythmien, Herzklopfen

in Verbindung gebracht.

Während der Behandlung mit Interferon beta kann es zu einer gesteigerten Autoantikörperbildung

kommen.

Überdosierung

Ein paar Fälle von Überdosierung wurden beobachtet, in einem Fall war die beobachtete

Nebenwirkung ein grippeähnliches Syndrom und in einem anderen Fall traten schwere

Kopfschmerzen auf.

Bei einer Überdosierung sollten die Patienten jedoch zur Beobachtung ins Krankenhaus eingewiesen

und eine geeignete symptomatische Behandlung eingeleitet werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: L03AB07

Rebif (Interferon beta-1a) besitzt die gleiche Aminosäuresequenz wie das natürliche Interferon beta.

Es wird durch rekombinante Techniken aus Säugetierzellen (CHO = Chinese Hamster Ovary)

gewonnen und ist wie das humane Protein glykosyliert. Die Interferone (IFNs) gehören zu einer

Gruppe natürlich produzierter Glykoproteine und entfalten verschiedenartige, darunter antivirale,

antiproliferative, differentiative und immunomodulatorische biologische Wirkungen.

Wirkungsmechanismus

Der präzise Wirkungsmechanismus von Rebif in Bezug auf die Multiple Sklerose wird noch

untersucht.

Mit der Verabreichung von Rebif sind deutliche pharmakodynamische Veränderungen verbunden.

Nach Verabreichung von subkutanen Dosismengen werden bei gesunden Probanden und bei

Patienten mit Multipler Sklerose Biomarker für Interferon beta-1a (z.B. Spiegel von Beta-2-

Mikroglobulin und Neopterin im Blutkreislauf sowie die intrazelluläre und die Serumaktivität von

2',5'-Oligoadenylat-Synthetase) induziert.

Die Zeit bis zum Erreichen der Maximalkonzentration (tmax) nach einer einzelnen subkutanen

Injektion von Rebif 22 µg oder Rebif 44 µg (Rebif HSA-haltige oder Rebif HSA-freie Formulierung)

waren 24 bis 48 Stunden für Neopterin, Beta-2-Mikroglobulin und 2'5'-Oligoadenylat-Synthetase, 12

Stunden für MX1 und 24 Stunden für Oligoadenylat-Synthetase 1 und Oligoadenylat-Synthetase 2

Genexpression.

Geschlechtsbezogene Effekte auf pharmakodynamische Parameter wurden nicht beobachtet.

Der Zusammenhang zwischen den Interferon-beta-Spiegeln im Serum sowie messbaren

pharmakodynamischen Aktivitäten und dem(den) Mechanismus(Mechanismen), über den(die) Rebif

seine Wirkung bei Multipler Sklerose ausübt, ist nicht bekannt.

Klinische Wirksamkeit

Auf Multiple Sklerose hinweisendes erstes klinisches Ereignis:

Bei Patienten mit einem ersten klinischen Ereignis, bei denen ein hohes Risiko für die Entwicklung

einer Multiplen Sklerose besteht (d.h. mit mindestens zwei klinisch stummen Läsionen im T2-

gewichteten MRT mit einer Grösse von mindestens 3 mm, von denen mindestens eine ovoid,

periventrikulär oder infratentoriell war), wurde eine 2-jährige kontrollierte klinische Studie mit Rebif

durchgeführt. Eingeschlossen wurden Patienten mit monofokalem oder multifokalem Auftreten der

Erkrankung (d.h. Patienten mit klinischen Anzeichen für die Beteiligung einer einzelnen bzw. von

mindestens zwei Lokalisationen im Zentralnervensystem). Andere Erkrankungen als Multiple

Sklerose, welche die Befunde oder Symptome des Patienten besser erklärt hätten, mussten

ausgeschlossen werden. Die Patienten wurden doppelblind randomisiert und erhielten entweder

Rebif 44 µg dreimal wöchentlich, Rebif 44 µg einmal wöchentlich oder Placebo. Bei Übergang in

eine klinisch definitive Multiple Sklerose (CDMS) wurden die Patienten unverblindet auf die

empfohlene Dosierung von Rebif 44 µg dreimal wöchentlich umgestellt. Die Verblindung der

anfänglichen Randomisierung wurde aufrecht erhalten.

Die Ergebnisse zur Wirksamkeit von Rebif 44 µg dreimal wöchentlich gegenüber Placebo waren wie

folgt:

Im Vergleich zu Placebo verzögerte Rebif 44 µg dreimal wöchentlich das Fortschreiten vom ersten

klinischen Ereignis zur Multiplen Sklerose gemäss den McDonald-Kriterien über einen Zeitraum von

24 Monaten in statistisch signifikanter und klinisch relevanter Weise (Log-Rank-Test: p <0.001). Die

Risikoreduktion betrug 51% (HR = 0.49; 95%-KI [0.38; 0.64]) für Rebif 44 µg dreimal wöchentlich

gegenüber Placebo.

Die mediane Zeit bis zur Entwicklung einer McDonald-MS betrug 97 Tage unter Placebo und 310

Tage unter Rebif 44 µg dreimal wöchentlich.

Gleichfalls wurde das Fortschreiten vom ersten klinischen Ereignis zur klinisch definitiven Multiplen

Sklerose (CDMS) in der Behandlungsgruppe mit Rebif 44 µg dreimal wöchentlich im Vergleich zu

Placebo in statistisch signifikanter und klinisch relevanter Weise verzögert.

In der doppelblinden Phase reduzierte die Behandlung mit Rebif 44 µg dreimal wöchentlich im

Vergleich zu Placebo die mittlere Anzahl kombinierter einzelner aktiver Läsionen («Combined

Unique Active [CUA] Lesions») um 81% (p<0.001).

Schubförmige Multiple Sklerose und sekundär progrediente Multiple Sklerose

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Rebif wurde an Patienten mit schubförmig-remittierender und

sekundär progredienter Multipler Sklerose getestet. Sie erhielten dreimal wöchentlich zwischen 11

und 44 µg Interferon beta-1a (3 bis 12 Millionen I.E.) subkutan verabreicht.

Bei schubförmig-remittierendem Verlauf verlangsamt Rebif die Progression der Behinderung,

reduziert die Frequenz (annähernd um 50% verglichen zum Ausgangswert und etwa um 30%

verglichen mit Placebo) und den Schweregrad der Schübe.

Der Zeitraum bis zu einer bestätigten Verschlechterung der Behinderung (40ste Perzentile) wurde

mit Rebif 22 µg um etwa 12 Monate, mit Rebif 44 µg um etwa 18 Monate verlängert.

Rebif verringert die mit MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie)-Aufnahmen nachgewiesene

Krankheitsaktivität und -belastung. Bei mit Rebif behandelten Patienten werden weniger

Hospitalisationen im Zusammenhang mit der Krankheit, ein längerer Zeitraum ohne Schub, sowie

eine reduzierte Kortikosteroid-Behandlung festgestellt. Der bessere Behandlungseffekt von Rebif

44 µg gegenüber Rebif 22 µg manifestiert sich ab dem dritten Therapiejahr und ist für die Jahre drei

und vier signifikant.

In einer 3-Jahresstudie mit Patienten mit sekundär progredienter Multipler Sklerose hatte Rebif

(HSA-haltige Formulierung) keine signifikante Wirkung auf das Fortschreiten der Behinderung, aber

die Schubrate war um etwa 30% reduziert. Bei einem Patientenkollektiv, das in zwei Untergruppen

(diejenigen mit und diejenigen ohne Schübe innerhalb von zwei Jahren vor Eintritt in die Studie)

unterteilt worden ist, war keine Wirkung auf die Behinderung bei Patienten ohne Schübe feststellbar.

Aber bei Patienten mit Schüben war der Anteil derjenigen mit Fortschreiten der Behinderung am

Ende der Studie reduziert von 70% (Placebo-Gruppe) gegenüber 57% (Rebif 22 µg und 44 µg

zusammen). Diese Ergebnisse, die in einer Untergruppe an Patienten a posteriori erzielt worden sind,

sollten vorsichtig interpretiert werden.

Bei Patienten mit sekundär progredienter Multipler Sklerose ohne vorhandene Schubaktivität konnte

eine Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden.

Primär progrediente Multiple Sklerose

Rebif wurde bei Patienten mit primär progredienter Multipler Sklerose nicht untersucht und sollte bei

solchen Patienten nicht verwendet werden.

Das Entwicklungsprogramm der HSA-freien Formulierung beinhaltete eigens eine zweijährige

Sicherheits- und Immunogenitätsstudie unter Verwendung der neuen Rebif HSA-freien

Formulierung an Patienten, die an Multipler Sklerose des wiederkehrenden/remittierenden Typs

leiden.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Rebif wurde bei Patienten mit Multipler Sklerose nicht evaluiert.

Absorption

Bei gesunden Probanden ergab eine einzelne subkutane Injektion von 44 µg Rebif (HSA-freie

Formulierung) eine Serum-Maximalkonzentration von 22.29 (76.4%) IE/ml (geometrischer

Mittelwert (Variationskoeffizient)) bei einer medianen Dauer bis zum Erreichen der Serum-

Maximalkonzentration von 12 Stunden.

Bei gesunden Probanden ergab eine mehrmalige subkutane Injektion von 44 µg Rebif (HSA-freie

Formulierung) eine Serum Maximalkonzentration von 49.22 (48%) IE/ml (geometrischer Mittelwert

(Variationskoeffizient)) bei einer medianen Dauer bis zum Erreichen der Serum

Maximalkonzentration von 3 Stunden. Die AUCτ (Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve im

Dosierungsintervall) für Rebif 44 µg (HSA-freie Formulierung) lag bei 1691.4 (56.0%) IE*h/ml.

Die Interferon beta-1a Exposition und Maximalkonzentration erhöhten sich bei gesunden

Freiwilligen nach wiederholter subkutaner Gabe proportional zur Erhöhung der Dosis von 22

Mikrogramm auf 44 Mikrogramm.

Die HSA-freie Formulierung ist nicht bioäquivalent mit der früheren HSA-haltigen Formulierung

von Rebif. Die relative Bioverfügbarkeit der beiden Formulierungen (Verhältnis zwischen den

geometrischen Kleinst-Quadrat-Mittelwerten von AUCτ und Cmax [90% Konfidenzintervall] für die

HSA-freie relativ zur HSA-haltigen Formulierung) liegt bei 99.2% [75.4-130.6] für AUCτ bzw. bei

108.4% [81.1-144.7] für Cmax bei einer Dosis von 44 Mikrogramm und bei 116.2% [89.0–151.9] für

AUCτ bzw. bei 112.4% [84.8–148.9] für Cmax bei einer Dosis von 22 Mikrogramm.

Die subkutane und die intramuskuläre Injektion von Rebif (HSA-haltige) waren äquivalent im

Hinblick auf ihre Interferon-beta-Kinetik.

Distribution

Nach intravenöser Verabreichung ist das Verteilungsvolumen am Anfang 5 l und in der

Gleichgewichtsphase ca. 380 l.

Metabolismus

Interferon beta-1a wird hauptsächlich von der Leber und den Nieren metabolisiert und

ausgeschieden.

Elimination

Nach intravenöser Verabreichung bei gesunden Probanden zeigt die Serumkonzentration

proportional zur Dosis einen steilen multiexponentiellen Abfall. Die initiale Halbwertszeit liegt in

der Grössenordnung von einigen Minuten, und die terminale Halbwertszeit beträgt mehrere Stunden

(Mittelwert 21.5 Stunden; Standardabweichung 14.2) bei einem möglichen Vorhandensein eines

tiefen Kompartimentes.

Nach wiederholter subkutaner Gabe von 22 µg und 44 µg Rebif kommt es bezogen auf die

Exposition zu einer ~2-fachen Akkumulation von Interferon beta-1a.

Die terminale Serumhalbwertszeit nach der subkutanen Verabreichung zeigte Schwankungen und

war bei der therapeutischen Dosis nicht genau zu beurteilen. Basierend auf der beobachteten

Akkumulation nach wiederholter subkutaner Verabreichung wird eine apparente Halbwertszeit von

50 bis 60 Stunden geschätzt.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bis heute wurde die Pharmakokinetik bei pädiatrischen und geriatrischen Patienten, oder bei

Patienten die an Nieren- oder Leberinsuffizienz leiden, nicht untersucht.

Präklinische Daten

Rebif wurde bis zu sechs Monate lang in toxikologischen Studien an Affen getestet und drei Monate

lang an Ratten. Dabei wurde kein ersichtliches Zeichen von Toxizität festgestellt, ausgenommen

vorübergehendes Fieber.

Rebif hat sich weder als mutagen noch als klastogen erwiesen. Rebif wurde nicht auf Karzinogenität

hin untersucht.

Eine Studie zur Embryo- bzw. fetalen Toxizität an Affen ergab keine Hinweise auf reproduktive

Schäden. Basierend auf Beobachtungen mit anderen alpha- und beta-Interferonen, kann jedoch ein

erhöhtes Abortrisiko nicht ausgeschlossen werden. Es liegen keine Informationen über die

Auswirkungen von Interferon beta-1a auf die männliche Fertilität vor.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Nicht bekannt.

Besondere Lagerungshinweise

Rebif, Injektionslösung in Fertigspritzen oder Rebif Rebidose, Injektionslösung in Fertigpens

Rebif soll zum Schutz vor Licht in der Originalverpackung aufbewahrt werden.

Rebif Fertigspritzen oder Fertigpens müssen bei 2-8 °C gelagert werden. Nicht einfrieren.

Falls vorübergehend keine Möglichkeit besteht, Rebif im Kühlschrank (bei 2-8 °C) aufzubewahren,

können die Patienten das Arzneimittel bis zu 14 Tagen bei Raumtemperatur bis maximal 25 °C

aufbewahren. Nach Ablauf dieser 14 Tage muss das Arzneimittel wieder im Kühlschrank aufbewahrt

und vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums verwendet werden. Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf

der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Rebif multidose, Injektionslösung in Patronen

Rebif soll zum Schutz vor Licht in der Originalverpackung aufbewahrt werden.

Rebif Patronen müssen bei 2-8 °C gelagert werden. Nicht einfrieren.

Der RebiSmart™-Autoinjektor mit eingesetzter Rebif-Patrone muss bei 2-8 °C in der mitgelieferten

Aufbewahrungsbox gelagert werden.

Falls vorübergehend keine Möglichkeit besteht, Rebif multidose im Kühlschrank (bei 2-8 °C)

aufzubewahren, können die Patienten Rebif-Patronen wie auch den RebiSmart™-Autoinjektor mit

eingesetzter Rebif-Patrone bis zu 14 Tagen bei Raumtemperatur bis zu maximal 25 °C aufbewahren.

Nach Ablauf dieser 14 Tage muss das Arzneimittel wieder im Kühlschrank aufbewahrt und vor

Ablauf des Haltbarkeitsdatums verwendet werden.

Nach der ersten Injektion muss die in dem RebiSmart™-Autoinjektor eingesetzte Patrone innerhalb

von 28 Tagen aufgebraucht werden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweise zur Handhabung

Rebif, Injektionslösung in Fertigspritzen

Die injizierbare Lösung in einer Fertigspritze ist gebrauchsfertig.

Sie kann auch mit einem geeigneten Autoinjektor verabreicht werden. Die Information für die

Patienten enthält eine detaillierte Beschreibung der Selbstinjektion.

Die Lösung darf nur angewendet werden, wenn sie klar bis opaleszent ist und keine Partikel enthält.

Rebif RebiDose, Injektionslösung in Fertigpens

Die injizierbare Lösung in einem Fertigpen ist gebrauchsfertig und zur nur einmaligen Anwendung.

Die Patienteninformation enthält eine detaillierte Beschreibung zur Anwendung bei Selbstinjektion.

Die Lösung darf nur angewendet werden, wenn sie klar bis opaleszent ist und keine Partikel enthält.

Rebif multidose, Injektionslösung in Patronen

Die Rebif Injektionslösung in der Patrone ist für die mehrmalige Anwendung gedacht und darf nur in

Verbindung mit dem RebiSmart™-Autoinjektor und nach sorgfältiger Anweisung angewendet

werden. Die Lösung darf nur angewendet werden, wenn sie klar bis opaleszent ist und keine Partikel

enthält.

Zulassungsnummer

54810, 60443, 62067 (Swissmedic).

Packungen

Rebif, Injektionslösung in Fertigspritzen

Fertigspritzen zu 8.8 µg/0.2 ml und 22 µg/0.5 ml: 6 + 6 (Startpackung) [B]

Fertigspritzen zu 22 µg/0.5 ml: 12. [B]

Fertigspritzen zu 44 µg/0.5 ml: 12. [B]

Rebif RebiDose, Injektionslösung in Fertigpens

Fertigpens zu 8.8 µg/0.2 ml und 22 µg/0.5 ml: 6 + 6 (Startpackung) [B]

Fertigpens zu 22 µg/0.5 ml: 3 und 12. [B]

Fertigpens zu 44 µg/0.5 ml: 3 und 12. [B]

Rebif multidose, Injektionslösung in Patronen

Patronen zu 66 µg/1.5 ml: 4 Patronen (3 Dosen zu 22 µg/0.5 ml) [B]

Patronen zu 132 µg/1.5 ml: 4 Patronen (3 Dosen zu 44 µg/0.5 ml) [B]

Zulassungsinhaberin

Merck (Schweiz) AG, Zug.

Stand der Information

Juni 2018.

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