Quetiapin Mylan 150 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Quetiapinfumarat (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
Mylan dura GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Quetiapinfumarat (Ph. Eur.)
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Quetiapinfumarat (Ph.Eur.) 172.69mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
71633.02.00

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PCX Gebrauchsinformation:InformationfürdenAnwender

QuetiapinMylan150mgFilmtabletten

Wirkstoff:Quetiapin

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SiemitderEinnahmediesesArzneimittelsbeginnen.

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- WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichanIhrenArzt

oderApotheker.

- DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschrieben.Geben

SieesnichtanDritteweiter.EskannanderenMenschen

schaden,auchwenndiesediegleichenBeschwerdenhabenwie

Sie.

WenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblich

beeinträchtigtoderSieNebenwirkungenbemerken,dienichtin

dieserGebrauchsinformationangegebensind,informierenSiebitte

IhrenArztoderApotheker.

DiesePackungsbeilagebeinhaltet:

1.WasistQuetiapinMylanundwofürwirdesangewendet?

2.WasmüssenSievorderEinnahmevonQuetiapinMylan

beachten?

3.WieistQuetiapinMylaneinzunehmen?

4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?

5.WieistQuetiapinMylanaufzubewahren?

6.WeitereInformationen

1. WASISTQUETIAPINMYLANUNDWOFÜRWIRDES

ANGEWENDET?

QuetiapinMylangehörtzueinerGruppevonArzneimitteln,dieals

Antipsychotikabezeichnetwerdenundhelfen,dieAnzeichender

Schizophrenie,einergeistigenErkrankung,zukontrollieren.Zuden

KrankheitszeichenzählenWahnvorstellungen(seltsameoder

ungewöhnlicheGedanken),Halluzinationen(SehenundHörenvon

nichtvorhandenenDingen),ungewöhnlicheVerhaltensweisen

(aggressiv,zurückgezogen,gedämpft).

QuetiapinMylankannauchzurBehandlungmäßigerbisschwerer

manischerEpisodenangewendetwerden.DieseverursachenPhasen

übertriebenerFröhlichkeitundgesteigerterAktivität.Personen,aufdie

dieszutrifft,könnenaußergewöhnlichreizbarwerden,wenigerSchlaf

alsnormalbenötigenundGedankensprüngehaben.

QuetiapinMylankannauchzurBehandlungbipolarerDepressionen

angewendetwerden.ZudenSymptomenbipolarerDepressionen

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zählenTraurigkeit,Niedergeschlagenheit,Schuldgefühle,

Antriebslosigkeit,Appetitlosigkeit,vermindertesSchlafbedürfnis.

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2. WASMÜSSENSIEVORDEREINNAHMEVONQUETIAPINMYLAN

BEACHTEN?

QuetiapinMylandarfnichteingenommenundIhrArztmuss

informiertwerden,wennSie

-überempfindlich(allergisch)gegenQuetiapinodereinender

sonstigenBestandteilevonQuetiapinMylansind.

-ArzneimittelzurBehandlungderHIV-Infektion(AIDS)einnehmen.

-ArzneimittelgegenPilzerkrankungenanwenden,dieWirkstoffe

vomAzoltypenthalten,wiez.B.KetoconazoloderItraconazol.

-dieAntibiotikaErythromycinoderClarithromycineinnehmen.

-NefazodonzurBehandlungvonDepressioneneinnehmen.

BesondereVorsichtbeiderEinnahmevonQuetiapinMylanist

erforderlich,wennSIe

-einenniedrigenBlutdruckhaben.

-aneinerHerzerkrankung,einerHerzrhythmusstörungoder

ErkrankungderHerz-oderBlutgefäßeleiden.

-inderVergangenheiteinKrampfanfalloderepileptischerAnfall

aufgetretenist.

-aneinerLebererkrankungleiden.

-Diabetikersind.

-bereitseinmaleinenSchlaganfallhatten.

-wenndieZahlIhrerweißenBlutkörpercheninderVergangenheit

verringertwar.

-wennSieodereinVerwandterschoneinmalvenöseThrombosen

(Blutgerinnsel)hatten,dennderartigeArzneimittelwerdenmitdem

AuftretenvonBlutgerinnselninVerbindunggebracht

InformierenSieumgehendIhrenArzt,wennesbeiIhnennach

EinnahmederTablettenzubeschleunigtemHerzschlagund

beschleunigterAtmung,Muskelsteifigkeitund/oderFieberoder

unwillkürlichenBewegungenvonGesicht,Körper,ArmenundBeinen

kommt.

BeiEinnahmevonQuetiapinMylanmitanderenArzneimitteln

BitteinformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieandere

Arzneimitteleinnehmen/anwendenbzw.vorkurzem

eingenommen/angewendethaben,auchwennessichumpflanzliche

Arzneimittel,Naturheilmittelodernichtverschreibungspflichtige

Arzneimittelhandelt.

SiedürfenQuetiapinMylannichteinnehmen,wennSieeinesder

folgendenArzneimitteleinnehmen:

-ArzneimittelzurBehandlungderHIV-Infektion(AIDS)

-ArzneimittelgegenPilzerkrankungen,miteinemWirkstoffvom

Azoltyp,wiez.B.KetoconazolundItraconazol

-dieAntibiotikaErythromycinundClarithromycin

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-NefazodonzurBehandlungvonDepressionen.

InformierenSieIhrenArzt,wennSieeinesderfolgendenArzneimittel

einnehmen:

-andereArzneimittelzurBehandlungpsychischerErkrankungen

-CarbamazepinoderPhenytoinzurBehandlungderEpilepsie

-ArzneimittelzurBehandlungvonHerzrhythmusstörungen

-Arzneimittel,diedieMengevonMineralstoffen(Kalium,Magnesium)

inIhremBlutbeeinfllussenkönnen.

EinigeArzneimittelkönnendieAusscheidungvonQuetiapinausIhrem

Körperbeschleunigen,waszueinemverringertenBehandlungserfolg

führenkann.

BeiEinnahmevonQuetiapinMylanzusammenmit

NahrungsmittelnundGetränken

SiedürfenwährendderBehandlungmitQuetiapinMylankeinen

Grapefruitsafttrinken.

VorsichtistwährendderBehandlungmitQuetiapinMylanbeim

KonsumvonAlkoholgeboten.

QuetiapinMylankannzuoderunabhängigvondenMahlzeiten

eingenommenwerden.

SchwangerschaftundStillzeit

DieSicherheitderBehandlungmitQuetiapinMylanwährendder

SchwangerschaftundStillzeitwurdenichtnachgewiesen.FragenSie

vorderEinnahmeIhrenArzt,wennSieschwangersind,schwanger

werdenmöchtenoderstillen.

VerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen

WährendderEinnahmevonQuetiapinMylankanneszuSchläfrigkeit

kommen.SiedürfenkeinFahrzeugführenundkeineMaschinen

bedienen,bisSiewissen,welcheWirkungdiesesArzneimittelaufSie

hat.

WichtigeInformationenüberbestimmtesonstigeBestandteilevon

QuetiapinMylan

DiesesArzneimittelenthältLactose.BittenehmenSieQuetiapin

MylandahererstnachRücksprachemitIhremArztein,wennIhnen

bekanntist,dassSieuntereinerUnverträglichkeitgegenüber

bestimmtenZuckernleiden.

3. WIEISTQUETIAPINMYLANEINZUNEHMEN?

NehmenSieQuetiapinMylanimmergenaunachderAnweisungdes

Arztesein.BittefragenSiebeiIhremArztoderApothekernach,wenn

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Siesichnichtganzsichersind.IhrArztbestimmt,welche

AnfangsdosisSieerhalten.

ArtderAnwendung:AbhängigvonderzubehandelndenKrankheit

nehmenSiedieTabletteneinmaltäglichvordemSchlafengehenoder

zweimaltäglichein.NehmenSiedieTablettenunzerkautmitWasser

ein.SiekönnendieTablettenzuoderunabhängigvondenMahlzeiten

einnehmen.WährendderBehandlungmitQuetiapinMylandürfenSie

keinenGrapefruitsafttrinken,daGrapefruitsaftdieWirkungvon

QuetiapinMylanbeeinflussenkann.SetzenSiedieBehandlungnur

nachRücksprachemitIhremArztab,auchwennSiesichbesser

fühlen.

Lebererkrankung:PatientenmitLebererkrankungwirdderArzt

gegebenenfallseinegeringereDosisverordnen.

ÄlterePatienten:

ÄlterenPatientenwirdderArztgegebenenfallseinegeringereDosis

verordnen.

KinderundJugendliche:

KinderundJugendlichesolltenQuetiapinMylannichteinnehmen.

WennSieeinegrößereMengevonQuetiapinMylaneingenommen

haben,alsSiesollten

ZeichenundSymptomeeinerÜberdosierungsindBenommenheitund

Dämpfung,schnellerHerzschlagundniedrigerBlutdruck.

SetzenSiesichimFalleinerÜberdosierungumgehendmitIhremArzt

oderderNotaufnahmedesnächstgelegenenKrankenhausesin

Verbindung.NehmenSiedasTablettenbehältnisundrestlichen

Tablettenmit.

WennSiedieEinnahmevonQuetiapinMylanvergessenhaben

WennSieeineEinnahmevergessenhaben,holenSiediesenach,

sobaldSieIhrVersäumnisbemerken,esseidenn,esistbeinaheZeit

fürdienächsteDosis.NehmenSienichtdiedoppelteDosisein,wenn

SiedievorherigeEinnahmevergessenhaben.

WennSiedieEinnahmevonQuetiapinMylanabbrechen

BrechenSiedieEinnahmevonQuetiapinMylannichtplötzlichab,

ohnevorhermitIhremArztgesprochenzuhaben,daeszu

AbsetzerscheinungenwieÜbelkeit,ErbrechenundSchlaflosigkeit

kommenkann.Esempfiehltsich,dieBehandlungschrittweise

abzusetzen.

WennSieweitereFragenzurAnwendungdesArzneimittelshaben,

fragenSieIhrenArztoderApotheker.

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4. WELCHENEBENWIRKUNGENSINDMÖGLICH?

WiealleArzneimittelkannQuetiapinMylanNebenwirkungenhaben,

dieabernichtbeijedemauftretenmüssen.

Sehrhäufig(betrifftmindestens1von10Behandelten):

Schwindel,Schläfrigkeit,Kopfschmerzen,Mundtrockenheit,

Absetzerscheinungen(Symptome,dieauftreten,wennSiedie

EinnahmevonQuetiapinMylanbeenden)sindSchlaflosigkeit,

Übelkeit,Kopfschmerzen,Durchfall,Erbrechen,Schwindelgefühlund

Reizbarkeit.

Häufig(betrifftmindestens1von100undwenigerals1von10

Behandelten):

Ohnmacht,schnellerHerzschlag,verstopfteNase,

Verdauungsstörungen,erhöhteZuckerspiegelimBlut,

Verschwommensehen,Schwäche,Gewichtszunahme,gesteigertes

Hungergefühl,Reizbarkeit,ungewöhnlicheMuskelbewegungen,

darunterSchwierigkeitenMuskelbewegungenzubeginnen,Zittern,

RuhelosigkeitundMuskelsteifigkeitohneSchmerzen,erhöhte

EnzymspiegelimBlut,veränderteAnzahlweißerBlutkörperchen,

geschwolleneArmeundBeine,Verstopfung,Schnupfen(juckende

undverstopfteNase)und/oderBlutdruckabfallbeimAufstehen,derzu

Schwindelführenkann.UngewöhnlicheTräumeundAlbträume,

Sprech-undSprachstörungen.

Gelegentlich(betrifftmindestens1von1000undwenigerals1von

100Behandelten):

KrampfanfälleoderepileptischeAnfälle,Anstiegdes

Cholesterinspiegelsund/oderallergischeReaktionen,diezu

Hautrötung,JuckreizundHautausschlägenführen.

Schluckbeschwerden,unangenehmesGefühlindenBeinen(auch

bekanntalsSyndromderruhelosenBeine),unwillkürliche

Bewegungen(GesichtoderZunge).Blutergüsse,Blutungeninfolge

einersogenanntenThrombozytopenie(Blutplättchenmangel).

Selten(betrifftmindestens1von10000undwenigerals1von1000

Behandelten):

SehrhoheKörpertemperatur,langanhaltendeHalsschmerzenoder

EntzündungenderMundschleimhaut,beschleunigteAtmung,

Schwitzen,Muskelsteifigkeit,GefühlstarkerBenommenheitoder

Schwäche.SchmerzhafteundanhaltendeErektionund/oder

Gelbsucht(GelbfärbungvonHautundAugenweiß).Schwellungder

BrustundunerwarteteMilchbildung.BildungvonBlutgerinnseln,vor

allemindenBeinen.

Sehrselten(betrifftwenigeralsals1von10000Behandelten):

SchwereallergischeReaktion,dieAtemnot,Schwindelundmanchmal

Schockverursachenkann.Verschlechterungeinerbestehenden

Zuckerkrankheit,Leberentzündung,schwererHautausschlag,

BlasenbildungoderBildungvonrotenFleckenaufderHaut.Rasches

AnschwellenderHaut,gewöhnlichimBereichvonAugen,Lippenund

Hals.

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InformierenSiesoforteinenArztoderdieNotaufnahmedes

nächstgelegenenKrankenhauses,wenndieseAnzeichen

auftreten!

BlutgerinnselindenVenen,vorallemindenBeinen(mitSchwellungen,

SchmerzenundRötungenderBeine),diemöglicherweiseüberdie

BlutbahnindieLungegelangenunddortBrustschmerzensowie

SchwierigkeitenbeimAtmenverursachenkönnen.WennSieeinesdieser

Symptomebeisichbeobachten,holenSiebitteunverzüglichärztlichen

Ratein.

Berichtehabengezeigt,dasseinigeAntipsychotikazu

Herzrhythmusstörungen,Herzinfarktoderplötzlichenunerklärten

Todesfällenführenkönnen.InformierenSieumgehendIhrenArzt,

wennSieBrustschmerzen,Herzstolpernodereinenunregelmäßigen

Herzschlaghaben.

EinigeNebenwirkungensindnurerkennbar,wennBlutuntersuchungen

durchgeführtwerden.ZudiesenNebenwirkungenzählenVeränderungen

bestimmterFettwerte(TrigylcerideundGesamtcholesterin)oderdes

Blutzuckers,verminderteWertebestimmterBlutzellenunderhöhteWerte

desHormonsProlaktin.ErhöhteProlaktinwertekönneninseltenenFällen

zufolgendenErscheinungenführen:

·SchwellungderBrustundunerwarteteMilchbildungbeiMännernund

Frauen.

·AusbleibenderMonatsblutungoderunregelmäßigeMonatsblutungen

beiFrauen.

IhrArztwirdSiezuregelmäßigenBlutuntersuchungeneinbestellen.

KinderundJugendliche:

DiegleichenNebenwirkungen,diebeiErwachsenenauftretenkönnen,

könnenauchbeiKindernundJugendlichenauftreten.

DiefolgendeNebenwirkungwurdenurbeiKindernundJugendlichen

beobachtet:

Sehrhäufig(betrifftmindestens1von10Behandelten):

-Blutdruckanstieg.

DiefolgendenNebenwirkungenwurdenhäufigerbeiKindernund

Jugendlichenbeobachtet:

Sehrhäufig(betrifftmindestens1von10Behandelten):

·AnstiegdesHormonsProlaktinimBlut.ErhöhteProlaktinwerte

könneninseltenenFällenzufolgendenErscheinungenführen:

·SchwellungderBrustundunerwarteteMilchbildungbeiJungen

undMädchen

·AusbleibenderMonatsblutungoderunregelmäßige

MonatsblutungenbeiMädchen.

·Appetitsteigerung

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·UngewöhnlicheMuskelbewegungendarunterSchwierigkeiten

Muskelbewegungenzubeginnen,Zittern,Ruhelosigkeitund

MuskelsteifigkeitohneSchmerzen.

InformierenSiebitteIhrenArztoderApotheker,wenneineder

aufgeführtenNebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigtoderSie

Nebenwirkungenbemerken,dienichtindieserGebrauchsinformation

angegebensind.

5. WIEISTQUETIAPINMYLANAUFZUBEWAHREN?

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren.

SiedürfendasArzneimittelnachdemaufdemBehältnisangegebenen

Verfalldatumnichtmehrverwenden.DasVerfalldatumbeziehtsichauf

denletztenTagdesMonats.

FürdiesesArzneimittelsindkeinebesonderen

Lagerungsbedingungenerforderlich

DasArzneimitteldarfnichtimAbwasseroderHaushaltsabfallentsorgt

werden.FragenSieIhrenApothekerwiedasArzneimittelzuentsorgen

ist,wennSieesnichtmehrbenötigen.DieseMaßnahmehilftdieUmwelt

zuschützen.

6. WEITEREINFORMATIONEN

WasQuetiapinMylanenthält

DerWirkstoffistQuetiapin.

1Filmtabletteenthält150mgQuetiapin(alsQuetiapinhemifumarat).

DiesonstigenBestandteilesind:

Tablettenkern:Lactose-Monohydrat,mikrokristallineCellulose,

PovidonK30,Magnesiumstearat(Ph.Eur.),

Carboxymethylstärke-Natrium(TypA)(Ph.Eur.),

Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat,

Filmüberzug:Hypromellose,Titandioxid(E171),Macrogol400,

Eisen(III)-hydroxid-oxidxH2O(E172),Eisen(II,III)-oxid(E172),

Polysorbat80.

WieQuetiapinMylanaussiehtundInhaltderPackung

QuetiapinMylan150mgsindblassgelbe,runde,bikonvexe

FilmtablettenmitderPrägung„Q“über„150“aufeinerSeite.

QuetiapinMylan150mgFilmtablettensindinBlisterpackungenmit

20,50und100Filmtablettenerhältlich.

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PharmazeutischerUnternehmerundHersteller

MylanduraGmbH

Wittichstraße6

64295Darmstadt

06151-95120

DiesesArzneimittelistindenMitgliedstaatendesEuropäischen

Wirtschaftsraumes(EWR)unterdenfolgendenBezeichnungen

zugelassen

Dänemark,Deutschland,Finnland,Island,

Norwegen,Slowakei,TschechischeRepublik: QuetiapinMylan

Griechenland: QuetiapineGenerics

Irland: Seroger

Portugal,Spanien: QuetiapinaMylan

Slowenien: KvetiapinMylan

Österreich: QuetiapinArcana

DieseGebrauchsinformationwurdezuletztgenehmigtimJuli2010.

Fachinformation

BezeichnungdesArzneimittels

QuetiapinMylan25mgFilmtabletten

QuetiapinMylan100mgFilmtabletten

QuetiapinMylan150mgFilmtabletten

QuetiapinMylan200mgFilmtabletten

QuetiapinMylan300mgFilmtabletten

QualitativeundquantitativeZusammensetzung

QuetiapinMylan25mg

EineFilmtabletteenthält25mgQuetiapin(alsQuetiapinhemifumarat).

SonstigerBestandteil:Lactose4,28mg

QuetiapinMylan100mg

EineFilmtabletteenthält100mgQuetiapin(alsQuetiapinhemifumarat).

SonstigerBestandteil:Lactose17,10mg

QuetiapinMylan150mg

EineFilmtabletteenthält150mgQuetiapin(alsQuetiapinhemifumarat).

SonstigerBestandteil:Lactose25,65mg

QuetiapinMylan200mg

EineFilmtabletteenthält200mgQuetiapin(alsQuetiapinhemifumarat).

SonstigerBestandteil:Lactose34,20mg

QuetiapinMylan300mg

EineFilmtabletteenthält300mgQuetiapin(alsQuetiapinhemifumarat).

SonstigerBestandteil:Lactose51,30mg

DievollständigeAuflistungdersonstigenBestandteilesieheAbschnitt6.1.

V007+016+Laufzeit3J.

Darreichungsform

Filmtablette

QuetiapinMylanFilmtabletten25mg

Pfirsichfarbene,runde,bikonvexeFilmtablettemitderPrägung„Q“aufeiner

Seite

QuetiapinMylanFilmtabletten100mg

Gelbe,runde,bikonvexeFilmtablettemitderPrägung„Q“über„100“aufeiner

Seite

QuetiapinMylanFilmtabletten150mg

Blassgelbe,runde,bikonvexeFilmtablettemitderPrägung„Q“über„150“auf

einerSeite

QuetiapinMylanFilmtabletten200mg

Weiße,runde,bikonvexeFilmtablettemitderPrägung„Q“über„200“aufeiner

Seite

QuetiapinMylanFilmtabletten300mg

Weiße,kapselförmige,bikonvexeFilmtablettemitderPrägung„Q“Bruchrille

„300“aufeinerSeite

DieTablettekanningleicheHälftengeteiltwerden.

KlinischeAngaben

Anwendungsgebiete

BehandlungderSchizophrenie

BehandlungvonmäßigenbisschwerenmanischenEpisodenbeibiplaren

Störungen.

BehandlungvonschwerendepressivenEpisodenbeibipolarenStörungen.

PräventiondesWiederauftretensvonmanischenoderdepressivenEpisoden

beiPatientenmitbipolarenStörungen,dieaufdieBehandlungmitQuetiapin

angesprochenhaben.

Dosierung,ArtundDauerderAnwendung

QuetiapinFilmtablettenkönnenzudenMahlzeitenoderunabhängigdavon

eingenommenwerden.

Erwachsene

BeiderBehandlungderSchizophreniesolltenQuetiapinFilmtabletten2-mal

täglicheingenommenwerden.DieTagesdosisbeträgtindenerstenvier

Behandlungstagen50mgQuetiapin(1.Tag),100mgQuetiapin(2.Tag),200

mgQuetiapin(3.Tag)und300mgQuetiapin(4.Tag).

Abdem4.TagsolltedieDosisbiszurüblichenwirksamenDosisvon300bis

450mgQuetiapinproTagangepasstwerden.DieDosiskannjenach

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

klinischemAnsprechendesPatientenundderVerträglichkeitzwischen150und

750mgQuetiapinproTagliegen.

BeiderBehandlungmäßigerbisschwerermanischerEpisodenim

ZusammenhangmitbipolarenStörungensolltenQuetiapinFilmtabletten2-mal

täglicheingenommenwerden.DieTagesdosisbeträgtindenerstenvier

Behandlungstagen100mg(1.Tag),200mg(2.Tag),300mg(3.Tag)und400

mg(4.Tag).WeitereDosisanpassungenbiszurTagesdosisvon800mg

Quetiapinam6.TagsollteninSchrittennichtgrößerals200mgQuetiapinpro

Tagerfolgen.

DieDosiskannjenachklinischemAnsprechendesPatientenundder

Verträglichkeitzwischen200und800mgQuetiapinproTagliegen.Dieüblich

wirksameTagesdosisliegtzwischen400und800mgproTag.

ZurBehandlungdepressiverEpisodenimZusammenhangmitbipolaren

StörungensolltenQuetiapinFilmtabletten1-maltäglichvordemSchlafengehen

eingenommenwerden.DieTagesdosisbeträgtindenerstenvier

Behandlungstagen50mg(1.Tag),100mg(2.Tag),200mg(3.Tag)und300mg

(4.Tag).DieempfohleneTagesdosisbeträgt300mg.Eszeigtesichkein

zusätzlicherNutzenunterderBehandlungmit600mggegenüberderBehandlung

mit300mgQuetiapintäglich(sieheAbschnitt5.1).EinzelnePatientenkönnenvon

einerBehandlungmit600mgQuetiapinprofitieren.Dosierungenüber300mg

solltenvonÄrztenverordnetwerden,dieErfahrungenmitderBehandlung

bipolarerStörungenhaben.ImFallvonVerträglichkeitsbedenkenhabenStudien

gezeigt,dassbeieinzelnenPatienteneineReduktionderDosisaufeinMinimum

von200mginErwägunggezogenwerdenkann.

ZurPräventiondesWiederauftretensvonbipolarenStörungen,manischen,

gemischtmanisch-depressivenoderdepressivenEpisodenbeibipolaren

StörungensolltenPatienten,diebeiakuterbipolarerStörungaufdieBehandlung

mitQuetiapinangesprochenhaben,dieBehandlungmitdergleichenDosis

fortsetzen.DieTagesdosiskannjenachklinischemAnsprechendesPatientenund

derVerträglichkeitzwischen300und800mgQuetiapinproTagverteiltauf2

Einzeldosenliegen.Esistwichtig,fürdieErhaltungstherapiedieniedrigste

wirksameDosisanzuwenden.

ÄlterePatienten

BeiderBehandlungältererPatientenmitQuetiapinist,wieauchbeianderen

Antipsychotika,voralleminderinitialenBehandlungsphaseVorsichtgeboten.

JenachklinischemAnsprechendesPatientenundderVerträglichkeitkannes

erforderlichsein,dieDosisanpassunglangsamervorzunehmenundeine

geringeretherapeutischeTagesdosiszuwählenalsbeijüngerenPatienten.Bei

älterenPersonenwardiemittlerePlasmaclearancevonQuetiapinimVergleich

zuderjüngererPatientenum30–50%niedriger.

WirksamkeitundUnbedenklichkeitwurdenbeiPatientenüber65Jahrenmit

depressivenEpisodenimRahmenvonbipolarenStörungennichtuntersucht.

KinderundJugendliche

QuetiapinwirdaufgrundfehlenderDaten,diedieAnwendungindieser

Altersgruppestützen,nichtzurAnwendungbeiKindernundJugendlichenunter

18Jahrenempfohlen.VorliegendeDatenzurAnwendungvonQuetiapinin

Placebo-kontrolliertenklinischenStudiensindindenAbschnitten4.4,4.8,5.1

und5.2dargestellt.

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

EingeschränkteNierenfunktion

BeiPatientenmiteingeschränkterNierenfunktionistkeineDosisanpassung

erforderlich.

EingeschränkteLeberfunktion

QuetiapinwirdextensivinderLebermetabolisiert.DahersollteQuetiapinbei

PatientenmitbekanntenLeberfunktionsstörungenvoralleminderinitialen

BehandlungsphasemitVorsichtangewendetwerden.BeiPatientenmit

eingeschränkterLeberfunktionsolltedieAnfangsdosis25mgQuetiapinproTag

betragen.JenachklinischemAnsprechendesPatientenundderVerträglichkeit

solltedieDosistäglichschrittweiseum25-50mgQuetiapinproTagbiszum

ErreichenderwirksamenDosisgesteigertwerden.

Gegenanzeigen

ÜberempfindlichkeitgegendenWirkstoffodereinendersonstigenBestandteile

desArzneimittels.

DiegleichzeitigeGabevonCytochrom-P-450-3A4-HemmernwieHIV-

Proteasehemmern,AntimykotikavomAzoltyp,Erythromycin,Clarithromycinund

Nefazodonistkontraindiziert(sieheauchAbschnitt4.5).

BesondereWarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfürdieAnwendung

Suizid/SuizidgedankenoderklinischeVerschlechterung

DepressiveErkrankungenbeibipolarerStörungsindmiteinemerhöhtenRisikofür

dieAuslösungvonSuizidgedanken,selbstschädigendemVerhaltenundSuizid

(Suizid-bezogeneEreignisse)verbunden.DieseserhöhteRisikobesteht,biseszu

einersignifikantenLinderungderSymptomekommt.Dadiesenichtunbedingt

schonwährenddererstenBehandlungswochenauftritt,solltendiePatientendaher

biszumEintritteinerBesserungengmaschigüberwachtwerden.Diebisherige

klinischeErfahrungzeigt,dassdasSuizidrisikozuBeginneinerBehandlung

ansteigenkann

InklinischenStudienmitPatientenmitschwerendepressivenEpisodenbei

bipolarerStörungwurdebeijungenErwachsenenunter25Jahren,diemit

Quetiapinbehandeltwurden,imVergleichzudenmitPlacebobehandelten

PatienteneinerhöhtesRisiko(3 %vs.0 %)fürsuizidbezogeneEreignisse

beobachtet.

WegenderbekanntenRisikofaktorenfürdiebehandelteErkrankungsolltederArzt

außerdemdaspotentielleRisikofürsuizidbezogeneEreignissenachplötzlichem

AbsetzenderBehandlungmitQuetiapinbeachten.

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

Somnolenz

DieBehandlungmitQuetiapinistmitSomnolenzundverwandtenSymptomenwie

Sedierung(sieheAbschnitt4.8)assoziiert.InklinischenPrüfungenmitPatienten

mitbipolarerDepressiontratendieSymptomegewöhnlichinnerhalbderersten3

BehandlungstageaufundwarenüberwiegendvonleichterbismäßigerSchwere.

PatientenmitbipolarerDepression,beideneneszuSomnolenzvonschwerer

Intensitätkommt,müssenunterUmständenübermindestens2Wochennach

AuftretenderSomnolenzoderbiszueinerBesserungderSymptomehäufiger

kontrolliertwerden.UnterUmständenisteinAbsetzenderBehandlunginBetracht

zuziehen.

Herz-Kreislauf-System

QuetiapinsolltemitVorsichtbeiPatientenmitbekanntenkardiovaskulärenoder

zerebrovaskulärenErkrankungenoderanderenStörungen,diefürHypotonie

anfälligmachen,angewendetwerden.Quetiapinkannvorallemwährendder

initialenDosistitrationsphaseeineorthostatischeHypotonieauslösen.Daher

sollteinsolchenFälleneineReduzierungderDosisodereinelangsamere

DosisanpassunginErwägunggezogenwerden.

ImZusammenhangmitderAnwendungvonAntipsychotikasindFällevonvenösen

Thromboembolien(VTE)berichtetworden.DaPatienten,diemitAntipsychotika

behandeltwerden,häufigerworbeneRisikofaktorenfürVTEaufweisen,solltenalle

möglichenRisikofaktorenfürVTEvorundwährendderBehandlungmitQuetiapin

identifiziertundPräventivmaßnahmenergriffenwerden.

Krampfanfälle

InkontrolliertenklinischenPrüfungengabeskeinenUnterschiedinderInzidenz

vonKrampfanfällenzwischenmitQuetiapinodermitPlacebobehandelten

Patienten.BeiderBehandlungvonPatientenmitKrampfanfälleninder

Vorgeschichtewird,wiebeianderenAntipsychotikaauch,Vorsichtempfohlen

(sieheAbschnitt4.8).

ExtrapyramidalmotorischeSymptome

InPlacebo-kontrolliertenklinischenPrüfungenzeigtesichbeiPatientenmit

bipolarerStörung,dieaufgrundschwererdepressiverEpisodenbehandelt

wurden,unterQuetiapin-BehandlungimVergleichzurPlacebo-Behandlung

eineerhöhteInzidenzvonextrapyramidalmotorischenSymptomen(EPS,siehe

Abschnitt4.8).

TardiveDyskinesie

FallsAnzeichenundSymptomeeinertardivenDyskinesieauftreten,sollte

erwogenwerden,dieDosiszureduzierenoderQuetiapinMylanabzusetzen

(sieheAbschnitt4.8).DieSymptomeeinertardivenDyskinesiekönnennach

AbsetzenderBehandlungauftretenodersichverschlimmern.

MalignesneuroleptischesSyndrom

DasmaligneneuroleptischeSyndromistmitantipsychotischerTherapie,

einschließlichTherapiemitQuetiapin,inZusammenhanggebrachtworden

(sieheAbschnitt4.8).ZudenklinischenAnzeichengehörenHyperthermie,

Bewusstseinsveränderungen,Muskelrigidität,autonomeInstabilitätundein

AnstiegderCPK-Werte.InderartigenFällensollteQuetiapinMylanabgesetzt

undeineangemessenemedizinischeBehandlungeingeleitetwerden.

SchwereNeutropenie

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

ÜberschwereNeutropenie(Neutrophilenzahl<0,5X10 9 /l)wurdegelegentlichim

RahmenklinischerStudienmitQuetiapinberichtet.IndenmeistenFällentratdiese

innerhalbdererstenBehandlungsmonateauf.Esgabkeineersichtliche

AbhängigkeitvonderDosis.ErfahrungennachMarkteinführungzeigten,dass

Leukopenieund/oderNeutropenienachBeendigungderTherapiemitQuetiapin

reversibelwaren.MöglicheRisikofaktorenfürNeutropeniesindeine

vorbestehendeniedrigeAnzahlweißerBlutkörperchen(WhiteCellCount–WBC)

undArzneimittel-induzierteNeutropenieinderVorgeschichte.DieBehandlungmit

QuetiapinsolltebeiPatientenmiteinerNeutrophilenzahl<1X10 9 /labgesetzt

werden.DiePatientensindaufAnzeichenundSymptomeeinerInfektionhinzu

beobachtenunddieNeutrophilenzahlzuüberwachen(bisdieseüber1,5X10 9 /l

liegt)(sieheAbschnitt5.1).

Wechselwirkungen

SieheauchAbschnitt4.5.

BeigleichzeitigerEinnahmevonQuetiapinundstarkleberenzyminduzierenden

SubstanzenwieCarbamazepinoderPhenytoinwirddiePlasmakonzentration

vonQuetiapinerheblichverringert,wasdieWirksamkeitderBehandlungmit

Quetiapinbeeinflussenkann.BeiPatienten,diemitArzneimittelnbehandelt

werden,dieLeberenzymeinduzieren,solltedieBehandlungmitQuetiapinnur

begonnenwerden,wennderbehandelndeArztentscheidet,dassdermögliche

NutzeneinerBehandlungmitQuetiapingrößeristalsdasRisikodesAbsetzens

desleberenzyminduzierendenArzneimittels.Esistwichtig,dassjede

VeränderungeinerBehandlungmiteinemleberenzyminduzierenden

ArzneimittelausschleichenderfolgtunddiesesArzneimittel,fallserforderlich,

durcheinenichtleberenzyminduzierendeSubstanz(z.B.Natriumvalproat)

ersetztwird.

Hyperglykämie

EineHyperglykämieodereineVerschlechterungeinesbestehendenDiabetes

währendderBehandlungmitQuetiapinwurdenberichtet.Einegeeignete

ärztlicheÜberwachungistbeiPatientenmitDiabetesundRisikofaktorenfürdie

EntwicklungeinesDiabetesmellitusratsam(sieheauchAbschnitt4.8).

Lipide

InklinischenStudienmitQuetiapinwurdenerhöhteTriglycerid-,LDL-und

GesamtcholesterinwertesowieverminderteHDL-Cholesterinwertebeobachtet

(sieheAbschnitt4.8).ErhöhteLipidwertesollteninangemessenerklinischerWeise

behandeltwerden.

MetabolischesRisiko

VordemHintergrundderinklinischenStudienbeobachtetenVeränderungenvon

Gewicht,Blutzucker(sieheHyperglykämie)undLipidenkönnteesbeieinzelnen

PatientenzueinerVerschlechterungdesmetabolischenRisikoprofilskommen,die

klinischangemessenbehandeltwerdensollte(sieheauchAbschnitt4.8).

QT-Verlängerung

InklinischenStudienundbeiAnwendunggemäßFachinformationwurde

QuetiapinnichtmiteineranhaltendenVerlängerungdesabsolutenQT-Intervalls

inVerbindunggebracht.NachMarktzulassungwurdeeineVerlängerungdes

QT-IntervallsunterBehandlungmittherapeutischenDosenvonQuetiapinMylan

(sieheAbschnitt4.8)undbeiÜberdosierung(sieheAbschnitt4.9)gemeldet.Wie

beianderenAntipsychotikaistVorsichtgeboten,wennQuetiapinbeiPatienten

mitkardiovaskulärenErkrankungenoderQT-Verlängerunginder

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

Familiengeschichteangewendetwird.Vorsichtistauchgeboten,wenn

QuetiapinzusammenmitanderenArzneimittelnangewendetwird,dieeine

VerlängerungdesQT-IntervallshervorrufenoderzusammenmitNeuroleptika.

DiesgiltbesondersfürälterePatienten,Patientenmiterblichbedingtemlangem

QT-Syndrom,Stauungsinsuffizienz,Herzhypertrophie,Hypokaliämieoder

Hypomagnesiämie(sieheAbschnitt4.5).

Absetzen

AkuteAbsetzsymptome,wieSchlaflosigkeit,Übelkeit,Kopfschmerzen,

Durchfall,Erbrechen,SchwindelgefühlundReizbarkeitwurdennacheinem

abruptenAbsetzenvonQuetiapinbeschrieben.EinAusschleichender

Behandlungübermindestens1-2Wochenwirdempfohlen(sieheAbschnitt4.8).

ÄlterePatientenmitDemenz-assoziierter Psychose

QuetiapinistfürdieBehandlungvonPatientenmitDemenz-assoziierter

Psychosenichtzugelassen.

Inrandomisierten,Placebokontrollierten,klinischenStudienmitdementen

PatientenwurdeunterverschiedenenatypischenAntipsychotikaeinetwa3-fach

erhöhtesRisikocerebrovaskulärerNebenwirkungenbeobachtet.Derdiesem

NebenwirkungsrisikozugrundeliegendeMechanismusistnichtbekannt.Ein

erhöhtesRisikokannauchfürandereAntipsychotikaundandere

Patientengruppennichtausgeschlossenwerden.BeiPatienten,die

RisikofaktorenfüreinenSchlaganfallaufweisen,istVorsichtgeboten.

EineMeta-AnalysezumVergleichatypischerAntipsychotikamitPlaceboergab,

dassälterePatientenmiteinerDemenz-assoziiertenPsychoseeinerhöhtes

Todesrisikohaben.Inzwei10-wöchigen,PlacebokontrolliertenQuetiapin-

StudienmitderselbenPatientenpopulation(n=710,Durchschnittsalter:83

Jahre,Spanne:56-99Jahre)betrugdieHäufigkeitvonTodesfälleninder

Quetiapin-Gruppe5,5%verglichenmit3,2%inderPlacebo-Gruppe.Die

TodesfällewarenaufeineVielzahlvonUrsachenzurückzuführen,dieman

üblicherweiseindieserPopulationerwartet.DieDatenzeigtenkeinen

ursächlichenZusammenhangzwischenderBehandlungmitQuetiapinunddem

TodältererDemenzpatienten.

KinderundJugendliche(10-17Jahre)

QuetiapinMylanwirdaufgrundfehlenderDaten,diedieAnwendungindieser

Altersgruppestützen,nichtzurAnwendungbeiKindernundJugendlichenunter18

Jahrenempfohlen.InklinischenStudientratenzusätzlichzumbekannten

SicherheitsprofilbeiErwachsenen(sieheAbschnitt4.8)bestimmteunerwünschte

EreignissebeiKindernundJugendlichenhäufigerauf(gesteigerterAppetit,

erhöhteProlaktinwerteimSerumundextrapyramidalmotorischeSymptome).Ein

unerwünschtesEreignis(erhöhterBlutdruck)warbisherinStudienmit

Erwachsenennichtaufgetreten.BeiKindernundJugendlichenwurdenauch

VeränderungenderSchilddrüsenfunktionbeobachtet.

DerlangfristigeEinflussderBehandlungaufWachstumundReifewurdenichtüber

mehrals26Wochenuntersucht.LangfristigeFolgenfürdiekognitiveEntwicklung

unddieVerhaltensentwicklungsindnichtbekannt.

InPlacebo-kontrolliertenklinischenStudienmitKindernundJugendlichen,die

wegenSchizophrenieundbipolarerManiebehandeltwurden,warQuetiapinim

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

VergleichzuPlacebomiteinererhöhtenInzidenzextrapyramidalmotorischer

Symptome(EPS)verbunden(sieheAbschnitt4.8).

ExtrapyramidalmotorischeSymptome

InPlacebo-kontrolliertenStudienmitErwachsenen,diewegenschwerer

depressiverEpisodenbeibipolarerStörungbehandeltwurden,warQuetiapinim

VergleichzuPlacebomiteinererhöhtenInzidenzextrapyramidalmotorischer

Symptome(EPS)verbunden(sieheAbschnitt4.8).

Dysphagie

Dysphagie(sieheAbschnitt4.8,Nebenwirkungen)wurdeunterBehandlungmit

Quetiapindokumentiert.QuetiapinMylansolltebeiPatientenmitRisikofüreine

AspirationspneumoniemitVorsichtangewendetwerden.

Lactose

DiesesArzneimittelenthältLactose.Patientenmitderseltenenhereditären

Galaktose-Intoleranz,LaktasemangeloderGlukose-Galaktose-Malabsorption

solltendiesesArzneimittelnichteinnehmen.

ZusätzlicheInformation

DieStudiendatenzuQuetiapininKombinationmitValproat-Seminatriumoder

LithiumbeimäßigenbisschwerenmanischenEpisodensindbegrenzt.Jedoch

wurdedieKombinationstherapiegutvertragen(sieheAbschnitte4.8und5.1).

DieStudiendatenzeigteneineadditiveWirkunginderdritten

Behandlungswoche.

WechselwirkungenmitanderenArzneimittelnundsonstigeWechselwirkungen

DaQuetiapinprimäraufdasZentralnervensystemwirkt,sollteQuetiapinnurmit

VorsichtinKombinationmitanderenzentralwirksamenArzneimittelnund

Alkoholangewendetwerden.

QuetiapinwirdüberdasCytochrom-P-450(CYP)-Systemmetabolisiert;das

vorrangigbeteiligteEnzymistCYP3A4.IneinerStudiezuWechselwirkungen

angesundenProbandenbewirktediegleichzeitigeAnwendungvonQuetiapin

(25mgDosierung)undKetoconazol,einemCYP3A4-Hemmer,eine5-bis8-

facheErhöhungderAUCvonQuetiapin.AufgrunddieserErgebnisseistdie

gleichzeitigeEinnahmevonQuetiapinmitCYP3A4-Hemmernkontraindiziert.

Eswirdempfohlen,QuetiapinnichtzusammenmitGrapefruitsafteinzunehmen.

IneinerMehrfachdosisstudiemitPatientenzurBewertungderPharmakokinetik

vonQuetiapinvorundwährendderBehandlungmitCarbamazepin(einem

bekanntenEnzyminduktor)erhöhtediegleichzeitigeEinnahmevon

CarbamazepindieClearancevonQuetiapinsignifikant.Dieseerhöhte

ClearanceverringertediesystemischeQuetiapin–Exposition(gemessenin

FormderAUC)imDurchschnittauf13%derExpositionbeialleiniger

AnwendungvonQuetiapin,obwohlbeieinigenPatienteneinestärkereWirkung

beobachtetwurde.AlsKonsequenzdieserWechselwirkungkönnenniedrigere

Plasmakonzentrationenauftreten,wasdieWirksamkeitderQuetiapin-Therapie

beeinflussenkönnte.

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

DiegleichzeitigeEinnahmevonQuetiapinundPhenytoin(eineweitere

Substanz,diemikrosomaleEnzymeinduziert)führtezueinemstarkenAnstieg

derQuetiapin-Clearanceumca.450%.BeiPatienten,diemitArzneimitteln

behandeltwerden,dieLeberenzymeinduzieren,,sollteeineQuetiapin-

Behandlungnurdannbegonnenwerden,wennderArztentscheidet,dassder

möglicheNutzeneinerBehandlungmitQuetiapingrößeristalsdasRisikodes

AbsetzensdesleberenzyminduzierendenArzneimittels.Esistwichtig,dassjede

VeränderungeinerBehandlungmiteinemleberenzyminduzierenden

ArzneimittelausschleichenderfolgtunddiesesArzneimittel,fallserforderlich,

durcheinenichtleberenzyminduzierendeSubstanz(z.B.Natriumvalproat)

ersetztwird(sieheAbschnitt4.4).

NachgleichzeitigerGabederAntidepressivaImipramin(dasalsCYP2D6-

Hemmerbekanntist)oderFluoxetin(dasalsCYP3A4-undCYP2D6-Hemmer

bekanntist)wardiePharmakokinetikvonQuetiapinnichtsignifikantverändert.

DiePharmakokinetikvonQuetiapinwarnachdergleichzeitigenGabeder

AntipsychotikaRisperidonundHaloperidolnichtsignifikantverändert.Die

gleichzeitigeAnwendungvonQuetiapinundThioridazinführtezueinemAnstieg

derQuetiapinclearanceumca.70%.

NachgleichzeitigerGabevonCimetidinwardiePharmakokinetikvonQuetiapin

nichtverändert.

DiePharmakokinetikvonLithiumwurdebeigleichzeitigerGabevonQuetiapin

nichtverändert.

BeigleichzeitigerGabewurdediePharmakokinetikvonNatriumvalproatund

QuetiapinnichtinklinischrelevantemAusmaßverändert.

StudienzuWechselwirkungenmitallgemeinverwendetenArzneimittelnzur

BehandlungvonHerz-Kreislauf-Erkrankungenwurdennichtdurchgeführt.

VorsichtistgebotenbeigleichzeitigerAnwendungvonArzneimitteln,die

bekanntermaßenStörungendesElektrolythaushaltshervorrufenoderzueiner

VerlängerungdesQTc-Intervallsführen.

SchwangerschaftundStillzeit

UnbedenklichkeitundWirksamkeitvonQuetiapininderSchwangerschaftbeim

Menschensindnichtbelegt.TierexperimentelleUntersuchungenergabenbisher

keineHinweiseaufschädigendeWirkungen,wobeimöglicheWirkungenauf

dasfötaleAugenichtuntersuchtwurden.Quetiapinsolltedaherinder

Schwangerschaftnurdannangewendetwerden,wennderNutzendie

möglichenRisikenrechtfertigt.NeonataleEntzugssymptomewurdennach

Schwangerschaften,indenenQuetiapinverabreichtwurde,beobachtet.

Esistnichtbekannt,inwelchemAusmaßQuetiapinbeimMenschenindie

Muttermilchübertritt.StillendenMütternsolltedahergeratenwerden,während

derBehandlungmitQuetiapinnichtzustillen.

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

1010

AuswirkungenaufdieVerkehrstüchtigkeitunddieFähigkeitzumBedienenvon

Maschinen

AusgehendvondenprimärenEffektenaufdasZentralnervensystemkann

QuetiapinTätigkeitenbeeinträchtigen,diegeistigeWachsamkeiterfordern.

DahersolltePatientenvomFühreneinesFahrzeugsoderdemBedienenvon

Maschinenabgeratenwerden,bisihrindividuellesAnsprechenaufdas

Arzneimittelbekanntist.

Nebenwirkungen

DieamhäufigstenberichtetenunerwünschtenNebenwirkungenmitQuetiapinsind

Somnolenz,Schwindelgefühl,Mundtrockenheit,mildeAsthenie,Obstipation,

Tachykardie,orthostatischeHypotonieundDyspepsie.

WiebeianderenAntipsychotikawurdenGewichtszunahme,Synkope,malignes

neuroleptischesSyndrom,Leukopenie,NeutropenieundperiphereÖdememit

QuetiapininVerbindunggebracht.

DieHäufigkeitderNebenwirkungen,diemiteinerQuetiapin-Therapiein

Verbindunggebrachtwerden,sindgemäßdemvomCouncilforInternational

OrganisationsofMedicalSciences(CIOMSIIIArbeitsgruppe;1995)empfohlenen

Schemanachfolgendaufgelistet.

BeidenHäufigkeitsangabenzuNebenwirkungenwerdenfolgendeKategorien

zugrundegelegt:sehrhäufig(≥1/10),häufig(≥1/100,<1/10),gelegentlich

(≥1/1000,<1/100),selten(≥1/10000,<1/1000),sehrselten(<1/10000).

ErkrankungendesBlutesunddesLymphsystems

Häufig: Leukopenie 1

Gelegentlich: Eosinophilie,Thrombozytopenie

Nichtbekannt: Neutropenie 1

ErkrankungendesImmunsystems

Gelegentlich: Hypersensibilität

Sehrselten: anaphylaktischeReaktionen 6

EndokrineErkrankungen

Häufig: Hyperprolaktinämie

Stoffwechsel-undErnährungsstörungen

Häufig: gesteigerterAppetit

Sehrselten: Diabetesmellitus 1,5,6

PsychiatrischeErkrankungen

Häufig: AbnormeTräumeundAlbträume

ErkrankungendesNervensystems

Sehrhäufig: Schwindelgefühl 4 ,Somnolenz 2 ,Kopfschmerzen

Häufig: Synkope 4 ,extrapyramidalmotorischeSymptome 1,13

Gelegentlich: Krampfanfälle 1 ,SyndromderunruhigenBeine(RestlessLegs

Syndrom),Dysarthrie

Sehrselten: Spätdyskinesie 6

Augenerkrankungen

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

1111

Häufig: Verschwommensehen

Herzerkrankungen

Häufig: Tachykardie 4

Gefäßerkrankungen

Häufig: orthostatischeHypotonie 4

Häufigkeitnichtbekannt/abschätzbar: FällevonThromboembolien 17

ErkrankungenderAtemwege,desBrustraumsundMediastinums

Häufig: Rhinitis

ErkrankungendesGastrointestinaltrakts

Sehrhäufig: Mundtrockenheit

Häufig: Obstipation,Dyspepsie

Gelegentlich: Dysphagie 8

Leber-undGallenerkrankungen

Selten: Gelbsucht 6

Sehrselten: Hepatitis 6

ErkrankungenderHautunddesUnterhautzellgewebes

Sehrselten: Angioödeme 6 ,Stevens-Johnson-Syndrom 6

ErkrankungenderGeschlechtsorganeundderBrustdrüse

Selten: Priapismus,Galaktorrhoe

AllgemeineErkrankungenundBeschwerdenamVerabreichungsort

Sehrhäufig: Entzugserscheinungen(Absetzerscheinungen) 1,10

Häufig: mildeAsthenie,periphereÖdeme,Reizbarkeit

Selten: malignesneuroleptischesSyndrom 1

Untersuchungen

Sehrhäufig: ErhöhungderSerumtriglyceridspiegel 11

ErhöhungdesGesamtcholesterins(überwiegendLDL-

Cholesterin) 12 ,VerringerungdesHDL-Cholesterins,

Gewichtszunahme 9

Häufig: ErhöhungderSerumtransaminasen(ALT,AST) 3 ,Verringerung

derNeutrophilenzahl,ErhöhungderBlutzuckerspiegelaufein

hyperglykämischesNiveau 7

Gelegentlich: AnstiegdesGamma-GT-Spiegel 3 ,verminderte

Blutplättchenzahl 14 ,QT-Verlängerung 1,13,19

Selten: ErhöhungderKreatin-Phosphokinase 15

1.SieheAbschnitt4.4,BesondereWarnhinweiseundVorsichtsmaßnahmenfür

dieAnwendung.

2.EskannSchläfrigkeitauftreten,gewöhnlichwährenddererstenzwei

Behandlungswochen,dieaberimAllgemeinenbeifortgesetzterEinnahmevon

Quetiapinvorübergeht.

3.BeieinigenPatientenwurdewährendderTherapiemitQuetiapinein

asymptomatischerAnstiegderSerumtransaminasen(ALT,AST)oderdes

Gamma-GT-Spiegelsbeobachtet.DieserAnstiegwargewöhnlichbei

fortgesetzterBehandlungmitQuetiapinreversibel.

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

1212

4.WieandereAntipsychotika,diediealpha

-adrenergenRezeptorenblockieren,

kannQuetiapinbesonderswährendderinitialenDosisanpassung(siehe

Abschnitt4.4)häufigeineorthostatischeHypotonieauslösen,diemit

Schwindelgefühl,TachykardieundbeieinigenPatientenmitSynkopen

einhergeht.

5.EineVerschlechterungeinesbestehendenDiabeteswurdesehrselten

berichtet.

6.BerechungsgrundlagederHäufigkeitdieserunerwünschtenEreignissewar

nurdie„post-marketing“-Datenbank.

7.Nüchternblutzuckerwerte≥126mg/dl(≥7mmol/l)odereinBlutzuckerwertvon

≥200mg/dl(≥11,1mmol/l)innichtnüchternemZustandbeimindestenseiner

Messung.

8.EineErhöhungderDysphagie-RateunterBehandlungmitQuetiapinim

VergleichzuPlacebowurdenurindenklinischenStudienzurbipolaren

Depressionbeobachtet.

9.GestütztaufeineGewichtszunahme>7%imVergleichzumAusgangswert.

TrittvorallemindenerstenBehandlungswochenauf.

10.DiefolgendenAbsetzerscheinungenwurdenamhäufigsteninakuten,

placebo-kontrolliertenklinischenMonotherapiestudienbeobachtet,indenen

AbsetzerscheinungenbeiTherapiebeendigunguntersuchtwurden:

Schlaflosigkeit,Übelkeit,Kopfschmerzen,Durchfall,Erbrechen,

SchwindelgefühlundReizbarkeit.DieInzidenzdieserErscheinungenwar1

WochenachAbsetzenderBehandlungsignifikantniedriger.

11.Triglyceridwerte≥200mg/dl(≥2,258mmol/l)beimindestenseinerMessung.

12.Cholesterin≥240mg/dl(≥6,2064mmol/l)beimindestenseinerMessung.

EineZunahmedesLDL-Cholesterinsum≥30mg/dl(≥0,769mmol/)wurde

sehrhäufigbeobachtet.DieVeränderungbeiPatientenmitdieserZunahme

betrugimMittel41,7mg/dl(≥1,07mmol/l).

13.SiehenachfolgendenText.

14.ZahlderBlutplättchen100x10 9 /lbeimindestenseinerMessung.

15.BasierendaufBerichtenzuunerwünschtenErhöhungenderKreatin-

PhosphokinaseausklinischenStudienkeinZusammenhangmitdem

malignenneuroleptischenSyndrom.

16.ZahlderPatientenmiteinerQTc-Verschiebungvon<450msecauf≥450

msecbeieinerVerlängerungvon≥30msec.InPlacebo-kontrolliertenStudien

mitQuetiapinwarendiemittlereVeränderungunddieZahlderPatientenmit

einerVerschiebungaufeinklinischsignifikantesNiveauzwischenQuetiapin

undPlacebovergleichbar.

FällevonThromboembolieneinschließlichFällenvonLungenembolieund

FällenvontieferVenenthrombosewurdenbeiderBehandlungmit

Antipsychotikabeobachtet.

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

1313

FällevonVerlängerungendesQT-Intervalls,ventrikulärenArrhythmien,plötzlichem

unerwartetemTod,HerzstillstandundTorsadesdepointeswurdenunter

AnwendungvonNeuroleptikabeobachtetundgeltenalsKlasseneffekte.

Inplacebo-kontrolliertenklinischenKurzzeitstudienzurBehandlungder

SchizophrenieundderbipolarenManiewardieGesamtinzidenzextrapyramidaler

SymptomewieunterBehandlungmitPlacebo(Schizophrenie:7,8%unter

Quetiapinund8%unterPlacebo;bipolareManie:11,2%unterQuetiapinund

11,4%unterPlacebo).Inplacebo-kontrolliertenklinischenKurzzeitstudienzur

BehandlungderbipolarenDepressionbetrugdieGesamtinzidenzextrapyramidaler

Symptome8,9%unterQuetiapinimVergleichzu3,8%unterPlacebo.Die

InzidenzdereinzelnenunerwünschtenEreignisse(darunterAkathisie,

extrapyramidalmotorischeStörungen,Tremor,Dyskinesie,Dystonie,Ruhelosigkeit,

unwillkürlicheMuskelkontraktionen,psychomotorischeHyperaktivitätund

Muskelsteifigkeit)wardabeiimAllgemeinenniedrigundlaginkeiner

Behandlungsgruppeüber4%.InLangzeitstudienzurBehandlungder

SchizophrenieundbipolarerStörungenwardieGesamtinzidenzderunter

BehandlungmitQuetiapinundPlaceboauftretendenextrapyramidalmotorischen

Symptomevergleichbar.

DieBehandlungmitQuetiapinwarmiteinergeringendosisabhängigenAbsenkung

derSchilddrüsenhormonspiegel,insbesonderedesGesamt-T

unddesfreienT

,

verbunden.DieReduktionvonGesamt-T

undfreiemT

erreichteindenersten2-4

WochenderBehandlungmitQuetiapinihrMaximum,ohnedasseswährendder

LangzeitbehandlungzueinerweiterenAbnahmekam.InfastallenFällen

normalisiertensichGesamt-T

undfreiesT

nachTherapiebeendigungunabhängig

vonderDauerderBehandlung.EinegeringfügigeAbnahmedesGesamt-T

und

desumgewandeltenT

wurdenurbeihöherenDosenbeobachtet.DieSpiegeldes

TGBbliebenunverändert,undimAllgemeinenwurdenkeinereziprokenTSH-

Anstiegebeobachtet.EsgabkeinenHinweisdarauf,dassQuetiapineineklinisch

relevanteHypothyreosehervorruft.

KinderundJugendliche(10-17Jahre)

FürKinderundJugendlichesolltendiegleichenNebenwirkungenwieweiter

obenfürErwachsenebeschriebenberücksichtigtwerden.Indernachfolgenden

TabellesinddieNebenwirkungenzusammengefasst,diebeiKindernund

Jugendlichen(10-17Jahre)ineinerhöherenHäufigkeitskategorieauftretenals

beiErwachsenenoderNebenwirkungen,diebeiErwachsenennichtbeobachtet

wurden.

BeidenHäufigkeitsangabenzuNebenwirkungenwerdenfolgendeKategorienzugrundegelegt:sehrhäufig

(>1/10),häufig(>1/100,<1/10),gelegentlich(>1/1.000,<1/100),selten(>1/10.000,<1/1.000)undsehrselten

(<1/10.000).

Stoffwechsel-undErnährungsstörungen

Sehrhäufig: GesteigerterAppetit

Untersuchungen

Sehrhäufig ErhöhungderProlaktinwerte 1 ,Blutdruckanstieg 2

ErkrankungendesNervensystems

Sehrhäufig ExtrapyramidalmotorischeSymptome 3

AllgemeineErkrankungenundBeschwerdenamVerabreichungsort

Häufig Reizbarkeit 4

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

1414

1.Prolaktinspiegel(Patienten<18Jahre):>20ug/l(>869,56pmol/l)Jungen;>26ug/l

(>1130,428pmol/l)MädchenzuirgendeinemZeitpunkt.Wenigerals1%derPatienten

zeigteneinenAnstiegderProlaktinwerteauf>100ug/l.

2.BasierendaufVerschiebungenüberdieklinischsignifikantenSchwellenwertehinaus

(adaptiertausdenKriterienderNationalInstitutesofHealth)oderAnstiegen

>20mmHgfürdensystolischenoder>10mmHgfürdendiastolischenBlutdruckzu

irgendeinemZeitpunktinzwei(3-bis6-wöchigen)Placebo-kontrolliertenAkutstudien

mitKindernundJugendlichen.

3.Siehe5.1

4.Hinweis:DieHäufigkeitentsprichtderbeiErwachsenenbeobachtetenHäufigkeit.

ReizbarkeitkönntejedochbeiKindernundJugendlichenmitanderenklinischenFolgen

verbundenseinalsbeiErwachsenen.

Überdosierung

AusklinischenStudienliegteinBerichteinerakutenÜberdosierungmit

tödlichemAusgangbeiEinnahmevon13,6gQuetiapinvor.Nach

MarkteinführungtratennachÜberdosierungbiszu6gQuetiapinallein

Todesfälleauf.PatientenüberlebtenaberauchakuteÜberdosierungenvonbis

zu30gQuetiapin.SehrseltenwurdenachMarkteinführungberichtet,dass

ÜberdosierungenmitausschließlichQuetiapineinentödlichenAusgang

nahmenoderimKomaendetenodereineVerlängerungdesQT-Intervalls

hervorriefen.

PatientenmitbestehenderschwererkardiovaskulärerErkrankungkönnenein

erhöhtesRisikofürÜberdosierungserscheinungenaufweisen(sieheAbschnitt

4.4).

ImAllgemeinenbestanddieSymptomatikineinerVerstärkungderbekannten

pharmakologischenWirkungendesWirkstoffs,d.h.Benommenheitund

Sedierung,TachykardieundHypotonie.

EsgibtkeinspezifischesAntidotgegenQuetiapin.InschwerwiegendenFällen

solltedieMöglichkeitderBeteiligungmehrererArzneimittelüberprüftwerden.

IntensivmedizinischeMaßnahmenwerdenempfohlen,dazugehörendas

ÖffnenundFreihaltenderAtemwege,dieSicherstellungadäquater

SauerstoffversorgungundVentilationsowieÜberwachungundUnterstützung

deskardiovaskulärenSystems.ObwohleskeineUntersuchungenzur

VerhinderungderResorptionderÜberdosisgibt,sollteneineMagenspülung

(nachIntubationbeibewusstlosenPatienten)unddieGabevonAktivkohle

zusammenmiteinemAbführmittelerwogenwerden.

EineengemedizinischeÜberwachungsolltebiszurErholungdesPatienten

fortgesetztwerden.

PharmakologischeEigenschaften

PharmakodynamischeEigenschaften

PharmakotherapeutischeGruppe:Antipsychotika;Diazepine,Oxazepineund

Thiazepine

ATC-Code:N05AH04

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

1515

Wirkmechanismus

QuetiapinisteineatypischeantipsychotischwirksameSubstanz.Quetiapinund

seinimmenschlichenPlasmaaktiverMetabolitN-Desalkylquetiapin

interagierenmiteinembreitenSpektrumvonNeurotransmitterrezeptoren.

QuetiapinundN-DesalkylquetiapinbesitzenAffinitätzuzerebralen

serotonergen(5HT

)-unddopaminergenD

-undD

-Rezeptoren.Eswird

angenommen,dassdieseKombinationeinesRezeptorantagonismusmit

höhererSelektivitätfür5HT

-verglichenmitD

-Rezeptorenfürdieklinischen

antipsychotischenEigenschaftenunddasgeringausgeprägte

extrapyramidalmotorischeNebenwirkungsprofilvonQuetiapinmitverantwortlich

ist.N-DesalkylquetiapinbesitztzudemeinehoheAffinitätzumNorepinephrin-

Transporter(NET).QuetiapinundN-Desalkylquetiapinhabenaucheinehohe

Affinitätzuhistaminergenundα

-adrenergenRezeptorenundeineweniger

ausgeprägteAffinitätzuα

-adrenergenundserotonergen5HT

-Rezeptoren.

QuetiapinhatjedochkeinenennenswerteAffinitätzumuscarinischen

Acetylcholin-oderBenzodiazepinrezeptoren.

PharmakodynamischeEffekte

InTestszurUntersuchungdesantipsychotischenPotenzials,wiez.B.im

konditioniertenVermeidungstest,istQuetiapinwirksam.Esblockiertauchdie

WirkungvonDopaminagonisten,gemessendurchVerhaltensbeobachtungoder

elektrophysiologisch,underhöhtdieKonzentrationvonDopaminmetaboliten,

einneurochemischerIndexfüreineD

-Rezeptorblockade.

InpräklinischenPrüfungen,dieSchlüsseaufextrapyramidalmotorische

Nebenwirkungenziehenlassen,unterscheidetsichQuetiapinvonStandard-

AntipsychotikaundweisteinatypischesProfilauf.Quetiapinführtnach

chronischerGabenichtzuD

-Rezeptorüberempfindlichkeit.BeiDosen,dieeine

effektiveD

-Rezeptorblockadebewirken,ruftQuetiapinnureineschwach

ausgeprägteKatalepsiehervor.NachchronischerAnwendungzeigtQuetiapin

SelektivitätfürdaslimbischeSystem,indemeseineDepolarisationsblockade

dermesolimbischen,nichtaberdernigrostriatalendopaminhaltigenNeuronen

hervorruft.BeiCebusaffen,mitoderohneHaloperidol-Sensibilisierung,wirkt

QuetiapinnachakuterundchronischerGabenurminimaldystonieauslösend.

AusdenErgebnissendieserTestskannmanschließen,dassQuetiapin

wahrscheinlichnureinminimalesPotenzialzurAuslösung

extrapyramidalmotorischerNebenwirkungenbesitztundeswirdangenommen,

dassSubstanzen,dienuringeringemMaßeextrapyramidalmotorische

Symptomehervorrufen,aucheingeringesPotenzialzurAuslösungeiner

tardivenDyskinesiebesitzen(sieheAbschnitt4.8).

Esistnichtbekannt,inwelchemAusmaßderMetabolitN-Desalkylquetiapin

beimMenschenzurpharmakologischenAktivitätvonQuetiapinbeiträgt.

KlinischeWirksamkeit

Indreiplacebo-kontrolliertenStudienmitschizophrenenPatientengabesbei

unterschiedlichenQuetiapindoseninBezugaufdieInzidenzvon

extrapyramidalmotorischenNebenwirkungenoderdiezusätzlicheAnwendung

vonAnticholinergikakeineUnterschiedezwischendenQuetiapin-und

Placebogruppen.Ineinerplacebo-kontrolliertenStudie,inderfixeDosen

zwischen75und750mgQuetiapinproTagangewendetwurden,gabeskeine

HinweiseaufeinvermehrtesAuftretenextrapyramidalmotorischer

NebenwirkungenodereineZunahmeangleichzeitigangewendeter

Anticholinergika.

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

1616

Invierplacebo-kontrolliertenStudien,jezweiinderMonotherapieundinder

KombinationstherapiemitLithiumoderValproat-Seminatrium,wurdedie

EinnahmevonQuetiapininTagesdosenbiszu800mgfürdieBehandlungvon

mäßigenbisschwerenmanischenEpisodenausgewertet.Dabeitratenkeine

UnterschiedezwischendermitQuetiapinunddermitPlacebobehandelten

GruppebezüglichderHäufigkeitvonextrapyramidalmotorischenSymptomen

oderdemzusätzlichenGebrauchvonAnticholinergikaauf.

DiefehlendeAuslösungextrapyramidalmotorischerSymptomegiltalsMerkmal

einesatypischenAntipsychotikums.

Placebo-kontrollierteStudienbeiälterenPatientenmitDemenz-assoziierter

Psychosebelegen,dassbeiPatienten,diemitQuetiapinbehandeltwurden,die

HäufigkeitvonzerebrovaskulärenNebenwirkungenpro100Patientenjahren

nichthöherwaralsbeimitPlacebobehandeltenPatienten.

ImUnterschiedzuvielenanderenAntipsychotikaführteQuetiapinnichtzueiner

dauerhaftenErhöhungdesProlaktinspiegels,wasalsMerkmalatypischer

Antipsychotikagewertetwird.IneinerklinischenStudieanschizophrenen

PatientenmitunterschiedlichenfestenDosenwurdenbeidenProlaktinspiegeln

amEndederStudiekeineUnterschiedezwischenQuetiapinimempfohlenen

DosisbereichundPlacebofestgestellt.

BeiderBehandlungmäßigerbisschwerermanischerEpisodenhatQuetiapin

alsMonotherapieinzweiStudiengegenüberPlaceboüberlegeneWirksamkeit

beiderVerbesserungmanischerSymptomenach3undnach12Wochen

gezeigt.BisherliegenkeineErgebnisseausLangzeitstudienzurWirksamkeit

vonQuetiapinbeiderPräventionnachfolgendermanischeroderdepressiver

Episodenvor.DieStudiendatenzuQuetiapininKombinationmitValproat-

SeminatriumoderLithiumbeimäßigenbisschwerenmanischenEpisodennach

3undnach6Wochensindbegrenzt;jedochwurdedieKombinationstherapie

gutvertragen.DieStudiendatenzeigteneineadditiveWirkunginderdritten

Behandlungswoche.IneinerzweitenStudiezeigtesichindersechsten

BehandlungswochekeineadditiveWirkung.EsgibtkeineDatenzur

KombinationstherapiedieübersechsBehandlungswochenhinausgeht.Die

durchschnittlicheQuetiapindosisbeiResponderninderletzten

Behandlungswochebetrugannähernd600mgproTag;annähernd85%der

Responderlagenzwischen400mgund800mgtäglich.

InvierklinischenStudienvon8-wöchigerDaueranPatientenmitmäßigenbis

schwerendepressivenEpisodenimRahmenbipolarStörungendesTypsIoderII

wardieBehandlungmit300mgund600mgQuetiapinderBehandlungmit

PlacebosignifikantüberlegenhinsichtlichderrelevantenWirksamkeitskriterien:

durchschnittlicheVerbesserungderMADRSundderReaktion,definiertalseine

VerbesserungdesMADRS-Gesamtwertesummindestens50%imVergleichzum

Ausgangswert.EsgabkeinenUnterschiedhinsichtlichderGrößenordnungder

Wirkungbeidenmit300mgunddenmit600mgQuetiapinbehandeltenPatienten.

InderFortsetzungsphasezweierdieserStudienkonntegezeigtwerden,dassdie

LangzeitbehandlungvonPatienten,dieaufdieBehandlungmit300mgoder

600mgQuetiapinansprachen,imVergleichzurPlacebobehandlunghinsichtlich

derdepressiven,nichtaberdermanischenSymptomewirksamwar.

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

1717

InzweiStudienzurPräventionvonRückfällen,indenenQuetiapinbeiPatienten

mitmanischen,depressivenodergemischtenEpisodeninKombinationmit

Stimmungsstabilisatorenangewendetwurde,erwiessichdieKombinationmit

QuetiapinderalleinigenGabevonStimmungsstabilisatorenhinsichtlichder

VerlängerungderZeitbiszumWiederauftreteneinerakutenEpisode(manisch,

gemischtoderdepressiv)alsüberlegen.Quetiapinwurde2-maltäglichineiner

Dosisvoninsgesamt400mgbis800mg/TaginKombinationmitLithiumoder

Valproatgegeben.

KlinischeStudienhabengezeigt,dassQuetiapinbeizweimaltäglicherGabe

wirksamist,obwohlQuetiapineineHalbwertzeitvonca.7Stundenhat.Dies

wirdauchdurcheineUntersuchungmittelsPositron-Emissions-Tomographie

(PET)bestätigt,indernachgewiesenwurde,dassQuetiapinan5HT

-undD

Rezeptorenbiszu12Stundenbindet.UnbedenklichkeitundWirksamkeitvon

Dosenüber800mgproTagsindnichtuntersuchtworden.

DieWirksamkeitderLangzeitbehandlungmitQuetiapinzurPräventionvon

RückfällenbeiSchizophreniewurdenichtinklinischenBlindstudienüberprüft.In

offenenStudienmitschizophrenenPatientenbliebdieWirksamkeitvon

QuetiapinbeiPatienten,dieanfänglichaufdieTherapieangesprochenhatten,

beiderFortsetzungderTherapieerhalten,wasaufeineWirksamkeitder

Langzeitbehandlunghindeutet.

Indenplacebo-kontrolliertenMonotherapiestudienwurdebei1,72%dermit

QuetiapinbehandeltenPatientenmiteinemAusgangswertderNeutrophilenzahl

≥1,5X10 9 /lbeimindestenseinerMessungeineNeutrophilenzahl<1,5X10 9 /l

beobachtet(0,73%derPatienten,diedasPlaceboerhielten).Inallen

klinischenStudien(placebo-kontrollierte,offene,vergleichende,mitPatienten

miteinemAusgangswertderNeutrophilenzahl≥1,5X10 9 /l)lagdieHäufigkeit

fürdasAuftretenmindestenseinerMessungmiteinerNeutrophilenzahl<0,5X

/lbeidenmitQuetiapinbehandeltenPatientenbei0,21%undbeiden

Patienten,diedasPlaceboerhielten,bei0%.DieHäufigkeitfürdasAuftreten

einerNeutrophilenzahl≥0,5-<1X10 9 /llagbeidenmitQuetiapinbehandelten

Patientenbei0,75%undbeidenPatienten,diedasPlaceboerhielten,bei

0,11%.

KinderundJugendliche(10-17Jahre)

DieWirksamkeitundUnbedenklichkeitvonQuetiapinzurBehandlungderManie

wurdeineiner3-wöchigenPlacebo-kontrolliertenStudieuntersucht(n=284

PatientenausdenVereinigtenStaatenimAltervon10-17Jahren).Beietwa45%

derPatientenlagzusätzlicheineADHD-Diagnosevor.Außerdemwurdeeine6-

wöchigePlacebo-kontrollierteStudiezurBehandlungderSchizophrenie

durchgeführt(n=222PatientenimAltervon13-17Jahren).Patienten,vondenen

bekanntwar,dasssienichtaufQuetiapinansprachen,wurdenausbeidenStudien

ausgeschlossen.DieAnfangsdosisvonQuetiapinbetrug50mgproTagundwurde

am2.Tagauf100mgerhöht.AnschließendwurdedieDosisinSchrittenvon

100mgproTagaufdieentsprechendeZieldosis(Manie:400-600mgproTag;

Schizophrenie:400-800mgproTag),dieauf2-3Einzelgabenaufgeteiltwurde,

aufdosiert.

InderStudiezurBehandlungderManiebetrugdiemittlereDifferenzbezogenauf

denAusgangswert(LSmeanchange)desYMRS-Gesamtscores(Verumminus

Placebo)–5,21für400mgQuetiapinproTagund–6,56für600mgQuetiapinpro

Tag.DieResponder-Raten(YMRS-Verbesserung≥50%)lagenbei64%für

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

1818

400mgQuetiapinund58%für600mgQuetiapinproTagundbei37%inder

Placebogruppe.

InderStudiezurSchizophreniebetrugdiemittlereDifferenzbezogenaufden

Ausgangswert(LSmeanchange)desPANSS-Gesamtscores(Verumminus

Placebo)–8,16für400mgQuetiapinproTagund–9,29für800mgQuetiapinpro

Tag.Wederdieniedrige(400mgproTag)nochdiehöhere(800mgproTag)

DosierungvonQuetiapinwardemPlacebohinsichtlichdesAnteilsderPatienten

überlegen,beideneneinAnsprechenaufdieBehandlungerzieltwurde(definiert

alsSenkungdesPANSS-Gesamtscoresum≥30%imVergleichzum

Ausgangswert).SowohlbeiderBehandlungderManiealsauchbeider

BehandlungderSchizophrenieführtenhöhereDosierungenzunumerisch

niedrigerenAnsprechraten.

FürdieseAltersgruppestehenkeineDatenzurAufrechterhaltungderWirkungoder

zurPräventionvonRückfällenzurVerfügung.

Eine26-wöchige,offeneFortsetzungsstudiederAkutstudien(n=380Patienten)mit

flexiblerDosierungvonQuetiapin(400-800mgproTag)lieferteweitere

Sicherheitsdaten.BlutdruckanstiegewurdenbeiKindernundJugendlichen

dokumentiert;gesteigerterAppetit,extrapyramidalmotorischeSymptomeund

AnstiegederProlaktinwerteimSerumwurdenbeiKindernundJugendlichen

häufigerberichtetalsbeiErwachsenen(sieheAbschnitte4.4und4.8).

ExtrapyramidalmotorischeSymptome

IneinerPlacebo-kontrolliertenKurzzeitstudiezurMonotherapiemitQuetiapinbei

schizophrenenJugendlichen(13-17Jahre)betrugdieGesamtinzidenz

extrapyramidalmotorischerSymptome12,9%fürQuetiapinund5,3%fürPlacebo.

DieInzidenzdereinzelnenunerwünschtenEreignisse(darunterAkathisie,Tremor,

extrapyramidalmotorischeStörungen,Hypokinesie,Ruhelosigkeit,

psychomotorischeHyperaktivität,Muskelsteifigkeit,Dyskinesie)lagdabeiinkeiner

Behandlungsgruppeüber4,1%.IneinerPlacebo-kontrolliertenKurzzeitstudiezur

MonotherapiemitQuetiapinbeiKindernundJugendlichen(10-17Jahre)mit

bipolarerManiebetrugdieGesamtinzidenzextrapyramidalmotorischerSymptome

3,6%fürQuetiapinund1,1%fürPlacebo.IneineroffenenLangzeitstudiezur

BehandlungderSchizophrenieundderbipolarenManiebetrugdie

GesamtinzidenzderunterBehandlungauftretendenEPS10%.

Gewichtszunahme

InklinischenKurzzeitstudienmitpädiatrischenPatienten(10-17Jahre)kamesbei

17%dermitQuetiapinundbei2,5%dermitPlacebobehandeltenPatientenzu

einerGewichtszunahmevon≥7%.FürdieAnpassungandasnormale,

längerfristigeWachstumwurdeeineGewichtszunahmevonmindestens0,5

StandardabweichungenimVergleichzumAusgangswertdesBodyMassIndex

(BMI)alsMaßfüreineklinischsignifikanteVeränderungangewendet;diestrafauf

18,3%derPatientenzu,dieübermindestens26WochenmitQuetiapinbehandelt

wordenwaren.

Suizid/SuizidgedankenoderklinischeVerschlechterung

InPlacebo-kontrolliertenklinischenKurzzeitstudienmitschizophrenen

pädiatrischenPatientenbetrugdieInzidenzsuizidbezogenerEreignissebei

Patientenunter18Jahren1,4%(2/147)fürQuetiapinund1,3%(1/75)für

Placebo.InPlacebo-kontrolliertenKurzzeitstudienmitpädiatrischenPatienten

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

1919

mitbipolarerManiebetrugdieInzidenzsuizidbezogenerEreignissebei

Patientenunter18Jahren1%(2/193)fürQuetiapinund0%(0/90)fürPlacebo.

PharmakokinetischeEigenschaften

NachoralerAnwendungwirdQuetiapingutresorbiertundumfassend

metabolisiert.DieBioverfügbarkeitvonQuetiapinwirddurchgleichzeitige

Nahrungsaufnahmenichtsignifikantbeeinträchtigt.Quetiapinliegtzuetwa83%

anPlasmaproteinegebundenvor.DiemolarenSpitzenkonzentrationendes

aktivenMetabolitenN-DesalkylquetiapinimSteadystateliegenbei35%derfür

QuetiapinbeobachtetenWerte.DieEliminationshalbwertzeitenbetragenfür

Quetiapinca.7StundenundfürN-Desalkylquetiapinca.12Stunden.

DiePharmakokinetikvonQuetiapinundN-Desalkylquetiapinistfürden

zugelassenenDosierungsbereichlinearundistbeiMännernundFrauengleich.

DiedurchschnittlicheClearancevonQuetiapinliegtbeiÄlterenumca.30bis50

%unterdervonErwachsenenimAltervon18bis65Jahren.

BeiPersonenmitschwerenNierenfunktionsstörungen(Kreatinin-Clearance<

30ml/min/1,73m 2 )wardiemittlerePlasma-Clearanceumetwa25%reduziert,

dieindividuellenClearance-WerteliegenjedochinnerhalbdesBereichs

gesunderPersonen.DiemittleremolareDosisfraktionvonfreiemQuetiapinund

demaktivenmenschlichenPlasmametabolitenN-Desalkylquetiapinbeträgt<5

%imausgeschiedenenUrin.

QuetiapinwirdextensivinderLebermetabolisiert;nachderGabevon

radioaktivmarkiertemQuetiapinwerdenwenigerals5%derursprünglichen

SubstanzunverändertmitdemUrinoderdenFäzesausgeschieden.Ungefähr

73%derRadioaktivitätwerdenmitdemUrinausgeschieden,21%mitden

Fäzes.BeiPersonenmiteingeschränkterLeberfunktion(stabilealkoholbedingte

Zirrhose)istdiemittlerePlasmaclearancevonQuetiapinumca.25%reduziert.

DaQuetiapinextensivinderLebermetabolisiertwird,wirdbeiPatientenmit

eingeschränkterLeberfunktioneinerhöhterPlasmaspiegelerwartet,sodassbei

diesenPatienteneineDosisanpassungerforderlichseinkann(sieheAbschnitt

4.2).

In-vitro-Untersuchungenhabenbestätigt,dassinersterLiniedasEnzym

CYP3A4fürdenMetabolismusvonQuetiapinüberdasCytochrom-P-450-

Systemverantwortlichist.N-DesalkylquetiapinwirdprimärüberCYP3A4

gebildetundabgebaut.

Eswurdefestgestellt,dassQuetiapinundeinigeseinerMetaboliten

(einschließlichN-Desalkylquetiapin)beimMenscheneineschwacheHemmung

derIn-vitro-AktivitätderCytochrom-P-450-Enzyme1A2,2C9,2C19,2D6und

3A4bewirkten.EineinvitroHemmungderEnzymetrittnurbeiKonzentrationen

auf,dieetwa5-bis50-malsohochsindwiedieKonzentrationen,diebeim

MenschenineinemDosierungsbereichvon300bis800mgbeobachtetwerden.

AufgrunddieserIn-vitro-Ergebnisseistesunwahrscheinlich,dassdie

gleichzeitigeAnwendungvonQuetiapinundanderenArzneimittelneineklinisch

signifikanteHemmungdesCytochrom-P-450-abhängigenMetabolismusdes

anderenArzneimittelszurFolgehat.TierexperimentelleUntersuchungendeuten

daraufhin,dassQuetiapinCytochrom-P-450-Enzymeinduzierenkann.Ineiner

speziellenInteraktionsstudiebeiPsychose-Patientenistjedochnachder

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

2020

AnwendungvonQuetiapinkeinAnstiegderCytochrom-P-450-Aktivität

festgestelltworden.

KinderundJugendliche(10-17Jahre)

PharmakokinetischeDatenwurdenbei9KindernimAltervon10-12Jahrenund12

Jugendlichenerhoben,dieunterSteady-state-Behandlungmitzweimaltäglich

400mgQuetiapinwaren.ImAllgemeinenwarendiedosisangepassten

PlasmaspiegelderMuttersubstanzQuetiapinimSteadystatebeiKindernund

Jugendlichen(10-17Jahre)ähnlichdenenvonErwachsenen.DieC

lagbei

KindernjedochimoberenBereichderbeiErwachsenenbeobachtetenC

.AUC

undC

fürdenaktivenMetabolitenNorquetiapinwarenbeiKindern(10-12Jahre)

etwa62%bzw.49%undbeiJugendlichen(13-17Jahre)28%bzw.14%höherals

beiErwachsenen.

PräklinischeDatenzurSicherheit

IneinerReihevonIn-vitro-undIn-vivo-Genotoxizitätsstudienergabensich

keineHinweiseaufeineGenotoxizität.

ImTierversuchsindnachklinischrelevanterExpositionfolgende

Veränderungenfestgestelltworden,diebishernichtinklinischen

Langzeituntersuchungenbestätigtwordensind:InderSchilddrüsevonRatten

wurdenPigmentablagerungennachgewiesen,beiCynomolgus-Affenwurden

eineHypertrophiefollikulärerSchilddrüsenzellen,erniedrigteT

-Plasmaspiegel

undeineVerminderungderHämoglobin-KonzentrationsowiederErythrozyten-

undLeukozyten-Wertebeobachtet.BeiHundentratenLinsentrübungund

Katarakteauf.

UnterBerücksichtigungdieserBefundemussfürdenPatientenderNutzender

BehandlungmitQuetiapingegendieRisikenabgewogenwerden.

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

2121

PharmazeutischeAngaben

ListedersonstigenBestandteile

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat

MikrokristallineCellulose

PovidonK30

Magnesiumstearat(Ph.Eur.)

Carboxymethylstärke-Natrium(TypA)(Ph.Eur.)

Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat

Filmüberzug:

Hypromellose

Titandioxid(E171)

Zusätzlich:

QuetiapinMylanFilmtabletten25mg

Macrogol400

Eisen(III)-oxid(E172)

QuetiapinMylanFilmtabletten100mg

Macrogol6000

Eisen(III)-hydroxid-oxidxH

O(E172)

Talkum

QuetiapinMylanFilmtabletten150mg

Macrogol400

Eisen(III)-hydroxid-oxidxH

O(E172)

Eisen(II,III)-oxid(E172)

Polysorbat80

QuetiapinMylanFilmtabletten200mg

Macrogol400

Polysorbat80

QuetiapinMylanFilmtabletten300mg

Macrogol400

Polysorbat80

Inkompatibilitäten

Nichtzutreffend.

DauerderHaltbarkeit

3Jahre

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

2222

BesondereVorsichtsmaßnahmenfürdieAufbewahrung

FürdiesesArzneimittelsindkeinebesonderenLagerungsbedingungen

erforderlich.

ArtundInhaltdesBehältnisses

PVC/PVdC-Aluminium-Blisterpackungen

Faltschachtelnmit20,50und100Filmtabletten.

BesondereVorsichtsmaßnahmenfürdieBeseitigung

KeinebesonderenAnforderungen.

InhaberderZulassung

MylanduraGmbH

Wittichstraße6

64295Darmstadt

Zulassungsnummern

71633.00.00

71633.01.00

71633.02.00

71633.03.00

71633.04.00

DatumderErteilungderZulassung

[sieheUnterschrift]

F1010. StandderInformation

Juli2010

F1111. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

DiesesArzneimittelenthälteinenStoff,dessenWirkungindermedizinischen

Wissenschaftnochnichtallgemeinbekanntist.

V007+016+Laufzeit3J. 14.07.2010

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