Quetiapin dura 25 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Quetiapinfumarat (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
Mylan dura GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Quetiapinfumarat (Ph. Eur.)
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Quetiapinfumarat (Ph.Eur.) 28.78mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
71638.00.00

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ZulassungsbescheidZul.-Nr.71638.00.00

WortlautderfürdiePackungsbeilagevorgesehenenAngaben

Gebrauchsinformation:InformationfürdenAnwender

Quetiapindura25mg

FilmtablettenWirkstoff:Quetiapin

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derEinnahmediesesArzneimittelsbeginnen.

HebenSiediePackungsbeilageauf.VielleichtmöchtenSiediesespäter

nochmalslesen.

WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichanIhrenArztoder

Apotheker.

DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschrieben.GebenSiees

nichtanDritteweiter.EskannanderenMenschenschaden,auchwenn

diesediegleichenBeschwerdenhabenwieSie.

WenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigt

oderSieNebenwirkungenbemerken,dienichtindieserGebrauchsinformation

angegebensind,informierenSiebitteIhrenArztoderApotheker.

DiesePackungsbeilagebeinhaltet:

1.WasistQuetiapinduraundwofürwirdesangewendet?

2.WasmüssenSievorderEinnahmevonQuetiapindurabeachten?

3.WieistQuetiapinduraeinzunehmen?

4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?

5.WieistQuetiapinduraaufzubewahren?

6.WeitereInformationen

WASISTQUETIAPINDURAUNDWOFÜRWIRDESANGEWENDET?

QuetiapinduragehörtzueinerGruppevonArzneimitteln,diealsAntipsychotika

bezeichnetwerden.Antipsychotikawerdeneingesetzt,umErkrankungenzu

behandeln,diefolgendeKrankheitszeichenverursachen:

- Möglicherweisesehen,hörenoderfühlenSieDinge,dienichtvorhanden

sind,glaubenDinge,dienichtwahrsindoderfühlensichungewöhnlich

misstrauisch,ängstlich,verwirrt,schuldig,angespanntoder

niedergeschlagen.

- MöglicherweisesindSiesehrerregt,inHochstimmung,aufgewühlt,

enthusiastischoderüberaktivoderhabeneinschlechtesUrteilsvermögen

undsinddabeiaggressivoderzeigenstörendeoderaggressive

Verhaltensweisen.

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BeeinträchtigungenIhrerGemütslageverbundenmitTraurigkeit.Siefühlensich

unterUmständenniedergeschlagen,schuldig,antriebslosundSieleidenan

Appetitlosigkeitund/oderkönnennichtschlafen.

2. WASMÜSSENSIEVORDEREINNAHMEVONQUETIAPINDURA

BEACHTEN?

Quetiapinduradarfnichteingenommenwerden,wennSie

-überempfindlich(allergisch)gegenQuetiapinodereinendersonstigen

BestandteilevonQuetiapindurasind(sieheAbschnitt6.Weitere

Informationen).

-einesderfolgendenArzneimitteleinnehmen:

-bestimmteArzneimittelzurBehandlungeinerHIV-Infektion(AIDS)

-ArzneimittelgegenPilzerkrankungen,dieWirkstoffevomAzoltypenthalten

-ErythromycinoderClarithromycin(zurBehandlungvonInfektionen)

-Nefazodon(zurBehandlungvonDepressionen).

SiedürfenQuetiapinduranichteinnehmen,wenneinerderobengenanntenPunkte

aufSiezutrifft.SprechenSievorderEinnahmevonQuetiapinduramitIhremArztoder

Apotheker,wennSiesichnichtsichersind.

BesondereVorsichtbeiderEinnahmevonQuetiapinduraisterforderlich,wenn

Sie

ÄltereMenschen,dieanDemenz(VerlustbestimmterHirnfunktionen)leiden,

solltenQuetiapinduranichteinnehmen.DerGrunddafürliegtdarin,dassdie

Arzneimittelgruppe,zuderQuetiapinduragehört,beiälterenDemenzkrankendas

SchlaganfallrisikoundinmanchenFällendasTodesrisikoerhöhenkann.

InformierenSievorderEinnahmevonQuetiapinduraIhrenArzt,wennSie

-odereinFamilienmitgliedaneinerHerzerkrankung,z.B.einer

Herzrhythmusstörungleiden.

-einenniedrigenBlutdruckhaben.

-bereitseinmaleinenSchlaganfallhatten,vorallemwennSieältersind.

-aneinerLebererkrankungleiden.

-inderVergangenheiteinKrampfanfallhatten.

-DiabetikersindodereinDiabetesrisikohaben.WenndiesderFallist,wirdIhr

ArztwährendderBehandlungmitQuetiapinduraIhreBlutzuckerwerte

kontrollieren.

-wenndieAnzahlIhrerweißenBlutkörpercheninderVergangenheitverringert

war(dieswarunterUmständenaufdieBehandlungmitanderenArzneimitteln

zurückzuführen).

-wennSieodereinVerwandterschoneinmalvenöseThrombosen(Blutgerinnsel)

hatten,dennderartigeArzneimittelwerdenmitdemAuftretenvonBlutgerinnselnin

Verbindunggebracht.

InformierenSieIhrenArzt,wennesbeiIhnenzueinerderfolgenden

Beschwerdenkommt:

-Fieber,Muskelsteifigkeit,Verwirrtheit.

-unwillkürlicheBewegungen,vorallemvonGesichtundZunge.

-starkeSchläfrigkeit.

DieseBeschwerdenkönnendurchArzneimitteldiesesTypsverursachtwerden.

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-23-

BeiEinnahmevonQuetiapinduramitanderenArzneimitteln

BitteinformierenSieIhrenArzt,wennSieandereArzneimitteleinnehmen/anwenden

bzw.vorkurzemeingenommen/angewendethaben,auchwennessichumnicht

verschreibungspflichtigeoderpflanzlicheArzneimittelhandelt,dadiesdieWirksamkeit

vonQuetiapindurabeeinflussenkann.

SiedürfenQuetiapinduranichteinnehmen,wennSiegleichzeitigeinesder

folgendenArzneimitteleinnehmen:

ArzneimittelzurBehandlungderHIV-Infektion.

ArzneimittelgegenPilzerkrankungen,miteinemWirkstoffvomAzoltyp

ErythromycinundClarithromycin(zurBehandlungvonInfektionen).

Nefazodon(zurBehandlungvonDepressionen).

InformierenSieIhrenArzt,wennSieeinesderfolgendenArzneimitteleinnehmen:

ArzneimittelzurBehandlungderEpilepsie(wiePhenytoinoderCarbamazepin).

ArzneimittelzurBehandlungvonBluthochdruck.

Barbiturate(beiSchlafstörungen).

-Thioridazin(einanderesArzneimittelzurBehandlungpsychischer

Erkrankungen).

SprechenSiebittezunächstmitIhremArzt,bevorSieeinesIhrerArzneimittel

absetzen.

BeiEinnahmevonQuetiapindurazusammenmitNahrungsmittelnundGetränken

-QuetiapindurakannzuoderunabhängigvondenMahlzeiteneingenommen

werden.

-AchtenSiedarauf,wievielAlkoholSietrinken,weildieKombinationvonQuetiapin

duraundAlkoholSieschläfrigmachenkann.

-SiedürfenwährendderBehandlungmitQuetiapindurakeinenGrapefruitsaft

trinken,daGrapefruitsaftdieWirkungvonQuetiapindurabeeinflussenkann.

SchwangerschaftundStillzeit

FragenSievorderEinnahmevonQuetiapinduraIhrenArzt,wennSieschwangersind,

schwangerwerdenmöchtenoderstillen.SiedürfenQuetiapindurawährendder

SchwangerschaftnurnachRücksprachemitIhremArzteinnehmen.SiesolltenQuetiapin

duranichteinnehmen,wennSiestillen.

VerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen

WährendderEinnahmederTablettenkanneszuSchläfrigkeitkommen.Siedürfen

keinFahrzeugführenundkeineWerkzeugeoderMaschinenbedienen,bisSie

wissen,welcheWirkungdasArzneimittelaufSiehat.

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WichtigeInformationenüberbestimmtesonstigeBestandteilevon

Quetiapindura

DiesesArzneimittelenthältLactose,eineZuckerart.BittenehmenSie

QuetiapinduradahererstnachRücksprachemitIhremArztein,wennIhnen

bekanntist,dassSieuntereinerUnverträglichkeitgegenüberbestimmten

Zuckernleiden.

3. WIEISTQUETIAPINDURAEINZUNEHMEN?

NehmenSieQuetiapinduraimmergenaunachderAnweisungdesArztesein.

BittefragenSiebeiIhremArztoderApothekernach,wennSiesichnichtganz

sichersind.IhrArztwirddieAnfangsdosisunddieAnzahlTabletten,dieSie

proTageinnehmenmüssen,bestimmen.DieDosisistabhängigvonIhrer

ErkrankungundIhrenBedürfnissenundliegtgewöhnlichzwischen150mg

und800mg.

IhrArztwirdIhnengegebenenfallseinegeringereAnfangsdosisverordnenunddiese

langsamerhöhen,wennSie:

-ältersindoder

-eineLebererkrankunghaben.

-AbhängigvonIhrerErkrankungnehmenSiedieTabletteneinmaltäglich,vordem

Schlafengehenoderzweimaltäglichein.

-NehmenSiedieTablettenunzerkautmiteinemGlasWasserein.

-SiekönnendieTablettenzuoderunabhängigvondenMahlzeiteneinnehmen.

-SiedürfenwährendderEinnahmevonQuetiapindurakeinenGrapefruitsaft

trinken,daGrapefruitsaftdieWirkungderTablettenbeeinflussenkann.

-SiedürfendieEinnahmederTablettennurnachRücksprachemitIhremArzt

beenden,auchwennSiesichbesserfühlen.

KinderundJugendliche:

QuetiapindurawirdnichtzurAnwendungbeiPersonenunter18Jahren

empfohlen.

WennSieeinegrößereMengevonQuetiapinduraeingenommenhaben,als

Siesollten

WennSieeinegrößereMengevonQuetiapinduraeingenommenhabenalsvon

IhremArztverordnet,kanneszuSchläfrigkeit,Benommenheitund

unregelmäßigemHerzschlagkommen.SetzenSiesichimFalleiner

ÜberdosierungumgehendmitIhremArztoderdemnächstgelegenen

KrankenhausinVerbindung.NehmenSiedierestlichenTablettenmit.

WennSiedieEinnahmevonQuetiapinduravergessenhaben

WennSieeineEinnahmevergessenhaben,holenSiediesesobaldwiemöglichnach.

WennesbeinaheZeitfürdienächsteDosisist,wartenSiebiszudieserEinnahme.

NehmenSienichtdiedoppelteDosisein,wennSiedievorherigeEinnahmevergessen

haben.

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WennSiedieEinnahmevonQuetiapinduraabbrechen

WennSiedieEinnahmevonQuetiapinduraplötzlichabbrechen,kannessein,dassSie

nichtmehrschlafenkönnen,dassIhnenübelwirdoderdassSieKopfschmerzen,Durchfall,

ErbrechenoderSchwindelgefühlbekommenoderreizbarwerden.IhrArztwirdeine

schrittweiseSenkungderDosisbiszurBeendigungderBehandlungempfehlen.

WennSieweitereFragenzurAnwendungdesArzneimittelshaben,fragenSieIhren

ArztoderApotheker.

4. WELCHENEBENWIRKUNGENSINDMÖGLICH?

WiealleArzneimittelkannQuetiapinduraNebenwirkungenhaben,dieabernichtbei

jedemauftretenmüssen.

Sehrhäufig(beimehrals1von10Behandelten):

-SchwindelgefühlKopfschmerzen,Mundtrockenheit.

-Schläfrigkeit(diemitderZeitbeifortgesetzterEinnahmevonQuetiapin

duranachlässt).

-Absetzerscheinungen(Krankheitszeichendieauftreten,wennSiedie

EinnahmevonQuetiapindurabeenden),einschließlichSchlaflosigkeit,

Übelkeit,Kopfschmerzen,Durchfall,Erbrechen,Schwindelgefühlund

Reizbarkeit.DieseAbsetzerscheinungenverschwindengewöhnlich1

WochenachEinnahmederletztenDosis.

Häufig(bei1bis10von100Behandelten):

-schnellerHerzschlag.

-verstopfteNase.

-Verstopfung,Verdauungsstörungen.

-Schwäche,Ohnmacht.

-geschwolleneArmeundBeine.

-Gewichtszunahme,vorallemindenerstenBehandlungswochen.

-BlutdruckabfallbeimAufstehen,derzuSchwindeloderOhnmachtführen

kann.

-erhöhteBlutzuckerwerte.

-verschwommenesSehen.

-ungewöhnlicheMuskelbeschwerden,einschließlichBewegungshemmung,

Zittern,RuhelosigkeitoderMuskelsteifigkeitohneSchmerzen.

Gelegentlich(bei1bis10von1000Behandelten):

-KrampfanfälleoderepileptischeAnfälle.

-allergischeReaktionen,einschließlichQuaddeln,SchwellungderHaut

undSchwellungenimBereichdesMundes.

-MissempfindungenindenBeinen(dassogenannteSyndromder

ruhelosenBeineoderRestlessLegsSyndrom).

-Schluckbeschwerden.

-Sprech-undSprachstörungen.

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Selten(bei1bis10von10000Behandelten):

-Fieber,langanhaltendeHalsschmerzenundEntzündungender

Mundschleimhaut,beschleunigteAtmung,Schwitzen,Muskelsteifigkeit,

starkeBenommenheitundOhnmacht.

-GelbfärbungvonHautundAugenweiß(Gelbsucht).

-anhaltendeundschmerzhafteErektion(Priapismus).

Sehrselten(beiwenigerals1von10000Behandelten):

-VerschlechterungeinerbestehendenZuckerkrankheit(Diabetes).

-unwillkürlicheBewegungen,vorallemvonGesichtundZunge.

-Leberentzündung.

-schwererHautausschlag,BlasenbildungundRötungderHaut.

-schwereallergischeReaktion(sogenannteAnaphylaxie),dieAtemnotund

Schockverursachenkann.

-rascheSchwellungderHaut,gewöhnlichimBereichvonAugen,Lippenund

Rachen(Angioödem).

DieArzneimittelklasse,zuderQuetiapinduragehört,kannzuschwerwiegendenund

manchmaltödlichverlaufendenHerzrhythmusstörungenführen.

BlutgerinnselindenVenen,vorallemindenBeinen(mitSchwellungen,Schmerzen

undRötungenderBeine),diemöglicherweiseüberdieBlutbahnindieLungegelangen

unddortBrustschmerzensowieSchwierigkeitenbeimAtmenverursachenkönnen.

WennSieeinesdieserSymptomebeisichbeobachten,holenSiebitteunverzüglich

ärztlichenRatein.

EinigeNebenwirkungenwerdenerstdurcheineBlutuntersuchungerkennbar.Hierzu

zählenErhöhungbestimmterBlutfettwerte(TriglycerideundGesamtcholesterin)oder

desBlutzuckersundAbnahmederAnzahlbestimmterBlutkörperchen.IhrArztwirdin

regelmäßigenAbständenBlutuntersuchungenbeiIhnendurchführen.

InformierenSiebitteIhrenArztoderApotheker,wenneinederaufgeführten

NebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigtoderSieNebenwirkungen

bemerken,dienichtindieserGebrauchsinformationangegebensind.

5. WIEISTQUETIAPINDURAAUFZUBEWAHREN?

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren.

SiedürfendasArzneimittelnachdemaufdemBehältnisangegebenenVerfalldatum

nichtmehrverwenden.DasVerfalldatumbeziehtsichaufdenletztenTagdesMonats.

FürdiesesArzneimittelsindkeinebesonderenLagerungsbedingungen

erforderlich

DasArzneimitteldarfnichtimAbwasseroderHaushaltsabfallentsorgtwerden.

FragenSieIhrenApothekerwiedasArzneimittelzuentsorgenist,wennSiees

nichtmehrbenötigen.DieseMaßnahmehilftdieUmweltzuschützen.

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6. WEITEREINFORMATIONEN

WasQuetiapinduraenthält

DerWirkstoffistQuetiapin.

1Filmtabletteenthält25mgQuetiapin(alsQuetiapinhemifumarat).

DiesonstigenBestandteilesind:

Tablettenkern:Lactose-Monohydrat,mikrokristallineCellulose,PovidonK30,

Magnesiumstearat(Ph.Eur.),Carboxymethylstärke-Natrium(TypA)(Ph.Eur.),

Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat,

Filmüberzug:Hypromellose,Titandioxid(E171),Macrogol400,Eisen(lll)-oxid

(E172)

WieQuetiapinduraaussiehtundInhaltderPackung

Quetiapindura25mgsindpfirsichfarbene,runde,bikonvexeFiimtablettenmitder

Prägung„Q"aufeinerSeite.

Quetiapindura25mgFilmtablettensindinBlisterpackungenmit20,50und100

Filmtablettenerhältlich.

PharmazeutischerUnternehmerundHersteller

MylanduraGmbH

Wittichstraße664295

Darmstadt06151-95120

DiesesArzneimittelistindenMitgliedstaatendesEuropäischenWirtschaftsraumes

(EWR)unterdenfolgendenBezeichnungenzugelassen

Dänemark QuetiapinGenerics

DeutschlandQuetiapindura

DieseGebrauchsinformationwurdezuletztgenehmigtim[MM/JJJJ]

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WortlautderfürdieFachinformationvorgesehenenAngaben

Fachinformation

FC1. BezeichnungdesArzneimittels

Quetiapindura25mgFilmtabletten

Quetiapindura100mgFilmtabletten

Quetiapindura150mgFilmtabletten

Quetiapindura200mgFilmtabletten

Quetiapindura300mgFilmtabletten

FD2. QualitativeundquantitativeZusammensetzung

Quetiapindura25mg

EineFilmtabletteenthält25mgQuetiapin(alsQuetiapinhemifumarat).

SonstigerBestandteil:Lactose4,28mg

Quetiapindura100mg

EineFilmtabletteenthält100mgQuetiapin(alsQuetiapinhemifumarat).

SonstigerBestandteil:Lactose17,10mg

Quetiapindura150mg

EineFilmtabletteenthält150mgQuetiapin(alsQuetiapinhemifumarat).

SonstigerBestandteil:Lactose25,65mg

Quetiapindura200mg

EineFilmtabletteenthält200mgQuetiapin(alsQuetiapinhemifumarat).

SonstigerBestandteil:Lactose34,20mg

Quetiapindura300mg

EineFilmtabletteenthält300mgQuetiapin(alsQuetiapinhemifumarat).

SonstigerBestandteil:Lactose51,30mg

DievollständigeAuflistungdersonstigenBestandteilesieheAbschnitt6.1.

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FE3. Darreichungsform

Filmtablette

Quetiapindura25mg

Pfirsichfarbene,runde,bikonvexeFilmtablettemitderPrägung„Q"aufeiner

Seite

Quetiapindura100mg

Gelbe,runde,bikonvexeFilmtablettemitderPrägung„Q"über„100"aufeiner

Seite

Quetiapindura150mg

Blassgelbe,runde,bikonvexeFilmtablettemitderPrägung„Q"über„150"auf

einerSeite

Quetiapindura200mg

Weiße,runde,bikonvexeFilmtablettemitderPrägung„Q"über„200"aufeiner

Seite

Quetiapindura300mg

Weiße,kapselförmige,bikonvexeFilmtablettemitderPrägung„Q"Bruchrille

„300"aufeinerSeite

DieTablettekanningleicheHälftengeteiltwerden.

FG4. KlinischeAngaben

FH4.1 Anwendungsgebiete

BehandlungderSchizophrenie

BehandlungvonmäßigenbisschwerenmanischenEpisoden.

BehandlungvonschwerendepressivenEpisodenbeibipolarenStörungen.

QuetiapinduraistnichtangezeigtzurPräventiondesWiederauftretensvon

manischenoderdepressivenEpisoden.

FN4.2 Dosierung,ArtundDauerderAnwendung

QuetiapinkannzudenMahlzeitenoderunabhängigdavoneingenommen

werden.

Erwachsene:

BeiderBehandlungderSchizophreniesollteQuetiapindura2-maltäglich

eingenommenwerden.DieTagesdosisbeträgtindenerstenvier

Behandlungstagen50mgQuetiapin(1.Tag),100mgQuetiapin(2.Tag),200

mgQuetiapin(3.Tag)und300mgQuetiapin(4.Tag).

Abdem4.TagsolltedieDosisbiszurüblichenwirksamenDosisvon300bis

450mgQuetiapinproTagangepasstwerden.DieDosiskannjenach

klinischemAnsprechendesPatientenundderVerträglichkeitzwischen150und

750mgQuetiapinproTagliegen.

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-30-

BeiderBehandlungmanischerEpisodenimZusammenhangmitbipolaren

StörungensollteQuetiapindura2-maltäglicheingenommenwerden.Die

TagesdosisbeträgtindenerstenvierBehandlungstagen100mg(1.Tag),200mg

(2.Tag),300mg(3.Tag)und400mg(4.Tag).WeitereDosisanpassungenbiszur

Tagesdosisvon800mgQuetiapinam6.TagsollteninSchrittennichtgrößerals

200mgQuetiapinproTagerfolgen.DieDosiskannjenachklinischem

AnsprechendesPatientenundderVerträglichkeitzwischen200und800mg

QuetiapinproTagliegen.DieüblichwirksameTagesdosisliegtzwischen400

und800mgproTag.

ZurBehandlungdepressiverEpisodenimZusammenhangmitbipolaren

StörungensollteQuetiapindura1-maltäglichvordemSchlafengehen

eingenommenwerden,umdieWahrscheinlichkeitfürdasAuftretenvon

Tagesmüdigkeitzuverringern.DieTagesdosisbeträgtindenerstenvier

Behandlungstagen50mg(1.Tag),100mg(2.Tag),200mg(3.Tag)und300mg

(4.Tag).DieempfohleneTagesdosisbeträgt300mg.AbhängigvomAnsprechen

desPatientenkanndieDosisaufbiszu600mgQuetiapintäglicherhöhtwerden.

DieantidepressiveWirkungwurdebei300mgund600mgQuetiapinproTag

nachgewiesen.BeiderKurzzeitbehandlungzeigtesichjedochkeinzusätzlicher

NutzenunterderBehandlungmit600mggegenüberderBehandlungmit300mg

Quetiapintäglich(sieheAbschnitt5.1).

DieBehandlungdepressiverEpisodenbeibipolarenStörungensolltevonÄrzten

verordnetwerden,dieErfahrungmitderBehandlungbipolarerStörungenhaben.

ÄlterePatienten

BeiderBehandlungältererPatientenmitQuetiapinist,wieauchbeianderen

Antipsychotika,voralleminderinitialenBehandlungsphaseVorsichtgeboten.Je

nachklinischemAnsprechendesPatientenundderVerträglichkeitkannes

erforderlichsein,dieDosisanpassunglangsamervorzunehmenundeinegeringere

therapeutischeTagesdosiszuwählenalsbeijüngerenPatienten.Beiälteren

PersonenwardiemittlerePlasmaclearancevonQuetiapinimVergleichzuder

jüngererPatientenum30-50%niedriger.

WirksamkeitundUnbedenklichkeitwurdenbeiPatientenüber65Jahrenmit

depressivenEpisodenimRahmenvonbipolarenStörungennichtuntersucht.

KinderundJugendliche

UnbedenklichkeitundWirksamkeitvonQuetiapinbeiKindernundJugendlichen

sindnichtuntersuchtworden.

EingeschränkteNierenfunktion

BeiPatientenmiteingeschränkterNierenfunktionistkeineDosisanpassung

erforderlich.

EingeschränkteLeberfunktion

QuetiapinwirdextensivinderLebermetabolisiert.DahersollteQuetiapinbei

PatientenmitbekanntenLeberfunktionsstörungenvoralleminderinitialen

BehandlungsphasemitVorsichtangewendetwerden.BeiPatientenmit

eingeschränkterLeberfunktionsolltedieAnfangsdosis25mgQuetiapinproTag

betragen.JenachklinischemAnsprechendesPatientenundderVerträglichkeit

solltedieDosistäglichschrittweiseum25-50mgQuetiapinproTagbiszum

ErreichenderwirksamenDosisgesteigertwerden.

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Fl

Gegena

nzeigen

Überempfind

lichkeit

gegenden

Wirkstoff

odereinen

dersonstigen

Bestandteile

des

Arzneimittel

Die

gleichzeitige

Gabevon

Cytochrom-

P-450-3A4-

Hemmern

wieHIV-

Proteasehem

mern,

Antimykotik

avom

Azoltyp,

Erythromyci

n,

Clarithromyc

inund

Nefazodon

ist

kontraindizie

rt(siehe

auch

Abschnitt

4.5).

FK

Besond

ere

Warnhi

nweise

und

Vorsich

tsmaßn

ahmen

fürdie

Anwen

dung

Somnolenz

Die

Behandlung

mit

Quetiapinist

mit

SomnolenzundverwandtenSymptomenwieSedierung(sieheAbschnitt4.8)

assoziiert.InklinischenPrüfungenmitPatientenmitbipolarerDepressiontraten

dieSymptomegewöhnlichinnerhalbderersten3Behandlungstageaufundwaren

überwiegendvonleichterbismäßigerSchwere.Patientenmitbipolarer

Depression,beideneneszuSomnolenzvonschwererIntensitätkommt,müssen

unterUmständenübermindestens2WochennachAuftretenderSomnolenzoder

biszueinerBesserungderSymptomehäufigerkontrolliertwerden.Unter

UmständenisteinAbsetzenderBehandlunginBetrachtzuziehen.

Herz-Kreislauf-System

QuetiapinsolltemitVorsichtbeiPatientenmitbekanntenkardiovaskulärenoder

zerebrovaskulärenErkrankungenoderanderenStörungen,diefürHypotonie

anfälligmachen,angewendetwerden.Quetiapinkannvorallemwährendder

initialenDosistitrationsphaseeineorthostatischeHypotonieauslösen.Daher

sollteinsolchenFälleneineReduzierungderDosisodereinelangsamere

DosisanpassunginErwägunggezogenwerden.

ImZusammenhangmitderAnwendungvonAntipsychotikasindFällevon

venösenThromboembolien(VTE)berichtetworden.DaPatienten,diemit

Antipsychotikabehandeltwerden,häufigerworbeneRisikofaktorenfürVTE

aufweisen,solltenallemöglichenRisikofaktorenfürVTEvorundwährendder

BehandlungmitQuetiapinidentifiziertundPräventivmaßnahmenergriffen

werden.

Krampfanfälle

InkontrolliertenklinischenPrüfungengabeskeinenUnterschiedinderInzidenz

vonKrampfanfällenzwischenmitQuetiapinodermitPlacebobehandelten

Patienten.BeiderBehandlungvonPatientenmitKrampfanfälleninder

Vorgeschichtewird,wiebeianderenAntipsychotikaauch,Vorsichtempfohlen

(sieheAbschnitt4.8).

ExtrapyramidalmotorischeSymptome

InPlacebo-kontrolliertenklinischenPrüfungenzeigtesichbeiPatientenmit

bipolarerStörung,dieaufgrundschwererdepressiverEpisodenbehandelt

wurden,unterQuetiapin-BehandlungimVergleichzurPlacebo-Behandlungeine

erhöhteInzidenzvonextrapyramidalmotorischenSymptomen(EPS,siehe

Abschnitt4.8).

TardiveDyskinesie

FallsAnzeichenundSymptomeeinertardivenDyskinesieauftreten,sollte

erwogenwerden,dieDosiszureduzierenoderQuetiapinabzusetzen(siehe

Abschnitt4.8).

-32–

-32-

MalignesneuroleptischesSyndrom

DasmaligneneuroleptischeSyndromistmitantipsychotischerTherapie,

einschließlichTherapiemitQuetiapin(sieheAbschnitt4.8),inZusammenhang

gebrachtworden(sieheAbschnitt4.8).ZudenklinischenAnzeichengehören

Hyperthermie,Bewusstseinsveränderungen,Muskelrigidität,autonomeInstabilität

undeinAnstiegderCPK-Werte.InderartigenFällensollteQuetiapinabgesetztund

eineangemessenemedizinischeBehandlungeingeleitetwerden.

Schwere Neutropenie

ÜberschwereNeutropenie(Neutrophilenzahl<0,5X10 9 /l)wurdegelegentlichim

RahmenklinischerStudienmitQuetiapinberichtet.IndenmeistenFällentratdiese

innerhalbdererstenBehandlungsmonateauf.Esgabkeineersichtliche

AbhängigkeitvonderDosis.ErfahrungennachMarkteinführungzeigten,dass

Leukopenieund/oderNeutropenienachBeendigungderTherapiemitQuetiapin

reversibelwaren.MöglicheRisikofaktorenfürNeutropeniesindeinevorbestehende

niedrigeAnzahlweißerBlutkörperchen(WhiteCellCount-WBC)und

Arzneimittel-induzierteNeutropenieinderVorgeschichte.DieBehandlungmit

QuetiapinsolltebeiPatientenmiteinerNeutrophilenzahl<1X10 9 /labgesetzt

werden.DiePatientensindaufAnzeichenundSymptomeeinerInfektionhinzu

beobachtenunddieNeutrophilenzahlzuüberwachen(bisdieseüber1,5X10 9 /l

liegt)(sieheAbschnitt5.1).

Wechselwirkungen

SieheauchAbschnitt4.5.

BeigleichzeitigerEinnahmevonQuetiapinundstarkleberenzyminduzierenden

SubstanzenwieCarbamazepinoderPhenytoinwirddiePlasmakonzentrationvon

Quetiapinerheblichverringert,wasdieWirksamkeitderBehandlungmitQuetiapin

beeinflussenkann.BeiPatienten,diemitArzneimittelnbehandeltwerden,die

Leberenzymeinduzieren,solltedieBehandlungmitQuetiapinnurbegonnen

werden,wennderbehandelndeArztentscheidet,dassdermöglicheNutzeneiner

BehandlungmitQuetiapingrößeristalsdasRisikodesAbsetzensdes

leberenzyminduzierendenArzneimittels.Esistwichtig,dassjedeVeränderungeiner

BehandlungmiteinemleberenzyminduzierendenArzneimittelausschleichend

erfolgtunddiesesArzneimittel,fallserforderlich,durcheinenicht

leberenzyminduzierendeSubstanz(z.B.Natriumvalproat)ersetztwird.

Hyperglykämie

EineHyperglykämieodereineVerschlechterungeinesbestehendenDiabetes

währendderBehandlungmitQuetiapinwurdenberichtet.Einegeeigneteärztliche

ÜberwachungistbeiPatientenmitDiabetesundRisikofaktorenfürdieEntwicklung

einesDiabetesmellitusratsam(sieheauchAbschnitt4.8).

Lipide

InklinischenStudienmitQuetiapinwurdenerhöhteTriglycerid-und

Cholesterinwertebeobachtet(sieheAbschnitt4.8).ErhöhteLipidwertesolltenin

angemessenerklinischerWeisebehandeltwerden.

QT-Verlängerung

InklinischenStudienundbeiAnwendunggemäßFachinformationwurdeQuetiapin

nichtmiteineranhaltendenVerlängerungdesabsolutenQT-IntervallsinVerbindung

gebracht.BeiÜberdosierungmitQuetiapin(sieheAbschnitt4.9)wurdejedocheine

QT-Verlängerungbeobachtet.

-33-

Wiebei

anderen

Antipsychot

ikaist

Vorsicht

geboten,

wenn

Quetiapin

bei

Patienten

mit

kardiovasku

lären

Erkrankung

enoderQT-

Verlängerun

ginder

Familienges

chichte

angewendet

werden.

Vorsicht

geboten,

wenn

Quetiapin

zusammen

mitanderen

Arzneimittel

n

angewendet

wird,die

eine

Verlängerun

gdesQTc-

Intervalls

hervorrufen.

Diesgilt

besonders

fürältere

Patienten,

Patienten

miterblich

bedingtem

langemQT-

Syndrom,

Stauungsins

uffizienz,

Herzhypertr

ophie,

Hypokaliäm

ieoder

Hypomagne

siämie

(siehe

Abschnitt

4.5).

Absetzen

AkuteAbsetzsymptome,wieSchlaflosigkeit,Übelkeit,Kopfschmerzen,

Durchfall,Erbrechen,SchwindelgefühlundReizbarkeitwurdennacheinem

abruptenAbsetzenvonQuetiapinbeschrieben.EinAusschleichenderBehandlung

übermindestens1-2Wochenwirdempfohlen(sieheAbschnitt4.8).

ÄlterePatientenmitDemenz-assoziierterPsychose

QuetiapinistfürdieBehandlungvonPatientenmitDemenz-assoziierter

Psychosenichtzugelassen.

Inrandomisierten,Placebokontrollierten,klinischenStudienmitdementen

PatientenwurdeunterverschiedenenatypischenAntipsychotikaeinetwa3-fach

erhöhtesRisikocerebrovaskulärerNebenwirkungenbeobachtet.Derdiesem

NebenwirkungsrisikozugrundeliegendeMechanismusistnichtbekannt.Ein

erhöhtesRisikokannauchfürandereAntipsychotikaundandere

Patientengruppennichtausgeschlossenwerden.BeiPatienten,die

RisikofaktorenfüreinenSchlaganfallaufweisen,istVorsichtgeboten.

EineMeta-AnalysezumVergleichatypischerAntipsychotikamitPlaceboergab,

dassälterePatientenmiteinerDemenz-assoziiertenPsychoseeinerhöhtes

Todesrisikohaben.Inzwei10-wöchigen,PlacebokontrolliertenQuetiapin-

StudienmitderselbenPatientenpopulation(n=710,Durchschnittsalter:83Jahre,

Spanne:56-99Jahre)betrugdieHäufigkeitvonTodesfälleninderQuetiapin-

Gruppe5,5%verglichenmit3,2%inderPlacebo-Gruppe.DieTodesfällewaren

aufeineVielzahlvonUrsachen,zurückzuführen,diemanüblicherweiseindieser

Populationerwartet.DieDatenzeigtenkeinenursächlichenZusammenhang

zwischenderBehandlungmitQuetiapinunddemTodältererDemenzpatienten.

Lactose

DiesesArzneimittelenthältLactose.Patientenmitderseltenenhereditären

Galaktose-lntoleranz,LaktasemangeloderGlukose-Galaktose-Malabsorption

solltendiesesArzneimittelnichteinnehmen.

ZusätzlicheInformation

DieStudiendatenzuQuetiapininKombinationmitValproat-Seminatriumoder

LithiumbeimäßigenbisschwerenmanischenEpisodensindbegrenzt.Jedoch

wurdedieKombinationstherapiegutvertragen(sieheAbschnitte4.8und5.1).

DieStudiendatenzeigteneineadditiveWirkunginderdritten

Behandlungswoche.

FM4.5 WechselwirkungenmitanderenArzneimittelnundsonstigeWechselwirkungen

DaQuetiapinprimäraufdasZentralnervensystemwirkt,sollteQuetiapinnurmit

VorsichtinKombinationmitanderenzentralwirksamenArzneimittelnundAlkohol

angewendetwerden.

-34-

-34-

QuetiapinwirdüberdasCytochrom-P-450(CYP)-Systemmetabolisiert;das

vorrangigbeteiligteEnzymistCYP3A4.IneinerStudiezuWechselwirkungenan

gesundenProbandenbewirktediegleichzeitigeAnwendungvonKetoconazol,einem

CYP3A4-Hemmer,eine5-bis8-facheErhöhungderAUCvonQuetiapin.Aufgrund

dieserErgebnisseistdiegleichzeitigeEinnahmevonQuetiapinmitCYP3A4-

Hemmernkontraindiziert.

Eswirdempfohlen,QuetiapinnichtzusammenmitGrapefruitsafteinzunehmen.

IneinerMehrfachdosisstudiemitPatientenzurBewertungderPharmakokinetikvon

QuetiapinvorundwährendderBehandlungmitCarbamazepin(einembekannten

Enzyminduktor)erhöhtediegleichzeitigeEinnahmevonCarbamazepindie

ClearancevonQuetiapinsignifikant.DieseerhöhteClearanceverringertedie

systemischeQuetiapin-Exposition(gemesseninFormderAUC)imDurchschnittauf

13%derExpositionbeialleinigerAnwendungvonQuetiapin,obwohlbeieinigen

PatienteneinestärkereWirkungbeobachtetwurde.AlsKonsequenzdieser

WechselwirkungkönnenniedrigerePlasmakonzentrationenauftreten,wasdie

WirksamkeitderQuetiapin-Therapiebeeinflussenkönnte.

DiegleichzeitigeEinnahmevonQuetiapinundPhenytoin(eineweitereSubstanz,die

mikrosomaleEnzymeinduziert)führtezueinemstarkenAnstiegderQuetiapin-

Clearanceumca.450%.BeiPatienten,diemitArzneimittelnbehandeltwerden,die

Leberenzymeinduzieren,,sollteeineQuetiapin-Behandlungnurdannbegonnen

werden,wennderArztentscheidet,dassdermöglicheNutzeneinerBehandlungmit

QuetiapingrößeristalsdasRisikodesAbsetzensdesleberenzyminduzierenden

Arzneimittels.Esistwichtig,dassjedeVeränderungeinerBehandlungmiteinem

leberenzyminduzierendenArzneimittelausschleichenderfolgtunddieses

Arzneimittel,fallserforderlich,durcheinenichtleberenzyminduzierendeSubstanz

(z.B.Natriumvalproat)ersetztwird(sieheAbschnitt4.4).

NachgleichzeitigerGabederAntidepressivaImipramin(dasalsCYP2D6-Hemmer

bekanntist)oderFluoxetin(dasalsCYP3A4-undCYP2D6-Hemmerbekanntist)war

diePharmakokinetikvonQuetiapinnichtsignifikantverändert.

DiePharmakokinetikvonQuetiapinwarnachdergleichzeitigenGabeder

AntipsychotikaRisperidonundHaloperidolnichtsignifikantverändert.Die

gleichzeitigeAnwendungvonQuetiapinundThioridazinführtezueinemAnstiegder

Quetiapinclearanceumca.70%.

NachgleichzeitigerGabevonCimetidinwardiePharmakokinetikvonQuetiapinnicht

verändert.

DiePharmakokinetikvonLithiumwurdebeigleichzeitigerGabevonQuetiapinnicht

verändert.

BeigleichzeitigerGabewurdediePharmakokinetikvonNatriumvaiproatund

QuetiapinnichtinklinischrelevantemAusmaßverändert.

StudienzuWechselwirkungenmitallgemeinverwendetenArzneimittelnzur

BehandlungvonHerz-Kreislauf-Erkrankungenwurdennichtdurchgeführt.

-35-

-35-

VorsichtistgebotenbeigleichzeitigerAnwendungvonArzneimitteln,die

bekanntermaßenStörungendesElektrolythaushaltshervorrufenoderzueiner

VerlängerungdesQTc-Intervallsführen.

FL4.6 SchwangerschaftundStillzeit

UnbedenklichkeitundWirksamkeitvonQuetiapininderSchwangerschaftbeim

Menschensindnichtbelegt.TierexperimentelleUntersuchungenergabenbisher

keineHinweiseaufschädigendeWirkungen,wobeimöglicheWirkungenaufdas

fötaleAugenichtuntersuchtwurden.Quetiapinsolltedaherinder

Schwangerschaftnurdannangewendetwerden,wennderNutzendiemöglichen

Risikenrechtfertigt.NeonataleEntzugssymptomewurdennach

Schwangerschaften,indenenQuetiapinverabreichtwurde,beobachtet.

Esistnichtbekannt,inwelchemAusmaßQuetiapinbeimMenschenindie

Muttermilchübertritt.StillendenMütternsolltedahergeratenwerden,während

derBehandlungmitQuetiapinnichtzustillen.

FQ4.7 AuswirkungenaufdieVerkehrstüchtigkeitunddieFähigkeitzumBedienenvon

Maschinen

AusgehendvondenprimärenEffektenaufdasZentralnervensystemkann

QuetiapinTätigkeitenbeeinträchtigen,diegeistigeWachsamkeiterfordern.

DahersolltePatientenvomFühreneinesFahrzeugsoderdemBedienenvon

Maschinenabgeratenwerden,bisihrindividuellesAnsprechenaufdas

Arzneimittelbekanntist.

FJ4.8 Nebenwirkungen

DieamhäufigstenberichtetenunerwünschtenNebenwirkungenmitQuetiapinsind

Somnolenz,Schwindelgefühl,Mundtrockenheit,mildeAsthenie,Obstipation,

Tachykardie,orthostatischeHypotonieundDyspepsie.

WiebeianderenAntipsychotikawurdenGewichtszunahme,Synkope,malignes

neuroleptischesSyndrom,Leukopenie,NeutropenieundperiphereÖdememit

QuetiapininVerbindunggebracht.

DieHäufigkeitderNebenwirkungen,diemiteinerQuetiapin-Therapiein

Verbindunggebrachtwerden,sindgemäßdemvomCouncilforInternational

OrganisationsofMedicalSciences(CIOMSIIIArbeitsgruppe;1995)empfohlenen

Schemanachfolgendaufgelistet.

BeidenHäufigkeitsangabenzuNebenwirkungenwerdenfolgendeKategorien

zugrundegelegt:sehrhäufig(>3/10),häufig(>1/100,<1/10),gelegentlich

(>1/1000,<1/100),selten(>1/10000,<1/1000),sehrselten(<1/10000).

ErkrankungendesBlutesunddesLymphsystems

Häufig: Leukopenie 1

Gelegentlich:Eosinophilie

Nichtbekannt: Neutropenie 1

-36 -

-36 -

ErkrankungendesImmunsystems

Gelegentlich: Hypersensibilität

Sehrselten: anaphylaktischeReaktionen 6

Stoffwechsel-undErnährungsstörungen

Sehrselten: Diabetesmellitus 1 ' 5 ' 6

ErkrankungendesNervensystems

Sehrhäufig: Schwindelgefühl 4 ,Somnolenz 2 ,Kopfschmerzen

Häufig: Synkope 4 ,extrapyramidalmotorischeSymptome 1 ' 13

Gelegentlich:Krampfanfälle 1 ,SyndromderunruhigenBeine(RestlessLegs

Syndrom),

DysarthrieSehrselten:

Spätdyskinesie 6

Augenerkrankungen

Häufig: Verschwommensehen

Herzerkrankungen

Häufig: Tachykardie 4

Gefäßerkrankungen

Häufig: orthostatischeHypotonie 4

Häufigkeitnichtbekannt/abschätzbar: FällevonThromboembolien 14

ErkrankungenderAtemwege,desBrustraumsundMediastinums

Häufig: Rhinitis

ErkrankungendesGastrointestinaltrakts

Sehrhäufig: Mundtrockenheit

Häufig: Obstipation,Dyspepsie 8

Gelegentlich:Dysphagie

Leber-undGallenerkrankungen

Selten: Gelbsucht 6

Sehrselten: Hepatitis 6

ErkrankungenderHautunddesUnterhautzellgewebes

Sehrselten: Angioödeme 6 ,Stevens-Johnson-Syndrom 6

ErkrankungenderGeschlechtsorganeundderBrustdrüse

Selten: Priapismus

AllgemeineErkrankungenundBeschwerdenamVerabreichungsort

Sehrhäufig: Entzugserscheinungen(Absetzerscheinungen) 1,10

Häufig: mildeAsthenie,periphereÖdeme

Selten: malignesneuroleptischesSyndrom 1

Untersuchungen

Sehrhäufig: ErhöhungderSerumtriglyceridspiegel 11

ErhöhungdesGesamtcholesterins(überwiegendLDL-

Cholesterin) 12

Häufig: Gewichtszunahme 9 ,ErhöhungderSerumtransaminasen(ALT,

AST) 3 ,VerringerungderNeutrophilenzahl,Erhöhungder

BlutzuckerspiegelaufeinhyperglykämischesNiveau 7

Gelegentlich: AnstiegdesGamma-GT-Spiegel 3

-37-

-37-

SieheAbschnitt4.4.

EskannSchläfrigkeitauftreten,gewöhnlichwährenddererstenzwei

Behandlungswochen,dieaberimAllgemeinenbeifortgesetzterEinnahmevon

Quetiapinvorübergeht.

BeieinigenPatientenwurdewährendderTherapiemitQuetiapinein

asymptomatischerAnstiegderSerumtransaminasen(ALT,AST)oderdes

Gamma-GT-Spiegelsbeobachtet.DieserAnstiegwargewöhnlichbei

fortgesetzterBehandlungmitQuetiapinreversibel.

WieandereAntipsychotika,diediealpha

-adrenergenRezeptorenblockieren,

kannQuetiapinbesonderswährendderinitialenDosisanpassung(siehe

Abschnitt4.4)häufigeineorthostatischeHypotonieauslösen,diemit

Schwindelgefühl,TachykardieundbeieinigenPatientenmitSynkopen

einhergeht.

EineVerschlechterungeinesbestehendenDiabeteswurdesehrselten

berichtet.

BerechungsgrundlagederHäufigkeitdieserunerwünschtenEreignissewar

nurdie„post-marketing"-Datenbank.

Nüchternblutzuckerwerte>126mg/dl(>7mmol/l)odereinBlutzuckerwertvon

>200mg/dl(>11,1mmol/l)innichtnüchternemZustandbeimindestenseiner

Messung.

EineErhöhungderDysphagie-RateunterBehandlungmitQuetiapinim

VergleichzuPlacebowurdenurindenklinischenStudienzurbipolaren

Depressionbeobachtet.

TrittvorallemindenerstenBehandlungswochenauf.

DiefolgendenAbsetzerscheinungenwurdenamhäufigsteninakuten,

placebo-kontrolliertenklinischenMonotherapiestudienbeobachtet,indenen

AbsetzerscheinungenbeiTherapiebeendigunguntersuchtwurden:

Schlaflosigkeit,Übelkeit,Kopfschmerzen,Durchfall,Erbrechen,

SchwindelgefühlundReizbarkeit.DieInzidenzdieserErscheinungenwar1

WochenachAbsetzenderBehandlungsignifikantniedriger.

Triglyceridwerte>200mg/dl(>2,258mmol/l)beimindestenseinerMessung.

Cholesterin>240mg/dl(>6,2064mmol/l)beimindestenseinerMessung.

SiehenachfolgendenText.

FällevonThromboembolieneinschließlichFällenvonLungenembolieundFällen

vontieferVenenthrombosewurdenbeiderBehandlungmitAntipsychotika

beobachtet.

FällevonVerlängerungendesQT-Intervalls,ventrikulärenArrhythmien,plötzlichem

unerwartetemTod,HerzstillstandundTorsadesdepointeswurdenunterAnwendungvon

NeuroleptikabeobachtetundgeltenalsKlasseneffekte.

Inplacebo-kontrolliertenklinischenKurzzeitstudienzurBehandlungderSchizophrenie

undderbipolarenManiewardieGesamtinzidenzextrapyramidalerSymptomewieunter

BehandlungmitPlacebo(Schizophrenie:7,8%unterQuetiapinund8%unterPlacebo;

bipolareManie:11,2%unterQuetiapinund11,4%unterPlacebo).Inplacebo-

kontrolliertenklinischenKurzzeitstudienzurBehandlungderbipolarenDepression

betrugdieGesamtinzidenzextrapyramidalerSymptome8,9%unterQuetiapinim

Vergleichzu3,8%unterPlacebo.DieInzidenzdereinzelnenunerwünschtenEreignisse

(darunterAkathisie,extrapyramidalmotorischeStörungen,Tremor,Dyskinesie,Dystönie,

Ruhelosigkeit,unwillkürlicheMuskelkontraktionen,psychomotorischeHyperaktivität

undMuskelsteifigkeit)wardabeiimAllgemeinenniedrigundlaginkeiner

Behandlungsgruppeüber4%.InLangzeitstudienzurBehandlungderSchizophrenie

undbipolarerStörungenwardieGesamtinzidenzderunterBehandlungmitQuetiapin

undPlaceboauftretendenextrapyramidalmotorischenSymptomevergleichbar.

-38-

-38-

DieBehandlungmitQuetiapinwarmiteinergeringendosisabhängigen

AbsenkungderSchilddrüsenhormonspiegel,insbesonderedesGesamt-T

und

desfreienT

,verbunden.DieReduktionvonGesamt-T

undfreiemT

erreichte

indenersten2-4WochenderBehandlungmitQuetiapinihrMaximum,ohne

dasseswährendderLangzeitbehandlungzueinerweiterenAbnahmekam.In

fastallenFällennormalisiertensichGesamt-T

undfreiesT

nach

TherapiebeendigungunabhängigvonderDauerderBehandlung.Eine

geringfügigeAbnahmedesGesamt-T

unddesumgewandeltenT

wurdennur

beihöherenDosenbeobachtet.DieSpiegeldesTGBbliebenunverändert,und

imAllgemeinenwurdenkeinereziprokenTSH-Anstiegebeobachtet.Esgab

keinenHinweisdarauf,dassQuetiapineineklinischrelevanteHypothyreose

hervorruft.

FO4.9 Überdosierung

AusklinischenStudienliegteinBerichteinerakutenÜberdosierungmit

tödlichemAusgangbeiEinnahmevon13,6gQuetiapinvor.Nach

MarkteinführungtratennachÜberdosierungbiszu6gQuetiapinallein

Todesfälleauf.PatientenüberlebtenaberauchakuteÜberdosierungenvonbis

zu30gQuetiapin.SehrseltenwurdenachMarkteinführungberichtet,dass

ÜberdosierungenmitausschließlichQuetiapineinentödlichenAusgang

nahmenoderimKomaendetenodereineVerlängerungdesQT-Intervalls

hervorriefen.

PatientenmitbestehenderschwererkardiovaskulärerErkrankungkönnenein

erhöhtesRisikofürÜberdosierungserscheinungenaufweisen(sieheAbschnitt

4.4).

ImAllgemeinenbestanddieSymptomatikineinerVerstärkungderbekannten

pharmakologischenWirkungendesWirkstoffs,d.h.Benommenheitund

Sedierung,TachykardieundHypotonie.

EsgibtkeinspezifischesAntidotgegenQuetiapin.InschwerwiegendenFällen

solltedieMöglichkeitderBeteiligungmehrererArzneimittelüberprüftwerden.

IntensivmedizinischeMaßnahmenwerdenempfohlen,dazugehörendas

ÖffnenundFreihaltenderAtemwege,dieSicherstellungadäquater

SauerstoffversorgungundVentilationsowieÜberwachungundUnterstützung

deskardiovaskulärenSystems.ObwohleskeineUntersuchungenzur

VerhinderungderResorptionderÜberdosisgibt,sollteneineMagenspülung

(nachIntubationbeibewusstlosenPatienten)unddieGabevonAktivkohle

zusammenmiteinemAbführmittelerwogenwerden.Eineengemedizinische

ÜberwachungsolltebiszurErholungdesPatientenfortgesetztwerden.

FF5. PharmakologischeEigenschaften

F15.1 PharmakodynamischeEigenschaften

PharmakotherapeutischeGruppe:Antipsychotika;Diazepine,Oxazepine

undThiazepine

ATC-Code:N05AH04

-39

-39-

Wirkmechanismus

QuetiapinisteineatypischeantipsychotischwirksameSubstanz.Quetiapinundseinim

menschlichenPlasmaaktiverMetabolitN-Desalkylquetiapininteragierenmiteinem

breitenSpektrumvonNeurotransmitterrezeptoren.QuetiapinundN-Desalkylquetiapin

besitzenAffinitätzuzerebralenserotonergen(5HT

)-unddopaminergenD

-undD

Rezeptoren.Eswirdangenommen,dassdieseKombinationeinesRezeptorantagonismus

mithöhererSelektivitätfür5HT

-verglichenmitD

-Rezeptorenfürdieklinischen

antipsychotischenEigenschaftenunddasgeringausgeprägteextrapyramidalmotorische

NebenwirkungsprofilvonQuetiapinmitverantwortlichist.N-Desalkylquetiapinbesitzt

zudemeinehoheAffinitätzumNorepinephrin-Transporter(NET).QuetiapinundN-

DesalkylquetiapinhabenaucheinehoheAffinitätzuhistaminergenundα

-adrenergen

RezeptorenundeinewenigerausgeprägteAffinitätzuα

-adrenergenundserotonergen

-Rezeptoren.QuetiapinhatjedochkeinenennenswerteAffinitätzu

muscarinischenAcetylcholin-oderBenzodiazepinrezeptoren.

PharmakodynamischeEffekte

InTestszurUntersuchungdesantipsychotischenPotenzials,wiez.B.im

konditioniertenVermeidungstest,istQuetiapinwirksam.EsblockiertauchdieWirkung

vonDopaminagonisten,gemessendurchVerhaltensbeobachtungoder

elektrophysiologisch,underhöhtdieKonzentrationvonDopaminmetaboliten,ein

neurochemischerIndexfüreineD

-Rezeptorblockade.

InpräklinischenPrüfungen,dieSchlüsseaufextrapyramidalmotorische

Nebenwirkungenziehenlassen,unterscheidetsichQuetiapinvonStandard-

AntipsychotikaundweisteinatypischesProfilauf.Quetiapinführtnachchronischer

GabenichtzuD

-Rezeptorüberempfindlichkeit.BeiDosen,dieeineeffektiveD

Rezeptorblockadebewirken,ruftQuetiapinnureineschwachausgeprägteKatalepsie

hervor.NachchronischerAnwendungzeigtQuetiapinSelektivitätfürdaslimbische

System,indemeseineDepolarisationsblockadedermesolimbischen,nichtaberder

nigrostriatalendopaminhaltigenNeuronenhervorruft.BeiCebusaffen,mitoderohne

Haloperidol-Sensibilisierung,wirktQuetiapinnachakuterundchronischerGabenur

minimaldystonieauslösend.AusdenErgebnissendieserTestskannmanschließen,dass

QuetiapinwahrscheinlichnureinminimalesPotenzialzurAuslösung

extrapyramidalmotorischerNebenwirkungenbesitztundeswirdangenommen,dass

Substanzen,dienuringeringemMaßeextrapyramidalmotorischeSymptome

hervorrufen,aucheingeringesPotenzialzurAuslösungeinertardivenDyskinesie

besitzen(sieheAbschnitt4.8).

Esistnichtbekannt,inwelchemAusmaßderMetabolitN-Desalkylquetiapinbeim

MenschenzurpharmakologischenAktivitätvonQuetiapinbeiträgt.

KlinischeWirksamkeit

Indreiplacebo-kontrolliertenStudienmitschizophrenenPatientengabesbei

unterschiedlichenQuetiapindoseninBezugaufdieInzidenzvon

extrapyramidalmotorischenNebenwirkungenoderdiezusätzlicheAnwendungvon

AnticholinergikakeineUnterschiedezwischendenQuetiapin-undPlacebogruppen.In

einerplacebo-kontrolliertenStudie,inderfixeDosenzwischen75und750mgQuetiapin

proTagangewendetwurden,gabeskeineHinweiseaufeinvermehrtesAuftreten

extrapyramidalmotorischerNebenwirkungenodereineZunahmeangleichzeitig

angewendeterAnticholinergika.

-40-

-40-

Invierplacebo-kontrolliertenStudien,jezweiinderMonotherapieundinder

KombinationstherapiemitLithiumoderValproat-Seminatrium,wurdedieEinnahme

vonQuetiapininTagesdosenbiszu800mgfürdieBehandlungvonmäßigenbis

schwerenmanischenEpisodenausgewertet.DabeitratenkeineUnterschiedezwischen

dermitQuetiapinunddermitPlacebobehandeltenGruppebezüglichderHäufigkeit

vonextrapyramidalmotorischenSymptomenoderdemzusätzlichenGebrauchvon

Anticholinergikaauf.DiefehlendeAuslösungextrapyramidalmotorischerSymptomegilt

alsMerkmaleinesatypischenAntipsychotikums.

Placebo-kontrollierteStudienbeiälterenPatientenmitDemenz-assoziierterPsychose

belegen,dassbeiPatienten,diemitQuetiapinbehandeltwurden,dieHäufigkeitvon

zerebrovaskulärenNebenwirkungenpro100Patientenjahrennichthöherwaralsbeimit

PlacebobehandeltenPatienten.ImUnterschiedzuvielenanderenAntipsychotikaführte

QuetiapinnichtzueinerdauerhaftenErhöhungdesProlaktinspiegels,wasalsMerkmal

atypischerAntipsychotikagewertetwird.IneinerklinischenStudieanschizophrenen

PatientenmitunterschiedlichenfestenDosenwurdenbeidenProlaktinspiegelnamEnde

derStudiekeineUnterschiedezwischenQuetiapinimempfohlenenDosisbereichund

Placebofestgestellt.

BeiderBehandlungmäßigerbisschwerermanischerEpisodenhatQuetiapinals

MonotherapieinzweiStudiengegenüberPlaceboüberlegeneWirksamkeitbeider

VerbesserungmanischerSymptomenach3undnach12Wochengezeigt.Bisherliegen

keineErgebnisseausLangzeitstudienzurWirksamkeitvonQuetiapinbeiderPrävention

nachfolgendermanischeroderdepressiverEpisodenvor.

DieStudiendatenzuQuetiapininKombinationmitValproat-Seminatriumoder

LithiumbeimäßigenbisschwerenmanischenEpisodennach3undnach6Wochen

sindbegrenzt;jedochwurdedieKombinationstherapiegutvertragen.Die

StudiendatenzeigteneineadditiveWirkunginderdrittenBehandlungswoche.In

einerzweitenStudiezeigtesichindersechstenBehandlungswochekeineadditive

Wirkung.EsgibtkeineDatenzurKombinationstherapiedieübersechs

Behandlungswochenhinausgeht.DiedurchschnittlicheQuetiapindosisbei

ResponderninderletztenBehandlungswochebetrugannähernd600mgproTag;

annähernd85%derResponderlagenzwischen400mgund800mgtäglich.

InvierklinischenStudienvon8-wöchigerDaueranPatientenmitmäßigenbisschweren

depressivenEpisodenimRahmenbipolarStörungendesTypsloderIIwardie

Behandlungmit300mgund600mgQuetiapinderBehandlungmitPlacebosignifikant

überlegenhinsichtlichderrelevantenWirksamkeitskriterien:durchschnittliche

VerbesserungderMADRSundderReaktion,definiertalseineVerbesserungdes

MADRS-Gesamtwertesummindestens50%imVergleichzumAusgangswert.Esgab

keinenUnterschiedhinsichtlichderGrößenordnungderWirkungbeidenmit300mg

unddenmit600mgQuetiapinbehandeltenPatienten.

InderFortsetzungsphasezweierdieserStudienkonntegezeigtwerden,dassdie

LangzeitbehandlungvonPatienten,dieaufdieBehandlungmit300mgoder600mg

Quetiapinansprachen,imVergleichzurPlacebobehandlunghinsichtlichderdepressiven,

nichtaberdermanischenSymptomewirksamwar.

-41-

-41-

InzweiStudienzurPräventionvonRückfällen,indenenQuetiapinbeiPatienten

mitmanischen,depressivenodergemischtenEpisodeninKombinationmit

Stimmungsstabilisatorenangewendetwurde,erwiessichdieKombinationmit

QuetiapinderalleinigenGabevonStimmungsstabilisatorenhinsichtlichder

VerlängerungderZeitbiszumWiederauftreteneinerakutenEpisode(manisch,

gemischtoderdepressiv)alsüberlegen.Quetiapinwurde2-maltäglichineiner

Dosisvoninsgesamt400mgbis800mginKombinationmitLithiumoder

Valproatgegeben.

KlinischeStudienhabengezeigt,dassQuetiapinbeizweimaltäglicherGabe

wirksamist,obwohlQuetiapineineHalbwertzeitvonca.7Stundenhat.Dieswird

auchdurcheineUntersuchungmittelsPositron-Emissions-Tomographie(PET)

bestätigt,indernachgewiesenwurde,dassQuetiapinan5HT

-undD

-Rezeptoren

biszu12Stundenbindet.UnbedenklichkeitundWirksamkeitvonDosenüber800

mgproTagsindnichtuntersuchtworden.

DieWirksamkeitderLangzeitbehandlungmitQuetiapinzurPräventionvon

RückfällenbeiSchizophreniewurdenichtinklinischenBlindstudienüberprüft.In

offenenStudienmitschizophrenenPatientenbliebdieWirksamkeitvonQuetiapin

beiPatienten,dieanfänglichaufdieTherapieangesprochenhatten,beider

FortsetzungderTherapieerhalten,wasaufeineWirksamkeitder

Langzeitbehandlunghindeutet.

Indenplacebo-kontrolliertenMonotherapiestudienwurdebei1,72%dermit

QuetiapinbehandeltenPatientenmiteinemAusgangswertderNeutrophilenzahl

>1,5X10 9 /lbeimindestenseinerMessungeineNeutrophilenzahl<1,5X10 9 /l

beobachtet(0,73%derPatienten,diedasPlaceboerhielten).Inallenklinischen

Studien(placebo-kontrollierte,offene,vergleichende,mitPatientenmiteinem

AusgangswertderNeutrophilenzahl>1,5X10 9 /l)lagdieHäufigkeitfürdas

AuftretenmindestenseinerMessungmiteinerNeutrophilenzahl<0,5X10 9 /lbei

denmitQuetiapinbehandeltenPatientenbei0,21%undbeidenPatienten,diedas

Placeboerhielten,bei0%.DieHäufigkeitfürdasAuftreteneiner

Neutrophilenzahl>0,5-<1X10 9 /llagbeidenmitQuetiapinbehandelten

Patientenbei0,75%undbeidenPatienten,diedasPlaceboerhielten,bei0,11%.

F25.2 PharmakokinetischeEigenschaften

NachoralerAnwendungwirdQuetiapingutresorbiertundumfassend

metabolisiert.DieBioverfügbarkeitvonQuetiapinwirddurchgleichzeitige

Nahrungsaufnahmenichtsignifikantbeeinträchtigt.Quetiapinliegtzuetwa83%

anPlasmaproteinegebundenvor.

DiemolarenSpitzenkonzentrationendesaktivenMetabolitenN-Desalkylquetiapin

imSteadystateliegenbei35%derfürQuetiapinbeobachtetenWerte.Die

EliminationshalbwertzeitenbetragenfürQuetiapinca.7StundenundfürN-

Desalkylquetiapinca.12Stunden.

DiePharmakokinetikvonQuetiapinundN-Desalkylquetiapinistlinearundistbei

MännernundFrauengleich.

DiedurchschnittlicheClearancevonQuetiapinliegtbeiÄlterenumca.30bis50%

unterdervonErwachsenenimAltervon18bis65Jahren.

-42-

-42-

BeiPersonenmitschwerenNierenfunktionsstörungen(Kreatinin-Clearance<30

ml/min/1,73m 2 )wardiemittlerePlasma-Clearanceumetwa25%reduziert,die

individuellenClearance-WerteliegenjedochinnerhalbdesBereichsgesunder

Personen.DiemittleremolareDosisfraktionvonfreiemQuetiapinunddemaktiven

menschlichenPlasmametabolitenN-Desalkylquetiapinbeträgt<5%im

ausgeschiedenenUrin.

QuetiapinwirdextensivinderLebermetabolisiert;nachderGabevonradioaktiv

markiertemQuetiapinwerdenwenigerals5%derursprünglichenSubstanz

unverändertmitdemUrinoderdenFäzesausgeschieden.Ungefähr73%der

RadioaktivitätwerdenmitdemUrinausgeschieden,21%mitdenFäzes.Bei

PersonenmiteingeschränkterLeberfunktion(stabilealkoholbedingteZirrhose)ist

diemittlerePlasmaclearancevonQuetiapinumca.25%reduziert.DaQuetiapin

extensivinderLebermetabolisiertwird,wirdbeiPatientenmiteingeschränkter

LeberfunktioneinerhöhterPlasmaspiegelerwartet,sodassbeidiesenPatienten

eineDosisanpassungerforderlichseinkann(sieheAbschnitt4.2).

In-vitro-Untersuchungenhabenbestätigt,dassinersterLiniedasEnzym

CYP3A4fürdenMetabolismusvonQuetiapinüberdasCytochrom-P-450-

Systemverantwortlichist.N-DesalkylquetiapinwirdprimärüberCYP3A4

gebildetundabgebaut.

Eswurdefestgestellt,dassQuetiapinundeinigeseinerMetaboliten(einschließlich

N-Desalkylquetiapin)beimMenscheneineschwacheHemmungderIn-vitro-

AktivitätderCytochrom-P-450-Enzyme1A2,2C9,2C19,2D6und3A4bewirkten.

EineinvitroHemmungderEnzymetrittnurbeiKonzentrationenauf,dieetwa5-

bis50-malsohochsindwiedieKonzentrationen,diebeimMenschenineinem

Dosierungsbereichvon300bis800mgbeobachtetwerden.AufgrunddieserIn-

vitro-Ergebnisseistesunwahrscheinlich,dassdiegleichzeitigeAnwendungvon

QuetiapinundanderenArzneimittelneineklinischsignifikanteHemmungdes

Cytochrom-P-450-abhängigenMetabolismusdesanderenArzneimittelszurFolge

hat.TierexperimentelleUntersuchungendeutendaraufhin,dassQuetiapin

Cytochrom-P-450-Enzymeinduzierenkann.IneinerspeziellenInteraktionsstudie

beiPsychose-PatientenistjedochnachderAnwendungvonQuetiapinkein

AnstiegderCytochrom-P-450-Aktivitätfestgestelltworden.

F35.3 PräklinischeDatenzurSicherheit

IneinerReihevonIn-vitro-undIn-vivo-Genotoxizitätsstudienergabensich

keineHinweiseaufeineGenotoxizität.

ImTierversuchsindnachklinischrelevanterExpositionfolgendeVeränderungen

festgestelltworden,diebishernichtinklinischenLangzeituntersuchungenbestätigt

wordensind:InderSchilddrüsevonRattenwurdenPigmentablagerungen

nachgewiesen,beiCynomolgus-AffenwurdeneineHypertrophiefollikulärer

Schilddrüsenzellen,erniedrigteT

-PlasmaspiegelundeineVerminderungder

Hämoglobin-KonzentrationsowiederErythrozyten-undLeukozyten-Werte

beobachtet.BeiHundentratenLinsentrübungundKatarakteauf.

UnterBerücksichtigungdieserBefundemussfürdenPatientenderNutzender

BehandlungmitQuetiapingegendieRisikenabgewogenwerden.

-43-

-43-

FR6. PharmazeutischeAngaben

F76.1 ListedersonstigenBestandteile

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat

MikrokristallineCellulose

PovidonK30

Magnesiumstearat(Ph.Eur.)

Carboxymethylstärke-Natrium(TypA)(Ph.Eur.)

Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat

Filmüberzug:HypromelloseTitandioxid(E171)

Zusätzlich:

Quetiapindura25mg

Macrogol400

Eisen(III)-oxid(E172)

Quetiapindura100mg

Macrogol6000

Eisen(III)-hydroxid-oxidxH

O(E172)

Talkum

Quetiapindura150mg

Macrogol400

Eisen(III)-hydroxid-oxidxH

O(E172)

Eisen(II,III)-oxid(E172)

Polysorbat80

Quetiapindura200mg

Macrogol400

Polysorbat80

Quetiapindura300mg

Macrogol400

Polysorbat80

FS6.2 Inkompatibilitäten

Nichtzutreffend.

FT6.3 DauerderHaltbarkeit

3Jahre

-44-

-44-

FX6.4 BesondereVorsichtsmaßnahmenfürdieAufbewahrung

FürdiesesArzneimittelsindkeinebesonderenLagerungsbedingungen

erforderlich.

FY6.5 ArtundInhaltdesBehältnisses

PVC/PVdC-Aluminium-Blisterpackungen

Faltschachtelnmit20,50und100Filmtabletten.

F46.6 BesondereVorsichtsmaßnahmenfürdieBeseitigung

KeinebesonderenAnforderungen.

FZ7. InhaberderZulassung

MylanduraGmbH

Wittichstraße6

64295Darmstadt

F58. Zulassungsnummern

71638.00.00

71638.01.00

71638.02.00

71638.03.00

71638.04.00

F69. DatumderErteilungderZulassung

[sieheUnterschrift]

F1010. StandderInformation

Juni2010

F1111. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

DiesesArzneimittelenthälteinenStoff,dessenWirkunginder

medizinischenWissenschaftnochnichtallgemeinbekanntist.

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