Prothromplex NF 600 Trockensubstanz und Lösungsmittel

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen, Blutgerinnungsfaktor II, Blutgerinnungsfaktor VII, Blutgerinnungsfaktor X
Verfügbar ab:
Shire Deutschland GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Coagulation factor IX human, coagulation factor II, blood coagulation factor VII, blood clotting factor X
Darreichungsform:
Trockensubstanz und Lösungsmittel
Zusammensetzung:
Blutgerinnungsfaktor IX vom Menschen 600.I.E.; Blutgerinnungsfaktor II 480.-900.I.E.; Blutgerinnungsfaktor VII 500.I.E.; Blutgerinnungsfaktor X 600.I.E.
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
10584a/95

Dokumenten

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Prothromplex NF 600

Prothrombinkomplex vom Menschen aus den Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X.

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Prothromplex NF 600 und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Prothromplex NF 600 beachten?

Wie ist Prothromplex NF 600 anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Prothromplex NF 600 aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Prothromplex NF 600 und wofür wird es angewendet?

Prothromplex NF 600 gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die Antihämorrhagika genannt, und

eingesetzt werden, um Blutungen vorzubeugen oder zu verhindern.

Es ist ein Prothrombinkomplex vom Menschen und besteht aus den Gerinnungsfaktoren II, VII, IX

und X.

Prothromplex NF 600 wird eingesetzt zur Behandlung von

ERWORBENEM MANGEL VON GERINNUNGSFAKTOREN DES

PROTHROMBINKOMPLEXES

bei der Behandlung von Blutungen.

zur Vorbeugung von Blutungen unmittelbar vor oder nach einer Operation.

Die Gerinnungsfaktoren des Prothrombinkomplexes umfassen die Faktoren II, VII, IX

und X. Sie werden auch Vitamin K-abhängige Faktoren genannt. Faktorenmangel kann beispielsweise

entstehen durch die Behandlung oder Überdosierung mit Substanzen, die eingesetzt werden, um die

Wirkung des Vitamin K zu verringern. Diese Substanzen heißen Vitamin K-Antagonisten (Wirkstoffe,

die gegen die Vitamin K-Wirkung arbeiten).

ANGEBORENEM MANGEL VON GERINNUNGSFAKTOREN DES

PROTHROMBINKOMPLEXES

bei der Behandlung von Blutungen.

zur Vorbeugung von Blutungen unmittelbar vor oder nach einer Operation, wenn spezifische

Gerinnungsfaktoren-Konzentrate nicht verfügbar sind.

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2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Prothromplex NF 600 beachten?

Prothromplex NF 600 darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Gerinnungsfaktoren oder einen der sonstigen

Bestandteile von Prothromplex NF 600 sind,

wenn Sie allergisch gegen Heparin sind, oder eine Vorgeschichte an heparin-induzierter

Thrombozytopenie aufweisen (das ist ein Abfall der Blutplättchen im Zusammenhang mit einer

Heparin-Verabreichung).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Besondere Vorsicht bei Anwendung des Arzneimittels ist erforderlich, wenn bei Ihnen ein

erworbener

Mangel

an Gerinnungsfaktoren des Prothrombinkomplexes vorliegt (z. B. als Ergebnis einer

Behandlung mit Arzneimitteln, die die Wirkung des Vitamin K verringern). Das Arzneimittel wird nur

bei größeren Blutungen oder Notfalloperationen eingesetzt. In anderen Fällen ist normalerweise eine

Dosisreduzierung solcher Mittel und/oder die Verabreichung von Vitamin K ausreichend.

Wenn Sie Arzneimittel erhalten, die einen Vitamin K-Mangel verursachen, kann es zu einer

vermehrten Bildung von Blutgerinnseln kommen. Diese Neigung kann durch die Infusion von

Prothrombinkomplex vom Menschen verstärkt werden.

angeborenem Mangel

der Vitamin K-abhängigen Faktoren II, VII, IX und X sollten, sofern

verfügbar, spezifische Gerinnungsfaktoren verwendet werden. Im Falle eines Schocks müssen die

medizinischen Standardmaßnahmen für eine Schockbehandlung durchgeführt werden.

Wenn allergische oder anaphylaktische Reaktionen auftreten, (wie plötzliche, schwere allergische

Reaktion) muss die Verabreichung sofort abgebrochen werden. Im Falle eines Schocks (allgemeiner,

lebensbedrohlicher Zustand mit Symptomen wie Schwindelanfälle, oder sogar Bewusstseinsverlust)

wird Ihr Arzt die Standardmaßnahmen zur Schockbehandlung einleiten.

Prothromplex NF 600 wird aus menschlichem Plasma gewonnen. Bei der Herstellung von

Arzneimitteln aus Blut oder Blutplasma werden bestimmte Maßnahmen getroffen, um einer

Übertragung von Infektionen auf Patienten vorzubeugen. Diese schließen eine sorgfältige Auswahl der

Blut- und Plasmaspender ein, um sicherzustellen, dass Risikospender, die Träger von

Infektionserregern sein können, ausgeschlossen werden. Weiterhin schließt dies die Testung der

einzelnen Blutspenden und Plasmapools auf Virus- und Infektionsmarker ein. Bei der Herstellung von

Arzneimitteln aus Blut und Blutplasma werden auch Verfahrensschritte zur Virusinaktivierung oder

zur Entfernung von Viren eingesetzt. Trotz dieser Maßnahmen kann die Möglichkeit der

Infektionsübertragung bei der Verabreichung von Arzneimitteln aus Blut oder Blutplasma nicht völlig

ausgeschlossen werden. Dies trifft auch für bislang unbekannte oder neu aufgetretene Viren oder

andere Arten von Infektionen zu.

Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam erachtetet für umhüllte Viren, wie das humane

Immunschwächevirus (HIV), das Hepatitis B- (HBV) und das Hepatitis C-Virus (HCV), und für das

nicht-umhüllte Hepatitis A-Virus (HAV). Für nicht-umhüllte Viren wie Parvovirus B19 können diese

Maßnahmen möglicherweise nur begrenzt wirksam sein. Parvovirus B19-Infektionen können bei

Schwangeren (Infektion des Fötus) und bei Personen mit geschwächtem Immunsystem oder einigen

Anämieformen (z. B. Sichelzellanämie oder hämolytische Anämie) zu schweren Erkrankungen führen.

Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise die Impfung gegen Hepatitis A und B empfehlen, wenn Sie

regelmäßig oder wiederholt aus Blutplasma hergestellte Prothrombinkomplex-Präparate erhalten.

Es wird empfohlen, bei jeder Verabreichung von Prothromplex NF 600 die Bezeichnung und

Chargennummer des Produktes zu notieren, um die Rückverfolgung der Chargen sicherzustellen.

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Bei der Behandlung mit Prothrombinkomplex-Präparaten vom Menschen können, besonders bei

wiederholten Verabreichungen, Blutgerinnsel entstehen und in den Blutkreislauf gelangen. Das Risiko

für die Bildung von Blutgerinnsel ist insbesondere bei Neugeborenen, frisch operierten Patienten, bei

Patienten mit Thromboserisiken oder mit Verbrauchskoagulopathie, sowie bei Patienten mit koronarer

Herzerkrankung oder Lebererkrankung erhöht.

Besondere Vorsicht ist auch bei der Behandlung des Faktor VII-Mangels geboten, da dabei die

anderen Vitamin K-abhängigen Gerinnungsfaktoren mit längeren Halbwertszeiten akkumulieren

können, was zu beträchtlich erhöhten Normalwerten führen kann.

In all diesen Fällen wird Ihr Arzt Sie engmaschig überwachen und sorgfältig den potenziellen Nutzen

einer Therapie mit Prothromplex NF 600 gegen die möglichen Risiken abwägen.

Es wird auf die Dokumentationspflicht gemäß Transfusionsgesetz hingewiesen.

Anwendung von Prothromplex NF 600 zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihren Apotheker, wenn Sie mit Arzneimitteln behandelt werden, die

die Wirkung des Vitamin K verringern, da Prothrombinkomplex-Konzentrate vom Menschen dagegen

eine neutralisierende Wirkung haben können.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Anwendung von Prothromplex NF 600 zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Es gibt keine spezifischen Empfehlungen zur Verabreichung von Prothromplex NF 600 zusammen mit

Speisen und Getränken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder das

medizinische Fachpersonal um Rat. Zur Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen nur

unzureichende Daten vor. Ihr Arzt wird Prothromplex NF 600 nur bei strenger Indikationsstellung

während der Schwangerschaft oder Stillzeit einsetzen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Prothromplex NF 600 hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von

Maschinen.

Prothromplex NF 600 enthält Natrium

Prothromplex NF 600 enthält ca. 80 mg Natrium (kalkuliert) pro Durchstechflasche. Dies sollte bei

Patienten, die auf eine natriumarme Ernährung achten müssen, berücksichtigt werden.

3.

Wie ist Prothromplex NF 600 anzuwenden?

Prothromplex NF 600 wird intravenös verabreicht (Infusion in eine Vene). Es wird Ihnen unter der

Überwachung eines Arztes oder einem anderen Angehörigen des Heilberufes verabreicht, der mit

dieser Behandlungsart vertraut ist.

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Dosierung

Die Dosierung, die Verabreichungshäufigkeit und die Behandlungsdauer richten sich sowohl nach dem

Ausmaß des Faktorenmangels des Prothrombinkomplexes als auch nach Ihrem Gesundheitszustand.

Ihr Arzt wird die für sie notwendige Dosis errechnen. Dosierungsempfehlungen für das medizinische

Fachpersonal finden Sie am Ende dieser Packungsbeilage.

Ihr Arzt wird Sie kontinuierlich überwachen und regelmäßig den Plasmaspiegel Ihrer

Gerinnungsfaktoren kontrollieren. Gegebenenfalls sind spezifische Tests zur Bestimmung von

Gerinnungsparametern erforderlich.

Art der Anwendung

Prothromplex NF 600 wird durch Ihren Arzt verabreicht. Hinweise zur intravenösen Anwendung für

das medizinische Fachpersonal finden Sie am Ende dieser Packungsbeilage.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Es liegen keine Studien zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Prothromplex NF 600 bei Kindern

im Alter von bis zu 12 Jahren vor.

Wenn Sie eine größere Menge Prothromplex NF 600 erhalten haben, als Sie sollten

Die Anwendung von Prothrombinkomplex-Konzentraten kann manchmal mit Herzinfarkt,

Disseminierter Intravasaler Gerinnung, venösen Thrombosen und Lungenembolie verbunden sein. Bei

Überdosierung besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von thromboembolischen

Komplikationen oder für eine Verbrauchskoagulopathie.

Wenn Sie die Anwendung von Prothromplex NF 600 vergessen haben

Nicht zutreffend.

Wenn Sie die Anwendung von Prothromplex NF 600 abbrechen

Nicht zutreffend.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder das medizinische Fachpersonal.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

Patienten auftreten müssen.

Die folgenden Nebenwirkungen sind bei Patienten aufgetreten (oder können auftreten), die ähnliche

Arzneimittel einnehmen:

Angioödem, Reaktionen an der Injektionsstelle, Teilnahmslosigkeit, Ameisenlaufen, Unruhe.

Fieber, Nesselsucht

(erhabene, gerötete und juckende Hautgebiete, welche normalerweise Anzeichen

für allergische Reaktionen sind)

, Übelkeit

(Krankheitsgefühl im Magen, gekennzeichnet durch

Brechreiz)

, Erbrechen, Atemnot, Blutdruckabfall und möglicherweise anaphylaktischer Schock

(eine

lebensbedrohliche, allergische Reaktion, gekennzeichnet durch Schwellungen auch in der Kehle und

durch plötzlichem Blutdruckabfall)

gehören zu den beobachteten Reaktionen.

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Die folgenden Nebenwirkungen wurden von Patienten berichtet, die Prothromplex NF 600 im Rahmen

einer klinischen Studie oder nach Markteinführung erhalten haben.

Häufige Nebenwirkungen (bei 1 bis 10 Behandelten von 100):

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Verbrauchskoagulopathie (Disseminierte intravasale Gerinnung – DIC)

Die Ersatztherapie kann zur Bildung von zirkulierenden Antikörpern führen, die einen oder

mehrere Faktoren des Prothrombinkomplexes (Faktor II, VII, IX, X) hemmen. Solche

Inhibitoren können sich als schwaches, klinisches Ansprechen auf das Produkt zeigen.

Erkrankungen des Immunsystems

anaphylaktische Reaktionen

(ausufernde, allergische Reaktionen)

Anaphylaktischer Schock

(eine lebensbedrohliche, allergische Reaktion, gekennzeichnet durch

Schwellungen auch in der Kehle und durch plötzlichen Blutdruckabfall).

Überempfindlichkeit

Erkrankungen des Nervensystems

Schlaganfall

Kopfschmerzen

Herzerkrankungen

Herzinfarkt

Beschleunigter Herzschlag

Gefäßerkrankungen

Thromboembolische Komplikationen

(Gerinnselbildung)

nach Verabreichung des

Prothrombinkomplexes (arterielle und venöse Thrombosen)

Niedriger Blutdruck

Hautrötungen

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Lungenembolie

(eine plötzliche Blockierung einer Lungenarterie, normalerweise durch ein

Blutgerinnsel verursacht, das vom Bein in die Lunge gewandert ist)

Atemnot

Keuchende Atmung

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit

(Krankheitsgefühl im Magen, gekennzeichnet durch Brechreiz)

Erbrechen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Nesselsucht

(erhabene, gerötete und juckende Hautgebiete, welche normalerweise Anzeichen

für allergische Reaktionen sind)

Erythematöse Rötungen

(Hautrötungen, verursacht durch die Bildung von Blutgerinnseln)

Juckreiz

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Fieber

Nebenwirkungen mit nicht bekannter Häufigkeit:

Herzversagen

Gefäßentzündungen

(Venenentzündungen, verursacht durch die Bildung von Blutgerinnseln)

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Nephrotisches Syndrom

(ein Zustand, der durch hohe Eiweißwerte im Urin, niedrige

Eiweißwerte im Blut, Schwellungen und hohe Cholesterinwerte gekennzeichnet ist)

Sicherheitshinweise auch zur Übertragung von Infektionserregern siehe Abschnitt 2 „Was sollten Sie

vor der Anwendung von Prothromplex NF 600 beachten“.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind.

5.

Wie ist Prothromplex NF 600 aufzubewahren?

Bewahren sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und auf dem Umkarton nach „verwendbar

bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten

Tag des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank bei 2

C - 8

C aufbewahren. Nicht einfrieren.

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Innerhalb der

angegebenen Laufzeit darf das Produkt einmal bis zu 6 Monate bei Raumtemperatur (nicht über 25

°C) aufbewahrt werden. Der Beginn der Raumtemperaturlagerung sollte auf dem Umkarton vermerkt

werden. Nach der Lagerung bei Raumtemperatur muss Prothromplex NF 600 sofort verbraucht oder

verworfen werden. Es darf nicht wieder in den Kühlschrank verbracht werden.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Prothromplex NF 600 enthält

Die Wirkstoffe sind:

Pro Durchstechflasche

Nach Auflösen mit

(I.E.)

20 ml Wasser für

Injektionszwecke (I.E./ml)

Gerinnungsfaktor II

480 – 900

24 – 45

Gerinnungsfaktor VII

Gerinnungsfaktor IX

Gerinnungsfaktor X

Jede Durchstechflasche enthält mindestens 400 I.E. Protein C.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Pulver:

Natriumchlorid

Natriumzitrat

Heparin-Natrium

Antithrombin III

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Lösungsmittel:

Wasser für Injektionszecke

Wie Prothromplex NF 600 aussieht und Inhalt der Packung

Prothromplex NF 600 liegt als Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung vor.

Es ist ein weißes oder gelbliches Pulver oder kompakte Trockensubstanz. Nach dem Auflösen ist die

Lösung farblos oder leicht gelblich und klar oder leicht opaleszent und frei von sichtbaren Partikeln.

Prothromplex NF 600-Pulver und das Lösungsmittel (20 ml Wasser für Injektionszwecke) befinden

sich in Durchstechflaschen aus Glas, die mit einem Butylgummistopfen verschlossen sind.

Zudem enthält jede Packung auch das Zubehör zur Rekonstitution und Injektion, bestehend aus:

1 Transfernadel, 1 Filternadel, 1 Einmalnadel, 1 Belüftungsnadel und einem Infusionsset mit einer

Butterflynadel.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Baxter Deutschland GmbH

Edisonstraße 4

85716 Unterschleißheim

Hersteller

Baxter AG

Industriestraße 72

A-1220 Wien, Österreich

Herkunftsländer der zur Produktion verwendeten Plasmen

Deutschland, Finnland, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Tschechien und Vereinigte

Staaten von Amerika.

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2013.

_________________________________________________________________________

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Wechselwirkungen mit biologischen Tests

Nach der Anwendung hoher Dosen von humanem Prothrombinkomplex ist bei der Durchführung

heparinempfindlicher Gerinnungsanalysen das mit dem Präparat zugeführte Heparin zu

berücksichtigen.

Indikationsbezogene Dosierungsempfehlungen

Blutung und perioperative Blutungsprophylaxe während einer Behandlung mit Vitamin K-

Antagonisten:

Bei einer schweren Blutung oder vor Operationen mit hohem Blutungsrisiko sollten normale Werte

(Quick-Wert gegen 100 %, INR = 1,0) angestrebt werden. Es gilt die folgende Faustregel: 1 I.E./kg

Körpergewicht erhöht den Quick-Wert um etwa 1 %.

Blutung und perioperative Blutungsprophylaxe bei angeborenem Mangel der Vitamin K-

abhängigen Gerinnungsfaktoren, wenn keine spezifischen Gerinnungsfaktoren-Konzentrate

verfügbar sind:

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Die für die Behandlung erforderliche Dosierungsberechnung basiert auf der klinischen Erfahrung, dass

1 I.E. an Faktor VII oder Faktor IX pro kg Körpergewicht die Aktivität des Faktor VII bzw. IX im

Plasma um ungefähr 0,019 I.E./ml bzw. um ungefähr 0,09 I.E./ml erhöhen. Eine I.E. an Faktor II bzw.

Faktor X pro kg Körpergewicht erhöhen die Aktivität des Faktor II bzw. Faktor X im Plasma um 0,02

I.E./ml bzw. um 0,017 I.E./ml.

Die Dosis an spezifisch verabreichtem Faktor wird in Internationalen Einheiten (I.E.) angegeben, was

sich auf den jüngsten WHO-Standard für jeden Faktor bezieht. Die Plasma-Aktivität eines

spezifischen Gerinnungsfaktors wird entweder in Prozent (bezogen auf Normalplasma) oder in

Internationalen Einheiten (bezogen auf den Internationalen Standard für diesen spezifischen Faktor)

angegeben.

Eine Internationale Einheit (I.E.) einer Gerinnungsfaktor-Aktivität entspricht der Menge in 1 ml

normalem, menschlichem Plasma.

Beispielsweise basiert die Berechnung der erforderlichen Faktor X-Dosis auf der klinischen Erfahrung,

dass eine Internationale Einheit (I.E.) und Faktor X pro kg Körpergewicht den Plasmaspiegel um

0,017 I.E./ml erhöht. Die entsprechende Dosierung wird mittels folgender Formel errechnet:

Erforderliche Einheiten = Körpergewicht (kg) x erwünschter Faktorenanstieg (I.E./ml) x 60

wobei 60 (ml/kg) der reziproke Wert der geschätzten Recovery ist.

Wenn eine individuelle Recovery bekannt ist, sollte dieser Wert für die Berechnung herangezogen

werden.

Art der Anwendung

Prothromplex NF 600 wird nach der Rekonstitution des Pulvers durch das mitgelieferte Wasser für

Injektionszwecke durch eine intravenöse Infusion verabreicht.

Die Lösung sollte farblos oder leicht gelblich und klar oder leicht getrübt sein. Wolkige Lösungen oder

solche mit Niederschlägen sollten verworfen werden.

Die chemische und physikalische Stabilität der rekonstituierten Lösung ist bei +20 °C bis +25 °C über

3 Stunden belegt.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte Prothromplex NF 600 jedoch unmittelbar nach der Rekonstitution

verwendet werden, es sein denn, die Rekonstitution erfolgt unter validierten aseptischen Bedingungen

und eine mikrobiologische Kontamination ist damit ausgeschlossen. Wird die rekonstituierte Lösung

nicht sofort verwendet, ist der Anwender für die Lagerungsbedingungen und die Lagerungszeit

verantwortlich. Die rekonstituierte Lösung darf nicht wieder in den Kühlschrank gestellt werden.

Restmengen müssen verworfen werden.

Zur Zubereitung und Verabreichung von Prothromplex NF 600 dürfen nur das beigepackte Zubehör

und das Wasser für Injektionszwecke verwendet werden. Sollte der Patient noch andere Arzneimittel

durch den Venenzugang erhalten,

muss

dieser Venenzugang

vor und nach

der Applikation von

Prothromplex NF 600 mit geeigneten Lösungen z. B. physiologischer Kochsalzlösung gespült werden.

Herstellung der Injektionslösung unter aseptischen Bedingungen

Das Lösungsmittel (Wasser für Injektionszwecke) in der ungeöffneten Durchstechflasche auf

Raumtemperatur erwärmen (auf höchstens 37

Schutzkappen von den Durchstechflaschen mit Konzentrat und Lösungsmittel entfernen (Abb.

A) und die Gummistopfen beider Flaschen desinfizieren.

Den Schutz der beigepackten Transfernadel durch Drehen abziehen und die freigelegte Nadel

senkrecht in die Mitte des Gummistopfens der Lösungsmittelflasche einstechen (Abb. B und C).

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Kunststoffkappe vom anderen Ende der Transfernadel abziehen. Freies Nadelende nicht

berühren!

Die Lösungsmittelflasche kopfüber über die Konzentratflasche halten und das Ende der

Transfernadel durch den Gummistopfen der Pulverflasche stechen (Abb. D). Durch das

entstehende Vakuum wird das Lösungsmittel angesaugt.

Lösungsmittelflasche samt Nadel von der Konzentratflasche abziehen (Abb. E).

Lösungsvorgang durch Schwenken der Pulverflasche beschleunigen.

Ist das Pulver aufgelöst, die mitgelieferte Belüftungsnadel (Abb. F) einführen, so dass eventuell

vorhandener Schaum zusammenfällt. Anschließend die Belüftungsnadel wieder entfernen.

Injektion/Infusion

Aseptische Technik anwenden!

Die Schutzkappe der beiliegenden Filternadel durch Drehen und Ziehen entfernen und die Nadel

auf eine Einmalspritze setzen Die Lösung in die Spritze aufziehen (Abb. G).

Die Filternadel von der Spritze trennen und die Lösung mit Hilfe des mitgelieferten

Infusionssets (oder der mitgelieferten Einmalnadel) langsam intravenös applizieren (maximale

Infusionsgeschwindigkeit: 2 ml pro Minute [60 I.E./Min.]).

Nach der Verabreichung alle unversiegelten Nadeln zusammen mit den Spritzen und/oder dem

Infusionsset in der Produktschachtel entsorgen.

Wenn Prothromplex NF 600 als Infusion verabreicht wird, nur das beigepackte Infusionsset

verwenden.

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FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Prothromplex NF 600

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Prothromplex NF 600 enthält die Faktoren II, VII, IX und X des Prothrombin-Komplexes vom Menschen und

ist ein Pulver zur Herstellung einer Lösung zur intravenösen Anwendung. Jede Durchstechflasche enthält

nominal:

Gerinnungsfaktoren vom

Menschen

Pro Durchstechflasche

(I.E.)

Nach der Rekonstitution mit 20 ml Wasser für

Injektionszwecke (I.E./ml)

Gerinnungsfaktor II

480 – 900

24 – 45

Gerinnungsfaktor VII

Gerinnungsfaktor IX

Gerinnungsfaktor X

Jede Durchstechflasche enthält mindestens 400 I.E. Protein C.

Darüber hinaus sind Heparin (maximal 0,5 I.E./I.E. Faktor IX) und Antithrombin III (0,25 – 1,5 I.E./ml)

enthalten.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

Die Gesamtmenge pro Durchstechflasche beträgt 300 – 750 mg. Die spezifische Aktivität des Produktes liegt

bei mindestens 0,6 I.E./mg, bezogen auf die Faktor IX-Aktivität.

Die Faktor IX-Aktivität (I.E.) wird, wie in der Europäischen Pharmakopoe beschrieben, mittels Einstufen-Test

bestimmt und gegen den Internationalen Standard für Faktor IX-Konzentrate der Welt-Gesundheits-

Organisation (WHO) gemessen.

Die Aktivitäten (I.E.) des Faktor II, des Faktor VII und des Faktor X werden, wie in der Europäischen

Pharmakopoe beschrieben, mittels chromogenem Substrat bestimmt und gegen den Internationalen Standard

für Faktor II-, Faktor VII- und Faktor X-Konzentrate der Welt-Gesundheits-Organisation

(WHO) gemessen.

Die Protein C-Aktivität wird mittels chromogenem Substrat bestimmt und gegen den Internationalen Standard

der WHO für Protein C-Konzentrate gemessen.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung.

Weißes oder leicht gefärbtes Pulver oder Pellet. Nach der Rekonstitution weist die Lösung einen pH zwischen

6,5 und 7,5 und eine Osmolalität von mindestens 240 mosm/kg auf.

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4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Behandlung von Blutungen und perioperative Blutungsprophylaxe bei erworbenem Mangel der

Gerinnungsfaktoren des Prothrombinkomplexes, wenn eine schnelle Korrektur des Mangels erforderlich

ist, wie z. B. bei einem durch die Behandlung mit Vitamin K-Antagonisten verursachten Mangelzustand

oder bei einer Überdosierung mit Vitamin K-Antagonisten.

Behandlung von Blutungen und perioperative Blutungsprophylaxe bei angeborenem Mangel eines der

Vitamin K-abhängigen Gerinnungsfaktoren, wenn hochgereinigte, spezifische

Einzelfaktorenkonzentrate nicht zur Verfügung stehen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Nachstehend werden nur allgemeine Dosierungsrichtlinien gegeben. Die Behandlung sollte unter der

Überwachung eines Arztes erfolgen, der in der Behandlung von Gerinnungsstörungen erfahren ist. Dosierung

und Dauer der Substitutionsbehandlung hängen von der Schwere der Störung, der Art und dem Ausmaß der

Blutung und vom klinischen Zustand des Patienten ab.

Häufigkeit und Menge der Verabreichung sollten individuell für jeden Patienten berechnet werden. Die

Dosierungsintervalle müssen den unterschiedlichen Halbwertszeiten der verschiedenen Gerinnungsfaktoren

des Prothrombinkomplexes angepasst werden (siehe Abschnitt 5.2).

Die individuellen Dosierungsanforderungen können nur auf der Basis von regelmäßigen Bestimmungen der

individuellen Plasmaspiegel der relevanten Gerinnungsfaktoren oder auf der Basis von Globaltests des

Prothrombinkomplexes (z. B. Quick-Wert, INR-Thrombinzeit) festgelegt werden. Weiterhin hängt die

individuelle Dosierung von der kontinuierlichen Überwachung des klinischen Zustandes des Patienten ab.

Im Falle eines größeren, chirurgischen Eingriffs ist eine genaue Überwachung der Substitutionstherapie durch

Gerinnungsanalysen (Tests auf spezifische Gerinnungsfaktoren und/oder Globaltests der

Prothrombinkomplex-Spiegel) erforderlich.

Blutung und perioperative Blutungsprophylaxe während einer Behandlung mit Vitamin K-

Antagonisten:

Bei einer schweren Blutung oder vor Operationen mit hohem Blutungsrisiko sollten normale Werte (Quick-

Wert = 100 %, INR = 1,0) angestrebt werden.

Es gilt die folgende Grundregel: 1 I.E./kg Körpergewicht erhöht den Quick-Wert um 1 %.

Die durch das Prothrombinkomplex-Konzentrat innerhalb kurzer Zeit erreichte Umkehr der durch den

Vitamin-K-Antagonisten hervorgerufenen Verminderung der Blutgerinnung hält 6 – 8 Stunden an. Die

gleichzeitige Verabreichung von Vitamin K mit dem Prothrombinkomplex-Konzentrat (siehe Abschnitt 6.2

Inkompatibilitäten) sollte immer in Erwägung gezogen werden, da durch Vitamin K die Normalisierung der

Synthese der Vitamin K-abhängigen Gerinnungsfaktoren nach 4 – 6 h erreicht wird. Bei gleichzeitiger Gabe

von Vitamin K ist eine wiederholte Behandlung mit Prothrombinkomplex-Konzentrat normalerweise nicht

erforderlich.

Da diese Empfehlungen auf empirischen Daten beruhen und Wiederfindungsrate (Recovery) und

Wirkungsdauer variieren können, ist eine kontinuierliche Überwachung des INR bzw. des Quick-Wertes

erforderlich.

Blutung und perioperative Blutungsprophylaxe bei angeborenem Mangel an Vitamin K-abhängigen

Gerinnungsfaktoren, wenn keine spezifischen Gerinnungsfaktoren-Konzentrate verfügbar sind:

Die für die Behandlung erforderliche Dosierungsberechnung basiert auf der klinischen Erfahrung, dass 1 I.E.

an Faktor VII oder Faktor IX pro kg Körpergewicht die Aktivität des Faktor VII bzw. IX im Plasma um

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ungefähr 0,019 I.E./ml bzw. um ungefähr 0,09 I.E./ml erhöhen. Eine I.E. an Faktor II bzw. Faktor X pro kg

Körpergewicht erhöhen die Aktivität des Faktor II bzw. Faktor X im Plasma um 0,02 I.E./ml bzw. um 0,017

I.E./ml.

Die Dosis an spezifisch verabreichtem Faktor wird in Internationalen Einheiten (I.E.) angegeben, was sich auf

den jüngsten WHO-Standard für jeden Faktor bezieht. Die Plasma-Aktivität eines spezifischen

Gerinnungsfaktors wird entweder in Prozent (bezogen auf Normalplasma) oder in Internationalen Einheiten

(bezogen auf den Internationalen Standard für diesen spezifischen Faktor) angegeben.

Eine Internationale Einheit (I.E.) einer Gerinnungsfaktor-Aktivität entspricht der Menge in 1 ml normalem,

menschlichem Plasma.

Beispielsweise basiert die Berechnung der erforderlichen Faktor X-Dosis auf der klinischen Erfahrung, dass

eine Internationale Einheit (I.E.) an Faktor X pro kg Körpergewicht den Plasmaspiegel um 0,017 I.E./ml

erhöht. Die entsprechende Dosierung wird mittels folgender Formel errechnet:

Erforderliche Einheiten = Körpergewicht (kg) x erwünschter Faktorenanstieg (I.E./ml) x 60

wobei 60 (ml/kg) der reziproke Wert der geschätzten Recovery ist.

Wenn eine individuelle Recovery bekannt ist, sollte dieser Wert für die Berechnung herangezogen werden.

Kinder und Jugendliche

Es liegen keine Studien zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Prothromplex NF 600 bei Kindern im

Alter von bis zu 12 Jahren vor. Eine Dosierungsempfehlung für Kinder kann daher nicht gegeben werden.

Art der Anwendung

Das Produkt ist für die intravenöse Anwendung bestimmt. Die empfohlene Infusionsgeschwindigkeit sollte 2

ml pro Minute (60 I.E./Min.) nicht übersteigen.

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

Bekannte Allergie gegen Heparin oder eine aus der Vorgeschichte bekannte heparin-induzierte

Thrombozytopenie (Typ II).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Es sollte ein Spezialist mit Erfahrung in der Behandlung von Gerinnungsstörungen zu Rate gezogen werden.

Wenn der Patient einen erworbenen Mangel an Gerinnungsfaktoren des Prothrombinkomplexes aufweist (z. B.

durch eine Behandlung mit Vitamin K-Antagonisten) sollte Prothromplex NF 600 nur dann eingesetzt werden,

wenn eine rasche Korrektur des Prothrombinkomplex-Spiegels erforderlich ist, wie z. B. bei starken Blutungen

oder Notoperationen. In anderen Fällen ist normalerweise die Reduktion des Vitamin K-Antagonisten

und/oder die Verabreichung von Vitamin K ausreichend.

Patienten, die Vitamin K-Antagonisten erhalten, haben möglicherweise vor der Behandlung einen Zustand der

Hyperkoagulabilität aufgewiesen, und die Infusion von humanem Prothrombinkomplex könnte diesen Zustand

wieder hervorrufen.

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Sofern verfügbar, sollten bei einem Mangel der einzelnen Vitamin K-abhängigen Gerinnungsfaktoren

spezifische Gerinnungsfaktoren verabreicht werden.

Wenn allergische oder anaphylaktische Reaktionen auftreten, muss die Injektion sofort abgebrochen werden.

Bei einem Schock müssen die medizinischen Standardmaßnahmen für eine Schockbehandlung durchgeführt

werden.

Standardmaßnahmen zur Vorbeugung von Infektionen, die sich durch den Einsatz von Arzneimitteln ergeben,

die aus Blut oder Blutplasma hergestellt sind, schließen die Auswahl der Spender und das Screening der

einzelnen Blutspenden und Plasmapools auf spezifische Infektionsmarker, sowie effektive Schritte zur

Inaktivierung/Eliminierung von Viren im Herstellungsverfahren ein. Dennoch kann bei der Verabreichung von

Arzneimitteln aus menschlichem Blut oder Blutplasma die Möglichkeit der Übertragung von

Krankheitserregern nicht völlig ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für bislang unbekannte oder neu

aufgetretene Viren und andere Pathogene.

Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam erachtet für umhüllte Viren wie das Immunschwächevirus

(HIV), das Hepatitis B-Virus (HBV) und Hepatitis C-Virus (HCV), und für das nicht-umhüllte Hepatitis A-

Virus (HAV). Für nicht-umhüllte Viren wie Parvovirus B19 können diese Maßnahmen möglicherweise nur

begrenzt wirksam sein. Parvovirus B19-Infektionen können schwerwiegende Folgen für Schwangere

(Infektion des Fötus) und für Menschen mit Immunmangelkrankheiten oder gesteigerter Erythropoese (z. B.

hämolytische Anämie) haben.

Für Patienten, die regelmäßig/wiederholt aus Blutplasma hergestellte Produkte erhalten, sollte ein geeigneter

Impfschutz (Hepatitis A und B) in Betracht gezogen werden.

Es wird dringend empfohlen, bei jeder Verabreichung von Prothromplex NF 600 den Namen sowie die

Chargenbezeichnung des Produkts mit Hilfe des beigefügten selbstklebenden Etiketts zu dokumentieren, damit

eine Verbindung zwischen dem Patienten und der angewendeten Charge hergestellt werden kann.

Bei der Behandlung von Patienten mit angeborenen oder erworbenen Gerinnungsstörungen besteht, besonders

im Wiederholungsfall, das Risiko einer Thrombose und einer Verbrauchskoagulopathie (DIC), wenn sie mit

Prothrombinkomplex-Konzentraten, wie Prothromplex NF 600, behandelt werden.

Das Risiko kann bei der Behandlung eines isolierten Faktor VII-Mangels weiter erhöht sein, da dabei die

anderen Vitamin K-abhängigen Gerinnungsfaktoren mit längeren Halbwertszeiten akkumulieren können, was

zu beträchtlich erhöhten Normalwerten führen kann.

Patienten, die mit Prothrombinkomplex-Konzentraten vom Menschen behandelt werden, sollten engmaschig

auf Anzeichen und Symptome einer intravasalen Gerinnung oder Thrombose überwacht werden. Wegen des

Risikos von thrombotischen Komplikationen sollten während der Behandlung mit Prothrombinkomplex-

Konzentraten vom Menschen besonders

Patienten mit einer Vorgeschichte einer koronaren Herzerkrankung

Patienten mit Lebererkrankungen

prä- oder postoperative Patienten

Neugeborene

Patienten mit Thromboserisiken oder mit Verbrauchskoagulopathie

sorgfältig überwacht werden. Bei jeder der genannten Situationen sollte der Nutzen der Behandlung gegen das

Komplikationsrisiko abgewogen werden.

Es liegen keine Daten zum Gebrauch von Prothromplex NF 600 im Fall perinataler Blutungen aufgrund eines

Vitamin K-Mangels bei Neugeborenen vor.

Prothromplex NF 600 enthält ca. 80 mg Natrium (kalkuliert) pro Durchstechflasche. Dies sollte bei Patienten,

die auf eine natriumarme Ernährung achten müssen, berücksichtigt werden.

Nach der Anwendung hoher Dosen von humanem Prothrombinkomplex ist bei der Durchführung

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heparinempfindlicher Gerinnungsanalysen das mit dem Präparat zugeführte Heparin zu berücksichtigen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Produkte mit Prothrombinkomplex vom Menschen reduzieren die Wirkung von Vitamin K-Antagonisten,

jedoch wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Die Auswirkungen von Prothromplex NF 600 auf die Fertilität wurden nicht in kontrollierten, klinischen

Studien untersucht.

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Prothromplex NF 600 bei

schwangeren und stillenden Frauen vor. Der Arzt sollte vor Anwendung von Prothromplex NF 600 eine

sorgfältige Abwägung des möglichen Risikos und des Nutzens für jede einzelne Patientin vornehmen.

Tierversuche sind nicht aussagekräftig hinsichtlich der Sicherheit in der Schwangerschaft, der

embryonalen/fötalen Entwicklung, der Geburt oder der postnatalen Entwicklung. Daher sollten

Prothrombinkomplex-Konzentrate vom Menschen während der Schwangerschaft und Stillzeit nur bei strenger

Indikation verabreicht werden.

Zum Risiko einer Infektion mit Parvovirus B19 während der Schwangerschaft siehe Abschnitt 4.4.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Informationen über die Auswirkungen von Prothromplex NF 600 über die Verkehrstüchtigkeit

oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die im Folgenden aufgelisteten Nebenwirkungen basieren auf der Erfahrung in der Anwendung dieses

Produkttyps: Angioödem, Reaktionen an der Injektionsstelle, Lethargie, Parästhesie, Unruhe.

Wie bei allen Plasmaderivaten können Überempfindlichkeitsreaktionen (wie Fieber, Nesselsucht, Übelkeit,

Erbrechen, Atemnot, Blutdruckabfall und möglicherweise anaphylaktischer Schock) auftreten.

Eine Substitutionstherapie mit Prothrombinkomplex-Konzentraten kann zur Bildung von zirkulierenden

Antikörpern gegen einen oder mehrere der Gerinnungsfaktoren führen. Das Auftreten solcher Inhibitoren zeigt

sich als unzureichende klinische Wirksamkeit von Prothrombinkomplex-Konzentraten.

Es besteht das Risiko von thromboembolischen Ereignissen nach der Verabreichung von humanen

Prothrombinkomplex-Konzentraten (siehe Abschnitt 4.4).

Zur Sicherheit vor übertragbaren Erregern siehe Abschnitt 4.4.

Tabellarische Übersicht über die Nebenwirkungen

Die in der Tabelle aufgeführten Nebenwirkungen beruhen auf Berichten aus einer klinischen Studie, in der

Prothromplex NF 600 bei Patienten (n = 61) mit erworbenem Mangel an Gerinnungsfaktoren des

Prothrombinkomplexes (Faktor II, VII, IX, X) zur Aufhebung der Wirkung von oralen Antikoagulanzien

angewendet wurde, sowie auf den Erfahrungen aus der Pharmakovigilanz nach

Markteinführung des

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Arzneimittels. Sie sind nach MedDRA-Systemorganklassen (SOC), bevorzugtem Terminus

und, soweit

möglich, nach Schweregrad sortiert.

Die Häufigkeiten werden gemäß MedDRA folgendermaßen definiert:

Sehr häufig (

1/10), Häufig (

1/100, <1/10), Gelegentlich (

1/1.000, <1/100), Selten (

1/10.000, <1/1.000),

Sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Systemorganklassen

gemäß MedDRA-Datenbank

Nebenwirkung

Häufigkeit

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Disseminierte intravasale

Gerinnung

Inhibitoren gegen einen oder

mehreren Faktoren des

Prothrombinkomplexes (Faktor II,

VII, IX, X)*

Häufig

Erkrankungen des Immunsystems

Anaphylaktischer Schock

Anaphylaktische Reaktion

Überempfindlichkeit

Häufig

Erkrankungen des Nervensystems

Hirnschlag

Kopfschmerzen

Häufig

Herzerkrankungen

Herzversagen

Akuter Myokardinfarkt

Tachykardie

Nicht bekannt

Häufig

Häufig

Gefäßerkrankungen

Arterielle Thrombose

Venöse Thrombose

Hypotonie

Flush

Thrombophlebitis

Häufig

Häufig

Häufig

Häufig

Nicht bekannt

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraumes und Mediastinums

Lungenembolie

Atemnot

Keuchen

Häufig

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit

Erbrechen

Häufig

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Nesselsucht

Erythematöser Hautausschlag

Juckreiz

Häufig

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Nephrotisches Syndrom

Nicht bekannt

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am Verabreichungsort

Fieber

Häufig

* Bei Patienten mit angeborenem Mangel an Gerinnungsfaktoren

4.9

Überdosierung

Der Einsatz von Produkten mit Prothrombinkomplex vom Menschen kann manchmal mit Herzinfarkt,

disseminierter intravasaler Gerinnung, venösen Thrombosen und Lungenembolie verbunden sein. Daher

besteht bei Überdosierung ein gesteigertes Risiko für die Entwicklung von thromboembolischen

Komplikationen oder für eine Verbrauchskoagulopathie.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

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Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihämorrhagika, Kombination der Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X,

ATC-Code: B02BD01.

Die Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X werden in der Leber synthetisiert und benötigen Vitamin K. Sie sind

als Prothrombinkomplex bekannt.

Faktor VII ist das Zymogen der aktiven Serinprotease Faktor VIIa, durch die der intrinsische Gerinnungsweg

gestartet wird. Der Gewebefaktor VIIa-Komplex aktiviert die Gerinnungsfaktoren X und IX, wodurch die

Faktoren Xa und IXa entstehen. Durch weitere Aktivierung der Gerinnungskaskade wird Prothrombin

(Gerinnungsfaktor II) aktiviert und in Thrombin umgewandelt. Durch Thrombin wird Fibrinogen in Fibrin

umgewandelt, wodurch die Gerinnselbildung stattfindet. Die Bildung von Thrombin ist als Teil der primären

Hämostase ebenso zur normalen Plättchenfunktion erforderlich.

Isolierter, schwerer Faktor VII-Mangel führt zur reduzierten Thrombinbildung und zur Blutungsneigung durch

eine verschlechterte Fibrinbildung und eine geringere, primäre Hämostase. Isolierter Faktor IX-Mangel ist eine

der klassischen Hämophilien (Hämophilie B). Isolierter Mangel an Faktor II oder Faktor X tritt sehr selten auf,

kann aber in schweren Fällen eine Blutungsneigung zeigen, die der klassischen Hämophilie ähnelt.

Ein erworbener Mangel der Vitamin K-abhängigen Gerinnungsfaktoren des Prothrombinkomplexes tritt

während der Behandlung mit Vitamin K-Antagonisten auf und zeigt sich im Falle von schweren

Blutungsneigungen eher als charakteristische, retroperitoneale oder zerebrale Blutungen als Muskel- oder

Gelenkblutungen. Eine schwere, hepatische Insuffizienz zeigt sich ebenfalls als deutliche Reduktion der

Prothrombinkomplex-Spiegel und klinisch als Blutungsneigung. Diese ist jedoch häufig komplex wegen der

gleichzeitig fortschreitenden, niedrig-gradigen, intravasalen Gerinnung, der niedrigen Plättchenzahl, wegen

dem Mangel an Gerinnungsinhibitoren und wegen der gestörten Fibrinolyse.

Die Verabreichung von humanen Prothrombinkomplex-Konzentraten verursacht einen Anstieg der

Plasmaspiegel der Vitamin K-abhängigen Gerinnungsfaktoren und kann zeitweilig eine Gerinnungsstörung des

Patienten aufgrund des Mangels an verschiedenen dieser Faktoren ausgleichen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Gerinnungsfaktoren

Halbwertszeit

Faktor II

40 – 60 Stunden

Faktor VII

3 – 5 Stunden

Faktor IX

16 – 30 Stunden

Faktor X

30 – 60 Stunden

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die Faktoren des Prothrombinkomplexes vom Menschen (in einem Konzentrat) sind normale Bestandteile des

menschlichen Plasmas und wirken in derselben Weise wie endogene Gerinnungsfaktoren.

In höheren Dosen führen sie zur Volumenüberlastung. Die Verabreichung einer einzelnen Gabe im Tiermodell

ergab keine Hinweise auf ein bedenkliches toxikologisches Potential für die Anwendung am Menschen.

Wiederholte Verabreichungen von humanen Proteinen sind in Tierversuchen nicht sinnvoll durchführbar, da

sich Antikörper gegen heterologe Proteine entwickeln können. Deshalb sind keine Studien zur Mutagenität,

Reproduktionstoxizität oder Kanzerogenität durchgeführt worden.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

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6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Pulver:

Natriumchlorid

Natriumzitrat

Heparin-Natrium

Antithrombin III

Lösungsmittel:

Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Prothromplex NF 600 darf nicht mit anderen Arzneimitteln oder Lösungen gemischt werden, außer mit dem

beigepackten Wasser für Injektionszwecke.

Nur das beigepackte Injektions-/Infusionsset verwenden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Die chemische und physikalische Stabilität der rekonstituierten Lösung ist bei +20 °C bis +25 °C über 3

Stunden belegt.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte Prothromplex NF 600 jedoch unmittelbar nach der Rekonstitution

verwendet werden, es sei denn, die Rekonstitution erfolgt unter validierten aseptischen Bedingungen und eine

mikrobiologische Kontamination ist damit ausgeschlossen. Wird die rekonstituierte Lösung nicht sofort

verwendet, ist der Anwender für die Lagerungsbedingungen und die Lagerungszeit verantwortlich. Die

rekonstituierte Lösung darf nicht wieder in den Kühlschrank gestellt werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank bei 2

C - 8

C aufbewahren.

In der Originalpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Innerhalb der angegebenen Laufzeit darf das Produkt einmal bis zu maximal 6 Monaten bei Raumtemperatur

(nicht über 25 °C) aufbewahrt werden. Der Beginn der Raumtemperaturlagerung sollte auf dem Umkarton

vermerkt werden. Nach der Lagerung bei Raumtemperatur muss Prothromplex NF 600 sofort verbraucht oder

verworfen werden. Es darf nicht wieder in den Kühlschrank verbracht werden.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5

Art und Inhalt der Behältnisse

Das Pulver ist in Durchstechflaschen aus Glas Typ II mit Gummistopfen abgefüllt. Das Lösungsmittel befindet

sich in Durchstechflaschen aus Glas Typ I mit Gummistopfen.

1 Durchstechflasche mit Prothromplex NF 600-Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

1 Durchstechflasche mit 20 ml Wasser für Injektionszwecke

1 Transfernadel

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1 Filternadel

1 Einmalnadel

1 Belüftungsnadel

1 Infusionsset

Packungsgröße 1 x 600 I.E.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Zur Rekonstitution nur das beigepackte Verabreichungsset benutzen.

Prothromplex NF 600 erst unmittelbar vor der Verabreichung rekonstituieren.

Die Zubereitung enthält keine Konservierungsstoffe, ist farblos oder leicht gelblich und klar oder leicht

opaleszent und praktisch frei von sichtbaren Partikeln.

Die gebrauchsfertige Lösung vor der Verabreichung visuell auf Partikel und Trübungen überprüfen. Lösungen,

die trüb sind oder Niederschläge aufweisen, nicht verwenden.

Rekonstitution des Pulvers zur Herstellung einer Injektionslösung

1. Das Lösungsmittel (Wasser für Injektionszwecke) in der ungeöffneten Durchstechflasche auf

Raumtemperatur erwärmen (auf höchstens 37 °C).

2. Schutzkappen von den Durchstechflaschen mit Konzentrat und Lösungsmittel entfernen (Abb. A) und die

Gummistopfen beider Flaschen desinfizieren.

3. Den Schutz der beigepackten Transfernadel durch Drehen abziehen und die freigelegte Nadel senkrecht in

die Mitte des Gummistopfens der Lösungsmittelflasche einstechen (Abb. B und C).

4. Kunststoffkappe vom anderen Ende der Transfernadel abziehen. Freies Nadelende nicht berühren!

5. Die Lösungsmittelflasche kopfüber über die Konzentratflasche halten und das Ende der Transfernadel

durch den Gummistopfen der Pulverflasche stechen (Abb. D). Durch das entstehende Vakuum wird das

Lösungsmittel angesaugt.

6. Lösungsmittelflasche samt Nadel von der Konzentratflasche abziehen (Abb. E). Lösungsvorgang durch

Schwenken der Pulverflasche beschleunigen.

7. Ist das Pulver aufgelöst, die mitgelieferte Belüftungsnadel (Abb. F) einführen, so dass eventuell

vorhandener Schaum zusammenfällt. Anschließend die Belüftungsnadel wieder entfernen.

Injektion/Infusion

Aseptische Technik anwenden!

1. Die Schutzkappe der beiliegenden Filternadel durch Drehen und Ziehen entfernen und die Nadel auf eine

Einmalspritze setzen. Die Lösung in die Spritze aufziehen (Abb. G).

2. Die Filternadel von der Spritze trennen und die Lösung mit Hilfe des mitgelieferten Infusionssets langsam

intravenös applizieren.

Wenn Prothromplex NF 600 als Infusion verabreicht wird, nur das beigepackte Infusionsset verwenden.

Seite 10/10

Nach der Verabreichung alle unversiegelten Nadeln zusammen mit den Spritzen und/oder dem Infusionsset in

der Produktschachtel entsorgen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Baxter Deutschland GmbH

Edisonstraße 4

85716 Unterschleißheim

Telefon: 089/31701-0

Fax:089/31701-177

E-Mail: info_de@baxter.com

8.

ZULASSUNGSNUMMER

10584a/95

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/ VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 20. Juni 1995

Datum der Verlängerung der Zulassung: 2. Juni 2005

10.

STAND DER INFORMATION

April 2013

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

12.

HERKUNFTSLAND DES PLASMAS

Deutschland, Finnland, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Tschechien und Vereinigte Staaten von

Amerika.

13.

SONSTIGE HINWEISE

Es wird auf die Dokumentationspflicht gemäß Transfusionsgesetz hingewiesen.

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