Prograf 5 mg Kapseln

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-11-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

22-09-2021

Wirkstoff:
tacrolimusum
Verfügbar ab:
APS-Arzneimittel-Parallelimport- Service AG
ATC-Code:
L04AD02
INN (Internationale Bezeichnung):
tacrolimusum
Darreichungsform:
Kapseln
Zusammensetzung:
Kapsel: 5 mg tacrolimus, - pro Kapsel.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Immunsuppressivum
Zulassungsnummer:
66783
Berechtigungsdatum:
2018-06-11

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-11-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-11-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-11-2020

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Prograf™ (Parallelimport)

APS-Arzneimittel-Parallelimport-Service AG

Eingeführtes Arzneimittel gemäss Art. 14 Abs 2 Heilmittelgesetz (Parallelimport) von Prograf™ (Zul.-

Nr 53152) der Zulassungsinhaberin Astellas Pharma AG, Wallisellen

Was ist Prograf und wann wird es angewendet?

Prograf gehört zu einer Gruppe von Medikamenten, die Immunsuppressiva genannt werden. Sie werden

eingesetzt, weil das Immunsystem Ihres Körpers versuchen wird, das neue Organ abzustossen, das Sie

durch Transplantation erhalten haben.

Prograf verhindert folglich, dass das Immunsystem Ihres Körpers das vor kurzem transplantierte Organ

(Leber, Niere oder Herz) wieder abstösst. Dazu unterdrückt es die körpereigene Abwehrreaktion und

ermöglicht Ihnen somit, das transplantierte Organ zu behalten.

Prograf kann Ihnen auch verabreicht werden, wenn Ihre bisherige Behandlung die Abwehrreaktion Ihres

Körpers nach der Transplantation des neuen Organs nicht unter Kontrolle halten konnte.

Dieses Medikament ist für Sie persönlich bestimmt; es kann nur von einem Arzt bzw. einer Ärztin

verordnet werden. Geben Sie es deshalb keiner anderen Person ausser Ihnen selbst.

Was sollte dazu beachtet werden?

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird regelmässig die verschiedenen Funktionen Ihres Körpers kontrollieren.

Prograf verringert aufgrund seiner Wirkungsweise die Widerstandskraft des Körpers gegenüber

Infektionen; es ist daher wichtig, Infektionsrisiken zu vermeiden und dem behandelnden Arzt bzw. der

behandelnden Ärztin Infektionssymptome wie Erkältungen, Halsschmerzen, eiternde Wunden usw. zu

melden.

Stellen Sie sicher, dass Sie immer dasselbe Tacrolimus (Wirkstoff) Arzneimittel erhalten, wenn Sie Ihr

Rezept einlösen, es sei denn Ihr Facharzt hat ausdrücklich einem Wechsel des Tacrolimus Arzneimittels

zugestimmt. Das vorliegende Arzneimittel soll zweimal am Tag eingenommen werden. Wenn Sie ein

Arzneimittel erhalten, dessen Aussehen oder Bezeichnung vom gewohnten abweicht oder die

Dosierungsanweisungen verändert sind, sprechen Sie bitte so schnell wie möglich mit Ihrem

behandelnden Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin, damit gewährleistet ist, dass Sie das

richtige Arzneimittel bekommen haben.

Eine Umstellung zwischen verschiedenen Tacrolimus-Arzneimitteln ist gefährlich und kann zur

Transplantatabstossung führen. Die Umstellungen der Tacrolimus-Arzneimittel oder der

Dosierungsanweisung sollte nur unter der engmaschigen Kontrolle eines in der Transplantation

erfahrenen Mediziners vorgenommen werden.

Wann darf Prograf nicht eingenommen werden?

Wenn Sie auf den Wirkstoff von Prograf, Tacrolimus, oder auf einen der Bestandteile seiner Kapseln

oder auf Antibiotika der Makrolidgruppe (Erythromycin, Oleandomycin, Spiramycin, Clarithromycin

etc.) allergisch sind, dürfen Sie Prograf nicht anwenden.

Wann ist bei der Einnahme von Prograf Vorsicht geboten?

Zahlreiche Medikamente können mit Prograf in Wechselwirkung treten; die Menge von Prograf oder des

gleichzeitig verabreichten Medikaments im Blut kann sich dabei verändern. Sehr bald nach Beginn der

Anwendung eines anderen Arzneimittels kann es zu Auswirkungen auf den Prograf-Spiegel im Blut

kommen. Aus diesem Grund kann eine häufige und kontinuierliche Überwachung Ihres Prograf-Spiegels

im Blut erforderlich sein und möglicherweise muss die Dosierung von Prograf dann angepasst werden.

Deshalb müssen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin konsultieren, wenn

Sie irgendein anderes Medikament einnehmen oder dessen Einnahme abbrechen; dies gilt insbesondere

für die folgenden Arzneimittel:

·Pflanzliche Arzneimittel, insbesondere Johanniskraut,

·Antibiotika (z.B. Erythromycin, Rifampicin, Clarithromycin, Rifabutin), Arzneimittel gegen

Pilzerkrankungen (z.B. Ketoconazol, Fluconazol, Itraconazol, Voriconazol, Isavuconazol),

·Letermovir, ein Virostatikum, das zur Behandlung von CMV-Infektionen eingesetzt wird,

·HIV-Protease-Hemmer, z.B. Ritonavir, Nelfinavir, Saquinavir, den Wirkungsverstärker Cobicistat, und

Kombinationstabletten, die zur Behandlung von HIV Infektionen eingesetzt werden,

·HCV-Protease-Inhibitoren (z.B. Telaprevir, Boceprevir und die Kombination

Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir), die zur Behandlung von Hepatitis C

eingesetzt werden

·Nilotinib und Imatinib, die zur Behandlung von bestimmten Krebserkrankungen eingesetz werden

·Mycophenolsäure, angewendet zur Unterdrückung des Immunsystems, um eine Transplantatabstoßung

zu verhindern

·Omeprazol und Lansoprazol (ein Medikament gegen Magen- und Darmgeschwüre),

·jegliche Hormonbehandlung (einschl. der empfängnisverhütenden Pille, die bei gleichzeitiger

Einnahme von Prograf weniger wirksam sein kann),

·Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck wie Nicardipin, Nifedipin und Diltiazem,

·Antiarrhythmika (Amiodaron) zur Kontrolle von Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen)

·die Epilepsiemedikamente Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin,

·Kortikosteroide (Cortison),

·das Antidepressivum Nefazodon,

·(Chinesische) pflanzliche Präparate die Extrakte von Schisandra sphenanthera (auch bekannt als

«Südliche Magnolienrebe» (engl. southern magnolia vine) oder «Südliche 5-Geschmacksbeere» (engl.

southern five-flavour-berry)) enthalten.

·Arzneimittel, welche die Blutgerinnung hemmen (sogenannte Antikoagulantien), blutzuckersenkende

Arzneimittel (Antidiabetika) zur Einnahme (oral).

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie mit einem Arzneimittel gegen Hepatitis C

behandelt werden. Eine medikamentöse Behandlung von Hepatitis C kann Ihre Leberfunktion verändern

und sich so möglicherweise auf den Tacrolimus-Spiegel im Blut auswirken. Ihr Arzt muss

möglicherweise den Tacrolimus-Spiegel im Blut engmaschig überwachen und nach Beginn Ihrer

Hepatitis-C-Behandlung die Prograf-Dosis wie erforderlich anpassen.

Prograf darf nicht mit Ciclosporin zusammen verabreicht werden.

Nerven- oder Nierenleiden können sich verschlimmern, wenn Sie während Ihrer Behandlung mit Prograf

das Schmerzmittel Ibuprofen, das Mittel gegen Pilze Amphotericin B, die Medikamente gegen Viren

Aciclovir und Ganciclovir oder Antibiotika wie Aminoglykoside, Co-trimoxazol und Vancomycin

einnehmen.

Ausserdem sollten Sie während der Behandlung mit Prograf keinen Grapefruitsaft trinken.

Konsultieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor Sie sich impfen lassen; einerseits kann die Impfung

weniger wirksam sein und andererseits müssen abgeschwächte Lebendimpfstoffe gemieden werden.

Kaliumzusätze sowie gewisse harntreibende Mittel (Diuretika) müssen gemieden werden.

Vorsicht ist ausserdem geboten, wenn bei Ihnen oder in Ihrer Familie bereits Herzkrankheiten (QT-

Syndrom, Herzversagen oder Rhythmusstörungen) aufgetreten sind.

Wenn Sie sich regelmässig lange Zeit an der Sonne aufhalten oder ins Solarium gehen (UV-Strahlen),

sollten Sie sich mit einer Sonnencrème mit hohem Schutzfaktor schützen.

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn bei Ihnen während der Behandlung mit

Prograf Folgendes auftritt: Probleme mit Ihrem Sehvermögen, wie z.B. verschwommenes Sehen,

Veränderungen des Farbsehens, Schwierigkeiten beim Erkennen von Einzelheiten oder

Einschränkungen Ihres Gesichtsfeldes.

Wenn Sie sich bei der Einnahme von Prograf schläfrig fühlen oder Schwindelanfälle haben oder nicht

klarsehen, dann unterlassen Sie das Autofahren oder das Bedienen gefährlicher Maschinen, solange

diese Symptome nicht verschwunden sind.

Prograf Kapseln enthalten Laktose. Bitte nehmen Sie Prograf erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt

bzw. Ihrer Ärztin ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Kapsel, d.h. es ist nahezu

«natriumfrei».

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn:

·Sie an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Prograf während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger sind oder es werden wollen, dürfen Sie Prograf nur auf ausdrückliche Verordnung

Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin einnehmen.

Der Wirkstoff Tacrolimus wird in die Muttermilch ausgeschieden; Sie sollten deshalb während einer

Behandlung mit Prograf nicht stillen.

Wie verwenden Sie Prograf?

Die genauen Dosen werden von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin berechnet, der/die Ihnen angibt, wie viele

Kapseln Sie täglich einnehmen und wann Sie sie einnehmen müssen.

Die Anfangsdosis für Erwachsene unmittelbar nach der Transplantation beträgt in der Regel 0,30 mg/kg

Körpergewicht pro Tag.

Sobald sich Ihre Leber oder Niere stabilisiert hat, werden niedrigere Dosen verwendet.

Kinder

Um die gleichen Blutspiegel wie bei Erwachsenen zu erreichen, sind 1,5 bis 2,0 mal höhere Dosen

erforderlich.

In der Regel sind die Prograf-Kapseln zweimal täglich, früh morgens und abends, jeweils 1 Stunde vor

oder 2–3 Stunden nach einer Mahlzeit ganz mit etwas Wasser zu schlucken.

Nehmen Sie nicht mehr als die von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin empfohlene Dosis ein. Es ist sehr

wichtig, dass Sie seine/ihre Anweisungen genau befolgen.

Brechen Sie die Behandlung nicht ab, wie auch immer Ihr Zustand sein mag, ausser wenn Ihr Arzt bzw.

Ihre Ärztin es Ihnen sagt.

Wenn Sie versehentlich zu viele Kapseln einnehmen, rufen Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder

die Notfallstation des nächstgelegenen Spitals an.

Wenn Sie die Einnahme Ihres Medikaments vergessen haben, warten Sie den Zeitpunkt für die

nächstfolgende Dosis ab und fahren Sie mit Ihrer üblichen Dosis fort; eine vergessene Dosis darf nie

durch Einnahme einer doppelten Dosis kompensiert werden.

Das Trockenmittel (in der Alu-Schutzfolie, welche die Kapseln enthält) darf nicht eingenommen

werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Prograf haben?

In den ersten Monaten nach Ihrer Operation werden regelmässige Kontrollen Ihres Blutbildes und

anderer Funktionen Ihres Körpers vorgenommen. Zudem werden Sie bei Ihren Arztbesuchen die

Möglichkeit haben, mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin über allfällige unerwünschte Wirkungen zu

sprechen, die nachstehend in nicht abschliessender Weise aufgeführt sind.

Es wurden Fälle von Pure Red Cell Aplasia (eine sehr schwere Reduktion der Anzahl roter Blutzellen),

Agranulozytose (eine schwere Reduktion der Anzahl weisser Blutzellen), hämolytischer Anämie

(erniedrigte Anzahl an roten Blutzellen wegen anormalem Abbau), febriler Neutropenie (Abnahme der

Zahl der weissen Blutkörperchen, begleitet von Fieber) und posterioren reversiblen

Enzephalopathiesyndrom (PRES) (Symptome wie Kopfschmerzen, veränderter Geisteszustand,

Krampfanfälle und Sehstörungen) berichtet.

Die Einnahme von Prograf kann die folgenden unerwünschten Wirkungen hervorrufen:

Infektionen

Prograf reduziert die Abwehrmechanismen Ihres Körpers, um die Abstossung des transplantierten

Organs zu verhindern. Deshalb kann Ihre Widerstandskraft gegenüber Infektionen vermindert sein,

wenn Sie Prograf nehmen. Es können lokale oder generalisierte (d.h. den ganzen Körper betreffende)

Infektionen durch Viren, Bakterien, Pilze oder andere Erreger auftreten. Wenn Sie also Prograf

einnehmen, können Sie sich mehr Infektionen zuziehen, z.B. Haut-, Mund-, Magen-, Darm-, Lungen-

und Harnwegs-Infektionen.

Störungen des Blutes und der Lymphe

Häufig: Verminderung der Anzahl der Blutzellen (Blutplättchen, rote und weisse Blutkörperchen),

Zunahme der Anzahl weisser Blutkörperchen, Veränderung der Blutgerinnung.

Selten: leichte Blutungen unter der Haut infolge von Blutgerinnseln.

Störungen des Immunsystems

Gelegentlich: allergische Reaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: Anstieg des Blutzuckerspiegels, Zuckerkrankheit (Diabetes), erhöhte Kaliumspiegel im

Blut.

Häufig: verminderte Magnesium-, Phosphat-, Kalium-, Kalzium- und Natriumspiegel im Blut,

Flüssigkeitsretention (Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe), erhöhte Harnsäure- und Fettwerte im Blut,

Appetitlosigkeit, Übersäuerung des Blutes, Gewichtszunahme.

Gelegentlich: Flüssigkeitsmangel des Körpers, verminderte Proteinblutspiegel, verminderte

Blutzuckerspiegel, Gewichtsverlust.

Sehr selten: Zunahme des Fettgewebes.

Psychiatrische Störungen

Sehr häufig: Schlaflosigkeit.

Häufig: Angstsymptome, Verwirrung und Desorientiertheit, Depression, Stimmungsschwankungen,

Albträume, Halluzinationen, psychische Störungen.

Störungen des Nervensystems

Sehr häufig: Zittern, Kopfschmerzen.

Häufig: epileptischer Anfall, Bewusstseinsstörungen, Ameisenlaufen und Einschlafen der Hände und

Füsse, Schwindelanfälle, Schreibschwäche.

Gelegentlich: Koma, Hirnblutung, Lähmung, Störung des Gehirns, Sprach- und Artikulationsstörungen,

Gedächtnisstörungen.

Selten: Zunahme der Muskelspannung, Muskelschwäche.

Sehstörungen

Häufig: verschwommenes Sehen, erhöhte Lichtempfindlichkeit.

Gelegentlich: Linsentrübung.

Selten: Blindheit.

Hörstörungen

Häufig: Ohrensausen.

Gelegentlich: Hörverlust.

Selten: Taubheit.

Herzstörungen

Häufig: verminderter Blutdurchfluss in den Herzgefässen, beschleunigter Herzschlag.

Gelegentlich: Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand, Herzschwäche, Herzmuskelstörungen,

Verdickung des Herzmuskels, Herzklopfen, abnormes Elektrokardiogramm, Schockzustand,

Herzinfarkt.

Selten: Flüssigkeitserguss um das Herz.

Gefässstörungen

Sehr häufig: Bluthochdruck.

Häufig: Blutungen, teilweiser oder vollständiger Gefässverschluss, tiefer Blutdruck.

Gelegentlich: Blutgerinnsel in einer Vene einer Gliedmasse.

Atemwegsstörungen

Häufig: Kurzatmigkeit, Veränderung des Lungengewebes, Brustfellerguss, Kehlkopfentzündung,

Husten, verstopfte Nase.

Gelegentlich: Atemschwierigkeiten, Asthma.

Selten: akute Atemschwäche.

Magendarmstörungen

Sehr häufig: Durchfall, Übelkeit.

Häufig: Entzündungen oder Geschwüre im Mund oder im Magendarmtrakt, Magenblutung, Erguss von

Flüssigkeit in die Bauchhöhle, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Verstopfung,

Flatulenz, Blähungen, weicher Stuhl.

Gelegentlich: Darmverschluss, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Rückfluss von Magensaft in die

Speiseröhre, verzögerte Magenentleerung.

Leber- und Gallenblasenstörungen

Häufig: veränderte Leberfunktion, Gelbverfärbung der Haut infolge von Leberproblemen (Gelbsucht),

Veränderungen des Lebergewebes und Leberentzündung.

Selten: Durchblutungsstörungen der Leber.

Sehr selten: ungenügende Leberfunktion, Gallengangverengung.

Hautstörungen

Häufig: Juckreiz, flüchtige Hautrötung, Haarausfall, Akne, verstärktes Schwitzen.

Gelegentlich: Dermatitis, brennendes Gefühl an der Sonne.

Selten: schwere Haut- und Schleimhautreaktionen, männliches Behaarungsmuster bei Frauen,

Geschwüre.

Knochen- und Gelenkstörungen

Häufig: Gelenk-, Glieder- und Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe.

Störungen des Nieren-, Blasen- und Genitalsystems

Sehr häufig: verminderte Nierenfunktion.

Häufig: verminderte Harnausscheidung, ungenügende Nierenfunktion.

Gelegentlich: Unvermögen Wasser zu lassen, Störungen der weiblichen Genitalorgane.

Sehr selten: schmerzhaftes Wasserlassen mit Blut im Urin.

Störungen des Allgemeinzustandes

Häufig: allgemeiner Schwächezustand, Fieber, Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe),

Schmerzen und Unwohlsein, veränderte Wahrnehmung der Körpertemperatur.

Gelegentlich: ungenügende Funktion mehrerer Organe, grippale Symptome, erhöhte

Hitzeempfindlichkeit, Gefühl der Beklemmung in der Brust, Angst oder abnorme Empfindung.

Selten: Durstgefühl, verminderte Beweglichkeit.

Bei Patienten unter immunsuppressiver Therapie, können sich gutartige oder bösartige Tumoren

entwickeln.

Obschon diese Nebenwirkungen bei Patienten beobachtet wurden, die Prograf einnahmen, können sie

durch Begleitbehandlungen verursacht sein.

Wenn Sie sich nicht wohl fühlen oder an Nebenwirkungen leiden, wenden Sie sich unverzüglich an

Ihren behandelnden Arzt, Apotheker, bzw. Ihre behandelnde Ärztin, Apothekerin. Dies gilt insbesondere

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Prograf darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Aufbrauchfrist nach Anbruch

Dieses Verfalldatum ist auch auf der Alu-Schutzfolie und auf der Blister-Packung aufgedruckt. Wenden

Sie sich im Zweifelsfall an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Die Kapseln sind erst unmittelbar vor Gebrauch aus der Blister-Packung zu nehmen.

Wenn die Alu-Schutzfolie geöffnet ist, sind die in den Blister-Packungen enthaltenen Kapseln noch

während 12 Monaten verwendbar, sofern sie vor Feuchtigkeit geschützt und bei einer Raumtemperatur

zwischen 15 und 25 °C aufbewahrt werden.

Lagerungshinweis

In der Originalverpackung aufbewahren.

Vor Feuchtigkeit geschützt bei einer Raumtemperatur von 15-25 °C aufbewahren.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Hinweis zum sicheren Umgang

Während der Zubereitung sollte das Einatmen oder der direkte Kontakt von Körperteilen wie Ihrer Haut

oder Augen mit den in Tacrolimus-Produkten enthaltenen Pulver oder Granulat vermieden werden.

Sollte es zu einem Kontakt kommen, dann waschen Sie Ihre Haut bzw. spülen Sie Ihre Augen aus.

Weitere Hinweise

Wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin den Abbruch Ihrer Behandlung beschliesst, bringen Sie bitte die

restlichen Prograf Kapseln in Ihre Apotheke zurück.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, der/die

über die ausführliche Fachinformation verfügt.

Was ist in Prograf enthalten?

Kapseln zu

Wirkstoffe

0,5 mg, 1 mg und 5 mg Tacrolimus.

Hilfsstoffe

0.5 mg Kapseln (gelbe Kapseln)

1 mg Kapseln (weisse Kapseln)

5 mg Kapseln (rote Kapseln)

Kapselinhalt, Kapselhülle, Drucktinte: nicht bekannt.

Vergleich mit Original der Zul.-Nr. 53152.

Zulassungsnummer

Zulassungsnummer (Original)

53152 (Swissmedic).

Zulassungsnummer (Importeur)

66662 (1 mg) (Swissmedic) (Frankreich).

66663 (1 mg) (Swissmedic) (Belgien).

66783 (0.5 mg, 1 mg, 5 mg) (Swissmedic) (Polen)

Wo erhalten Sie Prograf? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Packungen:

Für Zul.-Nr. 66662 und 66663 verfügbar

Kapseln zu 1 mg: 50.

Für Zul.-Nr. 66783 verfügbar

Kapseln zu 0.5 mg: 60.

Kapseln zu 1 mg: 60.

Kapseln zu 5 mg: 60.

Zulassungsinhaberin

Zulassungsinhaberin (Original)

Astellas Pharma AG, 8304 Wallisellen.

Zulassungsinhaberin (Importeur)

APS-Arzneimittel-Parallelimport-Service AG

Diese Packungsbeilage wurde im November 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Prograf™ (Parallelimport)

APS-Arzneimittel-Parallelimport-Service AG

Eingeführtes Arzneimittel gemäss Art. 14 Abs 2 Heilmittelgesetz (Parallelimport) von Prograf™ (Zul.-

Nr 53152) der Zulassungsinhaberin Astellas Pharma AG, Wallisellen

Zusammensetzung

Wirkstoffe

Tacrolimus.

Hilfsstoffe

Kapselinhalt, Kapselhülle, Drucktinte: nicht bekannt.

Vergleich mit Original der Zul.-Nr. 53152

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln: 0,5 mg, 1 mg und 5 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Prophylaxe der Abstossung allogener Leber- oder Nierentransplantate.

Behandlung von Abstossungsreaktionen nach Lebertransplantation.

Prophylaxe der Abstossung allogener Herztransplantate in Kombination mit Azathioprin und Steroiden

oder in Kombination mit Mycophenolat-Mofetil und Steroiden.

Behandlung von Transplantatabstossungen, die auf andere herkömmliche immunsuppressive Therapien

nicht ansprechen.

Dosierung/Anwendung

Allgemeine Hinweise zur Verabreichung von Prograf

Die nachstehend empfohlenen Dosierungen für die orale Verabreichung von Prograf müssen anhand der

Blutspiegel an die individuellen Bedürfnisse jedes Patienten angepasst werden.

Die Analyse der klinischen Studien legt nahe, dass die Mehrheit der Patienten mit Erfolg behandelt wird,

wenn die Blutspiegel von Tacrolimus 20 ng/ml nicht übersteigen. Bei der Interpretation der Blutspiegel

ist der klinische Zustand des Patienten zu berücksichtigen (vgl. auch «Empfehlungen bezüglich der

Blutspiegel»).

Prograf kann per os verabreicht werden.

In der Regel soll mit der Verabreichung von Prograf per os begonnen werden. Nötigenfalls kann der

Inhalt der Kapseln mit Wasser vermischt und über eine Nasen-Magen-Sonde verabreicht werden. Es

kann keine Beschränkung der Behandlungsdauer angegeben werden.

Prograf wird gewöhnlich mit anderen Immunsuppressiva kombiniert. Die Dosierung von Prograf hängt

von der gewählten immunsuppressiven Behandlung ab.

Bei Umstellung auf eine alternative Formulierung, muss eine therapeutische Arzneimittelüberwachung

und entsprechende Dosisanpassungen durchgeführt werden, um gleichbleibende Wirkspiegel zu

gewährleisten.

Anwendungsempfehlungen

Prograf, Kapseln

Es wird empfohlen, die Dosis in 2 täglichen Gaben (morgens und abends) zu verabreichen. Die Kapseln

sind mit etwas Flüssigkeit zu schlucken, vorzugsweise mit Wasser.

Aus pharmakokinetischen Gründen sind die Kapseln auf leeren Magen (1 Stunde vor oder 2-3 Stunden

nach einer Mahlzeit) zu schlucken, um eine maximale Resorption zu ermöglichen (vgl.

«Pharmakokinetik»).

Lebertransplantation

Primäre Immunsuppression beim Erwachsenen

Die Verabreichung von Prograf per os sollte mit einer Initialdosis von 0,3 mg/kg/Tag beginnen,

aufgeteilt auf zwei Einzeldosen, Empfohlen wird der Behandlungsbeginn 12 Stunden nach

Operationsende.

Wenn Prograf aufgrund des klinischen Zustands des Patienten nicht per os verabreicht werden kann,

muss die Behandlung mit einem anderen Tacrolimus-Präparat als intravenöse Dauertropfinfusion in

einer Dosierung von 0,01-0,05 mg/kg/24 h eingeleitet werden.

Primäre Immunsuppression in der Pädiatrie

Die Behandlung sollte mit einer oralen Gabe von 0,30 mg/kg/Tag eingeleitet werden, aufgeteilt auf zwei

Einzeldosen (morgens und abends). Wenn eine Behandlung per os aufgrund des Zustands des Patienten

nicht möglich ist, sollten intravenös 0,05 mg/kg/24 h eines anderen Tacrolimus-Präparates als

Dauertropfinfusion verabreicht werden.

Erhaltungstherapie – erwachsene und pädiatrische Patienten

Während der Erhaltungstherapie wird die Dosierung von Prograf in der Regel gesenkt.

Die Erhaltungsdosis ist bei jedem einzelnen Patienten unter Berücksichtigung des Abstossungsrisikos

und der Verträglichkeit individuell einzustellen.

In gewissen Fällen kann die immunsuppressive Begleittherapie beendet und eine Monotherapie mit

Prograf weitergeführt werden. Der Zustand des Patienten kann die Pharmakokinetik von Tacrolimus

verändern und eine Dosisanpassung erforderlich machen.

In der Regel werden in der Pädiatrie aufgrund eines aktiveren Metabolismus 1,5 bis 2mal höhere

Dosierungen als für Erwachsene benötigt, um ähnliche Plasmaspiegel zu erreichen.

Behandlung von Abstossungsreaktionen – erwachsene und pädiatrische Patienten

Abstossungsreaktionen sind durch Erhöhung der Prograf-Dosen durch Kortikosteroid-Begleitmedikation

und durch kurz dauernde Verabreichung von mono-/polyklonalen Antikörpern behandelt worden. Beim

Auftreten toxischer Symptome (ausgeprägte Nebenwirkungen, vgl. dazu «Unerwünschte Wirkungen»)

kann eine Senkung der Prograf-Dosis erforderlich werden.

Für die Behandlung von Abstossungsreaktionen bei Patienten, die auf Ciclosporin nicht angesprochen

haben, und für die Umstellung auf eine Behandlung mit Prograf sei auf den Abschnitt «Umstellung der

Ciclosporin-Behandlung auf Prograf» verwiesen.

Nierentransplantation

Primäre Immunsuppression beim Erwachsenen – mit und ohne Initialbehandlung mit Antikörpern

Bei Patienten ohne Initialbehandlung mit Antikörpern sollte die Therapie mit Prograf per os in den

ersten 24 Stunden nach dem operativen Eingriff mit 0,30 mg/kg/Tag eingeleitet werden, aufgeteilt auf

zwei Einzeldosen (morgens und abends).

Bei Patienten mit einer Antikörper-Initialbehandlung wird eine Dosis von 0,20 mg/kg/Tag per os

empfohlen, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen (morgens und abends).

Wenn die Behandlung aufgrund des klinischen Zustands des Patienten nicht per os begonnen werden

kann, sollten intravenös 0,05-0,10 mg/kg/24 h eines anderen Tacrolimus-Präparates als

Dauertropfinfusion verabreicht werden.

Primäre Immunsuppression in der Pädiatrie

Eine präoperative Behandlung per os kann in einer Dosierung von 0,15 mg/kg verabreicht werden.

Postoperativ empfiehlt sich eine intravenöse Dauertropfinfusion von 0,075 - 0,100 mg/kg/24 h eines

anderen Tacrolimus-Präparates, bis auf die orale Behandlung übergegangen werden kann. Die orale

Dosis beträgt 0,30 mg/kg/Tag, aufgeteilt auf zwei Einzeldosen. Die erste orale Dosis muss spätestens 12

Stunden nach Infusionsende verabreicht werden.

Erhaltungstherapie – erwachsene und pädiatrische Patienten

Um das Transplantat am Leben zu erhalten, ist eine ständige Immunsuppression mit Tacrolimus per os

nötig. Die Erhaltungsdosis ist bei jedem einzelnen Patienten individuell einzustellen. Sie kann in der

Regel während der Erhaltungstherapie unter Berücksichtigung des Abstossungsrisikos und der

Verträglichkeit gesenkt werden.

Im Allgemeinen benötigen Kinder 1,5 bis 2mal höhere Dosierungen als Erwachsene, um ähnliche

Plasmaspiegel zu erreichen.

Behandlung von Abstossungsreaktionen – erwachsene und pädiatrische Patienten

Bei Patienten mit Abstossungsreaktionen, die auf die herkömmlichen immunsuppressiven Therapien

nicht ansprechen (Ciclosporin: vgl. Abschnitt weiter unten) und eine Behandlung mit Tacrolimus

benötigen, beginnt die Verabreichung von Prograf mit der Initialdosis, wie sie zur Prophylaxe von

Primärabstossungen von Nierentransplantaten empfohlen wird.

Wenn bei Kindern auf Prograf umgestellt wird, beträgt die orale Dosis 0,30 mg/kg/Tag, aufgeteilt auf 2

Einzeldosen.

Herztransplantation

Primäre Immunsuppression beim Erwachsenen – mit und ohne Initialbehandlung mit Antikörpern

·Prograf kann eingesetzt werden in Kombination mit einer Induktionsbehandlung durch Antikörper (was

eine verzögerte Verabreichung von Prograf erlaubt) oder ohne Induktionsbehandlung durch Antikörper

bei Patienten mit klinisch stabilem Zustand.

Nach Induktionsbehandlung mit Antikörpern beginnt die orale Behandlung mit Prograf in einer

Dosierung von 0,075 mg/kg/Tag, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen (morgens und abends).

Die Behandlung muss spätestens 5 Tage nach der Transplantation begonnen werden, sobald sich der

Zustand des Patienten stabilisiert hat. Wenn der klinische Zustand des Patienten eine Gabe per os nicht

erlaubt, ist ein anderes Tacrolimus-Präparat intravenös als Dauertropfinfusion in einer Dosierung von

0,01-0,02 mg/kg/24 h zu verabreichen.

·Eine andere therapeutische Strategie wurde publiziert, bei welcher Tacrolimus per os innerhalb von 12

Stunden nach der Transplantation verabreicht worden war. Dieser Ansatz war auf Patienten ohne

Organfunktionsstörungen (z.B. Niereninsuffizienz) begrenzt.

Dabei wurde eine orale Initialdosis von täglich 2 bis 4 mg Tacrolimus pro Tag verabreicht in

Kombination mit Mycophenolat-Mofetil und Kortikosteroiden oder in Kombination mit Sirolimus und

Kortikosteroiden.

Die gleichzeitige Gabe von Prograf mit Sirolimus und Kortikosteroiden wird bei Patienten mit

vorausgegangener Herztransplantation nicht empfohlen.

Primäre Immunsuppression bei Kindern

Prograf wurde bei herztransplantierten Kindern mit oder ohne Induktionstherapie durch Antikörper

eingesetzt. Bei Kindern ohne Induktionstherapie mit Antikörpern beträgt die empfohlene Dosierung mit

einem anderen Tacrolimus-Präparat bei initial intravenöser Anwendung 0,03-0,05 mg/kg/Tag als

Dauertropfinfusion über 24 Stunden, um Tacrolimus-Blutspiegel zwischen 15 und 25 ng/ml zu

erreichen. Sobald es der klinische Zustand des Patienten erlaubt, soll auf die orale Behandlung

umgestellt werden.

Die orale Initialdosis soll 0,30 mg/kg/Tag betragen, die Behandlung ist 8 bis 12 Stunden nach Ende der

intravenösen Therapie zu beginnen.

Nach Induktionstherapie mit Antikörpern beträgt die empfohlene Dosierung von Prograf bei initial

oraler Anwendung 0,10-0,30 mg/kg/Tag, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen (z.B. morgens und abends).

Erhaltungstherapie – erwachsene und pädiatrische Patienten

In der Posttransplantationsphase wird die Dosierung von Prograf in der Regel gesenkt.

Eine Verbesserung des Zustands des Patienten nach der Transplantation kann die Pharmakokinetik von

Tacrolimus verändern und eine nachträgliche Dosisanpassung erforderlich machen.

Behandlung von Abstossungsreaktionen – erwachsene und pädiatrische Patienten

Erhöhung der Prograf-Dosis, Verabreichung zusätzlicher Kortikosteroid-Dosen und kurz dauernde

Behandlung mit mono- oder polyklonalen Antikörpern wurden eingesetzt um Abstossungsreaktionen zu

behandeln.

Wenn bei Erwachsenen auf Prograf umgestellt wird, beträgt die orale Initialdosierung 0,15 mg/kg/Tag,

aufgeteilt auf 2 Einzeldosen (z.B. morgens und abends).

Wenn bei Kindern auf Prograf umgestellt wird, beträgt die orale Initialdosierung 0,20-0,30 mg/kg/Tag,

aufgeteilt auf 2 Einzeldosen (z.B. morgens und abends).

Für weitere Informationen zur Umstellung von Ciclosporin auf Prograf sei auf den Abschnitt

«Umstellung der Ciclosporin-Behandlung auf Prograf» verwiesen.

Umstellung der Ciclosporin-Behandlung auf Prograf

Die gleichzeitige Verabreichung von Ciclosporin und Prograf kann die Halbwertszeit von Ciclosporin

verlängern und die toxischen Wirkungen verschlimmern. Bei der Umstellung von Ciclosporin auf

Prograf ist deshalb besondere Vorsicht angezeigt.

Prograf darf erst nach Kontrolle der Ciclosporin-Blutspiegel und des klinischen Zustands des Patienten

verabreicht werden. Mit der Prograf-Therapie muss innerhalb von 12 bis 24 Stunden nach Absetzen von

Ciclosporin begonnen werden. Die Behandlung sollte mit der oralen Initialdosis eingeleitet werden, wie

sie für die primäre Immunsuppression bei Leber- oder Nierentransplantation (sowohl bei Erwachsenen

wie bei Kindern) empfohlen wird.

Die Überwachung der Ciclosporin-Blutspiegel sollte während der Umstellung fortgesetzt werden, da

sich die Ciclosporin-Clearance verändern kann.

Dosiseinstellung bei besonderen Patientengruppen

Patienten mit Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit Leberinsuffizienz empfiehlt sich eine Senkung der Dosierung, um die Blutspiegel

innerhalb der empfohlenen Grenzen zu halten.

Patienten mit Niereninsuffizienz

Da sich die Pharmakokinetik von Tacrolimus bei Niereninsuffizienz nicht verändert, ist eine Senkung

der Prograf-Dosierung bei Patienten mit Niereninsuffizienz nicht erforderlich. Vorsichtshalber sollte

indessen die Nierenfunktion kontrolliert werden unter wiederholter Messungen von Serum-Kreatinin,

Kreatinin-Clearance und der ausgeschiedenen Urinmenge.

Ältere Patienten

Es gibt keine Hinweise, welche die Notwendigkeit einer Dosierungsanpassung bei älteren Patienten nahe

legen.

Empfehlungen bezüglich der Blutspiegel

Es stehen mehrere immunologische Tests zur Bestimmung der Blutspiegel von Tacrolimus zur

Verfügung, u.a. ein halbautomatisierter Mikropartikel-Enzym-Immunoassay (MEIA). Die Vergleiche

der Konzentrationen der individuellen Werte anhand der Daten aus der Fachliteratur sollten mit Vorsicht

und in Kenntnis der verwendeten Methoden beurteilt werden. In der gängigen klinischen Praxis werden

die Blutspiegel unter Verwendung von Methoden bestimmt, die auf immunologischen Tests beruhen.

Die minimalen Tacrolimus-Blutspiegel sollten in der ersten postoperativen Phase regelmässig

kontrolliert werden. Wenn Tacrolimus per os verabreicht wird, sollten die minimalen Blutspiegel

ungefähr 12 Stunden nach der verabreichten Dosis und unmittelbar vor der folgenden Dosis bestimmt

werden. Die Häufigkeit der Blutspiegelbestimmungen hängt von den klinischen Bedürfnissen ab.

Angesichts der schwachen Clearance von Prograf kann es bei einer Dosiseinstellung mehrere Tage

dauern, bis sich die Veränderung der Blutspiegel bemerkbar macht.

In der ersten Zeit nach der Transplantation sollten die minimalen Blutspiegel ungefähr zweimal

wöchentlich, danach während der Erhaltungstherapie in regelmässigen Abständen kontrolliert werden.

Sie müssen auch kontrolliert werden nach einer Anpassung der Dosis, einer Änderung der

immunsuppressiven Medikation oder bei gleichzeitiger Verabreichung von Arzneimitteln, welche die

Tacrolimus-Blutspiegel verändern können (vgl. «Interaktionen»).

In der klinischen Praxis liegen die minimalen Blutwerte in der ersten postoperativen Phase bei

lebertransplantierten Patienten in der Regel zwischen 5 und 20 ng/ml und bei nierentransplantierten oder

herztransplantierten Patienten zwischen 10 und 20 ng/ml. Danach liegen sie zwischen 5 und 15 ng/ml

bei allen drei Patientengruppen. Die wichtigsten dosisbestimmenden Faktoren sind der klinische

Hinweis auf eine Transplantatabstossung und die individuelle Verträglichkeit jedes einzelnen Patienten.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit auf Tacrolimus oder auf andere Makrolide sowie auf die Hilfsstoffe der

Kapseln bei oraler Verabreichung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Drug Monitoring und klinische Überwachung

Die Behandlung mit Prograf erfordert eine sorgfältige Betreuung des Patienten in einer Klinik mit

entsprechend ausgebildetem Personal, geeignetem Labor und entsprechenden medizinischen

Ressourcen. Die Verordnung des Arzneimittels und Änderungen in der Therapie sollten nur von Ärzten

bzw. Ärztinnen vorgenommen werden, die auf dem Gebiet der immunsuppressiven Therapie von

Transplantationspatienten Erfahrung haben.

Die verabreichten Dosierungen und die Einstellung der Blutspiegel sollten nur von der

Transplantationsklinik festgelegt werden, die für den Patienten zuständig ist. Bei einem Blutspiegel, der

langfristig 20 ng/ml übersteigt, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit unerwünschte Wirkungen zu

entwickeln (vgl. «Interaktionen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Vor allem während der ersten Monate nach der Operation muss der Patient regelmässig eingehend

untersucht werden.

Eine regelmässige Kontrolle der folgenden Parameter muss routinemässig vorgenommen werden:

Blutdruck, EKG, neurologischer und ophthalmologischer Status, Blutzuckerspiegel, Kalium- und andere

Elektrolytwerte im Blut, Leber- und Nierenfunktion, Hämatogramm und Gerinnungsstatus,

Plasmaproteine. Bei klinisch signifikanter Veränderung dieser Parameter müssen die Tacrolimus-

Dosierungen überprüft werden.

Nierenfunktionsprüfungen sind häufig vorzunehmen, vor allem die Kontrolle der in den ersten Tagen

nach der Transplantation ausgeschiedenen Urinmenge. Falls nötig, ist die Dosierung anzupassen.

Orale Tacrolimus-Formulierungen sind ohne klinische Überwachung nicht austauschbar.

Anwendungsfehler, einschliesslich unachtsamer, unbeabsichtigter oder unbeaufsichtigter Umstellung

zwischen Tacrolimus-Formulierungen mit unmittelbarer oder retardierter Freisetzung, oder zwischen

Tacrolimus-Formulierungen mit ähnlicher Freisetzung, sind beobachtet worden. Das hat zu

schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen geführt, einschliesslich Transplantatabstossungen oder

anderen Nebenwirkungen, welche in Folge von Tacrolimus Unter- oder Überexposition auftreten

können. Patienten sollten stets die selbe Tacrolimus-Formulierung und die entsprechende tägliche

Dosierung beibehalten; Umstellungen der Formulierung oder des Regimes sollten nur unter der

engmaschigen Kontrolle eines in der Transplantation erfahrenen Mediziners vorgenommen werden.

Nach Umstellung auf eine alternative Formulierung müssen eine engmaschige therapeutische

Arzneimittelüberwachung durchgeführt und Dosisanpassungen vorgenommen werden, um

sicherzustellen, dass eine vergleichbare systemische Exposition aufrechterhalten wird.

Wenn Substanzen mit einem Wechselwirkungspotenzial – besonders starke CYP3A4-Inhibitoren (wie

z.B. Telaprevir, Boceprevir, Ritonavir, Ketoconazol, Voriconazol, Itraconazol, Telithromycin oder

Clarithromycin) oder CYP 3A4-Induktoren (wie z.B. Rifampicin, Rifabutin) – mit Tacrolimus

kombiniert werden, sollten die Tacrolimus Blutspiegel überwacht werden, damit gegebenenfalls die

Tacrolimus Dosis angepasst werden kann um eine vergleichbare Blutkonzentration von Tacrolimus zu

erhalten. Ausgeprägte Dosisreduktionen von >90% können notwendig sein bei einzelnen Patienten, vor

allem bei der Verabreichung von Telaprevir. Bei gleichzeitiger Verabreichung mit CYP3A4-Inhibitoren

wird in den ersten Tagen der gemeinsamen Verwendung nachdrücklich eine frühe und häufige,

kontinuierliche Überwachung des Tacrolimus-Spiegels im Blut empfohlen. Ebenso wird nachdrücklich

empfohlen, die Nierenfunktion zu überwachen sowie den Patienten auf eine QT-Verlängerung im

Elektrokardiogramm und auf andere Nebenwirkungen hin zu beobachten (siehe Abschnitt

«Interaktionen»).

Eine kombinierte Verabreichung mit Ciclosporin ist zu vermeiden (vgl. «Interaktionen»).

Bei stabilen nierentransplantierten Patienten, die mit Ciclosporin und Mycophenolat-Mofetil (zweimal

täglich 1 g) behandelt wurden, wurde beim Umstellen von Ciclosporin auf Tacrolimus ein ca. 30%iger

AUC-Anstieg des Mycophenolsäure (MPA)-Plasmaspiegels sowie ein ca. 20%iger AUC-Abfall des

MPA-Glucuronid (MPAG)-Plasmaspiegels beobachtet. Die Cmax von MPA blieb unverändert, während

die Cmax von MPAG um ungefähr 20% zurückging. Bei Umstellung der Kombination Ciclosporin und

Mycophenolat-Mofetil auf die Kombination Tacrolimus und Mycophenolat-Mofetil sind somit die

Mycophenolsäurespiegel zu bestimmen und die Dosierung von Mycophenolat-Mofetil ist nötigenfalls

anzupassen.

Pflanzliche Arzneimittel auf Basis von Johanniskraut (Hypericum perforatum) oder andere pflanzliche

Präparate sollen während der Einnahme von Prograf aufgrund eines möglichen Interaktionsrisikos

vermieden werden, da es zu einem Abfall der Tacrolimus-Blutspiegel und einer Reduktion der

klinischen Wirksamkeit kommen kann (siehe Abschnitt «Interaktionen»).

Gastrointestinale Erkrankungen

Bei Patienten unter einer Tacrolimus-Therapie wurde über gastrointestinale Perforationen berichtet. Alle

berichteten Fälle wurden als Komplikationen des transplantationschirurgischen Eingriffs erachtet oder

beinhalteten zusätzlich Infektionen, Divertikel oder maligne Neoplasien. Da die gastrointestinale

Perforation lebensbedrohlich sein kann, sollten unverzüglich angemessene medizinische bzw.

chirurgische Massnahmen erfolgen.

Bei Patienten mit Diarrhö ist eine besonders sorgfältige Überwachung der Tacrolimus- Konzentrationen

im Blut geboten, da die Tacrolimus-Blutspiegel unter solchen Umständen erheblichen Schwankungen

unterworfen sein können.

Herzerkrankungen

Über Myokardiopathien wie Ventrikel- oder Septumhypertrophien ist selten berichtet worden. Die

meisten dieser Fälle waren reversibel und bei Kindern beobachtet worden, deren Tacrolimus-Blutspiegel

sehr viel höher waren als die empfohlenen Maximalwerte.

Andere Faktoren, welche das Risiko für diese pathologischen Zustände erhöhen waren z.B.:

vorbestehende Herzkrankheiten, die Anwendung von Kortikosteroiden, Hypertonie, Leber- oder

Niereninsuffizienz, Infektionen und Flüssigkeitsretention, Ödeme. Je nach Ausmass des Risikos sollten

die Patienten, besonders kleine Kinder und Patienten mit starker Immunsuppression, vor und nach

Transplantation mittels Echokardiografie oder EKG kontrolliert werden (z.B. nach 3 Monaten sowie

nach 9-12 Monaten). Falls eine Anomalie auftritt, ist eine Senkung der Prograf-Dosis oder die

Umstellung auf ein anderes Immunsuppressivum in Betracht zu ziehen.

QT-Zeit Verlängerungen

Tacrolimus kann die QT-Zeit verlängern und Torsade de Pointes hervorrufen. Vorsicht ist geboten bei

Patienten mit Risikofaktoren zu QT-Verlängerung, einschliesslich Patienten mit persönlicher oder

familiärer Vorgeschichte einer QT-Verlängerung, kongestivem Herzversagen, Bradyarrhythmien und

Elektrolyt-Abnormalitäten. Vorsicht ist ebenso geboten bei Patienten mit bestehender Diagnose oder bei

Verdacht auf ein kongenitales langes QT-Syndrom, bei einer erworbenen QT-Verlängerung oder bei

gleichzeitiger Gabe von Medikamenten, die das QT-Intervall verlängern, Elektrolyt-Abnormalitäten

hervorrufen oder die Tacrolimus-Exposition erhöhen.

Lymphoproliferative Erkrankungen

Wie mit anderen immunsuppressiven Medikamenten haben einige mit Tacrolimus behandelte Patienten

lymphoproliferative Störungen entwickelt, wie sie mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) in Verbindung

gebracht werden. Bei Patienten, die Tacrolimus nach anderen Immunsuppressiva nehmen, kann dieses

Phänomen einer übermässigen Immunsuppression vor Beginn der neuen Therapie zugeschrieben

werden. Patienten, die Tacrolimus als Notfallbehandlung erhalten, sollten nicht gleichzeitig eine

Antilymphozyten-Therapie erhalten. Sehr kleine Kinder, die EBV-seronegativ sind, haben ein grösseres

Risiko, lymphoproliferative Störungen zu entwickeln. Es ist daher wichtig, vor Beginn der Behandlung

bei dieser Patientengruppe die EBV-Serologie zu überprüfen und die Patienten während der Therapie

sorgfältig zu überwachen.

Posteriores Reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES)

Bei Patienten unter Tacrolimus-Behandlung wurde über die Entwicklung eines Posterioren Reversiblen

Enzephalopathie-Syndroms (PRES) berichtet. Wenn Patienten, die Tacrolimus einnehmen, Symptome

für PRES wie Kopfschmerzen, veränderten Bewusstseinszustand, Krämpfe und Sehstörungen zeigen,

sollte eine radiologische Untersuchung (z.B. MRI) durchgeführt werden. Sollte PRES festgestellt

werden, ist eine adäquate therapeutische Kontrolle von Blutdruck und ein sofortiges Absetzen der

systemischen Tacrolimus-Behandlung angeraten. Die meisten Patienten erholen sich vollständig

nachdem geeignete Massnahmen ergriffen wurden.

Pure Red Cell Aplasia (PRCA)

Bei Patienten, die eine Tacrolimus-Therapie erhielten, wurden Fälle von Pure Red Cell Aplasia (PRCA,

Erythroblastopenie) berichtet. Alle Patienten berichteten Risikofaktoren für eine PRCA wie Parvovirus

B19-Infektion sowie Grunderkrankungen oder Begleitmedikationen, die mit einer PRCA assoziiert sind,

zu haben.

Infektionen, opportunistische Infektionen

Patienten unter Immunsuppressionstherapie, einschliesslich Therapie mit Prograf haben ein erhöhtes

Risiko für opportunistische Infektionen (mit Bakterien, Pilzen, Viren und anderen Einzellern). Dazu

gehören BK-Virus-assoziierte Nephropathie und JC-Virus-assoziierte progressive multifokale

Leukoencephalopathie (PML). Diese Infektionen sind oftmals mit einer hohen Gesamt-

Immunsuppression verbunden und können zu ernsthaften oder lebensbedrohlichen Situationen führen,

die Ärzte bei der Differentialdiagnose bei immunsupprimierten Patienten mit sich verschlechternder

Nierenfunktion oder mit neurologischen Symptomen bedenken müssen.

Impfungen

Während der Behandlung mit Prograf können Impfungen weniger wirksam sein und abgeschwächte

Lebendvakzine sind gänzlich zu vermeiden.

UV-Exposition

Aufgrund des potenziellen Risikos bösartiger Hautveränderungen müssen sich Patienten, die sich lange

an der Sonne aufhalten oder UV-Strahlen aussetzen, mit Sonnenschutzmitteln mit hohem Schutzfaktor

schützen.

Augenerkrankungen

Bei Patienten unter einer Tacrolimus-Therapie wurde von Augenerkrankungen berichtet, die manchmal

zu Sehverlust führten. In einigen Fällen wurde nach Umstellung auf eine alternative immunsuppressive

Therapie von einem Abklingen dieser Symptome berichtet. Die Patienten sollten angewiesen werden,

Veränderungen von Sehschärfe oder Farbensehen, verschwommenes Sehen oder Gesichtsfeldausfälle zu

melden. In solchen Fällen wird eine sofortige Untersuchung und gegebenenfalls die Überweisung an

einen Ophthalmologen empfohlen.

Unverträglichkeit

Prograf Kapseln enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem

Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Kapsel, d.h. dieses Arzneimittel ist

nahezu «natriumfrei».

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

Interaktionen im Stoffwechselbereich

Prograf wird im Wesentlichen durch das Isoenzym von Zytochrom P450 3A4 (CYP3A4) in der Leber

metabolisiert. Die gleichzeitige Verwendung von Medikamenten (oder Pflanzen), die als Hemmer oder

Induktoren von CYP3A4 bekannt sind, kann den Metabolismus von Tacrolimus beeinflussen und

demzufolge seine Blutspiegel erhöhen oder senken.

Es wird dringend empfohlen, die Tacrolimus-Blutspiegel sowie die QT-Verlängerung (mit EKG), die

Nierenfunktion und andere Nebenwirkungen bei gleichzeitiger Gabe von Substanzen, die den CYP3A4-

Stoffwechsel verändern oder auf andere Weise die Tacrolimus-Blutspiegel beeinflussen können,

engmaschig zu überwachen und die Tacrolimus-Dosis zur Aufrechterhaltung einer vergleichbaren

Tacrolimus-Blutkonzentration entsprechend anzupassen oder zu unterbrechen (siehe Abschnitt

«Dosierung/Anwendung» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gemäss in vitro-Studien hemmen die folgenden Inhibitoren von CYP3A4 den Stoffwechsel von

Tacrolimus: Bromocriptin, Cortison, Dapson, Ergotamin, Gestoden, Lidocain, Mephenytoin, Miconazol,

Midazolam, Nilvadipin, Norethisteron, Chinidin, Tamoxifen, Triacetyloleandomycin und Verapamil.

Inhibitoren von CYP3A4 können einen Anstieg des Blutspiegels von Tacrolimus bewirken.

In der klinischen Praxis bedürfen die nachstehend genannten Arzneimittel bei fast allen Patienten einer

Anpassung der Tacrolimus Dosis:

Ketoconazol, Fluconazol, Itraconazol, Clotrimazol, Voriconazol, Isavuconazol, Erythromycin,

Clarithromycin, Josamycin, HIV-Proteasehemmer (z.B. Ritonavir, Nelfinavir, Saquinavir) , HCV-

Proteaseinhibitoren (z.B. Telaprevir, Boceprevir, und der Kombination von Ombitasvir und Paritaprevir

mit Ritonavir [bei Anwendung mit oder ohne Dasabuvir]), das CMV Virostatikum Letermovir, der

pharmakokinetische Verstärker Cobicistat, Tyrosinkinase-Inhibitoren Nilotinib und Imatinib, Danazol,

Amiodaron, Ethinylestradiol, Omeprazol, Nefazodon, Calciumantagonisten wie Diltiazem, Nifedipin,

Nicardipin oder (chinesische) pflanzliche Heilmittel, die Extrakte von Schisandra sphenanthera (auch

bekannt als «Südliche Magnolienrebe» (engl. southern magnolia vine) oder «Südliche 5-

Geschmacksbeere» (engl. southern five-flavour-berry)) enthalten.

Bei gleichzeitiger Verabreichung mit CYP3A4-Inhibitoren kann es zu einem sehr schnellen Anstieg des

Tacrolimus-Spiegels kommen. Es wurde von Fällen mit einem sehr schnellen, starken Anstieg des

Tacrolimus-Spiegels bereits innerhalb von 1–3 Tagen nach gleichzeitiger Verwendung mit einem

starken CYP3A4-Inhibitor wie Clarithromycin und trotz sofortiger Reduktion der Tacrolimus-Dosis

berichtet. Daher wird nachdrücklich empfohlen früh, also in den ersten Tagen einer gleichzeitigen

Verwendung, den Tacrolimus-Spiegel im Blut häufig und kontinuierlich zu überwachen, die

Nierenfunktion zu überwachen, sowie den Patienten auf eine QT-Verlängerung im Elektrokardiogramm

und das Auftreten anderer Nebenwirkungen hin zu beobachten.

Auch Grapefruitsaft kann die Tacrolimus-Blutspiegel durch Hemmung der Aktivität von CYP3A4

anheben.

Lansoprazol und Ciclosporin können potenziell den CYP3A4-vermittelten Stoffwechsel von Tacrolimus

hemmen und somit die Tacrolimus-Vollblutkonzentration erhöhen.

Die nachfolgend genannten Induktoren von CYP3A4 können einen Abfall der Tacrolimus-Blutspiegel

bewirken: Rifampicin, Phenobarbital, Phenytoin, Johanniskraut-Präparate, Carbamazepin, Metamizol

und Isoniazid.

Mit Methylprednisolon sind Fälle beschrieben worden, wo die Tacrolimus-Blutspiegel abfielen oder

anstiegen.

Auswirkung eines direkt wirkenden antiviralen Arzneimittels (DAA): Während einer DAA-Therapie

kann die Pharmakokinetik von Tacrolimus durch eine veränderte Leberfunktion, die im Zusammenhang

mit der Clearance des Hepatitis-C-Virus steht, beeinflusst werden. Zur Gewährleistung der

kontinuierlichen Wirksamkeit und Sicherheit sind eine engmaschige Überwachung und mögliche

Dosisanpassungen von Tacrolimus geboten.

Die gleichzeitige Verwendung von Tacrolimus mit Substanzen, deren Metabolismus CYP3A4-abhängig

ist, kann deren Stoffwechsel beeinträchtigen (Cortison, Testosteron), da Tacrolimus eine starke

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