Pravastatin Sandoz 30 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Pravastatin-Natrium
Verfügbar ab:
Hexal Aktiengesellschaft
ATC-Code:
C10AA03
INN (Internationale Bezeichnung):
Pravastatin sodium
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Pravastatin-Natrium 30.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
59152.02.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Pravastatin Sandoz 30 mg Tabletten

Pravastatin-Natrium

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht

an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die

gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Pravastatin Sandoz 30 mg und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Pravastatin Sandoz 30 mg beachten?

Wie ist Pravastatin Sandoz 30 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Pravastatin Sandoz 30 mg aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Pravastatin Sandoz 30 mg und wofür wird es angewendet?

Pravastatin Sandoz 30 mg gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als HMG-

CoA-Reduktase-Inhibitoren (oder Statine) bezeichnet werden. Sie wirken, indem sie

die körpereigene Bildung von „schlechtem“ Cholesterin verringern und die Spiegel

des „guten“ Cholesterins erhöhen. Cholesterin ist ein Lipid, das durch Verengung

der Blutgefäße, die das Herz mit Blut versorgen, eine koronare Herzkrankheit

verursachen kann. Dieses Krankheitsbild, das als Arterienverkalkung oder

Atherosklerose bezeichnet wird, kann zu Brustschmerz (Angina pectoris),

Herzinfarkt (Myokardinfarkt) oder Schlaganfall führen.

Wenn Sie bereits einen Herzinfarkt hatten oder Brustschmerzen in Ruhe haben

(instabile Angina pectoris), verringert Pravastatin Sandoz 30 mg das Risiko, einen

weiteren Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden, und zwar unabhängig von

Ihren Cholesterinspiegeln.

Wenn Sie erhöhte Cholesterinspiegel, aber keine koronare Herzkrankheit haben,

verringert Pravastatin Sandoz 30 mg das Risiko für das Auftreten dieser Krankheit

oder eines Herzinfarktes.

Wenn Sie Pravastatin Sandoz 30 mg einnehmen, wird Ihnen Ihr Arzt weitere

Maßnahmen im Rahmen Ihrer Behandlung empfehlen, wie z. B. fettarme Diät,

körperliche Betätigung und Gewichtsabnahme.

Wenn Sie eine Organtransplantation hatten und Medikamente einnehmen, die

verhindern, dass Ihr Körper das Transplantat abstößt, verringert Pravastatin

Sandoz 30 mg erhöhte Lipidspiegel.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Pravastatin Sandoz 30 mg

beachten?

Pravastatin Sandoz 30 mg darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Pravastatin-Natrium oder einen der in Abschnitt

6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie Leberprobleme haben (siehe Abschnitt „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“)

wenn mehrere Blutuntersuchungen eine abnormale Leberfunktion zeigen

(erhöhte Leberenzymwerte im Blut)

wenn Sie schwanger sind oder stillen (siehe Abschnitt „Schwangerschaft

und Stillzeit“).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Pravastatin Sandoz 30

mg einnehmen:

wenn Sie Nierenerkrankungen haben

wenn Sie eine Schilddrüsenunterfunktion haben

wenn Sie Leberprobleme hatten

wenn Sie oder ein Verwandter an einer erblichen Muskelerkrankung leiden

wenn Sie jemals Nebenwirkungen, die Ihre Muskeln beeinträchtigen, im

Zusammenhang mit der Einnahme eines anderen Cholesterin-senkenden

Arzneimittels, wie z. B. eines Statins oder eines Fibrates, hatten (siehe

„Einnahme von Pravastatin Sandoz 30 mg zusammen mit anderen

Arzneimitteln“)

wenn Sie regelmäßig größere Mengen Alkohol trinken

wenn Sie an einer schweren Ateminsuffizienz leiden.

wenn Sie Arzneimittel zur Behandlung von bakteriellen Infektionen mit dem

Wirkstoff Fusidinsäure einnehmen/Ihnen solche Arzneimittel als Spritze

verabreicht werden oder wenn Sie in den letzten 7 Tagen solche Arzneimittel

eingenommen haben/Ihnen solche Arzneimittel als Spritze verabreicht

wurden. Die Kombination von Fusidinsäure und Pravastatin Sandoz 30 mg

kann zu lebensbedrohlichen Muskelproblemen (Rhabdomyolyse) führen.

Wenn bei Ihnen eines dieser Probleme aufgetreten ist, wird Ihr Arzt vor und

möglicherweise während der Behandlung mit Pravastatin Sandoz 30 mg

Blutuntersuchungen durchführen müssen, um Ihr Risiko für muskuläre

Nebenwirkungen einschätzen zu können. Diese Blutuntersuchungen sind bei Ihnen

möglicherweise auch erforderlich, wenn Sie über 70 Jahre alt sind.

Suchen Sie Ihren Arzt sobald wie möglich erneut auf, um Ihre Bedenken zu

besprechen, und befolgen Sie die Ratschläge, die Sie erhalten.

Während der Behandlung mit Pravastatin Sandoz 30 mg wird Ihr Arzt Sie

engmaschig überwachen, wenn Sie eine Blutzuckererkrankung (Diabetes) haben

oder das Risiko besteht, dass Sie eine Blutzuckererkrankung entwickeln. Das Risiko,

eine Blutzuckererkrankung zu entwickeln besteht, wenn Sie erhöhte Blutzucker- und

Blutfettwerte haben, übergewichtig sind und einen hohen Blutdruck haben.

Bei wenigen Menschen können Statine Auswirkungen auf die Leber haben. Dies

kann durch einen einfachen Test festgestellt werden, mit dem erhöhte

Leberenzymwerte im Blut bestimmt werden. Aus diesem Grund wird Ihr Arzt

gewöhnlich vor und während der Behandlung mit Pravastatin Sandoz 30 mg eine

Blutuntersuchung veranlassen (Leberfunktionstest).

Wenn Sie während der Behandlung mit einem Statin ungeklärte Muskelschmerzen, -

krämpfe, -empfindlichkeit oder –schwäche haben, informieren Sie sofort Ihren Arzt.

Informieren Sie ebenfalls Ihren Arzt oder Apotheker, wenn bei Ihnen anhaltende

Muskelschwäche auftritt. Zur Diagnose und Behandlung dieses Zustandes sind

möglicherweise weitere Untersuchungen und Arzneimittel notwendig.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche (8-18 Jahre) mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie:

Bei Kindern vor der Pubertät, sollte der Arzt Nutzen und Risiko einer Behandlung vor

Einleiten der Therapie sorgfältig abwägen.

Einnahme von Pravastatin Sandoz 30 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet

haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt informieren, wenn Sie bereits mit einem der

folgenden Arzneimittel behandelt werden:

andere Cholesterin-senkende Arzneimittel, die als Fibrate bezeichnet werden

(z. B. Gemfibrozil, Fenofibrat) und Nicotinsäure. Die Kombination kann das

Risiko für die Entwicklung von Muskelproblemen erhöhen.

Lipidsenker vom Typ der Anionenaustauscherharze, wie z. B. Colestyramin

oder Colestipol. Pravastatin Sandoz 30 mg soll in der Regel mindestens 1

Stunde vor oder 4 Stunden nach der Einnahme des Anionenaustauscherharzes

eingenommen werden. Der Grund hierfür ist, dass das Anionenaustauscherharz

die Absorption von Pravastatin Sandoz 30 mg beeinträchtigen kann, wenn die

beiden Arzneimittel in zu engem Abstand eingenommen werden.

Arzneimittel, die die Immunreaktion beeinflussen bzw. unterdrücken, wie z. B.

Ciclosporin. Die Kombination kann das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen.

Clarithromycin, Erythromycin und Roxithromycin (Antibiotika). Die

Kombination kann zu einem erhöhten Risiko für das Auftreten von

Muskelproblemen führen.

Rifampicin (Antibiotikum). Die Kombination kann zu erhöhten

Pravastatinwerten führen. Pravastatin Sandoz 30 mg sollte gewöhnlich

mindestens 2 Stunden vor der Einnahme von Rifampicin eingenommen werden.

Colchicin (zur Behandlung der Gicht). Die Kombination kann zu einem

erhöhten Risiko für das Auftreten von Muskelproblemen führen.

Lenalidomid (Arzneimittel, das die Funktion Ihres Immunsystems beeinflusst).

Die Kombination kann zu einem erhöhten Risiko für das Auftreten von

Muskelproblemen führen.

Bevor Sie Pravastatin Sandoz 30 mg einnehmen, teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie

Arzneimittel zur Behandlung und Vorbeugung von Blutgerinnseln, sogenannte

“Vitamin-K-Antagonisten” einnehmen. Denn die gleichzeitige Einnahme von Vitamin-

K-Antagonisten mit Pravastatin Sandoz 30 mg kann zu Erhöhung der Ergebnisse von

Bluttests führen, die durchgeführt werden, um die Behandlung mit Vitamin-K-

Antagonisten zu überwachen.

Wenn Sie Fusidinsäure zur Behandlung einer bakteriellen Infektion einnehmen

müssen, müssen Sie die Einnahme dieses Arzneimittels zeitweise unterbrechen. Ihr

Arzt wird Ihnen mitteilen, wann Sie wieder mit der Einnahme von Pravastatin Sandoz

30 mg beginnen können. Die Einnahme von Pravastatin Sandoz 30 mg zusammen

mit Fusidinsäure kann selten zu Muskelschwäche, Empfindlichkeit oder Schmerzen

der Muskulatur führen (Rhabdomyolyse). Mehr Informationen zu Rhabdomyolyse

siehe Abschnitt 4.

Einnahme von Pravastatin Sandoz 30 mg zusammen mit Alkohol

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie regelmäßig größere Mengen an Alkohol zu sich

nehmen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein

oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses

Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Sie dürfen Pravastatin Sandoz 30 mg während der Schwangerschaft nicht

einnehmen. Der Arzt wird dieses Arzneimittel nur unter besonderer Vorsicht Frauen

im gebärfähigen Alter verschreiben und Ihnen die potenziellen Risiken einer

Pravastatin-Behandlung während einer Schwangerschaft genau erklären. Falls Sie

planen, schwanger zu werden oder falls Sie schwanger geworden sind, müssen Sie

die Einnahme von Pravastatin Sandoz 30 mg abbrechen und unverzüglich Ihren Arzt

informieren (siehe Abschnitt „Pravastatin Sandoz 30 mg darf nicht eingenommen

werden“).

Stillzeit

Sie dürfen Pravastatin Sandoz 30 mg während der Stillzeit nicht einnehmen, da

Pravastatin Sandoz 30 mg in die Muttermilch ausgeschieden wird (siehe Abschnitt

„Pravastatin Sandoz 30 mg darf nicht eingenommen werden“).

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Pravastatin Sandoz 30 mg beeinträchtigt in der Regel nicht Ihre Verkehrstüchtigkeit

oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Wenn bei Ihnen Schwindel,

verschwommenes Sehen oder Doppeltsehen während der Behandlung auftritt,

vergewissern Sie sich, dass Sie in der Lage sind, ein Fahrzeug oder Maschinen

bedienen zu können, bevor Sie dies tun.

Pravastatin Sandoz 30 mg enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es

ist nahezu „natriumfrei“.

3. Wie ist Pravastatin Sandoz 30 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder

Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht

sicher sind.

Ihr Arzt wird Sie hinsichtlich einer fettreduzierten Diät beraten, die Sie während des

gesamten Behandlungszeitraums einhalten sollten.

Pravastatin Sandoz 30 mg werden 1-mal täglich, vorzugsweise abends, unabhängig

von den Mahlzeiten eingenommen.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, beträgt die empfohlene Dosis:

Erwachsene

Zur Behandlung hoher Cholesterinwerte und anderer Blutfettwerte

Die empfohlene Dosis beträgt 10-40 mg 1-mal täglich.

Zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die empfohlene Dosis beträgt 40 mg 1-mal täglich.

Nach einer Organtransplantation

Ihr Arzt wird Ihnen eine Anfangsdosis von 1-mal täglich 20 mg verordnen. Die Dosis

kann von Ihrem Arzt auf bis zu 40 mg erhöht werden.

Die tägliche Höchstdosis von 40 mg Pravastatin sollte nicht überschritten werden. Ihr

Arzt wird Ihnen mitteilen, welche Dosis für Sie geeignet ist.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 8 bis 18 Jahren) mit

einer bestimmten Erbkrankheit, die erhöhte Cholesterinwerte verursacht

(heterozygote familiäre Hypercholesterinämie)

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 8-13 Jahren)

Die empfohlene Dosis beträgt 10-20 mg 1-mal täglich.

Anwendung bei Jugendlichen (im Alter von 14 - 18 Jahren)

Die empfohlene Dosis beträgt 10-40 mg 1-mal täglich (für Mädchen im gebärfähigen

Alter siehe Abschnitt „Schwangerschaft“).

Patienten mit Einschränkung der Nieren- oder Leberfunktion

Die übliche Dosis bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Einschränkung der Nieren-

oder Leberfunktion beträgt 1-mal täglich 10 mg.

Einnahme anderer Arzneimittel

Dieses Arzneimittel sollte in der Regel mindestens 1 Stunde vor oder 4 Stunden nach

der Einnahme von Colestyramin oder Colestipol eingenommen werden.

Wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel anwenden, welche die Immunantwort beeinflussen

oder unterdrücken (z. B. Ciclosporin), wird Ihr Arzt Ihnen eine Anfangsdosis von 1-

mal täglich 20 mg verordnen. Die Dosis kann von Ihrem Arzt auf bis zu 40 mg erhöht

werden.

Dauer der Behandlung

Ihr Arzt wird Sie über die Dauer der Behandlung mit diesem Arzneimittel informieren.

Dieses Arzneimittel ist sehr regelmäßig und so lange

einzunehmen, wie es Ihnen Ihr

Arzt rät, auch wenn es sich um einen sehr langen Zeitraum handelt. Beenden Sie

Ihre Behandlung nicht selbstständig.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben,

dass die Wirkung von Pravastatin Sandoz 30 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Pravastatin Sandoz 30 mg eingenommen

haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viele Tabletten eingenommen haben oder wenn jemand versehentlich

einige Tabletten schluckt, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder das nächste

Krankenhaus, um sich beraten zu lassen.

Wenn Sie die Einnahme von Pravastatin Sandoz 30 mg vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme einer Dosis vergessen haben, nehmen Sie einfach die

normale Dosis zur üblichen Zeit ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein,

wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Pravastatin Sandoz 30 mg abbrechen

Informieren Sie bitte stets Ihren Arzt, wenn Sie die Behandlung abbrechen möchten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich

an Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Schwerwiegende Nebenwirkungen, die sehr selten auftreten (kann bis zu 1 von

10.000 Behandelten betreffen):

Suchen Sie so bald wie möglich Ihren Arzt auf und beenden Sie die Einnahme

von Pravastatin Sandoz 30 mg, wenn bei Ihnen ungeklärte oder anhaltende

Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, -verspannungen, -schwäche oder -krämpfe

auftreten, vor allem wenn Sie sich gleichzeitig unwohl fühlen oder Sie erhöhte

Temperatur haben. In sehr seltenen Fällen können Muskelbeschwerden

lebensbedrohlich sein (Rhabdomyolyse) und zu einer ernsthaften und

möglicherweise lebensbedrohlichen Nierenerkrankung führen.

Sie sollten die Einnahme von Pravastatin Sandoz 30 mg abbrechen und

unverzüglich Ihren Arzt aufsuchen, wenn bei Ihnen eines der folgenden

Symptome auftritt:

Schwellung von Gesicht, Lippen, Mund, Zunge, Augen oder Rachen

Schwierigkeiten beim Schlucken

Nesselausschlag (Urtikaria)

Atemschwierigkeiten

Schwindel

Es handelt sich hierbei um Symptome ernsthafter allergischer Reaktionen

(Angioödem, Anaphylaxie), die sofort behandelt werden müssen, in der Regel in

einem Krankenhaus.

Andere Nebenwirkungen:

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Schlafstörungen, Schlaflosigkeit

Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit

Sehstörungen wie z. B. Verschwommen- oder Doppeltsehen

Magen- und Darmprobleme wie z. B. Verdauungsstörungen, Sodbrennen,

Übelkeit, Magenschmerzen oder -beschwerden, Erbrechen, Durchfall,

Verstopfung, Blähungen

Hautreaktionen wie Juckreiz und Hautausschlag, Nesselausschlag (Urtikaria)

oder Kopfhaut- und Haarprobleme, einschließlich Haarausfall

Blasenprobleme wie schmerzhaftes und häufigeres Wasserlassen, nächtlicher

Drang zum Wasserlassen

Sexualstörungen

Muskel- und Gelenkschmerzen

Entzündung der Sehnen, manchmal mit Sehnenriss als Komplikation

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht

Sehr seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Störungen des Tastsinnes, wie z. B. brennende oder kribbelnde

Missempfindungen oder Taubheitsgefühl, die Anzeichen für eine Schädigung

von Nervenendigungen sein können

allergische Erkrankungen, die Gelenkschmerzen hervorrufen können,

Hautausschlag und Fieber (Lupus erythematodes), akute und schwere

Überempfindlichkeitsreaktion (Anaphylaxie)

Leberprobleme die eine Gelbfärbung der Haut oder des Augenweißes

hervorrufen können und/oder Appetitverlust und allgemeines Unwohlsein

(Gelbsucht, Leberentzündung), schnell auftretender Verlust der Leberfunktion,

Bauchspeicheldrüsenentzündung (die Magenschmerzen hervorrufen kann)

Muskelschmerzen oder -schwäche (Myopathie), Muskelentzündung (Myositis,

Polymyositis)

abnormale Blutwerte: erhöhte Transaminasewerte (eine Gruppe von

Enzymen, die von Natur aus im Blut vorkommen), die ein Anzeichen von

Leberproblemen sein können. Möglicherweise möchte Ihr Arzt regelmäßige

Kontrollen durchführen, um diese zu überprüfen.

Entzündung der Haut und der Muskeln (Dermatomyositis)

Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

anhaltende Muskelschwäche

Mögliche Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei einigen Statinen (Arzneimittel des

gleichen Typs) berichtet:

Albträume

Gedächtnisverlust

Depression

Atemprobleme einschließlich anhaltender Husten und/oder Kurzatmigkeit oder

Fieber

Blutzuckererkrankung (Diabetes): Das Risiko für die Entwicklung einer

Blutzuckererkrankung wird größer, wenn Sie erhöhte Blutzucker- und

Blutfettwerte haben, übergewichtig sind und einen hohen Blutdruck haben. Ihr

Arzt wird Sie während der Behandlung mit Pravastatin Sandoz 30 mg

überwachen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass

mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

5.

Wie ist Pravastatin Sandoz 30 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Blisterstreifen

nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das

Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden.

Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Pravastatin Sandoz 30 mg enthält

Der Wirkstoff ist: Pravastatin-Natrium

1 Tablette enthält 30 mg Pravastatin-Natrium

Die sonstigen Bestandteile sind: Calciumhydrogenphosphat, mikrokristalline

Cellulose, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ

A) (Ph.Eur.), Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat (Ph.Eur.), Povidon K

30, Trometamol, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

Wie Pravastatin Sandoz 30 mg aussieht und Inhalt der Packung

Gelbe, längliche, konvexe Tablette mit seitlicher Bruchkerbe, Prägung „P 30“

Blister (Al/OPA/Al/PVC)

Packungsgrößen: 20, 50 und 100 Tabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: (08024) 908-0

Telefax: (08024) 908-1290

E-Mail: service@hexal.com

Hersteller

Salutas Pharma GmbH

Otto-von-Guericke-Allee 1

39179 Barleben

oder

Lek Pharmaceuticals d.d.

Verovskova 57

1526 Ljubljana

Slowenien

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen

Wirtschaftsraumes (EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2018.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Pravastatin Sandoz 30 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 30 mg Pravastatin-Natrium.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Tablette enthält 0,1998 mmol (4,596 mg) Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Gelbe, oblonge, konvexe Tablette mit seitlicher Bruchkerbe, Prägung P 30

Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Tablette, um das Schlucken zu erleichtern, und

nicht zum Teilen in gleiche Dosen.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Hypercholesterinämie

Behandlung von primärer Hypercholesterinämie oder gemischter Dyslipidämie,

zusätzlich zu einer Diät, wenn das Ansprechen auf eine Diät und andere nicht-

pharmakologische Maßnahmen (z. B. körperliche Betätigung,

Gewichtsabnahme) nicht ausreichend ist.

Primäre Prävention

Verringerung der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität zusätzlich zu einer

Diät bei Patienten mit mittlerer oder schwerer Hypercholesterinämie und mit

einem hohen Risiko eines ersten kardiovaskulären Ereignisses (siehe Abschnitt

5.1).

Sekundäre Prävention

Verringerung der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei Patienten mit

einem Myokardinfarkt oder instabiler Angina pectoris in der Anamnese und

entweder normalen oder erhöhten Cholesterinwerten zusätzlich zur Korrektur

anderer Risikofaktoren (siehe Abschnitt 5.1).

Post-Transplantation

Verringerung einer Post-Transplantations-Hyperlipidämie bei Patienten, die

nach Organtransplantation eine immunsuppressive Therapie erhalten (siehe

Abschnitte 4.2, 4.5 und 5.1).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Vor der erstmaligen Anwendung von Pravastatin müssen sekundäre Ursachen

für eine Hypercholesterinämie ausgeschlossen werden und die Patienten auf

eine lipidsenkende Standard-Diät gesetzt werden, die während des

Behandlungszeitraumes fortgesetzt werden sollte.

Pravastatin wird 1-mal täglich, vorzugsweise abends, unabhängig von den

Mahlzeiten eingenommen.

Hypercholesterinämie

Die empfohlene Dosis beträgt 10-40 mg Pravastatin-Natrium 1-mal täglich. Die

therapeutische Wirkung setzt innerhalb 1 Woche ein und die volle Wirkung entfaltet

sich innerhalb von 4 Wochen. Deshalb sollten die Lipidwerte periodisch bestimmt

und die Dosierung entsprechend angepasst werden. Die Tageshöchstdosis beträgt

40 mg Pravastatin-Natrium.

Kardiovaskuläre Prävention

In allen präventiven Morbiditäts- und Mortalitätsstudien betrug die einzig

untersuchte Anfangs- und Erhaltungsdosis 40 mg Pravastatin-Natrium pro Tag.

Dosierung nach einer Transplantation

Nach einer Organtransplantation wird für Patienten, die eine immunsuppressive

Therapie erhalten, eine Anfangsdosis von 20 mg Pravastatin-Natrium täglich

empfohlen (siehe Abschnitt 4.5). In Abhängigkeit vom Ansprechen der Lipid-

Werte kann die Dosierung unter engmaschiger medizinischer Kontrolle bis auf

40 mg Pravastatin-Natrium erhöht werden.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche (8-18 Jahre) mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie:

Für Kinder (8-13 Jahre) werden 10-20 mg 1-mal täglich empfohlen, da

höhere Dosierungen als 20 mg bei diesen nicht untersucht wurden. Für

Jugendliche (14-18 Jahre) beträgt die empfohlene Dosierung 10-40 mg pro Tag

(für die Anwendung bei Mädchen im gebärfähigen Alter siehe

Abschnitt 4.6, für Ergebnisse der Studie siehe Abschnitt 5.1).

Ältere Patienten

Bei dieser Patientengruppe ist keine Dosisanpassung notwendig, es sei denn,

es liegen prädisponierende Risikofaktoren vor (siehe Abschnitt 4.4).

Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion

Eine Anfangsdosis von 10 mg Pravastatin-Natrium pro Tag wird für Patienten

mit einer mäßigen oder schweren Einschränkung der Nierenfunktion oder einer

signifikanten Einschränkung der Leberfunktion empfohlen. Die Dosierung sollte

entsprechend dem Ansprechen der Lipidparameter und unter medizinischer

Kontrolle angepasst werden.

Begleitmedikation

Die lipidsenkende Wirkung von Pravastatin-Natrium auf das Gesamtcholesterin

und LDL-Cholesterin wird verstärkt durch Kombination mit Gallensäure-

bindenden Harzen (z. B. Colestyramin, Colestipol). Pravastatin sollte entweder 1

Stunde vor oder mindestens 4 Stunden nach dem Harz angewendet werden

(siehe Abschnitt 4.5). Patienten, die Ciclosporin allein oder in Kombination mit

weiteren immunsuppressiven Arzneimitteln einnehmen, sollten die Behandlung

mit 1-mal täglich 20 mg Pravastatin-Natrium beginnen und eine Dosissteigerung

bis auf 40 mg Pravastatin-Natrium sollte unter Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt

4.5).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile

akute Lebererkrankung einschließlich nicht abgeklärter, persistierender

Erhöhungen der Transaminasespiegel über das 3-fache des oberen

Normwertes (siehe Abschnitt 4.4)

Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6)

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Pravastatin wurde bei Patienten mit homozygoter familiärer

Hypercholesterinämie nicht untersucht. Eine Therapie ist nicht indiziert, wenn

die Hypercholesterinämie aufgrund erhöhter HDL-Cholesterinwerte besteht.

Die Kombination von Pravastatin mit Fibraten wird, wie auch bei anderen HMG-

CoA-Reduktase-Inhibitoren, nicht empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern vor Beginn der Pubertät sollten Nutzen und Risiko der Behandlung

sorgfältig von Ärzten vor Aufnahme der Behandlung abgewogen werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Wie bei anderen lipidsenkenden Stoffen wurde ein moderater Anstieg der

Lebertransaminasespiegel beobachtet. In den meisten Fällen gingen die

Transaminase-Werte wieder auf ihren Ausgangswert zurück, ohne dass die

Behandlung unterbrochen werden musste. Patienten, die erhöhte

Transaminasespiegel entwickeln, sollten besonders beobachtet werden. Die

Therapie sollte unterbrochen werden, wenn die Alaninaminotransferase (ALT)-

und Aspartataminotransferase (AST)-Werte dauerhaft das 3-fache des oberen

Normwertes übersteigen.

Bei der Anwendung von Statinen, darunter Pravastatin, seit Markteinführung

wurde über seltene Fälle von Leberversagen mit tödlichem oder nicht-tödlichem

Ausgang berichtet. Beim Aufteten klinischer Symptome von Leberschädigungen

und/oder Hyperbiliurinämie oder Ikterus während der Therapie mit Pravastatin

ist diese daher sofort zu unterbrechen. Falls keine alternative Ätiologie bestätigt

werden kann, sollte die Therapie mit Pravastatin nicht fortgesetzt werden.

Vorsicht bei der Anwendung von Pravastatin ist geboten bei Patienten mit

anamnestisch bekannter Lebererkrankung oder hohem Alkoholkonsum.

Störungen der Muskulatur

Wie bei anderen HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine) wurde die

Anwendung von Pravastatin mit dem Auftreten von Myalgie, Myopathie und sehr

selten Rhabdomyolyse in Verbindung gebracht. Eine Myopathie muss bei jedem

mit Statinen behandelten Patienten mit ungeklärten muskulären Symptomen,

wie Schmerzen oder Empfindlichkeit, Muskelschwäche oder Muskelkrämpfen, in

Erwägung gezogen werden. In diesen Fällen sollten die Creatinkinase (CK)-

Spiegel gemessen werden (siehe unten). Die Statin-Therapie sollte zeitweilig

unterbrochen werden, wenn die CK-Spiegel über dem 5-fachen des oberen

Normwertes liegen oder wenn ernste klinische Symptome auftreten. Sehr selten

(in etwa einem Fall pro 100.000 Patientenjahre) tritt eine Rhabdomyolyse - mit

oder ohne sekundärer Niereninsuffizienz - auf. Rhabdomyolyse ist eine akute,

potenziell tödliche Skelettmuskelschädigung, die zu jeder Zeit während der

Behandlung auftreten kann, durch massive Muskelzerstörung in Verbindung mit

einem deutlichen Anstieg des CK-Spiegels (meist über dem 30- oder 40-fachen

des oberen Normwertes) charakterisiert ist und zu einer Myoglobinurie führt.

Das Risiko für das Auftreten einer Myopathie unter Statinen scheint von der

Exposition abhängig zu sein. Es kann daher zwischen den verschiedenen

Wirkstoffen (aufgrund von Unterschieden in Lipophilie und den

pharmakokinetischen Eigenschaften) variieren, einschließlich ihrer Dosierung

und ihres Potenzials für Arzneimittelwechselwirkungen. Obwohl es für die

Verschreibung eines Statins keine muskuläre Kontraindikation gibt, können

bestimmte prädisponierende Faktoren, einschließlich fortgeschrittenes Alter (>

65), unkontrollierte Hypothyreose und Niereninsuffizienz, das Risiko muskulärer

Toxizität erhöhen und rechtfertigen deshalb eine sorgfältige Nutzen-Risiko-

Bewertung und besondere klinische Überwachung. Bei diesen Patienten ist die

Messung der CK-Werte vor dem Therapiebeginn mit Statinen angezeigt (siehe

unten).

In sehr seltenen Fällen wurde während oder nach der Behandlung mit einigen

Statinen über eine immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (immune-

mediated necrotizing myopathy; IMNM) berichtet. Die klinischen Charakteristika

einer IMNM sind persistierende proximale Muskelschwäche und erhöhte Serum-

Kreatinkinase-Werte, die trotz Absetzen der Behandlung mit Statinen

fortbestehen.

Das Risiko und der Schweregrad muskulärer Störungen unter Statin-Therapie

steigen bei gemeinsamer Gabe mit wechselwirkenden Arzneimitteln wie

Ciclosporin, Clarithromycin und anderen Makroliden oder Niacin. Die

Anwendung von Fibraten allein ist gelegentlich mit dem Auftreten einer

Myopathie verbunden. Die gleichzeitige Anwendung eines Statins mit Fibraten

sollte im Allgemeinen vermieden werden. Die gemeinsame Verabreichung von

Statinen und Nicotinsäure sollte mit Vorsicht durchgeführt werden. Verstärktes

Auftreten von Myopathien wurde auch bei Patienten beschrieben, die andere

Statine in Kombination mit Inhibitoren des Cytochrom P450-Stoffwechsels

einnahmen. Dies kann aus pharmakokinetischen Wechselwirkungen resultieren,

die für Pravastatin nicht dokumentiert sind (siehe Abschnitt 4.5). Muskuläre

Symptome im Zusammenhang mit einer Statin-Therapie gehen normalerweise

zurück, wenn die Statin-Therapie unterbrochen wird.

Statine, einschließlich Pravastatin, dürfen nicht gleichzeitig mit einer

systemischen Anwendung von Fusidinsäure oder innerhalb von 7 Tagen nach

Beendigung einer Fusidinsäure-Behandlung angewandt werden. Bei Patienten,

bei denen systemische Anwendung von Fusidinsäure als notwendig erachtet

wird, sollte die Statin-Therapie während der Dauer der Fusidinsäure-

Behandlung unterbrochen werden.

Es gibt Berichte über Rhabdomyolysen (einschließlich einiger Todesfälle) bei

Patienten, die Fusidinsäure und Statine gleichzeitig erhalten haben (siehe

Abschnitt 4.5). Patienten sollten angewiesen werden, bei jeglichen Anzeichen

von Muskelschwäche, -schmerzen oder -empfindlichkeit sofort ärztlichen Rat

einzuholen.

Die Statin-Therapie kann 7 Tage nach Gabe der letzten Dosis Fusidinsäure

wieder begonnen werden.

In Ausnahmefällen, wenn eine länger dauernde systemische Behandlung mit

Fusidinsäure erforderlich ist, z. B. für die Behandlung von schweren Infektionen,

sollte die Notwendigkeit für eine gleichzeitige Gabe von Pravastatin und

Fusidinsäure nur nach Einzelfallabwägung und unter strenger, medizinischer

Überwachung in Betracht gezogen werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Pravastatin und Colchicin wurde über Fälle von

Myopathie, darunter Rhabdomyolyse, berichtet. Die gemeinsame Verschreibung

von Pravastatin und Colchicin sollte daher mit der gebotenen Vorsicht erfolgen

(siehe Abschnitt 4.5).

Messung und Interpretation der Creatinkinase-Werte

Eine routinemäßige Überwachung der Creatinkinase (CK) oder anderer

Muskelenzymspiegel wird bei asymptomatischen Patienten unter Statin-

Therapie nicht empfohlen. Die Messung des CK-Spiegels wird jedoch bei

Patienten mit besonderen prädisponierenden Faktoren vor Beginn einer Statin-

Therapie und bei Patienten, die muskuläre Symptome unter Statin-Therapie

entwickeln, wie unten beschrieben, empfohlen. Wenn die CK-Ausgangswerte

signifikant erhöht sind (mehr als das 5-fache des oberen Normwertes [= upper

limit of normal = ULN]), sollten die CK-Werte ungefähr 5-7 Tage später noch

einmal gemessen werden, um die Ergebnisse zu bestätigen. Die Interpretation

der gemessenen CK-Spiegel sollte im Kontext anderer potenzieller Faktoren, die

vorübergehende Muskelschädigungen verursachen können, wie anstrengende

körperliche Betätigung oder Muskeltrauma, erfolgen.

Vor Behandlungsbeginn

Bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren, wie Niereninsuffizienz,

Schilddrüsenunterfunktion, anamnestisch bekannter muskulärer Toxizität eines

Statins oder Fibrats, erblicher Muskelerkrankung (beim Patienten oder in der

Familienanamnese) oder Alkoholmissbrauch, ist Vorsicht geboten. In diesen

Fällen sollten die CK-Spiegel vor Therapiebeginn gemessen werden. Eine

Messung der CK-Spiegel vor Therapiebeginn sollte auch bei Personen über

70 Jahren, besonders in Gegenwart anderer prädisponierender Faktoren in

dieser Patientengruppe, in Betracht gezogen werden. Wenn die CK-Spiegel

signifikant erhöht sind (> 5-mal ULN), sollte die Behandlung nicht begonnen

werden und die Ergebnisse sollten nach 5-7 Tagen erneut überprüft werden. Die

Ausgangswerte der CK-Spiegel können auch im Fall eines späteren Anstiegs

während der Statin-Therapie als Referenzwerte nützlich sein.

Während der Behandlung

Die Patienten sollten angewiesen werden, umgehend alle ungeklärten

Muskelschmerzen, -empfindlichkeiten, -schwächen oder -krämpfe zu berichten.

In diesen Fällen sollten die CK-Spiegel gemessen werden. Wenn ein signifikant

erhöhter (> 5-mal ULN) CK-Spiegel festgestellt wird, muss die Statin-Therapie

unterbrochen werden. Eine Therapieunterbrechung sollte auch in Betracht

gezogen werden, wenn die muskulären Symptome schwerwiegend sind und

tägliches Unbehagen verursachen, selbst wenn der Anstieg des CK-Wertes

mal ULN bleibt. Wenn die Symptome nachlassen und die CK-Spiegel zum

Normalwert zurückkehren, kann die Wiederaufnahme der Statin-Therapie mit

der niedrigsten Dosierung und unter engmaschiger Überwachung in Betracht

gezogen werden. Wenn bei einem solchen Patienten eine erbliche

Muskelkrankheit vermutet wird, wird die Wiederaufnahme der Statin-Therapie

nicht empfohlen.

Interstitielle Lungenkrankheit

Einzelfälle einer interstitiellen Lungenerkrankung sind mit einigen Statinen berichtet

worden, insbesondere bei Langzeittherapie (siehe Abschnitt 4.8). Diesbezügliche

Symptome können Dyspnoe, nicht-produktiven Husten und Verschlechterung des

allgemeinen Gesundheitszustands (Müdigkeit, Gewichtsverlust und Fieber)

beinhalten.

Wenn bei einem Patienten der Verdacht auf eine interstitielle Lungenerkrankung

besteht, sollte die Statintherapie abgesetzt werden.

Diabetes mellitus

Es gibt Hinweise darauf, dass Statine als Substanzklasse den Blutzuckerspiegel

erhöhen und bei manchen Patienten, die ein hohes Risiko für die Entwicklung

eines zukünftigen Diabetes mellitus haben, eine Hyperglykämie hervorrufen

können, die eine adäquate Diabetesbehandlung erfordert. Dieses Risiko wird

jedoch von der Reduktion des vaskulären Risikos durch Statine aufgewogen

und sollte daher nicht zu einem Abbruch der Statinbehandlung führen. In

Übereinstimmung mit nationalen Richtlinien sollten Risikopatienten

(Nüchternblutzucker von 5,6 bis 6,9 mmol/L, BMI > 30 kg/m2, erhöhte

Triglyzeridwerte, Hypertonie) sowohl klinisch als auch in Bezug auf die

relevanten Laborwerte überwacht werden.

Hilfsstoffe

Diese Arzneimittel enthalten weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette,

d. h. sie sind nahezu „natriumfrei“.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Fibrate

Die Anwendung von Fibraten allein ist gelegentlich mit dem Auftreten einer

Myopathie verbunden. Ein erhöhtes Risiko für muskelbezogene unerwünschte

Ereignisse einschließlich Rhabdomyolyse wurde berichtet, wenn Fibrate

zusammen mit anderen Statinen verabreicht wurden. Da solche unerwünschten

Ereignisse mit Pravastatin nicht ausgeschlossen werden können, sollte die

kombinierte Anwendung von Pravastatin und Fibraten (z. B. Gemfibrozil,

Fenofibrat) im Allgemeinen vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4). Wenn diese

Kombination als notwendig erachtet wird, muss bei Patienten mit diesem

Therapieregime eine sorgfältige klinische Überwachung und Kontrolle der CK-

Spiegel erfolgen.

Colestyramin/Colestipol

Bei gleichzeitiger Gabe war die Bioverfügbarkeit von Pravastatin um ungefähr

40-50 % verringert. Es gab keine klinisch signifikante Verringerung der

Bioverfügbarkeit oder der therapeutischen Wirksamkeit, wenn Pravastatin 1

Stunde vor oder 4 Stunden nach Colestyramin oder 1 Stunde vor Colestipol

verabreicht wurde (siehe Abschnitt 4.2).

Fusidinsäure

Das Risiko einer Myopathie einschließlich Rhabdomyolyse kann bei

gleichzeitiger Anwendung von systemischer Fusidinsäure und Statinen erhöht

sein. Der Mechanismus dieser Wechselwirkung (pharmakodynanisch oder

pharmakokinetisch oder beides) ist noch unbekannt. Es wurde über Fälle von

Rhabdomyolyse (einschließlich Todesfälle) bei Patienten, die diese Kombination

erhielten, berichet.

Wenn eine systemische Therapie mit Fusidinsäure erforderlich ist, sollte

während dieser Dauer die Pravastatinbehandlung unterbrochen werden. Siehe

auch Abschnitt 4.4.

Ciclosporin

Die gleichzeitige Gabe von Pravastatin und Ciclosporin führt zu einem ungefähr

4-fachen Anstieg der systemischen Verfügbarkeit von Pravastatin. Bei einigen

Patienten kann der Anstieg der Verfügbarkeit von Pravastatin jedoch höher sein.

Die klinische und biochemische Überwachung von Patienten, die diese

Kombination erhalten, wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).

Vitamin-K-Antagonisten

Wie mit anderen HMG-CoA Reductase Inhibitoren, kann der Beginn der

Pravastatinbehandlung oder die Erhöhung der Pravastatindosis bei Patienten,

die gleichzeitig mit Vitamin-K-Antagonisten (z. B. Warfarin oder andere

Antikoagulanzien vom Coumarin-Typ) behandelt werden, zu einer Erhöhung der

INR-Werte (International Normalised Ratio) führen. Eine Beendigung der

Therapie mit Pravastatin oder eine Dosisverringerung können zu einer Senkung

der INR-Werte führen. In solchen Fällen ist eine ausreichende Überwachung der

INR-Werte erforderlich.

Durch Cytochrom P450 verstoffwechselte Arzneimittel

Pravastatin wird nicht in klinisch signifikantem Ausmaß durch das Cytochrom

P450 System verstoffwechselt. Daher können Arzneistoffe, die durch das

Cytochrom P450 System verstoffwechselt werden oder die Inhibitoren von

Cytochrom P450 sind, im Gegensatz zu anderen Statinen zu einer Pravastatin-

Therapie angewendet werden, ohne signifikante Veränderungen der

Plasmaspiegel von Pravastatin zu verursachen. Das Fehlen einer signifikanten

pharmakokinetischen Wechselwirkung mit Pravastatin wurde speziell für einige

Arzneimittel nachgewiesen, besonders für Substrate/Hemmer von CYP3A4, z.

B. Diltiazem, Verapamil, Itraconazol, Ketoconazol, Proteaseinhibitoren,

Grapefruitsaft und CYP2C9-Hemmer (z. B. Fluconazol).

Makrolide

Bei gleichzeitiger Anwendung von Makroliden und Statinen haben Makrolide das

Potenzial, die Statin-Exposition zu erhöhen. Pravastatin sollte mit

Makrolidantibiotika (z. B. Erythromycin, Clarithromycin, Roxithromycin)

vorsichtig angewendet werden aufgrund eines potenziell erhöhten Risikos für

Myopathien.

In einer von zwei Interaktionsstudien mit Pravastatin und Erythromycin wurde

ein statistisch signifikanter Anstieg der AUC (70 %) und der C

(121 %) von

Pravastatin beobachtet. In einer ähnlichen Studie mit Clarithromycin wurde ein

statistisch signifikanter Anstieg der AUC (110 %) und der C

(127 %)

beobachtet. Obwohl diese Veränderungen geringfügig waren, ist bei der

Kombination von Pravastatin mit Erythromycin oder Clarithromycin Vorsicht

geboten.

Warfarin und andere orale Antikoagulantien

Die Parameter der Bioverfügbarkeit von Pravastatin im Steady-State waren

nach der gemeinsamen Anwendung mit Warfarin nicht verändert. Die

Langzeitanwendung beider Arzneimittel erzeugte keine Veränderung in der

antikoagulierenden Wirkung von Warfarin.

Colchicin

Vorsicht bei der Anwendung: Infolge des erhöhten Risikos des Auftretens von

Myopathien/Rhabdomyolyse wird eine klinische und biologische Überwachung,

insbesondere bei der Einleitung einer gleichzeiten Therapie von Pravastatin und

Colchicin, empfohlen.

Nicotinsäure

Bei gleichzeitiger Anwendung von Statinen mit Nikotinsäure ist das Risiko des

Auftretens von Muskeltoxizitäten erhöht. In einer klinischen Studie zeigten

chinesische Patienten nach gleichzeitiger Einnahme von Nikotinsäure und

Laropiprant mit Simvastatin im Vergleich zu Kaukasiern eine höhere Inzidenz an

Myopathie und Rhabdomyolyse.

Rifampicin

Bei einer Interaktionsstudie von Pravastatin mit Rifampicin wurde eine fast

dreifache Zunahme der Pravastatin-AUC und der C

beobachtet. Daher sollte

die gleichzeitige Verabreichung von Pravastatin und Rifampicin mit der

gebotenen Vorsicht erfolgen. Eine Interaktion ist nicht zu erwarten, wenn die

Einzelverabreichungen beider Arzneimittel um mindestens zwei Stunden

zeitversetzt erfolgen.

Lenalidomid

Bei einer Kombination von Statinen mit Lenalidomid besteht ein erhöhtes

Rhabdomyolose-Risiko. Eine verstärkte klinische und biologische Überwachung

ist daher geboten, insbesondere in den ersten Behandlungswochen.

Andere Arzneimittel

In Interaktionsstudien wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede in der

Bioverfügbarkeit beobachtet, wenn Pravastatin zusammen mit Acetylsalicylsäure,

Antacida (Gabe 1 Stunde vor Pravastatin), Nicotinsäure oder Probucol verabreicht

wurde.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Pravastatin ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3) und sollte Frauen im gebärfähigen Alter nur dann verabreicht

werden, wenn der Eintritt einer Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich ist, und

wenn die Frauen über die möglichen Risiken für eine Schwangerschaft

informiert wurden. Besondere Vorsicht ist bei Mädchen im gebärfähigen Alter

erforderlich, um sicherzustellen, dass sie die potenziellen Gefahren verstehen,

die mit einer Pravastatin-Therapie während einer Schwangerschaft verbunden

sind. Wenn eine Patientin plant, schwanger zu werden oder schwanger ist,

muss umgehend der Arzt informiert werden und Pravastatin muss wegen des

potenziellen Risikos für den Fötus abgesetzt werden.

Stillzeit

Pravastatin wird in geringer Konzentration in die Muttermilch ausgeschieden,

deshalb ist Pravastatin während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen

Pravastatin hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen. Beim Fahren eines

Fahrzeuges oder Bedienen von Maschinen sollte jedoch berücksichtigt werden,

dass während der Behandlung Schwindel und Sehstörungen auftreten können.

4.8

Nebenwirkungen

Die Inzidenz von unerwünschten Nebenwirkungen wird nach folgendem

Schema eingeteilt:

sehr häufig (≥ 1/10)

häufig (≥ 1/100, < 1/10)

gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100)

selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)

sehr selten (< 1/10.000)

nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar)

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach

abnehmendem Schweregrad angegeben.

Klinische Studien

Pravastatin wurde in einer Dosierung von 40 mg in 7 randomisierten,

doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studien mit über 21.000 Patienten

untersucht, die mit Pravastatin (N = 10.764) oder Placebo (N = 10.719)

behandelt wurden, dies entspricht über 47.000 Patientenjahren Exposition

gegenüber Pravastatin. Über 19.000 Patienten wurden im Mittel 4,8-5,9 Jahre

untersucht.

Die folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen wurden berichtet. Keine

davon trat in der Pravastatin-Gruppe um mehr als 0,3 % häufiger auf als in der

Placebo-Gruppe.

Störungen des Nervensystems

Gelegentlich: Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit

Störungen des Auges

Gelegentlich: Sehstörungen (einschließlich verschwommenes Sehen und

Doppeltsehen)

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Dyspepsie/Sodbrennen, abdominale Schmerzen,

Übelkeit/Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Flatulenz

Störungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Juckreiz, Ausschlag, Urtikaria, Abnormalitäten des

Haaransatzes/der Haare (einschließlich Alopezie)

Störungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Miktionsstörungen (einschließlich Dysurie, Häufigkeit, Nykturie)

Störungen der Geschlechtsorgane und der Brust

Gelegentlich: sexuelle Dysfunktion

Allgemeine Störungen

Gelegentlich: Müdigkeit

Ereignisse von besonderem klinischem Interesse

Skelettmuskulatur:

In klinischen Studien wurde über Auswirkungen auf die Skelettmuskulatur

berichtet, wie z. B. Schmerzen in der Skelettmuskulatur einschließlich

Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfen, Myalgie, Muskelschwäche und erhöhter

CK-Spiegel. Die Häufigkeit von Muskelschmerzen (1,4 % Pravastatin vs. 1,4 %

Placebo) und Muskelschwäche (0,1 % Pravastatin vs. < 0,1 % Placebo) und die

Inzidenz von CK Spiegeln > 3× ULN und > 10 × ULN (1,6 % Pravastatin vs. 1,6

% Placebo bzw. 1,0 % Pravastatin vs. 1,0 % Placebo), waren in CARE,

WOSCOPS und LIPID vergleichbar zu Placebo (siehe Abschnitt 4.4).

Auswirkungen auf die Leber

Erhöhungen der Serumtransaminasespiegel wurden berichtet. In den 3 Placebo-

kontrollierten klinischen Langzeit-Studien CARE, WOSCOPS und LIPID traten

deutliche Abweichungen der ALT- und AST-Werte (mehr als das 3-fache der

oberen Normwertes) in einer ähnlichen Häufigkeit (< 1,2 %) in beiden

Behandlungsarmen auf.

Nach Markteinführung

Zusätzlich zu den oben genannten wurden folgende Nebenwirkungen seit der

Markteinführung von Pravastatin berichtet:

Störungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen: Anaphylaxie, Angioödem, Lupus

erythematodes-ähnliches Syndrom

Störungen des Nervensystems

Sehr selten: periphere Polyneuropathie, insbesondere bei Einnahme über einen

langen Zeitraum, Parästhesie

Gastrointestinale Störungen

Sehr selten: Pankreatitis

Störungen der Leber und Galle

Sehr selten: Gelbsucht, Hepatitis, fulminante Lebernekrose

Nicht bekannt: Leberversagen mit tödlichem und nicht-tödlichem Ausgang

Störungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten: Lichtempfindlichkeitsreaktionen

Sehr selten: Dermatomyositis

Nicht bekannt: Ausschlag einschließlich Lichenoid Hautausschlag

Störungen der Skelettmuskulatur und des Bindegewebes

Gelegentlich: Sehnenstörungen, besonders Sehnenentzündungen, manchmal

durch Ruptur kompliziert

Sehr selten: Rhabdomyolyse, die mit akutem Nierenversagen infolge von

Myoglobinurie assoziiert sein kann, Myopathie (siehe Abschnitt 4.4), Myositis,

Polymyositis

Nicht bekannt: immunvermittelte nekrotisierende Myopathie (siehe Abschnitt

4.4)

Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei einigen Statinen (Klasseneffekte)

berichtet:

Albträume

Gedächtnisverlust

Depressionen

in Ausnahmefällen und besonders bei Langzeittherapie eine interstitielle

Lungenkrankheit (siehe Abschnitt 4.4)

Diabetes mellitus: Die Häufigkeit ist abhängig von dem Vorhandensein oder

dem Fehlen von Risikofaktoren (Nüchternblutzucker ≥ 5.6 mmol/L, BMI > 30

kg/m

, erhöhte Triglyzeridwerte, bestehende Hypertonie).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Bislang sind die Erfahrungen mit einer Überdosierung von Pravastatin begrenzt. Es

gibt keine spezifische Behandlung im Falle einer Überdosierung. Im Falle einer

Überdosierung sollten die Patienten symptomatisch behandelt werden und

unterstützende Maßnahmen nach Bedarf eingeleitet werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Lipidsenkende Mittel/HMG-CoA-

Reduktasehemmer

ATC-Code: C10AA03

Wirkungsmechanismus

Pravastatin ist ein kompetitiver Inhibitor der 3-Hydroxy-3-methylglutaryl-

Coenzym-A-(HMG-CoA)-Reduktase, des Enzyms, das den frühen,

geschwindigkeitsbestimmenden Schritt in der Cholesterinbiosynthese

katalysiert, und entfaltet seine lipidsenkende Wirkung in 2-facher Hinsicht. Zum

Einen bewirkt es aufgrund der reversiblen und spezifischen kompetitiven

Hemmung der HMG-CoA-Reduktase eine mäßige Verringerung der Synthese

intrazellulären Cholesterins. Daraus resultiert ein Anstieg der Zahl der LDL-

Rezeptoren auf der Zelloberfläche und ein verstärkter Rezeptor-vermittelter

Abbau und eine erhöhte Clearance von zirkulierendem LDL-Cholesterin. Zum

Anderen hemmt Pravastatin die LDL-Bildung, indem es die Synthese von VLDL-

Cholesterin, der Vorstufe des LDL-Cholesterins, in der Leber hemmt.

Sowohl bei Gesunden als auch bei Patienten mit Hypercholesterinämie

verringert Pravastatin-Natrium folgende Lipidwerte: Gesamtcholesterin, LDL-

Cholesterin, Apolipoprotein B, VLDL-Cholesterin und Triglyceride, während

HDL-Cholesterin und Apolipoprotein A erhöht werden.

Klinische Wirksamkeit

Primäre Prävention

Die "West of Scotland Coronary Prevention Study (WOSCOPS)" war eine

randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie mit 6595 männlichen

Patienten im Alter von 45- 64 Jahren mit mäßiger bis schwerer

Hypercholesterinämie (LDL-C: 155-232 mg/dl [4,0-6,0 mmol/l]) und ohne

anamnestisch bekanntem Myokardinfarkt (MI). Diese wurden über eine

durchschnittliche Behandlungsdauer von 4,8 Jahren mit entweder 40 mg

Pravastatin täglich oder Placebo zusätzlich zu einer Diät behandelt. Bei den mit

Pravastatin behandelten Patienten zeigten die Ergebnisse Folgendes:

eine Verringerung des Risikos der koronaren Mortalität und des nicht-

tödlichen Myokardinfarktes (die Relative Risiko-Reduktion [RRR] betrug 31

%; p = 0,0001, mit einem absoluten Risiko von 7,9 % in der Placebo-Gruppe

und 5,5 % bei den mit Pravastatin behandelten Patienten); der Einfluss auf

diese kumulativen kardiovaskulären Ereignisraten war bereits nach 6-

monatiger Behandlung offensichtlich

eine Verringerung der Gesamtanzahl der Todesfälle durch kardiovaskuläre

Ereignisse (RRR 32 %; p = 0,03)

wenn Risikofaktoren mit einbezogen wurden, wurde auch eine 24 %ige RRR

der Gesamtsterblichkeit (p = 0,039) bei den mit Pravastatin behandelten

Patienten beobachtet

eine Verringerung des relativen Risikos der Notwendigkeit kardialer

Revaskularisierungsmaßnahmen (Koronararterien-Bypass-Operation oder

koronare Angioplastie) um 37 % (p = 0,009) und des Risikos der

Notwendigkeit von koronaren Angiographien um 31 % (p = 0,007)

Der Nutzen der Behandlung bezüglich der oben aufgeführten Parameter ist bei

Patienten

über

Jahren

nicht

bekannt,

diese

nicht

Studie

eingeschlossen werden konnten.

Mangels

Daten

für

Patienten

Hypercholesterinämie

einem

Triglyceridspiegel von mehr als 6 mmol/l (5,3 g/l) nach einer 8-wöchigen Diät in

dieser

Studie,

Nutzen

einer

Behandlung

Pravastatin

dieser

Patientengruppe nicht nachgewiesen.

Sekundäre Prävention

In der "Long-Term Intervention with Pravastatin in Ischemic Disease (LIPID)"-

Studie, einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, Placebo-

kontrollierten Studie, wurde die Wirkung von Pravastatin (40 mg 1-mal täglich)

im Vergleich zu Placebo bei 9014 Patienten im Alter von 31-75 Jahren mit

normalen bis erhöhten Serumcholesterinspiegeln (Ausgangs-Gesamtcholesterin

= 155-271 mg/dl [4,0-7,0 mmol/l], mittleres Gesamtcholesterin = 219 mg/dl [5,66

mmol/l]) und variablen Triglyceridwerten (bis zu 443 mg/dl [5,0 mmol/l]) sowie

mit einem Myokardinfarkt in der Anamnese oder einer instabilen Angina pectoris

innerhalb der vorausgegangenen 3–36 Monate für eine durchschnittliche

Behandlungszeit von 5,6 Jahren untersucht. Die Behandlung mit Pravastatin

verringerte signifikant das relative Risiko für Tod durch KHK um 24 % (p =

0,0004; das absolute Risiko war 6,4 % in der Placebo-Gruppe und 5,3 % bei mit

Pravastatin behandelten Patienten), das relative Risiko für koronare Ereignisse

(sowohl Tod durch KHK als auch nicht tödlicher Myokardinfarkt [MI]) um 24 % (p

< 0,0001) und das relative Risiko für tödlichen oder nicht tödlichen MI um 29 %

(p < 0,0001). Bei den mit Pravastatin behandelten Patienten zeigten die

Ergebnisse Folgendes:

Verringerung des relativen Risikos der Gesamtmortalität um 23 % (p <

0,0001) und der kardiovaskulären Mortalität um 25 % (p < 0,0001)

Verringerung des relativen Risikos der Notwendigkeit von myokardialen

Revaskularisierungsmaßnahmen (Koronararterien- Bypass oder perkutane

transluminale koronare Angioplastie) um 20 % (p < 0,0001)

Verringerung des relativen Risikos für Schlaganfall um 19 % (p = 0,048)

Die „Cholesterol and Recurrent Events (CARE)"-Studie war eine randomisierte,

doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie, die den Einfluss von Pravastatin (40

mg 1-mal täglich) auf Tod durch koronare Herzkrankheit und nicht-tödlichen

Myokardinfarkt untersuchte, in einem durchschnittlichen Zeitraum von 4,9

Jahren bei 4159 Patienten im Alter von 21-75 Jahren mit normalen

Gesamtcholesterinspiegeln (mittlerer

Gesamtcholesterinausgangswert < 240 mg/dl), bei denen in den

vorausgegangenen 3-20 Monaten ein Myokardinfarkt aufgetreten war. Die

Behandlung mit Pravastatin verringerte signifikant:

die Inzidenz eines erneuten koronaren Ereignisses (sowohl Tod durch

koronare Herzkrankheit als auch nicht-tödlicher MI) um 24 % (p = 0,003;

Placebo 13,3 %, Pravastatin 10,4 %)

das relative Risiko der Notwendigkeit von Revaskularisierungsmaßnahmen

(Koronararterien- Bypass oder perkutane transluminale koronare

Angioplastie) um 27 % (p < 0,001)

Das relative Risiko von Schlaganfällen war um 32 % (p = 0,032) und das

kombinierte relative Risiko von Schlaganfällen oder transitorischen

ischämischen Attacken (TIA) war um 27 % verringert (p = 0,02).

Der Nutzen der Behandlung in den oben genannten Parametern ist bei

Patienten über 75 Jahren nicht bekannt, da diese nicht in die CARE- und LIPID-

Studien eingeschlossen werden konnten.

Mangels Daten für Patienten mit Hypercholesterinämie assoziiert mit einem

Triglyceridspiegel von mehr als 4 mmol/l (3,5 g/l) bzw. mehr als 5 mmol/l (4,45

g/l) nach einer Diät über 4 (CARE) bzw. 8 (LIPID) Wochen, ist der Nutzen einer

Behandlung mit Pravastatin in dieser Patientengruppe nicht nachgewiesen.

In den beiden Studien CARE und LIPID erhielten ungefähr 80 % der Patienten

Acetylsalicylsäure (ASS) als Teil ihres Behandlungsschemas.

Herz- und Nierentransplantation

Die Wirksamkeit von Pravastatin bei Patienten, die eine immunsuppressive

Behandlung:

nach einer Herztransplantation erhielten, wurde in einer prospektiven,

randomisierten, kontrollierten Studie (n = 97) untersucht. Die Patienten

wurden entweder mit Pravastatin (20-40 mg) oder ohne Pravastatin neben

einer immunsuppressiven Standardkombination aus Ciclosporin, Prednison

und Azathioprin behandelt. Die Behandlung mit Pravastatin verringerte

signifikant die Häufigkeit einer Herzabstoßung mit hämodynamischer

Einschränkung innerhalb eines Jahres, verbesserte die Überlebensrate

nach einem Jahr (p = 0,025) und senkte das Risiko koronarer Vaskulopathie

im verpflanzten Organ, was durch Angiographie und Autopsie

nachgewiesen wurde (p = 0,049).

nach einer Nierentransplantation erhielten, wurde in einer prospektiven,

nicht-kontrollierten, nicht-randomisierten Studie (n = 48) von 4 Monaten

Dauer untersucht. Die Patienten wurden entweder mit Pravastatin (20 mg)

oder ohne Pravastatin neben einer immunsuppressiven

Standardkombination aus Ciclosporin und Prednison behandelt. Bei

Patienten nach einer Nierentransplantation verringerte Pravastatin

signifikant sowohl das Auftreten multipler Abstoßungsreaktionen als auch

das Auftreten von durch Biopsie nachgewiesenen akuten

Abstoßungsreaktionen, und die Verwendung von Bolusinjektionen von

Prednisolon und Muromonab-CD3.

Kinder und Jugendliche (8 – 18 Jahre)

Eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie mit 214 Kindern und Jugendlichen

mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie wurde über 2 Jahre

durchgeführt. Die Kinder (8 – 13 Jahre) erhielten randomisiert entweder Placebo (n

= 63) oder 20 mg Pravastatin täglich (n = 65), die Jugendlichen (14 – 18 Jahre)

erhielten randomisiert entweder Placebo (n = 45) oder 40 mg Pravastatin täglich (n

= 41).

Einschlusskriterium für die Studie war, dass bei einem Elternteil klinisch oder

molekularbiologisch eine familiäre Hypercholesterinämie diagnostiziert wurde. Die

mittleren LDL–C Spiegel zu Beginn der Studie waren 239 mg/dl [(6,2 mmol/l); 151–

405 mg/dl (3,9 – 10,5 mmol/l)] in der Pravastatin-Gruppe und 237 mg/dl [(6,1

mmol/l); 154 – 375 mg/dl (4,0 – 9,7 mmol/l)] in der Placebo- Gruppe. Gepoolte

Daten für Kinder und Jugendliche zeigten eine signifikante Senkung von LDLC um

22,9 % und von Gesamtcholesterin um 17,2 %. Dies entspricht der

nachgewiesenen Wirksamkeit von 20 mg Pravastatin bei Erwachsenen.

Die Wirksamkeit der Pravastatin-Therapie war in beiden Altersgruppen

vergleichbar. Die mittleren LDL–C Spiegel am Ende der Studie waren 186 mg/dl

[(4,8 mmol/l); 67–363 mg/dl (1,7–9,4 mmol/l)] in der Pravastatin-Gruppe und 236

mg/dl [(6,1 mmol/l); 105 – 438 mg/dl (2,7 – 11,3 mmol/l)] in der Placebo-Gruppe.

Es waren keine Unterschiede zwischen der Pravastatin-Gruppe und der Placebo-

Gruppe bei den untersuchten endokrinen Parametern [ACTH, Cortisol, DHEAS,

FSH, LH, TSH, Estradiol (Mädchen) oder Testosteron (Jungen)] feststellbar. Im

Vergleich zu Placebo wurden keine Unterschiede in der Entwicklung, keine

Änderungen im Volumen der Hoden und keine Unterschiede in den Tanner

Stadien beobachtet. Die Power der Studie, Unterschiede zwischen den

Behandlungsgruppen festzustellen, war gering.

Die Langzeit-Wirksamkeit der Pravastatin-Therapie in der Kindheit auf die

Morbidität und Mortalität im Erwachsenenalter wurde nicht nachgewiesen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Pravastatin wird in der aktiven Form oral gegeben. Es wird rasch resorbiert,

maximale Serumspiegel werden zwischen 1 und 1,5 Stunden nach Einnahme

erreicht. Nach oraler Anwendung werden durchschnittlich 34 % resorbiert, die

absolute Bioverfügbarkeit beträgt 17 %.

Das Vorhandensein von Nahrung im Gastrointestinaltrakt führt zu einer

Verringerung der Bioverfügbarkeit, aber die cholesterinsenkende Wirkung von

Pravastatin ist unabhängig davon, ob es mit oder ohne Nahrung eingenommen

wird.

Nach der Resorption werden 66 % des Pravastatins bei der ersten Passage von

der Leber extrahiert, dem primären Wirkort von Pravastatin und der primären

Lokalisation der Cholesterinsynthese und LDL-Cholesterin-Clearance. In vitro-

Studien belegten, dass Pravastatin in Hepatozyten aufgenommen wird und in

wesentlich geringerem Ausmaß in andere Zellen. Angesichts dieses erheblichen

First-pass-Effektes durch die Leber sind die Plasmaspiegel von Pravastatin nur

von untergeordneter Bedeutung für die Vorhersage der lipidsenkenden Wirkung.

Die Plasmakonzentrationen sind proportional zu der verabreichten Dosis.

Verteilung

Ungefähr 50 % des im Kreislauf befindlichen Pravastatins sind an

Plasmaproteine gebunden.

Das Verteilungsvolumen beträgt ungefähr 0,5 l/kg.

Beim Menschen gehen geringe Mengen von Pravastatin in die Muttermilch über.

Biotransformation und Elimination

Pravastatin wird weder signifikant über Cytochrom P450 verstoffwechselt noch

scheint es ein Substrat oder ein Inhibitor des P-Glycoproteins zu sein, sondern

eher ein Substrat anderer Transportproteine.

Nach oraler Gabe werden 20 % der Anfangsdosis über den Urin und 70 % über

die Fäzes ausgeschieden. Die Plasma-Eliminationshalbwertszeit von oral

angewendetem Pravastatin beträgt 1,5-2 Stunden. Nach intravenöser Gabe

werden 47 % der Dosis über die Nieren und 53 % über die Galle metabolisiert

und ausgeschieden. Der Hauptmetabolit von Pravastatin ist das 3-Alpha-

Hydroxyisomer. Dieser Metabolit hat 1/10-1/40 der HMG-Coenzym-A-

Reduktase-Hemmwirkung des Pravastatins.

Die systemische Clearance von Pravastatin beträgt 0,81 l/h/kg und die renale

Clearance 0,38 l/h/kg, was auf eine tubuläre Sekretion hindeutet.

Risikogruppen

Kinder und Jugendliche

Die mittleren C

und AUC-Werte von Pravastatin bei Kindern und

Jugendlichen (gemittelt über Alter und Geschlecht) waren den Werten bei

Erwachsenen nach der Einnahme von 20 mg Pravastatin vergleichbar.

Leberinsuffizienz

Die systemische Exposition gegenüber Pravastatin und seiner Metaboliten ist

bei Patienten mit Alkoholzirrhose um ungefähr 50 % im Vergleich zu Patienten

mit normaler Leberfunktion erhöht.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit geringer Niereninsuffizienz wurden keine signifikanten

Veränderungen beobachtet. Schwere und mäßige Niereninsuffizienz kann

jedoch zu 2-fachem Anstieg der systemischen Exposition von Pravastatin sowie

seiner Metaboliten führen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität nach wiederholter

Verabreichung und Reproduktionstoxizität zeigten keine anderen Risiken für die

Patienten, als jene die auf den pharmakologischen Wirkprinzipien beruhen.

Studien nach wiederholter Verabreichung zeigten, dass Pravastatin Leber- und

Muskeltoxizität unterschiedlicher Schweregrade hervorrufen kann.

Schwerwiegende Effekte zeigten sich aber erst bei Dosierungen, die über dem

50-fachen der maximalen therapeutischen Dosierung lagen (bezogen auf

mg/kg).

In Studien zur genetischen Toxikologie in vitro und in vivo ergaben sich keine

Hinweise auf ein mutagenes Potenzial.

Bei Mäusen, denen in einer zweijährigen Studie zur Karzinogenität Pravastatin

in Dosen von 250 und 500 mg/kg/Tag (bezogen auf mg/kg entspricht dies dem

mehr als 310-fachen der therapeutischen Dosis) verabreicht wurde, wurden

statistisch signifikante Anstiege der Inzidenzen von Leberzellkarzinomen bei

männlichen und weiblichen Tieren beobachtet sowie von Lungenadenomen nur

bei weiblichen Tieren. Bei Ratten zeigte eine zweijährige Studie zur

Karzinogenität bei einer Dosierung von 100 mg/kg/Tag (die 125-fache

therapeutische Dosierung bezogen auf mg/kg) einen statistisch signifikanten

Anstieg der Inzidenz von Leberzellkarzinomen ausschließlich bei männlichen

Tieren.

Bei der Behandlung von jugendlichen Ratten (4 bis 80 Tage nach der Geburt)

mit 5 bis 45 mg/kg/Tag wurde eine Verdünnung des Corpus callosum

beobachtet bei Serum-Pravastatin-Spiegeln, welche ungefähr der ≥1-fachen

(AUC) maximalen pädiatrischen und erwachsenen Dosis von 40 mg

entsprachen. Bei Pravastatin-Spiegeln von ungefähr der ≥ 2-fachen (AUC) 40

mg Humandosis, wurden neurologisch bedingte Verhaltensänderungen

beobachtet (erhöhte Schreckreaktion und vermehrte Fehler im Lernverhalten im

Wasserlabyrinth). Keine Verdünnung des Corpus callosum wurde bei Ratten

nach Verabreichung von ≥ 250 mg/kg/Tag Pravastatin beobachtet, bei welchen

die Behandlung mit Tag 35 nach der Geburt begann und über 3 Monate ging,

was eine höhere Empfindlichkeit in jüngeren Ratten andeutet. Die Ursache und

die Signifikanz der Verdünnung des Corpus callosum und der neurologisch

bedingten Verhaltensänderungen in jugendlichen Ratten sind unbekannt.

Veränderte Spermieneigenschaften und verminderte Fruchtbarkeit wurden in

männlichen Tieren bei der 335-fachen Humandosis (AUC) beobachtet. Die

Serum-Spiegel bei denen keine Effekte auf die Fortpflanzung beobachtet

wurden, lagen beim 1-fachen (Männchen) bzw. 2-fachen (Weibchen) Wert der

40 mg Humandosis.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Calciumhydrogenphosphat

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.)

mikrokristalline Cellulose

Trometamol

Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat (Ph.Eur.)

Povidon K 30

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 ºC lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu

schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackungen (Al/OPA/Al/PVC)

Packungsgrößen: 20, 50 und 100 Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise

zur Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den

nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

8.

ZULASSUNGSNUMMER

59152.02.00

9.

DATUM DER ZULASSUNGEN/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNGEN

Datum der Erteilung der Zulassung: 22. April 2004

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 10. März 2015

10.

STAND DER INFORMATION

Mai 2018

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