Pravastatin-ratiopharm 10mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Pravastatin-Natrium
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Pravastatin sodium
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Pravastatin-Natrium 10.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
33404.01.00

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg Tabletten

Zur Anwendung bei Kindern ab 8 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen

Wirkstoff: Pravastatin-Natrium

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet:

Was ist Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg und wofür wird es angewendet?

Was müssen Sie vor der Einnahme von Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg beachten?

Wie ist Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg aufzubewahren?

Weitere Informationen

1.

WAS IST Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg ist ein Arzneimittel zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte

(Blutfettwerte) und gehört zur Gruppe der Cholesterinsynthese-Hemmer (HMG-CoA-Reduktase-

Hemmer, auch Statine genannt). Es vermindert das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, senkt

das Herzinfarkt- und das Schlaganfallrisiko und verzögert das Fortschreiten der Arteriosklerose bei

Patienten mit einem hohen Risiko für das Auftreten dieser Ereignisse.

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg

wird angewendet

zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte im Blut (primäre Hypercholesterinämie) mit oder ohne

Erhöhung der Triglyceridwerte (gemischte Dyslipidämie) (Blutfettwerte), zusätzlich zu einer Diät,

wenn das Ansprechen auf eine Diät oder andere nicht-medikamentöse Maßnahmen (z. B.

körperliche Betätigung, Gewichtsabnahme) nicht ausreichend sind.

zusätzlich zu einer Diät zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und dadurch bedingten

Todesfällen, wenn Sie mäßig oder stark erhöhte Cholesterinwerte (Hypercholesterinämie) und ein

hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt) haben.

zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und dadurch bedingten Todesfällen, wenn Sie

bereits einen Herzinfarkt hatten oder an bestimmten Herzkrankheiten leiden (instabile Angina

pectoris) und Ihre Cholesterinwerte normal oder erhöht sind, zusätzlich zur Behandlung anderer

Risikofaktoren.

zur Senkung eines erhöhten Fettgehaltes im Blut (Hyperlipidämie) nach einer

Organtransplantation, wenn Sie Arzneimittel erhalten, die die Immunabwehr unterdrücken (siehe 3.

unter „Kombinationsbehandlungen“ und 2. unter „Bei Einnahme von Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg

mit anderen Arzneimitteln“).

2.

WAS MÜSSEN SIE VOR DER EINNAHME VON Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg

BEACHTEN?

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg

darf nicht eingenommen werden

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Pravastatin-Natrium oder einen der sonstigen

Bestandteile von Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg sind.

wenn Sie eine akute Lebererkrankung haben, einschließlich einer anhaltenden Erhöhung der

Leberfunktionswerte (Transaminasen) über das 3-fache der oberen Norm, deren Ursache nicht bekannt

ist (siehe 2. unter „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg ist

erforderlich“).

wenn Sie schwanger sind oder stillen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg

ist erforderlich

Pravastatin wurde bei Patienten, die an einer vererbten Stoffwechselstörung mit Erhöhung der

Cholesterinwerte (homozygote familiäre Hypercholesterinämie) leiden, nicht untersucht.

Eine Behandlung ist nicht angezeigt, wenn die Erhöhung der Cholesterinwerte auf erhöhte HDL-

Cholesterinwerte zurückzuführen ist.

Wie bei anderen Arzneimitteln aus der Gruppe der HMG-CoA-Reduktase-Hemmer wird die

gleichzeitige Einnahme von Pravastatin mit Fibraten (Arzneimittel zur Senkung erhöhter

Blutfettspiegel) nicht empfohlen.

Leberfunktionsstörungen

Wie bei anderen blutfettsenkenden Substanzen wurde ein mäßiger Anstieg der Leberfunktionswerte

(Transaminasen) beobachtet. In den meisten Fällen gingen die Werte wieder auf ihren Ausgangswert

zurück, ohne dass die Behandlung unterbrochen werden musste. Treten bei Ihnen erhöhte

Transaminasewerte auf, ist eine besondere Überwachung erforderlich. Wenn bestimmte

Leberfunktionswerte (Alaninaminotransferase [ALT] oder Aspartataminotransferase [AST]) dauerhaft

über dem 3-fachen des oberen Normwertes liegen, muss Ihr Arzt die Behandlung unterbrechen.

Wenn Sie schon einmal eine Lebererkrankung hatten oder regelmäßig alkoholische Getränke trinken,

wird Ihr Arzt die Behandlung mit Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg besonders sorgfältig überwachen.

Störungen der Muskulatur

Wie bei anderen Arzneimitteln aus der Gruppe der HMG-CoA-Reduktase-Hemmer kann es unter

Behandlung mit Pravastatin zu Muskelschmerzen, Muskelerkrankung und sehr selten zu einem Abbau

und Zerfall von Skelettmuskeln (Rhabdomyolyse) kommen. Treten unter Behandlung mit Statinen, d.

h. Substanzen aus der gleichen Substanzklasse wie Pravastatin, ungeklärte Symptome wie Schmerzen

oder Verspannungen in den Muskeln, Muskelschwäche oder Muskelkrämpfe auf, ist an eine

Muskelerkrankung zu denken. In diesen Fällen sollten die Creatinkinase-Spiegel (CK) gemessen

werden. Die Einnahme von Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg sollte zeitweilig unterbrochen werden,

wenn die CK-Spiegel über dem 5-fachen des oberen Normwertes liegen oder wenn ernste

Beschwerden auftreten.

In sehr seltenen Fällen kann eine Rhabdomyolyse – mit oder ohne daraus resultierender

Einschränkung der Nierenfunktion – auftreten. Die Rhabdomyolyse ist eine akute, potenziell tödlich

verlaufende Schädigung der Skelettmuskeln, die zu jeder Zeit während der Behandlung auftreten kann.

Sie ist gekennzeichnet durch eine massive Muskelzerstörung in Verbindung mit einem deutlichen

Anstieg der Blutwerte des Muskelenzyms Creatinkinase (CK) und führt zu einer Ausscheidung des

roten Muskelfarbstoffs Myoglobin in den Harn (Myoglobinurie).

Das Risiko für das Auftreten einer Muskelerkrankung unter der Behandlung mit Statinen, zu denen

auch Pravastatin gehört, hängt von einer Reihe von Faktoren wie der Dosierung und möglichen

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln ab. Obwohl es für die Verschreibung eines Statins keine

muskelbezogenen Gegenanzeigen gibt, können bestimmte, eine Muskelerkrankung fördernde Faktoren

das Risiko für schädigende Wirkungen auf den Muskel erhöhen und rechtfertigen deshalb eine

sorgfältige Nutzen/Risiko-Bewertung und besondere Überwachung durch Ihren Arzt. In einem solchen

Fall ist die Messung der CK-Werte vor dem Behandlungsbeginn mit Statinen angezeigt (siehe

Abschnitt „Vor Behandlungsbeginn“ weiter unten).

Das Risiko und der Schweregrad muskulärer Störungen unter Einnahme von Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg steigen bei gemeinsamer Gabe mit wechselwirkenden Arzneimitteln. Die Anwendung von

Fibraten (Gruppe von Arzneimitteln zur Senkung der Blutfettwerte) allein ist gelegentlich mit dem

Auftreten einer Muskelerkrankung (Myopathie) verbunden. Die gleichzeitige Einnahme eines Statins

(wie Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg) mit Fibraten sollte im Allgemeinen vermieden werden. Eine

gemeinsame Einnahme von Statinen und Nicotinsäure sollte mit Vorsicht erfolgen. Verstärktes

Auftreten von Myopathien wurde auch bei Patienten beschrieben, die andere Statine in Kombination

mit Hemmstoffen des Cytochrom P450-Stoffwechsels einnahmen. Dies kann aus Wechselwirkungen

resultieren, die für Pravastatin nicht beschrieben sind (siehe 2. unter „Bei Einnahme von Pravastatin-

ratiopharm

®

10 mg mit anderen Arzneimitteln“). Muskuläre Symptome im Zusammenhang mit einer

Statin-Behandlung gehen normalerweise zurück, wenn die Statin-Behandlung unterbrochen wird.

Creatinkinase-Bestimmungen

Die Creatinkinase (CK) sollte nicht nach schweren körperlichen Anstrengungen oder bei Vorliegen

von möglichen anderen Ursachen eines CK-Anstieges gemessen werden, da dies die Beurteilung der

Messwerte erschwert. Falls die CK-Werte unter normalen körperlichen Bedingungen deutlich erhöht

sind (um mehr als das 5-fache des oberen Normwertes), sollten zur Überprüfung innerhalb von 5-7

Tagen erneute Messungen durchgeführt werden.

Vor Behandlungsbeginn

Wenn bei Ihnen Faktoren, die eine Muskelerkrankung fördern, wie eingeschränkte Nierenfunktion,

Schilddrüsenunterfunktion, Schädigungen der Muskulatur infolge einer Behandlung mit einem

Arzneimittel aus der Gruppe der Statine oder Fibrate in der Vergangenheit, eine erbliche

Muskelerkrankung (bei Ihnen selbst oder bei einem Familienmitglied) oder Alkoholmissbrauch

vorliegen, ist Vorsicht geboten. In diesen Fällen sollten die Spiegel des Muskelenzyms Creatinkinase

(CK) vor Beginn der Behandlung gemessen werden. Dies gilt auch für Patienten über 70 Jahren, vor

allem wenn weitere Faktoren, die eine Muskelerkrankung fördern, vorliegen. Bei einer deutlichen

Erhöhung der CK-Spiegel (mehr als das 5-fache des oberen Normwertes) sollte die Behandlung nicht

begonnen werden.

Während der Behandlung

Bei Auftreten von ungeklärten Muskelschmerzen, -empfindlichkeit, -schwäche oder -krämpfen

informieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt. In diesen Fällen sollten die CK-Spiegel gemessen werden.

Wenn ein bedeutend erhöhter CK-Spiegel festgestellt wird (über dem 5-fachen des oberen

Normwertes), muss die Einnahme von Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg unterbrochen werden. Eine

Behandlungsunterbrechung sollte auch in Betracht gezogen werden, wenn die muskulären Symptome

schwerwiegend sind und tägliches Unbehagen verursachen, selbst wenn der Anstieg des CK-Wertes

unter dem 5-fachen des oberen Normwertes liegt.

Sprechen Sie vor der Behandlung mit Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg mit Ihrem Arzt oder Apotheker,

wenn Sie an schwerwiegenden Atemproblemen leiden.

Während der Behandlung mit Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg wird Ihr Arzt Sie engmaschig

überwachen, wenn Sie eine Blutzuckererkrankung (Diabetes) haben oder das Risiko besteht, dass Sie

eine Blutzuckererkrankung entwickeln. Das Risiko, eine Blutzuckererkrankung zu entwickeln besteht,

wenn Sie erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte haben, übergewichtig sind und einen hohen Blutdruck

haben.

Kinder

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg wird nicht für die Anwendung bei Kindern unter 8 Jahren empfohlen,

da die Dokumentation der Wirksamkeit und Sicherheit bisher begrenzt ist. Zur Dosierung bei Kindern

ab 8 Jahren und Jugendlichen siehe unter „Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)“ im Abschnitt 3. „Wie

ist Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg einzunehmen?“.

Bei der Anwendung von Pravastatin bei Mädchen im gebärfähigen Alter sind die Hinweise unter 2.

„Schwangerschaft und Stillzeit“ zu beachten.

Ältere Menschen

Wenn keine besonderen Risikofaktoren vorliegen, ist bei älteren Menschen keine Dosisanpassung

notwendig. Bei Patienten über 70 Jahren sollten die Blutspiegel bestimmter Muskelenzyme

(Creatinkinase) vor dem Beginn der Behandlung bestimmt werden.

Bei Einnahme von

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg

mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden

bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Fibrate

Die Anwendung von Fibraten (Arzneimittel zur Senkung erhöhter Blutfettspiegel, z. B. Gemfibrozil,

Fenofibrat) allein ist gelegentlich mit dem Auftreten einer Muskelerkrankung (Myopathie) verbunden.

Das Risiko für muskelbezogene Nebenwirkungen, einschließlich Zerfall von Skelettmuskeln

(Rhabdomyolyse) steigt, wenn Fibrate zusammen mit Statinen, zu denen auch Pravastatin-

ratiopharm

®

10 mg gehört, eingenommen werden. Da diese Nebenwirkungen bei Behandlung mit

Pravastatin nicht ausgeschlossen werden können, sollte die kombinierte Anwendung von Pravastatin

und Fibraten (z. B. Gemfibrozil, Fenofibrat) im Allgemeinen vermieden werden (siehe 2. unter

„Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg ist erforderlich“). Wenn

diese Kombination als notwendig erachtet wird, muss eine sorgfältige Überwachung durch den Arzt

und eine Kontrolle der Blutspiegel des Muskelenzyms Creatinkinase erfolgen.

Colestyramin/Colestipol

Da bei gleichzeitiger Einnahme dieser lipidsenkenden, so genannten gallensäurebindenden Anionen-

Austauscherharze die lipidsenkende Wirkung von Pravastatin vermindert sein kann, sollte

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg 1 Stunde vor oder 4 Stunden nach Colestyramin bzw. 1 Stunde vor

Colestipol eingenommen werden (siehe 3. unter „Kombinationsbehandlungen“).

Ciclosporin

Die gleichzeitige Einnahme von Pravastatin und Ciclosporin (Arzneimittel zur Unterdrückung der

körpereigenen Abwehr) führt zu einem starken Anstieg des Blutspiegels von Pravastatin. Deshalb wird

eine medizinische Überwachung von Patienten, die diese Kombination erhalten, empfohlen (siehe 3.

unter „Kombinationsbehandlungen“).

Andere Arzneimittel

Bei der Kombination von Pravastatin mit bestimmten Antibiotika (Erythromycin und Clarithromycin)

waren die Blutspiegel von Pravastatin erhöht. Pravastatin sollte daher zusammen mit Erythromycin

oder Clarithromycin nur mit Vorsicht angewendet werden.

In Studien wurde gezeigt, dass folgende Arzneimittel gemeinsam mit Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg

gegeben werden können, da sie sich nicht gegenseitig beeinflussen:

Diltiazem, Verapamil (Calciumantagonisten), Itraconazol, Ketoconazol, Fluconazol (Arzneimittel

gegen Pilzinfektionen), Proteaseinhibitoren (Arzneimittel gegen HIV-Infektion), Acetylsalicylsäure

oder Probucol (ein nicht strukturverwandter Cholesterinsenker). Das gilt auch für den Genuss von

Grapefruitsaft.

Die gemeinsame Langzeitanwendung von Pravastatin mit Warfarin (blutgerinnungshemmendes

Arzneimittel) zeigte keine gegenseitige Beeinflussung der jeweiligen Wirkungen.

Wenn Mittel zur Verminderung der Magensäure (Antacida) 1 Stunde vor Pravastatin-ratiopharm

®

10

mg eingenommen werden, ist ebenfalls keine nachteilige Wirkung zu erwarten.

Schwangerschaft und Stillzeit

Sie dürfen Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, eine

Schwangerschaft planen oder vermuten, schwanger zu sein. Falls Sie während der Behandlung mit

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg schwanger werden, müssen Sie die Behandlung unterbrechen und

ihren Arzt unverzüglich aufsuchen.

Besondere Vorsicht ist bei Mädchen im gebärfähigen Alter erforderlich, um sicherzustellen, dass sie

die potentiellen Gefahren verstehen, die mit einer Pravastatin-Behandlung während der

Schwangerschaft verbunden sind und dass sie gegebenenfalls geeignete empfängnisverhütende

Maßnahmen treffen.

Pravastatin geht in geringen Konzentrationen in die Muttermilch über. Wegen des Risikos

schwerwiegender unerwünschter Wirkungen bei Säuglingen, dürfen Sie Pravastatin-ratiopharm

®

10

mg während der Stillzeit nicht anwenden. Falls Sie auf die Behandlung mit Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg nicht verzichten können, sollten Sie abstillen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Pravastatin hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das

Bedienen von Maschinen. Beim Fahren eines Fahrzeuges oder Bedienen von Maschinen sollten Sie

jedoch berücksichtigen, dass während der Behandlung Schwindel auftreten kann.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg daher erst nach

Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit

gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

WIE IST Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte

fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Es ist sehr wichtig, dass Sie Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg einnehmen, solange es Ihnen Ihr Arzt

verordnet.

Die vom Arzt verordnete Tagesdosis wird 1-mal täglich, vorzugsweise abends, mit oder ohne Essen

eingenommen.

Hinweis:

Vor Behandlungsbeginn mit Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg müssen andere Ursachen für die

Erhöhung der Cholesterinwerte ausgeschlossen werden. Sie müssen eine cholesterinarme Standarddiät

beginnen und diese über den gesamten Behandlungszeitraum einhalten.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis

Dosierung zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis 10-40 mg Pravastatin-Natrium 1-mal

täglich. Für diese Dosierungen stehen Tabletten mit geeigneter Wirkstärke zur Verfügung. Die

Dosierung mit 10 mg Pravastatin-Natrium entspricht 1 Tablette Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg.

Die therapeutische Wirkung setzt innerhalb 1 Woche ein, und die volle Wirkung entfaltet sich

innerhalb von 4 Wochen. Vor allem am Anfang der Behandlung sollten die Blutfettwerte regelmäßig

bestimmt und die Dosis von Ihrem Arzt entsprechend angepasst werden. Die Tageshöchstdosis beträgt

4 Tabletten Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg (entsprechend 40 mg Pravastatin-Natrium).

Dosierung zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-bedingten Todesfällen oder Erkrankungen

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis 40 mg Pravastatin-Natrium pro Tag.

Dosierung nach einer Organ-Transplantation

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis am Anfang der Behandlung 20 mg

Pravastatin-Natrium pro Tag. In Abhängigkeit von den Blutfettwerten kann die Dosierung unter

sorgfältiger Überwachung durch den behandelnden Arzt bis auf 40 mg erhöht werden.

Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, wird für Patienten, die eine eingeschränkte Nieren- oder

Leberfunktion aufweisen, eine Anfangsdosis von 10 mg Pravastatin-Natrium pro Tag empfohlen. Die

Dosierung kann Ihr Arzt in Abhängigkeit von den Blutfettwerten unter laufender Kontrolle anpassen.

Ältere Patienten

Wenn keine besonderen Risikofaktoren vorliegen, ist bei älteren Menschen keine Dosisanpassung

notwendig.

Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)

Für Jugendliche (14-18 Jahre) beträgt die übliche Dosierung 10-40 mg Pravastatin-Natrium, 1-mal

täglich als Einzeldosis. Für Kinder (8-13 Jahre) werden maximal 20 mg Pravastatin-Natrium

(entsprechend 2 Tabletten Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg), 1-mal täglich als Einzeldosis empfohlen,

da höhere Dosierungen als 20 mg bei dieser Altersgruppe nicht geprüft wurden.

Bei der Anwendung von Pravastatin bei Mädchen im gebärfähigen Alter sind auch die Hinweise unter

2. „Schwangerschaft und Stillzeit“ zu beachten.

Kombinationsbehandlungen

Bei Kombination mit einem Gallensäure-bindenden Anionenaustauscherharz (Colestyramin,

Colestipol) soll Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg mindestens 1 Stunde vor oder mehr als 4 Stunden

nach diesem eingenommen werden.

Wenn Sie gleichzeitig mit Ciclosporin (allein oder in Kombination mit anderen Arzneimitteln, die die

Immunabwehr unterdrücken) behandelt werden, beträgt die Anfangsdosis 20 mg Pravastatin-Natrium

täglich. Ihr Arzt wird die Dosis entsprechend dem Ansprechen der Blutfettwerte und der

Verträglichkeit der Kombination anpassen (siehe 2. unter „Bei Einnahme von Pravastatin-

ratiopharm

®

10 mg mit anderen Arzneimitteln“).

Gegebenenfalls kann die Dosis auf 4 Tabletten Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg täglich (entsprechend

40 mg Pravastatin-Natrium täglich) erhöht werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

von Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg

eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie durch ein Versehen zu viele Tabletten eingenommen haben oder ein Kind Tabletten

geschluckt hat, wenden Sie sich an einen Arzt/Notarzt. Dieser kann entsprechend der Schwere einer

Vergiftung über die erforderlichen Maßnahmen entscheiden. Halten Sie dann auch eine Packung des

Arzneimittels bereit, damit sich der Arzt über den aufgenommenen Wirkstoff informieren kann.

Wenn Sie die Einnahme von

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg

vergessen haben

Wenn Sie versehentlich vergessen haben, die tägliche Dosis einzunehmen, sollten Sie die Behandlung

wie verordnet fortsetzen. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, um die vergessene Einnahme

nachzuholen.

Wenn Sie die Einnahme von

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg

abbrechen

Die medikamentöse Behandlung erhöhter Cholesterinwerte im Blut ist in der Regel eine

Dauerbehandlung.

Falls Sie die Behandlung mit Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg abbrechen möchten, beispielsweise weil

bei Ihnen Nebenwirkungen aufgetreten sind, sprechen Sie bitte vorher in jedem Fall mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie die Behandlung eigenmächtig abbrechen, besteht die Gefahr, dass Ihre Cholesterinwerte

wieder ansteigen und das Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten steigt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

sehr häufig

mehr als 1 Behandelter von 10

häufig

1 bis 10 Behandelte von 100

gelegentlich

1 bis 10 Behandelte von 1.000

selten

1 bis 10 Behandelte von 10.000

sehr selten

weniger als 1 Behandelter von 10.000

nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Nervensystem

Gelegentlich:

Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit.

Augen

Gelegentlich:

Sehstörungen (einschließlich Verschwommensehen und Doppeltsehen).

Magen-Darm-Kanal

Gelegentlich:

Verdauungsstörungen/Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit/Erbrechen,

Verstopfung, Durchfall, Blähungen.

Haut

Gelegentlich:

Juckreiz, Ausschlag, Nesselsucht, Störungen am Haaransatz und der Haare

(einschließlich Haarausfall).

Nieren und Harnwege

Gelegentlich:

Störungen beim Wasserlassen (einschließlich schmerzhafter Harndrang und

erschwertes Wasserlassen, häufiges Wasserlassen, vermehrtes nächtliches

Wasserlassen).

Geschlechtsorgane und Brust

Gelegentlich:

Sexualstörungen

Allgemeines und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich:

Müdigkeit

Skelettmuskulatur, Bindegewebe und Knochen

In klinischen Studien wurde über Auswirkungen auf die Skelettmuskulatur berichtet, wie z. B.

Schmerzen in der Skelettmuskulatur einschließlich Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfe, Myalgie,

Muskelschwäche und erhöhte Creatinkinase-Spiegel.

Leber und Galle

Erhöhungen der Leberfunktionswerte (Transaminasen) wurden berichtet.

Zusätzlich zu den oben genannten Nebenwirkungen wurden seit der Markteinführung von Pravastatin

die folgenden Nebenwirkungen beobachtet:

Nervensystem

Sehr selten:

Funktionsstörungen der peripheren Nerven (Polyneuropathien), insbesondere bei

Einnahme über einen langen Zeitraum, Empfindungsstörungen (Parästhesien).

Immunsystem

Sehr selten:

schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxie), Haut- und

Schleimhautschwellungen (Angioödem), Lupus erythematodes-ähnliches Syndrom.

Magen-Darm-Kanal

Sehr selten:

Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).

Leber und Galle

Sehr selten:

Gelbsucht, Leberentzündung (Hepatitis), plötzlicher Leberzerfall (fulminante

Lebernekrose).

Skelettmuskulatur, Bindegewebe und Knochen

Sehr selten:

Abbau und Zerfall von Skelettmuskeln (Rhabdomyolyse), die mit akutem

Nierenversagen infolge einer Ausscheidung des roten Muskelfarbstoffs Myoglobin in

den Harn (Myoglobinurie) verbunden sein kann. Muskelerkrankung (siehe 2. unter

„Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg ist

erforderlich“).

Einzelfälle von Sehnenstörungen, manchmal erschwert durch Sehnenriss.

Mögliche Nebenwirkungen, die bei einigen Statinen (Arzneimittel des gleichen Typs) berichtet

wurden:

Albträume

Gedächtnisverlust

Depressionen

Atemprobleme einschließlich anhaltender Husten und/oder Kurzatmigkeit oder Fieber

Blutzuckererkrankungen (Diabetes): Das Risiko für die Entwicklung einer Blutzuckererkrankung

wird größer, wenn Sie erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte haben, übergewichtig sind und einen

hohen Blutdruck haben. Ihr Arzt wird Sie während der Behandlung mit Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg überwachen.

Sollten Sie Anzeichen einer der oben geschilderten Nebenwirkungen bei sich beobachten, informieren

Sie bitte umgehend Ihren behandelnden Arzt, insbesondere wenn Sie unklare Muskelschmerzen, -

empfindlichkeit oder -schwäche bei zusätzlichem Fieber oder Krankheitsgefühl empfinden.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

5.

WIE IST Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg AUFZUBEWAHREN?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und den Blisterpackungen angegebenen

Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.

WEITERE INFORMATIONEN

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg

enthält

Der Wirkstoff ist Pravastatin-Natrium.

Jede Tablette enthält 10 mg Pravastatin-Natrium

Die sonstigen Bestandteile sind:

Mikrokristalline Cellulose, Povidon K30, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat, Lactose-

Monohydrat, schweres Magnesiumoxid, Eisenoxidhydrat.

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg

aussieht und Inhalt der Packung

Gelbe, längliche Tablette mit beidseitiger Bruchkerbe.

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im

Juni 2012

Versionscode: Z08

Wortlaut der für die Fachinformation vorgesehenen Angaben

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 10 mg Pravastatin-Natrium

Sonstiger Bestandteil:

Lactose-Monohydrat

Jede Tablette enthält 259,8 mg Lactose-Monohydrat

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Gelbe oblong Tablette mit beidseitiger Bruchkerbe.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Hypercholesterinämie

Behandlung von primärer Hypercholesterinämie oder gemischter Dyslipidämie, zusätzlich zu

einer Diät, wenn das Ansprechen auf eine Diät und andere nicht-pharmakologische

Maßnahmen (z. B. körperliche Betätigung, Gewichtsabnahme) nicht ausreichend sind.

Primäre Prävention

Verringerung der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität zusätzlich zu einer Diät bei

Patienten mit mittlerer oder schwerer Hypercholesterinämie und mit einem hohen Risiko eines

ersten kardiovaskulären Ereignisses (siehe Abschnitt 5.1).

Sekundäre Prävention

Verringerung der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei Patienten mit einem

Myokardinfarkt oder instabiler Angina pectoris in der Anamnese und entweder normalen oder

erhöhten Cholesterinwerten zusätzlich zur Korrektur anderer Risikofaktoren (siehe Abschnitt

5.1).

Post-Transplantation

Verringerung einer Post-Transplantations-Hyperlipidämie bei Patienten, die nach

Organtransplantation eine immunsuppressive Therapie erhalten (siehe Abschnitte 4.2, 4.5, und

5.1).

4.2

Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Vor der erstmaligen Verabreichung von Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg Tabletten müssen sekundäre

Ursachen für eine Hypercholesterinämie ausgeschlossen werden und die Patienten auf eine

lipidsenkende Standard-Diät gesetzt werden, die während des gesamten Behandlungszeitraumes

fortgesetzt werden sollte.

Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg Tabletten wird 1-mal täglich, vorzugsweise abends, mit oder ohne

Essen eingenommen.

Hypercholesterinämie:

Die empfohlene Dosis beträgt 10-40 mg 1-mal täglich. Die therapeutische Wirkung setzt

innerhalb 1 Woche ein und die volle Wirkung entfaltet sich innerhalb von 4 Wochen. Deshalb

sollten die Lipidwerte periodisch bestimmt und die Dosierung entsprechend angepasst werden.

Die Tageshöchstdosis beträgt 40 mg.

Kardiovaskuläre Prävention:

In allen präventiven Morbiditäts- und Mortalitätsstudien betrug die einzig untersuchte Anfangs-

und Erhaltungsdosis 40 mg pro Tag.

Dosierung nach einer Transplantation:

Nach einer Organtransplantation wird für Patienten, die eine immunsuppressive Therapie

erhalten, eine Anfangsdosis von 20 mg 1-mal täglich empfohlen (siehe Abschnitt 4.5). In

Abhängigkeit von den Lipid-Werten kann die Dosierung unter engmaschiger medizinischer

Kontrolle bis auf 40 mg erhöht werden (siehe Abschnitt 4.5).

Kinder und Jugendliche:

Für Jugendliche (14-18 Jahre) beträgt die übliche Dosierung 10-40 mg Pravastatin-Natrium,

1-mal täglich als Einzeldosis. Für Kinder (8-13 Jahre) werden maximal 20 mg 1-mal täglich als

Einzeldosis empfohlen, da höhere Dosierungen als 20 mg bei diesen nicht geprüft wurden. Bei

der Anwendung von Pravastatin bei Mädchen im gebärfähigen Alter sind auch die Hinweise im

Abschnitt 4.6 zu beachten.

Die Dokumentation der Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten unter 8 Jahren ist begrenzt; deshalb

wird die Anwendung von Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg Tabletten für diese Patientengruppe nicht

empfohlen.

Ältere Patienten:

Bei dieser Patientengruppe ist keine Dosisanpassung notwendig, es sei denn, es liegen

prädisponierende Risikofaktoren vor (siehe Abschnitt 4.4).

Störungen der Nieren- oder Leberfunktion:

Eine Anfangsdosis von 10 mg pro Tag wird für Patienten mit einer mäßigen oder schweren

Einschränkung der Nierenfunktion oder einer signifikanten Einschränkung der Leberfunktion

empfohlen. Die Dosierung sollte entsprechend dem Ansprechen der Lipidparameter und unter

medizinischer Kontrolle angepasst werden.

Begleitmedikation:

Die lipidsenkende Wirkung von Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg Tabletten auf das Gesamtcholesterin

und LDL-Cholesterin wird verstärkt durch Kombination mit Gallensäure-bindenden

Anionenaustauscherharzen (z. B. Colestyramin, Colestipol). Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg Tabletten

sollte entweder 1 Stunde vor oder mindestens 4 Stunden nach dem Anionenaustauscherharz

verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.5).

Patienten, die Ciclosporin (allein oder in Kombination mit weiteren immunsuppressiven

Arzneimitteln) einnehmen, sollten die Behandlung mit 20 mg Pravastatin-Natrium täglich

beginnen und eine Dosissteigerung bis auf 40 mg sollte unter Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt

4.5).

4.3

Gegenanzeigen

- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile

- Akute Lebererkrankung einschließlich nicht abgeklärter, persistierender Erhöhungen der

Transaminase-Spiegel über das 3fache des oberen Normwertes (= upper limit of normal =

ULN)(siehe Abschnitt 4.4).

- Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Pravastatin wurde bei Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie nicht

untersucht. Eine Therapie ist nicht indiziert, wenn die Hypercholesterinämie aufgrund erhöhter

HDL-Cholesterinwerte besteht. Die Kombination von Pravastatin mit Fibraten wird - wie auch

bei anderen HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren - nicht empfohlen.

Leberfunktionsstörungen:

Wie auch bei anderen lipidsenkenden Stoffen wurde ein moderater Anstieg der Transaminase-

Spiegel beobachtet. In den meisten Fällen gingen die Transaminase-Werte wieder auf ihren

Ausgangswert zurück, ohne dass die Behandlung unterbrochen werden musste. Patienten, die

erhöhte Transaminase-Spiegel entwickeln, müssen besonders beobachtet werden. Die Therapie

muss unterbrochen werden, wenn die Alaninaminotransferase(ALT)- und

Aspartataminotransferase(AST)-Werte dauerhaft das 3fache des oberen Normwertes

übersteigen.

Pravastatin sollte bei Patienten mit anamnestisch bekannter Lebererkrankung oder hohem

Alkoholkonsum nur mit Vorsicht angewendet werden.

Störungen der Muskulatur:

Wie bei anderen HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statinen) wurde die Anwendung von

Pravastatin mit dem Auftreten von Myalgie, Myopathie und sehr selten Rhabdomyolyse in

Verbindung gebracht. Eine Myopathie muss bei jedem mit Statinen behandelten Patienten mit

ungeklärten muskulären Symptomen wie Schmerzen oder Verspannungen, Muskelschwäche

oder Muskelkrämpfen in Erwägung gezogen werden. In diesen Fällen sollten die Creatinkinase-

Spiegel (CK) gemessen werden (siehe unten). Die Statin-Therapie sollte zeitweilig unterbrochen

werden, wenn die CK-Spiegel über dem 5fachen des oberen Normwertes liegen oder wenn

ernste klinische Symptome auftreten. Sehr selten (in etwa einem Fall pro 100.000

Patientenjahren) tritt eine Rhabdomyolyse - mit oder ohne sekundärer Niereninsuffizienz - auf.

Rhabdomyolyse ist eine akute, potenziell tödliche Skelettmuskelschädigung, die zu jeder Zeit

während der Behandlung auftreten kann, durch massive Muskelzerstörung in Verbindung mit

einem deutlichen Anstieg des CK-Spiegels (meist > 30 oder 40 x ULN) charakterisiert ist und

zu einer Myoglobinurie führt.

Das Risiko für das Auftreten einer Myopathie unter Statinen scheint von der Exposition

abhängig zu sein. Es kann daher zwischen den verschiedenen Wirkstoffen (aufgrund von

Unterschieden in Lipophilie und den pharmakokinetischen Eigenschaften) variieren,

einschließlich ihrer Dosierung und ihres Potentials für Arzneimittelwechselwirkungen. Obwohl

es für die Verschreibung eines Statins keine muskuläre Kontraindikation gibt, können bestimmte

prädisponierende Faktoren das Risiko muskulärer Toxizität erhöhen und rechtfertigen deshalb

eine sorgfältige Nutzen/Risiko-Bewertung und besondere klinische Überwachung. Bei diesen

Patienten ist die Messung der CK-Werte vor dem Therapiebeginn mit Statinen angezeigt (siehe

unten).

Das Risiko und der Schweregrad muskulärer Störungen unter Statin-Therapie steigen bei

gemeinsamer Verabreichung mit wechselwirkenden Arzneimitteln. Die Anwendung von Fibraten

allein ist gelegentlich mit dem Auftreten einer Myopathie verbunden. Die gleichzeitige

Verwendung eines Statins mit Fibraten sollte im Allgemeinen vermieden werden. Die

gemeinsame Verabreichung von Statinen und Nikotinsäure sollte mit Vorsicht durchgeführt

werden. Verstärktes Auftreten von Myopathien wurde auch bei Patienten beschrieben, die

andere Statine in Kombination mit Inhibitoren des Cytochrom-P450-Stoffwechsels einnahmen.

Dies kann aus pharmakokinetischen Wechselwirkungen resultieren, die für Pravastatin nicht

dokumentiert sind (siehe Abschnitt 4.5). Muskuläre Symptome im Zusammenhang mit einer

Statin-Therapie gehen normalerweise zurück, wenn die Statin-Therapie unterbrochen wird.

Messung und Interpretation der Creatinkinase-Werte:

Eine routinemäßige Überwachung der Creatinkinase (CK) oder anderer Muskelenzym-Spiegel

wird bei asymptomatischen Patienten unter Statin-Therapie nicht empfohlen. Die Messung des

CK-Spiegels wird jedoch bei Patienten mit besonderen prädisponierenden Faktoren vor Beginn

einer Statin-Therapie und bei Patienten, die muskuläre Symptome unter Statin-Therapie

entwickeln (siehe unten), empfohlen. Wenn die CK-Ausgangswerte signifikant erhöht sind (> 5 x

ULN), sollten die CK-Werte ungefähr 5-7 Tage später noch einmal gemessen werden, um die

Ergebnisse zu bestätigen. Die Interpretation der gemessenen CK-Spiegel sollte im Kontext

anderer potenzieller Faktoren, die vorübergehende Muskelstörungen verursachen können, wie

anstrengende körperliche Betätigung oder Muskeltrauma, erfolgen.

Vor Behandlungsbeginn:

Bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren wie Niereninsuffizienz,

Schilddrüsenunterfunktion, anamnestisch bekannter muskulärer Toxizität eines Statins oder

Fibrats, erblicher Muskelerkrankung (beim Patienten oder in der Familienanamnese) oder

Alkoholmissbrauch sollte man Vorsicht walten lassen. In diesen Fällen sollten die CK-Spiegel

vor Therapiebeginn gemessen werden. Eine Messung der CK-Spiegel vor Therapiebeginn sollte

auch bei Personen über 70 Jahren, besonders in Gegenwart anderer prädisponierender

Faktoren in dieser Patientengruppe, in Betracht gezogen werden. Wenn die CK-Spiegel

signifikant erhöht sind (> 5 x ULN), sollte die Behandlung nicht begonnen werden, und die

Ergebnisse sollten nach 5-7 Tagen überprüft werden. Die Ausgangswerte der CK-Spiegel

können auch im Fall eines späteren Anstiegs während der Statin-Therapie als Referenzwerte

nützlich sein.

Während der Behandlung:

Die Patienten sollten angewiesen werden, umgehend alle Muskelschmerzen, -spannungen, -

schwächen oder -krämpfe unbekannter Ursache zu berichten. In diesen Fällen sollten die CK-

Spiegel gemessen werden. Wenn ein signifikant erhöhter (> 5 x ULN) CK-Spiegel festgestellt

wird, muss die Statin-Therapie unterbrochen werden. Eine Therapieunterbrechung sollte auch

in Betracht gezogen werden, wenn die muskulären Symptome schwerwiegend sind und tägliches

Unbehagen verursachen, selbst wenn der Anstieg des CK-Wertes < 5 x ULN bleibt. Wenn die

Symptome nachlassen und die CK-Spiegel zum Normalwert zurückkehren, kann die

Wiederaufnahme der Statin-Therapie mit der niedrigsten Dosierung und unter engmaschiger

Überwachung in Betracht gezogen werden. Wenn bei einem solchen Patienten eine erbliche

Muskelkrankheit vermutet wird, wird die Wiederaufnahme der Statin-Therapie nicht empfohlen.

Interstitielle Lungenkrankheit

Bei einigen Statinen wurde, besonders bei Langzeittherapie, in Ausnahmefällen eine

interstitielle Lungenkrankheit berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Die auftretenden Beschwerden

können dabei Dyspnoe, unproduktiven Husten und allgemeine Gesundheitsstörungen

(Erschöpfung, Gewichtsverlust und Fieber) einschließen. Wenn vermutet wird, dass ein Patient

eine interstitielle Lungenkrankheit entwickelt hat, sollte die Statintherapie abgebrochen werden.

Diabetes mellitus

Es gibt Hinweise darauf, dass Statine als Substanzklasse den Blutzuckerspiegel erhöhen und bei

manchen Patienten, die ein hohes Risiko für die Entwicklung eines zukünftigen Diabetes mellitus

haben, eine Hyperglykämie hervorrufen können, die eine adäquate Diabetesbehandlung erfordert.

Dieses Risiko wird jedoch von der Reduktion des vaskulären Risikos durch Statine aufgewogen und

sollte daher nicht zu einem Abbruch der Statinbehandlung führen. In Übereinstimmung mit nationalen

Richtlinien sollten Risikopatienten (Nüchternblutzucker von 5,6 bis 6,9 mmol/l, BMI > 30 kg/m

2

,

erhöhte Triglyzeridwerte, Hypertonie) sowohl klinisch als auch in Bezug auf die relevanten

Laborwerte überwacht werden.

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,

Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Pravastatin-ratiopharm

®

10 mg

Tabletten nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Fibrate:

Die Anwendung von Fibraten allein ist gelegentlich mit dem Auftreten einer Myopathie

verbunden. Ein erhöhtes Risiko für Muskel-bezogene unerwünschte Ereignisse, einschließlich

Rhabdomyolyse wurde berichtet, wenn Fibrate zusammen mit anderen Statinen verabreicht

wurden. Da solche unerwünschten Ereignisse mit Pravastatin nicht ausgeschlossen werden

können, sollte die kombinierte Anwendung von Pravastatin und Fibraten (z. B. Gemfibrozil,

Fenofibrat) im Allgemeinen vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4). Wenn diese Kombination

als notwendig erachtet wird, muss bei diesen Patienten eine sorgfältige klinische Überwachung

und Kontrolle der CK-Spiegel erfolgen.

Colestyramin/Colestipol:

Bei gleichzeitiger Verabreichung war die Bioverfügbarkeit von Pravastatin um ungefähr 40 %

bis 50 % verringert. Es gab keine klinisch signifikante Verringerung der Bioverfügbarkeit oder

der therapeutischen Wirksamkeit, wenn Pravastatin 1 Stunde vor oder 4 Stunden nach

Colestyramin oder 1 Stunde vor Colestipol verabreicht wurde (siehe Abschnitt 4.2).

Ciclosporin:

Die gleichzeitige Verabreichung von Pravastatin und Ciclosporin führt zu einem ungefähr

4fachen Anstieg der systemischen Verfügbarkeit von Pravastatin. Bei einigen Patienten kann

der Anstieg der Verfügbarkeit jedoch höher sein. Die klinische und biochemische Überwachung

von Patienten, die diese Kombination erhalten, wird daher empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).

Warfarin und andere orale Antikoagulantien:

Die Parameter für die Bioverfügbarkeit von Pravastatin im Steady-state waren nach der

gemeinsamen Verabreichung mit Warfarin nicht verändert. Die Langzeitanwendung beider

Arzneimittel zeigte keine Veränderung in der antikoagulierenden Wirkung von Warfarin.

Durch Cytochrom P450 verstoffwechselte Produkte:

Pravastatin wird nicht in klinisch relevantem Ausmaß durch das Cytochrom-P450-System

verstoffwechselt. Daher können Stoffe, die durch das Cytochrom-P450-System verstoffwechselt

werden oder die Inhibitoren von Cytochrom P450 sind, im Gegensatz zu anderen Statinen, mit

Pravastatin gleichzeitig verabreicht werden, ohne signifikante Veränderungen im

Plasmaspiegel von Pravastatin zu verursachen. Das Fehlen einer signifikanten

pharmakokinetischen Wechselwirkung mit Pravastatin wurde speziell für einige Produkte

nachgewiesen, besonders für Substrate/Hemmer von CYP3A4, z. B. Diltiazem, Verapamil,

Itraconazol, Ketoconazol, Proteaseinhibitoren, Grapefruitsaft und CYP2C9-Hemmer (z. B.

Fluconazol).

In einer von zwei Interaktionsstudien mit Pravastatin und Erythromycin wurde ein statistisch

signifikanter Anstieg der AUC (70 %) und der C

max

(121 %) von Pravastatin beobachtet. In

einer ähnlichen Studie mit Clarithromycin wurde ein statistisch signifikanter Anstieg der AUC

(110 %) und der C

max

(127 %) beobachtet. Obwohl diese Veränderungen geringfügig waren,

sollte Pravastatin zusammen mit Erythromycin oder Clarithromycin mit Vorsicht verabreicht

werden.

Andere Arzneimittel:

In Interaktionsstudien wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede in der

Bioverfügbarkeit beobachtet, wenn Pravastatin zusammen mit Acetylsalicylsäure, Antacida (1

Stunde vor Pravastatin), Nikotinsäure oder Probucol verabreicht wurde.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft:

Pravastatin ist während der Schwangerschaft kontraindiziert und sollte Frauen im

gebärfähigen Alter nur dann verabreicht werden, wenn der Eintritt einer Schwangerschaft sehr

unwahrscheinlich ist, und wenn die Frauen über die möglichen Risiken für eine

Schwangerschaft informiert wurden. Besondere Vorsicht ist bei Mädchen im gebärfähigen Alter

erforderlich, um sicherzustellen, dass sie die potenziellen Gefahren verstehen, die mit einer

Pravastatin-Therapie während der Schwangerschaft verbunden sind und dass sie

gegebenenfalls geeignete empfängnisverhütende Maßnahmen treffen. Wenn eine Patientin plant

schwanger zu werden oder schwanger ist, muss umgehend der Arzt informiert werden und

Pravastatin muss wegen des potenziellen Risikos für den Fötus abgesetzt werden.

Stillzeit:

Pravastatin wird in geringer Konzentration in die Muttermilch ausgeschieden, deshalb ist

Pravastatin während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Pravastatin hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und

das Bedienen von Maschinen. Beim Fahren eines Fahrzeuges oder Bedienen von Maschinen

sollte jedoch berücksichtigt werden, dass während der Behandlung Schwindel auftreten kann.

4.8

Nebenwirkungen

Die Inzidenz von unerwünschten Nebenwirkungen wird nach folgendem Schema eingeteilt:

sehr häufig

≥ 1/10

häufig

≥ 1/100 bis < 1/10

gelegentlich

≥ 1/1.000 bis < 1/100

selten

≥ 1/10.000 bis < 1/1.000

sehr selten

< 1/10.000

nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar

Klinische Studien:

Pravastatin wurde in einer Dosierung von 40 mg in sieben randomisierten, doppelblinden,

Placebo-kontrollierten Studien mit über 21.000 Patienten untersucht, die mit Pravastatin

(n = 10.764) oder Placebo (n = 10.719) behandelt wurden. Dies entspricht über 47.000

Patientenjahren Exposition gegenüber Pravastatin. Über 19.000 Patienten wurden im Mittel

4,8-5,9 Jahre untersucht.

Die folgenden unerwünschten Reaktionen wurden berichtet. Keine davon trat in der

Pravastatin-Gruppe um mehr als 0,3 % häufiger auf als in der Placebo-Gruppe.

Störungen des Nervensystems:

Gelegentlich: Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit

Störungen des Auges:

Gelegentlich: Sehstörungen, (einschließlich verschwommenes Sehen und Doppeltsehen)

Gastrointestinale Störungen:

Gelegentlich: Dyspepsie/Sodbrennen, abdominale Schmerzen, Übelkeit/Erbrechen, Verstopfung,

Durchfall, Flatulenz

Störungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Gelegentlich: Juckreiz, Ausschlag, Urtikaria, Abnormalitäten des Haaransatzes/der Haare

(einschließlich Alopezie)

Störungen der Nieren und Harnwege:

Gelegentlich: Miktionsstörungen (einschließlich Dysurie, Häufigkeit, Nykturie)

Störungen der Geschlechtsorgane und der Brust:

Gelegentlich: sexuelle Dysfunktion

Allgemeine Störungen:

Gelegentlich: Müdigkeit

Ereignisse von besonderem klinischen Interesse

Skelettmuskulatur:

In klinischen Studien wurden Auswirkungen auf die Skelettmuskulatur berichtet, wie z. B.

Schmerzen in der Skelettmuskulatur einschließlich Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfe, Myalgie,

Muskelschwäche und erhöhte CK-Spiegel. Die Häufigkeit von Muskelschmerzen (1,4 %

Pravastatin vs. 1,4 % Placebo) und Muskelschwäche (0,1 % Pravastatin vs. < 0,1 % Placebo)

und die Inzidenz von CK-Spiegeln, die das 3fache (1,6 % Pravastatin vs. 1,6 % Placebo) bzw.

10fache (1,0 % Pravastatin vs. 1,0 % Placebo) der oberen Grenze der Normwerte

überschritten, waren in CARE, WOSCOPS und LIPID vergleichbar zu Placebo (siehe Abschnitt

4.4).

Auswirkungen auf die Leber:

Erhöhungen der Transaminase-Spiegel wurden berichtet. In den drei Placebo-kontrollierten

klinischen Langzeit-Studien CARE, WOSCOPS und LIPID traten deutliche Abweichungen von

den Normalwerten der ALT und AST (> 3 x ULN) in einer ähnlichen Häufigkeit (< 1,2 %) in

beiden Behandlungsarmen auf.

Unerwünschte Ereignisse seit Markteinführung

Zusätzlich zu den oben genannten wurden folgende unerwünschte Ereignisse seit der

Markteinführung von Pravastatin berichtet:

Störungen des Nervensystems:

Sehr selten: periphere Polyneuropathie, insbesondere bei Einnahme über einen langen

Zeitraum, Parästhesie

Störungen des Immunsystems:

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen: Anaphylaxie, Angioödem, Lupus erythematodes-

ähnliches Syndrom

Gastrointestinale Störungen:

Sehr selten: Pankreatitis

Störungen der Leber und Galle:

Sehr selten: Gelbsucht, Hepatitis, fulminante Lebernekrose

Störungen der Skelettmuskulatur und des Bindegewebes:

Sehr selten: Rhabdomyolyse, die mit akutem Nierenversagen infolge von Myoglobinurie

assoziiert sein kann, Myopathie (siehe Abschnitt 4.4)

Vereinzelte Fälle von Sehnenstörungen, manchmal durch Ruptur kompliziert.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden bei einigen Statinen berichtet:

-

Albträume

-

Gedächtnisverlust

-

Depressionen

-

in Ausnahmefällen und besonders bei Langzeittherapie eine interstitielle Lungenkrankheit

(siehe Abschnitt 4.4)

-

Diabetes mellitus: Die Häufigkeit ist abhängig von dem Vorhandensein oder dem Fehlen von

Risikofaktoren (Nüchternblutzucker ≥ 5,6 mmol/l, BMI > 30 kg/m

2

, erhöhte Triglyzeridwerte,

bestehende Hypertonie)

4.9

Überdosierung

Bislang sind die Erfahrungen mit einer Überdosierung von Pravastatin begrenzt. Es gibt keine

spezifische Behandlung im Falle einer Überdosierung. Im Falle einer Überdosierung sollten die

Patienten symptomatisch behandelt werden und unterstützende Maßnahmen nach Bedarf

eingeleitet werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Lipidsenkende Mittel/Cholesterin- und Triglycerid-senkende

Mittel/HMG-CoA-Reduktasehemmer

ATC-Code: C10AA03

Wirkungsmechanismus:

Pravastatin ist ein kompetitiver Inhibitor der 3-Hydroxy-3-methylglutaryl-Coenzym-A(HMG-

CoA)-Reduktase, des Enzyms, das den frühen, geschwindigkeitsbestimmenden Schritt in der

Cholesterinbiosynthese katalysiert und seine lipidsenkende Wirkung in 2facher Hinsicht

entfaltet. Zum einen bewirkt es aufgrund der reversiblen und spezifischen kompetitiven

Hemmung der HMG-CoA-Reduktase eine mäßige Verringerung der Synthese intrazellulären

Cholesterins. Daraus resultiert ein Anstieg der Zahl der LDL-Rezeptoren auf der Zelloberfläche

und ein verstärkter Abbau von LDL-Cholesterin bzw. eine erhöhte LDL-Clearance aus dem

Blut. Zum anderen hemmt Pravastatin die LDL-Bildung, indem es die Synthese von VLDL-

Cholesterin, der Vorstufe des LDL-Cholesterins, in der Leber hemmt.

Sowohl bei Gesunden als auch bei Patienten mit Hypercholesterinämie verringert Pravastatin

folgende Lipidwerte: Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, Apolipoprotein B, VLDL-

Cholesterin und Triglyzeride, während HDL-Cholesterin und Apolipoprotein A erhöht werden.

Klinische Wirksamkeit:

Primäre Prävention

Die „West of Scotland Coronary Prevention Study (WOSCOPS)“ war eine randomisierte,

doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie mit 6595 männlichen Patienten im Alter von 45-64

Jahren mit mäßiger bis schwerer Hypercholesterinämie (LDL-Cholesterin: 155-232 mg/dl [4,0-

6,0 mmol/l]) und ohne anamnestisch bekanntem Myokardinfarkt. Diese wurden über eine

durchschnittliche Behandlungsdauer von 4,8 Jahren mit entweder 40 mg Pravastatin täglich

oder Placebo zusätzlich zu einer Diät behandelt. Bei den mit Pravastatin behandelten Patienten

zeigten die Ergebnisse folgendes:

- eine Verringerung des Risikos der koronaren Mortalität und des nicht-tödlichen

Myokardinfarktes (die Relative Risiko Reduktion [RRR] war 31 %; p = 0,0001, das absolute

Risiko war 7,9 % in der Placebo-Gruppe und 5,5 % bei den mit Pravastatin behandelten

Patienten); der Einfluss auf diese kumulativen kardiovaskulären Ereignisraten war bereits

nach 6-monatiger Behandlung offensichtlich;

- eine Verringerung der Gesamtanzahl der Todesfälle durch kardiovaskuläre Ereignisse (RRR

32 %; p = 0,03);

- wenn Risikofaktoren mit einbezogen wurden, wurde auch eine 24%ige RRR der

Gesamtsterblichkeit (p = 0,039) unter den mit Pravastatin behandelten Patienten beobachtet;

- eine Verringerung des relativen Risikos der Notwendigkeit kardialer

Revaskularisierungsmaßnahmen (koronarer Bypass oder koronare Angioplastie) um 37 %

(p = 0,009) und des Risikos der Notwendigkeit von koronaren Angiographien um 31 %

(p = 0,007).

Der Nutzen der Behandlung bezüglich der oben aufgeführten Parameter ist bei Patienten über

65 Jahren nicht bekannt, da diese nicht in die Studie eingeschlossen werden konnten.

Mangels Daten für Patienten mit Hypercholesterinämie und einem Triglycerid-Spiegel von

mehr als 6 mmol/l (5,3 g/l) nach einer 8-wöchigen Diät in dieser Studie, ist der Nutzen einer

Behandlung mit Pravastatin in dieser Patientengruppe nicht nachgewiesen.

Sekundäre Prävention

In der „Long-Term Intervention with Pravastatin in Ischemic Disease (LIPID)“-Studie, einer

multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie, wurde die

Wirkung von Pravastatin (40 mg 1-mal täglich) im Vergleich zu Placebo bei 9014 Patienten

(31-75 Jahre), die innerhalb der vorausgegangenen 3-36 Monate einen Myokardinfarkt (MI)

oder instabile Angina pectoris hatten, über eine durchschnittliche Behandlungszeit von 5,6

Jahren untersucht. Die Patienten hatten normale bis erhöhte Serum-Cholesterin-Werte

(Ausgangs-Gesamtcholesterin 155-271 mg/dl [4,0-7,0 mmol/l], mittleres Gesamtcholesterin

219 mg/dl [5,66 mmol/l]) und variable Triglyceridwerte (bis zu 443 mg/dl [5,0 mmol/l]). Die

Behandlung mit Pravastatin verringerte signifikant das relative Risiko für Tod durch KHK um

24 % (p = 0,0004; das absolute Risiko war 6,4 % in der Placebo-Gruppe und 5,3 % bei mit

Pravastatin behandelten Patienten), das relative Risiko für koronare Ereignisse (Tod durch

KHK oder nicht tödlichen MI) um 24 % (p < 0,0001) und das relative Risiko für tödlichen oder

nicht tödlichen MI um 29 % (p < 0,0001). Bei den mit Pravastatin behandelten Patienten

zeigten die Ergebnisse folgendes:

Verringerung des relativen Risikos der Gesamtmortalität um 23 % (p < 0,0001) und der

kardiovaskulären Mortalität um 25 % (p < 0,0001);

Verringerung des relativen Risikos der Notwendigkeit von kardialen

Revaskularisierungsmaßnahmen (koronarer Bypass oder perkutane transluminale koronare

Angioplastie) um 20 % (p < 0,0001);

Verringerung des relativen Risikos für Schlaganfall um 19 % (p = 0,048).

Die „Cholesterol and Recurrent Events (CARE)“-Studie war eine randomisierte, doppelblinde,

Placebo-kontrollierte Studie, die den Einfluss von Pravastatin (40 mg 1-mal täglich) auf Tod

durch KHK und nicht-tödlichen MI untersuchte, in einem durchschnittlichen Zeitraum von 4,9

Jahren bei 4159 Patienten im Alter von 21-75 Jahren mit normalen Gesamtcholesterin-Spiegeln

(mittlerer Gesamtcholesterinausgangswert < 240 mg/dl), bei denen in den vorausgegangenen

3-20 Monaten ein MI aufgetreten war. Die Behandlung mit Pravastatin verringerte signifikant:

- die Inzidenz eines erneuten koronaren Ereignisses (Tod durch koronare Herzkrankheit oder

nicht-tödlicher MI) um 24 % (p = 0,003; Placebo 13,3 %, Pravastatin 10,4 %);

- das relative Risiko der Notwendigkeit von Revaskularisierungsmaßnahmen (koronarer Bypass

oder perkutane transluminale koronare Angioplastie) um 27 % (p < 0,001).

Das relative Risiko von Schlaganfällen war um 32 % (p = 0,032) und das relative Risiko von

Schlaganfällen oder transitorischen ischämischen Attacken (TIA) war um 27 % verringert

(p = 0,02).

Der Nutzen der Behandlung in den oben genannten Parametern ist bei Patienten über 75

Jahren nicht bekannt, da diese nicht in die CARE- und LIPID-Studien eingeschlossen werden

konnten.

Mangels Daten für Patienten mit Hypercholesterinämie und einem Triglycerid-Spiegel von

mehr als 4 mmol/l (3,5 g/l) bzw. mehr als 5 mmol/l (4,45 g/l) nach einer Diät über 4 (CARE)

bzw. 8 (LIPID) Wochen, ist der Nutzen einer Behandlung mit Pravastatin in dieser

Patientengruppe nicht nachgewiesen.

In den beiden Studien CARE und LIPID erhielten ungefähr 80 % der Patienten

Acetylsalicylsäure als Teil ihres Behandlungsschemas.

Herz- und Nierentransplantation

Die Wirksamkeit von Pravastatin bei Patienten, die eine immunsuppressive Behandlung:

-

nach einer Herztransplantation erhielten, wurde in einer prospektiven, randomisierten,

kontrollierten Studie (n = 97) untersucht. Die Patienten wurden entweder mit Pravastatin

(20-40 mg) oder ohne Pravastatin neben einer immunsuppressiven Standardkombination aus

Ciclosporin, Prednison und Azathioprin behandelt. Die Behandlung mit Pravastatin

verringerte signifikant die Häufigkeit einer Herzabstoßung mit hämodynamischer

Einschränkung innerhalb eines Jahres, verbesserte die Überlebensrate nach einem Jahr

(p = 0,025) und senkte das Risiko koronarer Vaskulopathie im verpflanzten Organ, was

durch Angiographie und Autopsie nachgewiesen wurde (p = 0,049).

-

nach einer Nierentransplantation erhielten, wurde in einer prospektiven, nicht-kontrollierten

nicht-randomisierten Studie (n = 48) von 4 Monaten Dauer untersucht. Die Patienten

wurden entweder mit Pravastatin (20 mg) oder ohne Pravastatin neben einer

immunsuppressiven Standardkombination aus Ciclosporin und Prednison behandelt. Bei

Patienten nach einer Nierentransplantation verringerte Pravastatin signifikant sowohl das

Auftreten multipler Abstoßungsreaktionen als auch das Auftreten von durch Biopsie

nachgewiesenen akuten Abstoßungsreaktionen, und die Verwendung von Bolusinjektionen

von Prednisolon und Muromonab-CD3.

Kinder und Jugendliche (8-18 Jahre)

Eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie mit 214 Kindern und Jugendlichen mit

heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie wurde über 2 Jahre durchgeführt. Die Kinder

(8-13 Jahre) erhielten randomisiert entweder Placebo (n = 63) oder 20 mg Pravastatin täglich

(n = 65), die Jugendlichen (14-18 Jahre) erhielten randomisiert entweder Placebo (n = 45)

oder 40 mg Pravastatin täglich (n = 41). Einschlusskriterien für die Studie waren ein LDL-

Cholesterin-Spiegel, der höher als die 95. Percentile für das Alter und Geschlecht war, und ein

Elternteil, bei dem klinisch oder molekularbiologisch eine familiäre Hypercholesterinämie

diagnostiziert wurde.

Die mittleren LDL-Cholesterin-Spiegel zu Beginn der Studie waren 239 mg/dl (151-405 mg/dl)

in der Pravastatin-Gruppe und 237 mg/dl (154-375 mg/dl) in der Placebo-Gruppe.

Gepoolte Daten der Kinder und Jugendlichen zeigten eine signifikante Senkung von LDL-

Cholesterin um 22,9 % und von Gesamtcholesterin um 17,2 %. Dies entspricht der

nachgewiesenen Wirksamkeit von 20 mg Pravastatin bei Erwachsenen. Sowohl bei Kindern als

auch bei Jugendlichen wurde auch eine Senkung des Apolipoproteins B beobachtet.

Die Wirksamkeit der Pravastatin-Therapie war in den beiden Altersgruppen vergleichbar. Die

mittleren LDL-Cholesterin-Spiegel am Ende der Studie waren 186 mg/dl (67-363 mg/dl) in der

Pravastatin-Gruppe und 236 mg/dl (105-438 mg/dl) in der Placebo-Gruppe. Es waren keine

Unterschiede zwischen der Pravastatin-Gruppe und der Placebo-Gruppe bei den untersuchten

endokrinen Parametern [ACTH, Cortisol, DHEAS, FSH, LH, TSH, Estradiol (Mädchen) oder

Testosteron (Jungen)] feststellbar. Im Vergleich zu Placebo wurden keine Unterschiede in der

Entwicklung, keine Änderungen im Volumen der Hoden und keine Unterschiede in den Tanner-

Stadien beobachtet.

Die Langzeitwirksamkeit der Pravastatin-Therapie in der Kindheit auf die Morbidität und

Mortalität im Erwachsenenalter wurde bisher nicht nachgewiesen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Absorption:

Pravastatin wird in der aktiven Form oral verabreicht. Es wird rasch absorbiert, maximale

Blutspiegel werden zwischen 1 und 1,5 Stunden nach Einnahme erreicht. Nach oraler

Verabreichung werden durchschnittlich 34 % absorbiert, die absolute Bioverfügbarkeit beträgt

17 %.

Das Vorhandensein von Nahrung im Gastrointestinaltrakt führt zu einer Verringerung der

Bioverfügbarkeit, aber die cholesterinsenkende Wirkung von Pravastatin ist unabhängig davon,

ob es mit oder ohne Nahrung eingenommen wird.

Nach der Absorption werden 66 % des Pravastatins bei der ersten Passage von der Leber

extrahiert, dem primären Wirkort von Pravastatin und der primären Lokalisation der

Cholesterinsynthese und LDL-Cholesterin-Clearance. In-vitro-Studien belegten, dass

Pravastatin in Hepatozyten aufgenommen wird und in wesentlich geringerem Ausmaß in andere

Zellen.

Angesichts dieses erheblichen First-pass-Effektes durch die Leber sind die Plasmaspiegel von

Pravastatin nur von untergeordneter Bedeutung für die Vorhersage der lipidsenkenden

Wirkung. Die Plasmakonzentrationen sind proportional zu der verabreichten Dosis.

Verteilung:

Ungefähr 50 % des im Kreislauf befindlichen Pravastatins ist an Plasmaproteine gebunden.

Das Verteilungsvolumen beträgt ungefähr 0,5 l/kg.

Geringe Mengen von Pravastatin wurden in der Muttermilch nachgewiesen.

Stoffwechsel und Elimination:

Pravastatin wird weder signifikant über Cytochrom P450 verstoffwechselt noch scheint es ein

Substrat oder ein Inhibitor des P-Glycoproteins zu sein, sondern eher ein Substrat anderer

Transportproteine. Nach oraler Verabreichung werden 20 % der Anfangsdosis über den Urin

und 70 % über die Faeces ausgeschieden. Die Plasma-Eliminationshalbwertszeit von oral

verabreichtem Pravastatin beträgt 1,5 bis 2 Stunden.

Nach intravenöser Verabreichung werden 47 % der Dosis über die Nieren und 53 % über die Galle

oder metabolisiert ausgeschieden. Der Hauptmetabolit von Pravastatin ist das 3-

Alpha-Hydroxyisomer. Dieser Metabolit hat

1

/

10

-

1

/

40

der HMG-Coenzym-A-Reduktase-Hemmwirkung

des Pravastatins.

Die systemische Clearance von Pravastatin beträgt 0,81 l/h/kg und die renale Clearance 0,38 l/

h/kg, was auf eine tubuläre Sekretion hindeutet.

Risikogruppen:

Leberversagen: die systemische Exposition gegenüber Pravastatin und seinen Metaboliten ist

bei Patienten mit Alkoholzirrhose um ungefähr 50 % im Vergleich zu Patienten mit normaler

Leberfunktion erhöht.

Niereninsuffizienz: Bei Patienten mit milder Niereninsuffizienz wurden keine signifikanten

Veränderungen beobachtet. Schwere und mäßige Niereninsuffizienz kann jedoch zu 2fachem

Anstieg der systemischen Exposition von Pravastatin sowie seiner Metaboliten führen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Auf der Grundlage konventioneller Studien zur pharmakologischen Sicherheit, Toxizität bei

wiederholter Einnahme und Reproduktionstoxizität sind keine anderen Risiken für die Patienten

zu erwarten, als jene die auf den pharmakologischen Wirkprinzipien beruhen.

Studien bei wiederholter Einnahme deuten darauf hin, dass Pravastatin Lebertoxizität und

Muskelerkrankungen unterschiedlicher Schweregrade hervorrufen kann; wesentliche

Wirkungen auf diese Gewebe zeigten sich aber erst bei Dosierungen, die bezogen auf das

Körpergewicht über dem 50fachen der maximalen Dosis für den Menschen lagen.

Studien zur genetischen Toxikologie in vitro und in vivo erbrachten keinen Nachweis eines

mutagenen Potentials.

Bei Mäusen, denen in einer 2-jährigen Studie zur Karzinogenität Pravastatin in Dosen von 250

und 500 mg/kg/Tag (bezogen auf das Körpergewicht entspricht dies dem mehr als 310fachen

der dem Mensch verabreichten Maximaldosis) verabreicht wurde, wurden statistisch

signifikante Anstiege der Inzidenzen von Leberzell-Karzinomen bei männlichen und bei

weiblichen Tieren beobachtet. Bei diesen Dosierungen traten bei weiblichen Tieren auch

signifikant vermehrt Lungenadenome auf. In Ratten zeigte eine 2-jährige Studie zur

Karzinogenität bei einer Dosierung von 100 mg/kg/Tag (bezogen auf das Körpergewicht das

125fache der therapeutischen humanen Maximaldosis) einen statistisch signifikanten Anstieg

der Inzidenz von Leberzell-Karzinomen ausschließlich bei männlichen Tieren.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose, Povidon K30, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat,

Lactose-Monohydrat, schweres Magnesiumoxid, Eisenoxidhydrat.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Alu-Alu-Blister

Packung mit 20 Tabletten

Packung mit 50 Tabletten

Packung mit 100 Tabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER

33404.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 3. Dezember 1997

Datum der Verlängerung der Zulassung: 6. Dezember 2005

10.

STAND DER INFORMATION

Juni 2012

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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