PPSB-human SD/Nano 600 Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Blutgerinnungsfaktor IX, Blutgerinnungsfaktor II, Blutgerinnungsfaktor VII, Blutgerinnungsfaktor X, Plasmaprotein C vom Menschen, Plasmaprotein S vom Menschen
Verfügbar ab:
Octapharma GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Blood clotting factor IX, blood coagulation factor II, blood coagulation factor VII, blood clotting factor X, plasma protein C by human plasma protein S from the people
Darreichungsform:
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Zusammensetzung:
Blutgerinnungsfaktor IX 480-750I.E.; Blutgerinnungsfaktor II 500-1100I.E.; Blutgerinnungsfaktor VII 150-400I.E.; Blutgerinnungsfaktor X 500-1100I.E.; Plasmaprotein C vom Menschen 400-1000I.E.; Plasmaprotein S vom Menschen 100-500I.E.
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
PEI.H.02039.02.1

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR DEN ANWENDER

PPSB-human SD/Nano , 300 I.E./600I.E., Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung

einer Injektionslösung, humaner Prothrombinkomplex

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Symptome

haben wie Sie.

Wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie

Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind,

informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Diese Packungsbeilage beinhaltet :

1.Was ist PPSB-human und wofür wird es angewendet?

2.Was müssen Sie vor der Anwendung von PPSB-human beachten?

3.Wie ist PPSB-human anzuwenden?

4.Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5.Wie ist PPSB-human aufzubewahren?

6. WeitereInformationen

1. Was ist PPSB-human und wofür wird es angewendet?

PPSB-human gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Gerinnungsfaktoren

bezeichnet werden. Es enthält die Vitamin-K-abhängigen Blutgerinnungsfaktoren II, VII, IX

und Xdes Menschen.

PPSB-human wird zur Vorbeugung und Behandlung von Blutungen angewendet

- bei Patienten mit isoliert oder kombiniert auftretendem erworbenem Mangel an den

Prothrombinkomplexfaktoren IX, II, VII und/oder X.

- bei Patienten mit isoliert oder kombiniert auftretendem angeborenem Mangel an den

Prothrombinkomplexfaktoren IX, II, VII oder X,sofern keine Einzelfaktorkonzentrate

verfügbar sind.

2. Was müssen Sie vor der Anwendung von PPSB-human

beachten?

PPSB-human darf nicht angewendet werden:

wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegen Wirkstoffe oder einen der sonstigen

Bestandteile von PPSB-human sind (siehe Abschnitt 6: Weitere Informationen);

bei aktuellem oder aus der Vorgeschichte bekanntem allergisch bedingtem Abfall der

Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie Typ II) auf Heparin.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von PPSB-human:

Bei der Anwendung von PPSB-human sollte der Rat eines auf Blutgerinnungsstörungen

spezialisierten Arztes eingeholt werden.

Wenn Sie einen erworbenen Mangel an Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren haben

(z. B. verursacht durch eine Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten), sollte PPSB-human

nur angewendet werden, wenn eine schnelle Korrektur des Mangels erforderlich ist, zum

Beispiel bei starken Blutungen oder einer Notoperation. In anderen Fällen genügt es in

der Regel, die Dosis des Vitamin-K-Antagonisten zu verringern und/oder Vitamin K zu

verabreichen.

Wenn Sie einen Vitamin-K-Antagonisten (z. B. Warfarin) aufgrund einer

zugrundeliegenden gesteigerten Gerinnungsbereitschaft einnehmen, kann diese

Bereitschaft durch die Anwendung von PPSB-human verstärkt werden.

Wenn eine allergische oder anaphylaktische Reaktion auftritt, wird Ihr Arzt die Infusion

sofort abbrechen und eine geeignete Behandlung durchführen.

Bei der Anwendung (vor allem bei regelmäßiger Anwendung) von PPSB-human besteht

das Risiko einer Thrombose oder einer disseminierten intravasalen Gerinnung (eine

schwere Krankheit, bei der sich überall im Körper Blutgerinnsel bilden).

In diesem Fall sollten Sie genau auf subjektive oder objektive Zeichen einer intravasalen

Gerinnung oder Thrombose hin beobachtet werden. Dies ist besonders wichtig, wenn bei

Ihnen schon einmal eine koronare Herzkrankheit aufgetreten ist, bei Lebererkrankungen,

vor und nach Operationen sowie bei Neugeborenen.

Virussicherheit

Bei der Herstellung von Arzneimitteln aus menschlichem Blut oder Plasma werden

verschiedene Maßnahmen getroffen, um eine Übertragung von Infektionen auf Patienten

zu verhindern. Hierzu gehören die sorgfältige Auswahl der Blut- und Plasmaspender, um

Personen mit einem Infektionsrisiko auszuschließen, und das Testen der einzelnen

Spenden und Plasma-Pools auf Anzeichen von Viren oder Infektionen. Ebenso haben die

Hersteller dieser Produkte bei der Verarbeitung des Blutes oder des Plasmas

Verfahrensschritte eingebaut, die Viren inaktivieren oder entfernen können. Trotz dieser

Vorsichtsmaßnahmen kann bei der Verabreichung von Arzneimitteln, die aus

menschlichem Blut oder Plasma hergestellt werden, die Möglichkeit einer Übertragung

von infektiösen Krankheitserregern nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Dies trifft

auch auf unbekannte oder neu auftretende Viren oder andere Krankheitserreger zu.

Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam gegen umhüllte Viren wie das

menschliche Immunschwäche-Virus (HIV), dasHepatitis-B-Virus und das Hepatitis-C-

Virus sowie für das nicht-umhüllte Hepatitis-A-Virus angesehen. Die getroffenen

Maßnahmen können bei nicht-umhüllten Viren wie Parvovirus-B19 von eingeschränkter

Wirksamkeit sein. Eine Parvovirus-B19-Infektion kann für Schwangere (Infektion des

Fetus) und für Patienten, deren Immunsystem geschwächt ist oder die an bestimmten

Arten von Anämie leiden,

(z. B. Sichelzellkrankheit oder hämolytische Anämie) schwerwiegend sein.

Es wird dringend empfohlen, zur Dokumentation der verwendeten Chargen bei jeder

Verabreichung einer Dosis PPSB-human Ihren Namen und die Chargennummer des

Produkts zu notieren.

Eine geeignete Impfung (gegen Hepatitis A und Hepatitis B) wird Ihnen empfohlen, wenn

Sie regelmäßig oder wiederholt aus humanem Plasma hergestellte Prothrombinkomplex-

Konzentrate erhalten.

Bei Anwendung von PPSB-human mit anderen Arzneimitteln

PPSB-human darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

PPSB-human hebt die Wirkung einer Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten (z. B.

Warfarin) auf. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind nicht bekannt.

PPSB-humankann die Ergebnisse von Blutgerinnungstests, die empfindlich auf Heparin

reagieren, beeinflussen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimitteleinnehmen

odervorkurzemeingenommenhaben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige

Arzneimittel handelt.

Schwangerschaft und Stillzeit

PPSB-human sollte während Schwangerschaft und Stillzeit nur angewendetwerden,wenn

dies eindeutig erforderlich ist. Fragen Sie vor derEinnahmeoderAnwendungvonallen

Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es gibt keine Hinweise, dass PPSB-human die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von

Maschinen beeinträchtigt .

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von PPSB-human

Heparin kann allergische Reaktionen auslösen. Es kann eine Verminderung von

Blutzellzahlen verursachen und damit einen Effekt auf das Blutgerinnungssytem haben.

Patienten, bei denen schon einmal allergische Reaktionen aufgetreten sind, die durch

Heparin ausgelöst wurden, sollten heparinhaltige Arzneimittel nicht anwenden.

PPSB-human enthält 12,6 – 25,3 mg Natrium pro Flasche PPSB-human SD/Nano 300 bzw.

25,3 mg – 50,6 mg Natrium pro Flasche PPSB-human SD/Nano 600. Bei Patienten mit einer

natriumarmen Diät ist dies zu berücksichtigen.

3. Wie ist PPSB-human anzuwenden?

Die Behandlung sollte unter Aufsicht eines auf Blutgerinnungsstörungen spezialisierten

Arztes begonnen werden.

Zuerst wird das Pulver in Wasser aufgelöst.

Dann wird die Lösungin eine Vene injiziert(intravenös).

Wie viel PPSB-human Sie erhalten und für wie lange, hängt davon ab,

wie schwerwiegend Ihre Erkrankung ist;

wo die Blutung aufgetreten ist und wie stark sie ist;

sowie von Ihrem Allgemeinzustand.

Wenn Sie eine größere Menge von PPSB-human angewendet haben als Sie sollten

Bei Anwendung hoher Dosierungen von Prothrombinkomplex-Präparaten wurden Fälle

von Herzinfarkt, disseminierter intravasaler Gerinnung (Verbrauchskoagulopathie),

Blutpfropfbildung in den Venen (Venenthrombose) oder in den Lungenarterien

(Lungenembolie) beobachtet.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann PPSB-human Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Störungen des Immunsystems:

Inseltenen Fällen werden allergische oder anaphylaktische Reaktionen beobachtet

(Wahrscheinlichkeit: bei weniger als 1 pro 1.000 Anwendern).

Eine Substitutionstherapie kann sehr selten (Wahrscheinlichkeit: bei weniger als 1 pro

10.000 Anwendern) zur Bildung von zirkulierenden Antikörpern gegen einzelne

Gerinnungsfaktoren führen. Das Auftreten solcher Inhibitoren zeigt sich in einer geringeren

Wirksamkeit der Therapie.

Allgemeine Beschwerden:

In seltenen Fällen wurde eine Erhöhung der Körpertemperatur beobachtet

(Wahrscheinlichkeit: bei weniger als 1 pro 1.000 Anwendern).

Störungen des Gefäßsystems:

Es besteht, insbesondere bei hoher Dosierung und/oder anfälligen Patienten, das Risiko

einer möglichen Blutpfropfbildung (thromboembolisches Risiko, einschließlich Herzinfarkt)

sowie das Risiko einer disseminierten intravasalen Gerinnung (Verbrauchskoagulopathie)

nach Anwendung von PPSB-human.

Störungen des Nervensystems:

In seltenen Fällen können Kopfschmerzen auftreten (Wahrscheinlichkeit: bei weniger als 1

pro 1.000 Anwendern).

Diagnostische Untersuchungen:

In seltenen Fällen wurde ein vorübergehender Anstieg der Leberwerte (Transaminasen)

beobachtet (Wahrscheinlichkeit: bei weniger als 1 pro 1.000 Anwendern).

Sonstige

Selten werden Heparinantikörper –vermittelte schwere Thrombozytopenien (Typ II) mit

Thrombozytenwerten deutlich unter 100.000/µl oder einem schnellen Abfall auf weniger als

50 % des Ausgangswertes beobachtet. Bei Patienten ohne vorbestehende

Überempfindlichkeit gegen Heparin beginnt der Abfall der Blutplättchenzahl in der Regel 6 -

14 Tage nach Behandlungsbeginn. Bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Heparin tritt

dieser Abfall unter Umständen innerhalb von Stunden auf. Diese schwere Form der

Verminderung der Blutplättchenzahl kann verbunden sein mit Blutpfropfbildung (arteriellen

und venösen Thrombosen/Thromboembolien), disseminierter intravasaler Gerinnung

(Verbrauchskoagulopathie), zum Teil Absterben von Hautgewebe (Hautnekrosen) an der

Injektionsstelle, flohstichartigen oder auf größere Körperpartien ausgedehnten Blutungen

(Petechien oder Purpura) und Teerstuhl (Melaena). Dabei kann die

blutgerinnungshemmende Wirkung des Heparins vermindert sein (Heparintoleranz).

Bei Patienten, bei denen die genannten allergischenReaktionenauftreten,mussPPSB-

humansofortabgesetztwerden.Beiihnen dürfen auch in Zukunft keine heparinhaltigen

Arzneimittel mehr angewendet werden. Wegen dergenanntengelegentlichauftretenden

ungünstigen Wirkung des Heparins auf die Blutplättchen muss derenZahl,insbesonderezu

Beginn der Behandlung mit diesem Arzneimittel, engmaschig kontrolliert werden.

Informationen zur Virussicherheit siehe Abschnitt 2.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen

Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

5. Wie ist PPSB-human aufzubewahren?

Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.

Bei 2°C bis 8°C (Kühlschrank) lagern.Nichteinfrieren.InderOriginalverpackung

aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Sie dürfen PPSB-human nach dem auf dem Etikett angegebenen Verfalldatum nicht mehr

anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Das gebrauchsfertige Präparat wird unmittelbar nach dem AuflösenineinerDosis

verwendet.

6. WeitereInformationen

Was PPSB-human enthält

- DieWirkstoffesind

Name des Bestandteils PPSB-human SD/Nano

300 Menge pro Flasche

(10 ml) PPSB-human SD/Nano 300

Menge pro ml ge-

brauchsfertiger Lösung

Gesamtprotein: 180 - 420 mg 18 - 42 mg

Wirkstoff

Blutgerinnungsfaktor II 250 - 550 I.E. 25 - 55 I.E.

Blutgerinnungsfaktor VII 75 - 200 I.E. 7,5 - 20 I.E.

Blutgerinnungsfaktor IX 240 - 375 I.E. 24 – 37,5 I.E.

Blutgerinnungsfaktor X 250 - 550 I.E. 25 - 55 I.E.

Weitere wirksameBestandteile

Protein C 200 - 500 I.E. 20 - 50 I.E.

Protein S

50 - 250 I.E. 5 - 25 I.E.

Name des Bestandteils PPSB-human SD/Nano

600 Menge pro Flasche

(20 ml) PPSB-human SD/Nano 600

Menge pro ml ge-

brauchsfertiger Lösung

Gesamtprotein: 360 - 840 mg 18 - 42 mg

Wirkstoff

Blutgerinnungsfaktor II 500 - 1100 I.E. 25 - 55 I.E.

Blutgerinnungsfaktor VII 150 - 400 I.E. 7,5 - 20 I.E.

Blutgerinnungsfaktor IX 480 - 750 I.E. 24 – 37,5 I.E.

Blutgerinnungsfaktor X 500 - 1100 I.E. 25 - 55 I.E.

Weitere wirksameBestandteile

Protein C 400 - 1000 I.E. 20 - 50 I.E.

Protein S

100 - 500 I.E. 5 - 25 I.E.

Die spezifische Aktivität, bezogen auf Faktor IX, ist≥0,6 I.E./ mg.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Pulver: Heparin-Natrium, Antithrombin III, Natriumchlorid, Mannitol, Natriumcitrat

Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke.

Wie PPSB-human aussieht und Inhalt der Packung

PPSB-human wird als Pulver einschließlich Lösungsmittel zur Herstellung einer

Injektionslösung geliefert.

Eine Packung PPSB-human enthält:

-1 Durchstechflasche mit Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

-1 Ampulle mit 10 ml (PPSB-human SD/Nano 300) bzw. 20ml (PPSB-humanSD/Nano600)

Wasser für Injektionszwecke als Lösungsmittel

- 1 sterile Filternadel.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

OCTAPHARMA GmbH OCTAPHARMA GmbH

Elisabeth-Selbert-Str. 11 Niederlassung Dessau

40764 Langenfeld Otto-Reuter-Str. 3

Tel.: 02173 / 917-0 06847 Dessau-Roßlau

Fax. : 02173 / 917-111 Tel.: 0340 / 5508-0

E-Mail : info@octapharma.de Fax.: 0800-2896-282

www.octapharma.de E-Mail : vertrieb@octapharma.de

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt genehmigt im Februar 2011

Herkunftsland des Blutplasmas: Deutschland, Estland, Finnland, Luxemburg, Österreich,

Schweden, Schweiz, Slowenien, Tschechische Republik, USA

INFORMATIONEN FÜR FACHKREISE

Allgemeine Informationen zur Anwendung sind in Kapitel 3 beschrieben.

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Hinweise für die Handhabung

Dosierungsanleitung und Art der Anwendung

Nachstehend werden nur allgemeine Dosierungsrichtlinien gegeben. Die Behandlung sollte

unter Aufsicht eines Spezialisten mit Erfahrung in der Behandlung vonGerinnungsstörungen

begonnen werden.

Dosierung und Dauer der Substitution hängen vom Schweregrad der Störung, demOrtund

Ausmaß der Blutung, der Halbwertszeit des/derbenötigtenFaktors/Faktorenundvondem

klinischen Zustand des Patienten ab.

Die Menge und die Häufigkeit der Verabreichung sollten individuell für den einzelnen

Patienten kalkuliert werden.

Erworbener Mangel der Prothrombinkomplexfaktoren II, VII, IXund X

Zur exakten Kontrolle der Therapie sollten die Blutgerinnungsverhältnisse über eine so weit

wie möglich differenzierte gerinnungsanalytische Diagnostik überwacht werden. Innerhalb

von 30 bis 60 Minuten nach der ersten Anwendung ist eine erneute Gerinnungsanalyse

notwendig. Die weitere Verabreichung von PPSB-human richtet sich nach dem klinischen

Bild und der gerinnungsanalytischen Kontrolle.

Bei Patienten unter gerinnungshemmender Therapie mit Cumarin-bzw.Indandion-

abkömmlingen ist vor der Gabe vonPPSB-humaneinegerinnungsanalytischeKontrolleder

Thromboplastinzeit (Quick-Test, Maß für die AktivitätderFaktorendes

Prothrombinkomplexes) durchzuführen.

Faustregel für die Anfangsdosierung:

1 I.E. PPSB-human (bezogen auf Faktor IX) pro kg Körpergewicht hebt die Aktivitäten der

Faktoren VII und IXum 0,5 – 1 %, der Faktoren II und Xum 1-2 % an. Initiale Injektionen von

20 - 25 I.E./kg Körpergewicht werden im Falle schwerer Blutungen empfohlen.

Bei den danach zu verabreichenden Erhaltungsdosen hebt 1 I.E. PPSB-human pro kg

Körpergewicht die Aktivitäten der Faktoren VII und IXim Plasma um 1-2 %, der Faktoren II

und Xum 2-4 % an.

Es ist zu berücksichtigen, dass erhebliche individuelle Schwankungen auftreten können und

die hier angegebenen Richtwerte dann nicht erreicht werden.

BeileichtenBlutungenbzw. kleineren Verletzungen oder Eingriffen genügen

Faktorenaktivitäten im Bereich von 20-40% (entsprichteinemQuick-Wertvon30-50%bzw.

einer INR von ca. 1,6-2,4).

Bei schweren Verletzungen oder größeren Operationen sollen dieFaktorenaktivitäten50-

60%nichtunterschreiten(entsprichteinem Quick-Wert von 60-80% bzw. einer INR von ca.

1,15-1,4).

Höhere Aktivitäten können in Einzelfällen erforderlich sein. Bei schweren Blutungen und vor

Operationen mit hohem Blutungsrisiko sind Normalwerte der Thromboplastinzeit

anzustreben (Quick-Wert 100 %, INR 1,0). In einer klinischen Studie mit PPSB-human war

bei Patienten mit Blutungskomplikationen unter gerinnungshemmender Therapie mit

Cumarinabkömmlingen ein Anstieg des Quickwertes um ca. 2% pro I.E. PPSB-human pro kg

Körpergewicht zu verzeichnen. Das individuelle Ansprechen des Patienten auf die PPSB-

Substitution kann jedoch sowohl stärker als auch schwächer ausgeprägt sein.

Angeborener Mangel der Prothrombinkomplexfaktoren II, VII, IXund X

Die Berechnung der notwendigen Dosierung basiert auf Erfahrungswerten. Danach hebt 1

I.E. Faktor IXpro kg Körpergewicht die Faktor-IX-Aktivität im Plasma um 0,8 % der

Normalwerte an. 1 I.E. Faktor VII pro kg Körpergewicht hebt die Faktor-VII-Aktivität im

Plasma um 2,0 % an, und 1 I.E. Faktor II bzw. 1 I.E. Faktor Xpro kg Körpergewicht heben

die Faktor-II- bzw. X-Aktivitäten im Plasma um 1,5 % der Normalwerte an.

Die Anfangsdosis wird nach folgender Formel berechnet:

Erforderliche Einheiten = Körpergewicht (kg) x gewünschter Faktorenanstieg (%) x reziproker Wert

des oben angegebenen Faktorenanstiegs pro Faktoreneinheit pro kg Körpergewicht.

Die Formel für Faktor IXlautet demnach:

Erforderliche Faktor-IX-Einheiten = Körpergewicht (kg) x gewünschter Faktor-IX-Anstieg (%) x 1,2

Wichtiger Hinweis: Die Dosierung und die Dauer derTherapiesolltensichimmeranderklinischen

Wirksamkeit im Einzelfall orientieren.

Unter besonderen Umständen kann, insbesondere bei der Anfangsdosis, eine höhere

Dosierung als berechnet erforderlich sein. Vor allem bei größeren operativen Eingriffen ist

eine genaue gerinnungsanalytische Überwachung der Substitutionstherapie unerlässlich.

Bei angeborenem Faktor-IX-Mangel (Hämophilie B) mit den folgenden Blutungsereignissen

bzw. chirurgischen Eingriffen sollte die Faktor-IX-Aktivität im Plasma nicht unter die

angegebenen Spiegel (% des Normalen) im entsprechenden Zeitraum fallen:

Blutungsereignis/

Chirurgischer Eingriff

Therapeutisch not-

wendiger Faktor-

IX-Spiegel im

Plasma Zeitraum, während dem der

therapeutische Faktor-IX-Spiegel im

Plasma aufrechterhalten werden muss

Leichte Blutungen z.B.

Frühstadium von Gelenks- und

Muskelblutungen,

Mundhöhlenblutungen 20 - 40 % Mindestens 1 Tag, bis die Blutung gestillt

ist und der Schmerz nachlässt bzw. bis zur

Wundheilung

Schwere Blutungen z.B.

schwerere Gelenkblutungen,

Muskelblutungen oder Hämatome 30 - 60 % 3 - 4 Tage oder länger, bis Schmerz und

akute Beschwerden nachlassen.

Lebensbedrohliche Blutungen

z.B. intrakranielle Blutungen 60 – 100 % Bis der Patient außer Gefahr ist

Kleinere Operationen inkl.

Zahnextraktion 30 - 60 % Mindestens 1 Tag, bis zum Abschluss der

Wundheilung

Große Operationen

80 – 100 %

(vor und nach der

Operation) Bis zur ausreichenden Wundheilung,

anschließend den Faktorenspiegel für

mindestens 7 weitere Tage auf 30 bis 60

% halten

Patienten, bei denen eine Behandlung mit PPSB-human über mehr als 4 - 5 Tage

erforderlich ist, sollten sorgfältig auf Zeichen einer Blutpfropfbildung (Thrombose) oder

disseminierten intravasalen Gerinnung (Verbrauchskoagulopathie) beobachtet werden.

Diese Patienten benötigen eine spezielle Behandlung.

Für die Dauerbehandlung zur Vorbeugung von Blutungen bei Patienten mit schwerer

Hämophilie B können Dosierungen von 10 bis 20 I.E. Faktor IXpro kg Körpergewicht

zweimal pro Woche verabreicht werden.

Die Erfahrungen in der Therapie eines angeborenen Mangels an Faktor II, VII oder Xsind

begrenzt. Bei einem Blutungsereignis oder chirurgischen Eingriff kann sich die Substitution

von Faktor II oder Xan dem obigen Schema für Faktor-IX-Mangel orientieren. Aufgrund der

langen Halbwertszeiten der Faktoren II und Xbenötigen Patienten mit angeborenem Faktor-

II- oder Faktor-X-Mangel PPSB-human in größeren Zeitintervallen.

Bei Faktor-VII-Mangel liegen die zur Blutstillung oder Blutungsvorbeugung benötigten

Faktorenspiegel im allgemeinen niedriger. Die Anhebung der Faktor-VII-Aktivität im Plasma

auf 20% des Normalwertes kann ausreichend sein. Die Halbwertszeit von Faktor VII ist sehr

kurz.

Daher ist für Patienten mit angeborenem Faktor-VII-Mangel die Gabe von PPSB-human in

kürzeren Zeitintervallen erforderlich. Diese Patienten müssen sorgfältig auf Zeichen einer

Blutpfropfbildung (Thrombose) oder einer disseminierten intravasalen Gerinnung

(Verbrauchskoagulopathie) überwacht werden.

Art der Anwendung

Das Pulver wird innerhalb von maximal 10 Minuten mit dem beigegebenen, auf mindestens

Raumtemperatur bis maximal 37 °C vorgewärmten Lösungsmittel (Wasser für

Injektionszwecke) unter aseptischen Bedingungen vollständig aufgelöst (s. Deckelinnenseite

des Faltkartons) und unmittelbar nach dem Lösen langsam (anfangs nicht mehr als 1 ml pro

Minute) intravenös injiziert. Die Lösung kann Opaleszenz (leichte Trübung durch

Lichtstreuung) aufweisen und schwach bläulich gefärbt sein. Präparate, die sich nicht

rückstandslos lösen, dürfen nicht injiziert werden.

BeimAufziehendergelöstenSubstanzin die Einmalspritze ist die beiliegende Filternadel zu

verwendenumzuverhindern,dassnicht sichtbare ungelöste Partikel oder aus dem Stopfen

der Filternadel prüfen, ob die Verpackung der Filternadel unversehrt ist. Nur Filternadeln aus

unversehrten Verpackungen verwenden.

Die Filternadel auf die Einmalspritze setzen und danach die Kappe der Filternadelohne

Berühren der Nadel abziehen. Die Spritze anschließend mit der Filternadel in den

Durchstichstopfen der Flasche einstechen und die Lösung langsam aufziehen.

Danach die Spritze von der Filternadel abziehen und eine Einmalkanüle auf die Spritze

setzen.

Die Injektionszubereitung sofort langsam intravenös injizieren.

Die Filternadel zusammen mit dem Fläschchen und der Einmalspritze verwerfen. Sie dürfen

nicht mehr für Injektionszwecke verwendet werden.

Nicht verbrauchte Lösungen von PPSB-human müssen fachgerecht entsorgt werden.

Fachinformation

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

PPSB-human SD/Nano 300

PPSB-human SD/Nano 600

240 – 375 I.E. Blutgerinnungsfaktor IX/Flasche PPSB-human SD/Nano 300 bzw.

480 – 750 I.E. Blutgerinnungsfaktor IX/Flasche PPSB-human SD/Nano 600, humaner

Prothrombinkomplex.

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung.

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

PPSB-human enthält den humanen Prothrombinkomplex (PPSB)und wird als Pulver

und Lösungsmittel zur Herstellung einer i.v. Injektionslösung angeboten. PPSB-

human enthält nominell:

Name des BestandteilsPPSB-human SD/Nano 300

Menge pro Flasche (10 ml) PPSB-human SD/Nano

300 Menge pro ml ge-

brauchsfertiger Lösung

Gesamtprotein: 180 - 420 mg 18 - 42 mg

Wirkstoff

Blutgerinnungsfaktor II 250 - 550 I.E. 25 - 55 I.E.

Blutgerinnungsfaktor VII 75 - 200 I.E. 7,5 - 20 I.E.

Blutgerinnungsfaktor IX 240 - 375 I.E. 24 – 37,5 I.E.

Blutgerinnungsfaktor X 250 - 550 I.E. 25 - 55 I.E.

Weitere wirksameBestandteile

Protein C 200 - 500 I.E. 20 - 50 I.E.

Protein S 50 - 250 I.E. 5- 25 I.E.

Name des BestandteilsPPSB-human SD/Nano 600

Menge pro Flasche

(20 ml) PPSB-human SD/Nano

600 Menge pro ml ge-

brauchsfertiger Lösung

Gesamtprotein: 360 - 840 mg 18 - 42 mg

Wirkstoff

Blutgerinnungsfaktor II 500 - 1100 I.E. 25 - 55 I.E.

Blutgerinnungsfaktor VII 150 - 400 I.E. 7,5 - 20 I.E.

Blutgerinnungsfaktor IX 480 - 750 I.E. 24 – 37,5 I.E.

Blutgerinnungsfaktor X 500 - 1100 I.E. 25 - 55 I.E.

Weitere wirksameBestandteile

Protein C 400 - 1000 I.E. 20 - 50 I.E.

Protein S 100 - 500 I.E. 5- 25 I.E.

Die spezifische Aktivität, bezogen auf Faktor IX, ist≥0,6 I.E./ mg Protein.

Sonstige Bestandteile, die bekanntermaßen einen Effekt haben: Natrium (12,6 –

25,30 mg pro Flasche PPSB-human SD/Nano 300;25,3 mg – 50,6 mg pro Flasche

PPSB-human SD/Nano 600)

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile: siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer intravenösen Injektionslösung.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Prophylaxe und Therapie von Blutungen

-bei Patienten mit isoliert oder kombiniert auftretendem erworbenem

Mangel an den Prothrombinkomplexfaktoren IX, II, VII und/oder X.

-bei Patienten mit isoliert oderkombiniert auftretendem kongenitalem

Mangel an den Prothrombinkomplexfaktoren IX, II, VII und/oder X, sofern

keine Einzelfaktorkonzentrate verfügbar sind.

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

4.2.1Dosierung mit Einzel- und Tagesangaben

Erworbener Mangel an Prothrombinkomplexfaktoren II, VII, IX und X

Die Dosierung und die Dauer der Substitutionstherapie richtet sich nach dem

Schweregrad der Gerinnungsstörung, nachOrt und Ausmaß der Blutung und nach

dem klinischen Bild. Die erforderliche Dosierung ist auch von der in-vivo-

Halbwertszeit des benötigten Faktors bzw. der benötigten Faktoren (siehe unter

Punkt 5.2) sowie vom Körpergewicht desPatienten abhängig. Zur exakten Kontrolle

der Therapie sollten die Hämostaseverhältnisse über eine so weit wie möglich

differenzierte gerinnungsanalytische Diagnostik überwacht werden. Innerhalb von 30

bis 60 Minuten nach der ersten Anwendung ist eine erneute Gerinnungsanalyse

notwendig. Die weitere Verabreichungvon PPSB-human richtet sich nach dem

klinischen Bild und der gerinnungsanalytischen Kontrolle.

Bei Patienten unter oraler Antikoagulantien-Therapie ist vor der Gabe von PPSB-

human eine gerinnungsanalytische Kontrolleder Thromboplastinzeit (Quick-Test)

durchzuführen.

Faustregel für die Initialdosierung:

1 I.E. PPSB-human (bezogen aufFaktor IX) pro kg Körpergewicht hebt die

Aktivitäten der Faktoren VII und IX um0,5 – 1 %, der Faktoren II und X um 1-

2 % an. Initiale Bolusgaben von 20 –25 I.E./kg Körpergewicht werden im

Bei den danach zu applizierenden Erhaltungsdosen hebt 1I.E. PPSB-human

(bezogen auf Faktor IX) pro kg Körpergewichtdie Aktivitäten der Faktoren VII und IX

im Plasma um 1-2 %, derFaktoren II und X um 2-4 % an.Es ist zu berücksichtigen,

dass erhebliche individuelle Schwankungen auftreten können und die hier

angegebenen Richtwerte dann nicht erreicht werden.

Bei leichten Blutungen bzw. kleinerenVerletzungen oder Eingriffen genügen

Faktorenaktivitäten im Bereich von 20-40%(entspricht einem Quick-Wert von 30-

50% bzw. einer INR von ca. 1,6-2,4).

Bei schweren Verletzungen odergrößeren Operationen sollen die Faktorenaktivitäten

50-60% nicht unterschreiten (entspricht einem Quick-Wert von 60-80% bzw. einer

INR von ca. 1,15-1,4).

Höhere Aktivitäten können in Einzelfällenerforderlich sein. Bei schweren Blutungen

und vor Operationen mit hohem Blutungsrisiko sind Normalwerte der

Thromboplastinzeit anzustreben (Quick-Wert100 %, INR 1,0). In einer klinischen

Studie mit PPSB-human war bei Patienten mitBlutungskomplikationen unter oraler

Antikoagulation ein Anstieg des Quickwertes um ca. 2% proI.E. PPSB-human pro kg

Körpergewicht zu verzeichnen.

Das individuelle Ansprechen des Patienten auf die PPSB-Substitution kann jedoch

sowohl stärker als auch schwächer ausgeprägt sein.

Kongenitaler Mangel der Gerinnungsfaktoren II,VII, IX und X (Prothrombinkomplex)

Die Behandlung von angeborenen Faktorenmangelzuständen sollte möglichst in

Zusammenarbeit mit in der Hämostaseologie besonders erfahrenen Ärzten erfolgen.

Die Dosierung und die Dauer der Substitutionstherapie richtet sich nach dem

Schweregrad der Gerinnungsstörung, nachOrt und Ausmaß der Blutung und nach

dem klinischen Bild.

Die Berechnung der notwendigen Dosierungbasiert auf empirischen Ergebnissen.

Danach hebt 1 I.E. Faktor IX pro kg Körpergewicht die Faktor-IX-Aktivität im Plasma

um 0,8% der Normalwerte an. 1 I.E. Faktor VII pro kg Körpergewicht hebt die

Faktor-VII-Aktivität im Plasma um 2,0 % an,und 1I.E.FaktorII bzw. 1 I.E. Faktor X

pro kg Körpergewicht heben die Faktor-II- bzw. -X-Aktivitäten im Plasma um 1,5 %

der Normalwerte an.

Die Initialdosis wird nach folgender Formel berechnet:

Erforderliche Einheiten = Körpergewicht(kg) x gewünschter Faktorenanstieg (%) x

reziproker Wert des oben angegebenen Faktorenanstiegs pro Faktoreneinheit pro kg

Körpergewicht.

Die Formel für Faktor IX lautet demnach: Erforderliche Faktor-IX-Einheiten =

Körpergewicht (kg) x gewünschter Faktor-IX-Anstieg (%) x1,2

Wichtiger Hinweis: Die Dosierung und die Dauer der Therapie sollten sich immer an

der klinischen Wirksamkeit im Einzelfall orientieren.

Unter besonderen Umständen kann, insbesonderebei der Initialdosis, eine höhere

Dosierung als berechnet erforderlich sein. Vor allem bei größeren operativen

Eingriffen ist eine genaue gerinnungsanalytische Überwachung der

Substitutionstherapie unerlässlich.

Bei kongenitalem Faktor-IX-Mangel(Hämophilie B) mit den folgenden

Blutungsereignissen bzw. chirurgischen Eingriffen sollte die Faktor-IX-Aktivität im

Plasma nicht unter die angegebenen Spiegel(% des Normalen) im entsprechenden

Blutungsereignis/

Chirurgischer Eingriff

Therapeutisch

notwendiger

Faktor-IX-Spiegel

im Plasma Zeitraum, während dem der

therapeutische Faktor-IX-Spiegel im

Plasma aufrechterhalten werden muss

Leichte Blutungen z.B. Frühstadium

von Gelenks- und Muskelblutungen,

Mundhöhlenblutungen

20 - 40 % Mindestens 1 Tag, bis die Blutung gestillt

ist und der Schmerz nachlässt bzw. bis

zur Wundheilung

Schwere Blutungen z.B.schwerere

Gelenkblutungen, Muskelblutungen

oder Hämatome 30 - 60 % 3 - 4 Tage oder länger, bis Schmerz und

akute Beschwerden nachlassen

Lebensbedrohliche Blutungen z.B.

intrakranielle Blutungen 60 – 100 % Bis der Patient außer Gefahr ist

Kleinere Operationen inkl.

Zahnextraktion 30 - 60 % Mindestens 1 Tag, bis zum Abschluss

der Wundheilung

Große Operationen

80 – 100 %

(vor und nach der

Operation) Bis zur ausreichenden Wundheilung,

anschließend den Faktorenspiegel für

mindestens 7 weitere Tage auf 30 bis 60

% halten

Patienten, bei denen eine Behandlung mitPPSB-human über mehrals 4 - 5 Tage

erforderlich ist, sollten sorgfältig aufZeichen einer Thrombose oder einer

disseminierten intravasalen Gerinnungbeobachtet werden. Diese Patienten

benötigen eine spezielle Behandlung.

Für die Langzeitprophylaxe gegen Blutungen bei Patienten mit schwerer Hämophilie

B können Dosierungen von 10 bis 20 I.E. FaktorIX/kg Körpergewicht zweimal pro

Woche verabreicht werden.

Die Erfahrungen in der Therapie eines kongenitalen Mangels an Faktor II, VII oder X

sind begrenzt. Bei einem Blutungsereignis oderchirurgischen Eingriff kann sich die

Substitution von Faktor II oder X an dasobige Schema für Faktor-IX-Mangel

orientieren. Aufgrund der langen Halbwertszeiten der Faktoren II und X benötigen

Patienten mit kongenitalem Faktor-II-oder Faktor-X-Mangel PPSB-human in

größeren Zeitintervallen.

Bei Faktor-VII-Mangel liegen die zur Blutstillung oder Blutungsprophylaxe benötigten

Faktorenspiegel im allgemeinen niedriger.Die Anhebung der Faktor-VII-Aktivität im

Plasma auf 20% des Normalwertes kannausreichend sein. Die Halbwertszeit von

Faktor VII ist sehr kurz. Daher ist fürPatienten mit kongenitalem Faktor-VII-Mangel

die Gabe von PPSB-human in kürzeren Zeitintervallen erforderlich. Diese Patienten

müssen sorgfältig auf Zeichen einer Thrombose oder einer disseminierten

intravasalen Gerinnung überwacht werden.

4.2.2 Art und Dauer der Anwendung

Das Produkt auflösen wie unter 6.6 beschrieben.

PPSB-human muss intravenös verabreicht werden. Die Infusion sollte unter

aseptischen Bedingungen mit einer Geschwindigkeit von 1 ml pro Minute eingeleitet

werden.

4.3 Gegenanzeigen

-Bei Patienten mit bekannten allergischen Reaktionen auf Bestandteile des

Präparates ist Vorsicht geboten.

-Aktuelle oder aus der Anamnese bekannte allergisch bedingte

Thrombozytopenie (Typ II) auf Heparin.

4.4Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Der Rat eines Spezialisten mitErfahrung in der Behandlung von

Gerinnungsstörungen sollte eingeholt werden.

PPSB-human SD/Nano sollte bei Patientenmit einem erworbenen Mangel an

Vitamin-K-abhängigen Gerinnungsfaktoren (z. B.verursacht durch die Behandlung

mit Vitamin-K-Antagonisten) nur verwendetwerden, wenn eine schnelle Korrektur

des Prothrombinkomplex-Spiegels erforderlich ist, wie zum Beispiel bei starken

Blutungen oder einer Notoperation. In anderen Fällen ist normalerweise die

Verringerung der Dosis des Vitamin-K-Antagonisten und/oder dieVerabreichung von

Vitamin K ausreichend.

Patienten, die einen Vitamin-K-Antagonisten erhalten, können eine

Hyperkoagulationsbereitschaft aufweisen,die sich durch die Infusion des

Prothrombinkomplex-Konzentrats verstärken kann.

Bei einem angeborenen Mangel an einem derVitamin-K-abhängigen Faktoren sollte

ein Einzelfaktorpräparat eingesetzt werden, wenn dieses zur Verfügung steht.

Wenn allergische oder anaphylaktische Reaktionen auftreten, muss die Infusion

sofort unterbrochen werden. Im Falleeines Schocks sind die medizinischen

Standards für die Behandlung eines Schocks zu befolgen.

Zur Verhinderung von Infektionen, die durch die Verwendung von Arzneimitteln

entstehen, die aus humanem Blut oder Plasma hergestellt werden, werden

verschiedene Maßnahmen getroffen. Hierzugehören die Auswahl der Spender, das

Testen der einzelnen Spenden und Plasma-Poolsauf spezifische Infektionsmarker,

sowie effektive Herstellungsschritte für die Inaktivierung/Entfernung von Viren.Trotz

dieser Vorsichtsmaßnahmen kann bei der Verabreichung von Arzneimitteln, die aus

humanem Blut oder Plasma hergestellt werden, die Möglichkeit der Übertragung von

infektiösen Krankheitserregern nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Dies trifft

auch auf unbekannte oder neuauftretende Viren oder Krankheitserreger zu.

Die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam für umhüllte Viren wie das

menschliche Immunschwäche-Virus (HIV),das Hepatitis-B-Virus und das Hepatitis-

C-Virus sowie für das nicht umhüllte Hepatitis-A-Virus angesehen.

Die getroffenen Maßnahmen können bei nicht umhüllten Viren, wie Parvovirus-B19,

von eingeschränkter Wirksamkeit sein.Eine Parvovirus-B19-Infektion kann für

Schwangere (Infektion des Fetus) undfür Patienten, deren Immunsystem

geschwächt ist oder die an bestimmten Artenvon Anämie (z. B. Sichelzellkrankheit

oder hämolytische Anämie) leiden, schwerwiegend sein.

Es wird auf die Dokumentationspflichtgemäß Transfusionsgesetz hingewiesen.

Es wird empfohlen, Patientengegen Hepatitis A und Hepatitis B zu impfen, wenn sie

regelmäßig oder wiederholt aus humanem Plasma hergestellte Prothrombinkomplex-

Konzentrate erhalten.

Die Verabreichung von Prothrombinkomplex-Präparatenkann mit einem erhöhten

Risiko einer disseminierten intravasalen Gerinnung (Verbrauchskoagulopathie) und

einem erhöhten Thromboembolierisiko einschließlich Herzinfarkt verbunden sein.

Patienten, die PPSB-human erhalten, sollten daher sorgfältig auf Zeichen oder

Symptome einer intravaskulären Gerinnung oder Thrombose überwacht werden.

Wegen des potentiellen Risikos thromboembolischer Komplikationen ist PPSB-

human bei Patienten mit koronaren Herzerkrankungen oder Herzinfarkten, Patienten

mit Lebererkrankungen, Patienten nach Operationen, Neugeborenen, Patienten mit

erhöhtem Risiko einer Thromboembolie oder einer disseminierten intravasalen

Gerinnung äußerst vorsichtig einzusetzen.

In jedem der oben genannten Fällesollte der potentielle Nutzen der Therapie mit

PPSB-human gegen das Risiko der Komplikationen besonders sorgfältig abgewogen

werden.

PPSB-human enthält 12,6 – 25,30 mg Natrium pro Flasche PPSB-human SD/Nano

300; 25,3 mg – 50,6 mg Natrium proFlasche PPSB-human SD/Nano 600). Bei

Patienten mit einer Natriumdiät ist dies zu berücksichtigen.

4.5Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und sonstige Wechselwirkungen

Humane Prothrombinkomplex - Produkteneutralisieren den Effekt der Behandlung

mit Vitamin-K-Antagonisten. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind nicht

bekannt.

Beeinflussung von biologischen Tests:

Bei der Durchführung von Gerinnungstests, die empfindlichauf Heparin reagieren, ist

der Heparingehalt des verabreichtenProthrombinkomplex-Produktes zu

berücksichtigen.

4.6Schwangerschaft und Stillzeit

Die Sicherheit der Anwendung vonPPSB-human während der Schwangerschaft

wurde bis jetzt nicht in kontrolliertenklinischen Studien belegt. Experimentelle

Tierstudien sind zur Beurteilung der Sicherheit in Bezug auf Reproduktion,

Embryoentwicklung, Schwangerschaftsverlauf sowie peri - und postnatale

Entwicklung nicht aussagekräftig.

Daher sollte PPSB-human in der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach sorgfältiger

Abwägung angewendet werden. Schädliche Wirkungen auf Mutter, Embryo, Fetus

und Kind sind bisher nicht bekannt geworden.

4.7Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Es gibt keine Hinweise, dass PPSB-humanSD/Nano die Verkehrstüchtigkeit oder

das Bedienen von Maschinen beeinträchtigt.

4.8 Nebenwirkungen

Störungen des Immunsystems:

In sehr seltenen Fällen (< 1/10.000) werdenallergische oder anaphylaktische

Reaktionen beobachtet.

Eine Substitutionstherapie kann selten (>1/10.000, < 1/1.000) zur Bildung von

zirkulierenden Antikörpern gegen einzelneGerinnungsfaktoren führen. Wenn solche

Inhibitoren auftreten, wird der infundierte Prothrombinkomplex teilweise oder

vollständig inaktiviert. Dadurch wird die klinische Wirksamkeit von

Prothrombinkomplex-Konzentraten eingeschränkt.

Allgemeine Erkrankungen:

In seltenen Fällen (>1/10.000, < 1/1.000)wird eine Erhöhung der Körpertemperatur

beobachtet.

Störungen des Nervensystems:

Kopfschmerzen können in seltenen Fällen auftreten (>1/10.000, < 1/1.000).

Störungen des Gefäßsystems:

Es besteht, insbesondere bei hoher Dosierung und/oder thrombosegefährdeten

Patienten, ein potentielles thromboembolisches Risiko (einschließlich Herzinfarkt)

sowie das Risiko einer disseminierten intravasalen Gerinnung

(Verbrauchskoagulopathie) nach Anwendung von PPSB-human (siehe auch unter

Punkt 4.4 und 4.9).

Sonstige

Selten werden Heparin-Antikörper-vermittelte schwere Thrombozytopenien (Typ II)

mit Thrombozytenwerten deutlich unter 100.000 / l oder einem schnellen Abfall auf

weniger als 50 % des Ausgangswertes beobachtet.. Bei Nicht-Sensibilisierten

beginnt der Thrombozytenabfall in der Regel 6-14 Tage nach Behandlungsbeginn,

bei Sensibilisierten unter Umständen innerhalb von Stunden. Die schwere Form der

Thrombozytopenie kann verbunden seinmit arteriellen und venösen

Thrombosen/Thromboembolien, disseminierter intravasaler Gerinnung

(Verbrauchskoagulopathie), evtl. Hautnekrosen an der Injektionsstelle, Petechien,

Purpura und Melaena. Dabei kann die blutgerinnungshemmende Wirkung des

Heparins vermindert sein (Heparintoleranz).

In solchen Fällen ist PPSB-human sofort abzusetzen. Der Patient muss darüber

informiert werden, dass bei ihm in Zukunft keine Heparin-haltigen Arzneimittel mehr

angewendet werden dürfen. Hinweis zur Kontrolle der Thrombozytenwerte siehe

unter „Sonstige Hinweise“.

4.9 Überdosierung

Bei Anwendung hoher Dosierungen von Prothrombinkomplex-Präparaten wurden

Fälle von Herzinfarkt, disseminierter intravasaler Gerinnung

(Verbrauchskoagulopathie), Venenthrombose und Lungenembolie beobachtet. Bei

einer Überdosierung ist die Gefahr einerthromboembolischen Komplikation oder

disseminierten intravasalen Gerinnung (Verbrauchskoagulopathie) für

Risikopatienten (siehe Punkt 4.4) erhöht.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1. Pharmakodynamische Eigenschaften

Die Faktoren des Prothrombinkomplexes gehören zur Stoff- und Indikationsgruppe

der Gerinnungsfaktoren IX, II, VII und X inKombination (ATC-Code B02BD01).

PPSB-human enthält in konzentrierter Formdie plasmatischen Gerinnungsfaktoren

II, VII, IX und X, die Vitamin-K-abhängig inder Leber synthetisiert werden. Während

die Faktoren II, IX und X Bestandteile desintrinsischen Blutgerinnungssystems sind,

ist Faktor VII am extrinsischen System beteiligt. Zusammen bilden sie den

Prothrombinkomplex. Bei einem Mangel der Faktoren (einzeln oder kombiniert) ist

die Blutgerinnung gestört, so dass eine entsprechende Substitution erforderlich ist.

Protein C und S werden ebenfalls Vitamin-K-abhängig in der Leber synthetisiert.

Protein C ist eine Proteinase, welche in der aktivierten Form (aktiviertes Protein C) im

Gerinnungssystem inhibitorisch wirkt, indem esdie aktivierten Kofaktoren V und VIII

proteolytisch spaltet. Protein S istan der Gerinnungshemmung als Kofaktor des

aktivierten Protein C beteiligt.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Halbwertszeiten der Gerinnungsfaktoren betragen für:

Faktor II: 40 - 60 Stunden

Faktor VII: 3 - 6 Stunden

Faktor IX: 16 - 30 Stunden

Faktor X: 30 - 60 Stunden

Protein C: 1,5 - 6 Stunden

Protein S: 24 - 48 Stunden

Durch die intravenöse Applikation istPPSB-human sofort und vollständig verfügbar.

5.3Präklinische Daten zur Sicherheit

Die Faktoren des Prothrombinkomplex-Konzentrates PPSB-human sind natürliche

Bestandteile des menschlichen Plasmas und verhalten sich wie die endogenen

Faktoren.

Umfangreiche Untersuchungen an Labortieren haben gezeigt, dass auch ein

Mehrfaches der Humandosis keinethrombogenen Effekte hervorruft. PPSB-human

besitzt eine gute lokale Verträglichkeit. Bei intravenöser Applikation von

PPSB-human wurden keine Hinweise auf eineanomale Toxizität oder anomale akute

Verträglichkeit gefunden. Toxizitätsuntersuchungen mit wiederholten Dosen an

Tieren sind wegen der Antikörperbildung gegen heterologe Proteine nicht

durchführbar.

Bisherige klinische Erfahrungen geben keine Hinweise auf onkogene oder mutagene

Wirkungen von Prothrombinkomplex-Präparaten.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Pulver:

-Heparin-Natrium, Antithrombin III, Natriumchlorid, Mannitol, Natriumcitrat

Lösungsmittel:

- Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

PPSB-human soll nicht mit anderen Arzneimittelnversetzt werden, da hierdurch eine

Aktivierung oder Inaktivierung der imPräparat enthaltenen Gerinnungsfaktoren

eintreten könnte.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Die Haltbarkeit von PPSB-human beträgt 3 Jahre.

Nach dem Auflösen ist das Präparat sofort zu verbrauchen.

6.4 Besondere Vorsichtmaßnahmen für die Aufbewahrung

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Bei 2°C bis 8°C (Kühlschrank) lagern. Nichteinfrieren. In der Originalverpackung

aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Das Verfallsdatum ist auf dem Etikett angegeben.

Nach Ablauf des Verfallsdatums darf dasPräparat nicht mehr angewendet werden.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

- Originalpackung PPSB-human SD/Nano 300

1 20-ml-Durchstechflasche mit Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung,

1 Ampulle mit 10 ml Lösungsmittel (Wasser für Injektionszwecke ),

1 sterile Filternadel.

- Originalpackung PPSB-human SD/Nano 600

1 50-ml-Durchstechflasche mit Pulver zurHerstellung einer Injektionslösung,

1 Ampulle mit 20 ml Lösungsmittel (Wasser für Injektionszwecke ),

1 sterile Filternadel.

Die Durchstechflaschen bestehen aus Glasder Glasart II und sind mit Gummistopfen

des Typs I verschlossen sowie durcheine Verschlusskappe aus Aluminium

gesichert. Die verschlossene Durchstechflasche ist mit einer Schutzkappe aus

Polypropylen versiegelt. Die Ampulle besteht aus Polyethylen ohne Zusatzstoffe.

6.6 BesondereVorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige

Hinweise zur Handhabung

Die Dosierung und die Dauer der Substitutionstherapie richtet sich nach dem

Schweregrad der Gerinnungsstörung, nachOrt und Ausmaß der Blutung und nach

dem klinischen Bild.

Die gefriergetrocknete Substanz wird innerhalb von maximal 10 Minuten mit dem

beigegebenen, auf mindestens Raumtemperaturbis maximal 37 °C vorgewärmten

Lösungsmittel (Wasser für Injektionszwecke) unter aseptischen Bedingungen

vollständig aufgelöst (s. Deckelinnenseite desFaltkartons) und unmittelbar nach dem

Lösen langsam (anfangs nicht mehr als 1ml pro Minute) intravenös injiziert.

Die Lösung kann Opaleszenz aufweisen und schwach bläulich gefärbt sein.

Präparate, die sich nicht rückstandslos lösen, dürfen nicht injiziert werden.

Beim Aufziehen der gelösten Substanzin die Einmalspritze ist die beiliegende

Filternadel zu verwenden um zu verhindern,dass nicht sichtbare ungelöste Partikel

oder aus dem Stopfen gestochene Gummipartikel mit der Arzneimittellösung

verabreicht werden. Vor demEinsatz der Filternadel prüfen, ob die Verpackung der

Filternadel unversehrt ist. Nur Filternadeln aus unversehrten Verpackungen

verwenden.

Die Filternadel auf die Einmalspritzesetzen und danach die Kappe der Filternadel

ohne Berühren der Nadel abziehen. Die Spritze anschließend mit der Filternadel in

den Durchstichstopfen der Flasche einstechen und die Lösung langsam aufziehen.

Danach die Spritze von der Filternadel abziehen und eine Einmalkanüle auf die

Spritze setzen.

Die Injektionszubereitung sofort langsam intravenös injizieren.

Die Filternadel zusammen mit dem Fläschchen und der Einmalspritze verwerfen: Sie

dürfen nicht mehr für Injektionszwecke verwendet werden.

Nicht verbrauchte Lösungen müssen fachgerecht entsorgt werden.

7. INHABER DER ZULASSUNG

OCTAPHARMA GmbH

Elisabeth-Selbert-Str. 11

40764 Langenfeld

Tel.: 02173 / 917-0

Fax. : 02173 / 917-111

E-Mail : info@octapharma.de

www.octapharma.de

8 ZULASSUNGSNUMMERN

PPSB-human SD/Nano 300: PEI.H.02039.01.1

PPSB-human SD/Nano 600: PEI.H.02039.02.1

9. DATUM DER ERTEILUNG DERZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erstzulassung: 10.02.2003

Datum der Zulassungsverlängerung: 15.12.2007

10.STAND DER INFORMATION

Februar 2011

11. VERSCHREIBUNGSSTATUS/APOTHEKENPFLICHT

Verschreibungspflichtig

12.HERKUNFTSLAND DES BLUTPLASMAS

Deutschland, Estland, Finnland, Luxemburg, Österreich, Schweden, Schweiz,

Slowenien, Tschechische Republik, USA

13. SONSTIGE HINWEISE

Hinweise zur Kontrolle der Thrombozytenzahlen:

Kontrollen der Thrombozytenzahlen sollen

- vor Beginn der Gabe von PPSB-human

- am 1. Tag nach Beginn der Gabe von PPSB-human und

- anschließend während der ersten drei Wochen regelmäßig alle drei bis vier Tage

erfolgen.

Darüber hinaus wird eine Kontrolle derThrombozytenzahl am Ende der Gabe von

PPSB-human empfohlen.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen