Piperacillin Fresenius 2 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Piperacillin-Natrium
Verfügbar ab:
Fresenius Kabi Deutschland GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Piperacillin Sodium
Darreichungsform:
Pulver zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung
Zusammensetzung:
Piperacillin-Natrium 2.085g
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
36668.01.00

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Piperacillin Fresenius 2 g, Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung

Piperacillin-Natrium

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Piperacillin Fresenius 2 g und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Piperacillin Fresenius 2 g beachten?

3. Wie ist Piperacillin Fresenius 2 g anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Piperacillin Fresenius 2 g aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Piperacillin Fresenius 2 g und wofür wird es angewendet?

Piperacillin Fresenius 2 g ist ein Antibiotikum aus der Klasse der Penicilline mit sehr breitem

Spektrum und Pseudomonas-Aktivität zur parenteralen Anwendung.

Piperacillin Fresenius 2 g wird angewendet:

zur Behandlung von akuten und chronischen bakteriellen Infektionen verschiedenster Lokalisation

und Intensität, die durch Piperacillin-empfindliche Erreger verursacht werden, wie

- Atemwegsinfektionen, z. B. Empyem, Lungenabszess und Lungenentzündung. Bei Patienten mit

chronischen Atemwegsinfekten oder zystischer Fibrose kann eine klinische Besserung erreicht

werden.

- Hals-, Nasen- und Ohreninfektionen.

- schwere systemische Infektionen, einschließlich Septikämie.

- intraabdominelle Infektionen, wie z. B. Infektionen der Gallenwege, Peritonitis und

intraabdominelle Abszesse (häufig verursacht durch gramnegative und/oder anaerobe Organismen

der normalen Darmflora).

- Urogenitalinfektionen, einschließlich Pyelonephritis, Cystitis und Urethritis. Zudem ist Piperacillin

Fresenius 2 g wirksam bei akuten, unkomplizierten Infektionen, verursacht durch Neisseria

gonorrhoeae, einschließlich der Prostatitis.

- bakterielle Endokarditis.

- gynäkologische Infektionen, wie z. B. Endometritis, Abszesse und Entzündungen des Beckens,

Salpingitis.

- Haut- und Weichteilinfektionen, einschließlich Infektionen nach Unfällen, chirurgischen Eingriffen

und Verbrennungen.

- Knochen- und Gelenkinfektionen, einschließlich Osteomyelitis.

Piperacillin Fresenius 2 g kann auch verwendet werden zur perioperativen Kurzzeitprophylaxe bei

erhöhter Gefährdung des Patienten durch Infektionen.

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Im Sinne einer kalkulierten Chemotherapie kann bei schweren hochakuten Infektionen

erforderlichenfalls die intravenöse Therapie mit Piperacillin Fresenius 2 g schon eingeleitet werden,

bevor ein Antibiogramm vorliegt, sofern die beteiligten Erreger als nur in Ausnahmefällen resistent

bekannt sind. Bei drohenden schweren bakteriellen Infektionen mit unbekanntem oder weniger

empfindlichem Erreger sowie Mischinfektionen mit einem oder mehreren unbekannten oder weniger

empfindlichen Erregern ist eine Kombinationstherapie mit anderen bakterizid wirksamen Substanzen

angezeigt.

In Betracht kommen vor allem Kombinationspartner, deren Wirksamkeit durch Betalaktamase-

Bildung, der häufigsten Ursache einer Piperacillin-Resistenz, nicht vermindert wird.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Piperacillin Fresenius 2 g beachten?

Piperacillin Fresenius 2 g darf nicht angewendet werden

wenn Sie allergisch gegen Piperacillin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn bei Ihnen eine Penicillin-Überempfindlichkeit nachgewiesen ist, da hier die Gefahr eines

anaphylaktischen Schocks besteht. Eine Kreuzallergie mit anderen Betalaktam-Antibiotika kann

bestehen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Piperacillin Fresenius 2 g anwenden,

- wenn Sie an einer eingeschränkten Nieren- oder Leberfunktion leiden:

Für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion gelten eigene Dosierungsrichtlinien (siehe unter 3.

„Wie ist Piperacillin Fresenius 2 g anzuwenden?“).

Bei eingeschränkter Leberfunktion vermindert sich die Ausscheidung des Arzneimittels aus dem

Körper (totale Clearance) bis zu 20 % und die Halbwertszeit kann bis zu 50 % verlängert sein. Falls

keine gleichzeitigen Nierenfunktionseinschränkungen bestehen, sind jedoch keine

Dosisanpassungen erforderlich.

- wenn Sie an Allergien leiden (z. B. Heuschnupfen, Asthma bronchiale, Nesselsucht). In diesem Fall

ist das Risiko für schwerwiegendere Überempfindlichkeitsreaktionen bei Injektions- bzw.

Infusionsbehandlung erhöht.

- wenn bei Ihnen gleichzeitig Muskelrelaxantien vom nicht-depolarisierenden Typ angewendet

werden, z. B. bei Infektionsprophylaxe während einer Operation. In diesem Fall kann die

neuromuskuläre Blockade vertieft und verlängert sein. Diese Wechselwirkungen können Ursache

unerwarteter, u. U. lebensbedrohlicher Zwischenfälle sein.

Langzeitanwendung oder hohe Dosen

Wenn bei Ihnen eine verstärkte Blutungsneigung (z. B. infolge hämorrhagischer Diathese,

gerinnungshemmender oder fibrinolytischer Therapie) vorliegt oder Sie gleichzeitig mit

Acetylsalicylsäure-Präparaten und einer hoch dosierten Piperacillin-Behandlung therapiert werden, ist

generell Vorsicht geboten. Auf mögliche Blutungsquellen, wie Geschwüre des Magen-Darm-Traktes

(Ulcus duodeni, Ulcus ventriculi, intestinale Malignome u. a.) ist zu achten. Wenn erkennbare

Blutungen auftreten und andere Gründe für eine Blutung nicht erkennbar sind, sollte Piperacillin

Fresenius 2 g abgesetzt und geeignete therapeutische Maßnahmen ergriffen werden. Bei länger als 10

Tage dauernder, hoch dosierter Therapie mit Piperacillin Fresenius 2 g muss häufiger mit

Verminderungen der Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozytendepressionen bis zur

Agranulozytose) gerechnet werden, die sich nach dem Absetzen schnell und vollständig zurückbilden.

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Bei längerer Behandlungsdauer wird daher eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes

empfohlen.

Bei Patienten, die gleichzeitig hoch dosiertes Heparin, orale Antikoagulantien, Acetylsalicylsäure und

andere Mittel erhalten, die das Blutgerinnungssystem und/oder die Thrombozytenfunktion

beeinflussen, sollten die Gerinnungsparameter häufiger und regelmäßig überwacht werden.

Langfristige und wiederholte Anwendung von Piperacillin Fresenius 2 g kann zu Superinfektionen mit

resistenten Bakterien oder Sprosspilzen führen.

Anwendung von Piperacillin Fresenius 2 g zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Piperacillin/Probenecid bzw. Analgetika/Antipyretika u. a.

Die gleichzeitige Gabe von Probenecid führt als Folge einer Hemmung der Ausscheidung über die

Niere zu höheren und länger anhaltenden Piperacillin-Konzentrationen im Serum und in der Galle.

Auch Indometacin, Phenylbutazon, Salicylate und Sulfinpyrazon führen zu höheren und länger

anhaltenden Serumkonzentrationen.

Piperacillin/Muskelrelaxantien

Wird Piperacillin Fresenius 2 g unter oder unmittelbar nach Operationen verabreicht, kann bei

gleichzeitiger Anwendung von Muskelrelaxantien vom nicht-depolarisierenden Typ die

neuromuskuläre Blockade vertieft und verlängert sein (siehe auch „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“).

Piperacillin/Heparin, orale Antikoagulantien, Thrombozytenaggregationshemmer u. a.

Bei gleichzeitiger Gabe von hoch dosiertem Heparin, von oralen Antikoagulantien und von anderen

Mitteln, die das Blutgerinnungssystem oder die Thrombozytenfunktion beeinflussen, sollten

Gerinnungsparameter häufiger und regelmäßig überwacht werden.

Piperacillin/andere Antibiotika

Die Kombinationstherapie mit geeigneten Antibiotika (z. B. Aminoglykoside, Staphylokokken-

Penicilline) kann zu einer verstärkten (synergistischen) Wirkung führen.

Bakteriostatisch wirkende Antibiotika, wie z. B. Tetracycline, Sulfonamide und Chloramphenicol

können u. U. eine Verminderung der antibakteriellen Wirksamkeit des bakterizid wirkenden

Piperacillins bewirken.

Durch kompetitive Hemmung der tubulären Sekretion können hohe Piperacillin-Dosen zur

Verlängerung der Halbwertszeit anderer Betalaktam-Antibiotika führen.

Bei gemeinsamer Applikation von Piperacillin Fresenius 2 g und Tobramycin wird bezüglich

Tobramycin die Fläche unter der Blutspiegel/Zeitkurve um etwa 10 % und die renale Clearance und

die Ausscheidung im Urin um etwa ein Drittel reduziert. Die veränderte Pharmakokinetik von

Tobramycin bei gemeinsamer Anwendung mit Piperacillin könnte auf eine In-vivo- und In-vitro-

Inaktivierung des Tobramycins in Gegenwart von Piperacillin zurückzuführen sein.

Einfluss auf labordiagnostische Untersuchungen

Nicht-enzymatische Methoden zur Harnzuckerbestimmung können ein falsch-positives Resultat

ergeben.

Ebenso können der Urobilinogen-Nachweis und die Ninhydrin-Probe gestört sein.

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Verschiedene chemische Methoden zur Eiweißbestimmung im Harn können ein falsch-positives

Resultat ergeben. Die Eiweißbestimmung mit Teststäbchen bleibt unbeeinflusst.

Kinder

Für Kinder gelten eigene Dosierungsrichtlinien (siehe unter „Wie ist Piperacillin Fresenius 2 g

anzuwenden?“).

Ältere Menschen-

Für ältere Patienten gelten keine speziellen Vorsichtsmaßnahmen, sofern keine Einschränkung der

Nierenfunktion vorliegt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Piperacillin Fresenius 2 g für Sie geeignet ist.

Das Baby kann Piperacillin entweder in der Gebärmutter oder über die Muttermilch aufnehmen.

Wenn Sie stillen, wird Ihr Arzt entscheiden, ob Piperacillin Fresenius 2 g für Sie geeignet ist.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nach bisherigen Erfahrungen hat Piperacillin Fresenius 2 g keinen Einfluss auf Konzentrations- und

Reaktionsfähigkeit. In Einzelfällen sind Nebenwirkungen (siehe „4. Welche Nebenwirkungen sind

möglich?“) beobachtet worden, die eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr sowie die Arbeit mit

Maschinen oder Arbeiten ohne sicheren Halt unmöglich machen (z. B. Krampfanfälle,

anaphylaktischer Schock).

Piperacillin Fresenius 2 g enthält Natrium

Eine Durchstechflasche mit 2,085 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung

enthält 3,7 mmol (85 mg) Natrium (Hauptkomponente im Kochsalz/Speisesalz). Das entspricht

4,25 % der für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der

Nahrung. Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

3.

Wie ist Piperacillin Fresenius 2 g anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker an.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Erwachsene

Die klinische Erfahrung zeigt, dass Piperacillin Fresenius 2 g bei schweren und komplizierten

Infektionen intravenös gegeben werden sollte.

Intravenöse Anwendung (Injektion oder Infusion)

Die empfohlene Tagesdosierung liegt üblicherweise zwischen 100 und 200 mg Piperacillin pro kg

Körpergewicht, verteilt auf 2 - 4 Einzeldosen. Die übliche klinische Dosierung liegt damit bei 6 - 12 g

Piperacillin pro Tag.

In schweren Fällen sollten täglich zwischen 200 und 300 mg Piperacillin pro kg Körpergewicht

gegeben werden. Die Applikation sollte in 3 - 4 Einzeldosen erfolgen. Die empfohlene

Tageshöchstdosis beträgt 24 g, obwohl auch höhere Dosen komplikationslos vertragen wurden.

Intramuskuläre Injektion

Der Inhalt einer Durchstechflasche Piperacillin Fresenius 2 g soll in mindestens 4 ml Wasser für

Injektionszwecke gelöst werden.

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Pro Injektion sollten nicht mehr als 2 g Piperacillin an derselben Injektionsstelle gegeben werden.

Kleinkinder und Kinder (1 Monat bis 12 Jahre)

Für Kleinkinder und Kinder wird nur die intravenöse Verabreichung von Piperacillin empfohlen.

Intravenöse Anwendung (Injektion oder Infusion)

Die empfohlene tägliche Dosierung liegt üblicherweise zwischen 100 und 200 mg Piperacillin pro kg

Körpergewicht, verteilt auf 2 - 4 Einzeldosen.

In schweren Fällen (wie beispielsweise Septikämien) sollten täglich zwischen 200 und 300 mg

Piperacillin pro kg Körpergewicht gegeben werden, verteilt auf 2 - 4 Einzeldosen.

Neugeborene (unter 1 Monat)

Für Neugeborene wird nur die intravenöse Verabreichung von Piperacillin empfohlen.

150 mg/kg Körpergewicht pro Tag, intravenös, verteilt auf 3 Einzeldosen für Neugeborene jünger als

7 Tage oder älter als 7 Tage aber mit einem Gewicht unter 2000 g.

300 mg/kg Körpergewicht pro Tag, intravenös, verteilt auf 3 oder 4 Einzeldosen für Neugeborene

älter als 7 Tage und mit einem Körpergewicht über 2000 g.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz sollte die intravenöse Gabe dem jeweiligen Grad der

Einschränkung der Nierenfunktion angepasst werden. Ihr Arzt wird die Dosierung entsprechend

anpassen.

Art der Anwendung

Piperacillin wird parenteral verabreicht. Es kann als langsame intravenöse Injektion (3 - 5 min),

intravenöse Infusion (20 - 40 min) angewendet werden.

Dauer der Anwendung

Die Anwendungsdauer von Piperacillin Fresenius 2 g sollte bei akuten Infektionen 2 - 4 Tage über das

Abklingen der klinischen Hauptsymptome bzw. der erhöhten Temperatur hinausgehen. Die

Behandlungsdauer ist jedoch entsprechend dem Krankheitsverlauf festzulegen.

Wenn Sie eine größere Menge von Piperacillin Fresenius 2 g angewendet haben, als Sie sollten

In sehr hohen Dosen können Penicilline - im Allgemeinen nur bei gleichzeitiger Niereninsuffizienz -

zu cerebralen (epileptischen) Krämpfen, zentralnervösen Erregungszuständen und Myoklonien

führen.

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt.

Im Notfall sind alle erforderlichen intensivmedizinischen Maßnahmen angezeigt.

Hohe Serumspiegel können durch Hämodialyse reduziert werden.

Bei motorischer Erregung oder Krampfzuständen können Antikonvulsiva (wie Diazepam oder

Barbiturate) angezeigt sein.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

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Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig

kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufig

kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich

kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten

kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen

Sehr selten

kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Bei hoch dosierter Piperacillin-Therapie sind gelegentlich Funktionsstörungen der Blutplättchen

beobachtet worden, die sich als Verlängerung der Blutungszeit und als kleinfleckige Blutungen in

Haut oder Schleimhaut (Purpura) äußern. Dies tritt vor allem bei Patienten mit stark eingeschränkter

Nierenfunktion auf.

Sehr selten:

Abnahme der Zahl der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen (Leukopenie bis hin zur

Agranulozytose, Thrombozytopenie), allergisch bedingte Vermehrung bestimmter weißer Blutzellen

(Eosinophilie).

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Kopfschmerzen.

Bei hohen Konzentrationen von Piperacillin im Blut, die auch durch eine eingeschränkte

Nierenfunktion bedingt sein können, kann es zu zentralnervösen Erregungszuständen,

Muskelzuckungen (Myoklonien), tonisch/klonischen Krämpfen, Tremor und Schwindel kommen.

Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes

Gastrointestinale Störungen mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Magendruck, Flatulenz und

Durchfällen.

Erkrankungen der Nieren und der Harnwege

Selten:

Akute Nierenentzündung (interstitielle Nephritis).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes (siehe auch „Erkrankungen des

Immunsystems“)

Häufig:

Hautausschläge (Exantheme), Purpura, insbesondere bei hochdosierter Piperacillin-Therapie.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Schmerzen an der Injektionsstelle und Venenentzündungen bis zur Thrombophlebitis sind möglich.

Häufig:

Schleimhautentzündungen oder Schleimhautblutungen, insbesondere bei hochdosierter Piperacillin-

Therapie.

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig:

Allergische Reaktionen, meist in Form von Hautreaktionen (z. B. Exantheme, Erytheme, Juckreiz).

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Eine Sofortreaktion in Form eines Nesselausschlags deutet meist auf eine echte Penicillin-Allergie hin

und zwingt zum Therapieabbruch.

Gelegentlich:

Schwerwiegende allergische Reaktionen als Folge einer Sensibilisierung gegen die 6-Amino-

Penicillansäure-Gruppe, z. B. in Form von Arzneimittelfieber, Gelenkschmerzen, Vermehrung

bestimmter Blutkörperchen (Eosinophilie), schmerzhafter Schwellung von Haut und Schleimhaut

(angioneurotisches Ödem), innerer Kehlkopfschwellung mit Einengung der Luftwege und Atemnot

(Larynxödem), Serumkrankheit, Blutarmut (hämolytische Anämie), allergischer Gefäß- oder

Nierenerkrankung (Vaskulitis oder Nephritis).

Selten:

Hauterscheinungen wie Erythema exsudativum multiforme und Stevens-Johnson-Syndrom

(lebensbedrohliche Erkrankungen mit großflächiger Blasenbildung der Haut).

Zwischen Hautpilzen und Penicillinen kann eine Antigengemeinschaft bestehen, so dass bei Mykose-

Erkrankten auch bei erstmaliger Penicillingabe Reaktionen wie nach Zweitkontakt nicht

auszuschließen sind.

Überempfindlichkeitsreaktionen aller Schweregrade - bis zum anaphylaktischen Schock - sind auch

nach Gabe von Piperacillin beobachtet worden (siehe auch Abschnitt „Gegenmaßnahmen“). Schwere

anaphylaktoide Reaktionen erfordern sofortige entsprechende Notfallmaßnahmen.

Untersuchungen:

Häufig:

Anstieg der Konzentrationen von normalerweise mit dem Urin ausgeschiedenen Stoffen (Kreatinin,

Harnsäure und Harnstoff) im Blut.

Gelegentlich:

Abnahme des Blutfarbstoffs im Blut (Hämoglobin und Hämatokrit), Ansteigen der Blutplättchenzahl.

Sehr selten:

Verminderung der Kaliumkonzentration im Blut.

Vorübergehender Anstieg von Leberenzymen (Transaminasen, alkalische Phosphatase) sowie der

Bilirubinkonzentrationen im Serum.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Treten während der oder in den ersten Wochen nach der Behandlung schwere, anhaltende Durchfälle

auf, so ist an eine pseudomembranöse Kolitis zu denken (in den meisten Fällen verursacht durch

Clostridium difficile). Diese durch eine Antibiotika-Behandlung ausgelöste Darmerkrankung kann

lebensbedrohlich sein (siehe „Gegenmaßnahmen“).

Erkrankung der Gefäße

Bei längerer Behandlung kann es zu Blutungen kommen (siehe Abschnitt „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“).

Gegenmaßnahmen

Folgende extrem seltene Nebenwirkungen (nähere Erläuterungen zu diesen Nebenwirkungen siehe

oben) können unter Umständen akut lebensbedrohlich sein. Darum ist sofort ein Arzt zu informieren,

falls ein derartiges Ereignis plötzlich auftritt oder sich unerwartet stark entwickelt.

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Pseudomembranöse Kolitis

Hier muss der Arzt eine Beendigung der Therapie mit Piperacillin Fresenius 2 g in Abhängigkeit von

der Indikation erwägen und ggf. sofort eine angemessene Behandlung einleiten. Arzneimittel, die die

Darmbewegung (Peristaltik) hemmen, dürfen nicht eingenommen werden.

Schwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie)

Hier muss die Behandlung mit Piperacillin Fresenius 2 g sofort abgebrochen und die üblichen

entsprechenden Notfallmaßnahmen müssen eingeleitet werden.

Auftreten von (epilepsieähnlichen) Krampfanfällen

Die üblichen, entsprechenden Notfallmaßnahmen sind angezeigt.

Meldungen von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Webseite:

www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Piperacillin Fresenius 2 g aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde für

24 Stunden bei 25 °C und für 48 Stunden bei 2 - 8 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht

sollte die gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden.

Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer

und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen

Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht

länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren. Unbenutzte Lösungen sollten nach dieser Zeit

vernichtet werden.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie Folgendes bemerken: Lösungen mit

Trübungen oder Ausfällungen sind nicht anzuwenden.

Nur verwenden, wenn Lösung klar und Behältnis unbeschädigt.

6.

Inhalt der Packung und weitere Angaben

Was Piperacillin Fresenius 2 g enthält

Der Wirkstoff ist:

Piperacillin-Natrium

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1 Durchstechflasche enthält 2,085 g Piperacillin-Natrium, entsprechend 2 g Piperacillin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Keine

Wie Piperacillin Fresenius 2 g aussieht und Inhalt der Packung

Packung mit 1, 5, 10, 12 Durchstechflaschen zu je 2,085 g Pulver zur Herstellung einer Injektions -

oder Infusionslösung.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Fresenius Kabi Deutschland GmbH

D-61346 Bad Homburg

Tel.: +49 6172 686 8200

Fax: +49 6172 686 8239

E-Mail: kundenberatung@fresenius-kabi.de

Hersteller

Fresenius Kabi Deutschland GmbH

D-61346 Bad Homburg

Labesfal Laboratorios Almiro, S.A.

Lagedo

P-3465-157 Santiago de Besteiros

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juli 2018.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Dosierung bei Niereninsuffizienz

Erwachsene

Die folgenden Empfehlungen sind obere Dosisbegrenzungen und gelten für ein

durchschnittliches Erwachsenengewicht von 70 kg:

Nierenfunktion

Kreatinin-

Clearance

(ml/min)

Serumkreatinin*

(mg%)

tägliche

Maximaldosis

Dosierungsintervall

leichte

Einschränkung

40 - 80

(1,5 - 3)*

16 g

4 g alle 6 Std.

mäßige

Einschränkung

20 - 40

(3 - 5)*

12 g

4 g alle 8 Std.

schwere

Einschränkung

< 20

(über 5)*

4 g alle 12 Std.

Patienten mit

Hämodialyse**

2 g alle 8 Std.

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Die Serum-Kreatininwerte sind Richtwerte, die nicht für alle Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion genau den gleichen Grad der Einschränkung angeben; falls zu Beginn der Therapie

nur das Serumkreatinin bekannt ist, kann mit folgender Formel die Kreatinin-Clearance

annäherungsweise bestimmt werden.

Gewicht (kg) x (140 - Alter)

Männer: Kreatinin-Clearance (ml/min)



72 x Serumkreatinin (mg/dl)

bzw.

Gewicht (kg) x (140 - Alter)

Männer: Kreatinin-Clearance (ml/min)



0,814 x Serumkreatinin (µmol/l)

Frauen: 0,85 x dem für Männer geltenden Wert.

** Durch Hämodialyse werden 30 - 50 % Piperacillin in 4 Stunden entfernt. Daher sollte nach jeder

Dialyseperiode 1 g Piperacillin zusätzlich verabreicht werden.

Kinder (älter als 1 Monat und bis zu 12 Jahren)

Kreatinin-Clearance

(ml/min)*

unkomplizierte

Harnwegsinfektion

komplizierte

Harnwegsinfektion

schwere

Allgemeininfektion

> 40

keine Dosisanpassung

erforderlich

20 - 40

keine Dosisanpassung

erforderlich

150 mg/kg KG pro Tag

200 mg/kg KG pro Tag

< 20

75 mg/kg KG pro Tag

100 mg/kg KG pro Tag

133 mg/kg KG pro Tag

* bezogen auf eine Körperoberfläche von 1,73 m

Wichtigste Inkompatibilitäten

Piperacillin-Lösung ist - sofern nicht die Kompatibilität mit anderen Infusionslösungen (siehe

Abschnitt Art und Dauer der Anwendung) und Arzneimitteln erwiesen ist - grundsätzlich getrennt

anzuwenden.

Insbesondere darf Piperacillin nicht mit natriumhydrogencarbonathaltigen Lösungen,

Aminoglykosiden, Blutprodukten oder Eiweißhydrolysaten gemischt verabreicht werden.

Anleitung zum Herstellen einer gebrauchsfertigen Lösung

Intravenöse Injektion

Der Inhalt einer Durchstechflasche Piperacillin Fresenius 2 g soll in mindestens 10 ml Wasser für

Injektionszwecke gelöst werden.

Die Lösung soll langsam intravenös (3 - 5 Minuten) injiziert werden.

Intravenöse Infusion

Der Inhalt einer Durchstechflasche Piperacillin Fresenius 2 g soll in 20 - 50 ml Wasser für

Injektionszwecke gelöst werden.

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Eine weitere Verdünnung auf größere gewünschte Volumina ist möglich. Die Infusionsdauer sollte

20 - 40 Minuten betragen. Eine Verdünnung kann mit folgenden Lösungsmitteln vorgenommen

werden:

Wasser für Injektionszwecke, Glucose-Lösung 5 %, Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %).

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ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Piperacillin Fresenius 1 g

Piperacillin Fresenius 2 g

Piperacillin Fresenius 4 g

Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Piperacillin Fresenius 1 g:

1 Durchstechflasche mit 1,0425 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung enthält

1,0425 g Piperacillin-Natrium, entsprechend 1 g Piperacillin.

Piperacillin Fresenius 2 g:

1 Durchstechflasche mit 2,085 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung enthält

2,085 g Piperacillin-Natrium, entsprechend 2 g Piperacillin.

Piperacillin Fresenius 4 g:

1 Durchstechflasche mit 4,17 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung enthält

4,17 g Piperacillin-Natrium, entsprechend 4 g Piperacillin.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung von akuten und chronischen bakteriellen Infektionen verschiedenster Lokalisation und

Intensität, die durch Piperacillin-empfindliche Erreger verursacht werden, wie:

Atemwegsinfektionen, z. B. Empyem, Lungenabszess und Lungenentzündung. Bei Patienten

mit chronischen Atemwegsinfekten oder zystischer Fibrose kann klinische Besserung erreicht werden.

Hals-, Nasen- und Ohreninfektionen

schwere systemische Infektionen, einschließlich Septikämie

intraabdominelle Infektionen, wie z. B. Infektionen der Gallenwege, Peritonitis und

intraabdominelle Abszesse (häufig verursacht durch gramnegative und/oder anaerobe Organismen der

normalen Darmflora)

Urogenitalinfektionen, einschließlich Pyelonephritis, Cystitis und Urethritis. Zudem ist

Piperacillin Fresenius wirksam bei akuten, unkomplizierten Infektionen, verursacht durch Neisseria

gonorrhoeae, einschließlich der Prostatitis

bakterielle Endokarditis

gynäkologische Infektionen, wie z. B. Endometritis, Abszesse und Entzündungen des

Beckens, Salpingitis

Haut- und Weichteilinfektionen, einschließlich Infektionen nach Unfällen, chirurgischen

Eingriffen und Verbrennungen

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Knochen- und Gelenkinfektionen, einschließlich Osteomyelitis

Piperacillin Fresenius kann auch verwendet werden zur perioperativen Kurzzeitprophylaxe bei erhöhter

Gefährdung des Patienten durch Infektionen.

Im Sinne einer kalkulierten Chemotherapie kann bei schweren hoch akuten Infektionen

erforderlichenfalls die intravenöse Therapie mit Piperacillin Fresenius schon eingeleitet werden, bevor

ein Antibiogramm vorliegt, sofern die beteiligten Erreger als nur in Ausnahmefällen resistent bekannt

sind.

Bei drohenden schweren bakteriellen Infektionen mit unbekanntem oder weniger empfindlichem

Erreger sowie Mischinfektionen mit einem oder mehreren unbekannten oder weniger empfindlichen

Erregern ist eine Kombinationstherapie mit anderen bakterizid wirksamen Substanzen angezeigt.

In Betracht kommen vor allem Kombinationspartner, deren Wirksamkeit durch Betalaktamase-Bildung,

der häufigsten Ursache einer Piperacillin-Resistenz, nicht vermindert wird.

Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollten beachtet werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Erwachsene

Die klinische Erfahrung zeigt, dass Piperacillin Fresenius bei schweren und komplizierten Infektionen

intravenös gegeben werden sollte.

Intravenöse Anwendung (Injektion oder Infusion):

Die empfohlene Tagesdosierung liegt üblicherweise zwischen 100 und 200 mg Piperacillin/kg KG,

verteilt auf 2 - 4 Einzeldosen. Die übliche klinische Dosierung liegt damit bei 6 - 12 g Piperacillin/Tag.

In schweren Fällen sollten täglich zwischen 200 und 300 mg Piperacillin/kg KG gegeben werden. Die

Applikation sollte in 3 - 4 Einzeldosen erfolgen. Die empfohlene Tageshöchstdosis beträgt 24 g,

obwohl auch höhere Dosen komplikationslos vertragen wurden.

Intramuskuläre Anwendung:

Bei unkomplizierten Infektionen oder zur Erhaltungstherapie kann Piperacillin Fresenius auch

intramuskulär verabreicht werden.

Die intravenöse Therapie kann ggf. durch eine intramuskuläre Behandlung fortgesetzt werden. Dabei

soll die Einzeldosis pro Injektion und Applikationsort nicht mehr als 2 g Piperacillin betragen.

Kleinkinder und Kinder (1 Monat bis 12 Jahre)

Für Kleinkinder und Kinder wird nur die intravenöse Verabreichung von Piperacillin empfohlen.

Intravenöse Anwendung (Injektion oder Infusion):

Die empfohlene tägliche Dosierung liegt üblicherweise zwischen 100 und 200 mg Piperacillin/kg KG,

verteilt auf 2 - 4 Einzeldosen.

In schweren Fällen (wie beispielsweise Septikämien) sollten täglich zwischen 200 und 300 mg

Piperacillin/kg KG gegeben werden, verteilt auf 2 - 4 Einzeldosen.

Neugeborene (< 1 Monat)

Für Neugeborene wird nur die intravenöse Verabreichung von Piperacillin empfohlen.

150 mg/kg KG/Tag, i.v., verteilt auf 3 Einzeldosen für Neugeborene jünger als 7 Tage oder älter als 7

Tage aber mit einem Gewicht < 2000 g.

300 mg/kg KG/Tag, i.v., verteilt auf 3 oder 4 Einzeldosen für Neugeborene älter als 7 Tage und mit

einem Körpergewicht größer 2000 g.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz sollte die intravenöse Gabe dem jeweiligen Grad der

Einschränkung der Nierenfunktion angepasst werden.

Seite 3 von 14

Dosierungsempfehlung für Erwachsene

Die folgenden Empfehlungen sind obere Dosisbegrenzungen und gelten für ein durchschnittliches

Erwachsenengewicht von 70 kg:

Nierenfunktion

Kreatinin-

Clearance

(ml/min)

Serum-

kreatinin

(mg%)

tägliche

Maximaldosis

(g)

Dosierungsintervall

leichte Einschränkung

40 - 80

(1,5 - 3)

4 g alle 6 Std.

mäßige Einschränkung

20 - 40

(3 - 5)

4 g alle 8 Std.

schwere Einschränkung

4 g alle 12 Std.

Patienten mit

Hämodialyse**

2 g alle 8 Std.

*Die Serum-Kreatininwerte sind Richtwerte, die nicht für alle Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion genau den gleichen Grad der Einschränkung angeben; falls zu Beginn der Therapie nur

das Serumkreatinin bekannt ist, kann mit folgender Formel die Kreatinin-Clearance annäherungsweise

bestimmt werden.

Männer:

Gewicht (kg) x (140 - Alter)

Kreatinin-Clearance (ml/min)



72 x Serumkreatinin (mg/dl)

bzw.

Gewicht (kg) x (140 - Alter)

Kreatinin-Clearance (ml/min)



0,814 x Serumkreatinin (

mol/l)

Frauen:

0,85 x dem für Männer geltenden Wert.

**Durch Hämodialyse werden 30 - 50 % Piperacillin in 4 Stunden entfernt. Daher sollte nach jeder

Dialyseperiode 1 g Piperacillin zusätzlich verabreicht werden.

Dosierungsempfehlung für Kinder (älter 1 Monat bis 12 Jahre)

Kreatinin-Clearance

(ml/min)*

unkomplizierte

Harnwegsinfektion

komplizierte

Harnwegsinfektion

schwere

Allgemeininfektion

> 40

keine Dosisanpassung

erforderlich

20 - 40

keine Dosisanpassung

erforderlich

150 mg/kg KG/Tag

200 mg/kg KG/Tag

75 mg/kg KG/Tag

100 mg/kg KG/Tag

133 mg/kg KG/Tag

*bezogen auf eine Körperoberfläche von 1,73 m

Piperacillin wird parenteral verabreicht. Es kann als langsame intravenöse-Injektion (3 - 5 min), i.v.-

Infusion (20 - 40 min) oder intramuskuläre Injektion angewendet werden.

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Intravenöse Injektion

Piperacillin Fresenius 1 g

Der Inhalt einer Durchstechflasche Piperacillin Fresenius 1 g soll in mindestens 5 ml Wasser für

Injektionszwecke gelöst werden.

Piperacillin Fresenius 2 g

Der Inhalt einer Durchstechflasche Piperacillin Fresenius 2 g soll in mindestens 10 ml Wasser für

Injektionszwecke gelöst werden.

Piperacillin Fresenius 4 g

Der Inhalt einer Durchstechflasche Piperacillin Fresenius 4 g soll in mindestens 20 ml Wasser für

Injektionszwecke gelöst werden.

Die Lösungen sollen langsam intravenös (3 - 5 min) injiziert werden.

Intravenöse Infusion

Piperacillin Fresenius 1 g

Der Inhalt einer Durchstechflasche Piperacillin Fresenius 1 g soll in 10 ml Wasser für Injektionszwecke

gelöst werden.

Piperacillin Fresenius 2 g

Der Inhalt einer Durchstechflasche Piperacillin Fresenius 2 g soll in 20 - 50 ml Wasser für

Injektionszwecke gelöst werden.

Piperacillin Fresenius 4 g

Der Inhalt einer Durchstechflasche Piperacillin Fresenius 4 g soll in 50 ml Wasser für Injektionszwecke

gelöst werden.

Eine weitere Verdünnung auf größere gewünschte Volumina ist möglich. Die Infusionsdauer sollte 20 -

40 min betragen.

Eine Verdünnung kann mit folgenden Lösungsmitteln vorgenommen werden:

Wasser für Injektionszwecke, Glucoselösung 50 mg/ml 5 %, Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %)

Intramuskuläre Injektion

Piperacillin Fresenius 2 g

Der Inhalt einer Durchstechflasche Piperacillin Fresenius 2 g soll in mindestens 4 ml Wasser für

Injektionszwecke gelöst werden.

Pro Injektion sollten nicht mehr als 2 g Piperacillin an derselben Injektionsstelle gegeben werden.

Dauer der Anwendung

Die Anwendungsdauer von Piperacillin Fresenius sollte bei akuten Infektionen 2-4 Tage über das

Abklingen der klinischen Hauptsymptome bzw. der erhöhten Temperatur hinausgehen. Die

Behandlungsdauer ist jedoch entsprechend dem Krankheitsverlauf festzulegen.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Piperacillin.

Wegen der Gefahr eines anaphylaktischen Schocks darf Piperacillin Fresenius bei Patienten mit

erwiesener Penicillin-Überempfindlichkeit nicht angewendet werden. Eine Kreuzallergie mit anderen

Betalaktam-Antibiotika kann bestehen.

Seite 5 von 14

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei Patienten mit allergischer Reaktionsbereitschaft (z. B. Heuschnupfen, Asthma bronchiale,

Nesselsucht) ist das Risiko für schwerwiegendere Überempfindlichkeitsreaktionen bei Injektions- bzw.

Infusionsbehandlung erhöht, weshalb Piperacillin in solchen Fällen mit besonderer Vorsicht angewandt

werden sollte.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Piperacillin Fresenius und Muskelrelaxantien vom nicht-

depolarisierenden Typ, z. B. bei Infektionsprophylaxe während einer Operation, kann die

neuromuskuläre Blockade vertieft und verlängert sein. Diese Wechselwirkungen können Ursache

unerwarteter, unter Umständen lebensbedrohlicher Zwischenfälle sein.

Bei Patienten, die eine Kombination aus Piperacillin und Tazobactam erhielten, wurde über schwere

Hautreaktionen wie Steven-Johnson-Syndrom und toxisch-epidermale Nekrolyse berichtet (siehe

Abschnitt 4.8). Wenn Patienten einen Hautausschlag entwickeln, sollten sie engmaschig überwacht

werden und die Behandlung abgebrochen werden, falls die Läsionen weiter fortschreiten.

Bei Langzeitanwendung oder bei Gabe hoher Dosen

Generell ist bei Patienten mit verstärkter Blutungsneigung (z. B. infolge hämorrhagischer Diathese,

gerinnungshemmender oder fibrinolytischer Therapie) oder bei gleichzeitiger Behandlung mit

Acetylsalicylsäurepräparaten und einer hoch dosierten Piperacillin-Behandlung Vorsicht geboten. Auf

mögliche Blutungsquellen, wie Geschwüre des Magen-Darm-Traktes (Ulcus duodeni, Ulcus ventriculi,

intestinale Malignome u. a.) ist zu achten. Wenn erkennbare Blutungen auftreten und andere Gründe für

eine Blutung nicht erkennbar sind, sollte Piperacillin abgesetzt und geeignete therapeutische

Maßnahmen ergriffen werden. Bei länger als 10 Tage dauernder, hoch dosierter Therapie mit

Piperacillin muss häufiger mit Verminderungen der Anzahl weißer Blutkörperchen

(Leukozytendepressionen bis zur Agranulozytose) gerechnet werden, die sich nach dem Absetzen

schnell und vollständig rückbilden.

Bei längerer Behandlungsdauer wird daher eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes empfohlen.

Bei Patienten, die gleichzeitig hoch dosiertes Heparin, orale Antikoagulantien, Acetylsalicylsäure und

andere Mittel erhalten, die das Blutgerinnungssystem und/oder die Thrombozytenfunktion beeinflussen,

sollten die Gerinnungsparameter häufiger und regelmäßig überwacht werden.

Langfristige und wiederholte Anwendung von Piperacillin kann zu Superinfektionen mit resistenten

Bakterien oder Sprosspilzen führen.

Patienten mit Niereninsuffizienz

Siehe Abschnitt 4.2, Angaben bei forcierter Diurese liegen nicht vor.

Elimination bei eingeschränkter Leberfunktion

Bei eingeschränkter Leberfunktion vermindert sich die totale Clearance bis zu 20 % und die

Halbwertszeit der Eliminationsphase kann bis zu 50 % verlängert sein.

1 Durchstechflasche Piperacillin Fresenius 1 g/2 g/4 g mit 1,0425/2,085/4,17 g Pulver zur Herstellung

einer Injektions- oder Infusionslösung enthält 1,85/3,7/7,4 mmol (42,5/85,1/170,2 mg) Natrium. Dies

entspricht 2,13 %/4,25 %/8,5 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen

täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g. Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter

Natrium-kontrollierter (natriumarmer/kochsalzarmer) Diät.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Piperacillin/Probenecid bzw. Analgetika/Antipyretika u. a.

Die gleichzeitige Gabe von Probenecid führt als Folge einer Hemmung der renalen Ausscheidung zu

höheren und länger anhaltenden Piperacillin-Konzentrationen im Serum und in der Galle. Auch

Seite 6 von 14

Indometacin, Phenylbutazon, Salicylate und Sulfinpyrazon führen zu erhöhten und verlängerten

Serumkonzentrationen.

Piperacillin/Muskelrelaxantien

Wird Piperacillin unter oder unmittelbar nach Operationen verabreicht, kann bei gleichzeitiger

Anwendung von Muskelrelaxantien vom nicht-depolarisierenden Typ die neuromuskuläre Blockade

vertieft und verlängert sein. Diese Wechselwirkungen können Ursache unerwarteter, unter Umständen

lebensbedrohlicher Zwischenfälle sein.

Piperacillin/Heparin, orale Antikoagulantien, Thrombozytenaggregationshemmer u. a.

Bei gleichzeitiger Gabe von hoch dosiertem Heparin, von oralen Antikoagulantien und von anderen

Mitteln, die das Blutungsgerinnungssystem oder die Thrombozytenfunktion beeinflussen, sollten die

Gerinnungsparameter häufiger und regelmäßig überwacht werden.

Piperacillin/andere Antibiotika

Die Kombinationstherapie mit geeigneten Antibiotika (z. B. Aminoglykoside, Staphylokokken-

Penicilline) kann zu einem synergistischen Effekt führen.

Bakteriostatisch wirkende Antibiotika, wie z. B. Tetracycline, Sulfonamide und Chloramphenicol

können unter Umständen eine Verminderung der antibakteriellen Wirksamkeit des bakterizid

wirkenden Piperacillins bewirken.

Durch kompetitive Hemmung der tubulären Sekretion können hohe Piperacillin-Dosen zur

Verlängerung der Halbwertszeit anderer Betalaktam-Antibiotika (z. B. Amoxicillin, Flucloxacillin)

führen.

Bei gemeinsamer Applikation von Piperacillin und Tobramycin wird bezüglich Tobramycin die Fläche

unter der Blutspiegel/Zeitkurve um etwa 10 % und die renale Clearance und die Ausscheidung im Urin

um etwa

reduziert. Die veränderte Pharmakokinetik von Tobramycin bei gemeinsamer Applikation

mit Piperacillin könnte auf eine In-vivo- und In-vitro-Inaktivierung des Tobramycins in Gegenwart von

Piperacillin zurückzuführen sein.

Einfluss auf Laboruntersuchungen

Nichtenzymatische Methoden zur Harnzuckerbestimmung können ein falsch-positives Resultat ergeben.

Ebenso können Urobilinogen-Nachweis und die Ninhydrin-Probe gestört sein.

Verschiedene chemische Methoden zur Eiweißbestimmung im Harn können ein falsch-positives

Resultat ergeben. Die Eiweißbestimmung mit Teststäbchen bleibt unbeeinflusst.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Piperacillin bei

Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien haben bei maternaltoxischen Dosierungen Embryotoxizität gezeigt, aber

keine Hinweise auf eine Teratogenität ergeben (siehe Abschnitt 5.3). Piperacillin ist plazentagängig.

Piperacillin sollte während der Schwangerschaft nur bei strikter Indikationsstellung angewendet

werden, das heißt, wenn der zu erwartende Nutzen das potenzielle Risiko für die Schwangere und den

Fetus überwiegt.

Stillzeit

Piperacillin geht in geringer Konzentration in die Muttermilch über. Stillende Frauen sollten nur

behandelt werden, wenn der zu erwartende Nutzen die möglichen Risiken für die Frau und das Kind

überwiegt.

Fertilität

Eine Fertilitätsstudie mit Ratten zeigte nach intraperitonealer Verabreichung der Kombination aus

Piperacillin und Tazobactam keine Auswirkungen auf die Fertilität und das Paarungsverhalten (siehe

Abschnitt 5.3).

Seite 7 von 14

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nach bisherigen Erfahrungen hat Piperacillin keinen Einfluss auf Konzentrations- und

Reaktionsfähigkeit. In Einzelfällen sind Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.8 „Nebenwirkungen“)

beobachtet worden, die eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr und Arbeiten mit Maschinen ohne

sicheren Halt unmöglich machen (z. B. Krampfanfälle, anaphylaktischer Schock).

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Selten

(≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten

(<1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Erkrankungen des Blutes und

des Lymphsystems

Gelegentlich

Blutungskomplikationen (einschließlich

Verlängerung der Blutungszeit, Purpura) vor

allem bei Patienten mit stark eingeschränkter

Nierenfunktion.

Sehr selten

Leukopenie, Thrombozytopenie, Eosinophilie.

Erkrankungen des

Immunsystems

Häufig

Allergische Hautreaktionen (z. B. Exantheme,

Erytheme, Juckreiz).

Eine urtikarielle Sofortreaktion deutet meist auf

eine echte Penicillin-Allergie hin und zwingt

zum Therapieabbruch.

Gelegentlich

Schwerwiegende allergische Reaktionen als

Folge einer Sensibilisierung gegen die 6-Amino-

Penicillansäure-Gruppe, z. B. in Form von

Arzneimittelfieber, Gelenkschmerzen,

Eosinophilie, angioneurotischem Ödem,

Larynxödem, Serumkrankheit, hämolytischer

Anämie, allergischer Vaskulitis und akuter

Nephritis.

Selten

Hautmanifestationen wie Erythema exsudativum

multiforme und Stevens-Johnson-Syndrom.

Zwischen Hautpilzen und Penicillin kann eine

Antigengemeinschaft bestehen, so dass bei

Mykose-Erkrankten auch bei erstmaliger

Penicillin-Gabe Reaktionen wie nach

Zweitkontakt nicht auszuschließen sind.

Überempfindlichkeitsreaktionen aller

Schweregrade bis zum anaphylaktischen

Schock; schwere anaphylaktoide Reaktionen

erfordern entsprechende Notfallmaßnahmen.

Sehr selten

Toxisch epidermale Nekrolyse

Seite 8 von 14

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Erkrankungen des

Nervensystems

Häufig

Kopfschmerzen, bei hohen

Serumkonzentrationen (z. B. durch

eingeschränkte Nierenfunktion): zentralnervöse

Erregungszustände, Muskelzuckungen

(Myoklonien), tonisch/klonische Krämpfe,

Tremor, Schwindel.

Gefäßerkrankungen

Selten

Bei längerer Behandlung kann es zu Blutungen

kommen.

Erkrankungen des

Gastrointestinaltraktes

Selten

Übelkeit, Erbrechen, Magendruck, Flatulenz und

Durchfälle.

Treten während oder in den ersten Wochen nach

Behandlung schwere, anhaltende Durchfälle auf,

so ist an eine pseudomembranöse Colitis zu

denken (in den meisten Fällen verursacht durch

Clostridium difficile). Diese durch eine

Antibiotika-Behandlung ausgelöste

Darmerkrankung kann lebensbedrohlich sein.

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

(siehe auch Erkrankungen des

Immunsystems)

Häufig

Hautausschläge (Exantheme) und Purpura,

insbesondere bei hochdosierter Piperacillin-

Therapie.

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

Selten

Interstitielle Nephritis.

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Häufig

Schleimhautentzündungen oder

Schleimhautblutungen, insbesondere bei

hochdosierter Piperacillin-Therapie.

Selten

Schmerzen an der Injektionsstelle und

Venenentzündungen bis zur Thrombophlebitis.

Untersuchungen

Häufig

Anstieg der Serumkreatinin- und

Harnstoffkonzentrationen.

Gelegentlich

Abnahme von Hämoglobin und Hämatokrit,

Ansteigen der Thrombozytenzahl.

Sehr selten

Verminderung der Kaliumkonzentration im

Blut, vorübergehender Anstieg von

Leberenzymen (Transaminasen, alkalische

Phosphatase) sowie der Bilirubinkonzentration

im Serum

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: http://www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

a)

Symptome der Überdosierung

Krämpfe

Seite 9 von 14

In sehr hohen Dosen können Penicilline - im Allgemeinen nur bei gleichzeitiger Niereninsuffizienz - zu

cerebralen (epileptischen) Krämpfen, zentralnervösen Erregungszuständen und Myoklonien führen.

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen

Diese treten im Allgemeinen innerhalb der ersten halben Stunde nach Applikation auf und äußern sich

u. a. in starkem Blutdruckabfall, Atemnot und Nesselausschlag (weitere Reaktionen siehe Abschnitt 4.8

„Nebenwirkungen“).

Schwere Durchfälle

Schwere, anhaltende Durchfälle (eventuell mit Blut und Schleimbeimengungen), die mit Fieber und

Bauchschmerzen einhergehen können, können Anzeichen einer pseudomembranösen Kolitis sein, die

lebensbedrohlich sein kann.

b)

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt.

Im Notfall sind alle erforderlichen intensiv-medizinischen Maßnahmen angezeigt.

Krämpfe

Hohe Serumspiegel können durch Hämodialyse reduziert werden, Angaben zur forcierten Diurese

liegen nicht vor.

Bei motorischer Erregung oder Krampfzuständen können Antikonvulsiva (wie Diazepam oder

Barbiturate) angezeigt sein.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Im Falle schwerer hypererger (anaphylaktischer) Reaktionen ist die weitere Verabreichung von

Piperacillin Fresenius sofort abzubrechen und es sind die üblichen Gegenmaßnahmen einzuleiten

(Antihistaminika, Kortikosteroide, Sympathomimetika und bedarfsweise Beatmung).

Pseudomembranöse Kolitis

In diesen Fällen muss vom Arzt in Abhängigkeit von der Indikation ein Abbruch der Piperacillin-

Behandlung erwogen werden und ggf. sofort eine geeignete Therapie (z. B. Vancomycin oral, 4-mal

250 mg täglich bei Erwachsenen) eingeleitet werden. Peristaltikhemmende Präparate sind

kontraindiziert.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe

Piperacillin ist ein halbsynthetisches, nicht Betalaktamase-festes, Acylaminopenicillin.

ATC-Code

J01CA12

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Piperacillin beruht auf einer Hemmung der bakteriellen

Zellwandsynthese (in der Wachstumsphase) durch Blockade der Penicillin-bindenden Proteine (PBPs)

wie z. B. der Transpeptidasen. Hieraus resultiert eine bakterizide Wirkung.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von der Zeitdauer ab, während der der Wirkstoffspiegel

oberhalb der minimalen Hemmkonzentration (MHK) des Erregers liegt.

Seite 10 von 14

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Piperacillin kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

Inaktivierung durch Betalaktamasen: Piperacillin verfügt nur über mäßige Betalaktamase-

Stabilität, so dass es gegen die meisten Betalaktamase-bildenden Bakterien unwirksam ist.

Von einigen Bakterienspezies bildet ein hoher Anteil der Stämme Betalaktamase (z. B.

Enterobacter cloacae, Klebsiella pneumoniae).

Reduzierte Affinität von PBPs gegenüber Piperacillin: Die erworbene Resistenz bei

Pneumokokken und anderen Streptokokken beruht auf Modifikationen vorhandener PBPs als

Folge einer Mutation. Für die Resistenz bei Methicillin (Oxacillin)-resistenten

Staphylokokken hingegen ist die Bildung eines zusätzlichen PBPs mit verminderter Affinität

gegenüber Piperacillin verantwortlich.

Unzureichende Penetration von Piperacillin durch die äußere Zellwand kann bei

gramnegativen Bakterien dazu führen, dass die PBPs nicht ausreichend gehemmt werden.

Durch Effluxpumpen kann Piperacillin aktiv aus der Zelle transportiert werden.

Eine partielle oder vollständige Kreuzresistenz von Piperacillin besteht mit anderen

Penicillinen und Cephalosporinen.

Grenzwerte

Die Testung von Piperacillin erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Die Beurteilung

der Ergebnisse erfolgt auf der Basis der Grenzwerte für Piperacillin. Folgende minimale

Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte

Erreger

Sensibel

Resistent

Enterobacterales

8 mg/l

> 16 mg/l

Pseudomonas spp.

16 mg/l

> 16 mg/l

Staphylococcus spp.

Enterococcus faecalis

Streptococcus spp. (Gruppen A, B, C, G)

Streptococcus pneumoniae

Haemophilus influenzae

Moraxella catarrhalis

gramnegative Anaerobier

16 mg/l

> 16 mg/l

grampositive Anaerobier

8 mg/l

> 16 mg/l

Nicht speziesspezifische Grenzwerte

4 mg/l

> 16 mg/l

Grenzwerte beziehen sich auf eine hohe Tagesdosis von 4 x 4 g.

Für Staphylococcus spp., Streptococcus spp. (Gruppen A, B, C, G) und Streptococcus pneumoniae,

gramnegative Anaerobier und grampositive Anaerobier wird das Testergebnis von Penicillin G

übernommen.

Für Enterococcus faecalis wird das Testergebnis von Ampicillin übernommen.

Betalaktamase-bildende Stämme von Haemophilus influenzae sind als resistent zu werten.

Betalaktamase-bildende Stämme von Moraxella catarrhalis sind als resistent zu werten.

Der Grenzwert für die Bewertungsstufe sensibel bezieht sich auf eine intravenöse Tagesdosis von 3 x

4 g und der Grenzwert für die Bewertungsstufe intermediär bezieht sich auf eine intravenöse

Tagesdosis 4 x 4 g.

* Basieren hauptsächlich auf der Serumpharmakokinetik.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit

variieren. Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale

Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation

die Wirksamkeit von Piperacillin in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten

angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine

Seite 11 von 14

mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber

Piperacillin anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus

nationalen Resistenzüberwachungsprojekten und –studien (Stand: Februar 2018):

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe grampositive Mikroorganismen

Enterococcus faecalis

Staphylococcus aureus (Penicillin-sensibel)

Streptococcus agalactiae°

Streptococcus pneumoniae°

Streptococcus pyogenes°

Streptokokken der „Viridans“-Gruppe°^

Aerobe gramnegative Mikroorganismen

Acinetobacter pittii

$

Citrobacter koseri

Haemophilus influenzae°

Anaerobe Mikroorganismen

Bacteroides fragilis°

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen können

Aerobe grampositive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus

Staphylococcus epidermidis

+

Staphylococcus haemolyticus

+

Staphylococcus hominis

+

Aerobe gramnegative Mikroorganismen

Acinetobacter baumannii

Citrobacter freundii

Enterobacter aerogenes

Enterobacter cloacae

Escherichia coli

Klebsiella oxytoca

Klebsiella pneumoniae

Morganella morganii

Neisseria gonorrhoeae

Proteus mirabilis

Proteus vulgaris

Pseudomonas aeruginosa

Serratia marcescens

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe grampositive Mikroorganismen

Enterococcus faecium

Staphylococcus aureus (Penicillin-resistent)

Aerobe gramnegative Mikroorganismen

Legionella pneumophila

Stenotrophomonas maltophilia

Andere Mikroorganismen

Chlamydia spp.

Chlamydophila spp.

Mycoplasma spp.

° Bei Veröffentlichung der Tabelle lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur,

Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

Die natürliche Empfindlichkeit der meisten Isolate liegt im intermediären Bereich.

Im ambulanten Bereich liegt die Resistenzrate bei <10%.

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In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50 %.

^ Sammelbezeichnung für eine heterogene Gruppe von Streptokokken-Spezies. Resistenzrate kann in

Abhängigkeit von der vorliegenden Streptokokken-Spezies variieren.

Die Kategorisierung beruht auf Daten zu Penicillin G.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Piperacillin wird nach oraler Gabe nicht resorbiert und ist daher nur parenteral anwendbar.

Verteilung

Nach einer i.v.-Bolusinjektion von 1 g-, 2 g-, 4 g- und 6 g-Dosen lagen die

Serumspitzenkonzentrationen bei 71, 200, 331 bzw. 452 mg/l. Piperacillin ist gut gewebegängig und in

vielen Organen und Körperflüssigkeiten (z. B. Galle, Pleuraflüssigkeit, Bronchialsekret) werden

therapeutisch wirksame Konzentrationen erreicht.

Bei Kindern und bei Erwachsenen werden bei entzündeten Meningen im Liquor cerebrospinalis bis zu

33 % der zeitgleichen Serumkonzentrationen erreicht. Wie andere Penicilline durchdringt auch

Piperacillin die Plazentaschranke und tritt in den fetalen Kreislauf über. Im Fruchtwasser wurden 24 %

der entsprechenden Serumkonzentrationen gemessen. Piperacillin penetriert nur in geringem Umfang in

die Muttermilch. Nach wiederholter Applikation konnte keine Anreicherung des Antibiotikums in der

Muttermilch festgestellt werden. Auch bei regelmäßigem Stillen sind keine therapeutischen oder

toxischen Piperacillin-Konzentrationen im Darm des Neugeborenen zu erwarten.

Im therapeutischen Konzentrationsbereich (etwa 20 - 300 mg/l) liegt die Serumproteinbindung bei 16 -

21 %.

Die ermittelten Werte für das scheinbare Verteilungsvolumen sind bei hohen Piperacillin-Dosen kleiner

als bei niedrigen. Nach i.v.-Bolusinjektion von 60 mg/kg wurde ein Verteilungsvolumen von 16,2 l

bestimmt und nach Gabe von 30 mg/kg bzw. 15 mg/kg ein Verteilungsvolumen von 20 - 21 l.

Nach i.m.-Injektion werden die maximalen Plasmaspiegel nach etwa 30 min erreicht. Die mittlere

Eliminationshalbwertszeit steigt nach i.m.-Applikation mit zunehmender Dosis an (ca. 80 min bei 2 g

Piperacillin), was u. a. auf eine verlängerte Resorption aus der Injektionsstelle zurückzuführen ist.

Metabolismus und Ausscheidung

Piperacillin wird nur in geringem Umfang metabolisiert, etwa 5 - 10 % einer Dosis werden in Form der

Penicillinsäure ausgeschieden. Piperacillin wird überwiegend renal (durch glomeruläre Filtration und

durch tubuläre Sekretion) in unveränderter Form ausgeschieden. Im 24-h-Sammelurin wurden 60 - 80

% einer i.v.-Dosis wieder gefunden. In geringerem Umfang (Bereich 0,1 - 13,4 %) wird Piperacillin

auch auf dem hepatobiliären Weg ausgeschieden. In der Galle werden dabei sehr hohe Konzentrationen

erreicht. Die mittlere Eliminationshalbwertszeit liegt bei 60 min (Bereich 36 - 80 min).

Sowohl die Gesamt-Clearance als auch der renale Anteil der Gesamt-Clearance des Piperacillin ist

dosisabhängig und nicht-linear. Bei einer Erhöhung der Dosis von 15 mg/kg auf 60 mg/kg kann die

totale Clearance um 25 - 40 % sinken. Dabei nimmt der Anteil der renalen Clearance von ca. 50 % auf

ca. 70 % zu.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion bzw. bei anurischen Patienten kommt es zu einer

deutlichen Verlängerung der Halbwertszeit bis auf ca. 6 h.

Bei stark eingeschränkter Leberfunktion kann die totale Clearance des Piperacillin um bis zu 20 %

vermindert und die Halbwertszeit um bis zu 50 % verlängert sein.

Bioverfügbarkeit

100 % intravenös

70 - 80 % intramuskulär

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe und Genotoxizität

lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Lebenszeitstudien zur Karzinogenität wurden mit Piperacillin nicht durchgeführt.

Seite 13 von 14

In einer Fertilitäts- und allgemeinen Reproduktionsstudie mit Ratten, bei der Tazobactam oder die

Kombination aus Piperacillin und Tazobactam intraperitoneal appliziert wurde, wurden - zusätzlich zu

Toxizitäten beim Muttertier - eine Verkleinerung des Wurfs, ein gehäuftes Auftreten von verzögerter

Ossifikation und Variationen der Rippen bei den Föten beobachtet. Die Fertilität der F1-Generation und

die embryonale Entwicklung der F2-Generation waren nicht beeinträchtigt.

Teratogenitätsstudien an Mäusen und Ratten, denen Tazobactam oder die Kombination aus Piperacillin

und Tazobactam intravenös appliziert wurde, führten in maternaltoxischen Dosen zu einem geringfügig

reduzierten Gewicht der Rattenfeten, zeigten jedoch keine teratogenen Effekte.

Nach intraperitonealer Verabreichung von Tazobactam oder der Kombination aus Piperacillin und

Tazobactam an Ratten wurde in maternaltoxischen Dosierungen eine Beeinträchtigung der peri-

/postnatalen Entwicklung (reduziertes Gewicht und erhöhte Sterblichkeit der Jungtiere, Zunahme der

Totgeburten) beobachtet.

Pharmakologische Wirkung

Piperacillin zeigt im Hinblick auf das Zentralnervensystem, die Funktion von Herz, Kreislauf und

Nieren und die glatte Muskulatur in therapeutischer Dosierung wenig pharmakologische Effekte.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Keine

6.2

Inkompatibilitäten

Piperacillin-haltige Injektions- bzw. Infusionslösungen sind - sofern nicht die Kompatibilität mit

anderen Injektions- bzw. Infusionslösungen (siehe unter 4.2) und Arzneimitteln erwiesen ist -

grundsätzlich getrennt zu applizieren.

Insbesondere darf Piperacillin nicht mit Natriumhydrogencarbonat-haltigen Lösungen,

Aminoglykosiden, Blutprodukten oder Eiweißhydrolysaten gemischt verabreicht werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Piperacillin Fresenius 1 g: 3 Jahre

Piperacillin Fresenius 2 g: 3 Jahre

Piperacillin Fresenius 4 g: 3 Jahre

Gebrauchsfertige Lösung

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung wurde für 24 Stunden bei

25 °C und für 48 Stunden bei 2 – 8 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die

gebrauchsfertige Zubereitung sofort verwendet werden.

Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und

die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Sofern die Herstellung der gebrauchsfertigen

Zubereitung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt, ist diese nicht

länger als 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufzubewahren.

Die gebrauchsfertige Lösung ist vor Licht zu schützen.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Keine

Seite 14 von 14

Bezüglich der Lagerungsbedingungen des rekonstituierten, verdünnten Arzneimittels siehe Abschnitt

6.3.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Piperacillin Fresenius 1 g

Packung mit 1, 5, 10, 12 Durchstechflaschen zu 1,0425 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder

Infusionslösung, entsprechend 1 g Piperacillin

Piperacillin Fresenius 2 g

Packung mit 1, 5, 10, 12 Durchstechflaschen zu 2,085 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder

Infusionslösung, entsprechend 2 g Piperacillin

Piperacillin Fresenius 4 g

Packung mit 1, 5, 10, 12 Durchstechflaschen zu 4,17 g Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder

Infusionslösung, entsprechend 4 g Piperacillin

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

entsorgen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Fresenius Kabi Deutschland GmbH

D-61346 Bad Homburg

Tel.: +49 6172 686 8200

Fax: +49 6172 686 8239

E-Mail: kundenberatung@fresenius-kabi.de

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Piperacillin Fresenius 1 g: 36668.00.00

Piperacillin Fresenius 2 g: 36668.01.00

Piperacillin Fresenius 4 g: 36668.03.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 30. Juni 1997

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 17. April 2002

10.

STAND DER INFORMATION

Juli 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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