Perindopril Sandoz 8 mg Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-10-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
perindoprilum
Verfügbar ab:
Sandoz Pharmaceuticals AG
ATC-Code:
C09AA04
INN (Internationale Bezeichnung):
perindoprilum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
tert-butylamini perindoprilum 8 mg corresp. perindoprilum 6.68 mg, excipiens pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
ACE-Hemmer
Zulassungsnummer:
58333
Berechtigungsdatum:
2009-05-12

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-10-2019

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-10-2019

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Perindopril Sandoz®

Sandoz Pharmaceuticals AG

Was ist Perindopril Sandoz und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Perindopril Sandoz ist ein Medikament zur Behandlung von:

·Arterieller Hypertonie,

·Herzinsuffizienz (ein Zustand, bei dem das Herz nicht in der Lage ist, eine für den Körper

ausreichende Menge Blut zu pumpen),

·Vorbeugung gegen Schlaganfall-Rezidive (Gehirnschäden aufgrund einer Hirnblutung oder infolge

einer plötzlichen, arteriellen Obstruktion), in Verbindung mit Indapamid, bei Patienten, die in den

letzten 5 Jahren einen Hirnschlag erlitten haben,

·sowie zur Reduzierung des Risikos kardiovaskulärer Komplikationen bei Patienten mit stabiler

koronarer Herzerkrankung.

Der in Perindopril Sandoz enthaltene Wirkstoff Perindopril, oder genauer gesagt dessen aktiver

Metabolit Perindoprilat, verringert drastisch die Bildung einer körpereigenen Substanz, welche für

die Entstehung des erhöhten Blutdrucks verantwortlich ist. Der arterielle Blutdruck wird somit

reduziert und die Leistungsfähigkeit des Herzens wird verbessert.

Perindopril Sandoz gehört zur therapeutischen Kategorie der ACE (Angiotensin-Converting-

Enzym)-Hemmer.

Was sollte dazu beachtet werden?

Es sind keine besonderen Massnahmen erforderlich.

Wann darf Perindopril Sandoz nicht eingenommen werden?

Perindopril Sandoz darf nicht angewendet werden:

·Bei Kindern und Jugendlichen,

·während der Schwangerschaft und der Stillzeit,

·bei bestehender Allergie gegen Perindopril oder einen der Inhaltsstoffe (siehe Liste in «Was ist in

Perindopril Sandoz enthalten?») oder gegen andere ACE-Hemmer (falls es zum Beispiel während

einer vorangegangenen medikamentösen Bluthochdruck-Behandlung zu einer Schwellung des

Gesichts gekommen ist),

·bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz,

·wenn Sie bereits früher Symptome wie Keuchen, Anschwellen von Gesicht, Zunge oder Hals,

intensives Jucken oder schwerwiegende Hautausschläge in Verbindung mit einer früheren ACE-

Hemmer-Behandlung hatten, oder wenn diese Symptome bei Ihnen oder einem Familienmitglied

unter irgendwelchen anderen Umständen aufgetreten sind (ein Zustand, der als Angioödem

bezeichnet wird),

·wenn Sie Aliskiren (z. B. Rasilez®) oder ein Aliskiren enthaltendes Medikament einnehmen und an

Diabetes (Typ 1 oder 2) oder an Niereninsuffizienz leiden,

·wenn Sie eine Dialyse oder eine andere Art der Blutfiltration erhalten. Abhängig von dem

verwendeten Gerät, könnte Perindopril Sandoz nicht für Sie geeignet sein,

·wenn Sie Nierenprobleme haben, die zu einer Reduzierung der Blutzufuhr zu den Nieren führen

(renale Arterienstenose),

·wenn Sie gleichzeitig Neprilysin-Hemmer nehmen (zum Beispiel die Kombination der Wirkstoffe

Sacubitril/Valsartan zur Behandlung der Herzinsuffizienz oder Racecadotril zur Behandlung von

Durchfall), wegen eines erhöhten Risikos für Angioödeme (Schwellung im Gesicht, um die Augen,

an den Lippen oder der Zunge, Atemprobleme).

Wann ist bei der Einnahme von Perindopril Sandoz Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Die Behandlung erfordert eine regelmässige Überwachung durch den Arzt bzw. die Ärztin. Vor

Therapiebeginn muss der Arzt bzw. die Ärztin dafür Sorge tragen, dass jede eventuelle Verringerung

des Blutvolumens korrigiert wurde. Eine solche Verringerung kann beispielsweise durch eine

Behandlung mit Diuretika, salzarme Ernährung, eine Dialysebehandlung, Durchfall oder Erbrechen

verursacht werden.

Wenn Sie sich in einer der folgenden Situationen befinden, informieren Sie Ihren Arzt oder Ihren

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, bevor Sie Perindopril Sandoz einnehmen:

·Wenn Sie eine Aortenstenose (Verengung des Hauptblutgefässes, das vom Herzen wegführt) oder

eine hypertrophische Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung) oder eine renale Arterienstenose

(Verengung der Arterie, welche die Nieren mit Blut versorgt) haben,

·wenn Sie unter anderen Herzerkrankungen leiden,

·wenn Sie Leberprobleme haben,

·wenn Sie Probleme mit Ihren Nieren haben oder eine Dialyse erhalten. Falls Sie Dialysepatient/in

sind, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin und seine/ihre Mitarbeiter über Ihre Behandlung

mit einem ACE-Hemmer, da manche Membranfilter in diesem Fall nicht verwendet werden dürfen,

·wenn Sie ungewöhnlich hohe Spiegel eines Hormons namens Aldosteron im Blut haben (primärer

Aldosteronismus),

·wenn Sie Anzeichen einer Infektion haben (z. B. Halsschmerzen, Fieber),

·wenn Sie unter einer Kollagen-Krankheit (Erkrankung des Bindegewebes) wie systemischem Lupus

erythematodes oder Sklerodermie leiden,

·wenn Sie Medikamente zur Behandlung von Diabetes einnehmen,

·wenn Sie eine salzarme Diät einhalten oder Salzersatzstoffe einnehmen, die Kalium enthalten, oder

wenn sie andere Medikamente, die den Kaliumspiegel im Blut erhöhen einnehmen (siehe «Einnahme

von Perindopril Sandoz zusammen mit anderen Arzneimitteln»),

·wenn Sie sich einer LDL-Apherese (maschinelle Entfernung von Cholesterin aus dem Blut)

unterziehen,

·wenn Sie eine Desensibilisierungstherapie erhalten, um die allergischen Reaktionen bei Bienen- und

Wespenstichen zu verringern. Ihre Behandlung mit Perindopril Sandoz muss vor Beginn der

Desensibilisierung umgestellt werden,

·wenn Sie vor kurzem unter Durchfall oder Erbrechen gelitten haben oder dehydriert sind,

·wenn Sie eines der folgenden Medikamente einnehmen zur Behandlung von Bluthochdruck:

·ein «Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten» (ARA-II) (auch bekannt unter dem Namen Sartan – z.

Bsp. Valsartan, Telmisartan, Irbesartan), speziell wenn Sie Nierenprobleme haben zurückzuführen

auf Diabetes,

·Aliskiren.

Eventuell erachtet es Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin als nötig, regelmässig Ihre Nierenfunktion, Ihren

Blutdruck und Ihre Elektrolytewerte (z. Bsp. Kalium) im Blut zu überwachen.

Das Angioödem kann häufiger bei Patienten ethnischer Herkunft aus Afrika auftreten.

Das Angioödem Risiko kann erhöht werden, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:

·Racecadotril (benützt zur Behandlung von Durchfall),

·Arzneimittel, welche die Wirkstoffe Sacubitril/Valsartan (zur Behandlung der Herzinsuffizienz) in

Kombination enthalten,

·Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus und andere Medikamente die zu der Klasse der mTOR-

Inhibitoren gehören (benützt zur Verhinderung der Abstossung transplantierter Organe).

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger

werden könnten). Perindopril Sandoz darf nicht eingenommen werden, wenn Sie schwanger sind, da

es Ihrem Kind schwerwiegend schaden könnte (siehe «Darf Perindopril Sandoz während einer

Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?»).

Falls Sie gleichzeitig Lithiumpräparate einnehmen, kann der Lithiumblutspiegel während der

Behandlung mit Perindopril Sandoz ansteigen. Dies kann zu Vergiftungssymptomen führen.

Informieren Sie daher Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin über Ihre Therapie.

Falls Sie sich einer Operation unterziehen müssen, denken Sie daran, Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin von

Ihrer Therapie mit Perindopril Sandoz in Kenntnis zu setzen.

Einnahme von Perindopril Sandoz zusammen mit anderen Arzneimitteln

Die Behandlung mit Perindopril Sandoz kann durch andere Arzneimittel beeinflusst werden. Dazu

gehören:

·Andere Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks einschliesslich Aliskiren, Diuretika

(Arzneimittel, welche die von den Nieren produzierte Harnmenge erhöhen), andere ACE-Hemmer,

·kaliumsparende Arzneimittel (Triamteren, Amilorid), Kaliumpräparate oder kaliumhaltige

Kochsalzersatzprodukte, andere Substanzen, die den Kaliumspiegel im Körper erhöhen können (z. B.

Heparin, ein Medikament zur Blutverdünnung, oder Co-Trimoxazol, auch bekannt als Trimethoprim/

Sulfamethoxazol, ein Medikament gegen bestimmte Infektionen),

·kaliumsparende Diuretika zur Behandlung der Herzinsuffizienz: Eplerenon und Spironolacton in

einer Dosierung von 12,5 mg bis 50 mg täglich,

·Lithium zur Behandlung von Manien und Depressionen,

·nicht steroidale Entzündungshemmer (z. B. Ibuprofen) einschliesslich COX-2 Inhibitoren

(Medikamente, die Entzündungen vermindern und Schmerzen lindern) oder hochdosiertes Aspirin

(≥3 g pro Tag),

·Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes (wie Insulin, Gliptine oder Metformin),

·Baclofen (zur Behandlung von Muskelverspannungen, welche bei Erkrankungen wie Multipler

Sklerose vorkommen),

·Arzneimittel zur Behandlung von psychischen Erkrankungen wie Depression, Angst, Schizophrenie

usw. (z. B. trizyklische Antidepressiva, Arzneimittel zur Behandlung von Psychosen),

·Immunsuppressiva (Arzneimittel, welche die Abwehrreaktionen des Körpers abschwächen) zur

Behandlung von Autoimmunerkrankungen oder nach Organtransplantationen (z. B. Ciclosporin,

Tacrolismus),

·Trimethoprim (zur Behandlung von Infektionen),

·Estramustin (zur Behandlung von Krebserkrankungen),

·Medikamente, die meistens zur Behandlung von Durchfall benützt sind (Racecadotril),

·Sacubitril/Valsartan (zur Behandlung der Herzinsuffizienz),

·Arzneimittel zur Vermeidung der Abstossung transplantierter Organe (Sirolimus, Everolimus,

Temsirolimus und andere zur Klasse der mTOR-Hemmer gehörende Arzneimittel),

·Allopurinol (zur Behandlung der Gicht),

·Procainamid (zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen),

·Vasodilatatoren einschliesslich Nitrate (Arzneimittel, die eine Erweiterung der Blutgefässe

bewirken),

·Arzneimittel zur Behandlung von niedrigem Blutdruck, Schock oder Asthma (z. B. Ephedrin,

Noradrenalin oder Adrenalin),

·Goldsalze, v. a. injizierbares Gold (zur Behandlung von rheumatoider Arthritis).

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Perindopril Sandoz während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, glauben schwanger zu sein oder vorhaben schwanger zu

werden, fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, bevor Sie das Medikament einnehmen.

Schwangerschaft

Perindopril Sandoz darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Wird während

der Behandlung eine Schwangerschaft festgestellt, muss Perindopril Sandoz abgesetzt und durch ein

anderes Medikament – kein ACE-Hemmer – ersetzt werden. Setzen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

sofort in Kenntnis, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen.

Stillzeit

Da viele Medikamente in die Muttermilch übergehen, ist Perindopril Sandoz während der Stillzeit

kontraindiziert. Falls Sie stillen möchten, informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin über Ihre

Behandlung mit einem ACE-Hemmer.

Wie verwenden Sie Perindopril Sandoz?

Die Perindopril Sandoz Tabletten sollten in einer Einnahme vor dem Frühstück unzerkaut mit einem

Glas Wasser verabreicht werden.

Die empfohlenen Dosen sind wie folgt:

·Bei arteriellem Bluthochdruck ist die empfohlene Dosierung eine Tablette Perindopril Sandoz 4 mg

täglich morgens in einer Einnahme. Nach einmonatiger Behandlung kann die tägliche Dosierung auf

zwei Tabletten Perindopril Sandoz 4 mg oder 1 Tablette Perindopril Sandoz 8 mg morgens in einer

Einnahme gesteigert werden.

·Bei über 70-jährigen Patienten/Patientinnen liegt die empfohlene tägliche Dosis zu Beginn der

Behandlung bei 1 Tablette Perindopril Sandoz 2 mg oder ½ Tablette Perindopril Sandoz 4 mg

morgens. Falls der Arzt bzw. die Ärztin es als erforderlich erachtet, kann die tägliche Dosis auf 1

Tablette Perindopril Sandoz 4 mg morgens in einer Einnahme erhöht werden.

·Bei Patienten mit Herzinsuffizienz liegt die empfohlene tägliche Dosis zu Beginn der Behandlung

bei 1 Tablette Perindopril Sandoz 2 mg oder ½ Tablette Perindopril Sandoz 4 mg morgens. Falls der

Arzt bzw. die Ärztin es als erforderlich erachtet, kann die tägliche Dosis auf 1 Tablette Perindopril

Sandoz 4 mg morgens in einer Einnahme erhöht werden.

·Zur Vorbeugung gegen erneuten Schlaganfall beträgt die empfohlene Dosierung 1 Tablette

Perindopril Sandoz 2 mg oder ½ Tablette Perindopril Sandoz 4 mg täglich während zwei Wochen,

danach täglich 1 Tablette Perindopril Sandoz 4 mg während weiteren zwei Wochen, bevor

Indapamid SR (1,5 mg) hinzugefügt wird.

·Bei Patienten mit stabiler koronarer Herzerkrankung liegt die empfohlene tägliche Dosis bei 1

Tablette Perindopril Sandoz 4 mg morgens während der ersten zwei Behandlungswochen; danach

wird die Dosis auf 1 Tablette Perindopril Sandoz 8 mg pro Tag gesteigert; die gewohnte

Begleittherapie wird beibehalten. Bei älteren Patienten liegt die während der ersten

Behandlungswoche empfohlene tägliche Dosis bei 1 Tablette Perindopril Sandoz 2 mg oder ½

Tablette Perindopril Sandoz 4 mg; diese kann in der darauf folgenden Woche auf 1 Tablette

Perindopril Sandoz 4 mg gesteigert werden, bevor die Erhaltungsdosis von täglich 8 mg Perindopril

Sandoz erreicht wird.

·Bei niereninsuffizienten Patienten/Patientinnen muss der Arzt bzw. die Ärztin die Dosierung von

Perindopril Sandoz dem Ausmass der Funktionsstörung anpassen.

·Bei Patienten, die mit Diuretika behandelt werden, wird der Arzt bzw. die Ärztin abwägen ob es

notwendig ist, die diuretische Therapie kurz zu unterbrechen oder ob die Behandlung mit Perindopril

Sandoz mit einer niedrigeren Dosierung begonnen werden sollte.

Wenn Sie eine grössere Menge von Perindopril Sandoz eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie zu viele Tabletten eingenommen haben, wenden Sie sich bitte sofort an die Unfall- und

Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses oder an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Die

wahrscheinlichste Wirkung einer Überdosierung ist ein niedriger Blutdruck, der bei Ihnen Symptome

wie Schwindel oder Schwäche hervorrufen kann. In diesem Fall kann es helfen, sich hinzulegen und

die Beine hochzulagern.

Wenn Sie die Einnahme von Perindopril Sandoz vergessen haben

Es ist wichtig, das Arzneimittel täglich einzunehmen, da eine regelmässige Behandlung effektiver ist.

Wenn Sie eine Dosis Perindopril Sandoz vergessen haben, dann nehmen Sie die nächste Dosis zur

üblichen Zeit ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme

vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Perindopril Sandoz abbrechen

Da die Behandlung mit Perindopril Sandoz normalerweise eine Langzeitbehandlung ist, sollten Sie

sich an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin wenden, bevor Sie die Therapie mit dem Arzneimittel abbrechen.

Die Anwendung und die Sicherheit von Perindopril Sandoz bei Kindern und Jugendlichen wurden

bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht untersucht.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Perindopril Sandoz haben?

Nehmen Sie das Arzneimittel nicht mehr ein und informieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin,

wenn eine der folgenden Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt:

·Anschwellen des Gesichts, der Lippen, des Mundes, der Zunge oder des Halses, Schwierigkeiten bei

der Atmung,

·starker Schwindel oder Schwäche,

·ungewöhnlich schnelles oder unregelmässiges Herzklopfen oder Schmerzen in der Brust,

·starke Bauchschmerzen.

Geordnet nach abnehmender Häufigkeit, könnten folgende Nebenwirkungen auftreten

Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)

·Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, Ameisenlaufen und Kribbeln,

Muskelkrämpfe, Ohrensausen, Benommenheit aufgrund eines niedrigen Blutdrucks, Sehstörungen,

Kurzatmigkeit,

·niedriger Blutdruck (Blutdruckabfall), Herzklopfen und beschleunigter Puls,

·gelegentlich tritt trockener Reizhusten auf,

·Verdauungsbeschwerden (Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Geschmacksstörungen,

Reizmagen oder Verdauungsstörungen, Durchfall, Verstopfung),

·nicht auszuschliessen sind allergische Reaktionen wie Exantheme (Hautrötungen), Juckreiz,

Hautauschläge.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

·Depression, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Schwitzen,

·Bronchospasmen (Enge in der Brust, Keuchen und Kurzatmigkeit), Angioödem (Symptome wie

Keuchen, Anschwellen von Gesicht, Zunge oder Hals), intensives Jucken oder schwerwiegende

Hautausschläge, Blasenbildung auf der Haut,

·Urtikaria, Nierenprobleme, Impotenz,

·erhöhte Anzahl eosinophiler Blutzellen (eine Untergruppe von weissen Blutzellen), Schläfrigkeit,

Ohnmacht, Herzklopfen, Herzrasen, Vaskulitis (Entzündung der Blutgefässe),

Lichtempfindlichkeitsreaktionen (erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht),

Arthralgie (Gelenkschmerzen), Myalgie (Muskelschmerzen), Schmerzen in der Brust, Unwohlsein,

peripheres Ödem, Fieber, Stürze, Änderung der Laborwerte: Hoher Kaliumwert im Blut (bei

Absetzen der Therapie reversibel), niedriger Natriumspiegel im Blut, Hypoglykämie (sehr niedriger

Blutzuckerspiegel) bei Diabetiker, hohe Konzentration von Harnsäure und erhöhter Kreatininwert im

Blut.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

·Atemnot, Asthma, Entzündung der Nasennebenhöhlen, Entzündungen der Nasenschleimhäute oder

der Zunge, Bronchitis, Verschlimmerung der Psoriasis,

·Änderung der Laborwerte: Erhöhte Leberenzymwerte, erhöhte Bilirubinwerte im Blut.

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

·Verwirrtheit, Herzkreislaufstörungen (unregelmässiger Herzschlag, Schmerzen in der Brust (Angina

Pectoris), Myokardinfarkt, transitorische ischämische Attacke, Schlaganfall, akutes Nierenversagen,

veränderte Blutwerte wie geringe Anzahl von weissen und roten Blutkörperchen, niedriger

Hämoglobinwert, geringe Anzahl von Blutplättchen,

·Konzentrierter Urin (dunkle Farbe), Krankheitsgefühl oder krank, Muskelkrämpfe, Verwirrung und

Krämpfe, die manchmal durch unangemessene Sekretion von antidiuretischem Hormon entstehen.

Wenn Sie diese Symptome verspüren, wenden Sie sich so schnell wie möglich an Ihren Arzt,

·Entzündung der Mundschleimhäute, stoppen des Darmtransits,

·Entzündung der Bauchspeicheldrüse (was zu starken Bauch- und Rückenschmerzen führt) oder der

Leber (Hepatitis und Leberinsuffizienz können mögliche anhaltende und unerklärte Symptome wie

zum Beispiel Übelkeit, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, ungewohnte Müdigkeit, Erbrechen,

gelbliche Färbung der Augen oder der Haut, dunkelfarbigen Urin oder hellen Stuhl auslösen),

·Erythema multiforme, Haarausfall,

·ein Syndrom aus Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen mit Eosinophilie, Anstieg der

Blutsenkungsgeschwindigkeit und/oder der antinukleären Antikörper.

Einzelfälle

·Raynaud Syndrom (Verfärbung, Taubheitsgefühl und Schmerzen in Fingern oder Zehen).

Wenn Sie dennoch Nebenwirkungen beobachten, informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw.

Ihre Ärztin oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

In der Originalverpackung, nicht über 30°C und ausser Reichweite von Kindern lagern.

Weitere Hinweise

Um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden, sollten Sie aus eigener Initiative keine anderen

Medikamente einnehmen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Perindopril Sandoz enthalten?

Wirkstoffe

Hilfsstoffe

Jede Tablette Perindopril Sandoz 2 mg enthält 2 mg Perindopril als Tertiärbutylamin-Salz (entspricht

1,67 mg reinem Perindopril) sowie Hilfsstoffe.

Jede Tablette Perindopril Sandoz 4 mg enthält 4 mg Perindopril als Tertiärbutylamin-Salz (entspricht

3,34 mg reinem Perindopril) sowie Hilfsstoffe.

Jede Tablette Perindopril Sandoz 8 mg enthält 8 mg Perindopril als Tertiärbutylamin-Salz (entspricht

6,68 mg reinem Perindopril) sowie Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

58333 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Perindopril Sandoz? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Perindopril Sandoz 2 mg: Packungen zu 30 und 90 Tabletten.

Perindopril Sandoz 4 mg: Packungen zu 30 und 90 Tabletten (teilbar).

Perindopril Sandoz 8 mg: Packungen zu 30 und 90 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz

Diese Packungsbeilage wurde im Oktober 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Perindopril Sandoz®

Sandoz Pharmaceuticals AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Perindopril (als Tertiärbutylamin-Salz).

Hilfsstoff: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten (nicht teilbar) zu 2 mg: 2 mg Perindopril als Tertiärbutylamin-Salz, entspricht 1,67 mg

reinem Perindopril.

Tabletten (teilbar) zu 4 mg: 4 mg Perindopril als Tertiärbutylamin-Salz, entspricht 3,34 mg reinem

Perindopril.

Tabletten (nicht teilbar) zu 8 mg: 8 mg Perindopril als Tertiärbutylamin-Salz, entspricht 6,68 mg

reinem Perindopril.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Arterielle Hypertonie.

Herzinsuffizienz.

Schlaganfall-Rezidivprophylaxe in Kombination mit Indapamid bei Patienten, die in den

vorausgegangenen 5 Jahren einen Schlaganfall erlitten haben.

Stabile koronare Herzkrankheit: Perindopril reduziert die Risikokombination kardiovaskulärer

Komplikationen – kardiovaskuläre Mortalität, nicht letaler Myokardinfarkt und Herzstillstand – bei

Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierungen

Arterielle Hypertonie

Die Anfangsdosis für Patienten mittleren Alters ist die einmalige Einnahme von 4 mg am Morgen.

Die Erhaltungsdosis ist im Allgemeinen die Gabe von 4 mg einmal täglich. Gegebenenfalls kann die

Dosierung nach einmonatiger Anwendung auf 8 mg erhöht werden.

Bei älteren Patienten ist die Initialdosis niedriger: 2 mg pro Tag in einer Einnahme am Morgen (1

Tablette Perindopril Sandoz 2 mg oder ½ Tablette Perindopril Sandoz 4 mg). Nach einmonatiger

Behandlung kann die Erhaltungsdosis gegebenenfalls auf 4 mg pro Tag erhöht werden.

Herzinsuffizienz

Die Anfangsdosis ist einmal täglich 2 mg am Morgen (1 Tablette Perindopril Sandoz 2 mg oder ½

Tablette Perindopril Sandoz 4 mg). Die Erhaltungsdosis kann bis zu 4 mg einmal täglich sein. Auf

eine gute Verträglichkeit hinsichtlich des Blutdruckes ist zu achten.

Bei schwerer Herzinsuffizienz und maligner Hypertonie müssen sowohl der Therapiebeginn als auch

eventuelle Dosisumstellungen stationär überwacht werden.

Schlaganfall-Rezidivprophylaxe

Patienten mit zerebrovaskulären Erkrankungen in der Anamnese erhalten während der ersten zwei

Wochen der Therapie Perindopril Sandoz 2 mg täglich (1 Tablette Perindopril Sandoz 2 mg oder ½

Tablette Perindopril Sandoz 4 mg). Anschliessend wird die Dosis auf 4 mg täglich erhöht, bevor

nach weiteren zwei Wochen Indapamid SR (1,5 mg täglich) hinzugefügt wird.

Die Therapie kann zwei Wochen bis mehrere Jahre nach der ersten Schlaganfallepisode begonnen

werden.

Stabile koronare Herzkrankheit

In Verbindung mit der Standardbehandlung bestehend aus Antikoagulantia, Lipidsenkern und

Betablockern, reduziert Perindopril die Risikokombination kardiovaskulärer Komplikationen –

kardiovaskuläre Mortalität, nicht letaler Myokardinfarkt und Herzstillstand – bei Patienten mit

stabiler koronarer Herzkrankheit.

Die Anfangsdosis während der ersten zwei Wochen ist die einmalige Einnahme von 4 mg am

Morgen. Diese wird dann in Abhängigkeit von der Nierenfunktion auf 8 mg täglich erhöht.

Bei älteren Patienten liegt die Anfangsdosis während der ersten Behandlungswoche bei 2 mg pro Tag

am Morgen (1 Tablette Perindopril Sandoz 2 mg oder ½ Tablette Perindopril Sandoz 4 mg); diese

wird dann in der darauf folgenden Woche zunächst auf 4 mg erhöht, bevor je nach Nierenfunktion

eine Erhaltungsdosis von 8 mg pro Tag erreicht wird.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Dosierung bei älteren Patienten mit Hypertonie

Bei über 70-jährigen Patienten wird empfohlen, die Behandlung mit einer Dosis von einmal täglich

2 mg zu beginnen (1 Tablette Perindopril Sandoz 2 mg oder ½ Tablette Perindopril Sandoz 4 mg).

Renovaskuläre Hypertonie

Es wird empfohlen, die Therapie mit einer schwächeren Dosierung zu beginnen: 2 mg/Tag (1

Tablette Perindopril Sandoz 2 mg oder ½ Tablette Perindopril Sandoz 4 mg) unter ärztlicher

Kontrolle (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kombinationsbehandlung mit Diuretika

Mit Perindopril kann es bei Therapiebeginn zu einem symptomatischen Absinken des Blutdruckes

kommen, insbesondere wenn zuvor eine Behandlung mit Diuretika erfolgte. Es wird empfohlen, die

Einnahme von Diuretika drei Tage vor der ersten Applikation von Perindopril zu unterbrechen.

Sollte dies nicht möglich sein, so wird eine Perindopril-Anfangsdosis von 2 mg (1 Tablette

Perindopril Sandoz 2 mg oder ½ Tablette Perindopril Sandoz 4 mg) empfohlen.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz muss die Perindopril-Dosis der Filtrationsleistung angepasst

werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Bei einer Kreatinin-Clearance zwischen

30 und 60 ml/Min. wird eine Tagesdosis von 2 mg (1 Tablette Perindopril Sandoz 2 mg oder ½

Tablette Perindopril 4 mg) empfohlen. Bei einer Kreatinin-Clearance <30 ml/Min. siehe

«Kontraindikationen».

Leberinsuffizienz

Bei Patienten, die an einer Leberinsuffizienz leiden, kann das Risiko einer Hypotonie erhöht sein.

Perindopril Sandoz soll deshalb mit Vorsicht dosiert werden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten mit gesteigerter Stimulierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron Systems (RAAS)

Bei Patienten mit einer gesteigerten Stimulierung des RAAS (im Falle einer Hypovolämie,

renovaskulären Hypertonie oder schweren Herzinsuffizienz) kann das Risiko einer Hypotonie erhöht

sein. Perindopril Sandoz soll deshalb mit Vorsicht dosiert werden (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und die Wirksamkeit von Perindopril wurden bei Kindern und Jugendlichen unter 18

Jahren nicht etabliert.

Korrekte Art der Einnahme

Die Tabletten sind vor den Mahlzeiten unzerkaut mit einem Glas Wasser einzunehmen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, einen der sonstigen Bestandteile (siehe

«Zusammensetzung») oder einen anderen ACE-Hemmern (z.B. bei vorausgegangenem

angioneurotischem Ödem).

Hereditäres oder idiopathisches Angioödem.

Niereninsuffiziente Patienten mit einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/Min.

Schwangerschaft und Stillzeit (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Gleichzeitige Anwendung mit Aliskiren enthaltenen Medikamenten bei Patienten mit Diabetes

mellitus oder bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <60 ml/min/1.73 m2) (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

ACE-Inhibitoren, inkl. Perindopril Sandoz, sind in Kombination mit Sacubitril/Valsartan aufgrund

eines erhöhten Risikos für Angioödeme kontraindiziert (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).

Extrakorporale Behandlungen, bei denen Blut mit negativ geladenen Oberflächen in Kontakt kommt

(siehe «Interaktionen»).

Signifikante beidseitige Nierenarterienstenose oder Nierenarterienstenose einer funktionellen

Einzelniere (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kinder und Jugendliche: Die Anwendung von Perindopril an Kindern und Jugendlichen ist

kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Stabile koronare Herzkrankheit

Falls während des ersten Monats der Behandlung mit Perindopril eine Episode instabiler Angina

pectoris auftritt, ist eine sorgfältige Nutzen-/Risiko-Abwägung vorzunehmen, bevor die Behandlung

fortgesetzt wird.

Hypotonie

Die Anwendung des ACE-Hemmers kann einen plötzlichen Abfall des arteriellen Blutdrucks

bewirken, insbesondere bei Patienten mit gesteigerter Stimulierung des Renin-Angiotensin-

Aldosteron Systems (RAAS). Dies kann vor allem der Fall sein bei Patienten mit renovaskulärer

Hypertonie oder einer anderen Form von sekundärer arterieller Hypertonie, bei Patienten mit

Hypovolämie, Herz- oder Leberinsuffizienz, sowie bei solchen, die im Rahmen einer

medikamentösen Unterstützungsbehandlung namentlich Diuretika oder Vasodilatatoren einnehmen.

Patienten mit einem erhöhten Risiko für eine symptomatische Hypotonie sind zu Beginn der

Therapie und bei der Dosisanpassung engmaschig zu überwachen. Ähnliches gilt für Patienten mit

ischämischen Herzerkrankungen oder zerebrovaskulären Erkrankungen, bei denen ein starker

Blutdruckabfall einen Myokardinfarkt oder einen zerebrovaskulären Zwischenfall auslösen kann.

Aorten- oder Mitralklappenstenose/Hypertrophische Kardiomyopathie

Wie andere ACE-Hemmer ist Perindopril Sandoz bei Patienten mit Mitralklappenstenose und einer

Ausflussbehinderung aus dem linken Ventrikel wie Aortenstenose oder hypertrophischer

Kardiomyopathie vorsichtig anzuwenden.

Niereninsuffizienz

Bei Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance <60 ml/min) ist die Anfangsdosis von Perindopril

entsprechend der Kreatinin-Clearance des Patienten (siehe «Dosierung/Anwendung» sowie in

Abhängigkeit vom Ansprechen des Patienten auf die Therapie anzupassen. Regelmässige

Überwachung von Kalium und Kreatinin ist bei diesen Patienten notwendig.

Ein durch den Beginn einer Therapie mit ACE-Hemmern ausgelöster Blutdruckabfall kann zu einer

weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion führen. Eine akute, für gewöhnlich reversible

Niereninsuffizienz wurde in solchen Fällen beobachtet.

Bei einigen Patienten mit bilateraler Nierenarterienstenose oder Stenose der Nierenarterie bei

Einzelniere wurden unter ACE-Hemmern Erhöhung des Serumharnstoff- und Kreatininspiegels

beobachtet, die üblicherweise nach Therapieende reversibel sind. Ein solches Risiko besteht vor

allem bei Patienten mit Niereninsuffizienz. Bei gleichzeitigem Vorliegen einer renovaskulären

Hypertonie besteht ein erhöhtes Risiko für schwere Hypotonie und Niereninsuffizienz. Bei diesen

Patienten muss mit einer Dosistitration begonnen werden. Diuretika können ein zusätzlicher

Risikofaktor sein; sie müssen abgesetzt und die Nierenfunktion während der ersten

Behandlungswochen mit Perindopril Sandoz kontrolliert werden.

Bei einigen Bluthochdruckpatienten ohne vorbestehende manifeste Nierengefässerkrankung kam es

zu einem leichten und vorübergehenden Anstieg des Serumharnstoffs und des Serumkreatinins, vor

allem wenn Perindopril Sandoz gleichzeitig mit einem Diuretikum verabreicht wurde. Dies tritt eher

auf bei bereits existenter Niereninsuffizienz. Eine Reduzierung der Posologie und/oder das Einstellen

der Abgabe des Diuretikums und/oder Perindopril Sandoz können notwendig sein.

Hämodialyse

Bei Dialysepatienten, die mit «High-Flux»-Membranen aus Polyacrylnitril (z.B. «AN 69») dialysiert

und gleichzeitig mit ACE-Hemmern behandelt werden, wurden anaphylaktoide Reaktionen

beobachtet.

Falls eine Dialyse angezeigt ist, sollte entweder eine andere Membransorte oder ein anderes

Antihypertensivum (kein ACE-Hemmer) eingesetzt werden.

Nierentransplantation

Für Patienten nach einer Nierentransplantation liegen keine Daten zur Anwendung von Perindopril

Sandoz vor.

Renovaskuläre Hypertonie

Die angemessene Therapie zur Behandlung der renovaskulären Hypertonie ist die Revaskularisation.

Es besteht ein erhöhtes Risiko einer Hypotonie und Niereninsuffizienz, wenn Patienten mit

beidseitiger Nierenarterienstenose oder einer Arterienstenose einer funktionellen Einzelniere mit

ACE-Hemmern behandelt werden (siehe «Kontraindikationen»). Die Behandlung mit Diuretika kann

ein verstärkender Faktor sein. Der Verlust der Nierenfunktion könnte auch bei Patienten mit

einseitiger Stenose der Nierenarterie mit nur geringfügige Änderung des Kreatinin im Serum

vorkommen.

Überempfindlichkeit, angioneurotisches Ödem

Ein angioneurotisches Ödem des Gesichts, der Gliedmassen, Lippen, Zunge, Glottis und/oder des

Kehlkopfes wird nur selten unter der Therapie mit ACE-Hemmern, einschliesslich Perindopril

Sandoz, beobachtet (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Dies kann zu jedem Zeitpunkt während der

Behandlung auftreten. In solchen Fällen muss Perindopril unverzüglich abgesetzt und der Patient bis

zum Abklingen des Ödems beobachtet werden. Bei Schwellungen, die sich auf Gesicht und Lippen

beschränken, ist der Verlauf im Allgemeinen ohne Behandlung rückläufig, wobei Antihistaminika

zur Linderung der Symptome hilfreich sind.

Ein Quincke-Ödem des Larynx kann lebensbedrohlich sein. Wenn Zunge, Glottis oder Kehlkopf

betroffen sind und somit die Gefahr einer Atemwegsobstruktion besteht, müssen sofort die

entsprechenden Notfallmassnahmen getroffen werden. In diesem Fall sind umgehend die

erforderlichen Massnahmen wie z.B. subkutane Injektion von Adrenalin 1/1000 (0,3 bis 0,5 ml)

und/oder Massnahmen zur Atemwegssicherung einzuleiten. Bis zum vollständigen und anhaltenden

Abklingen der Symptome muss der Patient unter strenger medizinischer Überwachung bleiben.

Bei Patienten mit Angioödem in der Anamnese, das nicht durch einen ACE-Hemmer bedingt war,

kann ein erhöhtes Risiko eines Angioödems bei der Anwendung von ACE-Hemmen bestehen (siehe

«Kontraindikationen»).

Selten wurde von einem intestinalen Angioödem bei mit ACE-Hemmern behandelten Patienten

berichtet. Diese Patienten litten unter abdominalen Schmerzen (mit oder ohne Übelkeit und

Erbrechen); in manchen Fällen trat dabei vorher kein Angioödem im Gesicht auf und C1-Esterase-

Spiegel waren normal. Das Angioödem wurde mit Untersuchungsmethoden einschliesslich

abdominaler CT-Untersuchung, Ultraschall oder während einer Operation diagnostiziert; die

Symptome klangen nach Absetzen des ACE-Hemmers ab. Ein intestinales Angioödem sollte in die

Differentialdiagnose von mit ACE-Hemmern behandelten Patienten, die unter abdominalen

Schmerzen leiden, mit einbezogen werden.

Gleichzeitige Behandlung mit mTOR-Inhibitoren (z.B. Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus): Die

Patienten mit gleichzeitiger Behandlung mit mTOR-Inhibitoren können einem erhöhten Risiko für

Angioödem ausgesetzt werden (z.B. Schwellung der Atemwege oder der Zunge mit oder ohne

Atembeschwerden) (siehe «Interaktionen»).

Gleichzeitige Behandlung mit Racecadotril könnte ebenfalls das Risiko für ein Angioödem erhöhen.

Daher ist eine sorgfältige Beurteilung des Nutzen/Risiko Verhältnisses vor Beginn der Therapie mit

Racecadotril bei Patienten, die mit Perindopril behandelt werden, notwendig.

ACE-Inhibitoren, inkl. Perindopril Sandoz, dürfen aufgrund eines Angioödem-Risikos nicht

zusammen mit Sacubitril/Valsartan verabreicht werden. Bei Patienten, die gleichzeitig eine Therapie

mit Sacubitril/Valsartan erhalten, kann ein erhöhtes Risiko von Angioödemen bestehen.

Eine Behandlung mit Perindopril Sandoz darf frühestens 36 Stunden nach der letzten Dosis von

Sacubitril/Valsartan eingeleitet werden. Eine Behandlung mit Sacubitril/Valsartan darf frühestens 36

Stunden nach Einnahme der letzten Dosis einer Perindopril Sandoz-Therapie eingeleitet werden.

(siehe «Kontraindikationen» und «Interaktionen»).

Desensibilisierung

Weiterhin können anaphylaktische Reaktionen bei Patienten auftreten, die sich während der

Einnahme von ACE-Hemmern einer Desensibilisierungstherapie mit Wespen- oder Bienengift

unterziehen. Perindopril muss daher vor Beginn einer Desensibilisierung abgesetzt werden. In diesen

Fällen darf das Medikament auch nicht durch einen β-Blocker ersetzt werden.

Selten können allergische Reaktionen auch nach Insektenstichen auftreten.

Anaphylaktoide Reaktion bei LDL-Apherese

Selten traten bei Patienten, die ACE-Hemmer während einer LDL (low densitiy lipoprotein)-

Apherese mit Dextransulfat erhielten, lebensbedrohliche anaphylaktoide Reaktionen auf. Diese

Reaktionen können vermieden werden, wenn der ACE-Hemmer vorübergehend vor jeder Apherese

abgesetzt wird.

Leberinsuffizienz

Selten wurden ACE-Hemmer mit einem Syndrom in Zusammenhang gebracht, das mit

cholestatischem Ikterus beginnt, sich zu einer schweren hepatischen Nekrose entwickelt und

manchmal zum Tod führt. Der Mechanismus dieses Syndroms ist nicht bekannt. Patienten, die unter

ACE-Hemmer-Therapie eine Gelbsucht entwickeln oder deutlich erhöhte Leberenzymwerte zeigen,

müssen den ACE-Hemmer absetzen und einer entsprechenden Nachbehandlung unterzogen werden

(siehe «Unerwünschte Wirkungen»).

Neutropenie/Agranulozytose/Thrombozytopenie/Anämie

Neutropenie/Agranulozytose, Thrombozytopenie und Anämie wurden bei Patienten unter ACE-

Hemmer-Therapie berichtet. Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion und ohne weitere

Risikofaktoren tritt eine Neutropenie nur selten auf. Perindopril sollte bei Patienten mit kollagenösen

vaskulären Erkrankungen, immunsuppressiver Therapie, Behandlung mit Allopurinol oder

Procainamid oder einer Kombination dieser Risikofaktoren nur mit äusserster Vorsicht angewendet

werden, vor allem wenn eine Einschränkung der Nierenfunktion besteht. Manche dieser Patienten

entwickelten eine schwere Infektion, die vereinzelt auch auf intensive Antibiotikotherapie nicht

ansprach. Falls Perindopril bei solchen Patienten angewendet wird, wird geraten, die Leukozytenzahl

regelmässig zu überprüfen und die Patienten anzuhalten, jegliche Anzeichen einer Infektion (z.B.

Halsentzündung, Fieber) zu melden.

Ethnische Gruppen

Die Inzidenz für ein Angioödem ist bei Patienten mit schwarzer Hautfarbe höher als bei Patienten

anderer Hautfarbe. Es besteht die Möglichkeit dass Perindopril, wie auch andere ACE-Hemmer, den

Blutdruck bei schwarzen Patienten weniger senkt als bei Patienten anderer Hautfarbe.

Husten

Das Auftreten von Husten wurde in Zusammenhang mit ACE-Hemmern berichtet.

Charakteristischerweise ist der Husten nicht produktiv, persistierend und verschwindet nach

Absetzen der Therapie. Bei Differentialdiagnose eines Hustens sollte ein ACE-Hemmer-induzierter

Husten daher in Betracht gezogen werden.

Chirurgie/Anästhesie

Bei chirurgischen Eingriffen oder bei Verwendung von hypotensiv wirkenden Anästhetika kann

Perindopril Sandoz die Bildung von Angiogensin II hemmen. Die Behandlung sollte daher einen Tag

vor dem chirurgischen Eingriff abgesetzt werden.

Hyperkaliämie

Ein Anstieg des Kaliumspiegels wurde bei einigen Patienten, die ACE-Hemmer einschliesslich

Perindopril einnahmen, beobachtet. Die Risikofaktoren für Hyperkaliämie sind unter anderen eine

Niereninsuffizienz, eine Verschlechterung der Nierenfunktion, höheres Alter (>70 Jahre), nicht

eingestellter Diabetes mellitus oder zwischenzeitliche Vorkommnisse, besonders Dehydratation,

akute kardiale Dekompensation, metabolische Azidose und gleichzeitige Einnahme von

kaliumsparende Diuretika (z.B. Spironolacton, Eplerenon, Triamteren oder Amilorid),

Kaliumergänzungen oder kaliumhaltige Salzersatzmittel oder Arzneimittel, die zu einer Erhöhung

des Serumkaliumspiegels führen (z.B. Heparin, andere ACE-Hemmer, Angiotensin II Rezeptor

Antagonisten, Acetylsalicylsäure ≥3 g/Tag, COX-2-Hemmer und nicht selektive NSARs,

Immunsuppressiva wie Ciclosporin oder Tacrolimus, Trimethoprim oder Co-trimazole auch bekannt

als Trimethoprim/Sulfamethoxazol). Der Gebrauch von Kaliumergänzungen, kaliumsparenden

Diuretika oder kaliumhaltigen Salzersatzstoffen, kann besonders bei Patienten mit beeinträchtigter

Nierenfunktion zu einem bedeutenden Anstieg des Kaliumspiegels im Blut führen. Eine

Hyperkaliämie kann schwerwiegende, manchmal lebensbedrohende Arrhythmien verursachen. Wenn

die gleichzeitige Einnahme der oben genannten Arzneimittel angemessen erscheint, sollten diese mit

Vorsicht angewandt und der Serumkaliumspiegel häufig kontrolliert werden (siehe «Interaktionen»).

Hypoglykämie beim Diabetiker

Bei Diabetikern, die mit oralen Antidiabetika oder Insulin behandelt werden, sollte der

Blutzuckerspiegel während des ersten Therapiemonates mit einem ACE-Hemmer engmaschig

kontrolliert werden (siehe «Interaktionen»).

Primärer Hyperaldosteronismus

Patienten mit primärem Hyperaldosteronismus reagieren im Allgemeinen nicht auf Antihypertensiva

die das Renin-Angiotensin-System hemmen. Daher wird die Verwendung dieses Arzneimittels nicht

empfohlen.

Duale Blokade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS)

Siehe «Interaktionen».

Interaktionen

Die antihypertensive Wirkung von Perindopril Sandoz kann durch die gleichzeitige Einnahme von

Diuretika oder anderen Antihypertensiva verstärkt werden.

Arzneimittel, die eine Hyperkaliämie induzieren

Einige Arzneimittel bzw. therapeutische Klassen können das Risiko für das Auftreten einer

Hyperkaliämie erhöhen: Aliskiren, Kaliumsalze, kaliumsparende Diuretika, ACE-Hemmer,

Angiotension-II-Antagonisten, nicht-steroidale Entzündungshemmer, Heparine, Immunsuppressiva

wie Ciclosporin oder Tacrolismus, Trimethoprim. Die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel

erhöht das Risiko für eine Hyperkaliämie.

Kontraindizierte Kombinationen (siehe «Kontraindikationen»)

Aliskiren: Risiko einer Hyperkaliämie, Verschlechterung der Nierenfunktion, kardiovaskuläre

Morbidität und erhöhte Sterblichkeit bei Menschen mit Diabetes und Niereninsuffizienz.

Sacubitril/Valsartan: Bei gleichzeitiger Anwendung eines ACE-Inhibitors, inkl. Perindopril Sandoz

mit Sacubitril/Valsartan kann ein erhöhtes Risiko von Angioödemen bestehen (siehe

«Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Extrakorporale Behandlungen: Extrakorporale Behandlungen, die zum Kontakt zwischen Blut und

negativ geladenen Flächen führen, wie zum Beispiel Dialyse oder Hämofiltration mit bestimmten

High-Flux-Membranen (z.B. Polyacrylnitrilmembranen) und Lipoprotein-Apherese mit geringer

Dichte mit Dextransulfat sind aufgrund eines erhöhten Risikos für schwere anaphylaktische

Reaktionen kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»). Wenn eine solche Behandlung erforderlich

ist, sollte die Verwendung einer anderen Dialysemembran oder einer anderen Antihypertensiva-

Klasse angedacht werden.

Nicht empfohlene Kombinationen

«Doppelte Hemmung» des Renin-Angiotensin-Aldosteron Systems (RAAS)

Es gibt Hinweise, dass die gleichzeitige Anwendung von Angiotensin-Converting-Enzyme-

Hemmern (ACE-Hemmern), Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (ARA II) oder Aliskiren das

Risiko für Hypotonie, Hyperkaliämie und Verminderung der Nierenfunktion (einschliesslich einer

akuten Niereninsuffizienz) erhöht.

Die duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, ARA II

oder Aliskiren wird nicht empfohlen.

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur

unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von

Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Hemmer und ARA II sollten bei Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig

angewendet werden.

Estramustin

Es besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten unerwünschter Wirkungen wie z.B. eines

Angioödems.

Racecadotril

ACE-Hemmern (z.B. Perindopril) sind bekannt Angioödeme zu verursachen. Dieses Risiko kann

erhöht sein bei gleichzeitiger Behandlung mit Racecadotril (Medikament benützt zur Behandlung

von akutem Durchfall).

mTOR-Inhibitoren (z.B. Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus)

Die Patienten mit gleichzeitiger Behandlung mit mTOR-Inhibitoren können einem erhöhten Risiko

für Angioödem ausgesetzt werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Co-Trimoxazol (Trimethoprim/Sulfamethoxazol)

Patienten, die eine gleichzeitige Behandlung mit Co-Trimoxazol (Trimethoprim/ Sulfamethoxazol)

erhalten, könnten ein erhöhtes Risiko für eine Hyperkaliämie haben (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Kaliumsparende Diuretika (z.B. Amilorid…), Kaliumsalze

Hyperkaliämie (potentiell lebensbedrohlich), vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion (additive

Wirkung).

Die Kombination von Perindopril mit den oben genannten Arzneimitteln wird nicht empfohlen. Falls

dennoch eine Kombinationstherapie angezeigt ist, sollte sie mit Vorsicht angewendet und der

Serumkaliumspiegel häufig kontrolliert werden.

Zur gleichzeitigen Anwendung von Spironolacton bei Herzinsuffizienz, siehe unten.

Lithium

Bei gleichzeitiger Einnahme von Lithium mit ACE-Hemmern wurde über reversible Erhöhung des

Serumlithiumspiegels und Toxizität berichtet. Eine Therapie mit Perindopril und Lithium wird nicht

empfohlen. Falls diese Kombination jedoch notwendig ist, sollte der Lithiumspiegel im Serum

sorgfältig überwacht werden.

Abzuratende Kombinationen

Antidiabetika (Insuline, orale Antidiabetika)

Epidemiologische Studien lassen vermuten, dass die gleichzeitige Behandlung mit ACE-Hemmern

und Antidiabetika (Insulin, orale hypoglykämische Stoffe) eine gesteigerte Blutzuckersenkung mit

Risiko einer Hypoglykämie verursachen kann. Dieses Phänomen scheint während der ersten Wochen

einer Kombinationstherapie und bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung eher aufzutreten.

Baclofen

Verstärkung der antihypertensiven Wirkung. Wenn nötig, Überwachung des Blutdrucks und

Dosisanpassung des Antihypertensivums.

Nicht-kaliumsparende Diuretika

Bei Patienten unter einer Diuretikatherapie, kann insbesondere bei Volumen- und/oder Salzverlust

nach Therapiebeginn mit einem ACE-Hemmer eine übermässige Blutdrucksenkung auftreten.

Mögliche hypotensive Effekte können vermindert werden durch vorheriges Absetzen des

Diuretikums, oder durch Volumenerhöhung bzw. Salzeinnahme vor Therapiebeginn mit Perindopril

in niedrigen Dosen, die langsam und schrittweise gesteigert werden.

Wenn bei arterieller Hypertonie eine vorangegangene Diuretikatherapie zu Salz-/Volumenverlust

geführt hat, sollte das Diuretikum vor Beginn der ACE-Hemmer-Behandlung abgesetzt werden; in

diesem Fall sollte entweder ein nicht-kaliumsparendes Diuretikum angewendet werden, oder eine

ACE-Hemmer Therapie mit niedriger Dosis begonnen und dann allmählich gesteigert werden.

Bei herzinsuffizienten Patienten, die mit Diuretika behandelt werden, sollte die Behandlung mit

einem ACE-Hemmer mit sehr niedriger Dosis begonnen werden. Wenn möglich sollte vorher die

Dosis des nicht-kaliumsparenden Diuretikums reduziert werden.

In jedem Fall sollte die Nierenfunktion (Serum-Kreatinin) in den ersten Wochen einer ACE-

Hemmer-Behandlung überwacht werden.

Kaliumsparende Diuretika (Eplerenon, Spironolacton)

Kombination von Eplerenon oder Spironolacton mit Dosierung zwischen 12,5 mg und 50 mg täglich

und niedrig dosierten ACE-Hemmern:

Bei der Behandlung einer Herzinsuffizienz NYHA-Klasse II bis IV mit einer Auswurfsfraktion von

<40% und vorangegangener Therapie mit ACE-Hemmern und Schleifendiuretika besteht das Risiko

für eine potentiell lebensbedrohliche Hyperkaliämie, insbesondere bei Nichtbeachten der

Verschreibungsempfehlungen für diese Kombination. Vor Therapiebeginn einer solchen

Kombination sollten der Kaliumspiegel und die Nierenfunktion überprüft werden.

Eine engmaschige Überwachung der Serumkaliumwerte und Kreatininwerte wird einmal

wöchentlich im ersten Behandlungsmonat empfohlen, danach monatlich.

Nicht-steroidale Entzündungshemmer einschliesslich Acetylsalicylsäure ≥3 g/Tag

Die gleichzeitige Gabe von ACE-Hemmern und nicht-steroidalen Entzündungshemmern (d.h.

Acetylsalicylsäure in antiphlogistischer Dosierung, COX-2-Hemmer und nichtselektive nicht-

steroidale Entzündungshemmer) kann die antihypertensive Wirkung reduzieren.

Die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern und nicht-steroidalen Entzündungshemmern kann

das Risiko einer Verschlechterung der Nierenfunktion einschliesslich akuten Nierenversagens und

eines erhöhten Kaliumspiegels steigern, insbesondere bei Patienten mit vorbestehender

Einschränkung der Nierenfunktion. Diese Kombination sollte daher vor allem bei älteren Patienten

mit Vorsicht angewandt werden. Die Patienten sollten gut hydriert sein und die Nierenfunktion sollte

nach Beginn der Kombinationstherapie sowie danach in regelmässigen Abständen kontrolliert

werden.

Kombinationen, die Vorsichtsmassnahmen erfordern Antihypertensiva und Vasodilatatoren

Eine gleichzeitige Anwendung dieser Stoffe kann die blutdrucksenkende Wirkung von Perindopril

verstärken. Die gleichzeitige Gabe von Nitroglyzerin und anderen Nitraten oder anderen

Vasodilatatoren kann den Blutdruck absenken.

Gliptine (Linagliptin, Saxagliptin, Sitagliptin, Vildagliptin)

Bei Patienten, die gleichzeitig einen ACE-Hemmer erhalten, besteht aufgrund der durch das Gliptin

reduzierten Aktivität der Dipeptidylpeptidase 4 (DPP 4), ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines

Angioödems.

Trizyklische Antidepressiva/Antipsychotika/Anästhetika

Die gleichzeitige Anwendung bestimmter Anästhetika, trizyklischer Antidepressiva und

Antipsychotika mit ACE-Hemmern kann eine weitere Blutdrucksenkung verursachen.

Sympathomimetika

Sympathomimetika können die blutdrucksende Wirkung der ACE-Hemmer abschwächen.

Gold

Nitritähnliche Reaktionen (die Symptome beinhalten Gesichtsrötung, Übelkeit, Erbrechen und

Hypotonie) wurden in seltenen Fällen bei Patienten berichtet, die mit injizierbarem Gold

(Natriumaurothiomalat) bei gleichzeitiger Therapie mit ACE-Hemmern einschliesslich Perindopril

behandelt wurden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Perindopril Sandoz ist während der Schwangerschaft und der Stillzeit kontraindiziert.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine effiziente Verhütungsmethode

anwenden (siehe «Kontraindikationen»).

Schwangerschaft

Es liegen keine endgültigen epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach

Anwendung von ACE-Hemmern während des ersten Schwangerschaftstrimesters vor. Ein

geringfügiges erhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Patientinnen, die planen,

schwanger zu werden, sollten auf eine alternative antihypertensive Therapie mit geeignetem

Sicherheitsprofil für Schwangere umgestellt werden. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist eine

Behandlung mit ACE-Hemmern unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine alternative

Therapie zu beginnen (siehe «Kontraindikationen»).

Die Einnahme eines ACE-Hemmers während des zweiten und dritten Trimenons kann beim Fötus

Schäden der Nieren und Missbildungen im Gesicht und am Schädel verursachen. Der Fötus im

Mutterleib ist dem Risiko einer Hypotension ausgesetzt. Bei Neugeborenen wurden ein niedriges

Geburtsgewicht, schlecht durchblutete Nieren sowie Anurie beobachtet. Die bei den Müttern

festgestellte Oligohydrammnie kann möglicherweise auf eine reduzierte Nierenfunktion des Fötus

zurückgeführt werden. Im Falle einer möglichen ACE-Hemmer-Exposition im Uterus müssen die

Neugeborenen gründlich untersucht werden. Man sollte sich insbesondere von einer ausreichenden

Nierenfunktion überzeugen. Weiterhin müssen die Kaliumspiegel und der arterielle Blutdruck

kontrolliert werden. Falls erforderlich, sollten entsprechende Massnahmen ergriffen werden, wie

beispielsweise eine Rehydratation oder eine Dialyse, um den ACE-Hemmer aus dem Blutkreislauf zu

eliminieren.

Tierexperimentelle Studien haben eine erhöhte Fetotoxizität und peri/postnatale Toxizität bei

Nagetieren und Kaninchen gezeigt (siehe «Präklinische Daten»).

Stillzeit

Es liegen keine Informationen über den Gebrauch von Perindopril während der Stillzeit vor. In

tierexperimentellen Studien (Ratten) wurde das Auftreten von Perindopril in der Muttermilch

bewiesen (siehe «Präklinische Daten»).

Fertilität

In Studien zur Reproduktionstoxizität bei Ratten zeigte Perindopril keinen Einfluss auf die

Reproduktionsfähigkeit oder Fertilität (siehe «Präklinische Daten»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Perindopril Sandoz hat keine direkten Auswirkungen auf die Wachsamkeit, aber bei gewissen

Patienten können im Zusammenhang mit einem Abfall des arteriellen Blutdrucks Schwindelgefühle

oder Müdigkeit auftreten.

Infolgedessen kann die Verkehrstüchtigkeit oder Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vermindert

sein.

Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Strassenverkehr und zum Bedienen von Maschinen eingeschränkt sein.

Unerwünschte Wirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Das Sicherheitsprofil von Perindopril stimmt mit dem Sicherheitsprofil der ACE-Hemmer überein:

·Die in klinischen Studien am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang

mit Perindopril waren: Schwindel, Kopfschmerzen, Parästhesien, Vertigo, Gleichgewichtsstörungen,

Sehstörungen, Tinnitus, Hypotonie, Husten, Dyspnoe, abdominale Schmerzen, Verstopfung, Diarrhö,

Geschmacksstörungen, Dyspepsie, Übelkeit, Erbrechen, Pruritus, Hautauschlag, Muskelkrämpfe und

Asthenie.

Folgende Nebenwirkungen wurden in klinischen Studien und/oder nach Markteinführung mit

Perindopril beobachtet und nach Häufigkeiten geordnet.

«Sehr häufig» (≥1/10); «häufig» (≥1/100, <1/10); «gelegentlich» (≥1/1000, <1/100); «selten»

(>1/10'000, ≤1/1000); «sehr selten» (<1/10'000), nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Eosinophilie.

Sehr selten: Agranulozytose oder Panzytopenie, Verminderung des Hämoglobins und des

Hämatokrits, Leukopenie, Neutropenie, hämolytische Anämie bei Patienten mit angeborenem G6PD-

Mangel, Thrombocytopenie oder Anämie.

Endokrine Erkrankungen

Sehr selten: Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH).

Stoffwechsel und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Hypoglykämie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und

«Interaktionen»), Hyperkaliämie, die bei Absetzen der Therapie reversibel ist (siehe «Warnhinweise

und Vorsichtsmassnahmen»), Hyponaträmie.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Depression.

Sehr selten: Verwirrtheit.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Parästhesien, Gleichgewichtsstörungen, Geschmacksstörungen.

Gelegentlich: Schläfrigkeit und Synkope.

Augenerkrankungen

Häufig: Sehstörungen.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Tinnitus.

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Tachykardien, Palpitationen.

Gelegentlich treten Tachykardien und Palpitationen auf. Begleitsymptome wie Schwindel, Müdigkeit

oder Sehstörungen können auftreten.

Sehr selten: Arrhythmie, Angina pectoris (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»),

Myokardinfarkt, möglicherweise als Folgeerscheinung einer übermässigen Hypotonie bei

Hochrisikopatienten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Transitorische ischämie Attacke, möglicherweise als Folgeerscheinung einer übermässigen

Hypotonie bei Hochrisikopatienten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Gefässerkrankungen

Häufig: Hypotonie und Folgeerscheinungen einer Hypotonie.

Bei Therapiebeginn oder bei Dosiserhöhung kann eine symptomatische Hypotonie häufig auftreten,

insbesondere bei Patienten mit Wasser- und Natriummangel (zum Beispiel nach vorhergehender

Diuretikabehandlung), mit Herzinsuffizienz oder mit schwerer Hypertonie.

Gelegentlich: Vaskulitis.

Sehr selten: Schlaganfall, möglicherweise als Folgeerscheinung einer übermässigen Hypotonie bei

Hochrisikopatienten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankung der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Häufig: Reizhusten, Dyspnoe.

Gelegentlich: Bronchospasmus.

Über anaphylaktoide Reaktionen wurde ebenfalls bei gleichzeitiger Dialyse mit Polyacrylnitril

«High-Flux»-Membranen und der Therapie mit ACE-Hemmern berichtet (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Selten: Respiratorische Insuffizienz, Asthma, Sinusitis, Rhinitis oder Bronchitis.

Erkrankung des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Übelkeit, abdominale Schmerzen, Erbrechen, Durchfall, Obstipation, Dyspepsie.

Gelegentlich: Mundtrockenheit.

Selten: Glossitis.

Sehr selten: Stomatitis, Ileus, Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankung

Sehr selten: cholestatischer Ikterus, Leberinsuffizienz, Hepatitis entweder zytolytisch oder

cholestatisch (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Allergische Reaktionen können auftreten.

Häufig: Exanthem, Pruritus, Ausschlag.

Gelegentlich: Lichtempfindlichkeitsreaktionen, Pemphigus, Hyperhidrosis, Urtikaria, Angioödem

des Gesichts, der Gliedmassen, Lippen, Schleimhäute, Zunge, Glottis und/oder des Kehlkopfes.

Selten: Verschlimmerung der Psoriasis.

Sehr selten: Erythema multiforme, Steven-Johnson-Syndrom und Alopezie.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskelkrämpfe.

Gelegentlich: Arthralgie, Myalgie.

Sehr selten: In seltenen Fällen wurde über einen Symptomenkomplex mit Fieber, Myalgie,

Arthralgien, Eosinophilie, Anstieg der Blutsenkungsgeschwindigkeit und/oder der antinukleären

Antikörper berichtet.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich: Nierenfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz).

Sehr selten: akutes Nierenversagen, Urämie, Oligurie, Anurie, Proteinurie, nephrotisches Syndrom.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Impotenz.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Asthenie.

Gelegentlich: Thoraxschmerzen, Unwohlsein, periphere Ödeme, Fieber.

Untersuchungen

Gelegentlich: Anstieg der Harnstoff- oder Kreatininkonzentration im Blut, insbesondere bei

Patienten mit Niereninsuffizienz, schwerer Herzinsuffizienz oder renovaskulärem Bluthochdruck.

Selten: Anstieg der Leberenzyme und der Bilirubinkonzentration im Blut.

Verletzungen, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Gelegentlich: Stürze.

Klinische Studien

In der randomisierten Phase der EUROPA-Studie wurden nur schwerwiegende unerwünschte

Wirkungen erfasst. Bei nur wenigen Patienten traten schwerwiegende unerwünschte Wirkungen auf:

Bei 16 (0,3%) der 6122 Perindopril-Patienten und bei 12 (0,2%) der 6107 Placebo-Patienten. Unter

den Perindopril-Patienten wurde bei 6 Patienten Hypotonie, bei 3 Patienten Angioödeme und bei

einem Patienten plötzlicher Herzstillstand beobachtet. Unter Perindopril brachen mehr Patienten die

Studie aufgrund von Husten, Hypotonie oder anderen Unverträglichkeiten vorzeitig ab, als unter

Placebo; 6,0% (n=366) gegenüber 2,1% (n=129).

Überdosierung

Es liegen bis heute keine Berichte von Überdosierungen vor. Die zu erwartenden Symptome müssten

mit einem Blutdruckabfall in Zusammenhang stehen.

Neben einer Magenspülung ist das rasche Legen eines venösen Zugangs angezeigt, um die Infusion

einer isotonischen Kochsalzlösung zu ermöglichen.

Perindopril ist dialysierbar (70 ml/Min).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C09AA04

ACE-Hemmer.

Wirkmechanismus und Pharmakodynamik

Perindopril ist ein Derivat der Dipeptidstruktur, bei dem der aktive Metabolit (Perindoprilat) ein

Angiotensin I umwandelndes Enzym (ACE) -Inhibitor zu Angiotensin II ist.Dieses

Konversionsenzym oder Kininase ist eine Exopeptidase, die auf der einen Seite die Umwandlung

von Angiotensin I in das stark vasokonstriktorisch wirkende Angiotensin II bewirkt, und auf der

anderen Seite den Abbau des Vasodilatators in ein pharmakologisch unwirksames Heptapeptid.

Perindopril senkt auf diese Art und Weise den peripheren Gefässwiderstand und reduziert so den

pathologisch erhöhten arteriellen Blutdruck, ohne gleichzeitig die Herzfrequenz zu steigern. Ein

schwach diuretischer Effekt unterstützt die antihypertensive Wirkung.

Die vasodilatatorische Wirkung von Perindopril ist unmittelbar verantwortlich für die Senkung der

Vor- und Nachlast.

Der renale Blutfluss wird verstärkt, die glomeruläre Filtrationsrate ändert sich jedoch nicht.

Perindopril beeinflusst weder die Plasmalipide noch den Blutzuckerspiegel. Beim Menschen konnten

sowohl vasodilatatorische als auch elastizitätsverbessernde Effekte an den grossen Arterien gezeigt

werden. Ebenso wird ein Rückgang der linksventrikulären Hypertrophie beobachtet.

Arterielle Hypertonie

Die Wirksamkeit des Medikaments bleibt während der Nachtstunden erhalten. Eine Senkung des

Blutdruckes wird schnell erreicht, die Normalisierung tritt innerhalb eines Monats ein und bleibt

durchgehend stabil. Die zusätzliche Gabe eines Diuretikums verstärkt den blutdrucksenkenden Effekt

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

In klinischen Langzeitstudien konnte sowohl die Wirksamkeit als auch die gute Verträglichkeit von

Perindopril bestätigt werden: Mehrere Hundert Patienten wurden ein Jahr und länger behandelt.

Herzinsuffizienz

Man beobachtet eine über 24 Stunden dauernde gemischte Vasodilatation, die die Herzleistung

verbessert.

2–4 mg Perindopril (als Tertiärbutylamin-Salz) pro Tag sind gut verträglich.

Die Verbesserung der Herzfunktion kann vor allem anhand des Anstiegs der Arbeitsfähigkeit belegt

werden.

Patienten mit zerebrovaskulärer Pathologie in der Anamnese

In einer internationalen randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelblinden und multizentrischen

Studie (PROGRESS) wurde eine vierjährige Therapie mit Perindopril (Tertiärbutylamin-Salz) allein

oder in Kombination mit Indapamid im Hinblick auf das Rezidivrisiko eines Schlaganfalls bei

Patienten mit zerebrovaskulärer Pathologie in der Anamnese beurteilt.

Primärer Endpunkt war die Schlaganfallrate.

Nach einer Voreinschlussphase unter Perindopril (Tertiärbutylamin-Salz) in der Dosierung von 2 mg

täglich während zwei Wochen und 4 mg täglich während weiteren zwei Wochen erhielten 6105

Patienten nach Randomisierung entweder Perindopril mit einer Dosis von 4 mg allein oder in

Kombination mit Indapamid (n= 3051) oder Placebo (zwei Placebos bei der Kombination; n= 3054).

Ausser bei Patienten mit einer Kontraindikation oder einer zwingenden Indikation für eine

diuretische Behandlung wurde Indapamid mit Perindopril (Tertiärbutylamin-Salz) kombiniert.

Die Präparate wurden zusätzlich zur Standardtherapie des Schlaganfalls und/oder der arteriellen

Hypertonie oder sonstiger Pathologien verabreicht.

Alle randomisierten Patienten hatten in den vorangegangenen 5 Jahren eine zerebrovaskuläre

Pathologie durchgemacht (Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacke). Der

Ausgangsblutdruck stellte kein Einschlusskriterium dar: 2916 waren Hypertoniker und 3189

Normotoniker.

Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 3,9 Jahren ergab sich im Schnitt eine Reduktion

des Blutdrucks (systolisch/diastolisch) von 9,0/4,0 mmHg. Das Risiko für einen Schlaganfall

(ischämischen und hämorrhargischen Ursprungs) wurde bei der behandelten Gruppe im Vergleich

zur Placebogruppe signifikant um 28% gesenkt (10,1% vs 13,8%; 95% CI [17;38], p <0,0001). Mit

der Kombination Perindopril/Indapamid konnte der Blutdruck in der PROGRESS-Studie optimal

gesenkt werden.

Ebenfalls signifikant reduziert wurde das Risiko:

·eines tödlichen oder zur Behinderung führenden Schlaganfalls (4,0% vs. 5,9%, was einer

Risikoreduktion von 33% entspricht),

·schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse wie Tod aufgrund kardiovaskulärer Ereignisse,

nichttödlicher Myokardinfarkt und nichttödlicher Schlaganfall (15,0% vs. 19,8%, was einer

Risikosenkung von 26% entspricht),

·der Demenz nach Schlaganfall (1,4% vs. 2,1%, was einer Risikosenkung von 34% entspricht) und

des schweren kognitiven Abbaus nach Schlaganfall (1,6% vs. 2,8%, was einer Risikosenkung von

45% entspricht),

·schwerwiegender koronarer Ereignisse wie nichttödlicher Myokardinfarkt und Tod koronaren

Ursprungs (3,8% vs. 5,0%, was einer Risikoreduktion von 26% entspricht).

Die therapeutischen Vorteile wurden unabhängig von den Blutdruckwerten (hyperton oder

normoton), von Alter, Geschlecht, der Art des Schlaganfalls oder des Vorliegens eines Diabetes

beobachtet.

Die Ergebnisse der PROGRESS-Studie haben gezeigt, dass die kombinierte Perindopril/Indapamid-

Behandlung von 23 Patienten während 5 Jahren einen Schlaganfall und die Behandlung von 18

Patienten während 5 Jahren ein schwerwiegendes kardiovaskuläres Ereignis verhindern kann.

Stabile koronare Herzkrankheit

In einer internationalen randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelblinden und multizentrischen

Studie (EUROPA) wurde die Wirkung von Perindopril bei stabiler koronarer Herzkrankheit ohne

Nachweis von Herzinsuffizienz überprüft.

Der primäre kombinierte Endpunkt war kardiovaskulärer Tod, nichttödlicher Myokardinfarkt

und/oder Wiederbelebung nach Herzstillstand.

12218 Patienten über 18 Jahren wurden randomisiert: 6110 wurden mit Perindopril (8 mg/Tag)

behandelt und 6108 Patienten wurden in die Placebo-Gruppe aufgenommen.

Die Zielpopulation bestand aus Patienten mit manifester koronarer Herzerkrankung: auf mehr als

drei Monate zurückgehender Myokardinfarkt in der Anamnese, auf mehr als 6 Monate

zurückgehende koronare Revaskularisierung, angiographisch diagnostizierte Stenose von mindestens

70% einer wichtigen Koronararterie, oder positiver Belastungs- bzw. Stresstest bei Männern mit

Brustschmerzen. Zum Ende der Studie wurden 91% der Patienten zusätzlich mit einem

Antikoagulans, 69% mit Lipidsenkern und 63% mit Betablockern behandelt.

Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 4,2 Jahren wurde in der mit Perindopril 8

mg/Tag behandelten Patientengruppe eine signifikante Reduzierung der Zahl der kardiovaskulären

Ereignisse (primärer kombinierter Endpunkt) beobachtet: 488 Ereignisse (8,0%) in der Perindopril-

Gruppe vs. 603 Ereignisse (9,9%) in der Placebo-Gruppe (IC95% [9,4; 28,6]; p= 0,0003). Der

Nutzen der Behandlung kam insbesondere in der Komponente nichttödlicher Myokardinfarkt des

primären Endpunkts zum Tragen.

Inzidenz der gewählten primären und sekundären Endpunkte

Perindopril

(N=6110)

Placebo

(N=6108

(95%

(logrank)

Kardiovaskuläre Mortalität, nichttödlicher MI,

Wiederbelebung nach Herzstillstand (primärer Endpunkt)

(8,0%)

(9,9%)

(9;29)

0,0003

Kardiovaskuläre Mortalität

(3,5%)

(4,1%)

(-3;28)

0,107

Nichttödlicher MI

(4,8%)

(6,2%)

(10;33)

0,001

Wiederbelebung nach Herzstillstand

(0,1%)

(0,2%)

(-47;80)

0,223

MI: Myokardinfarkt; RRR: Reduktion des Relativen Risikos.

Bei den sekundären Endpunkten wurde mit Perindopril 8 mg/Tag eine signifikante Reduktion des

relativen Risikos bei klinischen Kriterien wie tödlicher und nichttödlicher Myokardinfarkt sowie

Krankenhauseinweisung wegen Herzinsuffizienz erzielt; das relative Risiko anderer klinischer

Kriterien, wie beispielsweise Gesamtmortalität, instabile Angina Pectoris, Schlaganfall und

Revaskularisierung jedoch konnte nicht signifikant reduziert werden.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach peroraler Verabreichung wird Perindopril rasch resorbiert. Maximale Plasmaspiegel werden 1

Stunde nach Applikation erreicht. Die Plasma-Halbwertszeit von Perindopril beträgt 1 Stunde.

Distribution

Das Verteilungsvolumen von Perindoprilat beträgt etwa 0,2 l/kg, was die ungebundene Fraktion von

Perindoprilat anbelangt. Die Plasmaeiweiss-Bindung ist gering (die Plasmaeiweiss-Bindung von

Perindoprilat beträgt 20% und erfolgt in erster Linie an das Angiotensin-Converting Enzym) aber

konzentrationsabhängig.

Metabolismus

Perindopril ist ein Prodrug. Die biologische Verfügbarkeit des aktiven Metaboliten Perindoprilat

beträgt 27%. Zusätzlich zu Perindoprilat produziert Perindopril 5 weitere, durchwegs inaktive

Metaboliten. Maximale Plasmaspiegel von Perindoprilat werden nach 3-4 Stunden erreicht.

Da die Biotransformation von Perindopril zu Perindoprilat und somit seine biologische Verfügbarkeit

durch die Nahrungsaufnahme verringert wird, ist das Arzneimittel per os einmal täglich am Morgen

vor dem Essen zu verabreichen.

Elimination

Perindoprilat wird renal eliminiert und die effektive Eliminationshalbwertszeit der ungebundenen

Fraktion beträgt rund 17 Stunden, weshalb ein Steady State in 4 Tagen erreicht wird.

Linearität

Es wurde ein lineares Verhältnis zwischen der verabreichten Perindopril-Dosis und seinem

Plasmaspiegel nachgewiesen.

Spezielle Patientengruppen

Bei älteren Patienten, sowie bei Patienten mit Herz- oder Niereninsuffizienz wird Perindoprilat

verzögert ausgeschieden. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist eine Dosisanpassung in

Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung (Kreatininclearance) angeraten.

Die Dialyse-Clearance von Perindoprilat beträgt 70 ml/Min.

Zirrhose-Patienten weisen eine veränderte Kinetik von Perindopril auf: die Leberclearance des

Muttermoleküls ist bei diesen Patienten um die Hälfte verringert. Dennoch wird die

Perindoprilatproduktion mengenmässig nicht verringert, weshalb keine Dosisanpassung notwendig

ist.

Präklinische Daten

In chronischen peroralen Toxizitätsstudien (Ratten und Affen) ist das Zielorgan die Niere, mit

reversibler Schädigung.

Mutagenität wurde weder bei in vitro noch bei in vivo-Studien beobachtet. In Langzeitstudien an

Ratten und Mäusen wurde keine Kanzerogenität festgestellt.

Studien zur Reproduktionstoxikologie (Ratten, Mäuse, Kaninchen, Affen) ergaben keine Anzeichen

einer Embryotoxizität oder Teratogenität. Jedoch wurde für die Klasse der ACE-Hemmer gezeigt,

dass sie nachteilige Effekte in der späten fetalen Entwicklung ausüben, die in fetalem Tod und

kongenitalen Effekten bei Nagern und Kaninchen resultieren: Nierenschädigung und ein Anstieg der

peri- und postnatalen Mortalität wurden beobachtet. Bei der Ratte tritt ausserdem Perindopril in die

Muttermilch über. Die Fertilität war weder bei männlichen noch bei weiblichen Ratten

beeinträchtigt.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

«High-Flux» Dialysemembranen: siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Besondere Lagerungshinweise

In der Originalverpackung, nicht über 30 °C und ausser Reichweite von Kindern lagern.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Zulassungsnummer

58333 (Swissmedic).

Packungen

Perindopril Sandoz Tabl 2 mg 30. [B]

Perindopril Sandoz Tabl 2 mg 90.[B]

Perindopril Sandoz Tabl 4 mg 30 (teilbar). [B]

Perindopril Sandoz Tabl 4 mg 90 (teilbar). [B]

Perindopril Sandoz Tabl 8 mg 30. [B]

Perindopril Sandoz Tabl 8 mg 90. [B]

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Risch; Domizil: Rotkreuz.

Stand der Information

März 2018.

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