Penicillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM N Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Benzylpenicillin-Natrium, Benzylpenicillin-Kalium
Verfügbar ab:
Mibe GmbH Arzneimittel
INN (Internationale Bezeichnung):
Benzylpenicillin Sodium, Benzylpenicillin Potassium
Darreichungsform:
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Zusammensetzung:
Benzylpenicillin-Natrium 5.76g; Benzylpenicillin-Kalium 0.238g
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
42702.00.00

mibe+Logo

Gebrauchsinformation

LesenSiediegesamtePackungsbeilage/Gebrauchsinformation

sorgfältigdurch,bevorSiemitderAnwendungdiesesArznei-

mittelsbeginnen.

HebenSiediePackungsbeilageauf.VielleichtmöchtenSie

diesespäternochmalslesen.

WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichbittean

IhrenArztoderApotheker.

DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschrieben

unddarfnichtanDritteweitergegebenwerden.Eskann

anderenMenschenschaden,auchwenndiesedasselbeKrank-

heitsbildhabenwieSie.

DiesePackungsbeilagebeinhaltet:

1.WasistPenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®Nundwofürwird

esangewendet?

2.WasmussvorderAnwendungvonPenicillinG10MegaI.E.JENA-

PHARM®Nbeachtetwerden?

3.WieistPenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®Nanzuwenden?

4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?

5.WieistPenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®Naufzubewahren?

PenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®N

Wirkstoff:

DiearzneilichwirksamenBestandteilesind

Benzylpenicillin-NatriumundBenzylpenicillin-Kalium.

1DurchstechflaschemitPulverzurHerstellungeinerInjektions-

lösung/Infusionslösungenthält5762mgBenzylpenicillin-Natrium

(entsprechend9,623MillionenEinheiten[E]Benzylpenicillin)und

236mgBenzylpenicillin-Kalium(entsprechend0,377MillionenEin-

heiten[E]Benzylpenicillin)

DiesonstigenBestandteilesind:

16,2mmolNatrium-Ionenentsprechend372,6mgNatriumund0,6mmol

Kalium-Ionenentsprechend23,5mgKalium.

PenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®NistineinerPackung(Bün-

delpackung)mit1x10DurchstechflaschenmitPulver(N3)erhält-

lich.

1.WasistPenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®Nundwofürwird

esangewendet?

1.1PenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®NisteinAntibiotikum

(Penicillin)zurBehandlungbakteriellerInfektionskrank-

heiten.

1.2PharmazeutischerUnternehmerundHersteller

MibeGmbHArzneimittel

MünchenerStraße15

06796Brehna

Tel.:034954/247-0

Fax:034954/247-100

1.3PenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®Nwirdangewendet

zurBehandlungvonInfektionen,diedurch

Benzylpenicillin-empfindlicheErregerverursachtsind,

insbesonderesolchedurchStreptokokken,Pneumokokken,

Gonokokken,MeningokokkenundSpirochäten,wiez.B.

-InfektionendesHals-Nasen-Ohren-Bereiches

-InfektionenderunterenAtemwege

-InfektionendesgynäkologischenBereiches

-Strahlenpilzkrankheit(Aktinomykose)

-Diphtherie

-EntzündungenderHerzinnenhaut(Endokarditis)undimBereich

implantierterHerzklappen(Endoplastitis)

-Wundrose(Erysipel)

-Gasbrand

-MeningitisundHirnabszess

-EntzündungdesKnochenmarks(Osteomyelitis)

-EntzündungdesBauchfells(Peritonitis)

-Blutvergiftung(Septikämien)

-Wundstarrkrampf(Tetanus)

-Wundinfektionen.

GegebenenfallsistdieKombinationmiteinemweiterengeeig-

netenAntibiotikumangezeigt.

BeiüberwiegenddurchStaphylokokkenverursachtenInfektionen

wieOsteomyelitisundWundinfektionenmussheutevonBenzyl-

penicillin-resistentenStaphylokokkenausgegangenwerden.Eine

TherapiemitPenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®Nistnur

nachResistenzprüfungindiziert.

PenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®Nsolltebeischweren

InfektionendurchunbekannteErregernichtinMonotherapie

angewendetwerden.

2.WasmussvorderAnwendungvonPenicillinG10MegaI.E.JENA-

PHARM®Nbeachtetwerden?

2.1PenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®Ndarfnichtangewendet

werden,

wennSiebereitsfrühermitPenicillinG10MegaI.E.JENA-

PHARM®NodermitanderenPenicillin-Präparatenbehandelt

wurdenunddabeiÜberempfindlichkeitsreaktionen(z.B.Haut-

ausschläge,Juckreiz,Fieber,Atemnot,Blutdruckabfall)auf-

getretensind.PenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®Ndarf

dannwegenderGefahreineslebensbedrohlichen

anaphylaktischenSchocksnichtangewendetwerden.

BeieinerÜberempfindlichkeitgegenandereBetalactam-Anti-

biotika(z.B.Cephalosporine,Imipenem),ausgenommenMonobac-

tame(Aztreonam),kanneineKreuzallergiebestehen.IhrArzt

entscheidetdann,obPenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®N

angewendetwerdendarf.

2.2BesondereVorsichtbeiderAnwendungvonPenicillinG10Mega

I.E.JENAPHARM®Nisterforderlich,

beiPatientenmitHerzerkrankungenoderschwerenElektrolyt-

störungenandererGenese.EssollteaufdieElektrolytzufuhr

ge achtetwerden.

BeiPatienten,dieaufeinenatriumarme(kochsalzarme)Diät

achtenmüssen,istbeiTagesdosenüber5MillionenEinheiten

Benzylpenicillin(entsprechend3000mg

Benzylpenicillin-Natrium)derNatriumgehaltdesArzneimittels

zuberücksich tigen(siehe"WichtigerWarnhinweiszubestimmten

Bestand teilenvonPenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®N").

BeiPatientenmitkaliumdefinierter/kaliumarmerDiätistwegen

derGefahreinerHyperkaliämiederKaliumgehaltdesArznei-

mittelszuberücksichtigen(siehe"Zusammensetzung").

AufgrunddesKaliumgehalteskanndiei.v.-Gabeschmerzhaft

seinoderzueinerVenenentzündung(Phlebitis)führen.

BeiDiabetikernistmiteinerverzögertenResorptionausdem

intramuskulärenDepotzurechnen.

BeiPatienten,dieanHautpilzerkrankungenleiden,istdas

RisikoallergischerReaktionenerhöht.

BeiPatientenmiteingeschränkterNierenfunktionsolltedie

ErhaltungsdosisreduziertoderdasDosierungsintervall

verlängertwerden(siehe3.2"FallsvomArztnichtanders

verordnet,istdieüblicheDosis:").

HinweiszurtopischenAnwendung:

Benzylpenicillinsollte,wiealleanderenPenicilline,nicht

topisch,z.B.inFormvonSalben,PudernoderTropfen,ein-

gesetztwerden,dadieallergisierendePotenzbeitopischer

Anwendungbesondersgroßist.

Kinder

BeiFrüh-undNeugeborenensolltewegenderLeberunreifeund

dervermindertenAusscheidungvonBenzylpenicillineinDosie-

rungsintervallvon12Stundennichtunterschrittenwerden.

ÄltereMenschen

EsistkeinespezielleDosierungfürälterePatientenerfor-

derlich.

Schwangerschaft

BisherigeErfahrungenmitderAnwendungbeiSchwangerenhaben

keineAnhaltspunktefürfruchtschädigendeWirkungenergeben.

EineAnwendungvonPenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®Nist

währenddergesamtenSchwangerschaftbeientsprechenderIndi-

kationsstellungmöglich.

FragenSievorderEinnahme/AnwendungvonallenArznei-

mittelnIhrenArztoderApothekerumRat.

Stillzeit

BenzylpenicillintrittingeringenMengenindieMuttermilch

über.BeiderAnwendungvonPenicillinG10MegaI.E.JENA-

PHARM®NwährendderStillzeitistbeimgestilltenSäugling

eineSensibilisierungundBeeinträchtigungdernormalenbak-

teriellenDarmbesiedlungnichtauszuschließen.

AufDurchfälleundSprosspilzbesiedlungderSchleimhäute

solltebeimSäuglinggeachtetwerden.

FragenSievorderEinnahme/AnwendungvonallenArznei-

mittelnIhrenArztoderApothekerumRat.

VerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen

NachbisherigenErfahrungenhatPenicillinG10MegaI.E.

JENAPHARM®NimAllgemeinenkeinenEinflussaufdie

Konzentrations-undReaktionsfähigkeit.DurchdasAuftreten

vonNebenwirkungenkannjedochggf.dasReaktionsvermögen

verändertwerdenunddadurchdieaktiveTeilnahmeam

StraßenverkehrunddasBedienenvonMaschinenbeeinträchtigt

werden(sieheauchAbschnitt4.1."Nebenwirkungen").

WichtigerWarnhinweiszubestimmtenBestandteilenvonPeni-

cillinG10MegaI.E.JENAPHARM®N:

EineDurchstechflascheenthält16,2mmol(372,6mg)Natrium.

WennSieeinekochsalzarmeDiäteinhaltenmüssen,solltenSie

diesberücksichtigen.

2.3WechselwirkungenmitanderenArzneimitteln

BitteinformierenSieIhrenArzt,oderApotheker,wennSiean-

dereArzneimitteleinnehmen/anwendenbzw.vorkurzemeinge-

nommen/angewendethaben,auchwennessichumnichtver-

schreibungspflichtigeArzneimittelhandelt.

VerstärkungderWirkungvonPenicillinG10MegaI.E.JENA-

PHARM®N

DiegleichzeitigeGabevonProbenecidbewirkteineAusschei-

dungshemmungvonBenzylpenicillinundführtzuerhöhtenKon-

zentrationenundeinerverlängertenVerweildauerimBlut.

GleichartigwirkenAcetylsalicylsäureundandereSalicylsäure-

verbindungen,Phenylbutazon,IndometacinundSulfinpyrazon.

AbschwächungderWirkungvonPenicillinG10MegaI.E.JENA-

PHARM®N

ProbenecidhemmtauchdenPenicillin-Transportausder

Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit,sodassbeigleichzeitigerGabe

vonProbeneciddieohnehinschlechtePenetrationvon

Benzylpeni cillinindasGehirngewebenochverringertwird.

SonstigemöglicheWechselwirkungen

PenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®Nsollteaufgrundmögli-

cherantagonistischerEffektenichtmitdasBakterienwachstum

hemmenden(bakteriostatischen)Arzneimitteln(wieTetra-

cycline,Chloramphenicol,MakrolideundSulfonamide)kombi-

niertwerden.

Hinweise:

Esistnichtauszuschließen,dassunterderTherapiemitPeni-

cillinG10MegaI.E.JENAPHARM®NinseltenenFällendie

SicherheitderempfängnisverhütendenWirkungvonhormonalen

Kontrazeptiva("Pille")inFragegestelltseinkann.Esemp-

fiehltsichdeshalb,zusätzlichandereMethodenderEmpfäng-

nisverhütunganzuwenden.

DasAuftretenvonDurchfällenkannzurStörungderAufnahme

andererArzneimittelindenKörperführenunddamitderenWir-

kungbeeinträchtigen.

BeiAnwendungvonPenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®N

könnendieErgebnissefolgenderlabordiagnostischer

Untersuchungenbeeinflusstwerden:

DieEiweißbestimmungimUrinmittelsPräzipitationsverfahren

(Sulfosalicylsäure,Trichloressigsäure),der

Folin-Ciocalteu-Lowry-MethodeoderderBiuret-Methodekannzu

falschpositivenErgebnissenführen.DieEiweißbestimmungim

HarnsolltedahermitanderenMethodendurchgeführtwerden.

EbenfallszufalschpositivenErgebnissenkanndieAminosäure-

bestimmungimUrinmittelsderNinhydrin-Methodeführen.

PenicillinebindenanAlbumin.InelektrophoretischenMethoden

zurAlbumin-BestimmungkanndadurcheinePseudobisalbuminämie

vorgetäuschtwerden.

UnterderTherapiemitPenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®N

könnendernichtenzymatischeHarnzucker-NachweisundderUro-

bilinogen-Nachweisfalschpositivausfallen.

BeiderBestimmungvon17-Ketosteroiden(mittelsderZimmer-

mann-Reaktion)imUrinkönnenunterderTherapiemitPeni-

cillinG10MegaI.E.JENAPHARM®NerhöhteWerteauftreten.

3. WieistPenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®Nanzuwenden?

PenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®NwirdimAllgemeinen

durcheinenArztangewendet.BittefragenSiebeiIhremArzt

nach,wennSiesichüberdieAnwendungnichtganzimKlaren

sind.

DerInternationaleBiologischeReferenzstandardfürBenzyl-

penicillinwurde1968abgeschafft,nachdemdieSubstanzvoll-

ständigdurchanalytischePrüfmethodencharakterisiertwerden

konnte.FürdiequantitativeAngabederDosierungbevorzugt

manjedochnochdie(biologischen)Einheiten.

FürEinheiten(E)undMasseangabengeltenfolgende

Beziehungen:

1mgBenzylpenicillin-Natriumentspricht1670EBenzylpenici-

llin,1mgBenzylpenicillin-Kaliumentspricht1598EBenzyl-

penicillin.

1MillionEBenzylpenicillinentsprechen598,9mgBenzylpeni-

cillin-Natriumbzw.625,9mgBenzylpenicillin-Kalium.

ImAllgemeinenbetrachtetman600mgBenzylpenicillin-Natrium

oder600mgBenzylpenicillin-Kaliumalsäquivalentzu

1MillionEBenzylpenicillin.

3.1ArtundDauerderAnwendung

ArtderAnwendung

PenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®NkannineinenMuskel

(intramuskulär)oderineineVene(intravenös)eingespritzt

oderalsKurzinfusionverabreichtwerden.PenicillinG10Mega

I.E.JENAPHARM®NkanninAusnahmefällenauchindenRücken-

markkanal(intrathekal)gespritztwerden.

ZurHerstellungderInjektions-bzw.Infusionslösungsollte

dasBenzylpenicillin-PulverinWasserfürInjektionszwecke

gelöstwerden.AlsLösungsmittelkannauch5%igeGlucose-

lösungverwendetwerden.

DieDurchstechflaschensindnichtzurMehrfachentnahmegeeig-

net.

DieInjektions-bzw.InfusionslösungenvonPenicillinG

10MegaI.E.JENAPHARM®NsindvorderGabestetsfrischzuzu-

bereitenundaufKlarheitzuprüfen.LösungenmitTrübungen

oderAusfällungensindnichtanzuwenden

IntravenöseInjektionundInfusion

BeiderintravenösenInjektionoderInfusionsolltenisotoni-

scheLösungenangestrebtwerden.

IsotonischeLösungenenthaltenca.100000EBenzylpenicillin

(entsprechend60mgBenzylpenicillin-Natrium/-Kalium)/mlWas-

serfürInjektionszwecke.

Dosenüber2MillionenEBenzylpenicillin(entsprechend

1200mgBenzylpenicillin-Natrium/-Kalium)solltenlangsam

(höchstens0,5MillionenEbzw.300mg/min)verabreichtwer-

den,umzen tralnervöseStörungenzuvermeiden.

IntramuskuläreInjektion

Lösungen,diebiszu100000EBenzylpenicillin(entsprechend

60mgBenzylpenicillin-Natrium/-Kalium)/mlWasserfürInjek-

tionszweckeenthalten,werdenambestentoleriert.

DieintramuskuläreGabehöherkonzentrierterLösungen,z.B.

0,5bis1,0MillionEBenzylpenicillin(entsprechend300bis

600mgBenzylpenicillin-Natrium/-Kalium)/mlWasserfürInjek-

tionszwecke,istmöglich,sieistjedochaufgrundderHyper-

toniederLösungnichtganzschmerz frei.Letzterestrifftin

verstärktemMaßefürLösungenvonBenzylpenicillininisotoni-

scherNatriumchlorid-Lösungzu.

Esempfiehltsichnicht,Einzeldosenvonmehrals10Millionen

EBenzylpenicillin(entsprechend6000mg

Benzylpenicillin-Natrium/-Kalium),gelöstin10bis20ml

WasserfürInjek tionszwecke,intramuskulärzuverabreichen.

IntrathekaleAnwendung

PenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®NsolltenurinAusnahme-

fällenintrathekalangewendetwerden,wobeieineTagesdosis

von5000EBenzylpenicillin(entsprechend3mgBenzylpeni-

cillin-Natrium/-Kalium)nichtüberschrittenwerdensollte.

Diefrischzubereitete,auf37°CerwärmteLösungistsehr

langsamzuinjizieren,nachdemdieMengedesInjektionsvolu-

menszuvoranderGehirn-Rückenmark-Flüssigkeitabpunktiert

wurde.

WichtigsteInkompatibilitäten

Benzylpenicillin-LösungensindamstabilstenimpH-Bereich

6bis7(OptimumpH6,8).

BenzylpenicillinistinLösungu.a.inkompatibelmitChlor-

promazinhydrochlorid,Heparin-Natrium,Hydroxyzinhydrochlorid,

Lincomycinhydrochlorid,Oxytetracyclinhydrochlorid,Prochlor-

perazinmesylat,Tetracyclinhydrochlorid,Thiopental-Natrium.

BenzylpenicillinistnichtkompatibelmitVitamin-B-Komplex

undAscorbinsäureingemeinsamerLösung.

BenzylpenicillindarfauchnichtgemischtwerdenmitMetarami-

noltartrat,Pentobarbital,HydrogencarbonatenoderLactaten.

DauerderAnwendung

ÜberdieDauerderAnwendungentscheidetderbehandelndeArzt.

DieBehandlungsdaueristvomAnsprechenderErregerbzw.dem

klinischenErscheinungsbildabhängig,siesolltemindestens

3TageüberdieEntfieberunghinausfortgeführtwerden.

Solltenach3bis4TageneinTherapieeffektnichterkennbar

sein,isteineerneuteSensibilitätsbestimmungdurchzuführen

unddasPräparatgegebenenfallszuwechseln.

3.2FallsvomArztnichtandersverordnet,istdieüblicheDosis:

BenzylpenicillinhateinenbreitenDosierungsspielraum,wobei

sichdieArtderAnwendung,dieHöhederDosisunddasDosie-

rungsinter vallnachArtundEmpfindlichkeitdesErregers,der

SchwerederInfektionunddemZustanddesPatientenrichten.

ErwachseneundKinderüber12Jahre

erhaltenbeinormalempfindlichenKeimeneineTagesdosisvon

1bis5MillionenEBenzylpenicillin(entsprechend600bis

3000mgBenzylpenicillin-Natrium/-Kalium),verteiltauf4bis

6Einzelgaben.BeischwerenInfektionen,wiez.B.beibak-

teriellerEndokarditisoderMeningitis,solltendieTagesdosen

auf20bis60MillionenEBenzylpenicillin(entsprechend

12000bis36000mgBenzylpenicillin-Natrium/-Kalium)erhöht

werden.

Kinder(1.bis12.Lebensjahr)

0,05bis0,5MillionenEBenzylpenicillin(entsprechend30bis

300mgBenzylpenicillin-Natrium/-Kalium)/kgKörpergewicht(KG)

undTagin4bis6Einzelgaben.

Säuglinge(1.bis12.Lebensmonat)

0,05bis1,0MillionEBenzylpenicillin(entsprechend30bis

600mgBenzylpenicillin-Natrium/-Kalium)/kgKGundTagin

3bis4Ein zelgaben.

Vorsicht:BeizurascherInfusionkanneszuKrämpfenkommen.

Neugeborene(bis4.Lebenswoche)

0,05bis0,1(bis0,5)MillionenEBenzylpenicillin(entspre-

chend30bis60[bis300]mgBenzylpenicillin-Natrium/

-Kalium)/kgKGundTagin2Einzelgaben.

BeiFrüh-undNeugeborenensolltewegenderLeberunreifeund

dervermindertenExkretionvonBenzylpenicillineinDosie-

rungs inter vallvon12Stundennichtunterschrittenwerden.

DosierungbeieingeschränkterNierenfunktion

BeiPatientenmiteingeschränkterNierenfunktionistdie

InitialdosisgleichderbeiNierengesunden.

DieErhaltungsdosissolltejedochreduziertbzw.dasDosie-

rungsintervallverlängertwerden.BeiPatientenmiteinge-

schränkterNierenfunktionwerdenfolgendeDosierungen(bezo gen

aufeinKörpergewichtvon70kg)empfohlen:

Glomeruläre

Filtrationsrate

(ml/min) Serum-Creat

inin

(mg/100ml) DosisMill.E

Benzylpenicillin

(mgBenzylpeni-

cillin-Natrium/-K

alium) Dosierungs-

intervall

0,8 5(3000) 6

45 2,0 5(3000) 8

18 3,5 4(2400) 8

8 6,0 5(3000) 12

2 15,5 3(1800) 12

unter2 -- 2(1200) 12

3.3WenneinegrößereMengePenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®N

angewendetwurde:

SpezielleMaßnahmenbeiÜberdosierungaußerdemAbsetzenvon

PenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®Nsindnicht

erforderlich.

ImRahmeneinerhochdosiertenPenicillin-Therapiesindneuro-

toxischeReaktionenmöglich(siehe4.1"Nebenwirkungen"und

4.2."Gegenmaßnahmen").

4. WelcheNebenwirkungensindmöglich?

WiealleArzneimittelkannPenicillinG10MegaI.E.JENA-

PHARM®NNebenwirkungenhaben.

BeiderBewertungvonNebenwirkungenwerdenfolgendeHäufig-

keitsangabenzugrundegelegt:

sehrhäufig mehrals1von10Behandelten

häufig wenigerals1von10,abermehrals1von100

Behandelten

gelegentlich wenigerals1von100,abermehrals1von

1000Behandelten

selten wenigerals1von1000,abermehrals1von

10000Behandelten

sehrselten wenigerals1von10000Behandelten,ein-

schließlichEinzelfälle

4.1Nebenwirkungen

Überempfindlichkeitsreaktionen

AllergischeReaktionentretengelegentlichbishäufig,lebens-

bedrohlicheallergischbedingteSchockreaktionenseltenauf.

LeichteFormentretenalsHautausschlagauf.

SchwerwiegendersindentzündlicheReaktionenanderHautund

anSchleimhäuten,diesichhauptsächlichandenGefäßender

HautundSchleimhäuteabspielenwiestarkjuckendeHaut-

quaddeln(Urtikaria),SchwellungenderHautundSchleimhäute,

vorallemimGesichtsbereich,imMund,RachenundKehlkopf

(angioneurotischesÖdem,Larynxödem),druckschmerzhafteHaut-

knoten(Erythemanodosum),KapillarblutungeninHautund

Schleimhäuten(allergischePurpura,allergischeVaskulitis),

weiterhinarterielleGefäßverschlüsse,allergischeLungen-

reaktionen(eosinophilepulmonaleInfiltrate),Arzneimittel-

fieber,Atemnot(Bronchospasmus),Serumkrankheits-Syndromund

anaphylaktischeReaktionen.

Sehrseltenkanneszumlebensbedrohlichenanaphylaktischen

SchockmitKreislaufversagen,SchweißausbruchundBewusst-

seinsstörungenkommen.

(ZurTherapiedesanaphylaktischenSchockssieheAbschnitt

4.2."Gegenmaßnahmen").

EineurtikarielleSofortreaktionmussimmeralsbedrohliches

ZeichenangesehenwerdenundzwingtzumTherapieabbruch.

ImZusammenhangmiteinerBenzylpenicillin-Therapiewurdesehr

seltenüberdasAuftretenschwerer,zumTeillebensbedroh-

licherblasenbildenderHautreaktionen,inderRegelmit

Schleimhautbeteiligung,berichtet(Stevens-Johnson-Syndrom,

Lyell-Syndrom).

BeiPatientenmitHautpilzerkrankungenkönnenbereitsbei

erstmaligerGabevonPenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®N

allergischeReaktionenauftreten.

WirkungenaufBlutundBlutbestandteile

SehrseltenkannesbeihoherDosierungundlängererAnwendung

zuAuswirkungenaufdasBlutunddieBlutbestandteilekommen

(Eosinophilie,Leukopenie,Neutropenie,Granulozytopenie,

Agranulozytose,Thrombozytopenie,Panzytopenie,Blutgerin-

nungsstörungen,positiverdirekterCoombs-Test,hämolytische

Anämie).

DieseVeränderungenbildensichnachAbsetzenderTherapievon

selbstzurück.

EinpositiverdirekterCoombs-Test(speziellermedizinischer

TestimBlut)entwickeltsichhäufigbeiPatienten,die

10MillionenE(entsprechend6g)Benzylpenicillinodermehr

proTagerhalten.NureingeringerProzentsatzhiervonent-

wickelteineimmunvermit teltehämolytischeAnämie(besondere

ArteinerBlutarmut).Voraus setzungdafüristeinelänger

dauernde,hochdosierteTherapie.AlsmittlereTotaldosiswur-

den411MillionenE(entsprechend246,6g)Benzylpenicillin

errechnet,diewährendeinermittlerenBehandlungszeitvon

20Tagengegebenwurden.AndereallergischeManifestationen

sindgewöhnlichnichtvorhanden.NachAbsetzendesPenicillins

kannderdirekteAntiglobulin-Test(speziellermedizinischer

Bluttest)nochwährend6bis8Wochenpositivbleibenunddie

Hämolyse(ZerfallroterBlutkörperchen)anhalten.

Ebenfallsnachlängerer,hochdosierter

Benzylpenicillin-TherapiekanneszumAuftreteneiner

dosisabhängigenNeutro penie(Verminderungvonbestimmten

weißenBlutkörperchen)kommen.BeiTotaldosenvonüber200

MillionenE(entsprechend120g)Benzylpenicillinwirddiese

Nebenwirkunghäufigbissehrhäufigbeobachtet,unterhalb

dieserDosisistdiesesehrgering.NachAbsetzenderTherapie

kommtesin90%derFälleinnerhalbvon2bis8Tagenzu

einerraschenErholung.BeiWeiterführungderTherapiekannes

zurvollständigenAgranulo zytose(fehlendeBildungvon

Granulozyten,einerbestimmtenArtderweißenBlutkörperchen)

kommen.

BlutgerinnungsstörungeninfolgeHemmungderThrombozytenaggre-

gation(VernetzungvonBlutplättchen)unterderTherapiemit

Benzylpenicillinsindebenfallsdosisabhängig.Einerelevante

VerlängerungderBlutungszeittrittbeiNierengesundenober-

halbeinerTagesdosisvon20MillionenE(entsprechend12g)

Benzylpenicillinein.DieStörungtrittinnerhalbvon24Stun-

dennachBeginnderTherapieeinundhältbiszu4Tagenach

AbsetzenvonBenzylpenicillinan.BeihöherenKonzentrationen

könnenzusätzlichStörungenderplasmatischenGerinnung

(spezielleArtderBlutge rinnung)auftreten.

WirkungenaufdieNiere

Gelegentlichwurdenachhochdosierter,längerdauernder

TherapiemitBenzylpenicillinüberdasAuftreteneinerNieren-

entzündung(interstitielleNephritis)berichtet.Dietägliche

Benzylpenicillin-Dosisvariiertezwischen12und60Millionen

Ebzw.7,2und36g(imMittel28MillionenEbzw.16,8g),

dieTherapiedauerbetrug7bis42Tage(imMittel17Tage).

NebenProteinurieundHämaturiebestehenmeistFieber,Eosino-

philieundExantheme.Eskannsichaberaucheineschwere

NiereninsuffizienzmitAnurieeinstellen.

EbenfallsbeschriebenwurdenspezielleNierenschäden(angiiti-

scheundglomerulonephritischeLäsionen)sowieeinakutes

NierenversagenmitfehlenderUrinproduktion(Anurie)nach

einereinzigenPenicillin-Injektion.

WirkungenaufdieLeber

SehrseltenwurdeüberdasAuftreteneinerLeberzellschädigung

(Hepatitis)und/odervonAbflussstörungenderGallenflüssig-

keit(Cholestase)berichtet.DieseReaktionentratenimGe-

folgevonoderbegleitendmitSchock,Exanthem,exfoliativer

Dermatitis,Fieberund/oderEosinophilieodereinemSerum-

krankheits-Syndromauf.

WirkungenaufdasNervensystem

UnterhochdosierterBenzylpenicillin-Therapie,insbesondere

beiPatientenmiteingeschränkterNierenfunktionoderKrampf-

bereitschaft(Epilepsie),kanneshäufigzuneurotoxischen

EffekteninFormvonBenommenheit,Halluzinationen,Hyper-

reflexieundMyoklonienkommen.Letzterekönneninfokale,

spätergeneralisierteKrampfanfälleundkomatöseZustände

übergehen.

DasNervensystemzerstörende(neurotoxische)Reaktionenwurden

beiTagesdosenvon40bis60MillionenEBenzylpenicillin

(entsprechend24bis36g)beiNierengesunden,von20Mil-

lionenEBenzylpenicillin(entsprechend12g)beiPatienten

mitleicht-bismittelgradigeingeschränkterNierenfunktion

undvon10MillionenEBenzylpenicillin(entsprechend6g)bei

PatientenmitschweremNierenfunktionsverlust(Niereninsuffi-

zienz)beobachtet.

InwenigendieserFällewurdeübereinentödlichenVerlauf

berichtet.

BesondereAnfälligkeitbestehtauchbeiSäuglingenundalten

Menschen,beiPatientenmitKrampfbereitschaft(Epilepsie),

fieberhaftenInfektionendurchgramnegativeErreger(besondere

Bakteriengruppe),Herzklappenentzündung(Endokarditis)oder

herzchirurgischenEingriffenmitHerz-Lungen-Maschinen.

BeineurotoxischenReaktionen,diemeist12bis72Stunden

nachBeginnderTherapieauftreten,solltePenicillinG10

MegaI.E.JENAPHARM®Nsofortabgesetztodergegebenenfalls

dieDosisreduziertwerden.

(ZursymptomatischenTherapiezerebralerKrämpfesieheAb-

schnitt4.2."Gegenmaßnahmen").

Elektrolytstörungen

InPenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®NsindNatrium-und

Kalium-IonenineinemphysiologischenVerhältnisgemischt,so

dassElektrolytstörungenkaumauftretenkönnen.

NatriumvergiftungenwurdennachGabevon100MillionenE(ent-

sprechend60g)Benzylpenicillin-Natrium/Tagbeobachtet.

Schwere,zumTeiltödlichverlaufendeKaliumvergiftungen

wurdennachGabevon20MillionenE(ent sprechend12g)

Benzylpenicillin-KaliumanPatientenmitNiereninsuffizienz

beobachtet.

BeeinflussungdesMagen-Darm-Traktes

EntzündungenderMundschleimhaut(Stomatitis)undderZungen-

schleimhaut(Glossitis),schwarzeHaarzunge,Übelkeit,Erbre-

chenundDurchfälletretengelegentlichauf.BeimAuftreten

vonschweren,wässrigenDurchfällenwährendodernachder

Therapie,diemitFieberoderBauchschmerzeneinhergehen

können,solltesofortderArztverständigtwerden,dasich

dahintereineernstzunehmendeDarmerkrankung(pseudomembranöse

Enterokolitis)verbergenkann.

Jarisch-Herxheimer-Reaktion

BeiderBehandlungvonSpirochäteninfektionen(Lues,

Borreliose)kannes(meist2bis12Stundennachderersten

Dosis)zumAuftreteneinerJarisch-Herxheimer-Reaktionkommen,

diedurchFieber,Schüttelfrost,Allgemein-undHerdsymptome

gekennzeichnetist.

LokaleReaktionen

HäufigtretenbeiintramuskulärerGabeSchmerzenanderInjek-

tionsstelleauf.

BeiintravenöserVerabreichungkanneszuReizungenderVenen-

wandbishinzurVenenentzündungkommen.

SonstigeNebenwirkungen

DielangfristigeundwiederholteAnwendungvonPenicillinG

10MegaI.E.JENAPHARM®NkannzuSuperinfektionenmitresis-

tentenBakterienundSprosspilzenführen.

4.2Gegenmaßnahmen

BitteinformierenSieIhrenArztüberaufgetreteneNebenwir-

kungen,damiterdiesegegebenenfallsspezifischbehandeln

kann.

DieunterhochdosierterTherapiegelegentlichauftretenden

Krämpfeklingenmeistnach12bis72Stundenab.EineBehand-

lungmitDiazepam(5bis10mgi.v.)istangezeigt.In

schwerenFällensollteeineKohle-Hämoperfusionerfolgen.

BeischwerenUnverträglichkeitsreaktionensindärztliche

Sofortmaßnahmenerforderlich.

TherapiedesanaphylaktischenSchocks:

NebenanderengebräuchlichenNotfallmaßnahmen(Atemwegefrei-

halten!)

medikamentöseSofortmaßnahmen:

Sofort:Epinephrin(Adrenalin)i.v.

NachVerdünnenvon1mlderhandelsüblichenLösung(1:1000)

auf10mloderunterVerwendungeinerEpinephrin-Fertigspritze

(1:10000)wirdzunächstdavon1ml(=0,1mgEpinephrin)

unterPuls-undBlutdruckkontrollelangsamintravenös

injiziert(cave:Herzrhythmusstörungen!).DieEpinephringabe

kannwiederholtwerden.

danach:Antihistaminika;Volumensubstitutioni.v.,z.B.

Plasmaexpander,Humanalbumin,Vollelektrolyt-Lösung

anschließend:Glucocorticoidei.v.

z.B.250bis1000mgPrednisolon(oderäquivalenteMenge

einesDerivats).DieGlucocorticoid-Gabekannwiederholt

werden.

BeiKindernistdieDosierungdergenanntenPräparatedem

Körpergewichtbzw.demAlterentsprechendzureduzieren.

WeitereTherapiemaßnahmensindzuerwägen,z.B.künstliche

Beatmung,Sauerstoffinhalation.

EinesorgfältigeÜberwachungdesPatientenisterforderlich,

dadieSymptomerezidivierenkönnen.

4.3InformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieNebenwir-

kungenbemerken,dienichtindieserPackungsbeilageauf-

geführtsind.

5. WieistPenicillinG10MegaI.E.JENAPHARM®Naufzubewahren?

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren.

SiedürfendasArzneimittelnachdemaufderFaltschachtel

angegebenenVerfallsdatumnichtmehrverwenden.

Nichtüber25°Clagern!

HaltbarkeitnachHerstellungdergebrauchsfertigenZuberei-

tung:

Injektions-bzw.InfusionslösungenvonPenicillinG10Mega

I.E.JENAPHARM®NsindunmittelbarvorderAnwendungfrisch

zuzubereitenundaufKlarheitzuprüfen.Lösungenmit

TrübungenoderAusfällungensindnichtmehranzuwenden.

DiechemischeundphysikalischeStabilitätderzubereiteten

Lösungwurdefür6StundenbeiRaumtemperatur(15bis25°C)

nachgewiesen.

AusmikrobiologischerSichtsolltediezubereiteteLösung

sofortverwendetwerden.WenndiezubereiteteLösungnicht

soforteingesetztwird,istderAnwenderfürdieDauerunddie

BedingungenderAufbewahrungverantwortlich.

StandderInformation:

Januar2009

__________________________________________________________________

Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels)

__________________________________________________________________

Mibe+ Logo Penicillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM ® N

__________________________________________________________________

Bezeichnung des Arzneimittels

Penicillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM ® N

Wirkstoffe:Benzylpenicillin-Natrium

Benzylpenicillin-Kalium

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 Durchstechflasche mit Pulver zur Herstellung einer Injek-

tionslösung / Infusionslösung enthält:

Benzylpenicillin-Natrium 5762 mg

entsprechend 9,623 Millionen Einheiten (E) Benzylpenicillin

Benzylpenicillin-Kalium 236 mg

entsprechend 0,377 Millionen Einheiten (E) Benzylpenicillin

Sonstige Bestandteile siehe unter Abschnitt 6.1

Darreichungsform

Pulver (in Durchstechflasche) zur Herstellung einer Injek-

tionslösung

Klinische Angaben

4.1. Anwendungsgebiete

Systemische und / oder lokale Infektionen, die durch Benzyl-

penicillin-empfindliche Erreger verursacht sind, insbeson-

dere solche durch Streptokokken, Pneumokokken, Gonokokken,

Meningokokken und Spirochäten, wie z.B.

0*Infektionen des Hals-Nasen-Ohren-Bereiches

1*Infektionen der unteren Atemwege

3*Aktinomykose

4*Diphtherie

5*Endokarditis und Endoplastitis

6*Erysipel

7*Gasbrand

8*Meningitis und Hirnabszess

9*Osteomyelitis

Peritonitis

Septikämien

Tetanus

Wundinfektionen.

Gegebenenfalls ist die Kombination mit einem weiteren geeig-

neten Antibiotikum angezeigt.

Bei überwiegend durch Staphylokokken verursachten Infektio-

nen wie Osteomyelitis und Wundinfektionen muss heute von

Benzylpenicillin-resistenten Staphylokokken ausgegangen wer-

den. Eine Therapie mitPenicillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM ®

Nist nur nach Resistenzprüfung indiziert.

Penicillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM ® Nsollte bei schweren

Infektionen durch unbekannte Erreger nicht in Monotherapie

angewendet werden.

4.2. Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Der Internationale Biologische Referenzstandard für Benzyl-

penicillin wurde 1968 abgeschafft, nachdem die Substanz

vollständig durch analytische Prüfmethoden charakterisiert

werden konnte. Für die quantitative Angabe der Dosierung

bevorzugt man jedoch noch die (biologischen) Einheiten.

Für Einheiten (E) und Masseangaben gelten folgende Beziehun-

gen:

1 mg Benzylpenicillin-Natrium entspricht 1 670 E Benzylpeni-

cillin, 1 mg Benzylpenicillin-Kalium entspricht 1 598 E Ben-

zylpenicillin.

1 Million E Benzylpenicillin entsprechen 598,9 mg Benzyl-

penicillin-Natrium bzw. 625,9 mg Benzylpenicillin-Kalium.

Im Allgemeinen betrachtet man 600 mg Benzylpenicillin-

Natrium oder 600 mg Benzylpenicillin-Kalium als äquivalent

zu 1 Million E Benzylpenicillin.

Benzylpenicillin hat einen breiten Dosierungsspielraum,

wobei sich die Art der Anwendung, die Höhe der Dosis und das

gers, der Schwere der Infektion und dem Zustand des Patien-

ten richten. 3

BeiErwachsenen und Kindernüber 12 Jahren

wird bei normal empfindlichen Keimen eine Tagesdosis von

1bis 5 Millionen E Benzylpenicillin (entsprechend 600 bis

3000 mg Benzylpenicillin-Natrium/Kalium), verteilt auf

4bis 6 Einzelgaben, empfohlen. Bei schweren Infektionen,

wie z.B. bei bakterieller Endokarditis oder Meningitis,

sollten die Tagesdosen auf 20 bis 60 Millionen E Benzylpeni-

cillin (entsprechend 12 000 bis 36 000 mg Benzylpenicillin-

Natrium/Kalium) erhöht werden.

Kinder (1. bis 12. Lebensjahr)

0,05 bis 0,5 Millionen E Benzylpenicillin (entsprechend

30bis 300 mg Benzylpenicillin-Natrium/Kalium)/kg

Körpergewicht (KG) und Tag in 4 bis 6 Einzelgaben.

Säuglinge (1. bis 12. Lebensmonat)

0,05 bis 1,0 Million E Benzylpenicillin (entsprechend 30 bis

600 mg Benzylpenicillin-Natrium/Kalium)/kg KG und Tag in 3

bis 4 Einzelgaben.

Cave: Bei zu rascher Infusion kann es zu zerebralen Krämpfen

kommen.

Neugeborene (bis 4. Lebenswoche)

0,05 bis 0,1 (bis 0,5) Millionen E Benzylpenicillin (ent-

sprechend 30 bis 60 [bis 300] mg Benzylpenicillin-

Natrium/Kalium)/ kg KG und Tag in 2 Einzelgaben.

BeiFrüh- und Neugeborenensollte wegen der Leberunreife und

der verminderten Exkretion von Benzylpenicillin ein Dosie-

rungsintervall von 12 Stunden nicht unterschritten werden.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist die

Initialdosis gleich der bei Nierengesunden.

Die Erhaltungsdosis sollte jedoch reduziert bzw. das Dosie-

rungsintervall verlängert werden. Bei Patienten mit einge-

schränkter Nierenfunktion werden folgende Dosierungen (bezo-

gen auf ein Körpergewicht von 70 kg) empfohlen:

Glomeruläre

Filtrationsrate

(ml/min) Serum-

Creatinin

(mg/100 ml) Dosis Mill. E

Benzylpenicillin

(mg Benzylpeni-

cillin-

Natrium/Kalium) Dosierungs-

intervall

0,8 5 (3 000) 6

45 2,0 5 (3 000) 8

18 3,5 4 (2 400) 8

8 6,0 5 (3 000) 12

2 15,5 3 (1 800) 12

unter 2 -- 2 (1 200) 12

Art und Dauer der Anwendung

Penicillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM ® Nwird intravenös inji-

ziert oder infundiert oder intramuskulär verabreicht.Peni-

cillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM ® Nkann in Ausnahmefällen

auch intrathekal angewendet werden.

Zur Herstellung der Injektions- bzw. Infusionslösung sollte

das Benzylpenicillin-Pulver in Wasser für Injektionszwecke

gelöst werden. Als Lösungsmittel kann auch 5 %ige Glucose-

lösung verwendet werden.

Die Durchstechflaschen sind nicht zur Mehrfachentnahme

geeignet.

Die Injektions- bzw. Infusionslösungen vonPenicillin G 10

Mega I.E. JENAPHARM ® Nsind vor der Gabe stets frisch zuzu-

bereiten und auf Klarheit zu prüfen. Lösungen mit Trübungen

oder Ausfällungen sind nicht anzuwenden.

Intravenöse Injektion und Infusion

Bei der intravenösen Injektion oder Infusion sollten isoto-

nische Lösungen angestrebt werden.

Isotonische Lösungen enthalten ca. 100 000 E Benzylpenicil-

lin (entsprechend 60 mg Benzylpenicillin-Natrium/Kalium)/ml

Wasser für Injektionszwecke.

Dosen über 2 Millionen E Benzylpenicillin (entsprechend

1200 mg Benzylpenicillin-Natrium/Kalium) sollten langsam

(höchstens 0,5 Millionen E bzw. 300 mg/min) verabreicht

werden, um zentralnervöse Störungen zu vermeiden.

Intramuskuläre Injektion

Lösungen, die bis zu 100 000 E Benzylpenicillin (entspre-

chend 60 mg Benzylpenicillin-Natrium/Kalium)/ml Wasser für

Die intramuskuläre Gabe höher konzentrierter Lösungen, z.B.

0,5 bis 1,0 Million E Benzylpenicillin (entsprechend 300 bis

600 mg Benzylpenicillin-Natrium/Kalium)/ml Wasser für Injek-

tionszwecke, ist möglich, sie ist jedoch aufgrund der Hyper-

tonie der Lösung nicht ganz schmerzfrei. Letzteres trifft in

verstärktem Maße für Lösungen von Benzylpenicillin in isoto-

nischer Natriumchlorid-Lösung zu.

Es empfiehlt sich nicht, Einzeldosen von mehr als 10 Millio-

nen E Benzylpenicillin (entsprechend 6 000 mg Benzylpeni-

cillin-Natrium/Kalium), gelöst in 10 bis 20 ml Wasser für

Injektionszwecke, intramuskulär zu verabreichen.

Intrathekale Anwendung

Penicillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM ® Nsollte nur in Aus-

nahmefällen intrathekal angewendet werden, wobei eine Tages-

dosis von 5 000 E Benzylpenicillin (entsprechend 3 mg Ben-

zylpenicillin-Natrium/Kalium) nicht überschritten werden

sollte.

Die frisch zubereitete, auf 37 °C erwärmte Lösung ist sehr

langsam zu injizieren, nachdem die Menge des Injektionsvolu-

mens zuvor an Liquor abpunktiert wurde.

Dauer der Anwendung:

Die Behandlungsdauer ist vom Ansprechen der Erreger bzw. dem

klinischen Erscheinungsbild abhängig, sie sollte mindestens

3Tage über die Entfieberung hinaus fortgeführt werden.

Sollte nach 3 bis 4 Tagen ein Therapieeffekt nicht erkennbar

sein, ist eine erneute Sensibilitätsbestimmung durchzuführen

und das Präparat gegebenenfalls zu wechseln.

4.3. Gegenanzeigen

Wegen der Gefahr eines anaphylaktischen Schocks darfPeni-

cillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM ® Nbei Patienten mit erwie-

sener Penicillin-Überempfindlichkeit nicht angewendet

werden.

Bei einer Überempfindlichkeit gegen andere Betalactam-Anti-

biotika (z.B. Cephalosporine, Imipenem), ausgenommen Mono-

bactame (Aztreonam), kann eine Kreuzallergie bestehen.

4.4. Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei Patienten, die auf eine natriumarme (kochsalzarme) Diät

achten müssen, ist bei Tagesdosen über 5 Millionen Einheiten

Natrium) der Natriumgehalt des Arzneimittels zu berücksich-

tigen (siehe 6.1. "Sonstige Bestandteile").

Bei Patienten mit kaliumdefinierter/kaliumarmer Diät ist we-

gen der Gefahr einer Hyperkaliämie der Kaliumgehalt des Arz-

neimittels zu berücksichtigen (siehe 2. "Qualitative und

quantitative Zusammensetzung").

Aufgrund des Kaliumgehaltes kann die i.v.-Gabe schmerzhaft

sein oder zu Phlebitis führen.

Vorsichtsmaßnahmen bei Risikogruppen:

14*Bei Patienten mit Herzerkrankungen oder schweren Elektro-

lytstörungen anderer Genese sollte auf die Elektrolyt-

zufuhr geachtet werden.

15*Bei Diabetikern ist mit einer verzögerten Resorption aus

dem intramuskulären Depot zu rechnen.

16*Bei Patienten mit Dermatomykosen sind bereits bei erst-

maliger Gabe vonPenicillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM ® N

parallergische Reaktionen möglich.

17*Dosierungsanpassung bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion siehe Abschnitt 4.2. "Dosierung, Art und

Dauer der Anwendung".

Hinweis zur topischen Anwendung:

Benzylpenicillin sollte, wie alle anderen Penicilline, nicht

topisch, z.B. in Form von Salben, Pudern oder Tropfen, ein-

gesetzt werden, da die allergisierende Potenz bei topischer

Anwendung besonders groß ist.

4.5. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Die Kombinationstherapie mit geeigneten Antibiotika kann zu

einem synergistischen Effekt führen.Penicillin G 10 Mega

I.E. JENAPHARM ® Nsollte jedoch nicht mit bakteriostatisch

wirkenden Chemotherapeutika wie Tetracyclinen, Chlorampheni-

col, Makroliden und Sulfonamiden kombiniert werden.

Die gleichzeitige Gabe von Probenecid führt durch Hemmung

der tubulären Sekretion von Benzylpenicillin zu erhöhten

Serumkonzentrationen und zu einer Verlängerung der Elimi-

nationshalbwertzeit. Darüber hinaus hemmt Probenecid auch

so dass bei gleichzeitiger Gabe von Probenecid die ohnehin

schlechte Penetration von Benzylpenicillin in das Gehirn-

gewebe noch verringert wird.

Die Eliminationshalbwertzeit von Benzylpenicillin wird

gleichfalls unterschiedlich verlängert durch Salicylate,

Phenylbutazon, Indometacin und Sulfinpyrazon.

Unter der Therapie mitPenicillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM ®

Nkann die Wirksamkeit hormonaler Kontrazeptiva beeinträch-

tigt sein. Es empfiehlt sich deshalb, zusätzlich andere

Methoden der Empfängnisverhütung anzuwenden.

Treten Durchfälle auf, so kann die Resorption anderer oral

verabreichter Arzneimittel gestört und somit deren Wirkung

beeinträchtigt werden.

Beeinflussung labordiagnostischer Untersuchungen

Die Eiweißbestimmung im Urin mittels Präzipitationsverfahren

(Sulfosalicylsäure, Trichloressigsäure), der Folin-Ciocal-

teu-Lowry-Methode oder der Biuret-Methode kann zu falsch

positiven Ergebnissen führen. Die Eiweißbestimmung im Harn

sollte daher mit anderen Methoden durchgeführt werden.

Ebenfalls zu falsch positiven Ergebnissen kann die Aminosäu-

rebestimmung im Urin mittels der Ninhydrin-Methode führen.

Penicilline binden an Albumin. In elektrophoretischen Metho-

den zur Albumin-Bestimmung kann dadurch eine Pseudobisalbu-

minämie vorgetäuscht werden.

Unter der Therapie mitPenicillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM ®

Nkönnen der nichtenzymatische Harnzuckernachweis und der

Urobilinogen-Nachweis falsch positiv ausfallen.

Bei der Bestimmung von 17-Ketosteroiden (mittels der Zimmer-

mann-Reaktion) im Urin können unter der Therapie mitPeni-

cillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM ® Nerhöhte Werte auftreten.

4.6. Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Aus tierexperimentellen Untersuchungen und den bisherigen

Erfahrungen mit der Anwendung von Benzylpenicillin bei

Schwangeren haben sich keine Anhaltspunkte für fruchtschä-

digende Wirkungen ergeben. Eine Anwendung vonPenicillin G

Schwangerschaft ist bei entsprechender Indikationsstellung

möglich.

Stillzeit

Die Milchgängigkeit von Benzylpenicillin ist gering. Die

Konzentration in der Muttermilch kann 2 bis 15 % der mütter-

lichen Serumwerte erreichen. Obwohl bislang bei mit Mutter-

milch ernährten Säuglingen keine Nebenwirkungen berichtet

wurden, muss die Möglichkeit einer Sensibilisierung oder

einer Beeinträchtigung der Darmflora in Betracht gezogen

werden (s.a. Abschnitt 5.3. "Präklinische Daten zur Sicher-

heit").

Auf Durchfälle und Sprosspilzbesiedlung der Schleimhäute

4.7. Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen

von Maschinen

Nach bisherigen Erfahrungen hatPenicillin G 10 Mega I.E.

JENAPHARM ® Nim Allgemeinen keinen Einfluss auf die

Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Durch das Auftreten

von Nebenwirkungen kann jedoch ggf. das Reaktionsvermögen

verändert werden und dadurch die aktive Teilnahme am

Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigt

werden (siehe auch Abschnitt 4.8. "Nebenwirkungen").

4.8. Nebenwirkungen

Es wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet:

Überempfindlichkeitsreaktionen

Allergische Reaktionen treten gelegentlich ( 0,1 % bis

<1%) bis häufig ( 1 % bis < 10 %), lebensbedrohliche

anaphylaktische Schockreaktionen selten ( 0,01 % bis

<0,1%) auf.

Milde Verlaufsformen manifestieren sich als polymorphes

(morbilli- oder scarlatiniformes) Exanthem mit und ohne

Eosinophilie.

Schwerwiegender sind urtikarielle oder ödematöse Hauter-

scheinungen, angioneurotisches Ödem, Larynxödem, allergische

Vaskulitis, Erythema nodosum, allergische Purpura, arteriel-

le Gefäßverschlüsse, eosinophile pulmonale Infiltrate, Bron-

chospasmus, Arzneimittelfieber, Serumkrankheits-Syndrom und

anaphylaktische Reaktionen.

Sehr selten (< 0,01 %) kann es zum lebensbedrohlichen ana-

phylaktischen Schock kommen.

(Zur Therapie des anaphylaktischen Schocks siehe Abschnitt

4.9. "Überdosierung").

Eine urtikarielle Sofortreaktion muss immer als bedrohliches

Zeichen angesehen werden und zwingt strikt zum Therapieab-

bruch.

Im Zusammenhang mit einer Benzylpenicillin-Therapie wurde

sehr selten (< 0,01 %) über das Auftreten schwerer, zum Teil

lebensbedrohlicher bullöser Hautreaktionen, in der Regel mit

Schleimhautbeteiligung, berichtet (Stevens-Johnson-Syndrom,

Lyell-Syndrom).

Zwischen Penicillinen und Stoffwechselprodukten von Dermato-

phyten kann eine Antigengemeinschaft bestehen, so dass bei

vonPenicillin G 10Mega I.E. JENAPHARM ® Nallergische Reak-

tionen auftreten können.

Wirkungen auf Blut und Blutbestandteile

Sehr selten (< 0,01 %) kann es bei hoher Dosierung und

längerer Anwendung zu Auswirkungen auf das Blutbild kommen

in Form von Eosinophilie, Leukopenie, Neutropenie, Granulo-

zytopenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie und Panzyto-

penie. Ferner können Blutgerinnungsstörungen, ein positiver

direkter Coombs-Test sowie eine hämolytische Anämie auf-

treten. Diese Veränderungen bilden sich nach Absetzen der

Therapie von selbst zurück.

Ein positiver direkter Coombs-Test entwickelt sich häufig

(1 % bis < 10 %) bei Patienten, die 10 Millionen E (ent-

sprechend 6 g) Benzylpenicillin oder mehr pro Tag erhalten.

Nur ein geringer Prozentsatz hiervon entwickelt eine immun-

vermittelte hämolytische Anämie. Voraussetzung dafür ist

eine länger dauernde, hoch dosierte Therapie. Als mittlere

Totaldosis wurden 411 Millionen E (entsprechend 246,6 g)

Benzylpenicillin errechnet, die während einer mittleren

Behandlungszeit von 20 Tagen gegeben wurden. Andere aller-

gische Manifestationen sind gewöhnlich nicht vorhanden. Nach

Absetzen des Penicillins kann der direkte Antiglobulin-Test

noch während 6 bis 8 Wochen positiv bleiben und die Hämolyse

anhalten.

Ebenfalls nach längerer, hoch dosierter Benzylpenicillin-

Therapie kann es zum Auftreten einer dosisabhängigen Neutro-

penie kommen. Bei Totaldosen von über 200 Millionen E (ent-

sprechend 120 g) Benzylpenicillin wird diese Nebenwirkung

häufig ( 1 % bis < 10 %) bis sehr häufig ( 10 %) beobachtet,

unterhalb dieser Dosis ist diese sehr gering. Nach Absetzen

der Therapie kommt es in 90 % der Fälle innerhalb von 2 bis

8 Tagen zu einer raschen Erholung. Bei Weiterführung der

Therapie kann es zur vollständigen Agranulozytose kommen.

Blutgerinnungsstörungen infolge Hemmung der Thrombozyten-

aggregation unter der Therapie mit Benzylpenicillin sind

ebenfalls dosisabhängig. Eine relevante Verlängerung der

Blutungszeit tritt bei Nierengesunden oberhalb einer Tages-

dosis von 20 Millionen E (entsprechend 12 g) Benzylpenicil-

lin ein. Die Störung tritt innerhalb von 24 Stunden nach

Beginn der Therapie ein und persistiert bis zu 4 Tage nach

Absetzen von Benzylpenicillin. Bei höheren Konzentrationen

können zusätzlich Störungen der plasmatischen Gerinnung auf-

treten, und zwar durch Störung der Fibrinpolymerisation,

einer erhöhten Antithrombin-III-Aktivität und einer Hemmung

der Faktor-Xa-Aktivierung.

Gelegentlich ( 0,1 % bis < 1 %) wurde nach hoch dosierter,

länger dauernder Therapie mit Benzylpenicillin über das

Auftreten einer interstitiellen Nephritis berichtet. Die

tägliche Benzylpenicillin-Dosis variierte zwischen 12 und 60

Millionen E bzw. 7,2 und 36 g (im Mittel 28 Millionen E bzw.

16,8 g), die Therapiedauer betrug 7 bis 42 Tage (im Mittel

17 Tage). Neben Proteinurie und Hämaturie bestehen meist

Fieber, Eosinophilie und Exantheme. Es kann sich aber auch

eine schwere Niereninsuffizienz mit Anurie einstellen. Eben-

falls beschrieben wurden angiitische und glomerulonephri-

tische Läsionen sowie ein akutes Nierenversagen mit voll-

ständiger Anurie nach einer einzigen Penicillin-Injektion.

Wirkungen auf die Leber

Sehr selten (< 0,01 %) wurde über das Auftreten einer

Hepatitis und/oder Cholestase berichtet. Diese Reaktionen

traten im Gefolge von oder begleitend mit Schock, Exanthem,

exfoliativer Dermatitis, Fieber und/oder Eosinophilie oder

einem Serumkrankheits-Syndrom auf.

Wirkungen auf das Nervensystem

Unter hoch dosierter Benzylpenicillin-Therapie, insbesondere

bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder

Krampfbereitschaft (Epilepsie), kann es häufig ( 1 % bis

<10 %) zu neurotoxischen Effekten in Form von Benommenheit,

Halluzinationen, Hyperreflexie und Myoklonien kommen.

Letztere können in fokale, später generalisierte Krampf-

anfälle und komatöse Zustände übergehen.

Neurotoxische Reaktionen wurden bei Benzylpenicillin-Tages-

dosen von 40 bis 60 Millionen E (entsprechend 24 bis 36 g)

bei Nierengesunden, von 20 Millionen E (entsprechend 12 g)

bei Patienten mit leicht- bis mittelgradig eingeschränkter

Nierenfunktion und von 10 Millionen E (entsprechend 6 g) bei

Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz beobachtet.

In wenigen dieser Fälle wurde über einen letalen Verlauf

berichtet.

Besondere Dispositionen sind auch gegeben bei Säuglingen und

alten Menschen, bei Patienten mit Krampfbereitschaft,

Septikämien durch gramnegative Erreger, Endokarditis oder

herzchirurgischen Eingriffen mit Herz-Lungen-Maschinen.

Bei neurotoxischen Reaktionen, die meist 12 bis 72 Stunden

nach Beginn der Therapie auftreten, solltePenicillin G 10

Mega I.E. JENAPHARM ® Nsofort abgesetzt oder gegebenenfalls

(Zur symptomatischen Therapie zerebraler Krämpfe siehe Ab-

schnitt 4.9. "Überdosierung"). 13

Elektrolytstörungen

InPenicillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM ® Nsind Natrium- und

Kalium-Ionen in einem physiologischen Verhältnis gemischt,

so dass Elektrolytstörungen kaum auftreten können.

Natrium-Intoxikationen (Hypokaliämie, metabolische Alkalose)

wurden nach Gabe von 100 Millionen E (entsprechend 60 g)

Benzylpenicillin-Natrium/Tag beobachtet.

Nach Gabe von 20 Millionen E (entsprechend 12g) Benzylpeni-

cillin-Kalium an Patienten mit Niereninsuffizienz wurden

schwere, zum Teil tödlich verlaufende Hyperkaliämien beob-

achtet.

Beeinflussung des Magen-Darm-Traktes

Glossitis, Stomatitis, Lingua villosa nigra, Übelkeit, Er-

brechen und Durchfälle treten gelegentlich ( 0,1 % bis

<1%) auf. Beim Auftreten von schweren, wässrigen Durch-

fällen während oder nach der Therapie, die mit Fieber oder

Bauchschmerzen einhergehen können, ist an eine antibiotika-

bedingte pseudomembranöse Enterokolitis zu denken, die

lebensbedrohlich sein kann. In diesen seltenen Fällen (0,01

% bis < 0,1 %) istPenicillin G 10 Mega I.E. JENAPHARM ® N

sofort abzusetzen und eine geeignete Therapie einzuleiten,

z.B. Vancomycin oral, 4 x 250 mg täglich. Peristaltik

hemmende Mittel sind kontraindiziert.

Jarisch-Herxheimer-Reaktion

Bei der Behandlung von Spirochäteninfektionen (Lues, Borre-

liose) kann es (meist 2 bis 12 Stunden nach der ersten

Dosis) zum Auftreten einer Jarisch-Herxheimer-Reaktion kom-

men, die durch Fieber, Schüttelfrost, Allgemein- und Herd-

symptome gekennzeichnet ist.

Lokale Reaktionen

Häufig ( 1 % bis < 10 %) treten bei intramuskulärer Gabe

Schmerzen an der Injektionsstelle auf.

Bei intravenöser Verabreichung kann es zu Reizungen der

Venenwand bis hin zur Thrombophlebitis kommen.

Sonstige Nebenwirkungen

Die langfristige und wiederholte Anwendung vonPenicillin G

10 Mega I.E. JENAPHARM ® Nkann zu Superinfektionen mit

4.9.Überdosierung

Spezielle Maßnahmen bei Überdosierung durchPenicillin G 10

Mega I.E. JENAPHARM ® N, außer dem Absetzen des Medikamentes,

sind nicht erforderlich.

Benzylpenicillin ist hämodialysierbar.

Im Rahmen einer hoch dosierten Penicillin-Therapie sind neu-

rotoxische Reaktionen möglich (siehe Abschnitt 4.8. "Neben-

wirkungen"). Bei zerebralen Krämpfen ist eine Behandlung mit

Diazepam (5bis 10 mg i.v.) angezeigt. In schweren Fällen

sollte eine Kohle-Hämoperfusion erfolgen.

Therapie des anaphylaktischen Schocks:

Neben anderen gebräuchlichen Notfallmaßnahmen (Atemwege

freihalten!)

medikamentöse Sofortmaßnahmen:

Sofort:Epinephrin (Adrenalin) i.v.

Nach Verdünnen von 1 ml der handelsüblichen Lösung (1:1000)

auf 10 ml oder unter Verwendung einer Epinephrin-Fertig-

spritze (1:10 000) wird zunächst davon 1 ml (= 0,1 mg Epi-

nephrin) unter Puls- und Blutdruckkontrolle langsam intrave-

nös injiziert (cave: Herzrhythmusstörungen!). Die Epineph-

ringabe kann wiederholt werden.

danach:Antihistaminika; Volumensubstitution i.v., z.B.

Plasmaexpander, Humanalbumin, Vollelektrolyt-Lösung

anschließend:Glucocorticoide i.v.

z.B. 250 bis 1 000 mg Prednisolon (oder äquivalente Menge

eines Derivats). Die Glucocorticoid-Gabe kann wiederholt

werden.

Bei Kindern ist die Dosierung der genannten Präparate dem

Körpergewicht bzw. dem Alter entsprechend zu reduzieren.

Weitere Therapiemaßnahmen sind zu erwägen, z.B. künstliche

Beatmung, Sauerstoffinhalation.

Eine sorgfältige Überwachung des Patienten ist erforderlich,

da die Symptome rezidivieren können.

Pharmakologische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe

Benzylpenicillin (Penicillin G) ist ein halbsynthetisches,

nicht Betalaktamase-festes Betalaktam-Antibiotikum.

ATC-Code

J01CE01

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Benzylpenicillin beruht auf

einer Hemmung der bakteriellen Zellwandsynthese (in der

Wachstumsphase) durch Blockade der Penicillin-bindenden

Proteine (PBPs) wie z. B. der Transpeptidasen. Hieraus

resultiert eine bakterizide Wirkung.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im wesentlichen von der Zeitdauer

ab, während der der Wirkstoffspiegel oberhalb der MHK des

Erregers liegt.

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Benzylpenicillin kann auf

folgenden Mechanismen beruhen:

Inaktivierung durch Betalaktamasen: Benzylpenicillin ist

nicht Betalaktamase-fest und wirkt daher nicht gegen

Betalaktamase-bildende Bakterien (z.B. Staphylokokken

oder Gonokokken).

Reduzierte Affinität von PBPs gegenüber

Benzylpenicillin: Die erworbene Resistenz bei

Pneumokokken und einigen anderen Streptokokken gegenüber

Benzylpenicillin beruht auf Modifikationen vorhandener

PBPs als Folge einer Mutation. Für die Resistenz bei

Methicillin (Oxacillin)-resistenten Staphylokokken

hingegen ist die Bildung eines zusätzlichen PBPs mit

verminderter Affinität gegenüber Benzylpenicillin

verantwortlich.

Unzureichende Penetration von Benzylpenicillin durch die

äußere Zellwand kann bei Gram-negativen Bakterien dazu

führen, dass die PBPs nicht ausreichend gehemmt werden.

Durch Effluxpumpen kann Benzylpenicillin aktiv aus der

Zelle transportiert werden.

Eine partielle oder vollständige Kreuzresistenz von

Benzylpenicillin besteht mit anderen Penicillinen und

Cephalosporinen.

Grenzwerte

Die Testung von Benzylpenicillin erfolgt unter Benutzung

der üblichen Verdünnungsreihe. Die Beurteilung der

Ergebnisse erfolgt auf der Basis der Grenzwerte für

Benzylpenicillin. Folgende minimale Hemmkonzentrationen

für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

Erreger Sensibel Resistent

Alle Bakterien außer

Staphylococcusspp. 0,125

mg/l >1 mg/l

Staphylococcusspp. 0,125

mg/l > 0,125

mg/l

CLSI (US Clinical Laboratory Standards Institute)

Grenzwerte

Erreger Sensibel Resistent

Staphylococcusspp. 0,125

mg/l 0,25

mg/l

Enterococcusspp. 8 mg/l 16 mg/l

Streptococcus

pneumoniae 0,06

mg/l 2 mg/l

Beta-hämolysierende

Streptokokken 0,12

mg/l kein

Grenzwert

angegeben

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies

kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb

sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer

Infektionen - lokale Informationen über die

Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der

lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit von

Benzylpenicillin in Frage gestellt ist, sollte eine

Therapieberatung durch Experten angestrebt werden.

Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei

Therapieversagen ist eine mikrobiologische Diagnose mit

dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit

gegenüber Benzylpenicillin anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz in Deutschland auf der

Basis von Daten der letzen 5 Jahre aus nationalen

Resistenzüberwachungsprojekten und –studien (Stand:

19.12.06):

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Actinomyces israeli°

Corynebacterium diphtheriae°

Enterococcus faecalis $

Erysipelothrix rusiopathiae°

Gardnerella vaginalis°

Streptococcus agalactiae

Streptococcus pneumoniae

Streptococcus pyogenes

Streptococcus dysgalactiaesubsp.equisimilis°

(Streptokokken der Gruppen C & G)

Streptokokken der „Viridans“-Gruppe° ^

Borrelia burgdorferi°

Eikenella corrodens° $

Haemophilus influenzae° $

Neisseria gonorrhoeae°

Neisseria meningitidis

Anaerobe Mikroorganismen

Clostridium perfringens°

Clostridium tetani°

Fusobacteriumspp.°

Peptococcusspp.°

Peptostreptococcusspp.°

Veillonella parvula°

Andere Mikroorganismen

Treponema pallidum°

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem

bei der Anwendung darstellen können

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus +

Staphylococcus epidermidis +

Staphylococcus haemolyticus +

Staphylococcus hominis +

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Enterococcus faecium

Nocardia asteroides

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

AlleEnterobacteriaceae-Spezies

Moraxella catarrhalis

Pseudomonas aeruginosa

Anaerobe Mikroorganismen

Bacteroidesspp.

Andere Mikroorganismen

Chlamydiaspp.

Chlamydophilaspp.

Legionella pneumophila

Mycoplasmaspp.

°Bei Veröffentlichung der Tabelle lagen keine aktuellen

Daten vor. In der Primärliteratur, Standardwerken und

Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit

ausgegangen.

Die natürliche Empfindlichkeit der meisten Isolate

liegt im intermediären Bereich.

In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei

über 50%.

^Sammelbezeichnung für eine heterogene Gruppe von

Streptokokken-Spezies. Resistenzrate kann in

Spezies variieren.

5.2. Pharmakokinetische Eigenschaften

Benzylpenicillin ist nicht säurestabil und daher nur par-

enteral anwendbar.

Die Alkalisalze von Benzylpenicillin werden nach i.m. Injek-

tion rasch und nahezu vollständig resorbiert.

Nach intramuskulärer Injektion von 0,2; 0,5; 1 bzw. 5 Mil-

lionen E (entsprechend 120, 300, 600 bzw. 3 000 mg) Benzyl-

penicillin-Natrium werden nach einer Stunde Plasmakonzen-

trationen von 1,7; 4,8; 12 bzw. 42 mg/l gemessen.

Nach intravenöser Injektion von 1 bzw. 5 Millionen E (ent-

sprechend 600 bzw. 3 000 mg) Benzylpenicillin-Natrium betra-

gen die maximalen Plasmakonzentrationen 45 bzw. 234mg/l.

Nach 1-stündiger Kurzinfusion von 1; 5 bzw. 10 Millionen E

(entsprechend 600, 3 000 bzw. 6 000 mg) Benzylpenicillin-

Natrium werden maximale Plasmakonzentrationen von ca. 15;

78bzw. 240 mg/l erreicht.

Verteilung:

Benzylpenicillin ist gut gewebegängig, in den meisten Orga-

nen und Körperflüssigkeiten werden therapeutisch wirksame

Konzentrationen erreicht. Die Diffusion in Muskulatur, Kno-

chen, Nervengewebe und Gehirn ist schlecht. Die Liquorgän-

gigkeit ist gering, bei entzündeten Meningen allerdings

deutlich erhöht, so dass im Liquorraum bis zu 50 % der

Serumspiegel erreicht werden.

Benzylpenicillin ist plazentagängig. Im fetalen Kreislauf

findet man 10 bis 30 % der mütterlichen Plasmakonzentra-

tionen. Hohe Konzentrationen werden auch im Fruchtwasser

erreicht.

Dagegen ist der Übergang in die Milch gering (2 bis 15 % der

mütterlichen Plasmawerte).

Das Verteilungsvolumen beträgt etwa 0,3 bis 0,4 l/kg, bei

Kindern etwa 0,75 l/kg.

Benzylpenicillin bindet zu ca. 45 bis 65 % an Plasmapro-

teine.

Elimination:

Benzylpenicillin wird fast ausschließlich renal ausgeschie-

durch glomeruläre Filtration. Ein geringer Teil wird biliär

ausgeschieden.

Bei i.v. Gabe werden 50 bis 70 % der Dosis in antibakteriell

aktiver Form renal eliminiert, weitere 20 % in Form von

inaktiven Zerfallsprodukten, von denen Penicilloinsäure den

Hauptanteil bildet.

Die Plasmahalbwertzeit beträgt im Mittel 30 bis 40 Minuten

bei Nierengesunden. Sie verlängert sich im Alter bis

1,5Stunden, bei Kindern bis 2 Stunden und bei Säuglingen

bis 3Stunden.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Halbwertzeit

ebenfalls verlängert, bei Anurie kann sie 10 Stunden betra-

gen.

5.3. Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die Toxizität von Benzylpenicillin ist sehr gering. In

tierexperimentellen Untersuchungen fanden sich nach

parenteraler Gabe nur geringe akut toxische Wirkungen.

Chronische Toxizität

Tierexperimentelle Studien zur Toxizität nach wiederholter

Gabe von Benzylpenicillin liegen nicht vor.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Benzylpenicillin wurde nur unzureichend auf mutagene Wir-

kungen untersucht. Mehrere bakterielle Tests ergaben keine

Hinweise auf eine Induktion von Gen-Mutationen. In-vitro-

und In-vivo-Tests zum Nachweis von Chromosomenaberrationen

sind methodisch unzulänglich, ergeben aber keine relevanten

Verdachtsmomente.

Langzeituntersuchungen von Benzylpenicillin am Tier auf ein

tumorerzeugendes Potential liegen nicht vor.

Reproduktionstoxizität

Benzylpenicillin ist plazentagängig. 1 bis 2 Stunden post

applicationem werden im fetalen Serum den mütterlichen

Serumwerten entsprechende Konzentrationen erreicht. Bishe-

Ratten, Kaninchen und Affen haben keine Hinweise auf ein

teratogenes Potential ergeben.

Die Konzentration in der Muttermilch kann 2 bis 15 % der

mütterlichen Serumwerte betragen.

Pharmazeutische Angaben

6.1. Sonstige Bestandteile

1 Durchstechflasche enthält 16,2 mmol Natrium-Ionen ent-

sprechend 372,6 mg Natrium bzw. 0,6 mmol Kalium-Ionen ent-

sprechend 23,5 mg Kalium.

6.2. Inkompatibilitäten

Benzylpenicillin-Lösungen sind am stabilsten im pH-Bereich

6bis 7 (Optimum pH 6,8).

Benzylpenicillin ist in Lösung u.a. inkompatibel mit Chlor-

promazinhydrochlorid, Heparin-Natrium, Hydroxyzinhydrochlo-

rid, Lincomycinhydrochlorid, Oxytetracyclinhydrochlorid,

Prochlorperazinmesylat, Tetracyclinhydrochlorid, Thiopental-

Natrium.

Benzylpenicillin ist nicht kompatibel mit Vitamin-B-Komplex

und Ascorbinsäure in gemeinsamer Lösung.

Benzylpenicillin darf auch nicht gemischt werden mit Metara-

minoltartrat, Pentobarbital, Hydrogencarbonaten oder Lacta-

ten.

6.3. Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit beträgt 5 Jahre.

Die Injektions- bzw. Infusionslösungen vonPenicillin G 10

Mega I.E. JENAPHARM ® Nsind unmittelbar vor der Anwendung

frisch zuzubereiten.

Die chemische und physikalische Stabilität der zubereiteten

Lösung wurde für 6 Stunden bei Raumtemperatur (15 bis 25 °C)

nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte die zubereitete Lösung

sofort verwendet werden. Wenn die gebrauchsfertige Lösung

nicht sofort eingesetzt wird, ist der Anwender für die Dauer

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfallsdatums

nicht mehr angewendet werden.

6.4. Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C lagern!

6.5. Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflasche mit Pulver zur Herstellung einer

Injektionslösung / Infusionslösung in Faltschachtel

Packung (Bündelpackung) mit

1 x 10 Durchstechflaschen mit Pulver N 3

6.6. Hinweise für die Handhabung [und Entsorgung]

Pharmazeutischer Unternehmer

mibe GmbH Arzneimittel

Münchener Straße 15

06796 Brehna

Tel.: 034954/247-0

Fax: 034954/247-100

Zulassungsnummer

42702.00.00

Datum der Zulassung / Verlängerung der Zulassung

03.05.1999 / 25.02.2004

Stand der Information

Januar 2009

Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen